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eDOSSIER

13.2014
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Online-Portfolios:
Tools, Tipps & Strategien
Selbstdarstellung im Web:
Dos & Don'ts für Agenturen und Freelancer

Instant-Portfolios – online und


mobile: Praktische Tools für Kreative
ohne Programmierkenntnisse

Das PAGE eDossier 13.2014 enthält Beiträge aus PAGE 01.2014 (Januar 2014) und PAGE 12.2012 (Dezember 2012) im Originallayout.
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002 PAGE eDossier 13.14 (Beitrag aus PAGE 01.2014)

Permanent Pitch
Die Selbstdarstellung im Web ist ein wichtiger Schritt – an den man
aber ruhig etwas spielerisch herangehen darf. PAGE gibt Tipps und zeigt,
wie Agenturen und Freelancer diese Aufgabe gelöst haben
PAGE eDossier 13.14 003

n Kleber-Berater, Schmetterlingsver­ Stelle (potenzielle) Kunden. Die Seite und »Diverses«. »Unter ›Selektion‹ fin- Die Website
leiher, Tanzkursanbieter, Weissager – muss visuell und technisch beeindru- den sich größere Projekte mit erklä- des Hamburger
die Agentur KesselsKramer hat im In- cken, darf aber gleichzeitig nicht zu renden Texten, bei ›Diverses‹ auch klei­ Digitalstudios
ternet viele Gesichter. Erlauben kann experimentell sein, da sie sonst Interes­ nere Arbeiten wie schöne Plakate«, so Swipe basiert auf
sie sich den durchgeknallten Webauf- senten verschrecken könnte. »Unser Ohlmer. Erklärungen zu Problemstel- der Idee eines
tritt, der sich bei jeder Aktualisierung Ziel war nicht, dass unser Webauftritt lung, Herangehensweise und Lösung responsiven Pos-
verändert, weil ihr der Ruf als kreative auf Designblogs gefeatured wird, son- geben Einblick in die Arbeitsweise des ters. Herausge-
Superbude vorauseilt. Diesen Luxus ge­ dern dass wir darüber Kunden gewin- Büros, denn Bilder sprechen nicht im- kommen ist eine
nießen die wenigsten Agenturen und nen«, sagt Falko Ohlmer, der kürzlich mer für sich. Auch hier muss man ab- dynamische Seite
Freelancer. Sie stehen vor der Aufga- gemeinsam mit Felix Groß die Design- wägen, denn zu viel Text mindert die mit der Ästhetik
be, ihre Selbstdarstellung im Netz zwi- agentur Arndt Benedikt in Frankfurt visuelle Kraft der Artworks. Am bes­ eines modernen
schen den Polen Kreativität und Benut­ gegründet hat. »Wir haben unsere Sei- ten gibt man gerade genug preis, um Printmagazins
zerfreundlichkeit, Unterhaltung und te deswegen bewusst nicht überladen den Kunden neugierig genug zu ma-
Information auszubalancieren. Manche und setzen auf ein klares, übersichtli­ chen, dass er mehr erfahren möchte.
tun sich damit schwer, der Außenwelt ches Design – angereichert mit gestal- Deswegen ist die Kontaktmöglichkeit
zu zeigen, was sie können und wofür terischen Raffinessen wie dezen­ten essenziell – sie sollte am besten jeder-
sie stehen. »Die größte Herausforde- Scrollingeffekten und einem Schrift­mix zeit sichtbar sein.
rung ist, sein Konzept möglichst kri- aus Aperçu und Zapf Dingbats.«
tisch zu hinterfragen, obwohl einem Das Herzstück jeder Portfolioseite
der nötige Abstand dazu fehlt«, sagt sind die Arbeitsproben. Viele Gestal-
Experimente erlaubt?
Anastasios Koupantsis, Mitgründer und ter machen den Fehler, zu viele Pro- Visuell und technisch State of the Art
Kreativgeschäftsführer des Düsseldor­ jekte zu präsentieren. Besser ist es, die zu sein ist besonders für Agenturen
fer Designstudios Betty & Betty. aussagekräftigsten Arbeiten zu wäh- mit digitalem Schwerpunkt von gro­
Wie bei jedem anderen Projekt geht len und gleichzeitig die Bandbreite des ßer Bedeutung. »Ein experimenteller
es auch beim eigenen Webauftritt da- eigenen Könnens darzustellen. Auf der Bestandteil war uns bei der Gestal-
rum, die Zielgruppe optimal anzuspre­ Website von Arndt Benedikt sind die tung unseres Webauftritts sehr wich-
chen – in diesem Fall sind das an ers­ter Referenzen aufgeteilt in »Selektion« tig«, erklärt Marc Antosch, Kreativ-­
004 PAGE eDossier 13.14 (Beitrag aus PAGE 01.2014)

