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Guten Morgen!

Mein Name ist Iulia Baloiu und heute werde ich meine Lizenziatsarbeit mit dem
Titel “Übersetzungsanalyse der Übersetzung des Bilderbuchs Max und Moritz von Wilhelm Busch”
präsentieren.

Einleitung

Meine Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse der rumänischen Übersetzung des Bilderbuchs
Max und Moritz. Die Übersetzung wurde schon von Elena van Dalen geschafft und wurde im Jahre 2012
publiziert, bei dem Verlag „gramar“.

Ich habe Kinderliteratur als Thema meiner Arbeit gewählt, da es ein herausforderndes Thema
ist. Kinderübersetzungen unterscheiden sich in vielen Aspekten von anderen Übersetzungen, da Kinder
ein anderes Weltwissen und andere Interesse haben. Deshalb muss der Übersetzer besondere
Fähigkeiten besitzen, um einen kohärenten Zieltext zu schaffen.

Kurzer Einblick in die Geschichte der Kinderliteratur

Unter Kinder- und Jugendliteratur versteht man Literatur, die in erster Linie an junge Menschen
vom ersten Lesealter bis zur Adoleszenz gerichtet ist. Wenn man einen Blick in die Vergangenheit wirft,
wird man bemerken, dass Kinderliteratur verschiedene Themen und Funktionen hatte. Als erste
Funktion war die religiöse Belehrung, weiter kann man von erzieherische, pedagogische und
unterhaltende Funktion sprechen. Die Themen sind und waren variiert: man kann vom reinen
volkommenen Kind sprechen, später von schlimmen und frechen Kindern, Abenteuer, Bild des
Großstadtes, Bild der Frau, Wünsche, Träume und Phantasie.

Eine sehr wichtige Rolle in der Kinderliteratur spielen es aber die Bilderbücher. Jens Theiel
definiert die Bilderbücher als: „eine spezielle Untergattung der Kinderliteratur, die in der Regel 30 Seiten
nicht überschreitet und sich durch eine enge Wechselbeziehung von Bild und Text auszeichnet.“ Die
Rolle des Bildes in der Kinderliteratur ist sehr bedeutend, da es den Kindern ermöglicht, die nicht lesen
können oder die erst lesen lernen, leichter die Bücher zu verstehen.

Wilhelm Busch und sein Werk Max und Moritz

Nach dem Misserfolg des Buches “Bilderpossen”, schafft Wilhelm Busch in 1865 das Werk Max
und Moritz zu publizieren.Viele meinen, dass Max und Moritz das Lebenswerk des Schriftstellers ist. Das
Buch ist eines der meistverkauften Kinderbücher aus Deutschland und man kann es in über 300
Sprachen lesen.
Das Bilderbuch handelt von 2 Jungen, die Streiche den Bewohner eines Dorfes speielen. Das
Buch beginnt mit einem Vorwort, enthält 7 Streiche, endet mit einem Schluss und ist in Versform mit
Reim geschrieben. Das Ende ist tragisch, da die beiden Jungen sterben. Was noch zu sagen ist, ist dass
das Buch Lautmalerei enthält.

Übersetzungskritische Grundlagen

Christiane Nord meint, dass man einen Text nach der Analyse des Ausgangstexts
übersetzen kann. Sie erstellte eine Liste, die übersetzungsrelevante Faktoren enthält.

Extern: Sender, Empfänger, Medium, Zeit, Ort, Funktion

Intern: Thema, Inhalt, Makrostruktur, nonverbale Textelemente, Lexik

Im Jahre 1978 legt als erster Hans Vermeer die Grundlagen der Skopostheorie. Die
Skopostheorie ist eine allgemeine Theorie der Translation, ein funktionsorientierter Ansatz,
welcher den Schwerpunkt auf das Ziel der Translation legt. 1984 wird die Skopostheorie von
Hans Vermeer gemeinsam mit Katharina Reiß wieder aufgenommen. Dier SK hat als oberste
Primat der Translation den Skopos oder den Ziel. Dadurch verliert der Ausgangstext seine
herrschende Rolle im Übersetzungsprozess. Um den Skopos zu bestimmen, ist sehr wichtig für
wen man übersetzt, weil erst durch den Rezipienten der Text seine Bedeutung erhält. Deshalb
sollte man den Leser, sein Alter, seine Erziehung, sein Weltwissen und seine Interesse kennen.
Der Übersetzer hat also eine aktive Rolle in dem Übersetzungsprozess, da er die interkulturelle
Kommunikation ermöglicht. Um den Skpos zu erreichen, kann er den Text kürzen, ändern oder
ergänzen.

Analyse der Übersetzung der Bilderbuchgeschichte Max und Moritz

Wichtig für die Übersetzung von Max und Moritz ist die Empfängerpragmatik, also für
wen der Text geschrieben ist. Da die Rezipienten Kinder sind, brauchte man zusätzliche
Herausforderungen. Die Translatorin hat das im Betracht genommen und hat einen
funktionskonstanten Text geschaffen.

