Sie sind auf Seite 1von 6

Modulkontrollarbeit № 1

Wahlkurs „Wortbildungsarten der modernen deutschen Sprache“


für die Studenten des 4. Studienjahres
(der Erste akademische Studiengang mit Bachelor-Abschluss)

Gruppe 25-18

Fakultät für Germanische Philologie

Variante 5
Name, Vorname Kusyk Anastasiia Datum 15.12.2021

Aufgabe I. Erläutern Sie das folgende Problem möglichst ausführlich.


Für die Aufgabe I werden 20 Punkte vergeben. Die Frage wird nach folgender Skala bewertet:
10 Punkte werden für eine detaillierte Antwort gegeben, die den Problembereich in vollem Umgang erläutert. Dabei ist
nur 1 grammatischer bzw. lexikalischer Fehler zulässig;
9 Punkte werden für eine detaillierte Antwort gegeben, die den Problembereich in vollem Umgang erläutert. Dabei
sind 2 grammatische bzw. lexikalische Fehler zulässig;
8 Punkte werden für eine weniger detaillierte und dabei ausreichende Antwort gegeben. Der Student illustriert nicht
jeden Fall mit treffenden Beispielen. Dabei sind 3 grammatische bzw. lexikalische Fehler zulässig;
7 Punkte werden für eine weniger detaillierte und dabei ausreichende Antwort gegeben. Der Student illustriert nicht
jeden Fall mit treffenden Beispielen. Dabei sind 4 grammatische bzw. lexikalische Fehler zulässig;
6 Punkte werden für eine nicht volle Antwort gegeben. Der Student beherrscht den Stoff nicht gründlich, kann
Grundbegriffe nicht exakt definieren. Dabei sind 5 grammatische bzw. lexikalische Fehler zulässig;
5 Punkte werden für eine nicht volle Antwort gegeben. Der Student beherrscht den Stoff nicht gründlich, kann
Grundbegriffe nicht exakt definieren. Dabei sind 6 grammatische bzw. lexikalische Fehler zulässig;
4 Punkte werden für mangelhafte Kenntnisse, eine lückenhafte Präsentation des theoretischen Stoffes gegeben. Dabei
sind 7 grammatische bzw. lexikalische Fehler zulässig;
3 Punkte werden für mangelhafte Kenntnisse, eine lückenhafte Präsentation des theoretischen Stoffes gegeben. Dabei
sind 8 grammatische bzw. lexikalische Fehler zulässig;
2 Punkte werden für mangelhafte Kenntnisse, eine lückenhafte Präsentation des theoretischen Stoffes gegeben. Dabei
sind 9 grammatische bzw. lexikalische Fehler zulässig;
1 Punkt wird für ungenügende Kenntnisse, eine lückenhafte Präsentation des theoretischen Stoffes gegeben. Dabei sind
mehr als 10 grammatische bzw. lexikalische Fehler zulässig;
1 Punkte werden beim Verzicht auf die Antwort gegeben.

1. Charakterisieren Sie den Begriff des Morphems. Nennen Sie Grundmorpheme und Affixe.
Das Morphem ist die kleinste bedeutungstragende sprachliche Einheit. Man
unterscheidet grammatische und lexikalische Morpheme.
Grammatische Morpheme dienen zur Bildung grammatischen Formen. Zu
ihnen gehören:
- das Präfix ge- und das Suffix -t des Partizips II (gemacht),
- das Präteritumsuffix -te (machte),
- das Infinitivsuffix -en (machen),
- Komparationssuffixe -er (größer) -st ( der größte),
- pluralbildende Suffixe (-er,-en, -s,-e).
Lexikalische Morpheme dienen zur Bildung neuer Wörter. Zu ihnen gehören:
- Verbalpräfixe be, ge, er, ver, zer, ent, emp, miss, ab, an, mit, nach, zu, bei;
- Verbalsuffixe: husten – hüsteln, lachen – lächeln, Studium – studieren;
- Nominalsuffixe der Feminina: haft, schaft, heit, keit, in, e, tion, ei, ung;
- Nominalsuffixe der Maskulina: er, ler, ling, ar, ismus , ist, ant, ent;
- Nominalsuffixe der Neutra: um, lein, chen, ium, nis.

Man unterscheidet freie und gebundene Morpheme.