direktor und Managing Partner bei


Convoy Interactive in Hamburg. Aller-
dings räumt er ein: »Der Balance-Akt
zwischen Gewohntem und Neuem ist
nie ganz leicht – gerade wenn es um
Usability-Aspekte geht.« Gestaltungs-
prinzip der Convoy-Website ist ein auf
einem Würfel basierendes Portfolio. Der
User dreht den Würfel und bekommt
auf jeder Seite ein anderes Projekt zu
sehen. Will er mehr erfahren, legt sich
per Klick eine Textebene über das Bild.
»Das ermöglicht dem Besucher jeder-
zeit den Zugriff auf alle gewünschten
Informatio­nen, ohne dass er das Port-
folio verlassen muss«, sagt Antosch.
Experimenteller geht Il-Ho Jung,
Freelancer im Bereich Grafikdesign,
Interactive und Motion, an seinen Web­
auftritt heran. Auf der ersten Ebene
zeigt seine Seite nur Arbeiten, die von
allein wechseln – weder Text noch Lo-
go sind zu sehen. Will der Nutzer mehr
erfahren und klickt zum Beispiel auf
»About«, wird der Screen mit großer
Typo und grellen Farben durchbrochen.
Die Seite ist äußerst dynamisch, bei-
Die Website der Hamburger Innovations-
nahe ein wenig hektisch und wirkt da-
agentur nerdindustries will in erster Linie
durch jung und hip. »Ich sehe sie als
unterhalten. Schaut man sich die Referen-
Chance, experimentell sein zu dürfen«,
zen an, spielt im Hintergrund ein Kätzchen,
erläutert Jung. Gleichzeitig war es ihm
auf der Kontaktseite klingelt Google-
besonders wichtig, seine Kompeten­
Gründer Sergey Brin durch, der automa-
zen zu verdeutlichen: »Um meine Fä-
tisierte Client Service Director putzt
higkeiten im Grafikdesign zu unterstrei­
unablässig Kundenlogos und warum die
chen, habe ich eine eigene Display-
AGB wichtig sind, erklärt Rapper Ali As.
schrift für mein Portfolio entwickelt.
Die Seite ist definitiv einen Besuch wert!
Um meine Interactive-Expertise hervor­
zuheben, habe ich die Site mit HTML5
technisch auf den neuesten Stand ge-
bracht. Und da ich aus dem Bereich
Motion komme, durfte sie insgesamt
nicht zu statisch wirken.«

Wie viel Spaß darf sein?


Auch ein humorvoller Umgang mit der
eigenen Arbeit und dem Webauftritt
kann visuell und konzeptionell attrak-
tiv sein – wenn es gut gemacht ist. Die
Website der Hamburger Innovations­
agentur nerdindustries wartet zum Bei-
spiel mit lustigen Gimmicks auf: Schaut
man sich die Arbeitsproben an, spielt
im Hintergrund ein Kätzchen; ein klei-
ner Roboter putzt beständig Bilder-
rahmen mit den Logos der bisherigen
Kunden der Agentur; auf der Kontakt-
seite ruft plötzlich Google-Mitgrün-
der Sergey Brin auf dem abgebildeten
Smartphone an. Das Highlight der Sei-
te sind ausgerechnet die AGB: Ihren
Nutzen erklärt der Münchner Rapper
Ali As in einem chartreifen Song.
»Unsere Seite ist für uns ein Teaser
und ein Aushängeschild«, sagt Mitgrün­
PAGE eDossier 13.14 005

der Mathias Keswani. »Sie soll Spaß der Gründung von nerdindustries hat-
machen und Neugier wecken.« Da die ten, und zeigen, wie viel Spaß uns un-
Arbeit von nerdindustries sehr erklä- sere Arbeit macht.«
rungsbedürftig ist, stellen sich die Krea­ Noch einen Schritt weiter geht das
tiven lieber persönlich bei potenziel­ New Yorker Designstudio karlssonwil-
len Kunden vor, die sie mit ihrer unter- ker. Auf dessen Website empfangen
haltsamen Website anlocken. »Vor dem den User auf den ersten Blick nur ein
Relaunch im Mai 2013 hatten wir einen farbiges, animiertes Gebilde, die Kon-
traditionelleren Webauftritt. Wir waren taktdaten und wenig Text. Will er sich
stromlinienförmig und viel zu brav. Wir die Arbeiten angucken, legt sich eine
wollten seriös wirken und wurden da- wuselige neue Ebene über die Seite
durch langweilig«, so Keswani. »Mit un- mit blinkenden, unruhigen Bildern. Be­
serer neuen Website transportieren nutzerfreundlichkeit sieht anders aus.
wir viel besser den Geist, den wir bei Karlssonwilker hat sich aber ganz be-
wusst für diesen Weg entschieden.
Wenn sich Kunden davon abschrecken
lassen, sind es eben nicht die richtigen
Kunden, so ihr Ansatz. »Die Experi-
mente von heute könnten die Usabi­
lity von morgen sein«, meint Megan
Elevado von karlssonwilker.

