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1 KONZEPT

2 (Konzeptkorektur/Ergänzung Dezember 2018)


3 Brandenburgische Hochschule für Musik (BHfM) bzw.
4 Brandenburgische Internationale Hochschule für Musik Potsdam/Berlin (BIHfM P/B)
5
6 In der Bundesrepublik Deutschland hat fast jedes Bundesland eine Musikhochschule,
7 manche Bundesländer tragen sogar mehrere derartige staatliche Institutionen, die eine
8 qualitativ weltweit führende Ausbildung anbieten. Sie genießen daher mit Recht
9 national und international ein hohes Ansehen mit entsprechend großem Renommee.
10 Diese Attraktivität zieht jährlich viele talentierte und ambitionierte Musiker und
11 Musikerinnen an. Die einschlägigen Bewerbungszahlen an den Musikhochschulen
12 sprechen für sich und übersteigen die ressourcenmäßig begrenzten Möglichkeiten um
13 ein Vielfaches. In der Konsequenz führt dies zu einem Prinzip der „Bestenauslese“, so
14 dass – vereinfacht gesprochen – nur die „Elite der Elite“ die Chance auf eine
15 umfassende musikalische und intellektuelle Ausbildung an den Musikhochschulen in
16 Deutschland erhält.
17 Gleichzeitig führen aber die Globalisierungsprozesse im kulturellen Bereich nicht nur
18 zu einem schneller steigenden Bedürfnis nach guter künstlerische Ausbildung und in
19 der Folge zu einem entsprechenden Bedarf nach gut ausgebildeten Künstlern – vor
20 allem in den asiatischen Ländern, allen voran China. Die Globalisierung eröffnet nicht
21 zuletzt ein künstlerisches Potential, das produktiv für den Erhalt unserer kulturellen
22 Traditionen und ihrer zukunftsfähigen, interkulturell stimulierten Weiterentwicklung
23 beitragen kann und sollte. Dies umso mehr, wenn sich die Erschließung dieses
24 Potentials mit einer konstruktiven berufsbiographischen Lebensperspektiven für die
25 individuell entfalteten Künstlerpersönlichkeit in ihren jeweiligen Herkunftsländern
26 verbindet.
27 Mit der Absicht, eine der ersten privaten Musikhochschulen in Deutschland zu gründen,
28 möchte die HOPeDucation GmbH einen Beitrag leisten, dieses Potential zu erschließen
29 und im besten Sinne eine „Drehscheibenfunktion“ zu übernehmen. Auf Basis einer
30 privaten Finanzierung möchte sie talentierten jungen Menschen mehr
31 Ausbildungschancen anbieten, gleichzeitig Spitzenmusiker und kompositorische und
32 pädagogische Begabungen aus der ganzen Welt in Brandenburg fördern und damit eine
33 Plattform anbieten, von der aus sie durch das Studium in Brandenburg in den Erfolg
34 einer Musikkarriere einsteigen können und Berufschancen nicht nur in Deutschland,
35 sondern auch weltweit bekommen.
36
37 Berlin-Aspekte
38
39 Man könnte glauben, dass zur starken musikalischen Präsenz von Berlin und der
40 dortigen Hochschulausbildung das Betreiben einer Musikhochschule in Brandenburg
41 funktionell eine einfache Verdopplung sei.
42 Zuerst ist es sehr wichtig dabei zu beachten, dass – durch die Größe und den starken
43 Bevölkerungszuwachs in der Stadt Berlin und ihre Anziehungskraft für Künstler und
44 Musiker – der künstlerische Anteil der Bevölkerung in Berlin, darunter Musiklehrer mit
45 hohem Niveau und Bewerber an den Musikhochschulen, ein großes Volumen erreicht
46 hat, so dass die Stadt Berlin sie nicht mehr aufnehmen kann.
47 Im Unterschied zu Berliner Musikhochschulen betont das Studium an der BHfM
48 wesentlich weniger die umfassende wissenschaftliche und historische Darstellung der
49 Musik und auch der Pädagogik, sondern will sich durch das Zusatzangebot von
50 Instrumental- und Kompositions-Pädagogik und Methodik auf die Pragmatik und
1
1 Praxis des Unterrichtens konzentrieren, ohne die wissenschaftlich-historische Basis zu
2 verleugnen. Daher ist das Studium an der BHfM für die Musikhochschulen in Berlin
3 eine komplementäre Ergänzung, und keine einfache Vermehrung. Die angestrebten
4 Prinzipien des Kulturtransfers verstärken noch diese Bedeutung.
5
6 Pragmatische Zwischenlösung
7
8 Im Januar 2018 hat die Berliner Trägergesellschaft (HOPeDucation GmbH) einen
9 Kooperationsvertrag mit der Kalaidos Musikhochschule in Zürich abgeschlossen. Dort
10 wurde festgelegt, dass die HOPeDucation – gemäß Berliner Hochschulgesetz – in
11 Berlin wesentliche Teile der Bachelor- und der Master-Studiengänge in den Gebieten
12 Musikperformance und Musikpädagogik von der Kalaidoshochschule übernimmt
13 und unter dem Namen „Akademie für Musik Berlin“ anbietet. Dieses „Franchising“-
14 Modell wurde von der Berliner Senatskanzlei in März 2018 genehmigt; die
15 Studienbetriebe wurden seit Oktober 2018 nach intensiver Suche in einem der
16 ehemaligen Helios-Klinik-Gebäude in Berlin-Buch aufgenommen.
17 Die Hopeducation GmbH hat die Absicht, nach der Akkreditierung der BHfM den
18 Standort Berlin-Buch zunächst weiter beizubehalten; die Kooperation mit Kalaidos
19 bleibt weiterhin bestehen, jedoch werden nur noch ergänzend die Masterstudiengänge
20 angeboten, bis, wie auch im Finanzplan darlegt, unsere eigenen Masterstudiengänge
21 und der Promotionsstudiengang akkreditiert sind.
22 Die Kooperationen mit der Schweizer Hochschule werden ab da beendet.
23
24 China-Aspekte für den Arbeitsmarkt
25
26 Das ostasiatische Land orientiert sich seit Anfang des 20. Jahrhunderts an der
27 westlichen Kultur und deren Lebensstandard. Die europäische Musik wurde seitdem
28 tief in die Gesellschaft integriert. Man spricht über Musik von Bach, Beethoven,
29 Chopin, Brahms, Debussy, Strawinsky mit so viel Selbstverständlichkeit wie über die
30 eigene. Die europäische Musik und ihre Musikausbildung erfahren großes
31 soziokulturelles Ansehen.
32
33 Seit der Öffnung des Landes in den 1990ern steigen der Lebensstandard und auch der
34 Musikbedarf in China. Die westliche Musik wurde neben der traditionellen Musik zur
35 „zweiten Volksmusik“. Mit derzeit 30-40 Mio. allein Pianisten im Land bedarf es einer
36 großen Anzahl an Musikinstrumenten und Möglichkeiten zur Musikausbildung. Die
37 Wiederbelebungen der deutschen Musikinstrumentenbauer wie Bechstein und
38 Schimmel wurde durch den chinesischen Markt beeinflusst, außerdem kommen pro
39 Semester fast 70-80 Prozent der Studienbewerber des Studiengangs Klavier etwa an der
40 Universität der Künste Berlin aus China. Mit Respekt, viel Neugier und Fleiß lernen
41 die chinesischen Musikstudenten nicht nur die westliche Musik, sondern auch die
42 gesamte Kultur kennen.
43
44 Das Land hat in den vergangenen 10 Jahren unzählige Konzerthallen, Opernhäuser und
45 Orchester aufgebaut, und es benötigt Engagements von Musikern aus der ganzen Welt.
46 Die Solisten, Kammerensembles, Orchester aus Deutschland werden mit offenen
47 Armen und Jubel empfangen. Gleichzeitig sind unzählige Universitäten und
48 Hochschulen in China beim Aufbau ihrer eigenen Fakultäten für Musik, die allerdings
49 keine geeigneten Lehrkräfte mit entsprechendem hohem Niveau haben. Der
50 Arbeitsmarkt der musikalischen Ausbildung in China hat einen enormen Bedarf an
2
1 professionellen Musikern, die ihre Kenntnisse dort weiter vermitteln. Die Studenten,
2 die in Deutschland eine gute Hochschulausbildung absolviert haben, hätten sehr gute
3 Berufschancen, gerade wegen des großen Ansehens und der Qualität der Ausbildung
4 an deutschen Musikhochschulen.
5
6 Durch die Globalisierung wird der Arbeitsmarkt für Absolventen im Bereich der
7 klassischen Musik, hier besonders von den deutschen Musikhochschulen, viel größer
8 als zuvor. Das gilt nicht nur für chinesische Studenten, die bei der BHfM studiert haben,
9 sondern auch für europäische, besonders deutsche, Studenten; für sie eröffnen sich
10 große Möglichkeiten im asiatischen Raum als solistische Interpreten, in
11 Kammerensembles, Orchestern oder als Pädagogen bei Schulen, Hochschulen und für
12 den Bereich Kultur-Transfer (wird im Bereich Kultur- und Musiktransfer weiter
13 erläutet). Als die erste Hochschule für Musik mit privaten Mitteln in Deutschland hat
14 die BHfM die Aufgabe, den Studierenden so früh wie möglich das berufliche Umfeld
15 klar darzustellen, sodass sie eine berufliche Orientierung erlangen können. Dazu
