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Das Sachenrecht als Teil des Zivilrechts

I. Rechtssubjekte
II. Rechtsobjekte
III. Gegenstand und Systematik des Sachenrechts
IV. Dingliche Rechte
V. Die Prinzipien des Sachenrechts
VI. Begriff des Grundstücks
VII. Bedeutung und Aufbau des Grundbuchs
VIII. Bestandteile des Grundstücks
IX. Das Zubehör

Das Grundeigentum

I. Eigentumsgarantie / Sozialpflichtigkeit
II. Zivilrechtliche Einschränkungen der Eigentümerbefugnisse
III. Öffentlich-rechtliche Einschränkungen der Eigentümerbefugnisse
IV. Der Beseitigungs- und Unterlassungsanspruch (actio negatoria)
V. Rechtsgeschäftliche Übertragung des Grundeigentums
VI. Die Übertragung des Grundeigentums kraft Gesetzes
VII. Die Übertragung des Grundeigentums kraft Hoheitsaktes

Vormerkung und dingliches Vorkaufsrecht

I. Zweck und Rechtsnatur einer Vormerkung


II. Entstehen und Erwerb einer Vormerkung
III. Begriff und Abgrenzung zum schuldrechtlichen Vorkausrecht
IV. Entstehung und Übertragung des dinglichen Vorkaufsrechts
V. Beendigung des dinglichen Vorkaufsrecht
VI. Ausübung und Wirkung des dinglichen Vorkaufsrecht

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Das Sachenrecht als Teil des Zivilrechts
I. Rechtssubjekte

Was versteht man unter Rechtssubjekten?

Zu den Rechtssubjekten gehören


o natürliche Personen (Menschen)
o Juristische Personen
o Gruppen mit Ansätzen zur Rechtsfähigkeit.

Die erste Gruppe sind natürliche Personen (Menschen), für die die
Rechtsfähigkeit mit § 1 beginnt und mit § 1922 BGB endet.
§ 1 BGB Beginn der Rechtsfähigkeit: beginnt mit der Vollendung der
Geburt.

Die zweite Gruppe sind Juristische Personen, zu denen Vereine (§§ 21 ff


BGB), Stiftungen (§§ 80 ff BGB) und juristische Personen des Handelsrechts,
z.B. AG, GmbH, eG, gehören.
§ 21 BGB Nicht wirtschaftlicher Verein: Dies sind Vereine, dessen
Zwecke nicht auf einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb gerichtet sind und
ihre Rechtsfähigkeit durch Eintragung in das Vereinsregister des zuständigen
Amtsgerichts.
§ 22 BGB Wirtschaftlicher Verein: Bei diesen Vereinen ist der Zweck auf
einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb gerichtet. Diese Vereine erlangen in
„Ermangelung“ besonderer reichsgesetzlicher Vorschriften Rechtsfähigkeit
durch staatliche Verleihung.
§ 23 BGB Ausländische Vereine: Vereine, die ihren Sitz nicht in einem
Bundesstaate haben, können in Ermangelung besonderer reichsgesetzlicher

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Vorschriften Rechtsfähigkeit durch Beschluss des Bundesrates verliehen
bekommen.
§ 26 BGB Vorstand, Vertretung: Der Verein muss einen Vorstand haben,
welcher aus mehreren Personen bestehen kann.

§ 80 BGB Entstehung einer rechtsfähigen Stiftung


§ 81 Stiftungsgeschäft

Die dritte Gruppe der Rechtssubjekte sind Gruppen mit Ansätzen zur
Rechtsfähigkeit. Dazu gehören die
o GbR, §§ 705 ff BGB
o OHG, KG, §§ 105 ff HGB
o Erbengemeinschaft, §§ 2032 BGB
o Nicht rechtsfähige Vereine, § 54 BGB

Was versteht man unter dem Begriff der Rechtsfähigkeit?

Æ Dies ist die Fähigkeit des Menschen Träger von Rechten und Pflichten zu
sein.

Weitere Begriffe:

Was versteht man unter Geschäftsunfähigkeit?

Æ Nach § 104 ff BGB ist man geschäftsunfähig,


o wenn man nicht das 7. Lebensjahr vollendet hat,
o wer sich in einem Zustand befindet, der die freie Willensbestimmung
ausschließt, sofern nicht der Zustand seiner Natur nach ein
vorrübergehender ist.
Æ beschränkte Geschäftsfähigkeit bezieht sich auf den Zeitraum vom 7.-18.
Lebensjahr.

Was versteht man unter der Deliktfähigkeit? Æ § 828 BGB (Minderjährige)

Æ § 829 BGB Ersatzpflicht aus Billigkeitsgründen

Æ § 844 BGB Ersatzansprüche Dritter bei Tötung (Embrio hat auch Rechte)

Æ § 1923 BGB Erbfähigkeit: Wer zur Zeit des Erbfalls lebt, kann erben. Wer
zur Zeit des Erbfalls noch nicht lebte, aber bereits gezeugt war, gilt als vor
dem Erbfall geboren.

Wann endet die Rechtsfähigkeit?

Æ § 1922 BGB: Mit dem Tode einer Person geht deren Vermögen als Ganzes
auf eine oder mehrere Personen über.

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II. Rechtsobjekte

Rechtsobjekte sind Gegenstände, die der Beherrschung durch Rechtssubjekte


unterliegen. Darunter fallen:
o Sachen (körperliche Gegenstände)
o Tiere
o Rechte
o Nicht körperliche Gegenstände.

Zu der ersten Gruppe (Sachen) gehören:


§ 90 BGB Begriff der Sache: Sachen sind nach dem Gesetz nur körperliche
Gegenstände.

§ 91 Vertretbare Sachen: sind bewegliche Sachen, die im Verkehr nach


Zahl, Maß oder Gewicht bestimmt zu werden pflegen.
§ 92 Verbrauchbare Sachen: sind bewegliche Sachen, deren
bestimmungsmäßiger Gebrauch in dem Verbrauch oder der Veräußerung
besteht.
§ 94 Wesentliche Bestandteile eines Grundstücks oder Gebäudes:
hierzu gehören die mit dem Grund und Boden fest verbundenen Sachen, wie
Gebäude sowie Erzeugnisse des Grundstücks. Samen und Pflanzen können zu
wesentlichen Bestandteilen von Grundstücken werden.
§ 97 Zubehör: dies sind bewegliche Sachen, die, ohne Bestandteile der
Hauptsache zu sein, dem wirtschaftlichen Zweck der Hauptsache dienen und
zu ihr in einem entsprechenden räumlichen Verhältnis stehen.

