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eDOSSIER

14.2014
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E-Shop-Systeme für
Designer
Shopping-Plattformen, Mietshops,
Open-Source-Lösungen für den leichten
Einstieg in den E-Commerce

Das PAGE eDossier 14.2014 enthält Beiträge aus PAGE 08.2013 (Juli 2013) im Originallayout.
IMPRESSUM Redaktion PAGE, Borselstraße 28, 22765 Hamburg; info@page-online.de; Telefon: 040 85183-400, Fax: -449; www.page-online.de; Chefredakteurin/Publisher: Gabriele Günder, V.i.S.d.P. Autoren:
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GmbH & Co. KG, Karlstraße 3, 89073 Ulm Geschäftsführer: Gerrit Klein, Martin Metzger (Stellvertreter), Florian Ebner Urheberrecht: Alle Beiträge sind ur­he­berrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch Übersetzun­gen
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arbeiter in Betracht. Weitere eDossiers, Einzelhefte und Aboangebote gibt’s unter shop.page-online.de
002 PAGE eDossier 14.14 (Beitrag aus PAGE 08.2013)

E(asy) Commerce
Nie war es so einfach, seine Produkte online zu verkaufen.
Davon profitieren auch Designer, die schnell und ohne großes
Risiko selbst in den E-Commerce einsteigen können

PAGE Online n Ob Poster, Kissenbezüge, T-Shirts, User Experience bei hmmh multi­me­dia­
Sämtliche Links Schmuck, Möbel oder Magazine – or­i­ haus AG und stellvertretender Vor­sit­
finden Sie unter gi­nelle Designstücke und Limited Edi- zender der Fachgruppe E-Com­mer­ce
www.page-online. tions gehen im Netz derzeit weg wie im BVDW (siehe Interview auf Seite 5).
de/easycommerce nix. Sei es auf Plattformen wie Etsy und
DaWanda, in kurarierten Shops wie Fab, Bei Open-Source-Lösungen bezahlt
Monoqi und selekkt.com oder in eigen­ der Designer in den meisten Fällen für
stän­digen Webshops. Designer, die in Support und Zusatzfunktionen – wie
ihrer Freizeit Produkte gestalten, kön- viel das ist, hängt von der Größe des
nen diese heute schnell und problem- Shops und des Servicepakets ab, für
los selbst im Internet verkaufen und das er sich entscheidet. Ein gewisses
sich damit ein Zubrot verdienen oder Maß an Programmierkenntnissen ist
ein zweites Standbein aufbauen. So hier allerdings ratsam. Denn auch wenn
fin­gen Eike Braunsdorf und Kathinka die meisten Anbieter mit einfachem
Petsch 2009 damit an, ihre bunte Kin- Set-up werben, sollte man zumindest
dermode nebenbei über DaWanda zu rudimentär mit HTML, CSS und Con-
verkaufen. Heute hat sich ihr Sortiment tent-Management-Systemen vertraut
enorm erweitert und sie betreiben ih- sein. Das gilt natürlich umso mehr für
ren Shop Bonnie & Buttermilk haupt- den Fall, dass man den eigenen Shop
beruflich. »Wir sind da so reingerutscht. weiterentwickeln möchte.
