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Springer Wörterbuch Gesundheitswesen

Public Health von A bis Z


Jan Carels
Olaf Pirk

Springer Wörterbuch
Gesundheitswesen
Public Health von A bis Z

2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage


Mit 33 Abbildungen

123
Jan Carels
Sanofi-Synthelabo GmbH
Potsdamer Straße 8
10785 Berlin
Dr. Olaf Pirk
Fricke & Pirk GmbH
Färberstraße 20
90402 Nürnberg

Bibliografische Information Der Deutschen Bibliothek


Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte
bibliogafische Daten sind im Internet über <http://dnb.ddb.de> abrufbar

1. Auflage erschienen bei Sanofi-Synthelabo, Berlin, 2002 (Selbstverlag)


ISBN 3-540-21356-2 Springer Berlin Heidelberg New York

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auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, daß solche Namen im Sinne der Warenzeichen- und
Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten wären und daher von jedermann benutzt werden dürften.

Planung: Dr. Thomas Mager


Redaktion: Kerstin Meckler
Herstellung: Frank Krabbes
Satz: Kerstin Meckler, Dr. Walter Reuss
Umschlaggestaltung: deblik, Berlin

Gedruckt auf säurefreiem Papier 14/3160/fk – 5 4 3 2 1 0


Geleitwort

Die aktuelle gesundheitspolitische Diskussion ist für alle nicht unmittel-


bar Beteiligten – und manchmal sogar für die unmittelbar Beteiligten – oft-
mals sehr verwirrend. Es werden regelmäßig neue Begriffe geprägt, die
nicht immer ohne Weiteres verständlich sind.
Die speziellen Fallstricke der sehr spezifischen institutionellen Ausgestal-
tung des deutschen Gesundheitssystems tragen weiter zur Verwirrung
bei. Anders als in anderen Märkten sind die Beziehungen zwischen den
Marktakteuren oftmals bis ins Detail geregelt – insbesondere was die Vor-
schriften für Mengen und Preise von Gesundheitsleistungen angeht.
Das vorliegende Glossar unternimmt erfolgreich den Versuch, etwas Klar-
heit in die begriffliche Vielfalt des deutschen Gesundheitswesens zu brin-
gen. Es unterscheidet sich von bereits vorliegenden gesundheitspoliti-
schen oder gesundheitsökonomischen Handbüchern vor allem durch die
Vielzahl der erklärten Begriffe. Entweder werden diese Begriffe erschöp-
fend erklärt oder das Interesse zur weiteren Beschäftigung auf der Grund-
lage der vorliegenden Definitionen geweckt.
Es ist zu hoffen, dass dieses Werk eine hohe Verbreitung findet und zum
erhöhten Verständnis des komplexen Gebildes Gesundheitswesen bei-
trägt.
PROF. DR. JÜRGEN WASEM
Universität Duisburg-Essen – Standort Essen
Alfried Krupp von Bohlen und Halbach Stiftungslehrstuhl für Medizin-Management
Vorwort

Mehr als vier Millionen Personen sind im deutschen Gesundheitswesen


tätig. Jeder neunte Beschäftige in Deutschland kümmert sich somit um die
Förderung und Erhaltung der Gesundheit der Bevölkerung oder um die
Vorbeugung und Bekämpfung von Krankheiten. Bei den Beschäftigten
handelt es sich um Ärzte, Apotheker, Krankenschwestern und –pfleger,
aber auch um Angestellte des öffentlichen Dienstes, von Krankenversi-
cherungen, pharmazeutischen und medizintechnischen Unternehmen
und Politiker auf Landes- und Bundesebene sowie um Menschen in zahl-
reichen weiteren Bereichen des Gesundheitswesen, die hier nicht explizit
aufgeführt werden. Ihnen allen ist gemeinsam, dass jede Beschäftigungs-
gruppe ihr eigenes Fachvokabular hat. Zahlreiche Fachwörterbücher ha-
ben sich der jeweils speziellen Thematik bereits angenommen. Gleichzei-
tig gibt es jedoch eine Schnittmenge an Begriffen, die in allen Bereichen
des Gesundheitswesens verwendet wird. Vielfach werden jedoch diese
Begriffe eingesetzt, ohne dass sich der Benutzer über den eigentlichen In-
halt des Begriffs im Klaren ist. Missverständnisse sind vorprogrammiert.
Eine entsprechende Darstellung dieser Schnittmenge an Begriffen fehlt
bisher. Das „Wörterbuch Gesundheitswesen“ will diese Lücke schließen.
Die Historie dieses Wörterbuchs beginnt bereits im Jahr 2000. Damals war
es das Ziel, ein Nachschlagewerk zu erstellen, welches den Anspruch
hatte, Fachbegriffe aus dem Gesundheitswesen anschaulich darzustellen.
Nicht nur der im Gesundheitswesen Beschäftigte, auch der Fachfremde
sollte in die Lage versetzt werden, mit Hilfe dieses Wörterbuchs häufige,
aber auch seltener verwendete Begriffe des Gesundheitswesens zu verste-
hen.
Die Resonanz einer ersten, kleineren und nur einem ausgewählten Nut-
zerkreis zugänglichen Auflage des Jahres 2001 ließ schon bald den Ruf
nach einer neuen und erweiterten Auflage laut werden. Diese sollte darü-
ber hinaus einem größeren Nutzerkreis zugänglich gemacht werden. Mit
bekannt werden der Gesetzesänderungen, die das so genannte GKV Mo-
dernisierungsgesetz – kurz GMG genannt – mit sich bringen sollte, wurde
im Jahre 2003 beschlossen, das „Wörterbuch Gesundheitswesen“ voll-
ständig zu überarbeiten und zu erweitern. Gleichzeitig konnte mit dem
Springer-Verlag ein renommierter Wissenschaftsverlag gewonnen wer-
den, der das „Wörterbuch Gesundheitswesen“ einer breiteren Öffentlich-
keit zugänglich macht und damit den bisherigen Nutzerkreis beträchtlich
erweitert.
Dieses Wörterbuch ist nur möglich geworden, weil viele Menschen sich
die Zeit genommen haben tage- manchmal auch nächtelang in Lehrbü-
chern, anderen Nachschlagewerken, einzelnen Aufsätzen, Gesetzestex-
ten und deren Kommentaren und natürlich im Internet zu recherchieren,
um Definitionen zu erstellen, Beispiele zu finden oder nur Klarheit darü-
ber zu bekommen, ob ein Stichwort überhaupt für das Wörterbuch geeig-
net ist.
Unser besonderer Dank gilt dabei Frau Anja Richter, Frau Sabine Rosen-
feld, Herrn Adrian Becker, Herrn Florian Fuhrmann, Dr. Frank-Ulrich Fri-
cke, Herrn Alexander Grönhardt, Herrn Bastian Haß und Herrn Thomas
Nakashima.
Nicht zuletzt gilt unser Dank auch den Mitarbeitern des Springer-Verlags,
die das Wörterbuch in seiner vorliegenden Form ermöglicht haben.
Den Nutzern dieses Buches wünschen wir ähnliche Aha-Effekte, wie wir
sie an vielen Stellen während der Erarbeitung dieses Wörterbuchs gehabt
haben.

Berlin und Nürnberg im Juni 2004


JAN CARELS und OLAF PIRK
Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . xi

Lexikalischer Teil . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1

Glossar Französisch-Deutsch-Englisch . . . . . . . . . . . . . . . . . 259

Glossar Englisch-Deutsch-Französisch . . . . . . . . . . . . . . . . . 289

Quellennachweis der Abbildungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 319

Autoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .322
xi

Abkürzungsverzeichnis

AABG Arzneimittelausgaben-Begrenzungsgesetz
ABDA Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände
ADKA Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker
AEV Arbeiter-Ersatzkassen-Verband
AFG Arbeitsförderungsgesetz
AK Apothekenkammer
AKdÄ Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft
AMG Arzneimittelgesetz
AMK Arzneimittelkommission der deutschen Apotheker
AMR Arzneimittelrichtlinien
AOK Allgemeine Ortskrankenkassen
ApBetrO Apothekenbetriebsordnung
AQS Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Qualitätssicherung in
der Medizin
AWMF Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen
Fachgesellschaften
ÄZQ Ärztliche Zentralstelle für Qualitätssicherung
BAFöG Bundesausbildungsförderungsgesetz
BAH Bundesfachverband der Arzneimittelhersteller
BAK Bundesapothekerkammer
BÄK Bundesärztekammer
BÄO Bundesärzteordnung
BDA Berufsverband der Allgemeinärzte Deutschlands
BDI Berufsverband deutscher Internisten
BdO Bundesverband der Ortskrankenkassen
BfA Bundesversicherungsanstalt für Angestellte
BfArM Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte
BG Berufsgenossenschaft
BGA Bundesgesundheitsamt
xii

BGF Betriebliche Gesundheitsförderung


BKK Betriebskrankenkassen
BLK Bundesverband der landwirtschaftlichen Krankenkassen
BMGS Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung
BMV Bundesmantelvertrag
BPflV Bundespflegesatzverordnung
BPI Bundesverband der pharmazeutischen Industrie
BSHG Bundesozialhilfegesetz
BtMG Betäubungsmittelgesetz
BzGA Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung
CAP Capitation
DAB Deutsches Arzneibuch
DAHTA Deutsche Agentur für Health Technology Assessment
DAV Deutscher Apothekerverband
DGVP Deutsche Gesellschaft für Versicherte und Patienten
DIMDI Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und
Information
DKG Deutsche Krankenhausgesellschaft
DKI Deutsches Krankenhausinstitut
DMP Disease Management Programme
DRG Diagnosis Related Groups
EBM Einheitlicher Bewertungsmaßstab
EbM Evidenzbasierte Medizin
E-GO Ersatzkassen-Gebührenordnung
EMEA Europäische Agentur für die Beurteilung von Arzneimitteln
EPA Elektronische Patientenakte
EQ-5D EuroQol – 5 Dimensions
FP Fallpauschale
FPG Fallpauschalengesetz
FW Freie Wohlfahrtspflege
G-BA Gemeinsamer Bundesausschuss
GBE Gesundheitsberichterstattung
xiii

GenTG Gentechnikgesetz
GKV Gesetzliche Krankenversicherung
GMG GKV-Modernisierungsgesetz
GMK Gesundheitsministerkonferenz
GOÄ Gebührenordnung Ärzte
GOZ Gebührenordnung Zahnärzte
GP General Practitioner
GRG Gesundheitsreformgesetz
GSG Gesundheitsstrukturgesetz
HMO Health Maintenance Organization
HTA Health Technology Assessment
HVM Honorarverteilungsmaßstab
HWG Heilmittelwerbegesetz
ICD International Classification of Diseases
IfA Informationsstelle für Arzneispezialitäten
IgeL Individuelle Gesundheitsleistungen
IKK Innungskrankenkasse
InEK Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus
INN International Non-proprietary Name
IPA Independent Practice Association
KBV Kassenärztliche Bundesvereinigung
KdöR Körperschaft des öffentlichen Rechts
KHG Krankenhausfinanzierungsgesetz
KTQ Kooperation für Transparenz und Qualität im Krankenhaus
KV Kassenärztliche Vereinigung
KVdR Krankenversicherung der Rentner
KVdS Krankenversicherung der Studenten
KZBV Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung
KZV Kassenzahnärztliche Vereinigung
LKK Landwirtschaftliche Krankenkasse
LQ Lebensqualität
MB Marburger Bund
xiv

MBO-Ä Musterberufsordnung Ärzte


MDK Medizinischer Dienst der Krankenversicherungen
MDS Medizinischer Dienst der Spitzenverbände Krankenkassen
MPG Medizinproduktegesetz
ÖGD Öffentlicher Gesundheitsdienst
OTC Over the Counter
PBM Pharmaceutical Benefit Management
PKV Private Krankenversicherung
PPO Preferred Provider Organization
QALY Quality Adjusted Life Year
QM Qualitätsmanagement
REHA Rehabilitation
RSA Risikostrukturausgleich
RVO Reichsversicherungsordnung
SE Sonderentgelt
SeeKK Seekrankenkasse
SGB Sozialgesetzbuch
SHI Statutory Health Insurance
StBA Statistisches Bundesamt
SV Sozialversicherung
SVR Sachverständigenrat
TQM Total Quality Management
UAW Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
VAD Verband der Arzneimittelimporteure Deutschland
VAP Verband aktiver Pharmaunternehmen
VdAK Verband der Angestellten Krankenkassen
VDGH Verband der Diagnostikindustrie
VFA Verband forschender Arzneimittelhersteller
WBZ Wettbewerbszentrale
WHO World Health Organization
WIdO Wissenschaftliche Institut der Ortskrankenkassen
ZI Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung
1 Abteilungspflegesatz

zes, bei befristeter Gültigkeit der


Karte das Datum des Fristablaufs)
maschinenlesbar aufzuzeichnen
und zu übermitteln. Die Diagnosen
sind nach ICD in der jeweiligen
vom Deutschen Institut für medi-
ABDA zinische Dokumentation und Infor-
Apothekerverein mation (DIMDI) im Auftrag des
Bundesministeriums für Gesund-

Abrechnung vertragsärztlicher heit und soziale Sicherung (BMGS)


Leistungen herausgegebenen deutschen Fas-
en billing of SHI-accredited physi- sung zu verschlüsseln. Mit In-
cian services Kraft-Treten des GKV-Moderni-
fr facturation des soins médicaux sierungsgesetzes sind neben den
conventionnés Diagnosen auch Operationen und
Jeder Vertragsarzt, jede ärztlich sonstige Prozeduren entsprechend
geleitete Einrichtung und jedes me- zu verschlüsseln.
dizinische Versorgungszentrum
rechnen die von ihnen erbrachten Abrechnungsprüfung
vertragsärztlichen Leistungen ge- Wirtschaftlichkeitsprüfung

mäß §§ 294 und 295 SGB V mit der


Kassenärztlichen Vereinigung Abstaffelung
(KV) ab. Dabei sind sie verpflichtet, Punktwertabstaffelung

in den Abrechnungsunterlagen die


von ihnen erbrachten Leistungen Abteilungspflegesatz
einschließlich des Tages der Be- en department specific hospital
handlung, bei ärztlicher Behand- rate
lung mit Diagnose(n), bei zahn- fr forfait journalier du service
ärztlicher Behandlung mit Zahnbe- Bis zur Einführung der DRGs ist
zug und Befunden, ihre Arztnum- der Abteilungspflegesatz das Ent-
mer sowie die erforderlichen Pa- gelt für ärztliche und pflegerische
tientenangaben (Bezeichnung der Tätigkeiten und die durch diese
ausstellenden Krankenkasse, Fa- veranlassten Leistungen für jede
milienname und Vorname des Ver- selbständige Abteilung eines Kran-
sicherten, Geburtsdatum, An- kenhauses gewesen, in der die er-
schrift, Krankenversichertennum- brachten Leistungen nicht mit
mer, Versichertenstatus, Tag des Fallpauschalen und Sonderent-

Beginns des Versicherungsschut- gelten vergütet wurden. Mit dem


ADKA 2

Abteilungspflegesatz wurden ärzt- Langzeitpatienten versorgten.


liche und pflegerische Leistungen Nach Änderung der Krankenhaus-
einer definierten Abteilung ein- statistikordnung werden stationäre
schließlich der anteiligen Kosten Einrichtungen nun in allgemeine
der Funktionsbereiche (Röntgen, und sonstige Krankenhäuser unter-
Labor etc.) abgedeckt. Mit der ver- schieden. Zur Gruppe der sonstigen
bindlichen Einführung von DRGs Krankenhäuser gehören Kranken-
im Jahr 2004 wurden die Abtei- häuser mit ausschließlich psychia-
lungspflegesätze durch diagnose- trischen oder neurologischen Bet-
orientierte Fallpauschalen ersetzt. ten sowie reine Tages- und Nacht-
Lediglich in psychiatrischen Kran- kliniken. Vorsorge- und Rehabilita-
kenhäusern und psychiatrischen tionseinrichtungen werden jetzt ge-
Abteilungen von Allgemeinkran- sondert geführt. Krankenhaus
kenhäusern werden weiterhin Ab-
teilungspflegesätze zu Abrech- Allgemeinarzt
nungszwecken versandt. en General Practitioner (GP)
fr médecin généraliste
ADKA Als Allgemeinarzt bezeichnet man
Apothekerverein heute einen Facharzt für Allge-
meinmedizin. In der Vergangenheit
AEV wurden so auch Ärzte bezeichnet,
Ersatzkassen die keine Ausbildung zum Facharzt
für Allgemeinmedizin durchlaufen
AkdÄ hatten, so genannte praktische
Arzneimittelkommission der Ärzte. Der Allgemeinarzt diagnosti-
deutschen Ärzteschaft ziert und therapiert Krankheiten
fachübergreifend, also nicht nur
Akutkrankenhaus auf einem speziellen Gebiet
en acute-care hospital (Facharzt). Er ist zuständig für
fr hôpital pour malades aigus die Krankheitsvorsorge, die Bera-
Bis zum Jahr 1990 wurden in den tung zu einer gesunden Lebens-
Krankenhausstatistiken West- weise und für Hilfestellung bei ge-
deutschlands Krankenhäuser zur sundheitlichen, psychischen und
Behandlung aller Arten von Er- sozialen Problemen. Er praktiziert
krankungen bei meist kurzem Auf- meist als niedergelassener Ver-
enthalt der Patienten als Akutkran- tragsarzt.
kenhäuser bezeichnet, im Gegen-
satz zu Sonderkrankenhäusern, die
3 Ambulantes Operieren

Allgemeine Ortskrankenkassen holbare Wirkungen entfalten (Allo-


(AOK) pathika).
en local health care funds
fr caisses locales d’assurance ma- Alternativmedizin
ladie en alternative medicine
Allgemeine Ortskrankenkassen fr médecines alternatives
sind einer der Träger der gesetzli- Alternativmedizin dient als Sam-
chen Krankenversicherung melbegriff für medizinische Heil-
(Krankenversicherung, gesetzli- verfahren, die sich im Gegensatz
che). Sie bestehen für einzelne Re- zur Schulmedizin weitgehend
gionen. Nach der Einführung des nicht-invasiver (z. B. manueller)
freien Kassenwahlrechts (Kas- und natürlicher (z. B. pflanzlicher)
senwahl, freie) der Versicherten Heilmittel, aber auch psychologi-
folgte eine Fusionswelle der dama- scher Verfahren bedienen. Mit dem
ligen fast 300 AOKs auf lediglich Entstehen einer ökologisch orien-
17 AOKs, deren Gebiete nahezu tierten Gesellschaftsströmung ge-
deckungsgleich mit den Bundes- wann die Alternativmedizin zu-
ländern sind. Die AOK hat als mit- nehmend an Bedeutung.
gliederstärkste Kassenart einen
Marktanteil von ca. 40 % aller Ver- Ambulante Behandlung
sicherten. Die politischen Interes- en out-patient treatment
sen der AOK werden durch den fr soins externes/soins ambulants
AOK-Bundesverband (AOK-BV) Unter ambulanter Behandlung ver-
vertreten. Das Wissenschaftliche steht man die vom Arzt in seiner
Institut der Ortskrankenkassen Praxis, im Krankenhaus ohne sta-
(WIdO) ist eine Einrichtung des tionäre Aufnahme bzw. in der
AOK-Bundesverbandes. Wohnung des Patienten ausgeübte
Heilbehandlung. Diese besteht aus
Allopathie Beratungen, Untersuchungen und
en allopathy Sonderleistungen (diagnostische
fr allopathie Maßnahmen, Injektionen, Labor-
Allopathie ist eine Bezeichnung untersuchungen usw.).
aus der Homöopathie für die schul-
medizinische Arzneibehandlung Ambulantes Operieren
(Schulmedizin) im Gegensatz en out-patient surgical operations
zur Homöopathie. Die Allopathie fr soins chirurgicaux sur une
verwendet Präparate, deren Wirk- journée
stoffe vorhersagbare und wieder- Als ambulantes Operieren bezeich-
AMG 4

net man eine Operation in der Arzt- 30.06.2004 wollten die Vertrags-
praxis oder im Krankenhaus, partner ICD- und OPS-orien-
ohne dass es zu einem vollstationä- tierte Fallpauschalen vereinbaren,
ren Krankenhausaufenthalt die ab 01.01.2005 eine neue Ab-
kommt. rechnungsgrundlage darstellen
Aufgrund des medizinischen Fort- sollten, um für die Vergleichbarkeit
schritts müssen Operationen nicht der Leistungen im stationären und
mehr unbedingt vollstationär und ambulanten Sektor zu sorgen. Der
verbunden mit einem Kranken- Vertrag zum ambulanten Operie-
hausaufenthalt vorgenommen wer- ren ist im Juli 2004 von den Spit-
den. Krankenhäuser können seit zenverbänden der Krankenkassen
1993 die Zulassung zum ambulan- gekündigt worden. Aufgrund der
ten Operieren erhalten, um eine neuen Struktur des ab
nicht notwendige, vollstationäre 1.1.2005 gültigen Einheitlichen
Krankenhausbehandlung zu ver- Bewertungsmaßstabs (EBM) ist
meiden. Durch das ambulante Ope- eine grundlegende Überarbeitung
rieren soll eine ökonomische und dieses Vertrags nötig. Eine Abrech-
patientengerechte Versorgung ge- nung der Leistungen ist noch bis
währleistet und die Zusammenar- zum 30.6.2005 möglich. Ein neuer
beit zwischen Vertragsärzten Vertrag wird vorbereitet und soll ab
und Krankenhäusern verbessert dem 1.7.2005 in Kraft treten.
werden. Für ambulante Operatio-
nen gibt es einen bundesweit ver- AMG
bindlichen Vertrag (abgeschlossen Arzneimittelgesetz

zwischen den Spitzenverbänden


der Krankenkassen, der Kassen- AMK
ärztlichen Bundesvereinigung Arzneimittelkommission der
(KBV) und der Deutschen Kran- Deutschen Apotheker
kenhausgesellschaft (DKG)), der
einen Katalog ambulant durchführ- AmPreisV
barer Operationen und Maßnah- Arzneimittelpreisverordnung

men zur Qualitätssicherung bein-


haltet. Die Vergütung der ambulan- AMR
ten Operation erfolgt derzeit nach Arzneimittelrichtlinien

dem Einheitlichen Bewertungs-


maßstab (EBM). Die Leistungen Analogpräparate
werden im Rahmen der Gesamt- Me-too-Präparate

vergütung erbracht. Bis zum


5 Apotheke/Apotheker

Angebotsinduzierte Nachfrage und von den Krankenhausvergü-


en supply induced demand tungen ein. Die einbehaltenen Mit-
fr demande induite par l’offre tel werden ausschließlich für die
Als angebotsinduzierte Nachfrage Erfüllung von Verträgen zur inte-
bezeichnet man im Bereich der Ge- grierten Versorgung in den Bezir-
sundheitsversorgung das Auslösen ken der Kassenärztlichen Vereini-
von Nachfrage nach Gesundheits- gungen eingesetzt. Auf diese Weise
gütern oder -dienstleistungen soll die Zusammenarbeit zwischen
durch die Aktivität eines Lei- dem ambulanten und stationären
stungserbringers. So übt zum Bei- Bereich verbessert werden. Die ein-
spiel ein Arzt aufgrund seines In- behaltenen Mittel sind von den
formationsvorsprungs gegenüber Krankenkassen (Kranken-
den Patienten einen nicht unerheb- kasse, gesetzliche) an die KVen
lichen Einfluss auf die Nachfrage und Krankenhäuser zurückzuzah-
nach ärztlich erbrachten Leistun- len, wenn sie nicht innerhalb von
gen aus. In ausgeprägter Form drei Jahren entsprechend verwen-
kommt die Angebotsinduzierung det werden.
von Nachfrage im Say´schen Theo-
rem zum Ausdruck. Danach schafft Anwendungsbeobachtung
sich das Angebot seine Nachfrage Klinische Forschung
selbst.
AOK
Anschubfinanzierung für Integra- Allgemeine Ortskrankenkasse
tionsversorgung
en start-up financing for integrated ApBetrO
healthcare Apothekenbetriebsordnung

fr financement initial pour les


soins integrés Apotheke/Apotheker
Die Krankenkassen sind auf- en Pharmacy/Pharmacist
grund des GKV-Modernisierungs- fr pharmacie/pharmacien
gesetzes angehalten, Integra- Man unterscheidet zwischen öf-
tionsversorgung durch Anschubfi- fentlichen Apotheken und Kran-
nanzierung zu fördern (§ 140d kenhausapotheken. Allgemein ist
SGB V). Hierzu behalten sie in den die Apotheke eine Zubereitungs-
Jahren 2004 bis 2006 1 % von der und Verkaufsstelle von Medika-
ärztlichen Gesamtvergütung, die menten, die von einem approbier-
an die Kassenärztlichen Vereini- ten (Approbation) Apotheker ge-
gungen abzuführen (KVen) sind, führt wird, der diese Medikamente
Apothekenabschlag 6