Muss es immer eine


Eigenentwicklung sein?
Für einen individuellen, maßgeschnei-
derten Webauftritt ist eine Eigenent-
wicklung meist die beste Lösung. Das
gilt besonders für Interactive-Agen-
turen, die damit ihr Können unter Be-
weis stellen, aber auch für Freelancer
und Büros mit analogem Schwer-
punkt. »Ich bin kein großer Freund von
Software-as-a-Service-Lösungen«, sagt
Il-Ho Jung. »Sie führen dazu, dass man
sein Konzept an die Fähigkeiten der
Software und vorhandener Templates
anpasst. Damit beraubt man sich selbst
seiner Freiheit für Experimente und
neue Ideen.« Der Designer ließ seinen
Webauftritt von Developern aus dem
Freundeskreis entwickeln. Arndt Bene­
dikt griff auf einen Programmierer aus
ihrem Freelancer-Pool zurück. »Wir
woll­ten eine Lösung, die speziell auf
unsere Bedürfnisse zugeschnitten ist,
um Austauschbarkeit zu vermeiden
und Außergewöhnliches zu schaffen.
Das macht letztlich den Beruf eines
Designers aus«, erklärt Falko Ohlmer.
Wer keine Entwickler-Expertise im
Haus oder Freundeskreis hat und kei-
nen externen Developer engagieren
möchte, kann auf einen der zahlrei­
chen Software-as-a-Service-Anbieter
zurückgreifen, die speziell auf kreative
Berufsfelder ausgerichtet sind (siehe
PAGE 12.12, Seite 8 ff.). Dass eine sol-
che Lösung nicht nach Einheitsbrei aus-
sehen muss, beweist beispielsweise
Betty & Betty. Ihr Auftritt basiert auf
einem Template des Anbieters Square­
space, das die Gestalter inhouse wei-
terentwickelt haben. Das Design ist un­
aufgeregt und rückt die Arbeitsbei-
006 PAGE eDossier 13.14 (Beitrag aus PAGE 01.2014)

spiele in den Vordergrund. Bild-


schirmfüllende Bilder und Effekte wie
vollflächiges Parallax Scrolling und ei-
ne kleine Animation für die Ladezei­
ten lockern die Seite auf. »Uns ging es
darum, schnell einem Informations-
bedarf zu genügen. Die Kreativität zei-
gen wir über unsere Projekte«, erklärt
Anastasios Koupantsis.

Stets seriös oder auch


persönlich?
Je größer und etablierter eine Agentur,
desto seriöser wird meist der Web­auf­
Dass die Website des Düsseldorfer Designbüros
tritt. Die jüngst relaunchte Home­page
Betty & Betty mit dem Software-as-a-Service-
von KMS Team in München kommt ent­
Anbieter Squarespace erstellt wurde, ist nicht zu
sprechend aufgeräumt und übersicht-
erkennen. Effekte wie großflächiges Parallax
lich daher. »Wir haben gro­ßen Wert auf
Scrolling und eine kleine Animation für die Lade-
eine klare Gliederung gelegt, um unse­
zeiten lassen die Seite individuell wirken
re Leistungspalette auf den ersten Blick
sichtbar zu machen«, erklärt Mitgrün-
der und Geschäftsführer Knut Maier-
hofer. »Wir sind keine marktschreieri­
sche Werbeagentur, die mit allen Mit-
teln um Aufmerksamkeit buhlt – weder
für unsere Kunden noch für uns. Wir
entwickeln Marken, die nachhaltig wir­
ken. Das wollen wir auch mit unserer
eigenen Website kommunizieren.«
So wichtig Professionalität in der
Selbstdarstellung ist – zu trocken darf
es auch nicht sein. Das weiß auch KMS
Team. »Wir haben uns vorgenommen,
öfter mal einen Blick hinter die Kulis-
sen zu gewähren – gerne mit einer Pri-
se Selbstironie«, sagt Maierhofer. Zum
Relaunch gab es ein augenzwinkern-
des Making-of-Video und auf den groß­
flächigen Hintergrundbildern sind Sze­
nen aus den Agenturräumen zu se-
hen. Mehr Einblicke gibt es auf der
in diesem Jahr gestarteten Facebook-
Seite der Agentur.
Social Media sind ein guter Kanal,
um Kunden, Nachwuchs und generell
Interessierte auf einer persönlicheren
Ebene anzusprechen. »Soziale Netz-
werke gehören heutzutage zum Ge-
samtauftritt dazu. Facebook zum Bei-
spiel ist ein guter Multiplikator und
nützlich, um Neuigkeiten zu verbrei-
ten«, sagt Falko Ohlmer. Plattformen
wie Behance dienen dagegen eher
der Vernetzung unter Kreativen und
sind deshalb wichtig für Agenturen
und Freelancer, die oft nach Projekt-
partnern suchen. Eine Anbindung an
Social-Media-Kanäle ist allerdings nur
sinnvoll, wenn man sie regelmäßig be-
dienen kann und die Profile nicht als
Karteileichen vor sich hin dümpeln. So
hat sich Il-Ho Jung gegen Social Media
entschieden, da es für ihn als Einzel-
gänger schwierig ist, dort beständig
PAGE eDossier 13.14 007