16 bekommen die Studenten der BHfM arbeitsvorbereitende und begleitende Angebote
17 (werden im folgenden Kapitel erläutert) während und nach dem Studium.
18
19 Letztendlich haben diese Studenten nicht nur die Aufgabe, die europäische Musik zu
20 verbreiten und weiter zu entwickeln, sondern sie können durch das Studium in
21 Deutschland und das Verstehen der humanitären Gedanken in der europäischen Musik
22 später zur Verständigung zwischen beiden Kulturen beitragen.
23
24 Konkrete Schritte: Im September 2018 hat die Hopeducation GmbH und dessen
25 Akademie f ü r Musik Berlin mit der Guiyang (Hauptstadt der Guizhou Provinz
26 Universität für Pädagogik (GUfP) eine Absichtserklärung abgeschlossen. Folgende
27 Punkte wurden im Vertrag festgelegt:
28 1. Die Hopeducation GmbH und die zukünftige BHfM wollen zusammen mit der
29 GUfP bemühen sich einen Standard der Aufnahmeprüfung zu entwickeln,
30 dadurch wird ein Studienprogramm entstehen, dass die Studenten ein duales
31 Studium sowohl in China auch an der BHfM kontinuierlich studieren können.
32 2. Es werden intensiven Austausch und Zusammenarbeit zwischen Studenten
33 beiden Hochschulen geben. Die Absolventen und studierende sowie die
34 Dozenten der BHfM werden bei der Entwicklung der Musikfakultät der GUfP
35 teilnehmen und helfen.
36 3. Enge Zusammenarbeit für Musikforschung zwischen beiden Institutionen
37
38 Ein ähnlicher Vertrag wurde in November 2018 zwischen der Hopeducation und der
39 Südwest Technischen Universität der Provinz Sichuan eben abgeschlossen (Anlagen 1
40 und 2).
41
42 Dadurch werden den Arbeitsmarkt der Absolventen der zukünftigen BHfM erweitert.
43
44 Es kamen außerdem Anfragen über Kooperation aus Thailand, Indonesien und Taiwan,
45 die starkes Interesse daran zeigten, in Zukunft mit Hilfe der Absolventen der BHfM vor
46 Ort die Zusammenarbeit fakultativ zu erweitern und entwickeln.
47
48
49 Aufbau des Studiums und dessen Besonderheiten
50
3
1 Die zu gründende Musikhochschule in Brandenburg bietet Studienplätze für Studenten
2 aus der ganzen Welt. Neben den herkömmlichen Studienfächern wird fakultativ auch
3 „Musik-Transfer“ in den jeweiligen Modulen eingeführt. Die Studenten für das Fach
4 Musikproduktion/Komposition/Historischer Tonsatz und Orchesterspiel beispielsweise
5 haben damit die Möglichkeit, ostasiatische Musik, ihre Instrumente und ihr Denken und
6 Fühlen zu erlernen und zu erforschen; es findet schon während des Studiums somit ein
7 Kulturaustausch statt, der auch in Transfer-Konzeptionen sowohl der Kompositionen
8 als auch des aufführungspraktischen Ensemblespiels sehr reizvolle neue
9 Konstellationen generieren kann.
10 Die Tatsache, dass die Romanistin und Kulturwissenschaftlerin Prof. Dr. Helene Harth
11 (Universität Potsdam/Friedrich-Ebert-Stiftung) sich bereit erklärt hat, die
12 Gründungspräsidentschaft der Hochschule zu übernehmen und auch in der Lehre
13 entsprechende Angebote wie Kulturwissenschaft, Interkulturelle Kommunikation zu
14 machen, wird dieser Aspekt des Kulturtransfers noch auf eine besondere Weise
15 gestärkt.
16 Durch das Erlernen der gegenseitigen Kulturen sind später nach dem Studium sowohl
17 Asien als auch Europa kein Neuland mehr für die Studenten. Dies erleichtert es, in die
18 Berufswelt einzusteigen. Denn gerade außerhalb Europas hat Ostasien ein sehr
19 lebendiges Musikleben mit europäischer Prägung. In beiden Kontinenten kann man den
20 Beruf besser ausüben, der im Studium auch mit der entsprechenden Praxis erlernt
21 wurde.
22 Zunächst sind folgende Bachelor-Studiengänge und der eines Promotionsstudiengangs
23 Doctor of Musical Arts (D.M.A.) ausgearbeitet bzw. geplant:
24
25 1. Studiengänge Klavier (Musiktransfer fakultativ im Rahmen von Ensemble-
26 Aktivitäten):
27 a. Künstlerische Richtung
28 b. künstlerisch mit pädagogischen Merkmalen (Methodik, Didaktik) und Lehr-
29 Praktika
30 2. Orchesterinstrumente (Musiktransfer fakultativ):
31 a. Künstlerische Richtung;
32 b. künstlerisch mit pädagogischen Merkmalen (Methodik, Didaktik) und Lehr-
33 Praktika
34 3. Komposition, Künstlerischer Tonsatz, Musikproduktion (Musiktransfer
35 fakultativ)
36 4. Gesang (Lied/Konzert; Musiktransfer fakultativ im Rahmen von Ensemble-
37 Aktivitäten)
38 a. Künstlerische Richtung
39 b. künstlerisch mit pädagogischen Merkmalen (Methodik, Didaktik) und Lehr-
40 Praktika
41 5. Kammermusik/Ensembles (als Pflichtfach in den BA-Studiengängen, als
42 Hauptfach nur im MA-Studiengang; Musiktransfer fakultativ)
43 a. Künstlerische Richtung
44 b. mit pädagogischen Merkmalen und Praktika
45 6. Promotionsstudiengang Doctor of Musical Arts (D.M.A.); auch dort können die
46 Möglichkeiten des Musiktransfers Hauptgegenstand sein. Der Studiengang ist
47 bereits fertig ausgearbeitet (siehe Anhang).
48
49 Zu den dort formulierten neuen Wegen von Forschung und Musikvermittlung wird
50 besonders internationalen Studentinnen/Studenten, die nicht allein ein „klassisches“
51 Instrument, sondern etwa auch volkstümliche Instrumente aus der jeweiligen Kultur
4
1 sehr gut beherrschen und ein hohes Interpretationsnivau haben, die Gelegenheit
2 gegeben, neben der Vertiefung der Interpretation über ihr Fach hinaus auch
3 interkulturell zu forschen. Das bedeutet aber auch: Studentinnen/Studenten, die ein
4 „klassisches“ Instrument beherrschen, können während des Studiums über andere, aber
5 vergleichbare Instrument-Typen oder Musikarten aus einer anderen Kultur forschen.
6 Das kann sich sehr fruchtbringend auf die berufliche Integration sowohl in Deutschland
7 auch im Ausland auswirken.
8
9 Curricula, Fächerkanon, Studien- und Prüfungsordnungen sollen Analogien aufzeigen
10 zu den Ordnungen an der Universität der Künste und der Hochschule für Musik Hanns
11 Eisler in Berlin, haben aber auch spezifische „Verschlankungen“, die ein Resultat der
12 Lehr-Erfahrungen von Professorinnen und Professoren an diesen Institutionen sind.
13
14 Neben der Studiengestaltung ergreift die zu gründende Musikhochschule folgende
15 Maßnahmen, um ihre Studienangebote qualitativ auf einem internationalen Niveau zu
16 halten, und die Studierenden während und nach dem Studium beruflich zu begleiten:
17
18 Aufnahme/Eignungsprüfung:
19
20 Neben einer herkömmlichen Eignungsprüfung gestaltet die Hochschule andere
21 Aufnahmemöglichkeiten. Angesichts der Problematik der Aufnahmeprüfung an den
22 staatlichen Musikhochschulen organisiert die zu gründende Hochschule Meister- und
23 Ferienkurse, Wettbewerbe, Veranstaltungen zur Talentsuche vor Ort, so dass die
24 Bewerber ihre Talente nicht nur innerhalb eines (normalerweise 5-minütigen) Vorspiels
25 zeigen müssen. Darüber hinaus haben die potentiellen Studenten die Möglichkeiten,
26 über längere Zeit ihre Talente den jeweiligen Professoren zu zeigen. Das oft
27 diskriminierende „nicht begabt“ muss durch solche Veranstaltungen von „noch
28 mangelnden Kenntnissen und Fertigkeiten“ unterschieden werden. Das gilt auch für in
29 der Zugangsprüfung zu absolvierende Pflichtfächer wie Musiktheorie und
30 Gehörbildung.
31
32 Die BHfM hat hochschulintern eine Studienvorbereitungsabteilung, wo die
33 Musiklernenden aus der ganzen Welt die Musikterminologie, Musikhauptfächer,
34 Musikpraxis und die deutsche Sprache erlernen können, und später besser ins Studium
35 einsteigen können.
36
37 Stipendium:
38 Um die bedürftigen Studenten mit Talent zu fördern, gestaltet die Hochschule
39 Vollstipendien und Teilstipendien für jeweils 10 Prozent der gesamten Studierenden.
40 Für finanziell bedürftige Studenten wird die Hochschule mit einer jeweiligen Stiftung
41 kooperieren, so dass der Lebensunterhalt der Studenten während des Studiums
42 finanziert werden kann.
43
44 Die Pearl River GmbH mit ihren Klaviermarken Pearl River und Kayserburg besitzt
45 mehr als die Hälfte des Klaviermarkts in China und ist damit weltweit der größte
46 Klavierproduzent. Seit einigen Jahren gehört die berühmte deutsche Klaviermarke
47 Schimmel zu den Tochterunternehmen der Pearl River GmbH. Zusammen mit Pearl
