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Er & Sie

Elf Schritte zum Sauber-Mann


von Fabian Knecht

Inhalt

1. Die Haut als Grundkapital


2. Notwendig wissenswert: Das ist Ihr Hauttyp
3. Zentrum des guten Eindrucks: Das saubere Gesicht
4. Splash & Dash: Duschen vs. Baden
5. Glauben Sie Ihrem Zahnarzt!
6. Nach dem Waschen ist vor dem Waschen
7. Schluss mit dem Gequetsche: Pickel und Mitesser
8. Nicht überschäumen: So wäscht man Haare
9. Barthaare und anderweitig Sprießendes
10. Pflege mit Hand und Fuß
11. Gut gelebt, gut gepflegt

Elf Schritte zum Sauber-Mann

Längst ist Mann mit im Rennen um die Hochglanz-Optik seiner äußeren Erscheinung. Und
da hat er jede Menge Nachholbedarf: Der Mann hat keine Tradition in punkto
Körperhygiene, er ist ein Pflegefall.

1. Die Haut als Grundkapital

Ein gegerbtes Gesicht mit großporiger, derber Lederhaut mag in manchen düsteren
Hafenvierteln noch als Ausdruck kerniger Männlichkeit gelten. Im realen Leben hat sich
das längst überholt. Hier gilt: Nur ein gepflegter Mann ist ein guter Mann. Und wo sieht
der kritische Betrachter als erstes hin? Genau: Ins Gesicht. Die Haut ist entscheidend.
Doch was tun, um frisch rüberzukommen?

Nicht jede Politur passt zu jedem Lack. Ähnlich verhält es sich mit Ihrer Haut. Vor der
Pflege sollte man sich darüber im Klaren sein, zu welchem Haupttyp man gehört.
Besonders bei der Auswahl der Wasch- und Pflegeprodukte kommt diesem Punkt große
Bedeutung zu.
Spieglein, Spieglein an der Wand
Grundsätzlich unterscheidet man „normale Haut“, „Trockene Haut“, „Mischhaut“ und
„Fettige Haut“ – welchen Typ Sie haben? Finden Sie es heraus:

Sie schauen auf ihre Stirn und sehen,


... dass sie glänzt und uneben ist. Kleine Erhebungen,
möglicherweise Mitesser. (20 Punkte).
... dass sie glatt und eben ist. Keine Anzeichen von
Schuppenbildung. Sie schimmert nicht und die Poren sind
klein (10 Punkte).
... am Haaransatz, den Augenbrauen und der
Nasenwurzel habe ich geringe schuppige Veränderungen
(5 Punkte).
...ebenmäßige Haut mit soeben sichtbaren Fältchen (0
Punkte)

Sie betrachten Ihre Nase und erkennen ...


... nichts Besonderes (0 Punkte).
... großporige Haut und stellenweise Pickel (20 Punkte).
... große Poren und einige Mitesser (15 Punkte)
... leichten Glanz, kaum grobporige Flächen (10 Punkte)

Ihre Wangen ...


... sind feinporige, ebenmäßige Hautpartien von rosiger
Farbe (10 Punkte).
... sind mit kaum erkennbaren Fältchen durchzogen,
jedoch ohne einzelne Schüppchen (5 Punkte).
... haben Hautunreinheiten und Mitesser oder gelblich bis
weiße Pünktchen (20 Punkte).
... zeigen Schuppenbildungen auf einer gereizten Haut.

Wenn Sie die Hautpartien um Mund und Kinn betrachten


sehen Sie...
... besonders um die Lippen herum gereizte und
schuppende Herde (0 Punkte).
... speziell am Kinn Rötungen und dunkle Pünktchen (10
Punkte).
Männer glänzen mehr als Frauen. Dafür ... insgesamt einen recht fettigen Glanz mit vielen
bekommen sie auch später Falten. Rötungen und starker Pustelbildung (20 Punkte).
Foto: © Lang
... keine Auffälligkeiten (10 Punkte).

Alle Punkte notiert? Die Auflösung gibt's auf der nächsten Seite!
2. Notwendig wissenswert: Das ist Ihr Hauttyp
Egal ob trocken, fettig oder gemischt: Alle Hauttypen haben so ihre Vor- und Nachteile.
Auf die richtige Pflege kommt es an.

0 - 29 Punkte: Trockene Haut


Klar, sie sollten vor allem darauf achten, dass ihre Haut genügend Feuchtigkeit erhält.