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§ 99 Früchte: Früchte einer Sache sind die Erzeugnisse der Sache und die
sonstige Ausbeute, welche aus der Sache ihrer Bestimmung gemäß
gewonnen wird.
§100 Nutzungen: das sind Früchte einer Sache oder eines Rechts sowie die
Vorteile, welche der Gebrauch der Sache oder des Rechts gewährt.

Zu der zweiten Gruppe gehören Tiere:

§ 903 BGB Befugnisse des Eigentümers: Der Eigentümer eines Tieres hat
bei der Ausübung seiner Befugnisse die besonderen Vorschriften zum Schutz
der Tiere zu beachten.

§ 251 II 2 BGB Schadensersatz in Geld ohne Fristsetzung: Die aus der


Heilbehandlung eines verletzten Tieres entstandenen Aufwendungen sind
nicht bereits dann unverhältnismäßig, wenn sie dessen Wert erheblich
übersteigen.

§ 765 a I 3 ZPO Vollstreckungsschutz: Auf Antrag des Schuldners kann


das Vollstreckungsgericht eine Maßnahme zur Zwangsvollstreckung ganz
oder teilweise aufheben/untersagen/einstellen. Wenn die Maßnahme ein Tier
betrifft, so hat das Vollstreckungsgericht bei der von ihm vorzunehmenden
Abwägung die Verantwortung des Menschen für das Tier zu berücksichtigen.

Die dritte Gruppe besteht aus den absoluten und relativen Rechten.

Absolute Rechte bestehen gegenüber jedermann. Es sind dingliche Rechte,


wenn sie gegenüber Sachen bestehen.

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Ein relatives Recht ist eine Forderung eines Anspruchsinhabers (Gläubigers)
gegenüber einem Anspruchsgegner (Schuldner), d.h. sie gelten gegenüber
ganz bestimmten Personen.

Æ z.B. § 433 I Satz 1 BGB Vertragstypische Pflichten beim


Kaufvertrag: Hier wird der Verkäufer durch den Kaufvertrag verpflichtet,
dem Käufer die Sache zu übergeben und das Eigentum an der Sache zu
verschaffen.

III. Gegenstand und Systematik des Sachenrechts

Das Sachenrecht ist in Buch 3 des BGB geregelt (auch im Allgemeinen Teil in
Buch 1, z.B. § 90 BGB, welches auch „kleines“ Sachenrecht genannt wird
und im WEG).
Das Sachenrecht regelt die Beziehung zwischen Rechtssubjekten und
Rechtsobjekten.
Æ Wer ist Eigentümer einer Sache?
Æ Hat Subjekt Vollrecht oder Teilrecht?
Æ Welcher Art ist das Recht?

Das Sachenrecht lässt sich in 2 große Bereiche unterteilen:


o das Mobiliarsachenrecht
o das Immobiliarsachenrecht (Immobilien sind unabhängig von ihrer
Nutzungsart ein abgegrenzter Teil der Erdoberfläche)

§ 93 Wesentliche Bestandteile einer Sache: Bestandteile einer Sache, die


nicht voneinander getrennt werden können, ohne, dass der eine oder andere
zerstört oder in seinem Wesen verändert wird. Diese können nicht
Gegenstand besonderer Rechte sein. Ein Fensterrahmen ist eine bewegliche
Sache, der mit dem Auto zur Baustelle gebracht wird. Wenn er eingebaut
wird, dann wird er zum wesentlichen Bestandteil eines Gebäudes.

Ausnahme:
Æ § 94 Wesentliche Bestandteile eines Grundstücks oder Gebäudes
o Erbbaurecht (in § 1 Abs.1 ErbbauVO): In diesem Fall hat das
Grundstück ein anderes Schicksal als das Gebäude.
o Wohnungseigentumsgesetz (§ 3 Abs.1 WEG): Durch das
Wohnungseigentum wird manchen Leuten das Recht eingeräumt
Eigentümer von einem bestimmten Teil zu werden. Somit schafft das

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WEG zusätzlich zum Gebäude ein eigenes Schicksal für die kleinen
Einheiten.

§ 95 Nur vorübergehender Zweck: Sachen, die nur zu einem


vorübergehenden Zweck mit dem Grund und Boden verbunden sind. Hierzu
zählen auch Scheinbestandteile, die keine wesentlichen Bestandteile
darstellen, z.B. ein Partyzelt (nur für einen vorübergehenden Zweck).

Das Sachenrecht regelt grundsätzlich nur Rechte, die körperliche Sachen (§


90) oder Tiere (§ 90 a) zum Gegenstand haben. Es wird allerdings der
allgemeinere Begriff der körperlichen und unkörperlichen Gegenstände des
dinglichen Rechts verwendet, um den Gegensatz zu schuldrechtlichen
Beziehungen hervorzuheben.

Die Gliederung des 3. Buches sieht folgendermaßen aus:

§ 854 – 872 Besitz


§ 873 – 902 Allgemeine Vorschriften über Rechte an Grundstücken
§ 903 – 924 Eigentum
§ 925 – 928 nur Immobilienrecht
§ 929 – 984 nur Mobiliarrecht
§ 985 – 1007 Ansprüche aus dem Eigentum
§ 1008 – 1017 Miteigentum
§ ab 1018 Dienstbarkeiten (Nießbrauch, Vorkaufsrecht) (bis hier behandelt)
§ ab 1113 Hypotheken, Grundschuld
§ 1204 - 1272 Pfandrecht an beweglichen Sachen
§ 1273 – 1296 Pfandrecht an Rechten

IV. Dingliche Rechte

Dingliche Rechtsgeschäfte sind Verfügungen über dingliche Rechte.


Verfügungen sind Rechtsgeschäfte, die durch Belastung, Übertragung,
Inhaltsänderung oder Aufhebung unmittelbar auf ein bestehendes dingliches
Recht einwirken (z.B. die Übereignung nach § 929 Satz 1). Dingliche
Rechtsgeschäfte sind entweder einseitige Rechtsgeschäfte (z.B.
Eigentumsaufgabe gem. § 928, 959) oder Verträge (z.B. die Einigung gem.
929 Satz 1).