über den pharmazeutischen Groß- Bezahlen Krankenkassen (Kran-


handel erhält oder selbst zuberei- kenkasse, gesetzliche) innerhalb
tet. Die Sicherstellung einer ord- von zehn Tagen nach Rechnungs-
nungsgemäßen Arzneimittelver- eingang die Rechnung des Apothe-
sorgung der Bevölkerung ist durch kers, erhalten sie einen Rabatt, der
das Gesetz über das Apothekenwe- im § 130 SGB V geregelt ist. Die
sen geregelt. Auch die persönlichen Apotheken gewähren den Kran-
Voraussetzungen zum Führen ei- kenkassen für verschreibungs-
ner Apotheke werden dort festge- pflichtige Fertigarzneimittel ei-
legt. Die Apotheker sind in Apo- nen Abschlag von 2 Euro je Arz-
thekerkammern organisiert, die neimittel und für sonstige Arznei-
ihre wirtschaftlichen Interessen mittel einen Abschlag in Höhe von
wahrnehmen. Zu deren Spitzenor- 5 % auf den für den Versicherten
ganisationen gehören die aus den maßgeblichen Arzneimittelabgabe-
Länderkammern zusammenge- preis.
schlossene Bundesapothekerkam- Zusätzlich erhalten die Kranken-
mer, der Deutsche Apothekerver- kassen gemäß § 130a SGB V vom
ein (DAV) und die Bundesverei- Hersteller für die zu ihren Lasten
nigung Deutscher Apothekerver- abgegebenen Arzneimittel einen
bände (ABDA). Die Abgabepreise Abschlag auf den Herstellerabgabe-
für Arzneimittel in Apotheken preis. Dieser Abschlag beträgt 6 %
unterliegen einigen Besonderhei- und ist für das Jahr 2004 vorüber-
ten, die in der Arzneimittelpreis- gehend auf 16 % festgesetzt wor-
verordnung geregelt sind. den. Dieser Abschlag auf den Her-
stellerpreis gilt nur für Arzneimit-
Apothekenabschlag (Rabatt) tel, für die keine Festbeträge an-
en pharmacy discount gesetzt sind. Das Inkasso für den
fr remise de pharmacie Herstellerrabatt übernehmen die

Apotheke/Apotheker. Entwicklung der Apothekenzahl (Neugründungen und


Schließungen) sowie der Apothekendichte in den vergangenen Jahren.
7 Apothekenverkaufspreis von Arzneimitteln

Apotheken. Einen Großhändlerab- ben sind. Verschreibungspflich-


schlag erhalten die Krankenkassen tige Arzneimittel sind immer apo-
nicht mehr. Das Gesetz zur Einfüh- thekenpflichtig.
rung von Abschlägen der pharma-
zeutischen Großhändler ist zum Apothekenrechenzentren
01.01.2004 aufgehoben worden. en data processing service center
for pharmacies
Apothekenbetriebsordnung (Ap- fr centres de facturation des phar-
BetrO) macies
en pharmacy regulation Die Apothekenrechenzentren sind
fr règlement sur les pharmacies von den Apothekerverbänden ge-
In der ApBetrO wird festgehalten, tragene Einrichtungen zur monatli-
welche personellen, sächlichen chen Abrechnung der vertragsärzt-
und organisatorischen Anforderun- lichen Verordnungen zwischen der
gen an den Apothekenbetrieb des einzelnen Apotheke und den Kran-
niedergelassenen Apothekers kenkassen (Krankenkasse, ge-
hinsichtlich Ausstattung, Personal, setzliche) oder anderen Kosten-
Lagerhaltung sowie die Annahme- trägern.
und Abgabemodalitäten von Arz-
neimitteln gestellt werden. Die Ap- Apothekenverkaufspreis von Arz-
BetrO regelt darüber hinaus die neimitteln
Grundsätze zur Dienstbereitschaft, en pharmacy retail price
zur Durchführung von Arzneimit- fr prix de vente à la pharmacie
telprüfungen, zur Rezeptur-Anfer- Der Apothekenverkaufspreis wird
tigung sowie die Zusammenstel- durch die Arzneimittelpreisver-
lung der sog. „apothekenüblichen ordnung (AmPreisV) geregelt. In-
Waren“. An dieses Apothekensorti- folge des GKV-Modernisierungs-
ment ist jeder Apotheker gebun- gesetzes ist zum 01.01.2004 die
den. Arzneimittelpreisverordnung stark
verändert worden. Die bisherige
Apothekenpflicht Arzneimittelpreisverordnung gilt
en pharmacy-only drugs nur noch für nichtverschreibungs-
fr médicaments vendus unique- pflichtige Arzneimittel weiter,
ment en pharmacie die von den Krankenkassen erstat-
Apothekenpflichtig sind Arznei- tet werden. Der Apothekenpreis
mittel, die nach dem Arzneimit- setzt sich seit dem 01.01.2004 aus
telgesetz für den Verkehr außer- dem Herstellerabgabepreis, einem
halb von Apotheken nicht freigege- prozentual gestaffelten Großhan-
Apothekerkammer 8

delszuschlag und dem Apotheken- rige zu schaffen sowie


zuschlag zusammen. Dies ist ein fi- ain der öffentlichen Gesundheits-
xer Zuschlag auf den Großhandels- pflege mitzuwirken.
preis von 8,10 Euro zuzüglich 3 %. Die einzelnen Landeskammern
Hinzu kommt der Umsatzsteuerzu- sind freiwillig in der Bundesapo-
schlag von 16 %. Für alle anderen thekerkammer (BAK) zusammen-
nichtverschreibungspflichtigen geschlossen, die aber gegenüber
Arzneimittel werden die Preise frei- den einzelnen Landeskammern
gegeben. Damit ist den Apothe- keine Weisungsbefugnis hat.
kern bei diesen Arzneimitteln eine
freie Preiskalkulation möglich, Apothekerverein/-verband
d. h. in unterschiedlichen Apothe- (ABDA/ADKA)
ken können unterschiedliche Prei- en Association of Pharmacists
se für diese Präparate genommen fr associations/groupements des
werden. pharmaciens
Die Apothekervereine bzw. -ver-
Apothekerkammer bände sind eingetragene Vereine
en pharmacy chamber zur Vertretung wirtschaftlicher, so-
fr ordre des pharmaciens zialer, wissenschaftlicher und
Die Apothekerkammer ist eine Kör- sonstiger gemeinsamer Interessen
perschaft des öffentlichen Rechts. der Apotheker. Die Mitgliedschaft
Aufgrund der Landeskammerge- ist den Apothekeninhabern freige-
setze besteht in der jeweiligen Lan- stellt, da Vereinsrecht besteht. Die
desapothekerkammer (LAK) Apothekervereine sind im Deut-
Pflichtmitgliedschaft für alle Apo- schen Apothekerverband (DAV)
theker, unabhängig von der Art ih- zusammengeschlossen. Die Bun-
rer Beschäftigung. Die Apotheker- desvereinigung Deutscher Apothe-
kammern nehmen im Rahmen der kerverbände (ABDA) bildet die
Gesetze Dachorganisation des Deutschen
adie beruflichen Belange der Apo- Apothekerverbands (DAV) und der
theker wahr, Bundesapothekerkammer (BAK
ahaben die Erfüllung der Berufs- Apothekerkammer). Der Bundes-

pflichten ihrer Mitglieder zu verband Deutscher Krankenhaus-


überwachen, apotheker (ADKA) ist ein Berufs-
adie Fort- und Weiterbildung der verband der im Krankenhaus täti-
Mitglieder zu fördern, gen Apotheker.
aWohlfahrtseinrichtungen für
Apotheker und deren Angehö-
9 Äquivalenzprinzip

Approbation Äquivalenzprinzip
en license to medical practice en principle of equivalence
fr autorisation d’exercer fr principe d’équivalence
Die Approbation ist die staatliche Die Kalkulation der Prämien in der
Zulassung zur Berufsausübung für PKV (Krankenversicherung, pri-
die Heilberufe des Arztes, vate) erfolgt nach dem Äquivalenz-
Zahnarztes, Apothekers, Psy- prinzip. Die Höhe des Beitrages ei-
chotherapeuten und Tierarztes. Die nes Versicherten richtet sich nach
Zulassungsbedingungen sind in individuellen Risikofaktoren wie
den Approbationsordnungen der Geschlecht, Eintrittsalter und Vor-
einzelnen Heilberufe geregelt. Die erkrankungen. Der Beitrag in der
Absolvierung eines entsprechen- PKV gilt damit als risiko-äquiva-
den Hochschulstudiums und eine lent. In der GKV (Krankenversi-
festgelegte praktische Ausbildung cherung, gesetzliche) gilt dagegen
gehören dabei zu den Approba- das Solidarprinzip. Alle Mitglie-
tionsbedingungen. Der sogenannte der einer gesetzlichen Kranken-
„Arzt im Praktikum“ (AiP), eine kasse (Krankenkasse, gesetzli-
verpflichtende, zusätzlich zum so- che) zahlen in der Regel den glei-
genannten „praktischen Jahr“ (PJ) chen Prozentsatz ihres Bruttoein-
bestehende, 18 Monate dauernde kommens als Versicherungsbeitrag
Praxisphase nach dem Medizinstu- und bekommen beitragsunabhän-
dium, wird 15 Jahre nach seiner gig Leistungen, die allerdings im
Einführung wieder abgeschafft. Da-
nach erhalten angehende Medizi-
ner ab 01.10.2004 direkt nach dem
Studium ihre Approbation. Der
Deutsche Bundestag hat eine ent-
sprechende Änderung der Bundes-
ärzteordnung am 06.05.2004 ein-
stimmig beschlossen. Mit der Ab-
schaffung des AiP soll das Einkom-
men der Berufseinsteiger verbes-
sert, dadurch die Attraktivität des
Arztberufes erhöht und insbeson-
dere dem drohenden Ärztemangel
an Krankenhäusern vorgebeugt Äquivalenzprinzip.Beitragsbemessung
werden. in der PKV nach dem Äquivalenz-
prinzip.
Arbeiter-Ersatzkassen-Verband 10

Leistungskatalog der GKV ent- Medical Societies in Germany


halten sein müssen. fr Association des Sociétés Scienti-
fiques Médicales en Allemagne
Arbeiter-Ersatzkassen-Verband In der AWMF sind derzeit 143 wis-
(AEV) senschaftliche Fachgesellschaften
Ersatzkassen aus allen Bereichen der Medizin zu-
sammengeschlossen. Die AWMF
Arbeitgeberanteil berät die Bundesregierung und die
en employer’s contribution Bundesländer in den Themenfel-
fr cotisation patronale dern Medizin und medizinische
Der Arbeitgeberanteil ist der Teil Forschung. Ein Schwerpunkt der
der Sozialversicherungsbeiträge, Arbeit ist die Unterstützung der
der vom Arbeitgeber getragen wird. Fachgesellschaften bei der Erstel-
In der Regel sind dies 50 % der ge- lung von Leitlinien. Der Präsi-
samten Sozialversicherungsbei- dent der AWMF ist zugleich Mit-
träge. Arbeitgeber und Arbeitneh- glied des Gesundheitsforschungs-
mer teilen sich die Beiträge zur rats des Bundesministeriums für
Sozialversicherung zu gleichen Bildung und Wissenschaft, For-
Teilen. schung und Technologie.

Arbeitnehmeranteil Arbeitsgemeinschaft zur Förde-


en employee’s contribution rung der Qualitätssicherung in
fr cotisation sociale des salariés der Medizin (AQS)
Der Arbeitnehmeranteil ist der Teil en Working Committee on the
der Sozialversicherungsbeiträge, Advancement of Quality
der vom Arbeitnehmer getragen Assurance in Medicine
wird. In der Regel sind dies 50 % fr groupe de travail pour l’amélio-
der gesamten Sozialversicherungs- ration de la qualité dans la mé-
beiträge mit Ausnahme der gesetz- decine
lichen Unfallversicherung. Arbeit- Die Bundesärztekammer (BÄK),
nehmer und Arbeitgeber teilen sich Kassen(zahn)ärztliche Bundes-

die Beiträge zur Sozialversiche- vereinigung (KBV), Deutsche


rung zu gleichen Teilen. Krankenhausgesellschaft (DKG)
und die Spitzenverbände der Ge-
Arbeitsgemeinschaft der Wissen- setzlichen Krankenversicherung
schaftlichen Medizinischen Fach- haben im Jahr 1993 gemeinsam die
gesellschaften (AWMF) Arbeitsgemeinschaft zur Förde-
en Association of the Scientific rung der Qualitätssicherung (AQS)
11 Arznei- und Heilmittelbudget

eingerichtet. Gemäß § 137b SGB V Arbeitsunfähigkeit


war es Ziel der Arbeitsgemein- en incapacity for work
schaft, eine einheitliche Quali- fr incapacité de travail
tätssicherung in der gesetzlichen Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn
Krankenversicherung (Kranken- der Arbeitnehmer seiner vor Krank-
versicherung, gesetzliche) zu ge- heitsbeginn ausgeübten Tätigkeit
währleisten. Bisherige Arbeits- aufgrund der Erkrankung entweder
schwerpunkte der AQS waren überhaupt nicht mehr oder nur auf
adie Abstimmung und Festlegung die Gefahr hin nachgehen kann,
des Qualitätssicherungsbedarfs seinen Krankheitszustand zu ver-
in der ambulanten und stationä- schlimmern. Die Arbeitsunfähig-
ren Versorgung (Situations- und keit muss vom Arzt festgestellt und
Defizitanalysen), bescheinigt werden. Danach hat
adie Abstimmung von For- der erkrankte Arbeitnehmer An-
schungs- und Entwicklungs- spruch auf Entgeltfortzahlung im
schwerpunkten zur Qualitätssi- Krankheitsfall, Krankengeld aus
cherung (Fördermaßnahmen), der gesetzlichen Krankenversiche-
adie übergreifende Abstimmung rung (Krankenversicherung, ge-
von Qualitätssicherungsprojek- setzliche) und Verletztengeld aus
ten im ambulanten und stationä- der gesetzlichen Unfallversiche-
ren Bereich und rung (Unfallversicherung, ge-
adie Überprüfung von Qualitätssi- setzliche).
cherungsverfahren auf ihre
Wirksamkeit. Arznei- und Heilmittelbudget
Nach In-Kraft-Treten des GKV- en drugs and remedy budget
Modernisierungsgesetzes zum fr budget pour les médicaments et
01.01.2004 ist der Gemeinsame remèdes
Bundesausschuss damit beauf- Arznei- und Heilmittelbudgets bil-
tragt, Empfehlungen zur Förderung deten seit 1993 die Obergrenze für
der Qualitätssicherung in der Medi- die Ausgaben für Arznei- und Heil-
zin abzugeben (§ 139a SGB V). Da- mittel gemäß § 84 SGB V. Budgets
bei wird er vom Institut für Quali- werden regional auf der Ebene der
tät und Wirtschaftlichkeit im Ge- Kassenärztlichen Vereinigungen

sundheitswesen unterstützt. Die (KV) zwischen diesen und den


AQS wurde zum 31.03.2004 aufge- Landesverbänden der gesetzli-

löst. chen Krankenkassen vereinbart.


Der Gesetzgeber sieht vor, die Bud-
gets regelmäßig anzupassen.
Arzneibuch 12

Anpassungskriterien sind: barungen festgelegt. Danach soll


aVeränderungen der Zahl und der der Anteil der Generika an den
Altersstruktur der Versicherten, gesamten Verordnungen einen be-
aVeränderung der Preise der stimmten Prozentsatz erreichen. A-
Arznei-, Verband- und Heil- nalog werden Ziele für die Anteile
mittel, von Me-too-Präparaten, von kon-
aVeränderungen der gesetzlichen trovers diskutierten Arzneimittel-
Leistungspflicht der Krankenkas- gruppen und von importierten Arz-
sen (Krankenkasse, gesetzli- neimitteln festgelegt. Zu Fragen
che) und von Wirtschaftlichkeit und Qualität
abestehende Wirtschaftlichkeits- werden die verordnenden Ärzte
reserven und Innovationen. durch die Prüfungsgremien der
Bei Budgetüberschreitung hafteten Kassenärztlichen Vereinigungen
in der Vergangenheit formal die beraten. Im Fall einer Überprüfung
Mitglieder der jeweiligen KV kol- des verordnenden Arztes stellen
lektiv für den Teil der Budgetüber- die Prüfungsgremien das Ausmaß
schreitungen, der nicht über Indivi- der individuellen ärztlichen Haf-
dualregresse von den verursachen- tung auf der Basis von Richtgrö-
den Ärzten zurückgefordert wer- ßen in der Wirtschaftlichkeits-
den konnte (Kollektivregress). prüfung fest. Mit In-Kraft-Treten
Die Kollektivhaftung aller Ärzte des GKV-Modernisierungsgeset-
wurde 2001 abgeschafft und durch zes wird der Umfang der Haftung
ein System ersetzt, von dem künf- erweitert. Nun haften die Vor-
tig stärkere Steuerungswirkungen stände der KVen und der Kranken-
auf das individuelle Verordnungs- kassen-Verbände für eine ord-
verhalten erwartet werden. So wer- nungsgemäße Durchführung der
den seit 2002 auf regionaler Basis Wirtschaftlichkeitsprüfung.
zwischen Kassenärztlichen Ver-
einigungen (KV) und den Verbän- Arzneibuch
den der Krankenkassen Arzneimit- en pharmacopoeia
telvereinbarungen geschlossen, in fr livre des médicaments
denen Ausgabenvolumina für Arz- Das Arzneibuch ist eine Sammlung
neimittel und Ziele hinsichtlich der pharmazeutischer Regeln für Arz-
einzusetzenden Arzneimittel (Ziel- neimittelhersteller. Es ergeht als
vereinbarungen) sowie Maßnah- kontinuierlich fortgeschriebene
men zur Umsetzung der Ziele fest- Rechtsverordnung nach § 55 AMG
gelegt werden. Es werden Wirt- und besteht aus den beiden Bänden
schaftlichkeitsziele in den Verein- „Deutsches Arzneibuch“ (DAB)
13 Arzneimittelabgabe

mit integriertem europäischem permärkte) erhältlich sind.