Eike ist eigentlich Fotografin und ich Bei Software-as-a-Service-Modellen
habe Filmwissenschaften studiert«, er­ hat der Kreative dagegen so gut wie
klärt Kathinka Petsch. Die beiden ha- keinen Kontakt mit der Programmie-
ben mit ihren Produkten einen Nerv rung. Viele Webshops lassen sich per
getroffen – und DaWanda war für sie Drag-and-drop und über Auswahlme-
genau die richtige Plattform für den nüs gestalten. Nur wer individuelle An­
Start in den E-Commerce. Jetzt arbei­ passungen vornehmen will, muss in
ten sie daran, sich einen eigenen On- den Code einsteigen. Hier bezahlt man
lineshop aufzubauen. fast immer eine monatliche Gebühr so­
Gerade zu Beginn hat man oft we- wie in manchen Fällen Provision. Die-
der viel Zeit noch Budget für die Gestal­ se Variante ist besonders für den An-
Der Bundesverband tung eines eigenen Shops. Das ist aber fang attraktiv, wenn noch nicht klar ist,
Digitale Wirtschaft kein Problem mehr, denn im Gegensatz ob das Geschäftsmodell trägt – aber
(BVDW) hat eine zu den Anfangszeiten des Internethan­ auch für erfolgreiche Verkäufer, die
Check­liste zum dels gibt es heute unzählige An­bieter ein­fach überhaupt keine Lust auf Pro­
Einsatz und Betrieb von Shopsystemen auch und ge­rade gram­­mieren ha­ben. Tracking- und In­
von Onlineshops für Leute, die noch keine Erfahrung auf ven­­tar­tools, mo­bile Website und Social-
zusammengestellt. diesem Feld haben. Für sie sind neben Media-Anbindung gehören bei den al-
Sie hilft bei der den Shopping-Plattformen Mietshops lermeisten Sys­temen zu den Standards,
Analyse des eigenen
Hier steht eine aus der Sparte Software as a Service auch die Customization-Möglichkei­ten Die Illustratorin Sarah
Geschäftsmodells
Bildunterschrift. oder Open-Source-Anwendungen inte­ werden zu­nehmend ausgefeilter. Illenberger hat ihren
sowie
Hier dereine
steht indivi­ ressant. Bei beiden sind die Startkos­ Wir stellen im Folgenden für Kre­­- Shop mit Tictail (siehe
duellen Anforderun­
Bildunterschrift. ten relativ gering, weil keine Lizenz­ ative interessante Shopping-Plattfor­ Seite 6) eingerich-­
gensteht
Hier an eineine
Shop­ gebühren anfallen. Welche Lösung die men sowie Miet- und Open-Source- tet. Bei der Individu­ali­
system. Kostenfrei
Bildunterschrift. rich­tige ist, hängt unter anderem vom Shops mit ihren jeweiligen Besonder- sie­rung half ein
herunterzuladen
Hier steht eine eigenen technischen Know-how ab, so heiten, Zielgruppen, Preisen und Fall- Digitalspezialist
auf www.bvdw.org
Bildunterschrift. Thorben Fasching, Director Marke­ting & beispielen vor.
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Tictail
www.sarahillenberger.com
004 PAGE eDossier 14.14 (Beitrag aus PAGE 08.2013)