aktiv zu sein. Um aktuelle Projekte zu weisen. »Wir nutzen keine Standard- Nette Gimmicks
zeigen und Anekdoten aus dem Ar- Templates für Responsive Design, son­
beitsalltag zu erzählen, sind Social Net­ dern gestalten für jeden Kunden in­ n Steht das Grundkonzept für den Webauftritt,
works aber eine gut Methode – im dividuelle Lösungen, die Bezug auf ih- kann man an kleineren Stellschrauben drehen. Visu-
Idealfall mit viralem Effekt. re Erscheinungsbilder nehmen. Das elle und inhaltliche Gimmicks frischen eine Website
bringt auch unsere eigene Seite zum auf und sorgen für Pluspunkte beim User. Hier eine
Ausdruck«, erläutert Knut Maierhofer. kleine Sammlung von Hinguckern, die uns beson-
Mobile Site – ein Muss? Für Marc Antosch von Convoy Interac- ders gefallen haben:
Zum Webauftritt gehört nicht nur das tive war es ebenfalls selbstverständ-
stationäre, sondern auch das mobile lich, den Auftritt responsiv anzulegen. Die Designagentur Mooi in Linz hat die Anzeige
Internet. Da Responsive Design bei der Gleichzeitig hat die Agentur eine Ex- im Tab des Browsers so programmiert, dass
Arbeit für Kunden eine immer größere traversion für Mobiltelefone entwickelt, dort »Come back to Mooi« steht, wenn man einen
Rolle spielt, ist es für viele Kreative die noch schlanker ist und für niedrige anderen Tab öffnet.
wichtig, auch hier ihr Know-how zu be­ Bandbreiten optimierte Bilder enthält. ≥  http://mooi-design.com
So wichtig der mobile Auftritt auch
ist: Der Schwerpunkt bei der Gestal- Das New Yorker Designstudios mgmt peppt
tung von Agenturwebsites liegt auf seine sonst eher nüchterne Website mit kleinen
dem großen Bildschirm. Die meisten animierten Strichmännchen auf.
Kreativen sind sich einig, dass ihre ≥  http://mgmtdesign.com
Zielgruppe vorrangig am Desktop im
Büro nach Agenturen recherchiert und Ruft man die Website von Jung von Matt auf
haben ihren Auftritt dafür optimiert. dem iPad im Hochformat auf, bekommt man nur
Projekte sehen in großflächigen Bildern ein gemaltes Porträt von CEO Peter Figge zu
über die ganze Bildschirmbreite ein- sehen mit dem Hinweis, die Seite doch bitte im
fach beeindruckender aus – von Show­ Landschaftsmodus zu betrachten.
reels und Videos ganz zu schweigen. ≥  www.jvm.com
Nerdindustries hat sich sogar komplett
gegen einen Mobile-Auftritt entschie- Stefan Sagmeister zeigt per Live-Cam, was in sei-
den. Ruft man ihre Website auf einem nem New Yorker Studio Sagmeister & Walsh los
kleineren Screen auf, bekommt man ist. Die Navigation der Website ist auf den Agentur-
nur die Botschaft, man solle sie auf ei- boden gemalt.
nem großen Bildschirm ansehen. »Das ≥  www.sagmeisterwalsh.com
ist gegen den Trend, geschieht aber
aus gutem Grund: Das Look-and-feel Die internationale Digitalagentur Razorfish treibt
unserer Website, die stark auf Bewegt­ den Wettstreit zwischen den Standorten an, indem
bild setzt, lässt sich einfach nicht auf sie in einer »Zeitgeist«-Leiste Statistiken zu den
kleinere Screens übersetzen. Da woll- Tätigkeiten der einzelnen Büros anzeigt. Dabei
ten wir keine Kompromisse machen«, handelt es sich aber nicht um Pitchgewinne oder
erklärt Mathias Keswani. Auszeichnungen, sondern um Alltagsinfos – etwa an
Voll auf mobile Optimierung hat welchem Standort am meisten Kaffee getrunken
dagegen das Digitalstudio swipe ge- oder wo am häufigsten gefeiert wird. Dem New
setzt. Die Kreativen folgten bei der Yorker Office können die internationalen Kollegen
Entwicklung nicht nur der Devise »Mo- allerdings in keiner Disziplin das Wasser reichen.
bile first«, sondern auch der Idee eines ≥  www.razorfish.com/#!zeitgeist
Responsive Poster: Die Seite passt sich
dynamisch jedem Screen an, wobei Hundefotos! In der Agenturbranche haben offen-
sich immer wieder neue Kompositio- bar die Hundeliebhaber die Oberhand. Jung von
nen ergeben. Viel Weißraum und pla- Matt hat sogar einen eigenen »Dogs«-Tab auf ihrer
kative Typografie geben der Seite die Homepage, in dem Hundefotos von allen Stand-
Ästhetik eines modernen Printmaga- orten versammelt sind.
zins. Durch das cleane Design und Ne­ ≥  www.jvm.com/de/dogs/index.html
on­akzente, die bei jeder Session die
Farbe wechseln, fällt die Seite positiv
auf und unterstreicht gleichzeitig die
Kompetenz des Büros: »den klaren,
zeitgemäßen Mix aus Magazin und In-
teraktion«, wie es auf der Website
heißt. Die Entstehung des Auftritts
wird in einer Case Study detailliert vor­ PAGE Online
gestellt – so bekommt der Besucher Die Links zu den
neben einer ästhetisch ansprechen- genannten Websites
den Website gleich einen Einblick in finden Sie unter
die Arbeitsweise der Agentur. Einen www.page-online.de/
besseren Pitch ohne persönlichen Kon­ selbstdarstellung-
takt kann es kaum geben.  nik im-web
http://brithanson.com/ 008 PAGE eDossier 13.14 (Beitrag aus PAGE 12.2012)

