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eDOSSIER

61.2016
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downloads

Social Media für


Kreative
Wie Designer und Developer
jobrelevante Kontakte knüpfen
und Aufträge gewinnen

Strategien und Tipps für Behance,


Instagram, Facebook, Dribbble & Co

Das PAGE eDossier 61.2016 enthält einen Beitrag aus PAGE 11.2015 (EVT 07.10.2015) im Originallayout.
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TITEL

Social
Ein wenig Behance hier, ein wenig Instagram und Facebook dort?
mit Konzept. Wir zeigen, wie Kreative Aufmerksamkeit
Twist
Illustrationen: Benedikt Bockshecker, deepblue networks

Verrenken Sie sich nicht in den sozialen Netzwerken, sondern agieren Sie
auf sich ziehen und spannende Aufträge akquirieren
022 PAGE 11.15 › TITEL › Social Media

● »Wer als Kreativer Geld verdienen will, der muss »WER IN 2012 gekauft und konti­nuierlich weiterentwickelt.
anderen Leuten zeigen, was er macht«, sagt der Seit dem Release der Creative Cloud können Krea-
Hamburger Illustrator und Grafikdesigner Florian KREATIVEN tive ihre Projekte oder works in progress direkt aus
Schom­mer. Für den 30-jährigen Illustrator sind COMMUNITYS Photoshop hochladen.
Social Networks ideal, um seine Projekte zu präsen- Aber noch wichtiger: Bei Agenturen und Unter-
tieren und dadurch möglichen Auftraggebern auf-
ERFOLGREICH nehmen hat sich Behance als Recherche-Tool eta­
zufallen. Gerade jungen Kreativen bieten Commu- IST, BRINGT bliert. »Wenn ich spezielle Illustratoren, 3D-Leute
nitys wie Behance, Instagram oder Dribbble die MEIST AUCH oder andere Disziplinen benötige, suche ich auch
Chance, wahrgenommen zu werden und Bekannt- dort«, sagt Katrin Grün, Senior Art Buyer bei Kolle
heit zu erlangen. »Wichtig ist für uns, dass sich auf DEN NÖTIGEN Rebbe��������������������������������������������
in Hamburg. »Bei der Recherche gebe ich ge-
Behance potenzielle Kunden informieren – und BISS UND zielt Schlag­worte ein wie beispielsweise ›3D‹, also
zwar international«, sagt Dennis Schäfer, CEO und eine bestimmte Technik. Dann bekomme ich eine
Design Producer des VR-Spezialisten 2rise aus EINEN EIGE- Auswahl und checke bei den jeweiligen Illustrato-
Unterhaching bei München, der inzwischen rund NEN KOPF MIT« ren oder 3D-Spezialisten auf deren Website, ob es
50 Prozent seiner Aufträge über die Plattform gene- wirklich passt.« Thomas Moeller, Kreativdirektor bei
riert (siehe Seite 26). Burkhard Müller, SapientNitro in New York, nutzt Behance darüber
Social Networks gibt es eine Menge, doch die Kreativdirektor hinaus, um frische Talente aufzuspüren: »Wir sind
Kreativbranche konzentriert sich mittlerweile ganz bei deepblue networks immer auf der Jagd nach den besten Kreativen.« Da-
klar auf Behance, Dribbble, Instagram, vielleicht in Hamburg, denen bei setzt er auf die »Creative Talent Search«, eine
noch Tumblr. Pinterest ist im Kommen, aber zu wir die tollen Grafiken Suchfunktion, die Adobe so intelligent angelegt hat,
unübersichtlich, Deviant Art zu arty und Portfolio- in unserer Titel- dass der Algorithmus lernt, was die Agentur sucht,
Seiten wie about.me sind zu wenig kommunikativ. geschichte verdanken und beginnt, ähnliche Portfolios zu markieren. Seit
↗ www.db-n.com
Das amerikanische Carbonmade mit rund einer Mil- Anfang des Jahres gibt es dazu die entsprechende
lion Portfolios ist in Deutschland nicht populär ge- iOS-App für iPhone und iPad.
nug, zumal das Design etwas altbacken wirkt. Selbst Wer es etwas exklusiver mag, geht zu Dribbble.
Facebook wird von Kreativen noch immer geschätzt, Da Newcomer nur auf Einladung eines registrierten
wobei der Fokus hier mehr auf Unterhaltung und Mitglieds ihre Projekte hochladen dürfen und das
Behind-the-Scenes-Einblicken liegt (siehe Seite 24). Angebot zudem kostenpflichtig ist, umweht die
Platt­form der Hauch des Unerreichbaren. Um eine
Welche Kreativ-Community bietet Einladung zu erhalten, kann man sich registrieren
welche Vorteile und schon mal sein Profil einstellen und auf die
Mit fünf Millionen Mitgliedern weltweit, die bisher eigene Website linken. Eine andere Möglichkeit ist,
rund zehn Millionen Projekte gepostet haben, ist Projekte auf draft.im einzustellen. Dieses Portal
Behances Vorrangstellung unter den Creative Com- will jungen Talenten die Tür zu Dribbble öffnen.
munitys unangefochten. Adobe hat die Plattform Mit ihren weltweit 200 Millionen Usern ist die
Facebook-Tochter Instagram besonders bei Foto-
grafen beliebt. Aber auch Designer, Illustratoren
und Webdesigner finden die Plattform zunehmend
interessant, nicht zuletzt, weil sich das Portfolio in-
dividuell gestalten lässt (Tipps zum Branding des
Instagram-Accounts siehe Seite 27). Die Nutzerzah-
len steigen stetig, in Deutschland ist es schon eine
Million. Im Gegensatz zu Behance und Dribb­ble
posten Kreative bei Instagram neben eigenen Pro-
jekten auch Bilder, die sie inspirierend finden. Für
Artbuyer ist dies manchmal ein Hindernis, weil sie
nicht auf den ersten Blick erkennen, was eine
eigene Arbeit und was kuratiert ist.