48 River Europa haben sie ihren Firmensitz in Braunschweig. Die Firmen kooperieren
49 bereits mit der Hopeducation und deren Akademie für Musik Berlin und haben die
50 Absicht, die Hopeducation weiter unterstützen, ihr für ihre Studienbetriebe später in
5
1 Brandenburg und Berlin weiter Klaviere und Konzertflügel, die sie in Europa
2 produziert haben, zur Verfügung zu stellen. Beide Firmen haben bereits erklärt, den
3 Studenten in Zukunft in Brandenburg Voll-und Teilstipendien anzubieten, um die
4 Hilfsbedürftigen und Talenten zu befördern.
5
6 Service für Studium, Berufs- und Karriere-Begleitung:
7
8 Die Hochschule bietet ihren Studenten während und nach dem Studium nach Bedarf
9 Hilfe für ein Studium und das Leben in Brandenburg, sowie in Berlin an, so dass die
10 Studenten sich auf das Studium konzentrieren können.
11
12 Um die beruflichen Aspekte der Hochschule zu betonen, ergreift die Hochschule neben
13 dem Angebot „Musiktransfer“ folgende Maßnahmen:
14
15 A. Das hochschulinterne Institut für Studienvorbereitung bietet nicht nur
16 Studieninteressenten die Möglichkeit, das bevorstehende Studium vorzubereiten, auch
17 ist es ein Ort für die Absolventen, an dem sie in Zukunft in Brandenburg als Lehrende
18 ihr Wissen praktizieren und arbeiten können.
19
20 B. Kooperationen mit Konzertagenturen in Asien und in Deutschland, so dass die
21 Studierenden noch während des Studiums interkontinental Konzertreisen (Solo,
22 Kammerensembles oder sogar Hochschulorchester) machen können.
23 Die Studierenden haben die Möglichkeit – während des Studiums mit Hilfe der
24 HOPeDUCATION GmbH und der hochschulinternen Konzertagentur in Hongkong –
25 Konzerte und Musikfestivals für sie im asiatischen Raum und in Europa zu
26 organisieren. Die interne Agentur in Hongkong übernimmt exklusiv nur für die
27 Studierenden der Hochschule die Aufgaben für Konzertmanagement und berufliche
28 Praxis. Die Studierenden haben die Möglichkeit, ihre Versuche mit einer
29 Konzertkarriere während des Studiums frühzeitig starten können.
30
31 Im November 2018 wurde die Hopeducation Company Limited in Hongkong
32 gegründet, um primär eine Anlaufstelle für internationale Studenten bieten zu können
33 (International Application Centre) und zudem wird diese Einrichtung als Plattform für
34 international ausgerichtete Konzerte fungieren, um unseren Studenten die Möglichkeit
35 zu eröffnen ihre künstlerische und spielerische Darbietung vor einem Publikum stetig
36 zu verbessern (Concert Agency).
37
38 Die BHfM kooperiert eng mit den Institutionen und Hochschulen in Asien zusammen,
39 um Arbeitsangebote im asiatischen Raum an die Absolventen weiter zu vermitteln. Die
40 Hochschule nutzt die Vernetzungen und den örtlichen Vorteil im asiatischen Raum und
41 hilft den Studenten, Erfolg zu erzielen.
42
43 Bereits bestehende Kooperationen: Nanjing Steinway GmbH, Shanghai Asienart
44 Konzertagentur GmbH.
45
46 C. Kooperationen mit Musikschulen in Brandenburg, um in Zukunft ihre Schüler
47 anzunehmen; im Gegenzug werden die Musikschulen den Absolventen Arbeitsplätze
48 anbieten. Die lokalen Musikschulen haben normalerweise die Aufgabe, den
49 musikalischen Nachwuchs auszubilden. Nun haben diese jungen Musiker die
50 Gelegenheit, ihr musikalisches Können innerhalb Brandenburgs bei der BHfM
6
1 aufzubauen. Gleichzeitig sind die Musikschulen in Brandenburg einer der potenziellen
2 Arbeitgeber für Absolventen der BHfM. Durch enge Zusammenarbeit wird die
3 gegenseitige Zusicherung der musikalischen Ausbildung in Brandenburg verstärkt.
4
5 D. Mit einer Perspektive von fünf Jahren sollen Kooperationshochschulen in China
6 gefunden und als eine Fakultät der Hochschule aufgebaut werden, wo hauptsächlich die
7 Absolventen der Hochschule unterrichten werden.
8
9 E. Zusätzliche Angebote von Deutsch-Chinesisch- und Englisch-Sprachkursen (auch
10 mit spezifischer Fach-Terminologie) sowie Kursen über Musikmanagement.
11
12 F. Innerhalb von zwei Jahren nach der Gründung soll eine Plattform für Internet-
13 Fernkurse fakultativ gestaltet und international angeboten werden, wo die Lehrkräfte
14 und in Zukunft besonders Absolventen sich betätigen können. Durch das Internet
15 erreicht man Menschen überall auf der Welt; es ist eine ideale Plattform für
16 Weiterbildung im Bereich von Musikwissenschaft, Musiktheorie und anderen
17 musikalischen Nebenfächern. Die Absolventen verfügen über dieses Wissen und
18 können durch diese hochschulinterne Plattform beruflich profitieren.
19
20 G. Alle zwei Jahre (vielleicht nach jedem Jahrgang, oder ein Jahr bevor Studenten eines
21 Jahrganges Ihren Hochschulabschluss erwerben) wird die BHfM einen
22 Gründungswettbewerb innerhalb der Hochschule organisieren. Jeder Absolvent, der
23 freiberuflich arbeiten, oder sich selbstständig machen will, kann seine Ideen und
24 Projekte in Richtung Existenz-Gründung einem Gremium, bestehend aus Mitgliedern
25 der Hochschulleitung, der Geschäftsführung der Trägergesellschaft und zukünftigen
26 externen Partnern, sowie Förderern präsentieren. Die Gewinner erhalten finanzielle
27 Unterstützung in Form von Gründungszuschüssen und werden durch ausgewählte
28 Unternehmensberatungen kostenlos während des Gründungsprozesses gecoacht.
29
30 Mögliche und erwünschte Kooperationen in Brandenburg
31
32 Filmuniversität/Filmorchester Babelsberg (spezifische kompositorische Ausbildung,
33 pragmatisch-vielfältige instrumentale und technische Praxis)
34 Universität Potsdam (primär musikpädagogische und Schulmusik-Ausbildung,
35 Lehramt; Musikwissenschaft)
36 Musikfestspiele Sanssouci und Nikolaisaal Potsdam (spezifischer Schwerpunkt
37 „Musikvermittlung“)
38 Rheinsberg (Musikakademie und Festival Schloss Rheinsberg)
39 Kammerphilharmonie Potsdam
40 Brandenburger Symphoniker
41 Stiftungen
42
43 Bedeutung für das Land Brandenburg
44
45 A. Soziale Bedeutungen
46
47 Die zu gründende Hochschule für Musik in Brandenburg ist keine einfache Kopie oder
48 eine Filiale einer staatlichen Musikhochschule in Deutschland. Es soll eine Hochschule
49 sein, die nach dem Musikbedarf des asiatischen und europäischen Raums gestaltet ist
50 und gleichzeitig die Qualität der deutschen Musikhochschulen beibehalten wird; eine
7
1 Hochschule, die von Anfang an weiß, woher ihre Studenten kommen. Umgekehrt
2 wissen auch die Studenten, wohin sie nach dem Studium gehen und ihre Karriere
3 fortsetzen können. Die Studierenden bewegen sich schon seit dem ersten Tag des
4 Studiums auf einer internationalen Ebene, was für einen Musiker enorme Bedeutungen
5 hat. Die Hochschule könnte das Land Brandenburg musikalisch beleben und durch
6 Kooperation mit Hochschulen anderer Nationen verbinden, außerdem durch
7 internationale Musikveranstaltungen der Hochschule das Land Brandenburg kulturell
8 bereichern. Die Hochschule wird sich bemühen, vorzüglich für Musiker aus
9 Brandenburg Arbeitsplätze zu verschaffen.
10
11 B. Volkswirtschaftliche Aspekte in Folge ausländischer Studierender
12
13 Laut verschiedener Studien und aktuellen Informationen der Bertelsmannstiftung,
14 DAAD, BMBF, IW-Köln, Prognos AG und der KfW ist Deutschland weiterhin eines
15 der beliebtesten Gastländer für Auslandsstudenten und belegt im internationalen
16 Vergleich nach den USA (Platz 1, 16,5%) und England (Platz 2, 13%) den dritten Platz
17 mit insgesamt 6.3 Prozent (ca. 4.3 Millionen) aller Auslandsstudenten. Leider ist dieser
18 Trend rückläufig, und die führenden Gastländer mussten schon Marktanteile an
19 Russland, Brasilien, Süd-Korea und Saudi-Arabien abgeben. Allerdings bleibt bei
20 diesen Zahlen der Anteil der künstlerischen, spezifisch der Musikhochschulen
21 unberücksichtigt.
22 Um hier entgegenzuwirken und damit sich Deutschland weiterhin auf hohem
23 akademischen und innovativen Niveau international halten kann, müssten der Staat, die
24 Länder und die Kommunen viel Geld aufbringen, um in neue Einrichtungen und in die
25 Infrastruktur investieren. Dies ist leider an manchen Standorten finanziell nicht
26 möglich, und da sehen wir einen klaren Vorteil, die notwendigen Investitionen durch
