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(Ausgewählte) Faktoren von Kommunikation

und ihre besondere Bedeutung in Lehr-


Lernprozessen

Aufgabe 1a

zum Modul 2
(Bildungswissenschaftliche) Voraussetzungen für den Einsatz von
neuen Lehr- und Lernformen

Modulbetreuung:
Frau Prof. Claudia deWitt

angefertigt im MA Bildung und Medien - eEducation


an der FernUniversität in Hagen

von
Heinz Krettek
Oberhofweg 5
72221 Haiterbach
Matr.-Nr. 8441049

Abgabedatum, 03.05.2011
Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung 1

2 Kompetenzen bei unterschiedlichen virtuellen Lehr- und Lernszenarien 2

3 Faktoren der Kommunikation 3


3.1 (a)synchrone Kommunikations-Settings 4
3 .2 Motivation – das ARCS Modell 4

Literaturverzeichnis 5

Erklärung
1 Einleitung

Die rasche Ausbreitung der Informations- und Kommunikationstechnologien


leitete auch bei den Trägern der Lehrerfortbildungsmaßnahmen einen Pro-
zess der Neustrukturierung ein. Bei zwei dieser Lehrerfortbildungsmaßnah-
men kann ich als Betreuer Erfahrungen mit virtuellen Bildungsangeboten
sammeln. Die Fortbildungsreihe „Sonderpädagogik Online“ (Lehrerfortbil-
dungsserver Baden-Württemberg, 2011) richtet sich an Lehrer/innen, die in
Klassen der Berufsvorbereitung unterrichten und eine Auseinandersetzung
mit pädagogischen Fragestellungen und Problemen suchen. Die Module sind
in ein Blended-Learning-Konzept (de Witt & Czerwionka, 2007, S. 104) ein-
gebettet, welches eine Einführungsveranstaltung, sowie 2 weitere Präsenzta-
ge vorsieht. Ein Teletutorenteam begleitet die Teilnehmer/innen während des
12-wöchigen Lern- und Arbeitsprozesses. Die bereitgestellte Literatur für die
in der Regel meist 5 Themeneinheiten ist Grundlage für die Bearbeitung der
Arbeitsaufträge und den kommunikativen Austausch in den thematisch auf-
gebauten Moodle Diskussionsforen. Das Teletutorenteam bietet Unterstüt-
zung und gibt schriftliche Rückmeldungen zu den in Kleingruppen online er-
ledigten Arbeitsaufträgen. Das zweite Fortbildungsangebot ergänzt ein be-
stehendes Bildungsangebot. Die Akademie für Lehrerfortbildung und Perso-
nalführung Dillingen unterstützt und begleitet die bisherigen, klassischen Ta-
gungsangebote mit einem Onlineseminar. Das von mir moderierte Online-
Seminar (de Witt & Czerwionka, 2007, S. 104) behandelt das Thema: E-Port-
folios - Methode und digitales Lernwerkzeug für kompetenzorientiertes Ler-
nen. Neben den grundsätzlichen Aufgabenfeldern (Unterstützung der fachli-
chen Auseinandersetzung, Unterstützung selbstgesteuerten Lernens, Ge-
währleistung förderlicher Rahmenbedingungen und Hilfestellung bei techni-
schen Problemen) habe ich bei diesem Seminar auch die Konzeption des
Lernangebots (Czerwionka & de Witt, 2006) mit der E-Portfolio-Platform
Mahara übernommen.

Die in den beiden, exemplarisch dargestellten, virtuellen Lernumgebungen


entstehenden komplexen Kommunikationsprozesse verändern auch die An-
forderungen, die an Lernende und Lehrende gestellt werden. Ziel dieser
Hausarbeit ist es, ausgewählte Faktoren zur Förderung der Kommunikation

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und Kooperation in virtuellen Lehr- und Lernszenarien darzustellen.

2 Kompetenzen bei unterschiedlichen virtuellen Lehr- und Lernszenarien

Alle virtuellen Lehr-Lernszenarien erfordern von den Betreuer/innen beson-


dere neue Qualifikationen. Ein Schwerpunkt ist die Moderation, die Betreu-
ung von Lern- und Gruppenprozessen und die Rückmeldung an die Teilneh-
mer/innen (Rautenstrauch, 2004).

Um die Anforderungen zu meistern, benötigen die Lehrenden Kenntnisse


über auftretende Probleme und die computervermittelte Kommunikation.
(cvK) In Abhängigkeit von der Art des Angebots werden spezielle Kompeten-
zen erwartet, wie z.B. medienangepasste Kommunikations- und Moderati-
onskompetenzen (Rautenstrauch, 2001, S. 23, Bremer, 2004, S. 198–199)
gibt einen Überblick der bei der Planung, Gestaltung und Durchführung not-
wendigen Kompetenzen, wobei der Bereich der Kommunikation insbeson-
dere bei der Seminar-Durchführung angesprochen ist. Die Betreuung, also
das etTutoring und die eModeration, spielen sowohl bei Blended-Learning-
Szenarien als auch bei der virtuellen Lehre eine große Rolle (Bremer, 2004,
S. 210–211).