30 - 45 Punkte: Normale Haut


Glück gehabt. Sie haben den seltensten Hauttyp mit dem durchschnittlichsten Namen.
Normale Haut ist durch die Zunahmen an belastenden Umwelteinflüssen immer seltener
geworden. Trotzdem sollten Sie die Pflege nicht vernachlässigen. Denn im Laufe der Zeit
droht auch Ihre Haut auszutrocknen.

46 - 65 Punkte: Mischhaut
Tricky: Auf der einen Seite trockene Haut, aber trotzdem auch fettige Flächen. Auf Sie
wartet Arbeit: Die trockene Haut erfordert Feuchtigkeit, die fettigen Flächen brauchen
zwar nicht so viel Aufmerksamkeit, sollte aber auf
keinen Fall noch zusätzlich nachgefettet werden.

66 - 80 Punkte: Fettige Haut


Gute und schlechte Nachrichten. Zuerst die schlechte:
Ihre fettige Haut wird Ihnen ohne Pflege ein Leben lang
Pickel und Mitesser bescheren. Die gute Nachricht: Sie
bleibt länger jung als alle andere Hauttypen, da sie sich
ja von selbst fettet.

Jetzt wissen Sie es. Ihre dermatologische


Beschaffenheit dürfte Ihnen klar geworden sein. Und
das ist wichtig, Sie werden es noch in folgenden
Ob empfindlich oder nicht: Jeder Hauttyp
Kapiteln sehen. Denn Pflege ist Typsache, insbesondere
erfordert ganz spezielle Pflege. wenn es um die Auswahl der Pflegeprodukte geht.
Foto: © Hermes

3. Zentrum des guten Eindrucks: Das saubere Gesicht


Die Wirkung einer frisch gestylten Stirnlocke verpufft, wenn das darunter befindliche
Gesicht mit unreiner Haut glänzt.

Die allmorgendlichen Verkrustungen kommen nicht von irgendwoher. Die Haut ist ein
Ausscheidungsorgan. Alles was der Körper nicht mehr braucht, wird – insbesondere in
der Nacht – über Talg- und Schweißdrüsen ausgeschieden. Unter Tags kommt zum Talg
und Schweiß eine gute Portion Dreck hinzu. Zusammen wird daraus eine unappetitliche
Suppe.

Außerdem sind die oberen Hautschichten im Grunde tot. Keine Angst, das ist bei jedem
und gut so. Und wenn von unten neue Hautschichten gebildet werden, fallen eben die
obersten ab. Richtig, Schuppen haben ist normal. Allerdings müssen die ja nicht
zusammen mit dem eigenen Schweiß-Talg-Schmutz-Cocktail in ihrem Gesicht hängen
bleiben.
Für Sie als gepflegten Mann heißt das: Zweimal täglich muss Wasser ran. Aber nicht nur.
Allein mit Wasser werden Sie der fettigen Sekretschicht nicht Herr. Also greifen Sie zur
Seife. Aber ganz vorsichtig! Handelsübliche Seife ist dazu ausgelegt ihre Hände zu
reinigen. Und da die Haut an ihren Händen sich stark von der in ihrem Gesicht
unterscheidet, viel robuster und widerstandsfähiger ist,
ist normale Seife für das Gesicht oft zu stark. Lassen Sie
Milde walten!

Seife ohne Seife


Besser ist: Seife ohne Seife, synergetische Detergentien,
kurz: Syndets. Denn auf den pH-Wert kommt es an.
Dieser Wert beschreibt auf einer Skala von 1-14, ob eine
Substanz sauer (niedriger Wert) oder alkalisch wirkt. Als
hautneutral gelten Werte zwischen 5,5 und 7. Der Vorteil
von Syndets: Während Seife prinzipiell als Lauge
alkalisch wirkt, und erst durch Zugabe von weiteren
Wirkstoffen hautverträglich gemacht werden muss,
können Syndets von Haus aus mit jedem pH-Wert
hergestellt werden. Es besteht also keine Gefahr einer
allergischen Reaktion auf die der Seife zugegebenen
Wirkstoffe. Außerdem reinigen sie besser als normale
Seife. Trotzdem sollte man sich gerade bei trockener
Haut von einer Kosmetikerin beraten lassen.
Neben den Syndets finden sich auch andere Produkte, die
einen ähnlichen Zweck erfüllen: Ob Reinigunsmilch oder
–creme – sie stellen die besseren Alternativen zur Seife
dar. Es bleibt Ihnen überlassen, mit was Sie sich am
wohlsten fühlen.