Das bin ich


Online-Portfolios sind heute Pflicht, doch viele Gestalter schrecken vor HTML und CSS zurück. Die
Lösung: Tools, mit denen sich schnell und intuitiv Websites erstellen lassen – ganz ohne Coding

n Eine eigene Website zu bauen er- nötig wäre. Zumal es genug andere Pro­ einfach besser als der Link zum Be-
fordert Zeit – vor allem für Leute, die jekte gibt, die Zeit und Aufmerksam­keit hance- oder about.me-Profil.
keine Programmiersprachen beherr- in Anspruch nehmen. Vor allem Foto- Zum Glück stehen immer mehr Web­
schen. Ist die Seite einmal online, ist grafen, Illustratoren und auf Print spe- applikationen zur Verfügung, die es Ge­
der Stress noch nicht vorbei: Jede Än- zialisierte Designer tun sich mit ihrer staltern ohne Programmierkenntnis­se
derung erfordert erneutes Eintauchen Webpräsenz oft schwer. Dennoch ist ermöglichen, schnell professionelle On­
in die Welt von HTML, CSS und Co. Das die­se heutzutage essenziell für den line-Portfolios anzulegen – und das für
führt häufig dazu, dass Portfolios sel- professionellen Auftritt – eine eigene wenig Geld. Bislang schreckten viele
tener aktualisiert werden, als eigentlich URL macht sich auf der Visitenkarte vor den mangelnden Individualisie-
PAGE eDossier 13.14 009

Für Blogger Squarespace


n Squarespace hat im Juli eine neue dienen, aktuell wird allerdings noch an
Version gelauncht. Die aktuelle Layout- einer besseren Funktionalität gefeilt.
Engine ermöglicht eine intuitive Erstel­ Eine Statistik nach dem Vorbild von
lung und Bearbeitung der Website per Google Analytics, Suchmaschi­nen­­opti­
Frontend-Editing, Dateien lassen sich mierung und Bildbearbeitungsfunktio­
direkt vom Desktop in den Browser nen gehören ebenfalls zum Angebot.
ziehen. Derzeit stehen zwanzig Design- Im Vergleich zu anderen Portfolio-
Templates zur Verfügung, bei denen Anwendungen setzt Squarespace ver-
man Farbpalette, Font und Layout be- stärkt auf die Integration von Social
http://darrenbooth.com/

stimmen kann. Die Designs sind klar Media. Jede Website hat ein eigenes
und reduziert, die Arbeiten stehen im- Blogging-Tool, in das Nutzer die Inhal­
mer im Fokus. Der Domain-Name ist te von Tumblr, WordPress oder Blog-
frei wählbar und die Darstellung für ger importieren können. So sind sämt­
mobile Devices optimiert. Auch das li­che Blogposts an einer Stelle zusam-
Editing-Tool lässt sich per iOS-App be- mengefasst und nichts geht verloren.
Auch Twitter- und Instagram-Feeds las­
sen sich einbinden sowie umgekehrt
neue Einträge auch automatisch bei
Twitter und Facebook veröffentlichen.
Kommentaroptionen ermöglichen un-
mittelbares Feedback auf der Website,
außerdem kann man mehrere Contri-
butors für eine Seite freischalten. So
eignet sich Squarespace auch für Agen­
turen. Die für die Kreativszene konzi-
pierte Anwendung zählt mittlerweile
auch einige Unternehmen zu ihren
Nutzern, für die die New Yorker Firma
spezielle Templates entworfen hat.

Fazit: Squarespace ist besonders für


Leute attraktiv, die im Social Web aktiv
sind. Mit dem Tool lassen sich sowohl
Website und Blog venetzen als auch
Social Networks nahtlos einbinden.

Preis: 14 Tage frei, Standard-Account


etwa 10 Dollar im Monat (100 Dollar
im Jahr), Unlimited-Account ungefähr
20 Dollar im Monat (190 im Jahr)
≥  www.squarespace.com
http://vanbruntstillhouse.com/

www.lostswell.com/
010 PAGE eDossier 13.14 (Beitrag aus PAGE 12.2012)

rungsmöglichkeiten solcher Tools


zurück – wie soll man seine Kreativität
beweisen, wenn man eine Website von
der Stange hat? Doch die Tools der
neu­en Generation bieten zahlrei­­che
Mög­lichkeiten, das persönliche Port­
folio den eigenen Bedürfnissen ent-
sprechend zu gestalten.
So lässt sich das Layout anpassen,
Farbpalette und Typo auswählen und
bei manchen Diensten auch in den
Sourcecode eingreifen, um tiefere Ver­
änderungen vorzunehmen. Frei be-
stimmbare URLs, eigene Favicons und
der Verzicht auf Eigenanzeigen der
Plattformen (beziehungsweise ganz
de­­zente Hinweise) tragen zur profes-
sionellen Anmutung der Online-Prä-
senzen bei – ebenso wie die puristi­
schen Layouts, die die Arbeiten in den
Mittelpunkt stellen. Zudem bieten alle
Tools die Möglichkeit, Social-Media-
Ka­näle zu integrieren, sodass die eige-
ne Website zur Anlaufstelle für persön­

http://salon.io/janalinaberkenbusch/
liche Inhalte im Social Web werden
kann. Alle Anbieter erfüllen eine wei-
tere wichtige Voraussetzung: Die mit
ihnen eingerichteten Portfolios sind
http://salon.io/Caspar