27 unsere private Institution zu erreichen bzw. den Staat dabei zu unterstützen.
28
29 Von 2009-2013 legten rund 58.000 Auslandsstudenten einen Abschluss ab und lebten
30 auch noch 2014 weiter in Deutschland. Der größte Anteil dieser Klientel kommt aus
31 China mit 10.600 Studenten (18%), gefolgt von Russland (10%), Polen (6%), sowie aus
32 Indien und Ukraine (4%).
33 In 2011 beispielsweise studierten knapp 161.000 Auslandsstudenten in Deutschland
34 und gaben rund 1.5 Milliarden Euro für ihren Konsum aus, was steuerliche
35 Mehreinnahmen von ungefähr 400 Millionen Euro entsprachen (ca. 2.500,00 € pro
36 Student und Jahr während des Studiums).
37 Dieser positive bzw. profitable Effekt könnte sich noch deutlich erhöhen, wenn sich ein
38 Student dazu entschließt, nach dem Studium in Deutschland zu verweilen und einer
39 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachzugehen. Selbstverständlich
40 entstehen durch Einkommensteuer und Beiträge für die Sozialkasse dann auch
41 Leistungsansprüche, jedoch würden sich die Ausgaben für den Konsum im
42 Durchschnitt auf ca. 70.000,00 € jährlich für jeden einzelnen Auslandstudenten nach
43 dem Studium belaufen. Durch Steuern und Abgaben würden somit ca. 28.000,00 € in
44 die öffentlichen Haushalte fließen.
45 Bei allen Mehreinnahmen, die der öffentlichen Hand zukämen, darf man die Kosten,
46 die der Steuerzahler für einen Studenten pro Jahr an einer staatlichen
47 Hochschule/Universität tragen muss, nicht außer Acht lassen.
48 Die Kosten für beispielsweise ein Kunst- bzw. Musikstudium liegen zwischen
49 22.000,00 € und 27.000,00 € im Jahr, je nach Standort und Fachbereich, und es dauert
50 ca. 5 Jahre, sollte sich, wie oben beschrieben, ein Student dazu entschlossen haben, in
51 Deutschland zu arbeiten, bis der Staat die Kosten wieder hereingeholt hat. Verglichen
8
1 zu der Verweildauer in anderen europäischen Ländern, wie in der Schweiz (17 Jahre),
2 in Spanien (6,7 Jahre), in den Niederlanden (6,5 Jahre) oder in Polen (5,2 Jahre) steht
3 Deutschland zwar gut da, jedoch erreicht nur jeder zweite Auslandstudent einen
4 Abschluss, und von diesen Absolventen bleibt nur ca. die Hälfte in Deutschland. Von
5 vier Auslandsstudenten bleibt demnach nur einer in Deutschland, was die Kosten
6 dementsprechend auf 103.000,00 – 108.000,00 € pro Jahr und Student für den
7 Steuerzahler erhöht.
8
9 C. Finanzierung der Hochschule
10
11 Als private Einrichtung wird die zukünftige Hochschule für Musik Brandenburg
12 größtenteils auf eine Fremdfinanzierung bzw. auf Beschaffung finanzieller Mittel in
13 Form von Fremdkapital (Drittmittelförderung auf nationaler und internationaler Ebene,
14 Zuschüsse des Landes aus Mitteln des Hochschulpaktes von Bund und Ländern,
15 Bankenkredite, Studiengebühren und auch mögliche Stiftungszuwendungen), um
16 sämtliche Ausgaben als auch zusätzliche Investitionen decken zu können, angewiesen
17 sein.
18
19 Die Eigenfinanzierung während des Gründungsprozesses wird durch Einbringung und
20 Bereitstellung finanzieller Mittel durch die Inhaber der Trägergesellschaft
21 (HOPeDUCATION GmbH) gewährleistet.
22 Um Rücklagen sowie ggf. stille Reserven, aufrufbares Eigenkapital und eine
23 Aufstockung des Stammkapitals bilden zu können, verfolgt die Trägergesellschaft das
24 Ziel eine Selbstfinanzierung aus den erwirtschafteten Gewinnen innerhalb der ersten
25 drei Jahre nach Inbetriebnahme der Hochschule zu realisieren.
26 Für die Anfangsfinanzierung und Finanzierung während des Hochschulbetriebes, bis
27 zur Einstellung einer selbsttragenden Finanzierung, kämen insgesamt zwei Modelle
28 näher in Betracht, wobei eine Kombination aus beiden realistisch und effektiv zu sein
29 scheint:
30
31 Modell A
32
33 Dieses Finanzierungsmodell wird sich wie folgt zusammensetzen:
34 15-25% der Hochschulausgaben werden durch Fremdkapital und 75-85% durch
35 Einnahmen aus Studiengebühren und bezahlbare Zusatzkurse (ohne akademischen
36 Abschluss) gedeckt. Weitere interne (z.B. Einnahmen aus Vermietung von
37 Wohnungen, einer Cafeteria und von Instrumenten) als auch externe (z.B.
38 Beratungsaufträge für andere Musikschulen, Firmen, kulturelle Institutionen)
39 Einnahmequellen, die sich jetzt noch nicht klar definieren lassen, werden sich aus dem
40 Hochschulbetrieb heraus entwickeln.
41
42 Modell B
43
44 Dieses Finanzierungsmodell beruht darauf, mit einer potentiell in Frage kommenden
45 Stiftungsgesellschaft oder einem Kapitalgeber einen Garantievertrag abzuschließen,
46 der über einen klar definierten Zeitraum, die durch den Hochschulbetrieb entstandenen
47 Kosten und ggf. entstandene Verluste bis zu 100% deckt oder eine Zusage über eine
48 nachhaltige Sicherung der Hochschule, bis diese und deren Trägergesellschaft sich
49 finanziell selbst tragen können, zu erwirken.
50 (Dieses Modell kann nur innerhalb gegenseitiger Verpflichtungen zum Tragen kommen
51 mit der Grundvoraussetzung eine enge, kontinuierliche und langfristige Kooperation
9
1 auf- und auszubauen) Nähere und detaillierte Information zur Finanzierung der
2 Hochschule sind im beigefügten Wirtschafts-bzw. Finanzplan aufgezeigt.
3
4
5
6 Anhang
7
8 Promotion zum D.M.A. (Doctor of Musical Arts)
9 an der Brandenburgischen Hochschule für Musik
10
11 Präambel – Voraussetzungen
12 Die wenigen deutsche Musikhochschulen mit Promotionsrecht verleihen in den
13 wissenschaftsorientierten Teilgebieten der Musik in der Regel, analog der
14 universitären Praxis, den Titel Dr. phil. (Doktor der Philosophie). Voraussetzung
15 dafür ist ein erfolgreich mit einem forschungsorientierten Dissertationsvorhaben
16 abgeschlossener Promotions-Studiengang und eine bestandene abschließende
17 mündliche Disputation.
18 Die für die Brandenburgische Hochschule für Musik angestrebte Promotion hat als ein
19 Vorbild die in den USA seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts praktizierte Form
20 des D.M.A. (Doctor of Musical Arts), nicht aber den Typus des in Großbritannien
21 möglichen D.Mus. (Doctor of Music), der primär auf eine Würdigung umfangreicher
22 Leistungen auf allen Gebieten der Musik zielt. Diese beiden Möglichkeiten berühren
23 nicht den forschungsorientierten Dr. phil. / Ph. D., der selbstverständlich auch in den
24 USA und GB weiter bestehen bleibt, beziehen aber das originär Künstlerische in die
25 Definition von „Promotion“ mit ein.
26 Ein Teil-Vorbild ist die Promotionspraxis an der Hochschule für Musik und Theater
27 Hamburg. Eine der möglichen Formen des dort verliehenen Titels Dr. sc. mus. (doctor
28 scientiae musicae) sieht einen Promotionsstudiengang vor, der ein kompositorisch-
29 künstlerisches bzw. musiktheoretisch-tonsetzerisches Projekt mit einer Dissertation
30 verbindet. Die mit der D.M.A.- Promotion an der Brandenburgischen Hochschule für
31 Musik geplante Spezifizierung und zugleich Erweiterung dieses Ansatzes zielt auf eine
32 zusätzliche mögliche Integration sowohl von Phänomenen des Kulturtransfers (mit
33 nicht nur ethnomusikologischen Aspekten) als auch – in der instrumentalen und
34 vokalen Ausbildung – von innovativen pädagogischen und hochschulpädagogischen
35 Elementen der Musikvermittlung und der Ausbildung in einer fachspezifischen
36 Methodik und Didaktik/Hochschuldidaktik, verbunden mit Lehrpraxis.
37 Damit soll eine Einheit von kreativ-Künstlerischem in Komposition/Produktion und in
38 Interpretation/Reproduktion und von jeweils darauf bezogenem reflexiv-
39 Wissenschaftlichem hergestellt werden. Ebenso sollen Theorie und Praxis einer
40 kreativ performativen Wissensvermittlung im Unterricht und in öffentlichen
41 Aufführungs- und Vermittlungs-Kontexten entfaltet werden, die zugleich sinnliche und
42 kognitive Merkmale aufweisen kann.
43 Auf diese Weise ist durchaus ein Alleinstellungs-Merkmal der Brandenburgischen
44 Hochschule für Musik im Verbund der deutschsprachigen Musikhochschulen gegeben.
45 Der Studiengang soll primär auf eine künstlerische und zugleich
46 wissenschaftsfundierte künftige Lehrtätigkeit im Hochschulbereich zielen.
47