Dann kann es los gehen. Zuerst das Gesicht mit


lauwarmen Wasser anfeuchten, damit sich die Poren
öffnen. Lassen sie sich ruhig ein wenig Zeit, das reine
Wasser entfernt auch schon mal einen Teil des
Schmutzes. Dann das Reinigungsmittel. Nicht zuviel, ein
großzügiger Tropfen genügt. Gut einmassieren, ein paar
Sekunden wirken lassen und weg damit. Wieder mit
lauwarmen Wasser nachspülen. Danach noch mal mit
kaltem Wasser das Gesicht befeuchten, richtig, um die
Poren wieder zu schließen, und um die Durchblutung der
Haut zu stimulieren. Eine Grundsätzliche Regel: Lassen
Vorsicht vor normaler Seife! Die ist für Ihr
Gesicht zu aggressiv.
Sie sich Zeit – das Gesicht im Spiegel wird es Ihnen
Foto: © Imageshop danken!

4. Splash & Dash: Duschen vs. Baden


Wer hat morgens schon Zeit ausführlich zu baden? Genau: Niemand. Und dies ist
ausnahmsweise gut so.

Ein langes Bad in warmen Duftwasser macht müde Krieger noch müder – statt munter.
Ein kurzes Splash & Dash unter der Dusche ist dem Vollbad - vor allem morgens - auf
jeden Fall vorzuziehen.
Baden
Ein heißes Bad ist zwar angenehm entspannend, sollte aber nicht zu häufig als Mittel zur
Schmutzbekämpfung eingesetzt werden. Einmal die Woche genügt. Denn ein Bad macht
nicht nur schlapp, es reinigt auch nicht so gut wie ein Duschdurchgang. Das ist die
Konsequenz einfacher Waschlogik: Beim Duschen wird der Schmutz direkt vom Körper in
den Abguss gespült. In der Badewanne suhlt man sich eine
ganze Weile im eigenen Schmutz herum (Länger als zwanzig
Minuten sollten es ohnehin nicht sein: Ein Bade-Marathon
trocknet die Haut nur aus). Deshalb auch nie vergessen alle
Schaumreste kräftig abzuspülen.
Neigen Sie zu trockener Haut sollten Sie auch darauf achten,
was Sie ins Badewasser kippen: Ölbäder eigenen sich hier
besser als herkömmliche Cremebadezusätze. Diese sind
zwar ebenfalls hautschonend, enthalten aber immer noch
Seife. Und die ist für manche Hauttypen zu aggressiv.

Duschen
Eine Wechseldusche – heiß (aber nicht zu heiß) und kalt – ist
das Beste, um morgens in Schwung zu kommen. Dabei
Foto: © Photodisc sollten die kühlen Intermezzos immer etwas kürzer gehalten
sein als die warmen Phasen. Ihr Kreislauf kommt auf Trab,
das Immunsystem wird gestärkt.
Drei Minuten unter der Dusche reichen völlig aus. Und zögern Sie nicht: Greifen Sie zur
Bürste! Den Bürsten belebt die Haut und macht sie glatter. Bei Duschgels dagegen
sollten Sie Vorsicht walten lassen. Nur die selten gelüfteten Zonen wie Achsel, Fußsohle
oder der Intimbereich machen den Einsatz duftend-säubernder Präparate erforderlich.
Apropos Intimbereich: Bei der Reinigung Ihres sensibelsten Stücks sollten Sie auf ph-
neutrale Mittel zurückzugreifen – alles andere ist hier zu aggressiv und könnte
schmerzhafte Folgen haben.

5. Glauben Sie Ihrem Zahnarzt!


Menschen, die ihre Zähne nicht so pflegen, als gäbe es keine dritten, versündigen sich an
ihrer Gesundheit. Das wird uns schon beim Zahnarzt eingehämmert.