Freie können als Grundmorpheme den lexikalischen Stamm bilden.
Das Wurzelmophem eines Wortes kann sich bei der grammatischen
Abwandlung verändern. Dabei bleibt die lexikalische Bedeutung des Wortes stabil:
lesen, las, liest; stark, stärker; Haus, Häuser. Das Morphem wird als eine Gesamtheit
von Varianten betrachtet. Die Varianten nennt man Allomorphe.
Bei der Wortbildung hat man auch mit Allomorphen zu tun.
z. B.: der Garten – der Gärtner – das Gärtchen,
der Berg – das Gebirge,
singen – der Gesang – der Sänger,
Gebundene erscheinen nur in Verbindung von Affixen mit freien Morphemen.
Affixe lassen sich unter funktionalem Aspekt in zwei Subgruppen aufgliedern:
1. Wortbildungsmorpheme
dienen ausschließlich der Bildung von Wörtern; hinsichtlich ihrer Stellung zur
Derivationsbasis ergeben sich zwei Möglichkeiten:
• – Präfixe stehen vor der Basis (ent-fliehen, Ge-stein),
• – Suffixe stehen nach der Basis (Neu-heit, wind-ig).
2. Flexionsmorpheme
dienen somit der Charakterisierung der Wortarten.
• Verb: -e, -e(st), -(e)t, -(e)n, -end, -te, ge-; Umlaut (fangen – fängt), Ablaut
(binden – band) [Tempus, Modus, Genus Verbi, Person, Numerus].
• Nomen: (Substantiv, Adjektiv, Pronomen, Numerale): -(e)s, -(e)n, -e, -er, -em,
-ens, -st; Umlaut (Zug – Züge) [Genus, Kasus, Numerus, Komparation].

Es gibt Lautkomplexe, die weder zu den Wurzelmorphemen noch zu den


Wortbildungsmorphemen gehören. Sie haben einen unikalen Charakter und heissen
Pseudomorpheme oder Restelemente:
Bräutigam: gam ist ein Pseudomorhem; beginnen: gin ist ein Pseudomorphem.
(Sonnenstrahlen,
Punkte ________________