10
1 Promotionsordnung

2 § 1 Verleihung des Doktorgrades

3 (1) Die Brandenburgische Hochschule für Musik (BHfM) verleiht aufgrund eines
4 Promotionsverfahrens den akademischen Grad „Doctor of Musical Arts (=
5 D.M.A.).
6 (2) Die Bewerberin oder der Bewerber hat die Möglichkeit, ein künstlerisch-
7 wissenschaftliches Projekt aus den Bereichen der Komposition/
8 Musikproduktion, des Kulturtransfers (Komposition, Performanz,
9 Improvisation) und der instrumentalen bzw. vokalen Aufführungspraxis
10 (historisch, systematisch, experimentell performativ) zu entwickeln; damit
11 verknüpft können auch kreativ neue Methodiken und Praktiken des
12 Unterrichts und der Wissensvermittlung sein.
13 (3) Jedes dieser Vorhaben muss jeweils mit einer das Projekt reflektierenden
14 wissenschaftlichen Dissertation in Verbindung stehen.

15 § 2 Promotionsausschuss

16 (1) Der Promotionsausschuss ist für alle mit dem Promotionsstudium und dem
17 Promotionsvorhaben zusammenhängende Fragen zuständig.
18 (2) Drei der insgesamt fünf Mitglieder des Promotionsausschusses müssen
19 Professorinnen bzw. Professoren der Hochschule sein. Mindestens zwei von
20 ihnen sollen promoviert sein. Dazu kommt ein(e) Vertreter(in) des
21 akademischen Mittelbaus und ein(e) studentische(r) Vertreter(in).
22 (3) Die Mitgliedschaft im Promotionsausschuss und die Funktion als Gutachterin
23 bzw. Gutachter eines Promotionsprojekts schließen sich nicht aus. Die
24 Mitglieder wählen aus ihrer Mitte ein Vorsitzendes Mitglied und ein
25 stellvertretendes Vorsitzendes Mitglied. Die Amtszeit der Mitglieder beträgt
26 zwei Jahre. Wiederwahl ist möglich.
27 (4) Der Promotionsausschuss ist beschlussfähig, wenn die Mitglieder spätestens
28 eine Woche vor der Sitzung geladen wurden und die Mehrheit der Mitglieder
29 anwesend ist. Er beschließt mit der Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Bei
30 Stimmengleichheit gibt die Stimme der bzw. des Vorsitzenden den
31 Ausschlag, bei Abwesenheit die ihrer bzw. seiner Stellvertretung.

32 § 3 Annahme als Doktorandin bzw. Doktorand

33 (1) Die Bewerberin bzw. der Bewerber muss die Annahme als Doktorandin bzw.
34 Doktorand beim Promotionsausschuss innerhalb der vorgegebenen Fristen –
35 siehe unten (2) – beantragen. Der Antrag muss enthalten:

36 1. den Nachweis der Erfüllung der Voraussetzungen gemäß § 3 der


37 Studienordnung für das Promotionsstudium mit dem Ziel der künstlerisch-
38 wissenschaftlichen Promotion zum Doctor of Musical Arts an der Hochschule;

39 2. einen Arbeitstitel des Projekts und der Dissertation und einen Arbeitsplan;

40 3. einen tabellarischen Lebenslauf mit besonderer Berücksichtigung einer


41 Dokumentation der künstlerischen Arbeit und des wissenschaftlichen
42 Studiums;

43 4. eine eidesstattliche Erklärung darüber, ob bereits frühere


44 Promotionsversuche unternommen oder Promotionen abgeschlossen wurden
11
1 oder das Projekt/die Dissertation in gleicher oder anderer Form in einem
2 anderen Verfahren vorgelegen hat. Von früheren Promotionsversuchen sind
3 Ort, Zeit und Hochschule sowie Thema der Dissertation anzugeben und ggf.
4 eine Einverständniserklärung zur Einsichtnahme in diese Unterlagen
5 beizufügen;

6 5. eine schriftliche Mitteilung der Erstgutachterin bzw. des Erstgutachters und


7 in der Regel auch der Zweitgutachterin bzw. des Zweitgutachters über die
8 Bereitschaft, die Dissertation zu betreuen;

9 6. eine Erklärung darüber, dass die Studien- und Promotionsordnung bekannt


10 ist.

11 (2) Die Frist für die vollständige Bewerbung endet für das Sommersemester am
12 15. Dezember (bei Postversand Datum des Poststempels), für das
13 Wintersemester am 15. Mai (bei Postversand Datum des Poststempels).

14 (3) Mit der Annahme der Bewerberin bzw. des Bewerbers als Doktorandin bzw.
15 Doktorand übernimmt der Promotionsausschuss die Pflicht, für die Betreuung
16 und die spätere Begutachtung des Projekts und der Dissertation sowie für die
17 ordnungsgemäße Durchführung sowohl einer möglichen öffentlichen
18 Vorführung des Projekts als auch der in der Regel öffentlichen Disputation
19 Sorge zu tragen.

20 (4) Hat der Promotionsausschuss über die Annahme entschieden, muss sich die
21 Doktorandin/der Doktorand im Promotionsstudiengang immatrikulieren.

22 § 4 Gutachterinnen, Gutachter

23 (1) Die Doktorandin bzw. der Doktorand muss zwei fachlich zuständige
24 Professorinnen bzw. Professoren als Gutachter des Promotionsvorhabens
25 vorschlagen. Diese Personen fungieren zugleich als Gutachterin bzw.
26 Gutachter für die Dissertation und für das künstlerische Projekt; wer von
27 beiden jeweils die Funktion eines Erst- und Zweitgutachters übernimmt, wird
28 vom Promotionsausschuss bestimmt. Beide sind zur angemessenen
29 Beratung der Doktorandin bzw. des Doktoranden verpflichtet. Eine / einer der
30 Gutachterinnen bzw. Gutachter muss zum Zeitpunkt der Annahme als
31 Doktorandin bzw. Doktorand ein aktives Mitglied der Hochschule sein. Die
32 Betreuerin bzw. der Betreuer der Dissertation muss promoviert sein.

33 (2) Im Fall einer Promotion soll den Vorschlägen der Bewerberin oder des
34 Bewerbers für die Betreuenden so weit möglich und vertretbar entsprochen
35 werden.

36 (3) Sofern es von der Sache her geraten erscheint, kann von vornherein auch
37 eine dritte fachkundige Person als Gutachterin bzw. Gutachter bestellt
38 werden, was besonders bei grenzüberschreitenden Projekten des
39 Kulturtransfers zu empfehlen ist. Diese Person muss nicht notwendigerweise
40 promoviert sein; sie kann der eigenen oder einer fremden Hochschule
41 angehören.

42 § 5 Wissenschaftliche Betreuung der Doktorandin / des Doktoranden

12
1 (1) Zwischen Doktorandin/Doktorand und den Gutachterinnen bzw. Gutachtern
2 wird über die geplante Dissertation eine Betreuungsvereinbarung
3 geschlossen, in der das Promotionsthema, beiderseitige Rechte und Pflichten
4 sowie in der Regel ein auf die Regelbearbeitungszeit angelegter Arbeitsplan
5 festgelegt sind. Die beiderseitigen Rechte und Pflichten beinhalten unter
6 anderem einen verbindlichen und regelmäßigen Austausch über den
7 Fortschritt des künstlerisch-wissenschaftlichen Promotionsvorhabens und
8 regelmäßige Rückmeldungen zu Leistungen und Potentialen der Doktorandin
9 oder des Doktoranden.

10 (2) Während der Bearbeitungszeit des Projekts und der Dissertation sollen die
11 Promovierenden die Gelegenheit haben, ihre Fortschritte beim künstlerischen
12 Projekt und im Promotionsvorhaben in geeignetem Rahmen vorzustellen.

13 (3) In der Regel sollen die Materialien für das Projekt und die Dissertation nach
14 spätestens drei Jahren eingereicht sein (Regelbearbeitungszeit).

15 § 6 Zulassung zur Promotion

16 (1) Der Antrag auf Zulassung zur Promotion ist schriftlich an die Vorsitzende bzw.
17 den Vorsitzenden des Promotionsausschusses zu richten.