Sie sollten glauben, was Ihnen Eltern, Lehrer und


Zahnärzte schon immer gepredigt haben - es stimmt
tatsächlich: Zähneputzen nach jeder Mahlzeit, aber
mindestens zweimal am Tag. Und mindestens zwei
Minuten lang. Und bitteschön immer: Von Rot nach Weiß
mit dezentem Druck. Vergessen Sie nicht vor und nach
dem Putzen Ihren Mund kräftig durchzuspülen.
Zahnseide – Ärzte fordern Ihren Einsatz mit
zunehmender Vehemenz – sollte vor dem eigentlichen
Bürsten Anwendung finden. Wenn wir schon beim Thema
Zahnarzt sind: Ja, auch das Gerücht stimmt. Sie sollten
es sich zum Gebot machen, dort zweimal im Jahr
Immer schön von Rot nach weiß und nicht zu viel vorbeizuschauen. Auch wenn es Überwindung kostet: Es
Druck. So wie es Ihnen der Zahnarzt schon immer lohnt sich. Denn durch den dentalen Kundendienst lassen
gepredigt hat.
Foto: © Photoalto sich groß angelegte und sehr kostspielige
Reparaturmaßnahmen vermeiden.
Weißes Lächeln
Für ein strahlend weißes Lächeln werden neuerdings auch sogenannte White Strips
angeboten. White Strips sind Folien, hauchdünn mit Bleichmittel bestrichen, die zwei
Wochen lang eine Stunde täglich getragen werden. Der Effekt ist vergleichbar mit den
üblichen Bleichverfahren. Seien Sie aber vorsichtig: Denn hinter den Verfärbungen kann
auch Karies lauern. Wandert das Bleichmittel durch den löchrigen Zahnschmelz in
Richtung Nerv, dann tut es richtig weh. Bevor Sie also White Strips verwenden, sollten
Sie unbedingt Ihren Zahnarzt konsultieren.

6. Nach dem Waschen ist vor dem Waschen


Schluss mit Nassmachen, die Reinigung aber geht weiter: Nach der eigentlichen Wäsche
sehnt sich Ihr Körper nach Feuchtigkeit und Pflege.

Gesicht
Nach der Gesichtsreinigung empfiehlt sich der Einsatz von Tonics – insbesondere dann,
wenn Sie in einer Gegend mit stark kalkhaltigem Wasser leben. Bei den Tonics handelt es
sich meist um alkoholhaltige und entzündungshemmende Wässerchen, die auf einem
Wattepad das Gesicht (Vorsicht bei den Augen!) von Kalkrückständen reinigen und
etwaige Hautirritationen lindern sollen. Lassen Sie Ihr Gesicht jetzt trocknen. Denn nur
im trockenen Zustand ist die Haut aufnahmebereit für die nun folgenden
Feuchtigkeitsspender, die Ihre Haut widerstandsfähig macht. Diese gibt es speziell für
das Gesicht in Form von Cremes, Gels und Fluids. Träger fettiger Haut sollten hier eher
zu den leichteren Mittelchen, d.h. Gels und Fluids, greifen. Trockene Haut bedarf mehr
Schmiere – hier ist die Creme das richtige.

Augen
Das Gesicht haben wir bereits als besonders empfindliche Zone des Körpers
herausgestellt. Doch noch umsichtiger als mit dem Gesicht
sollten Sie mit der Partie rund um Ihre Augen umgehen. Für
Sie bedeutet das: Nicht die gleichen Gels und Cremes
verwenden wie für Ihr Gesicht. Eine Gesichtscreme breitet
sich - einmal auf die Haut gerieben - stark aus. Und schon
nach kurzer Zeit stehen Ihnen die Tränen in den Augen. Für
die sensible Region um die Augen gibt es extra
Augencremes, die dort bleiben, wo man sie aufträgt. Und
diese sind in jedem Fall empfehlenswert. Für den Kampf
gegen geschwollene Augen und dunkle Schatten sind Sie am
besten mit speziellen Gels gerüstet.

Ohren
Die Ohren reinigt man unter der Dusche. Und damit sollte es
gut sein. Denn: Mit Putzinstrumenten im Ohr
rumzufuhrwerken ist keine große Hilfe gegen Talg und Dreck.
Im Gegenteil: schnell führt das zum Eigentor. Denn ist das
Ohr erst einmal überambitioniert gereinigt worden, fängt es
verstärkt an, Schmalz zu produzieren. Außerdem ist die
Verletzungsgefahr bei derlei Reinigungsaktionen nicht
unerheblich.
Darum lassen Sie Ihr Ohr in Ruhe. Können Sie das Pulen
trotzdem nicht lassen, dann verwenden Sie ein
angefeuchtetes Taschentuch. Damit richten Sie wenigstens
keinen Schaden an.