Shopping-Plattformen Einer von vielen – aber viel Aufmerksamkeit


n Erste Anlaufstelle für handgemach­ »Mit einer eigenen Website ist es auch erst mal aufgenommen werden.
te Produkte sind oft die Marktplätze be­sonders am Anfang schwierig, so viel Bei der deutschen Plattform Monoqi
DaWanda 1 und Etsy. Entsprechend Aufmerksamkeit zu erzeugen«, meint können sich Designer gar nicht selbst
groß ist das Angebot und somit die Kathinka Petsch. Jetzt, wo sich Bonnie & bewerben, sondern werden von Scouts
Kon­kurrenz unter den Verkäufern. Die Buttermilk einen Namen gemacht hat, dafür ausgesucht.
Betreiber verlangen für das Einstellen wollen die beiden Designerinnen zu- Beim Vorreiter aus Amerika Fab 3
von Artikeln zwischen 10 und 30 Cent sätzlich einen eigenen Webshop laun­ kann man über die Website zumindest
(je nach Preiskategorie) sowie eine Pro­ chen. »Das ist der nächste Schritt, um anfragen, ob Interesse an einer Krea­
vision von 5 (DaWanda) und 3,5 Prozent unabhängiger zu sein und ein zweites tion besteht. Die Höhe der Provision
(Etsy). Mit etwas Glück und natürlich gu­ Standbein aufzubauen.« Derzeit ent- hängt von der Produktkategorie ab so­
ten Produkten lässt sich dort ein gu­tes wickeln sie zusammen mit einem Gra- wie davon, ob Fab das Warenrisiko
Geschäft machen, wie Eike Braunsdorf fikbüro eine Website samt Shop mit über­nimmt, indem sie dem Designer
und Kathinka Petsch festgestellt ha­ben, der Software-as-a-Service-Lösung Jim­­ eine bestimmte Stückzahl abnimmt
die auf DaWanda den Kleidungs- und do (sie­he Seite 6 f.). Ihren DaWanda- und selbst einlagert. Zusätzlich hat Fab
Accessoires-Shop Bonnie & Buttermilk Shop wollen sie parallel betreiben. einen Newcomer-Wettbewerb ein­ge­
betreiben. Sie haben vor al­lem von dem Etsy 2 ist nach wie vor sehr ameri- führt, der erstmals auf der Milan De-
Traffic profitiert. Läuft ein Shop gut, fea­ kanisch geprägt, was viele deutsche sign Week 2013 stattfand. Hier konn-
turet DaWanda ihn zu­dem in Newslet- Käufer abschreckt – unter anderem ten Designer ihre Produktideen einrei­
tern und im hauseigenen »Love Mag«. wegen der hohen Versandkosten von chen, die eine Expertenjury bewerte­te.
kleinen Shops aus den USA. Zwar sto- In Mailand konnten sich zwölf Entwür-
ßen die Betreiber vermehrt in den fe durchsetzen, die Fab nun produ-
deut­schen Markt vor, zum Beispiel mit ziert und vertreibt.
der Etsy Labs genannten Workshop­
reihe in Berlin und Hamburg. Im Un-
terschied zu DaWanda beschränkt sich
die Zielgruppe aber hauptsächlich auf
die Hipsterszene.