18 (2) Dem Antrag sind folgende Unterlagen beizufügen:

19 1. Nachweise für die gemäß Anlage 1 der Studienordnung für das


20 Promotionsstudium zum Doctor of Musical Arts geforderten Voraussetzungen,
21 soweit sie nicht schon zu einem früheren Zeitpunkt vorgelegt worden sind;

22 2. Nachweise für das erfolgreich absolvierte Promotionsstudium;

23 3. Angabe der Thematik des künstlerischen Projekts/des Themas der


24 Dissertation;

25 4. drei Exemplare der für das Projekt vollendeten Komposition bzw. drei
26 Pläne oder Skizzen/Kurzbeschreibungen des darzubietenden Projekts und
27 drei gebundene Exemplare der Dissertation mit Nennung der Gutachterinnen
28 bzw. Gutachter;

29 5. eine Versicherung an Eides statt, dass der Kandidat bzw. die Kandidatin
30 die Dissertation selbstständig und ohne unerlaubte Hilfe angefertigt, keine
31 anderen als die von ihr bzw. ihm angegebenen Schriften und Hilfsmittel
32 benutzt und die den benutzten Werken wörtlich oder inhaltlich entnommenen
33 Stellen kenntlich gemacht hat.

34 (3) Die Zulassung wird abgelehnt, wenn


35 1. die geforderten Unterlagen unvollständig oder unrichtig sind,

36 2. keine Professorin bzw. kein Professor der Hochschule die Betreuung der
37 Arbeit übernimmt,

38 3. die Kandidatin oder der Kandidat bereits an einer anderen Hochschule eine
39 entsprechende Doktorprüfung oder eine gleichartige Prüfung nicht bestanden
40 hat oder die Dissertation in gleicher oder anderer Form in einem anderen
41 Prüfungsverfahren vorgelegen hat.
13
1 (4) Die Entscheidung ist der Kandidatin bzw. dem Kandidaten schriftlich
2 mitzuteilen und im Falle der Ablehnung mit Gründen und einer
3 Rechtsbehelfsbelehrung zu versehen.

4 § 7 Anforderungen an die Dissertation/das Projekt

5 (1) Die Dissertation muss die Fähigkeit zu selbstständiger und weiterführender


6 wissenschaftlicher Arbeit sowie die Beherrschung wissenschaftlicher
7 Methodik erkennen lassen. Sie soll einen Fortschritt der wissenschaftlichen
8 Erkenntnis bringen und dabei besonders die Möglichkeiten und Grenzen
9 wissenschaftlichen Denkens im Kontext künstlerischer Produkte und
10 Praktiken reflektieren.

11 (2) Das eingereichte mit der Dissertation in innerem Zusammenhang stehende


12 künstlerische Werk bzw. Projekt soll Kriterien des Innovativen ebenso
13 entsprechen wie solchen von technisch-handwerklicher Souveränität.

14 (3) Die Dissertation ist in deutscher oder in englischer Sprache abzufassen.

15 § 8 Begutachtung der Dissertation/des Projekts

16 (1) Im Falle der Promotion beurteilen die Gutachterinnen bzw. Gutachter die
17 wissenschaftliche Dissertation zusammen mit dem künstlerischen Projekt mit
18 einer Gesamtzensur unabhängig voneinander und empfehlen dem
19 Promotionsausschuss die Annahme oder die Ablehnung; dieses ist jeweils zu
20 begründen. Die Gutachten sollen in der Regel zwei Monate nach Einreichung
21 vorliegen.

22 (2) Der Promotionsausschuss entscheidet auf der Grundlage der vorliegenden


23 Gutachten über die Annahme bzw. die Ablehnung der Dissertation/des
24 Projekts und setzt die endgültige Note fest. Stimmen die Gutachterinnen bzw.
25 Gutachter in der Beurteilung überein, so gilt die Arbeit mit der betreffenden
26 Notenstufe als angenommen bzw. als abgelehnt.

27 (3) Weichen die Gutachten um mehr als eine Notenstufe voneinander ab, kann
28 der Promotionsausschuss eine weitere Gutachterin bzw. einen weiteren
29 Gutachter bestellen. Schlägt einer der Gutachterinnen bzw. Gutachter die
30 Ablehnung der Dissertation vor, so muss der Promotionsausschuss eine
31 weitere Gutachterin bzw. einen weiteren Gutachter bestellen.

32 (4) Im Falle der Annahme der Dissertation enthält das Gutachten einen
33 Bewertungsvorschlag nach folgenden Notenstufen:
34 1 = summa cum laude = mit Auszeichnung
35 2 = magna cum laude = sehr gut
36 3 = cum laude = gut
37 4 = rite = genügend.

38 (5) Die Gutachterinnen bzw. Gutachter können dem Promotionsausschuss


39 vorschlagen, die Annahme der Dissertation mit der Auflage zu verbinden,
40 Änderungs- und Ergänzungsvorschläge vor der Veröffentlichung zu
41 berücksichtigen, wenn die Mängel der Dissertation eine Ablehnung nicht
42 rechtfertigen und die Änderungs- und Ergänzungsvorschläge hinreichend
43 bestimmt sind. Solche Auflagen verzögern nicht die Zulassung zur
44 Disputation.
14
1 (6) Im Übrigen ergibt sich die Note aus dem arithmetischen Mittel der erstellten
2 Gutachten unter Berücksichtigung von bis zu zwei Dezimalstellen. Die Note
3 wird wie folgt festgelegt:
4 - bei einem Notendurchschnitt bis 1,33 summa cum laude,
5 - bei einem Notendurchschnitt bis 2,50 magna cum laude,
6 - bei einem Notendurchschnitt bis 3,50 cum laude und
7 - bei einem Notendurchschnitt bis 4,00 rite.

8 (7) Im Falle der Annahme der Dissertation wird diese zwei Wochen vor der
9 Disputation hochschulöffentlich ausgelegt; der künstlerische Beitrag wird noch
10 vor der Disputation hochschulöffentlich präsentiert.

11 (8) Mit der Ablehnung der Dissertation/des Projekts ist das Verfahren beendet.
12 Eine Ausfertigung der abgelehnten Arbeit ist mit sämtlichen Berichten zu den
13 Akten zu nehmen.

14 § 9 Zurücknahme des Promotionsgesuchs

15 Ein Promotionsgesuch kann zurückgenommen werden, solange die Arbeit


16 noch nicht begutachtet worden ist. Danach ist eine Rücknahme nur aus
17 wichtigen persönlichen Gründen, die nicht im Zusammenhang mit dem
18 Promotionsverfahren stehen dürfen, möglich. Hierüber entscheidet der
19 Promotionsausschuss.

20 § 10 Hochschulöffentliche Vorführung des Projekts und Disputation

21 (1) Nach Annahme der Dissertation/des Projekts wird die Bewerberin bzw. der
22 Bewerber vom Promotionsausschuss zu einer hochschulöffentlichen
23 Vorführung des Projekts und zur Disputation eingeladen.

24 (2) Die Disputation/die Vorführung finden frühestens zwei Wochen, spätestens


25 sechs Wochen nach Annahme der Dissertation/des Projekts statt. Die
26 Termine der Vorführung des Projekts und der Disputation werden von der
27 Vorsitzenden bzw. dem Vorsitzenden des Promotionsausschusses nach
28 Rücksprache mit der Kandidatin bzw. dem Kandidaten festgesetzt.

29 (3) Für die Disputation und die Vorführung bestellt der Promotionsausschuss
30 eine Prüfungskommission, die aus drei bzw. vier Mitgliedern besteht:

31 1. Der bzw. dem Vorsitzenden des Promotionsausschusses oder eines von


32 ihr bzw. ihm benannten anderen Mitglieds des Promotionsausschusses,
33 2. den Gutachterinnen bzw. Gutachtern.

34 Den Vorsitz in der Prüfungskommission hat das Mitglied nach Nummer 1. Ist
35 eine der Gutachterinnen bzw. der Gutachter zugleich Vorsitzende bzw.
36 Vorsitzender des Promotionsausschusses, übernimmt eine andere
37 promovierte Professorin bzw. ein anderer promovierter Professor den Vorsitz.

38 (4) Die Disputation besteht aus einem Referat der Kandidatin bzw. des
39 Kandidaten über spezielle Aspekte der Dissertation und ihre
40 Zusammenhänge mit dem Projekt und einer anschließenden Diskussion mit
41 der Promotionsausschuss; dabei werden auch angrenzende Gebiete und der
42 Forschungsstand im Fach erörtert. Die Disputation dauert in der Regel 60,

15
1 maximal 90 Minuten. Das Referat soll die Dauer von 30 Minuten nicht
2 überschreiten.

3 (5) Die Projekt-Vorführung und die Disputation sind öffentlich. Der


4 Prüfungskommission kann die Öffentlichkeit auf Antrag der Bewerberin bzw.
5 des Bewerbers ausschließen, wenn sie für sie bzw. ihn einen besonderen
6 Nachteil bringen kann.

7 (6) Über jede Prüfung ist ein Protokoll zu führen und von den Mitgliedern der
8 Prüfungskommission zu unterzeichnen.