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Unter dinglichen Rechten versteht man die Zuordnung eines Rechtsobjektes
zu einem Rechtssubjekt mit Wirkung gegenüber jedermann. Die dinglichen
Rechte lassen sich in folgende Arten aufgliedern:
o Vollrechte (umfassende Herrschaftsrechte an einer Sache)
¾ Eigentum (§ 903 ff)
¾ Sondereigentum (§ 3-6, 13 WEG)
¾ Miteigentum (§ 1008 ff)
¾ Miteigentumsanteil (§ 8 WEG)
¾ Erbbaurecht (ErbbauVO)
o Beschränkt-dingliche Rechte (einzelne, inhaltlich begrenzte
Herrschaftsbefugnisse an einer Sache)
¾ Grunddienstbarkeiten (§1018 ff)
¾ Nießbrauch (§ 1030 ff)
¾ Beschränkt persönliche Dienstbarkeit (§ 1090 ff)
¾ Dingliches Wohnrecht (§ 1093)
¾ Reallast (§ 1105 ff)
¾ Pfandrechte (§ 1113 ff)
o Sonderfälle (absolute Wirkung, aber keine Herrschaftsbefugnisse,
sondern Sicherungsmittel)
¾ Vormerkung (§ 883)
¾ Dingliche Vorkaufsrecht (§ 1094 ff)
¾ Besitz (§ 854 ff)

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Die Änderung der dinglichen Rechtslage durch Verfügung

Eine Verfügung ist ein dingliches Rechtsgeschäft, durch das auf ein
dingliches Recht dergestalt eingewirkt wird, dass es übertragen, belastet,
aufgehoben oder in seinem Inhalt verändert wird. Vorraussetzungen für
eine Verfügung sind:
o Willenserklärung(en), für die i.d.R. ein dinglicher Vertrag nötig ist.
Das bedeutet, dass eine Einigung (=Vertrag) getroffen wird, die auf
eine Übertragung des Eigentums an einer beweglichen Sache gerichtet
ist.
§ 873 Erwerb durch Einigung und Eintragung: Um das Eigentum
übertragen oder belasten zu können, ist die Einigung des Berechtigten
und des anderen Teils über den Eintritt der Rechtsänderung und die
Eintragung der Rechtsänderung in das Grundbuch erforderlich.
§ 925 Auflassung: Die Übertragung muss in Anwesenheit beider Teile
vor einer zuständigen Stelle erklärt werden. Eine Auflassung, die unter
einer Bedingung oder einer Zeitbestimmung erfolgt, ist unwirksam.
§929 Satz 1 Einigung und Übergabe: Zur Übertragung müssen beide
Parteien einverstanden sein, dass das Eigentum übergehen soll.
o Publizitätsakt, d.h. eine Eintragung in das Grundbuch (§ 873) oder
Übergabe (§ 929 Satz 1) bzw. Übergabesurrogat (§ 929 Satz 2,
930, 931). Die dingliche Rechtsübertragung setzt i.d.R. einen
Verlautbarungstatbestand voraus (Übergabe, Eintragung). Auf die
Einigung (s.o.) folgt die Übergabe oder das Übergabesurrogat. Des
Weiteren müssen sich beide Parteien bei der Übergabe oder beim
Übergabesurrogat einig sein.

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§ 930 Besitzkonstitut: Das Besitzkonstitut ersetzt die Übergabe, aber
nicht die Einigung. Das Besitzkonstitut ist daher ein Übergabesurrogat.
Der § 930 besagt, dass die Übergabe einer Sache ersetzt werden
kann, indem zwischen Eigentümer und Erwerber ein Rechtsverhältnis
vereinbart wird, nach welchem der Erwerber den mittelbaren Besitz
erlangt.
§ 931 Abtretung des Herausgabeanspruchs: Wenn eine dritte Person
im Besitz der Sache ist, dann kann die Übergabe einer Sache dadurch
ersetzt werden, dass der Eigentümer den Anspruch an die Herausgabe
an den Erwerber abtritt.
o Verfügungsbefugnis, i.d.R. beim Rechtsinhaber, ausnahmsweise
auch bei Dritten (§ 185, 2205 BGB, § 80 I InsO):
§ 185 Verfügung eines Nichtberechtigten: Wenn ein Berechtigter seine
Einwilligung gibt, ist die Verfügung eines Nichtberechtigten über einen
Gegenstand wirksam.
§ 2205 Verwaltung des Nachlasses, Verfügungsbefugnis: Der
Testamentsvollstrecker hat den Nachlass zu verwalten. Er darf den
Nachlass in Besitz nehmen und über die Nachlassgegenstände
verfügen.

Wie sieht der Ablauf der Änderung der dinglichen Rechtslage beim
Immobilienkauf aus?

Im oberen Teil ist zu sehen, dass nach § 433 I 1 der Käufer sich durch den
Kaufvertrag dazu verpflichtet, dem Käufer die Sache zu übergeben und das
Eigentum an der Sache zu verschaffen. Vorher muss allerdings erst eine

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Einigung stattgefunden haben. Nach § 145 ist jemand an einen Antrag
gebunden, wenn er einer anderen Person die Schließung eines Vertrags
anträgt, es sei denn, dass er die Gebundenheit ausgeschlossen hat. Es
besteht dann eine Annahmefrist nach § 147. Der Antrag kann nur sofort
angenommen werden bzw. nur bis zu dem Zeitpunkt angenommen werden,
in welchem der Antragende den Eingang der Antwort unter regelmäßigen
Umständen erwarten darf. Bei Verträgen, bei denen das Eigentum an einem
Grundstück übertragen oder erworben wird bedarf es einer notariellen
Beurkundung. Ein Vertag kann seine Gültigkeit erlangen, wenn er diese Form
zwar nicht beachtet, aber die Auflassung und die Eintragung ins Grundbuch
erfolgen (§ 311 b). Nach § 926 erlangt der Erwerber auch das Eigentum an
dem Zubehör des Grundstücks, wenn dies zum Zeitpunkt Teil des
Grundstücks ist und sich beide Parteien darüber einig waren. In § 311 c
(Erstreckung auf Zubehör) verpflichtet sich jemand bei der Veräußerung im
Zweifel auch das Zubehör zu der Sache zu veräußern. Zubehör sind nach §
97 bewegliche Sachen, die, ohne Bestandteile der Hauptsache zu sein, dem
wirtschaftlichen Zweck der Hauptsache dienen und zu ihr in einem
entsprechenden räumlichen Verhältnis stehen. Der Käufer ist dann nach §
433 II verpflichtet, dem Verkäufer den vereinbarten Kaufpreis zu zahlen.