Die richtigen Follower finden


Follower können eine wichtige Inspirationsquelle
sein, darüber hinaus lenken sie die Aufmerksam-
keit auf die eigenen Projekte und tragen sie weiter –
egal, in welcher Community. Aber wie fängt man
an, wenn man noch in der Ausbildung steckt und
nicht so viele eigene Projekte entwickelt hat? Oder
sich gerade auf der Plattform registriert hat? »Zuerst
einmal sollte man prominenten Branchengrößen
folgen. Durch deren Beobachtung lernt man schnell,
was sie richtig machen«, rät Avril Delaney, Chief
PAGE 11.15 023

Content Editor bei ImageBrief in New York. »Folge

Da sein, wo
interessanten Kreativen, teile und kommentiere
ihre Arbeiten und kommuniziere«, sagt die Paper-
craft-Designerin Carolin Wanitzek aus Mannheim
(siehe Seite 24). »Wer sich an der Community nicht
beteiligt, hat keine Chance. Einfach seine Projekte
hochzuladen reicht nicht!«
alle sind?
Dennoch: Letztlich erregt man nur durch gute
Projekte Aufmerksamkeit. »Abends arbeite ich spe- Tipps für die Selbstdarstellung
ziell für mein Behance-Portfolio immer noch eine auf Behance – und ein Blick
Stunde an freien Projekten«, sagt Florian Schommer.
Diese Arbeit hat sich ausgezahlt. Auch wenn an- auf den Konkurrenten Dribbble
fangs nicht viel passierte, lud er über ein ganzes Jahr
monatlich ein neues Projekt hoch, bis endlich eines ● Unaufhaltsam geht Behance seinen Weg als Platzhirsch
vom Behance-Team auf der Startseite gefeaturet unter den Designer-Communitys weiter, seit der Übernah-
wurde. Inzwischen landet fast jede seiner Arbeiten me durch Adobe 2012 mit der geballten Power des Kreativ-
dort oder auf einer der Gallery-Seiten. Das ist eine software-Giganten im Rücken. Gestalter, die auch nur im
echte Auszeichnung, denn von den Tausenden Pro- Mindesten auf Social Media als Akquisetool setzen, sollten
jekten, die täglich hochgeladen werden, wird nicht hier präsent sein.
einmal ein Prozent ausgewählt. Wichtig ist hier auch, Doch was tun, um unter fünf Millionen Kreativen auf­
die richtigen Kategorien zu wählen. Nur wer sich zufallen? Unter anderem sollte man die Behance-Kurato­
diese Mühe macht, kann später von den Artbuyern ren beeindrucken, die die »Featured Gallery« auf der Start-
der Agenturen oder direkt von potenziellen Auftrag- seite bestücken. Dazu muss ein Projekt mindestens sechs
gebern gefunden werden (Tipps zur Aufbereitung rund 1400 Pixel große Bilder haben, gern mit Detail- und
der Artworks für Behance siehe Kasten rechts). Making-of-Aufnahmen. Auch eine aussagekräftige Pro-
jektbeschreibung ist elementar. Um von potenziellen Auf-
Kanäle geschickt kombinieren traggebern gefunden zu werden, sollte man Teamarbeiten
Die meisten Kreativen sind auf mehreren Kanälen ganz gezielt den »Creative Fields« zuordnen, in denen man
unterwegs. Neben Behance, Dribbble und Instagram selbst stark ist und zum Projekt beigetragen hat. Auch gute
nutzen sie zur Kontaktaufnahme berufliche Netz- Tags sind wichtig, von Thema und Genre bis zu angewand­
werke wie LinkedIn und XING, unterhalten viel- ter Technik und Tools, ob analog oder digital.
leicht auch ein Profil bei Facebook, Flickr, YouTube, Seit dem vergangenen Jahr bietet Behance Unterneh-
Vimeo, Pinterest, Google+ oder Twitter. Permanent men und Agenturen die nicht eben preiswerte, aber raffi-
mehrere Kanäle zu bedienen ist jedoch zeitaufwen- nierte Creative Talent Search an. Diese berücksichtigt auch
dig, da helfen auch keine Tools fürs sogenannte Recher­chekriterien wie bisherige Auftraggeber, besuchte