Zeit- und Ortspragmatik spielten auch eine bedeutende Rolle. Da der Ausgangstext 1863
geschrieben wurde, erscheinen veraltete Wörter, die für ein heutiges Kind unbekannt sein
könnten. Die Übersetzerin hat diesen Register behalten und hat mehrere Archaismen und
volksstümliche Wörter benützt, wie zum Beispiel „odaie“ anstatt „cameră“, „renghi“ und
„şotie“ statt „farsă“, „preget“ statt „ezitare“, „pintenat“ statt „cocoş“, „chiolhan“,
„povăţuiască“, „lighioane“, „mintenaşi“, „plămădeşte“ und Audrücke wie „pe dat“, „picioarele
la spinare-şi luară“, „măsoară pe spinare“, „bat-o năpasta“ und „şi-au luat picioarele la
plimbare“.

Die Makrostruktur des Textes, also die Form ist auch besonders. Der Ausganstext ist in
Versform geschrieben und enthält auch Reim. Im Zieltext hat man das auch eingehalten,
obwohl manchmal auch Veränderungen erscheinen. Manche Verse wurden vereinigt, wie
zum Beispiel:

„Als die gute Witwe Bolte „Când văduva Bolte din durere şi-a revenit“
Sich von ihrem Schmerz erholte“
„Ganz im stillen und in Ehren „Să fie bine fripte şi, cu mare onorşi-n tăcere, mâncate“
Gut gebraten zu verzehren“

In anderen Fällen wurden mehrere Versen im Zieltext, als im Ausgangstext geschrieben:


Ausgangstext Zieltext
„Aber als sie sich besinnen, „Dar, până să-şi vină-n fire
Konnte keines recht von hinnen“ Agăţate-aşa de fire
Nici una nu mai putea
De pe loc a se mişca“

„Oder sollt es wo im Rücken „Sau, dacă se întamplă ca pe unchi


Drücken, beißen oder zwicken“ Să-l doară sau să-l mănânce spinarea, “
Să îl ia cumva vreun junghi
Să-l doară sau să-l mănânce spinarea, “
Lexik: Lautmalerei
Eine davon ist die Lautmalerei, die nicht gleich in Deutsch und in Rumänisch ist. Man
kann die Lautmalerei als ein kulturspezifisches Element betrachten. Die Übersetzerin hat fast in
allen Fällen ein rumänisches Äquivalent gefunden, und hat nur einmal eine Interjektion
ausgelassen.

Man kann folgende Beispiele geben:

..............

Manche Eigennamen, die im Ausgangstext erscheinen, sind deutsche Namen, die keine
Bedeutung für einen rumänischen Leser haben. Deshalb wurden einige übersetzt, aber andere
wurden so behalten. Auf diese Weise kann auch der Zieltextleser die Subtilität des Schriftstellers
verstehen, als er diese Namen ausgewählt hat. Die Übersetzerin hat die Namen übersetzt, die
eigentlich eine Bedeutung in der deutschen Sprache haben, oder wie im Falle von Spitz, hat sie
eine Erklärung hinzugefügt.

...............

Was noch zu erwähnen ist, ist die Übersetzung der typischen deutschen Ausdrücke, wie zum
Beispiel hin und her. Meistens wurden rumänische Äquivalente dafür gefunden:

............

Und auch Dialekt, welches ausgelassen wurde:

...........

An manchen Stellen wurde der Ausgangstext total verändert, oder wurden Wörter eingefügt,
damit ein kohärenter gereimter Zieltext entsteht. Folgende Beispiele sind zu erwähnen:

Schlussfolgerung

Durch diese Arbeit habe ich eine Kritik und Analyse einer schon existierenden
Übersetzung gemacht. Man konnte bemerken, was für Lösungen ein Übersetzer im Falle von
Kinderbüchern findet und wie er sich an den Zieltextleser anpasst. Ein Übersetzer hat eine
wichtigere Rolle, als nur einen Text aus einer Sprache in einer anderen zu schaffen. Er
vermittelt die Kommunikation zweier Kulturen und bringt die Menschen enger zusammen.
Meiner Meinung nach, hat die Übersetzerin eine angemessene Übersetzung geschaffen,
die sich an die Zielkultur adaptiert und denselben Register behaltet. Der Text wurde sehr gut
der rumänischen Sprache und dem rumänischen Leser adaptiert. Man versteht nicht nur den
Inhalt, sondern auch Subtilitäten, wie zum Beispiel die Bedeutung der Namen. Die Struktur
wurde auch sehr gut eingehalten, sowohl die Form (Vorwort-sieben Streiche-Schluss), als
auch die Versform und der Reim.

Trotzdem würde ich mehr auf die Lesbarkeit des Textes aufpassen, da es in meiner
Ansicht nicht so melodisch wie im Deutschen klingt. Lesbarkeit ist wichtig in einem
Kinderbuch, da sehr oft das Buch von Erwachsenen vorgelesen wird. Außerdem würde ich
an manchen Stellen andere Wörter benützen, die verständlicher für kleinere Kinder sind. Ich
meine, dass Wörter wie „renghi“, „preget“ oder „cârtire“ zu kompliziert für ein kleines Kind
sind. Es ist wahr, dass Kinder durch Bücher ihre Sprache entwickeln, aber man sollte auch
nicht Wörter benützen, die im alltag fast nicht zu hören sind.

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