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Günter Wierichs / Stefan Smets

Gabler Kompakt-Lexikon Bank und Börse


Günter Wierichs
Stefan Smets
Gabler Kompakt-Lexikon
Bank und Börse
2.000 Begriffe nachschlagen,
verstehen, anwenden
5., überarbeitete Auflage
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der
Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind
im Internet über <http://dnb.d-nb.de> abrufbar.

5., überarbeitete Auflage 2010

Alle Rechte vorbehalten


© Gabler | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2010

Lektorat: Dr. Riccardo Mosena / Laura Roberts


Korrektorat: Ivonne Domnick

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Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen


usw. in diesem Werk berechtigt auch ohne besondere Kennzeichnung nicht
zu der Annahme, dass solche Namen im Sinne der Warenzeichen- und
Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten wären und daher von
jedermann benutzt werden dürften.

Umschlaggestaltung: KünkelLopka Medienentwicklung, Heidelberg


Druck und buchbinderische Verarbeitung: STRAUSS GMBH, Mörlenbach
Gedruckt auf säurefreiem und chlorfrei gebleichtem Papier
Printed in the Netherlands

ISBN 978-3-8349-1861-1
Vorwort zur fünften Auflage
Von Fragestellungen des Bank- und Börsenwesens ist heute nahezu jeder betroffen – sei es in
der Ausbildung, im Berufsleben oder im privaten Bereich. Nicht jeder kann jedoch auf eine
breite fachspezifische Vorbildung zurückgreifen. Darüber hinaus wird es angesichts des ra-
santen Innovationstempos in der Finanzwelt zusehends schwieriger, einen Überblick zu be-
halten. Die Produkte werden komplexer, die rechtlichen Regelungen differenzierter und die
Begriffe immer vielfältiger. Finanzwirtschaftliche Grundkenntnisse sind jedoch unerlässlich,
denn Bankgeschäfte begleiten jeden Menschen ein Leben lang.
Das ca. 2.000 Stichworte umfassende Gabler Kompakt-Lexikon Bank und Börse informiert
kompetent und anschaulich über die wichtigsten Begriffe aus den Geschäftsbereichen Konto-
führung, Zahlungsverkehr, Finanzierung und Geld-/Vermögensanlage. In der Neuauflage sind
neben laufenden Aktualisierungen (z.B. Änderungen bei der Arbeitnehmer-Sparzulage, Aus-
weitung der Riester-Förderung auf Wohneigentum, Neuordnung der Börsensegmente) neue
Gesetze bzw. Richtlinien (z.B. Verbraucherkreditrichtlinie) berücksichtigt. Außerdem wurden
neue Begriffe (u.a. im Zusammenhang mit der Finanzkrise und der Einführung der Abgel-
tungssteuer) aufgenommen.

Das Gabler Kompakt-Lexikon Bank und Börse zeigt nicht nur Zusammenhänge zwischen
den einzelnen Begriffen, sondern auch zwischen den Geschäftsbereichen auf und ist damit
ein Nachschlagewerk, das einerseits beruflich für Auszubildende und Angestellte in Kreditin-
stituten sowie Industrie und Handel einsetzbar ist. Andererseits vermittelt es Grundlagenwis-
sen für den privaten Bankkunden.

Düsseldorf und Viersen Günter Wierichs


im September 2009 Stefan Smets
Erläuterungen für den Benutzer
1. Das Gabler Kompakt-Lexikon Bank und Börse ist in ca. 2000 Stichworte aufgegliedert.
Unter einem aufgesuchten Stichwort ist die speziell diesen Begriff erläuternde, gründli-
che Erklärung zu finden, die dem Benutzer sofort erforderliches Wissen ohne mehrmali-
ges Nachschlagen vermittelt. Die zahlreichen, durch das Verweiszeichen (o) gekenn-
zeichneten Wörter erlauben es dem Leser, der sich umfassend unterrichten will, sich ü-
ber weitere mit dem gesuchten Wort im engen Zusammenhang stehende Begriffe zu in-
formieren.
2. Die alphabetische Reihenfolge ist – auch bei zusammengesetzten Stichwörtern – strikt
eingehalten. Dies gilt sowohl für Begriffe, die durch Bindestriche verbunden sind, als
auch für solche, die aus mehreren, durch Leerzeichen getrennten Wörtern bestehen. In
beiden Fällen erfolgt die Sortierung, als wäre der Bindestrich bzw. das Leerezeichen
nicht vorhanden. So steht z.B. „Devisenarbitrage“ vor „Devisen-Briefkurs“ und „öffent-
licher Glaube“ vor „öffentliche Versteigerung“.
3. Zusammengesetze Begriffe wie „bargeldlose Zahlung“ oder „offene Zession“ sind in der
Regel unter dem Adjektiv alphabetisch eingeordnet. Wird das gesuchte Wort unter dem
Adjektiv nicht gefunden, empfiehlt es sich, das Substantiv nachzuschlagen.
4. Die Umlaute ä, ö, ü wurden bei der Einordnung in das Alphabet wie die Grundlaute a, o,
u behandelt.
5. Geläufige Synonyme und anglo-amerikanische Termini werden jeweils am Anfang eines
Stichwortes aufgeführt. Dabei werden Synonyme in Kursivschrift wiedergegeben. Quer-
verweise gewährleisten auf jeden Fall das Auffinden der Begriffserläuterungen.
6. Die häufigsten Abkürzungen, insbesondere von Gesetzen, sind im Abkürzungsverzeich-
nis enthalten. Im Bankgeschäft übliche Abkürzungen wie „DAX“ oder „SWIFT“ sind
im Lexikon selbst erläutert.
Abkürzungsverzeichnis

Abk. Abkürzung HGB Handelsgesetzbuch

Abs. Absatz i.d.R. in der Regel


AG Aktiengesellschaft InsO Insolvenzordnung
AGB Allgemeine Geschäftbedin- i.V. (mit) in Verbindung (mit)
gungen
AktG Aktiengesetz KG Kommanditgesellschaft
Anm. Anmerkung KGaA Kommanditgesellschaft auf
Aktien
AO Abgabenordnung
KWG Gesetz über das Kreditwesen
Art. Artikel (Kreditwesengesetz)
AWG Außenwirtschaftsgesetz
OHG Offene Handelsgesellschaft
AWV Außenwirtschaftsverordnung
PAngV Preisangabenverordnung
BGB Bürgerliches Gesetzbuch
PfandbG Pfandbriefgesetz
BörsG Börsengesetz
RechKredV Verordnung über die Rechnungs-
bzw. beziehungsweise legung der Kreditinstitute

DepotG Depotgesetz ScheckG Scheckgesetz

ErbStG Erbschaftsteuer- und Schen- sog. so genannte(r)


kungsteuergesetz
u.a. unter anderem
EStG Einkommensteuergesetz
etc. et cetera VermBG Vermögensbildungsgesetz

e.V. eingetragener Verein vgl. vergleiche

f.; ff. folgender/folgende WpHG Gesetz über den Wertpapierhan-


del (Wertpapierhandelsgesetz)
gem. gemäß
z.B. zum Beispiel
GmbH Gesellschaft mit beschränkter
Haftung zzgl. zuzüglich
A
Abbuchungsauftrag, schriftliche, jeder- angeschaffte Wertpapiere) wird ein Satz von
zeit widerrufliche Weisung eines Zahlungs- 25 Prozent als A. an das Finanzamt abge-
pflichtigen im Lastschriftverkehr. Im Gegen- führt, sofern der Ertrag nicht vom o Freistel-
satz zum o Einzugsermächtigungsverfahren lungsauftrag abgedeckt ist. Zu den 25 Pro-
erteilt der Zahlungspflichtige beim A. seiner zent kommen 5,5 Prozent o Solidaritäts-
Bank (Zahlstelle) die Weisung zur Einlösung zuschlag sowie, falls der Kunde dies bei
der o Lastschrift. Der A. kommt vor allem seinem Kreditinstitut beantragt, die Kirchen-
zwischen Unternehmen zur Anwendung. steuer hinzu, so dass sich insgesamt eine
Belastung von ca. 28 Prozent ergeben kann.
Abfindung, einmalige Geldleistung zur Mit Berechnung der A. ist der Vorgang für
Abgeltung eines Rechtsanspruchs. Eine A. den Anleger grundsätzlich abgeschlossen.
erhalten z.B. Aktionäre bei der Bildung eines Liegt der persönliche Steuersatz des Anlegers
neuen o Konzerns. jedoch unter dem Satz der A., so kann dieser
im Zuge seiner Einkommensteuererklärung
Abgabenordnung (AO), grundlegendes (o Einkommensteuer) die Differenz zurück-
Gesetz für das Steuerrecht. In der AO werden fordern. Zu Einzelheiten bei der Abwicklung
allgemeine Regeln und Begriffsdefinitionen vgl. auch o Steuerverrechnungskonto.
für die Steuergesetzgebung festgelegt. Wich-
tige Regelungen für die Praxis der Kreditin- abhängiges Unternehmen, rechtlich
stitute sind der § 154 AO zur o Kontenwahr- selbstständiges Unternehmen, dessen Ge-
heit sowie der § 30a AO zum o Bankge- schäftspolitik aufgrund einer Beteiligung
heimnis. eines anderen Unternehmens (herrschendes
Unternehmen) beeinflusst wird.
Abgeltungssteuer, Systemwechsel bei der
Besteuerung von Wertpapiererträgen. Bei der Abkommen, Sammelbegriff für Vereinba-
Gutschrift von o Zinsen, o Dividenden und rungen zwischen Kreditinstituten zur Ab-
Kursgewinnen (für nach dem 31.12.2008 wicklung des Zahlungsverkehrs. Während

Wichtige Abkommen

Name des Abkommens Wesentliche Inhalte

Abkommen zum Überweisungsverkehr Entgegennahme standardisierter Überwei-


sungsvordrucke von Kunden und beleglose
Weitergabe
Abkommen über den Einzug von Schecks Vereinbarung über den Einzug von Schecks
(Scheckabkommen) und die Rückgabe nicht eingelöster Schecks;
Ersatz für verloren gegangene Schecks

Abkommen über den Lastschriftverkehr Entgegennahme standardisierter Lastschrift-


vordrucke oder Lastschriftdatensätze und
beleglose Weitergabe (EZL); Regelungen für
die Rückgabe von Lastschriften (z.B. wegen
Widerspruch)

Electronic Cash-System Aufbau und Betrieb eines institutsübergreifen-


den Systems zur bargeldlosen Zahlung an au-
tomatisierten Kassen (mit Zahlungsgarantie)
Ablader 2

die o Allgemeinen Geschäftsbedingungen nehmens. Ziel der A. ist es, bestehende Kun-
(AGB) die Rechtsbeziehungen im Verhältnis denverbindungen zu halten und gleichzeitig
zum Kunden regeln, werden in den verschie- neue Abnehmer zu gewinnen (o Akquisiti-
denen A. die Beziehungen der Kreditinstitute on).
untereinander geklärt. – Vgl. Abbildung
„Wichtige Abkommen“. Abschlag, Abzugsbetrag, der in verschie-
denen Formen zur Anwendung kommt.
Ablader, Bezeichnung im Seefrachtverkehr 1. Währungsrechnen: Differenz zwischen
für denjenigen (z.B. Spedition eines Expor- o Devisenkassakurs und o Devisentermin-
teurs), der eine Ware zur Verschiffung im Ha- kurs – 2. Bei o Abzinsungspapieren: Diffe-
fen anliefert. – Vgl. auch o Konnossement. renz zwischen Nennwert und Kaufkurs.

Abräumsparen, o Sondersparformen. Abschlagsmethode, Verfahren bei der


Bewertung von Immobilien im Rahmen einer
Abrechnung, Clearing; Verfahren zur Baufinanzierung. – Vgl. auch o Belei-
Verrechnung gegenseitiger Forderungen und hungswertermittlung bei Immobilien.
Verbindlichkeiten aus dem Zahlungsverkehr
über eine zentrale Stelle. – Beispiel: Bei Abschlussrechnung, o Kontoauszug.
einem Abrechnungsverfahren verrechnen die
Kreditinstitute A, B, und C ihre gegenseiti- Abschreibung, buchhalterische Erfassung
gen Forderungen (F) und Verbindlichkeiten einer Wertminderung bei Vermögensgegen-
(V) – Werte in Mio. Euro: ständen. Abschreibungen werden einerseits
auf Gegenstände des o Anlagevermögens
vorgenommen. Bei Kreditinstituten spielen
(F) A B C Summe
andererseits auch Abschreibungen auf For-
(V) (V) derungen (o Einzelwertberichtigung und
o Pauschalwertberichtigung) und auf Wert-

A -- 30 60 90 papiere (o nicht realisierter Kursverlust) eine


Rolle. Hauptsächlich kommen bei einer A.
B 10 -- 70 80 auf Gegenstände des Anlagevermögens zwei
Abschreibungsmethoden zur Anwendung:
C 50 40 -- 90 1. Lineare A. mit jährlich gleich bleibenden
Abschreibungsbeträgen (Abschreibungsquo-
Summe ten). Die Höhe der A. ist abhängig von der
(F) 60 70 130 260 geschätzten Nutzungsdauer des Vermögens-
gegenstandes. So werden bei einer Nut-
zungsdauer von 5 Jahren jährlich 100 : 5 =
An die Stelle der Einzelpositionen werden 20% abgeschrieben. – 2. Geometrisch-
die Anrechnungssalden über zentrale Konten, degressive A. mit fallenden Abschreibungs-
die jeweils bei der Clearingstelle geführt quoten. Hierbei wird ein Prozentsatz kalku-
werden, verrechnet. Da A per Saldo 30 Mio. liert, der im ersten Jahr auf den Anschaf-
Euro (90 V – 60 F) und B 10 Mio. Euro (80 fungswert des Anlagegutes und in den fol-
V – 70 F) zahlen muss, C andererseits 40 genden Jahren auf den jeweiligen Restwert
Mio. Euro erhält (130 F – 90 V), werden A berechnet wird. Auf diese Weise sinken die
und B entsprechend belastet und C erhält Abschreibungsquoten von Jahr zu Jahr, was
eine Gutschrift. – Beispiele für Clearingsys- dem tatsächlichen Wertverlauf eher ent-
teme sind die Systeme der o Clearstream spricht. – Da durch eine A. der Gewinn und
Banking AG und das o Target-System. damit die zu zahlende Steuerlast eines Unter-
nehmens reduziert wird, gelten für die Be-
Abrufkredit, Kredit, der als o Rahmenkre- rechnung von Abschreibungsquoten besonde-
dit in Anspruch genommen werden kann. re steuerrechtliche Vorschriften (Absetzung
für Abnutzung = AfA). Seit dem 1.1.2009
ABS, Abk. für o Asset Backed Securities. kann für Wirtschaftsgüter, die in den Jahren
2009 und 2010 angeschafft werden, das 2,5-
Absatzpolitik, Maßnahmen zur Förderung fache des linearen Satzes (maximal 25%)
des Vertriebs von Produkten eines Unter- steuerlich abgesetzt werden. – Beispiel: Eine
3 Abzinsungspapiere

im Januar 2010 angeschaffte Maschine hat leiten. Ansprüche aus Lebensversicherungen


eine Nutzungsdauer von 8 Jahren; als lineare sind nach den Bestimmungen der Allgemei-
A. ergäbe sich eine Abschreibungsquote von nen Geschäftsbedingungen von Versiche-
100 : 8 = 12,5%. Das 2,5-fache davon ist rungsgesellschaften stets offen abzutreten. –
31,25%. Aufgrund der Maximalgrenze kön- Vgl. auch o Rückkaufswert.
nen 25% geometrisch-degressive AfA ange-
setzt werden. Abwertung, Wertverlust einer Währung
gegenüber einer anderen Währung. Beträgt
Absetzung für Abnutzung, Begriff im der Kurs in US-Dollar für einen Euro z.B. zu
Steuerrecht für o Abschreibung. einem Zeitpunkt 1,3245 US-Dollar und zu
einem späteren Zeitpunkt 1,3045 US-Dollar,
Absolute Return Fonds, Total Return handelt es sich um eine A. des Euros (ent-
Fonds; o Investmentfonds, deren Geschäfts- sprechend eine Aufwertung des US-Dollars),
politik darauf ausgelegt ist, stets eine positive da zum späteren Zeitpunkt weniger Dollar
Rendite bei begrenztem Risiko zu erwirt- für einen Euro zu zahlen sind. Würde der
schaften. Allerdings sind auch bei A.R.F. Kurs auf 1,3445 US-Dollar steigen, läge
Verluste nicht ausgeschlossen. entsprechend eine Aufwertung des Euros
(bzw. A. des US-Dollars) vor. – Abwertungen
Absonderung, Sonderrecht, das z.B. ein und Aufwertungen von Währungen ziehen
Kreditinstitut für Sachen oder Forderungen, gesamtwirtschaftliche Auswirkungen nach
die als Sicherheit für einen Kredit bestellt sich. Eine A. des Euros begünstigt z.B. die
wurden, im Rahmen eines o Insolvenzver- inländische Exportindustrie. Da die ausländi-
fahrens geltend machen kann. Die A. ermög- schen Geschäftspartner bei einer Euroabwer-
licht es dem Kreditinstitut, das Sicherungsgut tung weniger Einheiten ihrer heimischen
getrennt vom Insolvenzverfahren zu verwer- Währung für einen Euro zahlen müssen,
ten. verbilligen sich (bei ansonsten gleichen
Bedingungen, d.h. unveränderter Inflations-
abstraktes Schuldversprechen, Ver- rate etc.) die europäischen Waren. Anderer-
pflichtung zur Zahlung eines Geldbetrages, seits würde eine Euroabwertung auf lange
ohne dass ein bestimmtes Grundgeschäft Sicht die Kapitalmärkte (o Kapitalmarkt) der
zugrunde liegt. A.S. liegen in der Praxis der am Eurosystem beteiligten Länder schwä-
Kreditinstitute z.B. bei einem o Akkreditiv chen, da für Anleger aus den USA, Japan etc.
oder bei einer Verbindlichkeit aus einem eine Geldanlage in europäische Aktien oder
o Wechsel vor. Anleihen weniger interessant wäre.

Abtretung, Zession; Vertrag, der den Über- Abzahlungsdarlehen, o Annuitätendarle-


gang einer Forderung auf eine andere Person hen.
bewirkt. Die A. kommt in der Praxis der
Kreditinstitute vor allem in Zusammenhang Abzinsung, Zinszahlungsmodalität für
mit der Besicherung von Krediten zur An- o Abzinsungspapiere.
wendung (o sicherungsweise Abtretung).
Abgetreten werden Einzelforderungen (Ein- Abzinsungspapiere, verzinsliche Wertpa-
zelzession, z.B. Anspruch aus einer Lebens- piere, bei denen die Zinsen nicht durch re-
versicherung, Bausparguthaben) oder mehre- gelmäßige Zahlung, sondern durch Abzug
re Forderungen (z.B. Forderungen aus Liefe- des Zinsertrages vom o Nennwert für die
rungen eines Handelsunternehmens; o Glo- gesamte Laufzeit vergütet werden. – Bei-
balabtretung). Wird dem Schuldner die A. spiel: Ein Kunde erwirbt 20.000 Euro Nenn-
mitgeteilt, handelt es sich um eine o offene wert (nominal) eines A. Die Laufzeit beträgt
Zession. Bleibt die Mitteilung aus, liegt eine 4 Jahre, der Zinssatz 3% p.a. Der Kunde
o stille Zession vor. Eine stille Zession zahlt für das Papier 20.000 Euro · (1 : 1,034)
bringt für den neuen Inhaber der Forderung = 17.769,74 Euro. Nach 4 Jahren erhält er
(Zessionar) zusätzliche Risiken mit sich, da 20.000 Euro zurück. Da er während der 4
der Drittschuldner mit schuldbefreiender Jahre auf laufende Zinszahlungen verzichtet,
Wirkung an den ursprünglichen Gläubiger muss das Papier eine höhere o Rendite
(Zedent) zahlt. Der Zedent ist dann verpflich- (Effektivverzinsung) aufweisen als ver-
tet, die Zahlung an den Zessionar weiterzu- gleichbare Papiere mit einer regelmäßigen
act/360 4

Zinszahlung. A. sind in der Praxis anzutref- Agio, Betrag, der bei der o Emission von
fen unter verschiedenen Bezeichnungen, z.B. Nennwertaktien (o Aktie) den Nennwert
Zerobonds (o Nullkupon-Anleihen), o Fi- übersteigt. Wird z.B. eine Aktie, die einen
nanzierungsschätze des Bundes und Abzin- Nennwert von 5 Euro aufweist, zu 8 Euro
sungssparbriefe (o Sparbriefe). emittiert, ergibt sich ein Agio von 3 Euro
(Über-Pari-Emission). Der Betrag des A. ist
act/360, andere Bezeichnung für die Euro- in der Bilanz des Emittenten in den o Rück-
zinsmethode. – Vgl. auch o Zinsberech- lagen auszuweisen (Emission von Aktien). –
nungsmethoden. Gegensatz: o Disagio.

act/act, andere Bezeichnung für die engli- AKA, früher gebräuchliche Abk. für Aus-
sche Zinsmethode. – Vgl. auch o Zinsbe- fuhrkreditanstalt, jetzt o Ausfuhrkreditge-
rechnungsmethoden. sellschaft.

Ad-hoc-Publizität, Verpflichtung eines Akkreditiv, Bezeichnung für ein vom


Emittenten von Wertpapieren (o Emission), Grundgeschäft losgelöstes (d.h. abstraktes)
die am o Prime Standard der Deutschen Schuldversprechen, das ein Kreditinstitut
Börse AG zugelassen sind. Die A-h-P. ver- einem Exporteur gegenüber abgibt. Das A.
pflichtet den Emittenten dazu, kursbeeinflus- gibt dem Exporteur die Sicherheit der Zah-
sende Tatsachen mitzuteilen und zu veröf- lung des ihm zustehenden Exporterlöses für
fentlichen. Dies geschieht durch Mitteilung den Fall, dass der Importeur den Betrag nicht
an die o Bundesanstalt für Finanzdienstleis- zahlen kann oder will. Das Kreditinstitut des
tungsaufsicht sowie an die das Wertpapier Importeurs (eröffnende Bank) eröffnet das A.
notierende Börse und durch Veröffentlichung auf Antrag des Importeurs und nach entspre-
in mindestens einem überregionalen Börsen- chender Bonitätsprüfung. Das Kreditinstitut
blatt oder über ein elektronisch betriebenes des Exporteurs (avisierende Bank) teilt dem
Informationsverbreitungssystem. Kursbeein- Exporteur die Eröffnung des A. mit. Dieser
flussende Faktoren sind z.B. bevorstehende kann daraufhin die Ware verschicken. Gegen
Firmenübernahmen, o Fusionen oder deutli- Vorlage bestimmter o Außenhandelsdoku-
che Korrekturen von Gewinnerwartungen. – mente wird ihm nach Prüfung der Dokumen-
Vgl. auch o Insidergeschäfte. te durch die eröffnende Bank eine Gutschrift
des Exporterlöses erteilt, falls die Dokumen-
ADR, o American Depositary Receipt. te fristgerecht und ordnungsgemäß vorgelegt
wurden. – Vgl. auch o Dokumentenakkredi-
AFA, Abk. für Absetzung für Abnutzung. tiv.
Steuerrechtlicher Begriff für eine o Ab-
schreibung. Akquisition, Gewinnung neuer Kunden; im
weiteren Sinne auch Firmenübernahme. –
AG, Abk. für o Aktiengesellschaft. Vgl. auch o Akquisitionsfinanzierung und
o Investment Banking.
AGB, Abk. für o Allgemeine Geschäftsbe-
dingungen. Akquisitionsfinanzierung, Bankgeschäft,
bei dem ein Kreditinstitut einem Unterneh-
AGB-Pfandrecht, Regelung in den o All- men finanzielle Mittel zur Verfügung stellt,
gemeinen Geschäftsbedingungen der Kredit- die für den Kauf eines anderen Unterneh-
institute, nach der ein Kreditinstitut bei Ver- mens bzw. von Teilen eines anderen Unter-
mögensgegenständen ihrer Kunden, die sich nehmens benötigt werden.
in ihrem Besitz befinden bzw. auf die ein
Zugriff möglich ist (z.B. Kontoguthaben oder Aktie, Urkunde über die Beteiligung an
Wertpapiere), ein o Pfandrecht hat, ohne einer o Aktiengesellschaft (AG). Der Aktien-
dass es einer besonderen Vereinbarung mit inhaber ist am Grundkapitel (gezeichnetes
dem Kunden bedarf. Zahlt z.B. der Inhaber Kapital) der AG mit einem bestimmten An-
eines Sparkontos einen Kredit nicht zurück, teil beteiligt. Ist dieser Anteil als glatter
kann das Kreditinstitut aufgrund des AGB-P. Eurobetrag definiert, z.B. 5 Euro (Mindest-
das Sparguthaben zur Befriedigung der Kre- nennbetrag = 1 Euro), handelt es sich um
ditforderung verwenden. eine Nennwertaktie. Liegt ein solcher glatter
5 Aktienanleihe

Anteil nicht vor, spricht man von einer kaum möglich. Die AG kann ferner ihre
Stückaktie. Auch Stückaktien weisen einen Aktionäre direkt ansprechen und somit ge-
(rechnerischen) Nennwert auf, der sich aus zielt Marketingmaßnahmen durchführen
der Division des Grundkapitals durch die (o Investor Relations). – Mit einer Aktie sind
Anzahl der Aktien ergibt. bestimmte Rechte verbunden. Der Aktionär
hat das Recht auf Teilnahme an der Haupt-
versammlung der AG, ein Recht auf Gewinn-
Nennwertaktie Stückaktie
anteil (Dividende), sofern ein Gewinn erwirt-
Eine AG besitzt ein Eine AG hat ein
schaftet wurde, einen Anspruch auf Anteil
Grundkapital von Grundkapital von 40 am Liquidationserlös bei Auflösung der AG,
50 Mio. Euro. Mio. Euro. Es werden das Recht auf Auskunftserteilung durch den
Dieses Grund- 25 Mio. Stückaktien Vorstand bei einer Hauptversammlung sowie
kapital wird ver- herausgegeben. Der das Recht auf Bezug junger Aktien bei einer
brieft durch 10 Mio. rechnerische Nennwert o Kapitalerhöhung, sofern dieses nicht durch
Nennwertaktien zu je Stückaktie beträgt ¾-Mehrheitsbeschluss der Hauptversamm-
je 5 Euro. 40 : 25 = 1,60 Euro lung aufgehoben wird. Sind alle Rechte mit
der A. verbunden, spricht man von Stammak-
Seit der Einführung des o Euros zum 1. tien. Dagegen bieten so genannte o Vorzugs-
Januar 1999 haben viele Aktiengesellschaf- aktien Vorrechte gegenüber den Stammakti-
ten auf ihren Hauptversammlungen die Ein- en.
führung von Stückaktien beschlossen. Da bei
Nennwertaktien glatte Beträge vorliegen Aktienanalyse, Verfahren zur Prognose
müssen, die Umrechnung von DM in Euro zukünftiger Kursentwicklungen einer Aktie.
durch den ungeraden Umrechnungskurs von Unterschieden werden: 1. Fundamentalana-
1,95583 DM für einen Euro jedoch nicht zu lyse: Hierbei wird der „innere Wert“ einer
glatten Ergebnissen führte, hätte sich für die Aktie mithilfe gesamtwirtschaftlicher Fakto-
Aktiengesellschaften bei der Umstellung von ren (z.B. o Konjunktur), branchenspezifi-
DM-Nennwertaktien in Euro-Nennwertak- scher Faktoren (z.B. Geschäftsklima bei
tien die Notwendigkeit ergeben, Euro- Anbietern von Internet-Software) und unter-
Nennwerte durch o Kapitalerhöhung oder nehmensindividueller Faktoren (z.B. o Kurs-
o Kapitalherabsetzung zu glätten. Bei Stück- Gewinn-Verhältnis) ermittelt. Alle auf diese
aktien war eine solche Glättung nicht not- Weise prognostizierten zukünftigen Erträge
wendig. Ein weiterer Grund für die Einfüh- werden auf den gegenwärtigen Betrach-
rung von Stückaktien ist darin zu sehen, dass tungszeitpunkt abgezinst (kapitalisiert). –
diese Form der Aktie international die meiste 2. Technische Analyse: Hier versucht man
Verbreitung genießt. – Aktien können einer- Aussagen über die zukünftige Kursentwick-
seits als Inhaberpapiere verbrieft werden. In lung aus der Analyse vergangener Kursent-
diesem Fall ist der Name des Aktionärs wicklungsmuster abzuleiten. Es werden also
weder auf der Urkunde noch in den Büchern börsenbezogene Daten wie Kursverlauf oder
der AG verzeichnet. Viele Aktiengesellschaf- Handelsvolumen untersucht. Als Hilfsmittel
ten haben inzwischen (ebenfalls durch Be- werden Charts genutzt, d.h. grafische Dar-
schluss der Hauptversammlung) ihre Aktien stellungen von Kurs- oder Umsatzentwick-
auf o Namensaktien umgestellt. Die Aktio- lungen zur Ermittlung von Trends. Kauf-
näre sind dann im Aktienbuch der AG na- bzw. Verkaufsignale werden aus typischen
mentlich verzeichnet. Ist bei der Übertragung Erscheinungsbildern (Formationen) abgelei-
der Aktie aufgrund eines Verkaufs an der tet. So gilt z.B. ein Kursverlauf in „W“-Form
Börse zusätzlich die Zustimmung der AG mit zunächst sinkenden, dann steigenden,
erforderlich, spricht man von o vinkulierten erneut sinkenden und wieder ansteigenden
Namensaktien. – Namensaktien bieten meh- Kursen als Kaufsignal, da unterstellt wird,
rere Vorteile. Sie sind international weit dass nach Erreichen des oberen rechten
verbreitet, d.h. eine Einführung an großen Punktes des „W“ mit Kurssteigerungen zu
ausländischen Börsenplätzen ist leicht mög- rechnen ist. Umgekehrt wird eine „M“-
lich. Der AG sind die Aktionäre und damit Formation als Verkaufsignal gewertet.
deren Anteile am Grundkapital bekannt. Sie
kann damit die Aktionärsstruktur nachvoll- Aktienanleihe, Reverse Convertible Bond;
ziehen; eine heimliche Übernahme ist so o Anleihe mit i.d.R. relativ kurzer Laufzeit,
Aktienfonds 6

bei der der Schuldner (Emittent) das Recht schüttete Dividenden. Für Privatanleger ist er
hat, die Anleihe am Ende der Laufzeit wahl- aufgrund der Neuregelungen im Zusammen-
weise zu 100% oder durch Lieferung einer hang mit der o Abgeltungssteuer von Be-
vorher festgelegten Zahl einer bestimmten deutung.
Aktie zurückzahlen zu können. Da der Anle-
ger bei einer A. damit das Risiko übernimmt, Aktienindex, o Index.
dass die Aktien zum Rückzahlungszeitpunkt
der Anleihe insgesamt einen Wert ergeben, Aktienindexanleihe, o Indexzertifikat.
der unter dem Anleihewert liegt, wird eine A.
höher verzinst als eine „normale“ Anleihe. Aktienoptionsschein, o Option.

Aktienfonds, o Investmentfonds, der Aktienrückkauf, Möglichkeit für eine


hauptsächlich in Aktien (o Aktie) investiert. o Aktiengesellschaft eigene Aktien erwerben
zu können. Ein A. kann z.B. sinnvoll sein,
Aktiengesellschaft (AG), o juristische wenn er aus Gründen der Kurspflege not-
Person des privaten Rechts. Die Gesellschaf- wendig erscheint, der Erschwerung einer Un-
ter (Aktionäre) sind mit o Aktien am Grund- ternehmensübernahme dient, oder wenn die
kapital der AG beteiligt. Den Gläubigern der eigenen Aktien als Zahlungsmittel bei der
AG haftet das Vermögen der Gesellschaft; Übernahme eines anderen Unternehmens
eine private Haftung der Gesellschafter ist verwendet werden sollen (sog. Akquisitions-
ausgeschlossen. Der Aktionär trägt lediglich währung). Auf der anderen Seite kann sich
das Risiko des Wertverlustes seiner Aktien. das Unternehmen dadurch, dass es eigene
Die AG besteht aus drei Organen: 1. Vor- Anteile erwirbt, teilweise der Kontrolle
stand: Leitung der Gesellschaft, d.h. Ge- durch die Aktionäre entziehen. Für den A.
schäftsführung (Innenverhältnis) und Ver- gilt gem. AktG eine Obergrenze von 10% des
tretung gegenüber Dritten (Außenverhältnis). Grundkapitals.
Der Vorstand wird durch den Aufsichtsrat für
höchstens fünf Jahre gewählt. – 2. Aufsichts- Aktienumtausch, Maßnahme bei Firmen-
rat: Kontrolle des Vorstands. Der Aufsichts- übernahmen oder o Fusionen. Gegen Einrei-
rat setzt sich aus Arbeitnehmer- und Arbeit- chung einer bestimmten Zahl von Aktien der
gebervertretern zusammen. Die Zahl der zu übernehmenden Aktiengesellschaft wer-
Vertreter jeder Seite ist je nach dem gelten- den den Anteilseignern dieser Gesellschaft
den Modell zur o Mitbestimmung unter- Aktien der übernehmenden Aktiengesell-
schiedlich. – 3. Hauptversammlung: Be- schaft ausgehändigt.
schließendes Organ. Die Hauptversammlung
besteht aus den Aktionären. Beschlüsse Aktienverlustverrechnungstopf,o Steu-
werden mit einfacher Mehrheit (z.B. Ge- erverrechnungskonto.
winnverwendung) oder ¾-Mehrheit (o quali-
fizierte Mehrheit) des anwesenden Kapitals Aktionär, Anteilseigner einer o Aktienge-
getroffen. Die qualifizierte Mehrheit ist sellschaft.
erforderlich bei Änderungen des Gesell-
schaftsvertrags (Satzungsänderungen). Hier- aktive Scheckfähigkeit, o Scheckfähig-
unter fällt z.B. eine o Kapitalerhöhung. – keit.
Für die Gründung einer AG ist ein Grundka-
pital (gezeichnetes Kapital) von mindestens Aktivgeschäft, anderer Begriff für das
50.000 Euro erforderlich. Neugründungen Kreditgeschäft eines Kreditinstitutes. –
von Aktiengesellschaften sind selten; meist Gegensatz: o Passivgeschäft.
werden bereits existierende Unternehmen
anderer Rechtsformen in eine AG umgewan- Akzeptkredit, Form der o Kreditleihe, bei
delt (o Going Public). der ein Kreditinstitut seinem Kunden das
Recht einräumt, bis zu einem bestimmten, im
Aktiengewinn, Teil des Gewinns aus der A.-Vertrag festgelegten Betrag o Wechsel
Veräußerung oder Rückgabe von o Invest- auf das Kreditinstitut zu ziehen. Aufgrund
mentzertifikaten, der für einen betrieblichen der Bonität des Kreditinstituts ist ein solcher
Anleger steuerpflichtig ist. Der A. umfasst Wechsel ein gutes Zahlungs- oder Kreditmit-
z.B. Kursgewinne und noch nicht ausge- tel. Im Außenverhältnis ist das Kreditinstitut
7 Altersvorsorge-Sondervermögen (AS-Fonds)

Schuldner des Wechsels und somit einem schieht z.B. dadurch, dass die AGB in den
Dritten (Wechselinhaber) gegenüber zur Geschäftsräumen ausliegen.
Zahlung verpflichtet. Im Innenverhältnis hat
das Kreditinstitut dann einen Anspruch ge- Allgemeiner Verlustverrechnungstopf,
genüber seinem Kunden (Wechselaussteller), o Steuerverrechnungskonto.
wenn der Wechsel zur Zahlung vorgelegt
wird. Allzweckdarlehen, o Anschaffungsdarle-
hen.
Akzessorietät, Begriff aus dem Kreditsi-
cherungsrecht, der die rechtliche Verbindung alte Aktien, Aktien, die bereits vor einer
zwischen gewährtem Kredit und zugrunde o Kapitalerhöhung vorhanden waren. Im
liegender Sicherheit beschreibt. Bei akzesso- Gegensatz zu den bei der Kapitalerhöhung
rischen Sicherheiten ist der Wert der Kredit- herausgegebenen o jungen Aktien sind a.A.
sicherheit rechtlich unmittelbar an die Kre- für das entsprechende Jahr stets voll dividen-
ditforderung gebunden. Beispiele hierfür sind denberechtigt.
o Bürgschaft, o Hypothek und o Pfand-
recht. Im Gegensatz dazu fehlt bei nicht- Alterseinkünftegesetz, Gesetz, das einen
akzessorischen Sicherheiten wie o Siche- Systemwechsel bei der Besteuerung von
rungsübereignung und o Grundschuld diese Altersbezügen herbeiführte. Im Kern geht es
enge rechtliche Bindung. Dennoch ist auch darum, dass Rentenbeiträge steuerfrei, die im
hier durch den Kreditvertrag ein wirtschaftli- Alter ausgezahlten Bezüge jedoch steuer-
cher Bezug zwischen Kreditforderung und pflichtig sein sollen (nachgelagerte Besteue-
Sicherheit gegeben, so dass diese Sicherhei- rung). Nach dem A. werden seit Januar 2005
ten nicht als völlig losgelöst vom Grundge- Renten abzüglich eines Grundfreibetrages zu
schäft (also nicht als vollkommen abstrakt) 50% besteuert, wobei der Satz bis zum Jahr
bezeichnet werden können. Dies wird deut- 2040 sukzessive auf 100% steigen soll. Im
lich bei der o Sicherungsabrede im Zusam- Gegenzug werden Arbeitnehmer dadurch
menhang mit einer Grundschuldbestellung. entlastet, dass ihre Rentenbeiträge nach und
nach steuerfrei gestellt werden, und zwar zu
Allfinanz, Angebot aller Finanzdienstleis- 60% seit 2005 und bis 100% im Jahr 2025.
tungen aus einer Hand. Die Palette klassi-
scher Bankdienstleistungen wird beim A.- Altersvermögensgesetz, seit 2001 gültige
Konzept z.B. durch Lebensversicherungen, neue Grundlage des deutschen Rentensys-
o Leasing, o Factoring, o Bausparen oder tems. Durch das A. wird die auf dem Genera-
Vermittlung von Immobilien erweitert. A. tionenvertrag basierende gesetzliche Rente
lässt sich durch Kooperation mit anderen (die „junge“ Arbeitnehmergeneration muss
(spezialisierten) Finanzdienstleistern oder jeweils die Rentnergeneration finanzieren)
auch durch Gründung von Tochtergesell- durch eine vom Staat geförderte kapitalge-
schaften oder Übernahmen verwirklichen. deckte betriebliche oder private Altersvor-
sorge ergänzt. – Vgl. auch o Riester-Vertrag,
Allgemeine Geschäftsbedingungen o Rürup-Rente und o betriebliche Alters-
(AGB), vorformulierte Vertragsbedingungen vorsorge.
zur Regelung von Rechten und Pflichten im
Verhältnis zwischen Kunde und Kreditinsti- Altersvorsorge-Sondervermögen (AS-
tut. Die AGB ergänzen gesetzliche Bestim- Fonds), Sonderform eines o Investment-
mungen. Sie enthalten bestimmte Grundre- fonds. AS-Fonds sind ein Instrument zur
geln (z.B. Haftungsgrundsätze, o Mitwir- privaten Altersvorsorge. Für sie gelten be-
kungspflicht des Kunden, Regeln für die sondere Anlagevorschriften des o Invest-
Kontoführung etc.), Kosten von Bankdienst- mentgesetzes, z.B.: 1. Der Aktienanteil am
leistungen sowie Kündigungsrechte. Die Fondsvermögen darf 75% nicht überschrei-
AGB sind Bestandteil jeglicher Geschäftsbe- ten. – 2. Die Anlage in o Derivate ist nur zu
ziehung zwischen Kunde und Kreditinstitut, Absicherungszwecken erlaubt. – 3. Anteile
sofern der Kunde diese ausdrücklich aner- an Immobiliensondervermögen dürfen nur
kennt. Das Kreditinstitut muss die AGB maximal 30% des Fondsvermögens ausma-
entweder dem Kunden aushändigen oder zur chen. – 4. Fremdwährungsrisiken sind auf
Einsichtnahme verfügbar halten. Dies ge- 30% des Fondsvermögens zu begrenzen.
Altersvorsorgezulage 8

Altersvorsorgezulage, Zulage lt. Ein- amtliches Kursblatt, offizielles Presseor-


kommensteuergesetz im Rahmen der Alters- gan einer Wertpapierbörse, das die jeweiligen
vorsorge durch einen o Riester-Vertrag. Die Kurse eines Börsentages und weitere Infor-
A. setzt sich aus zwei Bestandteilen zusam- mationen (z.B. Veröffentlichungen des Bör-
men: Einer Grundzulage von 154 Euro und senvorstands) enthält.
einer Kinderzulage von 185 Euro. Für Kin-
der, die ab dem Jahr 2008 geboren werden, Anderkonto, Sonderform eines Kontos, auf
beträgt die Kinderzulage 300 Euro. dem Gelder treuhänderisch verwaltet werden.
Berechtigt zur Eröffnung eines A. sind
American Depositary Receipt (ADR), Rechtsanwälte, Notare, Wirtschaftsprüfer
von Kreditinstituten in den USA ausgestellte, Steuerberater und Patentanwälte. Das A. lau-
handelbare Zertifikate über bei dem Kredit- tet auf den Namen des Treuhänders; es wird
institut hinterlegte nicht-amerikanische Ak- jedoch mit einem Zusatz (z.B. „wegen“)
tien. ADR dienen der Erleichterung des Bör- versehen. Ein A. kann z.B. bei Grundstück-
senhandels, da ausländische Aktien aufgrund käufen zur Anwendung kommen: Die Über-
unterschiedlicher wertpapierrechtlicher Be- weisung des Kaufpreises auf das A. desjeni-
stimmungen teilweise nur in Form von ADR gen Notars, der den Kaufvertrag notariell
an US-Börsen handelbar sind. beurkundet hat, stellt sicher, dass die Erfül-
lung des Vertrages (Kaufpreiszahlung gegen
American Express, Unternehmen, das als Eintragung des neuen Eigentümers in das
Emittent von o Reiseschecks und o Kre- o Grundbuch) Zug um Zug unter Überwa-
ditkarten tätig ist. chung des Notars erfolgen kann.

amerikanische Option, o Option, die an Ankaufskurs, o Geldkurs.


jedem Handelstag während der Optionsfrist
ausgeübt werden kann. Bei den Optionen an Ankauf von Forderungen, o Factoring.
der o Eurex handelt es sich um a.O.
Anlageberatung, kundengerechte Aufklä-
amerikanisches Zuteilungsverfahren, rung über mögliche Formen der Geld- und
o Zinstender. Vermögensanlage und die hiermit verbunde-
nen Risiken. Beratungsgrundlage sind die
Amex, American Stock Exchange, zweit- Anlageziele des Kunden, z.B. Sicherheit,
größte amerikanische Börse. Liquidität (Verfügbarkeit) und Rentabilität
der Anlage, sowie seine finanziellen Verhält-
am Geld, o at the Money. nisse. Eine besondere Bedeutung bei der
Anlageberatung kommt dem o Gesetz über
Amortisationsdarlehen, o Annuitäten- den Wertpapierhandel (WPHG) zu, das u.a.
darlehen. Verhaltensregeln für Kredit- und Finanz-
dienstleistungsinstitute bei der Wertpapieran-
amtliche Beglaubigung, Bestätigung lage festlegt. Demnach sind diese Institute
einer Behörde über die Echtheit einer Unter- z.B. verpflichtet, von ihren Kunden Angaben
schrift oder die Richtigkeit einer Urkunden- über Kenntnisse, Anlageziele und finanzielle
abschrift bzw. -kopie. In der Bankpraxis Verhältnisse einzuholen und zu dokumentie-
spielte die a.B. bis zur Einführung des elek- ren (sog. WPHG-Bogen bzw. Wertpapierer-
tronischen o Handelsregisters bei der Eröff- hebungsbogen). Verboten sind den Instituten
nung von Firmenkonten eine Rolle. Hierbei gemäß dem WPHG Empfehlungen, die nicht
wurde die Existenz eines Unternehmens im Interesse des Kunden liegen oder den
durch Vorlage eines beglaubigten Handelsre- Zweck verfolgen, Geschäfte des Institutes
gisterauszuges nachgewiesen. Das Handels- mit eigenen Wertpapieren in eine bestimmte
register ist seit 2007 elektronisch abrufbar. Richtung zu lenken. Zudem werden Banken
künftig verpflichtet, den Inhalt jeder Anlage-
amtlicher Markt, o Börsensegment. beratung zu protokollieren und Kunden eine
Ausfertigung des Protokolls auszuhändigen.
amtlicher Kursmakler, praxisübliche Be-
zeichnung für den im amtlichen Markt täti- Anlagedeckungsgrad, Kennzahl im
gen o Skontroführer. Rahmen der o Bilanzanalyse. Beim A. wird
9 Annuitätendarlehen

geprüft, ob die langfristigen Anlagen (Anla- Anleihe, Bond, Obligation, Schuldver-


gevermögen) eines Unternehmens auch lang- schreibung, festverzinsliches Wertpapier;
fristig (durch Eigenkapital bzw. langfristiges Wertpapier, das einen Anspruch auf Zinsen
Fremdkapital) finanziert wurden. Würde und einen Rückzahlungsanspruch verbrieft.
Anlagevermögen kurzfristig finanziert, be- Anleihen werden in Prozent notiert. Der
stünde die Gefahr, dass bei Fälligkeit kurz- Käufer erwirbt einen o Nennwert (Nomi-
fristiger Verbindlichkeiten langfristiges Ver- nalwert). So ergibt z.B. ein Nennwert von
mögen (z.B. Maschinen, Betriebs- und Ge- 20.000 Euro bei einem Kurs von 98% einen
schäftsausstattung) veräußert werden müsste, Kurswert von 19.600 Euro. – Eine A. besteht
was die Handlungsfreiheit des Unternehmens aus zwei Urkunden: dem Mantel, der das
erheblich einschränken würde. Gläubigerrecht verbrieft, und dem Bogen, an
dem sich die Zinsscheine befinden. Die
Anlagekonto, spezielles Depot bei einer Aushändigung von Urkunden (effektive
o Investmentgesellschaft, auf dem Invest- Stücke) an den Anleger ist selten und wird
mentzertifikate aufgrund regelmäßig ange- vielfach durch die Anleihebedingungen des
sparter Geldbeträge gutgeschrieben werden. Schuldners (Emittent) ausgeschlossen. Bei A.
– Vgl. auch o Cost Average. des Bundes und der Länder liegen keine
Urkunden vor. Es handelt sich um o Wert-
Anlagevermittler, Person, die eine Anlage- rechte. – Als Emittent einer A. kommen
entscheidung eines Kunden professionell verschiedene Unternehmen oder Institutionen
begleitet. Im Gegensatz zu einer o Anlage- in Frage, z.B. Bund und Länder (o öffentli-
beratung beinhaltet die Tätigkeit eines A. che A.), Realkreditinstitute (o Pfandbriefe
keinen Auswahl- und Bewertungsprozess der und o Kommunalobligationen), Kreditinsti-
möglichen Anlagealternativen. Der A. hat vor tute (o Bankschuldverschreibungen) oder
allem eine Informationspflicht. Industrieunternehmen (o Industrieobligatio-
nen). – Der Zinsanspruch bei einer A. kann
Anlagevermögen, Vermögen, das langfris- einerseits als regelmäßige Zinszahlung (z.B.
tige Verwendung in einem Betrieb findet. jeweils zum 1.6. eines Laufzeitjahres) festge-
Zum A. gehören z.B. Maschinen, Geschäfts- legt werden; der Zinssatz kann dabei wäh-
ausstattung oder Gebäude. – Gegensatz: rend der Laufzeit unverändert oder variabel
o Umlaufvermögen. sein (o Floating Rate Note bzw. o Reverse
Floater). Eine A. kann auch in abgezinster
Anlagevorschriften, o Investmentgesetz (o Abzinsungspapiere) oder aufgezinster
Form (o Aufzinsungspapiere) angeboten
Anlageziele, o Anlageberatung. werden.

Anlaufzinsen, Zinsen, die bei einem o An- Annuitätenanleihe, o Anleihe, die in der
schaffungsdarlehen anfallen, wenn zwischen Weise zurückgezahlt wird, dass die jährliche
Kreditauszahlung und dem Termin für die finanzielle Belastung des Emittenten, d.h. die
erste Rate mehr als 30 Tage liegen. Ab dem Summe aus Zins und Tilgung (Annuität),
31. Tag werden dann anteilig A. berechnet gleich bleibt. Vgl. auch o Annuitätendarle-
und mit der ersten Rate beglichen. hen.

Anlegerschutzverbesserungsgesetz, Re- Annuitätendarlehen, Amortisationsdarle-


gelwerk, das einen erhöhten Schutz von hen; o Realkredit, der in der Weise zurück-
Geldanlegern im Bereich der Kapitalmarktin- gezahlt wird, dass die regelmäßige finanziel-
formationen schaffen und vor unzulässigen le Belastung des Kreditnehmers aus Zins und
Marktpraktiken schützen soll. Durch das Tilgung (Annuität) gleich bleibt. Der Til-
A. werden das Insiderrecht (o Insiderge- gungsanteil wird durch diese Art der Rück-
schäfte) und die o Ad-hoc-Publizität auf eu- zahlung von Jahr zu Jahr höher, da die er-
ropäischer Ebene vereinheitlicht. Ferner er- sparten Zinsen auf die Tilgung angerechnet
weitert das A. die Prospektpflicht (o Pros- werden. – Beispiel: Ein Darlehen über
pekthaftung) auf nicht in Wertpapieren ver- 100.000 Euro, Zinssatz 6% p.a., wird in
briefte Anlageformen. – Vgl. auch o Grauer gleich bleibenden jährlichen Annuitäten zu je
Kapitalmarkt. 8.000 Euro zurückgezahlt.
Annuitätenpfandbrief 10

men. Die A. verpflichtet den Träger des


Jahr Kredit- Zinsen Tilgung Annui-
(J) betrag tät
öffentlich-rechtlichen Unternehmens zu des-
sen Ausstattung mit den für die Funktionsfä-
1. 100.000 6.000 2.000 8.000 higkeit notwendigen finanziellen Mitteln.
2. 98.000 5.880 2.120 8.000 Dieses Prinzip galt früher auch für o Spar-
kassen und o Landesbanken, war jedoch,
3. 95.880 5.752,80 2.247,20 8.000 ebenso wie die ähnlich wirkende o Ge-
..... ..... ..... ..... ..... währträgerhaftung, international stets um-
stritten, da sie als Wettbewerbsvorteil der
Sparkassen und Landesbanken gegenüber
Im Gegensatz dazu bleibt bei der Ratentil- den privaten Banken galt. A. und Gewährträ-
gung der Tilgungsanteil jeweils konstant und gerhaftung für Kreditinstitute wurden daher
führt zu sinkenden Annuitäten. Im obigen im Jahr 2005 abgeschafft.
Beispiel ergäbe sich bei gleich bleibenden
Tilgungsraten von jeweils 2.000 Euro der antizipiertes Besitzkonstitut, rechtliche
folgende Darlehensverlauf: Maßnahme bei der o Sicherungsübereignung
von Waren. Durch das a.B. wird bereits bei
Jahr Kredit- Zinsen Tilgung Annui- Abschluss des Sicherungsübereignungs-
(J) betrag tät vertrages das o Besitzkonstitut für die Zu-
1. 100.000 6.000 2.000 8.000 kunft vorweggenommen. Das Besitzkonstitut
gilt als vereinbart, sobald der Sicherungsge-
2. 98.000 5.880 2.000 7.880
ber neue Waren in ein bestimmtes Warenla-
3. 96.000 5.760 2.000 7.760 ger einliefert.
..... ..... ..... ..... .....
Anwartschaftsrecht, Sicherungsmaßnah-
me eines Kreditinstitutes im Zusammenhang
Annuitätenpfandbrief, o Pfandbrief, der mit einer o Sicherungsübereignung. Z.B.
wie eine o Annuitätenanleihe zurückgezahlt bleibt bei einer kreditfinanzierten Maschine
wird. der Hersteller dieser Maschine so lange Ei-
gentümer, bis die Kaufpreiszahlung erfolgt
anrechenbare Steuern, bis Ende 2008 ist (Eigentumsvorbehalt). Das A. bewirkt,
gültige Bezeichnung für die von einem Kre- dass das Eigentum nach Kaufpreiszahlung
ditinstitut einbehaltenen Steuerabzüge bei der automatisch auf das finanzierende Kreditin-
Gutschrift von Wertpapiererträgen. Ein- stitut übergeht.
behaltene o Zinsabschlagsteuer bei Zinser-
trägen und einbehaltene o Kapitalertrag- Anzeigepflicht, Verpflichtung der Kreditin-
steuer bei Dividenden können von Steuer- stitute, die o Deutsche Bundesbank oder die
pflichtigen im Rahmen ihrer Einkommens- o Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-
teuererklärung (o Einkommensteuer) noch aufsicht über wesentliche Vorgänge wie
für 2008 geltend gemacht werden. Zum Millionenkredite, hohe Verluste oder Beteili-
1.1.2009 wurden a. S. durch das System der gungen zu unterrichten.
o Abgeltungssteuer ersetzt.
Arbeitnehmer-Sparzulage, staatliche
Anschaffungsdarlehen, Allzweckdarle- Förderung der Arbeitnehmer bei der Vermö-
hen; o Darlehen zur Finanzierung von Kon- gensbildung (o vermögenswirksame Leis-
sumausgaben (z.B. zum Kauf eines privaten tung). Rechtsgrundlage ist das Fünfte Gesetz
PKW oder zur Finanzierung einer neuen zur Förderung der Vermögensbildung der
Wohnungseinrichtung). Arbeitnehmer (5. Vermögensbildungsgesetz).
Die A.-S. beträgt jährlich 9% auf einen ma-
Anstalt des öffentlichen Rechts, ximalen Anlagebetrag von 470 Euro bei der
o juristische Person des öffentlichen Rechts. Anlage in einen o Bausparvertrag und 20%
Sparkassen sind in Deutschland Anstalten auf höchstens 400 Euro, falls die Anlage in
des öffentlichen Rechts. Beteiligungswerte (Aktien oder Investment-
anteile von Aktienfonds (o Investment-
Anstaltslast, Bezeichnung im Zusammen- geschäft)) erfolgt. Somit liegt die Höchstför-
hang mit öffentlich-rechtlichen Unterneh- derung bei Inanspruchnahme beider Förde-
11 at the Money

rungsmöglichkeiten bei maximal 42,30 schaft (SPV = Special Purpose Vehicle) kauft
(gerundet: 43) + 80 = 123 Euro. – Vorausset- die Forderungen von einem o Kreditinstitut
zung für die Förderung bei Bausparverträgen an, bündelt sie nach bestimmten Risikoge-
ist ein zu versteuerndes Einkommen (o sichtspunkten und emittiert zur o Refinan-
Einkommensteuer) von maximal 17.900 zierung ABS, die in verschiedene Risikoklas-
Euro bei Ledigen bzw. 35.800 Euro bei sen unterteilt werden (o Rating):
Verheirateten. Für die Förderung von Anla-
gen in Beteiligungswerten gilt eine Grenze
von 20.000 Euro bzw. 40.000 Euro. Die A Bilanz der Zweckgesellschaft P
Investmentgesellschaft bzw. die Bausparkas-
se stellt jedes Jahr eine Bescheinigung über angekaufte Verbindlichkeiten
die gezahlten Vermögenswirksamen Leistun- Forderungen aus ABS
gen aus. Der Arbeitnehmer reicht diese Be-
scheinigung im Rahmen seiner Steuererklä-
rung bei seinem Finanzamt ein und beantragt Die aus der ABS resultierende Zins- und
die Festsetzung der A.-S. Nach Ablauf einer Rückzahlungsverpflichtung kann über die
Sperrfrist von 7 Jahren (ab 1.1. des Jahres Zahlungseingänge aus den Forderungen
der ersten Einzahlung bzw. ab Datum des geleistet werden. ABS im Zusammenhang
Vertragsabschlusses beim Bausparen) über- mit amerikanischen Baudarlehen an Kredit-
weist das Finanzamt die gesamte A.-S. nehmer mit schlechter o Kreditwürdigkeit
waren ab Sommer 2007 Auslöser der so
Arbeitslosenquote, Kennzahl zur Beurtei- genannten Finanzkrise. Da die Forderungen
lung der Beschäftigungssituation in einer reihenweise ausfielen, verloren auch die
Volkswirtschaft. Die A. wird durch die Bun- dahinter stehenden ABS massiv an Wert. –
desagentur für Arbeit in Nürnberg sowie Noch extremer ist die Situation bei den o
durch die Deutsche Bundesbank regelmäßig CDO; hier steht auf der Aktivseite ein ganzer
veröffentlicht. Sie umfasst folgende Größen: Pool von Vermögensgegenständen (z.B. o
Anleihen, Kreditforderungen, o Credit De-
(gemeldete) Arbeitslose fault Swaps). Da CDO besonders komplex
·100 sind, wurden sie im Zuge der Finanzkrise
Erwerbspersonen (Arbeitslose + Selbst- immer weniger überschaubar und damit zu
ständige + Arbeitnehmer) „toxischen Wertpapieren“.

Arbitrage, o Devisenarbitrage. Asset Management, Asset Allocation;


Mischung verschiedener Anlageformen.
Artvollmacht, o Handlungsvollmacht. Beim A.M. wird ein Wertpapierdepot nach
einem bestimmten Konzept zusammenge-
AS-Fonds, Abk. für o Altersvorsorge-Son- setzt und das zur Verfügung stehende Kapital
dervermögen. – je nach Risikovorstellung des Anlegers –
auf verschiedene Märkte bzw. Anlageformen
Assessment Center, psychologisches aufgeteilt und zielorientiert verwaltet.
Testverfahren bei der Auswahl von Bewer-
bern auf eine neue Stelle. Die Bewerber at the Money, am Geld, Gleichklang zwi-
werden in simulierten beruflichen Situatio- schen dem Basispreis (Ausübungspreis) einer
o Option und dem aktuellen Kurs des Ba-
nen begutachtet.
siswertes. Ist der Basispreis einer Aktie bei
Asset Allocation, o Asset Management. einer Kaufoption z.B. 100 Euro, so befindet
sich die Option at the Money, wenn der
Asset Backed Securities (ABS), beson- aktuelle Aktienkurs ebenfalls 100 Euro be-
dere Finanzierungstechnik, bei der Wertpa- trägt. Bei einem aktuellen Aktienkurs von
piere mit speziellen Vermögenswerten (vor 110 Euro wäre die Option in the Money (im
allem Forderungen) unterlegt werden. Durch Geld), bei 85 Euro out of the Money (aus
ABS werden Forderungen verbrieft (Kredit- dem Geld). Bei einer Verkaufoption läge
verbriefung) und dadurch handelbar (vgl. dagegen umgekehrt die Option bei 85 Euro
auch o RMX Creparts). Eine Zweckgesell- in the Money und bei 110 Euro out of the
Money.
Aufgeld 12

Aufgeld, 1. o Agio bei Nennwertaktien. – 2. gen wurde, der jedoch bereits einen notariell
Bei einer o Option bezeichnet das A. den beurkundeten Kaufvertrag mit dem Grund-
Betrag, um den der Optionspreis bzw. Opti- stücksverkäufer abgeschlossen hat. Die A.
onsscheinkurs den o inneren Wert der Opti- dient der Sicherung des Käufers vor einer
on übersteigt. Das A. wird hierbei i.d.R. in unberechtigten Verfügung des Verkäufers,
Prozent des Börsenkurses des zugrunde falls dieser z.B. vertragswidrig das Grund-
liegenden Basiswertes ausgedrückt. stück an einen weiteren Käufer, der einen
höheren Preis bietet, veräußern würde.
aufgenommene Gelder, Call Money;
Sammelbegriff für Finanzierungsmittel, die Aufsichtsrat, Aufsicht führendes Organ
am o Geldmarkt zwischen Kreditinstituten einer o Aktiengesellschaft.
und anderen Kapitalsammelstellen (z.B.
Versicherungen oder Bausparkassen) gehan- Auftragssparen, o Sondersparformen.
delt werden. Das geldaufnehmende Unter-
nehmen beschafft sich i.d.R. über telefoni- Aufwand, Minderung des o Eigenkapitals
sche Kontaktaufnahme die entsprechenden eines Unternehmens. Alle Aufwendungen
Gelder (o Zentralbankguthaben). Übliche werden auf der Sollseite des Gewinn- und
Handelformen sind Tagesgelder, die nur für Verlustkontos erfasst. Beispiele für einen A.
einen Tag bzw. „bis auf weiteres“, d.h. bis im Bankbetrieb sind die den Einlegern zu
zur jederzeit möglichen Kündigung auf- vergütenden Habenzinsen oder die den An-
genommen werden, und Termingelder, bei gestellten zu zahlenden Gehälter.
denen sofort eine bestimmte Laufzeit (1 bis
12 Monate) vereinbart wird. Bei Zustande- Aufwertung, Wertgewinn einer Währung
kommen eines Geschäftes wird das Geld gegenüber einer anderen Währung. – Vgl.
(meist glatte Mio. Euro) über die Zentral- auch o Abwertung.
bankkonten der Beteiligten (in Deutschland:
Konto bei der o Deutschen Bundesbank) Aufzinsung, o Aufzinsungspapiere.
verrechnet. – Die Zinssätze für a.G. bilden
sich täglich nach Angebot und Nachfrage. Aufzinsungspapiere, verzinsliche Wert-
Als wichtige Orientierungsgrößen für die papiere, bei denen die Zinsen nicht durch
aktuelle Marktsituation fungieren die Refe- regelmäßige Zahlung, sondern durch Auf-
renzzinssätze o Euribor (Euro Interbank schlag des Zinsertrages für die gesamte
Offered Rate) für Termingelder und o Eonia Laufzeit auf den o Nennwert vergütet wer-
(Euro Overnight Index Average) für Tages- den. Beispiele für A. sind Bundesschatzbrie-
gelder. fe, Typ B (o Bundeswertpapiere) und aufge-
zinste Sparbriefe (o Sparbrief). – Beispiel:
Auflassung, dingliche Einigung über den Der Kauf von 100 Euro Nennwert Schatz-
Eigentumsübergang an einem Grundstück. brief, Typ B, Serie 2006/26, zum 1.12.2006
Der Kaufvertrag über ein Grundstück ist ergibt am Ende der Laufzeit (1.12.2013)
notariell zu beurkunden (o öffentliche Beur- einen Rückzahlungswert von 129,07 Euro.
kundung). Er beinhaltet die Verpflichtung des Der Anleger hätte dann also einen Zinsertrag
Verkäufers, das o Eigentum am Grundstück (inkl. o Zinseszinsen) von 29,07 Euro er-
zu übertragen. Im Notarvertrag wird die A. wirtschaftet.
durch die Formulierung: „die Beteiligten sind
sich darüber einig, dass das Eigentum über- Auktion, Methode zur Preisfeststellung von
gehen soll“ erklärt. Der Käufer erwirbt das Aktien. Bei einer A. werden die Teilnehmer
Eigentum jedoch erst dann, wenn er im zunächst aufgefordert, verbindliche Kauf-
o Grundbuch als neuer Eigentümer eingetra- und Verkaufsaufträge anzugeben (Aufrufpha-
gen wurde. se). Anschließend wird ein Marktpreis nach
dem Verfahren der Einheitskursermittlung
Auflassungsvormerkung, Eintragung in (o Einheitskurs) festgestellt (Preisermitt-
die Zweite Abteilung eines Grundbuchs. lungsphase). Kann durch diesen Preis der
Durch die A. wird demjenigen, der Einsicht Markt nicht vollständig geräumt werden,
in das o Grundbuchblatt eines Grundstückes findet eine Marktausgleichsphase statt, in der
nimmt, ein neuer Eigentümer (o Eigentum) eventuelle Überhänge durch die Marktteil-
angekündigt, der bisher noch nicht eingetra- nehmer übernommen werden. Die A. hat eine
13 Außenhandelsdokumente

besondere Bedeutung im Wertpapierhandel und Abwicklungssysteme in Euro oder


über die Computerbörse o XETRA. Fremdwährung ausgeführt wird. Die rechtli-
che Besonderheit bei einer A. liegt in der
aus dem Geld, o at the Money. gemäß Außenwirtschaftsverordnung vorge-
schriebenen o Meldepflicht im Außenwirt-
Ausfuhrfinanzierung, Sammelbegriff für schaftsverkehr für Zahlungen von einem Be-
Kredite, die Exporteuren zur Finanzierung trag über 12.500 Euro (oder entsprechendem
von Ausfuhrgeschäften gewährt werden. Gegenwert). Diese Aufträge sind der jeweils
Neben herkömmlichen Krediten (z.B. einem zuständigen Hauptverwaltung der o Deut-
o Kontokorrentkredit) gibt es spezielle For- schen Bundesbank auf besonderen Formula-
men der A. wie Eurokredite, die über eine ren („Z1“ oder „Z4“) anzuzeigen. Wie im
festgelegte Laufzeit ab einem Monat in Inlandszahlungsverkehr ist eine beleglose
verschiedenen Währungen gewährt werden. Auftragserteilung für den Kunden möglich.
Eine A. wird häufig durch spezialisierte Für Euro-Zahlungen bis 50.000 Euro inner-
Institute (z.B. o Ausfuhrkreditgesellschaft) halb der EU und für nicht meldepflichtige
gewährt. Zahlungen bis zu 12.500 Euro oder Gegen-
wert in andere EU-Länder bzw. Länder der
Ausfuhrkreditgesellschaft, von deut- o EFTA kann ein Zahlungsauftrags-For-
schen Banken gegründete o Gesellschaft mit mular verwendet werden, das im Aufbau dem
beschränkter Haftung (GmbH) mit dem Ziel, Formular für Inlandsüberweisungen ent-
die deutsche Exportwirtschaft durch Bereit- spricht. – Im europäischen Zahlungsraum o
stellung verschiedener Formen von o Aus- SEPA kann inzwischen eine A. durch Angabe
fuhrfinanzierungen zu unterstützen. Die einer internationalen Kontonummer des
hierfür benötigten Mittel werden durch die Zahlungsempfängers (o IBAN) und einer
Gesellschafterbanken zur Verfügung gestellt. internationalen Bankenkennung (o BIC)
Die verschiedenen Finanzierungsarten wer- kostengünstig und auch online erteilt werden.
den technisch über sog. Plafonds (Plafond A:
Kredite an deutsche Exporteure; Plafond C, ausmachender Betrag, Summe aus
D und E: Kredite an ausländische Besteller) Kurswert und o Stückzinsen bei o Anleihen.
abgewickelt.
Ausschüttung, jährliche Ertragsgutschrift
Ausgabeaufschlag, o Ausgabepreis. für Inhaber von o Investmentzertifikaten.
Investmentgesellschaften schütten entweder
Ausgabepreis, durch eine o Investment- die Erträge bar aus oder schreiben sie den
gesellschaft festgelegter Preis für ein o Anlegern in Form neuer Anteile gut (Thesau-
Investmentzertifikat. Börsentäglich wird zur rierung). Die A. setzt sich im Wesentlichen
Ermittlung des A. der Wert des Sonderver- zusammen aus Zinserträgen, Dividendener-
mögens durch die Zahl der durch die Gesell- trägen und Kursgewinnen.
schaft ausgegebenen Zertifikate geteilt. Zu
diesem Ergebnis wird i.d.R. ein Ausgabeauf- Außenbeitrag, Differenz zwischen o Ex-
schlag hinzuaddiert. – Vgl. auch o Invest- port und o Import von Gütern und Dienst-
mentgeschäft. leistungen. Liegen, wie es in Deutschland
meistens anzutreffen ist, die Exporte über
Ausgleichsbank, allgemein gebräuchliche den Importen, spricht man von einem positi-
Kurzbezeichnung für die o Deutsche Aus- ven A., im umgekehrten Fall von einem
gleichsbank. negativen A.

Auslandsgeschäft, Sammelbegriff für Außenfinanzierung, Sammelbegriff für


Tätigkeiten von Kreditinstituten zur Abwick- alle Finanzierungsmittel, die ein Unterneh-
lung o dokumentärer und o nicht–doku- men von den Außenstehenden erhält (o Fi-
mentärer Zahlungen sowie zur Durchführung nanzierung). – Gegensatz: o Innenfinanzie-
von Devisengeschäften und Außenhandelsfi- rung.
nanzierungen.
Außenhandelsdokumente, Urkunden, die
Auslandsüberweisung, Überweisungs- im Zusammenhang mit der Abwicklung
auftrag, der mittels internationaler Zahlungs- o dokumentärer Zahlungen im Auslandsge-
Außenwert 14

schäft benötigt werden. Unterschieden wer- außergerichtliche Schuldenregulie-


den Versanddokumente (z.B. Frachtbrief, rung, Einigung zwischen einem Schuldner
o Konnossement), Versicherungsdokumente und dessen Gläubigern zur Bereinigung
(z.B. Versicherungspolice), Kaufmännische seiner Schulden. Möglich sind hierbei be-
Dokumente (z.B. Handelsrechnung) und sondere Rückzahlungsmodalitäten (Raten-
Zolldokumente (z.B. o Ursprungszeugnis). zahlungen), eine Verschiebung von Zah-
lungszeitpunkten (Stundung) oder teilweiser
Außenwert, Wertentwicklung einer Wäh- Erlass der Schulden. Kann der Schuldner
rung zu anderen Währungen. – Vgl. auch sich mit seinen Gläubigern nicht über eine
o Aufwertung und o Abwertung. a.S. einigen, beantragt er das gerichtliche
Verfahren der o Verbraucherinsolvenz.
Außenwirtschaftsgesetz (AWG), Gesetz
zur Regelung des Außenwirtschaftsverkehrs außerordentliche Hauptversammlung,
zwischen Gebietsansässigen (Deviseninlän- Versammlung der Teilhaber einer o Aktien-
der) und Gebietsfremden (Devisenauslän- gesellschaft, die neben der mindestens ein-
der). Diese Begriffe sind in der Weise defi- mal jährlich stattfindenden ordentlichen
niert, dass zur Unterscheidung das Kriterium Hauptversammlung einberufen wird, wenn es
der Wohnortwahl und nicht das Kriterium der das Wohl der Gesellschaft erforderlich
Nationalität eines Bankkunden herangezogen macht. Dies ist z.B. der Fall, wenn der Ver-
wird: lust die Hälfte des Grundkapitals erreicht
oder wenn Aktionäre mit mindestens 5% des
Gebietsansässige Gebietsfremde Grundkapitals die Einberufung verlangen.

natürliche Personen natürliche Personen außerplanmäßige Tilgung, Recht des


mit Wohnsitz oder mit Wohnsitz oder Schuldners einer o Anleihe, diese durch
gewöhnlichem Auf- gewöhnlichem Auf- vorzeitige o Kündigung des gesamten Be-
enthalt (mehr als enthalt (mehr als 180 trages oder von Teilbeträgen vor Ablauf des
180 Tage im Jahr) Tage im Jahr) außer-
vereinbarten Rückzahlungstermins zu tilgen.
in Deutschland halb Deutschlands

juristische Personen juristische Personen


Aussonderung, Sonderrecht im Rahmen
sowie Personenhan- sowie Personenhan- eines o Insolvenzverfahrens. Das Recht auf
delsgesellschaften delsgesellschaften A. kann z.B. ein Lieferant geltend machen,
mit Sitz oder Ort der mit Sitz oder Ort der der einem im Insolvenzverfahren befindli-
Leitung in Deutsch- Leitung außerhalb chen Unternehmen Waren unter Vereinba-
land Deutschlands rung eines o Eigentumsvorbehalts geliefert
hat, die noch nicht bezahlt wurden. Diese
Das A. geht vom Grundsatz der Freizügigkeit Ware wäre der Insolvenzmasse entzogen und
aus, behält sich jedoch Beschränkungen dort stände dem Lieferanten ohne weitere Ein-
vor, wo eine Gefährdung der Sicherheit von schränkungen wieder zur freien Verfügung. –
Beteiligten droht. Es ist ein Rahmengesetz, Vgl. auch o Absonderung.
das durch andere Gesetze und Rechtsverord-
nungen (z.B. o Außenwirtschaftsverord- Auszahlungsplan, o Sondersparform, bei
nung) ergänzt wird. der ein Sparer nach der Ansparphase sich das
Guthaben monatlich auszahlen lassen kann.
Außenwirtschaftsverordnung (AWV),
Vorschrift zur Regelung des internationalen Aval, Sonderform der o Kreditleihe. Bei
Waren-, Dienstleistungs- und Kapitalver- einem A. übernimmt ein Kreditinstitut im
kehrs. Wichtigste Bestimmung der AWV für Kundenauftrag die Haftung für eine be-
Kreditinstitute ist die o Meldepflicht im stimmte Geldsumme in Form einer o Bank-
Außenwirtschaftsverkehr. bürgschaft oder einer o Bankgarantie. –Vgl.
auch o Mietkautionskonto.
außerbörslicher Effektenhandel, telefo-
nischer o Effektenhandel zwischen Kreditin- AWG, Abk. für o Außenwirtschaftsgesetz.
stituten in börslichen und nicht börsennotier-
ten Wertpapieren. Beim a.E. werden Kurse AWV, Abk. für o Außenwirtschaftsverord-
frei vereinbart. nung.
B
b, Abk. für o bezahlt.
Baissier, Bear; Investor, der bei seinen
B, Abk. für o Brief. Anlageentscheidungen von fallenden Bör-
senkursen ausgeht. – Gegensatz: o Haussier.
Back Office, Bereich des Bankbetriebs oh-
ne direkten Kundenkontakt. Hier werden die BAK, Abk. für Bundesaufsichtsamt für das
zuvor im o Front Office geschlossenen Ge- Kreditwesen. – Siehe jetzt: o Bundesanstalt
schäfte intern abgewickelt. für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin).

Bad Bank, besonderes Kreditinstitut mit der BAKred, Abk. für Bundesaufsichtsamt für
Aufgabe, risikobehaftete Kredite oder Wert- das Kreditwesen. – Siehe jetzt: o Bundesan-
papiere (sogen. „toxische Wertpapiere“) stalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BA-
anderer Banken zu übernehmen. Ziel ist vor Fin).
allem, in Schwierigkeiten geratene Banken
vor gravierenden Einschränkungen ihrer Balance Report, o Kontoinformationssys-
Liquidität und damit ihrer Kreditvergabe- tem.
möglichkeiten zu schützen und so auch
Vertrauen in die betroffenen Institute wieder- Balkenchart, grafische Darstellung des
herzustellen. Die Kapitalversorgung der B.B. Kursverlaufs eines Wertpapiers innerhalb
und die Übernahme der Haftung für die eines Berichtszeitraumes durch Angabe der
ausgelagerten Risikopositionen kann z.B. Höchst-, Tiefst- und Schlusskurse. Ein senk-
durch den Staat oder durch eine Banken- rechter Strich (Balken) verbindet jeweils
gruppe erfolgen. Höchst- und Tiefstkurs, wodurch die Kurs-
spanne zwischen beiden Kursen deutlich
BAFin, Abk. für o Bundesanstalt für Fi- wird. Ein an diesen Balken angesetzter Punkt
nanzdienstleistungsaufsicht. kennzeichnet zusätzlich den Schlusskurs. Auf
der Zeitachse des B. lassen sich außerdem
Baisse, Bear Market, Bärenmarkt; Ent- die Umsätze des Wertpapiers im Berichts-
wicklung an einer Börse, die über einen zeitraum ausweisen.
längeren Zeitraum durch fallende Kurse
gekennzeichnet ist. – Gegensatz: o Hausse. Bandbreite, Spanne, innerhalb der der
o Wechselkurs einer Währung am Devisen-
Baisse-Anleihe, o Indexzertifikat, dessen markt aufgrund Vereinbarung der beteiligten
Rückzahlungskurs in der Weise von der Staaten von einem festgelegten Leitkurs
Entwicklung eines Aktienindex abhängt, dass abweichen darf. Droht ein Wechselkurs den
der Kurs sich mit sinkendem Index erhöht oberen oder unteren Rand der festgelegten
und bei steigendem Index fällt. – Gegensatz: Spanne zu erreichen, so sind die jeweiligen
o Hausse-Anleihe. o Notenbanken zu Interventionen verpflich-
tet. Sie kaufen oder verkaufen gegebenen-
Baisse-Spekulation, Verhalten eines An- falls Devisen, um den Wechselkurs innerhalb
legers, der bei seinen Entscheidungen von der festgelegten B. zu halten. Die Währung
künftig fallenden Börsenkursen ausgeht und Dänemarks ist über einen festen Wechselkurs
daher insbesondere Verkäufe tätigt. Der mit einer Bandbreite von 4,5% an den Euro
Spekulant ist Baissier. – Gegensatz: o gebunden. – Vgl. auch o fester Wechselkurs.
Hausse-Spekulation.
Bank 16

Bank, Einrichtung, die als Bestandteil eines der Auskunftserteilung allgemein oder im
Wirtschaftssystems finanzielle Dienstleistun- Einzelfall ausdrücklich zugestimmt haben.
gen bereitstellt. Die volkswirtschaftliche Bankauskünfte werden nur eigenen Kunden
Funktion der Banken besteht in der Herstel- und anderen Kreditinstituten erteilt. Der
lung des Liquiditätsausgleichs innerhalb des Anfragende muss ein berechtigtes Interesse
dem Güter- und Dienstleistungsstrom entge- an der gewünschten Auskunft glaubhaft
gengerichteten Geldstroms. Die Schwer- darlegen. Betragsmäßige Angaben über
punkte der bankbetrieblichen Tätigkeit liegen Kontostände, Sparguthaben, Depot- oder
in der Durchführung des Zahlungsverkehrs, sonstige dem Kreditinstitut anvertraute Ver-
der Annahme von Geldern zum Zweck der mögenswerte sowie Kreditinanspruchnah-
Vermögensanlage und der Vergabe von Kre- men werden nicht gemacht.
diten.
Bankaval, o Aval.
Bankaktie, Aktie eines Kreditinstituts in der
Rechtsform der o Aktiengesellschaft (AG) Bankbetriebslehre, eine der speziellen
oder der o Kommanditgesellschaft auf Akti- Betriebswirtschaftslehren und damit Teil der
en (KGaA). B. gelten als Aktien mit relativ Wirtschaftswissenschaften. Gegenstand der
stabilem, konjunkturunabhängigem Kurs- B. sind Bankbetriebe und weitere Institu-
verlauf. Es handelt sich jedoch um zinsrea- tionen des finanziellen Sektors, z.B. Leasing-
gible (auf Zinsänderungen reagierende) Wer- und Factoringgesellschaften (o Leasing,
te, da die Ertragsentwicklung der Kredit- o Factoring). Wesentliche Ziele der B. liegen
institute von o geldpolitischen Operationen darin, bankbetriebliche Strukturen und Ab-
beeinflusst wird. läufe zu erklären und Beiträge zu ihrer Ge-
staltung zu leisten.
Bankakzept, von einem bonitätsmäßig ein-
wandfreien Kunden auf seine Bank gezoge- Bankbürgschaft, Kreditgewährung einer
ner Wechsel, den diese gegen Provision ak- Bank durch Übernahme einer o Bürgschaft
zeptiert. Das B. ist Grundlage eines o Ak- im Auftrag eines Kunden. Im Rahmen der B.
zeptkredits. Der Kunde kann das B. entweder verpflichtet sich die Bank, für eine Ver-
zum Zweck des Zahlungsausgleichs an einen bindlichkeit des Kunden (Kreditnehmer)
Dritten weitergeben oder sich durch Diskon- gegenüber einem Dritten bei Eintritt be-
tierung bei der Akzeptbank selbst oder einer stimmter Voraussetzungen einzustehen. Die
fremden Bank zu einem günstigen Zinssatz B. ist akzessorisch, das heißt die Leistungs-
Kredit verschaffen (o Diskontkredit). pflicht der Bank ist vom Bestehen und vom
Unfang der Hauptschuld des Kreditnehmers
Bank-auf-Bank-Ziehung, Form der gegenüber dem Dritten abhängig (o Akzes-
Scheckzahlung im internationalen Zah- sorietät). Die B. ist wegen der Kaufmannsei-
lungsverkehr, bei der die Zahlung durch genschaft der Kreditinstitute eine selbst-
einen vom Kreditinstitut des Zahlungs- schuldnerische Bürgschaft und wird i.d.R. als
pflichtigen auf eine ausländische Korres- zeitlich befristete o Höchstbetragsbürgschaft
pondenzbank gezogenen Scheck (o Banken- übernommen. Da eine Inanspruchnahme aus
orderscheck) erfolgt. der B. nicht sicher ist, geht das Kreditinstitut
mit ihrer Übernahme lediglich eine o Even-
Bankauskunft, allgemein gehaltene Mit- tualverbindlichkeit ein. Die B. ist den Aval-
teilung eines Kreditinstituts über die wirt- krediten (o Aval) zuzurechnen und kommt
schaftlichen Verhältnisse eines Kunden, u.a. als o Prozessbürgschaft, o Zollbürg-
insbesondere über seine o Kreditwürdigkeit schaft und o Frachtstundungsbürgschaft vor.
und Zahlungsfähigkeit. Das Verfahren der
Auskunftserteilung ist in den o Allgemeinen Bankcard, von Kreditinstituten ausgegebe-
Geschäftsbedingungen (AGB) der Banken ne Multifunktionskarte zur Abwicklung des
und Sparkassen geregelt. Über o juristische Zahlungsverkehrs. Die B. dient (in Verbin-
Personen und im o Handelsregister eingetra- dung mit der o persönlichen Identifikations-
gene Kaufleute werden Auskünfte erteilt, nummer oder einer Unterschriftsleistung) der
wenn keine gegenteilige Kundenweisung Legitimation bei bargeldlosen Zahlungen an
vorliegt. Andere Personen (Privatkunden, Kassen von Handels- und Dienstleistungsun-
Kleingewerbetreibende, Freiberufler) müssen ternehmen. Außerdem ermöglicht sie die
17 Bankgarantie

Bargeldbeschaffung an Geldausgabeautoma- Kreditinstitut zur Gutschrift eingereicht oder


ten und die Nutzung von Selbstbedienungs- direkt der Bank des Zahlungsempfängers mit
einrichtungen der Kreditinstitute. Im Spar- dem Auftrag zugeleitet, den Scheckbetrag
kassensektor wird die B. als Sparkassencard dem Begünstigten unter Angabe des Verwen-
bezeichnet. dungszwecks gutzuschreiben. – Siehe Abbil-
dung 1 (Zahlungsabwicklung Bankenorder-
Bankenabkommen, o Abkommen. scheck).

Bankenaufsicht, Überwachung der Ge- Bankenstimmrecht, o Depotstimmrecht.


schäftstätigkeit von Kreditinstituten und
ggfs. Einleitung von Maßnahmen mit dem Bankenverband, o Bundesverband Deut-
Ziel, die Sicherheit der den Banken anver- scher Banken.
trauten Vermögenswerte und die ordnungs-
gemäße Durchführung von Bankgeschäften Bank für Internationalen Zahlungsaus-
zu gewährleisten. Die B. obliegt der o Bun- gleich (BIZ), internationale, 1930 gegrün-
desanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht dete Finanzorganisation mit Sitz in Basel.
(BAFin) in Zusammenarbeit mit der o Deut- Die Hauptaufgaben der BIZ bestehen darin,
schen Bundesbank. Die BAFin ist zuständig die Zusammenarbeit der o Zentralbanken
für die Erteilung und Rücknahme der Be- ihrer Mitgliedsstaaten zu fördern, neue Mög-
triebserlaubnis für Kreditinstitute, überwacht lichkeiten zur Durchführung internationaler
laufend deren Geschäftsbetrieb und kann Finanzgeschäfte zu schaffen und an inter-
ungeeignete Geschäftsleiter abberufen. Bei nationalen Zahlungsgeschäften als Treuhän-
drohender Zahlungsunfähigkeit kann die der oder Vermittler mitzuwirken. Die BIZ tä-
BAFin die Schließung einer Bank anordnen. tigt insbesondere Gold- und Devisenge-
schäfte für eigene Rechnung und für Zen-
Bankenkonsortium, Zusammenschluss tralbanken, verwaltet Währungsreserven für
mehrerer Banken zum Zweck der gemeinsa- Zentralbanken, kauft und verkauft (mit Aus-
men Abwicklung von Wertpapieremissionen nahme von Aktien) börsengängige Wertpa-
(o Emission) oder der gemeinsamen Verga- piere für eigene Rechnung und für Rechnung
be von Krediten, die wegen der Höhe oder von Zentralbanken und tätigt Lombard-
des Kreditrisikos von einer einzelnen Bank geschäfte (o Lombardkredit) mit Zentralban-
nicht bereitgestellt werden können. Die Bil- ken. Die Ausgabe von Banknoten ist der BIZ
dung des Konsortiums erfolgt üblicherweise nicht gestattet.
in der Rechtsform einer o Gesellschaft bür-
gerlichen Rechts (BGB-Gesellschaft). Eines Bankgarantie, abstraktes, vom Bestehen
der beteiligten Kreditinstitute vertritt als einer Verbindlichkeit unabhängiges Zah-
Konsortialführer (Lead Manager) das Kon- lungsversprechen eines Kreditinstituts. Die
sortium gegenüber dem Emittenten bzw. dem Bank übernimmt im Rahmen der Garantie
Kreditnehmer. Die Rechte und Pflichten der die Gewährleistung für den Eintritt eines
Konsortialmitglieder untereinander werden bestimmten Erfolges bzw. leistet die Zahlung
durch den Konsortialvertrag geregelt. eines vereinbarten Garantiebetrages bei
Eintritt eines bestimmten Schadens. Zweck
Banken-Kontokorrent, o Kontokorrent, einer B. ist die Absicherung gegen unter-
das der Verrechnung gegenseitiger Ansprü- schiedliche Risiken, die sich aus einer nicht
che von o Korrespondenzbanken (insbeson- vertragsgerechten Abwicklung von Rechts-
dere aus der Abwicklung des Zahlungs- geschäften (z.B. verspätete Lieferung aus
verkehrs) dient. einem Handelsgeschäft oder mangelhafte
Ausführung einer Bauleistung) ergeben
Bankenorderscheck, o Orderscheck, den können. Das Kreditinstitut verpflichtet sich
ein Kreditinstitut im Auftrag eines Kunden im Rahmen der B. zur Zahlung des zuge-
zur Abwicklung einer Auslandszahlung auf sicherten Garantiebetrages i.d.R. bereits auf
eine ausländische o Korrespondenzbank erstes Anfordern des Begünstigten. Die
zieht. Der Auftraggeber wird mit dem Zahlungsverpflichtung wird also ausgelöst,
Scheckgegenwert belastet; der Scheck wird sobald der Begünstigte die Garantie unter
dem ausländischen Zahlungsempfänger zu- Hinweis auf den Eintritt des vertraglich be-
geschickt und von diesem dem bezogenen zeichneten Garantiefalls in Anspruch nimmt.
Abbildung 1: Zahlungsabwicklung Bankenorderscheck
Bankgarantie

( 4 ) Scheckziehung
(Inlandsbank stellt einen Scheck aus,
Inlandsbank Auslandsbank
gezogen auf die Auslandsbank)
(Scheckaussteller) (bezogene Bank)

( 8 ) Belastung

(2) (3) (6) (7)


(5) Gutschrift
Zahlungs- Konto- Scheck-
Scheckversand Eingang
auftrag belastung einreichung
vorbehalten

Auftraggeber Begünstigter
( 1 ) Forderung (z.B. aus Warenlieferung)
(Zahlungspflichtiger) (Zahlungsempfänger)
18
19 Bankkauffrau/-mann

Die B. kommt u.a. als o Bietungsgarantie, o sammenhang mit der Erteilung von Freistel-
Leistungsgarantie und o Lieferungsgarantie lungsaufträgen. Eine Berechtigung zur Wei-
vor. Sie ist den Avalkrediten (o Aval) zuzu- tergabe von Kundendaten besteht darüber
rechnen. hinaus auch im Rahmen des durch die AGB
geregelten Bankauskunftsverfahrens (o
Bankgeheimnis. 1. Begriff: Verschwiegen- Bankauskunft). – Durch das o Gesetz zur
heitspflicht und Auskunftsverweigerungs- Förderung der Steuerehrlichkeit haben Fi-
recht der Kreditinstitute hinsichtlich der fi- nanzbehörden und Leistungsbehörden (z.B.
nanziellen Verhältnisse und Bankgeschäfte Arbeitsamt, Bafög-Amt, Sozialamt) seit
ihrer Kunden. – 2. Rechtliche Grundlagen: 1.4.2005 die Möglichkeit, Stammdaten von
Die Verpflichtung zur Wahrung des B. ergibt Konten abzufragen. Die Behörden erhalten
sich zum einen aus gesetzlichen Vorschriften auf Verlangen unter anderem die Konto-
(z.B. Bundesdatenschutzgesetz, Zivilprozess- nummer, den Namen des Inhabers und sein
ordnung, Abgabenordnung) und der Recht- Geburtsdatum sowie Angaben über Konto-
sprechung, zum anderen auch unmittelbar bevollmächtigte.
aus den o Allgemeinen Geschäftsbedingun-
gen (AGB) der Banken und Sparkassen. In Bankgeschäfte. 1. Im Sinne des § 1 KWG
den AGB der Sparkassen sind das besondere ausschließlich bestimmte, von Kreditinstitu-
Vertrauensverhältnis zwischen Sparkasse ten betriebene Geschäfte wie z.B.: Einlagen-
und Kunden und die Pflicht zur Verschwie- geschäft (o Einlagen), Pfandbriefgeschäft (o
genheit der Sparkasse ausdrücklich erwähnt. Pfandbrief), Kreditgeschäft, Finanzkommis-
Auch die Banken verpflichten sich in ihren sionsgeschäft (Anschaffung und Veräußerung
AGB zur Verschwiegenheit über kundenbe- von o Finanzinstrumenten im eigenen Na-
zogene Tatsachen und Wertungen, von denen men und für fremde Rechnung), Depotge-
sie Kenntnis erhalten. Eine schuldhafte Ver- schäft (Verwahrung und Verwaltung von
letzung des B. berechtigt den Kunden zur Wertpapieren für Andere), Garantiegeschäft
fristlosen Kündigung der Geschäftsbezie- (o Bankbürgschaft, o Bankgarantie), Gi-
hung und ggfs. zur Geltendmachung von rogeschäft (Durchführung des bargeldlosen
Schadensersatzansprüchen. – 3. Ausnahmen: Zahlungsverkehrs und des Abrechnungs-
In bestimmten Ausnahmefällen ist ein Kre- verkehrs). – 2. Im allgemeinen Sprachge-
ditinstitut zu einer Durchbrechung des B. brauch alle von Banken üblicherweise be-
aufgrund besonderer gesetzlicher Vorschrif- triebenen Geschäfte, also zusätzlich zu den
ten verpflichtet. Eine Auskunftspflicht be- oben genannten Geschäften zum Beispiel
steht unter anderem: a) gegenüber Ermitt- auch der Handel mit o Devisen, o Sorten
lungsbehörden (z.B. Staatsanwaltschaft im und Edelmetallen, die Vermietung von
Zusammenhang mit Strafprozessen oder bei Schließfächern (Schrankfächern) sowie das
Verdacht auf Geldwäsche) b) gegenüber dem Geschäft mit o Kreditkarten und o Reise-
Finanzamt beim Tod eines Kunden (o Mel- schecks.
dung an das Finanzamt), c) gegenüber der Fi-
nanzverwaltung bei Steuerfahndungen und in Bank Identifier Code (BIC), Code, der es
Besteuerungsverfahren, wobei Kreditinstitute ermöglicht, ein Kreditinstitut weltweit im
erst um Auskunft ersucht werden sollen, Zusammenhang mit grenzüberschreitenden
nachdem der Steuerpflichtige selbst die An- Zahlungen oder mit dem Austausch von
gelegenheit nicht klären konnte, d) bei Nachrichten im Bankensystem eindeutig zu
Zwangsvollstreckungsmaßnahmen gegen ei- identifizieren. – Beispiel: Der BIC der Frank-
nen Kunden, e) gegenüber der o Bun- furter Sparkasse lautet FRASDEFF. – Vgl.
desanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht auch o IBAN.
(BAFin) bei allen Wertpapierkäufen und
-verkäufen sowie auf Verlangen in allen Bankkauffrau/-mann, staatlich anerkann-
Geschäftsangelegenheiten, f) gegenüber der ter Ausbildungsberuf im Rahmen des dualen
o Deutschen Bundesbank im Zusammen- Systems der Berufsausbildung. Berufsschule
hang mit bestimmten Meldepflichten (z.B. und Betrieb vermitteln die erforderlichen
bei der Vergabe von Groß- und Millionen- Kenntnisse und Fertigkeiten des Bankge-
krediten und der Ausführung von Zahlungen schäfts. Die je nach Vorbildung zwei- bis
im Außenwirtschaftsverkehr) und g) gegen- dreijährige Ausbildung endet mit der Ab-
über dem Bundesamt für Finanzen im Zu- schlussprüfung vor der für den jeweiligen
Bankkonto 20

Ausbildungsbetrieb zuständigen Industrie- o Deutschen Bundesbank, so ist die Bank-


und Handelskammer. leitzahl gleichzeitig die Bundesbank-Kon-
tonummer dieses Instituts.
Bankkonto, chronologisch geführte Rech-
nung eines Kreditinstituts zur Erfassung von Bankmarketing, an den Gegebenheiten
Forderungen und Verbindlichkeiten aus der und Veränderungen des Marktes ausgerich-
Geschäftsverbindung mit einem Kunden. Die tete Grundkonzeption und Geschäftspolitik
Eröffnung und Führung eines Bankkontos eines Kreditinstituts. Wirksames B. setzt zu-
setzt sowohl nach der Abgabenordnung (AO) nächst eine an den Bedürfnissen der Kunden
als auch nach dem Geldwäschegesetz (GwG) orientierte Grundeinstellung (Marketing-Phi-
eine o Legitimationsprüfung des Konto- losophie) der Entscheidungsträger im Bank-
inhabers voraus. betrieb voraus. Weiterhin ist systematische
und intensive Marktforschung zur Erhebung
Arten von Bankkonten von Daten erforderlich, die für den Absatz
der Bankleistungen bedeutsam sind (z.B.
Konten für den Zahlungsverkehr Daten zur Konkurrenzsituation und Kunden-
„ Kontokorrentkonten struktur). Aus den erhobenen Daten lassen
„ Girokonten
sich Prognosen für die weitere Marktent-
wicklung ableiten, die die Grundlage für den
Einsatz absatzpolitischer Instrumente (Mar-
Konten für das Kreditgeschäft
keting-Instrumente) bilden. Zu den absatzpo-
„ Darlehenskonten
litischen Instrumenten zählen insbesondere
„ Kontokorrentkonten die Produkt- und Sortimentspolitik zur Aus-
gestaltung einzelner Bankleistungen und zur
Konten für die Anlage von Geldern Zusammenstellung einer abgestimmten Pa-
„ Sparkonten lette von Bankleistungen (Produktpalette),
„ Termingeldkonten die Distributionspolitik für die Wahl von
„ Geldmarktkonten Absatzmethoden und die Gestaltung von
Absatzwegen, die Preis- und Konditionenpo-
Konten für die Verwahrung und litik zur Festsetzung der Preise (Zinsen,
Verwaltung von Wertpapieren Gebühren, Provisionen) und sonstigen Kon-
„ Depotkonten ditionen sowie die Kommunikationspolitik
mit Maßnahmen im Bereich der Öffent-
lichkeitsarbeit und Verkaufsförderung.

Bankleistungen, Sammelbezeichnung für Banknoten, von o Notenbanken als unbe-


die von einem Bankbetrieb im Rahmen der schränktes o gesetzliches Zahlungsmittel
Leistungserstellung hervorgebrachten Ergeb- ausgegebenes Papiergeld (Geldscheine). Die
nisse. Hierzu gehören neben den unmittelbar im Rahmen des o Europäischen Systems der
kundenorientierten Dienstleistungen (Bank- Zentralbanken (ESZB) seit 1.1.2002 ausge-
marktleistungen) auch die Interbankleistun- gebenen Euro-Banknoten haben Notenwerte
gen und die Eigenleistungen (Eigenge- von 5 Euro, 10 Euro, 20 Euro, 50 Euro, 100
schäfte) einer Bank. Euro, 200 Euro und 500 Euro. B. weisen be-
sondere Sicherheitsmerkmale zum Schutz
Bankleitzahl, Kennzeichnung eines Kre- gegen Fälschung auf (z.B. Schutzlinien-
ditinstituts nach einem allgemein anerkann- muster, Wasserzeichen, Sicherheitsfarben,
ten Ziffernsystem. B. erlauben die eindeutige Stichtiefdruck).
Identifizierung und Adressierung der am
Zahlungsverkehr teilnehmenden Kredit- Bankplatz. 1. Ort, an dem sich eine Filiale
institute. Die B. informiert insbesondere über der o Deutschen Bundesbank befindet. –
die geografische Lage eines Instituts und 2. Ort, an dem eine Konzentration von Kre-
seine Zugehörigkeit zu einer bestimmten ditinstituten festzustellen ist.
Institutsgruppe; zusätzlich kann eine interne
Kennzeichnung der einzelnen Nieder- Bankprovision, Entgelt, das (im Gegensatz
lassungen vorgenommen werden. Unterhält zu Zinsen als Preis für die Überlassung von
das jeweilige Kreditinstitut ein Konto bei der Kapital) von Kreditinstituten für die Über-
21 bargeldlose Zahlung

nahme von Dienstleistungen erhoben wird. machten bis zum Tod des Kontoinhabers vor.
B. wird z.B. für die Ausführung von Auf- Letztere werden jedoch nur selten erteilt. B.
trägen im Rahmen des Zahlungsverkehrs und können auch einem Minderjährigen erteilt
zum Kauf bzw. Verkauf von Wertpapieren werden, da sein Handeln nicht ihn selbst,
sowie für Leistungen im Zusammenhang mit sondern lediglich den Kontoinhaber ver-
der Kontoführung berechnet. pflichtet.