Crossposting wie Buffer (  https://buffer.com  ) oder Hochschule, Softwarekenntnisse und so fort. Was natür-
ifttt (  https://ifttt.com  ). »Um ökonomisch zu arbei­ lich nur funktioniert, wenn an Jobs und Aufträgen Interes-
ten, muss man sich letztlich auf ein, zwei Platt- sierte die Fragen nach »Work Experience« und »Project Set-
formen fokussieren und die dann adäquat bedie- tings« auch tatsächlich ausgefüllt haben.
nen«, sagt Florian Schommer, der seine Zeit lieber
in die Qualität seiner Projekte steckt, als eine Dau- Oder doch lieber zu Dribbble gehen? Die 800 000 User
erbefeuerung auf allen Kanälen zu veranstalten. starke Community, zu der man eine Einladung braucht,
Marcos Moralez, User Interface Designer aus gibt sich elitärer und schreckt Amateure mit einer Jahres-
San Francisco und in vielen Netzwerken aktiv, ver- gebühr von 20 Dollar ab. Ursprünglich als Plattform für
folgt dabei eine klare Strategie: »Neue Projekte stelle work in progress gegründet und mit gewöhnungsbedürf-
ich immer zuerst auf Dribbble und Carbonmade, tigem Vokabular aus der dribbelnden Basketballwelt arbei-
weil sie mir Aufträge bringen. Die Kontakte dirigiere tend, funktioniert Dribbble längst ähnlich wie Behance.
ich zu meinem professionellen Portfolio bei Carbon- Die Hauptunterschiede?
made, das ich wiederum mit Dribbble, Linked­In Pro Projekt (oder Shot, wie es bei Dribbble heißt) gibt es
und Twitter vernetze, wo ich 21 000 Follower habe.« nur ein Bild und pro Monat nur begrenzte Uploads. Vor
Alle anderen Communitys befüllt er zielgruppenge- allem aber ist Dribbble spitzer auf die digitale Welt, auf
recht in losen Abständen, hier ein Artikel zu Design- UI/UX Designer, Icongestalter und Vektorgrafiker ausge-
trends bei Twitter, dort ein Interview auf YouTube. richtet. Viele Start-ups, aber auch Branchenriesen wie
»Will man den größtmöglichen Nutzen erzielen, Google, Facebook oder Dropbox posten dort Designs und
muss man die Arbeit einfach leisten«, sagt er. suchen nach Mitarbeitern. Die neue Kooperation mit der
Auch 2rise-Geschäftsführer Dennis Schäfer ist Prototyping-Plattform InVision unterstreicht diese Aus-
Mitglied bei Facebook, LinkedIn, XING, Twitter, richtung. Behance ist nicht nur inhaltlich breiter aufge-
YouTube, Vimeo, Google+, Instagram und Pinte- stellt, sondern spricht auch ein globales Publikum an, der-
rest. Um dort nicht zu viel Zeit zu investieren, postet weil Dribbble bisher doch sehr USA-lastig bleibt. cg
er nur hin und wieder plattformgerechte Inhalte,
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sprich unterhaltsame Bildchen auf Facebook,


nützliche Links auf Twitter, Projektvideos und Ma-
king-ofs auf YouTube und Vimeo et cetera. »Im End-
effekt versuche ich aber, alle Aufmerksamkeit auf
unser Behance-Profil zu lenken und bestenfalls die
jeweiligen Follower mitzuziehen«, so Schäfer.
Ganz anders ticken Developer, narzisstische Na-
belschau ist nicht unbedingt ihr Ding. »Wir machen
nicht so viel Worte um das, was wir tun«, sagt Frank
Schillinger, Developer bei Fork Unstable in Stutt-
gart. Neben LinkedIn und XING baut er komplett
auf die Developer-Community GitHub (  https://git
hub.com/frank-schillinger  ), wo man nicht nur Pro-
jekte einstellt, sondern vor allem auch fachliche Pro-
bleme diskutiert. »Dort folge ich nicht Personen,
sondern Technologien, wie zurzeit etwa node.js.«

„Community verlangt Viele Follower = viele Aufträge?