9 (7) Die Entscheidung über Bestehen und Benotung der Disputation erfolgt
10 unmittelbar im Anschluss an die wissenschaftliche Diskussion durch
11 nichtöffentliche Sitzung der Prüfungskommission. Ist die Disputation
12 bestanden, gelten die gleichen Noten wie für die Beurteilung der Dissertation
13 sowie das gleiche Mittelungsverfahren gemäß § 8. Über das Nichtbestehen
14 der Disputation wird mit Mehrheit entschieden.

15 (8) Unmittelbar im Anschluss an die Sitzung der Prüfungskommission teilt die/der


16 Vorsitzende der Prüfungskommission der Kandidatin bzw. dem Kandidaten
17 das Ergebnis der Projekt-Vorführung und der Disputation mit.

18 § 11 Versäumnis, Rücktritt, Wiederholung der Disputation

19 (1) Die Disputation gilt als nicht bestanden, wenn die Kandidatin bzw. der
20 Kandidat zu einem für sie bzw. ihn bindenden Prüfungstermin ohne triftige
21 Gründe nicht erscheint bzw. wenn sie bzw. er nach Beginn der Prüfung ohne
22 triftige Gründe von der Prüfung zurücktritt.

23 (2) Die für den Rücktritt oder das Versäumnis geltend gemachten Gründe
24 müssen dem Promotionsausschuss unverzüglich schriftlich angezeigt und
25 glaubhaft gemacht werden. Bei Krankheit der Kandidatin bzw. des
26 Kandidaten kann der Promotionsausschuss die Vorlage eines ärztlichen oder
27 amtsärztlichen Attestes verlangen. Erkennt er die Gründe an, so wird ein
28 neuer Termin anberaumt.

29 (3) Hat die Kandidatin oder der Kandidat die Disputation nicht bestanden, so ist
30 ihr oder ihm die Möglichkeit zu einmaliger Wiederholung zu geben, wenn sie
31 oder er dies innerhalb von vier Wochen nach Erhalt des schriftlichen
32 Bescheides bei dem Promotionsausschuss schriftlich beantragt. Die
33 mündliche Prüfung kann frühestens nach sechs Wochen und muss
34 spätestens vor Ablauf von einem Jahr wiederholt werden. Eine neue
35 Beurteilung der Dissertation findet nicht statt.

36 (4) Hat die Kandidatin bzw. der Kandidat die Disputation endgültig nicht
37 bestanden, so erteilt der Vorsitzende des Promotionsausschusses der
38 Kandidatin bzw. dem Kandidaten einen Bescheid über das endgültige
39 Nichtbestehen der Promotion, der mit einer Rechtsbehelfsbelehrung zu
40 versehen ist. Die Dissertation verbleibt mit allen Gutachten bei den Akten der
41 Hochschule.

42 § 12 Bewertung, Festsetzung der Gesamtnote

16
1 (1) Die Promotion ist bestanden, wenn die Dissertation/das Projekt angenommen
2 wurde und die Disputation mindestens mit der Note „rite“ bewertet wurde.

3 (2) Aus allen Prüfungsteilen der Promotion wird eine Gesamtnote gebildet:

4 - eine doppelt gewichtete Teilnote für den wissenschaftlichen Teil,


5 - eine doppelt gewichtete Teilnote für den künstlerischen Teil,
6 - eine einfach gewichtete Teilnote für die Disputation.
7 Die Durchschnittsnote errechnet sich aus der Summe der Teilnoten, durch
8 drei geteilt.

9 (3) Die Gesamtnote lautet bei einem Durchschnitt bis 1,33 summa cum laude,
10 von 1,34 bis 2,50 magna cum laude, von 2,51 bis 3,50 cum laude, von 3,51
11 bis 4,00 rite.

12 (4) Über das Ergebnis der bestandenen Doktorprüfung erteilt die oder der
13 Vorsitzende des Promotionsausschusses der Doktorandin bzw. dem
14 Doktoranden unverzüglich eine vorläufige Bestätigung, aus der sich die
15 Benotung der Dissertation, die Note der Disputation und die erzielte
16 Gesamtnote ergeben. Sie enthält weiter den Hinweis, dass die Urkunde erst
17 nach Ablieferung der Pflichtexemplare ausgehändigt wird, und die Kandidatin
18 bzw. der Kandidat erst nach diesem Zeitpunkt zur Führung des Doktortitels
19 berechtigt ist.

20 § 13 Veröffentlichung

21 (1) Die Dissertation muss innerhalb von zwei Jahren nach der bestandenen
22 Disputation der wissenschaftlichen Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

23 (2) Für die Veröffentlichung der Dissertation (nicht die einer für das Projekt
24 entstandenen Komposition) ist eine Druckerlaubnis des
25 Promotionsausschusses erforderlich. Haben die Gutachterinnen bzw.
26 Gutachter die Annahme der Dissertation mit der Auflage verbunden,
27 Änderungs- und Ergänzungsvorschläge vor der Veröffentlichung zu
28 berücksichtigen, erteilt der die bzw. der Vorsitzende des
29 Promotionsausschusses die Druckerlaubnis erst, wenn die Gutachterinnen
30 bzw. Gutachter bestätigt haben, dass die verlangten Änderungen
31 vorgenommen worden sind.

32 (3) Der wissenschaftlichen Öffentlichkeit in angemessener Weise zugänglich


33 gemacht ist die Dissertation dann, wenn die Verfasserin bzw. der Verfasser
34 die Dissertation über die für die Prüfungsakten der Hochschule erforderlichen
35 drei Exemplare hinaus in folgender Weise publiziert:

36 1. Online-Veröffentlichung der Dissertation in elektronischer Form, dazu


37 unentgeltliche Ablieferung dreier, gebundener Exemplare in der
38 Hochschulbibliothek.

39 2. Das künstlerische Projekt ist in geeigneter Form (etwa DVD) zu


40 dokumentieren und die Dokumentation dem Promotionsausschuss der
41 Hochschule mindestens dreifach einzureichen.

42 (4) In die drei Pflichtexemplare ist nach dem Titelblatt das Originaltitelblatt der
43 Dissertation einzufügen; hinzuzufügen ist der Termin der Disputation. Am
17
1 Ende der Pflichtexemplare ist ein tabellarischer Lebenslauf der Kandidatin
2 bzw. des Kandidaten anzufügen.

3 (5) Die gewünschte Veröffentlichungsart muss vom Promotionsausschuss


4 genehmigt werden.

5 (6) Kann die Veröffentlichung nicht innerhalb der festgelegten Zeit erfolgen, so
6 kann die bzw. der Vorsitzende des Promotionsausschusses auf begründeten
7 Antrag hin die Frist verlängern. Wird die gesetzte Frist schuldhaft versäumt,
8 so erlöschen alle durch die Prüfung erworbenen Rechte.

9 § 14 Verleihung des Doktorgrades

10 (1) Die Promotion wird unverzüglich nach Ablieferung der Pflichtexemplare durch
11 Aushändigung der Doktorurkunde durch die Präsidentin bzw. den Präsidenten
12 vollzogen.

13 (2) Mit dem Empfang der Urkunde erhält die Bewerberin bzw. der Bewerber das
14 Recht, den Titel „Doctor of Musical Arts“ (= D.M.A.) zu führen. Bis dahin ist
15 die Führung des Doktortitels, auch mit etwaigem Zusatz, unzulässig.

16 (3) Als Datum der Promotion gilt der Tag der mündlichen Prüfung. In der Urkunde
17 werden der Titel und das Prädikat der Dissertation sowie die Gesamtnote
18 angegeben. Die Urkunde wird von der bzw. dem Vorsitzenden des
19 Promotionsausschusses und von der Präsidentin bzw. dem Präsidenten der
20 Hochschule unterzeichnet.

21 § 15 Erfolgloser Abschluss des Promotionsverfahrens

22 (1) Das Promotionsverfahren ist erfolglos beendet, wenn entweder die


23 eingereichte Dissertation/das Projekt nicht als ausreichende
24 Promotionsleistung anerkannt wurde oder die mündliche Prüfung kein
25 ausreichendes Ergebnis gebracht hat. Der Promotionsausschuss teilt der
26 Bewerberin/dem Bewerber das Ergebnis schriftlich mit.

27 (2) Eine abermalige Bewerbung ist nur einmal und nicht vor Ablauf eines Jahres
28 zulässig. Dies gilt auch dann, wenn die erste erfolglose Bewerbung an einer
29 anderen künstlerisch-wissenschaftlichen Hochschule stattgefunden hat. Eine
30 zurückgewiesene Dissertation darf nicht in gleicher oder unwesentlich
31 abgeänderter Form wieder zum Zwecke der Promotion vorgelegt werden. Bei
32 einem erneuten Antrag auf Zulassung zur Promotion ist in jedem Falle von
33 dem früheren fehlgeschlagenen Versuch Mitteilung zu machen. Dabei sind
34 der Zeitpunkt der ersten Bewerbung, die Hochschule und die Fakultät
35 (Fachbereich), bei der die Arbeit eingereicht wurde, sowie das Thema der
36 Arbeit anzugeben.

