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Mikroökonomik II (HS 2019)

Klausur

TEIL 1 (50 Punkte)

In diesem Teil der Klausur haben Sie bei jeder der folgenden Aussagen drei Antwort-
möglichkeiten: richtig, falsch oder Enthaltung. Die jeweils erreichbaren Punkte sind in
Klammern angegeben. Für eine korrekte Antwort werden die Punkte addiert. Für eine
nicht korrekte Antwort werden die Punkte abgezogen. Bei einer Enthaltung erhalten Sie
0 Punkte. Ergibt sich für einen Block in Summe eine negative Punktzahl, wird dieser
Block mit insgesamt 0 Punkten bewertet. Bitte tragen Sie alle Ihre Antworten auf dem
beiliegenden Antwortbogen ein (nur dieser wird bei der Auswertung berücksichtigt).

Block 1. Konsumentenverhalten (6 Punkte)

(a) Betrachten Sie die beiden Güterbündel A = (1, 2) und B = ( 21 , 1). Wenn ein
Individuum in Bezug auf diese beiden Bündel indifferent ist (A ∼ B), so verletzen
seine Präferenzen die Annahme der Monotonie. (1.5 Punkte)

(b) Zwei Indifferenzkurven eines Individuums können sich nicht schneiden, wenn die
Präferenzen des Individuums transitiv sind. (1.5 Punkte)

(c) Für α = 41 repräsentieren die beiden Nutzenfunktionen U1 (X, Y ) = X α Y 1−α und


1
U2 (X, Y ) = X 3 Y die gleichen Präferenzen. (1.5 Punkte)

(d) Die Indifferenzkurven für perfekte Substitute sind linear. (1.5 Punkte)

Block 2. Individuelle Nachfrage und Marktnachfrage (6 Punkte)


Die Präferenzen eines Individuums seien beschrieben durch die Nutzenfunktion U (X, Y ).
Das Individuum gibt sein gesamtes Einkommen I > 0 für die beiden Güter X und Y aus.
Die zugehörigen Güterpreise seien gegeben durch PX und PY , mit PX , PY > 0.
(a) Nehmen Sie an, die Präferenzen des Individuums können durch die Nutzenfunktion
U (X, Y ) = min{aX, aY } mit a > 0 beschrieben werden. Wenn PX 6= PY , so gilt im
Nutzenmaximum X = Y . (1.5 Punkte)

(b) Wenn PX 6= PY und wenn im Nutzenmaximum nur eines der beiden Güter konsum-
iert wird, dann ist das nicht-konsumierte Gut stets ein neutrales Gut. (1.5 Punkte)

(c) Im Nutzenmaximum gilt stets die Regel Grenzrate der Substitution gleich Preisver-

hältnis”. (1.5 Punkte)

(d) Verdoppelt sich der Preis eines Gutes, so muss sich auch das Einkommen I des
Individuums verdoppeln, damit es gleich gut gestellt ist wie vor der Preisänderung.
(1.5 Punkte)

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Block 3. Produktion und Kosten (8 Punkte)
Nehmen Sie an, ein gewinnmaximierendes Unternehmen produziere mit der Produktions-
funktion Q(K, L) = max{2K, L}. Der Preis einer Einheit Kapital K sei R > 0, und der
Preis einer Einheit Arbeit L sei W > 0.

(a) Die beiden Inputs K und L sind perfekte Komplemente. (2 Punkte)

(b) Wenn das Unternehmen einen gegebenen Output Q̄ > 0 produziert, so setzt es im
Optimum beide Produktionsfaktoren ein. (2 Punkte)

(c) Für R < 2W ist die Kostenfunktion des Unternehmens gegeben durch C(R, W, Q̄) =
1
2
RQ̄. (2 Punkte)

(d) Für einen beliebigen Output Q̄ > 0 sind die Grenzkosten dieses Unternehmens gleich
gross wie die Durchschnittskosten. (2 Punkte)

Block 4. Spieltheorie A (8 Punkte)


Gegeben sei das folgende Spiel in Normalform.

Spieler 2
L R
O x, 1 − x 0, 0
Spieler 1
U 0, 0 1, 1

(a) Wenn x = 2, so ist die Strategiekombination (U, R) die einzige Strategiekombination,


welche die iterative Elimination strikt dominierter Strategien (IESDS) überlebt.
(2 Punkte)

(b) Wenn x ∈ (0, 1), dann hat das Spiel genau drei Nash-Gleichgewichte. (2 Punkte)

(c) Wenn x = 0, dann ist die Strategiekombination (O, L) kein Nash-Gleichgewicht.