Bankschuldverschreibung, o Anleihe, Bankvorausdarlehen, Kredit zur o Vorfi-


die von einem Kreditinstitut ausgegeben nanzierung von Eigen- und Fremdmitteln aus
wird. B. werden sowohl von Geschäftsban- einem o Bausparvertrag im Rahmen der
ken zur Finanzierung des mittel- und lang- Baufinanzierung. Aus den Mitteln des B.
fristigen Kreditgeschäfts als auch von Kre- wird das erforderliche Sparguthaben eines
ditinstituten mit Sonderaufgaben (z.B. Kre- bereits bestehenden oder neu abzuschließen-
ditanstalt für Wiederaufbau) zur Finanzie- den Bausparvertrages erbracht. Dadurch soll
rung ihrer gesetzlichen und satzungsmäßi- eine schnelle o Zuteilung des Bausparver-
gen Aufgaben ausgegeben. trages erreicht werden. Die Rückzahlung des
B. erfolgt aus dem zugeteilten Bausparver-
Bankspesen, Aufwendungen bzw. Aus- trag. Zur Besicherung des B. werden dem
lagen, die Kunden von Kreditinstituten im Kreditinstitut die Ansprüche aus dem Bau-
Zusammenhang mit der Übernahme von sparvertrag abgetreten. Üblich ist auch eine
Dienstleistungen aufgrund konkreten Nach- Besicherung durch die Eintragung einer
weises oder pauschal in Rechnung gestellt o Grundschuld. B. kommen in der Praxis
werden. Dabei handelt es sich häufig um auch bei der Vorfinanzierung noch nicht
vorab von einem Kreditinstitut an einen fälliger o Lebensversicherungen zur Anwen-
Dritten für Rechnung des Kunden geleistete dung.
Zahlungen.
Barausgleich, o Settlement.
Banküberweisung, o Überweisung.
Bärenfalle, Situation, in der ein o Baissier
Bankvollmacht. 1. Begriff: Vollmacht, die als Ergebnis technischer Aktienanalyse
dem Bevollmächtigten das Recht gibt, im (o Aktienanalyse) eine Verkaufsentschei-
Namen des Kontoinhabers Bankgeschäfte dung trifft, die sich als falsch erweist, da der
vorzunehmen. Grundsätzlich ist der Bevoll- Markt entgegen der Prognose eine positive
mächtigte berechtigt, alle Rechtshandlungen Kursentwicklung aufweist. – Gegensatz:
vorzunehmen, die mit der Führung der ange- o Bullenfalle.
gebenen Konten in Zusammenhang stehen. –
2. Umfang: Die B. umfasst üblicherweise die Bärenmarkt, o Baisse.
Verfügung über Guthaben, die Inanspruch-
nahme eingeräumter Kredite (teilweise auch Bargeld, o gesetzliches Zahlungsmittel in
vorübergehende Überziehungen im banküb- Form von Banknoten und Münzen. – Vgl.
lichen Rahmen), den An- und Verkauf von auch o Geld.
Wertpapieren sowie die Entgegennahme und
Anerkennung von Abrechnungen, Kontoaus- bargeldlose Zahlung, Zahlung, die durch
zügen, Depotaufstellungen, Rechnungsab- Übertragung von Buchgeld (o Geld) vor-
schlüssen und sonstigen Mitteilungen. Nicht genommen wird. Voraussetzung einer b.Z. ist
ermächtigt ist der Bevollmächtigte im Regel- daher, dass sowohl Zahlungspflichtiger als
fall zur Auflösung von Konten und Depots zu auch Zahlungsempfänger über ein Konto
Lebzeiten des Kontoinhabers, zur Weiter- verfügen. Gebräuchliche Mittel der b.Z. sind
übertragung der Vollmacht, zum Abschluss vor allem o Überweisung, o Dauerauftrag,
von Kreditverträgen und zur Vornahme von o Verrechnungsscheck, o Lastschrift, o
o Börsentermingeschäften. – 3. Arten: Die in Kreditkarte und o Bankcard bzw. Spar-
der Bankpraxis vorherrschende Vollmacht kassencard. Vorteile der b.Z. liegen für den
über den Tod des Kontoinhabers hinaus ist Zahlungspflichtigen und den Zahlungs-
bis zum Widerruf durch den Kontoinhaber empfänger vor allem in der Minderung des
oder dessen Erben gültig. Daneben kommen Verlust-, Diebstahl- und Unterschlagungsrisi-
Vollmachten für den Todesfall und Voll- kos durch Verringerung der Bargeldhaltung
Barreserve 22

sowie in einer Vereinfachung der Zahlungs- Preisaufschlag an den Kunden weiter-


abwicklung. Hinzu kommen u.U. Zinsgewin- zugeben, wenn dieser deutlich darauf hinge-
ne, wenn Belastungen z.B. aus Scheck- oder wiesen wird.
Kreditkartenzahlungen mit zeitlicher Verzö-
gerung erfolgen. Bei den Kreditinstituten Basel II, Gesamtheit der Vorschriften des
führen b.Z. zu o Sichteinlagen und erweitern Basler Ausschusses für Bankenaufsicht über
damit die Möglichkeiten zur Kreditgewäh- die Eigenkapitalausstattung der Kreditinsti-
rung. Auch wird aufgrund der durch b.Z. tute. Die Vorschriften dienen der Risikobe-
ausgelösten Kontobewegungen für die Bank grenzung bei Kreditinstituten und sollen
die Umsatztätigkeit ihrer Kunden nach- damit die Stabilität des Finanzsektors insge-
vollziehbar, wodurch sich Anhaltspunkte für samt sichern. – Vgl. o Grundsätze über die
eine evtl. erforderliche Prüfung der o Kre- Eigenmittel und die Liquidität der Institute.
ditwürdigkeit ergeben können.
Basispreis, im Rahmen eines Optionsge-
Barreserve, Bezeichnung der in einer schäfts im Voraus vereinbarter Preis (Kurs),
Bankbilanz unter der Aktivposition Nr. 1 aus- zu dem der Inhaber der o Option den zu-
gewiesenen liquiden Mittel eines Kreditinsti- grundeliegenden o Basiswert bei Ausübung
tuts, die in Form des Kassenbestandes sowie seines Rechts kaufen oder verkaufen kann.
als Guthaben bei o Zentralnotenbanken und
Postgiroämtern gehalten werden. Basispunkt, 1/100 eines Prozentpunktes.
Steigt z.B. der Börsenkurs einer o Anleihe
Barscheck, Scheck, der dem Zahlungsemp- um 10 Basispunkte, so bedeutet dies einen
fänger durch die bezogene Bank (o Bezoge- Kursanstieg um 0,1 Prozentpunkte.
ner) auf Wunsch auch bar ausgezahlt werden
kann. Da ein B. meist als Inhaberscheck Basiswert, Underlying; der einem o Ter-
(o Inhaberpapier) ausgestellt wird, besteht mingeschäft zugrundeliegende Vertragsge-
das Risiko einer missbräuchlichen Verwen- genstand. B. können o Finanzinstrumente,
dung im Verlustfall. Durch einen entspre- aber auch Waren (z.B. Edelmetalle oder an-
chenden Vermerk kann der B. in einen dere Rohstoffe) sein. Auch fiktive Wert-
o Verrechnungsscheck umgewandelt wer- papiere wie z.B. idealtypische Bundesanlei-
den. hen (o BUND-Future) kommen als B. in Be-
tracht.
Barwert, aktueller Wert einer in der Zukunft
fälligen Zahlung, der sich durch Abzinsen Basiszinssatz, im BGB definierter Zins-
(Diskontieren) mit einem bestimmten Abzin- satz, der u.a. bei Zahlungsverzug im Ge-
sungsfaktor unter Berücksichtigung von schäftsverkehr Anwendung findet. Die Höhe
Zinsen und ggfs. o Zinseszinsen ergibt. Der des B. ist abhängig von der Entwicklung des
B. wird gelegentlich auch als Gegenwarts- Zinssatzes für Hauptrefinanzierungsoperati-
wert bezeichnet. onen des Europäischen Systems der Zentral-
banken (o geldpolitische Operationen). Der
Barzahlungsklausel, Vereinbarung zwi- B. wird jeweils am 1.1. und am 1.7. eines
schen den Emittenten von o Kreditkarten Jahres für das folgende Halbjahr festgelegt
und den angeschlossenen Vertragshändlern, und veröffentlicht.
aufgrund der die Händler den Kreditkarten-
zahler einem Barzahler gleichzustellen ha- Basket-Optionsschein, Optionsschein
ben. Insbesondere dürfen keine Preisauf- (o Option), dem als o Basiswert statt eines
schläge oder besondere Abwicklungsgebüh- einzelnen Wertpapiers eine begrenzte Anzahl
ren erhoben werden bzw. im Fall einer Bar- (ein Korb) unterschiedlicher Wertpapiere zu-
zahlung als Alternative zur Kartenzahlung grundeliegt.
keine Barzahlungsrabatte gewährt werden.
Die Nichtbeachtung der B. kann zur Kündi- Basket-Zertifikat, Sonderform eines o In-
gung des Vertragsverhältnisses durch die dexzertifikates. Wie ein Indexzertifikat ist
Kreditkartenorganisation führen. – Die B. auch das B.-Z. an die Kursentwicklung von
wird inzwischen nicht mehr uneingeschränkt Aktien gekoppelt, jedoch nicht an einen
angewendet. So erlaubt z.B. Mastercard seit o Index, sondern an einige ausgewählte
2005 dem Handel, Gebühren über einen Aktien. Hierdurch wird ein Aktienkorb (Bas-
23 Bausparförderung

ket) geschaffen, der je nach Emittent regel- Baupreisindizes, vom Statistischen Bun-
mäßig aktualisiert wird oder aber in seiner desamt berechnete und veröffentlichte Indi-
Zusammensetzung unverändert bleibt. zes für die Preisentwicklung bei Neubauten
und Instandhaltungsmaßnahmen an Gebäu-
Baudarlehen, Sammelbezeichnung für den in Deutschland auf der Grundlage des
Kreditmittel, die im Rahmen der Bau- und Preisstandes im Basisjahr (= 100). Im Ein-
Immobilienfinanzierung gewährt werden. zelnen werden z.B. Indizes berechnet für die
Preisentwicklung bei Wohngebäuden insge-
Baufinanzierung, Oberbegriff für die samt, einzelnen Wohngebäudearten, Fertig-
Beschaffung von Kapital zur Finanzierung häusern, Bürogebäuden und Gewerbe-
eines Bauvorhabens oder eines Immobilien- betrieben, sonstigen Bauwerken (Brücken,
erwerbs. Die B. umfasst sowohl die o Eigen- Straßen etc.) sowie Instandhaltungsarbeiten.
finanzierung, bei der Eigenmittel in Form B. sind bei der o Beleihungswertermittlung
von Geldkapital, Sachwerten oder Eigenleis- von Immobilien von Bedeutung.
tung (Selbsthilfe am Bau) eingebracht wer-
den, als auch die Aufnahme von o Fremdka- Bauspardarlehen, Darlehen, das einem
pital. Die Bereitstellung von Fremdmitteln Bausparer im Rahmen eines o Bausparver-
kann aus Bankkrediten, o Bauspardarlehen, trages nach Abschluss der Sparphase unter
Arbeitgeberdarlehen und öffentlichen Bau- der Voraussetzung der o Zuteilung des Ver-
darlehen erfolgen. Häufig werden die erfor- trages eingeräumt wird. Das B. wird aus-
derlichen Finanzierungsmittel von mehreren schließlich zu o wohnwirtschaftlichen Zwe-
Instituten gemeinschaftlich bereitgestellt, cken gewährt. Die Bereitstellung erfolgt zu
wobei ein Institut die Federführung über- einem bereits bei Abschluss des Bausparver-
nimmt und dem Kunden als Ansprechpartner trages feststehenden Zinssatz. Die für das B.
dient (o Baufinanzierung aus einer Hand). zu zahlende monatliche Rate (bestehend aus
Zinsen und Tilgung) wird i.d.R. als Promille-
Baufinanzierung aus einer Hand, ge- satz der o Bausparsumme vereinbart. B.
meinschaftliche Bereitstellung von Kredit- weisen aufgrund hoher laufender Tilgungs-
mitteln (Verbundfinanzierung) im Rahmen leistungen relativ kurze Laufzeiten (je nach
einer o Baufinanzierung durch mehrere Bauspartarif ca. 8–12 Jahre) auf.
kooperierende Institute. Verschiedene Insti-
tutsgruppen arbeiten in einem Verbund zu- Bauspareinlage, Bezeichnung des o Bau-
sammen, so z.B. Sparkassen mit Landes- sparkassengesetzes für o Bausparguthaben.
bausparkassen. Ein Institut übernimmt die
Federführung und dient dem Kunden als Bausparen, Zwecksparen mit dem Ziel,
Ansprechpartner. Durch diese Form der Bau- einen Anspruch auf Gewährung eines zins-
finanzierung kann der Verwaltungsaufwand günstigen Darlehens zu o wohnwirtschaftli-
für die Gesamtfinanzierung begrenzt werden. chen Zwecken zu erlangen. Grundlage des B.
ist ein mit einer Bausparkasse abgeschlos-
Baukindergeld. Bezeichnung für die nach sener o Bausparvertrag. B. basiert als Kol-
dem Eigenheimzulagengesetz (EigZulG) im lektivsparsystem auf dem Grundgedanken
Rahmen der o Wohneigentumsförderung ge- der Gemeinschaftshilfe. Die Bausparer sam-
währte Kinderzulage. – Die Eigenheimzulage meln Einlagen auf Bausparkonten an, aus de-
wurde zum 31.12.2005 abgeschafft. nen den Mitgliedern des Kollektivs zins-
günstige Bauspardarlehen gewährt werden
Baukredit, o Baudarlehen. können. B. wird unter bestimmten Voraus-
setzungen staatlich gefördert. – Vgl. auch
Baunebenkosten, Kosten, die im Zusam- o Bausparförderung.
menhang mit der Errichtung einer Immobilie
zusätzlich zu den reinen Baukosten (Herstel- Bausparförderung, staatliche Förderung
lung des Gebäudes) anfallen. B. entstehen von Sparleistungen auf Bausparkonten
z.B. in Form von Architektenhonoraren, No- nach dem Wohnungsbauprämiengesetz sowie
tar- und Gerichtsgebühren, Versicherungs- nach dem Fünften Vermögensbildungsgesetz
kosten und Kosten für Außenanlagen. (VermbG). Die Bausparförderung wird in
Form von o Wohnungsbauprämie und o Ar-
beitnehmer-Sparzulage gewährt. Neuerdings
Bauspargeschäft 24

ist unter bestimmten Voraussetzungen eine B. Bausparkassen, insbesondere der Bausparer.


auch als Riester-Förderung (o Riester- Die B. regelt unter anderem die Gewährung
Vertrag) möglich. von Darlehen für Vor- und Zwischenfinanzie-
rungen, den zulässigen Anteil von Großbau-
Bauspargeschäft, nur den o Bausparkas- sparverträgen am gesamten Bausparsummen-
sen erlaubtes Geschäft, das darauf gerichtet bestand einer Bausparkasse und den zulässi-
ist, Einlagen von Bausparern (Bausparein- gen Anteil von Darlehen zur gewerblichen
lagen) entgegenzunehmen und aus den ange- Finanzierung am gesamten Darlehensbe-
sammelten Beträgen den Bausparern für stand. Die B. setzt auch Rahmenbedingun-
wohnwirtschaftliche Maßnahmen Gelddar- gen für Voraussetzungen zur o Zuteilung
lehen (Bauspardarlehen) zu gewähren. – Vgl. von Bausparverträgen.
auch o Bausparen.
Bausparsumme, Betrag, über den ein
Bausparguthaben, Bauspareinlage; Sum- o Bausparvertrag abgeschlossen wird. Die
me der auf einen o Bausparvertrag erbrach- B. setzt sich zusammen aus dem vom Bau-
ten Sparleistungen. Das B. setzt sich zusam- sparer zu erbringenden Bausparguthaben und
men aus regelmäßigen oder einmaligen Zah- dem bei Zuteilung des Vertrages gewährten
lungen des Bausparers sowie aus gutge- Bauspardarlehen. Auf der Basis der B. wer-
schriebenen Zinsen und gewährten o Woh- den die Abschlussgebühr für den Bausparver-
nungsbauprämien bzw. o Arbeitnehmer- trag, die regelmäßigen Sparleistungen und
Sparzulagen. die erforderlichen Tilgungsleistungen für das
Bauspardarlehen berechnet.
Bausparkasse, Kreditinstitut, dessen Ge-
schäftsbetrieb auf das o Bauspargeschäft Bauspartarif. Der B. klassifiziert unter-
ausgerichtet ist. Die Tätigkeit der B. unter- schiedliche Varianten von o Bausparverträ-
liegt der Aufsicht der o Bundesanstalt für gen hinsichtlich der wesentlichen Vertrags-
Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) und bedingungen. Mit der Wahl einer bestimmten
ist detailliert im o Bausparkassengesetz Tarifvariante entscheidet der Bausparer
(BausparkG) und in der o Bausparkassen- insbesondere über das Mindestsparguthaben
verordnung (BausparkV) geregelt. Das Bau- in Prozent der o Bausparsumme, die Höhe
spargeschäft ist in Deutschland den B. vor- des monatlichen Regelsparbeitrags, die Gut-
behalten. Es existieren sowohl private als haben- und Darlehensverzinsung sowie die
auch öffentlich-rechtliche B. Für private B. Höhe der Zins- und Tilgungsleistungen
schreibt das BausparkG die Rechtsform der während der Darlehensphase. Im Wesentli-
o Aktiengesellschaft vor. chen wird unterschieden zwischen Standard-
tarifen für Sparer mit konkreten Bauabsich-
Bausparkassengesetz (BausparkG), ten auf mittelfristige Sicht, Schnelltarifen für
Gesetz zur Regelung der Geschäftstätigkeit Sparer, die aufgrund kurzfristiger Bau- oder
privater und öffentlich-rechtlicher o Bau- Modernisierungsvorhaben eine möglichst
sparkassen. Das B. definiert Bausparkassen schnelle Vertragszuteilung (o Zuteilung)
und ihren Geschäftsbereich und bestimmt die erreichen wollen, Langzeittarifen mit relativ
für Bausparkassen zulässige Rechtsform. Es hoher Guthaben- und Darlehensverzinsung
unterwirft Bausparkassen der o Bankenauf- insbesondere für junge Sparer noch ohne
sicht durch die o Bundesanstalt für Finanz- konkretes Sparziel und Optionstarifen als
dienstleistungsaufsicht (BAFin). Außerdem Kombination aller Tarifmerkmale, die sich
legt es detailliert die den Bausparkassen er- auch zu einem späteren Zeitpunkt noch ver-
laubten Geschäfte fest und stellt bestimmte ändern lassen.
Anforderungen an allgemeine Geschäfts-
grundsätze und allgemeine Bedingungen für Bausparvertrag. 1. Begriff: Vertrag zwi-
o Bausparverträge. Das B. schreibt auch die schen Bausparer und o Bausparkasse, durch
Zweckbindung der Bausparmittel vor. den sich der Bausparer zu Sparleistungen
verpflichtet und aufgrund dessen Anspruch
Bausparkassenverordnung (Bau- auf Gewährung eines o Bauspardarlehens
sparkV), auf der Grundlage des o Bauspar- für o wohnwirtschaftliche Zwecke erwirbt.
kassengesetzes (BausparkG) erlassene Ver- Der B. wird über eine bestimmte o Bauspar-
ordnung zum Schutz der Gläubiger von summe abgeschlossen, die sich aus den
25 bB

vereinbarten Sparleistungen und der Höhe benkosten ermittelt. Dabei bleiben Aufwen-
des Darlehensanspruchs zusammensetzt. – dungen, die nicht werterhöhend sind, unbe-
2. Phasen: Im Rahmen der Sparphase leistet rücksichtigt. Hiervon wird ein Risikoab-
der Sparer zunächst die vereinbarten Zahlun- schlag von ca. 15–25% vorgenommen. Das
gen bis zu einem festgelegten Prozentsatz der Indexverfahren ist für die Bewertung von
Bausparsumme (i.d.R. 50%). Wird zusätzlich Altbauten geeignet. Aufgrund des vom Sta-
eine bestimmte o Mindestbewertungszahl tistischen Bundesamt veröffentlichten Preis-
erreicht, kann der Bausparer die o Zuteilung indexes für Wohngebäude (1914 = 100%)
des B. beantragen. Mit der Zuteilung zu wird ein Bewertungsindex aufgestellt, mit
Beginn der Darlehensphase erhält der Bau- dem die Bauwertverhältnisse zur Zeit der
sparer neben seinem angesparten Kapital Gebäudeerrichtung dem aktuellen Kostenni-
(einschließlich Zinsen sowie evtl. gewährter veau im Wohnungsbau angepasst werden
o Arbeitnehmer-Sparzulage und o Woh- können. Wertminderungen aufgrund des Ge-
nungsbauprämie) ein niedrig verzinstes Dar- bäudealters werden durch Abschreibungen
lehen mit festem Zinssatz während der ge- von ca. einem Prozent pro Jahr berück-
samten Laufzeit. Die Tilgung des Darlehens sichtigt. – Vgl. auch „Beispiel Mehrfamilien-
erfolgt in fest vereinbarten monatlichen Ra- haus“.
ten. – 3. Nutzen: Einer der Vorzüge des Bau-
sparvertrages liegt in der Zusicherung eines Beispiel Mehrfamilienhaus
festen, relativ niedrigen Darlehenszinssatzes
Herstellkosten 1970 480.000 Euro
bereits zum Zeitpunkt des Vertragsab-
schlusses, woraus sich für den Bausparer
Baupreisindex 1970 637 %
eine sichere Kalkulationsgrundlage unab-
hängig von Zinsänderungen am Kapitalmarkt Bewertungsindex zum 1.610 %
ergibt. Dabei ist allerdings zu beachten, dass Bewertungszeitpunkt
dieser Zinsvorteil durch eine vergleichsweise
geringe Guthabenverzinsung des Sparkapi- fiktive Herstellkosten 1.213.187 Euro
tals und eine in der Regel erhobene Ab- Bewertungszeitpunkt
schlussgebühr für den B. gemindert werden (gerundet)
kann. Als vorteilhaft ist auch die Möglichkeit
anzusehen, im Rahmen des B. staatliche 480.000 ˜ 1610
Bausparförderung in Form von Wohnungs- 637
bauprämie oder Arbeitnehmer-Sparzulage in
Anspruch zu nehmen. Neuerdings ist unter Absetzung für Ab-  388.220 Euro
bestimmten Voraussetzungen eine Förderung schreibungen z.B. 32%
von B. auch als Riester-Förderung (o (gerundet)
Riester-Vertrag) möglich.
Bauwert zum Bewer- 824.967 Euro
o
tungszeitpunkt
Bausparvertragssumme, Bauspar-
summe.
Bauzeitzinsen, Kreditzinsen, die im Zu-
Bauwert, Wert, der einem Gebäude im sammenhang mit der Errichtung einer Immo-
Rahmen einer Beleihungswertermittlung bei bilie in der Zeit zwischen Planung und Fer-
der Gewährung von Baudarlehen beigemes- tigstellung anfallen. Bei fremdgenutzten Im-
sen wird (o Beleihungswertermittlung bei mobilien mit Einkünften aus Vermietung und
Immobilien). Der B. bestimmt zusammen mit Verpachtung stellen B. sofort abzugsfähige
dem o Bodenwert den o Sachwert der ge- Werbungskosten dar.
samten Immobilie. Bei der Ermittlung des B.
wird von den angemessenen Herstellungs- BAWe, Abk. für Bundesaufsichtsamt für den
kosten des betreffenden Gebäudes ausgegan- Wertpapierhandel. – Siehe jetzt: o Bundes-
gen. Die Ermittlung dieser Herstellungs- anstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
kosten kann nach dem Abschlagsverfahren (BAFin).
oder dem Indexverfahren erfolgen. Bei dem
(vor allem bei Neubauten bevorzugten) bB, Abk. für o bezahlt Brief.
Abschlagsverfahren werden zunächst die tat-
sächlichen Baukosten einschließlich Ne-
BdB 26

BdB, Abk. für o Bundesverband Deutscher und ihren Kunden im Rahmen von Scheck-
Banken. zahlungen und sind Bestandteil des mit dem
Kunden geschlossenen Scheckvertrages.
Bear, o Baissier. Geregelt sind insbesondere die Sorgfalts-
pflichten des Kunden bei der Aufbewahrung
Bearer Bond, Bezeichnung für eine und Ausstellung von Scheckvordrucken bzw.
o Inhaberschuldverschreibung mit fester Schecks, die Haftung von Kunde und Bank
Verzinsung. bei missbräuchlicher Verwendung von
Schecks durch Dritte sowie das Verhalten der
Bearish, negative Erwartungshaltung eines Bank bei mangelnder Kontodeckung und im
Anlegers hinsichtlich der weiteren Börsen- Fall eines durch den Aussteller veranlassten
entwicklung, d.h. heißt der Anleger geht von o Scheckwiderrufs.
fallenden Kursen aus. – Gegensatz: o Bul-
lish. Bedingungen für den Sparverkehr. Die
B.f.d.S. regeln ergänzend zu den o Allge-
Bear Market, o Baisse. meinen Geschäftsbedingungen (AGB) die
Rechtsbeziehung zwischen Kreditinstituten
Bear-Optionsschein, o Optionsschein, und ihren Sparkunden. Die Bedingungen
mit dem auf einen in der Zukunft fallenden definieren u.a. das Wesen und den Zweck
Kurs des zugrundeliegenden Wertpapiers einer o Spareinlage und beinhalten Regelun-
spekuliert wird. – Gegensatz: o Bull- gen zur Bedeutung der Sparurkunde. Sie
Optionsschein. regeln außerdem die Kündigung von Spar-
einlagen sowie das Recht des Kreditinstituts
bedingte Kapitalerhöhung, Erhöhung zur Berechnung von o Vorschusszinsen im
des Grundkapitals (o Kapitalerhöhung) einer Fall einer vorzeitigen Verfügung und bein-
Aktiengesellschaft aufgrund eines entspre- halten Bestimmungen für das Verhalten eines
chenden Hauptversammlungsbeschlusses, die Sparers bei einem Verlust der Sparurkunde.
nur in dem Umfang durchgeführt wird, in
dem von einem Umtausch- oder Bezugsrecht Bedingungen für die Verwendung der
auf neue Aktien der Gesellschaft Gebrauch Bankcard/Sparkassencard. Die B.f.d.
gemacht wird. Eine b.K. soll nur zur Gewäh- V.d.B./S. regeln ergänzend zu den o Allge-
rung von Umtausch- oder Bezugsrechten an meinen Geschäftsbedingungen (AGB) die
die Gläubiger von Wandelanleihen (o Con- Rechtsbeziehung zwischen Kreditinstituten
vertible Bond) oder o Optionsanleihen, zur und ihren Kunden im Zusammenhang mit
Vorbereitung des Zusammenschlusses meh- der multifunktionalen Nutzung von o Bank-
rerer Unternehmen oder zur Ausgabe von cards bzw. Sparkassencards. Geregelt sind
o Belegschaftsaktien beschlossen werden. u.a. die finanzielle Nutzungsgrenze für Kar-
Die b.K. setzt einen Hauptversammlungsbe- tenverfügungen, die Sorgfalts- und Mitwir-
schluss mit mindestens ¾ des bei der Be- kungspflichten des Karteninhabers und die
schlussfassung vertretenen Grundkapitals Haftung für Schäden aufgrund missbräuchli-
voraus. cher Verwendung abhandengekommener
Zahlungskarten.
bedingtes Kapital, Betrag, um den das
Grundkapital einer Aktiengesellschaft bei der befristete Einlagen, Synonym für o Ter-
Durchführung einer von der Hauptver- mineinlagen.
sammlung beschlossenen o bedingten Kapi-
talerhöhung maximal erhöht werden kann. Begebungskonsortium, o Bankenkon-
Der Nennbetrag des b.K. darf die Hälfte des sortium, das im Rahmen einer o Emission
zur Zeit der Beschlussfassung über die be- von Wertpapieren die Papiere (z.B. als
dingte Kapitalerhöhung vorhandenen Grund- o Kommissionär) übernimmt, um sie bei den
kapitals nicht übersteigen. Anlegern unterzubringen. Das B. platziert
(o Platzierung) die Emission im eigenen
Bedingungen für den Scheckverkehr. Namen für fremde Rechnung oder im frem-
Die B.f.d.S. regeln ergänzend zu den o All- den Namen für fremde Rechnung; das Ab-
gemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) die satzrisiko trägt der Emittent. Der Emissions-
Rechtsbeziehung zwischen Kreditinstituten erlös fließt dem Emittenten i.d.R. nach und
27 Beleihungswert

nach entsprechend dem Emissionsverlauf zu. gesetz gefördert. – Vgl. auch o ver-
Möglich ist aber auch, dass die Emission mögenswirksame Leistungen.
durch das B. bevorschusst wird. Als Vergü-
tung erhält das B. eine Schalterprovision. Beleihungsauslauf, Höhe der tatsächli-
chen Gesamtbelastung eines Grundstücks mit
Begebung von Wertpapieren, o Emis- Grundpfandrechten in Prozent des Belei-
sion. hungswertes im Zusammenhang mit der
Gewährung von Baudarlehen. – Vgl. auch
Beglaubigung, o öffentliche Beglaubi- o Beleihungswert, o Beleihungsgrenze.
gung.
Beleihungsgrenze, Prozentsatz, der die
Belastung. 1. Buchung eines Umsatzes auf maximal vertretbare Kredithöhe bei der Be-
der Sollseite eines Kontos. – 2. Bezeichnung leihung eines Vermögensgegenstandes (z.B.
für ein in der zweiten oder dritten Abteilung Wertpapier, Immobilie) in Abhängigkeit von
des o Grundbuches zugunsten eines Dritten der Sicherheit des Objekts bestimmt. Bei
eingetragenes Recht an einem Grundstück Wertpapieren beträgt die B. i.d.R. 50–80%
sowie für eine aus dem Grundbuch nicht des o Beleihungswertes. Bei grundpfand-
unmittelbar erkennbare Nutzungs- bzw. Ver- rechtlich besicherten Baudarlehen legen Ge-
wertungsbeschränkung eines Grundstücks schäftsbanken meist eine obere B. von ca.
(z.B. Vorkaufsrecht einer Gemeinde, Denk- 80% des Immobilienwertes zugrunde. – Vgl.
malschutz). auch o Beleihung von Wertpapieren, o Be-
leihungswertermittlung bei Immobilien.
belegloser Scheckeinzug (BSE). Im
beleglosen Scheckeinzugsverfahren werden Beleihungsobjekt. 1. Im weiteren Sinne
von Bankkunden beleghaft eingereichte, im jeder Vermögensgegenstand (z.B. Immobilie,
Inland zahlbare Schecks mit einem Betrag Maschine, Schmuckstück, Wertpapier), der
unter 6.000 Euro in den elektronischen Zah- im Rahmen einer Kreditgewährung als Si-
lungsverkehr übergeleitet. Das mit dem Ein- cherheit dient (o Kreditsicherheiten). Dabei
zug beauftragte Kreditinstitut erfasst die bestimmt der Wert des B. (o Beleihungs-
Scheckdaten maschinell-optisch und leitet sie wert) wesentlich den vertretbaren Kreditbe-
in Form von Datensätzen weiter. Der Daten- trag. – 2. Im engeren Sinne Bezeichnung für
austausch zwischen den am BSE beteiligten eine Immobilie (Haus, Wohnung, Grund-
Kreditinstituten erfolgt mittels o Datenträ- stück), die (i.d.R. durch Bestellung von
geraustausch (DTA) oder per o Datenfern- o Grundpfandrechten) im Zusammenhang
übertragung (DFÜ). Die Originalschecks mit einer Baufinanzierung als Sicherheit
oder hiervon erstellte Mikrokopien verblei- dient.
ben bei der überleitenden Stelle bzw. bei
einer von dieser mit der Archivierung beauf- Beleihungsrisiko, Risiko einer Wert-
tragten Schecklagerstelle. – Vgl. auch o ISE minderung oder einer erschwerten Veräuße-
(Imagegestützter Scheckeinzug). rung von Wertgegenständen und Vermögens-
rechten, die als Sicherheit im Rahmen einer
belegloser Zahlungsverkehr, o elektro- Kreditgewährung übernommen wurden. In
nischer Zahlungsverkehr. Betracht zu ziehen sind in diesem Zusam-
menhang z.B. wertmindernde Lasten und
Belegschaftsaktie, o Aktie, die (in der Beschränkungen bei Immobilien oder sin-
Regel zu einem Vorzugskurs) den Mitar- kende Marktpreise bei Wertpapieren oder
beitern der betreffenden Aktiengesellschaft Rohstoffen.
angeboten wird. Dabei kann nur eine be-
grenzte Anzahl Aktien erworben werden. Die Beleihungswert, Wert, der einem o Be-
maximale Stückzahl wird oft von bestimmten leihungsobjekt im Rahmen einer Kreditge-
Faktoren (z.B. Dauer der Betriebszugehörig- währung unter Berücksichtigung aller wert-
keit) abhängig gemacht. Ein Weiterverkauf beeinflussenden Umstände durch den Kre-
der B. durch die Ersterwerber ist meist erst ditgeber beigemessen wird. Der B. ist also
nach Ablauf einer Sperrfrist möglich. Der kein allgemein gültiger Wert, sondern unter-
Erwerb von B. wird unter bestimmten Vor- liegt der subjektiven Einschätzung des jewei-
aussetzungen nach dem Vermögensbildungs- ligen Darlehensgebers im Einzelfall. Bei
Beleihungswertermittlung bei Immobilien 28

Immobilien wird der B. von dem nachhaltig bindung mit der o Beleihungsgrenze in Pro-
erzielbaren Verkaufspreis eines Objekts zent des Beleihungswertes der maximal
bestimmt. In Höhe eines bestimmten Pro- vertretbare Kreditbetrag für das jeweilige
zentsatzes des B. (o Beleihungsgrenze) wird Objekt.
die Beleihung, d.h. Kreditgewährung vorge-
nommen. – Vgl. auch o Beleihungswerter- Beleihung von Wertpapieren, Kreditge-
mittlung bei Immobilien. währung gegen o Verpfändung von Wertpa-
pieren, die sich bereits im Depot des kredit-
Beleihungswertermittlung bei Immo- gebenden Instituts befinden oder aus den
bilien. Der Beleihungswert einer Immobilie Kreditmitteln erworben werden sollen. Belie-
ist Grundlage für die Gewährung von grund- hen werden üblicherweise börsengängige, bei
pfandrechtlich besicherten Krediten und wird Kreditrückständen leicht verwertbare Wert-
vom nachhaltig erzielbaren Verkaufserlös des papiere. Die Höhe der Beleihung ist abhän-
jeweiligen Objekts bestimmt. Die Ermittlung gig von der Bonität (Kreditwürdigkeit) des
des Beleihungswertes ist in internen Richt- jeweiligen Wertpapieremittenten und dem
linien der Kreditinstitute detailliert geregelt. Kursrisiko des Wertpapiers. Praxisüblich ist
Dabei sind zwei Verfahren vorherrschend: bei Aktien eine Beleihung von maximal 50–
1. Sachwertverfahren: Der Beleihungswert 60% des Kurswertes; bei Anleihen werden
ergibt sich als Summe aus Bauwert und Bo- bei der Beleihung maximal 70–80% des
denwert. Zur Ermittlung des Bauwertes wird Kurswertes angesetzt.
von den angemessenen Herstellungskosten
des Gebäudes ausgegangen, die bei Neubau- Benchmark, Richtgröße (Vergleichsmaß-
ten auf der Grundlage entsprechender Archi- stab) zur langfristigen Beurteilung des Anla-
tektenberechnungen (unter Berücksichtigung geerfolges eines Wertpapierbestandes. Als B.
von Baunebenkosten und Kosten für Außen- dient oft ein entsprechender Börsenindex
anlagen sowie unter Vornahme eines Risiko- (o Index). So kann z.B. die Wertentwicklung
abschlags) ermittelt werden. Bei Altbauten eines in deutschen Standardaktien anlegen-
wird der Bauwert häufig mithilfe eines In- den o Investmentfonds mit der Entwicklung
dexverfahrens berechnet. Dabei wird durch des o Deutschen Aktienindex (DAX) vergli-
Anwendung eines Bewertungsindexes, der chen werden.
aus dem vom Statistischen Bundesamt ver-
öffentlichten Preisindex für Wohngebäude Beratungspflicht gemäß Wertpapier-
abgeleitet wird, von den ursprünglichen Her- handelsgesetz (WpHG), Verpflichtung
stellungskosten des Gebäudes auf die (fikti- der Kreditinstitute und anderer Wertpapier-
ven) aktuellen Herstellungskosten geschlos- dienstleistungsunternehmen zur Kunden-
sen. Davon werden Abschreibungen für al- beratung im Bereich des Wertpapierhandels
tersbedingte Nutzungen vorgenommen. Der aufgrund § 31 WpHG. Aufgrund dieser Be-
Bodenwert ergibt sich aus der Grundstücks- stimmung sind von einem Kunden insbeson-
größe i.V. mit dem Preis je Quadratmeter. – dere Angaben über seine Erfahrungen und
Vgl. auch o Bauwert, o Bodenwert). – Kenntnisse in Wertpapieranlagen, seine
2. Ertragswertverfahren: Grundlage für die Anlageziele und seine finanziellen Verhält-
Ermittlung des Beleihungswertes ist der nisse zu verlangen, soweit dies im Zusam-
durch Kapitalisierung des jährlichen Reiner- menhang mit den beabsichtigten Wertpapier-
trages (d.h. des Ertrages unter Berücksich- geschäften des Kunden erforderlich ist. Au-
tigung laufender Kosten) berechnete Ertrags- ßerdem sind dem Kunden die für seine Anla-
wert einer Immobilie. Dabei wird i.d.R. ein geentscheidung wesentlichen Informationen
Kapitalisierungszinssatz von 5–7% unter- mitzuteilen. Die Angaben des Kunden über
stellt. Lässt sich aus einer Immobilie z.B. ein seine Erfahrungen, Ziele und finanziellen
Jahresreinertrag von 25.000 Euro erzielen, so Verhältnisse werden in einem Erhebungsbo-
wäre bei einem Kapitalisierungszinssatz von gen dokumentiert. Der Kunde ist zur Aus-
5% von einem Ertragswert von 25.000 ˜ 20 = kunftserteilung jedoch nicht verpflichtet.
500.000 Euro auszugehen. – Teilweise wird
in der Praxis auch das arithmetische Mittel Bereitstellungsprovision, o Kreditprovi-
aus Sachwert und Ertragswert als Belei- sion.
hungswert zugrunde gelegt. – Aus dem er-
mittelten Beleihungswert ergibt sich in Ver-
29 Besitz

Berichtigungsabschlag, Betrag, um den erwirbt der Aktionär Anspruch auf einen Teil
der Börsenkurs einer Aktie infolge der Aus- einer Berichtigungsaktie. – Vgl. auch o Teil-
gabe von o Berichtigungsaktien im Rahmen recht.
einer Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmit-
teln (o Kapitalerhöhung) rechnerisch sinkt. beschränkte Geschäftsfähigkeit, o Ge-
Der B. ergibt sich aus der Tatsache, dass die schäftsfähigkeit.
Kapitalerhöhung zu einer höheren Anzahl
Aktien bei unverändertem o Eigenkapital beschränkt persönliche Dienstbarkeit,
führt und somit ein geringerer Eigenkapital- o Belastung eines Grundstücks in der Weise,
anteil als bisher auf die einzelne Aktie ent- dass einer bestimmten natürlichen oder
fällt. Am Tage der Umstellung der Börsen- juristischen Person das Recht zur Nutzung
kursnotierung auf das aus Gesellschaftsmit- des Grundstücks in einzelnen Beziehungen
teln berichtigte Aktienkapital erhält der Kurs zusteht oder ihr eine sonstige Befugnis ein-
den Zusatz „ex BA“ (ohne Berichtigungsak- geräumt wird, die dem Inhalt einer o Grund-
tien). Der B. wird mit folgender Formel dienstbarkeit entspricht. Gegenstand einer
berechnet: BA = (Ka – KB) / (m/n + 1), b.p.D. kann z.B. sein: 1. Wegerecht: Der
wobei Ka = Kurs der alten Aktie, KB = Aus- Begünstigte ist berechtigt, das belastete
gabepreis der Berichtigungsaktie, m/n = Grundstück zu überschreiten oder zu über-
Berichtigungsverhältnis. – Beispiel: Bei ei- fahren. – 2. Leitungsrecht: Einem bestimm-
nem Kurs der Altaktie von 300 Euro und ten Unternehmen wird das Recht eingeräumt,
einem Berichtigungsverhältnis von 10 : 1 in bzw. über dem belasteten Grundstück
ergibt sich ein B. von (300 – 0) / (10/1 + 1) = Gas,- Hochspannungs-, Wasserleitungen o.ä.
27,27 Euro. – Anmerkung: KB = 0, da Be- zu verlegen. – 3. Wohnungsrecht: Der Be-
richtigungsaktien ohne finanzielle Gegenleis- günstigte ist berechtigt, ein Gebäude oder
tung ausgegeben werden. einen Teil eines Gebäudes unter Ausschluss
des Eigentümers als Wohnung zu nutzen. –
Berichtigungsaktie, Aktie, die aufgrund 4. Wettbewerbsbeschränkung: Der Eigen-
einer Umwandlung von offenen Rücklagen tümer des belasteten Grundstücks ist ver-
in Grundkapital (o Kapitalerhöhung) ohne pflichtet, den Betrieb irgendeines Gewerbes
finanzielle Gegenleistung an die Aktionäre oder eines bestimmten Gewerbes ohne Zu-
im Verhältnis ihres bisherigen Anteils am stimmung des Begünstigten zu unterlassen. –
Grundkapital ausgegeben wird. B. werden Eine b.p.D. ist, sofern sie einer natürlichen
häufig auch als Gratisaktien bezeichnet. Dies Person zusteht nicht übertragbar. In der
ist jedoch irreführend, da der Aktionär auch Bankpraxis sind b.p.D. insofern von Bedeu-
bisher durch seinen Aktienbesitz an den tung, als sie (z.B. wegen eingeschränkter
Rücklagen beteiligt war und der Gesamtwert Nutzungsmöglichkeiten und verminderter
seiner Beteiligung sich durch die Ausgabe Wohnqualität) den o Beleihungswert eines
der B. nicht ändert. Grundstücks mindern kann, das bei einer
Kreditgewährung als o Beleihungsobjekt
Berichtigungsverhältnis, Verhältnis des dient.
bisherigen Grundkapitals einer Aktiengesell-
schaft zum Erhöhungsbetrag bei einer Kapi- Besitz, tatsächliche Herrschaft einer Person
talerhöhung aus Gesellschaftsmitteln (o Ka- über eine Sache (unmittelbarer Besitz). Die
pitalerhöhung). Aus dem B. ergibt sich die tatsächliche Herrschaft kann rechtmäßig
Anzahl der einem Aktionär aus dieser Kapi- (z.B. aufgrund Übereignung nach Abschluss
talerhöhung zustehenden o Berichtigungsak- eines Kaufvertrages) oder unrechtmäßig
tien. – Beispiel: Wird das Grundkapital von (z.B. aufgrund eines Diebstahls) ausgeübt
bisher 100 Mio. Euro durch Rücklagenum- werden. Auch der Dieb ist also Besitzer,
wandlung um 10 Mio. Euro erhöht, so ergibt jedoch nicht Eigentümer (o Eigentum).
sich ein B. von 10 : 1. Ein Aktionär, der 10 Unterschieden werden Eigenbesitz (der
Aktien der Gesellschaft in seinem Depot hat, Besitzer ist gleichzeitig auch Eigentümer),
erwirbt einen Anspruch auf Bezug einer Be- Fremdbesitz (der Besitzer ist nicht Eigentü-
richtigungsaktie. – Führt der Depotbestand mer), Alleinbesitz (Der B. wird nur von einer
eines Aktionärs in Verbindung mit dem B. Person ausgeübt) und Mitbesitz (Mehrere
dazu, dass keine glatte Anzahl von Berich- Personen besitzen eine Sache gemeinschaft-
tigungsaktien zugeteilt werden kann, so lich). Von dem (unmittelbaren) B. zu unter-
Besitzkonstitut 30

scheiden ist der mittelbare B., den ein Eigen- eigene Provision für die Einholung der Bes-
tümer oder ein anderer zum B. Berechtigter tätigung anfallen. Die Einlösungsver-
(z.B. ein Mieter) ausübt, während er einem pflichtung der Deutschen Bundesbank er-
Dritten vorübergehend den unmittelbaren B. lischt acht Tage nach der Scheckausstellung.
überlässt. Danach wird der Scheck wie ein gewöhnli-
cher (unbestätigter) Scheck behandelt. Bar-
Besitzkonstitut, Besitzmittlungsverhältnis; auszahlungen von b.B.-S. werden nur von
Rechtsverhältnis, aufgrund dessen ein unmit- der den Bestätigungsvermerk anbringenden
telbarer Besitzer einem mittelbaren Besitzer Bundesbankfiliale vorgenommen. Jede ande-
gegenüber zeitweilig (z.B. aufgrund eines re Filiale nimmt einen b.B.-S. dagegen nur
Leih- oder Mietvertrages) zum o Besitz zur Gutschrift auf ein Konto entgegen.
berechtigt ist. In der Bankpraxis wird ein B.
regelmäßig im Zusammenhang mit einer bestätigter LZB-Scheck, ehemalige, in
o Sicherungsübereignung im Kreditgeschäft der Praxis heute gelegentlich noch gebräuch-
vereinbart. Hier überträgt der Kreditkunde liche Bezeichnung für einen o bestätigten
das Eigentum am Sicherungsgegenstand auf Bundesbank-Scheck.
sein Kreditinstitut, jedoch wird die zur Ei-
gentumsübertragung an sich erforderliche bestätigtes Dokumentenkkreditiv, Form
Übergabe der Sache an den neuen Eigentü- des o Dokumentenakkreditivs, bei dem der
mer durch ein B. ersetzt. Das Kreditinstitut Begünstigte unabhängig vom Zahlungsver-
wird demnach nur mittelbarer Besitzer; der sprechen der eröffnenden Bank ein Zah-
Kreditnehmer bleibt unmittelbarer Besitzer lungsversprechen einer weiteren Bank erhält.
und behält das Nutzungsrecht an der Sache. Bei dieser weiteren Bank kann es sich um die
Hausbank des Begünstigten oder um eine
Besitzmittlungsverhältnis, o Besitz- Drittbank handeln. Eine Akkreditivbestä-
konstitut. tigung ist sinnvoll, wenn Zweifel an der
Zahlungsfähigkeit der eröffnenden Bank be-
Bestandsverzeichnis, Teil des oGrund- stehen oder die Zahlung aufgrund politischer
buchblattes, der das jeweilige Grundstück Unwägbarkeiten im Land der eröffnenden
durch Angabe der o Gemarkung, der Flur- Bank nicht sichergestellt ist.
karten- und Flurstücknummer (o Flurstück),
des o Liegenschaftsbuchs, der Wirtschaftsart Bestellerkredit, im Außenhandel von der
und Lage sowie der Größe eindeutig kenn- o Ausfuhrkredit-Gesellschaft mbH (AKA)
zeichnet. Zusätzlich kann das B. Vermerke oder der o Kreditanstalt für Wiederaufbau
über Rechte enthalten, die mit dem Grund- (KfW) an ausländische Importeure oder
stückseigentum verbunden sind (z.B. ein deren Banken gewährter Kredit zur Beglei-
Wegerecht an einem fremden Grundstück). chung von Lieferverbindlichkeiten gegen-
über deutschen Exporteuren. – Gegensatz:
bestätigter Bundesbank-Scheck, (frü- o Lieferantenkredit.
here Bez.: „bestätigter LZB-Scheck“); vom
Aussteller (i.d.R. ein Kreditinstitut) auf das Bestens-Auftrag, unlimitierter Börsenauf-
bei einer Filiale der o Deutschen Bundes- trag (o Limit) zum Verkauf von Wertpapie-
bank geführte Girokonto gezogener Scheck, ren zum höchstmöglichen Kurs. Der Auftrag-
der durch einen entsprechenden Bestäti- geber gibt zu erkennen, dass er die sofortige
gungsvermerk mit einer Einlösungsverpflich- Ausführung seines Auftrags unabhängig vom
tung der Bundesbankfiliale versehen wird. festgestellten Kurs wünscht.
Das Recht der Deutschen Bundesbank zur
Bestätigung von Schecks (bei entsprechender Bestens-Order, o Bestens-Auftrag.
Deckung) ergibt sich aus dem Bundesbank-
gesetz. Der b.B.-S. kann aufgrund der Zah- Best Execution, Grundsatz des Wertpa-
lungssicherheit Barzahlungen oder gewöhn- pierhandelsgesetzes im Zusammenhang mit
liche Scheckzahlungen ersetzen, wenn (z.B. der Ausführung von Kundenaufträgen im
auf Versteigerungen) größere Zahlungen zu Wertpapiergeschäft. Demnach hat ein Kre-
leisten sind. Kreditinstitute beschaffen ihren ditinstitut darauf zu achten, dass die Ausfüh-
Kunden b.B.-S., wobei eine Bestätigungs- rung eines Kundenauftrags u.a. im Hinblick
provision der Bundesbankfiliale und eine auf Preis, entstehende Kosten, Ausführungs-
31 Betriebsmittelkredit

geschwindigkeit und Wahrscheinlichkeit der tal angelegt werden. Gefördert wird u.a. die
Ausführung zum bestmöglichen Ge- Anlage in Aktienfonds (o Investmentfonds),
samtergebnis für den Kunden führt. bestimmten o Genussscheinen und Anteilen
an einer o Genossenschaft sowie der Erwerb
Bestimmbarkeitsgrundsatz, Individuali- von Anteilen an o Beteiligungsfonds. Die
sierungsgrundsatz; Voraussetzung einer Anlage muss als o vermögenswirksame
rechtswirksamen o Sicherungsübereignung Leistung durch den Arbeitgeber erfolgen.
oder o Abtretung von Forderungen im Zu- Das B. wird bis zu einem Anlagehöchstbe-
sammenhang mit der Besicherung von Kredi- trag von 400 Euro je Arbeitnehmer mit 20%
ten (o Kreditsicherheiten). Eine Verwertung o Arbeitnehmer-Sparzulage gefördert. Dabei
der bestellten Sicherheiten kann im Fall von gilt für die staatliche Förderung eine Ein-
Kreditrückständen nur dann erfolgen, wenn kommensgrenze von max. 20.000 Euro für
die übereigneten Gegenstände bzw. die abge- Alleinstehende bzw. 40.000 Euro für Eheleu-
tretenen Forderungen eindeutig gekenn- te (zu versteuerndes Jahreseinkommen). Die
zeichnet (individualisert) sind. Bei einer geleisteten Einzahlungen unterliegen einer
Sicherungsübereignung kann dies z.B. durch Sperrfrist (Bindungsfrist) von sieben Jahren
Aufnahme der Fabrikationsnummer (Ma- ab dem 1.1. des Jahres der ersten Einzahlung.
schinen) oder des amtlichen Kennzeichens
(Kraftfahrzeuge) in den Sicherungsübereig- Betreuung, Wahrnehmung der Sorge für
nungsvertrag erreicht werden. Bei einer Volljährige, die aufgrund psychischer Krank-
Forderungsabtretung erfolgt die eindeutige heit oder körperlicher, geistiger oder seeli-
Kennzeichnung durch eine alphabetische, scher Behinderung ihre Angelegenheiten
regionale oder namentliche Bestimmung der ganz oder teilweise nicht selbst regeln kön-
Drittschuldner. nen. Ein durch das Vormundschaftsgericht
bestellter Betreuer vertritt den Betreuten
Beteiligungsfinanzierung, Form der gerichtlich und außergerichtlich. Dabei kann
o Finanzierung, bei der einem Unternehmen sich die B. auch lediglich auf einzelne Berei-
o Eigenkapital von außen zugeführt wird. che (z.B. Vermögensangelegenheiten oder
Die Kapitalbeschaffung erfolgt bei o Perso- Gesundheitsfürsorge) erstrecken. Die B. er-
nengesellschaften durch die Aufnahme neuer setzt die frühere Vormundschaft bei Voll-
Gesellschafter oder durch eine Erhöhung der jährigen, die automatisch zum Verlust der
Kapitalanteile der bisherigen Gesellschafter, o Geschäftsfähigkeit führte. Dagegen bleibt
bei o Kapitalgesellschaften durch eine Erhö- die unter Betreuung stehende Person grund-
hung des Grundkapitals bzw. Stammkapitals. sätzlich geschäftsfähig. Handelt jedoch der
Die B. wird auch als Einlagenfinanzierung Betreute zum Schaden für seine Person oder
bezeichnet. sein Vermögen, so kann das Vormund-
schaftsgericht einen Einwilligungsvorbehalt
Beteiligungsfonds, Beteiligungs-Sonder- erlassen mit der Folge, dass Willenserklärun-
vermögen; Bezeichnung eines o Investment- gen des Betreuten in dem jeweiligen Bereich
fonds nach dem früheren Gesetz über Kapi- von diesem Zeitpunkt an der Zustimmung
talanlagegesellschaften (KAGG), dessen des Betreuers bedürfen. Einzelheiten zur B.
Mittel in Wertpapieren, o Schuldscheindar- regelt ein besonderes, in das BGB aufge-
lehen und o stillen Beteiligungen an deut- nommenes Betreuungsrecht.
schen Unternehmen angelegt werden. Inzwi-
schen wurde das KAGG in das o betriebliche Altersvorsorge, weiteres
Investmentgesetz integriert, welches die B. Element der Altersvorsorge neben der gesetz-
nicht mehr gesondert definiert. lichen und der privaten Altersvorsorge. For-
men der b.A. sind z.B. o Direktversicherung,
Beteiligungspapier, o Teilhaberpapier. o Direktzusage, o Pensionsfonds, o Pens-
ionskasse, o Unterstützungskasse.
Beteiligungs-Sondervermögen, o Be-
teiligungsfonds. Betriebsmittelkredit, Kredit, der Unter-
nehmen und Selbstständigen zur Finanzie-
Beteiligungssparen, nach dem Fünften rung des Umlaufvermögens gewährt wird. Er
Vermögensbildungsgesetz geförderte Anlage- dient unter anderem der Finanzierung des
form, bei der Sparbeiträge in Produktivkapi- Wareneinkaufs, der Vorfinanzierung der Pro-
Beurkundung 32

duktion, der Ausnutzung von Lieferanten- Bezogener, Person bzw. Institution, an die
skonti und der Gewährung von o Zahlungs- bei einem o Scheck oder o Wechsel die
zielen an Abnehmer. Die Bereitstellung er- Anweisung zur Zahlung gerichtet ist. Im
folgt als o Kontokorrentkredit mit der Mög- Zusammenhang mit einem o Dokumenten-
lichkeit flexibler Inanspruchnahme; die inkasso wird der zur Zahlung verpflichtete
Rückzahlung wird aus den laufenden Um- Importeur ebenfalls als B. bezeichnet.
satzerlösen vorgenommen. Der B. stärkt die
Liquidität des Kreditnehmers und erhöht Bezugsaktie, aktienrechtliche Bezeichnung
seine Dispositionsfreiheit. für eine Aktie, die im Zusammenhang mit
einer o bedingten Kapitalerhöhung ausgege-
Beurkundung, o öffentliche Beurkundung. ben wird.

Bewertungszahl, o Mindestbewertungs- Bezugsangebot, Angebot einer Aktienge-


zahl. sellschaft an ihre Aktionäre, bei einer Kapi-
talerhöhung gegen Einlagen (o Kapitalerhö-
bezahlt (b), Zusatz bei der Angabe eines hung) ihr gesetzliches o Bezugsrecht durch
Börsenkurses (o Kurszusätze) als Hinweis Erwerb junger Aktien wahrzunehmen. Das B.
darauf, dass zum festgestellten Kurs alle beinhaltet u.a. den Erhöhungsbetrag des
vorliegenden Aufträge ausgeführt wurden. Grundkapitals, das o Bezugsverhältnis, den
Bezugspreis je Aktie und die o Bezugsfrist.
bezahlt Brief (bB), Zusatz bei der Angabe Das B. wird im Bundesanzeiger und den
eines Börsenkurses (o Kurszusätze) mit der Gesellschaftsblättern sowie bei an der Börse
Bedeutung, dass zum festgestellten Kurs gehandelten Aktien in einem Börsenpflicht-
noch weiteres Angebot bestand. Die zum blatt veröffentlicht.
festgestellten Kurs limitierten Verkaufsauf-
träge (o Limit) müssen nicht vollständig Bezugsfrist, Frist, innerhalb der die Aktio-
ausgeführt sein. – Gegensatz: o bezahlt näre im Fall einer Kapitalerhöhung gegen
Geld. Einlagen (o Kapitalerhöhung) ihr o Bezugs-
recht ausüben können. Die B. muss mindes-
bezahlt Geld (bG), Zusatz bei der Angabe tens zwei Wochen betragen.
eines Börsenkurses (o Kurszusätze) mit der
Bedeutung, dass zum festgestellten Kurs Bezugskurs, Bezugspreis. 1. Preis, zu dem
noch weitere Nachfrage bestand. Die zum eine o junge Aktie im Rahmen einer Kapi-
festgestellten Kurs limitierten Kaufaufträge talerhöhung gegen Einlagen (o Kapitalerhö-
(o Limit) müssen nicht vollständig ausge- hung) ausgegeben wird. – 2. Preis, zu dem
führt sein. – Gegensatz: o bezahlt Brief. ein Wertpapier durch den Inhaber eines Op-
tionscheins (o Option) bezogen werden
Bezahlt-Meldung, Mitteilung eines Kredit- kann.
instituts über die Einlösung von Zahlungspa-
pieren (o Schecks, o Wechsel) oder (bei Bezugspreis, o Bezugskurs.
einem o Dokumenteninkasso) über die Auf-
nahme und Zahlung vorgelegter Dokumente. Bezugsrecht. 1. Gesetzlich verbrieftes
Mit der B.-M. soll dem Empfänger einer Recht eines Aktionärs, im Fall einer Kapital-
Zahlung oder seiner Bank frühzeitig Gewiss- erhöhung gegen Einlagen (o Kapitalerhö-
heit darüber verschafft werden, dass der hung) einen seinem Anteil am bisherigen
jeweilige Zahlungsanspruch erfüllt wurde. Grundkapital entsprechenden Teil der o jun-
gen Aktien zu beziehen. Das gesetzliche B.
Bezogenenobligo, von einem Kreditinsti- soll den Aktionären Verwässerungsschutz
tut geführtes, nach o Bezogenen geordnetes bieten, d.h. es soll gewährleisten, dass der
Verzeichnis der im Rahmen von o Dis- einzelne Aktionär seinen bisherigen prozen-
kontkrediten angekauften Wechsel. Die Bank tualen Anteil am Grundkapital der Aktienge-
prüft vor Ankauf eines Wechsels, in welcher sellschaft und die daraus resultierenden
Höhe bereits Risiken durch den Ankauf von Stimmrechts- und Gewinnansprüche unver-
Wechseln mit ein und demselben Bezogenen ändert halten kann. Es soll auch vor einer
bestehen und entscheidet daraufhin über den Wertminderung der Aktionärsbeteiligung
Ankauf weiterer Wechsel. schützen, die sich aus einem unter dem aktu-
33 Bezugsrechtswert

ellen Börsenkurs liegenden Ausgabepreis der Bezugsrechtsparität, o Bezugsrechts-


jungen Aktien ergeben kann. In diesem Fall wert.
stellt der rechnerische Wert des B. (o Be-
zugsrechtswert) einen Ausgleich dar für den Bezugsrechtswert. 1. rechnerischer Wert
zu erwartenden Kursverlust der Altaktien. des Bezugsrechts, Bezugsrechtsparität, inne-
Der Aktionär kann das ihm zustehende B. rer Wert des Bezugsrechts; Wert, der sich für
wahlweise durch Erwerb junger Aktien ein o Bezugsrecht auf o junge Aktien aus
ausüben oder seine B. an der Börse verkau- einer Kapitalerhöhung gegen Einlagen
fen. Eine Ausübung ist innerhalb der festge- (o Kapitalerhöhung) rechnerisch ergibt,
setzten Bezugsfrist von mindestens zwei wenn der Ausgabepreis der jungen Aktien
Wochen möglich; der Börsenhandel mit B. unter dem aktuellen Börsenkurs der alten
findet innerhalb der Bezugsrechtshandelsfrist Aktien liegt. In diesem Fall bewirkt die Ak-
(o Bezugsrechtshandel) statt. Das B. der tienausgabe bei den Altaktien einen Verwäs-
Aktionäre kann unter bestimmten Vorausset- serungseffekt, d.h. eine Kursminderung. Der
zungen durch die Hauptversammlung mit B. stellt einen Ausgleich für diesen zu erwar-
Dreiviertelmehrheit ganz oder teilweise aus- tenden Kursverlust dar. Er ergibt sich als
geschlossen werden. Dies ist insbesondere Differenz zwischen dem Börsenkurs der
dann zulässig, wenn die Kapitalerhöhung alten Aktie und dem Ausgabepreis der jungen
zehn Prozent des Grundkapitals nicht über- Aktie unter Berücksichtigung des o Be-
steigt und der Ausgabepreis der jungen Akti- zugsverhältnisses. – Beispiel: Eine Aktienge-
en den Börsenkurs der Altaktien nicht we- sellschaft erhöht ihr Grundkapital von 200
sentlich unterschreitet. – 2. Als B. wird auch auf 300 Mio. Euro. Der Börsenkurs der alten
das gesetzliche Recht eines Aktionärs be- Aktie beträgt 320 Euro; der Ausgabepreis der
zeichnet, bei einer Ausgabe von Wandelan- neuen Aktie wird auf 260 Euro festgesetzt.
leihen (o Convertible Bond), o Optionsan- Unter Berücksichtigung des in diesem Fall
leihen, o Gewinnschuldverschreibungen und gegebenen Bezugsverhältnisses von 2 : 1
o Genussscheinen einen seinem Anteil am lässt sich der B. wie folgt ermitteln: Ein
Grundkapital entsprechenden Teil der Anlei- Aktionär der Gesellschaft erhält auf zwei alte
hen bzw. Schuldverschreibungen oder Ge- Aktien im Wert von zusammen 640 Euro
nussscheine zu beziehen. eine neue Aktie bei Zuzahlung von 260 Euro.
Damit verfügt er über 3 Aktien im Wert von
Bezugsrechtsabschlag, Kursabschlag bei insgesamt 900 Euro. Nach durchgeführter
Aktien aufgrund einer Kapitalerhöhung ge- Kapitalerhöhung hat eine Aktie einen rechne-
gen Einlagen (o Kapitalerhöhung) am ersten rischen Wert (Mischkurs) von 300 Euro (900
Tag des o Bezugsrechtshandels. Mit Beginn : 3 = 300). Eine Altaktie verliert also 20
des Bezugsrechtshandels werden die alten Euro. Dieser Verlust stellt den B. dar. In der
Aktien ohne o Bezugsrecht gehandelt, d.h. Bankpraxis wird der B. nach der Formel: B =
ihr Börsenkurs bezieht sich auf die Aktie (Ka – Kn) / ((m/n) + 1) errechnet. Dabei be-
ohne den Dividendenschein, der das Bezugs- deuten B = rechnerischer Wert des Bezugs-
recht verkörpert. Der Kurs der Aktie wird an rechts, Ka = Kurs der alten Aktien, Kn =
diesem Tag mit dem Zusatz „ex BR“ (ohne Ausgabepreis der neuen Aktien, m/n = Be-
Bezugsrecht) notiert. zugsverhältnis. – Weisen die neuen Aktien
eine von den alten Aktien abweichende
Bezugsrechtshandel, Börsenhandel mit Dividendenberechtigung auf, so ist die For-
o Bezugsrechten auf o junge Aktien, die im mel um den o Dividendenvorteil (DV) bzw.
Zusammenhang mit einer Kapitalerhöhung o Dividendennachteil (DN) zu erweitern und
gegen Einlagen (o Kapitalerhöhung) ausge- lautet dann: B = (Ka – Kn + DV) / (m/n + 1)
geben wurden. Der B. findet innerhalb der bzw. B = (Ka – Kn – DN) / (m/n + 1). –
Bezugsrechtshandelsfrist, d.h. während der 2. Bezugsrechtskurs, Börsenwert des Bezugs-
gesamten o Bezugsfrist mit Ausnahme der rechts; Kurs eines Bezugsrechts, der sich
letzten beiden Börsentage statt. Diese beiden aufgrund von Angebot und Nachfrage im
Börsentage dienen der Erfüllung der abge- Börsenhandel mit Bezugsrechten (o Bezugs-
schlossenen Geschäfte. rechtshandel) bildet und vom rechnerischen
B. abweichen kann.
Bezugsrechtskurs, o Bezugsrechtswert.
Bezugsschein 34

Bezugsschein, o Dividendenschein zur Bieter die mit der Abgabe seines Gebotes
Wahrnehmung des Bezugsrechts auf o junge übernommenen Pflichten nicht erfüllt. Die B.
Aktien, o Gewinnschuldverschreibungen, ist den Avalkrediten (o Aval) zuzurechnen.
Wandelanleihen (o Convertible Bond),
o Optionsanleihen oder o Genussscheine Big Figure, im Handel mit o Devisen
(o Bezugsrecht). – Als B. wird auch der zwischen den Marktteilnehmern als bekannt
Optionsschein einer o Optionsanleihe be- unterstellte Stellen vor den letzten Ziffern
zeichnet. eines o Devisenkurses.

Bezugsverhältnis, Verhältnis des bisheri- Bilanzanalyse, Untersuchung und Aufbe-


gen o Grundkapitals einer Aktiengesellschaft reitung des Jahresabschlusses einer Unter-
zum Erhöhungsbetrag bei einer Kapitalerhö- nehmung durch ein Kreditinstitut mit dem
hung gegen Einlagen (o Kapitalerhöhung). Ziel, Anhaltspunkte für die Beurteilung der
Aus dem B. in Verbindung mit dem bisheri- o Kreditwürdigkeit des jeweiligen Firmen-
gen Aktienbestand eines Aktionärs ergibt kunden zu gewinnen. Dabei werden die ver-
sich die Anzahl der ihm zustehenden Bezugs- fügbaren Daten zu aussagefähigen Kenn-
rechte und damit die Anzahl o junger Aktien, ziffern (z.B. o Eigenkapitalquote, o Ei-
die er zum festgesetzten Ausgabepreis er- genkapitalrentabilität, o Gesamtkapitalren-
werben kann (o Bezugsrecht). Führt der tabilität) verdichtet, die Auskunft über die
Depotbestand eines Aktionärs in Verbindung Vermögens- und Kapitalstruktur sowie die
mit dem B. nicht zu einer glatten Anzahl von Ertragslage geben. Jedoch stellt die B. nur
jungen Aktien, so besteht die Möglichkeit, einen Teilaspekt im Rahmen der Kreditwür-
Bezugsrechte hinzu zu kaufen oder zu ver- digkeitsprüfung dar. Der Aussagewert der ge-
kaufen. – Beispiel: Wird das bisherige wonnenen Kennziffern ist u.a. deshalb nur
Grundkapital einer AG von 25 Mio. Euro um begrenzt, weil es sich bei der B. lediglich um
5 Mio. Euro erhöht, so ergibt sich ein B. von eine Stichtagsbetrachtung auf der Grundlage
5 : 1. Ein Aktionär, der 5 Aktien der Gesell- vergangenheitsorientierter Werte handelt, die
schaft besitzt, hat die Möglichkeit zum Be- nur bedingt Rückschlüsse auf die zukünftige
zug einer jungen Aktie. Besitzt ein Aktionär Unternehmensentwicklung zulässt.
hingegen 13 Aktien, so hat er Anspruch auf
den Bezug von zwei jungen Aktien; zusätz- Bilanzkennziffern, o Bilanzanalyse.
lich verbleiben ihm 3 Bezugsrechte. Er kann
diese überzähligen Bezugsrechte verkaufen Bilanzkurs einer Aktie, in Prozent ausge-
oder durch Zukauf von zwei Bezugsrechten drückter Wert einer Aktie, der sich als Rela-
den Anspruch auf Bezug einer weiteren tion zwischen dem ausgewiesenen o Eigen-
jungen Aktie erwerben. Weiterhin besteht kapital (Grundkapital + Rücklagen) und dem
auch die Möglichkeit, alle Bezugsrechte zu o Grundkapital ergibt. Der B. wird also ohne
verkaufen und auf einen Bezug junger Aktien Berücksichtigung stiller Reserven ermittelt.
insgesamt zu verzichten.
Billigst-Auftrag, unlimitierter Börsenauf-
bG, Abk. für o bezahlt Geld. trag (o Limit) zum Kauf von Wertpapieren
zum niedrigstmöglichen Kurs. Der Auftrag-
BGB-Gesellschaft, o Gesellschaft bürger- geber gibt zu erkennen, dass er die sofortige
lichen Rechts. Ausführung seines Auftrags unabhängig vom
festgestellten Kurs wünscht.
BIC, Abk. für o Bank Identifier Code.
Billigst-Order, o Billigst-Auftrag.
Bid, andere Bezeichnung für den o Geld-
kurs. BIZ, Abk. für o Bank für Internationalen
Zahlungsausgleich.
Bietungsgarantie, o Bankgarantie, bei der
das gewährleistende Kreditinstitut sich zur Blankoabtretung, o Abtretung (Zession),
Zahlung eines Geldbetrages (Vertragsstrafe, bei der ein neuer Gläubiger durch entspre-
Konventionalstrafe) im Zusammenhang mit chende Ergänzung der Abtretungsurkunde
einer Ausschreibung gegenüber dem Auf- erst zu einem späteren Zeitpunkt benannt
traggeber für den Fall verpflichtet, dass der wird. B. kommen z.B. im Zusammenhang
35 Bodenwert

mit der Übertragung von o Namensaktien Anleihe des Bundes mit einem Zinssatz von
vor. Dabei unterzeichnet der Erwerber einer 6% und fünfjähriger Laufzeit. Der B.-F. be-
Namensaktie zusätzlich zu dem Umschrei- inhaltet die Verpflichtung, den Kontrakt
bungsantrag für die Aktie eine B., die zu- durch Abnahme bzw. Lieferung von o Bun-
sammen mit der Aktie aufbewahrt wird. Bei desobligationen, o Bundesanleihen oder o
einem späteren Weiterverkauf der Aktie kann Bundesschatzanweisungen, die den Kriterien
das Wertpapier mit der Abtretungserklärung des fiktiven o Basiswertes entsprechen, zu
problemlos auf einen neuen Erwerber wie- erfüllen.
terübertragen werden.
Bodenrichtwertkarte, von einem kommu-
Blankoakzept, Annahmeerklärung auf nalen Gutachterausschuss erstellte Übersicht
einem nicht vollständig ausgefüllten Wech- über angemessene Grundstückspreise in
selformular (o Wechsel), insbesondere bei unterschiedlichen Regionen. B. werden von
einem zunächst noch fehlenden Wechselbe- Kreditinstituten zur Bestimmung des o Bo-
trag. denwertes im Rahmen einer o Beleihungs-
wertermittlung bei Immobilien verwendet.
Blankoindossament, o Indossament auf
einem o Scheck oder o Wechsel, das ledig- Bodensatz, Teil der bei Kreditinstituten
lich in der Unterschrift des Indossanten be- unterhaltenen o Einlagen, der erfahrungs-
steht oder an den Inhaber der Urkunde ge- gemäß trotz kurzfristiger Verfügbarkeit län-
richtet ist. Das B. bewirkt, dass jeder, der die gerfristig auf den Konten verbleibt, da sich
Urkunde in Händen hält als Berechtigter gilt. Gutschriften und Belastungen teilweise
Der Scheck bzw. Wechsel kann aufgrund des ausgleichen oder verfügbare Gelder von den
B. wie ein o Inhaberpapier formlos weiter- Anlegern nicht benötigt und daher nicht
übertragen werden. Der Inhaber kann sich abgerufen werden. – Vgl. auch o Bodensatz-
der scheck- bzw. wechselrechtlichen Haftung theorie.
entziehen, indem er die mittels B. erhaltene
Urkunde ohne seine Unterschrift weitergibt. Bodensatztheorie, theoretischer Ansatz,
der unterstellt, dass Banken über einen Teil
Blankokredit, Kredit, bei dem eine Bank der mit kurzen Laufzeiten bzw. Kündigungs-
auf die Bestellung besonderer Sicherheiten fristen erhaltenen Kundengelder längerfristig
verzichtet. Grundlage der Kreditgewährung verfügen können. Dadurch besteht die Mög-
ist die persönliche o Kreditwürdigkeit des lichkeit, o Fristentransformation zu betrei-
Kunden. Aufgrund der o Allgemeinen Ge- ben und diese Mittel in begrenztem Umfang
schäftsbedingungen der Banken bzw. Spar- in Form von mittel- und langfristigen Kredi-
kassen hat das Kreditinstitut aber Anspruch ten auszuleihen. Ein bestimmter Bodensatz
auf nachträgliche Besicherung, wenn die an Guthaben entsteht dadurch, dass Auszah-
Kreditrückzahlung gefährdet erscheint. Un- lungen an Kunden durch Einzahlungen ande-
abhängig hiervon haften dem Kreditinstitut rer Kunden ausgeglichen werden, Überwei-
Vermögenswerte des Kunden, die sich im sungen von einem Konto auf ein anderes bei
Besitz der Bank befinden. – Vgl. auch derselben Bank vorgenommen werden und
o AGB-Pfandrecht. Kunden über fällige Gelder nicht verfügen.

Blue Chips, Aktien allgemein bekannter Bodenwert, im Rahmen einer o Belei-


Großunternehmen, denen einwandfreie Boni- hungswertermittlung bei Immobilien berech-
tät, sichere Zukunftsperspektiven und stabile neter Wert eines Grundstücks ohne Bebau-
Dividendenpolitik (o Dividende) bei- ung. Der B. wird ermittelt aus der Größe des
gemessen werden. B. gelten aufgrund dessen Grundstücks in Quadratmetern multipliziert
als Anlageobjekte mit begrenztem Risiko. mit dem Preis je Quadratmeter unter Berück-
sichtigung bereits gezahlter oder noch zu
BLZ, Abk. für o Bankleitzahl. zahlender Grundstücksnebenkosten. Dabei
wird als Quadratmeterpreis der für Grundstü-
Bobl, Abkürzung für o Bundesobligation. cke in vergleichbarer Lage durchschnittlich
erzielbare Preis zugrunde gelegt. Zur Ermitt-
Bobl-Future, Euro-Bobl-Future; o Future lung des B. können o Bodenrichtwertkarten
auf der Basis einer fiktiven, idealtypischen o herangezogen werden.
BÖGA 36

BÖGA, Abk. für Börsengeschäftsabwick- nehmer oder dem Emittenten eines Wertpa-
lung. – Vgl. auch o Xontro. piers (o Emission) geschuldet werden.

Bogen, Urkunde, die bei Wertpapieren in Bonus. 1. Individuell und oft befristet ge-
Form von effektiven Stücken den Anspruch währter Zuschlag auf den Zinssatz einer
auf Ertrag verbrieft und einzelne o Kupons o Spareinlage, insbesondere um eine Um-
zur Wahrnehmung des Anspruchs beinhaltet. schichtung der Einlage in eine höher verzins-
Die Kupons bestehen aus o Zinsscheinen bei liche Anlageform (z.B. o Termingeld oder
festverzinslichen Wertpapieren, o Dividen- Wertpapiere) zu vermeiden. – 2. Bezeich-
denscheinen bei Aktien oder o Er- nung einer Prämie, die im Rahmen von
tragsscheinen bei o Investmentzertifikaten. Bonussparverträgen (o Bonussparen) unter
Neben dem Ertragsanspruch können die bestimmten Voraussetzungen einmalig neben
einzelnen Kupons weitere Rechte, z.B. ein dem jährlichen Sparzins gezahlt wird. –
o Bezugsrecht verbriefen. Der B. enthält bei 3. Bezeichnung eines Zuschlags, der einma-
Aktien, Investmentzertifikaten und teilweise lig aufgrund besonderer Umstände (z.B.
bei festverzinslichen Wertpapieren zusätzlich außerordentlich hoher Gewinn) auf eine
einen Erneuerungsschein (Talon), mit dem o Dividende gewährt wird.
nach Verbrauch sämtlicher Kupons ein neuer
B. angefordert werden kann. Bonussparen, Prämiensparen, Zuschlag-
sparen; Sparform mit der Vereinbarung,
Bona-fide-Klausel, Klausel eines oCom- neben dem jährlichen Sparzins bei Einhal-
mercial Letter of Credit (CLC), durch die tung einer bestimmten Anlagedauer einen
sich die ausstellende Bank jedem gutgläubi- einmaligen Bonus (Prämie) auf die bis zu
gen Erwerber gegenüber zur Einlösung der diesem Zeitpunkt geleisteten Einzahlungen
aufgrund des CLC ausgestellten und von zu gewähren. Bonussparverträge können
akkreditivgerechten Dokumenten (o Doku- über einmalige Anlagebeträge oder als Ra-
mentenakkreditiv) begleiteten o Tratte ver- tensparverträge geschlossen werden. – Vgl.
pflichtet. auch o Sondersparformen.

Bond, angelsächsische Bezeichnung für Bonuszertifikat, Sonderform eines o In-


o Anleihe. dexzertifikates. Bei einem B. erhält der An-
leger zum Laufzeitende auch bei gesunke-
Bonifizierung von Spareinlagen, Ge- nem Index einen Bonus (z.B. 25%) auf sein
währung eines Zuschlags auf den Regelzins- eingesetztes Kapital, sofern der Index zu
satz für o Spareinlagen aufgrund einer indi- keinem Zeitpunkt während der Laufzeit eine
viduellen Vereinbarung zwischen der Bank bestimmte Untergrenze (Knock-out-Barriere)
und dem einzelnen Kunden. Die B. erfolgt erreicht oder unterschritten hat.
meist befristet und kann von einem Mindest-
guthaben abhängig gemacht werden. Mög- Bookbuilding, Verfahren zur Ermittlung
lich ist auch, lediglich einen Teilbetrag des eines marktgerechten Ausgabepreises von
Gesamtguthabens in die B. einzubeziehen. Aktien im Zusammenhang mit der Börsen-
Kreditinstitute bedienen sich der B. häufig, einführung einer Aktiengesellschaft. Aus-
um einer Umschichtung von Spareinlagen in gangspunkt für die Preisfindung ist ein zwi-
andere, höher verzinsliche Anlageformen schen Emittent (o Emission) und Konsortial-
(insbesondere Wertpapieranlagen) durch den führer abgesprochener Preisrahmen (Book-
Kunden entgegenzuwirken. building-Spanne), der im Rahmen von Vor-
gesprächen mit potenziellen Investoren
Bonität, o Kreditwürdigkeit. ermittelt und veröffentlicht wird. Während
einer festgelegten Zeichnungsfrist (o Zeich-
Bonitätsprüfung, Prüfung der o Kredit- nung) haben Kaufinteressenten anschließend
würdigkeit. die Möglichkeit zur Abgabe verbindlicher
Gebote innerhalb des Preisrahmens, die in
Bonitätsrisiko, Risiko eines vorübergehen- einer zentralen Datei (Orderbuch) erfasst
den oder dauerhaften Ausfalls von Zins- und werden. Nach Schließung des Orderbuches
Tilgungsleistungen, die von einem Kredit- am Ende der Zeichnungsfrist wird aus den
eingegangenen Geboten der endgültige Aus-
37 Börsenkurs

gabepreis festgelegt. – Vgl. auch o Emis- nimmt. Die Geschäftsführer vertreten die
sion. Börse gerichtlich und außergerichtlich. Sie
werden durch den o Börsenrat in Abstim-
Börse, organisierter und reglementierter mung mit der o Börsenaufsicht bestellt.
Markt für den Handel mit fungiblen (vertret-
baren) Gütern (o Fungibilität). Aufgrund der Börsengesetz, gesetzliche Grundlage zur
Vertretbarkeit kann die Einigung der Ver- Regelung der Organisation und der Ge-
tragspartner auf die Art, Menge und den schäftstätigkeit deutscher Börsen. Das B.
Preis der gehandelten Güter beschränkt wer- enthält in sechs Abschnitten allgemeine
den. Typisch für den Börsenhandel ist, dass Bestimmungen über die Börsen und deren
hier nur das Verpflichtungsgeschäft abge- Organe und regelt u.a. die Ermittlung des
schlossen wird; die Erfüllung der Geschäfts- Börsenpreises sowie (ergänzt durch die
abschlüsse erfolgt zu einem späteren Zeit- Börsenzulassungsverordnung) die Zulassung
punkt außerhalb der Börse. Hinsichtlich der von Wertpapieren zum Börsenhandel. Außer-
Art der gehandelten Güter werden Effekten- dem enthält das B. Bestimmungen zu elek-
börsen (Wertpapierbörsen), Devisenbörsen tronischen Handelssystemen und börsenähn-
und Warenbörsen (insbesondere für den lichen Einrichtungen. Das ursprünglich von
Handel mit Rohstoffen) unterschieden. Seit 1896 stammende B. ist vor allem in der
einiger Zeit verlagert der Börsenhandel sich jüngeren Vergangenheit mehrfach geändert
zunehmend von den o Präsenzbörsen mit worden, nicht zuletzt im Hinblick auf die
persönlicher Anwesenheit der Börsenteil- Umsetzung von EG-Richtlinien.
nehmer auf vollelektronische o Computer-
börsen. Der Handel an deutschen Börsen Börsenhändler, Börsenteilnehmer, die als
unterliegt in erster Linie dem Börsengesetz, Vertreter der Kreditinstitute Eigengeschäfte
der Handel an Effektenbörsen ergänzend oder Geschäfte im Auftrag von Kunden
auch den Bestimmungen des Wertpapierhan- tätigen. Die B. werden von der o Börsenge-
delsgesetzes. schäftsführung zum Handel zugelassen. Vor-
aussetzungen für eine Zulassung als B. sind
Börsenaufsicht. Die Aufsicht und Über- im o Börsengesetz festgeschrieben.
wachung einer o Börse obliegt der Börsen-
aufsichtsbehörde des Bundeslandes, in dem Börsenindex, Kennzahl zur Darstellung
die betreffende Börse ihren Sitz hat. Die B. der Kursentwicklung der an einer Börse
erteilt die Genehmigung zur Errichtung einer (insbesondere an einer Wertpapierbörse)
Börse und ist befugt, die Aufhebung beste- gehandelten Objekte. – Vgl. auch o Index.
hender Börsen anzuordnen. Außerdem über-
wacht sie die Einhaltung börsenrechtlicher Börsenkapitalisierung, Marktkapitalisie-
Vorschriften und Anordnungen sowie die rung; Verfahren zur Ermittlung des Markt-
ordnungsmäßige Durchführung des Börsen- wertes einer börsennotierten Unternehmung.
handels und der Geschäftsabwicklung. Die Dabei wird der aktuelle Börsenkurs einer
konkreten Befugnisse der B. ergeben sich aus Aktie mit der Gesamtzahl ausgegebener bzw.
dem o Börsengesetz. Aufsichtsrechtliche frei handelbarer Aktien der Gesellschaft
Funktionen werden darüber hinaus auch mulipliziert. Die B. berücksichtigt für die
durch die o Bundesanstalt für Finanzdienst- Zukunft erwartete Unternehmensentwicklun-
leistungsaufsicht (BAFin) wahrgenommen. gen, da sich diese Erwartungen bereits in
aktuellen Börsenkursen widerspiegeln.
börsenfähiges Wertpapier, Wertpapier,
das die Voraussetzungen einer Börsenzulas- Börsenkurs, Börsenpreis; Preis, der an
sung erfüllt (o Börsenzulassung von Wert- einer Börse für ein dort zugelassenes Han-
papieren). delsobjekt (Wertpapiere, o Devisen, Waren)
aufgrund vorliegender Kauf- und Verkaufs-
Börsengeschäftsabwicklung (BÖGA), aufträge festgestellt wird. An deutschen
vgl. o Xontro. Wertpapierbörsen wird der B. für Aktien in
Euro pro Stück (Stückkurs) und für o Ren-
Börsengeschäftsführung, Organ, wel- tenpapiere in Prozent des o Nennwertes
ches in eigener Verantwortung die laufenden (Prozentkurs) notiert.
Leitungsaufgaben an einer Börse wahr-
Börsenmakler 38

Börsenmakler, o Skontroführer. Börsensegment, Teilmarkt einer Gesamt-


börse. Die einzelnen B. unterscheiden sich
Börsenordnung, Ordnung zur Regelung u.a. hinsichtlich der Zulassungsvorausset-
der Organisation und Geschäftstätigkeit zungen und Publizitätsvorschriften. Das
einzelner Börsen. Die B. wird auf der Grund- Börsengesetz unterscheidet als B. im Wert-
lage des o Börsengesetzes durch den o Bör- papierhandel zum einen den o regulierten
senrat als Satzung erlassen und von der Markt mit strengen Zulassungsvoraussetzun-
Börsenaufsichtsbehörde (o Börsenaufsicht) gen und Publizitätsvorschriften. Zum ande-
genehmigt. In der B. müssen u.a. Bestim- ren kann der Handel im o Freiverkehr erfol-
mungen enthalten sein über den Geschäfts- gen, für den gemilderte Bedingungen gelten.
zweig und die Organisation einer Börse
sowie über die Veröffentlichung der Preise Börsenteilnehmer, Bezeichnung für die
und Kurse und der ihnen zugrundeliegenden am Börsenhandel (insbesondere in Wertpa-
Umsätze. Bei Wertpapierbörsen muss die B. pieren) teilnehmenden Kreditinstitute bzw.
zusätzlich Bestimmungen über die Zusam- deren Händler sowie die an der Börse tätigen
mensetzung und Wahl der Mitglieder der o Skontroführer. Die Händler der Kredit-
Zulassungsstelle (o Börsenzulassung von institute betreiben den Handel mit Wertpapie-
Wertpapieren) sowie über die Bedeutung von ren für eigene Rechnung oder im Auftrag
o Kurszusätzen bzw. o Kurshinweisen ent- ihrer Kunden. Skontroführer haben die Auf-
halten. gabe, Geschäfte zwischen den Börsenhänd-
lern zu vermitteln und Börsenkurse festzu-
Börsenparkett, o Präsenzbörse. stellen. Kreditinstitute bzw. deren Händler
und Skontroführer benötigen zur Teilnahme
Börsenpflichtblatt, inländische Zeitung, am Börsenhandel die Zulassung der Börsen-
die von der Zulassungsstelle (o Börsenzulas- geschäftsführung. – Vgl. auch o Börsen-
sung von Wertpapieren) einer Börse als zulassung von Handelsteilnehmern.
Bekanntmachungsblatt für nach dem Bör-
sengesetz oder der Börsenzulassungsverord- Börsentermingeschäft, o Termingeschäft
nung vorgeschriebene Veröffentlichungen auf der Grundlage eines mit standardisierten
bestimmt wird. Ausstattungsmerkmalen versehenen, börsen-
mäßig handelbaren Kontraktes. In Deutsch-
Börsenplatz, Ort, an dem eine Börse (ins- land werden B. an der Terminbörse o EU-
besondere eine Wertpapierbörse) ihren Sitz REX gehandelt, die mögliche Handelsobjek-
hat. Der bedeutendste B. in Deutschland ist te, Liefermengen und Fälligkeiten festlegt.
Frankfurt/M. Der Abschluss von B. erfolgt hier nicht un-
mittelbar zwischen den Vertragspartnern;
Börsenpreis, o Börsenkurs. eine zwischengeschaltete Clearingstelle ge-
währleistet die Erfüllung der eingegangenen
Börsenprospekt, Informationsschrift mit Verpflichtungen und übernimmt außerdem
wesentlichen Daten eines Unternehmens, die Abwicklung und Überwachung der Ge-
dessen Wertpapiere zum Handel an der Börse schäfte. Gehandelt werden o Optionen und
zugelassen werden sollen. – Vgl. o Pros- o Futures. Gemäß den Vorschriften des
pekthaftung. Wertpapierhandelsgesetzes sind Kreditinsti-
tute verpflichtet, Privatkunden (o Verbrau-
Börsenrat, Organ einer Wertpapier- oder cher im Sinn des BGB) vor dem Abschluss
Warenbörse. Zu den wesentlichen Aufgaben eines B. über die typischen Risiken derartiger
des B. gehören der Erlass der o Börsenord- Geschäfte zu informieren.
nung, die Bestellung und Abberufung von
Geschäftsführern (in Abstimmung mit der Börsentermingeschäftsfähigkeit, bis
o Börsenaufsicht), die Überwachung der 2002 im Börsengesetz geregelte Eigenschaft,
Geschäftsführung und der Erlass der Bedin- rechtswirksam o Börsentermingeschäfte ein-
gungen für Börsengeschäfte. Im B. sind unter gehen zu können. Inzwischen wurde die B.
anderem die zum Börsenhandel zugelassenen durch eine Informationspflicht der Kredit-
Kreditinstitute, die o Skontroführer, die institute nach dem Wertpapierhandelsgesetz
Emittenten (o Emission) und die Anleger über die typischen Risiken derartiger Ge-
vertreten.
39 Briefgrundschuld

schäfte ersetzt. – Vgl. auch o Börsenter- Botengeschäft, Wertpapiergeschäft, bei


mingeschäft. dem das erstbeauftragte Kreditinstitut einen
Kundenauftrag an eine an der Börse zugelas-
Börsenwert des Bezugsrechts, o Be- sene Zentralbank (z.B. Landesbank, genos-
zugsrechtswert. senschaftliche Zentralbank) lediglich als
Bote weiterleitet. Dabei fungiert die beauf-
Börsenzulassung von Handelsteilneh- tragte Zentralbank als o Kommissionär und
mern. Zur Teilnahme am Börsenhandel ist erteilt auch die Abrechnung. Die Provision
eine entsprechende Zulassung durch die wird i.d.R. zwischen der Zentralbank und
Geschäftsführung der jeweiligen Börse er- dem als Boten auftretenden Kreditinstitut
forderlich. Voraussetzungen der Zulassung geteilt.
sind im o Börsengesetz geregelt. Zu diesen
Voraussetzungen gehört u.a., dass das antrag- Branchenfonds, o Investmentfonds, bei
stellende Unternehmen gewerbsmäßig den dem die zufließenden Mittel v.a. in Aktien
Handel mit Wertpapieren oder anderen bör- ausgewählter Branchen angelegt werden. Der
senmäßig handelbaren Gegenständen betreibt Anlageschwerpunkt kann z.B. im Energie-,
oder Geschäfte dieser Art vermittelt und über Chemie- oder Technologiesektor liegen.
einen kaufmännisch eingerichteten Ge-
schäftsbetrieb zur ordnungsgemäßen Ab- Branchenindex, o Index zur Darstellung
wicklung der Börsengeschäfte verfügt. Au- der Kursentwicklung von Aktien einer be-
ßerdem ist der Nachweis persönlicher Zuver- stimmten Branche. B. werden z.B. als Unter-
lässigkeit und beruflicher Eignung der von indizes zum an der Frankfurter Börse veröf-
einem zugelassenen Unternehmen mit dem fentlichten o CDAX ermittelt.
Börsenhandel betrauten Personen erforder-
lich. Eine besondere Zulassung benötigen Brief (B). 1. Im Zusammenhang mit Bör-
auch die mit der Vermittlung von Börsenge- sengeschäften gleichbedeutend mit Angebot
schäften und der Kursfeststellung beauftrag- (z.B. von Wertpapieren oder Devisen). –
ten o Skontroführer. 2. Ergänzender Hinweis zu einer Börsen-
kursangabe (o Kurshinweise), wodurch
Börsenzulassung von Wertpapieren. kenntlich gemacht wird, dass zum festge-
Wertpapiere, die an der Börse im o stellten Kurs nur Angebot vorlag und daher
regulierten Markt gehandelt werden sollen, keine Umsätze möglich waren. – Gegensatz:
müssen nach dem Börsengesetz strenge o Geld (G).
Zulassungsvoraussetzungen erfüllen. Hierzu
gehört u.a., dass der Antrag auf Zulassung Briefgrundpfandrecht, gesetzlicher Re-
des Wertpapiers durch den Emittenten und gelfall eines o Grundpfandrechts, bei dem
ein Finanzdienstleistungsunternehmen ge- zusätzlich zur Eintragung in das o Grund-
stellt werden muss. Dem Antrag muss ein buch ein Hypotheken- oder Grundschuldbrief
Emissionsprospekt (o Emission) beigefügt ausgestellt wird. Die Ausstellung eines Brie-
werden, für dessen Richtigkeit sowohl der fes erhöht die Verkehrsfähigkeit eines
Emittent selbst als auch das Finanzdienstleis- Grundpfandrechts, da es außerhalb des
tungsunternehmen haften. Weiterhin muss Grundbuches auf einen Dritten übertragen
das Unternehmen für eine Aufnahme in den werden kann. – Vgl. auch o Briefhypothek,
r.M. seit mindestens drei Jahren bestehen und o Briefgrundschuld. – Gegensatz: o Buch-
eine bestimmte Größe aufweisen. Die Einbe- grundpfandrecht.
ziehung eines Wertpapiers in den o Freiver-
kehr ist ohne förmliches Zulassungsverfah- Briefgrundschuld, gesetzlicher Regelfall
ren möglich. – Anmerkung: Der Freiverkehr einer o Grundschuld; zusätzlich zur Eintra-
der Deutschen Börse trägt seit Oktober 2005 gung des Rechts in das o Grundbuch wird
die Bezeichnung „Open Market“. ein Grundschuldbrief ausgestellt. Der Brief
ist vom Gläubiger bei Geltendmachung der
BOSS-CUBE, Abk. für Börsen-Order-Se- Grundschuld vorzulegen. Die B. entsteht be-
rvice-System und Computerunterstütztes Bör- reits mit Einigung der Beteiligten über die
senhandels- und -entscheidungssystem. – Bestellung des Rechts und der Eintragung in
Vgl. auch o Xontro. das Grundbuch. Der Erwerb durch den
Grundschuldgläubiger tritt dagegen erst mit
Briefhypothek 40

Übergabe des Briefes ein. Zur Übertragung Bruttodividende. Betrag der von der
des Anspruchs aus einer B. reicht die schrift- Hauptversammlung einer Aktiengesellschaft
liche Abtretung des Grundschuldanspruchs in beschlossenen Dividende vor Abzug von o
Verbindung mit der Übergabe des Grund- Abgeltungssteuer und Solidaritätszuschlag. –
schuldbriefes aus. Eine Eintragung der Ab- Vgl. auch o Dividendenbesteuerung.
tretung in das Grundbuch ist nicht zwingend
erforderlich. – Gegensatz: o Buchgrund- Bruttoinlandsprodukt, Wert der innerhalb
schuld. der geografischen Grenzen eines Wirt-
schaftsgebietes von den volkswirtschaftli-
Briefhypothek, gesetzlicher Regelfall einer chen Sektoren geschaffenen Güter und
o Hypothek; zusätzlich zur Eintragung des Dienstleistungen nach Abzug verbrauchter
Rechts in das o Grundbuch wird ein Hypo- Vorleistungen. Unerheblich ist hierbei, ob die
thekenbrief ausgestellt. Der Brief ist vom Wertschöpfung von Inländern im Inland oder
Gläubiger bei Geltendmachung der Hypo- von Ausländern im Inland erbracht wurde. So
thek vorzulegen. Die B. entsteht bereits ist z.B. auch die Wirtschaftsleistung eines in
durch Einigung der Beteiligten über die den Niederlanden wohnhaften, aber in
Bestellung des Rechts und Eintragung in das Deutschland tätigen Arbeitnehmers im deut-
Grundbuch. Der Erwerb durch den Hypothe- schen B. enthalten.
kengläubiger tritt dagegen erst mit Übergabe
des Briefes und (wegen der o Akzessorietät BSE, Abk. für o belegloser Scheckeinzug.
der Hypothek) mit Entstehung der zugrunde
liegenden Forderung ein. Zur Übertragung Bubills, Abk. für unverzinsliche Schatzan-
einer B. ist die schriftliche Abtretung der weisungen des Bundes. – Vgl. auch o Geld-
zugrunde liegenden Forderung in Verbindung marktpapiere.
mit der Übergabe des Hypothekenbriefes
ausreichend. Eine Eintragung der Abtretung Buchgeld, o Geld.
in das Grundbuch ist nicht erforderlich. –
Gegensatz: o Buchhypothek. Buchgrundpfandrecht, o Grundpfand-
recht, bei dem abweichend vom gesetzlichen
Briefkurs, Verkaufskurs, der vor allem im Regelfall die Ausstellung eines Hypotheken-
Geld-, Devisen- und Wertpapierhandel eine oder Grundschuldbriefes aufgrund einer
Rolle spielt. Durch die nach der Einführung Vereinbarung zwischen Grundstückseigen-
des o Euros vorgenommene Umstellung auf tümer und Gläubiger sowie durch einen
eine o Mengennotierung ist der B. bei Devi- entsprechenden Vermerk im o Grundbuch
sengeschäften nicht auf die ausländische ausgeschlossen wird. Eine spätere Übertra-
Währung, sondern auf den Euro anzuwen- gung des Grundpfandrechts auf einen Dritten
den: So ist z.B. der B. 1 Euro = 1,3825 US- ist dann nur noch mit Änderung des Grund-
Dollar der Preis, zu dem ein Kreditinstitut buches möglich. – Vgl. auch o Buchhypo-
einen Euro verkauft, d.h. also US-Dollar thek, o Buchgrundschuld. – Gegensatz:
ankauft. – Gegensatz: o Geldkurs. o Briefgrundpfandrecht.

Bringgelder, Bezeichnung für bei Kredit- Buchgrundschuld, o Grundschuld, bei


instituten unterhaltene o Sicht-, o Termin- der abweichend vom gesetzlichen Regelfall
und o Spareinlagen. Die Initiative zur Un- die Erteilung eines Grundschuldbriefes auf-
terhaltung dieser Einlagen geht von den grund entsprechender Vereinbarung zwischen
Kunden aus. Das Kreditinstitut selbst kann Grundstückseigentümer und Gläubiger aus-
das Einlagenvolumen nur mittelbar (vor geschlossen wird. Der Briefausschluss ist in
allem über den Guthabenzins) beeinflussen. das o Grundbuch einzutragen. Die B. ent-
– Gegensatz: o Holgelder. steht bereits mit Einigung der Beteiligten
über die Bestellung des Rechts und der Ein-
Broker, angelsächsische Bezeichnung für tragung in das Grundbuch. Auch der Erwerb
eine Person oder Institution, die Wertpapier- der B. durch den Grundschuldgläubiger tritt
geschäfte vermittelt. wegen der Abstraktheit der Grundschuld
bereits mit ihrer Eintragung in das Grund-
Bruchteileigentum, o Miteigentum. buch ein. Zur Übertragung des Anspruchs
aus einer B. ist neben der Abtretung des
41 Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen (BAK, BAKred)

Grundschuldanspruchs außerdem noch die ten von überwiegend zehn Jahren; gelegent-
Eintragung der Abtretung in das Grundbuch lich kommen auch Laufzeiten bis zu 30 Jahre
erforderlich. – Gegensatz: o Briefgrund- vor. B. werden an der Börse gehandelt und
schuld. können von jedermann erworben werden.
Ein vorzeitiger Verkauf ist täglich zum aktu-
Buchhypothek, o Hypothek, bei der ab- ellen Kurs an der Börse oder über die o
weichend vom gesetzlichen Regelfall die Deutsche Finanzagentur möglich. B. sind
Erteilung eines Hypothekenbriefes aufgrund Wertrechtsanleihen (o Schuldbuchfor-
entsprechender Vereinbarung zwischen derungen); es erfolgt kein Ausdruck von
Grundstückseigentümer und Gläubiger aus- effektiven Stücken (Wertpapierurkunden). –
geschlossen wird. Der Briefausschluss ist in Siehe Abbildung 2 (Übersicht Bundeswert-
das o Grundbuch einzutragen. Die B. ent- papiere).
steht bereits durch Einigung der Beteiligten
über die Bestellung des Rechts und Eintra- Bundesanstalt für Finanzdienstleis-
gung in das Grundbuch. Der Erwerb der B. tungsaufsicht (BAFin), dem Bundesfi-
durch den Hypothekengläubiger tritt wegen nanzministerium unterstellte juristische Per-
ihrer o Akzessorietät erst mit Entstehen der son mit Sitz in Frankfurt/Main und Bonn.
zugrunde liegenden Forderung ein. Zur Die BAFin ist 2002 durch Zusammenlegung
Übertragung des Anspruchs aus einer B. ist des Bundesaufsichtsamtes für das Kreditwe-
neben der Abtretung der Forderung außer- sen, des Bundesaufsichtsamtes für den Wert-
dem noch die Eintragung der Abtretung in papierhandel und des Bundesaufsichtsamtes
das Grundbuch erforderlich. – Gegensatz: für das Versicherungswesen entstanden. Im
o Briefhypothek. Bereich der o Bankenaufsicht überwacht die
Behörde in Zusammenarbeit mit der o Deut-
Bull, o Haussier. schen Bundesbank die Geschäftstätigkeit der
Kreditinstitute, ist zuständig für die Erteilung
Bullenfalle, Situation, in der ein o Haussier und Rücknahme der Betriebserlaubnis einer
als Ergebnis technischer o Aktienanalyse Bank, achtet auf die Einhaltung der Vor-
eine Kaufentscheidung trifft, die sich als schriften des Kreditwesengesetzes und ord-
falsch erweist, da die Börse entgegen der net bestimmte Maßnahmen bei Gefahren
Erwartung eine negative Kursentwicklung (insbesondere bei drohender Zahlungsunfä-
aufweist. – Gegensatz: o Bärenfalle. higkeit) an. Im Bereich des Wertpapierhan-
dels führt sie u.a. die Aufsicht über die Wert-
Bullenmarkt, o Hausse. papiergeschäfte von Banken und anderen
Finanzdienstleistungsinstituten, überwacht
Bullish, positive Erwartungshaltung eines die Einhaltung der Vorschriften des Wertpa-
Anlegers hinsichtlich der weiteren Börsen- pierhandelsgesetzes und beaufsichtigt die
entwicklung, das heißt der Anleger geht von Geschäftstätigkeit von Kapitalanlagegesell-
weiter steigenden Kursen aus. – Gegensatz: schaften (o Investmentgesellschaft). Schließ-
o Bearish. lich nimmt sie die Rechts- und Finanzauf-
sicht über private Versicherungsunternehmen
Bull Market, o Hausse. wahr.

Bull-Optionsschein, Bull Warrant; Opti- Bundesanzeiger, Bekanntmachungsschrift


onsschein (o Option), mit dem auf einen der Bundesregierung, in der neben Rechts-
steigenden Kurs des zugrunde liegenden verordnungen und Verwaltungsvorschriften
Wertpapiers spekuliert wird. – Gegensatz: unter anderem auch Jahresabschlüsse und
o Bear-Optionsschein. Lageberichte von o Kapitalgesellschaften
und Kreditinstituten sowie Handelsregister-
Bull Warrant, Bull-Optionsschein. eintragungen (o Handelsregister) veröffent-
licht werden.
Bundesanleihe, o Anleihe der Bundesre-
publik Deutschland mit i.d.R. fester Verzin- Bundesaufsichtsamt für das Kreditwe-
sung, selten auch als o Floating Rate Note sen (BAK, BAKred), ehemals Bankenauf-
mit variabler Verzinsung. Die Ausgabe von sichtsbehörde (o Bankenaufsicht) im Ge-
B. erfolgt im o Tenderverfahren mit Laufzei- schäftsbereich des Bundesfinanzministeri-
Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BAWe) 42

ums. – Siehe jetzt: o Bundesanstalt für Bundesschatzanweisung, o Anleihe der


Finanzdienstleistungsaufsicht. Bundesrepublik Deutschland mit fester Ver-
zinsung. Die Ausgabe von B. erfolgt im
Bundesaufsichtsamt für den Wertpa- o Tenderverfahren mit einer Laufzeit von
pierhandel (BAWe), ehemals Bundesbe- zwei Jahren. B. werden an der Börse ge-
hörde im Geschäftsbereich des Bundes- handelt und können von jedermann erworben
finanzministeriums mit der Aufgabe, Miss- werden. Ein vorzeitiger Verkauf ist täglich
ständen entgegenzuwirken, die die ord- zum aktuellen Kurs an der Börse oder über
nungsmäßige Durchführung des Wertpapier- die o Deutsche Finanzagentur möglich. B.
handels beeinträchtigen oder erhebliche sind Wertrechte (o Schuldbuchforderungen);
Nachteile für den Wertpapiermarkt bewirken es erfolgt kein Ausdruck von effektiven
können. – Siehe jetzt: o Bundesanstalt für Wertpapierurkunden.
Finanzdienstleistungsaufsicht.
Bundesschatzbrief, Wertpapier des Bun-
Bundesbank, o Deutsche Bundesbank. des mit jährlich steigender Verzinsung. Die
Laufzeit beträgt sechs Jahre bei jährlicher
Bundesbank-Girokonto, von der Bun- Zinszahlung (Typ A) bzw. sieben Jahre bei
desbank für Kreditinstitute und öffentliche Zahlung der Zinsen mit Zinseszinsen zum
Verwaltungen, in Ausnahmefällen auch für Zeitpunkt der Rückzahlung (Typ B, o Auf-
Unternehmen und Privatpersonen geführtes zinsungspapier). B. können von natürlichen
Girokonto. B.G. dienen allgemein der bank- Personen und von gebietsansässigen gemein-
mäßigen Abwicklung des Zahlungsverkehrs, nützigen, mildtätigen oder kirchlichen Ein-
insbesondere der Ausführung von Überwei- richtungen erworben werden. Der Mindest-
sungen, der Gutschrift von Überweisungs- anlagebetrag (Mindestauftragswert) ist 50
eingängen und dem Einzug von Schecks und Euro bzw. 52 Euro bei einem Direkterwerb
Lastschriften. Kreditinstitute nutzen B.G. über die o Deutsche Finanzagentur. Eine
darüber hinaus auch zur Liquiditätshaltung vorzeitige Rückgabe ist nach dem ersten
und zur Abwicklung von Geschäften im Laufzeitjahr jederzeit bis zu 5.000 Euro
Rahmen der geldpolitischen Operationen des Nennwert je Gläubiger innerhalb von 30
Europäischen Systems der Zentralbanken. Zinstagen möglich. Eine Übertragung auf
Überziehungen von B.G. sind nicht zulässig. erwerbsberechtigte Dritte ist jederzeit mög-
lich. Ein Börsenhandel findet nicht statt. B.
Bundesobligation (Bobl), als o Dauer- sind Wertrechte (o Schuldbuchforderungen);
emission der Bundesrepublik Deutschland in effektive Stücke (Urkunden) werden nicht
aufeinanderfolgenden Serien ausgegebene ausgedruckt. – Siehe Abbildung 2 (Übersicht
o Anleihe mit fester Verzinsung und einer Bundeswertpapiere).
Laufzeit von fünf Jahren. Die Zinszahlung
erfolgt jährlich. B. werden an der Börse Bundesschuldbuch, von der o Deutschen
gehandelt. Die Rückzahlung am Laufzeit- Finanzagentur geführtes öffentliches Register
ende erfolgt zum Nennwert. Der Ersterwerb zur Erfassung von unverbrieften Darlehens-
einer B. über die o Deutsche Finanzagentur forderungen (o Schuldbuchforderungen) ge-
ist nur durch natürliche Personen und ge- gen den Bund und die Sondervermögen des
bietsansässige gemeinnützige, mildtätige Bundes. Eintragungen im B. unterliegen dem
oder kirchliche Einrichtungen möglich. An Schuldbuchgeheimnis, das mit dem o Bank-
der Börse können B. von jedermann erwor- geheimnis vergleichbar ist. Die Verwaltung
ben werden. Der Mindestanlagebetrag (Min- von Schuldbuchforderungen erfolgt kosten-
destauftragswert) beträgt bei einem Direkt- frei. Im B. sind u.a. o Bundesschatzbriefe,
erwerb über die Deutsche Finanzagentur 110 o Bundesobligationen, o Finanzierungs-
Euro; im Fall des Erwerbs über die Börse schätze, o Bundesanleihen und o Bundes-
gibt es keinen Mindestauftragswert. Der Ver- schatzanweisungen erfasst.
kauf von B. ist täglich zum aktuellen Kurs an
der Börse oder über die Deutsche Finanz- Bundesverband der Deutschen Volks-
agentur möglich. – Siehe Abbildung 2 (Über- banken und Raiffeisenbanken e.V.
sicht Bundeswertpapiere). (BVR), Spitzenverband des kreditgenossen-
schaftlichen Sektors (o Kreditgenossen-
schaften) mit der Aufgabe, die fachlichen,
43 Bürgschaft

wirtschaftlichen und wirtschaftspolitischen bzw. Lieferung von Bundesanleihen, die den


Interessen der Mitgliedsinstitute zu vertreten Kriterien des fiktiven o Basiswertes ent-
und zu fördern. Der BVR koordiniert die sprechen, zu erfüllen.
Aktivitäten des Verbunds und berät seine
Mitglieder in rechtlicher, steuerlicher sowie Bürgschaft. 1. Wesen: Vertrag, durch den
betriebs- und volkswirtschaftlicher Hinsicht. sich der Bürge gegenüber dem Gläubiger
Er betreibt bundesweite Marketingmaßnah- eines Dritten verpflichtet, für die Erfüllung
men und entwickelt Zahlungsverkehrskon- der Verbindlichkeiten des Dritten einzuste-
zepte. Daneben verwaltet er den Garantie- hen. Die B. ist akzessorisch (o Akzessorie-
fonds zum Schutz der Mitgliedsinstitute vor tät), d.h. für die Verpflichtung des Bürgen ist
o Zahlungsunfähigkeit. der jeweilige Bestand der Hauptverbindlich-
keit maßgebend. Die Bürgschaftsverpflich-
Bundesverband Deutscher Banken tung wird erst mit Entstehung der Haupt-
(BdB), Bankenverband; Spitzenverband zur schuld wirksam und entwickelt sich entspre-
Vertretung der Interessen des privaten Bank- chend der Hauptschuld. Erhöht sich die
gewerbes. Der BdB repräsentiert private Schuld eines Kreditnehmers z.B. durch
Banken, regionale Verbände sowie die Spe- Zinsen, so erhöht sich auch die Verpflichtung
zialverbände der o Hypothekenbanken und des Bürgen. Entsprechend verringert sich bei
der Schiffsbanken. Aufgabe des BdB ist u.a. einer Verminderung der Hauptschuld auch
die Information der Mitglieder über aktuelle die Bürgschaftsschuld. Die B. erlischt, wenn
politische und wirtschaftliche Entwicklun- die Hauptschuld nicht mehr besteht. Eine B.
gen. Er ist außerdem Ansprechpartner der kann jedoch auch für eine künftig erst entste-
Politik in kreditwirtschaftlichen Fragen und hende Schuld übernommen werden. Mit
arbeitet mit anderen Verbänden zusammen. Erfüllung der Bürgschaftsverpflichtung geht
Eine weitere Aufgabe liegt in der Öffentlich- die Forderung des Gläubigers gegen den
keitsarbeit. Der BdB ist Träger der o Ein- Hauptschuldner auf den Bürgen über. –
lagensicherung des privaten Bankgewerbes. 2. Formvorschrift: Eine rechtswirksame B.
setzt Schriftform voraus. Dies gilt nicht für
Bundeswertpapiere, Schuldverschreibun- die B. eines Kaufmanns. Er kann sich im
gen (o Anleihen) des Bundes mit Laufzeiten Rahmen eines Handelsgeschäftes auch
von ca. einem Jahr bis zu zehn Jahren (bei mündlich verbürgen. Kreditinstitute akzeptie-
Bundesanleihen gelegentlich bis zu 30 Jah- ren jedoch auch von Kaufleuten nur schriftli-
ren). Die o Tagesanleihe des Bundes hat eine che, formularmäßig ausgearbeitete Bürg-
unbegrenzte Laufzeit. B. sind teilweise bör- schaftserklärungen, die besondere vertrag-
sennotiert und werden u.a. als o Bundes- liche Regelungen enthalten und dem Siche-
schatzbriefe, o Finanzierungsschätze, o rungsbedürfnis der Bank gerecht werden. –
Bundesobligationen, o Bundesanleihen und 3. Arten: a) Gewöhnliche B. (BGB-B.): Der
o Bundesschatzanweisungen ausgegeben. – Bürge hat das Recht zur Einrede der Voraus-
Siehe Abbildung 2 (Übersicht Bundeswert- klage, d.h. er kann die Zahlung verweigern,
papiere). solange der Gläubiger nicht eine o Zwangs-
vollstreckung in das bewegliche Vermögen
Bundeswertpapierverwaltung, ehemali- des Hauptschuldners versucht hat. Er haftet
ge Bundesoberbehörde mit den Hauptaufga- nur insoweit, als die Zwangsvollstreckung
ben, die vom Bund aufgenommenen Kredite erfolglos bleibt. – b) Selbstschuldnerische B.:
zu beurkunden und zu verwalten sowie die Der Bürge verzichtet auf das Recht zur Ein-
kostenlose Verwahrung und Verwaltung von rede der Vorausklage und damit auf eine
Bundeswertpapieren für Anleger zu betrei- vorherige Zwangsvollstreckung in das Ver-
ben. Die Aufgaben der B. sind inzwischen mögen des Hauptschuldners. Er haftet wie
von der o Deutschen Finanzagentur über- der Hauptschuldner selbst und kann in An-
nommen worden. spruch genommen werden, sobald der
Hauptschuldner seiner Verbindlichkeit bei
BUND-Future, Euro-Bund-Future; o Futu- Fälligkeit nicht nachkommt. Kaufleute haften
re auf der Basis einer fiktiven, idealtypi- im Rahmen eines Handelsgeschäftes auch
schen 6% o Bundesanleihe mit 8,5 – 10- ohne besondere Vereinbarung stets selbst-
jähriger Restlaufzeit. Der B.-F. beinhaltet die schuldnerisch. – Daneben existieren beson-
Verpflichtung, den Kontrakt durch Abnahme dere Arten der B., z.B. die o Mitbürgschaft,
Abbildung 2: Übersicht Bundeswertpapiere (Auszug)

Merkmale Bundesschatzbriefe Finanzierungsschätze Bundesobligationen Bundesanleihen Tagesanleihe


Mindest- 50 Euro bzw. 52 Euro 500 Euro Erwerb an der Börse: Börse: kein Mindestauf- 50 Euro
Bürgschaft

auftrag bei Direkterwerb kein Mindestauftrag; trag; im Tenderverfahren:


Deutsche Finanzagentur Direkterwerb Deutsche Mindestgebot 1 Mio Euro
Finanzagentur: 110 Euro
im Tenderverfahren:
Mindestgebot 1 Mio Euro
Zinszahlung Typ A: jährlich Abzinsung jährlich jährlich tägliche Zinsgutschrift
Typ B: Zinsansamm- (Nennwert – Zinsen = durch Erhöhung des
lung (Auszahlung der Kaufpreis) Tagespreises (Zinses-
Zinsen mit Zinseszin- zinseffekt); Auszahlung
sen bei Rückzahlung der Zinsen jeweils zum
des Kapitals) 31.12. eines Jahres
Laufzeit Typ A: 6 Jahre 1 Jahr und 5 Jahre 10 Jahre, gelegentlich unbefristet
Typ B: 7 Jahre 2 Jahre 30 Jahre

Rückzahlung Typ A zum Nennwert zum Nennwert zum Nennwert zum Nennwert bei Verkauf zum aktuellen
Typ B zum Rückzah- Tagespreis einschließlich
lungswert Zinsen
(= Nennwert  Zinsen)
Erwerber nur natürliche Personen jedermann Erwerb über die Börse: jedermann jedermann
sowie gebietsansässige außer Kreditinstitute jedermann; Direkterwerb
gemeinnützige, mildtäti- über Deutsche Finanz-
ge und kirchliche Ein- agentur: nur natürliche
richtungen Personen, gebietsansäs-
sige gemeinnützige, mild-
tätige und kirchliche Ein-
richtungen
Verkauf bzw. jederzeit nach dem ers- nicht möglich nach Börseneinführung nach Börseneinführung bankgeschäftstäglich
vorzeitige ten Laufzeitjahr bis zu täglicher Verkauf zum täglicher Verkauf zum gebührenfrei zum Tages-
Rückgabe insgesamt 5.000 Euro aktuellen Kurs möglich; aktuellen Kurs möglich; preis über die Bundesre-
Nennwert je Gläubiger Verkauf über Deutsche Verkauf über Deutsche publik Deutschland –
innerhalb 30 Zinstagen Finanzagentur zum Ein- Finanzagentur zum Ein- Finanzagentur GmbH
heitspreis der Frankfurter heitspreis der Frankfurter möglich
Wertpapierbörse Wertpapierbörse
44
45 BVR

o Rückbürgschaft und o Teilbürgschaft. – Handwerks, des Handels, des Hotel- und


4. B. in der Bankpraxis: Kreditinstitute Gaststättengewerbes und der mittelständi-
akzeptieren nur selbstschuldnerische B., um schen Industrie gegründete o Spezialbanken.
bei o Zahlungsunfähigkeit des Kreditneh- Bürgschaftsbanken unterliegen dem Kredit-
mers den Bürgen sofort in Anspruch nehmen wesengesetz und der o Bankenaufsicht. Ihre
zu können. Dabei wird vor allem im Privat- Aufgabe besteht darin, o Bürgschaften und
kundengeschäft die Haftung des Bürgen auf o Garantien für Unternehmen zu überneh-
einen Höchstbetrag begrenzt, der evtl. zu- men, die bei Kreditaufnahmen (insbesondere
sätzlich zur Hauptschuld anfallende Zinsen zum Zweck der Existenzgründung und für
und Kosten mit einschließt (o Höchst- Rationalisierungsinvestitionen) den Kredit-
betragsbürgschaft). Weiter wird vereinbart, gebern keine ausreichenden Sicherheiten
dass die B. nicht durch eine lediglich vor- stellen können.
übergehende Rückzahlung des Kredits erlö-
schen soll. BVR, Abk. für o Bundesverband der Deut-
schen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V.
Bürgschaftsbanken, Kreditgarantiege-
meinschaften; von Fachverbänden u.a. des
C
Call, Kauf; Begriff, der vor allem im Zu- CASCADE, Abwicklungssystem für den
sammenhang mit o Optionen (Call Option = stückelosen o Effektengiroverkehr bei
Kaufoption) und bei der Geldaufnahme o Namensaktien.
zwischen Kreditinstituten (Call Money =
Cash Flow, Liquiditätszufluss, Nettozugang
Nachfrage nach Geld (o aufgenommene
Gelder) verwendet wird. an flüssigen Mitteln (Bargeld, Kontogutha-
ben) aus dem Umsatz und sonstigen Aktivitä-
Call Center, zentrale Einrichtung bei der
ten eines Unternehmens. Der C.F. ist eine
kundenorientierten Kontaktaufnahme und Kennzahl zur Bewertung der Selbstfinanzie-
Kontaktpflege per Telefon. Von besonderer rungskraft, da er Auskunft darüber gibt, wie
Bedeutung in der Praxis der Kreditinstitute schnell ein Unternehmen in der Lage ist,
ist das C.C. für den Geschäftsbetrieb einer Verbindlichkeiten (z.B. Zins- und Tilgungs-
o Direktbank. zahlungen für Kredite) aus den über die
Geschäftstätigkeit zufließenden Mitteln zu
Call Money, o aufgenommene Gelder.
begleichen. Er wird daher bei Entscheidun-
gen über die Kreditvergabe hinzugezogen
CAP, Begrenzung von Zins- oder Rückzah-
(o Kreditscoring). Darüber hinaus hat der
lungsansprüchen. CAPs können in verschie- C.F. eine große Bedeutung im Zusammen-
denen Varianten auftreten: 1. Zinscap: Bei hang mit der fundamentalen o Aktienanaly-
einem Kredit wird eine variable Verzinsung se. – Ausgangspunkt für die Berechnung des
mit einer Obergrenze (CAP) von z.B. 9% C.F. ist der Gewinn des Unternehmens. Da in
vereinbart. Für die Sicherheit, dass die Zins- diesem jedoch einige Gewinn mindernde
belastung des Kreditnehmers die Grenze von Aufwendungen enthalten sind, die nicht zu
9% zwar unterschreiten, nicht jedoch über- Liquiditätsabflüssen beim Unternehmen
schreiten kann, hat er dem Kreditgeber eine geführt haben (dies sind vor allem o Ab-
Prämie zu zahlen. – 2. Zertifikate mit CAP: schreibungen und o Rückstellungen), wer-
Beim Kauf eines o Indexzertifikates profi- den solche Aufwendungen zum Gewinn
tiert der Erwerber von Steigerungen des wieder hinzuaddiert. Darüber hinaus werden
zugrunde liegenden o Börsenindex. Auch i.d.R. der außerordentliche Aufwand und
hier kann ein CAP festgelegt sein, der in Ertrag wieder korrigiert. Vereinfacht ergibt
diesem Fall einen maximalen Ertrag des sich folgendes Schema für die Berechnung
Zertifikatsinhabers festlegt. Da der Zertifi- des C.F.:
katsinhaber andererseits bei fallendem Index Gewinn (Erträge ņ Aufwendungen)
ein Verlustrisiko trägt, ist das mit einem CAP + Abschreibungen
versehene Indexzertifikat günstiger als ein + Zuführungen zu Rückstellungen
entsprechendes Zertifikat ohne CAP (sog. + außerordentliche Aufwendungen
Plain Vanilla Zertifikat). Zertifikate mit ņ außerordentliche Erträge
CAPs werden daher auch als Discount- = Cash Flow
Zertifikate bezeichnet. – 3. CAP-Floating
Rate Note: o Floating Rate Note (FRN), die Cash Management, computergesteuertes
mit einer Zinsbegrenzung nach oben verse- System zur Optimierung kurzfristiger Zah-
hen ist. Auch hier ist die o Rendite entspre- lungsströme eines Unternehmens. Im Rah-
chend höher als bei vergleichbaren normalen men des C.M. bieten Kreditinstitute ihren
FRN, da der Anleger bereit ist, auf Zinsstei- Firmenkunden spezielle Software an. An-
gerungen oberhalb des CAP zu verzichten. wendungsbereiche sind: 1. Automatische
Gegensatz: o Floor. Kontozusammenführung (Pooling): Wenn ein
Cash Pooling 48

Unternehmen verschiedene Girokonten Certificate of Deposit (CD), Instrument


unterhält, können diese rechnergesteuert so zur Verbriefung von o Termineinlagen.
verwaltet werden, dass die Einzelsalden der Durch die Verbriefung werden Termineinla-
Konten täglich zu einem Konto zusammen- gen handelbar. CD weisen hohe Nennbeträge
geführt werden. Durch diese Bündelung und unterschiedliche Laufzeiten auf (i.d.R. 3
vermeidet das Unternehmen Kreditzinsen bei - 12 Monate). Sie werden bei Fälligkeit zum
den Konten, die einen o Sollsaldo aufwei- Nennwert eingelöst. – Vgl. auch o Abzin-
sen, sofern die Addition der Salden einen sungspapier.
o Habensaldo ergibt. – 2. Verrechnung von
Konzernsalden (Netting): Ein o Konzern, Certificate of Origin, o Ursprungszeug-
dessen Tochtergesellschaften gegenseitige nis.
Forderungen und Verbindlichkeiten verrech-
net, kann computergestützt die Anzahl der Chart, grafische Darstellung bei technischen
anfallenden Zahlungsströme durch zentrale o Aktienanalysen.
Verwaltung minimieren. So kann sich z.B.
die Situation zwischen den Konzerngesell- Charter Party Konnossement, Sonder-
schaften A, B und C wie folgt darstellen: form eines o Konnossements, dem ein
Frachtvertrag über den gesamten Frachtraum
A oder Teile des Frachtraums eines Schiffes
zugrunde liegt. Charter Party-Verträge finden
100.000 EUR 50.000 EUR Anwendung bei Mengengütern (z.B. Kies,
Kohle); sie sind kostengünstiger als Verträge
bei Stückgutverschiffung in Containern.
50.000 EUR
B C
Cheque, o Scheck; Cheque de Voyage =
o Reisescheck.
Durch das Netting reduzieren sich die drei
Forderungen auf einen einzigen Zahlungs- Cheque barré, o gekreuzter Scheck.
strom von 50.000 Euro, der von A an B zu
überweisen ist. Chicago Board of Trade (CBOT), größte
Terminbörse der Welt. An der CBOT werden
Cash Pooling, Bestandteil des o Cash o Optionen und o Futures sowie Termin-
Management. kontrakte auf bestimmte Agrarprodukte (z.B.
Weizen) gehandelt. Seit Ende 2000 ist die
Cash Settlement, o Settlement. CBOT an das elektronische Handelssystem
der europäischen Terminbörse o Eurex
CBOT, Abk. für o Chicago Board of Trade. angeschlossen.