Arzneibuch und „Homöopathi- aBetäubungsmittel benötigen eine
sches Arzneibuch“. spezielle Verordnung und sind
nur in einer Apotheke erhältlich.
Arzneimittel
en drug/pharmaceutical product Arzneimittelabgabe
fr médicament en drug dispensation
Arzneimittel sind Stoffe oder Zube- fr délivrance du médicament
reitungen von Stoffen, die für Kran- Gemäß § 129 SGB V regeln die
ke entwickelt und auf ein bestimm- Spitzenverbände der Kranken-

tes Leiden zugeschnitten sind. Sie kassen und der Deutsche Apothe-
werden nach ihrem Vertriebsweg kerverein (DAV) die Abgabe ver-
in vier Gruppen eingeteilt: ordneter Arzneimittel an Versi-
aRezeptpflichtige Arzneimittel- cherte in einem bundeseinheitli-
werden in den Apotheken nur chen Rahmenvertrag. Infolge des
auf ärztliche Verordnung ausge- GKV-Modernisierungsgesetzes

händigt. gelten für die Apotheken in der ge-


aApothekenpflichtige Arzneimit- setzlichen Krankenversicherung
tel sind auch ohne ärztliche Ver- (Krankenversicherung, gesetzli-
ordnung, jedoch nur in Apothe- che) nachfolgende Verpflichtun-
ken erhältlich. gen:
aFreiverkäufliche Arzneimittel, aAbgabe eines preisgünstigen
auch OTC-Präparate (Over the Arzneimittels in den Fällen, in
Counter, OTC-Arzneimittel) denen der verordnende Arzt
genannt, sind rezeptfreie Arznei- ein Arzneimittel nur unter seiner
mittel, die auch außerhalb der Wirkstoffbezeichnung verordnet
Apotheke (z. B. Drogerien, Su- oder die Ersetzung des Arznei-

Arzneimittel.
Arzneimittelforschung 14

mittels durch ein wirkstoffglei- nannte klinische Forschung an.


ches Arzneimittel nicht ausge-
schlossen hat (Arzneimittel- Arzneimittelgesetz (AMG)
substitution), en Drugs Act
aAbgabe von preisgünstigen fr loi sur les médicaments
Importarzneimitteln, deren Das Arzneimittelgesetz (AMG) re-
Abgabepreis an den Versicherten gelt in erster Linie die Anforderun-
mindestens 15 % oder 15 Euro gen an Arzneimittel, ihre Herstel-
niedriger ist als der Preis des Be- lung, Zulassung und Abgabe, so-
zugsarzneimittels; dabei können wie die Verschreibungspflicht und
nach Maßgabe des Rahmenver- Arzneimittelüberwachung. Es re-
trages Regelungen vereinbart gelt außerdem im Interesse einer
werden, die zusätzliche Wirt- ordnungsgemäßen Arzneimittel-
schaftlichkeitsreserven erschlie- versorgung von Mensch und Tier
ßen, den Umgang mit Arzneimitteln.
aAbgabe von wirtschaftlichen
Einzelmengen und Arzneimittelinstitut
aAngabe des Apothekenabgabe- Institut für die Arzneimittelver-
preises auf der Arzneimittelpa- ordnung in der gesetzlichen Kran-
ckung. kenversicherung

Arzneimittelforschung Arzneimittelkommission der


en drug research Deutschen Apotheker (AMK)
fr recherche des médicaments en Drug Commission of German
Das Ziel der Entwicklung neuer Pharmacists
Arzneimittel ist es, neue und bes- fr Commission des Médicaments
sere therapeutische Möglichkeiten de Pharmaciens Allemands
zu schaffen. Die Anforderungen an Die AMK ist für Fragen der Arznei-
ein besseres Medikament umfassen mittelsicherheit zuständig. Sie
eines oder mehrere der nachfolgen- nimmt Risikomeldungen der
den Merkmale: Heilberufler zu Arzneimitteln
aErhöhte Wirksamkeit auf. Diese werden dokumentiert
aWeniger Nebenwirkungen, bes- und an das Bundesinstitut für
sere Verträglichkeit Arzneimittelsicherheit und Medi-
aVereinfachte Handhabung zinprodukte (BfArM) weitergelei-
aHöhere Wirtschaftlichkeit tet.
An die Entwicklung des Wirkstoffs
im Labor, schließt sich die so ge-
15 Arzneimittelmarkt

Arzneimittelkommission der Heil- und Hilfsmitteln nach

Deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) qualitativen und wirtschaftlichen


en Drug Commission of the Germa- Gesichtspunkten festzulegen.
n Medical Association
fr Commission des Médicaments Arzneimittelkonsum
de l’Association Médicale Alle- en drug consumption
mande fr consommation de médicaments
Die AkdÄ ist der Fachausschuss der Als Arzneimittelkonsum bezeich-
Bundesärztekammer (BÄK, Ärz- net man die Einnahme von Medika-
tekammer) und berät sie in allen menten.
wissenschaftlichen und politischen
Fragen des Arzneimittelwesens. Arzneimittelmarkt
Darüber hinaus gibt die AkdÄ The- en pharmaceutical market
rapieempfehlungen auf Basis vali- fr marché des médicaments
dierter und klinisch relevanter For- Der Arzneimittelmarkt ist der
schungsergebnisse heraus. Weiter- „Ort“, an dem Angebot von und
hin informiert sie die Ärzteschaft Nachfrage nach Arzneimitteln zu-
über Fragen der Arzneimittelsi- sammentreffen. Auf der Anbieter-
cherheit. Unerwünschte Arzneimit- seite stehen Pharmazeutische In-
telwirkungen haben die Ärzte an dustrie, Arzneimittelgroßhandel
die AkdÄ zu melden. Zusammen und Apotheken. Auf der Nachfra-
mit dem Bundesinstitut für Arz- geseite stehen Krankenkassen,
neimittel und Medizinprodukte Ärzte und Verbraucher. Der Arz-
(BfArM) unterhält sie den Ärzte- neimittelmarkt ist ein regulierter
ausschuss Arzneimittelsicherheit Markt. Als Nachfrager haben die
und eine Datenbank zur Sponta- gesetzlichen Krankenkassen erheb-
nerfassung unerwünschter Arznei- lichen Einfluss auf etwa 90 % des
mittelwirkungen. Arzneimittelumsatzes.
Die Selbstmedikation spielt eine
Arzneimittelkommission im Kran- eher geringe Rolle. Für die Marktre-
kenhaus gulierung von erheblicher Bedeu-
en Hospital Drug Commission tung sind das Arznei- und Heil-
fr commission des médicaments mittelbudget, die Arzneimittel-
au sein de l’hôpital richtlinien, Festbetragsregelun-
Die Arzneimittelkommission im gen, Negativlisten und Richt-
Krankenhaus hat die Aufgabe, die größen zusammen mit Wirt-
Ausstattung der jeweiligen Kran- schaftlichkeitsprüfungen zur Arz-
kenhausapotheke mit Arznei-, neimittelverordnung. Der Vertrieb
Arzneimittelpreisverordnung 16

von Arzneimitteln durch Groß- bungspflichtigen Fertigarzneimit-


händler und Apotheken ist in der teln durch die Apotheken ist zur
Arzneimittelpreisverordnung Berechnung des Apothekenabga-
hinsichtlich der Preisgestaltung ge- bepreises nach der neuen Regelung
regelt. Die Hersteller sind bei der ein Festzuschlag von 8,10 Euro zu-
Preisgestaltung frei. Allerdings züglich 3 % auf den Großhandels-
können nur Arzneimittel vertrie- preis zu erheben. Hinzu kommt der
ben werden, die über eine Zulas- Umsatzsteuerzuschlag von 16 %.
sung verfügen.
Arzneimittelregress
Arzneimittelpreisverordnung en drug recourse
(AmPreisV) fr recours contre le médecin en
en drug price regulation cas de dépassement du seuil li-
fr ordonnance sur les prix des mé- mite des préscriptions
dicaments Der Arzneimittelregress stellt eine
Die Arzneimittelpreisverordnung Sanktion für eine (vermeintlich)
regelte bisher die Bildung der Groß- unwirtschaftliche Verordnung von
handels-, der Apothekeneinkaufs- Arzneimitteln dar. Der Arznei-

und Apothekenverkaufspreise von mittelregress ist eine reine Scha-


Fertigarzneimitteln und Arzneizu- densersatzforderung, im Gegen-
bereitungen aus der Apotheke nach satz zum Honorarregress. Die un-
einem Zuschlagssystem. Sie ge- wirtschaftliche Verordnung wird
währleistete dadurch einen bun- im Rahmen einer Wirtschaftlich-
desweit einheitlichen Apotheken- keitsprüfung festgestellt. Dem
verkaufspreis. Mit Artikel 24 des Vertragsarzt droht die Arzneimit-
GKV-Modernisierungsgesetzes telprüfung bei Auffälligkeit im Rah-
hat der Gesetzgeber grundlegende men der Arzneiverordnung, im
Veränderungen der Arzneimittel- Rahmen der Stichprobenprüfung,
preisverordnung herbeigeführt. bei Überschreitung des Fachgrup-
Die bisher geltende Arzneimittel- pendurchschnitts oder bei Über-
preisverordnung gilt nur noch für schreitung der bislang KV-regional
nichtverschreibungspflichtige Arz- existierenden budget-begleitenden
neimittel weiter, die von den Kran- Richtgrößen. Der Arzneimittelre-

kenkassen erstattet werden. Für gress folgt bei Nachweis der Un-
alle anderen nichtverschreibungs- wirtschaftlichkeit. Nach Vereinba-
pflichtigen Arzneimittel werden die rung der Richtgrößen gemäß § 84
Preise freigegeben. SGB V Abs. 3 kommt es zum Re-
Bei der Abgabe von verschrei- gress bei einer Richtgrößenüber-
17 Arzneimittelsubstitution

schreitung um mehr als 25 %. teilnehmenden Leistungserbringer


und die zugelassenen Krankenhäu-
Arzneimittelrichtlinien (AMR) ser verbindlich.
en pharmaceutical directives
fr directives sur les médicaments Arzneimittelsicherheit
Arzneimittelrichtlinien wurden en security of pharmaceuticals
bislang vom Bundesausschuss fr sécurité des médicaments
der Ärzte und Krankenkassen Mit Arzneimittelsicherheit bezeich-
(BAÄK) beschlossen. Inzwischen net man die Sicherheit in Herstel-
beschließt der Gemeinsame Bun- lung, Vertrieb und Anwendung von
desausschuss (G-BA) als Rechts- Arzneimitteln. Arzneimittelsi-
nachfolger des BAÄK die AMR. Die cherheit dient dem Schutz des Pati-
AMR sollen das sozialgesetzliche enten. Sie wird durch das Arznei-
Wirtschaftlichkeitsgebot konkre- mittelgesetz (AMG) gewährleistet.
tisieren, also Klarheit darüber Das AMG enthält die Überwachung
schaffen, mit welchen Arzneimit- der Arzneimittelherstellung durch
teln eine ausreichende, zweckmä- die Bundesländer, Zulassungsvor-
ßige und wirtschaftliche Versor- aussetzungen für Arzneimittel, Ge-
gung der Versicherten sicherge- fährdungshaftung für Arzneimittel-
stellt werden kann. Neben dieser schäden und Maßnahmen der Qua-
Richtlinienkompetenz hat der Ge- litätskontrolle. Die Packungsbei-
setzgeber den Gemeinsamen Bun- lage eines Medikaments unter-
desausschuss mit einer generellen stützt die Bemühungen der Betei-
Kompetenz zum Ausschluss oder ligten in Herstellung, Vertrieb und
zur Einschränkung von Leistungen Anwendung um die Arzneimittelsi-
ausgestattet. Er kann Leistungen cherheit, in dem sie den Patienten
oder Maßnahmen einschränken über Neben- und Wechselwirkun-
oder ausschließen, wenn nach dem gen, sowie Gegenanzeigen und
allgemeinen Stand der medizini- zweckmäßige Dosierung aufklärt.
schen Erkenntnisse der diagnosti-
sche oder therapeutische Nutzen, Arzneimittelsubstitution
die medizinische Notwendigkeit en substitution of pharmaceuticals
oder die Wirtschaftlichkeit nicht fr substitution de médicaments
nachgewiesen sind. Die Beschlüsse Mit Arzneimittelsubstitution be-
des Gemeinsamen Bundesaus- zeichnet man den Ersatz eines Prä-
schusses sind für die Versicherten, parats durch ein anderes. Dies
die Krankenkassen, für die an der kann als Aut-idem-Substitution
ambulanten ärztlichen Versorgung oder als Aut-simile-Substitution ge-
Arzneimittelzulassung 18

schehen. Mit Aut-idem-Substituti- und Packungsgröße identisch


on bezeichnet man den Austausch und für den gleichen Indikations-
eines durch den Arzt verschriebe- bereich zugelassen sind. Außer-
nen Medikamentes gegen ein wirk- dem müssen sie in der gleichen
stoffgleiches, gleich starkes Präpa- oder einer austauschbaren
rat durch den Apotheker. Aut-si- Darreichungsform vorliegen.
mile-Substitution, bei der der Apo- Diese Regelung ist Bestandteil des
theker das verschriebene Arznei- Rahmenvertrags zur Arzneimittel-
mittel gegen ein wirkstoffähnliches versorgung, den die Spitzenver-
austauscht, ist derzeit unzulässig. bände der Krankenkassen mit der
Nachdem infolge des Arzneimittel- Spitzenorganisation der Apotheker
ausgaben-Begrenzungsgesetzes gemäß § 129 SGB V schließen.
(AABG) am 23.02.2003 die Aut- Nach Kontroversen der Vertrags-
idem-Regelung eingeführt wurde, partner wurde ein Schiedsspruch
ist der Apotheker zur Substitution zu dieser Regelung getroffen. Sie
eines Arzneimittels durch ein preis- trat zum 01.04.2004 in Kraft. Da-
günstigeres verpflichtet, außer der nach sind die Apotheker gesetzlich
verschreibende Arzt schließt die verpflichtet, die Aut-idem-Rege-
Substitution ausdrücklich durch lung einzuhalten.
den Vermerk „keine Substitution“
bzw. „nec idem“ auf dem Rezept Arzneimittelzulassung
aus. en market authorisation for drugs
Demnach hat der Apotheker fol- fr autorisation de mise sur le mar-
gende Möglichkeiten, wenn er das ché d’un médicament
Rezept erhält: Als Arzneimittelzulassung be-
aHat der Arzt ein Arzneimittel un- zeichnet man die gesetzlich vorge-
ter seiner Wirkstoffbezeichnung schriebene Gestaltung des In-den-
verordnet, so stehen die drei Verkehr-Bringens eines Arzneimit-
preisgünstigsten Arzneimittel tels. Dazu wird von der zuständi-
zur Auswahl, die der Verord- gen Behörde aufgrund der einge-
nung entsprechen. reichten Unterlagen eine Nutzen-
aHat der Arzt die Substitution Risiko-Abwägung durchgeführt.
durch ein wirkstoffgleiches Arz- Der pharmazeutische Unterneh-
neimittel nicht ausdrücklich aus- mer muss hierbei die Qualität, Un-
geschlossen, so stehen das ver- bedenklichkeit und Wirksamkeit
ordnete Arzneimittel und die drei seines Arzneimittels nachweisen.
preisgünstigsten Arzneimittel Zu diesem Zweck werden klini-
zur Auswahl, die in Wirkstärke sche Studien durchgeführt. Zu den
19 Arzt/Ärztin

eingereichten Unterlagen gehören: dig ist die Europäische Agentur


aSachverständigengutachten für die Beurteilung von Arzneimit-
aDossier zur pharmazeutischen teln (EMEA).
Qualität
aDokumentation der Pharmakolo- Arzneiverordnungsblatt
gie und Toxikologie en prescription form
aDokumentation der klinischen fr fiche de prescription
Prüfung Das Arzneiverordnungsblatt ist ein
Man unterscheidet: Rezeptvordruck für die Verord-
anationale Zulassungen nung von Arznei-, Verband-,
aeuropäische Zulassungen Heil- und Hilfsmitteln.

Zuständig für nationale Zulassun-


gen ist in Deutschland das Bun- Arzt/Ärztin
desinstitut für Arzneimittel und en physician
Medizinprodukte (BfArM). Bei eu- fr médecin
ropäischen Zulassungen unter- In der Ausübung ihres Berufs be-
scheidet man zwei Verfahren: schäftigen sich Ärzte mit der Prä-
adas Verfahren der gegenseitigen vention, Diagnose und Therapie
Anerkennung von Krankheiten. Die freie Aus-
adas zentrale Verfahren übung der Heilkunde ist in
Voraussetzung für die gegenseitige Deutschland nur approbierten Ärz-
Anerkennung ist das Vorliegen ei- ten erlaubt. Mit gesetzlich geregel-
ner nationalen Zulassung. Die An- ten Einschränkungen dürfen auch
erkennung kann von einem ande- Heilpraktiker Kranke behandeln.
ren europäischen Land nur dann Die Approbation als Arzt setzt ein
abgelehnt werden, wenn das Pro- sechsjähriges Studium der Human-
dukt eine Gefährdung für die Öf- medizin voraus und zusätzlich eine
fentlichkeit darstellt. Die Zulas- 18-monatige Tätigkeit als „Arzt im
sung mit diesem Verfahren erfolgt Praktikum“ (AiP) unter Aufsicht ei-
nur für Länder, für die entspre- nes approbierten Arztes. Der AiP
chende Anträge gestellt werden. Im wird infolge einer Änderung der
Gegensatz dazu gilt beim zentralen Approbationsordnung zum Okto-
Verfahren die Zulassung für alle eu- ber 2004 abgeschafft. Nach dem
ropäischen Länder. Dieses Verfah- Studium arbeiten Ärzte häufig für
ren wird gegenwärtig nur für bio- mehrere Jahre in einer Klinik, um
technologische Produkte und – auf sich auf einem oder mehreren Spe-
Antrag – für besonders innovative zialgebieten der Medizin weiterzu-
Arzneimittel durchgeführt. Zustän- bilden und einen Facharzttitel zu
Ärztegenossenschaften 20

erwerben. Für die Teilnahme an aUnterstützung des öffentlichen


der vertragsärztlichen Versorgung Gesundheitsdienstes
ist die Zulassung als Ver- aVermittlung bei Streitigkeiten
trags(zahn)arzt erforderlich. Ärzte unter Ärzten sowie zwischen
sind als Pflichtmitglieder in Ärz- Arzt und Patient
tekammern zusammengeschlos- aBerufsständische Versorgung für
sen. Ärzte und deren Familienmitglie-
der
Ärztegenossenschaften aFürsorgeeinrichtungen für in Not
en physicians’ cooperative geratene Kammermitglieder
fr coopérative de médicins aGutachter- und Schlichtungsstel-
Ärztegenossenschaften sind Zu- len zur Klärung von Behand-
sammenschlüsse von Ärzten. Ihr lungsfehlern
Ziel ist es, ihre Mitglieder wirt- aAusbildung von Arzthelferinnen
schaftlich und politisch zu vertre- aWahrnehmung der beruflichen
ten. Da sie ähnliche Ziele wie Belange der Kammermitglieder
Kassenärztliche Vereinigungen Die Landes(zahn)ärztekammern
(KVen) und Ärztekammern ver- sind auf Bundesebene in der Bun-
folgen, bezeichnet man sie auch als des(zahn)ärztekammer zusam-
„Parallelorganisationen“. mengeschlossen. Sie koordiniert
die Tätigkeiten der Landesärzte-
Ärztekammer kammern. Der Deutsche Ärztetag
en chamber of physicians ist die jährliche Hauptversamm-
fr chambre des médecins lung der Ärzte bzw. ihrer Vertreter.
Ärztekammern sind Berufsvertre-
tungen der Ärzte, die nach den je- Arzthonorar
weiligen Kammer- oder Heilberufs- en physician’s fee
gesetzen der Bundesländer für die fr honoraires du médecin
Selbstverwaltung der berufsständi- Das Arzthonorar ist ein finanzielles
schen Angelegenheiten zuständig Entgelt für erbrachte ärztliche Lei-
sind. Jeder approbierte Arzt ist stungen. Vertragsärzte rechnen
Pflichtmitglied in seiner örtlich zu- ihre Leistungen gegenüber der ge-
ständigen Kammer, deren Aufga- setzlichen Krankenversicherung
ben je nach Bundesland wie folgt (Krankenversicherung, gesetzli-
lauten: che) über die Kassenärztlichen
aRegelung und Überwachung der Vereinigungen nach dem Einheit-
ärztlichen Berufspflichten lichen Bewertungsmaßstab (EBM)
aWeiterbildung und Fortbildung ab. Die privatärztliche Liquidation
21 Ärztliche Weiterbildung

erfolgt nach der Gebührenord- der (durch Mehrheitsabstimmung


nung für Ärzte (GOÄ). festgestellten) Standesauffassung
der deutschen Ärzteschaft verstan-
Ärztliche (Muster-)Berufsord- den werden.
nung
en professional code of conduct for Ärztliche Vorsorgeuntersuchung
physicians en preventive medical examination
fr code professionnel des méde- fr examen médical de prévention
cins Eine ärztliche Vorsorgeuntersu-
Die Berufsordnung ist die von der chung ist eine Untersuchung vor
jeweiligen Ärztekammer im Rah- Eintritt des Krankheitsfalles. Dazu
men ihres Selbstverwaltungsrechts gehören einerseits Maßnahmen zur
in Form einer Satzung (und damit Verhütung von Erkrankungen und
als Bestandteil des verbindlichen andererseits auch Maßnahmen, die
Standesrechts) erlassene Ordnung sich gegen Krankheitsursachen, ge-
zur Regelung des beruflichen Ver- gen die Krankheiten selbst und ge-
haltens der ihr angehörenden Ärzte gen die Verschlimmerung von
(Berufspflichten). Rechtsgrundlage Krankheiten richten. Zu den von
für den Erlass der Berufsordnung den gesetzlichen Krankenkassen
ist das im jeweiligen Bundesland (Krankenkassen, gesetzliche) ge-
geltende Kammer- bzw. Heilbe- tragenen Vorsorgeuntersuchungen
rufsgesetz. gehören die Schwangerschaftsvor-
Für größtmögliche Rechtseinheit sorge, Vorsorgeuntersuchungen
soll die (Muster-) Berufsordnung bei Säuglingen und Kindern, die
für die deutschen Ärztinnen und Vorsorge für durch den Beruf be-
Ärzte (MBO-Ä) sorgen, die seitens sonders hohen gesundheitlichen
der Bundesärztekammer vom Risiken ausgesetzten Arbeitneh-
Deutschen Ärztetag beschlossen mer und die Vorsorge für jugendli-
wird. Die Musterberufsordnung che Arbeitnehmer.
stellt weder eine rechtsverbindli-
che Vorgabe für die Ärztekammern Ärztliche Weiterbildung
(ebenfalls nicht für die Aufsichts- en postgraduate medical training
behörden) noch unmittelbar ver- fr formation continue des méde-
bindliches Recht für die einzelnen cins
Ärzte dar. Sie soll vielmehr den Die Landesärztekammern legen ge-
Ärztekammern als Vorbild für de- mäß der Weiterbildungsordnung
ren eigene Ordnungen dienen und des Deutschen Ärztetages die
kann darüber hinaus als Ausdruck Weiterbildung in
Ärztliche Zentralstelle Qualitätssicherung 22

aGebieten aZusatzbezeichnung
aSchwerpunkten agenehmigungspflichtige Leistun-
aBereichen gen
fest. Der erfolgreiche Abschluss der aPraxisanschrift mit Telefonnum-
Weiterbildung berechtigt zur An- mer
kündigung einer speziellen ärztli- aPrivatanschrift mit Telefonnum-
chen Tätigkeit durch Führen einer mer
aFacharztbezeichnung aPostanschrift
azur Facharztbezeichnung zu- aSprechzeiten
sätzlichen Schwerpunktbezeich- Die Eintragung in das Arztregister
nung setzt die Approbation als Arzt so-
aZusatzbezeichnung wie den Nachweis einer abge-
schlossenen Weiterbildung voraus;
Ärztliche Zentralstelle Qualitäts- Zahnärzte müssen eine zweijährige
sicherung (ÄZQ) Vorbereitungszeit ableisten. Ärzte
Zentralstelle der deutschen Ärz- aus anderen EU-Ländern können
teschaft zur Qualitätssicherung in bei entsprechendem Nachweis
der Medizin (ÄZQ) ebenfalls registriert werden. Die
Eintragung ist Voraussetzung für
Ärztlicher Not- und Bereitschafts- die Zulassung als Ver-

dienst trags(zahn)arzt. Die Register wer-


Notdienst den für jeden Zulassungsbezirk
durch die Kassenärztlichen Verei-
Arztnetz nigungen und auf Bundesebene als
Praxisnetz Bundesarztregister durch die
Kassen(zahn)ärztliche Bundes-

