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Sie hören die Meinungen nur einmal entscheiden sie beim Hören welche Aussage A bis J zu welcher
Person passt. Zwei Aussagen passe nicht markieren sie ihre Lösungen für die Aufgabe 47 bis 54. Auf
dem Antwort Bogen lesen Sie jetzt die Aussagen A bis J. Sie haben dazu eine Minute Zeit.

[00:01:37.380]
Arbeit Studium und Kinder das alles sei problemlos vereinbar. Manchmal ein bisschen stressig aber
erfüllend und empfehlenswert das möchte man uns weismachen. Theoretisch haben alle volles
Verständnis für oder studierende Eltern. Aber die Wirklichkeit sieht anders aus. Eltern die voller
Schuldgefühle arbeiten im Büro liegen lassen weil die Kita schließt. Mütter die ihr krankes Kind mit
schlechtem Gewissen derlei Homa überlassen weil an der Uni Anwesenheitspflicht besteht. In der
Wirtschaft der Politik und der öffentlichkeit muss es endlich ein wirkliches Umdenken geben. Mit
Lippenbekenntnissen ist den Eltern nicht geholfen. Selbst neue Fördermodell sind nicht die Lösung
des Problems.

[00:02:17.430]
Arbeitgeber Professoren kinderlose Kollegen und Kommilitonen auch wir Eltern müssen begreifen
dass Kinder uns alle etwas angehen was wir brauchen ist das Bewusstsein dass die Gesellschaft als
Ganze für gelungene Kinderbetreuung verantwortlich ist. In der Arbeitswelt wie an den Hochschulen.

[00:02:43.700]
Sprecher 2 Der Druck der auf uns Studierenden lastet nimmt ständig zu. Wir sollen Auslandssemester
machen und bereits während des Studiums Praktika absolvieren eine oder besser gleich mehrere
Fremdsprachen zu beherrschen ist eine Selbstverständlichkeit. Grundsätzlich ja alles Dinge die
sinnvoll sind aber sie bedeuten auch einen riesigen Aufwand das Studium sollen wir außerdem in der
kürzesten Zeit und natürlich mit Bestnoten abschließen um am Arbeitsmarkt Chancen auf einen gut
bezahlten Job zu haben. Viele von uns müssen trotz all dieser Ansprüche auch noch neben dem
Studium arbeiten um finanziell über die Runden zu kommen. Ich frage Sie Wie könnte man unter
solchen Voraussetzungen auch nur daran denken während des Studiums Mutter zu werden.

[00:03:35.160]
Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen wie Studium und Kind unter einen Hut zu bringen
sind.

[00:03:50.610]
Drei seit der sogenannten Bologna-Reform hat sich der Alltag an den Universitäten stark verändert. Es
gibt viele Seminare und Vorlesungen mit Anwesenheitspflicht. Der Prozentsatz der Zeit die man
anwesend sein muss wird zwar von den einzelnen Hochschulen festgelegt und ist deshalb nicht
überall gleich. Wenn man aber über die jeweils festgelegte Zeit hinaus fehlt muss man die Fehlzeiten
mit anderen Leistungen ausgleichen. Es gibt Kurse in denen die Anwesenheitslisten kontrolliert wird.
Man wird auch automatisch negativ bewertet wenn man zu einer Prüfung angemeldet ist und nicht
erscheint. Dadurch haben studierende Eltern eindeutig einen Nachteil gegenüber ihren kinderlosen
Studienkollegen und Kollegen.

[00:04:34.620]
Denn ein Kind richtet sich nun einmal nicht nach Vorlesung oder Prüfungstermin. Wenn es zur Welt
kommt oder krank wird ist man meist auf das Verständnis der Dozentin oder Dozenten angewiesen.

[00:04:46.280]
Und das ist lästig.

[00:05:00.700]
Natürlich habe ich auch schon darüber nachgedacht wie es wäre als Mutter mit einem Baby zu
studieren. Aber ich habe derzeit andere Prioritäten. Es wird ohnehin nicht leicht werden in der
Arbeitswelt Fuß zu fassen. Schließlich gibt es genug Arbeitslosigkeit auch unter Akademikern mit
einem Kind stelle ich mir den Berufseinstieg noch wesentlich schwieriger vor. Nicht ohne Grund steigt
das durchschnittliche Alter der Frauen die zum ersten Mal Mutter werden kontinuierlich an. Ich würde
meine Chancen wohl kaum erhöhen wenn ich gleich bei der ersten Stelle auf die Bedürfnisse eines
Kleinkindes Rücksicht nehmen müsste. Außerdem ist es mir wichtig mein Studium mit sehr guten
Noten zu beenden damit ich Vorteile bei der Jobsuche habe.