Bei der Gestaltung der in der Einleitung erwähnten Angebote wurden für
die Moderation das 5-Stufen-Modell von Prof. Dr. Gilly Salmon zugrunde ge -
legt (Salmon, 2003) In diesem Modell wird beschrieben, wie in virtuellen
Umgebungen erfolgreiches Lernen ermöglicht werden kann. Salmon zeigt,
welche Betreuungsaufgaben und Kommunikationsschwierigkeiten in den
einzelnen Stufen auftreten können In der ersten Stufe (Zugang und Motiva-
tion) besteht die Hauptaufgabe der Lehrenden darin, die Teilnehmer/innen
zu empfangen und zu einer intensiven Arbeit mit der virtuellen Umgebung
zu motivieren (Salmon, 2003). Die Einladungen, die Hinweise auf erste Ar-
beitsaufträge und Kontaktwege erfolgen in schriftlicher Form und die Leh-
renden sollten in der schriftlichen Kommunikation beachten, welche Bot-
schaft gesendet wird (Rautenstrauch, 2001, S. 38)

Die zweite Stufe (Online-Sozialisation) dient dem gegenseitigen Kennenler-


nen, dem Aufbau einer „Kommunikationskultur“ (Bremer, o.J.) Eine umfas-

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sende soziale Präsenz erleichtert die Arbeit der Betreuer/innen (Boos, 2009)
Beim Einsatz der vorhandenen Kommunikationswerkzeuge muss beachtet
werden, dass es bei der cvK zu einer Kanalreduktion kommt und wichtige
Aspekte der non- und paraverbalen Kommunikation wie z. B. Gestik, Mimik
etc. und Signale des Verstehens oder Nicht-Verstehens wie z. B. nicken, fra-
gend blicken etc. verloren gehen (Zumbach, 2003, S. 4).

Bei der dritten Stufe (Informationsaustausch) sollen die Teilnehmer/innen die


bereitgestellten Arbeitsmaterialien bearbeiten und zusätzliche Informations-
quellen sichten. Die Lehrenden sollen die Kooperation und den Informati-
onsaustausch fördern. Durch eine Informationsüberflutung und nicht funk-
tionierende Kommunikation kann bei den Teilnehmer/innen eine Überforde-
rung oder Demotivation auftreten. Die Lehrenden sollen hier durch die zeit-
lich angemessene und kommunizierte Reaktion auf konkrete Frage der Ler-
nenden reagieren (Salmon, 2003).

Die Wissenskonstruktion in Stufe 4 wird durch eine ständige Kommunikati-


on aller Beteiligten gefördert. Das angemessene Unterstützen und Eingreifen
unterstützt die Lernprozesse. Auf Stufe 5 (Selbstorganisation und persönli-
che Weiterentwicklung) wird die Hauptaufgabe der Lehrenden in der Unter-
stützung der Lernenden bestehen (Salmon, 2003). In allen Stufen dürfen die
Lernenden ein unmittelbares und konstruktives Feedback erwarten.

3. Faktoren der Kommunikation

3.1 (a)synchrone Kommunikations-Settings

Salmon (2003) betont das Vorwissen der Teilnehmenden. Die Erfahrungen


und die Routine im Umgang mit den verwendeten Kommunikationsmedien
bestimmen die Bedürfnisse und Erawrtungen. Die erfolgreiche Kommunika-
tion hat eine große Bedeutung für den Lernerfolg.. Neben den sozialen Be-
dingungen beeinflussen also Faktoren asynchroner und synchroner Kommu-
nikation die Arbeit. Die cvK kann durch die verschiedenen Kommunikations-
möglichkeiten aber versuchen, die eingeschränkten Wahrnehmungskanäle
zu bedienen. (Rautenstrauch, 2001, S. 40) Die asynchrone Kommunikation
kann zu einer Offenheit führen, da zu Beginn fast keine Eindrucksbildung

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stattfindet und die Teilnehmer/innen leichter über Typisierungen wie Alter,
Geschlecht, Aussehen hinwegsehen. Die Verletzung von festgelegten Nor-
men und Regeln kann die Kommunikation negativ beeinflussen. Unterstüt-
zende Textzeichen, Emoticons können nonverbale Botschaften auslösen,
werden aber noch nicht umfassend in der Netz-Kommunikation eingesetzt
Die schnell verschickten Nachrichten erfordern einen vertrauliche Atmospä-
re, respektvolle Beziehungsgeflechte und Transparenz (Rautenstrauch, 2001,
S. 46ff).