Zu der Verfügung gehören (s.o.) nach § 873 (Erwerb durch Einigung und
Eintragung) die Einigung des Berechtigten und des anderen Teils über den
Eintritt der Rechtsänderung und die Eintragung der Rechtsänderung in das
Grundbuch. Nach § 925 (Auflassung) muss die Übertragung in Anwesenheit
beider Teile vor einer zuständigen Stelle erklärt werden. Eine Auflassung, die
unter einer Bedingung oder einer Zeitbestimmung erfolgt, ist unwirksam.
Anschließend muss eine Eintragung ins Grundbuch vorgenommen werden.
Nach § 13 GBO findet eine Eintragung nur auf Antrag statt.
Antragsberechtigt ist, dessen Recht von der Eintragung betroffen wird. In §
19 GBO ist geregelt, dass eine Eintragunhg erfolgt, wenn derjenige sie
bewilligt, dessen Recht von ihr betroffen ist. Nach § 20 GBO darf die
Eintragung nur erfolgen, wenn beide Parteien sich darauf geeinigt haben.
(Dieser Teil betrifft die Übereignung und Übergabe des Grundstücks)
Im zweiten Teil der Verfügung ist laut § 929 Satz 1 zur Übertragung des
Eigentums an einer beweglichen Sache erforderlich, dass der Eigentümer die
Sache dem Erwerber übergibt und beide darüber einig sind, dass das
Eigentum übergehen soll. Nach § 145 ist jemand an einen Antrag gebunden,
wenn er einer anderen Person die Schließung eines Vertrags anträgt, es sei
denn, dass er die Gebundenheit ausgeschlossen hat. Es besteht dann eine
Annahmefrist nach § 147. Der Antrag kann nur sofort angenommen werden
bzw. nur bis zu dem Zeitpunkt angenommen werden, in welchem der
Antragende den Eingang der Antwort unter regelmäßigen Umständen
erwarten darf. Zum Schluss ist der Käufer, nach § 433 II, verpflichtet, dem
Käufer den Kaufpreis zu zahlen und die gekaufte Sache abzunehmen.

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Wie sieht der Ablauf der Änderung der dinglichen Rechtslage beim
Realkredit aus?

Nach § 488 I Satz 1 verpflichtet sich der Darlehensgeber durch den


Darlehensvertrag, dem Darlehensnehmer einen Geldbetrag in der
vereinbarten Höhe zur Verfügung zu stellen. Nach § 145 ist jemand an einen
Antrag gebunden, wenn er einer anderen Person die Schließung eines
Vertrags anträgt, es sei denn, dass er die Gebundenheit ausgeschlossen hat.
Es besteht dann eine Annahmefrist nach § 147. Der Antrag kann nur sofort
angenommen werden bzw. nur bis zu dem Zeitpunkt angenommen werden,
in welchem der Antragende den Eingang der Antwort unter regelmäßigen
Umständen erwarten darf. Nach § 492 I muss der Darlehensvertrag, soweit
nicht eine strengere Form vorgeschrieben ist, schriftlich abgeschlossen
werden. Nach § 488 I Satz 2 ist der Darlehensnehmer verpflichtet einen
geschuldeten Zins zu zahlen und bei Fälligkeit das zur Verfügung gestellte
Darlehen zurückzuerstatten. Nach § 1163 I und § 1192 I stellt sie hier die
Frage der Akzessorietät. Was bedeutet das? Akzessorietät bezeichnet die
Abhängigkeit eines Sicherungsrechts von der zu sichernden Schuld. Wenn die
zu sichernde Schuld erfüllt ist, erlischt das Sicherungsrecht von selbst.
§ 1163 I besagt, dass eine Hypothek dem Eigentümer zusteht, wenn die
Forderung, für welche die Hypothek bestellt ist, nicht zur Entstehung gelangt.
Laut § 1192 I finden auf die Grundschuld entsprechende Vorschriften
Anwendung, es sei denn, dass die Grundschuld nicht eine Forderung
voraussetzt.
Im Gegensatz zum Immobilienkauf gibt es hier nur eine Verfügung. Der
Darlehensnehmer und der Eigentümer, welcher Darlehensnehmer (=
persönlicher Schuldner) oder Dritter sein kann, müssen, wie beim
Immobilienkauf, über den Eintritt der Rechtsänderung und die Eintragung der
Rechtsänderung in das Grundbuch einig sein (§ 873). In § 1113 ff ist
geregelt, was die Inhalte einer gesetzlichen Hypothek sind und wie die

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Eintragung der Hypothek vonstatten geht etc.. In den § 1191 ff ist alles in
Bezug auf die Grundschuld geregelt. Hier gelten auch wieder § 145, 147
(s.o.). Nach § 13 GBO findet eine Eintragung nur auf Antrag statt.
Antragsberechtigt ist, dessen Recht von der Eintragung betroffen wird. In §
19 GBO ist geregelt, dass eine Eintragunhg erfolgt, wenn derjenige sie
bewilligt, dessen Recht von ihr betroffen ist. In § 1115 ist geregelt, dass der
Gläubiger, der Geldbetrag der Forderung und, wenn die Forderung verzinslich
ist, der Zinssatz, wenn andere Nebenleistungen zu entrichten sind, ihr
Geldbetrag im Grunbuch einzutragen sind. Zum Schluss hat der Verkäufer
dem Käufer die Sache frei von Sach- und Rechtsmängeln zu verschaffen (§
488 I 2). Ist dies nicht der Fall, erfolgt die Befriedigung des Gläubigers aus
dem Grundstück und den Gegenständen, auf die sich die Hypothek erstreckt,
im Wege der Zwangsvollstreckung statt (§ 1147).

Welche Arten der dinglichen Ansprüche gibt es überhaupt?

Was ist überhaupt ein Anspruch?


Nach § 194 I ist ein Anspruch ein Recht von einem anderen ein Tun oder
Unterlassen zu verlangen.
o Herausgabe
§ 985 Herausgabeanspruch: Ein Eigentümer kann von dem Besitzer
die Herausgabe einer Sache verlangen. Æ Laut § 986 kann der
Besitzer die Herausgabe einer Sache auch verweigern, wenn z.B. ein
Mietvertrag läuft.