Arztregister vereinigung (KBV/KZBV) geführt.


en physicians register Analoge Regelungen gelten für die
fr régistre des médecins Zahnärzte.
Das Arztregister enthält die Akten
aller Ärzte und Psychotherapeuten Arztwahl, freie
einer Kassenärztlichen Vereini- Patientenrechte

gung mit Angaben zum Arzt bzw.


zur Praxis. Im Arztregister werden Auffälligkeitsprüfung
folgende Angaben zum Arzt ge- Wirtschaftlichkeitsprüfung

führt:
aPromotion Aufklärungspflicht
aTeilgebietsanerkennung Patientenrechte
23 Auslandskrankenschein

Ausgaben für Gesundheit Auslandskrankenschein


Gesundheitsausgaben en claims form for countries
abroad
Ausgabenpolitik, einnahmen- fr formulaire donnant droit au
orientierte prestations médicales à l’étran-
Beitragssatzstabilität ger
Der Auslandskrankenschein findet
Ausgabenvolumina seine Anwendung bei kurzfristigen
en fixed amount of expenditures Aufenthalten im europäischen
fr montant fixe de dépenses Ausland. Das Formular „E 111“
Bei den Ausgabenvolumina han- deckt alle unmittelbar notwendi-
delt es sich um Obergrenzen für die gen, unaufschiebbaren Sachlei-
von Vertragsärzten veranlassten stungen, wie z. B. Notfallbehand-
Ausgaben für Arznei-, Heil- und lungen nach einem Unfall ab. Nicht
Verbandsmittel, die von den Lan- alle Länder akzeptieren den Aus-
desverbänden der Krankenkassen landskrankenschein. In manchen
und den Verbänden der Ersatzkas- Ländern, wie z. B. Österreich muss
sen gemeinsam und einheitlich mit der Auslandskrankenschein erst in
den Kassenärztlichen Vereini- einen Krankenschein des Reiselan-
gungen vereinbart werden. Durch des umgetauscht werden. In Groß-
arztgruppenspezifische Richtgrö- britannien und Irland genügt sogar
ßen wird dem einzelnen Arzt eine die deutsche Chipkarte (Kran-
Orientierungshilfe für das Volumen kenversichertenkarte) in Verbin-
der verordneten Leistungen vorge- dung mit dem gültigen Reisepass
geben. Die Vereinbarung von Aus- als Nachweis der Krankenversiche-
gabenvolumina und Richtgrößen rung. Häufig wird der Auslands-
findet auf Landesebene statt. Die krankenschein allerdings von den
für die Vereinbarungen maßgebli- Ärzten nicht akzeptiert, und es
che medizinische Entwicklung ist muss in Vorkasse gegangen wer-
jedoch wesentlich von länderüber- den. Gegen Vorlage der Rechnun-
greifenden Komponenten geprägt. gen wird in Deutschland das Geld
Um die technische Abwicklung zu für Medikamente bzw. Behandlun-
erleichtern, geben die Spitzen- gen von der Kasse erstattet. Die Er-
verbände der Krankenkassen ge- stattung erfolgt allerdings nur in
meinsam mit der Kassenärztli- Höhe des deutschen Kassensatzes.
chen Bundesvereinigung regelmä- Gegebenenfalls muss der Patient
ßig Empfehlungen zur Durchfüh- die Differenz selber tragen. In allen
rung dieser Regelungen. EU-Ländern, in denen es bereits
Auslandskrankenschutz 24

eine Krankenversichertenkarte lung. Außerdem gilt stets der Lei-


gibt, wird derzeit die Europäische stungskatalog des Urlaubs- bzw.
Krankenversichertenkarte einge- des Reiselandes. Seit Januar
führt. Gültig seit 01.07.2004 ersetzt 2004 sind Versicherte grundsätz-
sie den Auslandskrankenschein lich berechtigt, auch Leistungser-
(E111). Auslandskrankenscheine, bringer in anderen Staaten im Gel-
die vor dem 31. Mai 2004 ausge- tungsbereich des Vertrages zur
stellt wurden, behalten ihren Wert. Gründung der EG und des Abkom-
Die Europäische Krankenversicher- mens über den Europäischen Wirt-
tenkarte wird den Versicherten ent- schaftsraum anstelle der Sach- oder
weder zusätzlich zur nationalen Dienstleistung im Wege der Kos-
Krankenversichertenkarte oder auf tenerstattung in Anspruch zu neh-
deren Rückseite zur Verfügung ge- men, es sei denn, Behandlungen
stellt. Sie enthält folgende Daten: für diesen Personenkreis im ande-
Name, Vorname, Geburtsdatum, ren Staat sind auf der Grundlage ei-
persönliche Kennnummer, Kenn- nes Pauschalbetrages zu erstatten
nummer der Krankenkasse, Kenn- oder unterliegen aufgrund eines
nummer der Karte und Ablaufda- vereinbarten Erstattungsverzichts
tum. Mit der Einführung der elek- nicht der Erstattung (Auslands-
tronischen Gesundheitskarte krankenschein).
(Gesundheitskarte, elektroni-
sche) in Deutschland ab 2006 wird Ausschluss unwirtschaftlicher
die elektronische Karte automa- Arzneimittel
tisch auf der Rückseite mitgeliefert. Negativliste

Auslandskrankenschutz Ausschuss Krankenhaus


en health insurance abroad en federal hospital committee
fr assurance-maladie à l’ètranger fr commission fédérale de l’hôpi-
Für Urlaubsreisende besteht ge- tal
setzlicher Krankenversicherungs- Der Ausschuss Krankenhaus
schutz auch in Ländern, die mit der wurde im Jahr 2000 gemäß § 137c
Bundesrepublik Deutschland ein SGB V eingeführt und von der
Sozialversicherungsabkommen ge- Bundesärztekammer, den Spit-

schlossen haben (alle EU-Staaten, zenverbänden der Krankenkassen


zusätzlich Schweiz, Türkei, Tsche- und der Deutschen Kranken-
chien, Ungarn). Allerdings umfasst hausgesellschaft gebildet. Mit der
dieser Krankenschutz nur die akut Einführung des GKV-Modernisie-
medizinisch notwendige Behand- rungsgesetzes werden die Aufga-
25 ÄZQ

ben des Ausschusses Krankenhaus aus hat der G-BA die Aufgabe, Maß-
seit 01.01.2004 vom Gemeinsa- nahmen der Qualitätssicherung bei
men Bundesausschuss (G-BA) zugelassenen Krankenhäusern zu
übernommen. Der G-BA überprüft beschließen. Die Beschlüsse des
Untersuchungs- und Behandlungs- Gemeinsamen Bundesausschus-

methoden, die zu Lasten der ge- ses sind für die Versicherten, die
setzlichen Krankenkassen (Kran- Krankenkassen und für die an der
kenkasse, gesetzliche) im Rahmen ambulanten ärztlichen Versorgung
einer Krankenhausbehandlung beteiligten Leistungserbringer und
angewandt werden oder ange- die zugelassenen Krankenhäuser
wandt werden sollen. Hierbei wird verbindlich.
sichergestellt, dass diagnostische
oder therapeutische Verfahren im Aut-idem-Regelung
Krankenhaus für eine ausrei- Arzneimittelsubstitution

chende, zweckmäßige und wirt-


schaftliche Versorgung der (gesetz- Aut-Simile-Verbot
lich versicherten) Patienten erfor- Arzneimittelsubstitution

derlich sind. Der G-BA ist per Ge-


setz beauftragt, Leistungen oder AWMF
Maßnahmen einzuschränken oder Arbeitsgemeinschaft der Wissen-
auszuschließen, wenn nach dem schaftlichen Medizinischen Fach-
allgemeinen Stand der medizini- gesellschaften
schen Erkenntnisse der diagnosti-
sche oder therapeutische Nutzen, ÄZQ
die medizinische Notwendigkeit Zentralstelleder deutschen Ärz-
oder die Wirtschaftlichkeit nicht teschaft zur Qualitätssicherung in
nachgewiesen sind. Darüber hin- der Medizin
Bagatellarzneimittel 26

zeichnete der Basispflegesatz den


Pflegesatz für die Krankenhausbe-
handlung, mit dem die Kosten für
Verpflegung und Unterhalt eines
Patienten im Krankenhaus gedeckt
wurden. Ergänzt wurde er durch
Bagatellarzneimittel Abteilungspflegesätze, die abhän-
en comfort drugs gig von der jeweiligen Abteilung
fr médicaments de confort und den Kosten der Versorgung in
So bezeichnet man Medikamente, diesen Abteilungen waren.
die zur Behandlung leichterer Er- Mit der verbindlichen Einführung
krankungen wie Erkältungskrank- von DRGs im Jahr 2004 wurden
heiten oder Reisekrankheiten ein- der Basispflegesatz und die Abtei-
gesetzt werden. Nach dem Gesund- lungspflegesätze durch diagnose-
heitsreformgesetz (GRG) sind sie orientierte Fallpauschalen ersetzt.
seit 1989 für Versicherte ab dem Hiervon ausgenommen sind psych-
18. Lebensjahr von der Leistungs- iatrische Krankenhäuser und selb-
pflicht der gesetzlichen Kranken- ständige psychiatrische Abteilun-
versicherung ausgeschlossen. gen an Allgemeinkrankenhäusern.

BAH BDA
Bundesfachverband der Arznei- Berufsverband der Allgemein-
mittelhersteller ärzte Deutschlands – Hausärzte-
verband e. V.
BAK
Bundesapothekerkammer BDI
Bundesverband Deutscher Inter-
BÄK nisten
Bundesärztekammer

Bedarfsplanung
BÄO en requirements planning
Bundesärzteordnung fr planification des besoins
Die Bedarfsplanung dient der Si-
Basispflegesatz cherstellung der vertragsärztlichen
en general hospital rate Versorgung. Sie soll eine ausrei-
fr prix de base d’une journée chende flächendeckende Versor-
d’hospitalisation gung mit niedergelassenen Ärzten
Vor Einführung der DRGs be- gewährleisten. Nach dem Gesetz
27 Befreiung von der Zuzahlungspflicht

haben die Kassenärztlichen Ver- Befreiung von der Zuzahlungs-


einigungen (KV) im Einvernehmen pflicht
mit den Landesverbänden der en exemption from co-payment
Krankenkassen für den KV-Bereich fr exonération de l’obligation de
Bedarfspläne zu erstellen. Eine Be- régler les frais complémentaires
darfsplanung gibt es auch für die Für Krankenversicherte unter
Krankenhausversorgung (Kran- 18 Jahren und Auszubildende
kenhausbedarfsplanung). übernimmt die gesetzliche Kran-
kenversicherung (Krankenversi-
Bedarfszulassung Ärzte, Zahn- cherung, gesetzliche) die gesamten
ärzte Kosten, so dass sie vollständig von
en SHI-physician/dentist accredita- allen Zuzahlungen befreit sind.
tion Alle anderen Krankenversicherten
fr Autorisation des médecins/des müssen derzeit nicht mehr als zwei
dentistes en fonction des Prozent ihres jährlichen Bruttoein-
besoins kommens als Zuzahlungen zu den
Durch die Bedarfszulassung nach Leistungen der gesetzlichen Kran-
§ 102 SGB V soll eine (zahn)ärztli- kenversicherung erbringen. Für
che Über- oder Unterversorgung ei- chronisch kranke Menschen
nes Versorgungsgebietes ausge- (Chroniker-Regelung) liegt diese
schlossen werden. Seit 2003 erfolgt Belastungsgrenze bei einem Pro-

sie aufgrund von arztgruppenbezo- zent des jährlichen Bruttoeinkom-


genen Verhältniszahlen, die gesetz- mens.
lich festgelegt werden. Damit wird Die individuelle Belastungs-
das zahlenmäßige Verhältnis von grenze orientiert sich am Haus-
Hausärzten und Fachärzten in ei- haltseinkommen. Das bedeutet, die
nem Versorgungsgebiet bestimmt. Zuzahlungen des Versicherten und
Zulassungsanträge von Ärzten, die seiner Angehörigen werden zusam-
zu einer Überschreitung dieser mengezählt, ebenso die Einnah-
Zahl führen, werden abgelehnt, es men zum Lebensunterhalt der Fa-
sei denn, der Bedarfsplan des Ge- milie. Für Kinder und andere Ange-
bietes sieht ausnahmsweise die Be- hörige gibt es Freibeträge. Für den
setzung zusätzlicher Vertragsarzt- Lebenspartner beträgt der Freibe-
sitze vor, soweit diese für die Ver- trag 4.347 Euro. Für jedes Kind gibt
sorgung unerlässlich sind. es einen Freibetrag in Höhe von
3.648 Euro.
Die bisherige teilweise oder voll-
ständige Befreiung von Zuzahlun-
Behandlungsfall 28

gen existiert seit dem Krankheitsfälle umfassen, umge-


01.01.2004 nicht mehr. Befreiungs- kehrt kann ein Krankheitsfall, der
bescheinigungen wurden zum zeitlich ein Quartal überschreitet,
31.12.2003 ungültig. Die Betroffe- mehrere Behandlungsfälle nach
nen wurden von ihrer Kranken- sich ziehen.
kasse angeschrieben und über die
Neuregelung informiert. Aus- Behandlungsfehlermanagement
nahme: Für Zahnersatz gelten noch en management of treatment er-
bis Ende 2004 die alten Befreiungs- rors
regeln. fr gestion d’erreurs de traitement
Für das Erreichen der Belastungs- Krankenkassen bieten ihren Mit-
grenze werden jetzt alle Zuzahlun- gliedern vermehrt die Dienstlei-
gen berücksichtigt, d. h. auch die stung des Behandlungsfehlermana-
Zuzahlungen für Hilfsmittel und gements an. Patienten, die den be-
für die stationäre Behandlung im gründeten Verdacht haben, Opfer
Krankenhaus oder bei stationären eines oder mehrerer Behandlungs-
Leistungen der Vorsorge oder fehler geworden zu sein, finden in
Rehabilitation. Wer seine persön- ihrer Kasse so einen Ansprechpart-
liche Belastungsgrenze erreicht hat ner, der sie bei der Verfolgung des
und dies seiner Krankenkasse Behandlungsfehlers und der not-
durch Belege nachweist, wird von wendigen Beweisführung fachkun-
allen weiteren Zuzahlungen für das dig unterstützt. So können Kran-
laufende Jahr befreit. Bereits zu kenkassen beispielsweise für den
viel geleistete Zuzahlungen werden Patienten kostenfreie Gutachten in
erstattet. Auftrag geben.

Behandlungsfall Behandlungspfad
en case of treatment en pathway of treatment
fr relevé trimestriel des soins fr plan de traitement
Die gesamte Behandlung, die von Ein Behandlungspfad stellt einen
demselben Vertrags(zahn)arzt Diagnose- und Behandlungsweg in
innerhalb desselben Quartals an Form eines strukturierten Ent-
demselben Patienten vorgenom- scheidungsbaums dar. Diese Form
men wird, gilt bei der Abrechnung der Darstellung wird vor allem zur
der erbrachten Leistungen als ein differentialdiagnostischen Ent-
Behandlungsfall (vgl. § 21 Bun- scheidung oder bei der Darstellung
desmantelvertrag). Ein Behand- von Therapieempfehlungen bzw.
lungsfall kann daher mehrere Disease Management Program-
29 Beitragsbemessungsgrenze

men eingesetzt. Beitragsbedarf


Risikostrukturausgleich

Behandlungsquittung
en receipt of treatment Beitragsbemessung
fr quittance de traitement en assessment of contributions
Mit In-Kraft-Treten des GKV-Mo- fr détermination des cotisations
dernisierungsgesetzes am Als Beitragsbemessung bezeichnet
01.01.2004 hat jeder Patient bei ei- man die Ermittlung des Beitrags ei-
nem Arztbesuch das Recht auf eine nes Versicherten. Dies geschieht
Patientenquittung (§ 305 Abs durch Multiplikation des Beitrags-
2 SGB V). Diese enthält alle er- satzes mit dem Lohneinkommen
brachten Leistungen und Kosten, des Arbeitnehmers. Die Kranken-
die der behandelnde Arzt abrech- kassen müssen ihre Beiträge insge-
net. Der Patient kann diese Quit- samt so bemessen, dass die Bei-
tung wahlweise nach jeder Be- tragseinnahmen zusammen mit
handlung oder einmal pro Quartal den weiteren Einnahmen die Aus-
einfordern. Wird die Quittung gaben decken. Hierzu legt jede ein-
quartalsweise erstellt, leistet der zelne Krankenkasse ihren Beitrags-
Patient eine Aufwandspauschale satz fest. Gegebenenfalls sind Bei-
von einem Euro zuzüglich Ver- tragssatzerhöhungen oder -ermäßi-
sandkosten. Ziel ist es, die Versi- gungen vorzunehmen.
cherten zur Überprüfung der mit
der Kasse abgerechneten ärztlichen Beitragsbemessungsgrenze
Leistungen anzuhalten, die Trans- en contribution threshold
parenz zu steigern und ein kosten- fr plafond des cotisations
bewusstes Verhalten zu fördern. Die Beitragsbemessungsgrenze ist
die Jahreseinkommenshöhe, die
Behinderung für die Berechnung des Beitrags zur
en handicap/disability Gesetzlichen Krankenversicherung
fr handicap (GKV) relevant ist. Alle darüber
Eine Behinderung ist ein angebore- hinausgehenden Einnahmen wer-
ner oder erworbener, körperlicher, den außer Acht gelassen. Bis Ende
geistiger oder seelischer Schaden, 2002 entsprach sie 75 % der Bei-
der den Betroffenen in seiner Ein- tragsbemessungsgrenze zur gesetz-
gliederung in das gesamte Lebens- lichen Rentenversicherung. Seit
umfeld zu beeinträchtigen droht dem 01.01.2003 ist die Beitragsbe-
oder beeinträchtigt und nicht nur messungsgrenze sowohl in der
vorübergehender Natur ist. Krankenversicherung als auch in
Beitragsrückerstattung 30

der Pflegeversicherung an die Krankenkassen in Anspruch ge-


Versicherungspflichtgrenze in nommen haben. Die Satzung der
der gesetzlichen Krankenversiche- jeweiligen Krankenkasse regelt die
rung (Krankenversicherung, ge- Höhe des Rückzahlungsbetrages,
setzliche) gebunden. Danach wird bei Arbeitnehmern einschließlich
die Höhe der Beitragsbemessungs- der vom Arbeitgeber zu tragenden
grenze jährlich dynamisiert. Sie be- Beitragsanteile. Der Rückzahlungs-
trägt im Jahr 2004 bundesweit betrag darf ein Zwölftel der jeweils
41.850 Euro pro Jahr oder im Kalenderjahr gezahlten Beiträge
3.487,50 Euro monatlich. nicht überschreiten. Er soll inner-
halb eines Jahres nach Ablauf des
Beitragsrückerstattung Kalenderjahres an das Mitglied ge-
en contribution refund zahlt werden (§ 54 SGB V).
fr remboursement des cotisations
Die Beitragsrückerstattung ist eine Beitragssatz der gesetzlichen
Rückzahlung von Beiträgen nach Krankenversicherung (GKV)
einem festgelegten Schlüssel. Bei- en contribution rate
tragsrückerstattung gab es bisher fr taux de cotisation
nur in der privaten Krankenversi- Die gesetzlichen Krankenversiche-
cherung (Krankenversicherung, rungen (Krankenversicherung,
private). Sie hängt von der Lei- gesetzliche) berechnen ihren Bei-
stungsinanspruchnahme der Versi- trag nach einem bestimmten Pro-
cherten ab. Wenn der Versicherte zentsatz von den beitragspflichti-
im vorangegangenen Kalenderjahr gen Einkommen der Versicherten.
keine Leistungen zu Lasten der Dazu gehören Arbeitsentgelt,
Versicherung in Anspruch genom- Rente und Versorgungsbezüge. Für
men hat, hat er in der Regel einen freiwillig Versicherte wird der Bei-
Anspruch auf Rückerstattung. In- trag gemäß der Satzung festgelegt.
folge des GKV-Modernisierungs- Dabei ist ihre gesamte wirtschaftli-
gesetzes kann seit dem che Leistungsfähigkeit zu berück-
01.01.2004 auch die gesetzliche sichtigen, mindestens aber das Ein-
Krankenversicherung (Kranken- kommen, welches auch bei Pflicht-
versicherung, gesetzliche) für ihre versicherten berücksichtigt wird.
freiwilligen Mitglieder eine Bei- Die Beitragssätze sind in der Sat-
tragsrückerstattung vorsehen, zung festgelegt und gelten nur für
wenn sie und ihre mitversicherten die jeweilige Kasse.
Angehörigen in einem Kalender-
jahr keine Leistungen zu Lasten der
31 Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen

Beitragssatzstabilität Bekämpfung von Fehlverhalten


en contribution rate stability im Gesundheitswesen
fr stabilité du taux de cotisation en abatement of malpractice in
So bezeichnet man den Zustand public health care
stabiler Krankenkassenbeiträge. fr lutte contre le comportement
Die gesetzlichen Krankenversiche- criminel en santé publique
rer und die Leistungserbringer ha- Durch § 197a SGB V werden Kran-
ben nach § 71 SGB V ihre Verträge kenkassen (Krankenkasse, ge-
so zu gestalten, dass Beitragssatz- setzliche) und Kassenärztliche
erhöhungen für die Mitglieder einer Vereinigungen auf Landes- und
Krankenkasse ausgeschlossen Bundesebene verpflichtet, Stellen
sind. Wenn die notwendige medizi- zur Bekämpfung von Fehlverhalten
nische Versorgung auch nach Aus- im Gesundheitswesen einzurich-
schöpfung von Wirtschaftlichkeits- ten, welche „Fällen und Sachver-
reserven ohne Anhebung der Bei- halten nachzugehen haben, die auf
tragssätze nicht zu gewährleisten Unregelmäßigkeiten oder auf
ist, kann vom Grundsatz der Bei- rechtswidrige oder zweckwidrige
tragssatzstabilität abgewichen wer- Nutzung von Finanzmitteln im Zu-
den. sammenhang mit den Aufgaben
der jeweiligen Krankenkasse oder
Beitragszuschuss des jeweiligen Verbandes hindeu-
Arbeitgeberanteil ten“. In Frage kommen Fälle von

Beitragssatzstabilität. Entwicklung des durchschnittlichen Beitragssatzes zur


gesetzlichen Krankenversicherung in den vergangenen 30 Jahren (alte
Bundesländer).
Belastungsgrenze 32

Falschabrechnungen oder Korrup- samte Infrastruktur des Kranken-


tion. Die Bevölkerung ist aufgeru- hauses (Einrichtungen, Dienste
fen, sich in möglichen Fällen mit und Mittel) zu nutzen.
den betreffenden Institutionen in
Verbindung zu setzen. Belegarztwesen
en system of SHI-physicians with
Belastungsgrenze in-patient authorization
en copayment limit fr système de médecins agréés dis-
fr charge maximale posant de lits dans un service
Als Belastungsgrenze bezeichnet hospitalier
man die Obergrenze finanzieller Das Belegarztwesen dient der Ver-
Belastung eines Versicherten durch zahnung von ambulanter und sta-
Zuzahlungen bei Krankheit. Als tionärer Versorgung. Vorausset-
Belastungsgrenze gilt derzeit ein zungen für die Arbeit als Beleg-
Betrag in Höhe von 2 % der jährli- arzt sind zum einen die Gestattung
chen Bruttoeinnahmen zum Le- durch das Krankenhaus, zum ande-
bensunterhalt eines Versicherten. ren die Anerkennung als Belegarzt
Für chronisch Kranke liegt die Bela- durch die Kassen(zahn)ärztli-
stungsgrenze bei 1 % des Brutto- chen Vereinigungen (KVen). Der
jahreseinkommens (Chroniker- Belegarzt rechnet seine Leistungen
Regelung). Übersteigen die Zuzah- nach dem Einheitlichen Bewert-
lungen eines Versicherten im ungsmaßstab (EBM) zu Lasten der
Krankheitsfall die Belastungs- Gesamtvergütung ab. Die Lei-

grenze, wird er von der Zuzahlung stungen des Krankenhauses wer-


teilweise befreit (Befreiung von den nach den Regeln des Kranken-
der Zuzahlungspflicht). hausfinanzierungsrechts vergütet.