Foto: © Photoalto
Körper
Kopfmenschen vergessen oft, dass da noch mehr ist als das Gesicht. Auch der Körper
lechzt nach Feuchtigkeit. Nach dem Duschen sollten Sie Ihren Körper geschmeidig
machen. Hierfür gibt es Lotionen extra für Männer. Und das ist auch sinnvoll: Wir fetten
schließlich mehr als Frauen, und Haare haben wir auch mehr.

Ihr Hauttyp bestimmt, welche Präparate am geeignetsten sind. So sind Tonics, wie schon
beim Gesicht, nicht unbedingt das richtige Mittel für trockene Haut: zu viel Alkohol, zu
wenig Feuchtigkeit. Greifen Sie lieber zu Bodylotion oder Körpergel. Letztere sind gerade
im Sommer empfehlenswert: Körpergels spenden viel Feuchtigkeit ohne zu fetten. Sie
sind meist angenehm frisch. Haben Sie’s ganz eilig, dann ist ein Bodyspray genau das
Richtige. Aufsprühen, einreiben – und es kann losgehen.

7. Schluss mit dem Gequetsche: Pickel und Mitesser


Pickel und Mitesser mit über 30? Kein Grund sich zu schämen. Männer schwitzen und
fetten nunmal. Dennoch sollten Sie sich den Unreinheiten nicht einfach ergeben.

Das Thema Pickel bleibt - entgegen der volkstümlichen Meinung, dass es sich mit
Pubertätsende erschöpft habe - ein treuer Begleiter für den Rest Ihres Lebens.
Denn Männerhaut schwitzt, talgt und glänzt. Viel mehr als die der Frauen. Wir neigen
eher zum Glanz als zur Spröde. Natürlich: Damit sind wir im Vorteil im Kampf gegen die
Falten. Was Pickel und Mitesser betrifft – nein, da eher
nicht.

Peeling
Waschen hilft. Wer sich regelmäßig pflegt, der hat wenig
Probleme mit Mitessern. Zusätzlich sollte man seiner Haut
aber auch ein- bis zweimal pro Woche ein Peeling zur
Tiefenreinigung gönnen. Bei einem Peeling handelt es sich
um Cremes und Gels, in denen sich kleine Schleifpartikel
befinden. Peelings dienen dazu, die abgestorbenen
Hautplättchen zu entfernen, sich haben eine
tiefenreinigende Wirkung und fördern die Durchblutung
der Blutgefäße in der Haut. Auch das Rasieren fällt nach
regelmäßiger Anwendung leichter. Allerdings sollte man
ein Peeling nicht unbedingt direkt vor der Rasur
durchführen, die Belastung für die Haut wäre zu hoch.
Seien Sie sanft zu Ihren Pickeln. Gewalt richtet nur
großen Schaden an.
Lieber also am Abend vor der Rasur.
Foto: © Photoalto
Das Gesicht lauwarmen Wasser vorbereiten, das
Peelinggel mit kreisenden Bewegungen in die Haut einmassieren, und je nach
Gebrauchsanleitung einige Minuten ziehen lassen. Erst dann mit lauwarmen Wasser
gründlich (!) auswaschen. Die Problemzonen ihrer Haut können bei Bedarf durchaus
intensiver behandelt werden, die Augenpartien sollten immer ausgespart bleiben. Die
Behandlung sollte nicht länger als drei Minuten dauern.

Ob das Produkt für ihren Hauttyp geeignet ist, hängt vom Fettgehalt ab. Klar, trockene
Haut verträgt mehr, fettige Haut sollte nicht zusätzlich geschmiert werden. Für trockene
Haut eignen sich oft Gels und Emulsionen besser, fettige Haut behandelt man besser mit
leichteren Gels oder Fluids. Alle werden immer auf ein trockenes Gesicht aufgetragen,
wobei die Augenpartien immer frei bleiben.
Pickel-Quetschen
Männer neigen zur Gewalt. Und deshalb führen sie meist einen aggressiven Krieg gegen
Pickel: Da wird gequetscht und gedrückt – ohne Rücksicht auf Verluste. Dabei ist gerade
bei Pickeln absolute Vorsicht geboten. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt.