Eine andere Möglichkeit, seine Pro­


duk­te zu vertreiben, sind kuratierte
Web­shops. Aufgrund des reduzierten,
ausgewählten Sortiments ist hier die
Aufmerksamkeit für die einzelnen Ar-
tikel größer. Allerdings muss man eben

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PAGE eDossier 14.14 005

Interview
Die Betreiber von selekkt.com 4 Thorben Fasching, Director
haben es sich zur Aufgabe gemacht, Mar­ke­ting & User Experience bei
jun­ge deutsche Nachwuchsdesigner zu hmmh multimediahaus AG
unterstützen. Sie ermöglichen ausge- und stellvertretender Vorsitzender
wählten Herstellern den Direktverkauf der Fachgruppe E-Commerce
über ihre Plattform und sorgen außer-
im BVDW, gibt Tipps zum Thema
dem für Buzz. »Marketing und Vertrieb
erfordern immer noch sehr viel Erfah- Shopsysteme
rung, Kapital und vor allem Durch­hal­
tevermögen – und das sind bei einer Welches Shopsystem eignet sich für men wettbe­werbsrechtliche Regelun­
Gründung fast immer knappe Mittel«, E-Commerce-Einsteiger am besten: gen, urheber­rechtliche und marken-
so Mitgründer Sebastian Hübsch­mann. Open Source, Software as a Service rechtliche Fra­gen sowie die Informa-­
»Wir unterstützen unsere Verkäufer bei oder Eigenentwicklung? ­ti­onspflichten des Telemediengeset­
der Bekanntmachung und Präsenta­ Thorben Fasching: Das hängt sowohl zes. Nicht jeder ausländische Anbieter
tion ihrer Produkte. Der Designer muss vom vorhandenen Technik-Know-how besitzt die nötige Expertise im eige-
bei uns sein Produkt letztlich nur noch als auch vom Geschäftsmodell ab. Zwar nen Haus, um deutsche Shopbetreiber
ver­sandfertig zur Post bringen.« Für ihr bieten Soft­ware-as-a-Service-Modelle in diesen Fragen fundiert zu be­raten.
Angebot nehmen die Betreiber rund Shopbetreibern niedrige An­fangs­in­ Wie beurteilen Sie Shopping-Plattfor­
50 Euro Set-up-Gebühren und 20 Pro- ves­titionen, aber dauerhafte Kosten men wie Etsy, DaWanda oder eBay als
zent Provision bei jedem Verkauf. Über beziehungsweise geringere Margen. Vertriebskanäle?
zehn Produkte pro Anbieter sind nicht Open Source bietet dagegen den Vor- Sie bieten den Vorteil, dass dort eine
zugelassen. Selekkt.com hat eben­falls teil, dass viele Features schon existie- enorme Reichweite in der ge­wün­sch­
ein Scouting-Team, das nach originel­len ren – vorausgesetzt, man wählt eine ten Zielgruppe geschaffen wird. Die­sen
Designobjekten Ausschau hält, aber Software, die eine große Community Traffic müssten Shopbetreiber sonst
auch ein offenes Ohr für Bewerber hat. hat. Eine Eigenprogrammierung emp- teuer einkaufen. Nachteilig sind Ver-
Zudem bietet selekkt individuelle In- fiehlt sich nur bei sehr individuellen kaufsprovisionen und der Wettbewer-
terfaces für Verkäufer an, bei denen Wünschen und ausreichenden mone- ber, der oft nur einen Klick entfernt ist.
die Plattform selbst in den Hintergrund tären Kapazitäten sowie personellen Es dürfte aber kaum machbar sein, ei-
tritt. Bisher nutzen das Angebot vor al­ Ressourcen. Statt dauerhafter Kosten nen zunächst unbekannten Shop in der
lem Anbieter mit einem größeren Sor- fallen hier dauerhafte Entwicklungs- gleichen Zeit mit den gleichen Mitteln
timent, sagt Hübschmann. Derzeit pla­ aufwände an. Eine generelle Empfeh- zu einer zweistelligen Umsatzrendite zu
nen die Betreiber den Ausbau des Mo- lung lässt sich deswegen kaum finden. führen, wie wenn ich meine Arti­kel auf
dells, bei dem dann eine monatliche Unterm Strich besitzt Open Source ge- einer Shopping-Plattform ver­äu­ße­re.
Grundgebühr anfällt. wissen Vorteile gegenüber Software as Wie macht man einen Webshop erfolg-
a Service, eine Eigenentwicklung eig­ reich? Welche Marketingtools können
net sich eher für größere Unterneh- auch Einsteiger gut umsetzen?
men mit internem Technik-Know-how. Online-Shops müssen durch eine gute
Würden Sie von Anbietern aus dem Usability das Interesse der Nutzer er-
Ausland abraten? wecken und dieses bis zum Kaufab-
Grundsätzlich empfiehlt sich, einen An­ schluss aktivieren. Bei größeren Än­
bieter zu wählen, der national weit ver­ de­rungen eignen sich klassische A/B-
breitet ist und bei dem man weiß, dass Tests, um Herausforderungen in der
man auf der sicheren Seite ist. Beson- Benutzerführung im Live-Betrieb zu
ders bei Fragen nach den rechtli­chen optimieren. Ebenfalls wertvoll ist das
Anforderungen im Digital Commerce Bestandskundenmarketing, das um in­
stellt die deutsche Gesetzgebung hohe telligente Newsletter, Social-Media-In­
Anforderungen an die Markt­teil­neh­ tegrationen und Verknüpfungen sowie
mer, sodass der Shopbetreiber von ei- Recommendations aufpoliert wer­den
ner guten Beratung des Dienstleisters kann. Am Ende entscheiden die ange-
profitieren kann. E-Com­merce berührt botenen Produkte und das Preis-Leis­
die Vorschriften des BGB für Vertrags- tungsverhältnis, ob ein Webshop die
abschlüsse im In­ternet, die Fernabsatz­ Kunden überzeugt – doch ein attrakti­
verträge und Vorschriften zum elek­tro­ ves Produktangebot sollte eine Voraus­
nischen Ge­schäfts­verkehr. Hinzu kom- setzung des Verkaufsgedanken sein.