Belegarzt Benefit
en SHI-physician with in-patient Nutzen

authorization
fr médecin agréé disposant de lits Beobachtungs-/Kohortenstudie
dans un service hospitalier en observation study/cohort study
Belegärzte sind Ver- fr étude d’observation/étude de
trags(zahn)ärzte, die berechtigt cohorte
sind, ihre Patienten in ihrer Praxis In Beobachtungs- und Kohorten-
ambulant und im Krankenhaus sta- studien werden definierte Gruppen
tionär in so genannten Belegbetten von Patienten systematisch hin-
zu versorgen und hierfür die ge- sichtlich des zeitlichen Verlaufs be-
33 Berufsgenossenschaft

stimmter Zielvariablen kontrolliert. aEine definierte Population wird


Dabei werden ärztliche Therapie- ausgewählt, diese dann unter-
entscheidungen und deren Durch- sucht auf das Vorliegen be-
führung nicht beeinflusst. Der The- stimmter Faktoren (z. B. Hyper-
rapieverlauf wird beobachtet und cholesterinämie, Hypertonie).
dokumentiert. Für diese Faktoren wird eine
Beobachtungsstudien von Arznei- mögliche Assoziation zu be-
mitteln werden auch als Anwen- stimmten Ereignissen untersucht
dungsbeobachtungen bezeichnet. (Bsp. Framingham Study). Die
Dabei wird eine ausgewählte Pa- Schwierigkeit dieses Studiende-
tientengruppe beobachtet. Das Ziel signs ist das Problem der Ver-
ist, die Wirksamkeit und Verträg- gleichbarkeit der Gruppen hin-
lichkeit des Arzneimittels nach Zu- sichtlich anderer Faktoren, die
lassung unter Alltagsbedingungen Einfluss auf die Ereignisse haben
zu testen. Bei gesundheitsökono- könnten. In Effektivitätsstudien
mischen Beobachtungsstudien (Interventionsstudien) wird
werden neben dem Verbrauch von dieses Problem durch die
Gütern und Dienstleistungen im Randomisierung gelöst.

Versorgungsprozess und den damit


verbundenen Ergebnissen auch die Berufsgenossenschaft (BG)
Kosten der jeweiligen Therapie en social insurance for occupa-
erhoben. tional accidents
In einer Kohortenstudie wird eine fr assurance sociale pour les acci-
definierte Patientengruppe (eine dents du travail
Kohorte) über einen bestimmten Die Berufsgenossenschaften sind
Zeitraum beobachtet, um zu sehen, die Träger der gesetzlichen Unfall-
wie viele Patienten ein festgelegtes versicherung. (Unfallversiche-
Merkmal entwickeln. Dabei gibt es rung, gesetzliche) Sie sind Körper-
zwei Möglichkeiten: schaften des öffentlichen Rechts;
aDie Studienpopulation wird ihre Mitglieder sind per Gesetz alle
durch den Einschluss vergleich- Unternehmen, eingeteilt nach Ge-
barer Patienten gebildet, die ent- werbezweigen in gewerbliche,
weder bestimmten Einflüssen landwirtschaftliche und See-BG.
ausgesetzt sind oder nicht (z. B. Sie überwachen die Einhaltung der
Raucher und Nichtraucher) und Unfallverhütungsvorschriften und
ein definiertes Ereignis wird be- führen nach Arbeitsunfällen und
obachtet (z. B. Bronchial- bei Berufskrankheiten Heilbehand-
Karzinom). lungen und Rehabilitationsmaß-
Berufsunfähigkeit 34

nahmen zur Wiederherstellung der Bundesverband. Der BDA setzt sich


Erwerbsfähigkeit durch. Sie zahlen für die Stärkung der hausärztlichen
bei Erwerbsunfähigkeit Renten Versorgung und Vergütung ein.
(EU-Rente) an die Versicherten und
nach tödlichen Arbeitsunfällen Ab- Berufsverband Deutscher Inter-
findungen an die Hinterbliebenen. nisten (BDI)
en Federal Union of German Inter-
Berufsunfähigkeit nal Medicine Practitioners
en occupational disability fr union fédérale des internistes
fr incapacité de travail allemands
Berufsunfähigkeit bezeichnet die Der BDI wurde am 05.04.1959 an-
Unfähigkeit, den erlernten bzw. lässlich des Internisten-Kongresses
bisher ausgeübten Beruf weiterhin in Wiesbaden gegründet, um die
auszuüben. Ein Rentenanspruch Interessen der Internisten ange-
besteht nach erfüllter Wartezeit, sichts der sozial- und berufspoliti-
wenn Erwerbsfähigkeit infolge ei- schen Situation zu vertreten. Mit
ner Krankheit oder anderer Gebre- über 26.000 Mitgliedern ist der BDI
chen oder einer Schwäche der kör- der mitgliederstärkste Fachärzte-
perlichen oder geistigen Kräfte auf verband Europas.
weniger als die Hälfte der Erwerbs-
fähigkeit eines Gesunden mit ähnli- Besondere Therapierichtungen
cher Ausbildung und gleichwerti- en particular therapies
gen Kenntnissen und Fähigkeiten fr thérapies particulières
herabgesunken ist. Das Sozialgesetzbuch V (SGB V)
versteht unter diesem Begriff die
Berufsverband der Allgemein- Phytotherapie (Behandlung mit
ärzte Deutschlands – Deutscher pflanzlichen Wirkstoffen), die
Hausärzteverband e. V. (BDA) Homöopathie und die Anthropo-

en Federal Union of German Gen- sophie. Behandlungsmethoden


eral Practitioners und Heilmittel der besonderen The-
fr union fédérale des médecins gé- rapierichtungen sind von der Er-
néralistes allemands stattung durch die Krankenkassen
Der BDA ist die Interessenvertre- ausdrücklich nicht ausgeschlossen.
tung der deutschen Hausärzte, dem Infolge des GKV-Modernisie-
über 23.000 niedergelassene Allge- rungsgesetzes sind Phytophar-
meinärzte und praktische Ärzte an- maka als rezeptfreie Arzneimittel
gehören. Organisiert ist er in seit 01.01.2004 mit wenigen Aus-
17 Landesverbänden und einem nahmen allerdings nicht mehr er-
35 Betriebskrankenkassen

stattungsfähig. hang zwischen Arbeitsbedingun-


gen und Erkrankungen zu gewin-
Betäubungsmittelgesetz (BtMG) nen und hieraus entsprechende
en narcotics law Maßnahmen abzuleiten, da ca. ein
fr loi sur les stupéfiants Drittel aller krankheitsbedingten
Das Betäubungsmittelgesetz regelt Fehltage durch betriebliche Ge-
alle im Zusammenhang mit Betäu- sundheitsförderung vermieden
bungsmitteln (Drogen) auftreten- werden könnten.
den rechtlichen Fragen. Vor allem
wird festgelegt, was als Betäu- Betriebskrankenkassen (BKK)
bungsmittel nach diesem Gesetz zu en company health insurance
gelten hat. Das Gesetz heißt exakt: fr caisses d’assurance-maladie des
Gesetz über den Verkehr mit Betäu- entreprises
bungsmitteln. Die Betriebskrankenkassen stellen
in den Betrieben, für die sie errich-
Betriebliche Gesundheitsförde- tet sind, die gesetzliche Kranken-
rung versicherung (Krankenversiche-
en workplace health promotion rung, gesetzliche) sicher. Unter-
fr promotion de la santé au sein nehmen und öffentliche Verwal-
de l’entreprise tungen können für einen oder meh-
Chemische, biologische und physi- rere Betriebe Betriebskrankenkas-
kalische Einwirkungen am Arbeits- sen errichten, wenn in diesen Be-
platz können die Gesundheit beein- trieben mindestens 1.000 Versiche-
trächtigen, Unfälle oder Erkran- rungspflichtige beschäftigt sind,
kungen hervorrufen. Die betriebli- die Leistungsfähigkeit der Kasse
che Gesundheitsförderung umfasst auf Dauer gesichert ist und sie den
Maßnahmen, um physische und Bestand oder die Leistungsfähig-
psychische Belastungen am Ar- keit vorhandener Ortskrankenkas-
beitsplatz zu mindern oder zu be- sen nicht gefährden. Im Gegensatz
heben. Dazu zählen auch Präven- zu früher können sich bereits beste-
tionsmaßnahmen, um Krankheits- hende Betriebskrankenkassen
ursachen frühzeitig zu erkennen auch für Betriebsfremde öffnen. Im
und vorzubeugen oder zu behan- Zuge des GKV-Modernisierungs-
deln. Die gesetzlichen Krankenver- gesetzes (GMG) hat der Gesetzge-
sicherungen arbeiten in diesem Be- ber allerdings festgeschrieben, dass
reich eng mit den Berufsgenos- diese Öffnung nicht mehr durch
senschaften zusammen, um Er- Satzungsregelung rückgängig ge-
kenntnisse über den Zusammen- macht werden kann (§ 173 Abs. 2
Betriebsverordnung für Arzneimittelgroßhandelsbetriebe 36

SGB V). Auch dürfen sich nach Arzneimittel in den Geltungsbe-


dem 09.09.2003 errichtete Be- reich dieses Gesetzes verbringen
triebskrankenkassen bis zum Jahr oder in denen Arzneimittel entwi-
2007 nicht für betriebsfremde Mit- ckelt, hergestellt, geprüft, gelagert,
glieder öffnen. Ziel dieser Maßnah- verpackt oder in den Verkehr ge-
men ist es, Wettbewerbsvorteile bracht werden, soweit es geboten
der Betriebskrankenkassen gegen- ist, um einen ordnungsgemäßen
über den anderen gesetzlichen Betrieb und die erforderliche Quali-
Krankenkassen (Krankenkasse, tät der Arzneimittel sicherzustel-
gesetzliche) auszugleichen. len. Die Rechtsverordnung ergeht
Infolge des GMG wird die Bildung im Einvernehmen mit dem Bundes-
einer Betriebskrankenkassen für ministerium für Umwelt, Natur-
Betriebe ausgeschlossen, die als schutz und Reaktorsicherheit, so-
vertragliche Leistungserbringer weit es sich um radioaktive Arznei-
von Krankenkassen und deren Ver- mittel oder um Arzneimittel han-
bänden tätig sind (§ 147 Abs. 4 delt, bei deren Herstellung ionisie-
und § 157 Abs. 3 SGB V). rende Strahlen verwendet werden,
und im Einvernehmen mit dem
Betriebsverordnung für Arznei- Bundesministerium für Verbrau-
mittelgroßhandelsbetriebe cherschutz, Ernährung und Land-
en regulation for pharmaceutical wirtschaft, soweit es sich um Arz-
wholesalers neimittel handelt, die zur Anwen-
fr règlement sur les sociétés de dung bei Tieren bestimmt sind. Die
commerce en gros des médica- Verordnung gilt nicht für Betriebe
ments und Einrichtungen, die Großhandel
Die Verordnung regelt die betriebli- mit Gasen für medizinische Zwe-
chen Erfordernisse für Unterneh- cke oder mit Heilwässern betrei-
men, die Großhandel mit Arznei- ben.
mitteln betreiben. Nach § 54 des
Arzneimittelgesetzes (AMG) ist Bettenfehlbelegung
das Bundesministerium für Ge- Fehlbelegung

sundheit und Soziale Sicherung er-


mächtigt, im Einvernehmen mit Bewertungsausschuss
dem Bundeswirtschaftsministe- en committee for rating doctors’
rium durch Rechtsverordnung mit services
Zustimmung des Bundesrates Be- fr comité d’évaluation des presta-
triebsverordnungen für Betriebe tions des médecins
oder Einrichtungen zu erlassen, die Der Bewertungsausschuss ist das
37 BKK

Spitzengremium der Ärzte bzw. zwei Monaten beanstanden.


Zahnärzte und der Krankenkassen
zur Festlegung der einheitlichen Bewertungszahl für vertragsärzt-
Bewertungsmaßstäbe (EBM, Ein- liche Leistungen
heitlicher Bewertungsmaßstab) für en evaluation number for SHI-ac-
die ärztlichen bzw. zahnärztlichen credited services
Leistungen. Der Bewertungsaus- fr chiffres d’évaluation des presta-
schuss besteht aus sieben von der tions des médecins convention-
Kassenärztlichen Bundesvereini- nés
gung bestellten Vertretern sowie je Alle abrechnungsfähigen ärztli-
einem von den Bundesverbän- chen Leistungen werden im Ein-
den der Krankenkassen, der Bun- heitlichen Bewertungsmaßstab
desknappschaft und den Verbän- (EBM) aufgeführt. Allerdings wer-
den der Ersatzkassen bestellten den sie nicht mit Euro-Preisen ge-
Vertreter. Den Vorsitz führt ab- listet, sondern mit Punkten zu-
wechselnd ein Vertreter der Ärzte einander ins Verhältnis gesetzt. Als
und der Krankenkassen. In gleicher Bewertungszahlen drücken diese
Konstellation wird auch ein Bewer- Punkte das Wertverhältnis der ein-
tungsausschuss bei den Zahnärz- zelnen abrechnungsfähigen Lei-
ten gebildet, mit Vertretern der stungen zueinander aus. Einzige
Kassenzahnärztlichen Bundes- Ausnahme bilden die Laborleistun-
vereinigung und den Krankenkas- gen, die seit 1999 in DM- bzw. seit
senverbänden (§ 87 SGB V). Damit 2002 in Euro-Werten ausgedrückt
der EBM dem Stand der medizini- werden.
schen Wissenschaft und Technik
entspricht und Anreize zu einer BfA
wirtschaftlichen Leistungserbrin- Bundesversicherungsanstalt für

gung bietet, muss er vom Aus- Angestellte


schuss regelmäßig angepasst wer-
den. Mit In-Kraft-Treten des BfArM
GKV-Modernisierungsgesetzes Bundesinstitut für Arzneimittel

sind die Beschlüsse des Bewer- und Medizinprodukte


tungsausschusses einschließlich
der ihnen zugrunde liegenden Be- BGA
ratungsunterlagen dem Bundes- Bundesgesundheitsamt

ministerium für Gesundheit und


Soziale Sicherung vorzulegen. Es BKK
kann die Beschlüsse innerhalb von Betriebskrankenkassen
BLK 38

BLK Vorsorge betreiben. Dies gilt auch


Bundesverband der landwirt- für Versicherte, die an Modellen
schaftlichen Krankenkassen der hausarztzentrierten Versor-
gung, einem Disease Manage-
BMGS ment Programm, einer Maßnahme
Bundesministerium für Gesund- der Integrationsversorgung oder
heit und Soziale Sicherung der betrieblichen Gesundheits-
förderung teilnehmen. Ein An-
BMV spruch darauf besteht allerdings
Bundesmantelvertrag nur, wenn die jeweilige Kranken-
kasse eine entsprechende Regelung
Bonus-Malus-Regelung in ihrer Satzung vorsieht (§ 65a
en merit-demerit-rule SGB V).
fr règle du bonus-malus
Bonus-Malus-Regelungen ordnen BpflV
Honorarzu- und –abschläge be- Bundespflegesatzverordnung

stimmten Sachverhalten wie etwa


einem sparsameren Verordnungs- BPI
verhalten bei Arzneimitteln in der Bundesverband der Pharmazeu-
vertragsärztlichen Versorgung zu. tischen Industrie
Damit sollen Vertragsärzte zu ei-
nem entsprechenden Verhalten an- BSHG
gehalten werden. Im Bereich der Bundessozialhilfegesetz

Krankenversicherung betreffen sol-


che Regelungen das Verhalten der BtMG
Versicherten. So wird etwa der Ver- Betäubungsmittelgesetz

such unternommen, mit Zu- und


Abschlägen bei den Versicherungs- Budget
beiträgen ein bestimmtes Verhalten en budget
zu erzielen. Das GKV-Moderni- fr budget
sierungsgesetz sieht für die gesetz- Ein Budget ist ein pauschalierter
lichen Krankenkassen (Kranken- Betrag zur Vergütung der Gesamt-
kasse, gesetzliche) die Möglichkeit leistung eines oder mehrerer Lei-
vor, ihre Versicherten z. B. mit ei- stungserbringer (im Gesundheits-
ner Ermäßigung des Versiche- wesen). Starre Budgets sind unab-
rungsbeitrags zu honorieren, wenn hängig von der Inanspruchnahme
diese gesundheitsbewusstes Ver- von Leistungen z. B. durch Patien-
halten zeigen, indem sie u. a. aktiv ten. Flexible Budgets hingegen
39 Budgetüberschreitung

können von der Zahl der Patienten Budgetrelevanz


abhängen, jedoch wäre der Pau- en pertinence of budget
schalbetrag pro Patient fixiert. Kol- fr pertinence budgétaire
lektiv budgetiert für alle Vertrags- Als budgetrelevant gelten alle Kos-
ärzte einer Kassenärztlichen Ver- tengrößen, die Einfluss auf die Bud-
einigung waren zum Beispiel in der gets im Gesundheitswesen haben.
Vergangenheit die Ausgaben für Gemeinhin werden Einzelbudgets
Arzneimittel (Arzneimittelbud- betrachtet. (Beispiel: Hilfsmittel
get). waren nach § 84 SGB V nicht rele-
vant für das Arznei- und Heilmittel-
Budgetierung budget.)
en budgeting
fr budgétisation Budgetüberschreitung
Als Budgetierung bezeichnet man en budget topping
das Setzen von Obergrenzen für be- fr dépassement du budget
stimmte oder alle Ausgaben im Ge- Übersteigen die tatsächlichen Aus-
sundheitswesen (§§ 84 ff. SGB V). gaben die vereinbarten Budgets,
Um Beitragssatzstabilität bei der liegt eine Budgetüberschreitung
gesetzlichen Krankenversicherung vor. Auf der kollektiven Ebene haf-
(Krankenversicherung, gesetzli- teten die Ärzte in der Vergangen-
che) zu gewährleisten, legen die ge- heit für die Einhaltung des Arz-
setzlichen Krankenkassen (Kran- nei- und Heilmittelbudgets gemein-
kenkasse, gesetzliche) und die sam (Kollektivregress). Aller-
Kassenärztlichen Vereinigungen dings hat diese Haftung keine fi-
gemeinsam das jeweilige Ausgabe- nanziellen Folgen für die Ärzte ge-
volumen für die Bereiche ver- habt. Im Jahr 2001 wurde diese
trags(zahn)ärztlicher Leistungs- Kollektivhaftung vom Gesetzgeber
vergütung, Arznei- und Heilmittel- abgeschafft. Für den einzelnen Arzt
ausgaben fest (sektorale Budgetie- kann die Budgetüberschreitung
rung, Sektorale Budgets). Im Be- weiterhin haftungsrechtliche Kon-
reich der Krankenhäuser werden sequenzen haben. So vereinbaren
ebenfalls Budgets vereinbart. Aller- die Kassenärztlichen Vereinigun-
dings geschieht dies auf individuel- gen (KVen) und die Landesver-
ler Basis zwischen den Kranken- bände der Krankenkassen gemäß
kassen und den Krankenhäusern. § 84 SGB V im Bereich der Arznei-
mittel regional Obergrenzen für die
Arzneimittelausgaben und verstän-
digen sich auf Versorgungs- und
Bundesapothekerkammer 40

Wirtschaftlichkeitsziele. Diese des ärztlichen Berufs aufstellt, die


Obergrenzen gelten als Richtgrö- Bestallung und vorübergehende
ßen bei der Überprüfung der Wirt- Ausübung des ärztlichen Berufs re-
schaftlichkeit von Verordnungen. gelt und die Bundesregierung er-
Ergibt eine Wirtschaftlichkeits- mächtigt, eine ärztliche Gebühren-
prüfung, dass die Richtgrößen um ordnung zu erlassen. Ferner regelt
mehr als 15 % überschritten wer- die BÄO die Strafbestimmungen für
den, findet eine Beratung des ver- die unzulässige Ausübung der Heil-
ordnenden Arztes statt. Bei einer kunde.
Überschreitung der Richtgrößen
um mehr als 25 % kommt es zum Bundesarztregister
Regress. Der Arzt ist verpflichtet, en Federal Physician Register
den Mehraufwand zu ersetzen, so- fr régistre fédéral des médecins
fern er keine Praxisbesonderhei- Die Kassenärztliche Bundesver-
ten geltend machen kann. Der zu- einigung führt das Bundesarztre-
rückzuzahlende Betrag könnte nur gister, in dem alle Arztregister
gestundet oder erlassen werden, enthalten sind.
wenn damit eine Existenzgefähr-
dung des Vertragsarztes verbunden Bundesausschuss der Ärzte und
wäre. Krankenkassen (BAÄK)
en Federal Committee of Physi-
Bundesapothekerkammer (BAK) cians and Health Insurance
en Federal Chamber of Pharma- Funds
cists fr commission fédérale des méde-
fr chambre fédéral des pharma- cins et des caisses d’assurance-
ciens maladie
Die Bundesapothekerkammer ist Der Bundesausschuss der Ärzte
der Zusammenschluss aller Apo- und Krankenkassen ist im Zuge des
thekerkammern der Länder. GKV-Modernisierungsgesetzes