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§ 1065 Beeinträchtigung des Nießbrauchsrechts: Wird das Recht des
Nießbrauchers beeinträchtigt, so finden auf die Ansprüche des
Nießbrauchers die für die Ansprüche aus dem Eigentum geltenden
Vorschriften entsprechdende Anwendung.
§ 1227 Schutz des Pfandrechts: Wird das Recht des Pfandgläubigers
beeinträchtigt, so finden auf die Ansprüche des Pfandgläubigers die für
die Ansprüche aus dem Eigentum geltenden Vorschriften
entsprechdende Anwendung. (dieser § ist nicht so wichtig)
o Abwehr
§ 1004 Beseitigungs- und Unterlassungsanspruch: Wird das Eigentum
in anderer Weise als durch Entziehung oder Vorenthaltung
beenträchtigt, so kann der Eigentümer vom Störer die Beseitigung der
Beeinträchtigung verlangen. Wenn weitere Beeinträchtigungen zu
besorgen, so kann der Eigentümer auf Unterlassung klagen.
§ 894 Berichtigung des Grundbuchs: Steht der Inhalt des Grundbuchs
nicht im Einklang mit der wirklichen Rechtslage, so kann derjenige,
dessen Recht beeinträchtigt ist, die Zustimmung zu der Berichtigung
des Grundbuchs von demjenigen verlangen, dessen Recht durch die
Berichtigung betroffen wird.
§ 888 Anspruch des Vormerkungsberechtigten auf Zustimmung:
Soweit der Erwerb eines eingetragenen Rechts gegenüber demjenigen,
zu dessen Gunsten die Vormerkung besteht unwirksam ist, kann dieser
von dem Erwerber die Zustimmung zu der Eintragung oder der
Löschung verlangen, die zur Verwirklichung des durch die Vormerkung
gesicherten Anspruchs erforderlich ist.
§ 1027 Beeinträchtigung der Grunddienstbarkeit: Wenn eine
Grunddienstbarkeit beeingträchtigt wird, gilt für den Berechtigten §
1004.
§ 1065 Beeinträchtigung des Nießbrauchsrechts: siehe oben.
§ 1134 Unterlassungsklage: Wirkt der Eigentümer oder ein Dritter auf
das Grundstück in solcher Weise ein, dass eine die Sicherheit der
Hypothek gefährdende Verschlechterung des Grundstücks zu besorgen
ist, so kann der Gläubiger auf Unterlassung klagen.
§ 1227 Schutz des Pfandrechts: siehe oben.
o Verwertung
§ 1113 Gesetzlicher Inhalt der Hypothek: Ein Grundstück kann in der
Weise belastet werden, dass an denjenigen, zu dessen Gunsten die
Belastung erfolgt, eine bestimmte Geldsumme zur Befriedigung wegen
einer ihm zustehenden Forderung auf dem Grundstück zu zahlen ist
(Hypothek).
§ 1191 Gesetzlicher Inhalt der Grundschuld: Ein Grundstück kann in
der Weise belastet werden, dass an denjenigen, zu dessen Gunsten die
Belastung erfolgt, eine bestimmte Geldsumme aus dem Grundstück zu
zahlen ist (Grundschuld).
§ 1204 Gesetzlicher Inhalt des Pfandrechts an beweglichen Sachen:
Eine bewegliche Sache kann zur Sicherung einer Forderung in der
Weise belastet werden, dass der Gläubiger berechtigt ist, Befriedigung
aus der Sache zu suchen (Pfandrecht).

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V. Prinzipien des Sachenrechts

o Absolutheit: absolutes Recht


o Publizität: Eintragung in das Grundbuch (es reicht nicht der Vertrag
Æ § 873) oder Übergabe (§ 929 Satz 1) bzw. Übergabesurrogat (§
929 Satz 2, 930, 931). § 891 Gesetzliche Vermutung: Wenn für
jemanden im Grundbuch das Recht eingetragen ist, so wird vermutet,
dass ihm das Recht auch zusteht. (Æ wenn ein Recht gelöscht ist, geht
man davon aus, dass das Recht nicht besteht.)
o Numerus Clausus/Typenzwang: d.h. man hat keine
Vertragsfreiheit/Typenfreiheit. Es zählt, was das Gesetz sagt, nicht was
eine Partei sagt. Es besteht ein Formzwang, ohne diesen, wird ein
Vertrag nicht entstehen.
o Spezialität/Bestimmtheit: Es muss eine Zuordnung bestehen, es
können keine Sachgesamtheiten übertragen werden (es muss alles
einzeln übertragen werden).
o Trennungs- und Abstraktionsprinzip:
Æ 3 verschiedene Verfahren beim Immobilienkauf (Verpflichtung/2
Verfügungen)
Æ 2 verschiedene Verfahren beim Realkredit
(Verpflichtung/Verfügung)
o Übertragbarkeit: Dingliche Rechte können durch Verfügung
übertragen werden, aber nicht alle: § 1059 (Nießbrauch ist nicht
übertragbar, die Ausübung des Nießbrauchs kann einem anderen
überlassen werden), § 1059a (Übertragbarkeit bei juristischen
Personen), § 1092 (eine beschränkte persönliche Dienstbarkeit ist
nicht übertragbar, die Ausübung kann einem anderen überlassen
werden, wenn die Überlassung gestattet ist).

VI. Begriff des Grundstücks

Ein Grundstück ist ein, unabhängig von der Nutzungsart, abgegrenzter Teil
der Erdoberfläche, der im Grundbuch als selbständige Einheit auf einem
besonderen Grundbuchblatt geführt wird (§ 3 I GBO).

VII. Bedeutung und Aufbau des Grundbuchs

Das Grundbuch ist nicht gesetzlich definiert. Grundbücher sind für Bezirke
einzurichten (§ 2 I GBO). Das Grundbuch wird laut § 126 GBO maschinell
geführt.

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Inhalte des Grundbuchs:

o Aufschrift
Æ Grundbuchamt (i.d.R. AG); Die Grundbücher werden von den
Amtsgerichten geführt (Grundbuchämter). (§ 1 GBO)
Æ Grundbuchbezirk; Die Grundbuchämter sind für die in ihrem Bezirk
liegenden Grundstücke zuständig. (§ 1 GBO)
Æ Grundbuchband
Æ Grundbuchblatt; Jedes Grundstück erhält im Grundbuch eine
besondere Stelle (Grundbuchtblatt). (§ 3 GBO)
o Bestandsverzeichnis
Æ Vermessungstechnische Daten
Æ Größe des Grundstücks
o Abteilungen
Æ Abteilung I: Eigentümer, Tag der Auflassung, laufende
Eintragungsnummer
Æ Abteilung II: Grundbuchbelastungen, Verfügungsbeschränkungen,
Vormerkungen, Widersprüche
Æ Abteilung III: Grundpfandrechte, Vormerkungen, Widersprüche

Die Rangordnung von Grundstücksrechten wird nach § 879 BGB


bestimmt.
Abs. 1: Wenn die Rechte in derselben Abteilung eingetragen sind, ergibt sich
die Rangfolge nach der Reihenfolge der Eintragungen. Sind die Rechte in
verschiedenen Abteilungen eingetragen, so hat das unter Angabe eines

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früheren Tages eingetragene Recht den Vorrang. Rechte, die unter Angabe
desselben Tage eingetragen sind, haben gleichen Rang.
Abs. 2: Die Eintragung ist für das Rangverhältnis auch maßgebend, wenn die
zum Erwerb des Rechts erforderliche Einigung erst nach der Eintragung
zustande gekommen ist.
Abs. 3: Eine abweichende Bestimmung des Rangverhältnisses bedarf der
Eintragung in das Grundbuch.