Viele Follower in den einschlägigen Communitys

aktive Beteiligung“ sind ein Garant dafür, dass Agenturen oder Unter-
nehmen irgendwann auf das Portfolio und die
Expertise des sich präsentierenden Kreativen auf-
● Carolin Wanitzek, Jahrgang 1984, Artdirektorin und Paper- merksam werden. Denn Erfolg in sozialen Netzwer-
craft-Designerin aus Mannheim (  w ww.carolinwanitzek.de  ), ken zieht oft Features in Designblogs nach sich. »Im
arbeitet für Kunden wie »Fast Company«, »Nido« oder die Bun- Browser habe ich eine große Linkliste, kategorisiert
desdruckerei. Rund 50 Prozent ihrer Kunden generiert sie über nach 3D-Typo, Paperwork et cetera, in der ich alles
die sozialen Netzwerke.  ae aufführe, was ich in Blogs und sozialen Netzwerken
finde«, sagt Kolle-Rebbe-Artbuyerin Katrin Grün.
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Auch dokumentiert die Zahl der Follower Konti-
SOCIAL PROFILE
nuität der kreativen Arbeit und Qualität der Projekte.
↗ www.behance.net/zayoba
One-Hit-Wonder generieren keine kritische Masse
↗ www.facebook.com/pages/Carolin-Wanitzek/217001900861
↗ http://carolinwanitzek.tumblr.com
an Followern. »Wenn ich einen Kre­a­tiven suche,
↗ https://vimeo.com/user3065071 schaue ich immer bei Behance«, bestätigt Burkhard
Müller, Kreativdirektor bei deepblue networks in
Hamburg. Dort könne man nicht nur Projekte ein-
Wirklich aktiv bin ich auf Behance und Facebook. Auf meiner sehen, sondern an ihnen auch die Entwicklung des
Facebook-Fanpage poste ich Work-in-progress-Bilder und Fotos Kreativen nachvollziehen. »Wer in kreativen Com-
von Events. Obwohl dies eher unterhalten soll, habe ich darüber munitys erfolgreich ist, bringt zumeist auch den nö-
auch schon Jobs akquiriert, zum Beispiel das Elternmagazin tigen Biss und einen eigenen Kopf mit – Eigenschaf-
»Nido«. Die haben auf meiner Pinnwand gepostet, ich solle mich ten, die wir besonders schätzen«, ergänzt Müller.
mal melden. Auf Behance veröffentliche ich jedes meiner Pro- Also, bleiben Sie am Ball! Setzen Sie Ihre eigenen
jekte. Das ist fast wie meine zweite Website, denn von dort be- Ideen durch! Nirgendwo können Sie mit Kreativi-
komme ich sehr viele Kunden, vor allem aus dem Ausland, aus tät, überzeugenden Projekten und Beharrlichkeit
London, New York oder Kalifornien. Auch wenn sie schlicht nach schneller brillieren und damit aus dem namenlosen
»Papercraft Artist« gegoogelt haben, landen sie zuerst dort. Heer herausstechen als in den sozialen Netzen.  ae
Wer Erfolg in den sozialen Netzwerken haben will, muss mit
der Community kommunizieren – egal, ob auf LinkedIn, Insta- PAGE Story »Selfmarkting«. Unsere große
gram oder Tumblr. Man muss andere Projekte kommentieren Titelgeschichte zum Thema Self-Promotion
und »appreciaten«. So bekommt man Inspirationen und neue für Gestalter und Developer finden Sie in
Follower, die sich wiederum für die eigenen Projekte interessie- PAGE 12.14. ↗  www.page-online.de/PEPA1412
ren. Lädt man eigene Arbeiten nur hoch und ist sonst nicht weiter
aktiv, passiert auch nicht viel. Auf Behance folge ich nur Leuten, PAGE eDossier »Online-Portfolios: Tools,
die mich wirklich interessieren, also Größen wie Sagmeister & Tipps & Strategien«. Wie die Selbstdarstellung
Walsh oder Leuten, die ebenfalls Papierillustrationen machen. im Netz gelingt, lesen Sie in unserem eDossier
unter ↗  www.page-online.de/PDDP1019
Mit ihnen stehe ich in regem Austausch.
Klar, auch die anderen Communitys sind interessant, doch
PAGE eDossier »Auftrags-Akquise«. Von der
man kann ja nicht den ganzen Tag in sozialen Netzwerken rum-
Kontaktaufnahme über die Preiskalkulation
hängen. Tumblr habe ich ins Journal meiner Website eingebun- bis hin zu Verhandlungstechniken – Tipps
den, und dann bin ich noch bei Vimeo. Nur für Instagram hatte für Agenturen und Freelancer gibt es unter
ich bisher noch keine Zeit. Das stresst mich manchmal. ↗  www.page-online.de/PDPD0004
PAGE 11.15 025