(GMG) als Gremium der gemein-


Bundesärztekammer (BÄK) samen Selbstverwaltung durch den
Ärztekammer Gemeinsamen Bundesausschuss

(G-BA) abgelöst worden. Als


Bundesärzteordnung (BÄO) Rechtsnachfolger des BAÄK be-
en Federal Order of Physicians schließt der G-BA Richtlinien zur
fr ordre fédéral des médecins Sicherung der ärztlichen/zahnärzt-
Die Bundesärzteordnung ist ein lichen Versorgung, die eine ausrei-
Bundesgesetz, das die Grundsätze chende, zweckmäßige und wirt-
41 Bundesgesundheitsrat

schaftliche Versorgung gewährleis- Der Bundesfachverband der Arz-


ten sollen. Insofern führt der G-BA neimittelhersteller (BAH) vertritt
die Aufgaben des BAÄK fort und die Interessen der Hersteller von
beschließt neben Richtlinien zur nichtverschreibungspflichtigen
ärztlichen Behandlung und zur Arzneimitteln. Die Mitgliedschaft
Versorgung mit Arzneimitteln im BAH schließt die Mitgliedschaft
(Arzneimittelrichtlinien) insbe- in anderen Verbänden der pharma-
sondere Richtlinien zur Einführung zeutischen Industrie nicht aus.
neuer Untersuchungs- und Be-
handlungsmethoden, aber zum Bundesgesundheitsamt (BGA)
Beispiel auch zur Beurteilung von en Federal Department of Public
Arbeitsunfähigkeit und zur Be- Health
darfsplanung. Der G-BA ist durch fr office fédéral d’hygiène pu-
den Gesetzgeber ermächtigt, Lei- blique
stungen oder Maßnahmen einzu- Das BGA wurde 1994 aufgelöst.
schränken oder auszuschließen, Seine Aufgaben wurden teilweise
wenn nach dem allgemeinen Stand durch das Bundesinstitut für Arz-
der medizinischen Erkenntnisse neimittel und Medizinprodukte
der diagnostische oder therapeuti- (BfArM), das Robert-Koch-Insti-
sche Nutzen, die medizinische Not- tut zur Erforschung und Bekämp-
wendigkeit oder die Wirtschaftlich- fung von Infektionskrankheiten
keit nicht nachgewiesen sind. Die (RKI, Berlin), Paul-Ehrlich-Insti-
Beschlüsse des Gemeinsamen Bun- tut (PEI, Berlin), und das Bundesin-
desausschusses sind für die Versi- stitut für gesundheitlichen Ver-
cherten, die Krankenkassen und braucherschutz und Veterinärme-
für die an der ambulanten ärztli- dizin (BgVV, Berlin) übernommen.
chen Versorgung beteiligten Lei-
stungserbringer sowie die zugelas- Bundesgesundheitsrat
senen Krankenhäuser verbindlich. en Council of Federal Health
fr conseil fédéral d’hygiène pu-
Bundesfachverband der Arznei- blique
mittelhersteller (BAH) Nach dem Vorbild des früheren
en Federal Association of non-pre- Reichsgesundheitsrats wurde bis
scription Medicines Manufac- 1995 jeweils für eine Wahlperiode
turers des Bundestages durch Beschluss
fr association fédérale des fabri- der Bundesregierung ein Bundesge-
cants de produits pharmaceuti- sundheitsrat gebildet. Dieser ge-
ques vendus sans ordonnance hörte zum Geschäftsbereich des
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte 42

Bundesgesundheitsministeriums. scher Arzneimittel zuständig. Wei-


Die Aufgabe des Bundesgesund- tere Aufgaben des BfArM sind die
heitsrates bestand darin, die Bun- Risikoerfassung und -bewertung
desregierung in Fragen der öffentli- bei Medizinprodukten und Risiko-
chen Gesundheitspflege, insbeson- abwehr bei Arzneien sowie die
dere bei der Vorbereitung der Ge- Überwachung der Arzneimittelsi-
sundheitsgesetzgebung zu beraten. cherheit und des Betäubungsmit-
In diesem Rahmen stand der Bun- telverkehrs.
desgesundheitsrat auch allen ande-
ren Bundesministerien zur Verfü- Bundesknappschaft
gung. Dem Gremium gehörten ma- en Federal Miners’ Insurance Asso-
ximal 80 Persönlichkeiten aller Be- ciation
völkerungskreise, überwiegend je- fr Institut fédéral d’Assurance des
doch aus Heilberufen an, die über Mineurs
Erfahrungen auf dem Gebiet des Die Bundesknappschaft betrifft die
Gesundheitswesens verfügten. Sie Bergbaubetriebe und ihre Mitarbei-
wurden auf Vorschlag des Bundes- ter. Sie ist zuständig für die knapp-
gesundheitsministeriums von der schaftliche Krankenversicherung,
Bundesregierung auf vier Jahre er- Rentenversicherung und Pflegever-
nannt. sicherung. Für die knappschaftli-
Der Bundesgesundheitsrat trat in che Krankenversicherung nimmt
Ausschüssen und mindestens ein- die Bundesknappschaft die Aufga-
mal im Jahr als Vollversammlung ben eines Bundesverbands und ei-
zusammen. Den Vorsitz führte der nes Landesverbands wahr. Sie ist
Bundesgesundheitsminister. Der eine Körperschaft des öffentlichen
Bundesgesundheitsrat wurde im Rechts (KdöR).
Jahr 1996 aufgelöst.
Bundesmantelvertrag (BMV)
Bundesinstitut für Arzneimittel en Federal Master Agreement
und Medizinprodukte (BfArM) fr contrat-cadre fédéral
en Federal Institute for Drugs and Im BMV nach § 83 SGB V sind die
Medical Products allgemeinen Regelungen der Bezie-
fr Institut Fédéral des Médica- hungen zwischen den Kas-
ments et Produits Pharmaceuti- sen(zahn)ärztlichen Vereinigun-
ques gen und den Landesverbänden der
Das BfArM ist vorwiegend für die gesetzlichen Krankenkassen
Zulassung von Fertigarzneimitteln (Landesverbände der Kranken-
und die Registrierung homöopathi- kassen, Krankenkasse; Kranken-
43 Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung

kasse, gesetzliche) und den Ver- ment, Grundsatzfragen, Koordinie-


bänden der Ersatzkassen verein- rung und Verbindung sowie Öffent-
bart. Die Kassen(zahn)ärztliche lichkeitsarbeit in Hauptabteilun-
Bundesvereinigung und die Spit- gen, die in Unterabteilungen und
zenverbände der Krankenkassen Referate untergliedert sind. Zu den
schließen diese Verträge ab. Ihr In- Hauptabteilungen gehören die
halt ist Bestandteil der Gesamt- nachfolgenden:
verträge. Der BMV enthält alles, aDie Abteilung Z (Zentrale Ver-
was für eine gleichmäßige ärztliche waltung) sorgt für die allgemeine
Versorgung bundeseinheitlich zu Infrastruktur des Ministeriums.
regeln ist, also für alle Vertrags- Dazu gehören Personalangele-
ärzte, Versicherten und Kranken- genheiten, der Haushalt,
kassen gilt. Wichtige Bestandteile Organisation usw.
sind Regelungen zur Organisation aSchwerpunkte der Abtei-
der vertragsärztlichen Tätigkeit lung 1 sind die Bereiche Arznei-
und Richtlinien über die Gewähr- mittel, Medizinprodukte, Apo-
leistung einer ausreichenden, thekenwesen und der Gesund-
zweckmäßigen und wirtschaftli- heitsschutz.
chen Versorgung der Versicherten. aSchwerpunkte der Abtei-
Für die gesetzlichen Krankenkas- lung 2 sind die Bereiche Gesund-
sen mit Ausnahme der Ersatzkas- heitsversorgung, Krankenversi-
sen gilt der BMV-Ärzte, für die Er- cherung und Pflegeversicherung.
satzkassen der BMV-Ersatzkas- aSchwerpunkte der Abtei-
sen/Ärzte und für die Zahnärzte lung 3 sind die Bereiche Gesund-
entsprechend der BMV-Zahnärzte. heitsvorsorge und Krankheitsbe-
Ihre Inhalte stimmen im wesentli- kämpfung, Biomedizin und auch
chen überein. Gesundheitsberufe sowie Grund-
satzfragen des Gesundheits-
Bundesministerium für Gesund- rechts und Patientenrechte.
heit und Soziale Sicherung Das Bundesministerium für Ge-
(BMGS) sundheit und Soziale Sicherung ist
en Federal Ministry of Health and verantwortlich für die gesetzliche
Social Security Kranken- und Pflegeversicherung
fr Ministère fédéral de la Santé et (Krankenversicherung, gesetzli-
Sécurité sociale che; Pflegeversicherung) und
Das BMGS gliedert sich neben der auch für die Renten- und Unfallver-
Leitung des Ministeriums, Refera- sicherung (Rentenversicherung;
ten für Presse, Kabinett und Parla- Unfallversicherung, gesetzliche).
Bundespflegesatzverordnung 44

Zukunftsthemen wie die Biomedi- aNationaler AIDS-Beirat


zin und die Humangenetik sowie aGemeinsamer Wissenschaftli-
die Telematik im Gesundheitswe- cher Beirat
sen fallen in den Zuständigkeitsbe-
reich dieses Ministeriums. Es trägt Bundespflegesatzverordnung
zusammen mit seinen Instituten (BPflV)
zur Situationsanalyse und zur För- en Federal Order on Daily Hospital
derung der Gesundheit und zur Ab- Rates
wehr von Gesundheitsgefahren – fr ordonnance fédérale sur les prix
Stichworte sind hier die Gesund- de journée de l’hôspital
heitsberichterstattung, die Verhü- Die BPflV wird vom Bundesmi-
tung von Krankheiten und die Prä- nisterium für Gesundheit und So-
vention von Drogen- und Suchtge- ziale Sicherung (BMGS) erlassen.
fahren – bei. Zusammen mit seinen Sie soll eine effizientere Steuerung
sechs Instituten soll das BMGS zur des Krankenhaus-Managements
Förderung der Gesundheit und zur und dadurch eine Entlastung der
Abwehr von Gesundheitsgefahren Finanzlage der Krankenhäuser mit
beitragen. Eine Daueraufgabe des sich bringen.
Ministeriums und seiner nachge- Die BPflV enthält Regelungen zum
ordneten Behörden ist die Sicher- Budget- und Erlösausgleich (Kran-
heit biologischer Arzneimittel wie kenhausbudget) sowie zur Vergü-
Blutprodukte. Ziel ist es, das Risiko tung von Mehr- und Minderleistun-
der Übertragung von schwerwie- gen. Darüber hinaus regelte sie bis-
genden Krankheiten zu vermin- her die Budgetierung, die Festset-
dern, gleichzeitig aber die Versor- zung der Höhe und den Leistungs-
gung der Bevölkerung mit diesen inhalt der Pflegesätze (Abtei-
zum Teil lebenswichtigen Arznei- lungspflegesatz, Basispflegesatz)
mitteln sicherzustellen. In seiner sowie die Vergütung bestimmter
Arbeit wird das BMGS von sechs Behandlungsleistungen durch
Beiräten und Kommissionen unter- Fallpauschalen und Sonderent-

stützt: gelte. Zur Anpassung des bisheri-


aSachverständigenrat zur Begut- gen Vergütungssystems an die seit
achtung der Entwicklung im Ge- 2004 bestehende Vergütung an-
sundheitswesen (Sachverstän- hand von Diagnosis Related
digenrat) Groups (DRGs), einem diagnosebe-
aRisikokommission zogenen Fallpauschalensystem,
aDrogen- und Suchtkommission wurde die BPflV durch das Fall-
aEthikbeirat pauschalengesetz entsprechend
45 Bundesverband des pharmazeutischen Großhandels

modifiziert. und sie weitgehend von Pflege un-


abhängig machen.
Bundesschiedsamt
Schiedsverfahren Bundesverband der landwirt-
schaftlichen Krankenkassen (BLK)
Bundessozialhilfegesetz (BSHG) Landwirtschaftliche Krankenkas-

en German Social Aid Law sen


fr loi fédérale d’aide sociale
Das Bundessozialhilfegesetz regelt Bundesverband der Pharmazeuti-
die Sozialhilfe. Grundsatz ist die schen Industrie (BPI)
Hilfe zur Selbsthilfe (§ 1 BSHG). en German Pharmaceutical Indus-
Sozialhilfe erhält nicht, wer sich try Association
selbst helfen kann oder die notwen- fr Association de l’Industrie Phar-
dige Hilfe von anderen, zum Bei- maceutique en Allemagne
spiel von unterhaltspflichtigen An- Der Bundesverband der Pharma-
gehörigen oder anderen Soziallei- zeutischen Industrie (BPI) ist die
stungsträgern, erhalten kann Interessenvertretung der mittel-
(§ 2 BSHG). Die Sozialhilfe unter- ständischen pharmazeutischen Un-
scheidet die Hilfe zum Lebensun- ternehmen in Deutschland.
terhalt und die Hilfe in besonderen
Lebenslagen. Die Einkommens- Bundesverband des pharmazeuti-
und Vermögensverhältnisse wer- schen Großhandels (PHAGRO)
den bei der Sozialhilfe angerechnet en German Association of Pharma-
(§§ 76–89 BSHG). Zuständig sind ceutical Wholesalers
die örtlichen (Sozialamt) und über- fr association allemande des gros-
örtlichen Sozialhilfeträger (Landes- sistes pharmaceutiques
sozialamt, Landschaftsverband). Der Bundesverband des pharma-
Die Eingliederungshilfe für Behin- zeutischen Großhandels ist ein Zu-
derte ist von besonderer Bedeu- sammenschluss pharmazeutischer
tung, wenn kein anderer Reha-Trä- Großhändler. Seine Hauptaufgabe
ger vorrangig zuständig ist. Diese ist es, die gemeinsamen Interessen
Hilfe soll die Folgen einer Behinde- aller Mitglieder gegenüber Parla-
rung beseitigen oder mildern und menten, Regierungen, Industrie,
eine drohende Behinderung verhü- Apothekerschaft usw. zu vertreten
ten, behinderte Menschen in die und auf deren Anforderung auch
Gesellschaft eingliedern, ihnen die beratend tätig zu werden.
Ausübung einer angemessenen be-
ruflichen Tätigkeit ermöglichen
Bundesverbände der Krankenkassen 46

Bundesverbände der Krankenkas- Bundesvereinigung Deutscher


sen Apothekerverbände (ABDA)
en Federal Associations of Health en Federal Union of German Asso-
Insurance Funds ciations of Pharmacists
fr unions fédérales des caisses fr union fédérale des associations
d’assurance-maladie de pharmaciens allemands
Die einzelnen Krankenkassen Die ABDA – Bundesvereinigung
(Kassenarten) bilden über die Deutscher Apothekerverbände ist
Landesverbände Bundesverbände die Spitzenorganisation der ca.
als Körperschaften des öffentlichen 53.000 deutschen Apothekerinnen
Rechts, die Ersatzkassen bilden und Apotheker. Verbandsziel ist
Verbände der Angestellten- bzw. die Wahrnehmung und Förderung
Arbeiterersatzkassen, die Knapp- der gemeinsamen Interessen dieses
schaft bildet die Bundesknapp- Heilberufes. Mitgliedsorganisatio-
schaft. Aufgabe der Bundesver- nen der ABDA sind die 17 Apothe-
bände ist es, die Einzelverbände bei kerkammern und 17 Apotheker-
der Erfüllung ihrer Aufgaben und vereine/-verbände. Die Apothe-
bei der Wahrnehmung ihrer Inter- kerkammern sind in der Bundes-
essen zu unterstützen. Dies ge- apothekerkammer, die Apotheker-
schieht unter anderem durch Bera- vereine/-verbände im Deutschen
tung und Unterrichtung, Aufstel- Apothekerverband zusammenge-
lung und Auswertung von Statisti- schlossen. Zur Förderung der Inter-
ken zu Verbandszwecken, For- essen ihrer Mitglieder vermittelt die
schung und Arbeitstagungen. Sie ABDA einen intensiven Meinungs-
dürfen bei Ermächtigung Verträge austausch zwischen ihren 34 Mit-
für ihre Mitglieder abschließen, gliedsorganisationen. Sie berät
insbesondere mit anderen Sozial- diese über alle Vorgänge auf dem
versicherungsträgern. Darunter fal- Gebiet des Gesundheitswesens und
len Vertragsverhandlungen mit des Arzneimittelwesens. In allen
Krankenhäusern und bei überre- Angelegenheiten von bundeswei-
gional tätigen Kassen die Festle- ter Bedeutung verhandelt die
gung der Arznei- und Heilmittel- ABDA mit den Institutionen (Be-
budgets. Weiterhin unterstützen hörden, Körperschaften, usw.), die
sie die Bundespolitik bei Gesetzge- mit Fragen der Arzneimittelversor-
bungsverfahren. gung zu tun haben. Darüber hinaus
übernimmt sie es, auf einheitliche
Grundsätze für die Tätigkeit der
Apothekerinnen und Apotheker in
47 Bürgerversicherung

öffentlichen Apotheken, Kranken- Bundeszentrale für Gesundheitli-


hausapotheken, Hochschulen, In- che Aufklärung (BzGA)
dustrie und Behörden ebenso hin- en Federal Centre for Health Edu-
zuwirken wie auf einheitliche cation
Grundsätze für das Apothekenwe- fr centre fédéral d’éducation pour
sen und den Arzneimittelverkehr la santé
sowie für die Beziehungen der Apo- Die Bundeszentrale für Gesund-
theken zu den Trägern der Sozial- heitliche Aufklärung ist eine dem
versicherung. Schließlich ist die Bundesministerium für Gesund-

Bundesvereinigung damit betraut, heit und Soziale Sicherung (BMGS)


den jährlich stattfindenden Deut- unterstellte Behörde zur Aufklä-
schen Apothekertag vorzubereiten rung über gesundheitliche Gefah-
und durchzuführen. ren und über vorbeugende Maß-
nahmen.
Bundesversicherungsanstalt für
Angestellte (BfA) Bürgerversicherung
en Federal Agency for the Social en compulsory basic health insur-
Insurance of Salaried Employ- ance
ees fr assurance sociale généralisée
fr agence fédérale de l’assurance Um die Einnahmen der gesetzli-
sociale des employés salariés chen Krankenversicherung
Die Bundesversicherungsanstalt (Krankenversicherung, gesetzli-
für Angestellte (BfA) ist der Träger che) zu steigern, werden derzeit
der gesetzlichen Rentenversiche- verschiedene Modelle diskutiert.
rung der Angestellten. Wie die Die Bürgerversicherung ist eine
Landesversicherungsanstalten Form der Sozialversicherung, bei
für Arbeit (LVA) ist sie auch verant- der nicht nur abhängig Beschäftigte
wortlich für die Rehabilitation von und deren Arbeitgeber Beiträge ein-
Arbeitnehmern, wenn diese eine zahlen, sondern die gesamte Bevöl-
Weiterbeschäftigung sicherstellt. kerung, d. h. im Gegensatz zur ak-
Im Gegensatz zu den LVA, die den tuellen Regelung auch Selbststän-
Bundesländern zugeordnet sind, dige und Beamte. Als Bemessungs-
handelt es sich bei der BfA um eine grundlage würde das Gesamtein-
zentrale, überregional zuständige kommen jedes Einzelnen herange-
Institution. zogen, also z. B. auch Gewinne aus
unternehmerischer Tätigkeit, Ein-
Bundeszahnärztekammer künfte aus Vermietung und Ver-
Ärztekammer pachtung usw. Die Gesamthöhe
Bürgerversicherung 48

dieses Einkommens entscheidet zahler auch mehr Anspruchsbe-


über die Höhe des Beitrags zu einer rechtigte bedeuten. Zudem bleibt
Bürgerversicherung. Befürworter die Belastung der Arbeitskosten
der Bürgerversicherung rechnen durch Sozialabgaben erhalten.
wegen der höheren Zahl von Bei- (Kopfpauschale)
tragszahlern mit einer Senkung der
Lohnnebenkosten. Gegner geben
zu bedenken, dass mehr Beitrags-
49 Case Manager

lichen und die pflegenden Angehö-


rigen entlasten.

Case Management/Fallmanage-
ment
en case management
Capitation (CAP) fr gestion des cas
en capitation Case Management ist ein Versor-
fr capitation gungsmanagement, das die Versor-
Capitation ist ein Begriff des Ma- gung der medizinischen und psy-
naged Care und bezeichnet die chosozialen Bedürfnisse des Pati-
(meist jährliche) Kopfpauschale, enten über alle Leistungssektoren
welche die Health Maintenance optimiert (steuert). Die sogenann-
Organizations (HMO) für jeden ten Case Manager sind sowohl
Versicherten an die Leistungser- für die Fallbeobachtung als auch
bringer zahlen. Gezahlt wird unab- für die Organisation eines bestmög-
hängig davon, ob der Versicherte lichen Behandlungsprozesses zu-
Leistungen in Anspruch genom- ständig. Ihr Ziel ist es, die Versor-
men hat oder nicht. gungsqualität zu verbessern, die
Kosten langfristig zu senken und
Care Management eine bessere Compliance des Pa-
Managed Care tienten zu sichern.