(2 Punkte)

(d) Wenn x = 13 , so existiert ein Nash-Gleichgewicht in gemischten Strategien, in dem


Spieler 1 die Strategie O mit Wahrscheinlichkeit 53 spielt. (2 Punkte)

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Block 5. Spieltheorie B (8 Punkte)
Betrachten Sie das folgende sequentielle Spiel.
1

L R
2

(1, 1)
L R

` r ` r

(2, 2) (0, 0) (0, 2) (0, 3)

(a) Spieler 1 hat drei Informationsmengen. (2 Punkte)

(b) Das Spiel hat vier Teilspiele. (2 Punkte)

(c) Das Spiel hat acht reine Strategieprofile. (2 Punkte)

(d) Das Spiel hat genau drei Nash-Gleichgewichte in reinen Strategien, (L`, L), (R`, R)
und (Rr, R). (2 Punkte)

Block 6. Unvollständiger Wettbewerb (8 Punkte)


Gegeben sei ein Markt mit der inversen Nachfrage P (Q) = 10 − Q, wobei Q die Gesamt-
menge und P den Preis angeben. Der Markt wird von zwei Firmen bedient, sodass
Q = q1 + q2 gilt. Die Kostenfunktion von Firma 1 ist gegeben durch C1 (q1 ) = 4q1 , die
Kostenfunktion von Firma 2 ist gegeben durch C2 (q2 ) = q22 .

(a) Die inverse Preiselastizität der Nachfrage ist gegeben durch 1/η = 1 − 10

Q
.
(2 Punkte)

(b) Die Reaktionsfunktion von Firma 1 ist q1∗ (q2 ) = 3 − 21 q2 . (2 Punkte)

(c) Im Cournot-Gleichgewicht bietet Firma 1 die Menge q1 = 2 an. (2 Punkte)

(d) Wenn sich die beiden Firmen zu einem Kartell zusammenschliessen, so produziert
im Gewinnmaximum des Kartells nur eine Firma eine positive Outputmenge.
(2 Punkte)

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Block 7. Ausgewählte Themen (6 Punkte)

(a) Betrachten Sie den Markt für Gebrauchtwagen aus der Vorlesung. Wenn der Käufer
weiss, dass die Qualität s im Intervall [0, smax ] gleichverteilt ist, so steigt die von
ihm erwartete Qualität, wenn der gleichgewichtige Preis steigt. (1.5 Punkte)

(b) Der Einkommensexpansionspfad eines Individuums mit Cobb-Douglas-Präferenzen


hat stets eine konstante Steigung. (1.5 Punkte)

(c) Wenn die Steigung der Engel-Kurve bei einem gegebenen Einkommen negativ ist,
so ist das betrachtete Gut bei diesem Einkommen inferior. (1.5 Punkte)

(d) Betrachten Sie ein Duopol, in dem das Bertrand-Paradox gilt. Der Herfindahl-
Hirschmann-Index beträgt dann HHI = 14 . (1.5 Punkte)

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TEIL 2 (40 Punkte)
In diesem Teil der Klausur gibt es in jeder Teilaufgabe genau eine richtige Antwort, die
Sie unter fünf möglichen Antworten auswählen sollen. Die jeweils erreichbaren Punkte
sind in Klammern angegeben. Für eine korrekt ausgewählte Antwort werden die Punkte
addiert. Für eine nicht korrekt ausgewählte Antwort erhalten Sie 0 Punkte. Bei einer
Enthaltung erhalten Sie 0 Punkte. Bitte tragen Sie alle Ihre Antworten auf dem beiliegen-
den Antwortbogen ein (nur dieser wird bei der Auswertung berücksichtigt).

