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3.

Ich hörte es berichten,


daß sich Herausforderer einzeln
begegneten:
Hildebrand und Hadubrand zwischen
zwei Heeren.
Sohn und Vater bereiteten ihre
Rüstung,
richteten ihre Kampfgewänder,
gürteten sich ihre Schwerter um,
die Helden, über die Rüstung, als sie
zu diesem Kampf ritten.
Hildebrand sprach, Heribrands Sohn,
er war der ältere Mann,
des Lebens erfahrener, er begann zu
fragen,
mit wenigen Worten, wer sein Vater
gewesen sei
unter den Männern im Volke ..........
„........... oder aus welcher Sippe du
bist
wenn Du mir einen nennst, kenne ich
die anderen,
Junge, im Königreich, bekannt ist mir
das ganze Volk“.
Hadubrand sprach, Hildebrands
Sohn:
„Das erzählten mir unsere Leute,
alte und weise, die ehedem da lebten,
Hildebrand heiße mein Vater, ich
heiße Hadubrand.
Vormals ist er nach Osten gegangen,
er floh vor dem Hass Odoakers,
dorthin mit Dietrich und vielen seiner
Kämpfer
Er ließ im Lande arm zurück
die Frau im Hause und den
unerwachsenen Sohn
erblos: Er ritt nach Osten hin.
2. Das „Hildebrandslied“ ist das einzig erhaltene althochdeutsche Heldenlied und in seiner
tradierten Form etwa um 770–780 entstanden. Es setzt sich aus langobardischen, bairischen
und niederdeutschen Elementen zusammen und besteht aus stabreimenden Langzeilen.

Stofflich ist das „Hildebrandslied“ dem Sagenkreis um den historischen DIETRICH VON
BERN zugehörig; es berichtet vom Konflikt zwischen Vater und Sohn – Hildebrand (dem
Waffenmeister DIETRICHs) und Hadubrand. Auffällig im „Hildebrandslied“ ist die
Christianisierung germanischer Gottheiten.

Das Hildebrandslied (Hl) ist eines der frühesten poetischen Textzeugnisse in deutscher


Sprache aus dem 9. Jahrhundert. Es ist das einzig überlieferte Textzeugnis eines Heldenlieds
germanischen Typs in der deutschen Literatur, und darüber hinaus, generell das älteste
erhaltene germanische Heldenlied. Das überlieferte heldenepische Stabreimgedicht besteht in
herkömmlicher Zählung aus 68 Langversen. Es erzählt primär in althochdeutscher Sprache
eine Episode aus dem Sagenkreis um Dietrich von Bern.

Als ältestes und einziges Werk seiner Art ist das Hildebrandslied ein zentrales Objekt
germanistisch-mediävistischer Sprach- und Literaturwissenschaft. Den heutigen geläufigen
Titel erhielt der eigentlich anonyme Text durch die wissenschaftlichen Ersteditoren Jacob
und Wilhelm Grimm. Der Codex Casselanus befindet sich in der Handschriftensammlung
der Landes- und Murhardschen Bibliothek Kassel.

Das Hildebrandslied ist ein Heldenlied und stammt aus der Zeit der Völkerwanderung, in der
viele Heldenlieder entstanden. Es ist das einzige, das in deutscher Sprache überliefert und
erhalten ist. Die Forscher vermuten, dass es sich um eines der jüngsten Heldenlieder handelt,
da es formal auf einer sehr hohen Stufe steht. Das bedeutet, dass es eine lange Entwicklung
durchgemacht hat.

 Geschichte

Wie alle Heldenlieder wurde es zuerst mündlich weitergegeben und später


niedergeschrieben.

Die einzige Niederschrift des Hildebrandsliedes befindet sich auf einem frühmittelalterlichen
Kodex.

Als Datum der Niederschrift wird die erste Hälfte des 9. Jahrhunderts vermutet. Als Ort der
Niederschrift wird das Kloster in Fulda angegeben und es wird vermutet, dass zwei
Schreiber am Werk waren. Das Hildebrandslied wurde auf die Außenseiten eines
frühmittelalterlichen Kodex‘ geschrieben, der lateinische Texte des Alten Testaments
enthält. Diese Außenseiten waren ursprünglich leer geblieben. Wegen Platzmangels konnten
die letzten Verse des Hildebrandsliedes nicht aufgeschrieben werden und sind bis heute
unbekannt.
Im weiteren Verlauf der Geschichte wurde das Hildebrandslied 1812 erstmals von Jacob und
Wilhelm Grimm in einer wissenschaftlichen Edition veröffentlicht, die dem ursprünglich
titellosen Text den heute bekannten Titel gaben.

Nach 1945 befand es sich als Kriegsbeute in den USA, wo kriminelle Antiquare eine Seite
abtrennten und sie für viel Geld verkauften. 1972 konnte diese Seite wieder mit dem Kodex
vereinigt werden. Heute befindet er sich in der Universitätsbibliothek Kassel.

Inhalt

Viele der in der Völkerwanderungszeit entstandenen Heldenlieder haben als Grundstock die
Sagenkreise um Dietrich von Bern. Dieser ist eine wichtige Figur in vielen mittelalterlichen
Sagen. Er wird mit dem historischen Ostgotenkönig Theoderich, einem der wichtigsten
Könige in der Zeit der Völkerwanderung, gleichgesetzt. Auch das Hildebrandslied stammt
aus dem Sagenkreis von Dietrich von Bern.

 Hildebrand hatte vor 30 Jahren seine Frau und seinen Sohn verlassen um als Waffenmeister
mit König Theoderich in den Krieg zu ziehen. Mit Hilfe des Hunnenkönigs kehrt er nun
heim und trifft an der Grenze auf eine germanischen, also gegnerische, Kriegsschar. Er fragt
den Anführer der Krieger, wer sein Vater sei und erfährt so, dass der junge Krieger sein Sohn
Hadubrand ist. Hildebrand gibt sich als sein Vater zu erkennen und bietet ihm Geschenke an,
doch Hadubrand hatte erfahren, dass sein Vater tot sei und betrachtet diese
Annäherungsversuche als Verrat und Feigheit und beschimpft Hildebrand als listigen alten
Hunnen. Außerdem meint er auch, sein Vater zeichne sich, im Gegensatz zu diesem ihm
unbekannten Mann, durch Ehre und Tapferkeit aus. Daraufhin sieht sich Hildebrand
gezwungen, Hadubrand zum Kampf zu fordern, was er auch tut. Nachdem der Kampf
begonnen hat, bricht der Text ab. Das Ende ist, wie schon gesagt, nicht erhalten, aber es wird
vermutet, dass der Vater seinen Sohn Hadubrand tötet. 

3. Das ist ein Vater-Sohn-Tragödie

"Ödipus-Erzählung" des Sophokles Friedrich von Schillers "Don Carlos" und Iwan
Sergejewitsch Turgenews "Väter und Söhne", zu Franz Kafkas "Brief an den Vater",

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