CD, Abk. für o Certificate of Deposit. Chipkarte, o Geldkarte.

CDAX, Abk. für Composite Dax. Der CDAX CIF, Abk. für Cost, Insurance, Freight (Kos-
ist ein Aktienindex (o Index). Während der ten, Versicherung, Fracht). – Vgl. auch o In-
Deutsche Aktienindex (DAX) nur die Kurs- coterms.
entwicklung der 30 (börsen)umsatzstärksten
deutschen Unternehmen widerspiegelt, um- CIM-Frachtbrief, Beweisurkunde über den
fasst der CDAX alle deutschen Aktienwerte Abschluss eines Frachtvertrages mit einem
des General Standard und des Prime Stan- Eisenbahnunternehmen (z.B. Deutsche Bahn
dard. – Vgl. auch o Börsensegmente. Der AG). Der CIM-F. gehört zu den o Außen-
CDAX ist in verschiedene Branchenindizes handelsdokumenten.
unterteilt (Automobil, Banken, Pharmain-
dustrie, Medien, Telekommunikation etc.). CIP, Abk. für Carriage and Insurance Paid
(Transport und Versicherung gezahlt). – Vgl.
CDO, Abk. für o Collateralized Debt Obli- auch o Incoterms.
gation.
CLC, Abk. für o Commercial Letter of
CDS, Abk. für o Credit Default Swap. Credit.
49 computerunterstützte Beratung

Clean Payment, o nichtdokumentäre Commercial Banking, Bankaktivitäten im


Zahlung. Zusammenhang mit der Hereinnahme von
Kundeneinlagen (Passivgeschäft) und der
Clearing, o Abrechnung. Gewährung von Krediten (Aktivgeschäft).
Aktivitäten im C.B. sind ein spezifisches
Clearstream Banking AG (früher: Deut- Merkmal für o Universalbanken. – Gegen-
sche Börse Clearing AG); Abwicklungszen- satz: o Investment Banking.
trale im stückelosen o Effektengiroverkehr.
Commercial Letter of Credit (CLC),
Closed End Fund, geschlossener Fonds; Sonderform beim o Dokumentenakkreditiv.
Sonderform eines o Investmentfonds. Antei- Bei einem CLC wird eine Urkunde ausge-
le an einem C.E.F können nur während eines stellt, die den dort ausgewiesenen Begünstig-
bestimmten Zeitraums gekauft werden. – Ge- ten (Exporteur einer Ware) ermächtigt,
gensatz: o Open End Fund. o Wechsel auf die den CLC ausstellenden
Bank (Bank des Importeurs) zu ziehen.
CMR-Fachtbrief, Beweisurkunde über den
Abschluss eines Frachtvertrages mit einer Commercial Paper (CP), Sonderform der
Spedition, die Waren per LKW transportiert. o Geldmarktpapiere.
Der CMR-F. gehört zu den o Außenhandels-
dokumenten. Compliance, engl. für Einwilligung; Re-
gelwerk zur Vermeidung von Interessenkon-
Co-Branding, Kooperationsverfahren bei flikten bei der Geld- und Vermögensanlage
der Herausgabe von o Kreditkarten. sowie die Kontrolle der Einhaltung dieser
Regeln durch eine C.-Überwachungsstelle.
Codierung, Verfahren zur Vereinfachung Nach den C.-Richtlinien der Kreditinstitute
der Zahlungsverkehrsabwicklung. Bei dürfen Geschäfte oder Anlageempfehlungen
Schecks und beleghaften Überweisungs- und nicht gegen die Interessen des Institutes bzw.
Lastschriftaufträgen ist es möglich, die für des Kunden verstoßen. Außerdem sind kurs-
eine beleglose Weiterbearbeitung notwendi- relevante Informationen über Unternehmen
gen Daten in maschinenlesbarer Schrift unten vertraulich zu behandeln. – Vgl. auch o In-
auf dem Beleg anzubringen. Diese Daten sidergeschäfte.
werden im Wege der optischen Beleglesung
in Datensätze übergeleitet und können so Computerbörsen, elektronische Börsen,
beleglos weitergegeben werden. Im Zuge des bei denen alle Geschäfte über vernetzte
rückläufigen Belegaufkommens in Kreditin- Systeme automatisch, d.h. ohne Einschaltung
stituten und einer verbesserten Technik bei von Maklern, abgeschlossen und abgewickelt
der Lesbarkeit handschriftlich ausgefüllter werden. C. haben inzwischen die Präsenz-
Belege (o Schriftlesesystem) verliert die C. börsen weitgehend zurückgedrängt. Wich-
zunehmend an Bedeutung. tigste C. in Deutschland sind o Eurex und
o XETRA. – Gegensatz: o Präsenzbörsen.
Collared Floater, variabel verzinsliche
Anleihe (o Floating Rate Note), die sowohl computerunterstützte Beratung, Nut-
mit einem Mindestzinssatz (o Floor) als zung elektronischer Systeme in der Kunden-
auch mit einem Höchstzinssatz (o CAP) beratung. Computersysteme nehmen Bera-
ausgestattet ist. tern komplexe Bewertungs- und Berech-
nungsverfahren ab, so dass der Berater ledig-
Collateralized Debt Obligation (CDO), lich die notwendigen Daten eingeben und
Wertpapier, das durch bestimmte Vermö- dem Kunden die Ergebnisse der Computer-
gensgegenstände besichert ist. Eine CDO berechnungen erläutern muss. Anwendung
ist ein hoch komplexes Finanzprodukt, das findet die c.B. z.B. bei der Baufinanzierung
sich im Zusammenhang mit der Finanzkri- oder der persönlichen Finanzanalyse, bei der
se häufig als „toxisches Wertpapier“ er- individuelle Strategien zum gezielten Geld-
wiesen hat. – Vgl. auch o Asset Backed einsatz zur Vermeidung von Versorgungs-
Securities (ABS). engpässen in der Zukunft entwickelt werden.
Consulting 50

Consulting, Unternehmensberatung. C. ist Corporate Bond/Corporate Debt, o In-


ein Teilbereich des o Investment Banking. dustrieobligation.

Conto pro Diverse, o CpD-Konto. Corporate Finance, Teilbereich des o In-


vestment Banking.
Contractual Trust Arrangement (CTA),
Möglichkeit für Unternehmen, Vermögens- Corporate Governance, Führung und
mittel auf einen Treuhänder auszulagern. Per Kontrolle eines Unternehmens, z.B. einer
CTA kann das Unternehmen Vermögen in o Aktiengesellschaft (AG). Seit 2002 exis-
einen Pensionstreuhandverein einbringen, tiert in Deutschland ein C.G.-Kodex, der
um so seine Pensionsverpflichtungen gegen- Empfehlungen hierzu enthält, u.a. Regelun-
über ihren (ehemaligen) Mitarbeitern zu gen zu Kompetenzen der Überwachungsor-
finanzieren. CTA ist eine Alternative zur gane oder Grundsätze bei der Entlohnung
Bildung eines Pensionsfonds oder einer von Spitzenmanagern. Konkret äußert sich
Unterstützungskasse. – Vgl. auch o betrieb- C.G. z.B. dadurch, dass Vorstandsgehälter
liche Altersvorsorge. individuell ausgewiesen und dass ehemalige
Vorstandschefs möglichst nicht zu Aufsichts-
Controlling, ertragsorientierte Unterneh- ratsvorsitzenden ernannt werden.
mensführung, Planung, Steuerung und Ü-
berwachung. C. kann langfristig (strategi- Corporate Identity, „Selbstbildnis” eines
sches C.) oder kurzfristig (operatives C.) Unternehmens, d.h. Gesamtheit der Vorstel-
ausgerichtet sein. C. umfasst u.a. die Ein- lungen, die bei den Angehörigen des Unter-
schätzung von Ertrags- und Wachstumsmög- nehmens über dieses bestehen.
lichkeiten sowie die Analyse von Erlösen
und Kosten (Kostenrechnung). Cost Average, bei der regelmäßigen Anla-
ge in o Investmentzertifikaten zu beobach-
Convertible Bond, Wandelanleihe; Son- tender Effekt. Kauft der Anleger regelmäßig
derform der o Anleihe, bei der ein Kapital- Anteile (bzw. Bruchteile von Anteilen) einer
anleger das Recht hat, den C.B. gemäß einem Investmentgesellschaft in der Weise, dass er
vorher festgelegten Verhältnis in Aktien der jeweils einen festen Betrag investiert, erwirbt
herausgebenden (emittierenden) oder einer er seine Anteile grundsätzlich zu einem
anderen Gesellschaft umzutauschen (z.B. günstigeren Durchschnittspreis als ein Anle-
Umtausch von je 1.000 Euro Anleihe- ger, der stets eine feste Stückzahl von Antei-
Nennwert in zwei Aktien). Bei der Umwand- len erwirbt. Der C.A.-Effekt entsteht da-
lung wird o Fremdkapital (Anleihe) zu o durch, dass bei regelmäßiger Anlage eines
Eigenkapital (Aktien). Für die Herausgabe bestimmten Geldbetrages das Anlegerverhal-
eines C.B. ist ein Beschluss der Hauptver- ten über den aktuellen Preis des Zertifikates
sammlung der herausgebenden o Aktienge- gesteuert wird: Man erwirbt wenige Anteile,
sellschaft mit ¾-Mehrheit erforderlich. Dar- wenn der Preis hoch, dagegen viele, wenn
über hinaus ist, ebenfalls mit ¾-Mehrheit, der Preis gering ist. – Beispiel: Zwei Anleger
eine bedingte o Kapitalerhöhung zu be- kaufen X-Zertifikate in den Monaten Mai,
schließen. – Ein C.B. besteht aus zwei Tei- Juni und Juli. Einer investiert jeweils 300
len, der Anleihe und einer aufgrund des EUR, der andere kauft jeweils 6 Stück:
Umtauschrechtes bestehenden Kaufoption
Kurs (EUR Kauf für Kauf von
(vgl. o Option). Aufgrund der durch die
je Anteil) jeweils jeweils 6
Option verbrieften Chance, an Kurssteige- 300 EUR Anteilen
rungen der Aktie teilnehmen zu können,
weist ein C.B. eine geringere Verzinsung auf Mai: 50 300 : 50 6 • 50
als eine vergleichbare „normale“ Anleihe. = 6 Anteile = 300 EUR
Das Wandlungsrecht ist um so wertvoller, je
niedriger der Wandlungskurs und je länger Juni: 40 300 : 40 6 • 40
die Wandlungsfrist ist. Der Kursgewinn ist = 7,5 Anteile = 240 EUR
jedoch begrenzt, wenn der Emittent des C.B.
das Recht hat, die Anleihe zu kündigen, Juli: 62,50 300 : 62,50 6 • 62,5
sobald der Aktienkurs den Wandlungskurs = 4,8 Anteile = 375 EUR
überschreitet.
51 Currency Board

Bei der Anlage von jeweils 300 Euro erwirbt Möglichkeit zur kurzfristigen Beschaffung
der erste Anleger 18,3 Anteile für insgesamt von Liquidität. Die Konstruktion ist jedoch
900 Euro; dies entspricht einem Durch- sehr problematisch, da die Handlungsfähig-
schnittspreis von 49,18 Euro je Anteil. Der keit der Kommune, z.B. hinsichtlich der
zweite Anleger kauft 18 Anteile für insge- Möglichkeit zur Instandhaltung des Objektes,
samt 915 Euro, was zu einem höheren erheblich eingeschränkt wird, und da die
Durchschnittspreis von 50,83 Euro je Anteil Kommune aufgrund der komplexen Ver-
führt. tragsgestaltung mit späteren Rückforderun-
gen rechnen muss. Zudem ist die Gewährung
Coupon, alte Schreibweise für den o Ku- der steuerlichen Vorteile umstritten.
pon eines Wertpapiers.
Cross Rate, Devisen-Cross Rate, Ermitt-
Courtage, Entgelt für Börsenmakler (vgl. lung des Verhältnisses zweier Währungen
o Skontroführer) bei der Ausführung von zueinander über eine dritte Währung. – Bei-
Wertpapieraufträgen. spiel: Yen und US-Dollar notieren gegenüber
dem Euro an einem bestimmten Geschäftstag
Covered Bond, internationale Bezeichnung wie folgt:
für einen o Pfandbrief. 1 EUR = 134,78 Yen
1 EUR = 1,4282 US-Dollar
Covered Warrant, o gedeckter Options-
schein. Durch Gleichsetzung der Kurse ergibt sich
die C.R. in Yen für einen US-Dollar (auf
CP, Abk. für Commercial Paper. – Vgl. auch zwei Stellen nach dem Komma gerundet):
o Geldmarktpapiere. 1,4282 US-Dollar = 134,78 Yen
1,0000 US-Dollar = 94,37 Yen
CpD-Konto, Conto pro Diverse; bankinter-
nes Sammelkonto für verschiedene Ge- Cross Selling, Erweiterung einer Kunden-
schäftsvorfälle. Das CpD-K. wird vor allem beziehung durch zusätzliches Angebot von
bei unklaren oder unvollständigen Aufträgen Produkten beim Verkauf einer nachgefragten
im Zahlungsverkehr eingeschaltet. Es unter- Leistung. C.S. liegt z.B. vor, wenn Kunden,
liegt nicht dem o Bankgeheimnis, d.h. Kon- die Überweisungsaufträge einreichen, zur
trollmitteilungen an die Finanzämter sind Urlaubszeit gezielt auf Reisezahlungsmittel
zulässig bei Geschäftsvorgängen, die über angesprochen werden oder wenn Anlagebe-
das CpD-K. laufen. rater Kunden nach einem hohen Geldeingang
auf ihrem Girokonto unaufgefordert Geldan-
Credit Default Swap (CDS), bedeutsame lagemöglichkeiten zu aktuellen Konditionen
Sonderform bei o Kreditderivaten. Beim anbieten.
C.D.S. zahlt ein Partner als Sicherungsneh-
mer (Risikogeber) dem Kontrahenten als Crossed Cheque, o gekreuzter Scheck.
Sicherungsgeber (Risikonehmer) eine Prämie
dafür, dass er in Zukunft für Verluste ent- CTA, Abk. für o Contractual Trust Ar-
schädigt wird, die dadurch entstehen, dass rangement.
sich die Bonität (o Rating) eines Kreditneh-
mers oder Emittenten einer o Anleihe ver- cum, o Optionsanleihe.
schlechtert.
Currency Board, Währungssystem, bei
Cross Border Leasing, Sonderform des dem eine inländische Währung fest an eine
o Leasing, bei der ein Gut an einen ausländi- stabile ausländische Währung (Ankerwäh-
schen Investor übertragen und gleichzeitig rung) gekoppelt wird. So war z.B. der argen-
wieder zurückgeleast wird. Der ausländische tinische Peso mehrere Jahre lang über ein
Investor realisiert durch diese Konstruktion C.B. mit dem US-Dollar verbunden. Beim
steuerliche Vorteile, die er zu einem kleinen C.B. wird zunächst ein fester Wechselkurs
Teil bei Abschluss des Leasingvertrages an zwischen inländischer Währung und Anker-
seinen Kontrahenten weitergibt. C.B.L. bietet währung festgelegt (z.B. 1 : 1). Anschließend
daher für Kommunen als Eigentümer großer wird eine Geldbasis dadurch geschaffen, dass
Infrastrukturobjekte (z.B. Kanalnetze) eine alle umlaufenden Banknoten und alle Gutha-
Currency Warrant 52

ben der Kreditinstitute zu 100% durch frem- wird dennoch mitunter gerne angewendet,
de Währungsreserven gedeckt sind. Drittens da es zumindest kurzfristig in der Lage ist,
ist die Konvertibilität zu gewährleisten, d.h. die heimische Währung nachhaltig zu stabili-
die jederzeitige Umtauschbarkeit der heimi- sieren.
schen in die Ankerwährung. – Der Nachteil
eines C.B. liegt darin, dass der inländischen Currency Warrant, engl. Bezeichnung
Nationalbank keine eigene Geldpolitik mehr für einen Währungsoptionsschein – Vgl.
möglich ist, da die eigene Währung kurs- und auch o Option.
mengenmäßig vollständig von der Anker-
währung abhängig ist. So zwangen Probleme Cybergeld, Bezeichnung für Geldbeträge,
im Zusammenhang mit einem starken US- die nur in Form gespeicherter Informationen
Dollar und damit verbundene Schwierigkei- auf einem Datenträger (z.B. Festplatte eines
ten für die Exportwirtschaft Argentinien Computers) existieren. C. ermöglicht z.B.
schließlich zur Aufgabe des C.B. Das C.B. Zahlungen über das Internet.
D
Dachfonds, besondere Art eines o Invest- Darlehensvertrag, i.d.R. schriftliche Ver-
mentfonds, der die zufließenden Mittel nicht einbarung über die mit der Gewährung eines
in einzelnen Wertpapieren, sondern in o Darlehens für Darlehensgeber und Darle-
Fondsanteilen anderer Investmentgesell- hensnehmer verbundenen Rechte und Pflich-
schaften anlegt. Hierdurch kann eine breitere ten. In der Bankpraxis enthält der D. zumin-
o Riskostreuung und damit meist ein besse- dest die Bezeichnung der Vertragspartner,
rer Schutz vor Verlusten erreicht werden als den Darlehensbetrag, die Darlehenskonto-
bei herkömmlichen Fonds. Auch das Prob- nummer, den Nominal- und Effektivzinssatz
lem der Ertragsschwankungen kann vermin- (o Nominalverzinsung, o Rendite), die
dert werden; D. weisen tendenziell eine Rückzahlungsmodalitäten, evtl. anfallende
konstantere Ertragsentwicklung auf als Ein- Darlehensnebenkosten, den Verwendungs-
zelfonds. zweck sowie ggfs. zu bestellende o Kreditsi-
cherheiten. Für o Verbraucherdarlehen gel-
Dach-Hedge-Fonds, o Hedge-Fonds. ten besondere formelle und inhaltliche An-
forderungen an den D.
D/A-Inkasso, o Dokumente gegen Akzept.
Datenfernübertragung (DFÜ), Übertra-
Damnum, o Disagio. gung von Daten im Zahlungsverkehr unmit-
telbar über besondere Datenleitungen anstel-
Darlehen. 1. Gem. § 488 BGB die Über- le der körperlichen Weitergabe von Datenträ-
lassung eines Geldbetrages, verbunden mit gern (z.B. CD`s). Im Inlandszahlungsverkehr
der Verpflichtung des Darlehensnehmers, den werden zur DFÜ z.B. Datex-Dienste der
geschuldeten Zins zu zahlen und den zur Deutschen Telekom genutzt. Im Auslands-
Verfügung gestellten Betrag bei Fälligkeit zahlungsverkehr erfolgt die Datenüber-
zurückzuerstatten (Gelddarlehen). In der mittlung vor allem über das SWIFT-System
Bankpraxis wird das D. in Form von Bargeld (o SWIFT). – Vgl. auch o Datenträgeraus-
oder Buchgeld (Kontogutschrift) in einer tausch (DTA).
Summe oder in mehreren Teilbeträgen be-
reitgestellt. Die Rückzahlung erfolgt entwe- Datenträgeraustausch (DTA), Form des
der am Laufzeitende oder in festgelegten beleglosen Datenaustauschs zwischen Kun-
Raten. – 2. Gem. § 607 BGB die Überlas- den und Kreditinstituten oder von Kreditin-
sung einer vertretbaren Sache, verbunden mit stituten untereinander zur Abwicklung des
der Verpflichtung des Darlehensnehmers, das bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Kunden der
vereinbarte Entgelt zu zahlen und bei Fällig- Kreditinstitute können (insbesondere bei
keit Sachen gleicher Art, Güte und Menge Massenumsätzen der Firmenkundschaft)
zurückzugeben (Sachdarlehen). Aufträge zur Ausführung von o Überwei-
sungen und zum Einzug von o Lastschriften
Darlehenskonto, debitorisch (o Debitor) auf elektronischen Datenträgern (z.B. CD`s)
geführtes Konto zur Erfassung der als einreichen. Für die Teilnahme am DTA gel-
o Darlehen gewährten Kreditverbindlichkeit ten besondere Bedingungen für den DTA, die
eines Bankkunden. Im Einzelnen werden auf u.a. die Einhaltung bestimmter Normen
dem Darlehenskonto der Darlehensbetrag bei hinsichtlich der Datenträgerformate und des
der Auszahlung, die anfallenden Darlehens- Dateiaufbaus gewährleisten sollen. Auch im
zinsen sowie die Zins- und Tilgungsleistun- Zahlungsverkehr zwischen den Kreditinsti-
gen des Darlehensnehmers bis zur vollstän- tuten werden Aufträge der Kunden zum Teil
digen Rückzahlung verbucht. per DTA abgewickelt. Hierfür gelten einheit-
Datowechsel 54

liche, institutsübergreifende Richtlinien für DAX-Future, o Finanzterminkontrakt auf


den beleglosen DTA. Im Zahlungsverkehr den o Deutschen Aktienindex (DAX). Da
zwischen Banken werden Daten jedoch eine effektive Lieferung des o Basiswertes
inzwischen überwiegend per o Da- nicht möglich ist, erfolgt am Fälligkeitstag
tenfernübertragung (DFÜ) übermittelt. ein Barausgleich (o Settlement) der erzielten
Gewinne bzw. Verluste. Der Käufer eines
Datowechsel, o Wechsel, der zu einem D.-F. geht von einem Anstieg des DAX aus.
bestimmten Zeitpunkt nach dem Aus- Erfüllt sich seine Erwartung und der DAX-
stellungsdatum fällig ist. – Beispiel: Ein Stand liegt am Erfüllungstag über dem bei
Wechsel mit Ausstellungsdatum 8.3... und Geschäftsabschluss vereinbarten Wert, so hat
der Verfallangabe „2 Monate dato“ ist am er Anspruch auf Zahlung eines entsprechen-
8.5... fällig. den Differenzbetrages in Höhe von 25 Euro
je DAX-Punkt. Liegt der DAX-Stand zu
Dauerauftrag, Auftrag eines Kunden an diesem Zeitpunkt dagegen unter dem im
sein Kreditinstitut, regelmäßig zu einem Kontrakt vereinbarten Wert, so ist der Käufer
bestimmten Termin an den genannten Emp- des D.F. seinerseits zur Zahlung des entspre-
fänger Zahlungen per o Überweisung in chenden Differenzbetrages an seinen Kontra-
gleichbleibender Höhe zu Lasten seines Kon- henten verpflichtet.
tos zu leisten. – Vgl. auch o Dauerüberwei-
sung. DAX-Volatilitätsindex (VDAX), von der
o Deutschen Börse AG auf der Basis von
Dauerauftragssparen, Sonderform des o Optionen auf den o DAX berechneter
Sparens, bei der ein Kunde sein Kreditinstitut Börsenindex (o Index) als Indikator für die
beauftragt, regelmäßig (z.B. monatlich) einen von den Marktteilnehmern innerhalb der
bestimmten Betrag von seinem Girokonto nächsten 45 Tage erwartete Schwankungs-
auf ein Sparkonto zu übertragen. breite (o Volatilität) des DAX. Je höher der
als Prozentsatz ausgedrückte Wert des
Daueremission, laufende Ausgabe einer VDAX ist, umso stärker sind die für den
o Anleihe ohne besondere Ankündigung zur Betrachtungszeitraum erwarteten Kursaus-
regelmäßigen Mittelbeschaffung am Ka- schläge. – Inzwischen wird zusätzlich zum
pitalmarkt. D. werden z.B. durch o Realkre- VDAX ein neugeschaffener VDAX-New
ditinstitute in Form von o Pfandbriefen und berechnet, der mittelfristig den VDAX er-
o Kommunalobligationen sowie durch den setzen soll. Einer der Unterschiede zum bis-
Bund als o Bundesschatzbriefe, o Bundes- herigen VDAX liegt in einem von 45 auf 30
obligationen und o Finanzierungsschätze Tage verkürzten Betrachtungshorizont.
ausgegeben. Verzinsung und ggfs. Ausgabe-
kurs werden jeweils der aktuellen Kapital- Day Trading, Handel mit Aktien, o Optio-
marktsituation angepasst. nen und anderen o Finanzinstrumenten unter
kurzfristiger Ausnutzung oft nur geringer
Dauerglobalurkunde, Urkunde, die die Kursschwankungen. Die einzelnen Positio-
gesamte o Emission eines Wertpapiers ver- nen werden oft nur für wenige Minuten ge-
brieft. Die Auslieferung einzelner Urkunden halten und spätestens zum Ende eines Bör-
ist während der gesamten Laufzeit vertrag- sentages glattgestellt. D.T. wird zunehmend
lich ausgeschlossen. Die D. soll eine einfa- auch von Privatpersonen über das Internet
che und rationelle Verwahrung und Verwal- (teilweise auch von angemieteten Handels-
tung des jeweiligen Wertpapierbestandes er- räumen aus) betrieben.
möglichen.
Debit Karte, Debit Card. 1. Von Kreditinsti-
Dauerüberweisung, o Überweisung, die tuten ausgegebene o Zahlungskarte, die dem
aufgrund eines entsprechenden Kundenauf- jeweiligen Karteninhaber vielfältige Verfü-
trags regelmäßig zu einem bestimmten Ter- gungsmöglichkeiten über sein Konto eröff-
min mit gleichbleibendem Betrag an den net. Die D.K. dient u.a. der Identifikation bei
genannten Empfänger vorgenommen wird. – Barabhebungen an o Geldautomaten und bei
Vgl. auch o Dauerauftrag. bargeldlosen Zahlungen an automatisierten
Kassen von Handels- und Dienstleistungsun-
DAX, Abk. für o Deutscher Aktienindex. ternehmen (z.B. o Electronic Cash). Das
55 Depot A

Konto des Karteninhabers wird unmittelbar Deferred-payment-Akkreditiv, o Nach-


nach einer Verfügung mit dem Zahlungsbe- sichtakkreditiv.
trag belastet. Es erfolgt keine Kreditgewä-
hrung durch Zahlungsaufschub. Darüber hi- Deflation, anhaltender Rückgang des Preis-
naus ermöglicht die D.K. den Zugang zu niveaus und daraus resultierender Anstieg der
Kontoauszugsdruckern und Selbstbedie- Kaufkraft des Geldes. Ursache der D. ist ein
nungsterminals der Banken. – 2. o Kredit- Überhang des gesamtwirtschaftlichen Ange-
karte mit zinsmäßig taggenauer Erfassung bots über die Nachfrage. Die fehlende Nach-
der Kartenumsätze. frage bewirkt, dass Produktionskapazitäten
der Unternehmen nicht ausgelastet sind. Auf
Debitor, Bezeichnung eines Bankkunden, diese mangelnde Auslastung wird tendenziell
dessen Konto einen o Sollsaldo aufweist. – mit Preissenkungen reagiert. – Gegensatz:
Gegensatz: o Kreditor. o Inflation.

Debitorenziehung, o Wechsel, den ein deklaratorische Wirkung, rechtsbekun-


Kreditinstitut zur Besicherung einer Darle- dende Wirkung einer Eintragung in das
hensforderung auf den Kreditnehmer zieht o Handelsregister oder o Genossenschafts-
und von diesem akzeptieren läßt. Die D. ist register, die lediglich auf eine bereits beste-
den o Finanzwechseln zuzuordnen. hende Tatsache hinweist. Wird z.B. eine
o Prokura eingetragen, so existiert sie den-
Deckungskapital, Summe der verzinslich noch bereits ab dem Zeitpunkt der Ernen-
angesammelten Sparanteile aus einer o Ka- nung des Prokuristen. – Gegensatz:
pitallebensversicherung. Das D. gelangt bei o konstitutive Wirkung.
Vertragsablauf zur Auszahlung und bildet die
Grundlage für die Ermittlung des o Rück- Deport, Abschlag, den ein o Devisenter-
kaufswertes bei vorzeitiger Vertragskündi- minkurs gegenüber dem entsprechenden
gung. o Devisenkassakurs aufweist, wenn das
Zinsniveau der Auslandswährung niedriger
Deckungsstock, Prämienreservefonds; ist als das Zinsniveau der Inlandswährung.
Bezeichnung der Vermögenswerte, die bei Der D. gleicht die zwischen beiden Währun-
einer Versicherungsgesellschaft als Teil des gen bestehende Zinssatzdifferenz rechnerisch
gebundenen Vermögens zur Sicherung der aus. – Gegensatz: o Report.
Verbindlichkeiten gegenüber den Versicher-
ten dienen. Der D. ist als Sondervermögen Depositen, heute weniger gebräuchliche
getrennt vom Vermögen der Versicherungs- Bezeichnung für o Einlagen (vor allem
gesellschaft zu verwalten und unterliegt der o Sicht- und o Termineinlagen).
Überwachung eines Treuhänders. Für den D.
sind nur bestimmte Vermögenswerte zugelas- Depositum Irregulare, o unregelmäßige
sen, die vor allem den Kriterien Sicherheit, Verwahrung.
Verfügbarkeit und Rentabilität genügen müs-
sen. – Anmerkung: Im Versicherungsauf- Depositum Regulare, o regelmäßige Ver-
sichtsgesetz (VAG) erfolgte inzwischen eine wahrung.
Umbenennung des D. in „Sicherungsver-
mögen“. Depot. 1. Bezeichnung für einen Aufbewah-
rungsort von (Wert-)gegenständen. Bei Kre-
Deckungsstockfähigkeit, Eignung von ditinstituten wird zwischen o geschlossenem
Vermögensgegenständen als Anlageobjekte D. und o offenem D. unterschieden. –
des gesetzlich vorgeschriebenen Prämienre- 2. Kurzbezeichnung eines Kontos zur Erfas-
servefonds (o Deckungsstock) von Versiche- sung der für einen Kunden verwahrten und
rungsgesellschaften. Wertpapiere sind nur verwalteten Wertpapiere (o Depotkonto).
dann deckungsstockfähig, wenn sie besonde-
ren Anforderungen hinsichtlich Sicherheit, Depot A, Eigendepot; Bezeichnung eines
Liquidität und Rendite entsprechen. Depots, in das ein Drittverwahrer (o Dritt-
verwahrung) Wertpapiere eines o Zwischen-
Deep Discount Bond, o Niedrigzins- verwahrers aufnimmt, die dieser durch ent-
Anleihe. sprechende schriftliche und ausdrückliche
Depotabstimmung 56

Eigenanzeige als sein Eigentum gekenn- von der Investmentgesellschaft getroffenen


zeichnet hat. Die hinterlegten Wertpapiere Anlageentscheidungen, in der Ausgabe und
haften für Verbindlichkeiten des Zwischen- Rücknahme von Anteilscheinen, der Aus-
verwahrers gegenüber dem Drittverwahrer. schüttung von Gewinnanteilen an die Anle-
In das D.A. werden außerdem Wertpapiere ger und in der laufenden Wertermittlung des
aufgenommen, bei denen der Zwischenver- Sondervermögens. Die D. überwacht außer-
wahrer vom Hinterleger zur unbeschränkten dem die Einhaltung der gesetzlichen Vor-
o Verpfändung ermächtigt wurde. Diese schriften und der für das Sondervermögen
Papiere haften wie eigene Wertpapiere des geltenden Vertragsbedingungen durch die
Zwischenverwahrers. Investmentgesellschaft. Zwischen D. und
Investmentgesellschaft dürfen auf Leitungs-
Depotabstimmung, Abstimmung von ebene keine personellen Verflechtungen
Wertpapierbeständen mit den einzelnen bestehen.
Depotkunden durch das depotführende Kre-
ditinstitut. Die D. erfolgt durch Übersendung Depotbuch, Verzeichnis der von einem
eines Depotauszuges, der zumindest den Kreditinstitut zur Verwahrung und Verwal-
o Nennwert bzw. die Stückzahl der ein- tung im o offenen Depot entgegengenom-
zelnen Wertpapiere, die Wertpapierbezeich- menen Wertpapiere. Ein D. kann als o Per-
nung und die Verwahrungsart ausweist. Der sonendepotbuch, o Sachdepotbuch, o La-
Kunde wird aufgefordert, bei Unstimmigkei- gerstellenbuch oder o Nummerndatei ange-
ten der Aufstellung umgehend zu widerspre- legt sein. – Vgl. auch o Depotbuchführung.
chen.
Depotbuchführung, Führung eines Ver-
Depot B, Fremddepot; Bezeichnung eines zeichnisses zur Erfassung der von einem
Depots, in das ein Drittverwahrer (o Dritt- Kreditinstitut zur Verwahrung und Verwal-
verwahrung) Wertpapiere zur Verwahrung tung entgegengenommenen Wertpapiere. Das
und Verwaltung aufnimmt, die nicht dem o Depotgesetz schreibt die D. durch Führung
o Zwischenverwahrer, sondern dem Hinter- eines Handelsbuches vor, in das Art, Nennbe-
leger (Kunde des Zwischenverwahrers) ge- trag (Nennwert) oder Stückzahl, Nummern
hören. Es gilt der Grundsatz der Fremd- oder sonstige Bezeichnungsmerkmale der für
vermutung, d.h. der Drittverwahrer muss bei einen Hinterleger verwahrten Wertpapiere
einer fehlenden Eigenanzeige des Zwischen- einzutragen sind (o Personendepotbuch). Im
verwahrers davon ausgehen, dass es sich bei Fall einer o Drittverwahrung muss auch die
den eingelieferten Wertpapieren um Kunden- Lagerstelle angegeben werden. Daneben
papiere des Zwischenverwahrers handelt. werden weitere Depotbücher nach unter-
Diese Kundenpapiere haften im Allgemeinen schiedlichen Gliederungskriterien geführt
nicht für Verbindlichkeiten des Zwischen- (z.B. o Sachdepotbuch, o Lagerstellenbuch,
verwahrers gegenüber dem Drittverwahrer. o Nummerndatei).

Depotbank. 1. Allgemein Bezeichnung Depotgebühren, von Kreditinstituten von


eines Kreditinstituts, das für einen Hinterle- den Kunden erhobenes laufendes Entgelt für
ger die Verwahrung und Verwaltung von die Verwahrung und Verwaltung von Wert-
Wertpapieren übernimmt. – 2. Nach dem papieren im o offenen Depot. D. werden
Investmentgesetz ein Kreditinstitut, das von häufig als Prozentsatz bzw. Promillesatz des
einer o Investmentgesellschaft mit der Ver- jeweiligen Wertpapierbestandes in Rechnung
wahrung eines Sondervermögens und der gestellt. Bei kleineren Depots ist die Berech-
Wahrnehmung damit in Zusammenhang nung einer Mindestgebühr üblich. In der
stehender Tätigkeiten beauftragt ist. Die D. Praxis wird auch eine Differenzierung der D.
nimmt ihre Aufgaben ausschließlich im nach der Verwahrungsart (o Girosammel-
Interesse der Anteilinhaber und unabhängig verwahrung, o Sonderverwahrung, o Wert-
von der Investmentgesellschaft wahr. Für das papierrechnung) vorgenommen, um den un-
von ihr verwahrte Sondervermögen hat die terschiedlich hohen Aufwand für die ein-
D. gesperrte Konten und Depots einzurich- zelnen Verwahrungsarten zu berücksichtigen.
ten. Die Aufgaben der D. bestehen vor allem
im Erwerb und der Veräußerung von Wertpa- Depotgeschäft, Geschäftszweig der Ban-
pieren für das Sondervermögen aufgrund der ken, der die Vermietung von o Schrank-
57 Derivate

fächern und Annahme von o Verwahrstü- Kreditinstitut die aktienrechtlichen Vorschrif-


cken (geschlossenes Depot) sowie die Ver- ten über Mitteilungspflichten an die Depot-
wahrung und Verwaltung von Wertpapieren kunden und über die Ausübung des Stimm-
(offenes Depot) zum Gegenstand hat. Jedes rechts eingehalten hat.
D. setzt eine Prüfung der Legitimation des
Kunden voraus (o Legitimationsprüfung); Depotstimmrecht, Bankenstimmrecht,
die Abgabenordnung verpflichtet denjenigen, Vollmachtsstimmrecht; Wahrnehmung des
der ein Konto führt, Wertsachen verwahrt Stimmrechts auf Aktionärsversammlungen
oder ein Schließfach überlässt, Namen und durch Kreditinstitute aus den von ihnen
Anschrift des Verfügungsberechtigten festzu- verwalteten Aktien im Namen ihrer Depot-
stellen. kunden. Bei Ausübung des D. vertritt das
Kreditinstitut die Interessen des Auftragge-
Depotgesetz (DepotG), Gesetz über die bers. Die Wahrnehmung des Stimmrechts
Verwahrung und Anschaffung von Wertpa- setzt eine entsprechende Vollmacht des De-
pieren. Das DepotG ist gesetzliche Grund- potkunden voraus. Die Vollmacht kann sich
lage des o Depotgeschäfts der Kreditinstitu- zum einen als Einzelstimmrechtsvollmacht
te, soweit Wertpapiere im o offenen Depot einmalig auf die darin bezeichnete Hauptver-
verwahrt und verwaltet werden. Es enthält sammlung beziehen. Möglich ist auch eine
vor allem Schutzvorschriften zugunsten des allgemeine Stimmrechtsvollmacht, die für
Hinterlegers im Hinblick auf die Verschaf- alle Hauptversammlungen inländischer Akti-
fung und den Erhalt des Eigentums an den en im Depot gilt und jederzeit widerruflich
über ein Kreditinstitut erworbenen bzw. ist. Im Zusammenhang mit der Wahrneh-
diesem anvertrauten Wertpapieren. Das mung des D. ist das Kreditinstitut verpflich-
DepotG regelt u.a. detailliert die einzelnen tet, dem Aktionär zu den einzelnen Tages-
Verwahrungsarten, die Verpfändung von ordnungspunkten Vorschläge für die Aus-
Wertpapieren (o Verpfändung) sowie Grund- übung des Stimmrechts zu machen. Dabei
sätze der o Depotbuchführung. muss es sich vom Interesse des Aktionärs
leiten lassen. Der Depotkunde ist um Wei-
Depotkonto, Bankkonto zur Erfassung von sungen für die Stimmrechtsausübung zu den
Wertpapieren, die von einem Kreditinstitut einzelnen Tagesordnungspunkten zu bitten
zur Verwahrung und Verwaltung entgegen- und darauf hinzuweisen, dass die Bank nach
genommenen werden. Das D. weist die den eigenen Vorschläge abstimmen wird,
Wertpapierbezeichnung, den o Nennwert falls der Kunde keine Weisungen erteilt.
bzw. die Stückzahl eines Wertpapiers, die
Verwahrungsart (o Sammelverwahrung, Depot zugunsten Dritter, Depot, bei dem
o Sonderverwahrung) und den Lagerort aus. das Eigentum an den darin befindlichen
Der Kunde wird anhand eines i.d.R. einmal Wertpapieren zu einem bestimmten Zeit-
jährlich erstellten Depotauszuges über den punkt (z.B. Tod des Depotinhabers oder
aktuellen Bestand und Wert seines D. infor- Volljährigkeit des Begünstigten) auf einen
miert. Für die Führung des D. sind je nach Dritten übergehen soll. Mit Eintritt der Be-
Verwahrungsart unterschiedlich hohe o De- dingung erwirbt der Begünstigte einen An-
potgebühren zu entrichten. spruch auf Übereignung der Wertpapiere. Bis
zu diesem Zeitpunkt behält der ursprüngliche
Depotkunde, Bezeichnung eines Bankkun- Depotinhaber volle Dispositionsfreiheit über
den, der sein Kreditinstitut mit der Verwah- den Wertpapierbestand.
rung und Verwaltung von Wertpapieren im
o offenen Depot beauftragt hat. Derivate, Finanzderivate; Rechte, deren
Marktpreise direkt oder indirekt von der
Depotprüfung. Im Rahmen der Prüfung Kursentwicklung anderer o Finanzinstru-
des Jahresabschlusses schreibt das Kreditwe- mente (Basiswerte) abhängen. Bei diesen
sengesetz (KWG) die besondere Prüfung des Basiswerten kann es sich z.B. um Wertpapie-
Depotgeschäfts der Kreditinstitute vor. Die re, Indices (o Index), Zinssätze oder Wäh-
D. dient in erster Linie dem Schutz der De- rungen handeln. D. sind o Termingeschäfte,
potkunden, insbesondere der Sicherung ihres deren gemeinsames Merkmal das Ausein-
Wertpapiereigentums. Unter anderem wird in anderfallen von Vertragsabschluss und Erfül-
diesem Zusammenhang geprüft, ob das lung ist. Zu den D. gehören z.B. o Futures
Designated Sponsor 58

und o Optionen. D. werden entweder als te Informationstechnologie der Gruppe Deut-


standardisierte Kontrakte an Terminbörsen sche Börse zuständig ist. Die D.B.S. entwi-
oder außerbörslich an Over-the-Counter- ckelt und betreibt Handels,- Abwicklungs-
Märkten gehandelt. – Vgl. auch o OTC- und Informationssysteme für den Kassahan-
Instrumente. del (o Kassageschäft) und den Terminhandel
(o Termingeschäft). Zu den bedeutendsten
Designated Sponsor, Bezeichnung eines Systemen gehören das elektronische Han-
zum Börsenhandel zugelassenen Unterneh- delssystem o Xetra und das Eurex-System
mens, das für bestimmte gehandelte Finanz- (o Eurex).
werte (insbesondere umsatzschwächere
Aktien) Betreuungsfunktionen wahrnimmt. Deutsche Bundesbank, o Zentralbank
Der D.S. analysiert und berät laufend das der BRD im Rahmen des o Europäischen
betreute Unternehmen und unterstützt den Systems der Zentralbanken (ESZB) mit Sitz
Vertrieb der Aktien bei privaten und instituti- in Frankfurt/Main. Die D.B. ist juristische
onellen Anlegern im In- und Ausland. Im Person des öffentlichen Rechts; rechtliche
Börsenhandel stellt der D.S. verbindliche Grundlage ihrer Organisation und Geschäfts-
o Geld- und o Briefkurse, zu denen er zum tätigkeit ist das Gesetz über die Deutsche
An- bzw. Verkauf der betreuten Werte bereit Bundesbank (Bundesbankgesetz). Die D.B.
ist und sorgt so für jederzeitige Handelbar- ist aufgrund entsprechender Ermächtigung
keit dieser Werte zu marktgerechten Kursen. der Europäischen Zentralbank (EZB) zur
Ausgabe von o Banknoten berechtigt. Sie
Deutsche Ausgleichsbank, bis 2003 wirkt an der Erfüllung der Aufgaben des
existierende öffentlich-rechtliche Spezial- ESZB mit, hält und verwaltet die Währungs-
bank (ehem. Lastenausgleichsbank), deren reserven der BRD, sorgt für die bankmäßige
ursprüngliche Aufgabe in der wirtschaft- Abwicklung des Zahlungsverkehrs im Inland
lichen Eingliederung und Förderung von und mit dem Ausland und dient der Stabili-
Kriegsfolgen betroffener Personen durch sierung der Zahlungs- und Verrechnungssys-
Kreditgewährung sowie in der bankmäßigen teme. Vorrangiges Ziel der D.B. ist die Ge-
Abwicklung des Lastenausgleichs bestand. währleistung der Preisstabilität. Darüber
Zuletzt lag der Aufgabenschwerpunkt in der hinaus wirkt sie mit bei der o Bankenauf-
Förderung des Mittelstandes und der freien sicht und bei der Kreditaufnahme der öffent-
Berufe (insbesondere im Bereich der Exis- lichen Hand auf den Geld- und Kapitalmärk-
tenzgründung). Zu diesem Zweck bot die ten und vertritt die BRD in internationalen
D.A. unterschiedliche Förderprogramme an, Währungsbehörden. Organ der D.B. ist der
in deren Rahmen zinsgünstige Kredite ge- Vorstand, der die Bank leitet und verwaltet.
währt wurden. - Die D.A. ist im Jahr 2003 in Mitglieder des Vorstandes sind u.a. der Prä-
der neugegründeten KfW-Mittelstandsbank sident und der Vizepräsident der D.B. Die
aufgegangen, die die Förderprogramme der D.B. unterhält insgesamt neun Hauptverwal-
D.A. übernommen hat. tungen in den einzelnen Bundesländern bzw.
für mehrere Bundesländer gemeinsam sowie
Deutsche Börse AG, Trägergesellschaft eine Vielzahl von Filialen.
der Frankfurter Wertpapierbörse und u.a.
Eigentümerin bzw. Miteigentümerin der Deutsche Finanzagentur, Finanzagentur
o Clearstream Banking AG, der o Deutsche GmbH; Dienstleistungsunternehmen des
Börse Systems AG und der o Eurex. Aktio- Bundes mit Sitz in Frankfurt/M. Zu den Auf-
näre der D.B. sind im Wesentlichen Kredit- gaben der D.F. gehören u.a. die Übernahme
institute, darüber hinaus auch Makler und die von Dienstleistungen im Zusammenhang mit
deutschen Regionalbörsen (vertreten durch der Ausgabe, Verwahrung und Verwaltung
die Deutsche Beteiligungsgesellschaft mbH). von o Bundeswertpapieren, Kreditaufnah-
Die D.B. bietet umfassende Börsendienst- men im Namen und für Rechnung des Bun-
leistungen in den Bereichen Informations- des in Form von o Schuldscheindarlehen
technologie sowie Handel und Abwicklung. sowie die Durchführung bestimmter Geld-
marktgeschäfte (o Geldmarkt).
Deutsche Börse Systems AG (Sys-
tems), Tochtergesellschaft der o Deutsche Deutsche Genossenschaftsbank AG
Börse AG, die als Systemhaus für die gesam- (DG Bank), ehemals zentrales Spitzeninsti-
59 Devisenarbitrage

tut des Genossenschaftsbankensektors. – vertritt und fördert die Interessen seiner


Jetzt o Deutsche Zentral-Genossenschafts- Mitglieder in bankpolitischen, kreditwirt-
bank AG. schaftlichen und aufsichtsrechtlichen Fragen
u.a. durch Beratung, Erfahrungsaustausch so-
deutsche kaufmännische Zinsmetho- wie Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen.
de, o Zinsberechnungsmethoden.
Deutsche Terminbörse, o Eurex.
Deutscher Aktienindex (DAX), Aktienin-
dex (o Index) der o Deutschen Börse AG, Deutsche WertpapierService Bank AG,
der die Börsenkursentwicklung von 30 deut- Institut zur Abwicklung von Wertpapier-
schen Standardaktien unterschiedlicher Bran- transaktionen im deutschen Markt mit Sitz in
chen abbildet. Seit 2006 können unter be- Frankfurt a.M. – Vgl. auch o Effekten-
stimmten Voraussetzungen auch Aktien von giroverkehr.
Konzernen mit Sitz im Ausland in den DAX
aufgenommen werden. Der DAX wird wäh- Deutsche Zentral-Genossenschafts-
rend des Börsenhandels laufend berechnet bank AG (DZ Bank), zentrales Spitzenin-
und veröffentlicht. Je nach Unternehmens- stitut des Genossenschaftsbankensektors in
größe werden die einzelnen Aktien im DAX der Rechtsform der Aktiengesellschaft. Die
unterschiedlich stark gewichtet. Die Auswahl DZ Bank übt einerseits Zentralbankfunktion
der 30 Daxwerte erfolgt nach den Kriterien für den größten Teil der Kreditgenossen-
Börsenumsatz und Marktkapitalisierung schaften aus und dient hier unter anderem als
(Börsenwert der frei handelbaren Aktien). Refinanzierungsinstitut und der Abwicklung
Der DAX ist als o Performance-Index ange- des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Anderer-
legt und wird seit 1988 auf einer Basis von seits ist sie Geschäftsbank mit internatio-
damals 1.000 Indexpunkten berechnet. Zu- naler, insbesondere europäischer Ausrich-
sätzlich wird der DAX auch als o Kursindex tung.
ermittelt.
Devisen, nach einer weiten Begriffsdefiniti-
Deutscher Genossenschaftsring, o Gi- on Zahlungsmittel in fremder Währung als
ronetz der o Kreditgenossenschaften, beste- Guthaben bei Banken sowie o Schecks und
hend aus der o Deutschen Zentral- o Wechsel in fremder Währung. Dagegen
Genossenschaftsbank (DZ Bank) als Spitzen- erfasst der Devisenbegriff in enger Definition
institut, einer genossenschaftlichen Zentral- (v.a. im Devisenhandel unter Kreditinstitu-
bank und weiteren Genossenschaftsbanken ten) lediglich Guthaben in fremder Währung
als Ringhauptstellen auf regionaler Ebene auf Konten bei ausländischen Kreditinstitu-
und den Volks- und Raiffeisenbanken sowie ten. Selten werden auch auf fremde Währung
sonstigen Kreditgenossenschaften als Ring- lautende o Banknoten und Münzen den
stellen auf örtlicher Ebene. Devisen zugerechnet; diese Zahlungsmittel
werden jedoch i.d.R. als Sorten bezeichnet.
Deutscher Rentenindex (REX), o Ren-
tenindex der o Deutschen Börse AG zur Devisenarbitrage, Handel mit o Devisen
Darstellung der Börsenkursentwicklung fest- unter Ausnutzung von Kursunterschieden an
verzinslicher Wertpapiere mit unterschiedli- unterschiedlichen Märkten. Bei der D. in
chen Laufzeiten und Zinssätzen. Der REX Form der Ausgleichsarbitrage nutzt ein
wird auf der Basis der Kursentwicklung von Marktteilnehmer die auftretenden Kursunter-
Staatspapieren berechnet. Der REX spiegelt schiede lediglich, um einen benötigten Devi-
die Tendenz am deutschen o Rentenmarkt senbetrag zum niedrigstmöglichen Kurs zu
wider und kann als Indikator für die Ent- beschaffen bzw. um einen bestimmten Devi-
wicklung des Zinsniveaus herangezogen senbetrag zum höchstmöglichen Kurs zu
werden. verkaufen. Dagegen wird unter der Differenz-
arbitrage die spekulative Ausnutzung von
Deutscher Sparkassen- und Girover- Kursunterschieden verstanden, bei der Devi-
band e.V. (DSGV), Dachverband der Spar- sen an einem Handelsplatz gekauft und
kassen-Finanzgruppe, dem u.a. Sparkassen, gleichzeitig an einem anderen Platz verkauft
Landesbanken, Landesbausparkassen und öf- werden. Die Bedeutung der D. ist stark rück-
fentliche Versicherer angehören. Der DSGV läufig, da die moderne Datenübermittlungs-
Devisen-Briefkurs 60

technik eine Kommunikation zwischen den Auftrag der Kundschaft und auf eigene
Märkten praktisch ohne zeitliche Verzöge- Rechnung. – Vgl. auch o Devisenhandel.
rung ermöglicht.
Devisenkassakurs, o Devisenkurs für
Devisen-Briefkurs. Bei der o Mengen- innerhalb von zwei Geschäftstagen nach Ab-
notierung gibt der D.-B. aus der Sicht eines schluss verfügbare Devisen (Kassadevisen).
inländischen Kreditinstituts den Ankaufs-
preis, bei der o Preisnotierung den Verkaufs- Devisenkaufoption, o Devisenoption, bei
preis einer fremden Währung an. – Gegen- der der Käufer der Option das Recht erwirbt,
satz: o Devisen-Geldkurs. zu einem bestimmten Termin bzw. innerhalb
eines bestimmten Zeitraumes einen festge-
Devisen-Cross Rate, o Cross Rate. legten Währungsbetrag zu einem im Voraus
vereinbarten Preis zu beziehen. Für dieses
Devisen-Geldkurs. Bei der o Mengen- Recht zahlt der Inhaber der D. seinem Kon-
notierung gibt der D.-G. aus der Sicht eines trahenten eine Optionsprämie. Der Options-
inländischen Kreditinstituts den Verkaufs- inhaber wird sein Recht dann ausüben, wenn
preis, bei der o Preisnotierung den Ankaufs- der aktuelle Devisenkurs bis zum bzw. am
preis einer fremden Währung an. – Gegen- Fälligkeitstag der Option über dem ver-
satz: o Devisen-Briefkurs. einbarten o Basispreis liegt. D. eignen sich
u.a. zur Absicherung von Wechselkursrisiken
Devisenhandel, Abschluss von Geschäften aus Importgeschäften. Hat ein Importeur zu
über den Ankauf und Verkauf von o De- einem bestimmten Zeitpunkt einen Betrag in
visen. Handelsteilnehmer sind in- und aus- fremder Währung zu zahlen, so kann er die-
ländische Kreditinstitute, o Zentralnoten- sen Betrag zum Zahlungstermin über eine D.
banken und große Unternehmen. Kreditinsti- zu einem fest kalkulierbaren Kurs beschaf-
tute schließen im D. Kundengeschäfte und fen. Darüber hinaus werden D. jedoch auch
Eigengeschäfte ab. Im Auftrag und für Rech- zum Zweck der o Devisenspekulation er-
nung von Kunden werden Devisen für den worben. – Gegensatz: o Devisenverkaufs-
Auslandszahlungsverkehr gekauft und ver- option.
kauft, Geschäfte zum Zweck der o Kurs-
sicherung geschlossen und Geldanlagen bzw. Devisenkurs, Austauschverhältnis von
Geldaufnahmen in fremder Währung getä- zwei Währungen, entweder angegeben als
tigt. Im Eigenhandel werden ebenfalls Kurs- Preis in Inlandswährung für einen bestimm-
sicherungsgeschäfte und Geldanlagen bzw. ten Betrag (1, 100, 1000 Einheiten) in Aus-
Geldaufnahmen getätigt sowie darüber hi- landswährung (o Preisnotierung) oder als
naus Arbitragegeschäfte abgeschlossen (o Menge ausländischer Währung, die für 1,
Devisenarbitrage). Der Handel mit Devisen 100 oder 1.000 Einheiten inländischer Wäh-
erfolgt weltweit rund um die Uhr mittels rung eingetauscht werden kann (o Mengen-
entsprechender Telekommunikationseinrich- notierung). In den Mitgliedsländern der Eu-
tungen. Aufgrund seiner uneingeschränkten ropäischen Währungsunion ist Mengen-
Umtauschbarkeit (Konvertibilität) kann der notierung üblich. Kursangaben sind auf 1
Euro in beliebigem Umfang und zu frei ver- Euro bezogen. Je nach Verfügbarkeit der ge-
einbarten Kursen gegen andere Währungen handelten Devisen wird zwischen o De-
gehandelt werden. Im Devisenhandel wer- visenkassakurs und o Devisenterminkurs
den o Devisenkassageschäfte, o Devisenter- unterschieden.
mingeschäfte und Devisenoptionsgeschäfte
(o Devisenoption) geschlossen. Devisenkursrisiko, Risiko der für den In-
haber einer Devisenposition ungünstigen
Devisenkassageschäft, Kauf oder Ver- Kursentwicklung – Vgl. o offene Position.
kauf von o Devisen, die innerhalb von zwei
Geschäftstagen nach dem Geschäftsabschluss Devisenmarkt, Markt, an dem Devisen-
auf den entsprechenden o Währungskonten angebot und -nachfrage aufeinandertreffen.
bei ausländischen o Korrespondenzbanken Der Devisenhandel findet heutzutage welt-
zur Verfügung zu stellen sind. Der Gegen- weit mittels Telekommunikation direkt zwi-
wert ist vom Käufer mit gleicher o Valuta schen den Vertragspartnern statt. Markt-
anzuschaffen. Kreditinstitute schließen D. im teilnehmer sind in- und ausländische Banken,
61 Devisentermingeschäft

Zentralnotenbanken und große Unternehmen Kundengeschäften auf der Grundlage von


guter Bonität. – Vgl. auch o Devisenhandel. D.-R. macht die in Rechnung gestellten
Kurse transparent und damit nachvollziehbar.
Devisenoption, Recht, gegen Zahlung D.R. werden auch von der Europäischen
einer Optionsprämie an den Stillhalter der Zentralbank ermittelt.
o Option, am letzten Tag der Optionslaufzeit
(europäische Version) oder jederzeit inner- Devisenspekulation, Kauf oder Verkauf
halb eines festgelegten Zeitraumes (amerika- von o Devisen in der Absicht, den erwor-
nische Version) einen bestimmten Währungs- benen Devisenbetrag nach Eintritt eines er-
betrag zu einem fest vereinbarten Kurs warteten Kursanstiegs mit Gewinn zu ver-
(o Basispreis) zu kaufen (Devisenkaufop- kaufen bzw. den veräußerten Betrag nach
tion) oder zu verkaufen (Devisenverkaufs- einem Kursrückgang günstiger zu beschaf-
option). Ob der Inhaber der D. sein Recht fen. Die D. kann auf der Basis von o Devi-
ausübt oder verfallen lässt hängt von der senkassageschäften oder o Devisentermin-
Kursentwicklung der zugrundeliegenden geschäften erfolgen.
Währung ab. D. eignen sich u.a. zur Absiche-
rung von o Devisenkursrisiken aus Außen- Devisen-Swapgeschäft, Kombination ei-
handelsgeschäften, werden jedoch darüber nes o Devisenkassageschäftes mit einem
hinaus auch zum Zweck der o Devisenspe- o Devisentermingeschäft, indem entweder
kulation erworben. Kassadevisen gekauft und gleichzeitig Ter-
mindevisen in gleicher Höhe verkauft oder
Devisen-Optionsschein, Optionsschein Kassadevisen verkauft und gleichzeitig Ter-
(o Option), dem als o Basiswert ein be- mindevisen in gleicher Höhe gekauft werden.
stimmter Währungsbetrag zugrunde liegt. Dabei werden beide Seiten des Swapge-
schäfts mit demselben Vertragspartner abge-
Devisenposition, Währungsposition, Valu- schlossen. Die Beteiligten tauschen zwei
taposition; Saldo zwischen Forderungen und Währungen auf Zeit. D.-S. werden zur Ab-
Verbindlichkeiten in einer fremden Währung sicherung von Kursrisiken getätigt, die Kre-
zu einem bestimmten Zeitpunkt. Bei einem ditinstituten aus Devisentermingeschäften
Überhang der Forderungen über die Verbind- mit Kunden und aus eigenen Devisenge-
lichkeiten wird die D. als Plusposition, bei schäften entstehen.
einem Überhang der Verbindlichkeiten über
die Forderungen als Minusposition bezeich- Devisentermingeschäft, Kauf oder Ver-
net. Aus einer D. resultiert ein Wechselkurs- kauf von o Devisen mit der Vereinbarung,
risiko. die Vertragserfüllung zu einem späteren Zeit-
punkt (z.B. nach einen Monat, drei oder
Devisen-Referenzkurs, o Devisenkurs, sechs Monaten), jedoch zu einem bereits bei
der für eine bestimmte Währung nach einem Geschäftsabschluss vereinbarten Kurs (Ter-
festgelegten Verfahren als Bezugsgröße für minkurs) vorzunehmen. Mit D. lassen sich
andere Devisenkurse (insbesondere für die o Devisenkursrisiken aus Außenhandels-
Abrechnung von Kundengeschäften der geschäften absichern. So kann z.B. ein Im-
Banken) ermittelt und veröffentlicht wird. porteur Devisen, die er zum Ausgleich einer
Referenzkurse werden z.B. im Rahmen des Zahlungsverpflichtung zu einem späteren
Euro-Fixing-Systems (Euro-FX) für bedeu- Zeitpunkt benötigt, bereits heute zu einem
tende Währungen börsentäglich als Durch- fest vereinbarten Kurs erwerben. Anderer-
schnittswert ermittelt. Die Kurse der an der seits hat ein Exporteur die Möglichkeit, De-
Referenzkursbildung beteiligten Kreditinsti- visen aus einem später erwarteten Zah-
tute aus unterschiedlichen Institutsgruppen lungseingang schon zum gegenwärtigen Zeit-
werden zu diesem Zweck an eine Zentralstel- punkt per Termin zu einem vereinbarten Kurs
le gemeldet. Die beiden höchsten und die zu verkaufen. Auf diese Weise ermöglichen
beiden niedrigsten Kursangaben bleiben D. eine feste Kalkulationsbasis. D. werden
unberücksichtigt. Aus den verbleibenden jedoch nicht nur zur Absicherung von Wech-
Werten wird der Referenzkurs als Mittelkurs selkursen, sondern außerdem auch zu spe-
der jeweiligen Währung errechnet. o Geld-, kulativen Zwecken (o Devisenspekulation)
o Brief- und o Scheckankaufskurse werden genutzt.
hieraus abgeleitet. Die Abrechnung von
Devisenterminkurs 62

Devisenterminkurs, o Devisenkurs für personal- und kostenintensive Beratung. Aus


später als zwei Geschäftstage nach dem Ge- diesem Grund kommen als Kunden von D.
schäftsabschluss verfügbare Devisen (Ter- vor allem in Finanzangelegenheiten infor-
mindevisen). mierte Personen in Betracht. Das kosten-
günstige Vertriebssystem verschafft D. bei
Devisenverkaufsoption, o Devisenopti- der Preis- und Konditionengestaltung Kon-
on, bei der der Käufer der Option das Recht kurrenzvorteile gegenüber o Filialbanken.
erwirbt, zu einem bestimmten Termin bzw.
innerhalb eines bestimmten Zeitraumes einen direktes Leasing, o Hersteller-Leasing.
festgelegten Währungsbetrag zu einem im
Voraus vereinbarten Preis zu verkaufen. Für Direktversicherung, Form der betrieb-
dieses Recht zahlt der Inhaber der D. seinem lichen Altersvorsorge, bei der der Arbeit-
Kontrahenten eine Optionsprämie. Der Opti- geber unmittelbar Zahlungen in eine zuguns-
onsinhaber wird sein Recht dann ausüben, ten des Arbeitnehmers abgeschlossene o Ka-
wenn der aktuelle Devisenkurs bis zum bzw. pitallebensversicherung einzahlt. Versicherte
am Fälligkeitstag der Option unter dem Person und Bezugsberechtigter ist der Arbeit-
vereinbarten o Basispreis liegt. D. eignen nehmer. Die Beiträge sind für den Arbeitge-
sich u.a. zur Absicherung von o Devisen- ber als Betriebsausgaben steuermindernd; für
kursrisiken aus Exportgeschäften. Der Ex- den Arbeitnehmer stellen die Zahlungen
porteur kann den später eingehenden Wäh- steuerbegünstigte Gehaltsbestandteile dar.
rungsbetrag bereits zum gegenwärtigen Zeit-
punkt zu einem fest vereinbarten Kurs ver- Direktzusage, Form der betrieblichen Al-
kaufen. Darüber hinaus werden D. auch zum tersvorsorge, bei der ein Unternehmen sich
Zweck der o Devisenspekulation erworben. verpflichtet, einem Arbeitnehmer oder den
– Gegensatz: o Devisenkaufoption. Angehörigen bei Eintritt des Versorgungs-
falles (Ruhestand, Invalidität, Tod) Leistun-
DFÜ, Abk. für o Datenfernübertragung. gen aus betrieblichen Mitteln zu zahlen.

DG-Bank, Deutsche Genossenschaftsbank Disagio, Damnum. 1. Differenz zwischen


AG; ehemals zentrales Institut des Genos- Nennbetrag und Auszahlungsbetrag bei der
senschaftsbankensektors. – Jetzt o Deutsche Gewährung langfristiger Darlehen, insbeson-
Zentral-Genossenschaftsbank AG. dere in der o Baufinanzierung. Eine Darle-
hensgewährung unter Abzug eines D. be-
Direct Banking, Durchführung von Bank- wirkt für den Darlehensnehmer bei unverän-
geschäften unter Nutzung telekommuni- derter Nominalverzinsung einen Anstieg der
kativer bzw. elektronischer Zugangssysteme Effektivverzinsung und damit eine Verteue-
wie z.B. Telefon, Fax, PC oder Selbst- rung seiner Kreditschuld. Daher wird bei In-
bedienungsterminal. Auf diese Weise können anspruchnahme eines D. der Nominalzins
z.B. Wertpapierkäufe und -verkäufe getätigt, entsprechend gemindert, so dass trotz D. eine
Überweisungsaufträge erteilt und Kontoin- unveränderte Effektivverzinsung erreicht
formationen abgerufen werden. Kennzeich- wird. Das D. hat den Effekt einer Zins-
nend für das D.B. ist der Verzicht des Kun- vorauszahlung für den Zeitraum der ver-
den auf den persönlichen Kontakt zum Bank- einbarten Zinsfestschreibung. Die Vereinba-
mitarbeiter. Die Legitimation im D.B. erfolgt rung eines D. erfolgt i.d.R. unter steuerlichen
in der Regel durch die Kontonummer in Ver- Aspekten; bei der Finanzierung fremdgenut-
bindung mit einer persönlichen Identifika- zter Immobilien ist das D. als Geldbeschaf-
tionsnummer (PIN) sowie einer Transakti- fungsaufwand absetzbar. – 2. Bezeichnung
onsnummer (TAN) für jeden Auftrag. der Differenz zwischen Ausgabepreis und
Rückzahlungsbetrag bei der o Emission von
Direktbank, Bank, die kein Netz von Ge- o Anleihen zu einem Kurs unter 100% und
schäftsstellen unterhält und mit ihren Kunden einer Rückzahlung zum o Nennwert.
ausschließlich über zentrale Ansprechstellen
per Telefon, Fax, Brief und PC kom- Disagio-Anleihe, o Niedrigzins-Anleihe.
muniziert. D. bieten überwiegend Standard-
leistungen (Kontoführung, Zahlungsverkehr, Disagiodarlehen, o Tilgungsstreckungs-
Wertpapierhandel etc.) an und verzichten auf darlehen.
63 DivDAX

Disagio-Staffel, Tabelle, die für unter- der Gewährung von o Diskontkrediten durch
schiedliche Laufzeiten von o Anleihen an- Kreditinstitute) für die Zeit vom Ankaufstag
gibt, in welcher Höhe ein bei der Ausgabe bis zur Fälligkeit der Forderung berechnet
des Papiers gewährtes o Disagio am Lauf- wird.
zeitende als Rückzahlungsgewinn maximal
steuerfrei vereinnahmt werden kann. Diskontkredit, Kreditgewährung durch den
Ankauf von o Wechseln vor Fälligkeit unter
Abzug von Zinsen (Diskont) bis zum Fällig-
Laufzeit Disagio
(in % vom
keitstag. Der D. ist ein kurzfristiger o Be-
Nennwert) triebsmittelkredit und dient vor allem der
Finanzierung des Warenumsatzes. Kreditins-
bis unter 2 Jahre 1 titute kaufen im Allgemeinen nur Wechsel
an, denen ein Waren- oder Dienstleistungs-
2 bis unter 4 Jahre 2 geschäft zugrunde liegt (Handelswechsel).
Dem Kreditnehmer wird eine seiner o Kre-
4 bis unter 6 Jahre 3 ditwürdigkeit entsprechende Obergrenze (Li-
mit) eingeräumt, bis zu der er seinem Kredit-
6 bis unter 8 Jahre 4 institut Wechsel zum Ankauf einreichen
kann. Die Tilgung des D. erfolgt bei Fäl-
8 bis unter 10 Jahre 5 ligkeit der Wechselschuld durch den o Be-
zogenen.
ab 10 Jahre 6
Diskontsatz, Bezeichnung des Zinssatzes,
Discount Broker, Institut, das zu niedrigen zu dem von Kreditinstituten im Rahmen von
Provisionssätzen Wertpapierkauf- und Ver- o Diskontkrediten Wechsel angekauft wer-
kaufsaufträge ohne Beratungsleistungen ab- den.
wickelt. Die Auftragserteilung durch die
Kunden erfolgt meist über Telefon, per Fax Diskontwechsel, o Wechsel, der von ei-
oder online. nem Kreditinstitut im Rahmen eines o Dis-
kontkredits vor Fälligkeit angekauft wird.
Discount Paper, o Abzinsungspapier.
Dispositionskredit, persönlicher Disposi-
Discount-Zertifikat, Instrument der Geld- tionskredit; Kredit an Privatkunden, der als
anlage, dessen Wertentwicklung von der Ent- o Kontokorrentkredit auf Lohn- und Ge-
wicklung einer Aktie oder eines Aktienindex haltskonten zur Verfügung gestellt wird. Der
abhängt (o Index). Jedoch wird das D.-Z. an D. dient der Deckung eines kurzfristig auf-
den Erwerber im Vergleich zum aktuellen tretenden Geldbedarfs zur Finanzierung von
Kurs dieses Basiswertes mit einem Abschlag Konsumausgaben, kann flexibel in Anspruch
(Discount) ausgegeben. Als Ausgleich für genommen werden und wird aus laufenden
diesen Vorteil wird der mögliche Gewinn des Zahlungseingängen (insbesondere Lohn- und
Anlegers nach oben begrenzt. Bei Fälligkeit Gehaltszahlungen) zurückgeführt. Auf die
des D.-Z. sehen die Rückzahlungsbedingun- Stellung von Sicherheiten (o Kreditsicher-
gen entweder eine Barauszahlung oder die heiten) wird bei dieser Kreditart üblicherwei-
effektive Lieferung des zugrundeliegenden se verzichtet. Der Bankkunde erhält den D.
Basiswertes vor. D.-Z. werden insbesondere bei ausreichender persönlicher Bonität
von Anlegern erworben, die während der (o Kreditwürdigkeit). Die Höhe des D. rich-
Laufzeit des Zertifikates etwa gleichbleiben- tet sich nach dem regelmäßigen Monatsein-
de Aktienkurse erwarten. Erfüllt sich diese kommen des Kontoinhabers und wird meist
Erwartung, kann der Anleger den Abschlag auf das Ein- bis Dreifache dieses Einkom-
als Gewinn vereinnahmen. Bei einer Direkt- mens festgesetzt.
anlage in Aktien hätte sein Kapital keinen
Zuwachs erfahren. DivDAX, Aktienindex (o Index) der
o Deutschen Börse AG, der die 15 dividen-
Diskont, Bezeichnung des Zinsabschlags, denstärksten Titel unter den 30 Werten des
der beim Ankauf noch nicht fälliger Forde- o Deutschen Aktienindex enthält. Die Zu-
rungen (insbesondere im Zusammenhang mit sammensetzung des D. wird einmal jährlich
Diversifikation, 64

überprüft. Kapitalanleger können über den je Aktie und wird im o Bundesanzeiger und
Erwerb von Finanzprodukten wie z.B. Zerti- in mindestens einem o Börsenpflichtblatt
fikate oder o Investmentfonds an der Ent- vorgenommen.
wicklung des D. teilhaben.
Dividendenbesteuerung. Dividendener-
Diversifikation, Verteilung eines Vermö- träge unterliegen als Einkünfte aus Kapital-
gensbestandes auf eine breite Palette von vermögen der o Einkommensteuer. – Bis
Einzelpositionen zur Streuung der aus der 31.12. 2008 waren sie mit dem persönlichen
Anlage resultierenden Verlustrisiken. Grund- Steuersatz im Rahmen der Veranlagung zur
gedanke hierbei ist, starke Verluste bei ein- Einkommensteuer nach dem o Halbeinkünf-
zelnen Werten gegebenenfalls durch Gewin- teverfahren zu versteuern, falls (mit anderen
ne bei anderen Werten kompensieren zu Einkünften aus Kapitalvermögen zusammen)
können. Die D. hat vor allem im Zusammen- der Sparerfreibetrag überschritten wurde. Die
hang mit der Anlage in o Aktien Bedeutung. von den Banken zum Zeitpunkt der Auszah-
lung bei fehlendem bzw. nicht ausreichen-
Dividende, einem Aktionär als Anteil am dem o Freistellungsauftrag einbehaltene
Bilanzgewinn der jeweiligen o Aktien- Kapitalertragsteuer von 20% (zzgl. Solidari-
gesellschaft entsprechend seiner Anzahl Ak- tätszuschlag von 5,5%) stellte lediglich eine
tien zustehender Kapitalertrag. Die Höhe der Vorauszahlung auf die im Rahmen der Ein-
D. ist abhängig von der Ertragslage der Ge- kommensteuererklärung ermittelte Steuer-
sellschaft und kann daher von Jahr zu Jahr schuld dar. – Seit dem 01.01.2009 unterliegen
schwanken oder unter Umständen zeitweilig Dividendenerträge einer pauschalen o Ab-
ausfallen. Den Beschluss über die Höhe der geltungssteuer von 25% zzgl. 5,5% Solidari-
D. eines Geschäftsjahres fasst die Haupt- tätszuschlag (sowie ggfs. Kirchensteuer). Der
versammlung der AG, da ihr die Entschei- Steuerabzug wird durch die depotführende
dung über die Verwendung des Bilanzge- Bank vorgenommen, sofern kein ausreichen-
winns obliegt. Die D. wird gegen Einrei- der o Freistellungsauftrag vorliegt. Im Ge-
chung des bekanntgegebenen o Dividen- gensatz zum bisherigen Besteuerungsverfah-
denscheines von den als Zahlstellen fungie- ren ist die Steuerschuld des Anlegers damit
renden Banken ausgezahlt bzw. gutge- beglichen und stellt nicht mehr lediglich eine
schrieben. D. sind als Einkünfte aus Kapital- Steuervorauszahlung dar. Selbst bei einem
vermögen zu versteuern. Die Gutschrift er- persönlichen Steuersatz über 25% hat der
folgt unter Abzug von 25% o Abgel- Sparer im Rahmen der Einkommensteuerer-
tungssteuer und 5,5% Solidaritätszuschlag. klärung keine Nachzahlung mehr zu leisten.
Hat der Aktionär seinem Kreditinstitut einen Bei einem Steuersatz unter 25% erfolgt im
o Freistellungsauftrag erteilt oder liegt eine Zuge der Einkommensteuerveranlagung hin-
o Nichtveranlagungsbescheinigung vor, so gegen auf Antrag eine Steuererstattung. Da
wird die D. ohne Steuerabzug gutgeschrie- das Halbeinkünfteverfahren zum 1.1.2009
ben. – Vgl. auch o Dividendenbesteuerung. abgeschafft wurde, unterliegen Dividenden-
erträge seitdem nicht mehr nur zur Hälfte,
Dividendenabschlag, Abschlag vom Bör- sondern in voller Höhe der Besteuerung.
senkurs einer Aktie aufgrund vorangegan-
gener Dividendenzahlung (o Dividende). Dividendengarantie, Gewährleistung ei-
Die Höhe des D. entspricht rechnerisch dem ner (oft zeitlich befristeten) Mindestdivi-
Betrag der auf der Hauptversammlung be- dende (o Dividende) für die Aktionäre. Eine
schlossenen Dividende. Der D. erfolgt am D. kann nicht durch die betreffende Aktien-
ersten Börsentag nach der Hauptversamm- gesellschaft selbst, jedoch durch Dritte wie
lung; der Börsenkurs der jeweiligen Aktie er- z.B. Muttergesellschaften bei verbundenen
hält an diesem Tag den ergänzenden Hinweis Unternehmen gewährt werden. D. kommen
„ex D“ (ohne Dividende). unter anderem bei o Vorzugsaktien als Aus-
gleich für einen Stimmrechtsverzicht vor.
Dividendenbekanntmachung, Veröffent-
lichung der Dividendenzahlung einer AG Dividendennachteil, Nachteil, den bei ei-
(o Dividende) aufgrund eines vorangegange- ner Kapitalerhöhung gegen Einlagen (o Ka-
nen Beschlusses der Hauptversammlung. Die pitalerhöhung) ausgegebene o junge Aktien
D. informiert über den Betrag der Dividende im Fall einer gegenüber den Altaktien ver-
65 Dokumentenakkreditiv

minderten Dividendenberechtigung (o Divi- wie eine Minderung des Bezugspreises der


dende) aufweisen. Ein D. ist bei der Ermitt- jungen Aktien auswirkt. – Gegensatz:
lung des rechnerischen o Bezugsrechtswerts o Dividendennachteil.
zu berücksichtigen. Der Nachteil mindert den
rechnerischen Wert eines Bezugsrechts, da er Documentary Credit, o Dokumenten-
sich wie eine Erhöhung des Bezugspreises akkreditiv.
der jungen Aktien auswirkt. – Gegensatz:
o Dividendenvorteil. Documents against Acceptance, o Do-
kumente gegen Akzept.
Dividendenpapier, Wertpapier, das dem
Inhaber Anspruch auf Zahlung von o Divi- Documents against Payment, o Doku-
denden verbrieft. mente gegen Kasse.

Dividendenrendite, Verzinsung des in eine dokumentäre Zahlung, Form der Zah-


Aktie investierten Kapitals auf der Grundlage lungsabwicklung im Außenwirtschaftsver-
der (erwarteten) Dividendenzahlung eines kehr, bei der die Zahlungsverpflichtung
Unternehmens. Zur Ermittlung der D. wird durch Vorlage bestimmter Dokumente (z.B.
die erwartete Dividende ins Verhältnis zum Frachtdokumente, Versicherungsdokumente)
Börsenkurs der Aktie gesetzt. ausgelöst wird. D.Z. kommen als o Doku-
mentenakkreditiv und als o Dokumentenin-
Dividendenrisiko, Risiko einer Anlage in kasso vor. – Gegensatz: o Nichtdokumentäre
o Aktien, dass Dividendenzahlungen (o Zahlung.
Dividende) sich bei einer Verschlechterung
der wirtschaftlichen Situation des jeweiligen Dokumente gegen Akzept, D/A-Inkasso,
Unternehmens vermindern oder sogar voll- Documents against Acceptance; Form des
ständig entfallen können. o Dokumenteninkassos, bei der der Inkasso-
auftrag die Weisung enthält, die Dokumente
Dividendenschein, Urkunde, die den An- dem Importeur nur gegen Akzeptierung eines
spruch auf Ertrag (o Dividende) aus einer auf ihn gezogenen o Wechsels auszuhändi-
Aktie zu einem bestimmten Ausschüttungs- gen. Der akzeptierte Wechsel wird entweder
termin verbrieft. Der D. ist selbstständiges von der Bank des Importeurs bis zur Fällig-
Wertpapier und bildet zusammen mit den D. keit aufbewahrt oder an den Exporteur zu-
für weitere Dividendenzahlungen und dem rückgeschickt, der ihn z.B. bei seinem Kre-
Erneuerungsschein (o Talon) den o Bogen ditinstitut zum Diskont einreichen kann und
einer Aktie. Die gesetzliche Vorlegungsfrist auf diese Weise sofort Liquidität erhält. –
eines D. endet am 31.12. des vierten auf den Vgl. auch o Diskontkredit.
Ausschüttungstermin folgenden Jahres. Die
Verjährung des Dividendenanspruchs tritt Dokumente gegen Kasse, D/P-Inkasso,
zwei Jahre nach Ablauf der Vorlegungsfrist Documents against Payment; Grundform des
ein, sofern der D. rechtzeitig vorgelegt wur- o Dokumenteninkassos, bei dem die Doku-
de. Der D. dient neben der Wahrnehmung des mente dem Importeur nur gegen sofortige
Dividendenanspruchs der Ausübung des Zahlung des Gegenwertes ausgehändigt wer-
o Bezugsrechts auf o junge Aktien, Wan- den.
delanleihen (o Convertible Bond), o Op-
tionsanleihen, o Gewinnschuldverschreibun- Dokumentenakkreditiv. 1. Begriff: Im
gen und o Genussscheine. Außenhandel gebräuchliche Zahlungsform,
bei der sich das eröffnende Kreditinstitut
Dividendenvorteil, Vorteil, den bei einer (Bank des Importeurs) im Auftrag seines
Kapitalerhöhung gegen Einlagen (o Kapital- Kunden (Importeur) verpflichtet, gegen Vor-
erhöhung) ausgegebene junge Aktien im Fall lage bestimmter Dokumente (u.a. Fracht- und
einer gegenüber den Altaktien erhöhten Divi- Versicherungsdokumente sowie Handels-
dendenberechtigung (o Dividende) aufwei- rechnungen) Zahlung an den Akkreditiv-
sen. Ein D. ist bei der Ermittlung des rech- begünstigten (i.d.R. der Exporteur) zu leisten
nerischen o Bezugsrechtswerts zu berück- bzw. in anderer Weise finanzielle Leistungen
sichtigen. Der Vorteil erhöht den rechneri- zu erbringen. Gegenstand der Verpflichtung
schen Wert eines Bezugsrechts, da er sich kann auch die Ermächtigung eines anderen
Dokumenteninkasso 66

Kreditinstituts zur Erbringung derartiger fi- zurückgenommen werden kann, sofern die
nanzieller Leistungen sein. Die Akkreditiv- Akkreditivbedingungen erfüllt werden.
eröffnung bewirkt die Übernahme eines ab- b) Unwiderrufliches bestätigtes D.: Zusätz-
strakten, bedingten Zahlungsversprechens lich zu der eröffnenden Bank übernimmt
durch das eröffnende Institut. Das Zahlungs- auch die avisierende Bank ein Zahlungs-
versprechen ist abstrakt, da die Zahlungs- versprechen. Dem Begünstigten haften wahl-
verpflichtung unabhängig vom zugrunde lie- weise das eröffnende Institut oder ein Kredit-
genden Handelsgeschäft (z.B. auch bei Nich- institut im eigenen Land. c) Widerrufliches
tigkeit des Grundgeschäfts) eingegangen D. (selten): Das eröffnende Kreditinstitut
wird; es ist bedingt, da die Zahlung von der kann sein Zahlungsversprechen zurückneh-
Vorlage der geforderten Dokumente abhän- men, solange die Dokumente der avisieren-
gig gemacht wird. – 2. Beteiligte: An der den Bank noch nicht vorliegen. d) Sicht-
Abwicklung eines D. sind beteiligt: a) Der akkreditiv: Bei Vorlage der Dokumente ist
Importeur, der als Akkreditivauftraggeber bei das jeweilige Institut zur sofortigen Zahlung
seiner Bank die Eröffnung des Akkreditivs verpflichtet. e) Nachsichtakkreditiv: Die Zah-
zugunsten des Exporteurs beantragt, b) die lungsverpflichtung wird zu einem festgesetz-
Bank des Importeurs, die als eröffnende Bank ten Zeitpunkt nach Dokumentenvorlage aus-
ein Zahlungsversprechen zugunsten des Ex- gelöst. Der Begünstigte gewährt dem Auf-
porteurs abgibt, c) die Bank des Exporteurs traggeber ein Zahlungsziel. f) Akzept-
(ggfs. auch eine andere Bank), die als avisie- akkreditiv: Das Leistungsversprechen besteht
rende Bank den Exporteur von der Eröffnung in der Verpflichtung, eine den Dokumenten
des D. benachrichtigt, i.d.R. ohne selbst eine beigefügte o Tratte des Exporteurs zu akzep-
Zahlungsverpflichtung einzugehen (Über- tieren bzw. die Einlösung eines vom Im-
nimmt dieses Institut zusätzlich eine Zah- porteur akzeptierten o Wechsels zu garantie-
lungsverpflichtung, so wird es als bestäti- ren. g) Negoziierungsakkreditiv: Die Leis-
gende Bank bezeichnet.), d) der Exporteur, tung erfolgt durch Zahlung gegen Tratten
der als Akkreditivbegünstigter Nutznießer des und/oder Dokumente durch ein von der
von der eröffnenden Bank abgegebenen Zah- eröffnenden Bank hierzu ermächtigtes Kre-
lungsversprechens ist. – 3. Nutzen für die ditinstitut. – Siehe Abbildung 3 (Zahlungs-
Vertragspartner: Dem Exporteur bietet das abwicklung Dokumentenakkreditiv).
Zahlungsversprechen der eröffnenden Bank
(im Gegensatz zum o Dokumenteninkasso) Dokumenteninkasso. 1. Wesen: Zah-
Sicherheit des Zahlungseingangs bei Vorlage lungsbedingung im Außenhandel, bei der ein
entsprechender Dokumente unabhängig von Exporteur seinem Kreditinstitut den Auftrag
der Zahlungsfähigkeit bzw. -willigkeit des erteilt, den Gegenwert bestimmter, von ihm
Importeurs. Auch das Risiko der Nichtab- im Zusammenhang mit einem Warengeschäft
nahme gelieferter Ware ist ausgeschaltet. Ein eingereichter Dokumente zu Lasten des
Risiko des Zahlungseingangs ergibt sich Importeurs einzuziehen. Der Auftraggeber
allenfalls aus einer mangelnden o Kredit- bestimmt, ob die Dokumente gegen Zahlung
würdigkeit der eröffnenden Bank selbst oder (o Dokumente gegen Kasse) oder gegen Ak-
aufgrund von Länderrisiken im Importland. zeptierung eines Wechsels (o Dokumente
Dem Importeur hingegen dienen die einzu- gegen Akzept) ausgehändigt werden sollen. –
reichenden Dokumente als Beweismittel, ins- 2. Rechtsbeziehungen und Abwicklung:
besondere z.B. hinsichtlich des ordnungsge- Grundlage ist ein zwischen Exporteur und
mäßen Warenversandes und eines ausrei- Importeur geschlossener Kaufvertrag, in dem
chenden Versicherungsschutzes. Jedoch bie- die Zahlungsabwicklung über ein D. ver-
tet der Erhalt der Dokumente keine Gewähr einbart wird. Zwischen den übrigen Beteilig-
für ein rechtzeitiges Eintreffen oder für den ten bestehen Geschäftsbesorgungsverträge.
ordnungsgemäßen Zustand der Ware. – 4. Der Exporteur (Auftraggeber) erteilt seinem
Formen: Je nach Art der Verpflichtung der Kreditinstitut (Einreicherbank) den Auftrag
beteiligten Kreditinstitute und nach der Leis- zur Durchführung des Inkasso. Zwischen der
tungsart bzw. dem Leistungszeitpunkt wer- Einreicherbank und der Bank des Importeurs
den im Wesentlichen nachstehende Formen (vorlegende Bank) erfolgt aufgrund Inkasso-
unterschieden: a) Unwiderrufliches D.: Das vertrag die Weiterleitung der Dokumente und
eröffnende Institut übernimmt eine Verpflich- die Verrechnung des Gegenwertes nach Zah-
tung gegenüber dem Begünstigten, die nicht lung durch den Importeur. Besteht zwischen
67

Abbildung 3: Zahlungsabwicklung
Dokumentenakkreditiv

Bank des Importeurs (3) Akkreditiveröffnung Bank des Exporteurs


(eröffnende Bank) (8) Dokumente (avisierende Bank)
(10) Gutschrift

(2) (9) (3) (11) (7) (4)


Auftrag: Dokumente/ Übernahme eines Gut- Doku- Mitteilung
Akkreditiv- Belastung abstrakten bedingten schrift mente Akkreditiv-
eröffnung Zahlungsversprechens eröffnung

Importeur Exporteur
(1) Kaufvertrag
(Auftraggeber) (Begünstigter)

Verfügung Dokumente
(13) (6) (5)
(12)
Versand
Dokumente

Ware Lieferung Ware


Dokumenteninkasso
Domizilwechsel 68

diesen beiden Banken keine unmittelbare Doppelwährungsanleihe, an zwei Wäh-


Korrespondenzbeziehung, so wird eine Dritt- rungen gebundene o Anleihe, bei der die
bank (Inkassobank) in die Abwicklung einbe- Rückzahlung am Laufzeitende in einer an-
zogen. Die Belastung des Importeurs (Bezo- deren Währung (z.B. US-Dollar) vorgenom-
gener) mit dem Inkassogegenwert durch die men wird als die Zahlung des Kaufpreises
vorlegende Bank erfolgt aufgrund eines ent- und der laufenden Zinsen (z.B. Euro). Der
sprechenden Einlösungsauftrages. Die an der Wechselkurs wird i.d.R. bereits bei o Emis-
Abwicklung des D. beteiligten Banken prü- sion der Anleihe verbindlich festgelegt.
fen lediglich, ob die erhaltenen Dokumente Durch eine Emission von D. können sich
den im Inkassoauftrag aufgeführten Doku- z.B. Tochtergesellschaften ausländischer Un-
menten zu entsprechen scheinen (d.h. im We- ternehmen o Fremdkapital beschaffen und
sentlichen Vollzähligkeitsprüfung ohne in- die laufenden Zinszahlungen leisten, wäh-
haltliche Prüfung). – 3. Beurteilung: Der Ex- rend die Muttergesellschaft die spätere Rück-
porteur hat die Sicherheit, dass der Importeur zahlung in ihrer jeweiligen Landeswährung
erst nach Zahlung bzw. Akzeptierung eines übernimmt.
Wechsels über die Ware verfügen kann, da er
deren Auslieferung an den Empfänger von Dow Jones Index, o Dow Jones Industrial
der Vorlage entsprechender Dokumente ab- Average.
hängig machen kann. Bei einem D/P-Inkasso
(Dokumente gegen Kasse) hat er außerdem Dow Jones Industrial Average, Dow
die Sicherheit des Zahlungseingangs, sobald Jones Index; an der New York Stock Ex-
der Importeur die angebotenen Dokumente change während der Börsenzeit laufend
annimmt. Der Exporteur trägt jedoch das Ri- ermittelter Aktienindex (o Index) für 30
siko der Nichtaufnahme der Dokumente und umsatzstarke Industriewerte (o Blue Chips).
damit der Nichtabnahme der Ware durch den
Importeur. Er müsste in diesem Fall für einen D/P-Inkasso, o Dokumente gegen Kasse.
anderweitigen Verkauf (u.U. unter Wert) oder
den Rücktransport der Ware sorgen, wodurch Drei-Schichten-System der Altersvor-
zusätzliche Kosten entstehen. Für den Im- sorge, System der Altersvorsorge. - 1.
porteur liegen die Vorteile des D. zum einen Schicht: Basisversorgung bestehend aus
in dem über die Dokumente erbrachten gesetzlicher Rentenversicherung und kapital-
Nachweis, dass die Ware auf den Weg ge- gedeckter Basisrente (o Rürup-Rente), 2.
bracht wurde. Zum anderen wird seine Zah- Schicht: Kapitalgedeckte Zusatzversorgung
lungsverpflichtung erst ausgelöst, wenn die bestehend aus o Riester-Rente und betrieb-
Dokumente in seinen Besitz gelangen und er licher Altersversorgung, 3. Schicht: Sonstige
damit die Verfügungsgewalt über die Ware private Altersversorgung bestehend z.B. aus
erhält. Nachteilig ist für ihn jedoch, dass er Kapitallebensversicherung und Sparplänen.
bei Annahme der Dokumente noch nicht be- Vor dem Hintergrund sinkender Leistungen
urteilen kann, ob die Ware in auftragsgerech- aus der gesetzlichen Rentenversicherung ge-
tem (insbesondere mangelfreiem) Zustand winnt der Bereich der privaten Altersvor-
geliefert wird, da er Zahlung bzw. Akzept sorge zunehmend an Bedeutung.
leistet, bevor er die Ware auf ihre Voll-
ständigkeit und Qualität prüfen kann. – Siehe Drittrangmittel, neben dem o haftenden
Abbildung 4 (Zahlungsabwicklung Doku- Eigenkapital Bestandteil der Eigenmittel ei-
menteninkasso). ner Bank im Sinn des Kreditwesengesetzes
(KWG). Die D. beinhalten die Nettogewinne
Domizilwechsel, o Wechsel, bei dem der aus Handelsgeschäften und (bei Erfüllung
Wohnort oder Sitz des o Bezogenen sich bestimmter Kriterien) kurzfristige nachrangi-
vom Sitz des Kreditinstituts unterscheidet, ge Verbindlichkeiten. D. werden in die
bei dem der Wechsel zahlbar gestellt wurde. Eigenmittel einbezogen, soweit sie zu-
sammen mit dem freien o Ergänzungskapital
Doppelbesteuerungsabkommen, Ab- 250% des freien o Kernkapitals nicht über-
kommen zwischen zwei Staaten mit dem steigen.
Ziel, eine doppelte Besteuerung ausländi-
scher Kapitalerträge in beiden Ländern zu Drittschuldner, Schuldner, der (z.B. auf-
vermeiden. grund einer o Abtretung oder Pfändung)
69

Abbildung 4:
Zahlungsabwicklung Dokumenteninkasso

Bank des Importeurs (8) Gutschrift Bank des Exporteurs


(vorlegende Bank) (Einreicherbank)
(5) Dokumente und Inkassoauftrag

(7) (6) (4) (9)


Belastung Andienung Dokumente Gut-
bei Annahme der und schrift
der Dokumente Inkasso-
Dokumente auftrag

Importeur Exporteur
(1) Kaufvertrag
(Bezogener) (Auftraggeber)

(11) (2)
Verfügung Versand
(10) (3)
Dokumente Dokumente
Ware Lieferung Ware
Drittschuldner
Drittverwahrung 70

einer anderen Person als seinem ursprüngli- trägt ganz oder teilweise das Kreditausfall-
chen Gläubiger gegenüber zur Leistung ver- risiko.
pflichtet ist.
durchlaufender Kredit, o Investitionskre-
Drittverwahrung, Aufbewahrung von dit, bei dem die von einem Dritten (z.B.
Wertpapieren durch ein Kreditinstitut für ein Bund oder Länder im Rahmen von Förder-
anderes Institut (Zwischenverwahrer), bei programmen) gewährten zweckgebundenen
dem die Papiere aufgrund eines entsprechen- Fremdmittel über Banken und Sparkassen ei-
den Depotvertrages zunächst von einem nem Kreditnehmer zur Verfügung gestellt
Kunden hinterlegt wurden. Die D. erfolgt un- werden. Die zwischengeschaltete Bank han-
ter dem Namen des Zwischenverwahrers. delt dabei im eigenen Namen, aber für Rech-
Das erstbeauftragte Institut ist auch ohne be- nung des Geldgebers, der auch das Kreditri-
sondere Ermächtigung des Hinterlegers zur siko trägt. Die o Hausbank des Kreditneh-
D. berechtigt. Die Funktion eines Drittver- mers haftet lediglich für die ordnungsmäßige
wahrers wird z.B. von der o Clearstream Abwicklung und Verwaltung. Der d.K. ist
Banking AG und von Zentralen der Kredit- eine Form des o Treuhandkredits.
institute vorgenommen.
DVFA-Ergebnis, nach einem besonderen
Druckvorschriften für Effekten, oRicht- Gewinnermittlungsverfahren von der Deut-
linien für den Druck von Wertpapieren. schen Vereinigung für Finanzanalyse und
Asset Management (DVFA) berechnetes Un-
DTA, Abk. für o Datenträgeraustausch. ternehmensergebnis je Aktie. Das DVFA-E.
ist eine international anerkannte Kennziffer
Due Dilligence, im Zusammenhang mit für die Beurteilung des Erfolgs deutscher
dem Erwerb von Unternehmensbeteiligungen Unternehmen.
oder Immobilien gebräuchliche Bezeichnung
für die gebotene Sorgfalt, mit der im Vorfeld dynamischer Sparplan, Form regelmäßi-
des Vertragsabschlusses eine Überprüfung gen Sparens, bei der vereinbart wird, die
der Qualität des jeweiligen Objekts vorge- Sparrate zu bestimmten Zeitpunkten (z.B.
nommen wird. einmal jährlich) um eine festgelegte Steige-
rungsrate zu erhöhen. Das Ziel dieser Verein-
durchgeleiteter Kredit, o Investitions- barung liegt darin, den Kaufkraftverlust des
kredit, bei dem von zentraler Stelle gewährte Sparkapitals, der durch die Inflation im
zweckgebundene Fremdmittel (z.B. Förder- Zeitablauf entsteht, im Laufe der Jahre aus-
mittel der o Kreditanstalt für Wiederaufbau) gleichen zu können.
durch Banken und Sparkassen an einen Kre-
ditnehmer weitergeleitet werden. Das zwi- DZ-Bank, o Deutsche Zentral-Genossen-
schengeschaltete Kreditinstitut handelt im ei- schaftsbank AG.
genen Namen und für eigene Rechnung und
E
Earnings per Share, Gewinn pro Aktie; sönlicher Identifikationsnummer (PIN) an
Jahresüberschuss (o Erträge abzüglich o Geldautomaten und im Wege des o Elec-
o Aufwendungen), geteilt durch die Anzahl tronic Cash über ihr Konto zu verfügen. Im
der ausgegebenen Aktien eines Unterneh- Fall von Schäden aufgrund unberechtigter
mens. In Deutschland wird i.d.R. statt des Verfügungen Dritter haftet der Kunde bei
Jahresüberschusses das o DVFA-Ergebnis grober Fahrlässigkeit in voller Höhe. Grobe
verwendet. Fahrlässigkeit liegt z.B. vor, wenn die PIN
auf der Karte notiert oder ein Kartenverlust
EBIT, Earnings before Interests and Taxes; dem Kreditinstitut nicht unverzüglich mitge-
Ergebnis vor Zinsen und Ertragssteuern; teilt wurde. Bei leichter Fahrlässigkeit haftet
international verwendete Erfolgsgröße. Da der Kunde mit 10% des entstehenden Scha-
sowohl der Verschuldungsgrad als auch die dens bei Banken (Sparkassen und Genossen-
(national unterschiedliche) Steuerbelastung schaften 0%). Zwischen 10% und 100%
eines Unternehmens herausgerechnet wer- (Stufen zwischen leichter und grober Fahr-
den, genießt das EBIT einen hohen Stellen- lässigkeit) sind alle Haftungsgrade je nach
wert als Maßstab für den Erfolg eines Unter- Einzelfallentscheidung möglich. Regelungen
nehmens im internationalen Vergleich. – Eine zum EC-S. sind in den Bedingungen für die
Variante des EBIT ist die Kennzahl EBITDA Verwendung einer Bank- oder Sparkassen-
(Earnings before Interests, Taxes, Deprecia- karte enthalten, die bei Kartenausgabe Ver-
tion und Amortization), die Zinsen, Steuern tragsbestandteil zwischen Kunde und Kredit-
und Abschreibungen herausrechnet. institut werden.