Care Manager Case Manager


en Care Manager en Case Manager
fr Care Manager fr Case Manager
Anders als der Case Manager, der Der Case Manager wurde ursprüng-
fallbezogen an der Schnittstelle lich als eigenes Berufsbild definiert.
von ambulanter und stationärer Der Case Manager sollte an der
Versorgung arbeitet, koordiniert Schnittstelle zwischen stationärer
der Care Manager mehrere Lei- und ambulanter Versorgung dem
stungserbringer. So plant und un- Hausarzt Hilfestellung bei der so-
terstützt er z. B. in der Versorgung zialen und pflegerischen Versor-
von pflegebedürftigen Patienten gung geben.
die Einbindung häuslicher Pflege- Neben dem „hauptberuflichen“
dienste und Tagespflegedienste, Case Manager, der beispielsweise
die den Patienten den Verbleib in in einer Krankenkasse arbeitet oder
ihrer häuslichen Umgebung ermög- eigenständig organisiert ist, kann
Check-up-Untersuchung 50

und sollte jedoch insbesondere der eines der folgenden Kriterien zu-
Hausarzt die Rolle des Case Mana- treffen: eine mindestens 60-prozen-
gers übernehmen. tige Schwerbehinderung oder Er-
werbsminderung, eine Einstufung
Check-up-Untersuchung in Pflegestufe II oder III oder aber
en health check-up der Bedarf für eine kontinuierliche
fr bilan de santé medizinische Versorgung, ohne die
Ärztliche Vorsorgeuntersuchung nach ärztlicher Einschätzung eine
lebensbedrohliche Verschlimme-
Chip-Karte rung, eine geringere Lebenserwar-
Krankenversichertenkarte tung oder eine dauerhaft ver-
schlechterte Lebensqualität des
Chroniker-Regelung Betroffenen die Folge wäre.
en regulation for chronically ill pa-
tients Clearingstelle für Leitlinien
fr réglementation pour les mala- en clearing office for guidelines
des chroniques fr office d’épurement des lignes
Im Zuge des GKV-Modernisie- directrices
rungsgesetzes sind die Zuzahlun- Zur kritischen Bewertung von
gen der Patienten für medizinische Leitlinien haben die Kas-
Leistungen, für Arznei-, Heil- und sen(zahn)ärztliche Bundesvereini-
Hilfsmittel und für Fahrtkosten neu gung (KBV), die Bundesärzte-
geregelt worden. Für chronisch kammer (BÄK), die Spitzenver-
Kranke gilt eine niedrigere Bela- bände der Krankenkassen und die
stungsgrenze als für die übrigen Deutsche Krankenhausgesell-
Mitglieder der gesetzlichen Kran- schaft (DKG) 1998 ein gemeinsa-
kenversicherung (Krankenversi- mes Clearing-Verfahren für Leitli-
cherung, gesetzliche). Sie liegt bei nien vereinbart. Ab Januar
einem Prozent des jährlichen Brut- 2002 traten die gesetzliche Ren-
toeinkommens. Für alle anderen tenversicherung, vertreten durch
gilt eine Grenze von zwei Prozent. den Verband Deutscher Rentenver-
Laut Beschluss des Gemeinsa- sicherungsträger (VDR) und die
men Bundesausschusses gilt ein Bundesversicherungsanstalt für

Patient als chronisch krank, der in Angestellte (BfA), sowie der Ver-
Dauerbehandlung ist und daher band der privaten Krankenversi-
wenigstens ein Jahr lang minde- cherung dem Verfahren bei. Als
stens einmal pro Quartal ärztlich Aufgaben des Verfahrens wurden
behandelt wurde. Zusätzlich muss unter anderem gesehen:
51 Compliance

adie Qualitätsplanung bzw. die Compliance


Festlegung von Qualitätsanfor- en Compliance
derungen für Leitlinien, fr Compliance
adie Bewertung der Leitlinien an- Als Compliance bezeichnet man
hand inhaltlicher und methodi- das Ausmaß der Therapietreue des
scher Beurteilungskriterien, Patienten. Diese beinhaltet sowohl
adie Unterstützung bei der Eva- das Einhalten der therapeutischen
luation von Leitlinien und Empfehlungen von ärztlicher Seite
adie Veröffentlichung der Bewer- als auch das Einhalten von Thera-
tungsergebnisse als strukturierte piemaßnahmen, die vom Patienten
Leitlinien-Abstracts in einer durch Verhaltensänderung (Ernäh-
Datenbank. rung, Bewegung) zu begleiten sind.
Begleitet von einem Clearing-Netz- Durch verschiedene Faktoren wie
werk aus unabhängigen Experten Krankheitsmerkmale, Therapieart
und wissenschaftlichen Instituten, sowie Qualität und Dauer der Arzt-
wird das Verfahren durch eine Patienten-Beziehung kann die
Clearingstelle koordiniert, die bei Compliance positiv oder negativ
der Zentralstelle der deutschen beeinflusst werden. Mangelnde
Ärzteschaft zur Qualitätssicherung Compliance kann z. B. die Erfolgs-
in der Medizin (ÄZQ) angesiedelt wahrscheinlichkeit der Behand-
ist. Damit unterstützt die ÄZQ die lung reduzieren und damit gegebe-
Kassen(zahn)ärztliche Bundes- nenfalls zu höheren Folgekosten
vereinigung und die Bundesärzte- führen.
kammer bei der Qualitätssicherung
der ärztlichen Berufsausübung.
Datenschutz im Gesundheitswesen 52

Krankenkassen, z. B. das Versi-


chertenverzeichnis (§ 288), die
Familienversicherung (§ 289),

die Krankenversichertennum-
mer (§ 290), die Krankenversi-
chertenkarte (KV-Karte) (§ 291)
Datenschutz im Gesundheitswe- und die elektronische Gesund-
sen heitskarte (Gesundheitskarte,
en data protection in health care elektronische), die ab dem Jahr
fr protection des données dans le 2006 die Krankenversicherten-
secteur de la santé karte ablösen wird (§ 291a)
Der Datenschutz ist im Gesund- sowie
heitswesen von besonderer Bedeu- adie Übermittlung von Daten zwi-
tung, da gerade die Sozialversi- schen Leistungserbringern und
cherungen für ihre Arbeit auf eine Kassen zur Abrechnung sowie
Vielzahl von Sozialdaten angewie- für Wirtschaftlichkeitsprüfun-
sen sind. Das Sozialgesetzbuch gen.
regelt deshalb sowohl den Schutz Weitere Grundsätze zur Erhebung,
des Einzelnen als auch die Wah- Verarbeitung und Nutzung von So-
rung seines Rechts auf informatio- zialdaten regeln §§ 67 ff. SGB X.
nelle Selbstbestimmung. Grund- Grundsätzlich ist eine Offenlegung
lage des Datenschutzes für alle Be- dieser Daten immer zulässig, wenn
reiche der Sozialversicherung ist der Betroffene im Einzelfall einge-
das Sozialgeheimnis des SGB I. willigt hat. Das Bundesdaten-
Demnach ist es verboten, Daten un- schutzgesetz und die Datenschutz-
befugt zu erheben, zu verarbeiten gesetze der Bundesländer gelten
und zu nutzen (§ 35 SGB I). Nach nur nachrangig und ergänzend. Zu-
dem Zehnten Kapitel des SGB V ständig für den Datenschutz in der
(§§ 284–305) sind Ausnahmen gesetzlichen Krankenversicherung
hiervon möglich, vor allem im Hin- (Krankenversicherung, gesetzli-
blick auf che) und in den anderen Teilen der
adie Verwendung von Sozialdaten Sozialversicherung sind die Lan-
für bestimmte Aufgaben durch desdatenschutzbeauftragten.
die Krankenkassen (§ 284),
durch die Kassen(zahn)ärztli- Deckelung
che Vereinigung (§ 285) und für Budgetierung

Forschungsvorhaben (§ 287),
adie Informationsgrundlagen der
53 Deutscher Ärztetag

Deutsche Gesellschaft für Versi- sens auf europäischer und interna-


cherte und Patienten e.V. (DGVP) tionaler Verbandsebene.
en German Association for Insured
Persons and Patients Deutscher Apothekerverband
fr association allemande pour les (DAV)
assurés et les patients en Union of German Pharmacists
Die Deutsche Gesellschaft für Ver- fr groupement des pharmaciens
sicherte und Patienten e. V. allemands
(DGVP) wurde 1989 gegründet und Der DAV ist ein bundesweiter Zu-
ist überwiegend gesundheitspoli- sammenschluss der 17 Landesapo-
tisch tätig mit dem Ziel, die Patien- thekerverbände und –vereine.
tenrechte weiter zu stärken. Rund 90 % aller Apothekenleiter
sind Mitglied in dieser Interessen-
Deutsche Krankenhausgesell- vertretung der Apotheker. Der
schaft e. V. (DKG) DAV ist einer der Träger der Bun-
en German Hospital Federation desvereinigung Deutscher Apothe-
fr association allemande des hôpi- kerverbände (ABDA). Der DAV
taux wahrt die ökonomischen Belange
Die Deutsche Krankenhausgesell- der Apothekerschaft und ist im Be-
schaft (DKG) ist ein privatrechtli- reich der Arzneimittelversorgung
cher und freiwilliger Zusammen- z. B. Vertragspartner der Spitzen-
schluss aller Landeskranken- verbände der Krankenkassen auf
hausgesellschaften und Trägerver- Bundesebene.
bände zur Interessenvertretung der
Krankenhäuser auf Bundesebene. Deutscher Ärztetag
Die DKG ist auf Bundesebene Ver- en Annual Congress of German
tragspartner der Spitzenver- Physicians
bände der Krankenkassen z. B. bei fr congrès annuel des médecins
der Vereinbarung von Entgelt-Kata- allemands
logen nach der Bundespflege- Der Deutsche Ärztetag ist die
satzverordnung und im Rahmen Hauptversammlung und das Be-
der Qualitätssicherung im Kran- schlussorgan der Bundesärzte-
kenhaus (§ 137a SGB V). Bei ihren kammer (BÄK). Alle Ärztekam-
Aufgaben wird die DKG vom mern sind über Delegierte vertre-
Deutschen Krankenhausinstitut ten. Der Ärztetag trifft alle Ent-
e. V. (DKI) unterstützt. Die DKG scheidungen zur inhaltlichen und
vertritt außerdem die Interessen personellen Organisation der BÄK.
des deutschen Krankenhauswe-
Deutscher Generikaverband e. V. 54

Deutscher Generikaverband e. V. schiedene Zugangswege wie z. B.


en German Association of Manu- über das Internet ermöglicht das
facturers of Generic Drugs DIMDI den Zugriff auf ca. 100 Da-
fr association allemande des pro- tenbanken.
ducteurs de médicaments géné- Es erstellt und verwaltet außerdem
riques die deutsche ICD–Version (ICD).
Der Deutsche Generikaverband, Inzwischen ist ergänzend auch ein
früher „Verband aktiver Phar- datenbankgestütztes Informations-
maunternehmen“ (VAP), dient als system für die Bewertung der Wirk-
Wirtschaftsverband der Förderung samkeit oder der Effektivität sowie
und Vertretung der besonderen ge- der Kosten medizinischer Verfah-
meinsamen Interessen der ange- ren und Technologien (Health
schlossenen Arzneimittelhersteller Technology Assessment) beim
(Generikum). DIMDI errichtet worden.

Deutsches Institut für Medizini- Deutsches Krankenhausinstitut


sche Dokumentation und Infor- (DKI) e. V.
mation e. V. (DIMDI) en German Hospital Institute
en German Institute of Medical fr institut allemand de l’hôpital
Documentation and Informati- Das DKI ist ein wissenschaftliches
on Institut in Trägerschaft der Deut-
fr Institut Allemand pour l’Infor- schen Krankenhausgesellschaft
mation et la Documentation (DKG). Seine Aufgaben sind die in-
Médicale terdisziplinäre Forschung, Aus-,
Das DIMDI ist eine nachgeordnete Fort- und Weiterbildung von Füh-
Behörde des Bundesministeri- rungskräften und der Lehre, Infor-
ums für Gesundheit und Soziale Si- mationsvermittlung und Beratung
cherung (BMGS). im Bereich des Krankenhaus- und
Zu seinen Aufgabenschwerpunk- Gesundheitswesens. Es ist ein Zen-
ten zählt, Medizinern aus For- trum der Weltgesundheitsorgani-
schung und Praxis aktuelle Infor- sation (WHO) für die Kranken-
mationen zugänglich zu machen. haus- und Gesundheitsforschung.
Dies geschieht unter anderem an-
hand eines umfassenden Spek- Diagnosenverschlüsselung
trums von Datenbanken aus dem ICD

gesamten Bereich der biowissen-


schaftlichen Disziplinen und der Diagnosis Related Groups (DRG)
Sozialwissenschaften. Über ver- en Diagnosis Related Groups
55 Diagnosis Related Groups

(DRG) 01.01.2003 einzuführen. Seit dem


fr GHM/Groupes Homogènes de 01.01.2004 ist die Abrechnung
Malades nach dem DRG-System verpflich-
DRGs sind pauschalierte Vergütun- tend.
gen mit einem festen Betrag für Das Prinzip einer pauschalierten
Krankenhausaufenthalte. Der Vergütung auf Basis von Diagnosen
Krankenhausfall oder -aufenthalt wurde in den USA Mitte der 70er
wird abhängig von der Fallschwere Jahre entwickelt. Ungefähr zehn
und den erbrachten Leistungen mit Jahre später erfolgten dort erstmals
Hilfe einer DRG gegenüber der Abrechnungen nach diesem Sys-
Krankenkasse des Patienten abge- tem. Andere Länder (z. B. die meis-
rechnet. Im Rahmen der Gesund- ten europäischen Länder und Aus-
heitsreform 2000 hatte der Gesetz- tralien) übernahmen dieses Vergü-
geber beschlossen, dieses pauscha- tungsverfahren, entwickelten es
lierte Vergütungssystem in allen weiter und passten es den Bedürf-
Krankenhäusern mit Ausnahme nissen und der Krankenhausfinan-
von psychiatrischen Krankenhäu- zierungsphilosophie des jeweiligen
sern und Kliniken ab dem Landes an. Die 1992 in Australien

Diagnosis Related Groups (DRG). Von der Diagnose zur DRG am Beispiel des
„AR-DRG“-Gruppierungsschemas.
DIMDI 56

eingeführten AR-DRGs (Australian Während die Einführung der DRGs


Refinded Diagnosis Related bisher noch budgetneutral für die
Groups) gelten als das am weites- Krankenhäuser erfolgt, beginnt mit
ten entwickelte System nach die- dem Jahr 2005 die sogenannte
sem Vergütungsprinzip und bilde- Konvergenzphase. Die kranken-
ten die Grundlage für die Einfüh- hausindividuellen Basisfallwerte
rung der G-DRGs (German Diagno- werden nach einem bestimmten
sis Related Groups). Rechenschema sukzessive an den
Die einzelnen Fallpauschalen er- landeseinheitlichen Basisfallwert
rechnen sich nach einem kompli- angepasst. Dies wird erste Auswir-
zierten System. Maßgeblich ist zu- kungen auf die Krankenhausbud-
nächst die Eingruppierung in eine gets mit sich bringen. Ab 2008 wer-
sogenannte Hauptdiagnose. Zu- den bundeseinheitliche Basisfall-
sätzlich können mehrere Nebendi- werte und damit bundeseinheitli-
agnosen erfasst werden. Ihre Ver- che Preise gelten.
schlüsselung erfolgt auf der Grund-
lage des ICD-10 (International DIMDI
Classification of Diseases) in der je- Deutsches Institut für Medizini-
weils gültigen Fassung. Prozedu- sche Dokumentation und Informa-
ren, wie etwa diagnostische Maß- tion
nahmen, Operationen oder thera-
peutische Maßnahmen müssen Direkte Kosten
über den sogenannten OPS 301 Kosten, direkte
(Operationenschlüssel) in der je-
weils gültigen Fassung kodiert wer- Direkter Nutzen
den. Auch Alter, Geschlecht, Ver- en direct gain
weildauer, Entlassungsart, Beat- fr gain direct
mungsstunden und, bei Neugebo- Der direkte Nutzen umfasst die Ein-
renen, das Geburtsgewicht beein- sparungen der Behandlungskosten,
flussen die Ermittlung einer DRG. die mit einer bestimmten Erkran-
Die Eingruppierung in eine DRG, kung verbunden sind.
auf Basis dieser Daten, übernimmt Diese Kosteneinsparungen können
ein Softwareprogramm (Grouper). z. B. aus der Verwendung eines
Jede eingeordnete Kombination er- kostengünstigeren Arzneimittels,
gibt einen Faktor (DRG Relativge- leichter anwendbaren Darrei-
wicht), welcher mit einem Basis- chungsformen oder einer Verkür-
fallwert verrechnet wird und die zung eines Krankenhausaufenthal-
Behandlungsvergütung festlegt. tes resultieren.
57 Disease Management Programme

Disease Management Programme Die Disease Management Pro-


(DMP) gramme müssen bestimmte Anfor-
en Disease Management derungen erfüllen. Diese sind:
Programme aAnforderungen an das Verfahren
fr programmes pour la gestion des für die Einschreibung der Versi-
maladies cherten in ein Disease Manage-
In der gesetzlichen Krankenversi- ment Programm
cherung (Krankenversicherung, aBehandlung nach evidenzbasier-
gesetzliche) werden seit dem ten Leitlinien unter Berücksichti-
01.01.2002 Disease Management gung des jeweiligen Versor-
Programme zur Versorgung chro- gungssektors
nisch Kranker eingeführt. Ziel die- aDokumentation der Befunde,
ser Programme ist es, den Behand- therapeutischen Maßnahmen
lungsablauf und die Qualität der und Behandlungsergebnisse
medizinischen Versorgung chro- aSchulung der Leistungserbringer
nisch Kranker zu verbessern. Chro- und Versicherten
nische Krankheiten, für die Disease aDurchführung von Qualitätssi-
Management Programme einge- cherungsmaßnahmen
richtet werden sollen, müssen vom aEvaluation (der Disease Manage-
Gemeinsamen Bundesausschuss ment Programme)
(G-BA) empfohlen werden. Die Anforderungen zur inhaltli-
Bei der Auswahl der zu empfehlen- chen Ausgestaltung von DMPs wer-
den chronischen Krankheiten sind den vom Gemeinsamen Bundes-
folgende Kriterien zu berücksichti- ausschuss einvernehmlich be-
gen: schlossen und dem Bundesminis-
aZahl der von der Krankheit be- terium für Gesundheit und Soziale
troffenen Versicherten, Sicherung (BMGS) für die Umset-
aMöglichkeiten zur Verbesserung zung empfohlen. Sie liegen bisher
der Qualität der Versorgung, für folgende Indikationen vor:
aVerfügbarkeit von evidenzba- aDiabetes Typ 1
sierten Leitlinien, aDiabetes Typ 2
asektorenübergreifender Behand- aBrustkrebs
lungsbedarf, akoronare Herzkrankheit
aBeeinflussbarkeit des Krank- Disease Management Programme
heitsverlaufs durch Eigeninitia- müssen vom Bundesversiche-
tive des Versicherten und rungsamt zugelassen werden. Für
ahoher finanzieller Aufwand der die Versicherten ist die Teilnahme
Behandlung. freiwillig. Die Programme sind ex-
Disease Management/Krankheitsmanagement 58

tern zu evaluieren. Die Ergebnisse erreichen, welche die Kranken


der Evaluation sind zu veröffentli- möglichst gut versorgen.
chen.
Das erste DMP in Deutschland Disease Management/Krankheits-
wurde im April 2003 vom Bundes- management
versicherungsamt zugelassen. Es en disease management
handelt sich dabei um ein Pro- fr gestion des maladies
gramm der AOK Rheinland zur Be- Disease Management (Krankheits-
handlung von Brustkrebspatientin- management) verfolgt das Ziel, die
nen. Qualität und Wirtschaftlichkeit der
Für die Versicherten, die sich in Versorgung zu steigern und stellt
diese Disease Management Pro- eine Versorgungsform definierter
gramme eingeschrieben haben, Erkrankungen (insbesondere chro-
werden im Rahmen des Risiko- nischer Krankheiten z. B. Diabetes
strukturausgleichs der Kranken- oder Asthma) dar. Hier werden Prä-
kassen höhere standardisierte Lei- vention, Diagnostik, Therapie, Re-
stungsausgaben berücksichtigt. habilitation und Pflege über den ge-
Ziel der Einführung von Disease samten Verlauf der Krankheit auf-
Management Programmen in Ver- einander abgestimmt. Das ge-
bindung mit der Reform des Risiko- schieht unter anderem mit Hilfe
strukturausgleichs ist es, Anreize von Leitlinien, die einem konti-
für die Versorgung auch so genann- nuierlichen Qualitätsverbesse-
ter schlechter Risiken zu schaffen. rungsprozess unterzogen werden.
Die Finanzmittel sollen die Kassen

Disease Manage-
ment/Krankheitsma-
nagement.
59 Diskontierungsrate

Disease Management/Krankheitsmanagement. Ziele des Disease Management.

Diskontierung auf den gleichen Zeitpunkt bezo-


en discounting gen werden können. Bei der Dis-
fr actualisation kontierung muss unterschieden
Diskontierung oder Abzinsung ist werden, ob die Zahlungen am An-
ein Verfahren zur Ermittlung des fang des Zeitabschnittes (des Jah-
Gegenwartswertes eines in Zukunft res), also vorschüssig, oder am
fälligen Wertes. Ende, also nachschüssig verrech-
Beispiel: Ein Geldbetrag von net werden. Es ergeben sich zwei
10.000 Euro in zehn Jahren ist bei Möglichkeiten: siehe Abbildung.
einer jährlichen Verzinsung von
5 % heute 6.139,13 Euro (abge- Diskontierungsrate
zinster Betrag) wert. en discounting rate
Im Rahmen von gesundheitsöko- fr taux d’actualisation
nomischen Evaluationen müssen Die Diskontierungsrate gewichtet
Kosten (unter Umständen auch das Verhältnis heutiger Kosten und
Nutzen), die in der Zukunft entste- Ergebnisse zu den Kosten und Er-
hen, diskontiert werden, damit sie gebnissen, welche erst in Zukunft
Dispensierrecht 60

Diskontierung.

anfallen werden. In den USA wird Insurance Physicians/Dentists


eine Diskontierungsrate von drei fr mesures disciplinaires de
Prozent empfohlen, während in der l’Association des Médecins/des
deutschen Literatur normalerweise Dentistes agrées par les caisses
ein Wert von fünf Prozent benutzt Haben Mitglieder einer Kassen-
wird. Diskontierungsraten können ärztlichen Vereinigung (KV) ihre
von Land zu Land variieren. Pflichten nicht oder nicht ord-
nungsgemäß erfüllt, ergreifen die
Dispensierrecht Kassenärztlichen Vereinigungen
en right to dispense drugs nach § 81 SGB V Disziplinarmaß-
fr droit de dispenser des médica- nahmen. Solche Maßnahmen kön-
ments nen eine Verwarnung, ein Verweis,
Das Recht, Medikamente abzuge- eine Geldbuße, zeitweiliges Ruhen
ben, also zu dispensieren, haben oder Entzug der Zulassung sein.
nach derzeitigem Arzneimittel- Die Disziplinarausschüsse ent-
recht in Deutschland nur die Apo- scheiden je nach Schwere des Ver-
theker. Ausnahme: Ärzte dürfen gehens. Der betroffene Arzt kann
Patienten Muster mitgeben, wenn diese Entscheidung vor den So-
sie feststellen wollen, ob ein Präpa- zialgerichten anfechten.
rat, das sie ihrem Patienten bislang
noch nie verschrieben haben, wirk- DKG
sam für diesen Patienten ist. Deutsche Krankenhausgesell-
schaft
Disziplinarverfahren der Kassen-
ärztlichen Vereinigung DKG-NT
en disciplinary procedures of the DGK-Nebenkostentarif

Association of Statutory Health


61 Drug-Utilization-Review

DKI ist verpflichtet, die dokumentierten


Deutsches Krankenhausinstitut Daten vor unbefugtem Zugriff und
Manipulation zu schützen.
Dokumentations- und Aufbewah-
rungspflicht Doppelblindstudie
en medical documentation and re- en double-blind-study
cord retention duty fr essai en double aveugle
fr devoir de documentation et de Typ einer klinischen Studie (z. B.
conservation de données médi- Arzneimittelstudie), bei der weder
cales der Patient noch der Arzt weiß, ob
Die Dokumentations- und Aufbe- das Prüfpräparat oder das Ver-
wahrungspflicht gehört zu den gleichspräparat bzw. ein Schein-
grundlegenden Pflichten eines Arz- medikament (Placebo, Placebo-
tes. Sie ist im Bundesmantelver- effekt) eingesetzt wird. Diese Ver-
trag (BMV), den Berufsordnungen, suchsanordnung soll sicherstellen,
der Röntgen- und Strahlenschutz- dass die Arzneimittelwirkung un-
verordnung aber auch im Arzt-Pati- abhängig von der Erwartung des
enten-Vertrag geregelt. Danach ist Patienten oder des Arztes beobach-
jeder Vertrags(zahn)arzt gehal- tet werden kann (Einfachblind-
ten, alle für die Behandlung wichti- studie).
gen Umstände aufzuzeichnen und
mindestens zehn Jahre lang aufzu- Drug-Utilization-Review
bewahren. Hierzu gehören Anga- en Drug-Utilization-Review
ben über den Befund, die Behand- fr étude sur l’utilisation des médi-
lungsmaßnahmen, die veranlass- caments
ten Leistungen, den Behandlungs- Ein Drug-Utilization-Review ist
tag sowie die Aufklärung des Pati- eine Auswertung der Verordnungs-
enten. Auch Arztbriefe und Be- gewohnheiten von Ärzten. Es kom-
funde mitbehandelnder Ärzte sind men dabei unterschiedliche Erhe-
in den Krankenunterlagen der Pati- bungsinstrumente wie z. B. die
enten, den sogenannten Kranken- Beobachtungs-/Kohortenstudie

blättern, zu sammeln. Aufzeich- zum Einsatz. Das Ziel ist die Über-
nungen sind ferner z. B. bei Lei- prüfung der Angemessenheit und
stungen zur Früherkennung und der Wirtschaftlichkeit des Arznei-
Operationen zu machen. Der Arzt mitteleinsatzes.
EBM 62

teleinsatz zu erreichen (Minimal-


prinzip).