„Regelmäßigkeit ist wichtiger als


einmalige Befeuerung“
● Florian Schommer, Jahrgang 1985, arbeitet als Illustrator für bleibt, die Arbeiten auf ähnlich farbige Hintergründe stellt oder
Kunden wie »Computer Arts«, »Der Spiegel« oder die Hamburger mit ihnen Muster entwickelt. Der Betrachter sollte schon ein
Kreativagentur deepblue networks, deren Grafiken unsere Titel- Gefühl des großen Ganzen bekommen und eine gewisse Einheit
geschichte zieren. Zusammen mit zwei Editorial Designern hat er spüren. Ich investiere viel Zeit und füge zu manchen Jobs noch
dieses Frühjahr in Hamburg das Designkollektiv kjosk gegründet zusätzliche Illustrationen und Zeichnungen hinzu, nur damit das
(  w ww.kjosk.de  ). Wir sprachen mit ihm über Beharrlichkeit, Qua- Projekt nachher bei Behance gut aussieht.
lität der Projekte und Kundenakquise 2.0. ae Wie machen Sie auf sich aufmerksam?
Ich lade in regelmäßigen Abständen – meist alle drei Monate –
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ein Projekt hoch. Selbst wenn ich ein zweites fertig habe, so wie
SOCIAL PROFILE
gerade jetzt, warte ich lieber noch einen Monat und habe dann ei-
↗  www.behance.net/schommer
nen weiteren Hype. Regelmäßigkeit ist wichtiger als eine einma-
↗   https://instagram.com/schommer_ays/
↗  www.facebook.com/florian.schommer.7
lige Befeuerung. Zu Anfang ist es wichtig, viel Zeit in die eigenen
↗  www.linkedin.com/pub/florian-schommer/a9/821/1ba/ Projekte zu investieren, um vom Behance-Team auf der Startseite
↗  www.xing.com/profile/Florian_Schommer2 gefeaturet zu werden. Das ist der Jackpot. So bin ich auf einen
↗  https://vimeo.com/schommer Schlag zu vielen Followern gekommen. Jedes meiner neuen Pro-
jekte taucht nach dem Upload in ihrem Feed auf und generiert
durch die vielen »Appreciates« wie ein Selbstgänger wieder
Was macht ein Digital Native bei der Kundenakquise mehr Follower.
anders? Bedeuten viele Follower automatisch eine gute
Florian Schommer: Ich sehe keinen Unterschied, außer dass ich Auftragslage?
mit sozialen Netzwerken groß geworden bin und im Vergleich zu Ich schätze, 60 bis 70 Prozent meiner Kunden kommen über Be-
meinem Designprofesssor, der Behance nicht mal kennt, reich- hance. Meine beiden Partner bei kjosk machen Editorial Design,
lich Erfahrungen damit habe. Ich verstehe nicht, dass manche was bei Behance etwas schwieriger zu platzieren ist. Sie bekom-
Illustratoren Social Media als Selbstdarstellung verunglimpfen. men ihre Aufträge deshalb eher über Beziehungen und Mundpro-
Ich finde, wenn man Geld verdienen will, muss man Leuten zei- paganda. Als Illustrator bietet sich Behance dagegen geradezu an.
gen, was man macht. Gerade für den Nachwuchs ist Öffentlich- Und nicht verzweifeln – auch wenn man anfangs gute Projekte
keit extrem wichtig, um aus der Anonymität herauszutreten. hochlädt, kann es sein, dass man keine Beachtung findet. Aber
Und welche Plattformen nutzen Sie? wer am Ball bleibt, regelmäßig neue Arbeiten hochlädt, anderen
Ich habe mich komplett auf Behance eingeschossen, denn dort ist folgt und deren Projekte likt, fällt schon irgendwann auf. Und mit
eine ziemlich große und internationale Community unterwegs. zunehmendem Bekanntheitsgrad kommen auch die Aufträge.
Außerdem finden sich dort potenzielle Kunden und Agenturen, Hat man es dann erst einmal auf die Startseite geschafft und
die täglich den Feed checken, was Neues hochgeladen wurde. arbeitet fleißig weiter, taucht man plötzlich auf jedem Blog auf.
Wie wichtig diese Plattform für Kreative ist, sieht man auch
daran, das Adobe sie gekauft und komplett in die Creative Cloud
integriert hat. Praktisch, nun lade ich meine Arbeiten direkt aus
Photoshop hoch.
Von beruflichen Netzwerken halte ich nicht allzu viel. Ich bin
auf XING und LinkedIn, aber bisher hat es keinen nennenswerten
Vorteil gebracht. Wenn man als Gestalter nicht zeigen kann, was
man macht, ist es eben schwierig. Und diese Netzwerke sind
ja nicht per se darauf ausgelegt, sondern sollen primär Kontakt-
börse sein. Mit Instagram habe ich anderthalb Plattformen, die
ich bediene, und das reicht. Man stößt irgendwann an die Grenze
seiner Kapazitäten. Bei Instagram zeige ich mehr Details aus
den Arbeiten. Es gibt Leute, die dort mit zig Hashtags eine große
Reichweite erzielen. Mir ist das zu mühselig und zu nervig. Ich
habe keine Lust auf Hashtags.
Die gestalterischen Möglichkeiten bei Behance sind aber
doch recht reduziert.
Bis vor Kurzem hatte ich nicht einmal eine Homepage und habe
alles über Behance gemacht. Der Vorteil: Man kann seine Seite
gestalten, ohne dass man sich mit Webdesign auskennen muss.
Man muss sich seinen Weg suchen, um die Gestaltung dort ein-
fließen zu lassen. Indem man zum Beispiel in einer Farbfamilie
026 PAGE 09.15
11.15 › TITEL › Infografik
Social Media