EC, ursprüngliche Abk. für Eurocheque. Das ECN, Electronic Communication Network;
EC-System umfasste bis zum Jahr 2002 den börsenunabhängige elektronische Handels-
Euroscheck und die dazugehörige Euro- plattform. Durch ECN werden Börsenplätze
scheckkarte. Da Euroschecks seitdem nicht ergänzt. So ist es z.B. möglich, über ein ECN
mehr garantiert werden, sind sie als Zah- an Wochenenden Wertpapiere zu handeln,
lungsmittel bedeutungslos geworden. Der während die Börsen geschlossen sind.
EC-Karte kommt als Bank- oder Sparkassen-
karte jedoch eine sehr große Bedeutung im ECU, o Euro.
Rahmen des o EC-Service zu. Die Abk. EC
wird seitdem für das Verfahren des o Elec- EdB, Abk. für Entschädigungseinrichtung
tronic Cash verwendet. deutscher Banken. – Vgl. o Einlagensiche-
rung.
E-Cash, o Electronic Cash.
EDC-System, o Electronic Cash.
EC-Geldautomat, o Geldautomat.
Edelmetalle, Sammelbegriff für wertvolle
EC-Karte, alte Abk. für Euroscheck-Karte. Legierungen (Gold, Platin etc.). Das Ge-
Die EC-Karte kommt beim o EC-Service schäft der Kreditinstitute mit E. umfasst
zum Einsatz und wird künftig durch die hauptsächlich Goldanlagen, die vornehmlich
Girocard ersetzt. in Krisenzeiten als begehrte Anlageform
gelten. So verzeichnete z.B. der Goldpreis in
EC-Service, Dienstleistungsangebot der Zeiten des Kalten Krieges oder während der
Kreditinstitute, das es Kunden erlaubt, per Ölkrise in den 70er Jahren eine hohe Wert-
Bank- oder Sparkassenkarte mittels o per- steigerung. Goldanlagen kommen in Form
EDIFAKT 72

von Goldbarren, Goldmünzen (o gesetzli- schaft für den Handel an der Börse.
ches Zahlungsmittel, z.B. kanadischer Maple
Leaf oder südafrikanischer Krügerrand), Effektengiroverkehr, stückelose Umbu-
Goldmedaillen (Sammlermünzen, d.h. privat chung von o Effekten. Da die an der Börse
geprägte Goldstücke ohne Nennwert) oder gehandelten Wertpapiere i.d.R. als o Sam-
Goldzertifikaten (Anteile an einem Gold- melbestand geführt werden, ist es möglich,
fonds (o Investmentfonds)) vor. Wertpapiere nach einem Handel an der Börse
so umzubuchen, dass sie körperlich nicht
EDIFAKT, Abk. für Electronic Data Inter- bewegt werden müssen. – Vgl. Abbildung
change for Administration, Commerce and „Stückeloser Effektengiroverkehr“. Der E.
Transport; standardisiertes Nachrichtenfor- wird in Deutschland über die Clearstream
mat, das dem elektronischen Geschäftsdaten- Banking AG oder über spezialisierte Kredit-
austausch dient. Es soll Firmenkunden die institute (z.B. Deutsche WertpapierService
beleglose internationale Zahlungsverkehrs- Bank AG – dwpbank) abgewickelt.
abwicklung ermöglichen.
Effektenhandel, börslicher oder außerbörs-
EDW, Abk. für o Entschädigungseinrichtung licher Handel in vertretbaren (fungiblen)
der Wertpapierhandelsunternehmen. Kapitalwertpapieren (o Effekten). Außer-
börslich werden z.B. unbedeutende Neben-
Effekten, Sammelbegriff für alle vertretba- werte (Telefonverkehr), Tafelpapiere (effek-
ren (fungiblen) o Kapitalwertpapiere. Der tive Stücke/Urkunden) und Großaufträge
Begriff „vertretbar“ kann auch mit „aus- gehandelt, die in ihrem Volumen so hoch
tauschbar“ übersetzt werden: So verbrieft sind, dass sie die Kursbildung an der Börse
z.B. jede beliebige Bayer-Aktie die Teilha- zu stark beeinflussen würden. Außerdem
berschaft an der Bayer AG. Die Vertretbarkeit finden Transaktionen im Zusammenhang mit
(o Fungibilität) ist eine wesentliche Eigen- o Wertpapierpensionsgeschäften außerbörs-

Stückeloser Effektengiroverkehr
Beispiel: Kunde A erteilt seiner Hausbank (Bank X) einen Auftrag zum Verkauf von 100
Stück NN-Aktien. Das Geschäft kommt über die Börse zum Preis von 40 Euro je Aktie zu-
stande. Börsenkontrahent ist die Bank Y, die im Auftrag ihres Kunden B handelt. Vor Zustan-
dekommen des Geschäftes besteht folgende Situation:

Bank X Börse Bank Y

Kunde A Clearstream Banking AG Kunde B


Depot Nr. 1234 Sammelbestand 1.500.000 NN-Aktien Depot Nr. 2345
….. Bank X Bank Y Bank Z ..... …..
..... 120.000 200.000 80.000 ..... ......
100 NN-Aktien
.....
Nach Zustandekommen des Geschäftes können die Bestände umgebucht werden, ohne dass
es zu einer „Verlagerung“ der Urkunden kommt:

Bank X Börse Bank Y

Kunde A Clearstream Banking AG Kunde B


Depot Nr. 1234 Sammelbestand 1.500.000 NN-Aktien Depot Nr. 2345
….. Bank X Bank Y Bank Z ..... …..
..... 120.000 200.000 80.000 ..... 100 NN-Aktien
100 NN-Aktien - 100 + 100
119.900 200.100

Mitteilung der Ausbuchung Mitteilung der Einbuchung


73 Eigenkapital

lich statt. Beim börslichen Handel unter- eidesstattliche Versicherung, Versiche-


scheidet man verschiedene o Börsensegmen- rung eines Schuldners über die Richtigkeit
te. Entscheidende Merkmale für das Funkti- und Vollständigkeit eines von ihm vorzule-
onieren des E. sind die Liquidität des Mark- genden Vermögensverzeichnisses. Schuldner
tes (d.h. die Möglichkeit, schnell einen Kon- müssen eine e.V. leisten, wenn ihre Gläubi-
trahenten zu finden) sowie die Marktbreite: ger bereits erfolglos versucht haben, eine
Bei sog. „engen“ Märkten können sich schon o Zwangsvollstreckung in das Vermögen zu
kleinere Aufträge sehr stark auf die Kursent- betreiben.
wicklung auswirken; hier liegt eine hohe
Volatilität (Schwankungsbreite der Kurse) eigene Akzepte, Wechsel, bei denen ein
vor. Kreditinstitut der Bezogene ist. – Vgl. auch
o Akzeptkredit.
Effektenkommission, Abwicklungsform
bei Wertpapier-Kundenaufträgen. Kreditin- eigene Ziehung, o Wechsel, den ein Kre-
stitute treten bei der E. unter ihrem eigenen ditinstitut auf einen Kreditnehmer zieht, um
Namen, aber für fremde Rechnung (Rech- diesen zur pünktlichen Rückzahlung des
nung des Kunden) auf. Nach den o Son- Kredites zu veranlassen. Aufgrund der Stren-
derbedingungen für Wertpapiergeschäfte der ge des Wechselgesetzes ist der Zahlungsan-
Kreditinstitute werden Aufträge über Werte, spruch durch die e.Z. wirksamer durchsetz-
die an einer Börse zugelassen sind, grund- bar als der Anspruch aus dem Kredit.
sätzlich als E.-Aufträge ausgeführt, sofern
keine andere Kundenweisung vorliegt. Bei eigener Wechsel, o Solawechsel.
der E. werden neben dem Kurswert der Akti-
en (bzw. dem o ausmachenden Betrag bei Eigenfinanzierung, Sammelbegriff für
Anleihen) die Provision für das Kreditinstitut Maßnahmen zur Kapitalbeschaffung aus
sowie evtl. die Maklergebühr (o Courtage) einbehaltenen Gewinnen eines Unterneh-
ausgewiesen (Bruttoabrechnung). – Gegen- mens sowie Vermögensumschichtungen bzw.
satz: o Festpreisgeschäft. aus Mitteln der Unternehmenseigner. – Vgl.
auch o Finanzierung.
Effektentermingeschäft, Wertpapierge-
schäft, bei dem Geschäftsabschluss und Eigengeschäft, Bezeichnung für den Han-
Erfüllung (Zahlung und Wertpapierlieferung) del mit eigenen Wertpapieren oder Devisen
auseinander fallen. Beispiele für ein E. sind eines Kreditinstitutes.
o Optionen und o Futures.
Eigenheimzulage, Ende 2005 abgeschaffte
Effektivverzinsung, Verzinsung eines Kre- Form der o Wohneigentumsförderung.
dites oder einer Geld- bzw. Kapitalanlage
unter Berücksichtigung von o Nominalver- Eigenkapital, eigene Finanzierungsmittel
zinsung und sonstigen Faktoren (z.B. Rück- eines Unternehmens. Bilanztechnisch ist das
zahlungsgewinn, Kosten. – Vgl. auch o E. derjenige Teil der Mittelherkunft, der nicht
Rendite). Bei Krediten an Privatpersonen durch Fremdkapitalgeber (z.B. Kreditgeber)
müssen Kreditinstitute gemäß den Bestim- zur Verfügung gestellt wird. Das E. sowie
mungen des BGB zum o Verbraucherkredit das o Fremdkapital (auch Mittelherkunft
und der o Preisangabenverordnung den genannt) werden in bestimmten Vermögens-
Effektivzins angeben. werten angelegt (auch Mittelverwendung
genannt):
EFTA, European Free Trade Association;
Europäische Freihandelszone, gegründet Aktiva Bilanz Passiva
1960. Mitgliedsländer sind Island, Liechten-
stein, Norwegen und die Schweiz. Mit Aus- Vermögenswerte Eigenkapital
nahme der Schweiz arbeiten EFTA und
Europäische Union als „Europäischer Wirt- Fremdkapital
schaftsraum“ (EWR) eng zusammen.

eG, Abk. für eingetragene o Genossen-


schaft. Mittelverwendung Mittelherkunft
Eigenkapitalquote 74

Die Bestandteile des E. sind je nach Unter- zurückgezahlt wird. – Beispiel: Ein Baudar-
nehmensform unterschiedlich. Im Wesentli- lehen über 200.000 Euro wird durch eine
chen setzt sich das E. aus den Einlagen der o Hypothek in gleichen Höhe abgesichert.
Gesellschafter und den o Rücklagen zu- Nach einiger Zeit hat der Kreditnehmer
sammen, die regelmäßig vor allem durch 30.000 Euro des Darlehens getilgt. Die For-
Einbehaltung von nicht ausgeschütteten Ge- derung des Kreditinstitutes aus dem Darlehen
winnen gebildet werden. beträgt also nur noch 170.000 Euro. Gleich-
zeitig ist der Wert der Hypothek ebenfalls nur
Eigenkapitalquote, prozentualer Anteil noch mit 170.000 Euro anzusetzen, obwohl
des o Eigenkapitals an der gesamten Bilanz- diese noch mit 200.000 Euro im Grundbuch
summe eines Unternehmens. Die E. ist von eingetragen ist, sofern keine Teillöschung des
Branche zu Branche unterschiedlich. Kredit- zurückgezahlten Betrages von 30.000 Euro
institute weisen aufgrund ihrer Geschäfts- erfolgte. Durch die Kreditrückzahlung ist
struktur mit ca. 8% eine geringe E. auf. Die eine derivative E. in Höhe von 30.000 Euro
Höhe der E. gibt Aufschluss über die mate- entstanden. – Gegensatz: o Fremdgrund-
rielle o Kreditwürdigkeit eines Unterneh- schuld.
mens. Je höher die E. ist, desto umfangrei-
cher ist die Haftungsgrundlage für die Rück- Eigentümerhypothek, o Hypothek, die
zahlung eines Kredites. dem o Eigentümer eines Grundstücks zu-
steht. Eine E. entsteht, wenn der Grund-
Eigenkapitalrentabilität, prozentualer An- stückseigentümer nicht der Schuldner des
teil des Gewinns eines Unternehmens am durch die Hypothek abgesicherten Kredites
o Eigenkapital. Die E. gibt Auskunft dar- ist, die Kreditforderung jedoch vom Gläubi-
über, wie sich das Eigenkapital eines Unter- ger (Kreditinstitut) erwirbt, indem er den
nehmens innerhalb eines Zeitraums (i.d.R. 1 Kredit an Stelle des Schuldners zurückzahlt.
Jahr) verzinst hat. Das Ergebnis sollte deut- – Gegensatz: o Fremdhypothek.
lich über der Verzinsung einer sicheren Geld-
anlage liegen, da das unternehmerische Ri- Eigentumsvorbehalt, Vereinbarung zwi-
siko zu vergüten ist: Läge z.B. eine E. bei 2% schen Käufer und Verkäufer einer Sache.
p.a., wäre es für die Unternehmenseigner (Ei- Durch den E. wird festgelegt, dass der Ver-
genkapitalgeber) günstiger, ihr Geld in eine käufer so lange das o Eigentum an der Sache
sichere und höher verzinsliche Anlage zu behält, bis diese vollständig bezahlt wurde.
investieren. Durch den E. sichern Unternehmen ihre
Forderungen gegenüber Kunden ab, die nicht
Eigentum, rechtliche Herrschaft über eine sofort bar bezahlen.
Sache. Hiervon abzugrenzen ist die tatsächli-
che Herrschaft über eine Sache (o Besitz). Eilnachricht, telekommunikative Mittei-
Der Eigentümer einer Sache kann über diese lung der Zahlstelle einer o Lastschrift oder
Sache frei verfügen, d.h. sie z.B. verkaufen, eines o Schecks an die erste Inkassostelle.
verändern etc. Beschränkungen sind jedoch Nach dem Scheck- bzw. Lastschriftabkom-
beim fiduziarischen (treuhänderischen) Ei- men (o Abkommen) hat die Zahlstelle bei
gentum zu beachten (o Sicherungsübereig- Lastschriften ab 3.000 Euro und bei Schecks
nung). ab 6.000 Euro im Falle der Nichteinlösung
der Lastschrift bzw. des Schecks die erste
Eigentümergrundschuld, Sonderform ei- Inkassostelle bis zu dem der Vorlage folgen-
ner o Grundschuld. Die E. steht dem Eigen- den Geschäftstag von der Nichteinlösung
tümer eines Grundstücks und nicht einer telekommunikativ (z.B. telefonisch, per Fax)
fremden Person (z.B. einem finanzierenden zu benachrichtigen, damit die erste Inkasso-
Kreditinstitut) zu. Man unterscheidet: 1. Ori- stelle sich bereits auf die Rückbuchung des
ginäre E., bei der ein Grundstückseigentümer Geldbetrages einstellen kann.
eine Grundschuld auf seinen Namen in das
o Grundbuch eintragen lässt, um diese später Eilüberweisung, schnelle Überweisungs-
als Kreditsicherheit einem Kreditinstitut form, bei der dem Kreditinstitut des Zah-
anzubieten, wenn er einen Finanzierungsbe- lungsempfängers auf telekommunikativem
darf hat. – 2. Derivative (abgeleitete) E., die Weg (Datenübertragung) der Zahlungsein-
entsteht, wenn ein Hypothekendarlehen gang unverzüglich mitgeteilt wird. Die Ver-
75 Einheitskurs

rechnung des Geldbetrages erfolgt schneller weniger umsatzstarken Aktien eine Rolle;
als beim üblichen Überweisungsverkehr, bei darüber hinaus fungiert er auch bei umsatz-
dem trotz belegloser Ausführung aufgrund starken Werten als Referenzkurs für andere
des hohen Datenaufkommens immer noch Finanzkontrakte (z.B. bei o Optionen). –
Wartezeiten in Kauf genommen werden Beispiel für das Prinzip der E.-Ermittlung:
müssen. Aufgrund der bevorzugten Behand- Für die Aktien der X-AG liegen zu einem
lung ist eine E. teurer als eine normale Ü- Zeitpunkt an einer Börse die folgenden limi-
berweisung. tierten und nicht limitierten Aufträge vor:

Einfuhr, deutscher Begriff für einen o Käufe Verkäufe


Import.

eingetragener Verein (e.V.), o juristische Stück Limit (Euro) Stück Limit (Euro)
Person des privaten Rechts. Der e.V. besitzt
eigene Rechtspersönlichkeit, d.h. er kann 50 ohne 45 ohne
unter seinem Namen Rechtsgeschäfte einge-
hen sowie klagen oder verklagt werden. Der 45 110,25 55 110,00
e.V. wird in das Vereinsregister eingetragen.
Der Vorstand führt die Vereinsgeschäfte und 40 110,50 35 110,25
vertritt den e.V. nach außen. Die Vertretung
erfolgt gemeinschaftlich durch alle Vor- Da ein Kauflimit als Maximalpreis und ein
standsmitglieder, sofern keine andere Rege- Verkaufslimit als Mindestpreis anzusehen ist,
lung im Vereinsvertrag (Satzung) vorgesehen ergeben sich folgende Umsätze bei den in
ist. Zu unterscheiden sind Idealvereine, die Frage kommenden Kursen:
das Allgemeinwohl fördern (z.B. Sportverei-
ne, Fördervereine von Schulen) und wirt-
schaftliche Vereine, deren Zweck auf einen Kurs Käufe Verkäufe Um-
wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb gerichtet (Euro) (Stück) (Stück) satz
ist. Vom e.V. ist der nicht rechtsfähige Verein
110,00 Euro 135 100 100
abzugrenzen. – Vgl. auch o Gesellschaft
bürgerlichen Rechts. 110,25 Euro 135 135 135

Einheitliche Richtlinien und Gebräu- 110,50 Euro 90 135 90


che für Dokumenten – Akkreditive
(ERA), allgemein anerkanntes Regelwerk
der Internationalen Handelskammer (ICC) in
Paris für die Handhabung eines o Doku- Der Kurs mit dem höchsten Umsatz ist hier
mentenakkreditivs. 110,25 Euro. Dieser Kurs wird festgesetzt
(Meistausführungsprinzip). Da bei diesem
Einheitliche Richtlinien für Inkassi Kurs das Angebot (Verkäufe) genau der
(ERI), allgemein anerkanntes Regelwerk der Nachfrage (Käufe) entspricht, der Markt also
Internationalen Handelskammer (ICC) in geräumt wird, handelt es sich um einen
Paris für die Handhabung eines o Dokumen- „bezahlt“-Kurs (ohne o Kurszusatz; dieser
teninkassos. Kurs wird in manchen Veröffentlichungen
allerdings mit dem Zusatz „b“ gekennzeich-
Einheitskurs, Kassakurs, Kurs, der bei net). – Bei der Kursermittlung ist ferner
gleichzeitigem Vorliegen mehrerer Aufträge darauf zu achten, dass 1. alle nicht limitierten
zum Kauf bzw. Verkauf eines Wertpapiers Aufträge erfüllt werden können, 2. alle
gebildet wird. Zu unterscheiden ist einerseits Kaufaufträge, die über dem zu Stande ge-
der E., der einmal täglich bei bestimmten kommenen Kurs limitiert wurden, erfüllt
Werten des börsenmäßigen o Effektenhan- werden können, 3. alle Verkaufaufträge, die
dels veröffentlicht wird, und andererseits das unter dem zu Stande gekommenen Kurs
Ermittlungsprinzip des E., das auch bei einer limitiert wurden, erfüllt werden können und
o fortlaufenden Notierung und bei einer 4. die zu dem zu Stande gekommenen Kurs
o Auktion zur Anwendung kommt. Der limitierten Aufträge zumindest teilweise
veröffentlichte E. spielt vornehmlich bei erfüllt werden können. – Im Zusammenhang
Einheitsnotierung 76

mit der letzten Bedingung ist es einerseits o Werbungskosten (z.B. Aufwendungen für
also möglich, dass einige der zu dem zu Arbeitskleidung oder für Fachliteratur bei der
Stande gekommenen Kurs limitierten Käufe Einkunftsart 4.) anzusetzen. – Da eine ein-
nicht erfüllt werden können. Der Kurs wäre kommensteuerpflichtige Person i.d.R. Ein-
dann mit dem Kurszusatz „bG“ (bezahlt künfte aus verschiedenen Einkunftsarten
Geld) zu kennzeichnen. Würden andererseits erwirtschaftet, ist zunächst einmal der Ge-
einige Verkaufaufträge, die vorher zu dem zu samtbetrag der Einkünfte zu ermitteln. Hier-
Stande gekommenen Kurs limitiert waren, bei sind eventuelle Freibeträge zu berück-
nicht erfüllt, ergäbe sich bei der Kursnotie- sichtigen (z.B. bei der Einkunftsart 5. der
rung dann der Kurszusatz „bB“ (bezahlt o Sparerpauschbetrag von 801 Euro für
Brief). Ledige bzw. 1.602 Euro für Verheiratete).
Von dem Gesamtbetrag der Einkünfte kön-
Einheitsnotierung, veröffentlichter o Ein- nen o Sonderausgaben abgesetzt werden.
heitskurs bei bestimmten Werten des bör- Nach Abzug der Sonderausgaben ergibt sich
senmäßigen o Effektenhandels. – Gegen- das zu versteuernde Einkommen, aus dem
satz: o fortlaufende Notierung. man mit Hilfe von Steuertabellen die Steuer-
schuld in Euro ermitteln kann. Von der Steu-
Einheitswert, einheitliche Bemessungs- erschuld können bereits geleistete Vorauszah-
grundlage für ein o Grundstück, die zur lungen (z.B. bei der monatlichen Gehaltszah-
Ermittlung mehrerer Steuern (z.B. o Grund- lung vom jeweiligen Arbeitgeber einbehalte-
steuer) hinzugezogen wird. ne Lohnsteuer) abgezogen werden.

Einigung, Übereinkunft zwischen Vertrags- Einlagefazilität, geldpolitisches Instrument


partnern, die den Rechtszustand einer Sache des o Europäischen Systems der Zentralban-
verändert. 1. Die E. über den Eigentums- ken (ESZB). Die E. ermöglicht es den Kre-
übergang bewirkt, dass eine Sache in Folge ditinstituten, überschüssige Guthaben auf
eines Vertragsverhältnisses (z.B. Kaufver- ihren Zentralbankgeldkonten (Girokonten bei
trag, Schenkungsvertrag) in das o Eigentum der Deutschen Bundesbank) für einen Tag
des Erwerbers (Käufer, Beschenkter) über- (overnight) bei der nationalen Zentralbank
geht. Durch die Übergabe der Sache ist der (o Deutsche Bundesbank) verzinslich anzu-
Eigentumsübergang abgeschlossen. – 2. Die legen. Der entsprechende Zinssatz stellt den
E. über das Entstehen des o Pfandrechts unteren ESZB-Leitzins dar. – Vgl. auch
bewirkt, dass der Pfandnehmer (Pfänder) ein o geldpolitische Operationen.
Verwertungsrecht an einer Sache als Sicher-
heit für einen Kredit erwirbt, sofern sich die Einlagen, 1. Gem. Handelsrecht alle Geld-
Sache in seinem o Besitz befindet (Faust- oder Sachleistungen, die ein Gesellschafter
pfandprinzip). in ein Unternehmen einbringt, wenn er sich
an diesem beteiligt. – 2. Im Bankgeschäft:
Einkommensteuer, Steuer auf Einkünfte Alle Geldbeträge, die Kunden auf ihre Kon-
natürlicher Personen. Nach dem Einkom- ten einzahlen und so dem Kreditinstitut als
mensteuergesetz unterliegen folgende Ein- kurz-, mittel- oder langfristige Finanzie-
künfte der E.: rungsmittel zur Verfügung stellen. Im We-
1. Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, sentlichen unterscheidet man o Sichteinla-
2. Einkünfte aus Gewerbebetrieb, gen, o Termineinlagen und o Spareinlagen.
3. Einkünfte aus selbstständiger Arbeit,
4. Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit, Einlagensicherung, Einrichtung zum
5. Einkünfte aus Kapitalvermögen, Schutz von Geld- und Kapitalanlegern. Kre-
6. Einkünfte aus Vermietung und Verpach- ditinstitute dürfen Einlagen (o Einlagen 2)
tung nur annehmen, wenn sie einem amtlich
7. Sonstige Einkünfte. anerkannten E.-System angehören. Seit 1998
Bei den Einkunftsarten 1. bis 3. ist der Ge- ist aufgrund des Einlagensicherungs- und
winn (Saldo aus gesamten o Ertrag und Anlagenentschädigungsgesetzes europaweit
gesamten o Aufwand) anzusetzen. Bei den die Mitgliedschaft in einer Entschädigungs-
anderen Einkunftsarten ist die Differenz einrichtung vorgeschrieben, die für eine Ba-
zwischen den Einnahmen (z.B. Zinsen und sisdeckung sorgt. Insgesamt sind drei Ent-
Dividenden bei Einkunftsart 5.) und den schädigungseinrichtungen (jeweils eine für
77 Einzelauskunftsersuchen

private, öffentlich-rechtliche Kreditinstitute Einrichtung von Konten, technische


und sonstige o Finanzunternehmen) vorge- Maßnahme in einem Kreditinstitut nach
sehen. Seit Mitte 2009 sind 100% einer Abschluss eines Kontovertrages mit einem
Einlage, maximal jedoch 50.000 Euro durch Kunden. Bei der E.v.K. geht es darum, die
die gesetzliche E. geschützt. – Von der Ent- Kontodaten (persönliche Angaben zum Kun-
schädigungseinrichtung sind o Sparkassen den, Kontonummer, Kontoart) und die Sach-
und o Kreditgenossenschaften befreit, da sie angaben zum Konto (Konditionen, Ab-
der sog. Institutssicherung angehören. Sie schlusszeitraum, Scheckkartenausgabe etc.)
geht über die Basisdeckung hinaus und be- zu erfassen, um entsprechende Dispositions-
sagt, dass bei Zahlungsschwierigkeiten einer unterlagen für die kontoführende Stelle zu
Sparkasse oder Kreditgenossenschaft die erhalten. I.d.R. erfolgt heute die Kontoein-
anderen Institute des entsprechenden Sektors richtung in automatisierter Form durch Ein-
Liquiditätshilfen gewähren und somit das gabe der Kontendaten in das EDV-System
gefährdete Institut vor einer Zahlungsunfä- des Kreditinstitutes.
higkeit bewahren. – Für das im o Bundes-
verband deutscher Banken zusammenge- einseitige Rechtsgeschäfte, Rechtsge-
schlossene private Bankgewerbe kommt eine schäft, bei dem nur eine Person eine Willen-
Institutssicherung aufgrund des Wettbewerbs erklärung abgibt. Zu unterscheiden sind
dieser Banken untereinander nicht in Be- empfangsbedürftige e.R. (z.B. o Kündigung,
tracht. Über den Bankenverband existiert Mahnung, Anfechtung) und nicht empfangs-
daher ein Einlagensicherungsfonds (Entschä- bedürftige e.R. (z.B. Testament). Bei emp-
digungseinrichtung deutscher Banken – fangsbedürftigen e.R muss der Kontrahent
EdB), der bei Überschuldung einer Bank Kenntnis von der Willenserklärung haben,
nicht der entsprechenden Bank selbst, son- damit diese rechtswirksam wird. Bei nicht
dern den Kunden dieser Bank Unterstüt- empfangsbedürftigen e.R. ist die Willenser-
zungszahlungen gewährt. – Basissicherung klärung auch ohne Kenntnis des Anderen
sowie die ergänzenden Instrumente Instituts- gültig.
sicherung und Einlagensicherung führen de
facto dazu, dass Einlagen bei deutschen Einwilligung, vorherige Zustimmung des
Kreditinstituten i.d.R. als in voller Höhe ab- gesetzlichen Vertreters einer beschränkt ge-
gesichert gelten. Bei ausländischen Banken schäftsfähige Person (o Geschäftsfähigkeit).
mit Zweigstellen in Deutschland gelten die Willigen die Eltern eines 16-Jährigen z.B. in
Regelungen des jeweiligen Landes, in dem den Kauf eines Mofas ein, so kann der Min-
sich der Hauptsitz der Bank befindet. derjährige das Geschäft sofort rechtswirksam
abschließen. Fehlt die E., ist der Kaufvertrag
Einlassungsfrist, im Zivilprozess die Frist zunächst schwebend unwirksam. In diesem
zwischen Zustellung einer Klageschrift und Fall können die Eltern dem Vertrag nachträg-
dem Verhandlungstermin vor Gericht. Die E. lich zustimmen (Genehmigung) und ihn
beträgt gem. Zivilprozessordnung (ZPO) damit für rechtswirksam erklären. Wird die
mindestens zwei Wochen. Genehmigung verweigert, ist das Geschäft
unwirksam.
Einlösungsgarantie, Verpflichtung des
bezogenen Kreditinstitutes eines o Schecks, Einzelabtretung/Einzelzession, o Ab-
den Scheckbetrag ganz oder bis zu einer tretung.
bestimmten Höhe auch dann einzulösen,
wenn auf dem Konto des Scheckausstellers Einzelauskunftsersuchen, Bitte einer
keine ausreichende Kontodeckung vorhanden Finanzbehörde um Informationen zu einem
ist. Bei einem ĺ bestätigten Bundesbank- bestimmten Bankkunden im Rahmen eines
Scheck liegt rechtlich eine so genannte Besteuerungsverfahrens. Trotz o Bankge-
Scheckbestätigung vor, die de facto einer E. heimnis sind Kreditinstitute unter bestimm-
gleich kommt. ten Voraussetzungen gezwungen, einem E.
Folge zu leisten. Die Finanzbehörde kann
Einrede der Vorausklage, Rechtsgrund- jedoch von einem E. nur Gebrauch machen,
satz bei einer o Bürgschaft. wenn die Steueransprüche nicht auf andere
Weise, vor allem durch Verhandlungen mit
Einreicherobligo, o Obligo. dem Steuerpflichtigen, ermittelt werden
Einzelgeschäftsführung 78

können. – Im Gegensatz dazu ist ein Kredit- wird mit 1.600 Euro bilanziert, so lange das
institut bei Steuerstrafverfahren in jedem Fall Insolvenzverfahren noch nicht abgeschlossen
dazu verpflichtet, der Staatsanwaltschaft oder ist. Nach Abschluss des Verfahrens wird die
einer Steuerstrafverfolgungsbehörde gegen- E. aufgelöst und das Konto des Kunden X
über Auskünfte über ihre Kunden zu erteilten glattgestellt.
und die Beschlagnahme von Kontounterla-
gen zu dulden. einzugsbedingte Liquidität, Kennzahl im
Rahmen der o Bilanzanalyse. Mit der e.L.
Einzelgeschäftsführung, o Geschäfts- wird die Zahlungsfähigkeit eines Unterneh-
führung. mens unter der Voraussetzung beschrieben,
dass zur Begleichung kurzfristiger Verbind-
Einzelkaufmann, alleiniger Inhaber eines lichkeiten sowohl Barvermögen (liquide
Einzelunternehmens. Der E. ist Alleinver- Mittel ersten Grades, d.h. im Wesentlichen
antwortlicher, d.h., er haftet für alle Verbind- Kassenbestand und Bankguthaben) als auch
lichkeiten des Unternehmens, führt die Ge- liquide Mittel zweiten Grades (z.B. Wertpa-
schäfte und vertritt das Unternehmen nach piere, kurzfristige Forderungen) zur Verfü-
außen. gung stehen. Die e.L. wird i.d.R. in Prozent
nach der folgenden Formel berechnet:
Einzelkonto, Konto, das auf eine natürliche
oder o juristische Person lautet (Beispiele: liquide Mittel 1. und 2. Grades
Privatgirokonto 1234, Fritz Müller; Firmen- ·100
kurzfristige Verbindlichkeiten
konto 54321, Salzmann und Weber GmbH).
– Gegensatz: o Gemeinschaftskonto.
Einzugsermächtigungsverfahren, Verfah-
Einzelschuldbuchforderung, o Schuld- ren im Rahmen des Forderungseinzugs durch
buchforderungen. o Lastschriften. Beim E. erteilt der Zah-
lungspflichtige dem Zahlungsempfänger eine
Einzelstimmrechtsvollmacht, o Depot- jederzeit widerrufliche Ermächtigung, fällige
stimmrecht. Forderungen zu Lasten seines Kontos abbu-
chen zu lassen. – Gegensatz: o Abbu-
Einzelübereignung, Übereignung einer chungsauftrag.
einzelnen Sache (z.B. Maschine, KfZ) im
Rahmen einer o Sicherungsübereignung. EKF, elektronische Einreichung von Wirt-
schaftskrediten. o Handelswechsel und Kre-
Einzelunternehmen, o Einzelkaufmann. ditforderungen können als so genannte „Ka-
tegorie-2-Papiere“ als Sicherheit bei der Re-
Einzelvertretung, Berechtigung einer finanzierung von Kreditinstituten im Europä-
Person, ein Unternehmen nach außen allein ischen System der Zentralbanken (ESZB)
zu repräsentieren, d.h. Geschäfte im Namen hinterlegt werden (o geldpolitische Operati-
des Unternehmens abschließen zu dürfen etc. onen). Diese „Hinterlegung“ kann beleghaft
– Vgl. auch o Geschäftsführung. – Gegen- (in Listenform) oder elektronisch per EKF
satz: o Gesamtvertretung. vorgenommen werden.

Einzelvollmacht, o Sondervollmacht. Electronic Banking, Ausführung von


Bankgeschäften unter Nutzung elektroni-
Einzelwertberichtigung, buchungstechni- scher Einrichtungen. Die Palette des e.B.
sche Berücksichtigung eines drohenden umfasst im Wesentlichen o Electronic Cash,
Forderungsausfalls. – Beispiel: Über das Selbstbedienungsgeschäfte (z.B. Nutzung
Vermögen des Schuldners X wird ein o In- von Kontoauszugdruckern, o Geldautoma-
solvenzverfahren eröffnet. Die Forderung ten, Kundenterminals) und o Home-Ban-
eines Kreditinstitutes gegen X beträgt 20.000 king über das Internet (Internetbanking oder
Euro. Das Kreditinstitut rechnet mit einer Online Banking). Im Firmenkundengeschäft
Zahlung von 8% nach Abschluss des Verfah- wird diese Palette erweitert durch Angebote
rens. Es nimmt eine Gewinn mindernde E. in zum o Cash Management und weitere elek-
Höhe von 92% = 18.400 Euro vor (o Ab- tronische Beratungs- und Planungsservice-
schreibung). Die Forderung gegenüber X Angebote (z.B. Datenbankservice).
79 elektronisches Orderrouting

Electronic Cash, E-Cash; Verfahren einer durch Umwandlung der Belegdaten in Da-
bargeldlosen Zahlung in Geschäften (Akzep- tensätze (Eingabe in ein Terminal) so aufbe-
tanzstellen, die i.d.R, durch ein entsprechen- reitet, dass eine Ausführung des Kundenauf-
des Symbol am Schaufenster als solche trags im e.Z. möglich ist. Der Datenaus-
erkennbar sind). E-Cash findet unter Ver- tausch zwischen den Kreditinstituten wird
wendung von Bank- und Sparkassenkarten entweder durch o Datenfernübertragung
oder Kreditkarten statt. Für das Verfahren (DFÜ) oder durch o Datenträgeraustausch
benötigt die Akzeptanzstelle eine spezielle vorgenommen. Als Anreiz für ihre Kunden,
computerisierte Kasse (Terminal). Der Kun- die Möglichkeiten des Electronic Banking zu
de gibt beim Kauf eine o persönliche Identi- nutzen, gewähren die Kreditinstitute Preis-
fikationsnummer (PIN) ein. Über ein Daten- vorteile bei der Ausführung beleglos einge-
netz erfolgt im Online-Verfahren eine Autori- reichter Zahlungsverkehrsaufträge.
sierung und Freigabe des Vorgangs (Prüfung
der PIN, Prüfung auf evtl. vorliegende Sper- elektronischer Zahlungsverkehr für
ren, Prüfung des individuellen Verfügungs- Lastschriften (EZL), beleglose Abwick-
rahmens des Kunden – z.B. 1.000 Euro pro lung zwischen Kreditinstituten im Last-
Woche). Das Karten ausgebende Institut schriftverkehr. Das Kreditinstitut des Zah-
garantiert dem Händler bei Freigabe den lungsempfängers der o Lastschrift ist als
Betrag. Die Beträge werden gesammelt und erstbeauftragtes Kreditinstitut verpflichtet,
regelmäßig per o Lastschrift bei den Kredit- die Daten einer eventuell noch beleghaft
instituten der Karteninhaber eingezogen. Das eingereichten Lastschrift auf elektronischen
nationale E-Cash-System wird durch das Medien als Datensatz zu erfassen. Diese
EDC (Electronic Debit Card) sowie das Daten werden per o Datenfernübetragung
Maestro-System weltweit ergänzt. Karten, oder o Datenträgeraustausch an das Kredit-
die mit dem EDC/Maestro-Zeichen versehen institut des Zahlungspflichtigen weitergelei-
sind, können bei Akzeptanzstellen in vielen tet. Die EZL-Pflicht ist im Lastschriftabkom-
Ländern eingesetzt werden. In Deutschland men geregelt. – Vgl. auch o Abkommen.
kommt E-Cash z.B. bei Tankstellen zum Ein-
satz. Ansonsten hat die Bedeutung trotz der elektronischer Zahlungsverkehr für
relativ hohen Anschaffungs- und Betriebs- Überweisungen (EZÜ), beleglose Abwick-
kosten für das Terminal in der letzten Zeit lung zwischen Kreditinstituten im Überwei-
stark zugenommen. Eine kostengünstigere sungsverkehr. Das Kreditinstitut des Zah-
Alternative bieten auf einer o Lastschrift lungspflichtigen der Überweisung ist ver-
basierende Verfahren (o ELV), bei denen die pflichtet, die Daten einer beleghaft einge-
Zahlungen allerdings nicht garantiert sind. reichten Überweisung auf elektronischen
Das bekannteste dieser Verfahren, das sog. Medien als Datensatz zu erfassen. Diese
POZ (Point of Sale ohne Zahlungsgarantie), Daten werden per o Datenfernübertragung
wurde 2006 von der Kreditwirtschaft einge- oder o Datenträgeraustausch an das Kredit-
stellt. institut des Zahlungsempfängers weitergelei-
tet. Die EZÜ-Pflicht ist im Abkommen zum
elektronische Abrechnung, spezielle Überweisungsverkehr geregelt. – Vgl. auch
Form der o Abrechnung, bei der die Teil- o Abkommen.
nehmer ihre gegenseitigen Forderungen und
Verbindlichkeiten über eine zentrale Abrech- elektronisches Geld, Sammelbegriff für
nungsstelle beleglos über Datensätze ver- Geldbeträge, die lediglich in gespeicherter
rechnen können. Ein Beispiel für die e.A. ist Form auf einem Chip (z.B. o Geldkarte)
das RTGSplus-Verfahren, das die o Deutsche oder auf der Festplatte eines Computers
Bundesbank anbietet. (o Cybergeld) vorliegen.

elektronischer Zahlungsverkehr, beleg- elektronisches Orderrouting, automati-


lose Abwicklung von Überweisungen, sierte Abwicklung von Wertpapieraufträgen.
Schecks und Lastschriften. In den Fällen, bei Das e.O. ermöglicht die beleglose Auftrags-
denen Kunden trotz der umfassenden Mög- abwicklung ab dem Zeitpunkt der Auftrags-
lichkeiten des o Electronic Banking nach erteilung. Es umfasst 1. die Einstellung des
wie vor Zahlungsverkehrsbelege bei ihren Auftrags (Order) in eine zentrale Bestandsda-
Kreditinstituten einreichen, werden diese tei der Börse, 2. die Weiterleitung des Auf-
ELS 80

trags in das elektronische Skontro (Auftrags- che Institutionen bedienen sich bei der E. der
buch) des o Börsenmaklers, der für das Hilfe von Kreditinstituten (Fremdemission).
Wertpapier zuständig ist, und 3. die Weiter- Die Kreditinstitute bilden hierbei ein o
leitung des Auftrags in die Geschäftsabwick- Bankenkonsortium. Sie schließen einen
lung der Börse, falls der Auftrag ausgeführt Konsortialvertrag, der die Geschäftsführung
wird. – Die weiteren technischen Maßnah- bei der Emission (Konsortialführung), die
men der Geschäftsabwicklung (Erstellung von den Konsortialmitgliedern zu überneh-
von Abrechnungen, Regulierung der Wertpa- menden Anteile und Vergütungen sowie
pierbestände im Rahmen des stückelosen Vergütungsverteilungen regelt. Eine
o Effektengiroverkehrs) erfolgen ebenfalls Fremdemission läuft grundsätzlich in zwei
online. Ein Beispiel für e.O. ist X.-Order Stufen ab. Die erste Stufe bildet die Über-
(o BOSS-CUBE). nahme der Papiere durch das Konsortium. In
der zweiten Stufe geht es dann um die so
ELS, Abk. für elektronischer Schalter der genannte Platzierung, d.h. die Unterbringung
o Deutschen Bundesbank. Über ELS können der Emission am Kapitalmarkt.
Unternehmen oder Kreditinstitute, die ein
Girokonto bei der Deutschen Bundesbank Kapital suchendes
unterhalten, beleglos Zahlungsaufträge mit- Unternehmen
tels o Datenfernübertragung erteilen. Der 1. Stufe:
ELS wird seit 2007 über das o Target- Übernahme der Wertpapiere
System abgewickelt. Bankenkonsortium
2. Stufe:
ELV, auf einer o Lastschrift basierendes Platzierung der Wertpapiere
Verfahren, mit dessen Hilfe ein Kunde bar- Anleger
geldlos bei einem Händler bezahlen kann. Im
Gegensatz zum Verfahren des o Electronic Bei der Übernahme wird festgelegt, ob bzw.
Cash findet beim ELV keine Autorisierung inwieweit das Absatzrisiko der E. beim
des Vorgangs statt, sondern lediglich ein Emittenten oder beim Bankenkonsortium
Abgleich mit einer Karten-Sperrdatei. Der liegt. Bei einer festen Übernahme nehmen
Händler hat also keine Zahlungsgarantie. die Konsortialmitglieder dieses Risiko auf
Dafür ist das ELV-Verfahren jedoch kosten- sich; entsprechend höher fällt die Vergütung
günstiger. für die Emissionstätigkeit aus. Übernimmt
das Konsortium die E. jedoch z.B. als
Emerging Markets, Sammelbegriff für o Kommissionär, trägt der Emittent das
sog. Schwellenländer, also Nationen, deren Absatzrisiko. – Bei der Platzierung kommen
Volkswirtschaften sich noch nicht auf dem verschiedene Formen zur Anwendung: 1.
wirtschaftlichen und technischen Stand hoch- Öffentliche Zeichnung: Hier werden die
entwickelter Industriegesellschaften befin- Wertpapiere mittels eines Prospekts zum
den. E.M. findet man vor allem in Latein- Kauf angeboten. Die interessierten Anleger
und Mittelamerika sowie in Südostasien und geben rechtsverbindliche Kaufwünsche ab
in Osteuropa vor. Kapitalanlagen in diesen (Zeichnung), die innerhalb eines vorgegebe-
Ländern versprechen einerseits hohe Rendi- nen Zeitraums gesammelt werden. Überstei-
ten; andererseits sind allerdings die Risiken gen die Zeichnungswünsche das Volumen der
einer solchen Anlage entsprechend hoch. E., erfolgt eine Zuteilung (Repartierung)
nach unterschiedlichen Regeln (z.B. Zufalls-
Emission, Begebung; Ausgabe von Wert- verfahren oder Ermittlung einer einheitlichen
papieren. Unternehmen oder staatliche Insti- Zuteilungsquote. – 2. Bookbuilding: Moder-
tutionen (z.B. Bund, Länder), die sich Eigen- ne Form der Zeichnung. Auch hier werden
kapital über die Emission von o Aktien oder Zeichnungsaufträge entgegen genommen.
Fremdkapital über eine Emission einer o Allerdings wird der Zeichnungspreis vorher
Anleihe beschaffen wollen, können einerseits nicht festgelegt; zu Beginn des Verfahrens
die E. in Eigenregie durchführen. Diese wird lediglich eine Preisspanne veröffent-
Selbstemission kommt vor allem dann vor, licht, innerhalb derer sich der Emissionspreis
wenn Kreditinstitute ihre eigenen Aktien bewegen kann. Nach der Erfassung aller
oder Anleihen (Bankschuldverschreibungen) Gebote zum Ablauf der Gebotsfrist legt der
emittieren. Andere Unternehmen und staatli- Emittent mit Hilfe des konsortialführenden
81 Erbschaftsteuer

Kreditinstitutes (Bookrunner) einen markt- bestehende Einrichtung zum Schutz von


nahen Emissionspreis fest. – 3. Privatplatzie- Geld- und Kapitalanlegern. Die EdW ge-
rung: Die E. wird nach Ermessen des Kon- währt aufgrund des Einlagensicherungs- und
sortiums gezielt bestimmten (Groß-) Anle- Anlagenentschädigungsgesetzes eine Ent-
gern (z.B. o Investmentgesellschaften, Ver- schädigung, wenn ein ihr angeschlossenes
sicherungen) angeboten. – 4. Freihändiger Wertpapierhandelsunternehmen seine Ver-
Verkauf: Dieser wird vor allem bei o Bank- bindlichkeiten aus Wertpapiergeschäften
schuldverschreibungen durchgeführt. Die E. nicht erfüllen kann. Ihr gehören Vermögens-
wird den Anlegern über das Filialnetz des berater sowie die o Investmentgesellschaften
Kreditinstitutes fortlaufend angeboten. Ergibt an.
sich eine Zinsänderung am o Kapitalmarkt,
werden die Konditionen entsprechend ange- Entschädigungseinrichtung deutscher
passt. – 5. Tenderverfahren: Es findet vor Banken (EdB), o Einlagensicherung.
allem bei der E. einiger o Bundeswertpapie-
re Anwendung. Auch hier geben die Anleger Eonia, Referenzzins für Tagesgelder (vgl.
Gebote ab. Da sehr hohe Mindestbietungsbe- o aufgenommene Gelder). Der E. wird ge-
träge zu beachten sind (meist 1 Mio. Euro) schäftstäglich um 11 Uhr MEZ als gewichte-
kommt dieses Verfahren nur für Großanleger te Durchschnittssätze mithilfe von etwa 50
in Betracht. Die Gebote enthalten neben dem Kreditinstituten errechnet, die zu diesem
gewünschten o Nennwert meist auch einen Zeitpunkt ihre Angebotssätze für Tages- und
Kurs. Je geringer der Kurs, desto höher wäre Termingelder an einen Informationsanbieter
bei einer Zuteilung die o Rendite. Die Zutei- melden.
lung erfolgt nach Ablauf der Gebotsfrist in
der Reihenfolge der Kursgebote, wobei Equity, angelsächsischer Begriff für Anteile
zunächst diejenigen Bieter bedient werden, an einer Gesellschaft (z.B. o Aktie).
die den höchsten Kurs geboten haben.
ERA, Abk. für o Einheitliche Richtlinien
Emittent, o Emission. und Gebräuche für Dokumenten-Akkreditive.

Emittentenrisiko, Risiko der Bonitätsver- Erbbaurecht, vererbbares und veräußerli-


schlechterung (o Kreditwürdigkeit) bzw. ches Recht, das dem Berechtigten die Errich-
Zahlungsunfähigkeit eines Wertpapieremit- tung und Unterhaltung eines Gebäudes auf
tenten. Wird ein Emittent (o Emission) in einem nicht ihm gehörenden Grundstück
seinem o Rating zurückgestuft, so sinkt der gestattet. Das E. bietet eine Möglichkeit, die
Kurs des von ihm herausgegebenen Wertpa- Baukosten für ein Eigenheim zu reduzieren:
pieres. Bei Zahlungsunfähigkeit droht dem Man erwirbt von einem Grundstückseigen-
Anleger ein Totalverlust. Das E. ist auch bei tümer (z.B. einer Gemeinde) ein E. und zahlt
o Zertifikaten zu beachten. Dagegen unter- dafür einen relativ geringen jährlichen Erb-
liegen o Investmentfonds als sog. Sonder- bauzins. Da E. i.d.R. eine sehr lange Laufzeit
vermögen keinem E. aufweisen (meist 99 Jahre) hat der Bauherr
die Gewissheit, dass er zu seinen Lebzeiten
englische Zinsmethode, Zinsberech- sein Haus ohne Einschränkung nutzen kann.
nungsverfahren, bei dem das Jahr zu 365 Nach Ablauf des E. können spätere Erben
Tagen (Schaltjahre 366 Tage) und die Tage mit dem Grundstückseigentümer einen neuen
des Monats genau ermittelt werden (act/act). Vertrag über das E. vereinbaren oder eine
– Vgl. auch o Zinsberechnungsmethoden. Ausgleichszahlung für das errichtete Gebäu-
de verlangen.
Entry Standard, Teilsegment im o Frei-
verkehr der Frankfurter Wertpapierbörse. Erbschaftsteuer, Schenkungsteuer; Be-
Für den E.S. bestehen etwas strengere steuerung der unentgeltlichen Zuwendung
Vorschriften als für den restlichen Freiver- von Vermögen. Die Höhe der E. richtet sich
kehr. nach dem persönlichen Verhältnis zwischen
Begünstigtem und Erblasser bzw. Schenker.
Entschädigungseinrichtung der Wert- In diesem Zusammenhang werden drei Steu-
papierhandelsunternehmen (EdW), ne- erklassen (z.B. Steuerklasse I für Ehegatten,
ben dem Instrument der o Einlagensicherung Kinder und Enkel, Steuerklasse II für Ge-
Erbschein 82

schwister, Nichten, Neffen etc.; Eltern und werden. Dies geschieht im Regelfall durch
Großeltern werden bei Erbschaften der Steu- die Einigung über den Eigentumsübergang
erklasse I und bei Schenkungen der Steuer- und die Übergabe des Buches an den Erwer-
klasse II zugeordnet; die Steuerklasse III gilt ber. Schließlich hat der Verkäufer Anspruch
für eingetragene Lebenspartner sowie für auf Zahlung des Kaufpreises. Wird dieser bar
weitere Erwerber, z.B. nicht oder entfernt gezahlt, schließt sich das Erfüllungsgeschäft
verwandte Personen). Ferner sind sachliche über das Geld an (Einigung über den Eigen-
und persönliche Freibeträge sowie Versor- tumsübergang und Übergabe des Geldes). –
gungsfreibeträge für Ehegatten und Kinder Im obigen Beispiel werden, wie bei Geschäf-
zu berücksichtigen. Ein sachlicher Freibetrag ten des täglichen Bedarfs üblich, Verpflich-
gilt z.B. bei Schenkungen bzw. Erbschaften tungs- und Erfüllungsgeschäft Zug um Zug
von Hausrat. Persönliche Freibeträge sind abgewickelt. Sie können jedoch zu verschie-
gestaffelt nach den genannten Steuerklassen. denen Zeitpunkten stattfinden. Dies ist z.B.
Die bei der E. anzuwendenden Steuersätze bei Wertpapierkäufen bzw. -verkäufen der
(Tarife) sind nach Höhe der Erbschaft bzw. Fall, bei denen zunächst das Verpflichtungs-
Schenkung sowie nach Steuerklasse gestaf- geschäft an der Börse und später (i.d.R. nach
felt (je höher der Vermögenswert bzw. die 2 Geschäftstagen) die E. des Geschäftes
Steuerklasse, desto höher der Steuersatz – die (Zahlung des Kaufpreises/Erfassung der
Spanne reicht von 7% bis 50%). Zur Vermei- Wertpapiere im Depot) stattfindet.
dung einer unangemessen hohen Besteue-
rung bei einer Vererbung von Betriebsver- Ergänzungskapital, Bestandteil des o haf-
mögen und selbst genutzten Wohnimmobi- tenden Eigenkapitals von Kreditinstituten.
lien hat der Gesetzgeber Sondervergünsti- Zum E. zählen z.B. Verbindlichkeiten aus der
gungen geschaffen. So fällt bei einer geerb- Emission von o Genussscheinen, Kapital aus
ten Wohnimmobilie z.B. keine E. an, wenn der Ausgabe von kumulativen o Vorzugsak-
ein Ehegatte, ein eingetragener Lebenspart- tien und der Haftsummenzuschlag bei Kre-
ner oder ein Kind als Erbe die Immobilie ditinstituten in der Rechtsform der eingetra-
mindestens 10 Jahre selbst nutzt. – Zur Un- genen o Genossenschaft.
terstützung der Erfassung von Erbschaften
über Kontoguthaben und deponierte Vermö- ERI, Abk. für o Einheitliche Richtlinien für
genswerte sind Kreditinstitute beim Tod Inkassi (ERI).
eines ihrer Kunden gesetzlich verpflichtet,
eine o Meldung an das Finanzamt zu ma- Erneuerungsschein, Talon; Bestandteil
chen. des Bogens bei effektiven Stücken von Wert-
papieren (Urkunden). Im Gegensatz zum
Erbschein, Nachweis der Erbberechtigung Urkundenmantel, der das Recht des Urkun-
im Todesfall. Der E. wird vom Nachlassge- deninhabers verbrieft, repräsentiert der Bo-
richt nach Prüfung der Erbangelegenheit gen mit den daran befindlichen o Kupons
ausgestellt. Er enthält die erbenden Personen die regelmäßigen Zins-, Dividenden- oder
sowie deren Anteile an der Erbschaft. Über Ertragsansprüche des Inhabers. Der dem
das Vermögen der verstorbenen Person dür- Bogen anhängende E. berechtigt zum Emp-
fen die Erben grundsätzlich nur gemeinsam fang eines neuen Bogens, wenn sämtliche
verfügen. Es handelt sich um ein o Ge- Kupons eingelöst sind. Im Zuge des stücke-
samthandsvermögen. losen o Effektengiroverkehrs hat der E. im
Kundengeschäft an Bedeutung verloren.
Erfüllung, sachenrechtliche Abwicklung
eines Schuldverhältnisses. Im deutschen Eröffnungskurs, erster Kurs bei Börsen-
Recht werden Verpflichtungs- und Erfül- beginn für Wertpapiere, in denen eine
lungsgeschäft unterschieden. – Beispiel: o fortlaufende Notierung vorgesehen ist.
Kaufvertrag über ein Buch. Das Verpflich- Liegen für den E. mehrere Kauf-/Verkaufs-
tungsgeschäft (Kaufvertrag) besteht aus zwei aufträge vor, wird dieser nach dem Prinzip
übereinstimmenden Willenserklärungen, ein der Einheitskursermittlung (o Einheitskurs)
bestimmtes Buch zu einem bestimmten Preis vorgenommen.
zu kaufen bzw. zu verkaufen. Das Erfül-
lungsgeschäft resultiert hieraus: Dem Käufer erste Abteilung des Grundbuchs, vgl.
muss das o Eigentum am Buch verschafft o Grundbuchblatt.
83 Euro

erstrangige Besicherung, o Grund- Euribor, Referenzzins für Termingelder


schuld oder auch o Hypothek, die durch eine (o aufgenommene Gelder). Der E. wird ge-
erste Rangstelle in der dritten Abteilung des schäftstäglich um 11 Uhr MEZ als gewichte-
o Grundbuchs abgesichert ist. ter Durchschnittssatz mithilfe von etwa 50
Kreditinstituten errechnet, die zu diesem
Ertrag, Bruttowertzuwachs eines Unter- Zeitpunkt ihre Angebotssätze für Tages- und
nehmens. Alle Erträge werden auf der Ha- Termingelder an einen Informationsanbieter
benseite des Gewinn- und Verlustkontos melden. Der E. ist ein wichtiger Referenz-
erfasst. Beispiele für Erträge im Bankbetrieb zinssatz für andere Finanzierungsinstrumen-
sind Kreditzinsen, Kontoführungsgebühren te, z.B. bei der Ausgestaltung von o Floating
oder Erträge aus eigenen Wertpapieren des Rate Notes oder o Euronotes.
Kreditinstitutes.
Euro, seit 1999 (mit Beginn der dritten Stufe
Ertragsschein, o Kupon, der einen Er- der o Europäischen Wirtschafts- und Wäh-
tragsanspruch bei einem o Investmentzerti- rungsunion) gesetzliches Zahlungsmittel im
fikat verbrieft. Eurowährungsraum. Zum 31.12.1998 wurde
der Wert der bis dahin existierenden ECU
Ertragswert, Größe im Rahmen der o Be- (European Currency Unit) ermittelt und
leihungswertermittlung bei Immobilien. unwiderruflich fixiert. Durch diese Fixierung
ergaben sich für die zu diesem Zeitpunkt
Erwerb, Übergang der rechtlichen Herr- existierenden 11 Euroländer feste Umrech-
schaft an einer Sache von einer Person auf nungskurse für einen E. Griechenland trat
eine andere. Die Person, die das ĺ Eigentum dem Eurosystem 2001, Slowenien 2007,
aufgibt (Veräußerer) überträgt die Sache Malta und Zypern 2008, die Slowakei 2009
durch eine Einigung über den Eigentums- bei. Es ergaben sich folgende Kurse:
übergang und eine Übergabe der Sache auf Belgien Österreich
den Erwerber. 40,3399 bfr 13,7603 öS
Deutschland Portugal
ESZB, Abk. für o Europäisches System der 1,95583 DM 200,482 esc
Zentralbanken. Spanien Finnland
166,386 pta 5,94573 Fmk
ETF, o Exchange Traded Funds.
Frankreich Griechenland
6,55957 FF 340,750 dr
Euler Hermes, Unternehmen, das Kredite
versichert. – Vgl. o Hermes-Deckung. Irland Slowenien
0,787564 ir. Pfund 239,640 Tolar
Eurex, vollelektronische Börse für den Italien Malta
Handel in o Futures und o Optionen. Teil- 1936,27 lit 0,4293 MTL
nehmer an der E. sind Kreditinstitute und Luxemburg Zypern
o Kursmakler. Die Teilnehmer führen Ei- 40,3399 lfr 0,585274 CYP
gengeschäfte und Kundengeschäfte aus. Niederlande Slowakei
Darüber hinaus übernehmen einige Teilneh- 2,20371 hfl 30,1260 SKK
mer eine Market-Maker-Funktion, d.h. sie
stellen laufend für die von ihnen betreuten Neben dem E. blieben bis zum Jahr 2002 die
Werte verbindliche Kauf-(Geld) und Ver- nationalen Währungen der Euroländer wei-
kaufs-(Brief-)Kurse (Quotes). Die Market- terhin gesetzliches Zahlungsmittel in den
Maker-Funktion gewährleistet eine hohe jeweiligen Ländern. Darüber hinaus blieben
Liquidität der E. Die Aufträge bzw. Quotes die jeweiligen nationalen Bargeldbestände
werden in das EDV-System der E. eingege- bis zum Jahr 2002 gesetzliches Zahlungsmit-
ben. Das System führt passende Aufträge tel. – Als Vorteil der gemeinsamen Währung
automatisch zusammen. Auf diese Weise wird vor allem der Wegfall des Kursrisikos
entsteht ein fortlaufender Handel, an den sich innerhalb der Euroländer und die damit
ein ebenfalls automatisiertes Clearing (o verbundene bessere Kalkulierbarkeit von
Abrechnung) und o Settlement anschließen. internationalen Transaktionen für Private
Der Handel an der E. vollzieht sich nach (z.B. Reiseverkehr) und Unternehmen (Wa-
bestimmten o Handelsphasen. ren-/Dienstleistungsexporte bzw. -importe)
Euroanleihe 84

angesehen. Darüber hinaus verspricht die mit Euro Interbank Offered Rate, o Euribor.
dem E. verbundene höhere Markttransparenz
(E. als einheitlicher Bewertungsmaßstab) Euro Market Bond, o Euroanleihe.
eine Tendenz sinkender Preise aufgrund der
internationalen Konkurrenzsituation. Als Euromärkte, o Eurogeldmarkt/Eurokapi-
dritter wesentlicher Vorteil resultiert aus den talmarkt.
o.g. Gründen ein höheres Wachstumspoten-
zial im Euroland für die kommenden Jahre. – Euronext, Zusammenschluss der Börsen
Kontrovers wird immer wieder die Stabilität Amsterdam, Brüssel, Lissabon und Paris. Die
des E. diskutiert. In den Verträgen von E. hat 2006 eine Fusion mit der o New York
Maastricht und Dublin wurden zur Gewähr- Stock Exchange (NYSE) beschlossen.
leistung von Stabilität Kriterien aufgestellt.
Diese sollen sicherstellen, dass gegenwärtige Euronotes, von Nichtbanken am Euro-
(„Dublin“) und zukünftige („Maastricht“) E.- geldmarkt (o Eurogeldmarkt/Eurokapital-
Teilnehmerländer Stabilisierungsmaßnahmen markt) emittierte kurzlaufende Geldmarktpa-
treffen (Preisstabilität, niedrige Zinsen am piere, deren Verzinsung an einen Referenz-
o Kapitalmarkt, Haushaltsdisziplin etc.). zinssatz (z.B. o Euribor) gebunden ist.

Euroanleihe, Euro-Market-Bond; am west- Euro Notes Facilities, Finanzinnovation,


europäischen Markt emittierte o Anleihe. bei der mehrere Kreditinstitute als Kapital-
geber mit einem Kapitalnehmer, vereinbaren,
Eurobond, o Anleihe, die von einem inter- dass dieser sich innerhalb von fünf bis sieben
nationalen Bankenkonsortium emittiert und Jahren regelmäßig durch Platzierung von
gleichzeitig in mehreren Ländern platziert o Euronotes bis zu einer Obergrenze Mittel
wird (o Emission). Eurobonds werden in beschaffen kann.
unterschiedlichen Währungen (z.B. US-
Dollar, Yen oder Euro) emittiert. Emittenten Euro Overnight Index Average, o Eo-
sind Internationale Institutionen (z.B. die nia.
o Weltbank), Großunternehmen und Staaten.
Europäische AG (SE), Societas Europaea;
EURO-BUND-Future, offizielle Bezeich- seit 2004 gültige europaweite und von den
nung für den ĺ BUND-Future. nationalstaatlichen Rechtsformen weitgehend
unabhängige Unternehmensform. Die SE ist
Eurocard, alte Bezeichnung für die eine selbstständige Rechtsform (o juristische
ĺ MasterCard. Person) mit einem in Aktien eingeteilten
Grundkapital von mindestens 120.000 Euro.
Euroclear, internationales Clearingsystem.
– Vgl. auch o Abrechnung. europäische Option, o Option, die nur zu
einem bestimmten Endfälligkeitstermin
Euro Commercial Papers, an internatio- durch den Inhaber ausgeübt werden kann.
nalen o Geldmärkten und o Eurogeldmärk- Gegensatz: o amerikanische Option.
ten gehandelte Commercial Papers. – Vgl.
auch o Geldmarktpapiere. europäischer Pass, Erlaubnis für deut-
sche Kreditinstitute oder Finanzdienstleis-
Eurogeldmarkt/Eurokapitalmarkt, inter- tungsinstitute zum Betreiben von Bankge-
nationaler Markt für kurz- und mittelfristige schäften in anderen Ländern der Europäi-
(Geldmarkt) bzw. langfristige (Kapitalmarkt) schen Union (EU) ohne besondere Genehmi-
Anlageformen (z.B. o Euronotes, o Euro- gung. Beabsichtigt ein deutsches Kreditinsti-
bonds). Auf den Euromärkten werden Anla- tut, eine Zweigstelle in einem EU-Land zu
geformen in allen bedeutsamen Währungen eröffnen, muss die o Bundesanstalt für
gehandelt. Wichtige europäische Finanzplät- Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) in-
ze für Euromärkte sind London, Paris, Lu- formiert werden. Diese informiert die Auf-
xemburg und Frankfurt/Main. sichtsbehörde des anderen Landes, wenn die
Voraussetzungen des e.P. vorliegen (z.B.
EuroGiro, Bezeichnung für die Abwicklung angemessenes o haftendes Eigenkapital im
internationaler Zahlungen bei der Postbank. Sinne des KWG).
85 EuroStoxx 50

Europäisches System der Zentralban- Länder zum Euro, von einem bestimmten
ken (ESZB), Bezeichnung für das System Leitkurs ausgehend, nur innerhalb einer
von Nationalbanken, das aus der Europäi- Bandbreite von jeweils 2,25% nach oben und
schen Zentralbank (EZB) und den Nationalen nach unten (Dänemark; im Falle Griechen-
Zentralbanken (NZB) der 27 EU-Länder lands jeweils 15%) schwanken durften. Bei
besteht. Im engeren Sinne besteht das ESZB Überschreiten dieser Bandbreiten sollten die
aus der EZB und den NZB derjenigen Län- EZB bzw. die betroffene Nationalbank in den
der, die den Euro als einheitliche Währung Markt eingreifen (intervenieren). Griechen-
eingeführt haben (Euroländer). Oberstes Ziel land ist inzwischen dem Euroverbund beige-
des ESZB ist die Wahrung von Preisstabilität treten; dem EWS sind aus den Reihen der 10
in Europa. Das ESZB trägt die Verantwor- neuen EU-Mitgliedsländer ab Juni 2004
tung für die europäische Geldpolitik. Bei der Slowenien, Litauen und Estland und ab Mai
Wahrnehmung dieser Aufgaben dürfen weder 2005 Lettland, Malta und Zypern beigetreten.
nationale Regierungen noch EU-Institutionen Da Slowenien (seit 1.1.2007) und Malta und
dem ESZB Weisungen erteilen. Die EZB mit Zypern (seit 1.1.2008) dem Euro-Verbund
Sitz in Frankfurt/Main nahm ihre Tätigkeit angehören, bestehen zurzeit Wechselkursme-
zum 1.1.1999 auf. An ihrem Grundkapital chanismen zwischen dem Euro und der dä-
von ca. 5,5 Mrd. Euro sind die NZB der nischen Krone sowie außerdem zwischen
Euroländer sowie die NZB der Länder Dä- dem Euro und den Währungen der baltischen
nemark, Schweden und Großbritannien Länder Litauen, Estland und Lettland.
sowie der Beitrittsländer zum 1.5.2004 (Est-
land, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowa- Europäische Verbraucherkreditrichtli-
kei, Slowenien, Tschechische Republik, nie, o Verbraucherkreditrichtlinie,
Ungarn, Zypern) bzw. zum 1.1.2007 (Bulga-
rien und Rumänien) beteiligt. Das Direktori-
Europäische Wirtschafts- und Wäh-
um der EZB wird durch einen Präsidenten, rungsunion (EWWU), Vertragswerk zur
einen Vizepräsidenten und vier weiteren Schaffung eines freien Güter-, Dienstleis-
Mitgliedern gebildet. Geldpolitische (wäh- tungs-, Personen- und Kapitalverkehrs in
rungspolitische) Beschlüsse der EZB werden Europa. Die EWWU vollzog sich in drei
im EZB-Rat getroffen, dem neben dem Di- Stufen:
rektorium noch die Präsidenten der NZB der - 1. Stufe (1990): Liberalisierung des Kapi-
Euroländer angehören. Die wesentliche talverkehrs und Erreichen einer Kon-
Aufgabe der EZB besteht darin, die Geldpo- vergenz (Übereinstimmung) der Politik in
litik in der europäischen Gemeinschaft zu der Europäischen Union.
gestalten. Weitere Aufgaben sind die Durch- - 2. Stufe (1994): Einrichtung eines gemein-
führung von Devisengeschäften, die Verwal- samen Europäischen Währungsinstitutes
tung von Währungsreserven der Mitglieds- (EWI) zur Vorbereitung auf die Einfüh-
länder und die Förderung funktionierender rung des o Euros.
internationaler Zahlungssysteme. Zur Durch- - 3. Stufe (1999): Einführung des Euros und
führung der Geldpolitik steht dem ESZB ein Übergang geldpolitischer Befugnisse von
weit reichendes Instrumentarium für o geld- den Nationalen Zentralbanken auf die Eu-
politische Operationen zur Verfügung. ropäische Zentralbank.
Vgl. auch o Europäisches System der Zent-
Europäisches Währungssystem (EWS),
ralbanken.
1975 geschaffenes Bandbreitensystem zwi-
schen wichtigen europäischen Währungen.
Europäische Zentralbank o Europäi-
Durch die Einführung des Euros ist das EWS
sches System der Zentralbanken.
für die Länder der o Europäischen Wirt-
schafts- und Währungsunion hinfällig ge-
Euroscheck (EC), Sonderform eines ga-
worden. Zwischen der Europäischen Zentral-
rantierten o Schecks. Seit dem Wegfall der
bank (o Europäisches System der Zentral-
Garantie im Jahr 2002 hat der EC in der
banken) und den Nationalbanken der Länder
Praxis keine Bedeutung mehr.
Griechenland und Dänemark entstand als
Nachfolgesystem 1999 jedoch ein fester
EuroStoxx 50, Aktienindex (o Index), der
Wechselkursmechanismus (WKM II), der
die Wertentwicklung der 50 größten Aktien-
vorsah, dass die Währungen dieser beiden
Euro-Zahlungsauftrag 86

gesellschaften in den Ländern der o Europä- mitteln berichtigte Aktienkapital hinzuge-


ischen Wirtschafts- und Währungsunion fügt.
widerspiegelt.
ex BR, Kurshinweis ex Bezugsrecht. Der
Euro-Zahlungsauftrag, o Auslandsüber- Hinweis wird bei der ersten Kursnotiz einer
weisung. Aktie nach o Bezugsrechtsabschlag hinzuge-
fügt.
Eurozinsmethode, Berechnungsverfahren,
bei dem das Jahr zu 360 Tagen und die Mo- ex Div/exD, Kurshinweis ex Dividende. Er
natstage genau ermittelt werden (act/360). – wird bei der ersten Kursnotiz einer Aktie
Vgl. o Zinsberechnungsmethoden. nach o Dividendenabschlag hinzugefügt.

EU-Zinsrichtlinie, internationale Rechts- ex works, ab Werk. –Vgl. auch o Inco-


vorschrift. Die beteiligten Länder machen bei terms.
Zinserträgen eines Gebietsfremden (vgl.
o Außenwirtschaftsgesetz) entweder eine Exchangeables, Sonderform eines o Con-
Kontrollmitteilung an dessen Heimatland vertible Bond.
oder ziehen eine o Quellensteuer in Höhe
von 15% ab. Exchange Electronic Trading,
o XETRA.
e.V., allgemein übliche Abk. für o eingetra-
gener Verein. Exchange Traded Funds (ETF), Be-
zeichnung für börsengehandelte o Invest-
E.v., Abk. für Eingang vorbehalten; mentfonds. ETF werden im Marktsegment
o Schecks und o Lastschriften, die ein XTF an der o Deutschen Börse AG gehan-
Scheckinhaber bzw. Zahlungsempfänger delt.
einer Lastschrift zur Gutschrift auf sein
Konto einreicht, werden E.v. gutgeschrieben. Exotische Option, o Option, die nicht
Das gutschreibende Kreditinstitut gibt sei- durch die Optionsgrundformen Call (Kaufop-
nem Kunden damit zu verstehen, dass er mit tion) bzw. Put (Verkaufoption) auf einen
einer Rückbelastung des Gutschriftsbetrages Basiswert dargestellt werden kann. Beispiele
zu rechnen hat, falls der Scheck bzw. die für eine e.O. sind Optionen mit mehreren
Lastschrift nicht eingelöst wird. Basiswerten oder Optionen, deren Wert nicht
von aktuellen, sondern von historischen
Eventualverbindlichkeit, Verbindlichkeit, Kursen abhängt.
die nur unter ganz bestimmten Bedingungen
für ein Kreditinstitut wirksam wird. Über- Export, Ausfuhr von Waren, Dienstleistun-
nimmt z.B. ein Kreditinstitut eine Bürgschaft gen oder Kapital. Waren- und Dienstleis-
für einen Kunden (o Avalkredit), so muss es tungsexporte schlagen sich in der Leistungs-
nur dann zahlen, wenn der Kunde seiner bilanz, Kapitalexporte (z.B. Geldanlage im
Zahlungsverpflichtung gegenüber seinem Ausland) in der Kapitalbilanz nieder. – Vgl.
Gläubiger nicht nachkommt. Ein weiteres auch o Zahlungsbilanz.
Beispiel für eine E. stellt ein o Dokumenten-
akkreditiv dar. – Eine E. wird bilanziell bei EZB, Abk. für die Europäische Zentralbank.
Kreditinstituten nicht unter den Verbindlich- – Vgl. o Europäisches System der Zentral-
keiten in der Bilanz, sondern unter dem banken.
Bilanzstrich – auf der Passivseite – ausge-
wiesen. EZB-Rat, o Europäisches System der Zent-
ralbanken.
EWWU, Abk. für o Europäische Wirt-
schafts- und Währungsunion. EZL, Abk. für o Elektronischer Zahlungs-
verkehr für Lastschriften.
ex BA, Kurshinweis ex o Berichtigungsab-
schlag. Der Hinweis ex BA wird bei der EZÜ, Abk. für o Elektronischer Zahlungs-
ersten Kursnotiz einer Aktie nach Umstel- verkehr für Überweisungen.
lung des Kurses auf das aus Gesellschafts-
F
F/A, Abk. für Februar/August; Kennzeich- Feinsteuerungsoperationen des ESZB,
nung des halbjährlichen Zinszahlungstermins o geldpolitische Operationen.
bei o festverzinslichen Wertpapieren jeweils
zum 1.2. und 1.8. eines Jahres. Zu diesen Fernidentifizierung, Identifizierung eines
Terminen werden die Zinsen für das vergan- nicht persönlich anwesenden Kunden (z.B.
gene Halbjahr gezahlt. im Zusammenhang mit einer Kontoeröff-
nung) unter Einschaltung eines zuverlässigen
Factoring, laufender Ankauf noch nicht Dritten. Als zuverlässige Dritte kommen u.a.
fälliger Forderungen aus Warenlieferungen o Korrespondenzbanken am Aufenthaltsort
und Dienstleistungen durch ein Finanzunter- des Kunden, Notare oder die Deutsche Post
nehmen (Factor, Factoring-Gesellschaft) auf- AG (o PostIdent Service) in Betracht. Die F.
grund eines entsprechenden Factoringvertra- ist insbesondere bei o Direktbanken ein
ges. Der Factor stellt dem Vertragspartner praxisübliches Verfahren der Identitätsfest-
den Forderungsgegenwert abzüglich Zinsen stellung.
und Provision sofort zur Verfügung (Finan-
zierungsfunktion des F.). Der Forderungsan- Festdarlehen, endfälliges Darlehen, Til-
kauf erfolgt unter Übernahme des Ausfallri- gungsaussetzungsdarlehen; Darlehen, dessen
sikos (Delkrederefunktion des F.). Die Ge- Rückzahlung am Ende der Laufzeit in einer
sellschaft führt im Rahmen ihrer Organisati- Summe vorgenommen wird. Während der
on die Debitorenbuchhaltung sowie das In- Laufzeit erbringt der Schuldner lediglich
kasso- und Mahnwesen hinsichtlich der an- Zinsleistungen. F. kommen insbesondere in
gekauften Forderungen (Dienstleistungsfunk- der o Baufinanzierung vor; die spätere
tion des F.). Angekauft werden nur Forde- Rückzahlung erfolgt häufig aus den Mitteln
rungen gegenüber gewerblichen Abnehmern, eines zugeteilten o Bausparvertrages oder
die mit dem Vertragspartner der Factoring- einer fälligen o Lebensversicherung.
Gesellschaft in ständiger Geschäftsbeziehung
stehen. fester Wechselkurs. 1. Administrativ
festgelegter absolut starrer o Wechselkurs,
Falschgeld, nachgemachte oder verfälschte der unterhalb eines marktgerechten Kurses
o Banknoten oder Münzen. Kreditinstitute mit der Folge einer Überbewertung der eige-
sind verpflichtet, F. und als F. verdächtige nen Währung fixiert wird. Diese Überbewer-
Banknoten und Münzen anzuhalten und dem tung führt zu Devisenknappheit und macht in
Betroffenen eine Empfangsbescheinigung dem jeweiligen Land Devisenbewirtschaf-
auszustellen. Angehaltenes F. ist der Polizei tung erforderlich. – 2. Wechselkurs, der
auszuhändigen. Besteht lediglich der Ver- aufgrund einer entsprechenden Vereinbarung
dacht auf F., so müssen die entsprechenden zwischen den beteiligten Staaten festgelegt
Banknoten oder Münzen der o Deutschen wird, jedoch innerhalb einer festgelegten
Bundesbank zur Prüfung vorgelegt werden. Bandbreite aufgrund von Angebot und Nach-
frage am Markt schwanken kann. Droht der
Feinsteuerung am Geldmarkt, Oberbe- Kurs die festgelegte Bandbreite zu verlassen,
griff für o geldpolitische Operationen der so sind die beteiligten o Notenbanken zu
Europäischen Zentralbank zur Beeinflussung Interventionen in Form von Devisenkäufen
der kurzfristigen Bankenliquidität. Mit der bzw. -verkäufen verpflichtet. Erweist sich ein
F.a.G. wird das Ziel verfolgt, starke Schwan- Wechselkurs dennoch als nicht marktgerecht,
kungen der Zinssätze am Geldmarkt zu so wird eine Neufestsetzung des Kurses
vermeiden. (Aufwertung bzw. Abwertung) erforderlich.
Festgeld 88

So ist z.B. die Währung Dänemarks über jährlich) oder auch bei Fälligkeit des f.W. in
einen f.W. mit einer Bandbreite von 4,5% an einer Summe erfolgen. F.W. sind meist mit
den Euro gebunden. einem während der gesamten Laufzeit kons-
tanten Zinssatz ausgestattet, teilweise auch
Festgeld, den o Termineinlagen zuzurech- mit von Jahr zu Jahr steigender Verzinsung.
nende kurzfristige Anlageform, deren Fällig- Auch in diesem Fall steht die Höhe des
keit zum Zeitpunkt der Geldanlage taggenau Zinssatzes jedoch von Anfang an fest, so
vorherbestimmt wird. In der Bankpraxis dass sowohl der Emittent als auch der Anle-
werden Festgelder mit Laufzeiten von einem ger mit sicherem Aufwand bzw. Ertrag kal-
Monat oder auch mehreren Monaten entge- kulieren können.
gengenommen. Der vom Kreditinstitut ge-
währte Zinssatz ist abhängig von der Höhe Festzinsanleihe, o Anleihe mit gleich
des Anlagebetrages und der mit dem Kunden bleibendem Nominalzinssatz während der
vereinbarten Laufzeit. In der Regel ist ein gesamten Laufzeit. – Vgl. auch o
Mindestanlagebetrag (z.B. 5.000 Euro) er- Nominalverzinsung.
forderlich. Bei Fälligkeit des F. verfahren
Kreditinstitute unterschiedlich: Entweder Festzinsdarlehen, o Darlehen, das wäh-
erfolgt eine Wiederanlage mit gleicher Lauf- rend der gesamten Kreditlaufzeit oder wäh-
zeit, sofern der Kunde keine abweichende rend eines vereinbarten Zeitraumes innerhalb
Weisung erteilt oder das F. wird vom Fällig- der Gesamtlaufzeit (Zinsbindungsfrist) mit
keitstag an als o Sichteinlage behandelt. In einem gleichbleibenden Zinssatz verzinst
diesem Fall muss der Kunde gegebenenfalls wird. Der Kreditnehmer hat die Sicherheit
einen Auftrag zur Wiederanlage erteilen. einer konstanten, von der Marktzinsentwick-
lung unabhängigen Belastung aus dem Dar-
Festgeldkonto, auf Guthabenbasis geführ- lehen. Andererseits besteht während der
tes Bankkonto, das der Verbuchung von Zinsbindungsfrist i.d.R. nicht die Möglich-
Festgeldern (o Festgeld) dient. Für jedes keit, das Darlehen ganz oder teilweise vor-
Festgeld eines Kunden wird in der Praxis zeitig zurückzuzahlen. Wird jedoch eine
üblicherweise ein gesondertes F. eingerichtet Zinsbindungsfrist von mehr als zehn Jahren
und geführt. ab Auszahlung des Darlehens vereinbart, so
kann der Kreditnehmer das Darlehen nach
Festhypothek, o Hypothek, bei der die Ablauf dieser Frist stets unter Einhaltung
zugrunde liegende persönliche Forderung zu einer sechsmonatigen Kündigungsfrist ganz
einem bestimmten Zeitpunkt in einer Summe oder teilweise kündigen.
getilgt wird. – Gegensatz: o Tilgungshypo-
thek. Festzinssatz, Zinssatz eines Darlehens
oder einer Vermögensanlage, der während
Festpreisgeschäft, Wertpapierhandelsge- der gesamten Laufzeit oder innerhalb eines
schäft, bei dem ein Kreditinstitut auf der vereinbarten Zeitraumes während der Ge-
Grundlage eines Kaufvertrages die Über- samtlaufzeit nicht einseitig verändert werden
nahme oder Lieferung bestimmter Wertpa- kann. – Gegensatz: o Variabler Zinssatz.
piere zu einem festen Preis unabhängig von
der aktuellen Börsenkursnotierung verein- Festzinssparen, Sparform, bei der dem
bart. Bei einem F. werden dem Kunden Anleger im Gegensatz zum traditionellen
lediglich der vereinbarte Preis sowie ggfs. Sparkonto für einen festgelegten Zeitraum
anfallende o Stückzinsen berechnet. Provisi- (z.B. 6 oder 12 Monate) ein fester Zinssatz
onen (o Bankprovision) oder Maklergebüh- garantiert wird. F. setzt meist einen bestimm-
ren werden nicht gesondert geschuldet. – ten Mindestanlagebetrag voraus. Verfügun-
Gegensatz: Kommissionsgeschäft (o Kom- gen während der Festzinszeit sind ebenso
missionär). wie zwischenzeitliche Erhöhungen des Anla-
gebetrages i.d.R. nicht möglich.
festverzinsliches Wertpapier, o Anleihe,
die neben dem Anspruch auf Rückzahlung Festzinstender, o Mengentender.
eine Verzinsung zu einem bei o Emission
fest vereinbarten Zinssatz verbrieft. Die fiduziarische Kreditsicherheit, o treu-
Zinszahlung kann dabei regelmäßig (z.B. händerische Kreditsicherheit.
89 Finanzplatz

Filialbank, Bank, die ein flächendeckendes Finanzdienstleistungsinstitut, gem. § 1


Netz von Geschäftsstellen unterhält, in denen Ia KWG ein Unternehmen, das o Finanz-
die Kunden persönlich betreut werden. – dienstleistungen gewerbsmäßig oder in ei-
Gegensatz: o Direktbank. nem Umfang erbringt, der einen in kaufmän-
nischer Weise eingerichteten Geschäftsbe-
Fill-or-Kill-Order (FOK-Order), besonde- trieb erforderlich macht, jedoch kein Kredit-
re Form eines Börsenauftrags im elektroni- institut ist.
schen Handelssystem o Xetra mit der Maß-
gabe, dass der Auftrag sofort vollständig oder Finanzierung, Summe aller Maßnahmen
gar nicht ausgeführt werden soll. Eine Teil- zur Beschaffung von o Eigenkapital und
ausführung wird vom Auftraggeber nicht o Fremdkapital zum Zwecke der Durchfüh-
gewünscht. rung unternehmerischer Vorhaben (insbeson-
dere Investitionen). – Siehe Abbildung 5 (Fi-
Finance Leasing, besondere Form des nanzierungsarten).
o Leasing mit mittel- bis langfristiger Ver-
tragslaufzeit. Das Leasing-Objekt wird meist Finanzierung aus einer Hand, o Ver-
nach den individuellen Wünschen des Lea- bundfinanzierung.
sing-Nehmers hergestellt bzw. von der Lea-
sing-Gesellschaft erworben. Während einer Finanzierungsschätze, als o Daueremis-
Grundmietzeit von 40–90% der betriebs- sion des Bundes ausgegebene o Anleihen
gewöhnlichen Nutzungsdauer des Objektes mit Laufzeiten von einem Jahr und zwei
ist das Vertragsverhältnis unkündbar. Die Jahren. F. sind o Abzinsungspapiere; der
während der Grundmietzeit zu zahlenden Anleger zahlt hierbei einen um Zinsen ge-
Leasingraten sind i.d.R. so kalkuliert, dass minderten Kaufpreis und erhält am Ende der
sie die Investitionskosten der Leasinggesell- Laufzeit den o Nennwert zurück. F. werden
schaft weitgehend decken. Dadurch hat die nicht an der Börse gehandelt und können
Gesellschaft bei Vertragsablauf und Rückga- während der Laufzeit nicht an den Bund
be des Objekts durch den Leasing-Nehmer zurückgegeben werden. Die Ausgabe von
nur ein geringes Verwertungsrisiko. Auf- Wertpapierurkunden ist ausgeschlossen; F.
grund der langen Grundmietzeit trägt der sind o Schuldbuchforderungen. F. können
Leasing-Nehmer das Investitionsrisiko, ins- von jedermann außer von Kreditinstituten er-
besondere das Risiko einer verminderten worben werden. Der Mindestauftragswert ist
Verwendungsmöglichkeit und technischer 500 Euro. – Siehe Abbildung 2 (Übersicht
Überalterung. – Gegensatz: o Operate Lea- Bundeswertpapiere).
sing.
Finanzinstitut, ehemalige Bezeichnung des
Financial-Future, o Finanzterminkontrakt. KWG für ein o Finanzunternehmen.

Finanzagentur GmbH, o Deutsche Fi- Finanzinstrumente, gem. § 1 XI KWG


nanzagentur. Wertpapiere (z.B. Aktien, Anleihen, o Ge-
nussscheine, o Optionsscheine, o Invest-
Finanzderivate, o Derivate. mentzertifikate), Devisen oder Rechnungs-
einheiten, Geldmarktinstrumente (auf dem
Finanzdienstleistung im Sinn des Geldmarkt gehandelte Forderungen) sowie
KWG. Zu den Finanzdienstleistungen gem. o Derivate. F. können Gegenstand von
§ 1 Ia KWG gehören unter anderem die Bankgeschäften oder o Finanzdienstleistun-
Anlageberatung und Anlagevermittlung, die gen im Sinn des KWG sein.
Vermögensverwaltung, der Eigenhandel mit
Finanzinstrumenten, der Handel mit Sorten, Finanzmarktstabilisierungsanstalt, o
das Kreditkartengeschäft, das Factoringge- SoFFin.
schäft (o Factoring) sowie das Finanzlea-
singgeschäft (o Leasing). Finanzplatz, Bezeichnung eines Ortes (u.U.
auch eines Landes), an bzw. in dem sich die
Finanzdienstleistungsaufsicht, o Bun- Abwicklung umfangreicher Finanzgeschäfte
desanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. konzentriert. So spricht man beispielsweise
Abbildung 5:
Finanzierungsarten
Finanzplatz

Innenfinanzierung Außenfinanzierung

Selbstfinanzierung Vermögensumschichtung Beteiligungsfinanzierung Fremdfinanzierung


(Kapitalfreisetzung) (Einlagenfinanzierung) (Kreditfinanzierung)

x Bildung von Rück- x Verkauf von Vermö- x Zuführung von Eigen- x Beschaffung von
lagen aus nicht gensteilen (z.B.: Wert- kapital von außen, je Fremdkapital z.B.
ausgeschütteten papiere, Forderungen) nach Unternehmens- durch Aufnahme
Gewinnen x Freisetzung von Ab- form z.B. durch Aus- von Bank- oder
schreibungswerten gabe von Aktien, Auf- Lieferantenkrediten
x Auflösung von nahme neuer Gesell- sowie durch Aus-
Rückstellungen schafter oder Erhö- gabe von Schuld-
hung von Gesell- verschreibungen
schaftereinlagen

Eigenfinanzierung
90
91 Floating

vom Finanzplatz Frankfurt, London oder verklagt werden kann. Die F. muss geeignet
Luxemburg. sein, den Kaufmann eindeutig zu kennzeich-
nen und darf keine irreführenden Angaben
Finanzportfolioverwaltung, o Finanz- beinhalten. Im Einzelnen wird unterschieden:
dienstleistung im Sinn des KWG mit dem a) Personenfirma: Die F. besteht aus einem
Inhalt, einzelne in o Finanzinstrumenten oder mehreren bürgerlichen Namen, z.B.
angelegte Vermögen für andere Personen so Fischer und Wagner OHG. – b) Sachfirma:
zu verwalten, dass das mit der Verwaltung Die F. ist am Gegenstand des Unternehmens
beauftragte Institut über einen Entschei- orientiert, z.B. Bayrische Motorenwerke AG.
dungsspielraum verfügt. c) Phantasiefirma: Die F. lässt keine Rück-
schlüsse auf Unternehmensinhaber oder Un-
Finanzterminkontrakt, Financial Future. ternehmensgegenstand zu, z.B. Saus und
1. Begriff: Standardisierter, börsenmäßig Braus GmbH.
gehandelter Terminkontrakt (o Börsenter-
mingeschäft), der die unbedingte Verpflich- First Data International, Dienstleis-
tung zur Lieferung oder Abnahme eines tungsunternehmen zur Abwicklung von bar-
bestimmten o Basiswertes (z.B. Devisen, geldlosen kartengestützten Zahlungen. In
festverzinsliche Wertpapiere, Aktienindices Deutschland und der Schweiz ist das Un-
(o Index) zu einem späteren Zeitpunkt und ternehmen führender Anbieter in diesem Ge-
zu einem bereits bei Vertragsabschluss ver- schäftsfeld. Mitte des Jahres 2006 wurde die
einbarten Preis beinhaltet. F. werden aber o Gesellschaft für Zahlungssysteme von der
i.d.R. nicht effektiv, sondern durch Bar- F.D.I. übernommen.
ausgleich erfüllt (vgl. o Settlement) bzw. vor
Fälligkeit durch entsprechende Gegenge- Fiscal Agent, Kreditinstitut (z.B. o Lan-
schäfte glattgestellt. – 2. Arten: a) Zins- desbank/Girozentrale, o Zentralbank), das
Future: Basiswerte sind Zinstitel, z.B. be- als o Hausbank der öffentlichen Hand deren
stimmte Bundeswertpapiere (o Bund-Future, finanzielle Transaktionen abwickelt.
o Bobl-Future). – b) Devisen-Future: Ba-
siswerte sind die bedeutendsten Weltwährun- Flat Price, Börsenkurs eines Wertpapiers,
gen. – c) Index-Future: Kontraktgegenstand der aufgelaufene o Stückzinsen beinhaltet.
sind insbesondere bedeutende Aktienindizes
(o DAX-Future). – d) Edelmetall-Future, flexibler Wechselkurs, freier Wechsel-
dem z.B. Gold, Silber, Platin oder ein ande- kurs; o Wechselkurs, der sich am o Devi-
res Edelmetall als Wert zugrundegelegt wird. senmarkt aufgrund von Angebot und Nach-
frage frei bilden kann. Die o Notenbanken
Finanzunternehmen, gem. § 1 III Kre- sind nicht verpflichtet, durch Devisenkäufe
ditwesengesetz ein Unternehmen, das weder oder -verkäufe auf die Kursentwicklung Ein-
ein o Kreditinstitut noch ein o Finanzdienst- fluss zu nehmen, können aber nach eigenem
leistungsinstitut ist und dessen Haupttätigkeit Ermessen intervenieren, um das Ausmaß von
darin besteht, Beteiligungen oder Geldforde- Wechselkursschwankungen zu begrenzen.
rungen zu erwerben, Leasingverträge abzu- Flexible W. begünstigen zwar den Zahlungs-
schließen (o Leasing), mit o Finanzinstru- bilanzausgleich und fördern den internationa-
menten für eigene Rechnung zu handeln, len Wettbewerb, erschweren aber die Kalku-
Anlage- und Unternehmensberatung durch- lation im Außenhandel. – Gegensatz: o fes-
zuführen oder Geldmaklergeschäfte zu be- ter Wechselkurs.
treiben.
Floater, o Floating Rate Note.
Finanzwechsel, o Wechsel, der der Geld-
beschaffung dient. Der F. wird im Gegensatz Float-Gewinn, Zinsgewinn, der für ein Kre-
zum o Handelswechsel nicht auf der Grund- ditinstitut als Differenz aus einer unter-
lage eines Waren- oder Dienstleistungs- schiedlichen Wertstellung von Belastungen
geschäfts ausgestellt. F. kommen unter ande- und Gutschriften auf Konten entsteht. – Vgl.
rem im Rahmen von o Akzeptkrediten vor. auch o Wertstellungsgewinn.

Firma, Name, unter dem ein Kaufmann sei- Floating, freies Schwanken eines o Wech-
ne Geschäfte betreibt sowie klagen und selkurses aufgrund von Angebot und Nach-
Floating Rate Note 92

frage am o Devisenmarkt ohne Festsetzung angelegt. Die Höhe der Versicherungsleis-


einer Bandbreite und ohne eine Verpflichtung tung bei Vertragsablauf kann nicht garantiert
zur Intervention der o Notenbanken. Neh- werden, sondern bemisst sich nach dem
men die jeweiligen Währungsbehörden von aktuellen Wert der Fondsanteile. Der Versi-
Zeit zu Zeit dennoch Einfluss auf die Kurs- cherungsnehmer kann entweder (bei entspre-
bildung, so spricht man von kontrolliertem chender Sachkenntnis) selbst Einfluss auf die
Floating. Wahl der Fonds nehmen oder die Anlageent-
scheidungen der Versicherungsgesellschaft
Floating Rate Note, Floater; o Anleihe überlassen (gemanagte Police). Möglich ist
mit variabler Verzinsung, bei der der Zinssatz ebenfalls die Vereinbarung einer variablen
in regelmäßigen Abständen (vierteljährlich, Ablaufphase der Lebensversicherung (ca.
halbjährlich) an einen o Referenzzinssatz, fünf Jahre vor und nach dem Ende der Lauf-
z.B. o Euribor oder o Libor, angepasst wird. zeit), um den Versicherungsablauf während
Dabei kann der Zinssatz der Anleihe je nach einer schwachen Börsenphase verhindern zu
Bonität des Emittenten (o Emission) dem können.
Referenzzinssatz entsprechen oder um eine
festgelegte Spanne darüber bzw. darunter fondsgebundene Rentenversicherung,
liegen. Diese Differenz zum Referenzzins- Sonderform der o fondsgebundenen Lebens-
satz wird als „Spread“ bezeichnet. F.R.N. versicherung, bei der das Fondsguthaben am
eignen sich als Zwischenanlage bei Erwar- Ende der Laufzeit nicht in einer Summe
tung steigender Zinsen, da der Anleger an ausbezahlt, sondern verrentet wird.
steigenden Geldmarktzinsen (o Geldmarkt)
automatisch partizipiert und bei Erreichen Fondspolice, o fondsgebundene Lebens-
eines höheren Zinsniveaus ohne nennenswer- versicherung.
ten Kursverlust in eine längerfristige, hoch-
verzinste Anlageform wechseln kann. F.R.N. Fondsvermögen. Unter dem F. wird das
können auch mit einer Zinsuntergrenze von einer Kapitalanlagegesellschaft (o In-
(Floor), einer Zinsobergrenze (Cap) oder vestmentgeschäft) verwaltete Vermögen der
einem Zinskorridor (Collar) ausgestattet sein. am o Investmentfonds beteiligten Kapitalan-
leger verstanden. Es setzt sich zusammen aus
Floor, Untergrenze für die Verzinsung z.B. den erworbenen Wertpapieren, dem vorhan-
eines variabel verzinslichen Darlehens oder denen Bankguthaben und evtl. bestehendem
einer o Floating Rate Note. – Gegensatz: sonstigen Vermögen (z.B. Zahlungsansprü-
o Cap. chen). Das Investmentgesetz verlangt eine
strenge Trennung des auch als Sondervermö-
Flurstück, vermessungstechnische Be- gen bezeichneten F. vom eigenen Vermögen
zeichnung eines Grundstücks. F. sind auf der Gesellschaft.
Flurkarten der Vermessungsverwaltungen mit
ihren Umrissen und der jeweiligen F.- Fondszertifikat, o Zertifikat, das die Wert-
Nummer sowie im o Liegenschaftsbuch entwicklung verschiedener o Investment-
nach Lage, Größe und Nutzungsart erfasst. fonds nachvollzieht.
Ein F. wird gelegentlich auch als Parzelle
bezeichnet. Forderung, Recht eines Gläubigers, auf-
grund eines Rechtsgeschäfts, gesetzlicher
FOK-Order, o Fill-or-Kill-Order. Vorschriften oder eines Gerichtsurteils vom
Schuldner eine Leistung (insbesondere Geld-
Fonds, o Investmentfonds. leistung) verlangen zu können. Forderungen
aufgrund eines Rechtsgeschäfts entstehen zu
fondsgebundene Lebensversicherung, dem Zeitpunkt, zu dem die vereinbarte Ge-
Fondspolice; o Kapitallebensversicherung, genleistung (z.B. Warenlieferung) erbracht
in der Risikoschutz und Fondssparen kombi- ist. In der Unternehmensbilanz werden F. auf
niert werden. Bei der f.L. wird das Sparkapi- der Aktivseite ausgewiesen. – Gegensatz: o
tal nicht wie bei traditionellen Kapitalle- Verbindlichkeit.
bensversicherungen schwerpunktmäßig in
o festverzinslichen Wertpapieren, sondern in Forderungspapier, Wertpapier, das einen
einem oder mehreren o Investmentfonds Anspruch auf eine bestimmte Forderung
93 freihändiger Rückkauf

verbrieft (z.B. o Anleihe, o Scheck oder Forward, Bezeichnung eines außerbörslich


o Wechsel). abgeschlossenen, auf individueller Vertrags-
gestaltung basierenden o Termingeschäfts.
Forfaitierung, Ankauf von mittel- und
langfristigen Forderungen aus Exportge- Frachtbrief, Beweisurkunde über den Ab-
schäften durch ein Finanzierungsunterneh- schluss eines Transportvertrages im Eisen-
men unter Verzicht auf Inanspruchnahme des bahn-, Straßengüter- oder Luftfrachtverkehr.
Exporteurs bei Ausfall der Forderung. Der F. Der beauftragte Frachtführer bestätigt die
liegt ein Kaufvertrag zwischen dem Expor- Entgegennahme der Ware zur Beförderung
teur (Verkäufer der Forderung, Forfaitist) und Auslieferung an den benannten Empfän-
und dem Finanzierungsunternehmen (Käufer ger. Im Gegensatz zum o Konnossement ist
der Forderung, Forfaiteur) zugrunde. Der der F. kein Traditionspapier und kein Wert-
Forfaiteur übernimmt mit dem Forderungs- papier, d.h. er verkörpert nicht die Ware und
ankauf nicht nur das Risiko einer o Zah- verbrieft dem Inhaber keinen Auslieferungs-
lungsunfähigkeit des Schuldners. Er trägt anspruch. Jedoch kann der Auftraggeber
zusätzlich das Risiko von Unruhen, Streiks, unter Vorlage einer entsprechenden Ausferti-
kriegerischen Auseinandersetzungen oder gung des F. ein Dispositionsrecht geltend
Zahlungsverboten im Importland (politisches machen, d.h. er kann die Ware anhalten,
Risiko) sowie im Allgemeinen auch das umleiten oder zurückrufen, solange sie den
o Währungsrisiko. Der Exporteur haftet Empfänger noch nicht erreicht hat. F. sind im
lediglich für die Existenz der Forderung und Bankverkehr u.a. als Inkasso- und Akkredi-
für etwaige, vom Importeur erhobene Män- tivpapiere bedeutsam. – Vgl. auch o Doku-
gelrügen (Gewährleistungsrisiko). Die Absi- menteninkasso, o Dokumentenakkreditiv.
cherung der F. erfolgt häufig durch einen
o Solawechsel des Importeurs, versehen mit Frachtstundungsbürgschaft, besondere
einer Bürgschaftserklärung einer bonitäts- Form einer o Bankbürgschaft, die im Zu-
mäßig einwandfreien Bank, den der Expor- sammenhang mit der Abrechnung von
teur als Wechselnehmer an den Forfaiteur Frachtgeldern der Deutschen Bahn AG ge-
überträgt. Als Sicherheiten kommen außer- stellt wird. Die Deutsche Bahn AG stundet
dem o Bankgarantien oder besondere Bürg- den Unternehmen die jeweils fälligen Fracht-
schaften des Bundes zugunsten des Schuld- gelder unter der Voraussetzung, dass diese
ners in Betracht. eine F. ihrer o Hausbank beibringen. Die F.
ist den Avalkrediten (o Aval) zuzurechnen.
Formkaufmann, Unternehmen, das auf-
grund der Wahl einer bestimmten Rechtsform Free Float, Free Floating Capital, Streube-
die Kaufmannseigenschaft (o Kaufmann) sitz; prozentualer Anteil der Aktien einer
nach dem Handelsgesetzbuch erwirbt. Form- börsennotierten Aktiengesellschaft, die sich
kaufleute sind alle o Kapitalgesellschaften nicht im festen Besitz eines Anlegers (z.B.
(z.B. o Aktiengesellschaft, o Gesellschaft einer Beteiligungsgesellschaft) befinden,
mit beschränkter Haftung) und eingetragene sondern an der Börse frei gehandelt werden.
o Genossenschaften.
freier Wechselkurs, o flexibler Wechsel-
fortlaufende Notierung, variable Notie- kurs.
rung; laufende Feststellung von Börsenkur-
sen während der gesamten Handelszeit für freihändiger Rückkauf, außerplanmäßige
einzelne Geschäftsabschlüsse in bestimmten Rückzahlung von o Anleihen, bei der der
umsatzstarken Wertpapieren. Es wird jeweils Schuldner (Emittent) die eigenen Papiere an
dann ein Kurs gebildet und veröffentlicht, der Börse zurückkauft. Grund für einen f.R.
wenn ein Umsatz zustandekommt. Im Prä- kann z.B. sein, dass ein Emittent vorzeitig
senzhandel (o Präsenzbörse) wird der erste über ausreichend liquide Mittel verfügt oder
Kurs (Eröffnungskurs) zu Beginn des fortlau- einen im Vergleich mit dem vereinbarten
fenden Handels auf der Grundlage der bis zu o Rückzahlungskurs niedrigeren Tageskurs
diesem Zeitpunkt bereits an der Börse vor- ausnutzen kann. Gelegentlich will ein Emit-
liegenden Aufträge nach den Regeln der tent den Anlegern mit einem f.R. auch die
Einheitskursfeststellung (o Einheitskurs) er- Möglichkeit bieten, eine Schuldverschrei-
mittelt. bung mit nicht mehr marktgerechter Verzin-
Freistellungsauftrag 94

sung zu einem günstigen Kurs vorzeitig pitalmarkt, um (oft unter Nutzung ihres
zurückzugeben und so das Vertrauen der Filialnetzes) eine große Zahl interessierter
Anleger im Hinblick auf weitere o Emissio- Kapitalanleger zu erreichen und genießen das
nen zu stärken. Vertrauen der Anleger. Sie übernehmen auch
die technische Abwicklung der Emission,
Freistellungsauftrag, Auftrag eines Bank- indem sie z.B. den Antrag auf Börsenzulas-
kunden an sein Kreditinstitut, anfallende Ka- sung stellen (o Börsenzulassung von Wert-
pitalerträge (z.B. Zinsen, Dividenden) bis zu papieren). Je nach Ausgestaltung des Emissi-
der im F. angegebenen Grenze ohne Abzug onsvertrages tragen die beteiligten Kreditin-
von o Abgeltungssteuer und Solidaritätszu- stitute auch das Risiko, dass Teile der Emis-
schlag gutzuschreiben. Der angegebene Frei- sion am Markt nicht abgesetzt werden kön-
stellungsbetrag gilt für jeweils ein Jahr. Ein nen.
F. kann höchstens über 801 Euro bei Al-
leinstehenden bzw. 1.602 Euro bei zusam- Fremdfinanzierung, Kapitalbeschaffung
men veranlagten Eheleuten erteilt werden. durch Inanspruchnahme von Kreditmitteln;
Von einem F. werden nur private Kapitaler- die Kapitalgeber haben gegenüber dem Un-
träge (Einkünfte aus Kapitalvermögen) er- ternehmen die Stellung eines Gläubigers. Die
fasst. Eine Freistellung ist nicht möglich, Beschaffung des o Fremdkapitals erfolgt u.a.
wenn es sich bei den Kapitalerträgen um durch Inanspruchnahme von Bank- und
Betriebseinnahmen oder Einnahmen aus o Lieferantenkrediten sowie durch Ausgabe
Vermietung und Verpachtung handelt. Der von Anleihen. Mit der Aufnahme von
Bankkunde hat sein Freistellungsvolumen Fremdmitteln vermeidet das Unternehmen
selbst zu verwalten, d.h. er hat darauf zu eine Gewährung von o Teilhaberrechten und
achten, dass bei einer Erteilung von F. an damit eine direkte Einflussnahme der Kapi-
mehrere Kreditinstitute der zulässige Höchst- talgeber auf die Unternehmenspolitk. Außer-
betrag insgesamt nicht überschritten wird. dem erwerben die Gläubiger keinen An-
Kreditinstitute sind dem Bundesamt für spruch auf ertragsabhängige Gewinnbeteili-
Finanzen gegenüber zur Auskunftserteilung gung. Andererseits stehen die in Anspruch
hinsichtlich der Daten aus F. ihrer Kunden genommenen Fremdmittel nur begrenzte Zeit
verpflichtet. – Vgl. auch o Zinsbesteuerung, zur Verfügung und verursachen auch in
o Dividendenbesteuerung. wirtschaftlich schlechten Jahren konstante
Zinskosten. – Vgl. auch o Fremdkapital. –
Freiverkehr, o Börsensegment für den o Gegensatz: o Eigenfinanzierung.
Handel mit Wertpapieren, die nicht zum
regulierten Markt zugelassen bzw. hierin Fremdgrundschuld, o Grundschuld, die
einbezogen sind. Im F. können Wertpapiere nicht dem Grundstückseigentümer, sondern
ohne förmliches Zulassungsverfahren gehan- einem Dritten zusteht. – Gegensatz: o Ei-
delt werden. Hierbei handelt es sich z.B. um gentümergrundschuld.
Aktien kleinerer Unternehmen von nur regi-
onaler Bedeutung. Der Freiverkehr der Deut- Fremdhypothek, o Hypothek, die nicht
schen Börse trägt seit Oktober 2005 die dem Grundstückseigentümer, sondern einem
Bezeichnung „Open Market“. Dritten zusteht. – Gegensatz: o Eigentümer-
hypothek.
Fremddepot, o Depot B.
Fremdkapital, Bezeichnung der auf der
Fremdemission, o Emission eines Wert- Passivseite der Bilanz ausgewiesenen Schul-
papiers durch Vermittlung eines Dritten, den eines Unternehmens, die z.B. aus aufge-
meist eines Kreditinstituts oder eines o Ban- nommenen Bankkrediten, in Anspruch ge-
kenkonsortiums gegen Provision. Bei der F. nommenen o Lieferantenkrediten und aus-
profitiert der Emittent von der Sachkenntnis gegebenen Wertpapieren resultieren. Fremd-
und der Absatzorganisation des Vermittlers. kapitalgeber haben gegenüber dem Unter-
Dieser berät den Emittenten bei der Vorberei- nehmen die Stellung eines Gläubigers mit
tung der Emission und der Gestaltung der Anspruch auf Verzinsung und Rückzahlung
Konditionen, zu denen das Wertpapier aus- des zur Verfügung gestellten Kapitals. Die
gegeben werden soll. Kreditinstitute verfü- von einem Unternehmen für ungewisse
gen über die erforderliche Nähe zum o Ka- Verbindlichkeiten gebildeten Rückstellungen
95 Future

sind ebenfalls dem F. zuzurechnen. – Vgl. pieren durch einen Bankmitarbeiter für eige-
auch o Fremdfinanzierung. ne Rechnung in Kenntnis und vor Ausfüh-
rung eines bereits vorliegenden entsprechen-
Fremdvermutung, o Depot B. den (aufgrund des Umfangs kursbeeinflus-
senden) Kundenauftrags. – 2. Erteilung eines
Fremdwährungskonto, o Währungskon- Börsenauftrags durch einen Analysten für
to. eigene Rechnung, bevor er seinen Kunden
entsprechende Anlageempfehlungen gibt.
Fremdwährungsposition, o Devisenpo-
sition. Full-Service-Leasing, Form des o Lea-
sing, bei der die Leasinggesellschaft alle
Fristenkongruenz, Verwendung der im Wartungs- und Reparaturpflichten, Versiche-
Bankgeschäft erhaltenen Finanzierungsmittel rungen und andere Service-Leistungen hin-
(z.B. o Einlagen von Kunden, Mittel aus sichtlich des Leasinggegenstandes über-
ausgegebenen o Anleihen oder aufgenom- nimmt. – Gegensatz: o Net-Leasing.
menen Geldmarktkrediten) zur Anlage mit
Fristigkeiten, die den Laufzeiten bzw. Kün- fundamentale Aktienanalyse, o Aktien-
digungsfristen der überlassenen Gelder ent- analyse.
sprechen. F. ist z.B. dann gegeben, wenn ein
Kreditinstitut o Sichteinlagen der Kunden Fungibilität, Vertretbarkeit. Als fungibel
als o Tagesgeld anlegt oder Mittel aus drei- werden bewegliche Sachen bezeichnet, die
jährigen Sparbriefen zu Kreditgewährungen aufgrund gleicher Beschaffenheit untereinan-
mit entsprechender Laufzeit verwendet. Das der austauschbar sind. So sind z.B. o Effek-
Prinzip der F. findet seinen Niederschlag in ten fungibel. o Anleihen, o Investmentzerti-
der o goldenen Bankregel. Abweichend fikate und o Aktien sind innerhalb einer
hiervon ist in begrenztem Umfang jedoch Gattung austauschbar, weil jedes Papier bei
o Fristentransformation möglich, da ein Teil gleichem Nennwert bzw. gleicher Stückelung
der formal kurzfristigen Einlagen erfah- dem Inhaber die gleichen Ansprüche ver-
rungsgemäß dennoch längerfristig zur Verfü- brieft. Ein Austausch von Stücken hätte für
gung steht. – Vgl. auch o Bodensatztheorie. den Inhaber keine Beeinträchtigung seiner
Rechte zur Folge. Fungible Wertpapiere sind
Fristentransformation, Verwendung von börsenmäßig handelbar.
im Bankgeschäft mit kurzen Laufzeiten bzw.
Kündigungsfristen erhaltenen Geldern (ins- Fusion, Vereinigung zweier oder mehrerer
besondere o Einlagen von Kunden) für Unternehmen unter Aufgabe der rechtlichen
längerfristige Anlagen bzw. zur Gewährung und wirtschaftlichen Selbstständigkeit. Un-
längerfristiger Kredite. F. stellt zwar grund- terschieden wird dabei zwischen F. durch
sätzlich einen Verstoß gegen die o goldene Aufnahme, bei der ein Unternehmen bestehen
Bankregel dar, ist jedoch in begrenztem bleibt und das bzw. die andere(n) Unterneh-
Umfang möglich, da den Kreditinstituten men aufnimmt sowie F. durch Neubildung,
erfahrungsgemäß ein Teil der formal mit bei der alle beteiligten Unternehmen in einer
kurzen Fristen erhaltenen Kundeneinlagen neu gegründeten Gesellschaft aufgehen.
tatsächlich längerfristig zur Verfügung steht.
Selbst ein Teil der o Sichteinlagen verbleibt Future, standardisierter, börsenmäßig han-
als o Bodensatz längere Zeit auf den Konten. delbarer Terminkontrakt (o Börsenterminge-
– Vgl. dazu auch o Bodensatztheorie. schäft), mit dem die Verpflichtung ein-
gegangen wird, Waren (Commodity Future)
Front Office, Bereich des Bankbetriebes, in oder Finanztitel (Financial Future, o Finanz-
dem unmittelbarer Kundenkontakt besteht terminkontrakt) zu einem späteren Zeitpunkt
und entsprechende Geschäftsabschlüsse ge- und zu einem bereits bei Vertragsabschluss
tätigt werden (Verkaufsräume). – Gegensatz: festgelegten Preis zu kaufen oder zu verkau-
o Back Office. fen. Bei Fälligkeit wird ein Future . durch ein
Gegengeschäft glattgestellt oder es findet ein
Front Running. 1. Erteilung eines Börsen- Barausgleich statt (o Settlement).
auftrags zum Kauf oder Verkauf von Wertpa-
G
GAAP, Abk. für Generally Accepted Ac- Rechtsnatur spielt die Frage eine Rolle, ob
counting Principles; US-amerikanische Bi- das Papier durch eine entsprechende Klausel
lanzierungsvorschriften für börsennotierte eine andere Rechtsnatur annehmen kann.
Gesellschaften. Die Bilanzierung gemäß Beim Scheck ist dies der Fall, da hier durch
GAAP ist für internationale Großunterneh- den Zusatz „oder Überbringer“ ein o Inha-
men eine Alternative zur Bilanzierung nach berpapier entsteht, das ohne o Indossament
den o IAS/IFRS. durch Einigung über den Eigentumsübergang
und Übergabe des Schecks vom jeweiligen
Garantie, Verpflichtung, die gegenüber ei- Scheckinhaber auf eine andere Person über-
nem Dritten übernommen wird. Im Bankge- tragen werden kann. – Gegensatz: o gekore-
schäft kommen Garantien in verschiedenen nes Orderpapier.
Varianten vor: 1. Einlösungsgarantie gegen-
über dem Inhaber eines o bestätigten Bun- gedeckter Optionsschein, Covered
desbank-Schecks. – 2. G. im Rahmen einer Warrant; Optionsschein, der durch einen
o Bankgarantie. Hier übernimmt ein Kredit- Aktienbestand des Emittenten gedeckt ist
institut eine vom Grundgeschäft losgelöste ( o Option). – Beispiel: Ein Kreditinstitut hat
(abstrakte) Zahlungsverpflichtung für seinen 10 Mio. X-Aktien in seinem Wertpapier-
Kunden. bestand. Es emittiert 1 Mio. Covered War-
rants zu einem bestimmten Optionspreis
Garantiefonds, geschlossener Investment- (z.B. 10 Euro je Schein). Jeder Schein bein-
fonds (o Closed End Fund), bei dem die haltet das Recht, eine bestimmte Zahl X-
Auszahlung eines bestimmten Kapitalbetra- Aktien zu einem bestimmten Basispreis (z.B.
ges (z.B. 90% oder 100% des eingesetzten 10 Aktien zu je 150 Euro) innerhalb der
Kapitals) bei Fälligkeit garantiert wird. Laufzeit des Optionsscheins kaufen zu dür-
fen. – Covered Warrants sind im Gegensatz
Garantiezertifikat, Sonderform bei einem zu anderen Optionsscheinen nicht mit einer
o Zertifikat. Ein G. garantiert dem Anleger, bedingten o Kapitalerhöhung verbunden.
dass er zumindest seinen Kapitaleinsatz am Der Vorteil liegt für den Emittenten darin,
Ende der Laufzeit wieder erhält. Es wirft dass er durch den Verkauf der Warrants
einen geringeren Ertrag ab als ein normales liquide Mittel (im obigen Beispiel 10 Mio.
Zertifikat, da der Emittent einen Teil des Euro) erhält. Andererseits geht er ein Risiko
Anlagebetrages für Sicherungsgeschäfte ver- ein, denn falls die X-Aktien über 150 Euro
wenden muss. steigen, muss er sie an die Optionsschein-
inhaber zu 150 Euro abgeben. Steigt der Kurs
GbR, Abk. für o Gesellschaft bürgerlichen nicht über 150 Euro, wird die Option nicht
Rechts. ausgeübt. Die 10 Mio. Euro Optionspreis
sind eine Prämie, die der Emittent für das
Gebietsansässige, o Außenwirtschaftsge- Risiko steigender Kurse übernimmt. Für den
setz. Anleger liegt andererseits eine hohe Gewinn-
chance im Falle eines steigenden Kurses der
Gebietsfremde, o Außenwirtschaftsgesetz. X-Aktie vor.

geborenes Orderpapier, o Orderpapier, geduldete Überziehung, Überziehungs-


das von seiner Rechtsnatur her als solches kredit; Überziehung eines Kontos ohne
anzusehen ist. Beispiele für ein g.O. sind ausdrückliche Vereinbarung zwischen Kre-
o Scheck und o Wechsel. – Neben der ditinstitut und Kunde. Im Gegensatz zum
Geheimzahl 98

o Dispositionskredit findet keine Kreditver- Geld. 1. im Zusammenhang mit Börsenge-


einbarung statt. Das kontoführende Kredit- schäften gleichbedeutend mit Nachfrage
institut toleriert lediglich eine Überziehung (z.B. nach Wertpapieren oder Devisen). –
für einen bestimmten Zeitraum. Wird das 2. Ergänzender Hinweis zu einer Börsenkurs-
Konto länger als drei Monate überzogen, angabe (o Kurshinweis), durch den kenntlich
muss das Kreditinstitut dem Kunden gem. gemacht wird, dass zum festgestellten Kurs
den Regelungen zum o Verbraucherdarlehen nur Nachfrage vorlag und daher keine Um-
den effektiven Jahreszins sowie die Kosten sätze stattfanden. – Gegensatz: o Brief. –
des durch die Überziehung entstehenden 3. Sammelbezeichnung für Zahlungsmittel.
Kredites mitteilen (z.B. in Form einer Infor- In einer Volkswirtschaft kommen dem G. ver-
mation auf dem Kontoauszug). schiedene Funktionen zu: allgemein gültiges
Tauschmittel, Wertaufbewahrungsmittel (An-
Geheimzahl, o Persönliche Identifikati- sammlung von Geld gegen Zinsen) und
onsnummer. gesetzliches Zahlungsmittel, d.h. die Ver-
pflichtung eines Gläubigers zur Annahme
gekorenes Orderpapier, o Rektapapier, von G. – Als Geldformen unterscheidet man
das durch die Klausel „oder Order“ zum Bargeld und Buchgeld. Bargeld umfasst
o Orderpapier wird. – Beispiel: Ein Lager- Noten und Münzen. Das alleinige Recht zur
schein, mit dem ein Lagerhalter den Emp- Ausgabe von Noten (Notenmonopol) lag
fang einer Ware bescheinigt, ist auf den früher ausschließlich bei der o Deutschen
Namen des Einlieferers der Ware ausgestellt. Bundesbank. Nach der Einführung von Eu-
Möchte dieser die Ware an einen Dritten ro-Noten zum 1.1.2002 sind die Europäische
verkaufen oder sie an ein Kreditinstitut zur Zentralbank (EZB) sowie (mit Genehmigung
Absicherung eines Kredites verpfänden, wäre der EZB) die nationalen Zentralbanken der
es eigentlich nötig, die Rechte aus dem La- Euroländer (o Europäisches System der
gerschein abzutreten und den Lagerhalter Zentralbanken) zur Notenausgabe berechtigt.
von der Abtretung zu informieren, damit der Noten sind unbegrenztes gesetzliches Zah-
Käufer bzw. das Kreditinstitut Zugriff auf die lungsmittel. Das Recht zum Prägen von
Ware erhält. Weist der Lagerschein den Münzen (Münzregal) liegt bei der Regierung.
Zusatz „oder Order“ auf, handelt es sich um Aus diesem Grunde weisen die seit 2002
einen Orderlagerschein, der durch Einigung gültigen Euromünzen auf einer Seite je nach
über den Eigentumsübergang, o Indossa- Land unterschiedliche nationale Symbole
ment und Übergabe des Scheins übertragen auf. Münzen sind i.d.R. nur begrenzt als
wird. Der Lagerhalter muss nicht informiert gesetzliches Zahlungsmittel einsetzbar. –
werden, da der neue Berechtigte durch das Buchgeld entsteht durch Gutschrift von
Indossament erkennbar ist. Geldbeträgen auf Konten. Hier ist ein Gläu-
biger nur zur Annahme verpflichtet, wenn er
gekreuzter Scheck, Crossed Cheque, seine Bereitschaft zeigt, bargeldlose Zahlun-
Cheque Barré. o Scheck, dessen Vorderseite gen anzunehmen (z.B. durch Angabe einer
zwei parallele Schrägstriche aufweist. Die Kontonummer oder Verwendung eines Sym-
Regelungen des Scheckgesetzes zum g.S. bols für o Electronic Cash auf dem Schau-
(die Artikel 37 und 38) wurden in Deutsch- fenster eines Geschäftslokals). Auch compu-
land nicht in Kraft gesetzt, so dass der g.S. terisierte Geldformen (z.B. o elektronisches
hier zu Lande keine rechtliche Relevanz Geld) spiegeln sich letztlich immer in Form
besitzt. Von deutschen Kreditinstituten wird von Buchgeld wider. – Während durch die
ein g.S. in der Praxis wie ein o Verrech- Übergabe von Bargeld bzw. die Gutschrift
nungsscheck behandelt, ohne dass der von Buchgeld eine Schuld beglichen (erfüllt)
Scheckaussteller oder der Scheckeinreicher wird, führt die Übergabe eines o Schecks
hierauf einen Anspruch hat. Im Ausland ist noch nicht zur Tilgung der Verbindlichkeit,
der g.S. dagegen sehr verbreitet. Durch die da es vorkommen kann, dass der Scheck
beiden Schrägstriche wird das Kreditinstitut (z.B. wegen fehlender Kontodeckung) nicht
des Scheckeinreichers angewiesen, den eingelöst wird. Schecks werden daher als
Scheckbetrag nur an einen eigenen Kunden Geldersatzmittel (Geldsurrogate) bezeichnet.
oder an ein anderes Kreditinstitut, das wie- Eine Zahlung per Scheck erfolgt aus diesem
derum in der Regel im Auftrag seines Kun- Grunde „erfüllungshalber“ und nicht „an Er-
den handelt, auszuzahlen. füllungs statt“.
99 Geldmarktkonto

Geldautomat (GA), alte Bezeichnung: gespeichert. Durch Eingabe in ein Spezialge-


Geldausgabeautomat; Gerät zur Bargeldver- rät (Terminal) bei einem Händler wird der
sorgung von Bankkunden innerhalb und benötigte Betrag abgezogen; der Chip weist
außerhalb der Schalterstunden. Durch eine dann ein entsprechend geringeres Guthaben
mit Magnetstreifen versehene Euroscheck- auf und kann nach Aufzehrung des gespei-
(EC)-Karte oder Servicekarte (z.B. S-Card cherten Guthabens wieder aufgeladen wer-
der Sparkassen) kann der Kunde nach Einga- den. Das Terminal des Händlers protokolliert
be einer o persönlichen Identifikationsnum- alle Geldkartenumsätze und reicht sie ge-
mer (PIN) zu Lasten seines Kontos am GA sammelt zur Gutschrift bei dessen Hausbank
verfügen. Die Höhe der Verfügung ist im ein. – Die „reine“ Form der G. ohne weitere
Wesentlichen wie folgt geregelt: Funktionen konnte sich bisher in der Praxis
nicht durchsetzen. Verbreitet ist jedoch die
Verfügung bei ... Verfügung (täglich) durch ein zusätzliches Symbol gekennzeich-
bis ..... nete Bank- oder Sparkassenkarte (o EC-Ser-
Hausbank Höhe des je nach vice) mit Geldkartenchip.
Kunden unterschied-
lichen Verfügungs- Geldkurs, Kaufkurs, Ankaufskurs. Der G.
rahmens (z.B. 1.000 spielt vor allem im Geld-, Devisen- und
Euro) Wertpapierhandel eine Rolle. Durch die nach
Kreditinstitute des Höhe des für den der Einführung des o Euros vorgenommene
gleichen Verbundes jeweiligen G. gelten- Umstellung auf eine o Mengennotierung ist
(z.B. Sparkassen- den Betrages
verbund)
der G. bei Devisengeschäften nicht auf die
ausländische Währung, sondern auf den Euro
fremden Kreditinsti- Begrenzung im
anzuwenden: So ist z.B. der G. 1 Euro =
tuten Inland auf i.d.R. 500
oder 1.000 Euro; bei 1,5270 US-Dollar der Preis, zu dem ein Kre-
ausländischen GA ditinstitut einen Euro ankauft, d.h. also US-
unterschiedliche Dollar verkauft. – Gegensatz: o Briefkurs.
Regelungen
Geldleihe, Teilbereich des Kreditgeschäfts.
Geldbiografie, Zeitschema zur Strukturie- Bei der G. stellt das Kreditinstitut einem
rung der finanziellen Bedürfnisse eines An- Kunden liquide Mittel zur Verfügung. Bei-
legers in Abhängigkeit von seinem Lebensal- spiele für G. sind Ratenkredite oder Baudar-
ter und seiner familiären Situation. In der G. lehen. – Gegensatz: o Kreditleihe.
geht man z.B. davon aus, dass ein 18-jähriger
Bankkunde im Normalfall weder hohe Ver- Geldmarkt, Markt für kurz- und mittelfris-
mögenswerte besitzt noch große Kreditmittel tige Forderungen und Verbindlichkeiten. Am
benötigt. Später, bei Gründung einer Familie, G. werden Zentralbankguthaben (o aufge-
entsteht i.d.R. ein erhöhter Kreditbedarf (vor nommene Gelder) und o Geldmarktpapiere
allem durch Immobilienerwerb; gleichzeitig gehandelt.
steigt das Bedürfnis nach Altersversorgung
und Absicherung der Familie. Die G. ist eine Geldmarktfonds, Geldmarktsondervermö-
wichtige Grundlage für das o Bank- gen; seit 1994 zugelassene o Investment-
marketing. fonds, die ihr Sondervermögen bis zu 100%
in kurzfristige Anlageformen am o Geld-
Geldersatzmittel, o Geld. markt investieren. Anteile an G. sind täglich
verfügbar. Ihre Verzinsung liegt i.d.R. über
Geldhandel, Handel von Zentralbankgeld. dem Zinssatz für o Termineinlagen. Diesem
Unter Zentralbankgeld versteht man Gutha- Vorteil steht als Nachteil für den Anleger
ben bei einer nationalen Zentralbank (in jedoch das Risiko entgegen, dass der Wert
Deutschland: o Deutsche Bundesbank) – (Preis) für ein G.-Zertifikat auf Grund stei-
Vgl. auch o aufgenommene Gelder. gender Zinsen am Geldmarkt sinken kann.