»Ich sehe leichte Vorteile von Open Source


gegen­über Software as a Service, eine Eigen-
entwicklung eignet sich eher für größere
4 Firmen mit internem Technik-Know-how«
006 PAGE eDossier 14.14 (Beitrag aus PAGE 08.2013)

Mietshops Gestalterisch eingeschränkt – aber einfach und komfortabel­


n Mietshops sind auf den Servern des Anbieter sie erfüllen kann. Da man sich Neben dem einfachen Einrichten
Providers installiert, wofür man in den in eine gewisse Abhängigkeit begibt, un­terstützt Tictail die Verkäufer mit
meisten Fällen eine monatliche Ge- sollte man sich für ein etabliertes Un- ei­nem To-do-Feed, der sie beispiels-
bühr bezahlt. Dieser stellt die gesam­ ternehmen entscheiden, das gute und weise daran erinnert, neue Produkte
te tech­ni­sche Infrastruktur sowie das zahlreiche Referenzen aufweisen kann. auf Twitter oder Facebook zu posten.
Programmier-Know-how als Service zur Darüber hinaus muss der Shop natür- Beide Social Networks sind per Plug-in
Ver­fügung. Der Designer kann seinen lich die nationalen Datenschutzrichtli- in­te­griert. Statistiktools im Backend
Shop via Browser von überall aus bedie­ nien erfüllen und der Kaufprozess soll­ ge­ben außerdem Auskunft über Besu­
nen. Damit sind Software-as-a-Service- te möglichst transparent gestaltet sein. cher­zahlen und Inventar. Der Shop
Lösungen die einfachste und schnells­ Wir haben einige Shopsysteme ausge- lässt sich in die eigene Website einbin-
te Variante, einen eigenen Shop zu be- wählt, die sich primär an Einzelverkäu- den. Prominentes Beispiel dafür ist die
treiben. Sie eignen sich perfekt, um fer richten, viele von ihnen speziell an Illustratorin Sarah Illenberger: Ihr Shop
das Interesse für die eigenen Produk­ Kre­a­tive. Alle Systeme bieten eine zwei- wird zwar von Tictail gehostet, er fügt
te zu testen sowie erste Erfahrungen bis vierwöchige Testphase gratis an. sich visuell aber nahtlos in www.sarah
im E-Commerce zu sammeln, ohne all- ­illenberger.com ein. Illenberger zog für
zu viel zu investieren. die Gestaltung einen Digitalspezialis­
Mietshops gehen allerdings mit ei-
1 Tictail ten hinzu, der mit dem System vertraut
Preis: Freemium
nigen Einschränkungen bei der Gestal­ ist und spezielle Wünsche wie Rah-
≥ www.tictail.com
tung und dem Betrieb einher. Daher mungsoptionen umsetzen konnte. Die
gilt es abzuwägen, wo die eigenen Be- Das im Mai 2012 gelaunchte schwedi­ Illustratorin lobt außerdem die ein-
dürfnisse liegen und ob der jeweilige sche Shopsystem ist sehr einfach zu be- wandfreie Verknüpfung zu Paypal.
dienen und zeichnet sich durch schicke
Design-Templates aus. Wer tie­fere Ein- Fazit: Tictail bietet alles Notwendige
griffe vornehmen will, kann auch in den und bleibt dabei schlank und gut be­
Code einsteigen. Ziel­grup­pe sind vor dienbar. Einigen Nutzern ist das Sys­tem
all­em Indie-Marken und klei­ne Bou­ti­ aber zu rudimentär. Das Free­mium-
quen. Das Besondere an Tic­tail ist das Modell ist besonders für E-Com­merce-
Preismodell: Der Dienst ist komplett Einsteiger interessant.
kos­tenlos. Nur Zusatz-Apps wie Custom
Do­main (etwa 1 Dollar im Mo­nat), Gut­
schein­codes (je cir­ca 5 Dollar monat-
2 Jimdo
Preis: von kostenlos bis 180 Euro
lich) oder Passwortschutz kosten extra.
≥ www.jimdo.com
Den Webseiten-Baukasten Jimdo gibt
es seit 2007, seit 2011 gehören auch
Miet­shops zum Angebot. Die Preise
sind gestaffelt von einer Gratisversion
(limitiert auf fünf Produkte) über eine
Pro- (60 Euro im Jahr, 15 Produkte) bis
hin zur Business-Ausführung (180 Eu-
ro, unbegrenzte Produktanzahl und