sehen war«, erzählt der 27-jährige Geschäftsführer,


der selbst aus Kasachstan stammt.
Das wichtigste Akquisetool für 2rise ist Behance.
»Darüber kommen eindeutig die meisten Anfragen
und rund 50 Prozent aller Aufträge, der Rest läuft
über Mundpropaganda«, so Dennis Schäfer. Beson-
deren Wert legt 2rise auf die Qualität der Präsenta­
tion. »Meist dürfen wir die Kundenprojekte nicht
komplett abbilden, daher fertigen wir speziell für
Behance eine ähnliche, anonymisierte Arbeit an«,
erklärt er. Das kostet schon mal drei bis fünf Mann-
tage. Und erst wenn die Präsentation alle überzeugt,
geht sie online. »Diese Präsentationen ziehen nicht
nur neue Kunden an, wir reichen sie auch bei Wett-
bewerben ein.« Gerade wurde 2rise für den German
Design Award nominiert, was wiederum Aufmerk-
samkeit erzeugt und neue Interessenten auf die
Behance-Seite schleust.

Fokussierung ist der Trick

Spezial-Know- Für die Auffindbarkeit bei Behance sind die Katego-


rien, in denen man gelistet wird, sehr wichtig. Da

how für Kunden


es da aber weder »Virtual Reality« noch »Realtime
Presentation« gibt, wählt 2rise im Bereich Grafikde-
sign »Animation«, »Art Direction« und »Interaction
weltweit Design«. Zurzeit werden die VR-Spezialisten mit
zwei Projekten in der Kategorie »Interaction Design«
gefeaturet. »Die Präsentation auf der Startseite oder
● Gerade für Agenturen mit sehr speziellem Fokus den Kategorieseiten bringt eine Menge Aufmerk-
wie die bayerischen Virtual-Reality-Experten 2rise samkeit und viele neue Follower«, freut sich Dennis
sind internationale Plattformen wie Behance ideal, Schäfer. Dass man bei Behance immer den gleichen
um Kunden weltweit zu gewinnen. Hintergrund vorfindet, findet er gut. »Das sorgt für
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx Übersichtlichkeit und lenkt den Blick auf die Pro-
jekte – die sollen sich ja unterscheiden, sie sind wich-
SOCIAL PROFILE tig, da soll sich der Hintergrund zurücknehmen.«
↗  ww.behance.net/2rise
Neben der eigenen Website und dem Behance-
↗  www.facebook.com/design2rise
↗  www.linkedin.com/company/2rise-gmbh/
Portfolio hat 2rise Profile auf Facebook, LinkedIn,
↗  h
  ttps://twitter.com/_2rise Twitter, YouTube, Vimeo, Google+, Instagram und
↗  h
  ttps://vimeo.com/user13339909 seit Kurzem auch auf Pinterest. »Auf Instagram ma-
↗  w
  ww.youtube.com/channel/UCGhb7zguQlSxSx chen wir so gut wie gar nichts, dort laden wir die
Zr2mkvS1g Projekte hoch und gut. Wir haben uns nicht einmal
↗  h
  ttps://plus.google.com/100957041713018763816/ die Mühe gemacht, interessante Hashtags zu fin-
posts
den, denn die VR-Community hält sich dort einfach
↗  https://instagram.com/design2rise/
nicht auf«, erklärt Dennis Schäfer. Bei LinkedIn
geht es ihm um Businesskontakte, bei Facebook in
erster Linie um Unterhaltung. »Dort erzeugen wir
Das Behance-Portfolio scheint es voll zu reißen. mit Videos oder lustigen Fotos einen kleinen Hype
Wie sonst sollte es 2rise aus Unterhaching bei Mün- und locken damit vielleicht den ein oder anderen
chen gelingen, Kunden aus aller Welt an Land zu User auf die Portfolio-Seite bei Behance.« Automati­
ziehen? Die 2012 gegründete sechsköpfige Agentur sierungstools findet Dennis Schäfer nicht wirklich
entwickelt interaktive 3D-Präsentationen und baut sinnvoll, denn man käme ohnehin nicht umhin,
auf Messen oder Veranstaltungen Virtual-Reality- die einzelnen Kanäle adäquat zu bedienen. »Dann
Szenarien auf. Die Auftraggeber kommen aus Dubai, sollte man sich lieber klar für einen Hauptkanal ent-
China, Indien, Russland und den USA. Und das ist scheiden«, so rät er.
wichtig, »denn in Deutschland wird VR erst sehr Mit der Fokussierung auf den für sie passenden
verhalten genutzt«, berichtet Dennis Schäfer, CEO Social-Media-Kanal und der sorgfältigen Präsenta-
und Design Producer. Und wenn, dann seien das tion ihrer Projekte hat es die junge Agentur in den
Projektvolumen und damit die Gewinnspanne meist drei Jahren ihres Bestehens geschafft, internatio­‑­
zu klein. »Unsere internationalen Kunden dagegen nal ein anerkannter Player im Bereich interaktiver
wollen etwas Einzigartiges, das so noch nicht zu 3D-Präsentationen zu werden.  ae
PAGE 11.15 027