2. Charakterisieren Sie die explizite Derivation der Substantive.


Die explizite Derivation zerfällt in zwei Teile, je nachdem, ob das Affix vor
oder nach dem Grundmorphem angeheftet wird. Affigierung vor dem
Grundmorphem bezeichnet man als Präfigierung; wird das Affix hinten an das
Grundmorphem angeheftet, so spricht man von Suffigierung.
Bei der Präfigierung wird im Deutschen ein frei oder gebunden
vorkommendes Morphem vor ein Lexem geheftet. Dabei werden die nur gebunden
vorkommenden Präfixe (wie z. B. be - in be-halten, un - in un-würdig) als Präfixe im
engeren Sinne bezeichnet; die Präfixe, die auch frei vorkommen können (wie z.
B. auf - in auf-halten, Auf-satz) bezeichnet man als Präfixoide.
Die deutsche Sprache kennt solche heimischen Präfixe wie:
 Erz-: Erzherzog, Erzlump, Ezlügner;
 Ge-: Stein → Gestein, Wolke → Gewölk, Bruder → Gebrüder;
 Haupt-: Hauptziel, Hauptgebäude, Hauptbestandteil;
 Miss-: Misserfolg, Missstimmung, Misswirtschaft;
 Un-: Treue → Untreu, Unrichtigkeit;
 Ur-: Zustand → Urzustand, Urbewohner;
Und solche fremden Präfixe:
 Anti-: Antimilitarismus, Antikrebsmittel;
 Dis-: Disharmonie, Dissident;
 Ex-: Exkanzler, Exkönig;
 Hyper-: Hyperproduktion, Hypernervosität;
 In-: Intoleranz, Instabilität, Illegimität;
 Ko-: Kotrainer, Koautor, Koföderation; Kollaboration;
 Pro-: Proseminar, Prorektor (Stellvertreter des Rektors);
 Re-: Reprivatisierung, Rekonstruktion;
 Sub-: Subdirigent, Subkategorie;
 Super-: Supertalent, Superleistung;
 Trans-: Transkaukasien, Transfusion;
 Ultra-: Ultramikroskop, Ultralinker.
Die Suffigierung heftet ein frei oder gebunden vorkommendes Morphem hinten an
ein Grund-morphem an. Man spricht von Suffixen im engeren Sinne (wie z. B. –
ung in Scheid-ung) so-wie von Suffixoiden (wie z. B. – zeug in Werk-zeug, Flug-
zeug) 
Zu den heimischen Suffixen gehören:
 Suffix –e (begrenzte Priduktivität)
1) Bezeichnung von Prozessen, Gegenständen bzw. Geräte, Orten und Räumen:
pflegen → Pflege, Einreise; Liege, Binde; Schmiede, Ausleihe. Umgangs-und
Jugendsprache: funken → Funke, Tanke, Putze, Schreibe.
2) Abgelauteter Präteritalstamm simplizischer und komplexer Verben: Vergabe
(aus vergeben), Grube (aus graben), Stiege (aus steigen).
3) Verbale Wortgruppe: Inbetriebnahme (aus Betrieb nehmen), Vogelscheuche
(auf Feldern stehende Stange mit alten Kleidern zum Abschrecken der Vögel).
 Suffix –ei:
Derivationsbasis Verb: heucheln → Heuchelei, rennen → Rennerei, Klingelei;
Derivationsbasis Substantiv: Brauerei (Brauer), Weber (Weberei), Gärtner
(Gärtnerei).
 Suffix -el:
Derivationsbasis Verb: Hebel ← heben, Zug ← ziehen, Griffel ← greifen;
Derivationsbasis Substantiv: Ärmel ← Arm.
 Suffix –er:
Derivationsbasis Verb: Drucker, Verkäufer, Raucher, Denker, Besucher, Leser
Derivationsbasis verbale Wortgruppen: Dach decken ← Dachdecker,
Liedermacher, Filmemacher;
Derivationsbasis Substantiv: Spanien → Spanier, Ägypten → Ägypter, Kuba →
Kubaner, Florenz → Florentiner, Akademie → Akademiker;
Derivationsbasis Numerale: Zehner, Hunderter, Achter, Zwanziger,
Mittdreißigerin
 Suffixe –ler, -ner:
Derivationsbasis: Kunst → Künstler, Dorf → Dörfer, Sport → Sportler,
Wirtschaft → Wirtschaftler;
Derivationsbasis Verb: abweichen → Abweichler;
Desubstantivische Personenbenennungen: Zoll → Zöllner, Rente → Rentner.
 Suffix -heit(-keit,-igkeit):
Derivationsbasis Adjektiv: klug → Klugheit, Dummheit, Klarheit; Fröhlichkeit,
Wirksamkeit, Lebhaftigkeit, Sprachlosigkeit;
Derivationsbasis Substantiv: Kindheit, Torheit; Streitigkeit, Farbigkeit;
Derivationsbasis Numerale: Einheit, Dreiheit.
 Suffix –ling:
Derivationsbasis Verb: schaden → Schädling, Prüfling, Lehrling;
Derivationsbasis Adjektiv: Schönling, Feigling;
Derivationsbasis Substantiv: Gunst → Günstling, Schreiberling;
Derivationsbasis Numerale: zwei → Zwilling, Fünfling, Erstling.
 Suffix –nis:
Derivationsbasis Verb: begraben → Begräbnis, gestanden → Geständnis;
 Suffix –schaft:
Derivationsbasis Substantiv: Lehrer → Lehrerschaft, Freundschaft, Landschaft;
Derivationsbasis Verb: Errungenschаft, Gefangenschaft, Bekanntschaft;
Derivationsbasis Adjektiv: Bereitschaft, Schwangerschaft.
 Suffix –sel: Sachbezeichnungen: Füllsel, Mitbringsel, Überbleibsel.
 Suffix –tel:
Derivationsbasis Grundzahlen: Fünftel, Sechstel, Zwanzigstel, Dreißigstel.
Bruchzahlen: ein Zehntel der Bevölkerung.
 Suffix –tum:
Derivationsbasis Substantiv: Parasit → Parasitentum, Abenteurertum, Strebertum
Derivationsbasis Adjektiv: Heiligtum, Reichtum
Derivationsbasis Verb: Irrtum, Wachstum.
 Suffix –ung:
Derivationsbasis Verb: Gründung, Heilung, Klärung, Informierung,
Deutlichmachung;
Derivationsbasis Substantiv: Satzung, Waldung;
Derivationsbasis Adjektiv: Niederung, Festung.
Zu den fremden Suffixen gehören:
-ade: Hanswurst → Hanswurstiade, panieren → Panade;
-age: sabotieren → Sabotage, Karton → Kartonage;
-alien: Musik → Musikalien, Person → Personalien;
-and (-end): examenieren → Examinand, substrahieren → Subtrahend;
-ant (-ent): immigrieren → Immigrant; Student → Studierender;
-anz (-enz): dominieren → Dominanz, tendieren → Tendenz;
-ar(-är): Funktion → Funktionär, Bibliothek → Bibliothekar;
-ast: Gymnasium → Gymnasiast;
-ee: resümieren → Resümee;
-erie: Scharlatan → Scharlatanerie;
-eur: hypnotisieren → Hypnotiseur, frisieren → Friseur.