auch auf mobilen Devices darstell­bar,


die meisten mittels Responsive De­sign
für alle Bildschirmgrößen optimiert.
Wem eine Responsive Website nicht
genügt, der kann auch eigens ein mo-
biles Portfolios erstellen. Mit Booklets
(  www.bookletsworld.com  , gratis) las-
sen sich etwa Collagen aus Text, Bild
Für junge Kreative Salon.io
und Sound zusammenstellen, die be- n Salon.io, entstanden in einem In- rich lobt unter anderem den schnellen
sonders für die Darstellung auf Smart- teractive-Design-Kurs an der Hochschu­ Support der Betreiber.
phones und Tablets optimiert sind. Ein le für Gestaltung Offenbach (siehe Die Designs von Salon.io wirken jün­
umfangreicheres Tool ist die App Port- PAGE 07.12, Seite 104), war ursprüng- ger und verspielter als bei anderen An­­
folio für iPhone (2,39 Euro) und iPad lich als interne Plattform für Studen­ten bietern – viele der Websites erinnern
(11,99 Euro). Hier lassen sich via Drop- gedacht, die dann aber weiterentwi- etwa an den ungeordnet wirken­den
box hochgeladene Bilder in Ga­lerien ckelt wurde. Die Single-Page-Web-App Look des Inspirationsblogs Haw-lin. Ei­­
anordnen. Beide Tools eignen sich für befindet sich noch in der Private-Beta- ne Besonderheit ist, dass Besucher die
die schnelle Prä­sen­tation unterwegs – Phase. Demnächst startet ein Presale, Inhalte bewegen können – sofern die-
ein richtiges Online-Portfolio können um die letzten Programmierfeinhei­ten se Funktion freigeschaltet ist. Die Ver-
sie aber nicht ersetzen. finanzieren zu können. änderungen werden nicht gespeichert,
Wir stellen hier Portfolio-Anwen- Das Tool bietet die Möglichkeit, Bil- sorgen aber für eine spannen­­dere User
dungen vor, die den Ansprüchen von der vom Desktop direkt in den Brow­ Experience. Unter den Nutzern finden
Kreativen aus verschiedenen Diszipli- ser zu ziehen und sie dort zu bewegen. sich bisher neben Grafik-Desi­gn­ern
nen gerecht werden. Sie bieten zwar Um eine Website zu erstellen, muss und Fotografen auch viele Musiker.
nicht so viele Freiheiten bei der Ge- man nicht selbst programmieren –
staltung wie selbstständig program- man kann es aber. Ein Code-Editor im Fazit: Das Angebot des Start-ups wirkt
mierte Web­sites. Die Nutzer schätzen System erlaubt es Usern mit HTML- frischer und hipper als andere. Das
an ihnen aber die intuitive Bedienbar- und CSS-Know-how (und Premium- dürfte besonders Studenten und junge
keit, die eine schnelle Umsetzung er- Account), ihren Auftritt nach Belieben Kreative ansprechen. Nutzer mit Co-
laubt, und nehmen dafür gern ein paar zu individualisieren. Allen anderen ste­ ding-Know-how und Premium-Account
Einschränkungen bei der Individuali- hen Design-Templates, verschiedene können tief in die Programmierung ih-
sierbarkeit in Kauf. Neben üblichen Webfonts und Drag-&-Drop-Funktio­ rer Site einsteigen. Auch hier gibt es
Standards wie Multimedia-Einbindung, nen zur Verfügung. Dazu lassen sich deutschsprachigen Support.
Social-Media-Integration oder mobiler Social Media, Sound- und Video-Files
Nutzbarkeit hat jedes Tool seine eige- nach Belieben einbetten. Salon.io-Sites Preis: Basic-Account einmalig etwa
nen Schwerpunkte – sei es in Design, funktionieren auf mobilen Geräten, 12 Euro (begrenztes Datenvolumen),
Funktionsweise oder Community. Letzt­ die Darstellung wird derzeit aber noch Premium-Account circa 90 Euro im
lich entscheiden die eigene Zielsetzung optimiert. Der Domain-Name ist frei Jahr (im Presale nur 45 Euro)
und Geschmack über die Auswahl. nik wählbar. Printdesigner Caspar Wünd- ≥  www.salon.io
PAGE eDossier 13.14 011

Für Ästheten AllYou


n Die Züricher Agentur PlasmaDesign
hat ihre Portfolio-Applikation Mitte
2011 gelauncht. Websites lassen sich
mit ihr schnell und intuitiv per Drag-
and-Drop anlegen, ein Backend gibt es
nicht. Zahlreiche Templates und Ge­stal­
­tungs­details ermöglichen ein hohes

http://grol.allyou.net/160076
Maß an Individualisierung. So stehen
etwa 93 Webfonts zur Auswahl, und Bil­
der lassen sich horizontal, vertikal oder
als Slideshow anordnen. Nutzer kön-
nen eine eigene URL wählen und nach
Belieben Plug-ins anderer Dienste wie
Facebook, Twitter oder Google+ ein-
binden. Dank Responsive Design pas­
sen sich die Sites automatisch verschie­
denen Bildschirmgrößen an. »Wir wol-
len ein möglichst umfassen­des Tool bie­
­ten, damit man keine zu­sätz­liche Sei­­­te
mehr braucht«, erklärt Christian Weber,
Geschäftsführer von Plasma Design.
AllYou richtet sich explizit an Krea-
tive. Fotografen, Künstler und Stylis­ten
stellen derzeit die größte Nutzergrup-

