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P ropyläen Verlag

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Der Propyläen Verlag ist ein Imprint des Ullstein Verlages mit Sitz in Berlin. Unter
diesem Namen werden Sachbücher, Biografien und Klassikerausgaben
veröffentlicht.

Inhaltsverzeichnis

• 1Geschichte
• 2Programm
• 3Weblinks
• 4Einzelnachweise

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Das Imprint wurde 1919 begründet, nachdem Ullstein vom Georg Müller Verlag die
dort begonnene Propyläen-Edition der Werke Goethes übernommen hatte. Die
Leitung oblag zu Beginn Emil Herz. In den zwanziger Jahren erschienen bei
Propyläen insbesondere Werke zu Geschichte und Kunstgeschichte, ab 1923
beispielsweise die Propyläen Kunstgeschichte in 24 Bänden, und von 1929 bis
1933 eine Weltgeschichte in zehn Bänden, herausgegeben von Walter
Goetz.[1] Veröffentlicht wurden aber auch Klassiker
wie Schilleroder Montaigne.[2] Im belletristischen Programm erschien 1929 der
Roman Im Westen nichts Neues von Erich Maria Remarque, der als Anklage
gegen den Krieg von konservativen Kreisen abgelehnt wurde.[3]
In der NS-Zeit wurde der Ullstein Verlag 1934 enteignet. Der Propyläen Verlag
wurde, im Gegensatz zu Ullstein selbst, unter gleichem Namen fortgeführt. Von
1935 bis 1937 gaben Willy Andreas und Wilhelm von Scholz ein fünfbändiges
biographisches Werk über Die großen Deutschen heraus,[4] Willy Andreas begann
1940 außerdem mit einer Neubearbeitung der Propyläen Weltgeschichte, die dem
nationalsozialistischen Geschichtsbild entsprach.[5]
Nach der Rückgabe der Verlagsgruppe 1952 an die Familie Ullstein
übernahm Albrecht Knaus die Leitung des Propyläen Verlags. Unter seiner Leitung
erwarb der Verlag 1959 alle Rechte am Gesamtwerk Gerhart Hauptmanns. Unter
Mitwirkung von Golo Mann wurde mit der Arbeit an einer Neuauflage der
Propyläen Weltgeschichte begonnen, die ein pluralistisches Weltbild ausdrücken
sollte.[5] Im gleichen Jahr verlegte Propyläen seinen Sitz mit der gesamten Ullstein-
Gruppe nach Darmstadt.[6]
1960 erwarb der Axel Springer Verlag mit der Ullstein-Gruppe auch den Propyläen
Verlag. Von 1962 bis 1979 übernahm Wolf Jobst Siedler die Leitung des Verlages,
unter seiner Leitung wurden mehrbändige Werke zur Literaturgeschichte und zur
Geschichte Deutschlands und Europas begonnen. 1967 wurde der Sitz der
Ullstein-Gruppe nach Berlin zurück verlegt. Großen Erfolg hatte der Verlag 1969
mit den kontroversen Erinnerungen des NS-Funktionärs Albert Speer sowie 1973
mit der Hitler-Biographie von Joachim Fest.[2]
Nach der Zusammenführung des Ullstein Verlages mit dem Langen Müller
Verlag 1985 übernahm Herbert Fleissner die Geschäftsführung. In der Folgezeit
beteiligte sich der Propyläen Verlag mit prominenten Publikationen
am Historikerstreit zur Bewertung des Nationalsozialismus, etwa durch die
Herausgabe von Ernst Noltes Werk Der europäische Bürgerkrieg 1917–1945. Der
1995 veröffentlichte neunte Band der Propyläen Geschichte Deutschlands, Der
Weg in den Abgrund von Karlheinz Weißmann, einem Wortführer der Neuen
Rechten, wurde nach einer Distanzierung des Herausgebergremiums vom Verlag
zurückgezogen.[7]
Angesichts des öffentlichen Eklats übernahm der Axel Springer Verlag Anfang
1996 die Ullstein-Gruppe wieder allein und trennte sich von Herbert Fleissner.[8] In
der Folgezeit wurde das Programm des Propyläen Verlages mit Autoren
wie Helmut Kohl oder Peter Scholl-Latour verstärkt auf populäre Titel
ausgerichtet.[2]
2003 veräußerte der Axel Springer Verlag seine Buchverlage an die Bonnier Media
Deutschland Holding des schwedischen Bonnier-Konzerns.

Programm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Ein Schwerpunkt des aktuellen Programms liegt im Bereich Politik und
Zeitgeschichte, zu den Autoren zählen beispielsweise Hubertus Knabe, Niall
Ferguson oder auch Peter Struck. Einen weiteren Schwerpunkt bilden Biografien,
ein Klassiker ist hier die Hitler-Biografie von Joachim Fest. Im belletristischen
Bereich werden Werk und Tagebücher von Gerhart Hauptmann verlegt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


• Website des Propyläen Verlags

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


1. ↑ Katalog der Staatsbibliothek Berlin, abgerufen am 17. August
2011.
2. ↑ Hochspringen nach: a b c Kleine Geschichte eines großen Verlages,
Eigendarstellung des Verlages, abgerufen am 12. August 2011.
3. ↑ Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues. In: Kindlers
Neues Literaturlexikon, Kindler Verlag, München. Abgerufen am 7.
Mai 2017.
4. ↑ Wer ist ein großer Deutscher? In: Die Zeit 16/1956, abgerufen am
17. August 2011.
5. ↑ Hochspringen nach: a b Zeit aller Zeiten. In: Der Spiegel 28/1963,
abgerufen am 17. August 2011.
6. ↑ Olaf Simons: Ullstein, Deutscher Verlag, Berlin In: Polunbi
Datenbank Schrift und Bild 1900-1960, abgerufen am 29. August
2011.
7. ↑ Historiker distanzieren sich von Rechten. In: Der Spiegel 48/1995,
abgerufen am 12. August 2011.
8. ↑ Trompeter der Patrioten In: Der Spiegel 47/1995, abgerufen am 15.
August 2011.

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