Geldkarte, Chipkarte; Sonderform des Geldmarktkonto, Alternative zu o Ter-


o elektronischen Geldes. Bei der G. wird ein mineinlagen oder o Spareinlagen. Die Ver-
Guthaben mithilfe von Ladeterminals zu zinsung beim G. orientiert sich am Geld-
Lasten eines Girokontos auf einem Chip marktzins (z.B. o Euribor). Im Gegensatz zu
Geldmarktpapiere 100

Termineinlagen finden beim G. regelmäßige veaus an den Geld- und Kapitalmärkten


Zinsanpassungen statt; meist ist ein Mindest- zwecks Eindämmung der o Inflation und
anlageguthaben erforderlich. Ein G. wird Vermeidung heftiger Zinsschwankungen.
i.d.R. kostenlos geführt; der Kunde kann Durch g.O. wird den Kreditinstituten im
täglich über die Gelder verfügen; zudem geht Eurowährungsraum Liquidität zugeführt oder
er kein Kursrisiko ein. entzogen. Die g.O. umfassen folgende Maß-
nahmen: 1. Offenmarktgeschäfte: Kredite des
Geldmarktpapiere, kurz- und mittelfristige ESZB gegen Verpfändung (o Pfandrecht)
Wertpapiere. Wichtige Beispiele für G. sind: von Wertpapieren, o Wechseln oder Kredit-
1. Commercial Papers: o Abzinsungspapiere forderungen. Als Hauptrefinanzierungsge-
mit einer Laufzeit von i.d.R. 1 - 270 Tagen. schäfte werden Offenmarktgeschäfte wö-
Sie werden von bonitätsmäßig einwandfreien chentlich mit einer jeweiligen Laufzeit von
Schuldnern herausgegeben. – 2. Schatzwech- einer Woche durchgeführt. Längerfristige Re-
sel: o Solawechsel des Bundes oder der finanzierungsgeschäfte finden bei einer
Bundesländer mit einer Laufzeit von bis zu Laufzeit von 3 Monaten im monatlichen
90 Tagen. – 3. U-Schätze (Unverzinsliche Rhythmus statt. Offenmarktgeschäfte werden
Schatzanweisungen): o Abzinsungspapiere technisch als o Mengentender oder (wie
des Bundes oder der Bundesländer mit einer zurzeit üblich) als o Zinstender durchge-
Laufzeit von 3 - 24 Monaten. führt. – 2. Feinsteuerungsoperationen zum
Ausgleich unerwarteter Liquiditätsschwan-
Geldmarktsätze, Zinssätze am o Geld- kungen: Angebot und Laufzeit richten sich
markt. hier nach den aktuellen geldpolitischen
Erfordernissen. Feinsteuerungsoperationen
Geldmarktsondervermögen, o Geld- führt das ESZB mit ausgewählten Geschäfts-
marktfonds. partnern durch. Kauft z.B. die o Deutsche
Bundesbank von einem deutschen Kreditin-
Geldmenge, Indikator im Zusammenhang stitut US-Dollar an und vereinbart gleichzei-
mit o geldpolitischen Operationen der Euro- tig mit ihrem Geschäftspartner den Rückkauf
päischen Zentralbank (EZB). Die wichtigste der Dollar in 3 Monaten, liegt ein liquiditäts-
G. ist M3 (M = Money). M3 umfasst im zuführendes Swap-Geschäft (o Swap) vor,
Wesentlichen den Umlauf an Banknoten und da das Kreditinstitut für den Zeitraum von 3
Münzen (Bargeldumlauf) ohne die Kassen- Monaten Euro als Gegenwert für die US-
bestände der Kreditinstitute, o Sichteinlagen, Dollar erhält. Umgekehrt würde ein Verkauf
o Termineinlagen, o Spareinlagen (dreimo- von Dollar mit gleichzeitig vereinbartem
natliche Kündigung), Anteile an o Geld- späteren Rückkauf durch die Deutsche Bun-
marktfonds, o Geldmarktpapiere sowie desbank einen Liquiditätsentzug in Euro für
Schuldverschreibungen (o Anleihe) bis zu 2 das Kreditinstitut bedeuten. – 3. Strukturelle
Jahren Laufzeit. Die EZB ermittelt monatlich Operationen: Diese finden im wechselnden
die absolute Höhe dieser Bestände sowie Rhythmus statt und können ebenfalls liquidi-
Monatsdurchschnitte. Abweichungen der G. tätszuführend oder liquiditätsentziehend wir-
M3 von einem vorher durch die EZB festge- ken. – 4. Ständige Fazilitäten: Sie werden
legten Referenzwert (z.B. Wachstum von M3 auf Initiative der Kreditinstitute in Anspruch
um ca. 5,5%) weisen auf die aktuelle Liqui- genommen. Eine Liquiditätszuführung bietet
ditätsausstattung der Kreditinstitute bzw. der dabei die Spitzenrefinanzierung, bei der sich
Bevölkerung im Eurowährungsraum hin: die Kreditinstitute für einen Tag (Overnight)
Überschreitet M3 nachhaltig den Referenz- Geld beim ESZB beschaffen können. Liqui-
wert, zeigt dies eine hohe Liquiditätsausstat- ditätsabschöpfend wirkt die Einlagefazilität,
tung und damit die Gefahr steigender Preise bei der Kreditinstitute überschüssige Liquidi-
(o Inflation) an, was die EZB zum Anlass tät beim ESZB anlegen können. – Die Zins-
nehmen könnte, die Zinssätze im Rahmen sätze für Spitzenrefinanzierungs-, Hauptrefi-
ihrer geldpolitischen Operationen zu erhö- nanzierungs- und Einlagegeschäfte bilden
hen. – Vgl. auch o Quantitätstheorie. einen so genannten Zinskorridor. Innerhalb
dieses Korridors bildet der Spitzenrefinan-
geldpolitische Operationen, Maßnahmen zierungssatz den höchsten und der Einlagen-
im o Europäischen System der Zentralban- satz den niedrigsten Zinssatz. Ziel des ESZB
ken (ESZB) zur Beeinflussung des Zinsni- ist es, dafür zu sorgen, dass die aktuellen
101 genehmigtes Kapital

Zinssätze zwischen Kreditinstituten am buchblätter der einzelnen Grundstücke ge-


o Geldmarkt sich möglichst innerhalb dieses führt. Der Begriff Grundstück beschreibt ein
Korridors bewegen. Flurstück in rechtlicher Hinsicht.

geldpolitisches Instrumentarium, Gemeindesteuer, Steuer, die anteilig oder


o geldpolitische Operationen. ganz einer Gemeinde zusteht. In voller Höhe
stehen einer Gemeinde z.B. Einnahmen aus
Geldschöpfung, Kreditschöpfung; Ver- der Hunde- oder Getränkesteuer zu. Andere
mehrung von Bargeld oder Buchgeld. Bar- Steuern, wie beispielsweise die Einkom-
geldbestände können lediglich durch das mensteuer, werden dagegen oft zwischen
System der Europäischen Zentralbanken Bund, Ländern und Gemeinden aufgeteilt.
(Banknoten) oder durch die Regierung eines
Eurolandes (Münzen) vermehrt werden (vgl. Gemeinschaftskonto, Konto, bei dem
o Geld). Eine G. von Buchgeld kann hinge- zwei oder mehrere natürliche oder o juristi-
gen durch Kreditinstitute stattfinden. Zu sche Personen als Kontoinhaber fungieren.
unterscheiden sind passive und aktive G. von Im Firmenkundengeschäft kommt das G. bei
Buchgeld. Bei der passiven G. findet eine gemeinsamen Vorhaben verschiedener Un-
Umwandlung von Bargeld in Buchgeld statt ternehmen (z.B. große Bauprojekte) vor. Im
(z.B. durch Einzahlung eines Geldbetrages Privatkundengeschäft wird das G. vor allem
auf einem Konto). Aktive G. von Buchgeld bei Eheleuten eingerichtet. Grundsätzlich ist
entsteht, wenn Kreditinstitute Kredite gewäh- beim G. eine Einzelverfügung eines jeden
ren: Da die Kreditbeträge irgendwann als Kontoinhabers vorgesehen (Oder-Konto).
neues Buchgeld in den Wirtschaftskreislauf Falls nur gemeinschaftlich verfügt werden
fließen, hat sich die o Geldmenge erhöht. soll, liegt ein „Und-Konto“ vor. Zur Vermei-
dung von Streitigkeiten z.B. bei Eheschei-
Geldsurrogat, o Geld. dungen ist es bei Oder-Konten häufig mög-
lich, mit dem kontoführenden Kreditinstitut
Geldwäschegesetz, praxisübliche Be- zu vereinbaren, dass jeder Ehepartner das
zeichnung für das o Gesetz über das Aufspü- Konto ohne Zustimmung des anderen sperren
ren von Gewinnen aus schweren Straftaten lassen kann. – In der Praxis werden Oder-
(Gewinnaufspürgesetz). sowie Und-Konten i.d.R. unter der Bezeich-
nung „Und-Konto“ geführt. Die Verfügungs-
Geldwertpapiere, Sonderform der Wertpa- berechtigung ist dann nicht aus der Kontobe-
piere. G. verbriefen kurzfristige Forderungs- zeichnung, sondern nur aus der Regelung zur
rechte. – Beispiel: o Scheck. Verfügungsberechtigung erkennbar.

Geld-zurück-Garantie, Recht eines Kunden gemischte Fonds, Sondervermögen (vgl.


auf Erstattung eines geleisteten Geldbetrages o Investmentgeschäft), die unterschiedliche
bei Widerruf des Kaufvertrages oder Rück- Anlagewerte enthalten. Beispiele für g.F.
gabe der Ware. Die G.-z.-G. spielt als gesetz- sind Wertpapierfonds, die sowohl o Aktien
liche Regelung des BGB für Kreditinstitute als auch o Anleihen enthalten oder Grund-
im Zusammenhang mit einer nicht ausge- stücksfonds, die sowohl bebaute als auch
führten Überweisung eine Rolle. – Vgl. unbebaute Grundstücke aufweisen.
o Überweisungsgesetz.
gemischte Lebensversicherung, Son-
Gemarkung, Grundbuchbezirk; oberste derform der o Kapitallebensversicherung.
Ordnungskategorie bei der Erfassung von Eine g.L. kann z.B. so konstruiert werden,
Grundstücken im o Grundbuch. Eine G. dass zwei Versicherte (Eheleute) als Versi-
kann z.B. die Gemeinde X im Landkreis Y cherungsnehmer fungieren und als Zeitpunkt
sein. Die G. wird in Flure unterteilt. Inner- für die Fälligkeit der Versicherungssumme
halb der Flure werden dann alle Flurstücke der Tod des zuerst sterbenden Versicherten
(Grundstücke in vermessungstechnischer oder alternativ der Ablauf der Versicherungs-
Hinsicht) aufgeführt. Im Liegenschaftsamt dauer festgelegt wird.
des Amtsgerichts der entsprechenden Ge-
meinde oder Stadt werden alle Flurkarten, im genehmigtes Kapital, Sonderform der
Grundbuchamt entsprechend alle Grund- o Kapitalerhöhung.
Genehmigung 102

Genehmigung, nachträgliche Zustimmung zu 150 + 400 Euro = 550 Euro noch zur
zu einem Rechtsgeschäft eines beschränkt Zahlung herangezogen werden. Die bereits
Geschäftsfähigen. – Vgl. auch o Einwilli- auf den geleisteten Geschäftsanteil einge-
gung. zahlten 150 Euro werden als Geschäftsgut-
haben bezeichnet und dienen als eine Be-
General Standard, Teilbereich des o regu- rechnungsgrundlage für die Gewinnvertei-
lierten Marktes für den Börsenhandel mit lung.
Wertpapieren. Für den G.S. gelten weniger
strenge Regeln als im o Prime Standard. Genossenschaftliche Zentralbanken,
Spitzeninstitute der Genossenschaftsbanken
Generalvollmacht, Befugnis zur Vornah- (o Genossenschaft). Zurzeit bestehen als
me aller rechtlichen Handlungen für einen G.Z. die Westdeutsche Genossenschafts-
Vertretenen. Der Vertretene kann eine natür- Zentralbank (WGZ) und die DZ-Bank.
liche oder o juristische Person sein. Der
Umfang einer G. kann vertraglich einge- Genossenschaftsregister, Verzeichnis
schränkt werden (z.B. „erlaubt sind alle aller o Genossenschaften eines Amtsge-
Rechtshandlungen mit Ausnahme der Veräu- richtsbezirks
ßerung von Grundstücken des Vertretenen“).
Andererseits sind gesetzliche Beschränkun- Genussrecht, o Genussschein.
gen zu beachten: So können so genannte
„höchstpersönliche“ Rechtshandlungen (z.B. Genussschein, Wertpapier, das Genuss-
Leistungen im Rahmen eines Arbeitsverhält- rechte verbrieft. Unter Genussrechten sind
nisses) nicht durch einen Bevollmächtigten bestimmte Rechte zu verstehen, die fallweise
vorgenommen werden. festgelegt werden. Beispiele sind: Regelmä-
ßige Verzinsung, Umtauschrecht in Aktien
Genossenschaft (eG), e.G.: eingetragene des Unternehmens (sog. Wandelgenussschei-
Genossenschaft; o juristische Person des ne) oder Recht zum Bezug von Aktien des
privaten Rechts. Jede eG wird in ein Genos- Unternehmens (sog. Optionsgenussscheine).
senschaftsregister eingetragen. Beispiele aus Ein G. verbrieft kein Teilhaberrecht. Werden
dem Bankensektor sind Volks- und Raiffei- Genusscheine z.B. von einer o Aktiengesell-
senbanken sowie Spar- und Darlehenskassen. schaft emittiert, kann der Inhaber eines G.
Das Ziel einer eG ist die Förderung ihrer nicht an der Hauptversammlung der Gesell-
Mitglieder mittels gemeinschaftlichen Ge- schaft teilnehmen. Dennoch wird das Kapital
schäftsbetriebes. Das Beschlüsse fassende aus dem G. beim emittierenden Unternehmen
Organ der eG ist die Generalversammlung als Eigenkapital (sog. o Ergänzungskapital)
(Versammlung der Mitglieder = Genossen). angesehen. Für den G.-Inhaber bedeutet dies,
Diese wählt, sofern es sich nicht um eine dass er im Falle von Zahlungsschwierigkei-
sog. „Kleinstgenossenschaft“ mit bis zu 20 ten des Unternehmens erst dann mit einer
Mitgliedern handelt, den zumindest aus zwei Rückzahlung seines Geldes rechnen kann,
Personen bestehenden Vorstand, der die wenn andere Fremdkapitalgeber (z.B. Inha-
Geschäfte führt, und den zumindest aus drei ber einer o Anleihe des Unternehmens) be-
Mitgliedern bestehenden Aufsichtsrat, der friedigt worden sind. Als Gegenleistung für
den Vorstand kontrolliert. Jeder Genosse hat dieses höhere Risiko weisen G. daher eine
grundsätzlich unabhängig von der Höhe relativ hohe o Rendite auf.
seiner Beteiligung an der eG in der General-
versammlung nur eine Stimme. – Die Mit- Geregelter Markt, nicht-amtliches o Bör-
glieder beteiligen sich mit einem Geschäfts- sensegment. Die von den Maklern am G.M.
anteil an der eG. Dieser Anteil ist in der ermittelten Kurse sind keine amtlichen Kur-
Praxis unterschiedlich hoch. Darüber hinaus se. Die Makler sind nicht öffentlich vereidigt,
wird eine i.d.R. beschränkte Haftsumme sie werden allerdings vom Börsenvorstand
festgelegt, die im Falle von Zahlungsschwie- kontrolliert. Am G.M. werden Aktien kleine-
rigkeiten der eG an diese zu leisten ist. – rer und mittlerer Aktiengesellschaften ge-
Beispiel: Geschäftsanteil 300 Euro; Haft- handelt.
summe 400 Euro. Ist der Geschäftsanteil
vom Genossen zur Hälfte eingezahlt, kann er gerichtliches Insolvenzverfahren, Folge
bei Zahlungsschwierigkeiten der G. mit bis einer gescheiterten o außergerichtlichen
103 Geschäftsanteil

Schuldenregulierung. Das g.I. wird vom lität des gesamten Kapitals beurteilt werden
Schuldner beim Insolvenzgericht (Amtsge- kann. Ergibt sich z.B. eine G. von 5%, so
richt) beantragt. – Vgl. auch o Verbraucher- muss das Unternehmen bei einem durch-
insolvenz. schnittlichen Fremdkapitalzins von 8% zu
Lasten der Rentabilität von Eigenkapitalge-
gerichtliches Mahnverfahren, Folge bern 3% an die Fremdkapitalgeber zahlen.
eines erfolglosen kaufmännischen Mahnver- Bei einer G. von 12% hingegen ist der an die
fahrens. Der Gläubiger einer Forderung Fremdkapitalgeber zu zahlende Zins nicht
beantragt beim g.M. einen Mahnbescheid nur abgedeckt, es verbleibt darüber hinaus
beim Amtsgericht auf einem einheitlichen noch ein Überschuss von 4%.
Vordruck. Nach Zustellung des Mahnbe-
scheides kann der Schuldner innerhalb von Gesamtprokura, o Prokura, die nur in
zwei Wochen Einspruch erheben. Geschieht Verbindung mit einer anderen zeichnungsbe-
dies nicht und geht auch innerhalb dieser rechtigten Person ausgeübt werden kann.
zwei Wochen keine Zahlung ein, wird der Einerseits ist es möglich, dass ein Gesamt-
Gläubiger die Zustellung eines Vollstre- prokurist mit einem anderen Gesamtproku-
ckungsbescheides beantragen. Auch hierge- risten das Unternehmen vertritt (echte G.).
gen kann der Schuldner Einspruch erheben. Andererseits kann die zweite vertretungsbe-
Unterbleiben auch jetzt Einspruch bzw. rechtigte Person ein Mitglied der Geschäfts-
Zahlung, ist es dem Gläubiger möglich, mit leitung sein (unechte G.).
Hilfe eines Gerichtsvollziehers eine sog.
o Zwangsvollstreckung in das Vermögen des gesamtschuldnerische Haftung, Ver-
Schuldners zu betreiben. Nimmt der Schuld- antwortlichkeit mehrerer Personen für eine
ner jedoch ein Einspruchsrecht wahr, muss Verbindlichkeit in der Weise, dass jede Per-
der Gläubiger über den Weg eines o Klage- son in voller Höhe und auch mit seinem
verfahrens zu seinem Recht kommen. Privatvermögen für die Verbindlichkeit haf-
tet. Unterschreiben z.B. zwei Eheleute ge-
Gesamtfälligkeit, Regelfall bei der Rück- meinsam einen Kreditvertrag, so haftet jeder
zahlung einer o Anleihe. Die Anleihe wird voll für die Rückzahlung des Kredites. Wird
vom Schuldner zu einem vorher festgelegten eine Person durch das Kreditinstitut in An-
Zeitpunkt in einer Summe zurückgezahlt. – spruch genommen, kann sie nur im Innen-
Gegensatz: o Annuitätenanleihe. verhältnis einen Ausgleich vom Ehepartner
verlangen. G.H. liegt außerdem bei o Perso-
Gesamthandsvermögen, Vermögen, das nenhandelsgesellschaften und der o Gesell-
mehreren Personen in der Weise gehört, dass schaft bürgerlichen Rechts vor.
jede Person einen Vermögensanspruch in
Höhe seines prozentualen Vermögensanteils, Gesamtvertretung, Berechtigung zweier
nicht jedoch Anspruch auf Herausgabe eines oder mehrerer Personen, ein Unternehmen
bestimmten Vermögensteils besitzt. G. liegen gemeinschaftlich nach außen zu repräsentie-
vor bei der o Personenhandelsgesellschaften ren, d.h. Geschäfte im Namen des Unter-
und bei der o Gesellschaft bürgerlichen nehmens abschließen zu dürfen. Eine G. liegt
Rechts. z.B. vor, wenn ein o Prokurist zusammen
mit einem Mitglied der Geschäftsleitung
Gesamtkapitalrentabilität, Kennzahl zur agiert oder zwei Mitglieder der Geschäftslei-
Beurteilung der Verzinsung des in einem tung gemeinsam handeln. Die Vertretungs-
Unternehmen eingesetzten o Eigenkapitals macht der Vertretungsberechtigten eines Un-
und o Fremdkapitals (FK). Die G. wird nach ternehmens geht aus dem o Handelsregister
folgender Formel berechnet: hervor. – Gegensatz: o Einzelvertretung. –
Erträge – Aufwendungen + FK-Zinsen Vgl. auch o Geschäftsführung.
·100
Gesamtkapital (Bilanzsumme) Gesamtvollmacht, o Handlungsvoll-
Aus der Berücksichtigung von Fremdkapital- macht.
zinsen in der Formel wird deutlich, dass
Eigenkapitalgeber (z.B. Aktionäre) und Geschäftsanteil, Bezeichnung für die
Fremdkapitalgeber (z.B. Kreditinstitute) hier finanzielle Beteiligung an einer o Genossen-
zusammengefasst werden, damit die Rentabi- schaft.
Geschäftsbedingungen 104

Geschäftsbedingungen, o Allgemeine oder vorübergehender Störung der Geistestä-


Geschäftsbedingungen (AGB). tigkeit (z.B. Trunkenheit) abgegeben werden.
– Für Personen, deren Fähigkeit zur Abgabe
Geschäftsbesorgungsvertrag, Vertrags- verbindlicher Willenserklärungen durch dau-
art des BGB. Beim G. handelt ein Beauftrag- erhafte physische oder psychische Probleme
ter gegen Entgelt für einen Auftraggeber. Ein (z.B. Alkoholsucht, Drogensucht) einge-
G. liegt z.B. vor, wenn ein Kreditinstitut für schränkt ist, gelten spezielle Regelungen zur
einen Kunden ein o Inkasso durchführt. o Betreuung. Diese Personen erhalten einen
Betreuer, der in bestimmten Angelegenheiten
Geschäftsfähigkeit, Verantwortlichkeit (z.B. Vermögenssorge) den Betreuten vertre-
natürlicher Personen für Rechtshandlungen, ten kann. Die Geschäftsfähigkeit des Betreu-
die sich aus Willenserklärungen ergeben. ten bleibt dabei jedoch grundsätzlich im
Nach dem BGB werden drei Stufen der G. vollen Umfang erhalten.
unterschieden: 1. Geschäftsunfähigkeit: Sie
gilt für Kinder unter 7 Jahren und Personen, Geschäftsführung, Regelung der Befugnis
die dauernd geisteskrank sind. Willens- zur Leitung eines Unternehmens im Innen-
erklärungen von Geschäftsunfähigen sind verhältnis. Die Befugnis zur G. ist gesetzlich
nicht rechtswirksam (nichtig). Nur die o definiert oder durch den Gesellschaftsvertrag
gesetzlicher Vertreter des Geschäftsunfähi- des Unternehmens festgelegt. Sie kann an
gen (z.B. Eltern eines Kindes unter 7 Jahren) eine Person (Einzelgeschäftsführung) oder an
können für die geschäftunfähige Person mehrere Personen (gemeinschaftliche G.)
handeln. – 2. Beschränkte G: Sie gilt für erteilt werden. Beschränkungen in der G. sind
Kinder und Jugendliche von 7 bis unter 18 gegenüber Dritten (Außenverhältnis) nicht
Jahren (Minderjährige). Bei beschränkt Ge- wirksam. Für das Außenverhältnis gelten
schäftsfähigen müssen die gesetzlichen Ver- gesetzliche bzw. vertragliche Regelungen zur
treter grundsätzlich der Willenserklärung Vertretung. – Beispiel: Der Geschäftsführer
zustimmen. Erfolgt diese Zustimmung vorher eines Unternehmens darf nach interner Ge-
(Einwilligung), ist die Willenserklärung so- schäftsführungsregelung nur Geschäfte bis
fort gültig; erfolgt die Zustimmung im nach- zum Umfang von 1 Mio. Euro abschließen.
hinein (Genehmigung) ist die Willenserklä- Verstößt er gegen diese Regelung, indem er
rung bis zur Genehmigung schwebend un- ein Geschäft über 2 Mio. Euro abschließt, ist
wirksam und nach Genehmigung gültig. dieses Geschäft wirksam (Außenverhältnis
Beschränkt Geschäftsfähige können jedoch zum Geschäftspartner). Entsteht aus dem
in folgenden Ausnahmefällen eigenständig Geschäft dem Unternehmen jedoch ein
verbindliche Willenserklärungen abgeben: Schaden, können die anderen Gesellschafter
a) Durch die Willenserklärung erhält der des Unternehmens aufgrund des Verstoßes
Minderjährige lediglich einen rechtlichen im Innenverhältnis von dem Geschäftsführer
Vorteil (z.B. Annahme einer Schenkung). – Schadenersatz verlangen.
b) Ein Minderjähriger verfügt im Rahmen
seines von den gesetzlichen Vertretern über- Geschäftsguthaben, o Genossenschaft.
lassenen Taschengeldes. – c) Der Minderjäh-
rige geht Willenserklärungen in Folge eines geschlossene Position, Gegengeschäft
mit Zustimmung des gesetzlichen Vertreters zu einer o offenen Position bei Wertpapier-
begonnenen Dienst- oder Arbeitsverhältnis- oder Devisengeschäften. Durch das Gegen-
ses (nicht jedoch Ausbildungsverhältnis) ein geschäft erfolgt eine Glattstellung der offe-
(z.B. Kauf einer Monatsfahrkarte zur Ar- nen Position.
beitsstelle). – d) Der Minderjährige geht
Willenserklärungen im Zusammenhang mit geschlossener Fonds, deutsche Bezeich-
einem Erwerbsgeschäft ein, das er mit Zu- nung für o Closed End Fund.
stimmung des gesetzlichen Vertreters und des
Vormundschaftsgerichts selbstständig führt. – geschlossenes Depot, Bezeichnung für
3. Volle G.: Sie beginnt mit 18 Jahren. Voll Bankgeschäfte, bei denen ein Kunde Wertge-
geschäftsfähige Personen sind für ihre Wil- genstände bei einem Kreditinstitut hinterlegt,
lenserklärungen grundsätzlich voll verant- ohne dass das Kreditinstitut Kenntnis von der
wortlich. Ausgenommen sind Willenserklä- hinterlegten Sache hat. Der Kunde muss
rungen, die im Zustand der Bewusstlosigkeit eventuelle, mit der Sache zusammenhängen-
105 Gesetz über das Aufspüren von Gewinnen aus schweren Straftaten

de Verwaltungstätigkeiten selbst übernehmen terversammlung trifft Beschlüsse über alle


(z.B. Geltendmachung von Zinsansprüchen wichtigen Angelegenheiten der GmbH. Sie
bei hinterlegten Wertpapieren). Das g.D. stellt den Jahresabschluss fest, bestimmt über
umfasst die Vermietung von o Schrankfä- die Verwendung des Gewinns und erteilt
chern und die Annahme von o Verwahr- o Prokura und o Handlungsvollmacht. Da-
stücken. – Gegensatz: o offenes Depot. rüber hinaus bestellt sie einen oder mehrere
Geschäftsführer. Je höher die Einlage eines
Gesellschaft bürgerlichen Rechts Gesellschafters ist, desto bedeutsamer ist
(GbR), BGB-Gesellschaft; Zusammen- sein Stimmrecht in der Gesellschafterver-
schluss mehrerer natürlicher oder o juristi- sammlung. Ein Aufsichtsrat zur Kontrolle
scher Personen zur Erreichung eines gemein- des Geschäftsführers bzw. der Geschäftsfüh-
samen Zwecks. Dieser Gesellschaftszweck rer ist bei mehr als 500 Arbeitnehmern zwin-
kann auf Dauer oder auf eine vorübergehen- gend vorgeschrieben.
de Zeit gerichtet sein. Fahrgemeinschaften
zur Arbeitsstelle sind ebenso wie Lotto- gesetzlicher Löschungsanspruch, seit
Tippgemeinschaften oder nicht eingetragene 1978 existierendes Recht eines nachrangi-
Vereine als GbR zu bezeichnen wie der gen Hypothekengläubigers, eine vorrangige
Zusammenschluss von Kaufleuten zu einem o Hypothek löschen zu lassen, wenn der
gemeinsamen Unternehmen oder Vorhaben Kredit, der gegen Bestellung der vorrangigen
(z.B. o Bankenkonsortium). Die GbR ist Hypothek gewährt wurde, zurückgezahlt ist.
keine juristische Person; sie kann allerdings – Vgl. auch o Rangordnung im Grundbuch.
unter ihrem Namen Kredite aufnehmen oder
vor Gericht klagen. Rechtshandlungen für gesetzlicher Vertreter, Person, die auf
die GbR im Verhältnis zu Dritten (Vertretung Grund gesetzlicher Vorschrift für die Rege-
im Außenverhältnis) sind durch die Gesell- lung rechtlicher Angelegenheiten einer ande-
schafter vorzunehmen. Hierbei steht das ren Person zuständig ist. G.V. existieren für
Recht zur Vertretung grundsätzlich allen natürliche und o juristische Personen:
Gesellschaftern gemeinsam zu; eine andere
vertragliche Regelung (z.B. Übertragung der Beispiele für ge- Beispiele für gesetz-
Vertretungsmacht auf einen Gesellschafter) setzliche Vertreter liche Vertreter bei
ist möglich. Bei der GbR liegt eine o ge- bei natürlichen juristischen
samtschuldnerische Haftung der Gesellschaf- Personen Personen
ter für die Gesellschaftsverbindlichkeiten
vor. Auch hier ist eine vertragliche Ein- Eltern (gemeinsam) Geschäftsführer einer
schränkung möglich. Diese muss jedoch bei nicht volljähri- Gesellschaft mit be-
nach außen deutlich erkennbar sein (GbR mit gen Personen schränkter Haftung
beschränkter Haftung).
Vormund bei Vorstand einer
Gesellschaft für Zahlungssysteme Waisen Aktiengesellschaft
(GZS), o Gesellschaft mit beschränkter
Haftung zur Wahrnehmung bestimmter bank-
technischer Aufgaben. Die GZS befasst sich gesetzliches Zahlungsmittel, offizielle
hauptsächlich mit der Abwicklung von Um- Währung eines Landes. Für g.Z. besteht
sätzen, die mit einer o Kreditkarte oder Annahmezwang seitens des Gläubigers. –
Bank- bzw. Sparkassenkarte (o EC-Service) Vgl. auch o Geld.
getätigt wurden. Die GZS gehört seit 2006
zur o First Data International. gesetzliche Verzugszinsen, Zinssatz, der
nach § 288 BGB zur Anwendung kommt,
Gesellschaft mit beschränkter Haftung wenn ein Schuldner mit seiner Zahlung in
(GmbH), o juristische Person des privaten Verzug ist und kein vertraglicher Verzugszins
Rechts. Die GmbH kann durch eine oder vereinbart wurde. Im Rahmen der g.V. kann
mehrere Personen gegründet werden. Das ein Gläubiger einen Zinssatz in Rechnung
Kapital (Stammkapital) beträgt mindestens stellen, der 5 Prozentpunkte über dem o Ba-
25.000 Euro. Falls mehrere Gründungsmit- siszinssatz liegt.
glieder existieren, muss die Mindeststamm- Gesetz über das Aufspüren von Ge-
einlage 100 EUR betragen. Die Gesellschaf- winnen aus schweren Straftaten, pra-
Gesetz über das Kreditwesen (KWG) 106

xisübliche Bezeichnung: Geldwäschegesetz men, zum Verbot des Insiderhandels (o In-


(GWG). Das G. verpflichtet Kreditinstitute sidergeschäfte) und zur Markttransparenz
im Bargeldverkehr zur Identifizierung von (z.B. o Ad-hoc-Publizität). Zur Wahrung von
Kunden anhand eines Personalausweises Markttransparenz und zur Aufdeckung von
oder eines Reisepasses, zur Feststellung des Insiderverstößen müssen alle Börsentransak-
wirtschaftlich Berechtigten einer Transakti- tionen der o Bundesanstalt für Finanzdienst-
on, zur Aufzeichnung und Aufbewahrung der leistungsaufsicht gemeldet werden, wo eine
Identifizierungsdaten sowie zur Anzeige an systematische Auswertung der entsprechen-
die Staatsanwaltschaft, wenn ein Verdacht den Daten erfolgt.
auf Geldwäsche besteht. Zweck des G. ist es
zu verhindern, dass Gelder aus Straftaten Gesetz über die Kapitalanlagegesell-
(z.B. Drogenhandel) in den legalen Wirt- schaften (KAGG), alte Bezeichnung für
schaftskreislauf eingeschleust werden. Gene- das o Investmentgesetz.
rell sind Kreditinstitute verpflichtet, bei der
Entgegennahme (Annahme) von Bargeld, Gesetz zur Förderung der Steuerehr-
Wertpapieren oder Edelmetallen im Wert von lichkeit und Steuergerechtigkeit, seit
15.000 Euro oder mehr den Kunden zu iden- dem 1.4.2005 gültige Rechtsvorschrift, die
tifizieren. Auch bei geringeren Beträgen allen Finanzämtern sowie Sozialämtern, Ar-
besteht eine entsprechende Pflicht, sofern beitsagenturen, Familienkassen und BAföG-
Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass zwi- Ämtern einen automatisierten Abruf von
schen verschiedenen Transaktionen eine Kontoinformationen (Konto-/Depotnummer,
Verbindung besteht. und die Gesamtsumme Tag der Einrichtung des Kontos/Depots,
mindestens 15.000 Euro beträgt (sog. o Verfügungsberechtigte, aber keine Kontoum-
Smurfing). Ist der Kunde bereits aus einer sätze bzw. Kontostände) erlaubt. Vorausset-
anderen Geschäftsbeziehung bekannt (z.B. zung für die Anfrage ist eine Versicherung
als Inhaber eines Girokontos), muss das der jeweiligen Behörde, dass eigene Ermitt-
Kreditinstitut den Namen des Kunden mit lungen nicht zum Ziel geführt haben oder
dem Vermerk „persönlich bekannt“ kenn- keinen Erfolg versprechen. Das Gesetz stellt
zeichnen. Darüber hinaus müssen Kreditin- nach Auffassung vieler Kritiker eine weitere
stitute Konten und Transaktionen ihrer Kun- Aufweichung des Bankgeheimnisses dar. –
den laufend überwachen. Besondere Auf- Vgl. auch o Bankgeheimnis.
merksamkeit ist z.B. geboten bei Kunden, die
ihre Geschäfte unter ungewöhnlichen Um- Gesetz zur Unternehmensintegrität
ständen ausführen oder deren Geschäfte stark und Modernisierung des Anfechtungs-
auf Bargeldzahlungen ausgerichtet sind. rechts, o UMAG.

Gesetz über das Kreditwesen (KWG), Gewährträgerhaftung, Bezeichnung im


„Grundgesetz“ für Kreditinstitute. Das KWG Zusammenhang mit öffentlich-rechtlichen
soll ein funktionsfähiges Geld- und Kredit- Unternehmen. Er beschreibt die Haftung des
wesen sicherstellen sowie Gläubiger vor Ver- Trägers eines öffentlich-rechtlichen Unter-
mögensverlusten schützen. Wichtige Rege- nehmens (Stadt, Kreis, Bundesland etc.) für
lungen des KWG betreffen die Festlegung die Verbindlichkeiten des Unternehmens. Für
dessen, was als o Kreditinstitut oder als o Sparkassen und o Landesbanken wurde
o Finanzdienstleistungsinstitut bezeichnet die G. ebenso wie die ähnlich wirkende
werden kann, die Regelungen zur Banken- o Anstaltslast 2005 abgeschafft.
aufsicht durch die o Bundesanstalt für Fi-
nanzdienstleistungsaufsicht sowie die Bedin- Gewerbe, Voraussetzung für den Erwerb
gungen zur Gründung von Kreditinstituten der Kaufmannseigenschaft eines o Ist-
bzw. Finanzdienstleistungsinstituten. Kaufmanns nach dem HGB. Der Ist-
Kaufmann ist eine Person, die ein Handels-
Gesetz über den Wertpapierhandel gewerbe betreibt. Voraussetzung für ein G. ist
(WpHG), Gesetz zur Förderung der Attrakti- eine nach außen erkennbare, dauerhafte,
vität und Wettbewerbsfähigkeit deutscher selbstständige Tätigkeit mit Gewinnerzie-
Finanzmärkte. Das WpHG enthält Regelun- lungsabsicht. Ausgenommen von den Rege-
gen zum Anlegerschutz, (z.B. Verhaltensre- lungen zum G. sind freie Berufe (Ärzte,
geln für Wertpapierdienstleistungsunterneh- Rechtsanwälte, Notare etc.) sowie künstleri-
107 Gläubigerschutz

sche, wissenschaftliche und Land-/Forst- Beispiel: Überweisungsauftrag des Kunden


wirtschaftliche Berufe. einer Düsseldorfer Sparkasse zu Gunsten des
Kunden einer Münchener Großbank. Die
Gewinnanteilsschein, o Kupon. Verrechnung über die G. von Sparkasse und
Großbank könnte wie folgt erledigt werden:
Gewinnaufspürgesetz, o Gesetz über das Sparkasse in direkte Konto-
Düsseldorf verbindung
Aufspüren von Gewinnen aus schweren
Straftaten.
Westdeutsche Landes-
Gewinnrücklagen, o Rücklagen. bank Düsseldorf

Übertragung
Gewinnschuldverschreibung, Sonder-
innerhalb des
form einer o Anleihe. Bei einer G. wird das Gironetzes der
Gläubigerrecht des Inhabers mit dem beding- Sparkassen/
ten Recht eines Aktionärs auf Gewinnaus- Landesbanken
schüttung verknüpft. Eine G. beinhaltet i.d.R. Bayerische Landes-
eine feste Grundverzinsung und eine Zusatz- desbank München
verzinsung, die nur gewährt werden kann,
wenn die gezahlte Dividende an die Aktionä- Überleitung in
re eine in den Bedingungen der G. festgelegte das Gironetz
Höhe überschreitet. Eine G. kann allerdings der Großbank
auch ohne Grundverzinsung und dann mit Großbank in München
entsprechend höherer (ungewisser) dividen-
denabhängiger Zusatzverzinsung ausgestattet Giropay, Bezahlverfahren für den Handel
sein. im Internet („Online-Shop“). Das G.-System
soll eine Bezahlung von Waren und Dienst-
Gewinnsparen, o Lossparen. leistungen im Internet ohne zusätzliche
Registrierung der Nutzer ermöglichen.
Gewinn pro Aktie, o Earnings per Share.
Girosammelverwahrung (GS-Verwah-
GEX, Abk. für German Entrepreneurial In- rung), Verwahrungsart, bei der eigene Wert-
dex; Aktienindex (o Index) der o Deutschen papiere eines Kreditinstitutes und Wertpapie-
Börse AG zur Messung der Wertentwicklung re seiner Kunden in Form eines o Sammel-
mittelständischer deutscher Unternehmen. bestandes durch eine Wertpapiersammelbank
(in Deutschland: Clearstream Banking AG)
gezeichnetes Kapital, andere Bezeich- erfasst werden. Die G. ist Voraussetzung für
nung für das Grundkapital einer o Aktienge- die Durchführung des stückelosen o Effek-
sellschaft. tengiroverkehrs.

Girocard, neue Bezeichnung für die o EC- Girovertrag, o Überweisungsgesetz.


Karte. Die G. wird zukünftig auslaufende
EC-Karten nach und nach ersetzen. Girozentrale, Zusatzbezeichnung für die
o Landesbanken. Die Zusatzbezeichnung ist
Girokonto, laufendes Konto (o Kontokor- darauf zurückzuführen, dass die Landesban-
rent). ken für ihre angeschlossenen Sparkassen
weitgehende Dienstleistungen im Zusam-
Gironetze, System von Verrechnungsmög- menhang mit der Abwicklung des bargeldlo-
lichkeiten im bargeldlosen Zahlungsverkehr. sen Zahlungsverkehrs anbieten.
G. werden von Kreditinstituten, Postbanknie-
derlassungen und der o Deutschen Bundes- Gläubigereffekten, Sammelbezeichnung
bank unterhalten. Der Betreiber eines G. für Wertpapiere, die Gläubigerrechte verbrie-
versucht grundsätzlich Buchgeldbestände fen. – Vgl. auch o Anleihe.
möglichst lange im „hauseigenen“ Netz zu
halten. So bleibt die Liquiditätsausstattung Gläubigerschutz, Maßnahmen bzw. Insti-
der entsprechenden Bankengruppe zumindest tutionen, die den Zweck verfolgen, Gläubiger
für einen kurzen Zeitraum erhalten. von Kreditinstituten („Sparer“) vor der Zah-
Globalabtretung 108

lungsunfähigkeit ihres Kreditinstitutes zu Durchführung des stückelosen o Effektengi-


bewahren bzw. im Falle der Zahlungsunfä- roverkehrs.
higkeit zu entschädigen. Der G. umfasst vor
allem die o Einlagensicherung und die Ein- GmbH, Abk. für o Gesellschaft mit be-
haltung rechtlicher Schutzvorschriften wie schränkter Haftung.
z.B. o Mindestreserve bzw. die von der
o Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs- GmbH u. Co KG, o Kommanditgesell-
aufsicht erlassenen o Grundsätze über die schaft, deren Vollhafter eine o Gesellschaft
Eigenmittel und die Liquidität der Institute. mit beschränkter Haftung (GmbH) ist. Da
auch bei der GmbH lediglich die Gesell-
Globalabtretung, Globalzession; o Ab- schaft mit ihrem Geschäftsvermögen haftet,
tretung mehrerer Forderungen zur Besiche- existiert bei der GmbH u. Co. KG keine
rung eines Kredites. – Beispiel: Zur Absiche- Haftung durch das Vermögen einer Privat-
rung einer Kreditforderung von 100.000 person.
Euro lässt sich die X-Bank von ihrem Kun-
den, der Y-GmbH, Forderungen in Höhe von Going Public, Börsengang einer o Aktien-
120.000 Euro abtreten. Die Y-GmbH tritt lt. gesellschaft (AG). Börseneinführungen kön-
G.-Vertrag sämtliche bestehenden und zu- nen z.B. durch Umwandlung eines Unter-
künftigen Forderungen gegenüber ihrem nehmens von einer anderen Rechtsform in
Kundenkreis mit den Anfangsbuchstaben A eine AG oder durch Börsenzulassung von
bis H ab. Mit Vertragsabschluss gehen die Aktien erfolgen, die bisher noch nicht bör-
bestehenden Forderungen bereits auf die X- senmäßig notiert waren (Aktien im Famili-
Bank über; die zukünftigen Forderungen sind enbesitz, Aktien im Besitz des Bundes etc.).
im Augenblick ihres Entstehens abgetreten. Im Zusammenhang mit der wachsenden Zahl
Die Y-GmbH reicht ihrer Bank regelmäßig potenzieller Aktienanleger erhält das G.P. für
sogenannte Debitorenlisten ein, aus denen Unternehmen eine immer größere Bedeutung
die Einzelforderungen hervorgehen. Da diese für die Beschaffung von o Eigenkapital.
lediglich der Kontrolle dienen und rechtlich
für die G. nicht notwendig sind, haben sie Gold, o Edelmetalle.
deklaratorischen (rechtsbekundenden) Cha-
rakter. Im Gegensatz zur G. steht die (in der goldene Bankregel, goldene Bilanzregel;
Praxis jedoch nicht mehr bedeutsame) Kon- Finanzierungsregel für Kreditinstitute, die
struktion der o Mantelabtretung. besagt, dass langfristig angelegtes Vermögen
(z.B. langfristige Kredite an Kunden) auch
Globalisation, Globalisierung im Kredit- langfristig (z.B. durch Spareinlagen) finan-
wesen. Die G. ist vor allem an folgenden ziert sein muss. Die G.B. wird in der Bank-
Trends erkennbar: 1. Verlagerung der Ge- praxis jedoch nicht in dieser strikten Form
schäftstätigkeit, z.B. Abkehr vom herkömm- angewendet. Vielmehr sind Kreditinstitute in
lichen Kreditgeschäft und Hinwendung zu Grenzen fähig, langfristige Vermögensanla-
einer wertpapierverbrieften Ausstattung von gen auch über Mittel mit einer kürzeren
(Groß-)Unternehmen mit Finanzierungsmit- Laufzeit zu refinanzieren. Bei Fälligkeit
teln (o Investment Banking). – 2. Zuneh- dieser Mittel ist dann jedoch eine Anschluss-
mende Internationalisierung durch Integrati- finanzierung durchzuführen. Es findet auf
on nationaler Finanzmärkte in internationale diese Weise eine o Fristentransformation
Finanzmärkte (z.B. Schaffung des Eurowäh- statt, die für Kreditinstitute vorteilhaft ist, da
rungsraums, europaweite Börsenzusammen- kurzfristige Finanzierungsmittel i.d.R. gerin-
schlüsse wie o Eigenkapital) ger verzinslich sind als langfristige (normale
Zinsstruktur. – Gegensatz: o inverse Zins-
Globalurkunde, Wertpapierurkunde, in der struktur. – Durch Fristentransformation steigt
mehrere Wertpapiere derselben Art verbrieft die Marge der Kreditinstitute zwischen Refi-
werden. So können z.B. 10 Mio. X-Aktien nanzierungskosten und Zinserträgen aus dem
im o Nennwert von je 1 Euro zu einer einzi- Aktivgeschäft (Kreditgeschäft). Die G.B.
gen G. im Gesamtnennwert von 10 Mio. Euro findet indirekt ihren Niederschlag im Grund-
zusammengeführt werden. Die Form der G. satz II der o Grundsätze über die Eigenmittel
ist eine wesentliche Erleichterung bei der und die Liquidität der Institute der o Bun-
desanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.
109 Grundbuch

goldene Bilanzregel, o goldene Bankre- Großbanken, Bezeichnung in den Banken-


gel. statistiken der o Deutschen Bundesbank.
Unter G. fasst die Deutsche Bundesbank die
Goldparität, Währungskurssystem, bei dem Deutsche Bank, Dresdner Bank, Commerz-
eine heimische Währung in einem festen bank und Bayerische Hypo- und Vereinsbank
Verhältnis zu einer bestimmten Goldmenge zusammen.
steht. Eine G. wurde früher häufig zur Stabi-
lisierung von Währungen oder Währungssys- Großbetrag-Scheckeinzug (GSE), Ver-
temen festgelegt; sie ist heute nicht mehr von fahren zum Einzug von Schecks ab 6.000
Bedeutung, da andere Stabilisierungsmög- Euro. Beim GSE werden (wie auch bei
lichkeiten (z.B. o Currency Board oder die Schecks unter 6.000 Euro im o beleglosen
konsequente Durchführung von o geldpo- Scheckeinzugsverfahren) die Scheckdaten in
litischen Operationen) effektiver sind. Datensätze umgewandelt und die Scheckge-
genwerte beleglos verrechnet. Der Scheck
Goldzertifikat, o Investmentzertifikat, das selbst wird beim GSE jedoch „körperlich“,
einen Anspruch auf eine bestimmte Menge also beleghaft, dem bezogenen Kreditinstitut
Gold verbrieft. vorgelegt, um eine Prüfung der Unterschrift
des Ausstellers und der Echtheit des Schecks
Gratisaktie, praxisüblicher Ausdruck für zu gewährleisten. Im Falle der Nichteinlö-
eine o Berichtigungsaktie. sung des Schecks kann das bezogene Kredit-
institut den lt. Scheckgesetz vorgeschriebe-
Grauer Kapitalmarkt, Kapitalmarkt, der nen o Vorlegungsvermerk anbringen, der
keiner staatlichen Aufsicht unterliegt. Auf dem Scheckeinreicher dann die Möglichkeit
dem G.K. werden z.B. Beteiligungen an eröffnet, einen Scheckprozess (o Urkunden-
Feriensiedlungen oder hoch spekulative Un- prozess) gegen den Scheckaussteller zu füh-
ternehmensbeteiligungen gehandelt. ren. Das Verfahren des o ISE wird zukünftig
das GSE-Verfahren ablösen.
Grauer Markt, „Handel per Erscheinen“.
Vor dem eigentlichen Börsengang eines Großkredit, Bezeichnung des KWG für
Wertpapiers kann dieses bereits über die Kredite, die 10% des o haftenden Eigenkapi-
Makler gehandelt werden. Der G.M. stellt vor tals eines Kreditinstitutes übersteigen. Die
allem bei neuen Aktien ein wichtiges Indiz Gewährung eines G. ist gem. KWG nur unter
für die zu Beginn des offiziellen Handels zu bestimmten Bedingungen (z.B. einstimmiger
erwartende Kursentwicklung dar, da neue Beschluss aller Gesellschafter) möglich.
Aktien heutzutage i.d.R. im Bookbuilding-
verfahren emittiert werden, bei dem kein Grundakte, Sammlung von Urkunden und
fester Preis, sondern nur eine Preisspanne vor Protokollen, die sich auf ein bestimmtes
dem Erscheinen festgelegt wird (o Emissi- Grundstück beziehen. Die G. enthält au-
on). Wird diese Spanne z.B. mit 25–30 Euro ßerdem eine Kopie des entsprechenden
festgelegt und liegt der Preis im G.M. bei 40 o Grundbuchblattes.
Euro, sind für die Zeichner dieser Aktie, die
bei Erscheinen eine Zuteilung erhalten, kurz- Grundbuch, Verzeichnis aller Grundstücke
fristige Zeichnungsgewinne sehr wahrschein- eines Amtsgerichtsbezirkes. Das G. genießt
lich. öffentlichen Glauben, d.h. ein Leser kann
sich auf die Richtigkeit einer G.-Eintragung
Greenshoe, Mehrzuteilungsreserve beim berufen. Ausgenommen sind hierbei die
Bookbuildingverfahren. Der G. ermöglicht Angaben zu Größe, Lage und Nutzungsart
dem konsortialführenden Kreditinstitut eine des Grundstücks. Für diese Angaben genießt
höhere Zuteilung von Aktien für die Zeichner das im o Katasteramt geführte Kataster
als ursprünglich geplant. Er dient so als öffentlichen Glauben. Zur Einsicht in das G.
Instrument zur Stabilisierung eines durch ist ein berechtigtes Interesse nachzuweisen.
sehr großes Anlegerinteresse in die Höhe So haben z.B. Kreditinstitute bei der Finan-
getriebenen Kurses für die neuen Aktien. – zierung eines Bauvorhabens ein Recht auf
Vgl. auch o Emission. Einsicht in das G.
Grundbuchbezirk 110

Grundbuchbezirk, andere Bezeichnung für der o Bundesanstalt für Finanzdienstleis-


o Gemarkung. tungsaufsicht zur konkreten Ausgestaltung
allgemeiner Regelungen des o Gesetzes über
Grundbuchblatt, Aufzeichnung aller recht- das Kreditwesen (KWG). Der Grundsatz I
lich relevanten Tatbestände im Zusammen- regelt die Erfassung von Risiken aus Fremd-
hang mit einem Grundstück. Das G. enthält währungspositionen (o offene Position) so-
eine Aufschrift (Amtsgerichtsbezirk, Band- wie das Verhältnis zwischen dem o haften-
Nummer, Blatt-Nummer), ein Bestandsver- den Eigenkapital und den Aktiva eines Kre-
zeichnis (Kennzeichnung von Größe, Lage ditinstitutes; er besagt, dass das haftende
und Nutzungsart des Grundstücks) und drei Eigenkapital mindestens 8% der gewichteten
Abteilungen. In der ersten Abteilung sind Aktiva betragen muss (Solvabilitätskoeffi-
Angaben zum Eigentümer enthalten; die zient). – Beispiel: Ein Kreditinstitut hat
zweite Abteilung führt Lasten und Beschrän- Kredite an Kunden in Höhe von 200 Mio.
kungen des Grundstücks auf (z.B. o Grund- Euro gewährt; die Kredite an andere Kredit-
dienstbarkeit); in der dritten Abteilung wer- institute (z.B. von diesen Kreditinstituten
den o Grundpfandrechte aufgeführt. o aufgenommene Gelder) betragen 400 Mio.
Euro. Kundenkredite werden mit 100%, Kre-
Grunddienstbarkeit, Belastung eines dite an andere Kreditinstitute aufgrund ihres
Grundstücks in der Weise, dass der jeweilige geringeren Risikos mit 20% gewichtet. Es
Eigentümer eines anderen Grundstückes be- ergeben sich also 200 + 80 = 280 Mio. Euro.
stimmte Rechte an dem belasteten Grund- Falls die Summe anderer gewichteter Aktiva
stück hat. Da das Recht nicht nur an eine (z.B. Wertpapieranlagen etc.) weitere 400
bestimmte Person gebunden ist, kann es Mio. Euro beträgt, verfügt das Kreditinstitut
vererbt oder veräußert werden. Eine G. wird über 680 Mio. Euro risikogewichteter Aktiva.
in der zweiten Abteilung des für das belastete Folglich muss es zum Betrachtungszeitpunkt
Grundstück („dienendes“ Grundstück) ausge- (täglich bei Geschäftsabschluss) ein haften-
fertigten o Grundbuchblattes eingetragen. des Eigenkapital von mindestens 54,4 Mio.
Beispiele für eine G. sind Wegerecht (Recht, Euro (8% von 680 Mio. Euro aufweisen.
das dienende Grundstück überqueren zu Nach den Regelungen zu „Basel II“ müssen
dürfen) oder Unterlassungsrechte (z.B. Ver- die Kreditinstitute seit 2007 bei der Gewich-
bot bestimmter Gewerbebetriebe auf dem tung ihrer Aktiva noch differenzierter verfah-
dienenden Grundstück). Im Gegensatz zur G. ren. Das Gewicht und damit die Höhe des zu
können Rechte am dienenden Grundstück unterlegenden Eigenkapitals sind dann von
auch an eine bestimmte Person gebunden einem bankinternen oder einem externen
sein. In diesem Fall handelt es sich um eine o Rating des jeweiligen Kunden abhängig. –
o beschränkt persönliche Dienstbarkeit. Der Grundsatz II regelt das Verhältnis kurz-
fristiger Zahlungsmittel bzw. Aktiva (Lauf-
Grunderwerbsteuer, vom Käufer eines zeit bis zu einem Jahr, z.B. Kassenbestand,
Grundstücks zu zahlende Steuer, die z.Zt. Guthaben bei der o Deutschen Bundesbank,
3,5% des Kaufpreises beträgt. kurzfristige Forderungen an Kunden) zu
kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen (z.B.
Grundkapital, Bezeichnung für das in Einlagen auf Girokonten). Dieses Verhältnis
Aktien zerlegte Kapital einer o Aktiengesell- wird am Ende eines Kalendermonats festge-
schaft. stellt. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleis-
tungsaufsicht geht davon aus, dass die Liqui-
Grundpfandrechte, Sammelbegriff für dität eines Kreditinstitutes als ausreichend
Belastungen eines Grundstückes in der Wei- anzusehen ist, wenn dieses Verhältnis min-
se, dass eine begünstigte Person aus dem destens 1 : 1 beträgt. Durch den Grundsatz II
Grundstück eine Geldsumme fordern kann. ergibt sich automatisch eine Aussage über die
Unter die G. fallen o Hypothek, o Grund- langfristige Finanzierung von langfristigen
schuld und o Rentenschuld, wobei in der Vermögensanlagen. – Vgl. auch o goldene
Praxis der Grundschuld die größte Bedeu- Bankregel.
tung zukommt.
Grundschuld, Belastung eines Grundstücks
Grundsätze über die Eigenmittel und in der Weise, dass ein Begünstigter (Grund-
die Liquidität der Institute, Vorschriften schuldgläubiger) die Zahlung eines Geldbe-
111 Günstigerprüfung

trages aus dem Grundstück verlangen kann. freundlich“, da bei einem Gläubigerwechsel
Der Gläubiger kann den Geldbetrag nach (z.B. Wechsel des finanzierenden Kreditinsti-
einer festgelegten Kündigungsfrist geltend tutes bei Grundstücksverkauf) eine Übertra-
machen; ihm steht dabei eventuell auch eine gung der G. durch schriftliche o Abtretung
mit der G. eingetragene Verzinsung (dingli- der dinglichen Forderung und Briefübergabe
cher Zins) zu. Zur Begleichung der Schuld auch ohne Eintragung des neuen Gläubigers
können z.B. die Erträge des Grundstücks in das Grundbuch möglich ist.
(Mieteinnahmen etc.) verwendet werden. –
Diese Grundform einer G. ist in der Praxis Grundschuldbrief, vom Grundbuchamt im
nur selten anzutreffen. Für Kreditinstitute Zusammenhang mit der Eintragung einer
kommt die sicherungsweise G. (Sicherungs- o Briefgrundschuld ausgestellte Urkunde mit
G.) zur Anwendung, bei der eine kreditge- Wertpapiercharakter, die als Mindestbestand-
währende Bank oder Sparkasse sich als teile den Geldbetrag der Grundschuld und
Grundschuldgläubiger in das o Grundbuch das belastete Grundstück enthält sowie mit
eintragen lässt. Dem Kreditinstitut haftet Unterschrift und Siegel bzw. Stempel verse-
dann der Kreditnehmer aus dem Darlehen hen sein muss. Die Geltendmachung des An-
sowie das Grundstück aus der G. (bis zur spruchs aus der zugrunde liegenden Grund-
Höhe der G.-Summe zuzüglich dinglichem schuld oder die Übertragung des Grund-
Zins), falls das Darlehen nicht zurückgezahlt schuldanspruchs setzen die Vorlage des G.
wird. Der Bezug zwischen G. und Darlehens- voraus.
vertrag (Kreditvertrag) wird durch eine
Sicherungszweckerklärung (Sicherungsabre- Grundzulage, o Altersvorsorgezulage.
de) hergestellt, in der Kreditinstitut und
Kunde vereinbaren, dass die Grundschuld GSE, Abk. für den o Großbetrags-Scheck-
nur zur Sicherung des Kredites verwendet einzug.
werden kann. Das Kreditinstitut darf also
höchstens den noch ausstehenden Kreditbe- GS-Verwahrung, Abk. für o Girosammel-
trag zuzüglich der in diesem Vertrag verein- verwahrung.
barten Zinsen und evtl. weiteren Kosten aus
der G. fordern. Die G. ist damit nicht formal Gültigkeit von Wertpapieraufträgen,
rechtlich an den Kredit gebunden (also nicht wichtige Regelung der zwischen Kunde und
akzessorisch); es besteht eine wirtschaftliche Kreditinstitut bei Wertpapiergeschäften zu
Bindung. Die G. genießt in der Praxis eine vereinbarenden o Sonderbedingungen für
höhere Bedeutung als die (akzessorische) Wertpapiergeschäfte. Nach diesen Sonderbe-
Hypothek, da eine G. im Gegensatz zur Hy- dingungen sind (sofern keine anders lautende
pothek ohne weitere Änderungen bestehen Kundenweisung vorliegt) preislich nicht
bleiben kann, falls das Kreditinstitut ein limitierte Kundenaufträge nur am Tag ihrer
Darlehen aufstockt oder ein zusätzliches Erteilung gültig. Limitierte Aufträge bleiben
Darlehen gewährt. – Durch Eintragung einer bis zum letzten Geschäftstag des Auftrags-
Zwangsvollstreckungsklausel unterwirft sich monats gültig, wobei limitierte Aufträge, die
ein Kreditnehmer bei der Bestellung einer G. zum letzten Geschäftstag eingehen und an
sofort einer o Zwangsvollstreckung, sofern diesem Tag nicht mehr ausgeführt werden
der Kredit nicht zurückgezahlt wird. Auf- können, für den gesamten nächsten Monat
grund dieser schnellen Verwertungsmöglich- gelten. Findet eine Dividendenzahlung oder
keit bevorzugen Kreditinstitute Grundschul- ein o Bezugsrechtshandel während der Gel-
den mit Zwangsvollstreckungsklauseln, die tungsdauer eines limitierten Auftrags statt, so
nur bei o öffentlicher Beurkundung wirksam wird der Auftrag gelöscht.
sind. – Eine G. wird durch Eintragung in das
Grundbuch dokumentiert. Zusätzlich ist es Günstigerprüfung, Verfahren bei dem
möglich, einen o Grundschuldbrief ausstel- staatlich geförderten Altersvorsorgeinstru-
len zu lassen. Wird kein Brief ausgestellt, ment o Riester-Vertrag. Da Aufwendungen
erhält die G. bei der Eintragung ins Grund- zur Altersvorsorge steuerlich als o Sonder-
buch einen entsprechenden Zusatz („ohne ausgaben absetzbar sind, prüft das Finanzamt
Brief“, „brieflos“ etc.) Die Briefausstellung im Rahmen eines Einkommensteuerbeschei-
ist zwar mit höheren Kosten verbunden; des, ob sich der Sonderausgabenabzug güns-
Briefgrundschulden sind jedoch „verkehrs- tiger auswirkt als die gewährte o Altersvor-
Gütergemeinschaft 112

sorgezulage. Ist dies der Fall, erstattet das gutgläubiger Eigentumserwerb, Rechts-
Finanzamt die Differenz. wirksame Übertragung des o Eigentums an
einer Sache durch eine nicht berechtigte
Gütergemeinschaft, o Güterstand. Person. Verleiht z.B. die Person A eine Sache
an Person B, so ist B zur Rückgabe der Sa-
Güterrechtsregister, Verzeichnis der Ehe- che verpflichtet. Verkauft B jedoch wider-
leute, die den o Güterstand der Gütertren- rechtlich diese ihm nicht gehörende Sache an
nung oder Gütergemeinschaft vereinbart C, kann das Eigentum rechtswirksam auf C
haben. Die Eintragung in das G. ist nicht übertragen werden, sofern C nicht weiß, dass
zwingend vorgeschrieben. B nicht der Eigentümer ist. C ist dann gut-
gläubig. A verliert so sein Eigentum, kann
Güterstand, Regelung der Vermögens- und jedoch von B Schadenersatz verlangen, da
Einkommensverhältnisse in einer Ehe. Ge- B gegen den Leihvertrag verstoßen hat. Der
setzlicher G. (ohne besondere Vereinbarung g.E. ist nicht möglich, wenn die Sache dem
zwischen den Ehepartnern) ist die o Zuge- rechtmäßigen Eigentümer gestohlen wurde
winngemeinschaft. Beim G. der Gütertren- oder wenn sie ihm abhanden kam. Bei ge-
nung wird durch o öffentliche Beurkundung stohlenem Geld, bei o Inhaberpapieren und
genau festgehalten, welchem Ehepartner öffentlich ersteigerten Sachen ist allerdings
welches Vermögen gehört. Dadurch besteht ein Eigentumserwerb durch einen gutgläu-
die Möglichkeit, Gläubiger vom Zugriff auf bigen Dritten wieder möglich.
bestimmte Vermögensteile auszuschließen,
wenn diese dem nicht haftenden Ehepartner Gutschrift Eingang vorbehalten (Gut-
zustehen. – Die dritte Form zur Regelung des schrift E.v.), o e.V.
G., die Gütergemeinschaft, hat in der Praxis
keine große Bedeutung. Hier werden An- GWG, Abk. für Geldwäschegesetz. Praxisüb-
fangsvermögen und Zugewinn der Ehe ge- liche Bezeichnung für das o Gesetz über das
meinsames Vermögen der Ehepartner. Verfü- Aufspüren von Gewinnen aus schweren
gungen über dieses Vermögen sowie ein Straftaten.
eventueller Ausgleich bei Scheidung werden
vertraglich geregelt. GZS, Abk. für die o Gesellschaft für Zah-
lungssysteme.
Gütertrennung, o Güterstand.
H
Haben. 1. Bezeichnung der rechten Seite von o Dividenden und Kursgewinnen aus
eines Kontos in der Buchführung. Dabei Aktien. Nach diesem Verfahren war nur die
erfasst die Habenseite bei einem Aktivkonto Hälfte des Dividendenertrags steuerpflichtig.
Minderungen sowie den Endbestand, bei Vom H. waren nicht nur Dividendenerträge
einem Passivkonto den Anfangsbestand so- betroffen, sondern auch Gewinne und Ver-
wie Mehrungen und bei Erfolgskonten Erträ- luste, die aus Aktiengeschäften innerhalb
ge. – 2. Bei Bankgeschäften aus Sicht des eines Jahres realisiert wurden. Diese Speku-
Kunden gleichbedeutend mit Guthaben. – lationsgewinne stellten nur zur Hälfte steuer-
Vgl. auch o Habensaldo. pflichtige Einkünfte dar; andererseits wurden
aber auch Spekulationsverluste halbiert und
Habensaldo. 1. Wertmäßiger Überhang der konnten daher nur zur Hälfte mit Spekulati-
Buchungen auf der Habenseite gegenüber onsgewinnen verrechnet werden. – Zur
den Buchungen auf der Sollseite eines Kon- Neuregelung der Besteuerung von Dividen-
tos. – 2. Aus der Sicht eines Bankkunden den und Spekulationsgewinnen seit 1.1.2009
stellt ein ihm mitgeteilter H. ein Guthaben vgl. o Dividendenbesteuerung sowie o
(also eine Forderung an sein Kreditinstitut) Spekulationsgeschäft.
dar.
Halbjahrescoupon. 1. Ausstattungsmerk-
Habenzinsen, Zinsen, die von Kreditinsti- mal eines o festverzinslichen Wertpapiers,
tuten für von Kunden überlassene Gelder das die halbjährlichen Zinszahlungen des
(z.B. o Spareinlagen, o Termineinlagen) ge- Papiers kennzeichnet. – 2. Bezeichnung des
zahlt werden. – Gegensatz: o Sollzinsen. o Zinsscheines selbst, der zu dem angegebe-
nen Zinstermin den Anspruch auf Zahlung
haftendes Eigenkapital im Sinn des der Zinsen des vergangenen Halbjahres ver-
KWG, Bestandteil der Eigenmittel eines brieft.
Kreditinstituts nach dem KWG. Das h.E.
setzt sich aus dem o Kernkapital und (in Halbjahresgeld, o Termingeld mit halb-
begrenztem Umfang) dem o Ergänzungs- jähriger Laufzeit im Interbankenhandel am
kapital unter Berücksichtigung bestimmter o Geldmarkt.
Abzugsbeträge zusammen. Neben dem h.E.
sind die o Drittrangmittel weiterer Bestand- Handelsbuch, Gesamtheit der Wertpapier-
teil der Eigenmittel eines Kreditinstituts. geschäfte bzw. Geschäfte mit anderen Fi-
nanzinstrumenten eines Kreditinstituts oder
halbbare Zahlung, Zahlung, bei der Buch- eines o Finanzdienstleistungsinstituts im
geld (o Geld) durch Auszahlung von Konten Sinn des Kreditwesengesetzes (KWG), die
zu Bargeld bzw. Bargeld durch Einzahlung auf die Erzielung eines Handelserfolges ge-
auf Konten zu Buchgeld wird. Die Abwick- richtet sind (Eigenhandel der Institute). Das
lung von h.Z. erfolgt mittels o Barscheck H. dient der Erfassung und Bewertung von
oder o Zahlschein. Die h.Z kommt insbe- Risiken aus dem Eigenhandel.
sondere in denjenigen Fällen vor, in denen
nur einer der beiden an einem Zahlungsvor- Handelsbuchinstitut, Kreditinstitut oder
gang Beteiligten über eine Kontoverbindung o Finanzdienstleistungsinstitut, das den Vor-
verfügt. schriften des Kreditwesengesetzes über das
o Handelsbuch unterliegt. Die Unterschei-
Halbeinkünfteverfahren, zum 31.12.2008 dung zwischen Handelsbuchinstitut und
abgeschafftes Verfahren für die Besteuerung Nichthandelsbuchinstitut ist u.a. im Zusam-
Handelskreditbrief 114

menhang mit der Vergabe von Großkrediten Handelsregister, amtliches Verzeichnis der
von Bedeutung. Kaufleute eines Amtsgerichtsbezirks. Das H.
informiert die Öffentlichkeit über grundle-
Handelskreditbrief, o Commercial Letter gende Rechtsverhältnisse (z.B. Firma, Ge-
of Credit. schäftssitz, Vertretungsbefugnisse und teil-
weise Kapitalverhältnisse) der Unternehmen.
Handelsmakler, Makler, der gewerbsmäßig Jeder hat ein Recht auf Einsichtnahme. Das
für andere Personen die Vermittlung von H. ist in zwei Abteilungen gegliedert: Abt. A
Handelsgeschäften (z.B. Waren-, Versiche- für o Einzelkaufleute und o Personenhan-
rungs-, Wertpapier- oder Devisengeschäfte) delsgesellschaften, Abt. B für o Kapital-
übernimmt, ohne damit von seinem jeweili- gesellschaften. Eintragungen in das H. kön-
gen Auftraggeber aufgrund eines entspre- nen deklaratorische oder konstitutive Wir-
chenden Vertragsverhältnisses ständig betraut kung haben. Eintragungen mit deklaratori-
zu sein. scher Wirkung (z.B. Erteilung oder Widerruf
einer o Prokura) bekunden lediglich einen
Handelsphasen (Eurex). Der Eurex-Han- bereits bestehenden Rechtszustand, Ein-
del (o Eurex) vollzieht sich in drei Phasen: tragungen mit konstitutiver Wirkung (z.B.
1. Pre-Trading (vorbörsliche Phase): Bör- Erwerb der o Rechtsfähigkeit einer Kapital-
senteilnehmer können Daten abrufen sowie gesellschaft) bewirken erst einen neuen
Aufträge und o Quotes in das Handelssys- Rechtszustand. Für Kreditinstitute hat das H.
tem eingeben, die jedoch auch noch geändert im Zusammenhang mit Kontoeröffnungen
oder gelöscht werden können. – 2. Trading für Firmenkunden (Prüfung der Existenz der
(börslicher Handel): Eigentliche Handelspha- Unternehmung und der Vertretungsbefugnis-
se, in der den Teilnehmern alle Handelsfunk- se) und bei Kreditgewährungen als eine von
tionen des Systems zur Verfügung stehen. mehreren Informationsquellen zur Beurtei-
Zueinander passende Aufträge und Quotes lung der o Kreditwürdigkeit Bedeutung.
werden durch das System laufend zusam-
mengeführt (Matching) und Abschlüsse Handelsüberwachungsstelle (HÜSt),
sofort bestätigt. – 3. Post-Trading (nachbörs- Organ zur Überwachung des Handels an der
liche Phase): Orders für den folgenden Han- Börse und der o Börsengeschäftsabwick-
delstag können eingegeben werden. Das lung. Die H. ist verpflichtet, Daten über den
System steht weiterhin für die Abfrage von Börsenhandel und die Geschäftsabwicklung
Informationen zur Verfügung. lückenlos und systematisch zu erfassen und
auszuwerten sowie ggfs. erforderliche Er-
Handelsrechnung, Dokument, das detail- mittlungen durchzuführen. Die H. ist der
lierte Informationen über ein bestimmtes Börsenaufsichtsbehörde (o Börsenaufsicht)
Warengeschäft beinhaltet. Im Einzelnen wer- gegenüber weisungsabhängig. Stellt die H.
den in der Regel u.a. der Preis, die Liefer- Verletzungen börsenrechtlicher Bestimmun-
bedingungen (o Incoterms), die Zahlungsbe- gen oder Missstände fest, die den ordnungs-
dingungen (ointernationale Zahlungsbedin- gemäßen Börsenhandel oder die Geschäfts-
gungen), die genaue Warenbezeichnung so- abwicklung beeinträchtigen können, so hat
wie das Transportmittel ausgewiesen. Die H. sie die Börsenaufsichtsbehörde und die
dient zum einen als Nachweis der vertragsge- o Börsengeschäftsführung zu unterrichten.
rechten Lieferung, bei Außenhandelsgeschäf-
ten zusätzlich auch als Unterlage für die Handelswechsel, o Wechsel, dem ein
Einfuhrprüfung und Verzollung. Erfolgt auf Waren- oder Dienstleistungsgeschäft zugrun-
Verlangen eines Importlandes eine Beglaubi- de liegt. – Gegensatz: o Finanzwechsel.
gung der Rechnung durch dessen Konsulat
oder die örtliche Industrie- und Handels- Handlungsvollmacht, handelsrechtliche
kammer, so spricht man von einer legalisier- Vollmacht, die zur Vornahme aller Geschäfte
ten Handelsrechnung. In der Bankpraxis ist und Rechtshandlungen berechtigt, die der
die H. als Inkasso- und Akkreditivpapier von Betrieb eines bestimmten Handelsgewerbes
Bedeutung (o Dokumenteninkasso, o Do- oder einzelne in einem bestimmten Handels-
kumentenakkreditiv). gewerbe vorkommende Tätigkeiten gewöhn-
lich mit sich bringen. Dazu gehören z.B. der
An- und Verkauf von Waren der jeweiligen
115 Haussier

Branche und bei Bankgeschäften die Verfü- überwiegenden Teil seiner Bankgeschäfte
gung über Kontoguthaben und eingeräumte abwickeln lässt. Die Hausbankfunktion ent-
Kredite. Nur mit entsprechender besonderer steht häufig erst durch ein langjähriges Ver-
Befugnis ermächtigt eine H. auch zur Veräu- trauensverhältnis zwischen Bank und Kun-
ßerung oder Belastung von Grundstücken, den, aus dem die Beteiligten sich einander
zur Eingehung von Wechselverbindlichkeiten verpflichtet fühlen.
(o Wechsel), zur Aufnahme von Darlehen
und zur Prozessführung. Eine H. kann aus- Haushaltsrechnung, Gegenüberstellung
drücklich oder auch stillschweigend erteilt der laufenden Einnahmen und Ausgaben ei-
werden. Sie wird nicht in das o Handels- nes privaten Haushalts. Die H. wird im Zu-
register eingetragen. Je nach Umfang der H. sammenhang mit der Kreditwürdigkeitsprü-
wird unterschieden zwischen einer Gesamt- fung (o Kreditwürdigkeit) bei einer Vergabe
vollmacht, die zu allen gewöhnlichen Rechts- von Krediten an Privatkunden aufgestellt. In
geschäften berechtigt, einer Artvollmacht, die der Regel erscheint eine Kreditgewährung
zu Rechtshandlungen innerhalb eines Teilbe- nur dann wirtschaftlich vertretbar, wenn als
reiches (z.B. Vollmacht eines Bankkassie- Differenz zwischen Einnahmen und Ausga-
rers) berechtigt und einer Einzelvollmacht, ben ein deutlicher Überschuss verbleibt. Im
die einmalig zur Vornahme eines bestimmten Fall einer positiven Kreditentscheidung kann
Rechtsgeschäfts erteilt wird. der ermittelte Überschuss als Anhaltspunkt
für die Höhe der monatliche Kreditrate die-
harte Währung, Bezeichnung einer unein- nen.
geschränkt konvertiblen Währung (o Kon-
vertibilität) mit langfristig stabilem Außen- Haussammelverwahrung, Form der
wert. H.W. dienen häufig als Währungsreser- o Sammelverwahrung von Wertpapieren, bei
ven anderer Länder und als Grundlage für der ein Kreditinstitut die ihm anvertrauten
Transaktionen im internationalen Zahlungs- Wertpapiere ungetrennt von eigenen Bestän-
verkehr. Länder mit h.W. werden als Hart- den oder Beständen Dritter im eigenen Haus
währungsländer bezeichnet. aufbewahrt, anstatt mit der Verwahrung eine
Wertpapiersammelbank (o Girosammelver-
Hauptkommissionsgeschäft (Wertpa- wahrung) zu beauftragen. Die H. setzt eine
piere), Kommissionsgeschäft (o Kommis- ausdrückliche, schriftliche Ermächtigung des
sionär), bei dem der Auftrag zum Kauf oder Hinterlegers für jedes einzelne Verwahrge-
Verkauf von Wertpapieren durch ein Kredit- schäft voraus. Die H. ist in der Praxis heute
institut übernommen und ausgeführt wird, kaum noch von Bedeutung.
das selbst an der Börse vertreten ist. Die
Einschaltung eines Zwischenkommissionärs Hausse, Bull Market, Bullenmarkt; Ent-
(o Zwischenkommissionsgeschäft) unter- wicklung an einer Börse, die über einen
bleibt. längeren Zeitraum durch steigende Kurse
gekennzeichnet ist. – Gegensatz: o Baisse.
Hauptrefinanzierungsinstrument,
ogeldpolitische Operationen. Hausse-Anleihe, o Indexzertifikat, dessen
Rückzahlungskurs in der Weise von der Ent-
Hauptversammlung, beschlussfassendes wicklung eines Aktienindex (o Index) ab-
Organ einer o Aktiengesellschaft und hängig ist, dass ihr Kurs sich mit steigendem
gleichzeitig Interessenvertretung der Aktio- Index erhöht und bei sinkendem Index fällt.
näre. Die H. entscheidet insbesondere über – Gegensatz: o Baisse-Anleihe.
die Verwendung des Bilanzgewinns, be-
schließt Kapitalmaßnahmen und Satzungsän- Hausse-Spekulation, Verhalten eines
derungen, wählt einen Teil der Aufsichts- Anlegers, der bei seinen Entscheidungen von
ratsmitglieder, erteilt Vorstand und Aufsichts- künftig steigenden Börsenkursen ausgeht und
rat Entlastung und fasst gegebenenfalls den daher insbesondere Käufe tätigt. Der Speku-
Beschluss zur Auflösung der Aktiengesell- lant ist o Haussier. – Gegensatz: o Baisse-
schaft. Spekulation.

Hausbank, Kreditinstitut, von dem ein Haussier, Bull; Investor, der bei seinen
Kunde (insbesondere ein Firmenkunde) den Anlageentscheidungen von künftig steigen-
HBCI 116

den Börsenkursen ausgeht. – Gegensatz: Schwelle) erreicht. Hebelzertifikate werden


o Baissier. an der Börse gehandelt.

HBCI, Abk. für o Home Banking Computer Hedge Fonds, besondere Form eines o In-
Interface. vestmentfonds, bei dem das Fondsvermögen
überwiegend in hochspekulativen Finanzin-
Hebelwirkung bei Optionsscheinen strumenten (z.B. o Optionen, o Futures)
(Leverage-Effekt). Die H.b.O. besagt, dass angelegt wird. H.F. bieten einerseits die
eine Veränderung des Börsenkurses einer Chance überdurchschnittlicher Renditen, be-
Aktie wegen des geringeren Kapitaleinsatzes inhalten andererseits aber auch hohe Risiken
beim Erwerb des entsprechenden Options- für den Anleger. Selbst ein Totalverlust des
scheins (o Option) eine prozentual stärkere eingesetzten Kapitals ist nicht ausgeschlos-
Veränderung des jeweiligen Optionsschein- sen. Unterschieden werden Single-Hedge-
kurses nach sich zieht. Dabei gibt der Le- Fonds sowie Dach-Hedge-Fonds. Single-H.-
verage-Faktor (Hebel) an, mit dem Wieviel- F. legen das Fondsvermögen unmittelbar in
fachen der relativen Aktienkursänderung der Einzelprodukte wie z.B. Optionen und Futu-
Optionsscheinkurs rechnerisch auf diese res an. Dach-H.-F. investieren dagegen aus-
Veränderung reagiert. – Beispiel: Es wird ein schließlich in andere Single-H.-F. und bein-
Bezugsverhältnis von 1 : 1 unterstellt, d.h. halten aufgrund der so erzielten breiteren
ein Optionsschein berechtigt zum Bezug Streuung geringere Risiken. Hinsichtlich der
einer Aktie. Von einem o Aufgeld wird ab- Zusammensetzung von Dach-H.-F. existieren
gesehen. Bei einem Aktienkurs von 100 Euro zum Schutz der Anleger gesetzliche Be-
und einem Optionspreis (Bezugspreis) von schränkungen.
70 Euro ergibt sich daraus ein rechnerischer
Optionsscheinkurs von 30 Euro. Steigt nun Hedging, Oberbegriff für Maßnahmen zur
der Aktienkurs um 20 Euro und der Options- Absicherung von Vermögenspositionen ge-
scheinkurs um den gleichen Betrag, so be- gen Kursrisiken (z.B. Aktienkursrisiken oder
trägt der prozentuale Anstieg des Aktienkur- Währungsrisiken), insbesondere durch Ab-
ses 20%, der prozentuale Anstieg des Opti- schluss eines risikokompensierenden o Ter-
onsscheinkurses jedoch 66,67%. Der Hebel mingeschäftes in Form eines o Future oder
beträgt hier also 66,67 : 20 = 3,33. einer o Option.

Hebelwirkung des Fremdkapitals (Le- Hermes-Deckung, Bezeichnung für eine


verage-Effekt). Die H.d.F. beschreibt die von der Euler Hermes Kreditversicherungs
Möglichkeit einer Erhöhung der o Eigenka- AG abgewickelte o Bürgschaft oder o Ga-
pitalrentabilität durch den Einsatz von rantie, die von der Bundesrepublik Deutsch-
o Fremdkapital. Dabei erhöht sich die Ei- land zur Absicherung von Exportrisiken
genkapitalrentabilität, solange die o Ge- deutscher Exporteure unter bestimmten
samtkapitalrentabilität den Zinssatz des Voraussetzungen übernommen wird.
Fremdkapitals übersteigt. In diesem Fall ist
also eine Kreditaufnahme unter dem Rentabi- Hersteller-Leasing, direktes Leasing;
litätsaspekt lohnend. Die Eigenkapitalrenta- Form des o Leasing, bei der die Vermietung
bilität steigt umso stärker, je mehr Fremdka- des Leasinggegenstandes durch den Herstel-
pital im Verhältnis zum o Eigenkapital ler des Produktes selbst oder durch ein Ver-
eingesetzt wird. bundunternehmen erfolgt. In diesem Fall
steht nicht die Erzielung von Erlösen aus
Hebelzertifikat, hochspekulative Anlage- dem Leasinggeschäft im Vordergrund des
form, mit der ein Anleger einen höheren unternehmerischen Interesses, sondern die
Gewinn bzw. Verlust erzielen kann als mit Absatzförderung der eigenen Produkte. –
einer Direktanlage in den zugrundeliegenden Gegensatz: o Indirektes Leasing.
Basiswert (z.B. Aktie, o Index, Währung).
Der Erwerber eines H. kann seinen Kapital- High Flyer, Bezeichnung für eine Aktie mit
einsatz sogar vollständig verlieren, wenn der starkem, im Vergleich mit Wertpapieren der
Kurs des Basiswertes während der Laufzeit jeweiligen Branche oder des jeweiligen Teil-
eine festgelegte Untergrenze (Knock-out- marktes überdurchschnittlichem Anstieg des
Börsenkurses.
117 Hypothek

High Yield Bond, o Junk Bond. Holgelder, Bezeichnung für die von Kredit-
instituten am o Geld- und o Kapitalmarkt
hinkendes Inhaberpapier, o Legitimati- aufgenommenen Gelder. Da das Kreditinsti-
onspapier, dessen Vorlage einen (gutgläubi- tut zur Beschaffung dieser Gelder selbst die
gen) Schuldner zwar zur schuldbefreienden Initiative ergreift, kann es deren Volumen
Leistung an den Vorleger berechtigt, bei dem unmittelbar beeinflussen. – Gegensatz:
der Inhaber sich jedoch auf die Legitimati- o Bringgelder.
onswirkung der Urkunde zu seinen Gunsten
nicht berufen kann. Zu den h.I. zählt u.a. das Home Banking, Oberbegriff für die Erledi-
Spar(kassen)buch. Ein Kreditinstitut ist nicht gung von Bankgeschäften von zu Hause aus
verpflichtet, dessen Legitimationswirkung zu per Fax, Telefon oder PC. Zur Entgegennah-
vertrauen; der Sparer kann seine Forderung me telefonischer Aufträge unterhalten Kre-
im Zweifelsfall nicht allein aus dem Besitz ditinstitute häufig besondere Call Center.
des Spar(kassen)buches ableiten. Das Kredit- Zunehmend werden Bankgeschäfte jedoch
institut ist berechtigt, zusätzlich eine Le- online abgewickelt. Dabei können u.a. Wert-
gitimationsprüfung (z.B. anhand eines amt- papierkäufe und -verkäufe getätigt, Über-
lichen Lichtbildausweises) durchzuführen. weisungsaufträge erteilt und Kontoinforma-
tionen abgerufen werden. Der Kunde legiti-
Höchstbetragsbürgschaft, o Bürgschaft, miert sich im H.B. meist durch Eingabe der
bei der die Haftung des Bürgen auf einen Kontonummer, der o persönlichen Identifi-
bestimmten Höchstbetrag der zugrunde kationsnummer sowie einer für jeden Auftrag
liegenden Kreditschuld begrenzt wird. In der unterschiedlichen Transaktionsnummer.
Bankpraxis wird i.d.R. vereinbart, dass die
Bürgschaftsschuld sich nicht durch Zinsen Home Banking Computer Interface
und Nebenleistungen über den Maximalbe- (HBCI), gemeinsamer Standard der Banken
trag hinaus erhöhen kann. Vielmehr wird der und Sparkassen zur Durchführung von Home
Höchstbetrag von vornherein so bemessen, Banking-Transaktionen (o Home-Banking).
dass zusätzlich zur Hauptschuld anfallende HBCI soll nicht nur die Sicherheit von Trans-
Zinsen, Provisionen, Spesen und sonstige aktionen verbessern, sondern eine ein-
Kosten einkalkuliert sind. heitliche Basis für die Nutzung verschiedener
Bankverbindungen schaffen und dem Nutzer
Höchstbetragshypothek, Sonderform der die Inanspruchnahme der gesamten Palette
o Sicherungshypothek, bei der das belastete von Bankleistungen ermöglichen, unabhän-
Grundstück nur bis zu einem Höchstbetrag gig davon, welches Endgerät oder welche
haften soll, der in das o Grundbuch einge- Software er verwendet oder welches Daten-
tragen werden muss. In diesen Höchstbetrag netz von ihm genutzt wird.
werden Zinsen eingerechnet. Die Feststel-
lung der Forderung bleibt vorbehalten. Mit HVPI, harmonisierter Verbraucherpreisin-
Rückzahlung der zugrunde liegenden Darle- dex; von den nationalen statistischen Ämtern
hensschuld wird die H. zur o Eigentümer- im Euro-Währungsraum berechneter Preisin-
grundschuld. Sie lebt jedoch bei erneuter dex (o Index), der die Preisentwicklung im
Entstehung einer Forderung als Hypothek Euro-Währungsraum beschreibt.
wieder auf und eignet sich daher auch zur
Besicherung von Forderungen in wechseln- Hybridkarte, o Zahlungskarte, die sowohl
der Höhe (z.B. aus einem o Kontokorrent- mit einem Magnetstreifen als auch mit einem
kredit). Speicherchip ausgestattet ist.

Hochzinsland, Land, das im internatio- Hypothek, o Grundpfandrecht zur Siche-


nalen Vergleich ein erheblich höheres Zins- rung einer dem Hypothekengläubiger zuste-
niveau aufweist als der Durchschnitt der henden Forderung. Die H. ist im Gegensatz
übrigen Länder. – Gegensatz: o Niedrigzins- zur o Grundschuld von der Existenz einer
land. bestimmten Forderung abhängig und gehört
damit zu den akzessorischen Kreditsicherhei-
Holding, o Konzern. ten. (o Akzessorietät). Die Abhängigkeit
zwischen H. und Forderung bewirkt, dass
eine bereits eingetragene H. vor Auszahlung
Hypothekarkredit 118

des zugrunde liegenden Darlehens als (vor- Hypothekenbankgesetz (HypBankG),


läufige) o Eigentümergrundschuld dem bis 2005 gültiges Gesetz, das die Gründung,
Grundstückseigentümer zusteht. Ebenso ent- Geschäftstätigkeit und Beaufsichtigung von
steht bei einer späteren Rückzahlung des o Hypothekenbanken regelte und Bestim-
Darlehens in Höhe der geleisteten Rückzah- mungen zur Ausgabe von o Pfandbriefen
lungen aus der H. eine Eigentümergrund- durch diese Banken enthielt. Einen Schwer-
schuld. Kreditinstitute ziehen als Kreditsi- punkt bildeten Vorschriften zum Schutz der
cherungsmittel i.d.R. die Grundschuld der H. Erwerber von Pfandbriefen. Das H. wurde
vor, da jede (auch nur zwischenzeitliche) inzwischen durch das o Pfandbriefgesetz ab-
Kredittilgung den Wert der von der Haupt- gelöst.
schuld abhängigen H. mindert. Insbesondere
führt eine vorübergehende vollständige Hypothekenbrief, vom Grundbuchamt im
Rückführung eines o Kontokorrentkredits Zusammenhang mit der Eintragung einer
zum Erlöschen der H., die dann auch bei o Briefhypothek ausgestellte Urkunde mit
erneuter Kreditinanspruchnahme nicht mehr Wertpapiercharakter, die zumindest den
auflebt. Die Eintragung der H. in das Geldbetrag der Hypothek und das belastete
o Grundbuch kann als o Buchhypothek oder Grundstück enthält sowie mit Unterschrift
als o Briefhypothek erfolgen. und Siegel bzw. Stempel versehen sein muss.
Zur Geltendmachung des Anspruchs aus der
Hypothekarkredit, o Hypothekendarle- Hypothek oder zur Übertragung des Hypo-
hen. thekenanspruchs ist die Vorlage des H. erfor-
derlich.
Hypothekenbank, Bank, die grundpfand-
rechtlich besicherte langfristige Darlehen Hypothekendarlehen, Hypothekarkredit;
(o Grundpfandrechte) sowie Darlehen an langfristiges Darlehen, das durch o Grund-
inländische Körperschaften bzw. Anstalten pfandrechte besichert und insbesondere zur
des öffentlichen Rechts gewährt. Grundlage Immobilienfinanzierung gewährt wird. H.
der Geschäftstätigkeit von H. war bis 2005 werden häufig auch als o Realkredite be-
das Hypothekenbankgesetz. Danach wurde zeichnet.
dieses Gesetz durch das o Pfandbriefgesetz
abgelöst.
I
IAS/IFRS, Abk. für International Account- IMF, Abk. für International Monetary Fund,
ing Standards bzw. International Financial o Internationaler Währungsfonds.
Reporting Standards. Bei den IAS/IFRS geht
es um Internationale Rechnungslegungs- Immobilienleasing, o Leasing von
grundsätze. Die IAS/IFRS wurden vom Grundstücken, Gebäuden und Betriebsanla-
IASB (International Accounting Standard gen.
Board) entwickelt. Für die Rechnungslegung
deutscher Unternehmen (Bilanz, Gewinn- Immobilienzertifikate, o Investmentzerti-
und Verlust-(GuV)-Rechnung) sind grund- fikate, die Anteile an einem Immobilienfonds
sätzlich die handelsrechtlichen Vorschriften verbriefen. I. können Anteile an offenen
des HGB und steuerrechtliche Vorschriften Fonds (jederzeitiger Verkauf neuer Zertifika-
maßgeblich. Seit 2005 müssen kapitalmarkt- te an interessierte Anleger) oder geschlosse-
orientierte Unternehmen für den Konzernab- nen Fonds (nur ein Objekt wird durch einen
schluss (o Konzern) nach den IAS/IFRS bi- festen Anlegerkreis finanziert) sein.
lanzieren. Zweck der IAS/IFRS ist es, mög-
lichst objektive Informationen für die inte- implizite Volatilität, o Volatilität.
ressierte Öffentlichkeit (z.B. Investoren,
Gläubiger, Aktionäre des Unternehmens) zu Import, Einfuhr von Waren, Dienstleistun-
vermitteln. – Mit dem Bilanzrechtsmoderni- gen oder Kapital. Waren- und Dienstleis-
sierungsgesetz wurden Anfang 2009 die tungsimporte schlagen sich in der Leistungs-
HGB-Regelungen den Regelungen zu den bilanz, Kapitalimporte in der Kapitalbilanz
IAS/IFRS angenähert. nieder. – Vgl. auch o Zahlungsbilanz.

IASB, Abk. für International Accounting importierte Inflation, o Inflation, die


Standards Board. Organisation zur Festle- durch außenwirtschaftliche Beziehungen
gung verbindlicher Standards bei internatio- entsteht. Erwirtschaftet z.B. ein Land dauer-
naler Finanz-Berichterstattung. Das IASB haft einen positiven Außenbeitrag im Waren-
entwickelte die o IAS/IFRS. verkehr (Überschuss der Wareneinfuhren
über die Warenausfuhren), fließen dem Land
IBAN, Abk. für International Bank Account entsprechend hohe Exporterlöse zu, welche
Number. Die IBAN ist die internationale die inländische o Geldmenge erhöhen.
Kontonummer eines Kunden. Sie besteht aus Durch dieses Missverhältnis von Geld- und
einer Länderkennung, einer Prüfziffer, der Gütermenge droht eine inflationäre Tendenz.
o Bankleitzahl des kontoführenden Kredit- Eine i.I. liegt auch dann vor, wenn aufgrund
instituts sowie der normalen Kontonummer steigender Importpreise (z.B. Öl-, Rohstoff-
des Kunden und soll, ebenso wie der o Bank preise) die Produktionskosten im Inland
Identifier Code (BIC), eine schnelle und kos- ansteigen.
tengünstige Weiterverarbeitung internationa-
ler Zahlungsaufträge ermöglichen. in the Money, o at the Money.