www.martenaduss.com/33269
pe. Auffällig an dem Tool ist das redu-
zierte, cleane Design, das die Arbeiten
in den Mittelpunkt rückt. Aufgrund der
hohen Individualisierbarkeit sieht den­
noch kein Profil aus wie das andere.
Corinne Tan, Fotografin aus Auckland,
schätzt an AllYou auch den Service der
Betreiber. Olga Gromova, Grafik-Desi-
gnerin in London, berichtet von einer
teil­weise sehr langen Ladezeit, ­sons­t
ist auch sie mit dem Dienst zufrieden.
Für Präsentatoren projeqt
Fazit: AllYou eignet sich für Kreative n Ursprünglich entwickelte TBWA pro­ und Favicon lassen sich individuell an-
mit einer Vorliebe für puristisches Web­ ­jeqt, um eine übergreifende Web­site passen, das Layout ist dagegen wenig
design. Die Bedienung ist durch Front­ für das Agenturnetzwerk aufzubauen. beeinflussbar. Kürz­lich erweiterte pro­
end-Editing besonders schnell und in- Die Anwendung orientiert sich weni- jeqt aber das Angebot mit einer Tile-
tuitiv. Zu empfehlen für alle, die einen ger an gängigem Webdesign als an Optik im Pinterest-Stil und kündigte
deutschsprachigen Support vorziehen. Präsentationsprogrammen. Projeqt- weitere Templates an.
Seiten sind aufgebaut wie Slideshows, Zu den Nutzern gehören nicht nur
Preis: 30 Tage frei, danach rund 12 Eu­ro die Arbeiten stehen klar im Mittel- Freelancer, sondern auch Agenturen,
im Monat oder knapp 100 Euro im Jahr punkt. Neben Bildern werden in den wie etwa Dorland aus Berlin. Die An-
≥  www.allyou.net meist horizontalen Slides auch Feeds wendung biete ihnen alles, was sie um­
von Social Networks angezeigt. URL setzen wollten, sagt Chief Creative Of-
ficer Hendrik Melle. »Wenn jemand so
ein gutes Tool produziert, muss man
das Rad kein zweites Mal erfinden. Die
Inhalte machen den Wert aus, nicht die
Plattform.« Außer Bildern las­sen sich
etwa PowerPoint- und PDF-Dokumen­
te hochladen, dank Responsive Design
ist das Profil auf allen Gerä­ten abrufbar.

Fazit: Projeqt eignet sich primär für


die reine Darstellung von Arbeiten. Wer
in kürzester Zeit ein Online-Profil für
eine Präsentation zusammenstellen
http://tbwa.com

will, ist mit dem Tool bestens beraten.

Preis: kostenlos
≥  www.projeqt.com
012 PAGE eDossier 13.14 (Beitrag aus PAGE 12.2012)

Für Anspruchsvolle Cargo Collective


n Cargo Collective ist eine Invite-only- sites sehen entsprechend professionell
Für Unkomplizierte Community. Um das Tool nutzen zu aus. Ein Schwachpunkt ist aber das
können, muss man sich per E-Mail be- (noch) fehlende Responsive Design.
4ormat werben – in der Regel werden aber
n Die Anwendung ist einfach zu be- kaum Anfragen abgelehnt. Cargo bie- Fazit: Cargo Collective eignet sich für
dienen und zu individualisieren. Nut- tet 39 Design-Templates an, die meis­ Kreative, die Wert auf Exklusivität legen
zer können Layout, Farben und Typo- ten davon sind schlicht und symme- und zugleich Interesse am Netzwerken
grafie frei wählen und bei Bedarf in tri­sch. Die Plattform dient als Port­ haben. Am besten lässt sich das Ange-
den Sourcecode eingreifen – sofern folio­tool sowie als Community. Dabei bot ausschöpfen, wenn man seine Site
sie einen Pro-Account haben. Zudem fungiert das Frontend als öffentliche durch eigene Programmierung anpasst.
bietet 4ormat die Integration von So- Website, das Backend als persönliches
cial Media und Google Analytics an so- Profil innerhalb des Netzwerks. Hier Preis: begrenztes Profil gratis, sonst
wie ein eigenes Favicon. Der Domain- kann man anderen Mitgliedern folgen circa 9 Dollar im Monat oder ungefähr
Name ist frei wählbar, ein kleiner und Beiträge kommentieren. Neben 70 Dol­lar im Jahr
Hinweis auf der Website deutet auf vie­len Grafik-Designern tummeln sich ≥  www.cargocollective.com
4ormat hin. Die Websites sind mobil bei Cargo Collective Musiker, Maga-
optimiert. Der New Yorker Grafik-Desi- zine und sogar ein Designinstitut.
gner Rhoan O’Connell lobt, dass sich Die Plattform ermöglicht – und
die Layouts für alle Gestaltungsdiszi­ empfiehlt – die Individualisierung mit-
plinen eignen – für Motiondesigner tels Coding. Ist man darin selbst nicht
ebenso wie für Printspezialisten. Un- bewandert, bietet Cargo eine Liste
ter den Nutzern finden sich viele Fo­ von Developern innerhalb der Commu­
tografen, die meisten stammen aus nity an, die man für die Customization
Nord­amerika – was mit dem Standort anheuern kann. Grafik-Designer Tim
Toronto zusammenhängt. Boelaars aus Amsterdam nutzte diese
Möglichkeit, um ein möglichst indivi-
Fazit: 4ormat bietet soliden Service, duelles Profil zu erhalten. Er lobt au-
sticht aber weder bei Nutzung noch ßerdem das einfache Hinzufügen, Ent­
Design besonders heraus. Es eignet fernen oder Verbergen von Inhalten.
sich für alle, die schnell und unkompli- Cargo ist ein Freemium-Angebot:
ziert eine Website erstellen wollen und Bei der kostenlosen Nutzung sind das