1 2 3
PAGE eDossier 14.14 007

weitere Extras). Neben der einfachen Verkäufers an. Fashiondesigner James de höhere Version mehrere Features
Einrichtung mit zahlreichen Gestal­ Castle (  www.jamescastle.de  ) lobt be- bietet. Die maximale Produktanzahl
tungs­mög­lich­keiten kennzeichnet Jim- sonders das Trackingsystem, das den liegt bei 300 Artikeln.
do die Ko­operation mit Trusted Shops, Shopbetreiber bei drohenden Eng­päs­ Melanie Petersen, Betreiberin des
ei­nem europäischen Unternehmen für sen benachrichtigt. Fashion- und Accessoires-Shops  www.
die Zer­tifizierung von Online-Shops. hellopetersen.de  , schätzt an Big Cartel
So­cial-Media-Anbindung und Such­ma­ Fazit: Shopify lohnt sich für alle, die es vor allem die Möglichkeit, den Shop in
schi­nen­optimierung gehören ebens­o ernst meinen. Die Kosten sind höher ihre bestehende Website einzubinden.
zum Jimdo-Angebot wie eine optimier­ als bei anderen Anbietern, dafür gibt Auch die Statistiktools bewertet sie als
te Mobile Site. es ein breit gefächertes Rundumange- sehr ausführlich und hilfreich. »Zwar
»Mit Jimdo kann man ohne Risiko bot und guten Support. stößt man schnell an die Grenzen bei
oder hohe Startkosten loslegen«, sagt den Gestaltungsmöglichkei­ten, aber
Gisa Klement, Betreiberin des Shops das An­gebot ist gut gemacht und es
für Krawatten Pattern of Society (  www.
4 Big Cartel gibt ständig Updates«, sagt sie. Sie ist
Preis: von kostenlos bis 30 Dollar
patternofsociety.com  ). »Aber die Ge­ Diamond-Nutzerin und hatte bei der
≥ www.bigcartel.com
stal­tungsmöglichkeiten sind doch et- Ent­wicklung ihres Shops Unterstüt­zung
was begrenzt. Für kreative Freigeister Big Cartel gibt es schon seit 2005, wo- von einem Webdesigner.
ist das wahrscheinlich eher nichts. Wir mit das Shopsystem zu jenen gehört,
haben unserem Shop mit einem exter­ die am längsten am Markt sind. Es rich­ Fazit: Big Cartel bietet ein solides An-
nen Jimdo-Template von Gud­The­mes tet sich besonders an E-Commerce- gebot mit allen notwendigen Featu­
aus den USA einen pro­fes­sionel­leren Anfänger und Kreative jeglicher Art – res. Es ist besonders in den USA weit
Look verpasst.« Gisa Klement ist Mu­siker, Designer, Illustratoren et ce- verbreitet.
durchaus zufrie­den mit dem Angebot tera. Neben Standards wie einfachem
und schätzt die permanenten Upda­ Set-up und Gutscheincodes bietet Big
tes – wie erst kürzlich die Einführung Cartel die Erweiterung um einen Face-
5 Wazala
Preis: von 10 bis 30 Dollar
von Gutschein­optio­nen. book-Shop an sowie den Verkauf von
≥ www.wazala.com
digitalen Produkten. Die Basisversion
Fazit: Jimdo bietet ein solides Rundum- Gold ist kostenlos, jedoch auf fünf Pro- Wazala zeichnet sich durch die einfa­
Paket und eignet sich besonders für al­ dukte beschränkt. Von da geht es über che Integration in bestehende Websei­
le, die den Dienst schon für ein Online- Platinum (rund 10 Dollar im Monat) ten und Blogs aus. Die simpelste Vari-
Portfolio nutzen. So sind Website und und Diamond (circa 20 Dollar) bis hin ante ist ein Overlay, das die Nutzer auf
Shop garantiert aus einem Guss. zu Titanium (etwa 30 Dollar), wobei je- mehreren Webseiten installieren kön-
nen und das mit dem Klick auf einen
Shop-Button geöffnet wird. Ursula Hitz,
3 Shopify die in ihrem Shop seagull hut (  http://
Preis: von 30 bis 180 Dollar
seagull.wazala.com  ) T-Shirts und Dru­
≥ www.shopify.com
cke verkauft, hat sich denn auch auf-
Der amerikanische Anbieter gilt als grund dieses Features für Wazala ent-
um­fangreichster und professionell­s­ter schieden. Einen großen Nachteil sieht
Miet­shop. Das hat aber auch seinen sie allerdings in den sehr reduzierten
Preis: Die Basic-Version kostet knapp Gestaltungsmöglichkeiten. Außerdem
30 Dollar im Monat (plus 2 Prozent Pro­ sind im Shop-Fenster lediglich Bild­
vision), die Professional-Version schlägt grö­ßen bis zu einer Breite von 600 Pi-
mit etwa 60 Dollar zu Buche (plus 1 Pro­ xeln möglich.
zent Provision), die Unlimited-Version
mit circa 180 Dollar (ohne Provision).
Dafür stehen über 100 Templates für
die Gestaltung zur Auswahl, die sich
mit einem einfachen Editor individua-
lisieren lassen. Wer will, kann selbst
den Code verändern – oder sich dafür
einen Experten von Shopify vermit-
teln lassen. Jeder Verkäufer bekommt
darüber hinaus einen »Guru« zuge-
teilt, der ihm bei Einrichtung und Be-
trieb des Shops sowie bei dessen Ver­
mark­tung hilft.
Shopify lässt sich für den interna­
tio­nalen Verkauf nutzen: Der Shop un-
terstützt mehr als fünfzig Sprachen,
die Bezahlung ist in mehreren Wäh-
rungen möglich, und Steuern passen
sich automatisch dem Heimatland des 4 5
008 PAGE eDossier 14.14 (Beitrag aus PAGE 08.2013)