Ist ein Pickel noch nicht an die Oberfläche gelangt, sollten Sie auch nicht daran auch
nicht zu schaffen machen. Und ist der Pickel endlich soweit, dann sollten Sie sich auch
jetzt der Angelegenheit sehr behutsam nähern. Nicht einfach drauflos quetschen! Nicht
die Fingernägel mit roher Gewalt in das Backenfleisch schlagen und drauflos drücken.
Nehmen Sie ein Taschentuch, umwickeln Sie damit ihre Fingerspitzen. Packen Sie jetzt
vorsichtig zu: Mit zwei Fingern gleichmäßig von zwei Seiten. Drücken Sie kurz und sanft
– und immer wieder. Hauruckaktionen sind hier fehl am Platz. Danach sollten Sie die
Stelle unbedingt desinfizieren. Hier ist Alkohol ausnahmsweise tatsächlich die beste
Lösung, und zwar 70-prozentiger.

8. Nicht überschäumen: So wäscht man Haare


Fettige Haarzottel oder spröde Strohborsten machen auch den gepflegtesten Auftritt zum
Flop.

Ähnlich wie bei der Haut sollten Sie sich zunächst darüber klar werden, ob Ihre Haar eher
zum Fetten oder Austrocknen neigt. Das ist ganz leicht herauszufinden: Nehmen Sie sich
drei Tage frei. Lassen Sie ihre Lebenspartnerin zurück. Waschen Sie Ihr Haar nicht. Sie
werden sehen, was passiert.

Fettige Haare bekämpft man am besten mit Anti-Fett-Shampoos. Diese enthalten


natürliche Substanzen, die keine rückfettende Wirkung haben. Im Gegenteil: Die
waschaktiven Ingredienzien (meist Tenside) rauen die Oberfläche des Haares auf. Der
Schmierfilm verschwindet.
Gegen trockene Haare gibt es Shampoos mit mehr
feuchtigkeitsspendende Stoffen (z. B. Weizenkeimöl,
Jojoba- oder Mandelöl). Diese sorgen dafür, dass der
schützende Feuchtigkeitsfilm erhalten bleibt. Die Haare
werden geschmeidiger und sind besser zu kämmen.

Glänzen durch richtiges Spülen


Beim Waschen ist darauf zu achten, dass Sie kein allzu
heißes Wasser verwenden. Denn das macht das Haar
stumpf. Lauwarm bis kühl – das ist die richtige
Temperatur für seidenmatten Glanz im Haar.
So geht’s los: Den Kopf erst einmal richtig nass
machen, die Haare mit klarem Wasser gut spülen. Jetzt
greifen Sie zum Shampoo und – nein (!), schütten es
nicht einfach ins Haar, sondern schlagen nur ein paar
Tropfen mit etwas Wasser in der Hand zu Schaum, den
Sie dann ausführlichst einmassieren. Anschließend
geht’s ans Spülen. Und das heißt: Gründlich und lange
durchspülen. Getrocknete Schaumreste können die
Kopfhaut reizen.
Unmittelbar nach dem Ausspülen bietet sich die
Gelegenheit für die weiterführende Pflege: Sie haben
Zu viel Schaum ist eher schädlich. Und nie vergessen,
richtig zu spülen. die Auswahl aus einem riesigen Sortiment an
Foto: © Photoalto Haarpflegeprodukten. Doch egal, ob Conditioner,
Spülung oder Balsam – achten Sie darauf, dass das Mittel auch zu Ihrem Haartyp passt.
Danach: Spülen Sie Ihr Haar gründlich mit klarem Leitungswasser aus!

Beim Trocknen sollten Sie nicht allzu viel Kraft anwenden: Quälen Sie Ihr Haar nicht mit
dem garstigen Frottehandtuch! Haar muss nicht trocken geschrubbt werden. Haar wird
sanft mittels Handtuch ausgedrückt und anschließend luftgetrocknet. Wenn Sie auf den
Fön nicht verzichten können, dann achten Sie darauf, einen Respektabstand von
mindestens 30 cm einzuhalten. Merken Sie sich diese fundamentale Regel (auch für das
Sonnenbad im Sommer): Jede Art von Hitze schadet Ihrem Haar.

9. Barthaare und anderweitig Sprießendes


Es kratzt und juckt und ist nur lästig: die Rasur. Nicht aber, wenn man weiß, wie man es
richtig macht.