Instagram: Branding statt wilder Mix


Eigentlich klar, dass Instagram ideal für professionelle
Bildermacher und Bildergucker ist. Bei der Self-Promotion gibt es
aber einiges zu beachten

● Während Pinterest mit den neuen


»Buy it«-Buttons wohl bald zum rie-
sigen Warenhaus mutiert, wird Insta-
gram immer interessanter fürs Self-
marketing von Kreativen. Das fing
2012 mit den Webprofilen an, welche
jedem User erstmals personalisierte
Auf­t ritte ermöglichten. Seit dem Som­-
mer bieten App und Desktop-Version
nun endlich auch eine vernünftige
Suchfunktion, um Tags, Orte, Themen
sowie Personen zu finden. Die Voraus­‑
setzungen, um sich auf Instagram als
Kreativprofi zu präsentieren, sind also
geschaffen.
Erfolgreich tummeln sich dort tat-
sächlich längst nicht nur Fotografen,
sondern auch Illustratoren, Designer,
Typografen, ja ganze Agenturen. Wer
potenzielle Auftraggeber als Follower
will, muss vor allem eines haben: ein
Konzept. Wahllos Artworks und Foto­‑
impressionen aus dem Alltag oder
von Reisen zu mixen, reicht in aller
Regel nicht. Sinnvoll beleben lässt
sich ein Profi-Profil dagegen mit Ma-
king-of-Fotos oder -Filmchen. Wer so
witzig ist wie Christoph Niemann (@
abstractsunday, 82.4k Abonnenten),
kann seinen gestalterischen Ansatz
allerdings auf Alltagsfotos übertra-
gen und sie so in sein Instagram-Kon-
zept einpassen.
mung. Das brachte nicht nur jede 115k Abonnenten). Sie postet einen Perfekte
Visuelle Gags zünden Menge Follower, sondern auch Auf- eigentlich wilden Mix aus solch hand- Ver­netzung:
Mit diesem
Das humorvolle Zusammenspiel von träge von großen Modefirmen wie geschriebenen Bonmots, Bildern eige­‑
Post bedankte
Zeichnung und Fotografie in einem J.Crew oder Mango sowie mit Art De- ner und fremder Arbeiten sowie Fotos
sich die Agen­‑
Bild – wie auch Niemann es betreibt – partment aus New York eine der welt- von sich. Ein durchgehendes »Bran- tur deepblue
kommt überhaupt extrem gut an. Let- weit renommiertesten Illustratoren- ding« verleiht sie ihrem Instagram- networks für
tering Artist Cyril Vouilloz (@rylsee, Repräsentan­zen (  w ww.illustrationdi Auftritt, indem sie leuchtende Farben einen PAGE-
/86.5k Abonnenten) lässt Schrift oder vision.com  ). und plakative Motive vor monochro- Online-Artikel
gezeichnete Objekte mit der realen Auffallend beliebt sind ebenfalls nem Hintergrund verwendet. über ihre
Welt interagieren. Illustrator Christo- Accounts, die regelmäßig die Welt Instagram-

pher David Ryan aka CDR (@hello mit besonders weisen oder besonders Praktisches Recycling Recruiting-
Kampagne
cdr, 96.8k Abonnenten) wurde durch wit­zigen Sprüchen beglücken. Ein For- Man kann sich extra für Instagram
seine Instagram-Serie #getsabighug mat, das wie geschaffen für Typogra­fen Konzepte ausdenken – andersherum
bekannt. Dabei konnten die User oder Lettering-Spezialisten ist. Aber bieten sich natürlich auch vorhan-
un­ter #cdrbighug ein Foto posten auch eine Designerin wie Sagmeis­­ter- dene Bildserien für die unkomp­
und erhielten von Ryan daraufhin ei- Studiopartnerin Jessica Walsh bedient lizierte Zweitverwendung an. Auf
ne liebe­volle Strichmännchen-Umar- sich dieses Mittels (@jessicavwalsh, der im Jahr 2010 gegründeten Platt-
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form  w ww.theydrawandcook.com Recruiting-Kampagne (  w ww.page- 1 Mit Gedanken und Selbstporträts sowie einem durch­‑