IFRS, International Financial Reporting Incoterms, Internationale Lieferbedingun-


Standards, o IAS/IFRS. gen bzw. Handelsklauseln (International
Commercial Terms), die bei Export- und
im Geld, o at the Money. Importgeschäften den Gefahrenübergang
vom Exporteur auf den Importeur (Risiko
Imagegestützter Scheckeinzug, o ISE. des Verlustes bzw. von Beschädigungen der
Index 120

Ware) sowie die Verteilung der Transport- relevanten Waren- und Dienstleistungen mit
und Versicherungskosten zwischen Exporteur einer jeweiligen Gewichtung enthalten sind.
und Importeur regeln. Ziel der I. ist es, einen Es werden dann die Preise für diese Waren
einheitlichen Sprachgebrauch im internatio- und Dienstleistungen zu zwei verschiedenen
nalen Warenverkehr festzulegen. Die I. wur- Zeitpunkten ermittelt und ins Verhältnis zu-
den erstmals 1936 von der Internationalen einander gesetzt. Der Warenkorb wird regel-
Handelskammer in Paris veröffentlicht und mäßig (ca. alle 5 Jahre) überprüft und modi-
sind seitdem immer wieder fortentwickelt fiziert, da sich die Konsumgewohnheiten der
worden. Die I. enthalten insgesamt 13 Klau- Haushalte im Zeitablauf ändern. Bei Festle-
seln, die je nach Kosten- und Gefahrenüber- gung eines neuen Warenkorbes wird der
gang in vier Gruppen (E-Gruppe, F-Gruppe, Indexwert mit 100 angesetzt (Basisjahr). Ein
C-Gruppe und D-Gruppe unterteilt sind. – aktueller Preisindex von 102 bedeutet z.B.,
Vgl. Abbildung „Incoterms“. dass sich die Preise für die im Warenkorb
enthaltenen Waren und Dienstleistungen seit
Index, Maßzahl zur Bewertung wirtschafti- dem Basisjahr um 2% erhöht haben, dass die
cher Daten. Hauptsächlich können Preis- und Kaufkraft des Geldes also gesunken ist.
Wertpapierindizes unterschieden werden. Wichtigster Preisindex innerhalb des Euro-
1. Preisindex: Dieser drückt die Veränderung währungsraumes ist der von der o Europäi-
des Preisniveaus im Zeitablauf aus. Zur schen Zentralbank veröffentlichte HVPI
Berechnung wird ein Warenkorb definiert, in (Harmonisierter Verbraucherpreisindex).
dem alle für einen repräsentativen Haushalt Preisindizes sind wichtige Indikatoren im

Incoterms
Beispiel: Ein Unternehmen aus Düsseldorf verkauft Waren an ein New Yorker Unternehmen
Exporteur E-Gruppe
(Düsseldorf) Kosten- und Gefahrenübergang auf den Impor-
teur, wenn die Ware auf dem Grundstück des
Exporteurs bereitgestellt wird: EXW = Ex
Works (ab Werk)
F-Gruppe
Kosten- und Gefahrenübergang, wenn der
Exporteur die Ware einem Frachtführer über-
geben oder im Verschiffungshafen verbracht
hat: FCA = Free Carrier (frei Frachtführer);
FAS = Free Alongside Ship (frei Längsseite
Schiff); FOB = Free On Board (frei an Bord)
Gefahren- C-Gruppe
übergang Zwei-Punkt-Klauseln, d.h. Kosten- und Gefah-
renübergang finden an zwei verschiedenen
Orten statt. Der Exporteur trägt die Frachtkos-
ten und evtl. die Versicherungskosten bis zum
Kosten- Bestimmungsort; das Risiko geht nach Verla-
übergang dung bzw. Versand auf den Importeur über:
CFR = Cost and Freight (Kosten und Fracht);
CIF = Cost Insurance and Freight (Kosten,
Versicherung und Fracht); CPT = Carriage
Paid To (frachtfrei); CIP = Carriage and Insu-
rance Paid to (frachtfrei versichert)
Importeur D-Gruppe
(New York) Kosten- und Gefahrenübergang auf den Impor-
teur, wenn die Ware den Bestimmungsort
Die Lieferbedingung CIF New York im Kaufver-
erreicht hat: DAF = Delivered at Frontier (gelie-
trag würde bedeuten, dass der Exporteur die
fert frei Grenze); DES = Delivered Ex Ship
Fracht- und Versicherungskosten bis zur An-
(geliefert ab Schiff); DEQ = Delivered Ex Quai
kunft des Schiffes in New York tragen müsste;
(geliefert ab Kai); DDU = Delivered Duty Un-
das Risiko ginge jedoch bereits im Verschif-
paid (geliefert unverzollt); DDP = Delivered
fungshafen (z.B. Rotterdam) auf den Importeur
Duty Paid (geliefert verzollt).
über.
121 Indexoption

Zusammenhang mit der fundamentalen Akti- pierindizes wird regelmäßig nach bestimm-
enanalyse. – Vgl. dazu o Deutscher Aktien- ten Regeln überprüft. Die Regeln für den
index. – 2. Wertpapierindex: Hier steht wie DAX schreiben beispielsweise vor, dass die
beim Preisindex ein „Korb“ (Basket) von Aktie eines Unternehmens zu den größten
Wertpapieren hinter der Berechnung der deutschen Werten hinsichtlich des Börsen-
Indexwerte. Beim DAX (o Deutscher Akti- umsatzes (gehandelte Stückzahl) und hin-
enindex) und beim amerikanischen Dow sichtlich der Börsenkapitalisierung (Zahl der
Jones handelt es sich dabei um die Aktien der frei handelbaren Aktien, multipliziert mit
30 „größten“ (d.h. im Prinzip börsenumsatz- dem Kurs je Aktie) gehören muss.
stärksten) deutschen bzw. amerikanischen
Unternehmen. Im Gegensatz zum Dow Jones Indexaktien, Anteilscheine an einem Wert-
enthält der DAX jedoch eine Gewichtung: Je papierindex (o Index). I. werden fortlaufend
höher die o Börsenkapitalisierung eines an der Börse gehandelt. Da die Wertermitt-
DAX-Wertes ist, desto höher sein Gewicht. lung somit nicht nur einmal täglich erfolgt,
Kursschwankungen von hoch gewichteten kann der Anleger flexibel auf Kursänderun-
DAX-Werten führen damit zu einem größe- gen innerhalb eines Börsentages reagieren.
ren Einfluss auf die Indexentwicklung als
Kursschwankungen geringer gewichteter Indexanleihe, o Indexzertifikat.
Aktien. – Wertpapierindizes erfüllen neben
ihrer Informationsfunktion zwei weitere Indexfonds, Sonderform von o Invest-
wichtige Funktionen. Zum einen dienen sie mentfonds. Bei I. werden die Wertpapiere
als Benchmark, d.h. als Vergleichmaßstab für des Sondervermögens in einem Verhältnis
Wertpapieranlagen. Ist z.B. der DAX inner- zueinander gewichtet, das der Gewichtung
halb eines Zeitraums um 10% gestiegen, so dieser Wertpapiere bei einem korrespondie-
ist diese Veränderung eine wichtige Ver- renden Wertpapierindex (z.B. o Deutscher
gleichsziffer für Anleger, deren Aktiendepot Aktienindex DAX) entspricht. I. werden als
aus Werten großer deutscher Unternehmen passive Form der Vermögensverwaltung be-
zusammengesetzt ist. Zum anderen erfüllen zeichnet, da hier das Fondsmanagement
Wertpapierindizes eine operative Funktion, keine Entscheidung über die Anschaffung der
indem sie als Grundlage für o Optionen und seiner Meinung nach attraktivsten Wertpapie-
o Futures fungieren. – Ein weiteres wichti- re treffen kann, sondern lediglich die jeweili-
ges Merkmal für Wertpapierindizes ist die ge Gewichtung des Indexes nachvollziehen
Eigenschaft als Performance-Index. Bei muss. Reine I. werden erst seit dem Jahr
dieser Indexart werden Kursrückgänge auf- 2000 aufgelegt. Verbreitet waren jedoch
grund von Ausschüttungen oder Kapitalände- vorher (und sind es noch immer) sog. index-
rungsmaßnahmen in der Indexformel berück- nahe Fonds. Bei dieser Variante erfolgt keine
sichtigt. Schüttet z.B. eine Aktiengesellschaft Abbildung des Sondervermögens zum Index
eine Dividende aus, so verringert sich durch im Verhältnis eins zu eins, sondern in schwä-
den hiermit verbundenen Liquiditätsabfluss cherer Form.
i.d.R. der Aktienkurs des Unternehmens. Die
Aktie wird am Tag der Ausschüttung daher Indexoption, o Option, die sich auf einen
auch mit dem Kurszusatz „ex Div.“ bzw. „ex o Index bezieht. Eine I. kann durch einen
D“ (o Dividendenabschlag) notiert. Für den Optionsschein (Warrant) verbrieft sein. Be-
Anleger ist hiermit jedoch rechnerisch kein deutsamer sind jedoch die nicht verbrieften
realer Verlust verbunden, da der Kursrück- Indexoptionen, die an der o Eurex gehandelt
gang durch die Dividendenzahlung entspre- werden. – Beispiel: Kauf einer Kaufoption
chend ausgeglichen wird. In einem Perfor- auf einen Index (1 Indexpunkt = 1 EUR);
manceindex würde daher im Gegensatz zu Basispreis 4.000 Indexpunkte, Optionspreis
einem Kursindex der Kursrückgang korri- 100 Euro. Während der Optionslaufzeit hat
giert um die diesem Rückgang gegenüber der Optionsinhaber das Recht (jedoch nicht
stehende Dividendenzahlung. Bekannte die Pflicht), die Option auszuüben. Bei ei-
Indizes wie der DAX werden i.d.R. als Kurs- nem Indexstand von 4.220 Indexpunkten
und als Performanceindex berechnet. Der hätte er einen Gewinn von 120 Euro (Diffe-
wichtigste Performanceindex für deutsche renz der Indexstände abzüglich Optionspreis)
o Anleihen ist der o REX-Performance- je Kontrakteinheit. Alternativ zur Ausübung
Index. – Die Zusammensetzung von Wertpa- kann der Anleger die Option während der
Indexterminkontrakt 122

Laufzeit mit Gewinn weiterverkaufen, wenn Verlustrisiko. – Der Vorteil einer Anlage in
der Index steigt. einem I. besteht für den Anleger darin, dass
er bereits mit relativ geringen Anlagebeträ-
Indexterminkontrakt, Finanzterminkon- gen einen Index „nachbilden“ kann. Da
trakt (o Future), der die Verpflichtung ent- Indizes viele verschiedene Aktien umfassen,
hält, einen bestimmten Indexwert (z.B. hat er sein Risiko breit gestreut. – Die Emis-
o Deutscher Aktienindex DAX) zu einem sionshäuser, die I. emittieren, gewährleisten
bestimmten Preis zu kaufen oder zu verkau- durch ein System von o Market-Makern,
fen. – Beispiel: Ein Anleger kauft im April dass die Zertifikate jederzeit handelbar sind
einen Future auf einen Index per Juni zu und so auch während der Laufzeit liquidiert
6.611 Indexpunkten. Der Kontraktwert ist werden können. Market-Maker stellen re-
festgelegt auf die Zahl der Indexpunkte, gelmäßig Ankaufs- (Geld-)Kurse und Ver-
multipliziert mit 25 Euro. Der Kontraktwert kaufs-(Brief-)Kurse für die von ihnen betreu-
beträgt also 6.611 ˜ 25 = 165.275 Euro. No- ten I. Der Unterschied zwischen Ankaufs-
tiert der Index im Juni mit 6.700 Indexpunk- und Verkaufskurs wird Spread genannt. Son-
ten, so wird die Differenz zwischen den derformen eines I. stellen o Discount-Zer-
Indexpunkten bar ausgeglichen (Cash Sett- tifikate, o Bonuszertifikate und o Garantie-
lement (o Settlement)). Bei einem Kauf zu zertifikate dar.
165.275 und einem aktuellen Kontraktwert
von 6.700 ˜ 25 = 167.500 Euro ergibt sich ein indirektes Leasing, herstellerunabhängi-
Gewinn von 2.225 Euro, der dem Anleger ges o Leasing. Die Leasinggesellschaft (z.B.
gutgeschrieben wird. – Die an der Termin- die Tochtergesellschaft eines Kreditinstitutes)
börse o Eurex gehandelten I. können auch erwirbt ein Gut (z.B. eine Maschine) beim
während der Laufzeit jederzeit glattgestellt Hersteller und schließt dann einen Leasing-
werden. vertrag über dieses Gut mit ihrem Kunden
(Leasing-Nehmer). – Gegensatz: o Herstel-
Indexwarrant, o Indexoption, die durch ler-Leasing.
einen Optionsschein (Warrant) verbrieft ist.
indirekte Steuern, Steuern, die von einer
Indexzertifikat, o Anleihe, die keinen anderen Person als dem Steuerpflichtigen an
Anspruch auf eine Zinszahlung verbrieft, das Finanzamt überwiesen werden. So wird
sondern dem Anleger eine Gewinnchance z.B. die Mehrwertsteuer von einem Händler
durch Anbindung an die Entwicklung eines überwiesen (o Umsatzsteuer); der Verbrau-
Aktienindex (o Index) bietet. Bei einem I. ist cher trägt jedoch die Steuerlast. Weitere
die Höhe der Rückzahlung des Kapitals von Beispiele für i.S. sind Tabak-, und Mineral-
der Indexhöhe zum Fälligkeitszeitpunkt ab- ölsteuer.
hängig. Bei Emission eines I. kann ein be-
stimmter Anlagebetrag, z.B. 100 Euro, als Individualisierungsgrundsatz, o Be-
Bezugsgröße definiert werden. Der Gewinn stimmbarkeitsgrundsatz im Kreditsiche-
bzw. Verlust des Anlegers ergibt sich dann rungsrecht.
aufgrund der prozentualen Entwicklung des
Indexes. Steigt dieser beispielsweise um Individualkredite, Kredite, die nach je-
10%, erhält der Anleger eine Rückzahlung weils für den Einzelfall geltenden Bedingun-
von 110%, sinkt der Index um 15%, beträgt gen und Regelungen gewährt werden. I.
die Rückzahlung nur 85%. Eine andere liegen beispielsweise bei einer o Baufinan-
Möglichkeit ist die Festlegung eines Bezugs- zierung vor. – Gegensatz: o standardisierte
verhältnisses, das den Anlagebetrag wider- Kredite.
spiegelt. Ein Bezugsverhältnis von 20 : 1 be-
deutet z.B., dass bei einem Indexstand von Indossament, Übertragungsvermerk auf
5.000 Punkten ein Mindestanlagebetrag von einem Wertpapier. Bei einem auf den Namen
250 Euro (5.000 : 20) zu investieren ist. des Berechtigten lautenden Wertpapier, das
Erwirbt ein Anleger bei diesem Indexstand durch I. übertragen werden kann (o gebore-
ein Zertifikat, würde er am Ende der Laufzeit nes bzw. o gekorenes Orderpapier) werden
bei einem Indexstand von 8.000 eine Rück- alle Rechte aus dem Papier durch das I. bei
zahlung von 8.000 : 20 = 400 Euro erhalten. Übergabe des Papiers auf eine andere Person
Bei sinkendem Index trägt er jedoch ein (Indossatar) übertragen. – Beispiel: Firma A
123 Initial Public Offering (IPO)

stellt einen Orderscheck zugunsten der Firma übersteigt (inflatorische Lücke). Die ange-
B zur Begleichung einer Verbindlichkeit aus. botsorientierten Theorien führen I. auf die
Die Firma B reicht diesen Scheck – ebenfalls Verteuerung der Produktionsfaktoren Arbeit,
zur Begleichung einer Verbindlichkeit – wei- Boden oder Kapital zurück (z.B. Verteuerung
ter an die Firma C. Auf der Rückseite des der Arbeit durch zu hohe Löhne, Verteuerung
Schecks (ital. in dosso) bringt Firma B den des Kapitals durch zu hohe Zinsen). Hier-
Vermerk „Für uns an die Order der Firma C“ durch sehen sich die Unternehmen gezwun-
inkl. Ort, Datum und Unterschrift (Vollindos- gen, ihre Preise zu erhöhen, was zu Kauf-
sament) an. Die Firma C ist damit der Be- kraftverlusten bei den Konsumenten führt,
rechtigte aus dem Scheck (Übertragungs- deren Interessenvertreter (z.B. Gewerkschaf-
funktion des I.). Durch das I. legitimiert sich ten) darauf wieder eine höhere Entlohnung
die Firma C weiteren Personen gegenüber als fordern (Lohn-Preis-Spirale oder Kostenin-
Berechtigter (Legitimationsfunktion des I.). flation). – Unabhängig vom Erklärungsmo-
Außerdem haftet sie gemeinsam mit dem dell steht bei der I. stets das Verhältnis von
Scheckaussteller und der Firma B scheck- Gütermenge zur Geldmenge im Mittelpunkt.
rechtlich für die Bezahlung der Schecksum- – Vgl. auch o Quantitätstheorie. – Dieser
me einem eventuellen weiteren Indossatar Zusammenhang von Geld- und Gütermenge
gegenüber, falls der Scheck vom Aussteller findet auch bei der Geldpolitik des Europäi-
nicht eingelöst wird (Haftungsfunktion des schen Systems der Zentralbanken (o geldpo-
I.). Ein I. muss den Indossatar nicht zwangs- litische Operationen) eine Berücksichtigung.
läufig benennen. Bringt die Firma B nur ihre – Gegensatz: o Deflation.
Unterschrift auf dem Scheck an, ist die Firma
C nicht als Indossatar ersichtlich. Es handelt Inhaberaktie, o Aktie.
sich in diesem Fall um ein o Blankoindos-
sament. Inhaberpapier, Wertpapier, das nicht auf
einen bestimmten Namen lautet. Bei einem I.
Industrieanleihe, o Industrieobligation. gilt der Inhaber als Berechtigter. Beispiel für
ein I. ist der Inhaberscheck (o Scheck), der
Industrieobligation, Industrieschuldver- den Zusatz „oder Überbringer“ hinter der
schreibung, Industrieanleihe, Corporate Zahlungsanweisung auf dem Scheckformular
Bond/Debt; o Anleihe eines Industrieunter- trägt. Ein gestohlener Überbringerscheck
nehmens, durch die das Unternehmen sich könnte, falls er nicht gesperrt wird, an einen
o Fremdkapital für Investitionen beschafft. Dieb ausgezahlt werden. – Vgl. auch o Or-
Emittenten von I. sind häufig spezialisierte derpapier, o Rektapapier.
Finanzierungs-Tochtergesellschaften großer
Industrieunternehmen, die im Auftrag ihrer Inhaberscheck, o Inhaberpapier.
Muttergesellschaften am Kapitalmarkt auf-
treten (z.B. BMW-Finance). Inhaberschuldverschreibung, o Anlei-
he, die nicht auf den Namen eines bestimm-
Industrieschuldverschreibung, o In- ten Gläubigers lautet. Die I. ist die am meis-
dustrieobligation. ten verbreitete Anleiheform. – Gegensatz:
o Namensschuldverschreibung.
Inflation, Geldentwertung durch Anstieg des
Preisniveaus und damit verbundenem Sinken Inhouse-Banking, durch eine Nichtbank
der Kaufkraft. I. wird mithilfe von Preisindi- für den eigenen Bedarf produzierte Bankleis-
zes (o Index) gemessen. Der prozentuale tung. I.B. kommt vor allem im Finanzmana-
Anstieg des Preisindexes ist die I.-Rate. Die gement multinationaler Konzerne zur An-
Ursachen für I. sind mannigfaltig. Entspre- wendung (z.B. beim o Cash Management).
chend zahlreich sind die Theorien, die das
Phänomen der I. zu erklären versuchen. Initial Margin, „Ersteinschuss“; Sicher-
Grundsätzlich kann man nachfrage- und heitsleistung, die bei Aufnahme einer Positi-
angebotsorientierte Theorien unterscheiden. on in einem o Future oder einer o Option zu
Die nachfrageorientierten Theorien führen I. hinterlegen ist.
darauf zurück, dass die volkswirtschaftliche
Gesamtnachfrage nach Konsum- oder Inves- Initial Public Offering (IPO), „Erstes
titionsgütern das gesamte Güterangebot öffentliches Angebot“, d.h. Erstinanspruch-
Inkasso 124

nahme eines nationalen Aktienmarktes. IPO schaftliche Beziehungen, Kenntnis von einer
werden im Zusammenhang mit einer o Ka- Insidertatsache erlangen). Die Insiderüber-
pitalerhöhung, bei Umwandlung von Unter- wachung unterliegt der o Bundesanstalt für
nehmen in eine o Aktiengesellschaft oder bei Finanzdienstleistungsaufsicht. I. können mit
Umplatzierungen (z.B. Umschichtung von Geld- oder auch Freiheitsstrafen geahndet
Bundesbesitz in Privatbesitz) wirksam. Die werden.
Aktien werden den Anlegern zum Kauf
angeboten. Mit einem IPO ist i.d.R. eine Insolvenzverfahren, gesetzlich geregeltes
gleichzeitige Zulassung der Aktien an der Verfahren zur gemeinsamen Befriedigung
Börse verbunden. aller Gläubiger eines Schuldners. Rechts-
grundlage des I. ist die Insolvenzordnung
Inkasso, Einzug von Gegenwerten, die mit (InsO) von 1999, welche die alten Regelun-
dem Besitz von Wertpapieren oder Doku- gen des Konkurs- und Vergleichsrechts er-
menten verbunden sind. Wichtige I-Formen setzt hat. Für Privatpersonen findet nach der
sind das Scheckinkasso (o e.V.) und das InsO das Verfahren der o Verbraucherinsol-
o Dokumenteninkasso. venz Anwendung. – Das Verfahren zur Er-
öffnung eines I. kann durch den Schuldner
Innenfinanzierung, Selbstfinanzierung; oder durch einen Gläubiger beim zuständigen
Maßnahme, mit der sich Unternehmen die Amtsgericht (Insolvenzgericht) gestellt wer-
für Investitionen notwendigen Mittel selbst den. Eröffnungsgrund ist die Zahlungsunfä-
(vor allem über nicht ausgeschüttete Gewin- higkeit des Schuldners. Diese ist anzuneh-
ne) beschaffen. – Vgl. auch o Finanzierung. men, wenn Zahlungen eingestellt werden.
– Gegensatz: o Außenfinanzierung. Weiterer Eröffnungsgrund ist die drohende
Zahlungsunfähigkeit; hierbei ist nur der
innerer Wert, Wert einer o Option, die sich Schuldner antragsberechtigt, da er seine
„im Geld“ (o at the Money) befindet. Der drohende Zahlungsunfähigkeit am ehesten
i.W. gibt denjenigen Optionspreis an, bei erkennen kann. Zum Antrag verpflichtet ist
dem ein Erwerb der Aktie über die Börse der Schuldner, wenn er überschuldet ist. – Ist
genau so günstig ist wie der Erwerb über die eine ausreichende Masse zur Deckung der
Option. – Beispiel: Kaufoption über X- Kosten des Verfahrens vorhanden, wird das I.
Aktien, Basispreis 95 Euro. Bei einem aktu- eröffnet. Bei nicht ausreichender Masse
ellen Kurs der X-Aktie von 100 Euro und erfolgt eine Abweisung „m.M.“ (mangels
einem Optionsverhältnis von 1 : 1 ist der i.W. Masse). Bei der Verwaltung der Insolvenz-
5 Euro (Erwerb über Option: 95 + 5 = 100 = masse (Vermögen zum Zeitpunkt der Eröff-
aktueller Börsenkurs). Der i.W. einer Option nung des Verfahrens zuzüglich Vermögens-
liegt i.d.R. unter dem tatsächlichen Options- zuwachs während des Verfahrens) haben
preis an der Börse, da der tatsächliche Preis Kreditinstitute Absonderungsrechte im Hin-
die Spekulationserwartung der Anleger wi- blick auf ihre Kreditsicherheiten. Absonde-
derspiegelt, die umso höher ist, je länger die rungsrecht bedeutet, dass das Kreditinstitut
Restlaufzeit der Option und die o Volatilität seine Forderung aus der getrennten Verwer-
des Basiswertes ist – Vgl. auch o Zeitwert tung der Kreditsicherheit abdecken kann.
einer Option. Hierbei ist zu unterscheiden, in wessen tat-
sächlichem Herrschaftsbereich (d.h. Besitz)
Insidergeschäfte, verbotene Börsenge- sich die Kreditsicherheit im Einzelfall befin-
schäfte unter Ausnutzung einer Kenntnis det:
nicht-öffentlicher Informationen, die geeig-
net sind, den Börsenkurs einer Aktie zu Kreditsicherheit im Herrschaftsbereich
beeinflussen. Das o Gesetz über den Wert- des Insolvenz- des Kredit-
papierhandel (WpHG) unterscheidet Primär- verwalters instituts (KI)
insider (Mitglieder eines Geschäftsführungs-
oder Aufsichtsorgans, persönlich haftende Verwertungsrecht Verwertungs-
Gesellschafter, Kapitaleigner oder mit einem beim Verwalter; evtl. recht beim
Unternehmen eng verbundene Personen wie Übertragung auf KI KI (z.B. Pfand-
z.B. Wirtschaftsprüfer) und Sekundärinsider (Zession, Siche- recht an einem
(andere Personen, die über Primärinsider, rungsübereignung, Wertpapierde-
beispielsweise durch familiäre oder freund- Grundpfandrecht) pot)
125 Interventionen am Devisenmarkt

Kernstück der Neuordnung des I. für Unter- fristgemäße Vorlage ordnungsgemäßer Do-
nehmen ist das Insolvenzplanverfahren, das kumente gebunden ist (abstraktes Schuldver-
die alten Regelungen zum Vergleich ablöst. sprechen). Der Exporteur hat auch hier eine
Inhalt des Insolvenzplans kann heute sowohl relativ geringe Risikoposition. – 4. Zahlung
die Liquidierung (Auflösung) als auch die bei Lieferung/offenes Zahlungsziel: Hier trägt
Sanierung des Schuldnerunternehmens sein. der Exporteur das Risiko, da er mit der Wa-
Der Insolvenzplan muss durch die Gläubiger renlieferung in Vorleistung tritt.
sowie die Arbeitnehmer des Unternehmens
angenommen werden. Internationaler Währungsfonds (IWF),
International Monetary Fund (IMF); 1944 in
institutionelle Investoren, Bankkunden, Bretton Woods (USA) gegründete Institution
die sich aufgrund großer Nachfrage nach zur Neuordnung der internationalen Wirt-
Bankleistungen von üblichen Firmenkunden schaftsbeziehungen. Hauptziele des zurzeit
unterscheiden. Beispiele für i.I. sind Versi- über 180 Mitgliedsländer umfassenden IWF
cherungsgesellschaften oder Pensionskassen. sind die Förderung der Zusammenarbeit von
Ländern in der Wirtschaftspolitik, die Förde-
Interbankenhandel, Bezeichnung für rung von Währungsstabilität und Wachstum
Handelsgeschäfte zwischen Kreditinstituten. im Welthandel, die Einrichtung multinationa-
Wichtigste Beispiele für den I. sind o Geld- ler Zahlungssysteme sowie die Unterstützung
handel und o Devisenhandel. der Mitgliedsländer bei Liquiditätsproblemen
(Devisenmangel). Jedes Mitgliedsland über-
interessewahrend, Verpflichtung eines nimmt einerseits die Verpflichtung zur Ein-
Kreditinstitutes bei der Ausführung von zahlung von Mitteln zur Finanzierung des
Wertpapieraufträgen, die z.B. auf Grund ihrer IWF. Andererseits hat es das Recht, Mittel in
Größenordnung starken Einfluss auf den Anspruch zu nehmen (Ziehungsrecht, o Son-
Kurs oder das Börsengeschehen nehmen derziehungsrecht). Nach der Höhe der Mit-
könnten. Das Kreditinstitut muss i. so han- telbereitstellung bemisst sich auch das
deln, dass dem Auftrag gebenden Kunden Stimmrecht (Quote) bei der Mittelvergabe an
kein Nachteil entsteht (z.B. Verteilung eines andere Länder. Auf diese Weise haben die
Großauftrages auf verschiedene Börsenplät- wenigen „reichen“ Mitgliedsländer einen
ze). sehr großen Einfluss auf die Geschäftspolitik
des IWF.
International Accounting Standards,
o IAS/IFRS. International Financial Reporting Stan-
dards, o IAS/IFRS.
internationale Lieferbedingungen, vgl.
o Incoterms. Internetbanking, o Electronic Banking.

internationale Zahlungsbedingungen, Interventionen am Devisenmarkt, Ein-


Zahlungsvereinbarungen im internationalen griffe von Nationalbanken zur Beeinflussung
Handel, bei denen die Risikopositionen von von Devisenkursen. Zu unterscheiden sind
Importeur und Exporteur jeweils unter- vertragliche und freiwillige I. Vertragliche
schiedlich ausfallen. 1. Vorauszahlung/An- I.a.D. liegen in Europa zurzeit hinsichtlich
zahlung: Hierbei trägt der Importeur das einiger Währungen des o Abwertung vor:
volle Risiko, da er zahlt, ohne die Ware Hier sind die Nationalbanken des o Europäi-
erhalten zu haben. – 2. o Dokumenteninkas- schen Systems der Zentralbanken (ESZB)
so: Der Importeur muss auch hier zahlen, sowie die entsprechenden Nationalbanken
ohne die Ware prüfen zu können. Er erhält verpflichtet einzugreifen, wenn der Devisen-
durch seine Zahlung jedoch die Verfügungs- kurs dieser Währung zum Euro ein bestimm-
gewalt über die im Zusammenhang mit der tes Niveau unter- bzw. überschreitet (o Ab-
Warenlieferung stehenden Dokumente. – wertung). Die Interventionspunkte werden
3. o Dokumentenakkreditiv: Der Importeur durch eine Bandbreite definiert, die sich von
wird von seinem Kreditinstitut auch dann einem bestimmten festgelegten Leitkurs aus
belastet, wenn die Ware nicht ordnungsge- berechnet. – Freiwillige I.a.D. liegen dann
mäß ist, da das beim Akkreditiv abgegebene vor, wenn eine Zentralbank ohne vertragliche
Zahlungsversprechen seiner Bank nur an die Verpflichtung interveniert, um auf diese
Inventar 126

Weise zu starke Kursausschläge zu vermei- Funds), d.h. zeitlich begrenzter Verkauf von
den (z.B. Intervention der Europäischen Investmentzertifikaten zur Finanzierung
Zentralbank (EZB) zugunsten des Euros bei eines bestimmten Projektes, z.B. eines Ein-
sinkendem Außenwert des Euros zum US- kaufcenters. – 2. Unterteilung nach Art der
Dollar; in diesem Fall würde die EZB US- Anlagewerte in Wertpapiersondervermögen
Dollar gegen Euro verkaufen). (z.B. Aktienfonds), Grundstückssonderver-
mögen, Sondervermögen über Geldmarktpa-
Inventar, vollständiges Verzeichnis aller piere (o Geldmarktfonds), gemischte Son-
Vermögensteile und Schulden eines Unter- dervermögen und sonstige (z.B. Goldfonds).
nehmens. Nach den Bestimmungen des § 240
HGB ist jeder o Kaufmann am Schluss eines Investmentgeschäft, 1. Begriff: Bankge-
Geschäftsjahres zur Erstellung eines I. ver- schäft im Sinne des o Gesetzes über das
pflichtet. Kreditwesen (KWG). Beim I. stellen Anleger
einer o Investmentgesellschaft (Kapitalanla-
Inventarwert, o Investmentgeschäft. gegesellschaft (KAG)) Geld zur Verfügung.
Dieses Geld wird in einem Sondervermögen
Inventur, körperliche Bestandsaufnahme im (o Investmentfonds) angelegt, wobei gesetz-
Zusammenhang mit der Erstellung eines liche Regelungen des o Investmentgesetzes
o Inventars. zu beachten sind. Über den Wert des Sonder-
vermögens werden Anteilscheine (Invest-
inverse Zinsstruktur, Sonderfall beim mentzertifikate) ausgestellt. Der Anleger hat
Verhältnis von kurz- und langfristigen Zins- damit einen prozentualen Anteil am Sonder-
sätzen. Während langfristige Zinssätze i.d.R. vermögen und profitiert von einer Wertstei-
höher sind als kurzfristige, kehrt sich dieses gerung des Sondervermögens. Die KAG
Verhältnis bei der i.Z. um. steuert durch ihre Anlageentscheidungen die
Rendite (Performance) des Anlegers. Diese
Investitionskredit, langfristiger Kredit zur Performance ist die Verzinsung unter der
Finanzierung von Anlagevermögen (z.B. Annahme, dass ausgeschüttete Beträge wie-
Maschinen, Produktionsstätten). – Gegen- der in Zertifikate angelegt werden. Perfor-
satz: o Betriebsmittelkredit. mance-Vergleiche sind jedoch stets im Zu-
sammenhang mit dem Risiko zu sehen: Ist
Investment Banking, Sammelbegriff für der Fonds z.B. in Aktien spekulativer Bran-
Tätigkeiten von Kreditinstituten im Wertpa- chen oder Regionen investiert, sind hohe
pier- und Emissionsgeschäft und bei Ge- Renditechancen, aber auch starke Kursver-
schäften im Zusammenhang mit Firmen- luste möglich. – Ein weiteres Gütekriterium
übernahmen. Das I.B. umfasst o Emission neben der Performance ist die Kostenhöhe.
und Handel von Wertpapieren, Verwahrung Kosten fallen vor allem für das Management
und Verwaltung von Wertpapieren, Anlage- des Fonds und für die Verwaltung des Son-
beratung bzw. (bei Großanlegern und vermö- dervermögens an; sie mindern den Wert des
genden Privatkunden) Vermögensverwal- Sondervermögens und damit die Performan-
tung. Bei Kreditinstituten, die sich auf I.B. ce des Anlegers. – 2. Kalkulation von Ausga-
spezialisiert haben, wird diese Palette erwei- be- und Rücknahmepreis: Bei Wertpapier-
tert durch Corporate Finance Geschäfte, d.h. fonds haben die Anleger i.d.R. das Recht,
Vermittlung von o Fusionen bzw. Unter- ihre Zertifikate jederzeit an die KAG zurück-
nehmensübernahmen und Finanzierung die- zugeben. Die KAG ermittelt börsentäglich
ser Geschäfte (o Mergers and Acquisitions), den Wert des Sondervermögens (Inventar-
sowie Unternehmensberatung (Consulting). – wert), der sich aus dem Kurswert der Fonds-
Gegensatz: o Commercial Banking. papiere, dem Barvermögen des Fonds und
weiteren Erträgen (z.B. aufgelaufene Zinsan-
Investmentfonds, Sondervermögen im sprüche) zusammensetzt. Der Inventarwert
o Investmentgeschäft. I. können nach ver- wird geteilt durch die Zahl der ausgegebenen
schiedenen Gesichtspunkten unterteilt wer- Zertifikate. Es ergibt sich dann der sog.
den. 1. Unterteilung nach rechtlicher Ausge- Rückkaufswert eines Zertifikates, den der
staltung in offene I. (Open End Funds), d.h. Anleger bei Rückgabe erhält. Für Anleger,
regelmäßiger Verkauf von Investmentzertifi- die neue Zertifikate erwerben wollen, wird
katen und geschlossene I. (Closed End ein Ausgabepreis i.d.R. als Aufschlag auf den
127 Ist-Kaufmann

Inventarwert kalkuliert, der von Fonds zu gen der KAG) Wertpapiere eines Schuldners
Fonds unterschiedlich hoch ist, im Durch- gekauft werden dürfen. Ferner dürfen in allen
schnitt bei Aktienfonds jedoch ca. 5 Prozent Fonds der KAG nur Aktien im Nennwert von
beträgt. Der Aufschlag ist ein weiteres Mittel maximal 10% des Grundkapitals einer o Ak-
für die KAG zur Bestreitung ihrer Kosten. – tiengesellschaft enthalten sein, um die
3. Bedeutung des I. für den Anleger: Invest- Stimmrechtsmacht der KAG bei Hauptver-
mentzertifikate bringen für Anleger den sammlungen derjenigen Gesellschaften, an
Vorteil mit sich, dass bereits bei relativ ge- denen die KAG Anteile hält, einzuschränken.
ringen Anlagebeträgen eine breite Streuung
in verschiedene Wertpapierformen, Branchen Investmentmodernisierungsgesetz, seit
oder Regionen möglich ist. Darüber hinaus 2003 geltende Rechtsvorschrift zur Regelung
hat der Anleger keine eigenen Transaktions- von Einzelfragen des o Investmentgeschäf-
entscheidungen zu treffen, da diese ihm vom tes. Durch das I. wurden in Deutschland
Management der KAG abgenommen werden. erstmals o Hedge Fonds für Privatanlager
Weiterhin ist es möglich, durch sog. Invest- zugänglich gemacht.
mentansparprogramme regelmäßig einen
bestimmten Geldbetrag für den Kauf von Investmentzertifikat, Anteilsschein über
Investmentzertifikaten zu verwenden (vgl. die Beteiligung an dem Sondervermögen
o Cost Average). Hierbei kann unter be- einer Investmentgesellschaft. – Vgl. auch
stimmten Voraussetzungen eine staatliche o Investmentgeschäft.
Förderung (o Arbeitnehmer-Sparzulage) in
Anspruch genommen werden. Investor Relations, Kommunikation eines
Unternehmens mit ihren Aktionären. Ziel der
Investmentgesellschaft, Kapitalanlage- I.R. ist es, die Vertrauensbasis zwischen
gesellschaft (KAG), die das Geld von Anle- Unternehmen und Öffentlichkeit auszubauen.
gern in o Investmentfonds investiert. Eine I. I.R. erhöhen außerdem den Bekanntheitsgrad
ist i.d.R. ein Tochterunternehmen eines des Unternehmens und vergrößern damit die
Kreditinstitutes oder eines Verbundes von potenzielle Zahl anlagewilliger Kunden.
Kreditinstituten. Nach dem o Investmentge-
setz ist eine I. in der Rechtsform einer IPO, Abk. für o Initial Public Offering.
o Gesellschaft mit beschränkter Haftung
(GmbH) oder o Aktiengesellschaft (AG) zu ISIN, Abk. für International Securities Iden-
führen, wobei in der Praxis die GmbH zur tification Number. Die ISIN ist ein internati-
Anwendung kommt. Beispiele für Kapitalan- onaler zwölfstelliger alphanumerischer Code
lagegesellschaften sind DWS (Deutsche zur Identifizierung eines bestimmten Wert-
Bank), DEKA (Sparkassen), Union (Genos- papiers. Er soll die jeweiligen nationalen
senschaftsbanken). Wertpapierkennummern nach und nach ab-
lösen.
Investmentgesetz, maßgebliche Grundla-
ge für die Ausgabe von o Investmentzertifi- ISE, Abk. für Imagegestützter Scheckeinzug.
katen. Investmentgesellschaften (Kapitalan- Möglichkeit für Kreditinstitute, beim Einzug
lagegesellschaften (KAG)) übernehmen nach von Schecks ab 6.000 EUR (vgl. o Großbe-
dem I. die Verpflichtung, die ihnen anver- trag-Scheckeinzug (GSE) über die o Deut-
trauten Einlagen im eigenen Namen für sche Bundesbank auf die körperliche Vorlage
gemeinschaftliche Rechnung des Investment- des Schecks zu verzichten. Stattdessen wird
fonds nach dem Grundsatz der Risikomi- ein eingescanntes Bild („Image“) des
schung anzulegen. KAG dürfen nur in der Schecks übermittelt.
Rechtsform der o Gesellschaft mit be-
schränkter Haftung (GmbH) oder o Aktien- Ist-Kaufmann, Bezeichnung des HGB für
gesellschaft (AG) geführt werden. In der denjenigen, der ein o Gewerbe betreibt. Der
Praxis werden KAG als GmbH betrieben. – I.-K. benötigt für seine Geschäftstätigkeit
Wichtige Vorschriften des I. sind die sog. einen in kaufmännischer Weise eingerichte-
Streuungsgrundsätze, die u.a. besagen, dass ten Betrieb. Ist dieser nicht vorhanden (z.B.
für einen Investmentfonds nur bis zu 5% des bei einem Kiosk oder einer Imbissstube),
Fondsvermögens (max. 10% bei entspre- liegt ein Kleingewerbebetrieb vor, der nicht
chender Regelung in den Vertragsbedingun- in das o Handelsregister eingetragen wird. –
ISO-Code 128

Vgl. auch o Partnerschaft, o Kannkauf- spielsweise mit dem Kürzel GBP das briti-
mann. sche Pfund und mit USD der amerikanische
Dollar bezeichnet. Der o Euro als supranati-
ISO-Code, von der International Standardi- onale Währung kann nicht in dieses Schema
zation Organisation (ISO) entwickelter eingeordnet werden. Er trägt die Bezeich-
Buchstabencode für Währungsbezeichnun- nung EUR.
gen. Beim dreistelligen ISO-C. stehen die
ersten beiden Buchstaben für das Land und IWF, Abk. für o Internationaler Währungs-
der dritte für die Währung. So wird bei- fonds.
J
Jahrescoupon. 1. Ausstattungsmerkmal von den alten Aktien der Gesellschaft abwei-
eines o festverzinslichen Wertpapiers, das chenden Dividendenberechtigung (o Divi-
die jährlichen Zinszahlungen des Papiers dende) ausgegeben wird. Den bisherigen Ak-
kennzeichnet. – 2. Bezeichnung des o Zins- tionären steht ein gesetzliches o Bezugsrecht
scheins selbst, der zum angegebenen Zins- auf die j.A. zu, das jedoch ganz oder teilwei-
termin den Anspruch auf Zahlung der Zinsen se durch einen Beschluss der Hauptversamm-
des vergangenen Jahres verbrieft. lung ausgeschlossen werden kann.

Jahressteuerbescheinigung, Bescheini- Junk Bond, Risiko-Anleihe, High Yield


gung eines Kreditinstituts als Nachweis der Bond; Anleihe, die aufgrund zweifelhafter
einem Sparer im abgelaufenen Jahr gutge- o Kreditwürdigkeit des Emittenten ein hohes
schriebenen Kapitalerträge und darauf abge- Ausfallrisiko bei überdurchschnittlicher Ver-
führten Steuern. Die J. kann z.B. genutzt zinsung aufweist. Es handelt sich daher um
werden, um im Rahmen der Einkommen- eine sehr spekulative Anlageform.
steuererklärung eine teilweise Rückerstattung
einbehaltener o Abgeltungssteuern zu bean- juristische Personen, Personenvereini-
tragen, wenn der persönliche Steuersatz des gungen oder Vermögensmassen mit eigener
betreffenden Sparers den pauschalen Abgel- Rechtspersönlichkeit. Die o Rechtsfähigkeit
tungssteuersatz von 25% unterschreitet. der j.P. wird durch einen Rechtsakt (z.B.
Eintragung einer Aktiengesellschaft in das
Jahresüberschuss, Saldo aus Erträgen Handelsregister) erlangt.
und Aufwendungen in der Gewinn- und
Verlustrechnung einer Unternehmung. Bei Juristische Personen
einer o Aktiengesellschaft ergibt sich aus
dem J. nach Abzug der o Rücklagen der Juristische Personen Juristische Personen
Bilanzgewinn, über dessen Verwendung die des Privatrechts des öffentlichen Rechts
Hauptversammlung beschließt. x Rechtsfähige x Körperschaften
Personenvereini- des öffentlichen
J/D, Abk. für Juni/Dezember; Kennzeich- gungen (z.B. ein- Rechts (z.B.
getragener Ver- Bund, Länder,
nung des halbjährlichen Zinszahlungstermins ein, eingetragene Industrie- und
bei o festverzinslichen Wertpapieren jeweils Genossenschaft, Handelskam-
zum 1.6. und 1.12. eines Jahres. Zu diesen Aktiengesell- mern)
Terminen werden die Zinsen rückwirkend für schaft) x Anstalten des
das vergangene Halbjahr gezahlt. x Privatrechtliche öffentlichen
Stiftungen (z.B. Rechts (z.B. öf-
Stiftung Volks- fentlich-rechtliche
J/J, Abk. für Januar/Juli; Kennzeichnung
wagenwerk, Kon- Sparkassen,
des halbjährlichen Zinszahlungstermins bei rad-Adenauer- Rundfunk-und
o festverzinslichen Wertpapieren jeweils Stiftung) Fernsehanstalten)
zum 1.1. und 1.7. eines Jahres. Zu diesen x Öffentlich-recht-
Terminen werden die Zinsen rückwirkend für liche Stiftungen
das vergangene Halbjahr gezahlt. (z.B. Stiftung Kul-
turfonds)
junge Aktie, Aktie, die im Rahmen einer
o Kapitalerhöhung gegen Einlagen mit einer
K
KAG, Abk. für Kapitalanlagegesellschaft. Kapitalbilanz, Teilbilanz der o Zahlungsbi-
Rechtsgrundlage für eine KAG ist das o In- lanz.
vestmentgesetz (InvG).
Kapitaldienstfähigkeit, Fähigkeit, Zins-
Kannkaufmann, Kaufmannsbegriff des und Tilgungsraten eines Kredites erbringen
HGB. Der K. erlangt Kaufmannseigenschaft zu können. Bei Unternehmen wird die K. vor
durch freiwillige Eintragung in das o Han- allem über den o Cash Flow beurteilt.
delsregister. Die Eintragung hat o konstituti-
ve Wirkung. Land- und forstwirtschaftliche Kapitalerhöhung, Heraufsetzung des Ka-
Unternehmen und o Kleingewerbetreibende pitals eines Unternehmens. Insbesondere bei
können als K. die Kaufmannseigenschaft der o Aktiengesellschaft (AG) spielt die K.
erhalten; für sie gelten dann alle Vorschriften eine wichtige Rolle. Für die K. einer AG ist
des HGB. die Zustimmung der Hauptversammlung
(HV) mit einer ¾-Mehrheit des bei Be-
Kapitalanlagegesellschaft, o Invest- schlussfassung vertretenen (anwesenden) Ka-
mentgesellschaft. pitals erforderlich. Es werden vier verschie-
dene Arten unterschieden. 1. Ordentliche K.
Kapitalanleger - Musterverfahrensge- (K. gegen Einlagen) durch Ausgabe neuer
setz (KapMuG), seit Ende 2005 geltendes Aktien. Den Altaktionären steht ein o Be-
Regelwerk zur Stärkung von Anlegerrechten. zugsrecht für die neuen Aktien zu, das unter
Das KapMuG ermöglicht die Anwendung bestimmten Bedingungen ausgeschlossen
eines Musterverfahrens in den Fällen, bei werden kann. Der AG fließen durch die
denen eine Vielzahl von gleich gearteten ordentliche K. liquide Mittel (Anzahl der
Schadenersatzklagen aufgrund fehlerhafter neuen Aktien, multipliziert mit dem Ausga-
Kapitalmarktinformationen vorliegt. Klagen bepreis) zu. – 2. K. aus Gesellschaftsmitteln
beispielsweise sehr viele Käufer einer o jun- (nominelle K.) durch Umwandlung von
gen Aktie Schadenersatz ein, weil Angaben Rücklagen in Grundkapital. Die Altaktionäre
im Verkaufsprospekt der Aktie (vgl. o Pros- erhalten hierbei in einem bestimmten Ver-
pekthaftung) unrichtig waren, kann ein ein- hältnis o Berichtigungsaktien (in der Praxis
ziger Fall exemplarisch für alle anderen bis auch als Gratisaktien bezeichnet). Es fließen
zum Urteil durchgeführt werden. Der dann der AG keine liquiden Mittel zu, da es sich
getroffene Musterentscheid hat bindende nur um einen buchungstechnischen Tausch
Wirkung für alle anderen Kläger. Für die auf der Passivseite der Bilanz handelt. Der
Anwendung des KapMuG sind mindestens Grund für eine K. aus Gesellschaftsmitteln
10 Verfahren notwendig. Der Vorteil liegt liegt bei Aktien mit sehr hohem Börsenkurs
darin, dass hohe Prozesskosten, die im Zu- vor allem darin, das Vermögen der AG auf
sammenhang mit dem Verfahren anfallen, auf eine größere Zahl von Aktien zu verteilen,
alle Musterkläger verteilt werden können. – um so den Kurs „leichter“ zu machen, womit
Das Verfahren nach dem KapMuG darf nicht die Aktie insbesondere für Kleinanleger
mit den in den USA üblichen Sammelklagen interessanter wird. Durch die Ausgabe der
verwechselt werden: Bei einer Sammelklage Berichtigungsaktien ändert sich die Vermö-
können alle Geschädigten, bei einem Verfah- gensposition der Aktionäre trotz der Kurs-
ren nach dem KapMuG jedoch nur diejeni- senkung nicht. – 3. Genehmigte K. durch
gen Kläger von dem Urteil profitieren, die Ermächtigung des Vorstandes der AG, inner-
selbst eine Klageschrift eingereicht oder ein halb von fünf Jahren das Grundkapital um
gerichtliches Güteverfahren beantragt haben. einen bestimmten Nennbetrag durch eine
Kapitalertragsteuer (KESt, KapESt) 132

ordentliche K. zu erhöhen (sog. Vorratsbe- chen Ertrag von 15.000 Euro abwirft, einen
schluss). – 4. Bedingte K. durch Bereitstel- Kapitalwert von 250.000 Euro (15.000 : 6) ˜
lung von Aktien für den Fall, dass Gläubiger 100. Für schwankende Erträge (z.B. jährliche
einer Wandelanleihe (o Convertible Bond) Gewinne eines Unternehmens) ist die K.
oder o Optionsanleihe von ihrem Recht Ge- schwierig. In der Bankpraxis spielt die K. im
brauch machen, ihre Wandelanleihe in einem Zusammenhang mit der o Beleihungswert-
bestimmten Verhältnis in Aktien zu tauschen ermittlung bei Immobilien eine Rolle.
bzw. ihr aufgrund der Optionsanleihe beste-
hendes Recht zum Bezug von Aktien zu Kapitallebensversicherung, Vertrag mit
einem bestimmten Preis auszuüben. Die einer Versicherungsgesellschaft, der die Ver-
Ausgabe von Wandel- oder Optionsanleihen einbarung enthält, dass im Falle des Todes
zieht also immer einen weiteren Beschluss des Versicherungsnehmers oder nach Ablauf
zur bedingten K. nach sich. einer bestimmten Frist die vereinbarte Versi-
cherungssumme inkl. Zinsen und eventueller
Kapitalertragsteuer (KESt, KapESt), Überschussbeteiligungen (Ertragsanteile aus
offizielle Bezeichnung für die seit dem den Gewinnen der Versicherungsgesell-
1.1.2009 geltende o Abgeltungssteuer. In der schaft) ausbezahlt wird. Der Versicherungs-
Form der Abgeltungssteuer ist die K. keine nehmer verpflichtet sich zur regelmäßigen
reine Vorauszahlung auf die o Einkommen- Ansparung von Beiträgen (Prämien). Die
steuer mehr, da mit dem Abzug von 25% Beiträge enthalten einen Risikoanteil für
o Rückstellungen der Versicherungsgesell-
(zuzüglich o Solidaritätszuschlag und evtl.
Kirchensteuer) auf den Ertrag (Zinsen, Divi- schaft im Hinblick auf das Risiko der vorzei-
denden oder Kursgewinne) der Vorgang tigen Auszahlung im Todesfall, einen Ver-
grundsätzlich „erledigt“ ist. Der Steuerpflich- waltungskostenanteil zur Deckung allgemei-
tige kann einen K.-Abzug daher auch nicht ner Kosten der Versicherung (z.B. Werbung,
mehr als o anrechenbare Steuer bei der Vertreterprovisionen) und einen Sparanteil.
Einkommensteuererklärung geltend machen, Das Verhältnis dieser Anteile zueinander ist
es sei denn, sein persönlicher Steuersatz liegt bei den einzelnen Versicherungsgesellschaf-
unter dem Satz der Abgeltungssteuer. In ten unterschiedlich. Außerdem ist das Ver-
diesem Fall kann er den zu viel erhobenen hältnis abhängig vom Eintrittsalter des Versi-
Abzug zurückfordern. cherten und der Laufzeit des Vertrages. Auf
den Sparanteil ist eine Mindestverzinsung
Kapitalgesellschaft, Gesellschaft mit von zurzeit 2,25% p.a. gesetzlich garantiert.
eigener Rechtspersönlichkeit (o juristische Die Versicherungsgesellschaft kann jedoch
Person). Zu den Kapitalgesellschaften zählen durch geschickte Anlage der Sparanteile am
o Kapitalmarkt eine wesentlich höhere Ver-
die oAktiengesellschaft (AG), die o Gesell-
schaft mit beschränkter Haftung (GmbH) und zinsung erwirtschaften, die bei der Auszah-
die o Kommanditgesellschaft auf Aktien lung dem Versicherungsnehmer zu Gute
(KGaA). Im Gegensatz zu einer o Personen- kommt. Unterschiede bei der Anlage des
gesellschaft haftet bei der K. nur das Gesell- Sparanteils, der Höhe von Überschussbeteili-
schaftsvermögen und nicht das private Ver- gungen und der Höhe des Sparanteils führen
mögen von Gesellschaftern den Gläubigern in der Praxis dazu, dass je nach Versiche-
für die Verbindlichkeiten des Unternehmens. rungsgesellschaft sehr große Unterschiede
Ausnahme: KGaA; hier haften auch natürli- bei der o Rendite einer K. bestehen. – Die
che Personen mit ihrem Privatvermögen. steuerliche Begünstigung der K. ist im Zuge
der Bestimmungen zum o Alterseinkünfte-
Kapitalherabsetzung, Verminderung des gesetz entfallen. Seit 2005 unterliegen Erträ-
Kapitals eines Unternehmens durch Gesell- ge aus einer K. mit mindestens 12 Jahren
schafterbeschluss. Eine K. findet meist dann Laufzeit im Falle einer Auszahlung nach
statt, wenn das Unternehmen gezwungen ist, Vollendung des 60. Lebensjahres dem o
Verluste auszugleichen. Halbeinkünfteverfahren. Erträge aus anderen
K. sind voll steuerpflichtig.
Kapitalisierung, Ermittlung des Wertes
(Kapitalwertes) eines Vermögensobjektes. So Kapitalmarkt, Markt für langfristige Kredi-
ergibt z.B. die K. eines Geldvermögens, das te (unabhängig davon, ob sie, wie z.B. o An-
bei 6% p.a. Verzinsung einen festen jährli- leihen, in Wertpapierform verbrieft sind oder
133 Kassenverkehr

nicht) und Beteiligungskapital (vor allem Bank- bzw. Sparkassenkarten (o EC-Ser-


o Aktien). Man unterscheidet den organisier- vice), o Geldkarten oder o Kreditkarten
ten (z.B. Börse) und den nicht-organisierten vorgenommen werden.
K. (z.B. Markt für langfristige Darlehen).
Kassageschäft, Spot-Geschäft; Wertpa-
Kapitalrücklagen, o Rücklagen. pier- Devisen- oder Warengeschäft, das
sofort oder innerhalb einer kurzen Frist zu
Kapitalsparbrief, o Sparbriefe. erfüllen ist. Bei Wertpapieren und Devisen ist
eine Frist von zwei Geschäftstagen allgemein
Kapitalstruktur, Bilanzrelationen im Zu- üblich (usancegemäß), d.h. nach Ablauf von
sammenhang mit der o Bilanzanalyse, die zwei Geschäftstagen erhält der Käufer gegen
Kreditinstitute im Rahmen einer Prüfung der Bezahlung die Wertpapiere in seinem Depot
o Kreditwürdigkeit vornehmen. Eine wichti- bzw. die Gutschrift des Währungsbetrages
ge Kennziffer für die K. ist die o Eigenkapi- bei Devisengeschäften. – Gegensatz: o Ter-
talquote. mingeschäft.

Kapitalverkehr, Teilbereich des Außenwirt- Kassahandel, Wertpapiergeschäfte, bei


schaftsverkehrs. Im Gegensatz zum Waren- denen ein Kassakurs ermittelt wird (vgl.
und Dienstleistungsverkehr (Leistungsbe- o Einheitskurs). – Gegensatz: o Fortlaufen-
reich), der Exporte und Importe von Waren de Notierung.
und Dienstleistungen zwischen verschiede-
nen Ländern umfasst, bezieht sich der K. auf Kassakurs, o Einheitskurs.
die Verbringung von Vermögenswerten von
einem Land in ein anderes. K. liegt einerseits kassatorische Klausel, Vermerk auf
bei der Begleichung von Rechnungen für einem o Konnossement, das zum Schutz
Waren- bzw. Dienstleistungsgeschäfte vor; gegen Verlust einer Briefsendung in mehre-
andererseits findet er in Form sog. „autono- ren Originalen getrennt versendet wird. Bei
mer Transaktionen“ ohne Bezug zum Leis- der Vorlage nur eines Originals wird die
tungsbereich statt, wenn ausländische Anla- Ware von der Reederei ausgeliefert; die
gen am inländischen bzw. inländische Anla- anderen Originale verlieren dann auf Grund
gen am ausländischen o Geldmarkt oder o der k.K. ihre Gültigkeit.
Kapitalmarkt getätigt werden. Der K. wird
von der Europäischen Zentralbank (o Kassenobligation, o Anleihe mit i.d.R.
Europäisches System der Zentralbanken) im zwei- bis vierjähriger Laufzeit, die zur Fi-
Rahmen ihrer Statistik zur o Zahlungsbilanz nanzierung kurz- bzw. mittelfristiger Investi-
erfasst. tionen herausgegeben (emittiert) wird. Als
Emittenten kommen o Universalbanken oder
Kapitalwertpapiere, Wertpapiere, die im spezialisierte Kreditinstitute (z.B. o Realkre-
Gegensatz zu o Geldwertpapieren langfris- ditinstitute) in Frage. Der Bund emittiert
tige Vermögenswerte verbriefen. Wichtige K. ebenfalls K.; die Bezeichnung für K. des
sind o Anleihen, o Aktien und o Grund- Bundes wurde inzwischen jedoch geändert in
schuldbriefe. Während Anleihen ein Forde- Bundesschatzanweisungen (o Bundeswert-
rungsrecht verbriefen, beinhalten Aktien Be- papiere).
teiligungsrechte. Der Grundschuldbrief um-
fasst ebenfalls ein Forderungsrecht; er ist im Kassenverkehr, Bezeichnung für Bargeld-
Gegensatz zu einer Anleihe oder einer Aktie geschäfte in Kreditinstituten. Der K. ist heute
nicht vertretbar (austauschbar), da er indivi- weitgehend automatisiert. Die Kunden ver-
duelle Vereinbarungen enthält (Summe, Zins- fügen entweder selbstständig an o Geldau-
satz, Fälligkeit). Vertretbare K. werden als tomaten oder es finden Verfügungen an
o Effekten bezeichnet. Automatischen Kassentresoren (AKT) statt,
die zwar von Angestellten des Kreditinstitu-
KapMuG, Abk. für o Kapitalanleger-Mus- tes bedient werden, bei denen jedoch manu-
terverfahrensgesetz. elle Tätigkeiten wie das Abzählen von Geld-
scheinen weitgehend entfallen. Beim K.
Kartenzahlungen, Sammelbezeichnung haben Kreditinstitute die Regelungen des
für Zahlungen, die unter Verwendung von o Gesetzes über das Aufspüren von Gewin-
Katasteramt 134

nen aus schweren Straftaten (Gewinnauf- uneingeschränkt zum Ausgleich eventueller


spürgesetz, in der Praxis meist Geldwäsche- Verluste zur Verfügung. Es besteht im We-
gesetz genannt) zu beachten. Zum K. gehört sentlichen aus dem Geschäftskapital (z.B. bei
auch die Annahme von Einzahlungen im o Aktiengesellschaften: Grundkapital und
o Nachttresor. o Rücklagen). Das Ergänzungskapital steht
unter bestimmten Voraussetzungen für einen
Katasteramt, staatliche Behörde, die das Verlustausgleich zur Verfügung.
Liegenschaftsbuch führt, in dem die Grund-
stücke eines Eigentümers innerhalb eines KfW, Abk. für o Kreditanstalt für Wieder-
Amtsgerichtsbezirkes eingetragen sind. Bei aufbau.
Baufinanzierungen nimmt eine kreditgewäh-
rende Bank oder Sparkasse nicht nur Ein- KG, Abk. für o Kommanditgesellschaft.
blick in das o Grundbuch, sondern auch in
die Aufzeichnungen des K., da die Angaben KGa.A., Abk. für o Kommanditgesellschaft
zu Größe, Lage und Nutzungsart eines auf Aktien.
Grundstückes nur im Kataster und nicht im
Grundbuch o öffentlichen Glauben genie- KGV, Abk. für o Kurs-Gewinn-Verhältnis.
ßen.
Kinderzulage, o Altersvorsorgezulage.
Kaufkraft, Fähigkeit zum Erwerb von Gü-
tern und Dienstleistungen mit Hilfe von Geld Klageverfahren, gerichtliches Verfahren
(o Geld). Die K. des Geldes wird auch als zur Geltendmachung von Forderungen. Das
Geldwert bezeichnet; sie steht im reziproken K. kommt bei Kreditinstituten zur Anwen-
(umgekehrten) Verhältnis zur Preisentwick- dung, wenn ein Kreditnehmer gegen die
lung. – Vgl. auch o Inflation. Zustellung eines Mahnbescheides (o ge-
richtliches Mahnverfahren) Widerspruch ein-
Kaufkurs, o Geldkurs. legt. Nach Klageerhebung prüft das zustän-
dige Gericht den Grund der Klage sowie den
Kaufmann, Begriff aus dem HGB. Kaufleu- erhobenen Anspruch. Es findet dann eine
te haben nach dem HGB das Recht zum mündliche Gerichtsverhandlung statt, die mit
Führen einer o Firma und zur Erteilung einer einem Urteil endet. Fällt das Urteil zugunsten
o Prokura. Andererseits gelten für Kaufleute des Kreditinstitutes aus, so kann es eine
strengere Pflichten als für Privatpersonen o Zwangsvollstreckung in das Vermögen des
oder o Kleingewerbetreibende, z.B. hinsicht- Schuldners betreiben. Weitere Gründe, die
lich der Rügepflicht von Mängeln bei Liefe- zum Abschluss des Verfahrens führen, sind
rungen. Das HGB unterscheidet verschiedene Rücknahme der Klage und eine Einigung
K.-Arten (o Ist-Kaufmann, o Kannkauf- (Vergleich) zwischen den Parteien. Da das K.
mann). Voraussetzung für die K.-Eigenschaft sehr zeitaufwendig ist, sind Kreditinstitute
ist das Führen eines nach Art und Umfang in bei der Vergabe von Krediten vorrangig an
kaufmännischer Weise eingerichteten Ge- der Hereinnahme von o Kreditsicherheiten
schäftsbetriebes. interessiert; hierbei können sie i.d.R. sehr
schnell, d.h. ohne K. auf die Kreditsicherheit
Kaufoption, o Option. zugreifen.

Kernkapital, Ordnungsbegriff zur Ausge- Kleingewerbetreibende, Bezeichnung für


staltung der im § 10 KWG geforderten Ei- Unternehmen, die aufgrund der Art und des
genmittelausstattung von Kreditinstituten. Umfangs ihrer Geschäfte einen in kaufmän-
Der § 10 enthält lediglich die Regelung, dass nischer Weise eingerichteten Geschäftsbe-
Kreditinstitute „angemessene Eigenmittel“ trieb nicht benötigen (z.B. Imbissstube,
haben müssen. Diese Eigenmittel setzen sich Kiosk). K. haben die Möglichkeit, sich frei-
nach einer Vorschrift der o Bundesanstalt willig als o Kannkaufmann in das o Han-
für Finanzdienstleistungsaufsicht aus dem delsregister eintragen zu lassen.
K., den o Drittrangmitteln und dem o Er-
gänzungskapital zusammen. Die Summe aus Kleinkredit, Bezeichnung für ein kurz- bis
K. und Ergänzungskapital wird als haftendes mittelfristiges Darlehen, das in einer Summe
Eigenkapital bezeichnet. K. steht dem Institut zur Verfügung gestellt und in festen Raten
135 Kommunalkredit

zurückgezahlt wird. Der K. dient einer Fi- Die Konstruktion entspricht weitgehend der
nanzierung von Konsumgütern. Alternative Kommanditgesellschaft (KG). Die Kom-
Bezeichnungen für den K. sind z.B. „per- manditisten sind bei der KGaA jedoch mit
sönliches Anschaffungsdarlehen“, „Konsu- Einlagen auf das in Aktien zerlegte Kom-
mentenkredit“. manditkapital beteiligt. Die KGaA hat, wie
auch die o Aktiengesellschaft, einen Auf-
Kombinierter Auftrag, Auftrag, der sich sichtsrat, der den Vorstand kontrolliert.
auf mehrere o Optionen oder o Futures Komplementäre können keine Aufsichts-
bezieht. Ein Beispiel für einen k.A. ist der ratsmitglieder sein. Die Beschlüsse werden
o Straddle. bei der KGaA durch die Hauptversammlung
(Versammlung der Kommanditaktionäre) ge-
Kombizinsanleihe, Stufenzinsanleihe; An- troffen. Die KGaA ist als Rechtsform vor
leihe, bei der im ersten Laufzeitjahr keine allem für Familiengesellschaften interessant,
Zinsen, später jedoch dafür umso höhere wenn ein großer Kreis von Gesellschaftern
Zinsen gezahlt werden. Eine Variante stellen vorhanden ist, aber gleichzeitig hoher Eigen-
Step-up-Anleihen dar, bei denen der jährliche kapitalbedarf und damit die Tendenz zur
Zinsertrag regelmäßig ansteigt. Eine K. ist Kapitalgesellschaft besteht. Der KGaA ist es
z.B. für Anleger interessant, die in den ersten möglich, sich eine breite Basis für ihr o Ei-
Laufzeitjahren eine hohe Steuerbelastung, genkapital über die Herausgabe von Aktien
dann jedoch (z.B. durch Erreichen des Ren- zu beschaffen.
tenalters) eine geringe Steuerbelastung zu
erwarten haben. Kommanditist, Teilhafter einer o Kom-
manditgesellschaft.
Kommanditgesellschaft (KG), Personen-
handelsgesellschaft, bei der mindestens ein Kommissionär, Person, die den Kauf oder
Gesellschafter auch mit seinem privaten Verkauf von Waren oder Wertpapieren im
Vermögen haftet (Komplementär, persönlich eigenen Namen, jedoch für fremde Rechnung
haftender Gesellschafter oder Vollhafter), die eines Auftraggebers (Kommittent) über-
anderen jedoch nur bis zur Höhe einer ver- nimmt. Kreditinstitute führen Kundenaufträ-
einbarten Einlage haften (Kommanditisten ge über die Anschaffung oder Veräußerung
oder Teilhafter). Nach dem HGB gelten für von Wertpapieren im In- und Ausland grund-
die KG die gleichen Bestimmungen wie für sätzlich als K. aus (andere Möglichkeit:
die o offene Handelsgesellschaft (oHG), so- o Festpreisgeschäft). Gegenüber dem Kun-
fern keine ausdrückliche andere Regelung den weist der K. den Preis des Ausführungs-
des HGB vorliegt. Die Geschäftsführung geschäftes (Börsenkurs) sowie eine Provision
(Innenverhältnis) und die Vertretung (Au- und sonstige Transaktionskosten (z.B. Mak-
ßenverhältnis) der KG stehen jedem Kom- lergebühr) aus. Bei Aufträgen, die über aus-
plementär einzeln zu. Andere vertragliche ländische Börsen abgewickelt werden, an
Regelungen (z.B. Ausschluss eines Komple- denen das Kreditinstitut selbst nicht vertreten
mentärs von der Vertretung oder gemeinsame ist, wird eine andere Bank (z.B. Zentralinsti-
Vertretung durch zwei Komplementäre) sind tut oder o Korrespondenzbank) am Börsen-
gültig, sofern sie ins o Handelsregister ein- platz eingeschaltet; diese andere Bank tritt
getragen werden. Bei außergewöhnlichen dann als Zwischenkommissionär auf. Die
Geschäften besitzen die Kommanditisten ein beiden Banken teilen sich in diesem Fall die
Widerspruchsrecht. Darüber hinaus sind sie Provision.
berechtigt, eine Abschrift der Bilanz zu
verlangen und ihre Richtigkeit anhand der Kommissionsgeschäft, o Kommissionär
Geschäftsunterlagen nachzuprüfen. Die Ge-
winnbeteiligung der Kommanditisten erfolgt Kommunalanleihe, o Anleihe, die von
gemäß konkreter vertraglicher Regelung in einer großen Gemeinde emittiert wird (z.B.
einem „angemessenen Verhältnis“ gegenüber K. der Hansestadt Hamburg). Kleinere Ge-
den Vollhaftern. meinden können sich über eine o Kommu-
nalobligation Finanzmittel beschaffen.
Kommanditgesellschaft auf Aktien,
KGaA, o Kapitalgesellschaft mit eigener Kommunalkredit, langfristiges Darlehen
Rechtspersönlichkeit (juristische Person). zur Finanzierung öffentlicher Investitionen.
Kommunalobligation 136

Als Kreditnehmer kommen Gemeinden, Ge- Für Kreditinstitute sind die Auswirkungen
meindeverbände (z.B. Landschaftsverband) der Konjunkturphasen auf das Zinsniveau
oder Körperschaften des öffentlichen Rechts und damit auf die Kursentwicklung von
in Frage. Als K. wird auch ein Darlehen an o Aktien und o Anleihen besonders wichtig.
private Unternehmen bezeichnet, wenn eine Das in Aufschwungphasen zu beobachtende
öffentlich-rechtliche Körperschaft hierfür Ansteigen des Zinsniveaus führt zu sinken-
eine Bürgschaft übernimmt (z.B. Kredit an den Aktien- bzw. Anleihekursen: So müssen
eine private Wohnungsbaugesellschaft zur die Emittenten von Anleihen einerseits bei
Finanzierung von Projekten des Sozialen steigenden Zinsen eine höhere o Nominal-
Wohnungsbaus). verzinsung anbieten, was bestehende Anlei-
hen im Kurs sinken lässt, damit diese wie-
Kommunalobligation, Kommunalschuld- derum dieselbe o Rendite aufweisen wie
verschreibung; o Anleihe, die zum Zweck Neuemissionen. Die Gewinnaussichten der
der Beschaffung von Mitteln zur Gewährung Unternehmen leiden andererseits durch die
langfristiger Kredite an Kommunen emittiert höhere Kostenbelastung aufgrund steigender
wird. Im Gegensatz zur Kommunalanleihe, Zinsen; die Investitionstätigkeit geht zurück.
bei der die Kommune selbst Emittentin ist, Die sinkenden Gewinnerwartungen der Un-
fungiert bei einer K. ein o Realkreditinstitut ternehmen ziehen die Aktienkurse nach
als Emittent. Die zufließenden Mittel werden unten. Generell ist zu beobachten, dass sich
im Aktivgeschäft dieses Instituts für die die Wertpapierkurse ähnlich wie ein Kon-
Gewährung von o Kommunalkrediten ver- junkturverlauf entwickeln, dass sie diesem
wendet. Eine K. wird heute emittiert unter jedoch meist vorausgehen. Bei Anlageent-
der modernen Bezeichnung öffentlicher scheidungen ist also stets der Konjunkturver-
o Pfandbrief. lauf zu berücksichtigen. Der K. kommt eine
wichtige Bedeutung im Zusammenhang mit
Komplementär, Vollhafter einer o Kom- der so genannten fundamentalen o Aktien-
manditgesellschaft. analyse zu.

Konjunktur, im Zeitablauf feststellbare Konkurs, Zwangsauflösung eines Unter-


Schwankungen in der wirtschaftlichen Ent- nehmens auf Grund von Zahlungsunfähig-
wicklung einer Volkswirtschaft. Im Wesentli- keit. Die Regelungen der Konkursordnung
chen werden in der Literatur zur Konjunktur- zum K. wurden 1999 in die Regelungen zum
forschung die folgenden K.-Phasen unter- o Insolvenzverfahren überführt.
schieden:
Konnossement, Empfangsbestätigung ei-
Phase wichtige Merkmale
ner Reederei. Die Reederei bestätigt auf dem
K. einem Exporteur den Empfang einer Ware
Aufschwung sinkende Sparneigung; und verpflichtet sich, die Ware dem berech-
relativ geringe Preissteige- tigten Empfänger (Importeur) auszuhändi-
rungsraten; langsam stei- gen. Das K. lautet auf den Namen des Liefe-
gendes Zinsniveau; sinken- rers und ist damit ein o Rektapapier; es kann
de Arbeitslosenquote jedoch durch eine Orderklausel („oder Or-
der“) zu o Orderpapier gemacht werden und
Boom sehr niedrige Sparneigung; dann durch o Indossament unter eventueller
(Hochkon- hohe Preissteigerungsraten , Zwischenschaltung von Kreditinstituten an
junktur) hohes Zinsniveau, relativ den Importeur weitergegeben werden. Ferner
geringe Arbeitslosigkeit ist das K. ein Traditionspapier, d.h. es ver-
brieft das Eigentum an der Ware. Die Über-
Abschwung wachsende Sparneigung; gabe des K. hat folglich die gleiche Wirkung
(Rezession) Sinken von Preisen und
wie die Übergabe der Ware. Im Zusammen-
Zinsen; steigende Arbeitslo-
hang mit einem o Dokumentenakkreditiv
sigkeit
stellen Kreditinstitute verschiedene Quali-
Tiefstand hohe Sparneigung; geringes tätsanforderungen an ein K.: Es muss einer-
(Depression) Preis- und Zinsniveau; hohe seits „rein“ (Clean) sein, d.h. es darf keinen
Arbeitslosigkeit Vermerk über nach außen sichtbare Schäden
der Ware enthalten. Andererseits ist dem ak-
137 Konten zugunsten Dritter

kreditiveröffnenden Kreditinstitut ein „voller Konsulatsfaktura, Wertpapier im Außen-


Satz“ (Full Set) von mehreren K.-Aus- wirtschaftsverkehr, durch das der Ursprung
fertigungen vorzulegen. Drittens muss aus einer Ware und die Handelsüblichkeit des
dem K. hervorgehen, dass die Ware nicht nur Rechnungspreises dieser Ware bestätigt
zur Verschiffung übernommen wurde (Über- werden. Durch die K. kann sich z.B. ein
nahme-K), sondern dass sie sich an Bord brasilianischer Importeur beim Kauf deut-
eines bestimmten Schiffes (An-Bord-K.) scher Ware durch sein Konsulat in Deutsch-
befindet. land Herkunft und marktgerechten Preis
bestätigen lassen. Zweck der K., die in vielen
Konnossementsgarantie, Sonderform Ländern aufgrund staatlicher Vorschriften
der o Bankgarantie. Möchte ein Importeur verlangt wird, ist vor allem die korrekte
einer Ware bereits vor Ankunft des o Kon- Erfassung des Warenwertes bei der Berech-
nossements über die von ihm bestellte Ware nung von Importzöllen.
verfügen, hat er eine K. seines Kreditinstitu-
tes beizubringen, welche die Reederei vor Konsumkredit, o Kleinkredit.
Schadenersatzansprüchen im Zusammenhang
mit der Warenauslieferung ohne Konnosse- Kontensparvertrag, Bezeichnung für eine
ment schützt. Anlageform nach dem Vermögensbildungs-
gesetz. o Vermögenswirksame Leistungen
Konsolidierung, 1. Zusammenfassung von können in einen K. angelegt werden, es wird
Bilanzen verschiedener Gesellschaften eines hierbei jedoch keine o Arbeitnehmer-Spar-
o Konzerns zu einer Konzernbilanz. – zulage gewährt.
2. Umschuldung bei o Anleihen (Umwand-
lung kurzfristiger Schulden in langfristige). – Kontenwahrheit, Rechtsgrundsatz des
3. Zusammenfassung älterer Anleihen zu § 154 der o Abgabenordnung (AO), nach
einer neuen Anleihe, die nach der Zusam- dem niemand auf einen falschen oder erdich-
menfassung mit aktuellen Marktkonditionen teten Namen ein Konto errichten oder Bu-
ausgestattet wird (auch Konvertierung oder chungen vornehmen lassen, Wertsachen in
Konversion genannt). Verwahrung geben oder verpfänden oder sich
ein Schließfach geben lassen darf. Für die
Konsortialkredit, Metakredit, syndizierter Kreditinstitute bedeutet dieser Grundsatz,
Kredit; von einem o Bankenkonsortium ge- dass sie bei jedem Neukunden eine Identifi-
meinschaftlich eingeräumter Kredit. Ein K. kation mittels amtlichen Lichtbildausweises
kommt zur Anwendung, wenn das Kreditvo- sowie eine Dokumentation der Ausweisdaten
lumen so hoch ist, dass es nicht von einer vornehmen muss. – Vgl. auch o Legitima-
Bank allein zur Verfügung gestellt werden tionsprüfung.
kann.
Konten zugunsten Dritter, Konten, bei
Konsortium, Zusammenschluss von Kre- denen eine dritte Person zum Zeitpunkt der
ditinstituten zur gemeinsamen Durchfüh- Antragstellung benannt wird, die nach Ein-
rung eines Geschäftes. Das K. ist rechtlich tritt einer bestimmten Bedingung (z.B. Errei-
eine o Gesellschaft bürgerlichen Rechts chen der Volljährigkeit oder Tod des An-
(GbR). Die Rechtskonstruktion des K. spielt tragstellers) Gläubiger der Einlage werden
vor allem bei der o Emission von Wertpapie- soll. Bis zum Eintritt der Bedingung bleibt
ren eine Rolle. der Antragsteller Kontoinhaber und Gläubi-
ger. – Beispiel: A eröffnet ein o Sparkonto
konstitutive Wirkung, rechtsbegründende zugunsten seines 14-jährigen Patenkindes B.
Wirkung einer Handlung oder Eintragung in Bei Volljährigkeit soll B verfügungsberech-
ein Register. Eine k.W. liegt z.B. vor bei der tigt sein. Zum Zeitpunkt der Kontoeröffnung
Eintragung einer o Aktiengesellschaft oder ist nur die Legitimation des A zu prüfen.
einer o Gesellschaft mit beschränkter Haf- Hinsichtlich des Patenkindes genügt zur
tung in das o Handelregister. Vor dieser Erfüllung der Vorschriften zur o Konten-
Eintragung existieren diese Gesellschaften wahrheit der Nachweis einer Existenzberech-
als solche nicht, auch wenn sie bereits ihre tigung (z.B. Geburtsurkunde des B). Nach 4
Geschäfte aufgenommen haben. – Gegen- Jahren kann B über das Konto verfügen. In
satz: o Deklaratorische Wirkung. diesem Fall hat er sich gegenüber dem Kre-
Konto 138

ditinstitut zu legitimieren. – Rechtlich ist die Kreditinstitut in Rechnung gestellten Entgel-


Eröffnung von K.z.D. als Schenkungsange- te (z.B. Kontoführungsgebühr, Überzie-
bot anzusehen. Solange dieses noch nicht hungszinsen). Einwendungen gegen den
vom Begünstigten angenommen wurde (z.B. Rechnungsabschluss müssen bei Banken
durch Unterschrift auf dem Kontoeröff- innerhalb von sechs Wochen durch den Kun-
nungsantrag), kann das Angebot widerrufen den erfolgen. Unterbleibt ein Einwand, gilt
werden. Für den Fall, dass als Bedingung der der Rechnungsabschluss als genehmigt (Sal-
Tod des Kontoinhabers vereinbart wird, denbestätigung). Auch nach Ablauf der ge-
ergibt sich das Problem, dass die Erben des nannten Frist ist es dem Kunden möglich,
Kontoinhabers das Angebot widerrufen Einwendungen vorzubringen; er ist dann
können. Ob diese Widerrufsmöglichkeit ver- jedoch seiner Bank gegenüber beweispflich-
traglich ausgeschlossen werden kann, ist tig. Kontoauszüge, die der Kunde innerhalb
rechtlich umstritten. Die Kreditinstitute ver- der Abrechnungszeiträume erhält, dienen
fahren daher bei K.z.D. unterschiedlich in lediglich der Information. – Der Anspruch
der vertraglichen Ausgestaltung. auf Berichtigung einer Kontobewegung bei
unberechtigter Abbuchung einer o Last-
Konto, Instrument zur Erfassung von Forde- schrift ist nach einem Grundsatzurteil des
rungen und Verbindlichkeiten zwischen Bundesgerichtshofs grundsätzlich nicht
Kreditinstitut und Kunde. Rechtlich ist der durch die Regelung zur Abschlusssaldenbe-
Kontovertrag eine Konstruktion, die auf den stätigung abgedeckt, sofern der Kunde nicht
Regelungen des § 355 HGB basiert. Kredit- auf eine entsprechende Regelung seines
institute unterscheiden je nach Zweck der Kreditinstitutes hingewiesen wird. Daher ha-
Kontoverbindung verschiedene Kontoarten. ben die Kreditinstitute inzwischen einen
– Vgl. auch o Bankkonto. entsprechenden Hinweis in ihre o Allgemei-
nen Geschäftsbedingungen aufgenommen.
Kontoabschluss, o Kontoauszug.
Kontoeröffnungsantrag, rechtliche Wil-
Kontoauflösung, Willenserklärung eines lenserklärung eines Kunden zur Eingehung
Kunden (eventuell auch eines Kreditinstitu- eines Kontovertrages mit einem Kreditinsti-
tes) zur Beendigung eines Kontovertrages. tut. Der K. wird durch ein Formular doku-
Verträge über ein o Girokonto sind durch mentiert, das persönliche Daten des Kunden
den Kunden jederzeit fristlos kündbar. Das sowie weitere für die Kontoführung relevante
Konto wird bei Kündigung abgerechnet und Angaben (verfügungsberechtigte Personen,
gelöscht; ein Guthaben wird ausgezahlt, ein Anerkennung der o SCHUFA-Klausel, An-
Sollsaldo ist sofort zur Rückzahlung fällig. erkennung der o Allgemeinen Geschäftsbe-
Bei anderen Konten sind eventuell Fristen zu dingungen, Dokumentation der Ausweisda-
beachten. So ist die vorzeitige Auflösung ten zur o Legitimationsprüfung sowie Unter-
eines Kontos über eine o Termineinlage schrift von Kontoinhaber und Verfügungsbe-
(z.B. 3-Monats-Festgeld) vor Ablauf der Fäl- rechtigten) enthält. Die Willenserklärung des
ligkeit der Einlage zwar möglich, die Kredit- Kreditinstitutes zur Kontoeröffnung (An-
institute sind jedoch nicht zur Auflösung nahme des Antrags) erfolgt häufig konklu-
verpflichtet. In der Praxis erfolgt meist eine dent, d.h. es wird keine schriftliche oder
Auszahlung vor Fälligkeit unter Berechnung mündliche Willenserklärung formuliert; das
von o Vorschusszinsen oder die Vergütung Kreditinstitut eröffnet das Konto durch
eines unter dem ursprünglich vereinbarten schlüssiges Handeln (z.B. Zusendung des
Zinssatz liegenden Zinses. ersten Kontoauszuges).

Kontoauszug, Dokumentation von Umsät- Kontoerrichtung, o Einrichtung von


zen eines laufenden Kontos (o Kontokor- Konten.
rentkonto). Ein Kontokorrentkonto ist min-
destens einmal jährlich abzurechnen. In der Kontoinformationssystem, Balance Re-
Praxis findet i.d.R. eine vierteljährliche Ab- port; Software zum Abruf von Tagessalden
rechnung statt. Die Abrechnung wird durch und Umsätzen verschiedener Konten eines
einen Abrechnungs-K. dokumentiert. Der Unternehmens. Ein K. bildet die Basis für die
ausgewiesene Abschlusssaldo enthält den Durchführung eines effizienten o Cash
Kontostand vor Abschluss sowie die vom Management.
139 Kraftloserklärung

Kontoinhaber, Gläubiger einer Einlage, die Konvertierung, mögliche Maßnahme bei


sich auf einem Konto befindet. Als K. von einer o Konsolidierung.
Privatkonten bzw. Konten für Freiberufler
kommen natürliche Personen, rechtsfähige Konzern, Kapitalverflechtung eines Unter-
Personenvereinigungen (o Partnerschaft, nehmens. Bei einem Unterordnungs-K. übt
o eingetragener Verein) und nicht rechtsfä- ein herrschendes Unternehmen („Mutterge-
hige Personenvereinigungen (z.B. nicht ein- sellschaft“) die einheitliche Leitung über
getragener Verein) in Frage. Bei nicht rechts- mehrere abhängige Unternehmen („Tochter-
fähigen Personenvereinigungen fungiert eine unternehmen“) aus. Bei einem Gleichord-
natürliche Person als K.; das Konto wird mit nungs-K. bestehen gegenseitige Kapitalbetei-
einem Zusatz (z.B. „wegen Kegelclub ....“) ligungen, die so ausgewogen sind, dass kein
gekennzeichnet. Bei Konten von Firmenkun- herrschender Einfluss ausgeübt wird. Einen
den kommen als K. der o Einzelkaufmann, Sonderfall beim K. bildet die Holding: Hier
o Personenhandelsgesellschaften, o Kapi- stellt eine Dachgesellschaft die Spitze des K.
talgesellschaften und o juristische Personen Die Holding ist i.d.R. eine reine Verwal-
des öffentlichen Rechts (z.B. Bund, Gemein- tungs- und Finanzierungsgesellschaft.
de, Industrie- und Handelskammer) in Be-
tracht. Körperschaft, o juristische Person des
öffentlichen Rechts. Beispiele für eine K.
Kontokorrent, Kontokorrentkonto; Konto sind Bund, Gemeinden, Universitäten und
in laufender Rechnung. Bestimmungen zum Kirchen.
K. sind im § 355 des HGB geregelt. Danach
muss mindestens einer der beiden Vertrags- Körperschaftsteuer, Steuer auf den Ge-
partner o Kaufmann sein. Das K. dient der winn einer o juristischen Person. Von der K.
gegenseitigen Verrechnung von Forderungen befreit sind z.B. die o Deutsche Bundes-
und Verbindlichkeiten. Es ist mindestens bank, die o Kreditanstalt für Wiederaufbau
einmal jährlich abzuschließen; beim Ab- oder gemeinnützige, mildtätige und kirchli-
schluss tritt der festgestellte Abschlusssaldo che Institutionen. Im Gegensatz zur o Ein-
an die Stelle der Einzelpositionen (o Konto- kommensteuer, bei der für verschiedene
auszug). Die Berechnung von o Zinseszin- Einkommenshöhen unterschiedliche (indivi-
sen ist beim K. erlaubt. duelle) Steuersätze vorliegen, existiert bei
der K. nur ein Satz, und zwar zurzeit 25%.
Kontokorrentkredit, Ermächtigung eines Die auf einer Ausschüttung von Gewinnen
Kreditinstitutes an den Inhaber eines o Kon- einer o Aktiengesellschaft lastende K. kann
tokorrentkontos, dieses bis zu einer bestimm- nicht bei der Einkommensteuerfeststellung
ten Höhe (Limit) überziehen zu dürfen. Der des Aktionärs angerechnet werden.
K. ist rechtlich kurzfristiger Natur (i.d.R. 6
Monate); er wird in der Praxis jedoch oft Korrespondenzbank, Kreditinstitut, mit
durch regelmäßige Prolongation wie ein dem eine Bank oder Sparkasse in ständiger
langfristiger Kredit gehandhabt. Der K. Geschäftsverbindung (Korrespondenzver-
findet bei Firmenkunden vor allem bei der hältnis) steht. Das Korrespondenzverhältnis
Gewährung eines o Betriebsmittelkredites zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass die
Anwendung. Bei Privatkunden wird er meist beiden Kreditinstitute per o Kontokorrent
als o Dispositionskredit bezeichnet. Vom K. (Banken-Kontokorrent) ihre gegenseitigen
ist die o geduldete Überziehung zu unter- Forderungen und Verbindlichkeiten verrech-
scheiden. nen.

Konversion, o Konsolidierung. Kraftloserklärung, bei Verlust bestimmter


Urkunden (z.B. eines Sparbuches) anzuwen-
Konvertibilität, Konvertierbarkeit; Um- dendes Verfahren. Der Verlust ist dem Kre-
tauschmöglichkeit von Devisen. Uneinge- ditinstitut unverzüglich anzuzeigen. Die
schränkte K. einer Währung ist gegeben, Ausstellung einer neuen Urkunde ist grund-
wenn die Währung unbegrenzt und ohne sätzlich erst nach K. möglich. Die K. kann
behördliche Genehmigung in eine andere durch ein Aufgebotsverfahren beim Amtsge-
Währung umgetauscht werden kann (Freizü- richt eingeleitet werden. Bei Sparkassen ist
gigkeit des Devisenverkehrs). auch der Vorstand zur K. berechtigt. In der
Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) 140

Praxis wird das Verfahren der K. eines Spar- zierung von K. ist die Unterscheidung in
buchs aus Gründen der Kosten- und Zeiter- o Geldleihe und o Kreditleihe.
sparnis bei geringem Guthaben nicht mehr
durchgeführt. Stattdessen wird ein Sperrver- Kreditbanken, Begriff aus der Banken-
merk für das o Sparkonto angebracht. gruppenstatistik der o Deutschen Bundes-
bank. Unter dem Begriff K. werden dort die
Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), o Großbanken, regional tätige Banken (Re-
Spezialinstitut des Bundes und der Bundes- gionalbanken) und Zweigstellen ausländi-
länder. Die KfW-Bankengruppe stellt zins- scher Banken zusammengefasst.
günstige Kredite zur Förderung bestimmter
Wirtschaftsbereiche (z.B. Mittelstand), Zwe- Kreditbewilligung, Kreditzusage; Willens-
cke (z.B. Baudarlehen) oder Regionen (z.B. erklärung eines Kreditinstitutes als Reaktion
Entwicklungsländer) zur Verfügung auf den o Kreditantrag eines Kunden.

Kreditantrag, Willenserklärung eines Kun- Kreditderivate, Finanzinstrumente, bei de-


den zum Abschluss eines Kreditvertrages nen nicht Kredite, sondern die jedem Kredit
(Darlehensvertrages). Der K. wird durch Un- zugrunde liegenden Bonitätsrisiken gehan-
terschrift auf einem Formular dokumentiert, delt werden. Ein Beispiel für K. ist der
das persönliche Angaben zum Kunden, Hin- o Credit Default Swap.
weis auf die o Allgemeinen Geschäftsbedin-
gungen, evtl. einen Hinweis auf Bestimmun- Kreditfazilität, Kreditmöglichkeit; Kredit-
gen des BGB zum o Verbraucherdarlehen rahmen, der bei Bedarf in Anspruch genom-
sowie einen Hinweis auf o Kreditsicherhei- men werden kann. Beispiele sind der
ten (die i.d.R. durch Zusatzverträge bestellt o Kontokorrentkredit und die Kredite der
werden) enthält. Die Annahme des K. durch Europäischen Zentralbank. – Vgl. auch
das Kreditinstitut erfolgt nach o Bonitätsprü- o geldpolitische Operationen.
fung konkludent (d.h. durch schlüssiges
Handeln, z.B. Auszahlung oder Gutschrift Kreditgarantiegemeinschaften, o Bürg-
des Darlehensbetrages) oder durch Zusen- schaftsbanken.
dung eines Kreditbewilligungsschreibens.
Kreditgenossenschaften, Kreditinstitute,
Kreditarten, Klassifizierung von Krediten. die in der Rechtsform der eingetragenen
Als Klassifizierungskriterium dient vor allem o Genossenschaft (eG) geführt werden. K.
die Kreditlaufzeit. Hierbei werden kurzfristi- sind Volksbanken, Raiffeisenbanken sowie
ge (z.B. o Kontokorrentkredit) und langfris- Spar- und Darlehenskassen.
tige Kredite (z.B. o Realkredit) unterschie-
den. Ein weiteres Kriterium für die Klassifi- Kreditinstitut, Unternehmen, das o Bank-
Merkmale von Kreditkarten/Zahlungskarten
Kartenart Merkmale
„Charge Cards“ Der Kunde erhält regelmäßig (z.B. einmal monatlich) eine Rechnung über
seine Kartenumsätze, die er dann zulasten seines Kontos bezahlt.
„Credit Cards“ Der Kunde zahlt seine Rechnung nicht in einer Summe, sondern in Raten
gegen Berechnung von Zinsen. Er unterhält bei der Kreditkartengesell-
schaft ein Kartenkonto, das im Falle eines Guthabens auch Sparfunktion
besitzt. Beispiel: Bestimmte Visa-Produkte, bei denen die kartenausge-
benden Kreditinstitute Marketing, Kartendesign und Preisgestaltung
übernehmen.
„Debit Cards“ Alle Transaktionen mit der Karte werden zinsmäßig taggenau erfasst und
(Post Paid Cards) vom Konto des Kunden eingezogen. Beispiel: Bank-/ Sparkassenkarte.
Wertkarte Der Kunde zahlt vorher einen Betrag ein, der nach und nach durch elekt-
(Pre Paid Cards) ronische Abbuchung verbraucht wird. Beispiel: Geldkarte.
Co-Brandig Card Kreditkarte, die auf einer Kooperation zwischen Kartenanbieter und einem
anderen Unternehmen (z.B. Automobilclub) beruht. Das Mitglied des
Automobilclubs erhält über seine Mitgliedschaft die Möglichkeit, eine
Charge Card, Credit Card etc. zu beziehen.
141 Kreditsicherheiten

geschäfte betreibt (Definition nach § 1 des wird i.d.R. in den Zinssatz einkalkuliert, der
KWG). Im § 1 KWG erfolgt eine Aufzählung dem Kunden bei Inanspruchnahme des Kon-
der Bankgeschäfte (z.B. Einlagengeschäft, tokorrentkredites in Rechnung gestellt wird.
Kreditgeschäft, Investmentgeschäft). Nach
der Rechtsprechung der Europäischen Union Kreditschöpfung, andere Bezeichnung für
bezieht sich der Begriff K. nur auf Unter- o Geldschöpfung.
nehmen, die sowohl Einlagen- als auch
Kreditgeschäfte betreiben. Erweitert wird der Kreditscoring, mathematisch-statistisches
Begriff K. im KWG durch weitere Begriffe, Prognoseverfahren für die Kalkulation von
z.B. o Finanzdienstleistungsinstitut. o Kreditkosten sowie für die Prüfung der
o Kreditwürdigkeit. Scoringdaten sind be-
Kreditkarten, Zahlungskarten; Instrumente stimmte Kundenmerkmale (Alter, Beruf,
des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. – Vgl. Geschlecht etc.). Bei Firmenkunden kommen
die Abbildung „Merkmale von Kreditkarten/ Aussagen zu den Bilanzverhältnissen (o Bi-
Zahlungskarten“ auf S. 140. lanzanalyse), zur Marktstellung, zum Mana-
gement etc. hinzu. Hochleistungsrechner er-
Kreditklemme, Situation, in der Kreditin- mitteln aus den Kundendaten einen individu-
stitute die Wirtschaft trotz ausreichender o ellen Scoringwert, der angibt, mit welcher
Liquidität in zu geringem Maße mit Krediten Wahrscheinlichkeit es bei dem entsprechen-
versorgen. Eine K. führt zu negativen Aus- den Kunden zu einem Kreditausfall kommt.
wirkungen auf die o Konjunktur. Damit kann jeder Kunde einer bestimmten
Ratingstufe (einer Risikoklasse) zugeordnet
Kreditkosten, Entgelte bei der Inanspruch- werden; die Kreditkonditionen werden so
nahme eines Kredites. K. setzen sich aus individuell kalkuliert. Auch die o SCHUFA
Zinsen, Provisionen sowie Auslagen und bietet ein Scoringverfahren an. – Von Bedeu-
Nebenkosten zusammen. Bei Verbraucher- tung ist das K. auch im Zusammenhang mit
krediten im Sinne der Regelungen des BGB den Regelungen zu „Basel II“, wonach Kre-
zum o Verbraucherdarlehen ist die umfas- ditinstitute in Zukunft dadurch, dass der bei
sende Angabe aller K. in Schriftform vorge- einem Kredit zu unterlegende Eigenkapital-
schrieben. Sonderregelungen gelten hier bei anteil bei abnehmender Bonität des Kredit-
o geduldeten Überziehungen. Zu beachten nehmers steigen muss (o Grundsätze über
sind bei Krediten an Privatleute ferner die die Eigenmittel und die Liquidität der Institu-
Vorschriften der o Preisangabenverordnung. te), eine Bonitätsermittlung für jeden Kredit-
nehmer durch ein o Rating vornehmen müs-
Kreditleihe, Teilbereich des Kreditgeschäf- sen. Als Instrument dient hier auch das K.
tes. Bei einer K. stellt ein Kreditinstitut
seinem Kunden keine liquiden Mittel, son- Kreditsicherheiten, Sammelbegriff für
dern seinen „guten Namen“ zur Verfügung, Absicherungsmöglichkeiten von Kreditenga-
indem es beispielsweise eine Bürgschaft für gements. K. können o Personensicherheiten
den Kunden übernimmt. Zur K. gehören oder Sachsicherheiten sein:
o Aval und o Akzeptkredit. – Gegensatz:
Vermögensart Sicherheitsbe-
o Geldleihe.
stellung

Kreditor, Bezeichnung für einen Bankkun- bewegliches Vermögen Sicherungs-


den, dessen Konto einen Habensaldo auf- (Maschinen, KfZ, Wert- übereignung
weist. – Gegensatz: o Debitor. papiere etc) oder Pfandrecht

Kreditprovision, Bereitstellungsprovision, unbewegliches Vermö- Grundpfand-


Entgelt für die Liquiditätsbereitschaft eines gen (Grundstücke und recht
Kreditinstitutes. Bei einem o Kontokorrent- Gebäude)
kredit muss ein Kreditinstitut täglich damit
rechnen, dass der Kunde sein Konto über- Forderungen (z.B. For- sicherungsweise
zieht. Für eine solche nicht vorhersehbare derungen aus Lieferung Abtretung (Re-
Liquiditätsbeanspruchung des Kredit gewäh- und Leistung, Lebens- gelfall), evtl.
renden Instituts wird eine K. berechnet; diese versicherungsansprüche) Pfandrecht
Kreditüberwachung 142

Kreditüberwachung, Beobachtung von Kündigung, einseitige empfangsbedürftige


Kreditengagements. Überwacht werden ne- Willenserklärung, die auf eine Auflösung
ben der ordnungsgemäßen Rückführung des eines Vertragsverhältnisses gerichtet ist. Bei
Kreditbetrages und der Zinszahlung auch die einer K. sind eventuelle gesetzliche oder
Verwendung der Kreditmittel, die Entwick- vertragliche Fristen zu beachten. Unter be-
lung der persönlichen und wirtschaftlichen stimmten Voraussetzungen ist eine fristlose
Verhältnisse des Kreditnehmers sowie die K. möglich. In der Praxis der Kreditinstitute
Wertentwicklung der Kreditsicherheiten. sind insbesondere die Regelungen zur K. von
Einlagen oder auch Kreditverhältnissen re-
Kreditverbriefung, o Asset Backed Secu- levant (o Kontoauflösung, o Festzinsdarle-
rities (ABS). hen).

Kreditwesengesetz, o Gesetz über das Kündigungsfreibetrag, Betragsgrenze für


Kreditwesen. o Spareinlagen mit einer Kündigungsfrist
von 3 Monaten. Bei diesen Spareinlagen
Kreditwürdigkeit, personelle und materiel- kann ein Kunde bis zu 2.000 Euro innerhalb
le Voraussetzung für die Fähigkeit, Kredite eines Kalendermonats ohne o Kündigung
ordnungsgemäß zurückführen zu können. und ohne Berechnung von o Vorschusszin-
Unter die persönliche K. fallen Eigenschaf- sen von seinem Kreditinstitut fordern.
ten wie Zuverlässigkeit, berufliches Können
etc., unter materielle K. geordnete wirtschaft- Kündigungsgeld, Sonderform einer o Ter-
liche und finanzielle Verhältnisse. Die Prü- mineinlage. Bei einem K. wird im Gegensatz
fung der K. erfolgt anhand zahlreicher Unter- zum o Festgeld die Einlage für eine unbe-
lagen, z.B. Auskünfte, Kontounterlagen, Ein- stimmte Zeit geleistet. Es wird jedoch eine
kommensnachweise. Bei Krediten an Fir- Kündigungsfrist vereinbart (z.B. 1 Monat).
menkunden werden zusätzlich Bilanzen Kündigt der Kunde die Einlage, kann er nach
(o Bilanzanalyse), Lageberichte, Marktana- Ablauf der Kündigungsfrist über diese verfü-
lysen etc. hinzugezogen. gen. Das K. kommt in der Praxis nur selten
zur Anwendung.
Kreditzusage, Kreditbewilligung; Willens-
erklärung eines Kreditinstitutes als Reaktion Kündigungssperrfrist, zusätzliche Frist-
auf den o Kreditantrag eines Kunden. vereinbarung zwischen Kreditinstitut und
Kunde bei o Spareinlagen mit einer Kündi-
Kumulative Vorzugsaktie, o Vorzugsak- gungsfrist ab 6 Monaten. Wird eine K. ver-
tie. einbart, kann innerhalb dieser Frist keine
o Kündigung der Einlage erfolgen. Die K.
Kundenberatung, o Anlageberatung. gilt für jede Einzahlung. – Beispiel: Wird bei
einer Spareinlage mit 1-jähriger Kündigungs-
Kundentypen, Klassifizierung der Anla- frist eine K. von 6 Monaten vereinbart, so
gementalität (Zielvorstellung) verschiedener kann eine Einzahlung, die am 20.1. erfolgt,
Kunden im Rahmen der o Anlageberatung. erst zum 20.7. gekündigt werden. Eine Ver-
Als „klassische“ K. werden unterschieden: fügung über diese Einzahlung ist ohne Be-
rechnung von o Vorschusszinsen erst ab dem
Kundentyp Zielvorstellung 20.7. des nächsten Jahres möglich.
konservativer Kunde langfristiger Wertzu-
wachs bei hoher Kupon, Wertpapier, das bei einer o Anleihe,
Sicherheitserwartung o Aktie oder bei einem o Investmentzertifi-
kat den Anspruch des Anlegers auf Zinsen,
wachstumsorientier- mittel-/langfristiger
ter Kunde Wertzuwachs mit Dividende bzw. Ertragsausschüttung ver-
überschaubarem brieft. Bei effektiven Stücken (Urkunden im
Risiko Besitz des Kunden) wird der K. durch einen
Abschnitt auf dem o Bogen der Urkunde
dynamischer Kunde hohe langfristige dokumentiert. Dieser Abschnitt ist zur Gel-
Wertsteigerungser-
tendmachung des Anspruchs vom Kunden an
wartung bei großer
der Kasse eines Kreditinstitutes vorzulegen.
Risikobereitschaft
Kuponansprüche, die Kreditinstitute im
143 Kursindex

Rahmen ihrer Depotverwaltungstätigkeiten der aktuelle Aktienkurs 100 Euro, so ergibt


für ihre Kunden geltend machen, werden sich bei einer voraussichtlichen Dividende
heute im Zuge des stückelosen o Effektengi- für das laufende Jahr von 2 Euro ein KGV
roverkehrs nicht mehr durch Vorlage effekti- von 50. Je höher das KGV, desto „teurer“
ver Kupons abgewickelt. erscheint die Aktie. Im Beispiel müsste der
Gewinn des Unternehmens in 50 Folgejahren
Kursänderungsrisiko, Risiko einer für „verdient“ werden, um den hohen Kurs zu
den Anleger negativen Kursentwicklung rechtfertigen. Würde sich in den nächsten
seiner Wertpapiere. Das K. entsteht aufgrund Jahren der Gewinn jedoch nachhaltig erhö-
allgemeinwirtschaftlicher Einflüsse (o Kon- hen, führte dies zu einer erheblichen Sen-
junktur) oder branchen- bzw. unternehmens- kung des KGV. – KGV-Analysen sind nur
spezifischer Einflüsse. bedingt zur Bewertung von Aktien geeignet,
da die Gewinnprognosen für die Zukunft
Kursfeststellung, Ermittlung des für die äußerst schwierig sind. Das KGV ist aller-
Abwicklung eines bestimmten Wertpapier- dings ein interessanter Maßstab für die Ver-
auftrags maßgeblichen o Börsenkurses. – gleichbarkeit von Unternehmen einer Bran-
Vgl. auch o fortlaufende Notierung und che oder eines o Börsensegments.
o Einheitskurs.
Kurshinweis, über die Funktion eines
Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), Price- o Kurszusatzes hinausgehende Erläuterung
Earnings-Ratio, P/E, PER; wichtige Kenn- der Marktlage (Einzelheiten zu Angebot und
ziffer im Zusammenhang mit der fundamen- Nachfrage) bei der Ermittlung eines Wertpa-
talen o Aktienanalyse. Das KGV errechnet pierkurses. – Vgl. auch Abbildung „Kurs-
sich aus dem Verhältnis des Aktienkurses hinweise“.
zum geschätzten Gewinn je Aktie. Als Ge-
winn können die voraussichtliche o Di- Kursindex, Börsenindex (o Index), der die
vidende oder das voraussichtliche o DVFA- Wertentwicklung der im Index enthaltenen
Ergebnis hinzugezogen werden. Beträgt z.B. Wertpapiere nur aufgrund der Kursentwick-

Kurshinweise
Hinweis Bedeutung
G (Geld) Es fand kein Umsatz statt; zum angegebenen
Kurs bestand nur Nachfrage.
B (Brief) Es fand kein Umsatz statt; zu dem angegebe-
nen Kurs bestand nur Angebot,
- (gestrichen) Ein Kurs konnte nicht festgestellt werden.
- G (gestrichen Geld) Es lagen ein Kaufauftrag oder mehrere Kauf-
aufträge vor, die jedoch nicht limitiert waren, so
dass kein Kurs festgestellt werden konnte.
- Brief (gestrichen Brief) Es lagen ein Verkaufsauftrag oder mehrere
Verkaufsaufträge vor, die jedoch nicht limitiert
waren, so dass kein Kurs festgestellt werden
konnte.
- T (gestrichen Taxe) Ein Kurs konnte nicht festgestellt werden; der
angegebene Kurs ist geschätzt.
ex BR (ex Bezugsrecht) Bei dem angegebenen Kurs handelt es sich um
die erste Kursnotierung nach Aufnahme des
o Bezugsrechtshandels.
ex BA (ex Berichtigungsabschlag) Bei dem angegebenen Kurs handelt es sich um
die erste Kursnotierung nach Aufnahme des
Handels mit o Teilrechten.
ex Div/ex D (ex Dividende) Bei dem angegeben Kurs handelt es sich um
die erste Kursnotierung nach Beschluss der
Hauptversammlung zur Ausschüttung der
o Dividende.
Kursinformationssystem 144

lung im Zeitablauf berücksichtigt. Wichtigs- Kursvolatilität, o Volatilität.


tes Beispiel für einen K. ist der US-
amerikanische Dow Jones. – Gegensatz: Kurswert, Produkt aus Stückzahl und Kurs
o Performance-Index. bei o Aktien. 100 Aktien zum Kurs von je 15
Euro ergeben 1.500 Euro K. Bei o Anleihen
Kursinformationssystem, EDV-gestützes wird der K. als Produkt von o Nennwert und
System zur Verbreitung von Wertpapierdaten. (Prozent-)Kurs ermittelt. Ein Nennwert von
Außer Kursinformationen liefert ein K. i.d.R. 20.000 Euro ergibt bei einem Kurs von
auch Umsatzzahlen und Basisinformationen 98,5(%) einen K. von 19.700 Euro.
zu den Wertpapieren.
Kurszusatz, ergänzende Erläuterung der
Kurslimit, preisliche Obergrenze beim Kauf Marktlage bei der Ermittlung eines Börsen-
bzw. Untergrenze beim Verkauf eines Wert- kurses (o Einheitskurs). Bei einem Kurs
papiers. Die Angabe eines K. ist für Kunden ohne K. wurden alle vorliegenden Aufträge
besonders bei relativ stark schwankenden ausgeführt. Dieser Kurs wird manchmal auch
(„volatilen“) Kursen empfehlenswert. – Vgl. mit einem „b“ (bezahlt) gekennzeichnet. Die
auch o Einheitskurs. weiteren Kurszusätze geben Auskunft da-
rüber, welche Aufträge nicht ausgeführt wer-
Kursmakler, Vermittler von Wertpapierauf- den konnten. Erteilt ein Kunde z.B. einen
trägen im amtlichen Handel (o Börsenseg- Kaufauftrag mit einem Limit von 56 Euro, so
ment). Rechtsgrundlage für den K. sind die weiß er bei einem Kurs von 56 bG erst nach
Bestimmungen des HGB zum o Handels- Zustellung einer Ausführungsanzeige, ob
makler. Neben der Vermittlungstätigkeit sein Auftrag ausgeführt wurde. Bei einem
übernehmen K. die Aufgabe der Kursfeststel- Verkaufsauftrag mit dem Limit 56 Euro wäre
lung (o Einheitskurs). K. werden nach den eine Ausführung zum Kurs von 56 bG jedoch
Regelungen des Börsengesetzes als Skontro- sicher.
führer bezeichnet.