[00:05:46.010]
Mit einem Kind würden sich meine Leistungen an der Uni aber sicher verschlechtern. Also ein Kind ja.
Aber später.

[00:06:07.360]
Die deutschen Hochschulen sind eigentlich ganz gut auf studierende Eltern vorbereitet. Es wurden in
den letzten Jahren zahlreiche Maßnahmen getroffen damit ein Kind nicht zu einer Benachteiligung
führt oder gar zu einem Grund für einen Studienabbruch wird. Das Angebot reicht von Stipendien über
flexible Betreuung bis hin zu ganz konkreten Dingen wie weggeblasen. Es gibt viele sehr
verständnisvolle Dozentinnen und Dozenten da kann man ruhig auch einmal ein wenig mit in die
Sprechstunde bringen. Die meisten von ihnen sind doch selbst Eltern die sehr gut wissen wie
schwierig es sein kann Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren.

[00:06:42.670]
Natürlich sind die Voraussetzungen nicht an allen Hochschulen gleich. Es zahlt sich auf jeden Fall aus
sich darüber gründlich zu informieren. Dafür kann man sich an die Gleichstellungsbeauftragten oder
das Frauenbüro wenden. Für die Unis ist das kein Problem wenn jemand während des Studiums auch
Verantwortung für ein Kind hat.

[00:07:12.090]
Ich habe zwei Kinder und beide sind während meines Studiums zur Welt gekommen. Es war nicht
immer leicht Studium und Familie zu vereinbaren. Zeitweise war es ganz schön stressig. Vor allem als
mein Mann und ich kurz vor dem Abschluss standen. Wir haben beide auch etwas länger für das
Examen gebraucht als die meisten unserer Freunde. Aber wir hatten keine wesentlichen Probleme.
Die Situation forderte uns allerdings viel Selbstdisziplin ab und wir mussten auf einiges verzichten
zum Beispiel auf häufiges ausgeben. Auf der anderen Seite hatten wir sicher viel mehr Zeit für unsere
Kinder als berufstätige Eltern.

[00:07:52.680]
Rückblickend muss ich sagen. Dass es eine wunderbare Zeit war und ich würde mich auch heute
nicht anders entscheiden. Den Kindern geht es super und beruflich hat es weder mir noch meinem
Mann geschadet.

[00:08:15.600]
7 also rein strukturell sehe ich kein Problem darin während des Studiums ein Kind zu bekommen. Die
Universitäten stellen durchaus Unterstützung bereit und es gibt auch Fördermaßnahmen die in
Anspruch genommen werden können. Bedenken möchte ich aus ganz anderen Gründen äußern. Die
Jahre des Studiums sehe ich nicht nur aber doch auch als eine Gelegenheit zum Experimentieren.
Eine Chance zur eigenen Persönlichkeitsentfaltung.

[00:08:44.370]
Ich halte gar nichts davon wenn Studien der Mindestdauer abgespult werden wenn die Studierenden
kein Interesse an dem Leben außerhalb der Universität zeigen. Interessante Lebensläufe mit Praxis
und Auslandserfahrung sind mir wichtiger als Bestnoten und Rekords zeigen. Das erfordert aber Zeit
und eine gewisse Muße. Mit einem Kind so fürchte ich. Nimmt man sich diese Chance. Das finde ich
schade denn diese Phase der Selbstfindung kommt nicht wieder.

[00:09:26.030]
Mit meinen Freundinnen diskutiere ich oft über Studium und Kinderwunsch. Viele von ihnen glauben
dass sie sich dadurch ihre berufliche Zukunft verbauen. Das sehe ich ganz anders. Ich bin nämlich der
Meinung dass es von Vorteil ist die Kinder wenn man denn welche möchte schon während des
Studiums zu bekommen Pausen einlegen und etwas reduzieren. Das geht doch im Studium
wesentlich leichter als später im Beruf auch wenn es Anwesenheitspflicht und Prüfungstermine gibt.
Ist man als Studentin noch freier in seiner Zeiteinteilung. Ich glaube dass man an der Uni auch eher
auf Verständnis hoffen kann als bei einem Arbeitgeber.

[00:10:02.950]
Wenn man einmal wegen des Kindes einen Termin verpasst. Wenn ich als Frau später im Beruf stehe
und dann in Elternzeit gehe bedeutet das mit Sicherheit einen Karriereknick für den beruflichen Erfolg
wäre es also am besten wenn die Familienplanung idealerweise schon vor dem Berufseinstieg
abgeschlossen wäre.

[00:10:31.880]
Verstehen Teil 1 hören verstehen Teil 2.

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