Daneben bietet Wazala Webshops nen ihre Produkte von browsenden com), das über seinen Goodsie-Shop
mit eigener URL an. Auch hier gibt es Käufern leichter gefunden und durch Musikalben verkauft. Der Shopbetrei-
kaum Spielraum für ein individuelles ein Empfehlungssystem hervorgeho- ber ist mit dem Preis-Leistungs-Verhält­
Design. In den nächsten Wochen soll es ben werden, so die Betreiber. Die Ge- nis sehr zufrieden und lobt die ein­-
aber ein Update geben, das mehr An- staltungsmöglichkeiten sind hier ziem­ fa­che Bedienung: »Mit Goodsie kann
passungen ermöglicht. Nutzer können lich begrenzt, der Fokus liegt eindeu- man einen Shop in weniger als einer
ihren Wazala-Shop in verschiedenen tig auf der Community. Stunde einrichten.«
Spra­chen konfigurieren sowie auf ih- Preislich fährt Storeenvy ein Free-
rer Facebook-Seite einbinden. Das An- mium-Modell: Das Basisangebot ist Fazit: Goodsie ist simpel zu bedienen
gebot liegt mit den drei Stufen Small kos­tenlos, Zusatzfeatures wie eine ei- und günstig. Ein guter Dienst für E-Com­
(circa 10 Dollar im Monat), Medium gene URL oder Gutscheine kosten rund merce-Einsteiger mit wenig Zeit.
(20 Dollar) und Large (30 Dollar) im 5 Dollar beziehungsweise 3 Dollar im
preislichen Mittelfeld. Maximal können Monat. Demnächst wollen die Betrei-
250 Pro­dukte eingestellt werden. ber eine Provision für Verkäufe einfüh­
8 Magento Go
Preis: 15 bis 125 Dollar
ren, die über den Marktplatz generiert
≥ http://go.magento.com
Fazit: Wazala ist für all diejenigen in­te­ wurden; Direktkäufe sollen aber kos­
res­sant, die ihren Shop in eine bereits tenfrei bleiben. Storeenvy ist derzeit Der Mietshop von Open-Source-Anbie­
bestehende Website integrieren wol- (noch) stark auf den US- Markt ausge- ter Magento (siehe rechte Seite) bietet
len. Die Gestaltungsfreiheit ist (noch) richtet, bezahlen lässt sich ausschließ- um­fassenden und professionellen Ser­
sehr eingeschränkt. lich in Dollar. vice. Er ist sehr businessgetrieben und
legt weniger Wert auf eine hübsche Be­
Fazit: Storeenvy verspricht mit der dienoberfläche. Zielgruppe sind hier
6 Storeenvy Kombination aus Marktplatz und Web­ nicht vornehmlich designaffine Ver­käu­
Preis: Freemium
shop erhöhte Aufmerksamkeit. Da das fer, sondern Einzelhändler, die ihr Ge-
≥ www.storeenvy.com
Angebot noch recht jung und auf den schäft ins Netz verlängern wollen. Zu
Storeenvy ging erst im Dezember 2012 amerikanischen Markt zugeschnitten den vielen Features gehören beispiels­
online. Die Besonderheit des amerika- ist, eignet es sich vor allem für Experi- weise professionelles SEO, Banner-
nischen Anbieters ist, dass er Markt- mentierfreudige. Anzeigen innerhalb des Shops oder
platz und Mietshop vereint. Verkäufer Wunschlisten für Einkäufer. Über den
richten hier ihren eigenen Store ein Marktplatz Magento Connect können
und sind gleichzeitig auf einer Etsy-
7 Goodsie Nutzer je nach Bedarf zusätzliche Er-
Preis: ab 15 Dollar
ähnlichen Plattform vertreten. So kön­ weiterungen kaufen. Das große Ange-
≥ http://goodsie.com
bot kann allerdings besonders auf E-
Das 2011 in den USA gelaunchte Shop- Commerce-Einsteiger etwas unüber-
system sticht mit einer sehr intuitiven sichtlich wirken. Auch hier gibt es ein
Bedienbarkeit und schicken Templa­ gestaffeltes Preismodell, bei dem mit
tes hervor. Die Standardversion ist mit dem Preis un­ter anderem die Anzahl an
circa 15 Dollar relativ günstig, für rund Produk­ten (bis zu 15 000) und an Ad-
40 Dollar bietet die Premium-Edition min-Logins (bis zu 30) steigt. Es gibt vier
Zusatzfunktionen wie E-Mail-Marke- Stufen zu circa 15, 25, 65 und 125 Dol­lar
ting und Sales-Analysen. Bei beiden im Monat. Zu den Nutzern gehört etwa
Versionen gibt es kein Limit bei der der kanadische Fashion-Einzel­hän­d­ler
Produktanzahl. Der Goodsie-Shop lässt Off The Hook (  http://othshop.ca  ).
sich in bestehende Seiten sowie auf
Facebook einbinden und ist für Smart- Fazit: Magento Go eignet sich für Ver-
phones optimiert. Zu den Nutzern ge- käufer, die schon Erfahrungen im E-
hört unter anderem das japanische Commerce haben und genau wissen,
Ate­lier Sawano (http://ateliersawano. welche Features sie benötigen.