http://michaelstevenforrest.com/
keinen Wert auf eine Community legen. Datenvolumen und die Zahl der Pages
beschränkt. Beim kostenpflichtigen Ac­­
Preis: 30 Tage gratis, Basic-Account count kann man sich die URL aussu-
rund 7 Dollar im Monat, Pro-Account chen und hat erweiterte Programmier­
etwa 13 Dollar im Monat möglichkeiten. Cargo wirkt sehr seriös
(Agenturen rund 25 Dollar) und auf Qualität bedacht. Die inner-
≥  www.4ormat.com halb der Community erstellten Web-
http://fradinemmanuel.4ormat.com/
http://rhoan.4ormat.com

www.timboelaars.nl/
PAGE eDossier 13.14 013

Für Netzwerker
Behance ProSite
n Den meisten Kreativen ist die Com-
munity Behance bekannt, bei der man
kostenfrei ein Profil anlegen kann, um
seine Arbeiten zu präsentieren. Im
März 2011 erweiterte Behance ihr An-
gebot um ein Tool zur Erstellung einer
eigenen Online-Präsenz: ProSite. Auch
hier sind keinerlei Coding-Kenntnisse
nötig, gestaltet wird per Drag-and-

http://jacknl.com/
Drop. Das Grundlayout ist zwar immer
gleich, lässt sich aber in hohem Maße
variieren, etwa bei der Anordnung von
Bildern, Hintergrundfarben und Web-
fonts. Ein schöner Effekt sind Roll-over
Shades, mit denen durch Mouse-over

www.saragaragnani.com/
farb­liche Highlights ausgelöst werden Für Social Webber
können. ProSite bietet alle Standards
wie eigene URL, Social-Media-, Google-
Flavors.me
Analytics- und Multimedia-Einbindung n Mit Flavors.me lässt sich zwar auch
sowie Kompatibilität für sämtliche mo­ eine Website gestalten, doch liegt der
bilen Devices. Darüber hinaus können Fokus auf der Integration bestehender
User ein eigenes Favicon einsetzen. Präsenzen im Social Web. Auf der Profil-
Um eine ProSite einzurichten, ist Startseite erscheint meist eine Liste
ein Behance-Profil notwendig, da von verschiedener Dienste wie Ins­tagram,
hier die Inhalte hochgeladen werden. Twitter oder YouTube, deren Inhalte
Bei Bedarf lässt sich dieses verstecken, sich der Besucher anzeigen lassen kann.
so­dass es nur als privates Archiv fun- Inhalte werden also nicht auf die Web-
giert. Die Pflege zweier Profile mag site hochgeladen, sondern aus ande-
auf­wen­dig klingen, hat aber Vorteile: ren Diensten importiert. Die Individua-
http://lionelfernandezroca.com/

So sind die Arbeiten an zwei Stellen im lisierbarkeit der Seite ist begrenzt, die
Netz auf­findbar und Behance dient Selbstdarstellung erfolgt über die ein-
zu­dem als Community für den Aus- gebundenen Kanäle. Stef Spijkermans,
tausch mit an­deren Kreativen oder die freier Stratege in Amsterdam, schätzt
Suche nach Projektpartnern. Während diese Übersichtlichkeit: »Im Gegensatz
man die Ar­beitsbeispiele auf der eige- etwa zu WordPress verliert man sich
nen Website zwecks Übersichtlichkeit nicht in Tausenden von Optionen und
einschrän­ken soll­te, kann man das Plug-ins. In wenigen Minuten hat man
Behance-Pro­fil als Sammelstelle aller eine Online-Präsenz erstellt, die gut
Pro­jekte nutzen. aussieht und repräsentabel ist.«

Fazit: ProSite bietet sich besonders Fazit: Mit Flavors.me lässt sich eher
für Kreative an, die bereits ein Behance- ein Aggregat für Social-Media-Inhalte
Profil besitzen. Der Grad an Individua- erstellen als eine eigenständige Site.
lisierbarkeit ist nicht so hoch wie bei Das Tool eignet sich für Kreative, die
http://griffincreech.com/

anderen Diensten, dafür ist die Bedie- unterschiedliche Kanäle bespielen und
nung einfach und schnell. diese an einem Ort bündeln wollen.

Preis: circa 11 Dollar im Monat, Preis: limitierter kostenloser Zugang,


rund 100 Dollar im Jahr Profi-Account rund 20 Dollar im Jahr
≥  www.prosite.com ≥  www.flavors.me
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