Die gute Rasur unterscheidet sich von der schlechten dadurch, dass Sie sich hinterher
nicht fühlen, als wären Sie unter der Höhensonne eingeschlafen. Ob Nass- oder
Trockenrasur spielt keine Rolle: Auf die Vorbereitung der Haut kommt es an. Sie sollte
warm und geschmeidig sein. Nach dem Duschen (Gel oder Reinigungsmilch ist bereits
aufgetragen und eingezogen) ist der Zeitpunkt also ideal gewählt. Auch heiße Tücher sind
ein probates Mittel, um die Haut auf die Rasur vorzubereiten. Die Barthaare sind so
leichter zu cutten.

Grundieren Sie Ihr Gesicht entweder mit Schaum, Rasiercreme, Gel oder Seife. Dies
hängt von Ihrem persönlichen Geschmack ab (Für trockene Haut sind Rasiercremes am
besten geeignet). Wofür auch immer Sie sich entscheiden: Lassen Sie sich Zeit mit der
Prozedur. Verteilen Sie den Schaum mit einem Pinsel auf Ihrem Gesicht und lassen Sie
den Schaum auf Ihre Haut wirken. Erkennen Sie eine
grundsätzliche Richtung, in die ihre Haare sprießen, dann
möglichst immer in Wuchsrichtung rasieren. Sie sollten Ihr
Gesicht dabei gleichzeitig, schieben, ziehen und kneten.
Das strafft die Haut, fördert die Durchblutung und sorgt
für eine gesunde Gesichtsfarbe.

Mit einer gründlichen Spülung (mit lauwarmen Wasser)


beginnt die Phase der Nachbereitung. Achtung, die Haut
ist noch gereizt: Nehmen Sie einen Alaunstift in die Hand
und fahren Sie damit einmal Ihr Gesicht ab. Die Poren
schließen sich wieder. Die Haut kommt zur Ruhe. Erst
jetzt sollten Sie zum Aftershave greifen. Sind Sie ein Typ
empfindsamerer Haut, dann können Sie alternativ auch
auf hautberuhigende Fluids verwenden.

Lästige andere Haare


Ein prüfender Blick auf Nase und Ohr offenbart manchmal
abscheulich Sprießendes. Doch beruhigen Sie sich.
Alles was hier aus den Öffnungen wächst hat durchaus
seine Existenzberechtigung: Die Härchen schützen Nase
und Ohren vor Schmutz. Dennoch: Was zu viel ist, ist zu
viel. Das überschüssige Haar muss weg. Hierzu eine
dringliche Empfehlung: Verwenden Sie dafür spezielle
Die Vorbereitung der Haut ist das A&O der Nasenhaarschneider. Mit herkömmlichen Werkzeuge holt
richtigen Rasur. man sich schnell eine blutige Nase
Foto: © Imageshop
10. Pflege mit Hand und Fuß
Reich mir die Hand, und ich sag dir wessen Geistes Kind du bist. Hände verraten so
Einiges über den Pflegestatus-Quo des Mannes.

Hände sind immer im Einsatz. Tag und Nacht, bei jedem Wetter. Und nicht nur Chirurgen
sind permanent am Händewaschen. Gemessen an dem, was wir so im Laufe eines Tages
begrabschen, sollte diese klinische Disziplin auch für uns Normalsterbliche gelten. Das
jedoch beansprucht wiederum die Haut. Und die verlangt nach Schutz. Genau, Sie ahnen
es schon: Das heißt cremen. Mit Handcreme, logisch. Denn die ist speziell abgestimmt
auf die Bedürfnisse der strapazierten Haut und macht sie wieder geschmeidig. Hand
drauf!

Fingernägel
Lange, schmutzige Fingernägeln rücken den Mann in den Dunstkreis düsterer
Fabelgestalten. Also: Schneiden Sie die Nägel ab. Am besten
nach dem Baden oder Duschen, wenn das Horn aufgeweicht
ist. Zum Kürzen verwenden Sie am besten eine Schere oder
besser noch: nur eine Feile. „Knips“-machende
Bolzenschneider sind einfach zu plump – damit schießen Sie
schnell über das Ziel hinaus.
Bei wöchentlicher Pflege sollte eine Feile völlig ausreichen.
Mit der groben Seite bestimmen Sie Länge. Der Nagel sollte
so weit gestutzt werden, dass er nicht mehr über die
Fingerkuppe hinausschaut. Mit der feinen Seite geben Sie
dem Nagel den letzten Schliff. Schön ist eine Abrundung zur
Seite. Für den Oberflächenglanz verwenden Sie am besten
eine extra dafür bestimmte Reinigungsfeile, mit der Sie sanft
die Flecken wegradieren.