Punkte ____

Aufgabe II. Setzen Sie die angegebenen Wörter zu einem Kompositum zusammen!
Für die zweite Aufgabe werden 30 Punkte vergeben. Für jede richtige Antwort werden drei Punkte
vergeben.

Land mit niedrigen Löhnen, Verkaufsstand für Kuchen mit Heidelbeeren, jährlicher Ausgleich der
Lohnsteuer, Werk zum Heben von Schiffen, Erhöhung der Einschaltquoten im Fernsehen, Alarm
infolge der Katastrophe eines Öltankers, Minister des Bundes für die Verteidigung,
durchschnittliches Entgelt für die Beförderung, Abkommen über die doppelte Besteuerung,
Erstattung der Kosten für die Fahrt mit dem Schulbus, ergänzendes Gesetz zu Leistungen in der
Pflege.

Land mit niedrigen Löhnen - Niedriglohnland


Verkaufsstand für Kuchen mit Heidelbeeren – Heidelbeerkuchenverkaufsstand
jährlicher Ausgleich der Lohnsteuer – Lohnsteuerjahresausgleich
Werk zum Heben von Schiffen – Schiffshebewerk
Erhöhung der Einschaltquoten im Fernsehen – Einschaltquotensfernsehenerhöhung
Alarm infolge der Katastrophe eines Öltankers – Öltankerskatastrophenalarm
Minister des Bundes für die Verteidigung – Verteidigungsbundesminister
durchschnittliches Entgelt für die Beförderung – Beförderungsdurchschnittlichenentgelt
Abkommen über die doppelte Besteuerung – Doppelbesteuerungsabkommen
Erstattung der Kosten für die Fahrt mit dem Schulbus – Schulbusfahrkostenentstattung
ergänzendes Gesetz zu Leistungen in der Pflege – Ergänzpflegeleistungsgesetz

Aufgabe III. Bilden Sie mithilfe der unter a) angeführten Substantive geläufige Komposita des
Vergleichs, indem Sie diese den Adjektiven b) zuordnen!
Für die dritte Aufgabe werden 20 Punkte vergeben. Für jede richtige Antwort werden zwei Punkte
vergeben.

a) Stroh, Biene, Pudel, Stahl, Lamm, Faden, Aal, Knie, Wiesel, Pfennig
b) fromm, dünn, glatt, dumm, hart, tief, flink, groß, fleißig, nass.

Strohdumm bienenfleißig, pudelnass, stahlhart, lammfromm, fadendünn, aalglatt, knietief,


fadendünn, wieselflink, pfenniggroß.

Aufgabe IV. Ordnen Sie die Verben mit zer- den Mustern „teilen/zerkleinern“ und
„beschädigen“ zu!
Für die vierte Aufgabe werden 30 Punkte vergeben. Für jede richtige Antwort werden drei Punkte
vergeben.
zerstechen (Autoreifen), zerstampfen (Kartoffeln), zerknittern (Hemd), zerwühlen (Acker),
zergliedern (Sätze), zerlegen (Motor), zertreten (Blumen), zersägen (Baumstamm), zerkauen
(Speisen), zerkratzen (Lack).

„teilen/zerkleinern“
zerstampfen (Kartoffeln), zergliedern (Sätze), zerlegen (Motor), zerkauen (Speisen).

„beschädigen“
zerstechen (Autoreifen), zerknittern (Hemd), zerwühlen (Acker), zertreten (Blumen), zersägen
(Baumstamm), zerkratzen (Lack).

Pro Modularbeit können insgesamt 100 Punkte vergeben werden. Die Bewertungsscala entspricht
den Noten wie folgt:

90-100 Punkte 90- 100% - ″5″ ( sehr gut )


89- 75 Punkte 75- 89 % - ″4″ ( gut )
74- 51 Punkte 60- 74 % - ″3″ ( befriedigend )
50 Punkte und weniger 59% und weniger - ″2″ ( ungenügend )

Verfasser: Doz., Dr. habil. Khodakowska N.G. _________________

Bestätigt in der Sitzung des Lehrstuhls für Deutsche Philologie


Protokoll № 5 vom 11.11.2021

Lehrstuhlleiter: Prof., Dr. habil. Hamsjuk M.W.

Das könnte Ihnen auch gefallen