Kursnotierung, offizieller Börsenkurs Kurszusatz nicht ausgeführte


(Börsenpreis). Die K. erfolgt als o Einheits- Aufträge
kurs oder als o fortlaufende Notierung. Je
nach Marktlage wird eine K. mit einem bG (bezahlt Geld) einige der zum Kurs
o Kurszusatz oder einem o Kurshinweis limitierten Kaufaufträ-
versehen. ge

bB (bezahlt Brief) einige der zum Kurs


Kurspflege, Interventionen in Form von
limitierten Ver-
Käufen oder Verkäufen von Wertpapieren
kaufsaufträge
oder Devisen mit dem Ziel, größere Kurs-
schwankungen zu verhindern. Bei Wertpapie- ebG (etwas bezaht die meisten der zum
ren übernehmen z.B. Kreditinstitute eines Geld) Kurs limitierten Kauf-
o Konsortiums die K. für die vom Konsorti-
aufträge
um emittierten Wertpapiere. Bei o Compu-
terbörsen sind o Market Maker für eine K. ebB (etwas bezahlt die meisten der zum
der von ihnen betreuten Papiere zuständig. Brief) Kurs limitierten
Im Devisenhandel übernehmen die National- Verkaufsaufträge
banken eines Landes häufig eine K. – Vgl.
auch o Interventionen am Devisenmarkt. rat. G oder B (ratio- die meisten der zum
niert Geld oder Brief) Kurs limitierten Kauf-
Kurssicherung, Maßnahme zur Absiche- und Verkaufsaufträge
rung eines bestimmten Engagements in sowie die meisten
Wertpapieren oder Devisen („Hedging“). Bei unlimitierten Aufträge
Wertpapieren wird eine K. über o Optionen
oder o Futures durchgeführt. Bei Devisen KWG, Abk. für das Kreditwesengesetz – Vgl.
kommen o Devisenoptionen oder o Devi- dazu die Ausführungen zum o Gesetz über
sentermingeschäfte zur Anwendung. das Kreditwesen.
L
Lagerstellenbuch, Lagerstellendatei; im lungsverkehr, verwaltet Liquiditätsreserven
Rahmen der o Depotbuchführung von Kre- der Sparkassen und dient ihnen als Refinan-
ditinstituten angelegtes Verzeichnis, das zur zierungsstelle.
Verwahrung übernommene Wertpapierbe-
stände getrennt nach ihren Lagerstellen aus- Landeszentralbank (LZB), alte Bezeich-
weist. L. werden insbesondere von größeren nung für eine Hauptverwaltung der o Deut-
Kreditinstituten geführt, die mit der Verwah- schen Bundesbank für den Bereich eines
rung der Wertpapiere unterschiedliche Dritt- einzelnen Bundeslandes oder mehrerer Bun-
verwahrer beauftragen (o Drittverwahrung). desländer. Die einzelnen Hauptverwaltungen
Das L. dient u.a. der Lieferungsabwicklung werden jeweils von einem Präsidenten gelei-
und -kontrolle im Effektenhandel sowie der tet, der dem Vorstand der Deutschen Bundes-
Eingangskontrolle bei Zins- und Dividen- bank untersteht.
denzahlungen.
längerfristige Refinanzierungsge-
Lagerstellendatei, o Lagerstellenbuch. schäfte des ESZB, o geldpolitische Ope-
rationen.
Länderanleihe, o Anleihe eines Bundes-
landes mit üblicherweise jährlicher Zinszah- Lastschrift. 1. Begriff: Instrument des
lung und einer Laufzeit bis zu zehn Jahren. bargeldlosen Zahlungsverkehrs (o bargeldlo-
Die Ausgabe von Urkunden ist ausgeschlos- se Zahlung), mit dem der Zahlungsempfän-
sen; zugunsten des Erwerbers erfolgt eine ger über seine Bank den Einzug fälliger For-
Eintragung in das Landesschuldbuch. Der derungen vom Konto des Zahlungspflichti-
Handel an deutschen Wertpapierbörsen ist gen veranlassen kann. – 2. Voraussetzungen
ohne besonderes Zulassungsverfahren mög- für den Forderungseinzug durch Lastschrif-
lich. L. sind mündelsicher (o Mündelsicher- ten: Die Teilnahme am Lastschriftverfahren
heit) und deckungsstockfähig (o Deckungs- setzt eine entsprechende Lastschriftvereinba-
stockfähigkeit). rung (o Vereinbarung über den Einzug von
Forderungen durch L.) zwischen dem Zah-
Länderfonds, o Investmentfonds mit ei- lungsempfänger und seinem Kreditinstitut
nem Anlageschwerpunkt in Aktien eines be- voraus. Der Kunde kann seiner Bank wahl-
stimmten Landes bzw. bestimmter Länder. weise Beleglastschriften oder Lastschriftda-
ten auf Datenträgern (z.B. CD`s) einreichen.
Landesbank/Girozentrale, überregionales Der auf der Grundlage des Abkommens über
Spitzeninstitut des Sparkassensektors mit den Lastschriftverkehr (o Abkommen)
Zentralbankfunktion (o Zentralbank) für die durchgeführte Forderungseinzug zwischen
angeschlossenen Sparkassen. Die L./G. be- den Kreditinstituten erfolgt dagegen stets
sorgt einerseits als Landesbank die Bankge- beleglos. Der Einzug von Forderungen durch
schäfte des jeweiligen Bundeslandes, betreibt L. setzt außerdem die Zustimmung des Zah-
das Kommunalkreditgeschäft, führt öffentli- lungspflichtigen voraus, die entweder in
che Fördermaßnahmen durch und dient der Form einer Einzugsermächtigung (o Ein-
Wirtschaft des Landes als Geschäftsbank im zugsermächtigungsverfahren) direkt dem
Privat- und Firmenkundengeschäft. Anderer- Zahlungsempfänger oder als o Ab-
seits ist sie als Girozentrale zentrales Institut buchungsauftrag der Bank des Zahlungs-
der angeschlossenen Sparkassen. In dieser pflichtigen erteilt wird. – 3. Nutzen des Last-
Funktion dient sie vor allem als zentrale schrifteinzugs: Das Lastschriftverfahren ist
Verrechnungsstelle für den bargeldlosen Zah- zum Einzug von Forderungen auch in wech-
Lastschriftabkommen 146

selnder Höhe (z.B. Telefonrechnungen) schreibung, so ist die l.V. höher (niedriger)
sowie in unregelmäßigen Zeitabständen ge- als die o Nominalverzinsung. Anstelle des
eignet. Dem Zahlungsempfänger erleichtert Nominalzinses wird zur Ermittlung der l.V.
der Lastschrifteinzug die Disposition der einer Aktie der jeweilige Dividendensatz zu-
eigenen Liquidität und gewährleistet pünktli- grundegelegt; jedoch wird die l.V. von Aktien
chen Zahlungseingang, da er den Zahlungs- im Allgemeinen als o Dividendenrendite
vorgang selbst auslöst. Außerdem wird die bezeichnet.
Debitorenbuchhaltung entlastet und das
Mahnwesen vereinfacht. Für den Zahlungs- Laufindex, Real-Time-Index; Aktienindex
pflichtigen entfallen die Terminüberwachung (o Index), der während der Börsenzeit auf-
und das Anfertigen von Zahlungsbelegen. Er grund der Kursentwicklung permanent aktua-
akzeptiert jedoch Einschränkungen seiner fi- lisiert wird und damit auch sehr kurzfristige
nanziellen Dispositionsmöglichkeiten, da er Veränderungen der Marktentwicklung an-
zu den Fälligkeitsterminen für Kontodeckung zeigt.
sorgen muss.
Laufzeitfonds, o Investmentfonds mit be-
Lastschriftabkommen, o Abkommen. grenzter Laufzeit. Zu einem vorgegebenen
Fälligkeitstermin wird der L. aufgelöst und
Lastschriftobligo. Das von der ersten In- die Anteilseigner erhalten den ihnen zuste-
kassostelle geführte L. zeigt dem jeweiligen henden Anteil des Fondsvermögens ausge-
Kreditinstitut den Gesamtbetrag möglicher zahlt. L. sind meist o thesaurierende Fonds,
Rückbelastungen an, die sich aus den einem bei denen die Erträge während der Laufzeit
bestimmten Zahlungsempfänger bereits unter regelmäßig wiederangelegt werden. L. wer-
Vorbehalt des Eingangs gutgeschriebenen den teilweise mit einer Rückzahlungsgarantie
o Lastschriften ergeben können. Die mögli- versehen (Garantiefonds).
chen Rücklastschriften stellen für die Bank
des Zahlungsempfängers ein Kreditrisiko dar, LC, Abk. für Letter of Credit; o Commercial
weil der Kunde über den Gutschriftsbetrag Letter of Credit.
verfügen kann, bevor für das Kreditinstitut
die Einlösung einer Lastschrift endgültig Lead Manager, o Bankenkonsortium.
gewährleistet ist. Dies ist insbesondere im
o Einzugsermächtigungsverfahren relevant, Lean Banking, Oberbegriff für Maßnah-
da der Zahlungspflichtige hier einer Belas- men zur Optimierung bankbetrieblicher
tung auch nachträglich noch widersprechen Strukturen und Prozesse. L.B. ist nicht nur
kann. Zur Begrenzung dieses Risikos legen auf Rationalisierung und damit auf Kostener-
Kreditinstitute nach Prüfung der o Kredit- sparnis, sondern auch auf eine Erhöhung der
würdigkeit eines Lastschrifteinreichers ein Dienstleistungsqualität und der Kundenzu-
individuell für ihn geltendes Einreicherlimit friedenheit ausgerichtet. Konkrete Ansatz-
fest. punkte können z.B. in einer Ausdünnung des
Zweigstellennetzes, einer Bereinigung des
Lastschriftvereinbarung, o Vereinbarung Produktangebots, einem Abbau von Hierar-
über den Einzug von Forderungen durch chieebenen oder einer Spezialisierung auf
Lastschriften. bestimmte Kundengruppen bestehen.

laufende Rechnung, o Kontokorrent. Leasing. 1. Begriff: Vermietung oder Ver-


pachtung von beweglichen oder unbewegli-
laufendes Konto, o Kontokorrent. chen Wirtschaftsgütern (z.B. Büromaschinen,
Kraftfahrzeuge, Produktionsanlagen) durch
laufende Verzinsung, Verzinsung einer den Hersteller der Güter oder durch spezielle
o Anleihe unter Berücksichtigung von No- Leasinggesellschaften. Dabei wird der Ver-
minalzins und Kapitaleinsatz. L.V. = No- mieter bzw. Verpächter als Leasinggeber, der
minalzins ˜ 100 : Erwerbskurs. Ein Rückzah- Mieter bzw. Pächter als Leasingnehmer
lungsgewinn bzw. -verlust bleibt unberück- bezeichnet. Leasingnehmer können Unter-
sichtigt. Liegt der Kapitaleinsatz aufgrund nehmen, Privathaushalte oder Behörden sein.
eines entsprechenden Erwerbskurses unter Der Leasingvertrag sieht i.d.R. eine unkünd-
(über) dem o Nennwert der Schuldver- bare Grundmiet- bzw. -pachtzeit vor, beinhal-
147 Legitimationspapier

tet zusätzliche Dienstleistungen des Leasing- rung auf den Todes- und Erlebensfall (ge-
gebers (z.B. Wartung, Reparaturdienst) und mischte L.) erfolgt die Auszahlung der Versi-
gewährt dem Leasingnehmer häufig eine cherungsleistung bei Tod des Versicherten
Option zum Erwerb des Leasinggegenstan- sofort an den jeweiligen Bezugsberechtigen,
des bei Vertragsablauf. – 2. Formen: a) Nach im Erlebensfall nach Ablauf der festgelegten
der Dauer bzw. Kündbarkeit des Leasingver- Vertragslaufzeit an den Versicherten. Bei
trages: o Finance Leasing und o Operate einer (reinen) o Risikolebensversicherung
Leasing, b) nach der Stellung des Leasingge- dagegen wird die Versicherungsleistung nur
bers: Direktes Leasing (o Hersteller- beim Tode des Versicherten fällig, im Erle-
Leasing) und o indirektes Leasing, c) nach bensfall endet die Versicherung mit Errei-
der Art des Leasinggegenstandes: o Mobi- chen der vereinbarten Laufzeit ohne einen
lienleasing und o Immobilienleasing sowie Anspruch auf Zahlung. Im Zusammenhang
d) nach dem Umfang der vereinbarten mit L. werden häufig Zusatzversicherungen
Dienstleistungen: o Full-Service-Leasing, o abgeschlossen. Dabei handelt es sich z.B. um
Teil-Service-Leasing und o Net-Leasing. – Unfallzusatzversicherungen, aus denen bei
3. Nutzen: L. ermöglicht dem Leasingnehmer Unfalltod erhöhte Leistungen fällig werden
Investitionen bei nur geringer Inanspruch- oder um Berufsunfähigkeitsversicherungen,
nahme von o Eigenkapital und o Liquidität. die bereits bei Berufsunfähigkeit des Versi-
Der monatliche Leasingaufwand kann aus cherten die Zahlung der Versicherungssum-
den Erträgen, die durch den Einsatz des me oder einer monatlichen Rente vorsehen.
Leasinggegenstandes erwirtschaftet werden Beiträge zu L. können in begrenztem Um-
bestritten werden. Bei kurzfristigen Leasing- fang als Vorsorgeaufwendungen bei der Ein-
verträgen ist die schnelle Anpassung an den kommensteuererklärung geltend gemacht
technischen Fortschritt möglich, wodurch das werden.
Investitionsrisiko begrenzt werden kann.
Feste, unter bestimmten Voraussetzungen Leerverkauf, o Wertpapierleihe.
steuerlich absetzbare Leasingraten gewähr-
leisten dem Leasingnehmer eine sichere Legalzession, Übergang einer Forderung
Kalkulationsbasis. Jedoch kann die Summe auf einen neuen Gläubiger, der nicht durch
der Leasingraten je nach Vertragsgestaltung einen Abtretungsvertrag (o Abtretung),
den Kaufpreis des Gegenstandes übersteigen. sondern aufgrund gesetzlicher Bestimmung
Außerdem ist der Leasingnehmer während bewirkt wird. Zu einem gesetzlichen Forde-
der Grundmietzeit vertraglich gebunden, rungsübergang kommt es z.B. im Zusam-
selbst wenn z.B. rückläufiger Absatz oder menhang mit der Verwertung eines Pfandes
sinkende Produktpreise die Weiterverwen- (o Pfandrecht), wenn der Verpfänder nicht
dung des Leasinggegenstandes im Betrieb gleichzeitig persönlicher Schuldner ist. Bei
unrentabel werden lassen. einer Befriedigung des Gläubigers aus dem
Pfand geht dessen Forderung auf den Ver-
Lebensversicherung, Personenversiche- pfänder über.
rung, aus der bei Vertragsablauf oder im
Todesfall des Versicherten die Ablaufleistung Legitimationspapier, Urkunde, gegen de-
(vereinbarte Versicherungssumme zuzüglich ren Vorlage ein Schuldner zur Leistung mit
einer Überschussbeteiligung) in Form einer befreiender Wirkung berechtigt ist, ohne zur
einmaligen Zahlung oder als regelmäßige Überprüfung der tatsächlichen Berechtigung
Rente an den Bezugsberechtigten ausgezahlt des Inhabers der Urkunde verpflichtet zu
wird. Der Anspruch auf die Versicherungs- sein. Dies gilt jedoch nur, wenn der Schuld-
leistung wird durch einmalige oder über ei- ner in gutem Glauben auf die Legitimations-
nen längeren Zeitraum regelmäßig geleistete wirkung vertraut, d.h. ihm im Fall fehlender
Prämienzahlungen erworben. Mögliche Ziel- Berechtigung des Inhabers nicht Vorsatz oder
setzungen beim Abschluss einer L. sind z.B. grobe Fahrlässigkeit zur Last gelegt werden
Versorgung von Angehörigen im Todesfall, kann. Unterschieden werden einfache L.
Sicherung aufgenommener Darlehen (u.a. im (Legitimationszeichen) und qualifizierte L.
Rahmen einer o Baufinanzierung) und Ver- Bei einfachen L. (z.B. Gepäckschein, Garde-
mögensbildung bzw. Altersvorsorge. Grund- robenmarke) kann der Berechtigte seinen
sätzlich lassen sich zwei Arten der L. unter- Anspruch auch ohne Vorlage der Urkunde
scheiden: Bei der o Kapitallebensversiche- geltend machen. Sie erleichtern lediglich den
Legitimationsprüfung 148

Nachweis des Anspruchs. Beim o qualifi- Leistungsgarantie, o Bankgarantie, bei


zierten L. ist dagegen die Vorlage der Urkun- der sich die gewährleistende Bank gegenüber
de zur Geltendmachung des Rechts nötig. dem Auftraggeber bestimmter vertraglicher
Leistungen (z.B. Baumaßnahmen) zur Zah-
Legitimationsprüfung. Die Kreditinstitute lung des festgelegten Garantiebetrages für
sind gemäß Abgabenordnung verpflichtet, den Fall verpflichtet, dass der Auftragnehmer
sich im Zusammenhang mit der Eröffnung (Unternehmer) die vertraglich vereinbarten
eines Kontos oder der Überlassung eines Leistungen nicht erbringt. Die Leistungsga-
o Schrankfachs Gewissheit über die Person rantie ist den Avalkrediten (o Aval) zuzu-
und die Anschrift des Verfügungsberechtig- rechnen.
ten zu verschaffen und die entsprechenden
Angaben in geeigneter Form, bei Konten auf Leitkurs, o Parität.
dem Konto, festzuhalten. Die Errichtung von
Konten auf falsche oder erdichtete Namen ist Leitzinsen, Oberbegriff für die von der
unzulässig. Dieser Grundsatz der Konten- o Zentralnotenbank eines Landes oder eines
wahrheit soll dazu beitragen, Steuerhinter- Währungsgebietes für die o Refinanzierung
ziehungen zu verhindern. Die Verpflichtung der Kreditinstitute festgelegten Zinssätze.
zur L. erstreckt sich nicht nur auf den Konto- Die L. einer Zentralnotenbank sind für das
inhaber, sondern (von bestimmten Ausnah- gesamte Bankensystem von Bedeutung, da
men abgesehen) auch auf den bzw. die ge- die Kreditinstitute ihre im Kundengeschäft
setzlichen Vertreter und Bevollmächtigte geltenden Zinssätze wesentlich an Verände-
eines Kontoinhabers. Gewissheit über die rungen der L. orientieren. Dadurch beeinflus-
Person eines Verfügungsberechtigten besteht sen die Leitzinsen der Zentralnotenbanken
nur dann, wenn der vollständige Name, das letzten Endes das Zinsniveau des Landes
Geburtsdatum und der Wohnsitz bekannt bzw. des Währungsgebietes.
sind. Die L. erfolgt anhand eines amtlichen
Lichtbildausweises (i.d.R. Personalausweis Letter of Credit (LC). 1. Kurzbezeichnung
oder Reisepass mit Meldebestätigung). Bei für o Commercial Letter of Credit. – 2. In
o juristischen Personen und o Personenhan- der Fachliteratur teilweise gleichbedeutend
delsgesellschaften wird die L. unter Bezug- verwendet mit o Dokumentenakkreditiv.
nahme auf eine amtliche Veröffentlichung
oder ein amtliches Register (z.B. o Handels- letzte Inkassostelle, Kreditinstitut, dem
register) vorgenommen. Bei der Eröffnung ein Einzugspapier (Scheck, Wechsel, Last-
von Konten für Kinder kann die L. des Kon- schrift) zur Einlösung zu Lasten des dort
toinhabers ggfs. auch anhand der Geburtsur- geführten Kontos vorgelegt wird.
kunde oder des Familienstammbuches erfol-
gen. Zusätzlich wird hier die Legitimation Leverage-Effekt (bei Optionsschei-
der gesetzlichen Vertreter geprüft. - Die nen), o Hebelwirkung bei Optionsscheinen.
Verpflichtung der Kreditinstitute zur Legiti-
mationsprüfung im Zusammenhang mit der Leverage-Effekt (des Fremdkapitals),
Eröffnung von Konten ergibt sich darüber o Hebelwirkung des Fremdkapitals.
hinaus auch aus den Vorschriften des o
Gesetzes über das Aufspüren von Gewinnen Leverage-Fonds, o Investmentfonds, bei
aus schweren Straftaten. dem das Fondsvermögen überwiegend durch
Kredite finanziert wird. Ist die mit den kre-
Leihe, Überlassung einer Sache zum unent- ditfinanzierten Anlagen erzielte o Rendite
geltlichen Gebrauch. Der Entleiher darf die höher als der Zinsaufwand für den Fremdka-
Sache nur zum vertragsmäßigen Gebrauch pitaleinsatz, so entsteht eine Hebelwirkung
verwenden und ist ohne Erlaubnis des Ver- zugunsten der Fondsrendite (o Hebelwir-
leihers nicht berechtigt, sie einem Dritten kung des Fremdkapitals).
zum Gebrauch zu überlassen. Er ist ver-
pflichtet, die geliehene Sache nach Ablauf LIBOR, Abk. für London Interbank Offered
der vereinbarten Zeit zurückzugeben. Rate; bankarbeitstäglich ermittelter Durch-
schnittszinssatz, zu dem bestimmte Londoner
Leistungsbilanz, Teilbilanz der o Zah- Banken zur Geldausleihung im o Interban-
lungsbilanz. kenhandel bereit sind. Der L. dient als o
149 Liquidität

Referenzzinssatz für die Festlegung anderer stücks aus. Auszüge aus dem L. werden
Zinssätze. neben dem Grundbuchauszug als Belei-
hungsunterlage im Rahmen einer o Baufi-
Lieferantenkredit. 1. Im Außenhandel vor nanzierung benötigt, da die Angaben zur
allem von der o Ausfuhrkredit-Gesellschaft Lage, Größe und Nutzungsart im o Grund-
mbH (AKA) deutschen Exporteuren gewähr- buch nicht verlässlich sind.
ter Kredit zur Finanzierung ihrer Exportauf-
wendungen oder der an ausländische Impor- Liko-Bank, Abk. für o Liquiditäts-Kon-
teure gewährten Zahlungsziele. – Gegensatz: sortialbank GmbH.
o Bestellerkredit. – 2. Kredit eines Lieferan-
ten an seinen Abnehmer für den Zeitraum Limit. 1. Im Kreditgeschäft Bezeichnung für
zwischen Lieferung und Bezahlung der eine betragliche Obergrenze, bis zu der ein
Ware. Der L. stellt eine Form des o Waren- o Kontokorrentkredit durch den Kreditneh-
kredits dar und wird kurzfristig für ein bis mer in Anspruch genommen werden darf. –
drei Monate eingeräumt. Für den Lieferanten 2. Bei Börsenaufträgen zum Kauf bzw. Ver-
hat der L. absatzfördernde Wirkung. Er kauf von Wertpapieren bezeichnet Limit den
verbindet die Kreditgewährung i.d.R. mit durch den Auftraggeber angegebenen Kurs,
einem Anreiz zu sofortiger Rechnungsbe- zu dem höchstens gekauft bzw. mindestens
gleichung durch Einräumung eines Skonto- verkauft werden soll.
abzugs (z.B. Rechnungsbetrag wahlweise
zahlbar innerhalb von 4 Wochen ohne Abzug limitierter Auftrag, Börsenauftrag zum
oder innerhalb einer Woche mit 2% Skonto). Kauf oder Verkauf von Wertpapieren mit
Für den Abnehmer ist die Inanspruchnahme Angabe einer Kursbegrenzung. Der Auftrag-
des L. unkomplizierter möglich als die Auf- geber wünscht eine Ausführung seines Auf-
nahme eines Bankkredites; jedoch stellt der trags nur dann, wenn er im Fall eines Kaufs
L. durch den Verzicht auf Skontoabzug eine höchstens den angegebenen Kurs zahlt bzw.
sehr teure Kreditart dar. im Fall eines Verkaufs mindestens den ange-
gebenen Kurs erhält.
Lieferbedingungen im Außenhandel,
Vertragsbedingungen zur Regelung der lineare Verzinsung, Verzinsung eines
Rechte und Pflichten der Vertragspartner aus Kapitals in der Weise, dass die zum jeweili-
Außenhandelsgeschäften im Zusammenhang gen Zinstermin fälligen Zinsen nicht dem
mit der Lieferung und Abnahme der Ware. Kapital zugeschlagen und für den folgenden
Die L.i.A. beziehen sich unter anderem auf Anlagezeitraum mitverzinst, sondern ausge-
die Regelung der Transportkosten (Kosten- zahlt bzw. einem separaten Konto gutge-
übergang) und das Risiko von Beschädigun- schrieben werden.
gen oder des Verlustes der Ware auf dem
Transport (Gefahrenübergang). Grundlage Linienchart, grafische Darstellung von
der L.i.A. sind in der Regel die o Incoterms. Höchst-, Tiefst- und Schlusskursen innerhalb
eines Betrachtungszeitraumes. Die einzelnen
Lieferungsgarantie, o Bankgarantie, bei Kurse werden durch eine Linie verbunden, so
der sich das gewährleistende Kreditinstitut dass eine Kurskurve entsteht, die die Kurs-
im Zusammenhang mit einer Warenlieferung entwicklung übersichtlich abbildet.
gegenüber dem Käufer zur Zahlung des
festgelegten Garantiebetrages für den Fall Liquidität. 1. Fähigkeit einer Person oder
verpflichtet, dass der Verkäufer seine Liefer- Unternehmung, alle Zahlungsverpflichtungen
verpflichtung nicht erfüllt. Die L. ist den fristgerecht zu erfüllen. – 2. Eigenschaft
Avalkrediten (o Aval) zuzurechnen. eines Vermögensgegenstandes, als sofort ver-
fügbares Zahlungsmittel zu dienen bzw. sich
Liegenschaftsbuch, beim Katasteramt bei Bedarf in sofort verfügbares Zahlungs-
einer Kreis- bzw. Stadtverwaltung geführtes, mittel umwandeln zu lassen. Je nach dem
nach Eigentümern geordnetes Grundstücks- Aufwand und der Zeit, die für diese Um-
verzeichnis. Es fasst die o Flurstücke eines wandlung benötigt wird, werden Vermögens-
Eigentümers innerhalb einer Gemeinde zu- gegenstände unterschiedlichen Gruppen von
sammen und weist neben dem Eigentümer liquiden Mitteln zugeordnet. Dabei sind li-
die Lage, Größe und Nutzungsart eines Flur- quide Mittel erster Ordnung unmittelbar als
Liquiditätsgrundsätze 150

Zahlungsmittel verfügbare Vermögensteile, für den betreffenden Kunden im o offenen


wozu vor allem der Kassenbestand sowie Depot verwahrten Wertpapiere.
täglich fällige Bankguthaben gehören. Dane-
ben existieren liquide Mittel zweiter Ord- Long Call, Bezeichnung für den Erwerb
nung, also Vermögensgegenstände, die nicht einer Kaufoption (o Option). Der Käufer
unmittelbar, jedoch sehr kurzfristig in Bar- geht von einem steigenden Kurs des zugrun-
mittel umgewandelt werden können. Hierzu de liegenden o Basiswertes aus. Da er selbst
zählen insbesondere Forderungen aus Liefe- über die Ausübung der Option entscheidet,
rungen und Leistungen sowie sonstige kurz- ist sein Verlustrisiko auf den gezahlten Opti-
fristig fällige Forderungen. Liquide Mittel onspreis begrenzt. – Gegensatz: o Short
dritter Ordnung bilden schließlich Vermö- Call.
gensteile, die zunächst umgesetzt werden
müssen, also insbesondere im Unternehmen Long Put, Bezeichnung für den Erwerb
erzeugte oder zum Weiterverkauf erworbene einer Verkaufsoption (o Option). Der Käufer
Waren. geht von einem fallenden Kurs des zugrunde
liegenden o Basiswertes aus. Da er über die
Liquiditätsgrundsätze, o Grundsätze Ausübung der Option entscheidet, ist sein
über die Eigenmittel und die Liquidität der Verlustrisiko auf den gezahlten Optionspreis
Institute. begrenzt. – Gegensatz: o Short Put.

Liquiditäts-Konsortialbank GmbH, Li- Long Zertifikat, o Zertifikat, bei dem der


ko-Bank; im Zusammenwirken mit der Anleger von steigenden Kursen des zugrun-
o Deutschen Bundesbank 1974 mit Sitz in deliegenden Basiswertes profitiert. – Gegen-
Frankfurt am Main gegründete Gemein- satz: o Short Zertifikat.
schaftseinrichtung des deutschen Kreditge-
werbes. Aufgabe der Liko-Bank ist es, wirt- Lorokonto, Bezeichnung eines o Banken-
schaftlich an sich gesunden Banken mit Kontokorrent aus der Sicht des kontoführen-
vorübergehenden, unverschuldeten Zah- den Kreditinstituts. Dieses Kreditinstitut ist
lungsschwierigkeiten, Liquiditätshilfen zu gegenüber der o Korrespondenzbank zu-
leisten. ständig für Erstellung und Versand der Kon-
toauszüge. Das L. stellt die Originalrechnung
Locus-Prinzip, o Rangordnung im Grund- der gegenseitigen Kontoverbindung dar; das
buch. entsprechende o Nostrokonto der Korres-
pondenzbank bildet die Gegenrechnung.
Lombardkredit, Gewährung eines Kredits
gegen Verpfändung (o Pfandrecht) von be- Löschungsbewilligung, öffentlich be-
weglichen Sachen oder Forderungen, wobei glaubigte Erklärung eines Berechtigten, dass
das Darlehen üblicherweise über einen festen er der Löschung eines zu seinen Gunsten im
Betrag lautet und in einer Summe bereitge- o Grundbuch eingetragenen Rechts zu-
stellt sowie zurückgezahlt wird. Die Höhe stimmt. Unter Vorlage der L. kann der jewei-
des L. hängt im Einzelfall unmittelbar vom lige Grundstückseigentümer die Löschung
Wert der überlassenen Sicherheit ab. Als des Rechts veranlassen. Kreditinstitute ertei-
Pfandobjekte kommen grundsätzlich z.B. len eine L. nach vollständiger Rückzahlung
Waren, Edelmetalle, Wertpapiere, Forderun- eines grundpfandrechtlich besicherten Darle-
gen aus Warenlieferungen, Ansprüche aus hens (o Grundpfandrechte), damit der Kre-
o Lebensversicherungen und Sparguthaben ditnehmer die eingetragene Grundschuld
sowie Lohn- und Gehaltsansprüche in Be- oder Hypothek löschen lassen kann.
tracht. Der L. dient vor allem der kurzfristi-
gen Überbrückung von Liquiditätsengpässen. Lossparen, Gewinnsparen; Sparform, bei
In der Bankpraxis wird vom (echten) L. der der der Anleger regelmäßig niedrige Sparra-
sogen. „unechte“ L. abgegrenzt, bei dem ten erbringt und gleichzeitig mit einem Teil-
Darlehen in Form von o Kontokorrentkredi- betrag seiner Einzahlungen Gewinnlose er-
ten gegen Verpfändung von börsengängigen wirbt. Die entsprechenden Auslosungen er-
Wertpapieren gewährt werden. Die vertretba- folgen zum Beispiel monatlich oder viertel-
re Kredithöhe ergibt sich hier aus dem o Be- jährlich. Die geleisteten Sparbeiträge werden
leihungswert der vom kreditgebenden Institut in regelmäßigen Abständen ausgezahlt oder
151 LZB-Girokonto

einem Sparkonto des Kunden gutgeschrie- LZB-Girokonto, veraltete Bezeichnung für


ben. ein o Bundesbank-Girokonto.

LZB, Abk. für o Landeszentralbank.


M
Maestro, o Electronic Cash. durch den M. einer o Aktie das Teilhaber-
recht verbrieft. – Gegenstück: o Bogen.
Magisches Dreieck der Vermögensan-
lage, Spannungsverhältnis zwischen den Mantelabtretung, Mantelzession; Sonder-
Größen „Sicherheit“, „Rentabilität“ und „Li- form bei der sicherungsweisen o Abtretung
quidität“ bei einer Geld- bzw. Vermögensan- mehrer Forderungen (z.B. Forderungen aus
lage. Es bestehen Zielkonflikte zwischen Lieferungen und Leistungen). Bei der M.
diesen Größen. So ist z.B. eine höhere Ren- verpflichtet sich ein Kreditnehmer, laufend
tabilität stets mit einem größeren Risiko Forderungen bis zu einer bestimmten Höhe
verbunden. Das M.D.d.V. berücksichtigt abzutreten. Die Abtretung der einzelnen For-
solche Zielkonflikte; es dient dazu, einen derungen wird jedoch erst wirksam, wenn
Kunden innerhalb dieses Dreiecks zu positi- der Kunde (Zedent) die einzelnen Forderun-
onieren, um so seine Anlageziele und Anla- gen bei Fälligkeit auf einer Debitorenliste
geschwerpunkte herauszufiltern. – Vgl. auch zusammenstellt und diese Liste seinem Kre-
o Anlageberatung und o Kundentypen. ditinstitut einreicht. Der M. kommt in der
Praxis keine Bedeutung zu. Kreditinstitute
Magnetband-Clearing, durch ein o Ab- bevorzugen bei der Abtretung mehrerer For-
kommen zwischen Kreditinstituten geregel- derungen die o Globalabtretung.
tes Verfahren zur beleglosen Weitergabe
beleghaft oder beleglos eingereichter Zah- Margin, Sicherheitsleistung, welche die
lungsverkehrsaufträge. o Eurex von ihren Mitgliedern verlangt.

Mahnbescheid, amtliche Aufforderung zur MaRisk, Abk. für o Mindestanforderungen


Leistung einer fälligen Zahlung im Rahmen an das Risikomanagement.
des o gerichtlichen Mahnverfahrens.
Market Maker, Marktteilnehmer, der an
Makler, o Börsenmakler. einer o Börse verbindliche Kauf- und Ver-
kaufspreise für die von ihm betreuten Wert-
Managed Floating, kontrolliertes o Float- papiere stellt. Durch die Verbindlichkeit der
ing. Kauf- und Verkaufspreise sorgt der M.M. für
einen liquiden Markt. Die Mitglieder eines
Management Buy-in (MBI), Übernahme Bankenkonsortiums bei der o Emission von
eines Unternehmens durch Manager eines Wertpapieren übernehmen ebenfalls eine
anderen Unternehmens. M.M.-Funktion.

Management Buy-out (MBO), Übernah- Marketing, o Bankmarketing.


me eines Unternehmens durch Manager des
eigenen Unternehmens. Market-To-Market, Daily Settlement; Ver-
rechnungsprinzip von Sicherheitsleistungen
mangels Masse (m.M.), o Insolvenzver- (Margins) an Terminbörsen (z.B. o Eurex).
fahren. Beim M.-T.-M. werden börsentäglich die
aufgrund von Kursveränderungen entstehen-
Mantel, Urkunde, die das Hauptrecht eines den Gewinne und Verluste o offener Positio-
Wertpapiers verbrieft. So wird durch den M. nen von o Optionen oder o Futures auf den
einer o Anleihe das Forderungsrecht und Konten der Teilnehmer verrechnet. Bei ho-
Marktforschung 154

hen Verlusten sind zusätzliche Margins zu im In- und Ausland beschaffen oder die
leisten. Karte zur Zahlung von Verbindlichkeiten in
Hotels, Reiseunternehmen etc. (Akzeptanz-
Marktforschung, Analyse eines Marktes stellen) vorlegen. Die Akzeptanzstellen rufen
als Voraussetzung für effizientes o Bank- i.d.R. online beim zuständigen Rechenzent-
marketing. M. kann durch ein Kreditinstitut rum die Autorisierungsdaten des Karteninha-
selbst durchgeführt werden (primäre M.). bers ab (Verfügungsrahmen des Kunden,
Das Kreditinstitut kann sich auch fremder Prüfung auf evtl. vorliegende Kartensperre).
Analysen bedienen (sekundäre M.). Für Mar- Nach Autorisierung ist der Betrag für das
ketingentscheidungen relevante Daten sind akzeptierende Unternehmen garantiert.
z.B. Informationen über Einkommensstruktur
oder Konkurrenzsituation im Absatzbereich. Matching, automatische Zusammenführung
Zur besseren Handhabung der M. werden passender Wertpapieraufträge (Orders) bei
Märkte meist in Teilmärkte bzw. Kunden einer o Computerbörse. Unlimitierte Aufträ-
nach verschiedenen Kriterien klassifiziert ge werden beim M. zuerst berücksichtigt. Bei
(sog. o Marktsegmentierung). limitierten Aufträgen erfolgt die Zuordnung
nach dem Preis, wobei die höchsten Kaufli-
Marktkapitalisierung, o Börsenkapitali- mits und die niedrigsten Verkaufslimits
sierung. Vorrang haben. Bei gleichem Preis entschei-
det die zeitliche Reihenfolge der Eingabe des
Marktpflege, o Kurspflege. Auftrags in das Computersystem. – Vgl. auch
o Einheitskurs.
Marktsegmentierung, Klassifizierung von
Bankkunden nach verschiedenen Kriterien. Mate´s Receipt, vorläufige Bescheinigung
Eine klassische M. ist die Unterscheidung einer Reederei über den Empfang einer Ware
von Privat- und Firmenkunden. Innerhalb an Bord eines Schiffes. Das M.R. kann später
dieser Unterscheidung werden weitere Seg- dann durch ein o Konnossement ersetzt wer-
mentierungen vorgenommen, bei Privatkun- den.
den z.B. die Unterteilung in Mengenkund-
schaft (standardisierte Produkte mit geringer Materielle Kreditwürdigkeit, o Kredit-
Beratungsintensität) und vermögende Privat- würdigkeit.
kundschaft (individuelles Produktangebot
mit hoher Beratungsintensität). MBI, Abk. für o Management Buy-in.

Masseverbindlichkeit, Gerichtskosten MBO, Abk. für o Management Buy-out.


(Massekosten) und durch die Insolvenzver-
waltung begründete Verbindlichkeiten bei MDAX, Midcaps Index; Börsenindex (o In-
einem o Insolvenzverfahren. M. werden dex), der aus den Kursen von 50 Aktien
vorrangig bedient. Reicht das Vermögen des deutscher Aktiengesellschaften mittlerer Grö-
Schuldners nicht zur Deckung der M. aus, ße gebildet wird.
wird das Insolvenzverfahren mangels Masse
(m.M.) eingestellt. Medium Term Notes, o Anleihen, die im
Rahmen eines zeitlich unbegrenzten Pro-
MasterCard, neue Bezeichnung für die gramms fortlaufend (revolvierend) emittiert
Eurocard. Die M. ist als international ver- werden können (o Daueremissionen). Die
wendbare Kreditkarte ein bargeldloses Zah- Laufzeit von M.T.N. beträgt i.d.R. zwei bis
lungsverkehrsinstrument, das insbesondere zehn Jahre. M.T.N. werden in relativ kleinen
für Zahlungen im Reiseverkehr gedacht ist. Einheiten (Tranchen) im Wege einer Privat-
Sie wird von Kreditinstituten oder von der platzierung bestimmten Großanlegern ange-
o Gesellschaft für Zahlungssysteme (GZS) boten.
in Frankfurt herausgegeben (emittiert) und
dabei als Standardkarte oder als Goldkarte Mehrstimmrechtsaktien, Sonderform der
(mit entsprechend größerem Service und o Vorzugsaktie. M. bieten, da sie ein Vielfa-
erweiterten Versicherungsleistungen) ange- ches des normalen Stimmrechts gewähren,
boten. – Der Inhaber einer M. kann sich einen Schutz der Aktiengesellschaft vor
mittels der Karte Bargeld bei Kreditinstituten Überfremdung, sofern der Inhaber der M.
155 Mergers & Acquisitions

sich einer Übernahme widersetzen kann. Die nach Bekanntwerden des Todes dem zustän-
Ausgabe von M. ist gem. Aktiengesetz nicht digen Finanzamt (Erbschaftsteuerstelle) die
mehr zulässig. für den Kunden verwalteten Vermögenswerte
anzuzeigen, wenn diese den Betrag von
Mehrwertsteuer, seit 1968 übliche Be- 2.500 Euro übersteigen. Guthaben dürfen da-
zeichnung für die o Umsatzsteuer. bei nicht mit eventuellen Verbindlichkeiten
(z.B. aus Krediten) verrechnet werden. An-
Meistausführungsprinzip, Zuteilungs- zeigepflichtig sind Kontoguthaben und Be-
prinzip bei der Ermittlung eines o Einheits- stände von Wertpapierdepots; maßgeblich ist
kurses. der Saldo bzw. Bestand zu Beginn des Todes-
tages (bei Konten) bzw. am Todestag (bei
Meldepflicht im Außenwirtschaftsver- Depots). o Schrankfächer und dem Kreditin-
kehr, Vorschrift in der o Außenwirtschafts- stitut anvertraute o Verwahrstücke sind in je-
verordnung (AWV), nach der grenzüber- dem Fall zu melden. Die Meldepflicht ist
schreitende Zahlungen zwischen Gebiets- auch zu beachten, wenn ein Inhaber eines
fremden und Gebietsansässigen (o Außen- o Gemeinschaftskontos oder Gemeinschafts-
wirtschaftsgesetz) der o Deutschen Bundes- depots stirbt. In diesem Fall ist das gesamte
bank für deren Zahlungsbilanzstatistik zu Guthaben bzw. der gesamte Bestand zu mel-
melden sind. Nicht meldpflichtig sind Zah- den. – Vgl. auch o Nachlasskonto.
lungen bis zum Betrag von 12.500 Euro oder
entsprechendem Währungsgegenwert, Aus- Mengengeschäft, andere Bezeichnung für
zahlungen oder Rückzahlungen von Krediten das o Retail Banking.
bzw. Einlagen mit einer vereinbarten Lauf-
zeit bis zu 12 Monaten (Zinsen sind dabei Mengennotierung, seit der Einführung des
jedoch meldepflichtig), Zahlungen, die nur o Euros im Jahre 1999 übliche Form der
Wareneinfuhren betreffen und Zahlungen Notierung zweier Währungen zueinander.
zwischen Gebietsfremden, die von Gebiets- Bei der M. wird der Wert der ausländischen
ansässigen nur weitergeleitet werden (Tran- Währung jeweils einer Einheit der Inlands-
sitzahlungen). Zur Meldung verpflichtet sind währung gegenüber gestellt. So stellt die
die Gebietsansässigen, die von der Zahlung Notierung 1 Euro = 1,5000 US-Dollar eine
betroffen sind. Bei ausgehenden Zahlungen europäische M. dar. Ein sinkender Außen-
werden jedoch die Kreditinstitute in das wert (o Abwertung) des US-Dollars äußert
Meldesystem einbezogen: Ein meldepflichti- sich bei der M. als Kurssteigerung (z.B. auf
ger Kundenauftrag wird auf einem besonde- 1,5500 US-Dollar) da mehr US-Dollar für
ren Formular bzw. beleglos in einer besonde- einen Euro zu zahlen sind. – Gegensatz:
ren Computermaske erfasst. Ein Teil des For- o Preisnotierung.
mulars („Z-Formular“) bzw. ein Teil des
Datensatzes wird durch das Kreditinstitut des Mengentender, Festzinstender; Ausschrei-
Auftrag gebenden Kunden an die Deutsche bungsmodus bei den Offenmarktgeschäften
Bundesbank weitergeleitet – Vgl. auch (o geldpolitische Operationen) der Europä-
o Auslandsüberweisung. ischen Zentralbank (EZB). Beim M. bieten
die Kreditinstitute lediglich einen Geldbe-
Meldesystem für Wertpapiere und De- trag. Die EZB teilt dann nach Sammlung
rivate, elektronisches System zur Erfassung aller Gebote einen Gesamtbetrag (Zutei-
aller Transaktionen in Wertpapieren und lungsvolumen) zum vorher angekündigten
o Derivate bei der o Bundesanstalt für Fi- Zinssatz zu. Da die Gebote bei einem M.
nanzdienstleitungsaufsicht. Das M. dient zur i.d.R. das Zuteilungsvolumen übersteigen,
Aufdeckung von Verstößen gegen das In- erhält jedes Kreditinstitut nur einen Prozent-
siderhandelsverbot (o Insidergeschäfte) und satz seines Gebotes. So ergeben z.B. Gebote
die o Ad-hoc-Publizität. von 625 Mrd. Euro bei einem Zuteilungsvo-
lumen von 75 Mrd. Euro durch die EZB eine
Meldung an das Finanzamt, Vorschrift Zuteilungsquote von 12%. – Gegensatz:
aufgrund des Erbschaftsteuergesetzes und der o Zinstender.
Erbschaftsteuerdurchführungsverordnung bei
Tod eines Kunden. Danach ist jedes Kredit- Mergers & Acquisitions, Teilbereich des
institut verpflichtet, spätestens einen Monat o Investment Banking. Unter M.&A. ver-
Metakredit 156

steht man die Vermittlung von Unterneh- Richtlinie zur Harmonisierung der Finanz-
menszusammenschlüssen bzw. Aufkäufen märkte im europäischen Binnenmarkt. Ziele
von Unternehmen oder Unternehmensteilen. der MiFiD sind ein verbesserter Anleger-
Die Vermittler helfen interessierten Unter- schutz sowie ein verstärkter, harmonisierter
nehmen bei der Suche nach Beteiligungen europäischer Finanzmarkt. Die Umsetzung
bzw. Übernahmeobjekten und beraten sie der MiFiD Ende 2007 in Deutschland führte
(z.B. hinsichtlich der Finanzierung). zu einer Ausweitung der Beratungspflichten
von Kreditinstituten sowie zu Regelungen
Metakredit, andere Bezeichnung für einen hinsichtlich o Best Execution im WpHG
o Konsortialkredit. (vgl. o Gesetz über den Wertpapierhandel).

Mezzanine-Kapital, Finanzierungsformen, Millionenkredit, meldepflichtiger Kredit im


die weder eindeutig dem o Eigenkapital Sinne des § 14 KWG. Als M. gilt ein Kredit
noch dem o Fremdkapital zuzuordnen sind. ab 1,5 Mio. Euro.
Unter M.-K. fallen z.B. die o stille Beteili-
gung oder der o Genussschein. Minderjährige, Bezeichnung des BGB für
natürliche Personen ab 7 Jahren bis unter 18
MFI, Abk. für o Monetäre Finanzinstitute. Jahre. Für M. gelten die BGB-Regelung zur
beschränkten o Geschäftsfähigkeit. Kredite
Midcaps, Aktien von Unternehmen mit mit- an M. (also auch Kontoüberziehungen) be-
telgroßer o Börsenkapitalisierung. Die 50 dürfen der Zustimmung der Eltern und des
größten M. werden in Deutschland durch den Vormundschaftsgerichts.
Midcaps Index (MDAX) repräsentiert.
Mindestanforderungen an das Risiko-
Mietkautionskonto, Sparkonto zur Anlage management (MaRisk), Regelwerk der
von Mietkautionen. Ein M. kann auf den o Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-
Namen von Mieter und Vermieter als o Ge- aufsicht. In den MaRisk werden die Anforde-
meinschaftskonto oder als Einzelkonto ge- rungen an die Innere Revision, an die Kre-
führt werden. Lautet das Einzelkonto auf den ditgeschäfte sowie an die Handelsgeschäfte
Namen des Mieters, ist eine o Verpfändung von Kreditinstituten festgelegt. Nach den
des Guthabens an den Vermieter oder eine MaRisk müssen Kreditinstitute u.a. organisa-
Sperrung des Guthabens zugunsten des Ver- torische Maßnahmen (z.B. Regelung von
mieters durchzuführen. In beiden Fällen wird Kompetenzen und Kontrollaufgaben) und
das zugehörige Sparbuch dem Vermieter geschäftspolitische Maßnahmen (z.B. Errich-
ausgehändigt. Bei einem Einzelkonto auf den tung von Frühwarnsystemen, regelmäßige
Namen des Vermieters ist dieser Gläubiger Überprüfung von Kreditsicherheiten) treffen.
der Einlage und muss sich die anfallenden
Guthabenzinsen auf seinen o Freistellungs- Mindestbewertungszahl, Bewertungs-
auftrag anrechnen lassen. In der Praxis ist die zahl, die ein Bausparer erreichen muss, um
Einrichtung des Kontos auf den Namen des eine Zuteilung seines o Bausparvertrages zu
Mieters und damit die Anrechnung der Zin- erhalten. Die M. erhöht sich durch die regel-
sen auf dessen Freistellungsauftrag üblich. mäßigen Sparleistungen des Bausparers.
Eine Alternative zum M. stellt die Möglich-
keit dar, dass das Kreditinstitut des Mieters Mindestreserve, Instrument des o Europä-
dem Vermieter gegenüber eine Mietbürg- ischen Systems der Zentralbanken (ESZB)
schaft/Mietgarantie (o Aval) übernimmt. zur Beeinflussung der Liquidität von Kredit-
instituten. Durch die M. sind Kreditinstitute
Mietvertrag, Vertragsart des BGB über die verpflichtet, einen bestimmten Prozentsatz
entgeltliche Überlassung von Sachen zum (zurzeit 2%) bestimmter Verbindlichkeiten
Gebrauch. Bei Kreditinstituten kommt der (z.B. aus o Sichteinlagen, o Termineinlagen
M. bei der Überlassung von o Schrankfä- oder o Spareinlagen) auf ihren Konten bei
chern zur Anwendung. Ein Mietvertrag liegt den nationalen Zentralbanken (in Deutsch-
auch dem o Operate Leasing zugrunde. land: Bundesbank-Girokonto) zu unterhalten.
Dieses M.-Soll wird jeweils anhand der
MiFiD, Abk. für Markets in Financial In- Bestände zum Monatsende berechnet. Dem
struments Directive. Die MiFiD ist eine EU- M.-Soll ist dann das M.-Ist (Summe der
157 Mittelverwendung

Guthaben auf dem Bundesbank-Girokonto,


Modell Gel- Verhältnis: Arbeit-
geteilt durch die Tage des Berichtszeitraums) tungsbe- geber (AG)- / Arbeit-
gegenüber zu stellen. Unterschreitet das M.- reich nehmer(AN)vertreter
Ist den Sollwert, kann das ESZB einen Straf-
zins auf den Fehlbetrag verlangen und weite- Mon- Kohle-, 11 Mitglieder: 5 AG-
re Sanktionen durchführen (z.B. Zwang zu tanmit- Eisen- und 5 AN-Vertreter
höheren Einlagen auf dem Bundesbank- bestim- und zuzüglich einer „neu-
Girokonto). Die dem M.-Soll gegenüber mungs- Stahlver- tralen Person“
stehenden Guthaben werden verzinst; es gilt gesetz arbeiten-
dabei der jeweils gültige Zinssatz des Haupt- von de Indus-
refinanzierungsgeschäftes. – Vgl. auch 1951 trie
o geldpolitische Operationen.
Neben der M. im Aufsichtsrat kann M. auch
Minimax-Floater, Sonderform bei einer am Arbeitsplatz durch direkte Einflussnahme
o Floating Rate Note. Bei M.-F. sind die sich einzelner Arbeitnehmer erfolgen. Innerhalb
aus der variablen Verzinsung ergebenden eines Betriebes wird M. durch die Vorschrif-
Schwankungen nach oben und unten be- ten des Betriebsverfassungsgesetzes (bei
grenzt, so dass sich der Zinssatz innerhalb Sparkassen: Personalvertretungsgesetz) zum
eines vorgegebenen Korridors bewegt. Betriebsrat und zur Jugend- und Auszubil-
dendenvertretung bestimmt.
Minusankündigung, Hinweis eines Bör-
senmaklers auf der Kursanzeigetafel, dass Mitbürgschaft, o Bürgschaft, die mehrere
der aktuelle Börsenkurs eines Wertpapiers Personen für dieselbe Verbindlichkeit über-
aufgrund der vorliegenden Aufträge erheb- nehmen. Bei den Bürgen liegt dann eine
lich unter dem zuletzt festgestellten Kurs o gesamtschuldnerische Haftung vor.
liegen wird. o Börsenhändler bzw. deren
Auftraggeber erhalten damit Gelegenheit, Miteigentum, Bruchteilseigentum; o Ei-
erteilte Aufträge zu ändern oder zurückzu- gentum an einer Sache, das mehreren Perso-
nehmen. – Gegensatz: o Plusankündigung. nen nach Bruchteilen zusteht. Jedem Eigen-
tümer steht ein ideeller Anteil zu (z.B. je ½
Mitbestimmung, Möglichkeit der Mitge- Anteil am Haus eines Ehepaares). Das M. hat
staltung betrieblicher Entscheidungen durch in Kreditinstituten bei der o Sammelverwah-
die Arbeitnehmer. Für die überbetriebliche rung von Wertpapieren eine Bedeutung. –
Mitbestimmung im Aufsichtsrat einer o Ka- Vgl. auch o Gesamthandsvermögen. – Ge-
pitalgesellschaft gelten drei verschiedene gensatz: Gesamthandseigentum.
Mitbestimmungsmodelle:
Mitgliedschaftspapier, Wertpapier, das die
Modell Gel- Verhältnis: Arbeit- Beteiligung an einem Unternehmen verbrieft.
tungsbe- geber (AG)- / Arbeit- Beispiel für ein M. ist die o Aktie.
reich nehmer(AN)vertreter
mittelbarer Besitzer, o Besitzkonstitut.
2
Drittel- Kapital- /3 AG-Vertreter
beteili- gesell- Mittelbeschaffung, Maßnahmen in Kredit-
1
gungs- schaften /3 AN-Vertreter instituten zur Aufnahme von o Fremdkapital
gesetz bis 2.000 durch Hereinnahme von Kundeneinlagen
AN oder Mitteln am o Geldmarkt.
Mitbe- Kapital- ½ AG-, ½ AN-Ver-
Mittelkurs, o Devisen-Referenzkurs.
stim- gesell- treter (paritätische
mungs- schaften Mitbestimmung); bei
gesetz mit mehr Stimmengleichheit
Mittelstandsbank, Spezialinstitut der KfW-
v. 1976 als 2.000 entscheidet die Stim- Bankengruppe (o Kreditanstalt für Wieder-
AN me des Aufsichtsrats- aufbau).
vorsitzenden; dieser
kann gegen den Wil- Mittelverwendung, bilanztechnische Be-
len der AN-Vertreter zeichnung für das Aktivgeschäft (Kreditge-
bestimmt werden. schäft) der Kreditinstitute.
mittlere Laufzeit 158

mittlere Laufzeit, Berechnungsgröße zur Montanmitbestimmung, o Mitbestim-


Ermittlung der wahrscheinlichen Laufzeit mung.
einer o Annuitätenanleihe. Wird z.B. eine
Anleihe nach 5 Jahren Grundlaufzeit in 7 Moody`s, o Rating.
Raten zurückgezahlt, so kalkuliert der Anle-
ger, der eine bestimmte Serie dieser Anleihe Moratorium, Verbot der o Bundesanstalt
erwirbt, für die Berechnung seiner voraus- für Finanzdienstleistungsaufsicht an ein in
sichtlichen o Rendite mit der mittleren Schwierigkeiten geratenes Kreditinstitut zur
Laufzeit von 8,5 Jahren ((kürzeste Laufzeit + Leistung von Zahlungen.
längste Laufzeit) : 2); somit ergeben sich 8,5
Jahre: (5 + 12) : 2 = 8,5. Mortgage Backed Securities, durch
o Grundpfandrechte gedeckte Anleihen.
Mitverschluss, Kreditsicherungsmaßnah-
me bei der o Verpfändung von Waren als Multibanksystem, Computersystem, das
Kreditsicherheit. Beim M. stellen Kreditinsti- über Geldbewegungen und Kontostände ver-
tut und Kunde sicher, dass sie nur gemein- schiedener Inlands- und Auslandskonten
sam über die Ware verfügen können. Auf- eines Unternehmens informiert. Ein M. ist
grund seiner geringen Praktikabilität kommt Grundlage für das o Cash Management.
der M. in der Praxis kaum zur Anwendung.
Mündelsicherheit, Qualitätsmerkmal, das
Mitwirkungspflicht, Regelung in den insbesondere für o Anleihen und für Anlagen
o Allgemeinen Geschäftsbedingungen der auf Sparkonten bei öffentlichen Sparkassen
Kreditinstitute, nach der Kunden verpflichtet relevant ist. M. bedeutet, dass die genannten
sind, Änderungen ihres Namens und ihrer Anlageformen für die Anlage von Mündel-
Adresse sowie das Erlöschen oder die Ände- geldern geeignet sind. Mündel sind o Min-
rung einer Kontovollmacht unverzüglich derjährige, die z.B. aufgrund des Todes
ihrer kontoführenden Stelle mitzuteilen. Die beider Elternteile nicht unter elterlicher Sor-
M. ist besonders wichtig bei Änderungen von ge stehen. Für sie handelt ein amtlich bestell-
Vollmachten über Firmenkonten durch Aus- ter Vormund als o gesetzlicher Vertreter;
scheiden oder Neueintritt von zeichnungsbe- dieser darf nur mündelsichere Anlageformen
rechtigten Angestellten. für die Mündelgelder wählen.

m.M., Abk. für „mangels Masse“. – Vgl. Münzen, o Geld.


auch o Insolvenzverfahren.
Münzregal, Recht einer Regierung, Münzen
Mobilienleasing, o Leasing von bewegli- prägen und in den Verkehr bringen zu dürfen.
chen Wirtschaftsgütern wie z.B. KfZ, Ma- Nach Artikel 73, Nr. 4 des Grundgesetzes
schinen. steht das M. in Deutschland dem Bund zu.
Die Münzen werden in Umlauf gebracht, in-
Monatsgeld, Sonderform eines o Termin- dem die o Deutsche Bundesbank sie dem
geldes, das zwischen Kreditinstituten mit Bund zum aufgeprägten Nennwert abkauft
einer festen Laufzeit von mindestens 30 und sie über die Barabhebungen der Kredit-
Tagen aufgenommen wird. institute diesen zur Verfügung stellt. Herstel-
lungskosten und Nennwert der Münzen sind
Monetäre Finanzinstitute (MFI), von der nicht identisch (Scheidemünzen). Da die
Europäischen Zentralbank 1999 neu einge- Herstellungskosten i.d.R. geringer sind als
führter Begriff zur Abgrenzung von Banken der Nennwert, realisiert der Bund einen
und Nichtbanken. Unter die MFI fallen Prägegewinn. Mit Einführung des Eurobar-
Banken und Sparkassen, o Bausparkassen, geldes verblieb das M. jeweils bei den Regie-
o Geldmarktfonds sowie die Mitglieder des rungen der Euroländer, die berechtigt sind,
o Europäischen Systems der Zentralbanken. eine Seite jeder von ihr geprägten Euro- oder
Cent-Münze mit einem nationalen Symbol zu
Monetarismus, volkswirtschaftliche Theo- versehen. – Gegensatz: Kurantmünzen.
rie, bei der ein enger Zusammenhang zwi-
schen o Geldmenge und o Inflation unter- Musterklage, o Kapitalanleger-Musterver-
stellt wird. – Vgl. auch o Quantitätstheorie. fahrensgesetz (KapMuG).
N
Nachbürgschaft, o Bürgschaft, aus der Erben; sie treten vermögensrechtlich an seine
der Nachbürge dem Gläubiger einer Forde- Stelle. Wollen Erben über das N. verfügen,
rung gegenüber dafür haftet, dass ein anderer so haben sie sich der Bank gegenüber als
Bürge (Hauptbürge, Vorbürge) seinen Ver- Erben zu legitimieren. I.d.R. erfolgt die
pflichtungen aus einem Bürgschaftsvertrag Legitimation durch Vorlage eines Erbscheins.
nachkommt. – Gegensatz: o Rückbürg- Das kontoführende Institut ist jedoch auch
schaft. berechtigt, eine Testamentsausfertigung oder
beglaubigte Abschrift bei gleichzeitiger Vor-
Nachdatierung. Das tatsächliche Datum lage der zugehörigen Eröffnungsniederschrift
einer Scheckausstellung liegt nach dem auf als ausreichend zu akzeptieren. Mehrere
der Scheckurkunde angegebenen Ausstel- Erben können nur gemeinschaftlich über den
lungsdatum. Die N. eines o Schecks verkürzt Nachlass verfügen. Verfügungen über das N.
die vom Scheckinhaber einzuhaltende effek- sind außerdem durch evtl. vorhandene Kon-
tive Vorlegungsfrist, da gemäß ScheckG die- tobevollmächtigte, Testamentsvollstrecker
se Frist an dem Tage zu laufen beginnt, der in sowie Nachlasspfleger und Nachlassverwal-
dem Scheck als Ausstellungstag angegeben ter möglich. In besonderen Fällen (z.B. Be-
ist. – Vgl. auch o Vorlegungsfristen bei gleichung von Bestattungskosten, Unterhalts-
Schecks. zahlungen an bedürftige Angehörige) können
Verfügungen zu Lasten des N. auch ohne
Nachdisposition. Aus Gründen der Ar- besondere Verfügungsberechtigung zugelas-
beitsvereinfachung werden bei Kreditinstitu- sen werden. Zu Lebzeiten des Kontoinhabers
ten eingehende o Schecks und o Lastschrif- erteilte Zahlungsaufträge werden weiterhin
ten den Konten der Zahlungspflichtigen ausgeführt. So werden beispielweise vorge-
i.d.R. zunächst ohne eine vorherige Prüfung legte Schecks eingelöst. Daueraufträge wer-
der Kontodeckung belastet. Erst nach erfolg- den ausgeführt und Lastschriften eingelöst,
ter Buchung prüft die Zahlstelle, ob das Kon- sofern dies dem mutmaßlichen Willen des
to eines Zahlungspflichtigen das zur Ein- Verstorbenen nicht widerspricht. Das konto-
lösung erforderliche Guthaben aufweist. Die führende Kreditinstitut ist gem. ErbStG beim
Zahlstelle behält sich gemäß den o Allge- Tod eines Kunden unter bestimmten Voraus-
meinen Geschäftsbedingungen der Banken setzungen zu einer Erbfallmeldung an das für
und Sparkassen aber vor, im Falle mangeln- die Erbschaftsteuer des Verstorbenen zustän-
der Kontodeckung Schecks und Lastschriften dige Finanzamt verpflichtet. – Vgl. auch
wieder gutzuschreiben und an die erste In- o Meldung an das Finanzamt.
kassostelle als nicht eingelöst zurückzuge-
ben. Die Einzugspapiere gelten erst dann als Nachsichtakkreditiv, Deferred-Payment-
eingelöst, wenn die Belastungsbuchung nicht Akkreditiv; o Dokumentenakkreditiv, bei
bis zum Ablauf des übernächsten Bankar- dem die Zahlungsverpflichtung der eröffnen-
beitstages rückgängig gemacht wird. den Bank erst zu einem bestimmten Zeit-
punkt nach Vorlage der vorgeschriebenen
nachgelagerte Besteuerung, o Alters- Dokumente ausgelöst wird. Der Begünstigte
einkünftegesetz. gewährt dem Auftraggeber des Akkreditivs
ein Zahlungsziel, da dieser unmittelbar nach
Nachlasskonto, Konto, das von einem Erhalt der Dokumente über die gelieferte
Kreditinstitut nach dem Tod des bisherigen Ware verfügen kann, sein Konto aber erst zu
Kontoinhabers weitergeführt wird. Rechts- dem im N. bestimmten Zeitpunkt mit dem
nachfolger des Verstorbenen werden seine Akkreditivbetrag belastet wird.
Nachsichtwechsel 160

Nachsichtwechsel, o Wechsel, der zu Namensschuldverschreibung, o Anlei-


einem bestimmten Zeitpunkt nach der An- he, die auf den Namen des Anspruchsberech-
nahme durch den o Bezogenen fällig ist. tigten lautet. N. sind o Rektapapiere. Der
Beispiel: Ein Wechsel mit Annahmedatum Emittent (o Emission) hat fällige Zahlungen
4.2. und der Verfallangabe „2 Monate nach (nach entsprechender Legitimationsprüfung)
Sicht“ ist am 4.4. fällig. an die namentlich genannte Person oder
einen Rechtsnachfolger zu leisten, dem die
Nachttresor, Einrichtung, die insbesondere Ansprüche durch o Abtretung übertragen
Geschäftskunden Einzahlungen auch außer- wurden. Aufgrund der Abtretung geht das
halb der Banköffnungszeiten ermöglicht. Das Eigentum an der N. auf den Rechtsnachfol-
angelieferte Geld wird zusammen mit einem ger über.
Einlieferungsbeleg in einer Geldbombe in
den N. geworfen. Die Bank erhält ein Dupli- NASDAQ, Abk. für National Association of
kat des Einlieferungsscheins über ihren Securities Dealers Automated Quotation;
Hausbriefkasten. Am folgenden Geschäftstag amerikanische Computerbörse, an der vor
wird der Inhalt der Geldbombe gezählt und allem Aktien des Technologiesektors gehan-
die Einzahlung gebucht. delt werden. Mit der N. soll insbesondere
innovativen Jungunternehmen der Zugang
nackter Optionsschein, Naked Warrant; zum o Kapitalmarkt ermöglicht werden.
o Optionsschein, der nicht aufgrund eines
Finanzierungsvorhabens von Unternehmen nationale Zentralbank (NZB), Bezeich-
im Zusammenhang mit der Emission einer nung für o Zentralnotenbank eines Staates.
o Optionsanleihe begeben wird, sondern
eine eigenständige Emission (meist eines Near Bank, Bezeichnung einer Institution,
Kreditinstitutes) darstellt. Bei n.O. ist häufig die finanzielle Dienstleistungen erbringt, bei
anstelle der Abnahme bzw. Lieferung eines denen es sich nicht um o Bankgeschäfte im
o Basiswertes ein Barausgleich (o Settle- Sinn des KWG handelt. Zu den N.B. zählen
ment) vorgesehen. z.B. Leasing- und Factoringgesellschaften,
Versicherungen, Vermögensverwaltungsge-
Naked Warrant, o nackter Optionsschein. sellschaften, Finanzmakler, Kreditkartenge-
sellschaften und Kapitalbeteiligungsgesell-
Namensaktie, auf den Namen des Aktio- schaften.
närs lautende o Aktie. Der Inhaber einer N.
wird mit Namen, Geburtsdatum und Adresse negative Orderklausel, Rektaklausel;
in das Aktienregister der Gesellschaft einge- Vermerk „nicht an Order“ auf einem Wertpa-
tragen. N. sind kraft Gesetzes o Orderpapie- pier (z.B. o Scheck, o Wechsel, o Namens-
re. Die Übertragung einer N. erfolgt nach aktie), mit der eine Übertragung der Rechte
dem Gesetz durch o Indossament und ist bei durch o Indossament untersagt wird.
der jeweiligen Aktiengesellschaft zum Ver-
merk des Übergangs im Aktienregister an- Negativerklärung, Negativklausel. 1. Ver-
zumelden. In der Praxis wird das Indossa- pflichtungserklärung eines Kreditnehmers,
ment meist durch eine gesonderte Abtre- auf die Bestellung bestimmter Sicherheiten
tungserklärung ersetzt, die zusammen mit der (insbesondere o Grundpfandrechte) zuguns-
Aktie übergeben wird. Die Übertragung einer ten weiterer Kreditgeber zu verzichten. –
N. kann an die Zustimmung der Gesellschaft 2. Erklärung eines Anleiheschuldners (o An-
gebunden sein (o vinkulierte N.). N. bieten leihe) zur Absicherung der Anleihegläubiger,
der jeweiligen Aktiengesellschaft aufgrund die unterschiedliche Verpflichtungen beinhal-
der Angaben des Aktienregisters die Mög- ten kann. So wird in der N. beispielsweise
lichkeit einer direkten Kontaktpflege zu den zugesichert, künftig ausgegebene weitere An-
Aktionären und machen darüber hinaus Ver- leihen höchstens gleichrangig zu besichern,
schiebungen der Aktionärsstruktur frühzeitig während der Laufzeit der Anleihe keine wei-
erkennbar. Aktien müssen aufgrund aktien- teren Anleihen zu begeben oder bei der Be-
rechtlicher Vorschrift als Namensaktien aus- sicherung künftig ausgegebener Anleihen
gegeben werden, wenn ihre Ausgabe vor der den Gläubigern bereits umlaufender Anlei-
vollständigen Zahlung des Ausgabebetrages hen nachträglich eine gleichrangige Sicher-
erfolgt. heit einzuräumen.
161 nichtdokumentäre Zahlung

negatives Schuldanerkenntnis, Vertrag und ggfs. Kirchensteuer. Die N. wird einem


zwischen Gläubiger und Schuldner, in dem Aktionär gutgeschrieben, der bei seinem
der Gläubiger anerkennt, dass eine Schuld Kreditinstitut weder über einen o Freistel-
nicht bzw. nicht mehr besteht. lungsauftrag in ausreichender Höhe noch
über eine o Nichtveranlagungsbescheini-
Negativklausel, o Negativerklärung. gung verfügt.

Negativmerkmale, vertragswidriges Kun- Nettorendite, o Rendite einer Geld- bzw.


denverhalten oder gerichtliche Zwangsvoll- Kapitalanlage nach Abzug von Steuern.
streckungsmaßnahmen gegen einen Kunden,
die der o SCHUFA gemeldet werden. N. neue Aktie, aktienrechtlicher Begriff für
sind z.B. Scheckkartenmissbrauch durch den o junge Aktie.
Kontoinhaber, Kreditkündigung aufgrund
mehrerer nicht gezahlter Raten, Scheckrück- Neuer Markt, zu Beginn des Jahres 2003
gabe mangels Deckung und Lohnpfändung abgeschafftes o Börsensegment für den Han-
aufgrund eines gerichtlichen o Pfändungs- del mit Aktien kleiner und mittlerer innovati-
und Überweisungsbeschlusses. Die gemelde- ver Wachstumsunternehmen.
ten N. werden von der SCHUFA gespeichert
und den angeschlossenen Vertragsunterneh- New York Stock Exchange (NYSE),
men übermittelt. Der SCHUFA übermittelte größte Wertpapierbörse der Welt in Manhat-
N. werden am Ende des dritten Kalenderjah- tan/New York. Sie wird in privater Träger-
res nach Einspeicherung gelöscht. – Gegen- schaft geführt. An durchschnittlichen Han-
satz: o Positivmerkmale. delstagen werden an der N. über eine Milli-
arde Aktien von mehr als 2.500 registrierten
Nennbetrag, o Nennwert. in- und ausländischen Aktiengesellschaften
gehandelt.
Nennbetragsaktie, Nennwertaktie; o Ak-
tie, die auf einen bestimmten o Nennwert nichtakzessorische Kreditsicherheit,
lautet, der mindestens einen Euro beträgt. abstrakte Kreditsicherheit; o Kreditsicher-
Die Ausgabe einer N. zu einem Preis unter heit, deren Entstehung oder Fortbestand nicht
ihrem Nennwert ist unzulässig. Der Anteil von der Existenz einer Kreditverbindlichkeit
einer N. am Grundkapital der Aktiengesell- abhängt. Sie kann grundsätzlich auch ohne
schaft ergibt sich aus dem Verhältnis ihres Bestehen einer Schuld in Anspruch genom-
Nennwertes zum Grundkapital. men werden. Zu den n.K. gehören u.a. Siche-
rungsgrundschuld (o Grundschuld), o Si-
Nennwert, Nominalwert, Nennbetrag; auf cherungsübereignung, o sicherungsweise
Wertpapieren (z.B. o Aktien, o Anleihen), Abtretung und o Garantie. Dem Schutzbe-
o Banknoten oder Münzen aufgedruckter dürfnis des Kreditkunden wird in der Praxis
bzw. aufgeprägter Betrag in Einheiten einer durch eine besondere o Sicherungsabrede
bestimmten Währung. Rechnung getragen, in der ein Zusammen-
hang zwischen Kreditsicherheit und Kredit-
Nennwertaktie, o Nennbetragsaktie. verbindlichkeit hergestellt wird. Durch die
Sicherungsabrede wird die n.K. zu einer
nennwertlose Aktie, andere Bezeichnung o treuhänderischen Kreditsicherheit mit der
für Stückaktie (o Aktie). Folge, dass eine Inanspruchnahme nur dann
zulässig ist, wenn der Kreditnehmer seine
Net-Leasing, Form des o Leasing, bei der Pflichten aus dem Kreditvertrag nicht erfüllt.
der Leasingnehmer vereinbarungsgemäß alle – Gegensatz: Akzessorische Kreditsicherheit
Wartungs-, Reparatur- und Versicherungs- (o Akzessorietät).
pflichten für den Leasinggegenstand trägt. –
Gegensatz: o Full-Service-Leasing. Nicht-bezahlt-Vermerk, o Vorlegungs-
vermerk.
Netting, o Cash Management.
nichtdokumentäre Zahlung, Clean Pay-
Nettodividende, o Dividende nach Abzug ment; Zahlung im Außenwirtschaftsverkehr,
von o Abgeltungssteuer, Solidaritätszuschlag die nicht auf Inkasso- oder Akkreditivbasis
Nichteinlösung von Lastschriften 162

(o Dokumenteninkasso, o Dokumenten- Die bezogene Bank übermittelt der ersten


akkreditiv), sondern per o Auslandsüberwei- Inkassostelle spätestens am auf den Ein-
sung oder durch Übersendung eines Schecks gangstag folgenden Geschäftstag eine Rück-
abgewickelt wird. rechnung. Bei Scheckbeträgen ab 6.000 Euro
ist darüber hinaus der ersten Inkassostelle bis
Nichteinlösung von Lastschriften. Die spätestens 14.30 Uhr an dem auf den Ein-
Gründe für eine N.v.L. durch das Kreditin- gang folgenden Geschäftstag eine Eilnach-
stitut des Zahlungspflichtigen können sein: richt (d.h. auf telekommunikativem Wege)
nicht ausreichende Kontodeckung (Teileinlö- über die N. zu übermitteln.
sungen werden nicht vorgenommen), Unan-
bringlichkeit (Es fehlen eindeutige Angaben Nichthandelsbuchinstitut, Kreditinstitut
über den Zahlungspflichtigen oder das Konto oder o Finanzdienstleistungsinstitut, das von
wurde aufgelöst), fehlender o Abbuchungs- den Vorschriften des Kreditwesengesetzes
auftrag (bei Lastschriften im Abbuchungs- über das o Handelsbuch befreit ist.
auftragsverfahren) sowie Widerspruch des
Zahlungspflichtigen (bei Lastschriften im nicht realisierter Kursgewinn, Gewinn,
o Einzugsermächtigungsverfahren). Da Last- der sich als Differenz zwischen Erwerbskurs
schriften grundsätzlich beleglos zurückgege- und einem höheren aktuellen Börsenkurs
ben werden, hat die Zahlstelle der ersten eines im Bestand gehaltenen Wertpapiers
Inkassostelle unter Angabe des Rückgabe- ergibt. Der n.r.K. ist zunächst nur ein (nicht
grundes bis spätestens am auf den Ein- gesicherter) Buchgewinn, der durch Verkauf
gangstag folgenden Geschäftstag einen des Papiers realisiert werden kann (o reali-
Rücklastschriftdatensatz (Rückrechnung) zu sierter Kursgewinn).
übermitteln. Bei größeren Lastschriftbeträ-
gen ist der ersten Inkassostelle darüber hin- nicht realisierter Kursverlust, Verlust,
aus bis spätestens 14.30 Uhr an dem auf den der sich als Differenz zwischen Erwerbskurs
Eingang folgenden Geschäftstag eine Eil- und einem niedrigeren aktuellen Börsenkurs
nachricht (d.h. auf telekommunikativem We- eines im Bestand gehaltenen Wertpapiers
ge) über die N. zuzuleiten. ergibt. Der n.r.K. ist zunächst nur ein Buch-
verlust, der erst durch Verkauf des Papiers
Nichteinlösung von Schecks. 1. Gründe realisiert wird (o realisierter Kursverlust).
der N.v.S.: Das bezogene Kreditinstitut
(o Bezogener) kann die Einlösung eines Nichtveranlagungsbescheinigung, vom
Schecks verweigern, wenn keine ausreichen- Wohnsitzfinanzamt für einen Steuerpflichti-
de Kontodeckung vorhanden ist oder die gen erteilte Bescheinigung darüber, dass eine
Vorlegungsfrist abgelaufen ist (o Vorle- Veranlagung zur Einkommensteuer voraus-
gungsfristen bei Schecks). Dagegen muss die sichtlich nicht erfolgen wird (z.B. weil Ein-
Einlösung verweigert werden, wenn der künfte den Grundfreibetrag nicht überstei-
Scheck vom Aussteller rechtzeitig widerru- gen). Eine N. ist auf drei Jahre befristet und
fen wurde (o Scheckwiderruf), wesentliche kann durch das Finanzamt bei einer Ände-
Formmängel bestehen (z.B. fehlende Aus- rung der Voraussetzungen vorzeitig widerru-
stellerunterschrift) oder wenn an der Recht- fen werden. Ein Bankkunde erreicht mit der
mäßigkeit der Scheckvorlage Zweifel beste- Vorlage der N. bei seinem Kreditinstitut, dass
hen. – 2. Bearbeitung nicht eingelöster ihm Kapitalerträge (im Gegensatz zum
Schecks: Im Fall der N. bringt die erste o Freistellungsauftrag ohne betragliche Be-
Inkassostelle im Auftrag der bezogenen Bank grenzung) ohne Abzug von Steuern gutge-
einen Vorlegungsvermerk auf dem Scheck schrieben werden.
an. Bei Scheckbeträgen unter 6.000 Euro ist
mit diesem Vermerk kein Urkundenprozess Niederstwertprinzip, handelsrechtliches
gegen den Aussteller möglich. Bei Beträgen Bewertungsprinzip, nach dem aus Gründen
ab 6.000 Euro bestätigt die Bundesbank auf kaufmännischer Vorsicht bei der Bewertung
Antrag in einer Nichteinlösungserklärung die von Vermögensgegenständen in der Bilanz
Rückgabe mit der Folge, dass der Scheckin- als Ergebnis eines Vergleichs zwischen An-
haber einen Urkundenprozess gegen den schaffungswert und aktuellem Börsen- bzw.
Aussteller führen und scheckrechtliche Marktwert der jeweils niedrigere von beiden
Rückgriffsansprüche geltend machen kann. Werten anzusetzen ist. Wertpapiere im Ei-
163 normalverzinslicher Sparbrief

genbestand eines Kreditinstitutes können Verwaltungsvergütung berechnet als bei


dem Anlagevermögen oder dem Umlaufver- Fonds mit Ausgabeaufschlag. N.L.F. sind für
mögen zugeordnet sein. Bei Wertpapieren Investoren interessant, die von einer relativ
des Anlagevermögens gilt das gemilderte N. kurzen Anlagedauer ausgehen und ihr Kapi-
Demnach kann die Bewertung dieser Wert- tal häufiger umschichten, da die durch-
papiere zu einem im Vergleich zum Anschaf- schnittliche Kostenbelastung in den ersten
fungskurs niedrigeren Tageskurs am Bilanz- Jahren niedriger ist als bei Fonds mit Ausga-
stichtag erfolgen. Das Kreditinstitut ist dazu beaufschlag. Für langfristig orientierte Anle-
allerdings nicht verpflichtet, es sei denn, es ger sind Fonds mit Ausgabeaufschlag dage-
muss von einer dauerhaften Wertminderung gen meist kostengünstiger.
ausgegangen werden. Bei Wertpapieren des
Umlaufvermögens gilt das strenge N. Bei der Nominalkapital, o nominelles Eigenkapi-
Bewertung dieser Wertpapiere muss der tal.
niedrigere der beiden Werte angesetzt wer-
den. Nach internationalen Rechnungsle- Nominalverzinsung. 1. Auf den o Nenn-
gungsvorschriften (z.B. o IAS/IFRS) gelten wert bzw. Nennbetrag eines Kapitals (z.B.
andere Bewertungsbestimmungen. Darlehen, Sparguthaben, Anlage in Wertpa-
pieren) bezogene Verzinsung. – Gegensatz:
Niedrigzins-Anleihe, Disagio-Anleihe, Effektivverzinsung (o Rendite). – 2. Verzin-
Deep Discount Bond; o Anleihe, die mit sung eines Kapitals ohne Berücksichtigung
einer deutlich unter dem Marktzinsniveau der Preissteigerungsrate. – Gegensatz: o Re-
liegenden o Nominalverzinsung und (als alverzinsung.
Ausgleich) zu einem Kurs erheblich unter
100% (unter pari) ausgegeben wird. Bei einer Nominalwert, o Nennwert.
Rückzahlung des Papiers zu 100% erzielt der
Anleger einen Rückzahlungsgewinn in Höhe nominelle Kapitalerhöhung, andere Be-
des o Disagios. Dieser Rückzahlungsgewinn zeichnung für o Kapitalerhöhung aus Ge-
kann im Rahmen der durch die o Disagio- sellschaftsmitteln.
Staffel vorgegebenen Sätze steuerfrei verein-
nahmt werden. nominelles Eigenkapital, Nominalkapi-
tal; das in der Bilanz ausgewiesene Stamm-
Niedrigzinsland, Land, das im internatio- kapital einer o Gesellschaft mit beschränkter
nalen Vergleich ein erheblich niedrigeres Haftung beziehungsweise das Grundkapital
Zinsniveau aufweist als der Durchschnitt der einer o Aktiengesellschaft sowie die Summe
übrigen Länder. – Gegensatz: o Hochzins- der Geschäftsguthaben bei einer o Genos-
land. senschaft.

Nießbrauch, Belastung einer Sache oder Nonvaleurs, o Wertpapiere, bei denen die
eines Rechts in der Weise, dass der Begüns- ursprünglich verbrieften Ansprüche (insbe-
tigte berechtigt ist, die Nutzungen daraus zu sondere auf Rückzahlung und Ertrag) nicht
ziehen. Der N. kann z.B. einen Anspruch auf mehr geltend gemacht werden können
Miet- oder Ernteerträge eines Grundstücks („wertlose Wertpapiere“). N. können jedoch
beinhalten. Das Recht ist nicht vererbbar und als historische Wertpapiere Sammlerwert
unveräußerlich. Ein N. an Grundstücken wird besitzen.
in der zweiten Abteilung des o Grundbuches
eingetragen und führt zu einer erheblichen normale Zinsstruktur, Bezeichnung einer
Minderung des o Beleihungswertes für den Situation, in der am o Geld- und o Kapital-
Fall einer Kreditgewährung, in deren Zusam- markt für langfristige Geldanlagen bzw.
menhang das belastete Grundstück als Si- Geldaufnahmen höhere Zinsen gezahlt wer-
cherheit dienen soll. den als für kurzfristige. – Gegensatz: o in-
verse Zinsstruktur. – Vgl. auch o Zins-
No-Load-Fonds, Trading-Fonds; o In- strukturkurve.
vestmentfonds, deren Anteile ohne Ausgabe-
aufschlag ausgegeben werden. Bei N.-L.-F. normalverzinslicher Sparbrief, Grund-
wird von der Kapitalanlagegesellschaft statt form des o Sparbriefs, gekennzeichnet durch
des Ausgabeaufschlags eine höhere jährliche Ausgabe zum o Nennwert, jährliche Zins-
Nostrokonto 164

ausschüttung und jährliche Versteuerung der bezahlt wird, b) der vom o Bezogenen nicht
Zinsen sowie Rückzahlung zum Nennwert. angenommen (akzeptiert) wird, c) dessen
Einlösung durch den Bezogenen (z.B. wegen
Nostrokonto, Bezeichnung eines o Ban- Eröffnung eines Insolvenzverfahrens) bereits
ken-Kontokorrent, das als Gegenrechnung zu während der Laufzeit unsicher wird oder d)
einem bei einer o Korrespondenzbank einge- bei dem (falls eine Vorlegung zur Annahme
richteten o Lorokonto durch den Kontoinha- untersagt ist) über das Vermögen des Ausstel-
ber mitgeführt wird. lers das Insolvenzverfahren eröffnet worden
ist. Der Inhaber eines N.l.W. kann gem.
Notadresse, Angabe einer Person auf Wechselgesetz auf Indossanten (o Indos-
einem o Wechsel, die im Fall einer Nicht- sament), Aussteller und evtl. vorhandene
zahlung oder Nichtannahme für den jeweili- andere Wechselverpflichtete o Rückgriff
gen Wechselverpflichteten eintreten soll, um nehmen.
einen Wechselrückgriff (o Rückgriff) zu
vermeiden. Nullkupon-Anleihe, Zero-Bond; mittel- bis
langfristige o Anleihe ohne laufende Zins-
Notar-Anderkonto, o Anderkonto. zahlung. N. werden meist als o Abzinsungs-
papiere zu einem Preis unter dem o Nenn-
notarielle Beglaubigung, o öffentliche wert ausgegeben und bei Fälligkeit zum
Beglaubigung. Nennwert zurückgezahlt. Für den Anleger
ergibt sich als Differenz zwischen Ausgabe-
notarielle Beurkundung, o öffentliche preis und Rückzahlungswert ein Gewinn, der
Beurkundung. den gesamten Zinsertrag der Anlage beinhal-
tet. Die Höhe des Abschlags vom Nennwert
Noten, o Banknoten. beim Erwerb der N.A. richtet sich nach dem
Zinsniveau am Kapitalmarkt zum Zeitpunkt
Notenbank, ursprünglich jedes Kreditin- der Emission und der Laufzeit der Anleihe.
stitut mit dem Recht zur Ausgabe von Seltener kommen N.A. auch als o Aufzin-
o Banknoten. Heute meist als Synonym ver- sungspapiere vor, die zum Nennwert ausge-
wendet für eine staatliche Zentralbank geben und zu einem bestimmten Kurs über
(o Zentralnotenbank), die im Rahmen ihrer dem Nennwert zurückgezahlt werden. Steu-
geldpolitischen Funktionen auch das o No- erlich ist bei N. zu beachten, dass aufgrund
tenmonopol innehat. des Zuflussprinzips der Ertrag nicht laufend
jährlich, sondern insgesamt bei Fälligkeit
Notenmonopol, alleiniges Recht einer oder vorzeitigem Verkauf der Anleihe zu
oZentralnotenbank zur Ausgabe von versteuern ist. Veränderungen des Kapital-
oBanknoten. Im Euro-Währungsgebiet sind marktzinsniveaus während der Laufzeit
die Europäische Zentralbank (o Europäi- bewirken vor allem bei N.A. mit längeren
sches System der Zentralbanken) und die Restlaufzeiten und wegen des Zinseszins-
nationalen Zentralbanken zur Notenausgabe effekts (o Zinseszinsen) starke Kursschwan-
berechtigt. Dabei steht der Europäischen kungen. Steigen die Marktzinsen, so sind
Zentralbank das ausschließliche Recht zu, deutliche Kursverluste in Kauf zu nehmen.
die Ausgabe der als o gesetzliches Zah- Bei sinkenden Marktzinsen hat der Anleger
lungsmittel geltenden Banknoten innerhalb dagegen die Möglichkeit, von Kursgewinnen
der Europäischen Währungsgemeinschaft zu zu profitieren.
genehmigen.
Nummerndatei, im Rahmen der o Depot-
Notierung, o Kursnotierung. buchführung von Banken angelegtes Ver-
zeichnis, das in o Sonderverwahrung über-
Not leidender Kredit, Bezeichnung eines nommene Wertpapiere nach ihren Stücke-
Kredits, bei dem Zins- und/oder Tilgungs- nummern ausweist. Die N. dient u.a. der
leistungen nicht mehr fristgerecht erbracht Identifizierung von Wertpapieren, die vorzei-
werden. tig im Wege der Auslosung gekündigt wer-
den.
Not leidender Wechsel, Bezeichnung
eines o Wechsels, a) der bei Verfall nicht
165 NZB

Nummernkonto, Konto, das zur Gewähr- NV-Bescheinigung, Abk. für o Nichtver-


leistung der Anonymität des Kontoinhabers anlagungsbescheingung.
nicht durch dessen Namen, sondern le-
diglichdurch eine Ziffernkombination ge- NYSE, Abk. für o New York Stock Ex-
kennzeichnet ist. In Deutschland ist die change.
Errichtung von N. nicht zulässig; die Abga-
benordnung verpflichtet Banken zur Vermei- NZB, Abk. für o nationale Zentralbank.
dung von Steuerhinterziehung, bei der Kon-
toeröffnung den Namen und die Anschrift
des Verfügungsberechtigten auf dem Konto
festzuhalten.
O
Obligation, andere Bezeichnung für eine offene Position, Risikoposition, die nicht
o Anleihe. durch ein Gegengeschäft glattgestellt wird.
1. Offene Devisenposition: Forderung oder
Obligo, Bezeichnung für eine Verbindlich- Verbindlichkeit in einer Fremdwährung. Hat
keit im kaufmännischen Sprachgebrauch. ein Kreditinstitut z.B. eine Forderung in US-
Beispiele für ein O. in der Bankpraxis sind Dollar ohne eine Verbindlichkeit in gleicher
Wechsel- und Lastschrift-O. 1. Bei einem Höhe und Fälligkeit, besteht das Risiko des
o Wechsel unterscheidet man Einreicher- Wertverlustes des US-Dollar gegenüber dem
und Bezogenen-O. Bei Ankauf eines Wech- Euro, da die Forderung dann geringer bewer-
sels vor Fälligkeit durch ein Kreditinstitut tet werden muss. Liegt umgekehrt eine US-
(Diskontierung) erhält der Wechselinhaber Dollar Verbindlichkeit vor, besteht das Risi-
eine Gutschrift. Vor dem Ankauf schließt er ko eines steigenden Dollarwertes, da die
mit seinem Kreditinstitut einen Kaufvertrag Verbindlichkeit dann höher zu bewerten ist. –
ab, in dem u.a. die Summe festgelegt wird, 2. Offene Positionen aus Wertpapiertermin-
bis zu der er Wechsel diskontieren lassen darf geschäften (o Optionen und o Futures). Hat
(Einreicher-O.). Bei Ankauf mehrerer Wech- ein Kreditinstitut z.B. einem anderen Markt-
sel eines bestimmten Bezogenen wird die teilnehmer das Recht verkauft, eine bestimm-
Höhe der Wechselsumme dieses Bezogenen te Anzahl X-Aktien zum Preis von 100 Euro
festgehalten (Bezogenenobligo). – 2. Bei zu kaufen (Verkauf einer Kaufoption) ohne
einer o Lastschrift wird für den Kunden, der diese Aktien im Bestand zu haben, geht das
Lastschriften zur Gutschrift auf seinem Kon- Kreditinstitut das Risiko ein, dass der Kurs
to einreicht, ein bestimmtes Limit festgelegt, der X-Aktie stark steigt. Würde der Options-
bis zu dem das Kreditinstitut Lastschriften käufer die Lieferung verlangen, müsste das
gutschreibt. Kreditinstitut die Aktien zum höheren Bör-
senkurs erwerben und dem Kontrahenten zu
Oder-Konto, o Gemeinschaftskonto. 100 Euro überlassen. Üblich ist in solchen
Fällen die Glattstellung über den Erwerb
offene Abtretung, o Abtretung (Zession) einer Gegenposition. Das Kreditinstitut wür-
mit Benachrichtigung des Drittschuldners – de dann eine Kaufoption über die entspre-
Vgl. auch o Offenlegung einer Zession. – chende Aktienzahl bei gleicher Laufzeit und
Gegensatz: Stille Abtretung (o stille Zessi- ebenfalls zum Basispreis 100 Euro erwerben
on). und hätte dann die offene Position geschlos-
sen, allerdings einen finanziellen Verlust
Offene Handelsgesellschaft (OHG), erlitten, da es beim Gegengeschäft aufgrund
o Personenhandelsgesellschaft, bei der alle der zwischenzeitlichen Marktentwicklung ei-
Gesellschafter auch mit ihrem privaten Ver- nen Optionspreis zu zahlen hat, der den beim
mögen für die Verbindlichkeiten der Gesell- ersten Geschäft erhaltenen Optionspreis
schaft haften. Die Geschäftsführung (Innen- übersteigt.
verhältnis) und die Vertretung (Außenver-
hältnis) der OHG steht jedem Gesellschafter offene Reserven, offene Rücklagen,
einzeln zu. Vertragliche Änderungen zur o Rücklagen.
Vertretung der Gesellschaft (z.B. Gesamtver-
tretung durch zwei Gesellschafter gemein- offene Zession, o Zession (Abtretung) mit
sam oder Ausschluss eines Gesellschafters Benachrichtigung des Drittschuldners. – Vgl.
von der Vertretung) sind gültig, sofern sie im auch o Offenlegung einer Zession. – Gegen-
o Handelsregister eingetragen werden. satz: o stille Zession.
offener Fonds 168

offener Fonds, o Open End Fund. Rechtsgeschäfte. Bei der ö.B. ist eine Erklä-
rung in Schriftform und eine Beglaubigung
offenes Depot, Bankgeschäfte, bei denen der Unterschrift des Erklärenden durch einen
ein Kunde Wertpapiere unverschlossen hin- Notar vorgeschrieben. Sie hat damit eine
terlegt. Das Kreditinstitut übt die tatsächliche höhere Rechtskraft als eine o amtliche Be-
Herrschaft (Besitz) über die Wertpapiere aus glaubigung. Eine ö.B. ist u.a. erforderlich für
und übernimmt Verwaltungsaufgaben für den Anträge auf Eintragung von Sachverhalten in
Kunden (z.B. Geltendmachung von Zins- das o Handelsregister und für Erklärungen
und Dividendenansprüchen des Kunden). zwecks Eintragung in das o Grundbuch.
Wertpapiere des o.D. werden im Regelfall
in Girosammelverwahrung genommen öffentliche Beurkundung, notarielle
(o Effektengiroverkehr). In Ausnahmefällen Beurkundung. Formvorschrift für bestimmte
kommt die o Sonderverwahrung in Betracht. Rechtsgeschäfte. Bei der ö.B. ist zunächst
– Gegensatz: o geschlossenes Depot. eine Erklärung in Schriftform notwendig.
Darüber hinaus wird diese Erklärung vom
offenes Zahlungsziel, o internationale beurkundenden Notar den Beteiligten vorge-
Zahlungsbedingungen. lesen und von allen (inkl. Notar) durch Un-
terschrift genehmigt. Eine ö.B. ist u.a. erfor-
Offenlegung der wirtschaftlichen Ver- derlich für Grundstückskaufverträge und
hältnisse, Verpflichtung nach § 18 KWG, Gesellschaftsverträge von o Kapitalgesell-
nach der Kreditinstitute sich bei Gewährung schaften.
von Krediten über mehr als 750.000 Euro die
wirtschaftlichen Verhältnisse des Kreditneh- öffentlicher Glaube, Rechtsgrundsatz,
mers, insbesondere durch Vorlage der Jahres- aufgrund dessen sich ein gutgläubiger Leser
abschlüsse (o Bilanzanalyse) offen legen einer Eintragung im o Handelsregister oder
lassen muss. Auf eine O.d.w.V. kann in be- o Grundbuch auf das Eingetragene berufen
stimmten Ausnahmefällen verzichtet werden, kann. 1. Ö.G. (Publizität) des Handelsregis-
z.B. dann, wenn der Kredit durch o Grund- ters. Hierbei unterscheidet man die positive
pfandrechte gesichert ist. und die negative Publizität. – Beispiel: Herr
X, Prokurist der Y-GmbH scheidet aus dem
Offenlegung einer Zession, Anzeige an Unternehmen aus. Die Prokura erlischt da-
den Drittschuldner, um eine stille o Abtre- mit. Die Löschung der Prokura wird in das
tung (Zession) zu einer offenen Abtretung zu Handelsregister eingetragen. Würde Herr X
machen. Die O.e.Z. erfolgt in der Praxis nach Eintragung der Löschung noch Ge-
durch Absendung von Benachrichtigungs- schäfte im Namen der Y-GmbH abschließen,
schreiben, die der Kreditnehmer bei Kredit- müsste der Geschäftspartner sich vorhalten
gewährung blanko unterschreibt. Im Bedarfs- lassen, dass er die Löschung der Prokura aus
fall, d.h. bei Verschlechterung der wirtschaft- dem Handelregister hätte ersehen müssen
lichen Verhältnisse des Kreditnehmers, kann (positive Publizität). Die Y-GmbH könnte
das Kreditinstitut durch Einfügen der Adres- dann die Erfüllung des Geschäftes verwei-
se des Drittschuldners diesen benachrichti- gern. Wenn die Löschung der Prokura jedoch
gen. Damit kann erreicht werden, dass die unterbleiben würde, müsste die Y-GmbH das
Zahlung des geschuldeten Geldbetrages so- von Herrn X abgeschlossene Geschäft erfül-
fort an das Kreditinstitut erfolgt. len. Der Geschäftspartner könnte sich, sofern
er nicht anderweitig vom Ausscheiden des
Offenmarktgeschäfte, o geldpolitische Herrn X. Kenntnis hätte, auf die fehlende
Operationen. Löschung berufen (negative Publizität). Kre-
ditinstitute treffen in diesem Zusammenhang
öffentliche Anleihe, o Anleihe, deren zur Umgehung des Aufwandes, der mit einer
Schuldner (Emittent) eine o juristische regelmäßigen Kontrolle des Handelsregisters
Person des öffentlichen Rechts (z.B. Bund, notwendig wäre, mit ihren Kunden besonde-
Bundesland) ist. – Vgl. auch o Bundeswert- re Absprachen zur o Mitwirkungspflicht. –
papiere. 2. Ö. G. des o Grundbuchs. Hier besteht ein
ö. G. im engeren Sinne, der besagt, dass alle
öffentliche Beglaubigung, notarielle Grundbuchangaben gegenüber gutgläubigen
Beglaubigung; Formvorschrift für bestimmte Dritten als richtig gelten. Eine nicht einge-
169 Ombudsmannverfahren

tragene Änderung (z.B. der Wechsel des kaufs“ über die Börse verwertet werden kön-
Eigentümers) ist als nicht existierend anzu- nen.
sehen. Voraussetzung ist aber auch hier, dass
der Grundbuchleser keine Kenntnis von der öffentliche Zeichnung, o Emission.
wirklichen Rechtslage hat. Der ö.G. bezieht
sich nicht auf Angaben zu Größe, Lage und öffentlich-rechtliche Kreditinstitute,
Nutzungsart eines Grundstücks im Bestands- Kreditinstitute in öffentlich-rechtlicher Orga-
verzeichnis. – Vgl. auch o Katasteramt. nisationsform. Zu den ö.-r.K. gehören z.B.
o Sparkassen und o Landesbanken/Giro-
öffentlicher Haushalt, Zusammenstellung zentralen.
von Ausgaben und Einnahmen einer o juris-
tischen Person des öffentlichen Rechts (z.B. Offered Rate, Briefkurs, Verkaufskurs;
Bund, Bundesland). Preis, zu dem ein Marktteilnehmer bereit ist,
Wertpapiere oder o Zentralbankgeld anzu-
öffentlicher Pfandbrief, neue Bezeich- bieten. Am Markt für o aufgenommene
nung für eine o Kommunalobligation. Gelder kommt dem Referenzzins o Euribor
(Euro Interbank Offered Rate) eine wichtige
Öffentliches Recht, Rechtsbereich, der Orientierungsfunktion zu.
das Verhältnis zwischen staatlichen Stellen
und Bürgern sowie zwischen staatlichen Offline-Verarbeitung, Verarbeitung von
Stellen untereinander regelt. Beispiele für Daten ohne Verbindung mit einem zentralen
Ö.R. sind Straf- oder Steuergesetze. Die Rechner (Zentraleinheit). Bei der O.-V. wer-
Geschäftstätigkeit der Kreditinstitute bezieht den Daten bis zu einem bestimmten Zeit-
sich hauptsächlich auf das private Recht. Nur punkt gesammelt und anschließend in einem
bei bestimmten Rechtshandlungen (z.B. Arbeitsgang in die EDV-Anlage eingegeben
o Meldung an das Finanzamt bei Tod eines oder eingelesen. – Gegensatz: o Online-
Kontoinhabers oder Legitimationsprüfung Verarbeitung.
aufgrund der Vorschriften der o Abgaben-
ordnung) ist das Ö.R. zu beachten. Offshore-Märkte, internationale Finanz-
plätze mit besonders günstigen Standortei-
öffentliches Register, von Behörden genschaften (z.B. Steuervergünstigungen,
geführte Datensammlung über rechtserhebli- Kapitalverkehr ohne Meldepflichten). O.-M.
che Tatsachen und Umstände. Beispiele für sind i.d.R. außerhalb des hoheitlichen Gel-
ein ö.R. sind u.a. o Bundesschuldbuch, tungsbereichs desjenigen Staates anzutreffen,
o Grundbuch und o Handelsregister. dessen Währung am Offshore-Markt gehan-
delt wird (z.B. US-Dollar-Handel auf einer
öffentliche Versteigerung, Verfahren im exterritorialen Insel vor der amerikanischen
Zusammenhang mit der Verwertung einer Küste = „Offshore“). Durch diese Ansiedlung
Sache, die ein Kreditinstitut zur Besicherung unterliegen O.-M. nicht der Rechtsprechung
eines Kredites im Wege der o Verpfändung des Währungslandes, wodurch die günstigen
erhalten hat. Die ö.V. wird nach Bekanntgabe Standortbedingungen möglich sind.
des Versteigerungstermins durch einen Ge-
richtsvollzieher, Notar oder öffentlich be- OHG, Abk. für o Offene Handelsgesell-
stellten Versteigerer vorgenommen. Pfand- schaft.
gläubiger (Kreditinstitut) und Eigentümer der
Sache (Kreditnehmer) können bei der Ver- Ombudsmannverfahren, vom o Bundes-
steigerung mitbieten. – In der Praxis der verband Deutscher Banken geschaffene
Kreditinstitute kommt die ö.V. bei der Ver- Einrichtung zur raschen und kostengünstigen
wertung von Grundstücken und Gebäuden Beilegung von Meinungsverschiedenheiten
vor, die aufgrund der Gewährung eines Bau- zwischen Banken und privaten Kunden als
darlehens mit einer o Grundschuld belastet Alternative zum aufwendigen o Klagever-
wurden. Bei verpfändeten Wertpapieren eines fahren. Nach Vorprüfung einer Kundenbe-
Kreditnehmers ist eine ö.V. nicht notwendig, schwerde prüft eine Beschwerdestelle des
da diese einen Börsenpreis (Marktpreis) Bundesverbandes den Sachverhalt. Ein un-
haben und somit gemäß den Bestimmungen abhängiger Ombudsmann (Schiedsmann)
des BGB im Wege des „freihändigen Ver- fällt dann einen Schlichtungsspruch, gegen
Online Banking 170

den der Kunde stets, das Kreditinstitut jedoch liquider Mittel bei einer o Kapitalerhöhung
nur bei einem Streitwert über 5.000 Euro gegen Bareinlagen. Bei der O.B. wird genau
gerichtlich vorgehen kann. die Anzahl an o Bezugsrechten verkauft, die
notwendig ist, um eine bestimmte Zahl jun-
Online Banking, Teilbereich des o Elec- ger Aktien ohne Einsatz liquider Mittel be-
tronic Banking. Beim O.B. wickelt ein Bank- ziehen zu können.
kunde über das Internet mit seinem Kreditin-
stitut Geschäfte (z.B. Überweisungsaufträge, operatives Ergebnis, Erfolg der laufenden
Wertpapieraufträge) ab. Geschäftstätigkeit eines Kreditinstituts. Beim
o.E. werden Sondereinflüsse wie beispiels-
Online-Verarbeitung, Verarbeitung von weise außerordentliche Aufwendungen und
Daten in der Weise, dass eine Verbindung Erträge eliminiert. Das o.E. umfasst den
zwischen Terminals vor Ort (z.B. Kassen- Zins- und Provisionsüberschuss und Gewin-
terminal einer Filiale) und der EDV-Zen- ne aus Finanzgeschäften (z.B. Eigenhandel in
traleinheit besteht, in der die Daten weiter- Devisen und Wertpapieren) abzüglich Ver-
verarbeitet werden können. – Gegensatz: waltungsaufwendungen und Risikovorsorge
o Offline-Verarbeitung (also z.B. o Rückstellungen, o Abschrei-
bungen).
Open End Fund, offener Fonds; allgemein
übliche Form bei o Investmentfonds. Bei Oppositionsliste, o Wertpapiermitteilun-
O.E.F. können die Fondsanteile (Zertifikate) gen.
jederzeit erworben werden; andererseits ist es
einem Anleger jederzeit möglich, seine An- Option, Recht, ein nach Preis und Menge
teile an die Fondsgesellschaft zurückzuge- bestimmtes Vertragsangebot anzunehmen
ben. – Gegensatz: o Closed End Fund. oder abzulehnen (bedingtes o Terminge-
schäft). Eine O. kann sich auf Waren, Devi-
Open Interest, Zahl der am Ende eines sen, Wertpapiere oder o Derivate beziehen.
Börsentages noch nicht glattgestellten Kon- Optionen können durch einen Optionsschein
trakte. – Vgl. auch o offene Position. (Warrant) verbrieft sein. Dieser kann im
Zusammenhang mit einer o Optionsanleihe
Open Market, andere Bezeichnung für emittiert werden oder ohne Bezug zu einer
den o Freiverkehr. Optionsanleihe existieren. Im letzteren Fall
spricht man von „nackten“ Optionsscheinen
Operate Leasing, o Leasing mit kurzfris- (Naked Warrants). Bei Optionsscheinen ist
tiger Laufzeit oder Kündigungsmöglichkeit. i.d.R. ein Optionsverhältnis (OV) zu berück-
Der Begriff kurzfristig ist auf das Verhältnis sichtigen (z.B.: Für zwei Optionsscheine
von Mietdauer (Leasingdauer) zur betriebs- kann eine Aktie bezogen werden; OV 2 : 1,
gewöhnlichen Nutzungsdauer zu beziehen. in der Praxis mitunter auch umgekehrt, d.h.
Die Mietdauer beim O.L. liegt i.d.R. unter 1 : 2 oder 0,5 ausgedrückt). Nicht durch Op-
einem Jahr. Nach Kündigung oder Ablauf des tionsscheine verbriefte Optionen werden an
Mietverhältnisses wird das Gut an den Lea- der o Eurex gehandelt. Eine O. an der Eurex
sing-Geber, meist gegen Abschluss eines kann zudem jederzeit glattgestellt werden
neuen Leasing-Vertrages, zurückgegeben und (o offene Position). Das Grundprinzip einer
von diesem an einen anderen Vertragspartner O. ist unabhängig von der Frage einer Ver-
weitervermietet oder am Markt für Ge- briefung stets gleich: 1. Kaufoption/Call bzw.
brauchtgüter verkauft. Aus diesem Grunde Kaufoptionsschein/Call Warrant: Der Erwer-
kommen als Leasinggüter nur leicht verwert- ber des Rechts bzw. der Optionsscheininha-
bare, standardisierte Objekte (z.B. Kopierer) ber hat das Recht, innerhalb einer bestimm-
in Frage. Für den Leasing-Nehmer besteht ten Frist das Basisprodukt (z.B. eine be-
der Vorteil des O.L. darin, dass er jederzeit stimmte Aktie) zu einem festgelegten Preis
über ein Objekt verfügen kann, das dem (Basispreis) kaufen zu dürfen. Der Kontra-
neuesten technischen Stand entspricht. – hent (Stillhalter) ist zur Lieferung verpflich-
Gegensatz: o Finance Leasing tet, falls die O. ausgeübt wird. Er erhält dafür
vom Optionskäufer einen Optionspreis. –
Opération Blanche, Methode zur Vergrö- Beispiel: Kaufoption über 100 X-Aktien zum
ßerung eines Aktienbestandes ohne Einsatz Basispreis von 150 Euro je Aktie; Options-
171 optische Beleglesung

preis 10 Euro je Aktie. Der Optionskäufer Aufgeld jedoch den Vorteil mit sich, dass
(Long Call) spekuliert auf steigende Kurse, sich seine o Rendite erhöht. Da der Kapital-
denn wenn der Kurs der X-Aktie während einsatz beim Kauf einer O. geringer ist als
der Laufzeit z.B. auf 180 Euro steigt, kann er beim Kauf des Basiswertes, entsteht zusätz-
100 Aktien zu einem um 30 Euro geringeren lich ein Hebeleffekt. – Vgl. auch o Hebel-
Preis vom Verkäufer der O. (Short Call) wirkung bei Optionsscheinen.
beziehen. Abzüglich Optionspreis verbleibt
ein Gewinn von 20 Euro je Aktie. – 2. Ver- Optionsanleihe, Sonderform einer o An-
kaufsoption/Put bzw. Verkaufsoptionsschein/ leihe, bei der ein Gläubiger neben seinem
Put Warrant: Der Erwerber des Rechts bzw. Zins- und Rückzahlungsanspruch einen An-
der Optionsscheininhaber hat das Recht, spruch auf Bezug von Aktien des Emittenten
innerhalb einer bestimmten Frist das Basis- besitzt (Optionsrecht). Das Optionsrecht wird
produkt (z.B. eine bestimmte Aktie) zu ei- verbrieft durch einen Optionsschein (War-
nem festgelegten Preis (Basispreis) verkau- rant, o Option). Der Optionsschein kann von
fen zu dürfen. Der Kontrahent (Stillhalter in der Anleihe getrennt und gesondert gehandelt
Geld) ist zur Zahlung verpflichtet, falls die werden. Es ergeben sich dann drei Kurse im
O. ausgeübt wird. Er erhält dafür vom Opti- Zusammenhang mit der O.: Kurs „cum“
onskäufer einen Optionspreis. – Beispiel: (Anleihe mit Optionsschein), Kurs „ex“
Verkaufsoption über 100 Y-Aktien zum (Anleihe ohne Optionsschein) und der Kurs
Basispreis von 50 Euro je Aktie; Options- für den Optionsschein.
preis 5 Euro je Aktie. Der Optionskäufer
(Long Put) spekuliert auf fallende Kurse, Optionsgenussschein, Sonderform eines
denn wenn der Kurs der Y-Aktie während der o Genusscheins, der das Recht beinhaltet,
Laufzeit z.B. auf 30 Euro fällt, kann er 100 Aktien des emittierenden Unternehmens zu
Aktien zu einem um 20 Euro höheren Preis einem festgelegten Preis beziehen zu dürfen.
an den Verkäufer der O. (Short Put) verkau- Der O. ähnelt in seiner Konstruktion einer
fen. Abzüglich Optionspreis verbleibt ein Optionsanleihe, allerdings werden die dem
Gewinn von 15 Euro je Aktie. – Der Inhaber Emittenten zufließenden Mittel bei einer
einer O. kann mithilfe der O. Wertpapiere zu Optionsanleihe als o Fremdkapital angese-
einem festen Basispreis beziehen (Kaufopti- hen, während sie beim O. als o Ergänzungs-
on) oder verkaufen (Verkaufsoption). Möchte kapital auf das haftende Eigenkapital ange-
er z.B. zu einem späteren Zeitpunkt in eine rechnet werden.
bestimmte Aktie „einsteigen“ kann er sich
über einen Call durch den festgelegten Ba- Optionsgeschäft, o Option.
sispreis einen bestimmten Kaufkurs sichern.
Liegt der aktuelle Börsenkurs am Ende der Optionshandel, Börsenmäßiger Kauf und
Laufzeit über dem Basispreis, bezieht er die Verkauf einer o Option. Der O. vollzieht
Aktie zum Basispreis, liegt er darunter, lässt sich an der o Eurex und an anderen o Prä-
der Inhaber die O. verfallen. In jedem Fall ist senzbörsen bzw. o Computerbörsen.
nicht mehr als der Basispreis zu zahlen.
Umgekehrt ist es möglich, sich über den Optionsprämie, Bezeichnung für das in
Erwerb eines Put einen Verkaufspreis zu Prozent des Börsenkurses eines Basiswertes
sichern, falls man im Depot befindliche (z.B. Aktie) ausgedrückte o Aufgeld bei
Aktien zu einem späteren Zeitpunkt verkau- einer o Option.
fen möchte. – Vorrangiges Motiv bei einer O.
ist jedoch der Spekulationsanreiz: Bei ent- Optionsrecht, o Option.
sprechend positiver Entwicklung des Basis-
wertes steigt der Optionspreis und damit die Optionsschein, verbriefte o Option.
Gewinnchance für den Inhaber der O. Da bei
entsprechend langer Restlaufzeit des Opti- Optionsverhältnis, Bezugsverhältnis, das
onsrechtes der Optionspreis über seinem im Zusammenhang mit der Geltendmachung
rechnerischen Wert (o innerer Wert) liegt, einer o Option angibt, wie viele Options-
entsteht ein o Aufgeld, d.h. der Bezug des scheine zum Bezug einer Einheit des Basis-
Basiswertes über die O. ist teurer als der wertes (z.B. 1 Aktie) notwendig sind.
direkte Bezug des Basiswertes über die
Börse. Für den Inhaber der O. bringt das optische Beleglesung, o Codierung.
ordentliche Hauptversammlung 172

ordentliche Hauptversammlung, alljähr- Personen zwar o Rechtsfähigkeit besitzen,


liche Versammlung der Aktionäre einer jedoch nicht selbstständig handeln können,
o Aktiengesellschaft. – Gegensatz: o außer- benötigen sie O. für rechtswirksame Hand-
ordentliche Hauptversammlung. lungen. Die Bezeichnung der O. ist bei den
verschiedenen juristischen Personen unter-
ordentliche Kapitalerhöhung, andere schiedlich; bei der o Aktiengesellschaft
Bezeichnung für eine Kapitalerhöhung gegen unterscheidet man z.B. als O: Vorstand,
Einlagen. – Vgl. auch o Kapitalerhöhung. Aufsichtsrat und Hauptversammlung. Die O.
des o Europäisches System der Zentralban-
Orderklausel, Zusatz „oder Order“ bzw. ken bestehen aus dem Direktorium der Euro-
„to Order“ auf einem Wertpapier. Ein o ge- päischen Zentralbank (EZB) und dem EZB-
borenes Orderpapier ist auch ohne einen Rat.
solchen Zusatz als Orderpapier anzusehen.
Ein o gekorenes Orderpapier müsste den Organkredite, Kredite an natürliche Perso-
Zusatz aufweisen, damit dieses die Rechtsna- nen (Personal-O.) oder Unternehmen (Unter-
tur eines Orderpapiers aufweist. nehmens-O.), die mit dem kreditgewähren-
den Institut eng verbunden sind. Beispiele
Orderlagerschein, Bescheinigung eines sind Kredite an Geschäftsstellenleiter oder
Lagerhalters über den Empfang einer Ware. Prokuristen (o Prokura). Als O. sind auch
Der O. ist ein o gekorenes Orderpapier.; er Kredite zu bezeichnen, bei denen das Kredit-
kommt im Kreditsicherungsrecht bei der institut oder ein Mitglied der Geschäftslei-
o Verpfändung von Waren zur Anwendung. tung als Gesellschafter fungiert. – O. sind
nach dem o Gesetz über das Kreditwesen
Orderpapier, Wertpapier, dessen Rechte (KWG) grundsätzlich nur aufgrund eines
durch Einigung über den Eigentumsübergang einstimmigen Beschlusses der Geschäftslei-
am Papier, o Indossament und Übergabe auf tung möglich und dürfen nur mit Zustim-
eine andere Person übertragen werden kön- mung des Aufsichtsorgans (z.B. Aufsichtsrat)
nen. gewährt werden.