posten Illustratoren selbst illustrierte online.de/kreativeshaus  ) – prompt gängigen Look gibt Sagmeister-Studiopartnerin
Rezepte, um sich zu promoten. Seit war auf Instagram zu sehen, wie man Jessica Walsh ihrem Auftritt einen persönlichen Touch
2 Christopher David Ryan ist mit seiner Serie
letzten Sommer auf Instagram über- im »kreativen Haus« PAGE liest.
#cdrbighug bekannt geworden – und hat Auftraggeber
tragen, hat @theydrawandcook be- Überhaupt hat sich die Aktion als
aus der Modebranche wie Mango gewonnen
reits 26.2k Abonnenten. sehr vielseitig anwendbar erwiesen, 3 Fotograf Ng Weijang (@orhganic) nutzt das Layout
Nicht nur Kreative suchen über wie Kreativdirektor Burkhard Müller der Webprofile für ungewöhnliche Collagen
Instagram Jobs, sondern Agenturen berichtet: »Wir nutzen die Illustra­ 4 Mit der Interaktion von Zeichnung und Real Life

auch Personal. Deepblue networks in tionen inzwischen fast überall – von hat der Berlin lebende Cyril Vouilloz alias RYLSEE jede
Hamburg tut dies über den Account der Pitch-Präsentation über die Einla- Menge Fans gewonnen

@kreativeshaus, was mit knapp über dung bis zur Weihnachtskarte.« Und
100 minimalistischen Illus von Artdi- mit der Bebilderung dieser Titel­
rektor Benedikt Bockshecker seit Mai geschichte kam es jetzt zu einer wei-
fast 9000 Abonnenten brachte. Wir be­ teren Kooperation mit PAGE. So
rich­teten online über die sympathi­sche funktioniert Vernetzung!  cg
PAGE 11.15 029

Hashtags –
Das A und O bei Instagram
● Es ist schon erstaunlich, wie viele Kreative
Instagram beruflich nutzen, sich aber offenbar
keine Gedanken darüber machen, wie sie dort
gefunden werden könnten … Das funktioniert auf
der Plattform nämlich nur über Hashtags!
Wobei für die Self-Promotion bei einer spitzen
Zielgruppe andere Regeln gelten als für pri­‑
vate Nutzer oder Marken, die den Mainstream
ansprechen wollen. Hier ein paar Tipps:

1
Um sich viral zu verbreiten, braucht
erst mal jede konzeptionelle Serie einen
eigenen Hashtag, wie etwa #getsa
bighug von @hellocdr oder #sketchbook2point0
von @rylsee.

2
Bevor Sie einen weiteren Hashtag
hin­zufügen, schauen Sie sich an, was
für Bilder darunter zu finden sind.
Steht er für ein Kuddelmuddel von Posts ohne
inhaltliche und gestalterische Linie, in dem
Ihr Bild unbemerkt untergehen würde?

3
Statt nur den Inhalt eines Bildes zu
beschreiben, sollten Sie aus Sicht der an
Gestaltung interessierten Zielgruppe
denken, also statt #food oder #fashion lieber
#foodillustration oder #fashionphotographer
schreiben.

4
Professionelle User fühlen sich durch
professionelle Hashtags angesprochen,
etwa #branding, #editorialdesign,
#editorialillustration, #dailytype, #madewith
paper, #freelancedesigner, #watercolour,
#mixedmedia et cetera.

5
Dabei kann es sich durchaus lohnen,
auf Feinhei­ten zu achten. Während es
unter #logodesigns über 10 000 teils
  

scheuß­liche Beiträge gibt, wären Sie bei #logo


design einer von wenigen.

6
Die Instagram-Suche unterscheidet sich
fundamental von der bei Google: Die
User können keine eigenen Suchbegriffe
eingeben, sondern nur unter vorhandenen Hash­‑
tags wählen. Was den Vorteil hat, dass man die
Suchenden mit selbst kreierten Tags gezielt zu
sich lenken kann. Beispielsweise gibt es #illustra
torsberlin noch nicht – wer fortan danach sucht,
wird also direkt bei Ihnen landen.

7
Dem Eigenlob sind bei Instagram keine
Grenzen gesetzt. Jeder kann seiner
Arbeit Prädikate wie #logooftheday
oder #awardwinning geben. Wenn Letzteres
stimmt, kann sich das ganz gut anhören, auch
wenn der Hashtag praktisch nicht viel bringt.
Beliebte Tags wie #illustrationoftheday sind
hilfreich, um die Zahl der Follower zu erhöhen.

8
Die gute Nachricht am Schluss: Sie
brauchen mit guten Hashtags nicht zu
geizen. Studien besagen, dass Posts
mit mehr als zehn Hashtags die meiste Interak­
tion verzeichnen. cg
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