Die synchrone Kommunikation ist durch ein schnelles Agieren und Reagieren
geprägt. Die Teletutor/innen benötigen hohe Moderationsfähigkeiten, damit
bei auch schon geringer Teilnehmerzahl eine vernünftige Aufwand-Nutzen-
Relation erreicht wird. (Rautenstrauch, 2001, S. 50ff)

3.2 Motivation – das ARCS Modell

Besonders in der Phase der Durchführung tragen die Betreuenden eine sehr
hohe Verantwortung, dass die Motivation der Teilnehmenden aktiviert und
aufrecht erhalten werden kann. Die neuen Kommunikationsmedien bewir-
ken eine anfängliche Neugier, die aber auch wieder schnell verschwindet.
Der A(ttention) R(elevance) C(onfidence) S(atisfaction)-Ansatz von Keller
(1999, zitiert nach Astleitner et al, 2006, S. 4) beschreibt eine geeignete
Strategie zur Motivationssteigerung.

Mit dem Motivationsfaktor Aufmerksamkeit soll das Interesse, die Neugier


der Lernenden geweckt werden. Die Relevanz der Lerninhalte wird durch die
Präsentation der Lehr- und Lernziele vermittelt. Dabei sind die Motivations-
profile der Lernenden zu berücksichtigen. Selbstvertrauen kann durch positi-
ve Lernerfolgserwartungen gefördert werden. Schließlich entsteht Zufrieden-
heit, wenn die Ergebnisse den Anstrengungen entsprechen (Astleitner et al,
2006)

4
Literaturverzeichnis
Astleitner, H., Pasuchin, I., Wiesner, C. (2006): Multimedia und Motivation –
Modelle der Motivationspsychologie als Grundlage für die didaktische Me-
diengestaltung. Medienpädagogik. Zeitschrift für Theorie und Praxis der Me-
dienbildung. URL: http://www.medienpaed.com/2006/astleitner0603.pdf
(abgerufen am 02.05.2011)

Boos, Margarete (2009). Wissenskommunikation in virtuellen (Lern-)Gemein-


schaften. Hagen: FernUniversität in Hagen (Kursnr. 33058)

Bremer, Claudia (2004). Medienkompetenz von Hochschullehrenden im


Kontext von Mediengestaltung und dem Erstellungsprozess netzgestützter
Lehre. In Bett, Katja, Wedekind, Joachim & Zentel, Peter (Hrsg.), Medien in
der Wissenschaft: Band 28. Medienkompetenz für die Hochschullehre
(S. 197–214). Münster: Waxmann. URL:
http://www.bremer.cx/paper37/artikel_medienkompetenz_bremer.pdf
(abgerufen am 02.05.2011)

Bremer, Claudia (o.J.). Praktische Tipps zu Teletutoring und zur Betreuung


von Gruppenarbei. URL:
http://www.bremer.cx/material/Bremer_Teletutoring_praktisch.pdf
(abgerufen am 02.05.2011)

Czerwionka, Thomas, de Witt, Claudia. (2006) Betreuung von Online-


Communities of Inquiry. eLearning-Didaktik. Hrsg. von R. Arnold u. M. Ler-
men. Baltmannsweiler: Schneider, 2006. 118–131. URL: http://ifbm.fernuni-
hagen.de/lehrgebiete/ bildmed/aktuelles-edit/forschung/ publikationen/
deWitt_Czerwionka_ Betreuung_von_Online-CoIs.pdf (abgerufen am
25.04.2011)

de Witt, Claudia, Czerwionka, Thomas (2007). Mediendidaktik. Studientext


für Erwachsenenbildung. Bielefeld: Bertelsmann Verlag.

de Witt, Claudia, Czerwionka, Thomas & Mengel, Sandro (2007). Mentorielle


Betreuung im Web – Konzepte und Perspektiven für das Fernstudium.
MedienPädagogik – Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung.
URL: http://www.medienpaed.com/zs/content/view/72/71/ (abgerufen am

5
25.04.2011)

Rautenstrauch, Christina (2001). Tele-Tutoren: Qualifizierungsmerkmale einer


neu entstehenden Profession. Wissen und Bildung im Internet: Band 1.
Bielefeld: Bertelsmann.

Lehrerfortbildungsserver Baden-Württemberg (2011). Sonderpädagogik


Online . URL: http://lehrerfortbildung-bw.de/bs/bsa/bej/sonpae/ (abgerufen
am 25.04.2011)

Salmon, G.(2004). E-tivities – Der Schlüssel zu aktivem Online-Lernen. Zürich:


Orell Füssli Verlag A

Zumbach, Jörg (2003). eTutoring – Aufgaben und Anforderungen an ein


neuesBetätigungsfeld. elearning Expo, (5). URL:
http://www.sbg.ac.at/mediaresearch/zumbach/download/1999_2006/journa
ls/zumbach_journal_05.pdf (abgerufen am 02.05.2011)

6
Erklärung

Hiermit erkläre ich, dass ich die vorliegende Hausarbeit mit dem Thema:

„(Ausgewählte) Faktoren von Kommunikation und ihre besondere


Bedeutung in Lehr-Lernprozessen“

ohne fremde Hilfe erstellt habe. Alle verwendeten Quellen wurden angege-
ben. Ich versichere, dass ich bisher keine Hausarbeit oder Prüfungsarbeit mit
gleichem oder ähnlichem Thema an der FernUniversität oder einer anderen
Hochschule eingereicht habe.

Haiterbach, 03.05.2011