37 § 16 Ungültigkeit der Promotionsleistungen, Aberkennung des Doktorgrades

38 (1) Ergibt sich vor Aushändigung der Promotionsurkunde, dass sich die
39 Bewerberin/der Bewerber bei ihren oder seinen Promotionsleistungen einer
40 Täuschung schuldig gemacht hat oder dass wesentliche Voraussetzungen für
41 die Zulassung zur Promotion irrigerweise als gegeben angenommen worden
42 sind, so kann der Promotionsausschuss die Promotionsleistung nachträglich
43 für ungültig erklären.
18
1 (2) Für die Aberkennung des Doktorgrades gelten die gesetzlichen
2 Bestimmungen. Die Entscheidung hierüber trifft die Präsidentin bzw. der
3 Präsident nach Anhörung der bzw. des Betroffenen.

4 § 17 Einsicht in die Promotionsakte

5 Nach Abschluss des Promotionsverfahrens wird der Bewerberin oder dem


6 Bewerber auf Antrag Einsicht in die Promotionsakte gewährt. Der Antrag ist
7 spätestens drei Monate nach Abschluss des Promotionsverfahrens bei der
8 bzw. dem Vorsitzenden des Promotionsausschusses zu stellen, die bzw. der
9 Ort und Zeit der Einsichtnahme bestimmt.

10 § 18 Widerspruch

11 (1) Ablehnende Entscheidungen, die nach dieser Promotionsordnung getroffen


12 werden, sind schriftlich zu begründen und mit einer Rechtsmittelbelehrung zu
13 versehen. Gegen sie kann innerhalb eines Monats nach Zugang des
14 Bescheides schriftlich oder zur Niederschrift Widerspruch bei der Präsidentin
15 bzw. dem Präsidenten eingelegt werden.

16 § 19 Inkrafttreten

17 Diese Ordnung tritt zum …….. 2019 in Kraft.

18 Potsdam, den …………. 2019

19 (Brandenburgische Hochschule für Musik)

20

21

22 Studienordnung
23 für das Promotionsstudium mit dem Ziel der künstlerisch-
24 wissenschaftlichen Promotion zum Doctor of Musical Arts (D.M.A.)
25 an der Brandenburgischen Hochschule für Musik Potsdam
26 § 1 Geltungsbereich

27 Diese Studienordnung regelt die Inhalte und den Aufbau der Studienordnung für das
28 Promotionsstudium mit dem Ziel der künstlerisch-wissenschaftlichen Promotion zum
29 Doctor of Musical Arts (D.M.A.) an der BHfM (Brandenburgische Hochschule für
30 Musik) Potsdam in der jeweils geltenden Fassung. Die Promotionsordnung enthält
31 Regelungen zu Verfahren und Inhalten der Promotion.

32 § 2 Ziel des Studiums

33 Ziel des künstlerisch-wissenschaftlichen Promotionsstudiums ist die Vertiefung der


34 im vorausgegangenen Studium gewonnenen künstlerisch-wissenschaftlichen
35 Qualifikation. Sie wird durch ein künstlerisches Projekt, eine Dissertation und eine
36 Disputation nachgewiesen.
19
1 § 3 Voraussetzungen des Studiums und Zulassung

2 Nachzuweisen sind

3 1. ein Masterabschluss (alternativ Magister- oder Diplomabschluss oder ein


4 höchstqualifizierter achtsemestriger BA-Abschluss) oder ein gleichwertiges
5 ausländisches Examen eines Musik-, Musikwissenschafts- oder
6 Musiktheater-Regiestudiums an einer wissenschaftlichen oder künstlerisch-
7 wissenschaftlichen Hochschule, das mindestens mit der Gesamtnote "gut"
8 bestanden sein muss,

9 oder

10 2. ein Erstes Staatsexamen bzw. eine Masterprüfung für das Lehramt an


11 Allgemeinbildenden Schulen mit dem Unterrichtsfach Musik an einer
12 wissenschaftlichen oder künstlerisch-wissenschaftlichen Hochschule.

13 3. gute Englischkenntnisse sowie Kenntnisse einer weiteren Fremdsprache.


14 Ausländische Bewerberinnen bzw. Bewerber, die keinen deutschen Schul-
15 oder Hochschulabschluss besitzen, haben gute deutsche Sprachkenntnisse
16 mindestens auf dem Niveau C1 des Gemeinsamen Europäischen
17 Referenzrahmens bzw. ein Äquivalent nachzuweisen.

18

19 § 4 Promotionsausschuss

20 (1) Der Promotionsausschuss ist für alle mit dem Promotionsstudium und dem
21 Promotionsvorhaben zusammenhängenden Fragen zuständig. Näheres ist in § 2 der
22 Promotionsordnung geregelt.

23 § 5 Dauer und Inhalte des Studiums

24 (1) Die Regelstudienzeit des Promotionsstudiums beträgt vier Semester.

25 (2) Das Promotionsstudium umfasst ein Studium im Hauptfach Musikwissenschaft im


26 Umfang von 12 Semesterwochenstunden (im Folgenden: SWS) mit 4
27 Leitungsnachweisen, von denen 2 auf die Erfordernisse der Dissertation ausgerichtet
28 sein sollen; zusätzlich sind bis zu 6 SWS mit 2 Leistungsnachweisen in einem
29 wissenschaftlichen und/oder musiktheoretischen Fach freier Wahl zu belegen. Dazu
30 kommt der projektgebundene promotionsspezifische Unterricht im Bereich des
31 künstlerischen Hauptfachs von 10 SWS. Der Promotionsausschuss bestimmt in
32 Koordination mit den künstlerisch-wissenschaftlichen Betreuern des
33 Promotionsvorhabens, welche Lehrveranstaltungen als wesentlich für das
34 Promotionsstudium anerkannt werden. Art und Umfang der Leistungsnachweise
35 werden von den Seminarleiterinnen und den Seminarleitern zu Beginn der
36 Lehrveranstaltung festgelegt.

37 (3) Bestandteil des Promotionsstudiums ist weiterhin das Studium eines


38 Nebenfaches. Das Nebenfachstudium hat einen Umfang von 8 SWS. Insgesamt sind
39 2 Leistungsnachweise zu erbringen.

40 (4) Als Nebenfächer kommen für den Promotionsgegenstand geeignete Angebote


41 aus wissenschaftlichen Fächern etwa an der Universität Potsdam oder einer
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1 vergleichbaren Institution in Betracht. Weiterhin sind als künstlerisch-
2 wissenschaftliche Nebenfächer Musiktheorie, Komposition, Dramaturgie, Regie und
3 ähnliche künstlerisch- wissenschaftliche Fächer etwa an der Filmhochschule
4 Babelsberg möglich. Das zu bestimmende Nebenfach muss dem
5 Promotionsausschuss mitgeteilt und von diesem genehmigt werden. Auf Antrag
6 können bereits abgeleistete SWS als Nebenfach vom Promotionsausschuss
7 anerkannt werden. SWS, die im Rahmen des Studiums, das für die Zulassung
8 erforderlich ist, geleistet wurden, können nicht für das Nebenfach angerechnet
9 werden.

10 (5) Die wissenschaftlichen sowie die künstlerisch-wissenschaftlichen Nebenfächer


11 werden von der Hochschule und/oder von einer anderen Universität/Hochschule
12 angeboten. Für Lehrveranstaltungen, die an anderen Universitäten/Hochschulen
13 absolviert werden, gelten deren Studien- und Prüfungsordnungen.

14 (6) Die Studieninhalte werden in Form von Vorlesungen, Übungen, Seminaren,


15 Projekten, Kolloquien und praxisbezogenen Exkursionen vermittelt.

16 (7) Studierende berichten mindestens einmal im Semester in einem Doktoranden-


17 Kolloquium (2 SWS) über den Fortgang ihrer Arbeit. Des Weiteren ist die Teilnahme
18 an spezifischen Lehrangeboten für Doktorand/innen verpflichtend. Über Ausnahmen
19 entscheidet der Promotionsausschuss. Die Teilnahme an diesen Lehrangeboten wird
20 im Rahmen des Promotionsstudiums angerechnet.

21 (8) Über die Anrechnung bereits erbrachter Studienleistungen entscheidet der


22 Promotionsausschuss.

23 § 6 Ausnahmen im Zusammenhang mit dem Promotionsstudium

24 Das Erfordernis, das Promotionsstudium zu absolvieren, entfällt, wenn eine Master-


25 (alternativ: Magister oder Diplom) Prüfung in Musikwissenschaft und einem
26 wissenschaftlichen Beifach nachgewiesen wird und die Gesamtnote des Masters
27 bzw. Magisters oder Diploms mindestens „gut“ lautet. Beinhaltete das
28 Musikwissenschaftsstudium kein wissenschaftliches Beifach, so ist das in § 6 Absatz
29 3 vorgesehene Nebenfachstudium in jedem Fall zu absolvieren; es entfällt lediglich
30 das Promotionsstudium im Hauptfach gemäß § 6 Absatz 2.

31 § 8 Promotionsvorhaben

32 Das Promotionsvorhaben (künstlerisches Projekt, Dissertation, Vorbereitung auf die


33 Disputation) wird in der Regel begleitend zum Studium durchgeführt, kann aber (vgl.
34 § 5, 3 der Promotionsordnung) auf bis zu 3 Jahre ausgedehnt werden und endet mit
35 der Abgabe der Dissertation, der Vorstellung des Projekts und der Disputation.

36 § 9 Inkrafttreten

37 Diese Ordnung tritt zum …… 2019 in Kraft.

38 Potsdam, den …… 2019

39 (Brandenburgische Hochschule für Musik)

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