Die Grundbuchberichtigung ist in § 894 BGB geregelt: Steht der Inhalt


des Grundbuchs nicht im Einklang mit der wirklichen Rechtslage, so kann
derjenige, dessen Recht beeinträchtigt ist, die Zustimmung zu der
Berichtigung des Grundbuchs von demjenigen verlangen, dessen Recht durch
die Berichtigung betroffen wird.

VIII. Bestandteile des Grundstücks

Hier wird auf den Begriff der Sache zurückgegriffen:


§ 90 Begriff der Sache: Sachen im Sinne des Gesetzes sind nur körperliche
Gegenstände.
Und nun auf ein Grunstück bezogen:
§ 94 Wesentliche Bestandteile eines Grundstücks oder Gebäudes: Hierzu
zählen die mit dem Grund und Boden verbundenen Sachen, insbesondere
Gebäude, sowie die Erzeugnisse des Grundstücks, solange die mit dem
Boden zusammenhängen.
§ 95 Nur vorübergehender Zweck: Sachen, die nur zu einem
vorübergehenden Zweck mit dem Grund und Boden verbunden sind. Hierzu
zählen auch Scheinbestandteile, die keine wesentlichen Bestandteile
darstellen, z.B. ein Partyzelt (nur für einen vorübergehenden Zweck).
§ 96 Rechte und Bestandteile eines Grundstücks: Rechte, die mit dem
Eigentum an einem Grundstück verbunden sind, gelten als Bestandteile des
Grundstücks.
Ausnahme:
Æ § 94 Wesentliche Bestandteile eines Grundstücks oder Gebäudes
o Erbbaurecht (in § 1 Abs.1 ErbbauVO): In diesem Fall hat das
Grundstück ein anderes Schicksal als das Gebäude.
o Wohnungseigentumsgesetz (§ 3 Abs.1 WEG): Durch das
Wohnungseigentum wird manchen Leuten das Recht eingeräumt
Eigentümer von einem bestimmten Teil zu werden. Somit schafft das
WEG zusätzlich zum Gebäude ein eigenes Schicksal für die kleinen
Einheiten.

IX. Zubehör

§ 97 Zubehör: bewegliche Sachen, die, ohne Bestandteile der Hauptsache zu


sein, dem wirtschaftlichen Zwecke der Hauptsache dienen bestimmt sind und
zu ihr in einem dieser Bestimmung entsprechenden räumlichen Verhältnis
stehen.

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Das Grundeigentum
I. Eigentumsgarantie/Sozialpflichtigkeit

??

II. Zivilrechtliche Einschränkungen der Eigentümerbefugnisse

Æ Zuführung von Immissionen und Stoffen

§ 906 Zuführung unwägbarer Stoffe (immer im Zusammenhang mit § 1004):


Abs. I: Der Eigentümer eines Grundstücks kann die Zuführung von Gasen,
Dämpfen, Gerüchen, Wärme etc. von einem anderen Grundstück ausgehende
Einwirkungen insoweit nicht verbieten, als die Einwirkung die Benutzung
seines Grundstücks nicht oder nur unwesentlich beeinträchtigt. Eine
unwesentliche Beeinträchtigung liegt i.d.R. vor, wenn Grenz- oder Richtwerte
nicht überschritten werden. Wenn der Eigentümer eine Einwirkung zu dulden
hat, so kann er einen Geldausgleich verlangen, wenn die Einwirkung eine
ortsübliche Benutzung seines Grundstücks oder dessen Ertrag über das
zumutbare Maß hinaus beeinträchtigt. In diesem Fall liegt eine Duldung vor.
Abs. II: Das gleiche gilt, wenn eine wesentliche Beeinträchtigung durch eine
ortsübliche Benutzung des anderen Grundstücks herbeigeführt wird und nicht
durch Maßnahmen verhindert werden kann, die Benutzern dieser Art
zumutbar sind. Wenn ein Eigentümer eine solche Einwirkung zu dulden hat,
kann er einen angemessenen Ausgleich in Geld verlangen. Hier kann der
Eigentümer also eine Entschädigung verlangen.

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Æ § 1004 Beseitigungs- und Unterlassungsanspruch: Wird das Eigentum in
anderer Weise als durch Entziehung oder Vorenthaltung beenträchtigt, so
kann der Eigentümer vom Störer die Beseitigung der Beeinträchtigung
verlangen. Wenn weitere Beeinträchtigungen zu besorgen, so kann der
Eigentümer auf Unterlassung klagen.

Æ Überhang bzw. Überwuchs

§ 910 (Verweis auf § 122 EGBGB, § 23-25 Nachbarschaftsgesetz) Überhang:


Abs.1: Wurzeln eines Baumes oder Strauches eines Baumes können, wenn
sie auf das Grundstück rüberragen, abgeschnitten werden. Herüberragende
Zweige können abgeschnitten werden, wenn eine angemessene Frist zur
Beseitigung gesetzt wurde.
Abs.2: Dem Eigentümer steht diese Recht nicht zu, wenn die Wurzeln oder
die Zweige die Benutzung des Grundstücks nicht beeinträchtigen.

Æ Entschuldigter Überbau

§ 912 Überbau; Duldungspflicht:


Abs.1:Wenn ein Grundstückseigentümer bei der Errichtung eines Gebäudes,
ohne Vorsatz, über die Grenze gebaut hat, so hat der Nachbar den Überbau
zu dulden, wenn er nicht schon sofort bei der Grenzüberschreitung
Widerspruch erhoben hat.
Abs.2:Der Nachbar ist durch einer Geldrente zu entschädigen. Für die Höhe
ist die Zeit der Grenzüberschreitung maßgebend. Æ § 913, 914

Nicht entschuldigter Überbau läge vor, wenn grob fahrlässig gehandelt


worden wäre. Dann müsste derjenige den Überbau beseitigen.

§ 913 Zahlung der Überbaurente: Die Rente ist an den Eigentümer zu


entrichten und muss jährlich im Voraus gezahlt werden.
§ 914 Rang, Eintragung und Löschen der Rente: die Rente geht allen
anderen Rechten vor, auch wenn sie älter sind. Das Recht auf Rente erlischt
mit der Beseitigung des Überbaus.

Æ Notweg

§ 917 (Verweis § 918) Notweg: Fehlt einem Grundstück eine Verbindung mit
einem öffentlichen Weg, muss ein Nachbar die Nutzung seines Grundstücks
dulden, damit eine solche Verbindung hergestellt werden kann. Die
Eigentümer, die diese Nutzung zulassen sind zu entschädigen.
§ 918 Ausschluss des Notwegrechts: Eigentümer müssen diese Nutzung
nicht dulden, wenn eine bisherige Verbindung mit einem öffentlichen Wege
durch willkürliche Handlung des Eigentümers aufgehoben wird.