Orderrouting, o elektronisches Orderrou- OTC-Instrumente, Over the Counter-In-


ting. strumente; Bezeichnung für außerbörslich
gehandelte Finanzinstrumente (z.B. o Akti-
Orderscheck, o Scheck, der nicht durch en, o Anleihen, o Optionen). OTC-I. werden
die Klausel „oder Überbringer“, sondern von Kreditinstituten oder sonstigen Finanz-
durch den Zusatz „oder Order“ hinter dem dienstleistungsunternehmen (z.B. Anlagebe-
Namen des Zahlungsempfängers gekenn- ratungsgesellschaften) den Investoren direkt
zeichnet ist. Da der Scheck ein o geborenes angeboten und außerbörslich ge- und ver-
Orderpapier ist, wäre der Zusatz rechtlich kauft. Der Vorteil von OTC-I. liegt darin,
nicht erforderlich; er wird in der Praxis dass sie individuell ausgestaltbar sind (z.B.
jedoch angewendet. Darüber hinaus weist ein hinsichtlich Betrag, Laufzeit). Auf der ande-
O. an der rechten Seite zur besseren Unter- ren Seite beinhalten sie größere Risiken, da
scheidbarkeit von normalen Überbringer- sie keiner börslichen Kontrollinstanz unter-
schecks eine vertikale rote Orderkante auf. liegen, häufig nicht schnell liquidiert werden
Für die Praxis der Kreditinstitute bringt die können und zudem zu Preisen gehandelt
Gutschrift eines O. relativ aufwendige Prü- werden, die nicht so objektiv nachvollziehbar
fungshandlungen mit sich. Der Scheckvorle- sind wie Börsenpreise.
ger muss aus der Urkunde als Berechtigter
hervorgehen und den Scheck durch o Indos- out of the Money, aus dem Geld. – Vgl.
sament auf sein Kreditinstitut übertagen. auch o at the Money.
Aufgrund des höheren Arbeitsaufwands wer-
den O. nur an Firmenkunden ausgegeben und Outperformance, Begriff im Zusammen-
von diesen im Falle der Begleichung hoher hang mit dem Vergleich der Wertentwicklung
Verbindlichkeiten weitergegeben. zweier Finanzinstrumente. Von einer O.
spricht man z.B., wenn eine im Deutschen
Organe, natürliche Personen, die für eine Aktienindex (DAX, o Index) enthaltene
o juristische Person handeln. Da juristische Aktie eine höhere Wertsteigerung erfährt als
173 Over the Counter

der Index. – Gegensatz: o Underperforman- ma rationeller und kostengünstiger ausgeübt


ce). werden kann als im eigenen Unternehmen
und dass ein weiteres Kostensenkungspoten-
Outperformancezertifikat, o Zertifikat, zial in einer Straffung der Organisation des
bei dem mit steigendem Basiswert ein zu- eigenen Unternehmens liegt. Den Kreditinsti-
sätzlicher Ertrag („Turbo“) möglich ist. Bei tuten werden durch das KWG beim O. Gren-
Kursrückgang des Basiswertes fallen dage- zen auferlegt. Nach den Bestimmungen des
gen bei einem O. i.d.R. nur „einfache“ Ver- KWG sind bestimmte O.-Maßnahmen der
luste an. o Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-
aufsicht und der o Deutschen Bundesbank
Outrightgeschäft, Sologeschäft; Geschäft anzuzeigen.
ohne entsprechendes Gegengeschäft. – Vgl.
auch o offene Position. Overlay-Struktur, Verfahren beim o Cash
Management. Bei der O.-S. pflegen alle
Outsourcing, Kunstwort, das aus den Konzerngesellschaften zwar ihre regionalen
englischen Begriffen „Outside“ und „Re- Bankkontakte vor Ort, die einzelnen Konto-
sourcing“ gebildet wurde. Mit O. wird die salden werden jedoch bei einer Bank (Over-
Ausgliederung bestimmter Unternehmensak- lay-Bank) zusammengefasst (Pooling).
tivitäten mit dem gleichzeitigen Auftrag zur
Übernahme dieser Aktivitäten durch ein Overnight Money, Sonderform des Tages-
fremdes Unternehmen bezeichnet. O. liegt geldes (o aufgenommene Gelder). Ein O.M.
z.B. vor, wenn ein Kreditinstitut seine Da- wird am Tag nach dem Abschlusstag zuzüg-
tenverarbeitungsabteilung schließt und die lich der Zinsen zurückgezahlt. Die Geldauf-
Datenverarbeitung einem EDV-Unternehmen nahme erfolgt also „über Nacht“ (Over
überlässt. Mit dem O.-Gedanken ist die Night).
Erwartung verbunden, dass die entsprechen-
de Unternehmensaktivität von der Fremdfir- Over the Counter, o OTC-Instrumente.
P
p.a., Abk. für per annum (auf ein Jahr bezo- Parkettbörse, o Präsenzbörse.
gen). Im Bankgeschäft insbesondere zur
Kennzeichnung eines auf ein Jahr bezogenen partiarisches Darlehen, langfristiges
Zinssatzes gebräuchlicher Zusatz. o Darlehen an ein Unternehmen, bei dem der
Anspruch des Darlehensgebers auf regelmä-
Pacht, Vertrag, durch den sich der Verpäch- ßige Zinszahlungen durch eine prozentuale
ter verpflichtet, dem Pächter den Gebrauch Gewinnbeteiligung ersetzt wird.
eines bestimmten Gegenstandes und (im Un-
terschied zur Miete) den Genuss der als Er- Partizipationsrate. Die P. gibt an, in wel-
trag anzusehenden Früchte zu gestatten. Der chem Umfang der Inhaber eines o Zertifikats
Pächter hat im Gegenzug den vereinbarten an einer positiven Wertentwicklung des
Pachtzins zu entrichten. Für die Pacht gelten, zugrundeliegenden Basiswertes beteiligt ist.
soweit das BGB keine Abweichungen vor-
sieht, die Vorschriften des Mietrechts. Partizipationsschein, Wertpapier, das
Vermögensrechte (insbesondere Anspruch
Papiergeld, o Banknoten. auf Anteil am Gewinn) an einer o Aktienge-
sellschaft gewährt, Mitgliedschaftsrechte
Parallelanleihe, o Anleihe, die gleichzeitig (Stimmrecht, Kontrollrecht) jedoch aus-
in mehreren Ländern in der jeweiligen Lan- schließt. P. werden z.B. als Finanzierungsins-
deswährung ausgegeben wird. Weist die P. trumente von Schweizer Aktiengesellschaf-
eine einheitliche o Nominalverzinsung auf, ten ausgegeben.
so kann Zinsniveauunterschieden zwischen
den einzelnen Ländern durch eine entspre- Partnerschaft, Gesellschaftsform für den
chende Veränderung des Ausgabekurses Zusammenschluss von Angehörigen freier
Rechnung getragen werden. Berufe (z.B. Ärzte, Architekten, Rechtsan-
wälte) zur gemeinsamen Berufsausübung.
Pari, Kurs eines Wertpapiers, der exakt dem Gesellschafter können nur natürliche Perso-
o Nennwert des Papiers entspricht, d.h. nen sein. Die P. entsteht im Außenverhältnis
100% beträgt. I.d.R. erfolgt eine Rückzah- durch Eintragung in das beim Amtsgericht
lung fälliger o Anleihen zu pari. – Vgl. auch geführte Partnerschaftsregister. o Geschäfts-
o Pari-Emission. führung und o Vertretung der P. sind im
Wesentlichen an die Bestimmungen zur
Pari-Emission, Ausgabe eines Wertpapiers o Offenen Handelsgesellschaft angelehnt.
exakt zum Nennwert. o Anleihen können
auch über oder unter pari ausgegeben wer- passive Scheckfähigkeit, o Scheckfä-
den. Dagegen ist bei o Aktien eine Ausgabe higkeit.
über pari möglich, unter pari jedoch unzuläs-
sig. Passivgeschäft, Oberbegriff für Bankge-
schäfte, die der Beschaffung von o Fremd-
Parität, Leitkurs; im Rahmen einer interna- kapital dienen. Diese Maßnahmen der Mittel-
tionalen Währungsordnung durch die Wäh- beschaffung schlagen sich auf der Passivseite
rungsbehörden offiziell festgelegtes Aus- der Bankbilanz nieder. Hierzu gehören insbe-
tauschverhältnis einer Währung zu bestimm- sondere die Annahme von o Sicht-, o Ter-
ten anderen Währungen, zu o Sonderzie- min- und o Spareinlagen, die Aufnahme von
hungsrechten oder zum Gold. Geldern am o Geldmarkt und die Mittelbe-
Passwortvereinbarung 176

schaffung durch Ausgabe von o Bank- mit o Pensionskassen und o Direktversiche-


schuldverschreibungen. rungen können P. eine Kapitalanlagepolitik
mit größeren Renditechancen, andererseits
Passwortvereinbarung, Vereinbarung ei- aber auch größeren Risiken betreiben.
nes Kennwortes zwischen Kreditinstitut und
Kunde insbesondere zum Schutz vor unbe- Pensionskasse, vor allem für Großunter-
rechtigten Verfügungen über Sparkonten. Ei- nehmen bedeutsame Einrichtung im Rahmen
ne P. schränkt die Legitimationswirkung des der betrieblichen Altersversorgung, die bis zu
Sparbuches ein, so dass die kontoführende bestimmten Höchstgrenzen die Haftung für
Stelle Auszahlungen nur noch an denjenigen vom Arbeitgeber und ggfs. auch vom Arbeit-
vornehmen darf, der zusätzlich zur Spar- nehmer finanzierte Versorgungszahlungen
buchvorlage das vereinbarte Kennwort nen- übernimmt. P. können durch einzelne Unter-
nen kann. nehmen oder einen Unternehmensverbund
gegründet werden. P. unterliegen der Kon-
Patronatserklärung, bei verbundenen Un- trolle der o Bundesanstalt für Finanzdienst-
ternehmen von einer Muttergesellschaft ab- leistungsaufsicht. Der Arbeitgeber kann
gegebene Erklärung, mit der die o Kredit- Beiträge an die P. steuerlich als Betriebsaus-
würdigkeit eines Tochterunternehmens ge- gaben absetzen. Für den Arbeitnehmer gehö-
stärkt oder erhalten werden soll. Die Rechts- ren die Beitragszahlungen zum steuerpflich-
verbindlichkeit solcher Erklärungen ist stark tigen Arbeitslohn.
unterschiedlich, da P. von unverbindlichen
Good-will-Erklärungen bis hin zur Über- Pensions-Sondervermögen, o Alters-
nahme konkreter o Bürgschaften oder o Ga- vorsorge-Sondervermögen.
rantien reichen können.
PER, Abk. für Price-Earnings-Ratio. – Vgl.
Pauschalwertberichtigung, allgemeine auch o Kurs-Gewinn-Verhältnis.
Vorsorge gegen Ausfallrisiken aus anschei-
nend intakten Forderungen, d.h. aus Forde- Performance, prozentualer Wertzuwachs
rungen, bei denen konkrete Einzelrisiken einer Kapitalanlage innerhalb eines Betrach-
nicht erkennbar sind. Die Kreditinstitute tungszeitraumes. Die P. ergibt sich aus Kurs-
tragen diesen latenten Risiken durch die steigerungen und vereinnahmten Erträgen
Bildung von P. in erforderlichem Umfang (z.B. Dividenden, Zinsen, Zinseszinsen).
Rechnung. Hinsichtlich der Bemessung der
P. orientieren sich die Institute an Erfah- Performance-Index, Börsenindex (o In-
rungswerten aus der Vergangenheit. Der dex), der die Wertentwicklung eines o Port-
bilanzielle Gesamtwert der Forderungen folios nicht nur unter Berücksichtigung von
eines Kreditinstituts wird entsprechend der Kursveränderungen darstellt, sondern zusätz-
vorgenommenen P. gemindert. lich Ertragszahlungen der zugrunde liegen-
den Wertpapiere (z.B. Zinsen, Dividenden)
Pay-Card, o Zahlungskarte. und deren Wiederanlage berücksichtigt.

Payment-Guarantee, o Zahlungsgarantie. Personalkredit, Kredit, der im Gegensatz


zum o Realkredit nicht durch Bestellung von
P/E, Abk. für Price-Earnings-Ratio (o Kurs- o Grundpfandrechten besichert wird. Unter-
Gewinn-Verhältnis). schieden werden gesicherte P. (z.B. durch
o Sicherungsübereignung, o Bürgschaft
Pensionsfonds, Einrichtung im Rahmen oder o Abtretung von Forderungen) und
der betrieblichen Altersversorgung, aus der ungesicherte P. (Blankokredite).
lebenslange Alters-, Invaliditäts- oder Hin-
terbliebenenrenten gezahlt werden. Die Fi- Personendepotbuch, nach den Hinterle-
nanzierung des P. erfolgt durch Leistungen gern (Name, Depotkontonummer) von Wert-
des Arbeitgebers, die als Betriebsausgaben papieren gegliederte Datei, zu deren Führung
steuermindernd sind und/oder durch Um- eine Institution im Zusammenhang mit der
wandlung von Gehaltsbestandteilen. P. unter- gewerbsmäßigen Verwahrung von Wertpa-
liegen der Kontrolle der o Bundesanstalt für pieren gem. Depotgesetz verpflichtet ist.
Finanzdienstleistungsaufsicht. Im Vergleich Das P. enthält u.a. Art, Nennbetrag bzw.
177 Pfandbriefgesetz,

Stückzahl sowie Nummern oder sonstige Be- Risiko missbräuchlicher Verfügungen durch
zeichnungsmerkmale der für einen Hinterle- unbefugte Personen verringern. Die Verwen-
ger verwahrten Papiere. Das P. dient u.a. der dung einer PIN ist insbesondere erforderlich
Erstellung von Depotauszügen und der Dis- im Zusammenhang mit der Bargeldbeschaf-
position von Verkaufsaufträgen. – Vgl. auch fung an Geldausgabeautomaten, bei Konto-
o Depotbuchführung. verfügungen über Selbstbedienungsterminals
der Kreditinstitute, im o Online-Banking so-
Personengesellschaft, Zusammenschluss wie bei der Abwicklung o bargeldloser Zah-
von mindestens zwei Personen durch Vertrag lungen im Rahmen des o Electronic-Cash-
zu einem gemeinsamen Zweck. P. sind keine Verfahrens.
o juristischen Personen. Die Gesellschafter
(Ausnahme: Kommanditist einer o Kom- persönlicher Dispositionskredit, o Dis-
manditgesellschaft) haben die Aufgabe der positionskredit.
o Geschäftsführung und o Vertretung. Das
Vermögen der P. ist gemeinschaftliches persönlicher Kredit, o Privatkredit.
Vermögen aller Gesellschafter. Für Verbind-
lichkeiten der P. haftet neben dem Gesell- Pfandbrief, o Anleihe mit Anspruch auf
schaftsvermögen mit Ausnahme des Kom- Rückzahlung und Verzinsung, die von einer
manditisten einer Kommanditgesellschaft o Pfandbriefbank zur Beschaffung von Fi-
auch der einzelne Gesellschafter persönlich. nanzierungsmitteln ausgegeben wird. Unter-
P. sind z.B. die o Gesellschaft bürgerlichen schieden wird zwischen Hypothekenpfand-
Rechts, die o Offene Handelsgesellschaft briefen, Schiffspfandbriefen und Öffentli-
und die Kommanditgesellschaft. chen Pfandbriefen sowie neuerdings auch
Flugzeugpfandbriefen. P. bieten dem jeweili-
Personenhandelsgesellschaft, auf den gen Anleger besondere Sicherheit, da sie z.B.
Betrieb eines Handelsgewerbes gerichtete durch o Grundpfandrechte oder Forderun-
o Personengesellschaft, bei der das persönli- gen gegen die öffentliche Hand gedeckt sein
che Engagement und die persönliche Haftung müssen. P. werden an der Börse gehandelt
der Gesellschafter (Ausnahme: Kommandi- und weisen i.d.R. Laufzeiten zwischen einem
tisten der o Kommanditgesellschaft) im Vor- Jahr und zehn Jahren auf. Die Ausgabe von
dergrund stehen. Es gibt kein gesetzlich vor- P. unterliegt den Bestimmungen des o
geschriebenes Mindestkapital. P. sind die Pfandbriefgesetzes.
o Offene Handelsgesellschaft (OHG) und
die Kommanditgesellschaft (KG). Pfandbriefbank, Kreditinstitut, das auf-
grund entsprechender Erlaubnis der o Bun-
Personensicherheiten, o Kreditsicher- desanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
heiten, deren Sicherungswert in schuldrecht- über die Möglichkeit verfügt, Finanzierungs-
lichen Ansprüchen gegenüber dritten Siche- mittel durch Ausgabe von o Pfandbriefen zu
rungsgebern besteht. Diese dritten Personen beschaffen. Die Geschäftstätigkeit von P. so-
übernehmen vertraglich die Gewähr für die wie die Ausgabe und Deckung von Pfand-
Erfüllung der Verbindlichkeiten eines Kre- briefen unterliegen den Bestimmungen des o
ditnehmers und haften mit ihrem gesamten Pfandbriefgesetzes.
Vermögen. Zu den P. zählen u.a. o Bürg-
schaften, o Garantien und u.U. o Patronats- Pfandbriefgesetz, Gesetz, das Regelungen
erklärungen. zur Geschäftstätigkeit von o Pfandbriefban-
ken und zur Ausgabe von o Pfandbriefen
persönliche Geheimzahl, o persönliche sowie zur Deckung der ausgegebenen Pfand-
Identifikationsnummer. briefe beinhaltet. Das im Jahr 2005 neu
geschaffene P. hat bis dahin geltende Einzel-
persönliche Identifikationsnummer gesetze (Hypothekenbankgesetz, Schiffs-
(PIN), persönliche Geheimzahl; nur dem pfandbriefgesetz, Gesetz über die Pfandbrie-
Berechtigten (z.B. Kontoinhaber, Bevoll- fe und verwandten Schuldverschreibungen
mächtigter, Inhaber einer o Zahlungskarte) öffentlich-rechtlicher Kreditanstalten) abge-
bekannte Ziffernkombination, die im Zah- löst.
lungsverkehr der Legitimation des Verfü-
gungsberechtigten dient. Die PIN soll das
Pfandklausel der AGB 178

Pfandklausel der AGB, o AGB-Pfand- gefälschte Webseiten umgeleitet und an-


recht. gehalten, ihre vertraulichen Kontozugangs-
daten preiszugeben.
Pfandrecht, Belastung einer Sache oder
eines Rechts zur Sicherung einer Forderung Phishing, Maßnahme, mit der in betrügeri-
in der Weise, dass der Gläubiger berechtigt scher Absicht Internetnutzer zur Preisgabe
ist, Befriedigung daraus zu suchen. Ein P. persönlicher Identifikationsdaten veranlasst
kann zum einen als vertragliches P. durch werden. So wird z.B. im Bereich des o On-
konkreten Pfandvertrag zwischen Verpfänder line-Banking versucht, mittels gefälschter E-
und Pfandgläubiger oder als o AGB-P. ent- Mails und Websites an persönliche Identifi-
stehen. Es kann weiterhin ohne ausdrückli- kations- und Transaktionsnummern zu ge-
che Vereinbarung kraft Gesetzes bestehen langen und damit unberechtigt Überweisun-
(z.B. als o Vermieterpfandrecht). Schließlich gen zu Lasten fremder Konten zu veranlas-
ist die Entstehung eines P. als Pfändungs- sen.
pfandrecht im Wege einer o Zwangsvollstre-
ckung möglich. Nach dem Pfandgegenstand PIN, Abk. für o persönliche Identifikations-
werden P. an beweglichen Sachen (Mobiliar- nummer.
pfandrecht), P. an Rechten (insbesondere an
Forderungen) und o Grundpfandrechte P-Konto, o Pfändungsschutzkonto.
(Grundschuld, Hypothek, Rentenschuld)
unterschieden. Als Kreditsicherheiten in der Plant-Leasing, Form des o Immobilien-
Bankpraxis sind Grundpfandrechte sowie die Leasing, die die Vermietung von kompletten,
Verpfändung von Kontoguthaben und Wert- standortgebundenen Betriebsanlagen zum
papieren von Bedeutung. Gegenstand hat.

Pfandreife, Voraussetzung für die Verwer- Plastikgeld, Bezeichnung für im bargeldlo-


tung einer Sache oder eines Rechts, das mit sen Zahlungsverkehr eingesetzte o Zah-
einem o Pfandrecht belastet ist. Die Pfand- lungskarten.
reife ist gegeben, sobald die zugrunde lie-
gende Forderung ganz oder teilweise fällig Platzierung, Unterbringung neu ausgege-
ist. bener Wertpapiere bei kaufwilligen Anlegern.
– Vgl. auch o Emission.
Pfändungsschutzkonto (P-Konto),
Konto, das dem Inhaber für Guthaben bis zur Plusankündigung, Hinweis auf der Kurs-
Höhe seines Pfändungsfreibetrages Schutz anzeigetafel einer o Präsenzbörse, dass der
vor Pfändungen gewährt. Der Pfändungs- aktuelle Börsenkurs eines Wertpapiers auf-
schutz bewirkt, dass der Kontoinhaber auch grund der vorliegenden Aufträge erheblich
im Fall einer Pfändung seines Kontos in über dem zuletzt festgestellten Kurs liegen
Höhe des geschützten Betrages weiterhin am wird. o Börsenhändler bzw. deren Auftrag-
Zahlungsverkehr (z.B. durch Überweisun- geber erhalten damit Gelegenheit, erteilte
gen, Lastschriftabbuchungen, Barabhebun- Aufträge zu verändern oder zurückzuneh-
gen oder Daueraufträge teilnehmen kann. men. – Gegensatz: o Minusankündigung.

Pfändungs- und Überweisungsbe- Plussparen, o Sondersparformen.


schluss, kombinierter gerichtlicher Be-
schluss, der im Zusammenhang mit einer Point of Sale ohne Zahlungsgarantie
Pfändung von Kontoguthaben (o Pfandrecht) (POZ), zum 31.12.2006 eingestelltes Verfah-
das kontoführende Institut zur Sperrung des ren der bargeldlosen Zahlung an Kassen von
Guthabens (Verbot der Auszahlung an den Handels- und Dienstleistungsunternehmen,
Kontoinhaber) und gleichzeitig zur Überwei- bei dem die Legitimation des Kunden durch
sung des gepfändeten Geldbetrages an den Unterschrift in Verbindung mit der Vorlage
Pfändungsgläubiger verpflichtet. seiner Bank- oder Sparkassencard erfolgte.
Bei höheren Beträgen wurde über das POZ-
Pharming, Betrugsmethode mit dem Ziel, Terminal eine Prüfung auf Kartensperre in
an die Kontodaten von Online-Kunden zu einer Sperrdatei der deutschen Kreditwirt-
gelangen. Die Internetnutzer werden auf schaft vorgenommen. Der Händler erhielt
179 Preisangabenverordnung

keine o Zahlungsgarantie eines Kreditinsti- und vertragsgerechte Abwicklung bestimmter


tuts. Kredite, die Übernahme einer o Bürgschaft
sowie die Ausgabe einer o Kreditkarte. –
Point of Sale-Zahlung (POS-Zahlung), Gegensatz: o Negativmerkmale.
Oberbegriff für bargeldloses Zahlen an au-
tomatisierten Kassen bzw. Terminals von PostIdent Service, Verfahren der Fern-
Handelsbetrieben und Dienstleistungsunter- identifizierung durch die Deutsche Post AG
nehmen. Dabei wird die Zahlung unter Ein- im Auftrag eines Dritten. Kreditinstitute be-
satz einer o Zahlungskarte vorgenommen; dienen sich dieses Verfahrens, um z.B. im
der Einzug des Rechnungsbetrages erfolgt Rahmen einer Kontoeröffnung die erforderli-
anschließend beleglos. Die einzelnen Verfah- che o Legitimationsprüfung vornehmen zu
ren im Rahmen von POS-Zahlungen unter- lassen, wenn der Kunde nicht persönlich er-
scheiden sich vor allem hinsichtlich der scheinen kann. Die Identitätsfeststellung
Legitimations- und Bonitätsprüfung sowie kann in einer beliebigen Postfiliale oder über
dahingehend, welcher Beteiligte (Händler, den Postzusteller vorgenommen werden. Der
Kreditinstitut) das Risiko des Ausfalls ein- Auftraggeber erhält durch die Deutsche Post
zelner Forderungen trägt. – Vgl. auch AG eine schriftliche Bestätigung der durch-
o Electronic Cash, o ELV, o Kreditkarte geführten Identitätsfeststellung.
und o Geldkarte.
Postlaufkredit, kurzfristiger Kredit zwi-
Policendarlehen, o Darlehen, das dem schen Banken zur Überbrückung von Finan-
Versicherungsnehmer einer Kapitallebens-
o zierungslücken, die aufgrund von Postlauf-
versicherung als Vorauszahlung auf die zu zeiten entstehen. P. kommen z.B. im Zu-
einem späteren Zeitpunkt fällige Versiche- sammenhang mit der Abwicklung von o Do-
rungsleistung gewährt wird. Zur Besicherung kumentenakkreditiven vor, wenn ein Kredit-
des P. lässt der Darlehensgeber sich i.d.R. die institut mit der Einlösung von Dokumenten
Ansprüche aus dem Versicherungsvertrag in Vorlage tritt und die eröffnende Bank den
abtreten. Gegenwert erst anzuschaffen braucht, nach-
dem ihr die Aufnahme der Dokumente mit-
Portefeuille, o Portfolio. geteilt wurde.

Portfolio, Portefeuille; Bezeichnung für die POS-Zahlung, Abk. für o Point of Sale-
Summe der in einem Bestand gehaltenen Zahlung.
Vermögenswerte. In der Bankpraxis ge-
bräuchlich als Bezeichnung für die Gesamt- POZ, Abk. für o Point of Sale ohne Zah-
heit der Wertpapieranlagen (o Aktien, o An- lungsgarantie.
leihen, o Investmentzertifikate etc.), die sich
z.B. im Depot eines Kunden oder im Bestand Prämienreservefonds, o Deckungsstock.
eines o Investmentfonds befinden.
Prämiensparen, o Bonussparen.
Positiverklärung, Erklärung eines Kredit-
nehmers oder eines Dritten zugunsten des Präsenzbörse, Parkettbörse; o Börse, die
Kreditnehmers, auf Verlangen des Kreditge- durch persönlichen Kontakt der Marktteil-
bers nachträglich für einen gewährten Kredit nehmer im Handelsraum (Börsensaal, Bör-
eine Sicherheit zu bestellen. senparkett) gekennzeichnet ist. Geschäftsab-
schlüsse werden durch die Vermittlung von
Positivmerkmale, der o SCHUFA von ei- o Skontroführern getätigt. An der P. können
nem Mitgliedsunternehmen über einen Kun- aufgrund der persönlichen Anwesenheit der
den gemeldete Merkmale über die Beantra- Beteiligten auch informelle Informationen
gung, Aufnahme und vertragsgemäße Ab- ausgetauscht und Stimmungen erfasst wer-
wicklung einer Geschäftsbeziehung. P. beein- den. Die Bedeutung der P. ist wegen des
flussen die o Kreditwürdigkeit eines Kunden zunehmenden Handels an den o Computer-
positiv oder beeinträchtigen sie zumindest börsen stark rückläufig.
nicht. Als P. gemeldet werden u.a. die Eröff-
nung eines o Girokontos und die Beendi- Preisangabenverordnung. Die P. ver-
gung einer Kontoverbindung, die Aufnahme pflichtet Anbieter von Waren oder Leistun-
Preisaushang 180

gen, gegenüber dem Letztverbraucher End- Price-Earnings-Ratio, P/E, PER; o Kurs-


preise (d.h. Preise einschließlich Umsatz- Gewinn-Verhältnis.
steuer und sonstiger Preisbestandteile unab-
hängig von evtl. gewährten Rabatten) an- Prime All Share, Aktienindex (o Index),
zugeben und auch in der Werbung diese der alle im o Prime Standard gehandelten
Preise zugrunde zu legen. Die Preisangaben Aktien umfasst.
müssen der allgemeinen Verkehrsauffassung
und den Grundsätzen von Preisklarheit und - Prime Standard, Teilbereich des o
wahrheit entsprechen, insbesondere leicht regulierten Marktes für den Börsenhandel
erkennbar und deutlich lesbar sein. Kreditin- mit Wertpapieren. Die im P.S. vertretenen
stitute sind verpflichtet, ein Verzeichnis mit Unternehmen verpflichten sich zu hoher,
den Preisen ihrer wesentlichen Leistungen internationalen Anforderungen entsprechen-
aufzustellen und in den Geschäftsräumen der Transparenz. Dazu gehört u.a. die Vorla-
sowie zusätzlich im Schaufenster oder in ge von Jahresabschlüssen nach internationa-
einem Schaukasten anzubringen (o Preis- len Rechnungslegungsstandards.
aushang). Für Kreditinstitute gelten grund-
sätzlich die allgemeinen Preisangabepflich- Privatbank. 1. Im weiteren Sinne jedes
ten. Bei Krediten ist u.a. der anfängliche Kreditinstitut, das privatrechtlich organisiert
effektive Jahreszins (o Effektivverzinsung) ist, also z.B. in der Rechtsform der o Offe-
anzugeben. nen Handelsgesellschaft (OHG), der o Kom-
manditgesellschaft (KG), der o Aktienge-
Preisaushang, Verzeichnis der Preise für sellschaft (AG) oder der o Gesellschaft mit
wesentliche Leistungen eines Leistungsan- beschränkter Haftung (GmbH) geführt wird.
bieters, das aufgrund entsprechender Vor- – 2. Im engeren Sinne Bezeichnung für einen
schrift der o Preisangabenverordnung im o Privatbankier.
Geschäftslokal oder am sonstigen Ort des
Leistungsangebots und, sofern vorhanden, Privatbankier, Kreditinstitut in der Rechts-
zusätzlich im Schaufenster oder Schaukasten form des Einzelkaufmanns, der o Offenen
angebracht wird. Bei Kreditinstituten infor- Handelsgesellschaft oder der o Kommandit-
miert ein einheitlich angewandter P. über die gesellschaft. Neugründungen in der Rechts-
Regelsätze im standardisierten Privatkun- form des Einzelkaufmanns sind in Deutsch-
dengeschäft. Im P. eines Kreditinstitutes land nicht mehr zulässig. P. sind grundsätz-
werden Einzelpreise für Leistungen im Zu- lich o Universalbanken, deren Geschäftstä-
sammenhang mit der Führung von o Giro- tigkeit häufig Schwerpunkte (z.B. im Wert-
konten und o Sparkonten, der Gewährung papiergeschäft, in der Außenhandelsfinanzie-
von o Ratenkrediten, der Abwicklung des rung oder in der Finanzierung bestimmter
allgemeinen Zahlungsverkehrs und der Ver- Wirtschaftszweige) aufweist.
wahrung und Verwaltung von Wertpapieren
ausgewiesen. Private Equity, Beteiligung an einem nicht
börsennotierten Unternehmen. Bei dieser
Preisnotierung, Angabe eines o Devisen- Form der Kapitalüberlassung beteiligen sich
kurses als Preis inländischer Währung für Investoren in der Regel für eine begrenzte
einen bestimmten Betrag (z.B. 1, 100 oder Zeit an einem Unternehmen, um ihre Anteile
1.000 Einheiten) der ausländischen Währung. zu einem späteren Zeitpunkt mit Gewinn
Die Inlandswährung stellt die variable Be- wieder zu verkaufen. Je nach Vertragsgestal-
zugsgröße, die Auslandswährung die feste tung nehmen die Kapitalanleger auch Ein-
Bezugseinheit dar. – Beispiel: 1 US-Dollar = fluss auf die Geschäftspolitik oder das Ta-
0,7344 Euro. – Gegensatz: o Mengennotie- gesgeschäft des jeweiligen Unternehmens.
rung.
Private Equity Fonds, o Investment-
Preisverzeichnis, von Kreditinstituten fonds, die angesammelte Gelder in nicht bör-
ergänzend zum o Preisaushang zur Einsicht- sengehandelten Unternehmensbeteiligungen
nahme bereitgehaltenes Verzeichnis, das (z.B. GmbH-Anteile) anlegen.
Preise für im Preisaushang nicht aufgeführte,
weitergehende Leistungen sowie Regelungen Privatkredit. 1. Im weiteren Sinne jeder
zur o Wertstellung enthält. einem Privathaushalt gewährte Kredit. –
181 Protest

2. Im engeren Sinne nur der zur Finanzierung men der Unternehmung. Nicht ermächtigt ist
des privaten Konsums (meist in standardi- der Prokurist hingegen u.a. zur Erteilung und
sierter Form z.B. als o Dispositions- oder zum Entzug einer P., zur Unterzeichnung von
o Ratenkredit) gewährte Kredit. Bilanz und Steuererklärung, zur Aufnahme
neuer Gesellschafter, zum Verkauf der Un-
Programmkredit. 1. Kredit, der im Rah- ternehmung sowie zur Beantragung des In-
men eines öffentlichen Förderprogramms solvenzverfahrens. Diese Rechtshandlungen
gewährt wird. – 2. Standardisierter Kredit, sind dem Inhaber eines Handelsgeschäftes
der auf speziellen Vordrucken schematisiert vorbehalten. Nur mit besonderer Vollmacht
bearbeitet werden kann und für den instituts- ist dem Prokuristen die Veräußerung und
einheitliche Darlehensbeträge, Laufzeiten Belastung von Grundstücken gestattet. Der
und Konditionen festgelegt werden. Der P. gesetzliche Umfang einer P. ist im Innenver-
kommt als Konsumkredit an Privathaushalte hältnis beschränkbar; Dritten gegenüber sind
und als Produktivkredit an Selbstständige derartige Beschränkungen jedoch unwirk-
und Gewerbetreibende vor. sam. – 3. Arten: Zu unterscheiden sind die
Einzel-P., bei der die Vollmachtsausübung
progressive Postenmethode, Methode ohne Mitwirkung einer weiteren Person
der Zinsberechnung im Sparverkehr. Bei der erfolgt, die Gesamt-P., bei der die Vollmacht
p.P. werden für jeden Umsatz die Zinsen nur im Zusammenwirken mit einer weiteren
sofort vom Wertstellungstag bis zum Ende vertretungsberechtigten Person wahrgenom-
des laufenden Jahres vorgerechnet (Einzah- men werden kann und die Filial-P., bei der
lungen) bzw. zurückgerechnet (Auszahlun- die Vertretungsmacht auf eine Niederlassung
gen). Dadurch weist die o Zinsstaffel für das beschränkt ist. Die P. ist in das Handelsregis-
jeweilige Sparkonto tagesaktuell die Zinsen ter einzutragen.
aus, die dem Konto zum Jahresende bei
unverändertem Kontostand gutzuschreiben Prolongation, Verlängerung der Laufzeit
sind. Im Fall einer Zinssatzänderung wäh- z.B. eines o Darlehens oder einer Geldanla-
rend des laufenden Jahres ist eine Korrektur ge.
bereits vorgerechneter Zinsen erforderlich. –
Beispiel (bei einem Zinssatz von 3% p.a.): pro rata temporis, anteilig für einen be-
stimmten Zeitraum, z.B. im Zusammenhang
Betrag Wert Zinstage Zinsen mit der Berechnung von Zinsen oder Provi-
sionen für eine bestimmte Anzahl von Tagen
 5.000,00 7.2. 323 134,58 oder Monaten.
 1.600,00 4.6. 206  27,47
Prospekthaftung, Haftung einer Person
 6.600,00  162,05
bzw. Institution für die Richtigkeit und Voll-
 800,00 25.8. 125  8,33 ständigkeit von Angaben eines Unterneh-
 5.800,00  153,72 mensprospekts, der im Zusammenhang mit
 1.200,00 28.10. 62  6,20 einer o Börsenzulassung von Wertpapieren
 7.000,00  159,92 eingereicht und veröffentlicht wird. Der Er-
 159,92 31.12. werber eines Wertpapiers, zu dem ein unrich-
7.159,92 tiger oder unvollständiger Prospekt vorgelegt
wurde, kann Ansprüche an diejenigen rich-
ten, die für den Prospekt die Verantwortung
übernommen haben bzw. von denen der Er-
Prokura. 1. Begriff: Handelsrechtliche Voll- lass des Prospektes ausging (insbesondere
macht, die zu allen Arten von gerichtlichen Emittent und begleitendes Kreditinstitut bzw.
und außergerichtlichen Geschäften und o Bankenkonsortium).
Rechtshandlungen ermächtigt, die der Be-
trieb eines Handelsgewerbes mit sich bringt. Protest. 1. Öffentliche Beurkundung, dass
– 2. Umfang: Die P. erstreckt sich nicht nur die Annahme oder Einlösung eines o Wech-
auf alle üblicherweise vorkommenden sels durch den Bezogenen verweigert wurde.
Rechtshandlungen, sondern z.B. auch auf die Der P. dient als Beweismittel, dass der Wech-
Aufnahme von Krediten, den Erwerb von sel Not leidend ist und ist Voraussetzung für
Grundstücken und die Prozeßführung im Na- den wechselrechtlichen Rückgriff auf dieje-
Protestliste 182

nigen Personen, die sich aus dem Wechsel streckung gegen den Schuldner betreiben.
verpflichtet haben. Die Beurkundung erfolgt Haben gegen das Urteil eingelegte Rechts-
durch einen Notar oder Gerichtsbeamten. – mittel des Schuldners Erfolg, so ist die
2. Öffentliche Beurkundung über die Nicht- Rückzahlung des eingetriebenen Betrages
einlösung eines rechtzeitig vorgelegten durch die P. sichergestellt. Eine P. für den
o Schecks. Der Scheckprotest ist in der Beklagten wird dagegen zur Abwendung ei-
Praxis im Gegensatz zum Wechselprotest be- ner Zwangsvollstreckung aus einem für vor-
deutungslos, da er zur Wahrung der Rück- läufig vollstreckbar erklärten Urteil gewährt,
griffsansprüche des letzten Scheckinhabers damit der Beklagte Gelegenheit hat, zunächst
durch einen o Vorlegungsvermerk des bezo- weitere Rechtsmittel auszuschöpfen. Die P.
genen Kreditinstituts ersetzt werden kann. ist eine Form des o Avalkredits.

Protestliste, von Kreditinstituten bzw. de- PS-Sparen, von Sparkassen angebotene


ren Interessenverbänden geführtes Verzeich- Form des o Lossparens, bei der von einem
nis der o Bezogenen, die ihren Verpflichtun- Teil des eingezahlten Betrages monatlich
gen aus der Annahme von o Wechseln nicht Geldgewinne ausgelost werden.
nachgekommen sind. Für den jeweiligen Be-
zogenen bedeutet die Aufnahme in eine P. Publikumsfonds, o Investmentfonds, des-
eine Minderung seiner o Kreditwürdigkeit. sen Anteile von jedem Anleger, also auch
von Kleinanlegern erworben werden können.
Provision, o Bankprovision. – Gegensatz: o Spezialfonds.
Prozentnotierung, Angabe eines Börsen- Put, o Verkaufsoption.
kurses in Prozent des Nennwertes (üblich
z.B. bei festverzinslichen Wertpapieren und Put-Optionsschein, o Optionsschein, der
o Optionsanleihen). – Gegensatz: o Stück-
den Inhaber berechtigt, den zugrunde liegen-
notierung. den Basiswert (z.B. Wertpapiere, o Devisen)
zum vereinbarten Basispreis innerhalb einer
Prozessbürgschaft, o Bankbürgschaft, bestimmten Frist oder zu einem bestimmten
bei der das gewährleistende Kreditinstitut Zeitpunkt an den Verkäufer der o Option zu
eine Sicherheitsleistung für den Kläger oder veräußern. Für dieses Recht zahlt der Erwer-
den Beklagten im Fall eines noch nicht ber den Optionsscheinkurs. Der Inhaber ei-
rechtskräftigen Gerichtsurteils erbringt. Wird nes P-O. geht von einem fallenden Kurs des
die P. für den Kläger gestellt, so kann er Basiswertes aus. – Vgl. auch o Verkaufsop-
bereits aufgrund eines für vorläufig voll- tion.
streckbar erklärten Urteils die o Zwangsvoll-
Q
qualifizierte Legitimationspapiere, For- Hieraus ergibt sich die Beziehung: G ˜ U =
derungsurkunden, bei denen der Schuldner H ˜ P. Bei konstanter Umlaufgeschwindigkeit
an den berechtigten Vorleger der Urkunde würde also z.B. ein Wachstum des Handels-
mit schuldbefreiender Wirkung zahlen kann. volumens (o Bruttoinlandsprodukt) von 2%
Aus der Sicht des Gläubigers bedeutet dies, zu einem steigenden Preisniveau führen,
dass er die Urkunde zur Geltendmachung wenn die Geldmenge um 5% stiege. Die Q.
seines Anspruchs vorlegen muss. Ein Bei- ist damit einerseits ein Erklärungsmodell für
spiel für ein q.L. in der Praxis der Kreditin- das wirtschaftliche Phänomen der o Inflati-
stitute ist das Sparbuch, bei dem der Inhaber on. Andererseits bildet sie eine wichtige
durch das Buch grundsätzlich als hinreichend Grundlage für die geldpolitischen Entschei-
ausgewiesen gilt. Dennoch kann das Kredit- dungen des o Europäischen Systems der
institut bei Vorlage eines Sparbuches mit der Zentralbanken. Die EZB orientiert sich bei
Bitte um Auszahlung eines Geldbetrages die ihrer Geldpolitik einerseits an der Entwick-
Legitimation des Vorlegers verlangen (hin- lung der Geldmenge; sie analysiert darüber
kendes Inhaberpapier). Außerdem muss hinaus auch Faktoren, die die Inflationsrate
beachtet werden, dass eine Auszahlung nur beeinflussen können (z.B. Wirtschaftswachs-
im Rahmen der „versprochenen Leistung“ tum, Lohnabschlüsse, Arbeitslosenquote).
erfolgen kann, d.h. bei einem o Sparkonto
mit dreimonatlicher Kündigung bis zu 2.000 Quasigeld, Sammelbezeichnung für Buch-
Euro innerhalb eines Kalendermonats bzw. geldbestände, die kurzfristig liquidierbar sind
ansonsten nur bis zur Höhe freier Beträge und somit volkswirtschaftlich schnell ver-
nach o Kündigung. fügbar sein können. Beispiele für Q. sind
o Termineinlagen und o Spareinlagen mit
qualifizierte Mehrheit, Mehrheit, die nicht dreimonatlicher Kündigung. Q. wird bei der
nur mehr als die Hälfte, sondern einen höhe- Ermittlung der o Geldmenge durch die Eu-
ren Anteil umfassen muss. Eine q.M. ist z.B. ropäische Zentralbank berücksichtigt.
bei der Beschlussfassung über eine Sat-
zungsänderung (Änderung des Gesellschafts-
vertrages) einer o Aktiengesellschaft erfor- Quay Receipt, vorläufige Bescheinigung
derlich. Die Satzungsänderung muss mit ¾- einer Reederei über den Empfang einer Ware,
Mehrheit der anwesenden Aktionärsstimmen die an einem Kai oder Lagerschuppen abge-
beschlossen werden. Besitzt ein einzelner stellt wurde. Nach Verladung der Ware an
Aktionär Anteile von mehr als 25% an der Bord eines Schiffes wird dann ein o Kon-
Aktiengesellschaft, kann er solche Be- nossement ausgestellt.
schlussvorhaben blockieren (Sperrminorität).
Quellensteuer, Steuer, die vom Schuldner
Quantitätstheorie, Geldtheorie, bei der ein einer Leistung, also „an der Quelle“, einbe-
unmittelbarer Zusammenhang zwischen halten und von diesem für den steuerpflichti-
Geldmenge und Preisentwicklung unterstellt gen Empfänger der Leistung an das Finanz-
wird. Die Q. geht davon aus, dass die in einer amt abgeführt wird. Beispiel für eine Q. ist
Volkswirtschaft vorhandene o Geldmenge die Lohnsteuer, die vom Arbeitgeber für den
(G), multipliziert mit der Umlaufgeschwin- einkommensteuerpflichtigen Arbeitnehmer
digkeit des Geldes (U), d.h. der Häufigkeit, monatlich als Vorauszahlung auf die von ihm
mit der über o Girokonten verfügt wird, dem zu zahlende o Einkommensteuer an das
gütermäßigen Handelsvolumen (H), multi- Finanzamt abgeführt wird. Ein anderes Bei-
pliziert mit dem Preisniveau (P) entspricht. spiel ist die Kapitalertragsteuer, die seit
Quotenaktie 184

Anfang 2009 als o Abgeltungssteuer erho- preise, die o Market Maker oder o Designa-
ben und von den Kreditinstituten an das ted Sponsors beim Handel laufend für die
Finanzamt abgeführt wird. von ihnen betreuten Wertpapiere stellen
müssen.
Quotenaktie, andere Bezeichnung für die
Stückaktie bzw. nennwertlose o Aktie. Quotrix, Bezeichnung für das Online-Han-
delssystem (o Computerbörsen) der Düssel-
Quotes, verbindliche Kauf- und Verkaufs- dorfer Börse.
R
Rahmenabtretung, Rahmenzession; Form stückseigentümers erforderlich. Die R. ist in
der o sicherungsweisen Abtretung von For- das Grundbuch einzutragen.
derungen, bei der in einem Vertrag mehrere
Forderungen (auch gegenüber unterschiedli- Rangfolge im Grundbuch, o Rangord-
chen Schuldnern) abgetreten werden. Die R. nung im Grundbuch.
kommt als o Globalabtretung und (seltener)
als o Mantelabtretung vor. Rangordnung im Grundbuch. Aus der R.
ergibt sich die Reihenfolge, in der Ansprüche
Rahmenkredit. 1. Kredit, der aufgrund ent- aus im o Grundbuch eingetragenen Rechten
sprechender Vereinbarung zwischen Bank im Fall der Zwangsvollstreckung in den be-
und Kunden innerhalb eines festgelegten lasteten Grundbesitz befriedigt werden. Die
Rahmens bis zu einem Höchstbetrag variabel Rangordnung bei in derselben Abteilung des
in Anspruch genommen werden kann. Zu den Grundbuchs eingetragenen Rechten (z.B.
R. zählen z.B. der o Kontokorrentkredit, der mehrere o Grundpfandrechte in der dritten
o Diskontkredit sowie bei einigen Banken Abteilung) bestimmt sich nach der Reihen-
vorkommende Mischformen zwischen Kon- folge der Eintragungen (sogenanntes „Locus-
tokorrent- und o Ratenkredit. – 2. Kredit, der Prinzip“). Bei in verschiedenen Abteilungen
bis zu einem vereinbarten Höchstbetrag auf eingetragenen Rechten (z.B. eine o Reallast
verschiedenen Konten, in Form unterschied- in der zweiten und ein Grundpfandrecht in
licher Kreditarten oder durch verschiedene der dritten Abteilung) ergibt sich die Reihen-
Kreditnehmer (z.B. auch durch Tochterge- folge der Anspruchsbefriedigung aus dem
sellschaften eines Unternehmens) ausgenutzt Datum der Eintragung (sogenanntes „Tem-
werden kann. pus-Prinzip“). Dabei haben mehrere, unter
Angabe desselben Tages eingetragene Rechte
Rahmenzession, o Rahmenabtretung. grundsätzlich den gleichen Rang. Eine Kor-
rektur der gesetzlich bestimmten R. ist durch
Raiffeisenbank, ländliche o Kreditgenos- o Rangvorbehalt oder o Rangänderung
senschaft von regionaler Bedeutung und re- möglich. Die R. hat in der Bankpraxis im
lativ geringer Betriebsgröße. Die Bezeich- Zusammenhang mit einer Besicherung von
nung als R. ist zurückzuführen auf Friedrich Darlehen durch Grundpfandrechte eine er-
Wilhelm Raiffeisen als Begründer des auf hebliche Bedeutung, da der Rang den Siche-
Selbsthilfe basierenden ländlichen Kreditge- rungswert des jeweiligen Grundpfandrechts
nossenschaftswesens im 19. Jahrhundert. R. bestimmt.
sind heute grundsätzlich o Universalbanken.
Sie sind mit den o Volksbanken im o Bun- Rangvorbehalt. Der Eigentümer eines
desverband der Deutschen Volksbanken und Grundstücks kann sich bei Belastung seines
Raiffeisenbanken e.V. (BVR) zusammenge- Grundbesitzes mit einem Recht die Befugnis
schlossen. vorbehalten, später ein anderes, dem Umfang
nach bestimmtes Recht mit Rang vor dem
Rangänderung, nachträgliche Änderung bereits bestehenden Recht eintragen zu las-
der gesetzlich bestimmten o Rangordnung sen. Die Ausnutzung eines Rangvorbehalts
im Grundbuch durch eine entsprechende bewirkt eine Korrektur der gesetzlichen
Einigung zwischen dem zurücktretenden und o Rangordnung im Grundbuch. Der R. ist in
dem vortretenden Berechtigten. Ist von dem das Grundbuch einzutragen; die Eintragung
Rücktritt ein o Grundpfandrecht betroffen, erfolgt bei demjenigen Recht, das zurücktre-
so ist außerdem die Zustimmung des Grund- ten soll.
ratB 186

ratB, Abk. für rationiert Brief; Zusatz einer Ratenkreditbank, o Spezialbank, deren
Börsenkursangabe als Hinweis darauf, dass Geschäftstätigkeit überwiegend in der Ge-
die zum festgestellten Kurs und niedriger währung von Ratenkrediten zur Finanzierung
limitierten sowie die unlimitierten Verkaufs- des privaten Konsums liegt (o Ratenkredit).
aufträge (o limitierter Auftrag) nur be- Darüber hinaus werden von R. auch zweck-
schränkt ausgeführt werden konnten. – Vgl. gebundene mittelfristige Kredite an Fir-
auch o Kurszusätze. menkunden gewährt sowie teilweise Lea-
sing- und Factoringgeschäfte betrieben
Ratenanleihe, o Anleihe, bei der die (o Leasing, o Factoring). Die Mittelbeschaf-
Rückzahlung durch den Emittenten (o Emis- fung der R. erfolgt u.a. durch Geldaufnahme
sion) nicht in einer Summe am Laufzeitende, bei anderen Banken sowie über o Einlagen
sondern in gleichbleibenden Jahresraten vor- von Kunden.
genommen wird. Hierzu wird die R. entspre-
chend der Anzahl Laufzeitjahre in Serien Ratensparvertrag, Sparform mit der Ver-
(Tranchen) eingeteilt, von denen (oft nach einbarung, regelmäßig Sparleistungen in
einer tilgungsfreien Zeit) jährlich eine durch festgelegter Höhe zu erbringen. Häufig wird
Auslosung zur Tilgung fällig wird. Für den neben dem jährlichen Sparzins am Ende der
Emittenten ergibt sich eine während der Ge- Vertragslaufzeit ein einmaliger Bonus (Prä-
samtlaufzeit abnehmende Zinsbelastung. Für mie) gezahlt, dessen Höhe sich nach der
den Anleger bringt dieses Tilgungsverfahren erreichten Anlagedauer richtet. – Vgl. auch
eine ungewisse Laufzeit mit sich, da er nicht o Bonussparen.
vorhersehen kann, in welchem Jahr seine An-
leihe zur Rückzahlung ausgelost wird. Ratentilgung, Rückzahlung einer Gesamt-
schuld (z.B. aus einem o Ratenkredit oder
Ratenkredit. 1. Im weiteren Sinne jeder einer o Ratenanleihe) in fest vereinbarten, zu
mittel- oder langfristige Kredit, der in einer bestimmten Terminen fälligen Teilbeträgen. –
Summe bereitgestellt und in gleichbleiben- Vgl. auch o Annuitätendarlehen.
den, meist monatlichen Raten nach einem
vorgegebenen o Tilgungsplan zurückgezahlt ratG, Abk. für rationiert Geld; Zusatz einer
wird. – 2. Im engeren Sinne ein mittelfristi- Börsenkursangabe als Hinweis darauf, dass
ger, zweckgebundener Kredit an Privathaus- die zum festgestellten Kurs und darüber
halte zur Finanzierung von Konsumgütern limitierten sowie die unlimitierten Kaufauf-
(auch als persönlicher Kredit oder Anschaf- träge (o limitierter Auftrag) nur beschränkt
fungsdarlehen bezeichnet). In diesem Sinne ausgeführt werden konnten. – Vgl. auch
verstandene R. sind i.d.R. standardisierte o Kurszusätze.
Kredite mit institutseinheitlich festgelegtem
Bearbeitungsablauf und vorgegebenen Min- Rating, bonitätsmäßige Beurteilung und
dest- und Höchstbeträgen sowie Mindest- Einstufung von o Anleihen und ihrer Emit-
und Höchstlaufzeiten. Die gleichbleibende tenten (o Emission) anhand festgelegter
Monatsrate enthält Zinskosten, den monatli- Kriterien durch spezielle Rating-Agenturen
chen Tilgungsanteil, Bearbeitungsgebühren (z.B. Standard & Poor`s, Moody`s). Bei der
sowie Kosten einer ggfs. abgeschlossenen Bewertung finden unternehmensbezogene
o Restschuldversicherung. Die Besicherung Risiken, branchentypische Risiken und Län-
von R. erfolgt vor allem durch Abtretung von derrisiken Berücksichtigung. Die Einstufung
Lohn- und Gehaltsansprüchen (o sicherungs- erfolgt anhand von Kennziffern (Rating-
weise Abtretung von Forderungen), Mitun- Symbolen) und lässt die Bonitätseinschät-
terzeichnung des Vertrages durch den Ehe- zung innerhalb einer abgestuften Skala er-
gatten bzw. Lebenspartner, o Bürgschaft kennen. Anlegern kann das R. als Orientie-
oder (insbesondere bei der Finanzierung von rungshilfe bei der Beurteilung der Sicherheit
Kraftfahrzeugen) auch durch o Sicherungs- einer Anleihe (auch im Vergleich mit Papie-
übereignung. Der zu Konsumzwecken an ren anderer Emittenten) dienen. Für den
Privatpersonen gewährte R. unterliegt, sofern Emittenten selbst hat das Ergebnis des R.
der Nettokreditbetrag 200 Euro übersteigt, Einfluss auf die Kapitalbeschaffungskosten,
den besonderen Vorschriften des BGB zum da ein als erstklassig eingestufter Schuldner
Verbraucherdarlehensvertrag (o Verbrau- ein Wertpapier mit niedrigerer Verzinsung
cherdarlehen). ausstatten kann als bei schlechterer Bonität.
187 Rechtsanwalts-Anderkonto

Rationierung, o Repartierung. Realkredit. 1. Im weiteren Sinne jeder mit


Sachwerten (z.B. durch o Sicherungsüber-
Raumsicherungsvertrag, Vertrag zwi- eignung, Bestellung eines o Pfandrechts an
schen Bank und Kreditnehmer im Rahmen beweglichen Sachen oder eines o Grund-
einer o Sicherungsübereignung von Waren- pfandrechts) besicherte Kredit. – 2. Im enge-
lagern. Im R. wird vereinbart, dass alle Ge- ren Sinne nur ein langfristiger Kredit, der
genstände, die sich in einem bestimmten durch Grundpfandrechte besichert und im
Raum befinden, als übereignet gelten. Der Rahmen bestimmter o Beleihungsgrenzen
betreffende Raum wird zum Sicherungsge- zweck- und objektgebunden gewährt wird.
biet erklärt. Mit dieser Vereinbarung wird Realkredite dienen vor allem der Finanzie-
eine Bezeichnung jedes einzelnen Gegen- rung des privaten Wohnungsbaus oder ge-
standes entbehrlich, da die erforderliche Be- werblicher Investitionen (z.B. Errichtung von
stimmtheit durch die genaue Angabe der Fabrikgebäuden oder Produktionsanlagen).
Sicherungsräume im R. erreicht wird. Mög- Kreditgeber sind neben o Realkreditinstitu-
lich ist auch die Übereignung eines Warenla- ten auch o Universalbanken und o Bauspar-
gers mit variablem Bestand; in diesem Fall kassen.
enthält der R. die Vereinbarung, dass im Rah-
men von Lagerauffüllungen in das Siche- Realkreditinstitut, privates oder öffent-
rungsgebiet eingebrachte Gegenstände auto- lich-rechtliches Kreditinstitut, das langfristi-
matisch Sicherungsgut werden sollen. ge, mit o Grundpfandrechten besicherte Kre-
dite und Kommunalkredite gewährt. Die Mit-
Real Estate Investment Trust (REIT), telbeschaffung der R. erfolgt häufig duch
Immobiliengesellschaft, die in der Regel die Ausgabe von o Pfandbriefen.
Rechtsform einer Aktiengesellschaft hat und
börsennotiert ist. Die durch den REIT erwirt- Reallast, Belastung eines Grundstücks in
schafteten Gewinne sind im Unternehmen der Weise, dass an den Begünstigten aus
selbst unter bestimmten Voraussetzungen zu- dem Grundstück regelmäßige Leistungen in
nächst steuerbefreit. Insbesondere müssen Form von Geld oder Naturalien zu erbringen
die Gewinne weit überwiegend aus der Ver- sind. Die R. wird in die zweite Abteilung des
mietung bzw. Verpachtung oder dem An- und o Grundbuches eingetragen.
Verkauf von Immobilien stammen und fast
vollständig an die Anteilseigner ausgeschüt- Realrendite, o Rendite einer Kapitalanlage
tet werden. Die Versteuerung erfolgt an- unter Berücksichtigung des inflationsbeding-
schließend durch den Anleger selbst, so dass ten Kaufkraftverlustes.
eine Doppelbesteuerung vermieden wird.
Realsicherheiten, Sachsicherheiten. – Vgl.
Realignment, Neufestsetzung von Leitkur- auch o Kreditsicherheiten.
sen und Interventionspunkten im Rahmen
eines Systems o fester Wechselkurse mit Real Time Gross Settlement, o
Bandbreitenregelung. RTGSplus-System.

realisierter Kursgewinn, Gewinn, der Real-Time-Index, o Laufindex.


durch den Verkauf eines Wertpapiers zu ei-
nem im Vergleich zum Erwerbskurs höheren Realverzinsung, Verzinsung eines Kapitals
Verkaufskurs als Differenz zwischen beiden (z.B. Darlehen, Sparguthaben) nach Abzug
Kursen erzielt wird. – Gegensatz: o Nicht der Preissteigerungsrate. – Gegensatz: o No-
realisierter Kursgewinn. minalverzinsung.

realisierter Kursverlust, Verlust, der rechnerischer Wert des Bezugsrechts,


durch den Verkauf eines Wertpapiers zu ei- o Bezugsrechtswert.
nem im Vergleich zum Erwerbskurs niedrige-
ren Verkaufskurs als Differenz zwischen Rechnungsabschluss bei Kontokor-
beiden Kursen anfällt. – Gegensatz: o Nicht rentkonten, o Kontoauszug.
realisierter Kursverlust.
Rechtsanwalts-Anderkonto, o Ander-
konto.
Rechtsfähigkeit 188

Rechtsfähigkeit, Fähigkeit, Träger von gen leisten und damit die Vertragszuteilung
Rechten und Pflichten zu sein (z.B. die Fä- beschleunigen.
higkeit, Eigentum zu erlangen). Die R. des
Menschen (natürliche Person) beginnt mit Regionalbank, Kreditinstitut, dessen Tä-
der Vollendung seiner Geburt und endet mit tigkeitsbereich und Filialnetz sich auf ein
dem Tod. o Juristische Personen des Privat- begrenztes Gebiet Deutschlands beschränkt.
rechts erlangen R. mit Eintragung in ein Vorherrschende Rechtsformen von R. sind
öffentliches Register (z.B. o Handelsregis- die o Aktiengesellschaft, die o Gesellschaft
ter, o Genossenschaftsregister), juristische mit beschränkter Haftung und die o Kom-
Personen des öffentlichen Rechts durch manditgesellschaft auf Aktien.
Gesetz oder Verwaltungsakt.
Regionalprinzip, Grundsatz des Sparkas-
Referenzkurssystem, o Devisen-Refe- senrechts, nach dem die Geschäftstätigkeit
renzkurs. einer Sparkasse im Wesentlichen auf das Ge-
biet ihres Trägers (Stadt, Gemeinde, Kreis)
Referenzzinssatz, Zinssatz, der als Orien- zu beschränken ist. Insbesondere sollen au-
tierungsgröße für die Festlegung eines ande- ßerhalb dieses Gebiets keine Zweigstellen
ren Zinssatzes herangezogen wird. Von der errichtet werden. Einlagen werden jedoch
Entwicklung eines R. wird z.B. häufig die unabhängig vom Wohnort bzw. Geschäftssitz
Verzinsung von variabel verzinslichen Anlei- eines Kunden angenommen. Das R. soll
hen (o Floating Rate Notes) abhängig ge- Wettbewerb zwischen den einzelnen Institu-
macht. Dabei wird eine marktgerechte Ver- ten des Sparkassensektors weitgehend ver-
zinsung der Anleihe erreicht, indem als An- meiden und den Partnerschaftsgedanken in-
leihezinssatz der R. zuzüglich eines be- nerhalb des Sparkassenverbundes fördern.
stimmten Aufschlags (Spread) vereinbart
wird. Der vereinbarte Anleihezinssatz wird in Regress, o Rückgriff.
regelmäßigen Abständen der Entwicklung
des R. angepasst. Gebräuchliche R. sind u.a. Regulierter Markt, Teilmarkt einer Wert-
o EURIBOR und o LIBOR. papierbörse nach dem Börsengesetz, für den
strenge Zulassungsvorausssetzungen gelten
Refinanzierung, Beschaffung liquider Mit- (o Börsenzulassung von Wertpapieren). Der
tel durch Kreditinstitute zur Finanzierung des r.M. unterteilt sich in die beiden Bereiche o
Kreditgeschäfts. Die R. erfolgt vor allem Prime Standard und o General Standard. –
über das Einlagengeschäft (Annahme von Vgl. auch o Entry Standard.
o Sicht-, o Termin- und o Spareinlagen),
durch Mittelbeschaffung am o Geldmarkt, Reisescheck, von o Spezialbanken (z.B.
Refinanzierungsgeschäfte mit der Europäi- American Express, Thomas Cook) herausge-
schen Zentralbank (o geldpolitische Opera- gebenes Bargeldbeschaffungs- und Zah-
tionen) sowie durch Ausgabe von o Bank- lungsmittel im internationalen Reiseverkehr.
schuldverschreibungen. R. können in gängigen Währungen (z.B. in
Euro oder US-Dollar) und unterschiedlichen
regelmäßige Verwahrung, Depositum Stückelungen gegen Vorauszahlung bei Ban-
Regulare; Art der Verwahrung, bei der der ken erworben werden, die die Schecks von
Hinterleger Anspruch auf Rückgabe dersel- den ausgebenden Instituten kommissionswei-
ben Sache hat. R.V. liegt z.B. bei der An- se übernehmen. R. haben eine unbegrenzte
nahme von o Verwahrstücken durch Kredit- Gültigkeitsdauer. Bei Entgegennahme der R.
institute oder bei sonderverwahrten Wertpa- leistet der Käufer eine erste Unterschrift auf
pieren vor (o Sonderverwahrung). – Gegen- jedem Scheck, die bei Einlösung in Gegen-
satz: o Unregelmäßige Verwahrung. wart des Zahlungsempfängers zum Zweck
der Legitimationsprüfung durch eine Zweit-
Regelsparbeitrag, im Zusammenhang mit unterschrift ergänzt wird. In vielen Fällen ist
dem Abschluss eines o Bausparvertrages zusätzlich ein amtlicher Lichtbildausweis
vereinbarte monatliche Sparleistung, ange- vorzulegen. Im Verlustfall werden abhanden
geben in Euro oder als Promillesatz der gekommene R. gegen Vorlage der Kaufab-
o Bausparsumme. Über den R. hinaus kann rechnung i.d.R. kurzfristig ersetzt.
der Bausparer unregelmäßige Sonderzahlun-
189 Rendite

Reisezahlungsmittel, Oberbegriff für im „nicht an Order“ (negative Orderklausel)


internationalen Reiseverkehr anerkannte anweist, die Zahlung nur an den in der Wech-
Mittel der Barzahlung oder o bargeldlosen selurkunde namentlich genannten Empfänger
Zahlung an Kassen von Handels- und Dienst- zu leisten. Der Wechsel wird durch diese
leistungsunternehmen. Gebräuchliche R. sind Klausel zum o Rektapapier. Eine Übertra-
v.a. Banknoten und Münzen in der Währung gung der Wechselrechte ist in diesem Fall
des jeweiligen Reiselandes (Sorten) oder in nicht mehr durch o Indossament, sondern
Euro, o Reiseschecks, o Kreditkarten sowie nur noch durch gesonderte Abtretungserklä-
Kundenkarten der Banken und Sparkassen. rung in Verbindung mit der Übergabe des
Wechsels möglich.
REIT, Abk. für o Real Estate Investment
Trust. relative Stärke, Indikator für die Kursent-
wicklung einer o Aktie oder von Aktien
Rektaindossament, o Indossament zur einer Branche im Vergleich zur Entwicklung
Übertragung eines o Wechsels mit dem des Gesamtmarktes oder eines bestimmten
Zusatz „nicht an Order“ (negative Orderklau- Aktienindex (o Index). Von Aktien mit hoher
sel). Mit der Anbringung des R. untersagt der r.S. wird im Fall eines Kursaufschwungs am
Indossant eine weitere Übertragung des Aktienmarkt eine überdurchschnittlich posi-
Wechsels durch den Indossatar. Eine unter tive Kursentwicklung erwartet. Die Erfas-
Missachtung des R. vorgenommene nochma- sung der r.S. ist Bestandteil der technischen
lige Übertragung des Wechsels ist dennoch o Aktienanalyse.
rechtswirksam. Jedoch haftet in diesem Fall
der Indossant, der das R. angebracht hat, Rembourskredit, Sonderform des o Ak-
späteren Wechselinhabern nicht mehr im zeptkredits zur Abwicklung einer Außenhan-
Wege des o Rückgriffs. Die Anbringung delszahlung auf der Grundlage eines o Do-
eines R. ist prinzipiell auch bei einem Scheck kumentenakkreditivs. Die Bank des Expor-
möglich. teurs oder eine Drittbank (Remboursbank)
akzeptiert dabei im Auftrag der akkreditiver-
Rektaklausel, o negative Orderklausel. öffnenden Importeurbank eine o Tratte des
Exporteurs bei Vorlage bestimmter Doku-
Rektapapier, Wertpapier, bei dem die ge- mente. Die Akzeptleistung erfolgt im Rah-
schuldete Leistung nach dem Willen des men einer zwischen der Importeurbank und
Ausstellers nur an die namentlich genannte der Remboursbank bestehenden Kreditlinie
Person gegen Vorlage der Urkunde erbracht (auch als Rembourslinie bezeichnet). Der
werden soll. Eine Übertragung des verbrief- Exporteur hat daraufhin die Möglichkeit, den
ten Anspruchs auf eine andere Person kann akzeptierten Wechsel bei der Remboursbank
durch Abtretung des Rechts (nicht durch oder einem anderen Kreditinstitut zum Dis-
o Indossament) erfolgen. Mit der Abtretung kont einzureichen (o Diskontkredit) und sich
geht auch das Eigentum an dem Wertpapier so Liquidität zu verschaffen. Der Importeur
auf den Empfänger über. Zu den R. zählen hat den Wechselbetrag rechtzeitig vor Verfall
z.B. o Schecks und o Wechsel mit o nega- des Wechsels anzuschaffen.
tiver Orderklausel sowie o Hypotheken- und
o Grundschuldbriefe. Rendite, Effektivverzinsung; in Prozent des
eingesetzten Kapitals ausgedrückter jährli-
Rektascheck, o Scheck, der an den na- cher Gesamtertrag einer Geld- bzw. Kapital-
mentlich genannten Empfänger zahlbar ist anlage, gegebenenfalls unter Berücksichti-
und den Vermerk „nicht an Order“ (negative gung anfallender Kosten und Steuern. Bei
Orderklausel) trägt. Der Scheck wird durch o festverzinslichen Wertpapieren wird die R.
diese Klausel zum o Rektapapier. Der ge- von der o Nominalverzinsung des Papiers
nannte Empfänger kann seine Ansprüche nur und einem etwaigen Rückzahlungsgewinn
durch gesonderte Abtretungserklärung in beziehungsweise Rückzahlungsverlust be-
Verbindung mit der Übergabe des Schecks stimmt. – Beispiel: Ein Anleger erwirbt eine
auf einen Dritten übertragen. Anleihe im Nennwert von 1.000 Euro mit
einer jährlichen Nominalverzinsung von 5%
Rektawechsel, o Wechsel, bei dem der zu einem Kurs von 97%. Nach drei Jahren
Aussteller den Bezogenen durch den Zusatz wird das Papier zum Nennwert (100%) zu-
Rentenbarwert 190

rückgezahlt. Kosten und Steuern bleiben in Einschätzung der Entwicklung des Markt-
diesem Fall unberücksichtigt. Für den Anle- zinsniveaus herangezogen werden.
ger ergibt sich ein jährlicher Ertrag von 60
Euro (50 Euro Zinsen + 10 Euro anteiliger Rentenmarkt, Börsenmarkt für den Handel
Rückzahlungsgewinn). Bei einem Kapital- mit o Anleihen (Schuldverschreibungen);
einsatz von 970 Euro resultiert daraus eine Teil des o Kapitalmarktes.
Rendite von (60 ˜ 100) / 970 = 6,19%. Der
hier dargestellte Lösungsansatz gibt die R. Rentenpapier, Rentenwert; andere Be-
nur annäherungsweise wieder. Eine finanz- zeichnung für o festverzinsliches Wertpa-
mathematisch exakte Berechnung der R. pier. Die Bezeichnung R. läßt erkennen, dass
wird in der Bankpraxis unter Einsatz ent- dem Inhaber ein regelmäßiger Ertrag in Form
sprechend leistungsfähiger Rechenprogram- von Zinsen (Rente) zufließt.
me vorgenommen.
Rentenschuld, Sonderform der o Grund-
Rentenbarwert, finanzmathematisch ermit- schuld, bei der aus dem belasteten Grund-
telter aktueller Wert (Gegenwartswert) zu- stück zu regelmäßig wiederkehrenden Ter-
künftiger Rentenzahlungen unter Berücksich- minen eine bestimmte Geldsumme an den
tigung von Zinsen und o Zinseszinsen. – Begünstigten zu zahlen ist. Die R. kann
Gegensatz: o Rentenendwert. durch Zahlung eines bestimmten Betrages,
der im o Grundbuch anzugeben ist, abgelöst
Rentenendwert, finanzmathematisch er- werden.
mittelter zukünftiger Gesamtwert von Ren-
tenzahlungen unter Berücksichtigung von Rentenwert, o Rentenpapier.
Zinsen und o Zinseszinsen. – Gegensatz:
o Rentenbarwert. rep., Abk. für repartiert (o Repartierung).

Rentenfonds, o Investmentfonds, bei dem Repartierung, Rationierung; nur teilweise


der Anlageschwerpunkt in o Anleihen liegt. Ausführung von Aufträgen zum Kauf oder
Anleger erwarten von R. einen langfristig Verkauf (v.a. von Wertpapieren) nach einem
konstanten Ertrag bei geringeren Wert- bestimmten Verteilungsschlüssel aufgrund ei-
schwankungen als bei Aktienfonds. Stan- nes bestehenden Nachfrage- bzw. Angebots-
dard-R. investieren in eine breite Palette überhangs. An der Wertpapierbörse wird eine
festverzinslicher Wertpapiere unterschiedli- erforderliche R. durch einen entsprechenden
cher Emittenten (o Emission), Zinssätze und Zusatz zur Kursnotiz (o ratG, o ratB) des
Laufzeiten. Daneben existieren spezielle R., betreffenden Wertpapiers kenntlich gemacht.
bei denen eine Konzentration auf bestimmte Eine R. ist häufig auch im Zusammenhang
Ausschnitte des o Rentenmarktes, z.B. auf mit einer Wertpapieremission (o Emission)
Wertpapiere mit kurzen Restlaufzeiten, erforderlich, wenn aufgrund einer Über-
hochverzinsliche Anleihen von Emittenten zeichnung nicht alle Aufträge in vollem Um-
geringer o Kreditwürdigkeit oder Anleihen fang berücksichtigt werden können.
erstklassiger Emittenten erfolgt.
Repogeschäft, o Wertpapierpensionsge-
Rentenhandel. 1. Börslicher oder außer- schäft.
börslicher Handel mit o festverzinslichen
Wertpapieren (Rentenpapieren). – 2. Be- Report, Aufschlag, den ein o Devisenter-
zeichnung der Abteilung eines Kreditinsti- minkurs rechnerisch gegenüber dem entspre-
tuts, die den Handel mit festverzinslichen chenden o Devisenkassakurs aufweist, wenn
Wertpapieren betreibt. das Zinsniveau der Auslandswährung höher
ist als das Zinsniveau der Inlandswährung.
Rentenindex, Börsenindex (o Index) zur Der R. gleicht die zwischen beiden Währun-
Erfassung der Kursentwicklung bestimmter gen bestehende Zinssatzdifferenz rechnerisch
o festverzinslicher Wertpapiere (Rentenpa- aus. – Gegensatz: o Deport.
piere). Ein R. kann als reiner Kursindex (z.B.
o REX) oder als o Performance-Index (z.B. Repräsentanz, Vertretung eines deutschen
o REXP) konzipiert sein. R. können zur Kreditinstituts im Ausland oder eines aus-
ländischen Instituts im Inland mit der Aufga-
191 Riester-Vertrag

be, Kontaktpflege zu betreiben, Informatio- einen Geldmarktsatz als o Referenzzinssatz


nen zu beschaffen und Bankgeschäfte ggfs. (z.B. o EURIBOR, o LIBOR) angepasst
anzubahnen. Dagegen dient die R. nicht der wird. Im Gegensatz zu einem normalen
Durchführung von Bankgeschäften. Floater (o Floating Rate Note), bei dem der
Anleger von einem steigenden Geldmarkt-
Restanten, Bezeichnung für Wertpapiere, satz profitiert, wird der Inhaber eines R.F.
die (z.B. aufgrund von Auslosung oder vor- von fallenden Geldmarktzinsen begünstigt,
zeitiger Kündigung) zur Rückzahlung fällig da hier der jeweils aktuelle Geldmarktsatz
sind, durch den Inhaber bisher jedoch noch von einem fest vereinbarten Basiszinssatz
nicht zur Einlösung vorgelegt wurden. abgezogen wird. Die Differenz erhält der
Anleger als Verzinsung. Im Extremfall, wenn
Restantenliste, in den Wertpapier-Mittei- der Geldmarktsatz so weit steigt, dass er den
lungen veröffentlichte Sammelliste der aus- vereinbarten Basissatz erreicht, sinkt die
gelosten oder gekündigten und bisher nicht Verzinsung des R.F. auf Null. Im Gegensatz
zur Rückzahlung vorgelegten Wertpapiere zu normalen Floatern können R.F. erhebliche
(Restanten). Kursschwankungen aufweisen. Bei rückläu-
figen Geldmarktzinsen fallen nicht nur höhe-
Restkreditversicherung, o Restschuld- re Zinserträge an; der Anleger profitiert
versicherung. zusätzlich von Kursgewinnen.

Restlaufzeit, bis zur Fälligkeit einer Forde- REX, Abk. für o Deutscher Rentenindex.
rung bzw. Verbindlichkeit (z.B. aus o Darle-
hen oder o festverzinslichen Wertpapieren) REXP, Abk. für o REX-Performance-Index.
ab dem aktuellen Datum verbleibende Zeit.
Bei o Ratenanleihen wird anstatt der R. die REX-Performance-Index (REXP), aus
o mittlere Laufzeit ermittelt. dem o Deutschen Rentenindex (REX) abge-
leiteter Börsenindex zur Erfassung der Wert-
Restschuldbefreiung, o entwicklung von o Rentenpapieren, bei dem
Verbraucherinsolvenzverfahren. im Gegensatz zum REX nicht nur die Kurs-
veränderungen der Papiere, sondern zusätz-
Restschuldversicherung, Restkreditver- lich auch Zinserträge berücksichtigt werden.
sicherung; Risikoversicherung im Kreditge- Dabei wird eine laufende Wiederanlage der
schäft der Banken zur Vermeidung von For- Zinszahlungen in das REX-Portfolio (o
derungsausfällen z.B. aufgrund von Tod oder Portfolio) unterstellt.
Berufsunfähigkeit des Kreditnehmers. Bei
Eintritt des Versicherungsfalles wird die noch Richtlinien für den Druck von Wertpa-
bestehende Restkreditschuld durch Auszah- pieren, Druckvorschriften für Effekten;
lung der Versicherungssumme getilgt. Die verbindliche Regelungen deutscher Wertpa-
Versicherungsprämie hat der Kreditnehmer pierbörsen zu den äußeren Merkmalen von
entweder jährlich oder (bei o Ratenkrediten Wertpapieren, die vor allem der Begrenzung
an Privathaushalte für Konsumzwecke) ein- von Fälschungsrisiken dienen. Die Richtli-
malig im Zusammenhang mit dem Abschluss nien verlangen u.a. die Einhaltung von be-
des Kreditvertrages im Voraus zu entrichten. stimmten Formaten für unterschiedliche
Wertpapierarten, die Verwendung von Was-
Retail Banking, Bezeichnung für das serzeichenpapier mit besonderen Qualitäts-
Bankgeschäft mit Privatkunden, selbststän- merkmalen, Prägestempel auf jeder Urkunde
digen Gewerbetreibenden und kleineren Fir- sowie auf mechanischem Wege aufgebrachte
menkunden. – Gegensatz: o Wholesale Ban- Schutzlinien (Guillochen).
king.
Riester-Vertrag, umgangssprachliche Be-
Reverse Convertible Bond, engl. Be- zeichnung eines Vertrages zur privaten Al-
zeichnung für o Aktienanleihe. tersvorsorge mit dem Ziel, aus eigenen Ein-
zahlungen in Verbindung mit staatlichen
Reverse Floater, umgekehrter Floater; Zulagen Rentenansprüche zu erwerben.
variabel verzinsliches Wertpapier, dessen Gefördert werden im Wesentlichen Personen,
Verzinsung in regelmäßigen Abständen an die von Leistungskürzungen der gesetzlichen
Risikoanleihe 192

Rentenversicherung unmittelbar oder mittel- Risikopapier, Bezeichnung für ein Wertpa-


bar betroffen sind. Zu diesem Personenkreis pier, das dem Inhaber aufgrund der typischen
gehören u.a. sozialversicherungspflichtige Wesensmerkmale keine Gewähr für den Er-
Arbeitnehmer und Auszubildende, Wehr- und halt des Anlagekapitals und für kalkulierbare
Zivildienstleistende sowie Bezieher von Ertragszahlungen bietet. Zu den R. zählt z.B.
Lohnersatzleistungen (z.B. Arbeitslosengeld, die o Aktie, da hier aufgrund von Kurs-
Krankengeld). Förderungswürdig sind Anla- schwankungen grundsätzlich mit Verlusten
geformen, die eine entsprechende Zertifizie- gerechnet werden muss und Dividendenzah-
rung der o Bundesanstalt für Finanzdienst- lungen (o Dividende) bei schlechter Ertrags-
leistungsaufsicht (BAFin) aufweisen. Hierzu lage des betreffenden Unternehmens unter
muss das jeweilige Produkt bestimmte Merk- Umständen sogar ganz oder teilweise aus-
male aufweisen, zu denen u.a. eine Kapital- fallen können.
garantie und die Gewährleistung einer le-
benslänglichen Rentenzahlung gehören. Die Risikostreuung, Risikomischung; Maßnah-
staatliche Förderung erfolgt in Form von me zur Begrenzung von Verlustrisiken aus
Grund- und Kinderzulagen (o Altersvorsor- Vermögensanlagen oder Kreditgewährungen.
gezulage) bzw. durch steuerliche Absetzbar- R. bei der Vermögensanlage wird z.B. er-
keit der Eigenbeiträge und staatlichen Zula- reicht, indem Anlagekapital nicht in ein
gen als Altersvorsorgeaufwendungen (vgl. einzelnes Wertpapier oder in einige wenige
hierzu auch o Günstigerprüfung). – Neuer- Wertpapiere, sondern in eine Vielzahl von
dings können R.-V. außer zum Erwerb von Wertpapieren unterschiedlicher Emittenten
Rentenansprüchen auch zum Kauf oder zur (o Emission) investiert wird. Dadurch hat
Entschuldung inländischer selbstgenutzter ein Wertverlust bei einzelnen Papieren für
Wohnimmobilien genutzt werden („Wohn- den Anleger nur begrenzte Auswirkungen.
Riester“). Je nach Vertragsart hat der Sparer Im Kreditgeschäft der Banken kann R. durch
in diesem Zusammenhang unter bestimmten eine Verteilung der insgesamt verfügbaren
Voraussetzungen die Möglichkeit, Eigenbei- Kreditmittel auf eine Vielzahl von Schuld-
träge und Zulagen zum Kauf einer selbstge- nern, Unternehmen unterschiedlicher Bran-
nutzten Immobilie oder von Anteilen an chen oder (bei Auslandskrediten) auf mehre-
Wohnungsbaugenossenschaften zu verwen- re Länder erreicht werden. – Vgl. auch o In-
den oder die Mittel zur Tilgung von Baudar- vestmentfonds.
lehen einzusetzen.
Risikotransformation, gesamtwirtschaft-
Risikoanleihe, o Junk Bond. liche Funktion eines Kreditinstituts, die vor
allem darin besteht, durch o Risikostreuung
Risikokapital, andere Bezeichnung für und sorgfältige Auswahl von Kreditnehmern
oEigenkapital, in der zum Ausdruck kommt, das Ausfallrisiko des einzelnen Geldanlegers,
dass dieses Kapital bei negativer Unterneh- von dem die Kreditmittel letztlich bereitge-
mensentwicklung durch Verluste ganz oder stellt werden, zu begrenzen bzw. auszuschal-
teilweise aufgezehrt werden kann. ten. R. erfolgt darüber hinaus z.B. aber auch,
indem Kreditinstitute Kunden für eine Geld-
Risikolebensversicherung, Form der anlage oder eine Kreditaufnahme trotz vari-
o Lebensversicherung, die ausschließlich abler Marktzinsen Festzinsen zusichern oder
das Todesfallrisiko der versicherten Person von ihnen durch Eingehung von o Devi-
während der vereinbarten Vertragslaufzeit sentermingeschäften o Wechselkursrisiken
abdeckt. Sofern der Versicherte den Vertrags- übernehmen.
ablauf erlebt, wird keine Leistung gezahlt. R.
werden vor allem zur Sicherung der Hinter- RMX Creparts, spezielles Börsensegment
bliebenenversorgung und zur Absicherung für den Handel mit Krediten (Creparts =
von Darlehen abgeschlossen. Eine Sonder- Kreditanteile). Zum Börsenhandel mit Kredi-
form der R. stellt die o Restschuldversiche- ten sind nur Teilnehmer zugelassen, die einer
rung dar, bei der die Versicherungssumme besonderen Kontrolle durch ein Aufsichtsor-
kontinuierlich der noch verbleibenden Darle- gan (z.B. Bundesanstalt für Finanzdienstleis-
hensschuld angepasst wird. tungsaufsicht) unterliegen. Mit dem börsen-
mäßigen Kredithandel wird u.a. angestrebt,
Risikomischung, o Risikostreuung. vor Fälligkeit eines Kredits Liquidität zu
193 Rückstellungen

beschaffen oder Risiken aus großen Krediten sich auch die maximale Kredithöhe für den
durch Verkauf von Teilen dieses Kredits zu Fall einer Beleihung der Versicherung.
mindern.
Rücklagen, in der Bilanz einer Unterneh-
Roadshow, erste Unternehmenspräsentati- mung neben dem Grund- bzw. Stammkapital
on vor der Durchführung eines o Bookbuil- ausgewiesener Bestandteil des o Eigenkapi-
ding-Verfahrens. tals. Bei o Kapitalgesellschaften wird unter-
schieden nach Gewinnrücklagen, die durch
Rohstofffonds, o Investmentfonds, dessen Nichtausschüttung von Teilen des Jahres-
Mittel schwerpunktmäßig in o Aktien der überschusses entstehen und Kapitalrückla-
Rohstoff- und Edelmetallbranche angelegt gen, die aus einem bei der Ausgabe von
werden. Anteilscheinen (Aktien, GmbH-Anteile) er-
hobenen Aufgeld resultieren. Die Bildung
RTGSplus-System, bis 2007 verwendetes von R. stärkt die Eigenkapitalbasis eines
System zur Verrechnung von Großbetrags- Unternehmens. Neben den (offen ausgewie-
zahlungen für Kreditinstitute und Wertpa- senen) R. verfügen Unternehmen vielfach
pierfirmen im Europäischen Wirtschafts- über stille Reserven aufgrund einer bilanziel-
raum. Inzwischen wurde das R.-S. durch das len Unterbewertung von bestimmten Vermö-
o Target 2-System ersetzt. gensteilen bzw. einer Überbewertung von
Verbindlichkeiten.
Rückbürgschaft, o Bürgschaft, bei der der
Rückbürge gegenüber einem anderen Bürgen Rücklastschrift, o Lastschrift, die der ers-
(Hauptbürge) die Haftung für dessen Rück- ten Inkassostelle von der Zahlstelle zuück
griffsansprüche (o Rückgriff) gegenüber belastet wird. Gründe hierfür können sein,
dem Hauptschuldner für den Fall einer Inan- dass der Zahlungspflichtige nicht eindeutig
spruchnahme durch den Gläubiger über- identifizierbar bzw. sein Konto erloschen ist,
nimmt. Kommt es zur Zahlung des Rückbür- das Konto ungedeckt ist, der Zahlungspflich-
gen an den Hauptbürgen, so ist der Haupt- tige Widerspruch erhoben hat oder der Zahl-
bürge verpflichtet, die auf ihn übergegangene stelle kein o Abbuchungsauftrag vorliegt. –
Forderung des Gläubigers gegenüber dem Vgl. auch o Nichteinlösung von Lastschrif-
Hauptschuldner an den Rückbürgen abzutre- ten.
ten. – Gegensatz: o Nachbürgschaft.
Rücknahmepreis, börsentäglich auf der
Rückgriff, Regress; nachträgliche Inan- Grundlage aktueller Börsenkurse ermittelter
spruchnahme eines Schuldners durch einen und veröffentlichter Preis, der einem Anleger
Dritten, der für die Verbindlichkeit des bei einer Rückgabe von o Investmentzertifi-
Schuldners eingetreten ist. Der R. ist u.a. katen je Anteil vergütet wird. Der R. ergibt
bedeutsam im Zusammenhang mit der Nicht- sich als Summe des o Fondsvermögens,
einlösung von o Schecks oder o Wechseln geteilt durch die Anzahl umlaufender In-
und bei der Inanspruchnahme eines Bürgen vestmentanteile, bei einigen (wenigen) Fonds
(o Bürgschaft), der den auf ihn übergegan- gemindert um einen Rücknahmeabschlag.
genen Anspruch des Gläubigers gegenüber
dem Hauptschuldner geltend macht. Rückruf von Überweisungen, o Über-
weisungsgesetz.
Rückkaufswert, aktueller Rückvergütungs-
anspruch aus einer o Kapitallebensversiche- Rückscheck, Bezeichnung für einen
rung bei vorzeitiger Auflösung. Der R. ergibt o Scheck, der vom bezogenen Kreditinstitut
sich aus den verzinslich angelegten Sparan- (o Bezogener) nicht eingelöst wurde und der
teilen als Teil der erbrachten Prämienzahlun- ersten Inkassostelle wieder zugeleitet wird. –
gen zuzüglich einer evtl. anfallenden Über- Vgl. auch o Nichteinlösung von Schecks.
schussbeteiligung. Zu Beginn der Vertrags-
laufzeit weist die Versicherung keinen R. auf, Rückstellungen, auf der Passivseite einer
da eingehende Zahlungen des Versicherten Bilanz ausgewiesene o Verbindlichkeiten,
zunächst mit den Abschlusskosten des Ver- die zwar ihrer Ursache nach bekannt, hin-
trages verrechnet werden. Aus dem R. ergibt sichtlich ihres tatsächlichen Bestehens, ihrer
Höhe und ihrer Fälligkeit aber (zunächst)
Rückzahlungsgewinn 194

ungewiss sind. Der Betrag einer R. muss einer o Anleihe gezahlten Erwerbskurs und
daher geschätzt werden. Kreditinstitute bil- einem bei Fälligkeit erhaltenen niedrigeren
den R. z.B. für strittige Steuern, schwebende Rückzahlungskurs ergibt. – Gegensatz:
Prozesse, künftige Pensionszahlungen oder o Rückzahlungsgewinn.
für drohende Inanspruchnahmen aus Aval-
krediten (o Aval). R. sind dem o Fremdkapi- Rürup-Rente, umgangssprachliche Be-
tal zuzurechnen. zeichnung für eine private Rentenversiche-
rung, bei der die Beiträge steuerbegünstigt,
Rückzahlungsgewinn, Gewinn, der sich die späteren Rentenzahlungen jedoch steuer-
als Differenz zwischen einem beim Kauf pflichtig sind (nachgelagerte Besteuerung).
einer o Anleihe gezahlten Erwerbskurs und Den Steuervorteil gewährt der Gesetzgeber
einem bei Fälligkeit erhaltenen höheren jedoch nur unter bestimmten Voraussetzun-
Rückzahlungskurs ergibt. – Gegensatz: gen. So dürfen die späteren Leistungen nur in
o Rückzahlungsverlust. Form lebenslanger Rentenzahlungen gewährt
werden. Außerdem muss die Zahlung der
Rückzahlungskurs, Tilgungskurs; Kurs, Renten monatlich erfolgen und darf nicht vor
zu dem eine o Anleihe am Laufzeitende dem 60. Lebensjahr beginnen. Die Rentenan-
durch den Emittenten (o Emission) zurück- wartschaft ist nicht beleihbar, vererbbar, ver-
gezahlt wird. Die Rückzahlung erfolgt i.d.R. äußerlich oder übertragbar.
zu 100% des Nennwertes (zu pari).

Rückzahlungsverlust, Verlust, der sich


als Differenz zwischen einem beim Kauf
S
Sachdarlehen, o Darlehen. zuzüglich dem Bodenwert eines Grundstücks
bezeichnet.
Sachdepotbuch, Teil der o Depotbuch-
führung. In einem S. werden einzelne Wert- Safe, o Schrankfach.
papiere nach Wertpapiergattungen (z.B.
9.000 X-Aktien, 21.000 Y-Aktien, ...) geglie- Saisonkredit, o Betriebsmittelkredit für
dert. Unternehmen, die mit Saisonartikeln han-
deln. Der S. dient einer Überbrückung saiso-
Sachen, Bezeichnung des BGB für körper- naler Engpässe in der Finanzierung (z.B.
liche Gegenstände. Nur auf S. sind die Be- Vorfinanzierung der für das Weihnachtsge-
griffe o Eigentum und o Besitz anzuwen- schäft benötigten Waren für einen Spielzeug-
den. Bei einer o Forderung wird die rechtli- großhändler).
che Herrschaft durch den Inhaber oder Gläu-
biger ausgeübt. Zu den S. gehören auch Saldenbestätigung, o Kontoauszug.
Banknoten und Geldmünzen sowie Wertpa-
piere, die in Form einer o Urkunde verbrieft Sale and Lease Back, Sonderform des
sind. Eine Sonderstellung nehmen unter den o Leasing, bei der ein Leasing-Nehmer ein
Wertpapieren die durch o Schuldbuchforde- ihm gehörendes Wirtschaftsgut an einen Lea-
rungen verbrieften Wertrechte ein, die jedoch sing-Geber verkauft, der es anschließend an
den S. im Rechtsverkehr gleichgestellt sind. den Leasing-Nehmer verleast. S.a.L.B. findet
Im BGB werden unbewegliche S. (Grund- häufig bei Immobilien Anwendung. Der
stücke) und bewegliche S. unterschieden. Die Leasing-Nehmer verschafft sich durch den
beweglichen S. werden in vertretbare S. Verkauf liquide Mittel zur Finanzierung von
(„austauschbar“, z.B. 1 kg Zucker einer be- Investitionen.
stimmten Sorte) und nicht vertretbare S.
(nicht „austauschbar“, z.B. eine für ein Un- Sales Promotion, Verkaufsförderung;
ternehmen angefertigte Spezialmaschine) un- Teilbereich des o Bankmarketing. S.P. um-
terteilt. fasst im Wesentlichen Maßnahmen zur Schu-
lung des Verkaufspersonals sowie Bemühun-
Sachenrecht, drittes Buch des BGB, das gen um die Erstellung kundenfreundlich
die dinglichen Rechte (Herrschaftsrechte gestalteter Prospekte, Broschüren etc.
über o Sachen) zum Inhalt hat. Im Gegen-
satz zum Schuldrecht, das die vertraglichen Sammelanderkonto, o Anderkonto, das
Rechtsverhältnisse zwischen Personen regelt, der Verwahrung von Vermögenswerten ver-
wirkt das S. gegenüber jedermann. – Vgl. schiedener Mandanten dient.
auch o Erfüllung.
Sammelbestand, kumulierter Bestand an
Sachsicherheiten, andere Bezeichnung für Wertpapieren einer bestimmten Art bei einer
Realsicherheiten. – Vgl. auch o Kreditsi- Wertpapiersammelbank (z.B. o Clearstream
cherheiten. Banking AG). Der einzelne Wertpapierinha-
ber besitzt ein o Miteigentum nach Bruchtei-
Sachwert, Substanzwert; Begriff, der im len am S. Bei einem S. von 10 Mio. X-
Bankgeschäft vor allem bei der Bewertung Aktien beläuft sich das Miteigentum eines
von Grundstücken im Rahmen der o Belei- Aktionärs, der 100 X-Aktien in seinem De-
hungswertermittlung bei Immobilien eine pot hat, auf 0,001%. Die Konstruktion des S.
Rolle spielt. Als S. wird hier der Bauwert ist die entscheidende Voraussetzung für die
Sammelschuldbuchforderung 196

Durchführung des stückelosen o Effektengi- dings aufgrund des Zusatzes „oder Überbrin-
roverkehrs. ger“ hinter dem Namen des Zahlungsemp-
fängers als o Inhaberpapier verwendet. Der
Sammelschuldbuchforderung,oSchuld- S. ist ein streng förmliches Wertpapier, das
buchforderung. gem. Scheckgesetz (ScheckG) bestimmte ge-
setzliche Bestandteile aufweisen muss. Die
Sammelüberweisung, Zusammenfassung in der Praxis verwendeten Scheckformulare
mehrerer Überweisungen zu einem Gesamt- berücksichtigen diese Bestandteile. Ände-
auftrag. Die Gutschriften, die an verschiede- rungen auf dem Scheckformular (z.B. Strei-
ne Zahlungsempfänger gehen, werden in chung der Überbringerklausel) sind nach den
einem Sammelverzeichnis aufgeführt. Die o Bedingungen für den Scheckverkehr nicht
dem Auftraggeber zu belastende Gesamt- zulässig. – 2. Einlösung eines S.: Trägt ein S.
summe erscheint auf einem Sammelbeleg. den Vermerk „Nur zur Verrechnung“, so
Eine S. wird z.B. angewendet, wenn ein handelt es sich um einen o Verrechnungs-
großes Unternehmen Löhne und Gehälter an scheck, der vom bezogenen Kreditinstitut
seine Arbeitnehmer zahlt. Die S. wird heute nicht bar ausgezahlt werden darf. Das bezo-
beleglos im Wege des o elektronischen gene Kreditinstitut garantiert weder bei
Zahlungsverkehrs abgewickelt. einem Barscheck noch bei einem Verrech-
nungsscheck die Einlösung der Schecksum-
Sammelverwahrung, Verwahrungsart, bei me. Eine Ausnahme bildet der o bestätigte
der ein Verwahrer Wertpapiere einer be- Bundesbank-Scheck. Bei einer Nichteinlö-
stimmten Art zu einem o Sammelbestand zu- sung des Schecks kann der Inhaber aufgrund
sammenfasst. der Strenge des Scheckgesetzes einen
Scheckprozess (o Urkundenprozess) gegen
Satzung, Gesellschaftsvertrag einer o Ka- den Aussteller einleiten, der wegen seiner
pitalgesellschaft bzw. Verfassung eines Ver- zügigen Abwicklung vorteilhafter ist als ein
eins oder einer o Körperschaft. normaler Zivilprozess. Voraussetzung für den
Scheckprozess ist die Einhaltung der o Vor-
S-Card, Zahlungskarte der Sparkassen. Die legungsfristen bei Schecks. Die Nichtein-
S-Card ist eine Vorgängerin der Sparkassen- lösung des S. ist außerdem mit einem o Vor-
Card Eine S.-C. kann ebenso wie eine legungsvermerk des bezogenen Kreditinstitu-
o Bankcard verwendet werden. tes zu versehen. Bei einem o Orderscheck
würden neben dem Aussteller eventuell
Schatzanweisungen, kurz- bzw. mittel- weitere Personen, die ein o Indossament auf
fristige Schuldverschreibungen des Bundes dem Scheck angebracht haben, für die Einlö-
oder eines Bundeslandes zur Deckung des sung haften. Der letzte Scheckinhaber kann
öffentlichen Finanzbedarfs. S. können als vor Eröffnung des Scheckprozesses auf diese
abgezinste Papiere (Schatzwechsel oder U- Personen o Rückgriff (Regress) nehmen.
Schätze – vgl. o Geldmarktpapiere) oder als Der S. erfordert aufgrund seiner Eigenschaft
nominalverzinsliche Papiere (o Kassenobli- als streng förmliches Wertpapier einen relativ
gationen) vorkommen. hohen Bearbeitungsaufwand. Aus Kosten-
gründen sind Kreditinstitute daher bestrebt,
Schatz-Future, an der o Eurex gehandelter beleghafte Schecks weitgehend zu vermei-
oFuture über eine fiktive kurzfristige o An- den. Das o beleglose Scheckeinzugsverfah-
leihe des Bundes mit einer (Rest-)Laufzeit ren (BSE) ermöglicht den Kreditinstituten
von 1,75 bis 2,25 Jahren und einem Zinssatz eine beleglose Weiterbearbeitung von
von 6% p.a. (Mindest- bzw. Kontraktnenn- Schecks unter 6.000 Euro. Allerdings sind
wert: 100.000 Euro). BSE-Schecks aufgrund des fehlenden Vorle-
gungsvermerks nicht für einen Scheckpro-
Schatzwechsel, o Schatzanweisungen. zess geeignet. Die Kreditinstitute haften
ihren Kunden für eventuelle Schäden, die
Scheck. 1. Wesen: Der S. ist eine unbeding- hieraus entstehen (z.B. wenn bei einem
te Anweisung an ein Kreditinstitut, für Rech- Urkundenprozess ein Zugriff auf das Vermö-
nung des Ausstellers eine bestimmte Geld- gen des Ausstellers noch möglich gewesen
summe zu zahlen. Er ist ein o geborenes wäre und dieser Zugriff wegen des höheren
Orderpapier. In Deutschland wird er aller- Zeitaufwandes beim normalen Zivilprozess
197 Scheckvertrag

entfällt, weil der Aussteller inzwischen zah- den ist. – 2. Qualifizierte S.: Verpflichtung
lungsunfähig geworden ist). Aus diesem des bezogenen Kreditinstitutes zur Scheck-
Grund ist die Schecksumme beim BSE auch einlösung. Die qualifizierte S. ist in Deutsch-
betraglich begrenzt. Für Schecks ab 6.000 land nur der Deutschen Bundesbank erlaubt
Euro wird das Verfahren des o Großbetrags- (o bestätigter Bundesbank-Scheck). – Eine
Scheckeinzugs (GSE) ab 2007 ersetzt durch qualifizierte S. führt aus der Sicht des
das Verfahren des o ISE (Imagegestützter Scheckinhabers im Gegensatz zu einer einfa-
Scheckeinzug). – 3. Bedeutung des Schecks: chen S. zum Ergebnis, dass der Scheck bei
Trotz der Erleichterung durch BSE verliert fristgemäßer Vorlage in jedem Fall eingelöst
der Scheck als Zahlungsverkehrsinstrument wird.
zusehends an Bedeutung. So werden seit dem
Jahr 2002 keine Euroschecks mehr akzep- Scheckeinlösung, Auszahlung oder end-
tiert. Private bargeldlose Zahlungen werden gültige Gutschrift eines vorgelegten
heutzutage vornehmlich unter Verwendung o Schecks.
von Bank- und Sparkassenkarten (o EC-
Service) oder o Kreditkarten vorgenommen. Scheckeinreichung, Vorlage eines
Der S. wird so immer mehr zu einem Instru- o Schecks durch den Scheckinhaber bei sei-
ment, das lediglich im Firmenkundenge- nem Kreditinstitut zur o Gutschrift Eingang
schäft zur Anwendung kommt. vorbehalten (o E.v.).

Scheckabkommen, o Abkommen zwi- Scheckfähigkeit, Voraussetzung für die


schen Kreditinstituten zur Regelung der Teilnahme am Scheckverkehr. 1. Aktive S.:
Rückgabe nicht eingelöster o Schecks sowie Fähigkeit, sich rechtsverbindlich als Ausstel-
der Behandlung von Ersatzstücken verloren ler eines o Schecks zu betätigen. Aktive S.
gegangener Schecks. besitzen natürliche Personen ab 18 Jahren. –
2. Passive S.: Fähigkeit, bezogenes Kre-
Scheckankaufskurs, Sichtkurs; Kurs, zu ditinstitut eines Schecks sein zu dürfen.
dem ein auf ausländische Währung lautender Passive S. besitzen Kreditinstitute sowie die
Scheck in Euro umgerechnet wird. Der S. ist o Deutsche Bundesbank.
der für den Kunden „ungünstigste“ Umrech-
nungskurs, da der Scheck zur Einlösung an Scheckkarte, alte Bezeichnung für eine
die bezogene ausländische Bank beleghaft Bank- bzw. Sparkassenkarte. – Vgl. auch
versendet werden muss, somit ein höherer o EC-Service.
Bearbeitungsaufwand anfällt und zudem ein
Zinsverlust durch den Postlaufweg entsteht. Scheckklage, Maßnahme zur Durchset-
Bei der o Mengennotierung wird der S. als zung scheckrechtlicher Ansprüche bei Nicht-
Aufschlag auf den o Briefkurs der Aus- einlösung eines o Schecks. Die S. führt zu
landswährung zum Euro berechnet. Die einem o Urkundenprozess.
Höhe dieses Aufschlags ist bei den verschie-
denen Kreditinstituten unterschiedlich. Schecksperre, Eingabe eines Nichteinlö-
sungsvermerks in das EDV-System eines
Scheckauskunft, o Scheckbestätigung. Kreditinstitutes. Eine S. erfolgt aufgrund der
Mitteilung eines Scheckausstellers an sein
Scheckbestätigung, Willenserklärung des Kreditinstitut mit dem Ziel, die Einlösung
bezogenen Kreditinstitutes eines o Schecks eines ausgestellten o Schecks zu verhindern.
hinsichtlich der Einlösung. 1. Einfache S. Eine S. liegt vor im Zusammenhang mit
(Scheckauskunft): Mitteilung des bezogenen einem o Scheckwiderruf sowie im Zusam-
Kreditinstitut auf Anfrage des Scheckinha- menhang mit dem Verlust von Schecks.
bers oder dessen Kreditinstituts, dass ein
Scheck gedeckt ist. Die Mitteilung erfolgt Scheckvertrag, zwischen Kreditinstitut
„unter banküblichem Vorbehalt“, d.h., das und Kunden bei der Ausgabe von o Schecks
bezogene Kreditinstitut haftet nicht für den zustande kommender Vertrag, der das ausge-
Fall, dass eine Einlösung nicht erfolgen bende (bezogene) Kreditinstitut verpflichtet,
kann, weil zwischen dem Zeitpunkt der vom Kunden ausgestellte und fristgemäß
Anfrage und dem Zeitpunkt der Scheckvor- vorgelegte Schecks einzulösen, falls ausrei-
lage eine Kontodeckung nicht mehr vorhan- chende Kontodeckung bzw. kein o Scheck-
Scheck-Wechsel-Verfahren 198

widerruf vorliegt. Der Kunde verpflichtet Scheidemünze, o Münzregal.


sich im S. zur Anerkennung der o Bedin-
gungen für den Scheckverkehr. Schenkungsteuer, o Erbschaftsteuer.

Scheck-Wechsel-Verfahren, Umkehr- Schiffspfandbrief, o Anleihe, die auf der


wechsel; Zahlungsform, die zwischen Ge- Grundlage des o Pfandbriefgesetzes von
schäftspartnern unter Ausnutzung der Beson- Spezialinstituten (Schiffspfandbriefbanken)
derheiten von o Scheck und o Wechsel ausgegeben wird. Für einen S. gilt ebenso
vorkommt. – Beispiel: Großhändler A liefert wie für jeden anderen o Pfandbrief das Kon-
Waren an den Einzelhändler B. Die Liefe- gruenzprinzip.
rung erfolgt gegen Akzeptierung eines Wech-
sels mit drei Monaten Laufzeit (3-Monats- Schließfach, o Schrankfach.
Akzept) durch B. Da A sich möglichst
schnell liquide Mittel aus dem Vorgang Schlussnote, Abschlussrechnung eines
beschaffen möchte, soll der Wechsel vor o Börsenmaklers über ein zustande gekom-
Fälligkeit durch ein Kreditinstitut unter Ab- menes Wertpapiergeschäft. Eine S. wird
zug eines Diskonts angekauft werden (o Dis- jedem der beiden Vertragspartner erteilt. Sie
kontkredit). Falls A mit seinem Kreditinstitut weist die dem Makler zustehende Courtage
keine entsprechende Diskontvereinbarung (Maklergebühr) aus. Die S. wird durch die
getroffen hat oder einen höheren Diskontsatz EDV-Anlage der entsprechenden Börse er-
zahlen muss als B ihn bei seinem Kreditinsti- stellt und beleglos (online) versendet. – Vgl.
tut zahlt, vereinbaren A und B, dass B den auch o elektronisches Orderrouting.
Wechsel nach Akzeptierung seinem Kreditin-
stitut zum Diskont einreicht. Über den Ge- Schrankfach, Schließfach, Safe; Möglich-
genwert stellt B einen Scheck aus und über- keit zur Verwahrung von Wertgegenständen
gibt ihn zur Bezahlung der Lieferung an A. wie Edelmetalle, Wertpapiere etc. Der Kunde
Am Fälligkeitstag des Wechsels wird dieser schließt mit seinem Kreditinstitut einen
dann zulasten des Kontos des B eingelöst. o Mietvertrag über ein S. In der von ihm zu
zahlenden Gebühr (i.d.R. jährliche Abrech-
Scheckwiderruf, Anweisung eines Kunden nung) ist eine Prämie für die Versicherung
an sein Kreditinstitut, einen ausgestellten seiner Wertgegenstände bis zu einer be-
o Scheck nicht einzulösen. Nach der Recht- stimmten Höhe enthalten. Beim Zugang zum
sprechung des Bundesgerichtshofes hat das S. muss sich der Kunde entweder durch
Kreditinstitut einen S. auch zu beachten, Unterschrift oder Eingabe einer Geheim-
wenn die Vorlegungsfrist des Schecks (vgl. nummer legitimieren. Die Vermietung eines
o Vorlegungsfristen bei Schecks) noch nicht S. gehört zum Bankgeschäft des o ge