Aufgabe 1. Entscheidungen unter Unsicherheit (20 Punkte)


Ein Individuum zieht Nutzen aus seinem Vermögen w > 0 gemäss der Funktion u(w) =
2 ln(w). Das Anfangsvermögen des Individuums sei w0 = 100.
(a) Berechnen Sie den absoluten Grad der Risikoaversion r(w0 ). (4 Punkte)
A. r(w0 ) = 100
B. r(w0 ) = 0.1
C. r(w0 ) = 0.01
D. r(w0 ) = −0.01
E. Keine der obigen Antworten ist richtig.
(b) Das Individuum erleidet mit einer Wahrscheinlichkeit π ∈ (0, 1) einen Schaden S,
wobei 0 < S < w. Das Individuum kann eine Versicherung zum Preis p < 1 pro
Euro Versicherungsdeckung D erwerben. Geben Sie den erwarteten Nutzen EU des
Individuums mit Versicherung an. (5 Punkte)

A. EU = 2 ln π(w − S − pD + D) + (1 − π)(w − pD)
B. EU = π2 ln(w − S − pD + D) + (1 − π)2 ln(w − pD)
C. EU = π2 ln(w − pD) + (1 − π)2 ln(w − S − pD + D)
D. EU = π2 ln(w − S + D) + (1 − π)2 ln(w)
E. Keine der obigen Antworten ist richtig.
(c) Berechnen Sie die optimale Versicherungsdeckung D, wenn das Individuum mit
Wahrscheinlichkeit π = 21 den Schaden S = 80 erleidet und der Preis pro Euro
Versicherungsdeckung D durch p = 43 gegeben ist. (5 Punkte)
A. D = 20
B. D = 40
C. D = 80
D. D = 80
3
E. Keine der obigen Antworten ist richtig.
(d) Nehmen Sie an, dass das Individuum mit Wahrscheinlichkeit π = 12 den Schaden S =
51 erleidet. Berechnen Sie die Risikoprämie ρ des Individuums ohne Versicherung
und runden Sie ihr Endergebnis gegebenenfalls auf zwei Nachkommastellen.
(6 Punkte)
A. ρ = 8.50
B. ρ = 6.00
C. ρ = 4.50
D. ρ = 2.50
E. Keine der obigen Antworten ist richtig.

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Aufgabe 2. Konsumentenverhalten (20 Punkte)
Die Nutzenfunktion eines Individuums sei gegeben durch U (X, Y ) = XY . Die Preise
für die beiden Konsumgüter X und Y seien PX > 0 und PY > 0. Das Einkommen des
Individuums sei I > 0.

(a) Berechnen Sie die Marshall’schen Nachfragen X M (PX , PY , I) und Y M (PX , PY , I).
(5 Punkte)
I I
A. X M (PX , PY , I) = 2PY
, Y M (PX , PY , I) = 2PX
I I
B. X M (PX , PY , I) = PY
, Y M (PX , PY , I) = PX
PX I PY I
C. X M (PX , PY , I) = 2 +P 2
PX
, Y M (PX , PY , I) = 2 +P 2
PX
Y Y
I I
D. X M (PX , PY , I) = 2PX
, Y M (PX , PY , I) = 2PY
E. Keine der obigen Antworten ist richtig.

Nehmen Sie für die folgenden Teilaufgaben an, dass sich der Preis von Gut Y verdoppelt,
sodass PYneu = 2PY .

(b) Berechnen Sie den Gesamteffekt ∆Y der Preisänderung auf den Konsum von Gut
Y im Optimum. (4 Punkte)
A. ∆Y = 0
B. ∆Y = − 2PIY
2PY I PY I
C. ∆Y = 2 +4P 2
PX
− 2 +P 2
PX
Y Y

D. ∆Y = − 4PIY
E. Keine der obigen Antworten ist richtig.

(c) Berechnen Sie für Gut Y den Substitutionseffekt SE der Preisänderung. (Hinweis:
2
Das Nutzenmaximum vor der Preisänderung ist gegeben durch U0 = 4PXI PY .)
(6 Punkte)

1−
√ 2
A. SE = 2 2PY
·I

√ 2
1−2
B. SE = 2 2PY
·I
C. SE = − P 2P+P
Y
2 · I
X Y

1−
√ 2
D. SE = 2 2PX
·I
E. Keine der obigen Antworten ist richtig.

(d) Berechnen Sie die Ausgaben C(PX , PYneu , Ū ) des Individuums in Abhängigkeit des
Nutzens Ū nach der Preisänderung. (5 Punkte)
p
A. C(PX , PYneu , Ū ) = 2 2PX PY Ū
p
B. C(PX , PYneu , Ū ) = 4PX PY Ū
q
C. C(PX , PYneu , Ū ) = 3 PX P2Y Ū
q
D. C(PX , PY , Ū ) = 5PX2PY Ū
neu

E. Keine der obigen Antworten ist richtig.

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