Æ Notstand

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§ 904 Notstand: Der Eigentümer einer Sache ist nicht berechtigt, die
Einwirkung eines anderen auf die Sache zu verbieten, wenn die Einwirkung
zur Abwendung einer gegenwärtigen Gefahr nowtwendig und der drohende
Schaden, der dem Eigentümer aufgrund der Einwirkung entsteht,
unverhältnismäßig groß ist. Der Eigentümer kann Ersatz des ihm
entstehenden Schadens verlangen.

III. Öffentlich-rechtliche Einschränkungen der Eigentümerbefugnisse

IV. Der Beseitigungs- und Unterlassungsanspruch (actio negatoria)

??

Æ Anspruchsgegner Störer

§ 1004 (Verweis auf § 985) Beseitigungs- und Unterlassungsanspruch: Wird


das Eigentum in anderer Weise als durch Entziehung oder Vorenthaltung
beenträchtigt, so kann der Eigentümer vom Störer die Beseitigung der
Beeinträchtigung verlangen. Wenn weitere Beeinträchtigungen zu besorgen,
so kann der Eigentümer auf Unterlassung klagen.

Æ Zustandsstörer: Störung ist demjenigen nicht unmittelbar


zuzurechnen.
Æ Handlungsstörer: ihm ist die Störung unmittelbar zuzurechnen.
Æ Beispiel: Ich bin Vermieter und mein Mieter stört seinen Nachbarn.
Ich bin Zustandsstörer und mein Mieter Handlungsstörer. Der Nachbar,
der gestört wird, hat sich zuerst an den Mieter (Handlungsstörer) zu
wenden.

V. Rechtsgeschäftliche Übertragung des Grundeigentums

Nur dann gilt § 892 Öffentlicher Glaube des Grundbuchs: Zugunsten


desjenigen, welcher ein Recht an einem Grundstück oder ein Recht an einem
solchen Recht durch Rechtsgeschäft erwirbt, gilt der Inhalt des Grundbuchs
als richtig, es sei denn, dass ein Widerspruch gegen die Richtigkeit
eingetragen oder die Unrichtigkeit dem Erwerber bekannt ist. ...

Æ Die Unterscheidung zwischen Kausal- und Verfügungsgeschäft


(Abstraktionsprinzip)

??

§ 925 Auflassung: Æ sachenrechtlicher Vertrag


Æ es darf keine Bedingungen geben

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Ein Verkäufer hat bei dem Verkauf eines Gegenstandes keine
Verfügungsbefugnis Æ niemand kann einem anderen mehr beschaffen, als er
selber hat.

Gutgläubigenerwerb:

Kompromisse zwischen demjenigen, der Sache verkaufen und demjenigen,


der Sache kaufen will.

§ 932 Gutgläubiger Erwerb vom Nichtberechtigten: Norm, die vorgibt, wie


ein Eigentum zu erwerben ist, wenn die Sach beweglich ist
Abs.1: Der Erwerber wird auch dann Eigentümer, wenn die Sache nicht dem
Veräußerer gehört, es sei denn, dass er zu der Zeit, zu der er nach diesen
Vorschriften das Eigentum erwerben würde, nicht in gutem Glauben ist.
Abs.2: Der Erwerber ist nicht in gutem Glaube, wenn ihm bekannt oder
infolge grober Fahrlässigkeit unbekannt ist, dass die Sache nicht dem
Veräußerer gehört.

Beispiel: Beim Autokauf ist unbedingt der Fahrzeugbrief zu übernehmen. Es


ist grob fahrlässig, wenn jemand ein Auto ohne Fahrzeugbrief kauft.

§ 935 Kein gutgläubiger Erwerb von abhanden gekommenen Sachen:


Abs.1: Der Erwerb des Eigentums tritt nicht ein, wenn die Sache dem
Eigentümer gestohlen worden, verloren gegangen oder sonst abhanden
gekommen war.

§ 185 Verfügung eines Nichtberechtigten: Wenn ein Berechtigter seine


Einwilligung gibt, ist die Verfügung eines Nichtberechtigten über einen
Gegenstand wirksam.

??

Æ Rechtsfolge des gutgläubigen Eigentumserwerbs

Der bisherige Berechtigte verliert sein Recht (Eigentum) Æ das Eigentum


kann nicht mehr zurückgefordert werden.
§ 816 Verfügung eines nicht Berechtigten: Der Berechtigte kann einen
Wertersatz von dem Nichtberechtigten fordern, z.B. Vekaufspreis.

VI. Die Übertragung des Grundeigentums kraft Gesetzes (hier gilt nicht
§892)

z.B. Erbfall Æ Erbe wird Eigentümer (§ 1922)

VII. Die Übertragung des Grundeigentums kraft Hoheitsaktes (hier gilt


nicht § 892)

z.B. Zwangsversteigerung (nicht Rechtsgeschäft, sondern Hoheitsakt)

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Vormerkung und dingliches Vorkaufsrecht

I. Zweck und Rechtsnatur einer Vormerkung

Ein Käufer sollte sich eine Vormerkung eintragen lassen.

§ 883 Voraussetzungen und Wirkung der Vormerkung:


Abs.1: Zur Sicherung des Anspruchs auf Einräumung oder Aufhebung eine
Rechts an einem Grundstück...kann eine Vormerkung in das Grundbuch
eingetragen werden.

Die Vormerkung dient zur Sicherung des Käufers für Erwerb.

II. Entstehen und Erwerb einer Vormerkung

Hier gilt eine Spezialvorschrift nur für Vormerkungen:


§ 885 Vorraussetzung für die Eintragung der Vormerkung:
Abs.1: Die Eintragung einer Vormerkung erfolgt auf Grund einer
einstweiligen Verfügung oder auf Grund der Bewilligung desjenigen, dessen
Grundstück oder dessen Recht von der Vormerkung betroffen wird.

Der Vekäufer soll sich im Vertrag dazu bereit erklären, eine


Auflassungsvormerkung aufzunehmen.

Æ Entstehen der Vormerkung

Die Vormerkung entsteht erst mit Eintragung in das Grundbuch

Æ Erwerb einer Vormerkung

Sie kann nicht wie das Eigentum übertragen werden Æ streng akzessorisches
Recht (Akzessorietät bezeichnet die Abhängigkeit eines Sicherungsrechts von
der zu sichernden Schuld. Wenn die zu sichernde Schuld erfüllt ist, erlischt
das Sicherungsrecht von selbst).
§ 401 Übergang der Neben- und Vorzugsrecht: Mit der abgetretenen
Forderung gehen die Hypotheken, Schiffshypotheken etc., die für sie
bestehen, sowie die Rechte aus einer für sie bestellten Bürgschaft auf den
neuen Gläubiger über. Æ dieser § gilt auch für den Anspruch aus einer
Vormerkung.