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PAGE eDossier 14.14 009

Open-Source-Shopsysteme Zeitaufwendig – aber stark individualisierbar


n Open-Source-Lösungen lassen sich Wert, gibt es die kommerzielle Profes- Pro­grammierkenntnisse, für mehr In-
nicht nur ohne Lizenzgebühr nutzen, sional Edition für knapp 1000 Euro oder dividualisierung kann der User aus ei-
sondern auch verändern – und da- Enterprise Basic für etwa 10 000 Euro. ner Reihe kostenpflichtiger Templates
durch individuell anpassen. Komplett Dazu bietet Shopware Premium-Plug- wählen. Unter den Referenzen befin-
gratis sind die Angebote jedoch in den ins wie intelligente Newsletter oder den sich allerdings wenige Shops mit
seltensten Fällen, denn es fallen mo- Bonus-Systeme an, die entweder für ansprechendem Design.
natliche oder jährliche Supportkosten 25 Euro im Monat gemietet oder für
an, oder man muss Zusatzmodule kau­ rund 500 Euro gekauft werden kön-
fen. Bei den meisten Open-Source-An- nen. Weitere Features gibt es auch über
4 Magento
Preis: ab 5000 Euro
bietern lassen sich Support und Add- den Community-Store. Unter den Refe-
≥ www.magentocommerce.com
ons auch kostenlos aus der Community renzen finden sich große Marken wie
beziehen. Dies verlangt allerdings Pro­ Vitra, Frosta oder die Deutsche Bahn. Das Shopsystem stammt aus den USA
grammier-Know-how, das man entwe­ und ist eines der umfangreichsten An-
der mitbringen oder einkaufen muss. gebote auf dem Open-Source-Markt.
Den Shop betreibt man von seinem ei-
2 Oxid e-Sales Entsprechend kompliziert ist die Ein-
Preis: kostenlos oder ab 3000 Euro
genen Server aus. Insgesamt lohnen richtung, auf die sich einige Agen­tu­
≥ www.oxid-esales.com
sich Open-Source-Lösungen eher für ren spezialisiert haben. Bereits die
diejenigen, die Zeit in ihren Webshop Die Freiburger Firma Oxid e-Sales zeich­ Com­munity-Version kostet mindestens
stecken wollen – und weniger für sol- net sich durch ein besonders umfang- 5000 Euro. Für kleinere Anbieter ist da­
che, die ihre Entwürfe mehr nebenbei reiches Content-Management-System her eher das Mietshopsystem Magento
im Netz vertreiben wollen. Wir haben und eine große, aktive Community aus. Go interessant, das weniger Entwick-
uns neben den großen Anbietern Ma- Die Community-Version ist vollständig leraufwand benötigt und viel güns­ti­
gento und Oxid eSales auch kleinere kostenfrei. Für kleinere Shops bietet ger ist (siehe linke Seite). Zu den Nut-
wie Shopware und Gambio GX2 näher Oxid e-Sales ein Paket für rund 3000 Eu­ zern von Magento gehören Hochkarä-
angeschaut, die sich für Verkäufer mit ro plus 60 Euro Supportkosten im mo- ter wie Nike oder Paul Smith.  nik 3
kleineren Budgets eignen. natlich an. Zu den Nutzern gehören
die Mo­demarken Closed, StreetOne
und zero.
1 Shopware
Preis: von kostenlos bis 10 000 Euro
≥ www.shopware.de 3 Gambio GX2
Preis: rund 150 Euro
Der deutsche Anbieter wirbt damit,
≥ www.gambio.de
dass keine HTML-Kenntnisse nötig sind,
um einen individuellen Shop einzurich­ Die in Bremen ansässige Gambio GmbH
ten – 960.gs, jQuery und Smarty3 soll­ bietet mit Gambio GX2 eine günsti-­
ten allerdings bekannt sein. Es gibt eine ge Variante mit Herstellersupport für
kostenlose Community-Edition ohne knapp 150 Euro im Jahr, sämtliche Zu-
Gewährleistung, Wartungsvertrag und satzmodule sind kostenlos. Die Ein­
Herstellersupport. Legt man darauf rich­tung erfordert keine ausgepräg­ten

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