Füße
Denkt man an Füße, denkt man an Geruch. Das kommt nicht
von ungefähr: Füße fristen in der Welt der Pflege immer noch
ein Schattendasein. Dies obwohl sie täglich im Einsatz sind.
Unser harsches Klima trägt eine Teilschuld am negativen
Image: Wir tanzen nur selten barfuß über grüne Wiesen.
Unsere Füße befinden sich meist unter Verschluss. Und was
wir nicht sehen, interessiert uns nicht. Daher der Stinkfuß.
Also waschen Sie Ihre Füße regelmäßig, mindestens zweimal
am Tag. Starke Schweißfüßler bitte noch häufiger (Ihre
Umgebung wird es Ihnen danken). Und vergessen Sie beim
Saubermachen nicht die Zehenzwischenräume. Den gerade
hier lauern die Quellen üblen Geruchs. Beim Duschen sollten
Noch besser als mit der Schere ist ohne Sie zu einer groben Bürste greifen und ihre Sohlen kräftig
Schere: Eine Feile sollte Ihnen zur
Fingernagelpflege genügen. schrubben: So machen Sie den Bimsstein völlig überflüssig.
Foto: © Condénet

Fußnägel
Fußnägel können hart wie Granit sein. Besonders der des großen Zehs. Ein Hufschmied
ist aber trotzdem nicht nötig. Weichen Sie vorher Ihre Füße ein. Z. B. durch ein
anregendes Fußbad – so sind Ihre Nägel leicht zu schneiden, und Sie sparen Kraft für den
anstrengenden Tag.
Dann greifen Sie zur Schere. Die darf ruhig etwas größer sein als die für Fingernägel.
Schneiden Sie die Nägel knapp über dem Nagelbettansatz gerade (!) ab. Die Ecken
können Sie danach mit einer Feile abrunden. Das Zehennägelschneiden sollte mindestens
einmal im Monat auf der Tagesordnung stehen.
11. Gut gelebt, gut gepflegt
Die alte Leier kommt zum Schluss: Saubere Menschen strahlen auch von innen.
Vermeiden Sie den Raubbau Ihres Körpers.

Überprüfen Sie sich: Sie sollten jetzt zumindest eine grobe Ahnung haben, wie man als
Gentleman an das Thema Selbstreinigung herangeht. Und sie werden sehen: Sobald Sie
das Thema Waschen auf die tägliche Agenda gehoben haben, stellt sich ein ganz anderes
Körpergefühl ein: Schön sein heißt auch gepflegt sein. Das merkt man nicht nur selber.
Das registrieren auch andere.

Diese Waschanleitung stellt jedoch nur den


Grundstock dar und ist sicherlich noch lange nicht
erschöpft. Von der Gesichtsmaske (ja, auch sollte
man sich alle zwei Wochen einmal gönnen) bis zum
Nägellackieren wäre da noch einiges zu nennen.
Und Vieles steckt noch in der Pipeline: Schließlich
hat die Kosmetikindustrie erst vor kurzem das
Objekt Mann als Kunden entdeckt. Weitere Hilfe ist
also schon in Sicht.

Etwas Grundsätzliches zum Schluss: Jenseits aller


Mittel- und Wässerchen, fern ab von allem Bürsten,
Schrubben und Massieren sollten Sie – Sie haben es
sicherlich geahnt - auch auf Ihren Lebenswandel
achten. Die Litanei ist zu oft gepredigt, als das hier
noch ausführlich darauf eingegangen werden kann.
Deshalb nur kurz: Alkohol schwemmt auf und führt
zu Hautproblemen. Nikotin ist Gift für den Körper.
Fette Nahrung macht dick und unreine Haut. Durch
Maß halten in allen Dingen: So bleibt die Haut gesund.
zu wenig Schlaf bekommen Sie Augenringe und
Foto: © Digitalvision Falten. Aber genug damit. Sie wissen, was Sie
abstellen müssen. Wenn nicht, fragen Sie Ihren
Arzt. Wichtiger ist: Werden Sie sich Ihres Körpers
und seiner Reinigung bewusst. Zumindest in Zukunft. Nehmen Sie sich Zeit für ihn. Alles
andere kommt dann ganz von alleine.

© CondéNet.de GmbH

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