III. Begriff und Abgrenzung zum schuldrechtlichen Vorkausrecht

Das schuldrechtliche Vorkaufsrecht wirkt nur bei Anspruchsnehmer und


Anspruchsgegner.

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IV. Entstehung und Übertragung des dinglichen Vorkaufsrechts

§ 1094 Gesetzlicher Inhalt des dinglichen Vorkaufsrecht:


Abs.1:Ein Grundstück kann in der Weise belastet werden, dass derjenige, zu
dessen Gunsten die Belastung erfolgt ist, dem Eigentümer gegenüber zum
Vorkauf berechtigt ist.
Abs.2: Das Vorkaufsrecht kann auch zugunsten des jeweiligen Eigentümers
eines anderen Grundstücks bestellt werden.

Das dingliche Vorkaufsrecht gilt gegenüber jedermann.

§ 1103 Subjektiv-dingliches und subjektiv-persönliches Vorkaufsrecht:


Abs.1: Ein zugunsten des jeweiligen Eigentümers eines Grundstücks
bestehendes Vorkaufsrecht kann nicht von dem Eigentum an diesem
Grundstück getrennt werden.
Abs.2: Ein zugunsten einer bestimmten Person bestehendes Vorkaufsrecht
kann nicht mit dem Eigentum an einem Grundstück verbunden werden.

Æ Entstehung des dinglichen Vorkaufsrechts

Das dingliche Vorkaufsrecht entsteht durch Begründung nach § 873 (Erwerb


durch Einigung und Eintragung).

Æ Übertragung des dinglichen Vorkaufsrechts

§ 1098 Wirkung des Vorkaufsrechts:


Abs.2: Dritten gegenüber hat das Vorkaufsrecht die Wirkungs einer
Vormerkung zur Sicherung durch die Ausübung des Rechts entstehenden
Anspruchs auf Übertragung des Eigentums.

V. Beendigung des dinglichen Vorkaufsrecht

Bei der Beendigung gibt es keine Besonderheiten (§ 873).

§ 875 Aufhebung eines Rechts:


Abs.1: Zur Aufhebung eines Rechts an einem Grundstück ist die Erklärung
des Berechtigten, dass er das Recht aufgebe, und die Löschung des Rechts
im Grundbuch erforderlich.

VI. Ausübung und Wirkung des dinglichen Vorkaufsrecht

Æ Ausübung: Wenn beispielsweise A an B ein Grundstück verkauft, kann der


Vorkaufsberechtigte sen „Joker“ ziehen. A muss dann an den
Vorkaufsberechtigten verkaufen.

§ 1094/1098 Abs.1: Regelung des schuldrechtlichen Vorkaufsrechts. (Das


Vorkaufsrecht kann auch ausgeübt werden, wenn das Grundstück von dem
Insolvenzverwalter aus freier Hand verkauft wird.

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§ 470/471: keine Vorkaufsfälle.

Æ § 470 Verkauf an gesetzlichen Erben: Das Vorkaufsrecht erstreckt sich im


Zweifel nicht auf einen Verkauf, der mit Rücksicht auf ein künftiges Erbrehct
an einen gesetzlichen Erben erfolgt.

Æ § 471 Verkauf bei Zwangsvollstreckung oder Insolvenz: Das Vorkaufsrecht


ist ausgeschlossen, wenn der Verkauf im Wege der Zwangsvollstreckung oder
aus einer Insolvenzmasse erfolgt.

Wie lange hat man Zeit, den „Joker“ zu ziehen?

Æ § 469 Mitteilungsfrist, Ausübungsfrist: 2 Monate

Keine Formvorschrift notwendig:

Æ § 464 Ausübung des Vorkaufsrechts: Die Ausübung des Vorkaufsrechts


erfolgt durch Erklärung gegenüber dem Verpflichteten. Die Erklärung bedarf

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Fragen
1. Worin unterscheiden sich dingliche Rechte von relativen Rechten?
Æ relative Rechte: Schuldrechte, gelten nur zwischen Gläubiger und
Schuldner
Æ dingliche Rechte: gelten gegenüber jedermann, absolute Recht
Æ § 194 Abs.1 (§903)

2. Warum setzen Verfügungen einen Publizitätsakt voraus?


Æ Immobilien: Eintragung ins Grundbuch § 873, 929
Æ Mobilien: Übergabe

3. Nenne Sie drei typische Ziele von dinglichen Ansprüchen und nenen
Sie jeweils ein Bsp. im BGB.
§ 903 wird umgesetzt durch
Æ 985 Herausgabe der Sache
Æ 1004 Beseitigung der Beeinträchtigung (Æ Entschädigung)
Æ 1147 Sicherung Æ Verwerten im Sinne der Zwangsversteigerung
(z.B.Hypothek, Grundschuld)

4. Wo ist geregelt, dass Gebäude wesentliche Bestandteile von


Grundstücken sind?
Nennen Sie 2 Beispiele für die Durchbrechung des Grundsatzes,
wonach Gebäude wesentliche Bestandteile eines Grundstücks sind.
Was ist der rechtspolitische Hintergrund für die Durchbrechung?
Æ § 94
Æ 1.Bsp.:Erbbaurecht - § 1 Abs.1 ErbbauVO, 2. Bsp.: WEG § 3 Abs. 1
WEG
Æ Man möchte es Personen ermöglichen auch Eigentum an einem
bestimmten Teil zu erwerben (Wohnungseigentum)

5. Warum gibt es bei Immobiliengeschäften keinen Eigentümervorbehalt


wie bei Mobiliengeschäften?
Æ Auflassung bei Übereignung von Immobilien
Æ § 925 Abs. 2 – kein Eigentumsvorbehalt an Immobilien

6. Welche Möglichkeiten hat der Eigentümer gegen Beeinträchtigung


seines Eigentums vorzugehen?
§1004: bei Beeinträchtigung Æ vom Störer Beseitigung verlangen
Æ Anspruch ausgeschlossen bei Duldung (§ 906)
Æ kann Entschädigung verlangen

7. Was versteht man unter Imponderabilien? Wo findet sich eine


gesetzliche Regelung?
§ 906: akkustische Wellen, Gerüche, Gase, Dämpfe....(Stoffe, die man
nicht wiegen kann)
Æ wie werden sie abgegrenzt? Æ ideele Einwirkungen Æ keine ( §906)

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