Einfachblindstudie
en single-blind-study
fr essai en simple aveugle
EBM Typ einer klinischen Arzneimittel-
Einheitlicher Bewertungsmaß- studie, bei welcher der Arzt – nicht
stab aber der Patient – weiß, ob das
Prüfpräparat oder das Vergleichs-
EbM präparat bzw. ein Placebo (Schein-
Evidenzbasierte Medizin medikament, Placeboeffekt) ein-
gesetzt wird. Diese Versuchsanord-
Effekt nung soll sicherstellen, dass die
en effect Arzneimittelwirkung zumindest
fr effet unabhängig von der Erwartung des
Direkte Auswirkung oder Ergebnis Patienten beobachtet werden kann
einer (therapeutischen) Maß- (Doppelblindstudie).
nahme.
Einheitlicher Bewertungsmaß-
Effektivität stab (EBM)
en efficacy en doctors’ fee scale
fr efficacité fr échelle unitaire d’évaluation
Effektivität stellt das Ausmaß dar, Der EBM ist Bestandteil des Bun-
mit dem in klinischen Studien ein desmantelvertrages (BMV). Er
(therapeutisches) Ziel erreicht dient im vertragsärztlichen Bereich
wird. als Grundlage für die Abrechnung
kassen(zahn)ärztlicher Leistungen
Effizienz (Gebührenordnung). Er wird ge-
en efficiency mäß § 87 SGB V zwischen der
fr efficience Kassenärztlichen Bundesvereini-

Effizienz stellt das Verhältnis vom gung (KBV) und den Spitzenver-
Effekt zu den eingesetzten Mit- bänden der Krankenkassen verein-
teln dar. Effizient ist es, mit einem bart. Der EBM basiert auf einem
vorgegebenen Aufwand den größt- Punktesystem (Punkt). Alle ab-
möglichen Effekt zu erzielen rechnungsfähigen Leistungen wer-
(Maximalprinzip) bzw. einen de- den mit Punkten (nicht mit Geld)
finierten Effekt mit minimalem Mit- bewertet. Verschiedene Leistungen
63 Einzelleistungsvergütung

können zu Leistungskomplexen Leistungserbringern zu verringern.


zusammengefasst werden, ebenso Der so intensivierte und auch durch
sind Einzelleistungen vorgesehen. das GKV-Modernisierungsgesetz
Die Bewertung der erbrachten Lei- intendierte Wettbewerb unter den
stungen in Geldeinheiten erfolgt Leistungserbringern könnte nach
über die Multiplikation der Punkt- Einschätzung der Krankenkassen
menge mit dem Punktwert. Der positive Effekte auf die Effizienz in
Punktwert muss dabei nicht fixiert der Versorgung und die sinnvolle
sein. Möglich ist, dass der Punkt- Nutzung knapper Ressourcen her-
wert mit zunehmender Punkt- beiführen.
menge sinkt (Punktwertabstaffe-
lung). Der EBM wird derzeit grund- Einnahmen, beitragspflichtige
legend überarbeitet. Der neue Ein- en assessable income
heitliche Bewertungsmaßstab, der fr revenu assujetti aux cotisations
sogenannte EBM 2000 plus, soll bis sociales
Ende 2004 genehmigt werden und Die Einnahmen der Versicherten,
zum 01.01.2005 in Kraft treten. aus denen die Beiträge zur Kran-
kenversicherung (Krankenversi-
Einkaufsmodell cherung, gesetzliche) Pflegever-
en purchasing model sicherung, Rentenversicherung
fr modèle d’achat und Arbeitslosenversicherung zu
Als Einkaufsmodell bezeichnet zahlen sind, werden als beitrags-
man die politische Forderung der pflichtige Einnahmen bezeichnet.
Krankenkassen für ein mögliches Neben dem Beitragssatz und der
Organisationsmodell der gesetzli- Beitragsbemessungsgrundlage sind
chen Krankenversicherung sie auch ein wichtiger Faktor zur
(Krankenversicherung, gesetzli- Beitragsbemessung für den Ver-

che), bei dem die Krankenkassen sicherten. Beitragspflichtig sind die


ohne Beteiligung der Kas- Einnahmen nur bis zu der Bei-
sen(zahn)ärztlichen Vereinigun- tragsbemessungsgrenze, die für
gen (KVen) Verträge direkt mit den jeweiligen Versicherungszweig
Ärzten und Zahnärzten schlie- gilt.
ßen, in denen unter anderem die
Leistungen, Preise und Qualitäts- Einzelleistungsvergütung
standards frei verhandelt werden. en fee-for-service payment
Ziel ist, die starke Stellung der Kas- fr remboursement unitaire
senärztlichen Vereinigung zuguns- Die Einzelleistungsvergütung ist
ten direkter Vertragsabschlüsse mit eine Honorarform, bei der vorab
Elektronische Patientenakte 64

definierte Teilleistungen (wie eine Reihe von Anbietern unterschiedli-


ärztliche Beratung oder Untersu- che Modelle elektronischer Patien-
chung) einzeln vergütet werden. tenakten, die in einzelnen Kliniken
Für die vertragsärztliche Versor- und ärztlichen Praxen zum Einsatz
gung werden im Einheitlichen kommen.
Bewertungsmaßstab (EBM) Einzel- Im Zuge des GKV-Modernisie-
leistungen festgelegt und anhand rungsgesetzes sieht der Gesetzge-
eines Punktesystems bewertet. In ber vor, die papiergebundene Kom-
einigen Fällen werden im EBM munikation unter den Leistungser-
auch mehrere Einzelleistungen zu bringern so umfassend wie möglich
sogenannten Komplexpauschalen durch die elektronische und ma-
zusammengeführt. schinell verwertbare Übermittlung
von Befunden, Diagnosen, Thera-
Elektronische Patientenakte pieempfehlungen und Behand-
(EPA) lungsberichten zu ersetzen
en electronic patient record (§ 67 SGB V). Die Krankenkassen
fr dossier électronique du patient (Krankenkasse, gesetzliche) wie
Die elektronische Patientenakte auch die Leistungserbringer und
(EPA) erfasst und speichert alle Pa- ihre Verbände sollen den Übergang
tientendaten, die bislang in einer zur elektronischen Kommunika-
Akte aus Papier zusammengestellt tion finanziell fördern. Die Kran-
sind, elektronisch. Sind die an der kenkassen können ihren Versicher-
Behandlung eines Patienten Betei- ten finanzielle Unterstützung bei
ligten über ein elektronisches Netz- der Finanzierung einer persönli-
werk verbunden, bietet die EPA al- chen elektronischen Gesundheits-
len die Möglichkeit, mit Hilfe eines akte gewähren (§ 68 SGB V).
Computers schnell Informationen
über den bisherigen Krankheitsver- Elektronischer Arztausweis
lauf (Diagnosen, unverträgliche en electronic medical identification
Medikamente usw.) des Patienten card
zu aktualisieren und auszutau- fr carte d’identification électro-
schen. Voraussetzung für den Ein- nique du médecin
satz einer elektronischen Patien- Der elektronische Arztausweis ist
tenakte ist, dass die Datenübermitt- eine Chipkarte, die den papiernen
lung verschlüsselt und unter Be- Arztausweis ablösen soll. Sie soll
achtung des Datenschutzes (Da- der Identifizierung des Arztes die-
tenschutz im Gesundheitswesen) nen und den verschlüsselten Ver-
erfolgt. Inzwischen liefern eine sand von elektronischer Post und
65 Epidemiologie

digitale Unterschriften ermögli- Die einzelnen Äste des Baums stel-


chen. len relevante Entscheidungsalter-
nativen und deren mögliche Ergeb-
EMEA nisse dar. Durch Auszeichnung der
Europäische Agentur für die Be- einzelnen Äste mit Kosten, Nutzen
urteilung von Arzneimitteln und Eintrittswahrscheinlichkeiten
lassen sich unterschiedliche Hand-
Entscheidungsanalyse lungsoptionen und deren Ergeb-
en decision analysis nisse ermitteln und feststellen, ob
fr analyse décisionnelle geplante Maßnahmen effizient
Eine Entscheidungsanalyse ist eine sind.
strukturierte Analyse eines Ent-
scheidungsproblems meist auf Ba- EPA
sis eines Entscheidungsbaums. Elektronische Patientenakte
Gelegentlich werden auch so ge-
nannte Flussdiagramme herange- Epidemiologie
zogen. en epidemiology
fr épidémiologie
Entscheidungsbaum Die Epidemiologie ist die Wissen-
en decision tree schaft von der Entstehung, Verbrei-
fr arbre de décision tung und Bekämpfung von Krank-
Ein Entscheidungsbaum ist eine heiten. Epidemiologische Studien
strukturierte grafische Darstellung dienen dazu, Maßnahmen zur
eines Ablaufs in Form eines Baums. Gesundheitsförderung zu planen

Entscheidungsbaum.
Ermächtigung ärztlich geleiteter Einrichtungen 66

oder die geographische Verteilung Ermächtigung von Krankenhaus-


von Krankheiten und Risikofakto- ärzten
ren zu vergleichen. en authorization of hospital doc-
tors
Ermächtigung ärztlich geleiteter fr autorisation de médecins hospi-
Einrichtungen taliers
en authorization of medical facili- Krankenhausärzte können zur
ties Teilnahme an der vertragsärztli-
fr autorisation d’institutions mé- chen Versorgung ermächtigt wer-
dicales den, wenn sie eine abgeschlossene
Ärztlich geleitete Einrichtungen Weiterbildung haben. Der Kran-
sind z. B. Polikliniken, psychia- kenhausträger und der Zulassungs-
trische Institutsambulanzen und ausschuss der Kassenärztlichen
sozialpädiatrische Zentren. Sie Vereinigung (KV) müssen dies al-
können wie Krankenhausärzte zur lerdings genehmigen.
Teilnahme an der ver- Die Ermächtigung wird nur erteilt,
trags(zahn)ärztlichen Versorgung wenn eine ambulante Behandlung
ermächtigt werden, für For- im Krankenhaus zur Sicherstellung
schungszwecke oder um be- der ärztlichen Versorgung der Ver-
stimmte Patientengruppen zu ver- sicherten notwendig ist.
sorgen.
Die Ermächtigung erfolgt jeweils Ersatzanspruch
durch Zulassungsausschüsse. Ärzt- en claim for compensation
lich geleitete Einrichtungen müs- fr droit à réparation
sen ermächtigt werden. Psychiatri- Der Patient kann bei (zahn)ärztli-
sche Institutsambulanzen und so- chen Behandlungsfehlern Scha-
zialpädiatrische Zentren können denersatz beanspruchen. Die Kran-
unter bestimmten Voraussetzun- kenkasse kann den Patienten nach
gen ermächtigt werden. § 66 SGB V dabei unterstützen.
Die erbrachten Leistungen werden Die Haftung für ärztliche Kunstfeh-
für Polikliniken nach dem Ein- ler richtet sich unter anderem nach
heitlichen Bewertungsmaßstab den §§ 823 ff. BGB. Voraussetzung
(EBM) vergütet, die anderen Ein- für einen Ersatzanspruch aus uner-
richtungen werden unmittelbar laubter Handlung ist, dass ein
von den Krankenkassen bezahlt. schuldhaftes, d. h. vorsätzliches
oder fahrlässiges Handeln vorliegt.
Aber auch ein pflichtwidriges Un-
terlassen kann zu Schadenersatz-
67 Ersatzvornahme

ansprüchen führen, wenn eine ten-Krankenkassen (VdAK), die


Rechtspflicht zum Handeln be- Arbeiter-Ersatzkassen im Arbei-
stand. Dies gilt z. B. für die Aufklä- ter-Ersatzkassen-Verband (AEV)
rungspflicht. organisiert. Dem VdAK obliegt
Die Haftung für zahnärztliche Be- auch die Geschäftsführung des
handlungsfehler unterscheidet sich AEV. Während die Ersatzkassen
von der ärztlichen Haftung nur heute selbst Körperschaften des öf-
durch die zweijährige Gewährlei- fentlichen Rechts sind, sind ihre
stungspflicht für Zahnersatz. Verbände freiwillige Zusammen-
schlüsse. Mit etwa 37 % Marktan-
Ersatzkassen teil stellen sie die zweitgrößte Kas-
en substitutional health insurance senart dar.
fr caisse libre agrée d’assurance
maladie Ersatzvornahme
Ersatzkassen sind gesetzliche en executive fiat/substitutive exe-
Krankenkassen (Krankenkassen, cution
gesetzliche), die innerhalb fr exécution substitutive
Deutschlands tätig sind und allen Wird die Verpflichtung, eine Hand-
Versicherten über die freie Kas- lung vorzunehmen, nicht erfüllt,
senwahl offen stehen. Die Selbst- kann aber von einem anderen er-
verwaltung der Ersatzkassen er- füllt werden (vertretbare Hand-
folgt ausschließlich durch die Ver- lung), kann die Vollstreckungsbe-
sicherten, während bei den Pri- hörde das Zwangsmittel der Ersatz-
märkassen auch die Arbeitgeber in vornahme einsetzen (§ 10 Verwal-
der Selbstverwaltung vertreten tungsvollstreckungsgesetz, SGB V
sind. Ersatzkassen waren ur- §§ 93 f.). Sie kann einen anderen
sprünglich privatrechtlich organi- mit der Vornahme der Handlung
sierte Versicherungsvereine. Seit auf Kosten des eigentlich Verpflich-
der Abschaffung der Trennung in teten beauftragen. So beauftragt
Arbeiter- und Angestellten-Ersatz- zum Beispiel das Bundesministe-
kassen im Jahr 1996 stehen die Er- rium für Gesundheit und Soziale Si-
satzkassen heute allen Versicher- cherung (BMGS) den Gemeinsa-
ten der gesetzlichen Krankenversi- men Bundesausschuss (G-BA), die
cherung (Krankenversicherung, Negativliste zusammenzustellen

gesetzliche) über die freie Kassen- und regelmäßig zu aktualisieren.


wahl offen. Geschieht das nicht im festgesetz-
Die Ersatzkassen für Angestellte ten Zeitraum, kann das BMGS diese
sind im Verband der Angestell- Liste erlassen.
Erstattungsfähigkeit 68

Erstattungsfähigkeit (von Arznei- Erwerbsminderung


mitteln) Erwerbsunfähigkeit

en reimbursable drugs
fr médicaments remboursables Erwerbsunfähigkeit
Erstattungsfähig (Sachleistung en occupational disability
oder Kostenübernahme durch die fr invalidité permanente
GKV) sind alle apothekenpflichti- Erwerbsunfähigkeit ist die Unfähig-
gen Arzneimittel, die in den Lei- keit zur Erwerbstätigkeit. Die Defi-
stungskatalog der GKV aufgenom- nition, wann Erwerbsunfähigkeit
men wurden. Ein Ausschluss von vorliegt, hängt vom jeweilig zu-
der Erstattung geschieht durch die ständigen Sicherungssystem ab. In
Arzneimittelrichtlinien und der gesetzlichen Rentenversiche-
durch die in § 34 SGB V definierten rung ist Erwerbsunfähigkeit die
Ausschlusskriterien (Negativ- durch Gutachten bestätigte vermin-
liste). Seit dem 01.01.2004 werden derte Leistungsfähigkeit des ren-
infolge des GKV-Modernisie- tenberechtigten Versicherten in
rungsgesetzes (GMG) nach dem Sinne, dass er infolge Krank-
§ 34 Abs. 1 SGB V nicht verschrei- heit oder Schwäche seiner körperli-
bungspflichtige Arzneimittel, die chen und geistigen Kräfte auf unab-
bislang noch erstattungsfähig wa- sehbare Zeit eine Erwerbstätigkeit
ren, von der Erstattung ausgenom- in gewisser Regelmäßigkeit nicht
men. Diese Regelung trifft jedoch mehr ausüben oder nur geringfü-
nicht auf Verordnungen für Kinder gige Einkünfte durch Erwerbstätig-
bis zum 12. Lebensjahr und für Ju- keit erzielen kann.
gendliche mit Entwicklungsstörun- In der gesetzlichen Unfallversiche-
gen bis zum 18. Lebensjahr zu. rung (Unfallversicherung, ge-
Ausgenommen sind ferner nicht setzliche) ist Erwerbsunfähigkeit
verschreibungspflichtige Arznei- die Unfähigkeit, seine Arbeitskraft
mittel, die bei der Behandlung wirtschaftlich zu verwerten, wobei
schwerwiegender Erkrankungen der Verletzte aber nur auf Arbeiten
als Therapiestandard gelten. Der verwiesen werden darf, die ihm un-
Gemeinsame Bundesausschuss ter Berücksichtigung seiner Ausbil-
hat hierzu am 16.03.2004 die Aus- dung und seines bisherigen Berufs
nahmen von diesem Verordnungs- zugemutet werden können.
ausschluss festgelegt und auf sei- Im Versorgungsrecht bezeichnet
ner Website (www.g-ba.de) veröf- Erwerbsunfähigkeit die Minderung
fentlicht. der Erwerbsfähigkeit eines Beschä-
digten um mehr als 90 %.
69 EuroQol

Erwerbsunfähigkeit war bisher in Europäische Agentur für die Be-


der gesetzlichen Unfall- und Ren- urteilung von Arzneimitteln
tenversicherung Voraussetzung für (EMEA)
den Anspruch auf Rente. Inzwi- en European Agency for the Evalu-
schen ist der Begriff durch den der ation of Medicinal Products
Erwerbsminderung ersetzt. Bei fr Agence Européenne pour l’Éva-
der Bemessung des Rentenan- luation des Médicaments
spruchs wird unterschieden zwi- Die EMEA ist die Zulassungsstelle
schen teilweiser Erwerbsminde- für Arzneimittel in der Europäi-
rung (Restleistungsvermögen von schen Union mit Sitz in London.
drei bis unter sechs Stunden Arbeit Die Agentur setzt sich aus dem
täglich) und voller Erwerbsminde- Ausschuss für Arzneispezialitäten
rung (Restleistungsvermögen unter und Tierarzneimittel zusammen.
drei Stunden Arbeit täglich). Ent- Sie berät die EU-Mitgliedsstaaten
sprechend wird eine Teil- oder bei Arzneimittelzulassungen.
Vollrente wegen Erwerbsminde- Insbesondere für hochtechnologi-
rung geleistet. sche Arzneimittel (zum Beispiel
Medikamente, die mit speziellen,
Ethik-Kommission gentechnischen Methoden herge-
en ethics committee stellt werden) ist ein zentrales Zu-
fr comité d’éthique lassungsverfahren durch die EMEA
Eine Ethik-Kommission prüft die vorgeschrieben. Die Zulassung
ethische und rechtliche Unbedenk- durch die EMEA gilt dann EU-weit
lichkeit von Forschungsvorhaben (Arzneimittelzulassung). Die
am Menschen. Ihre Aufgabe ist der EMEA wird in Kürze in „European
Schutz der folgenden Bereiche: Medicines Agency“ (EMA) umbe-
aSchutz des Patienten nannt.
aSchutz des prüfenden Arztes
aSchutz der Institution EuroQol
Ethikkommissionen sind Teil ver- en EuroQol
schiedener Institutionen und Orga- fr Euroqol
nisationen wie etwa Universitäten Der EuroQol, inzwischen EQ-5D
oder anderer Körperschaften des genannt, ist ein allgemeiner, stan-
öffentlichen Rechts. dardisierter Lebensqualitätsfrage-
bogen. Mit fünf Fragen, die fünf Di-
mensionen der Lebensqualität in
drei Ausprägungen erfassen, ist er
sehr kurz und weist eine hohe
Evaluation 70

Praktikabilität auf. Der EQ-5D ist in tegration individueller klinischer


validierter Übersetzung in zahlrei- Expertise mit der bestmöglichen
chen Sprachen erhältlich. externen Evidenz aus systemati-
scher Forschung.“ (Definition nach
Evaluation David Sackett et al., British Medical
en evaluation Journal 312 (1996), S. 71-72)
fr évaluation Das Deutsche Netzwerk Evidenz-
Als Evaluation werden Verfahren basierte Medizin führt zu dieser De-
bezeichnet, mit denen Produkte finition weiter aus: „Mit individuel-
(Leistungen), Prozesse oder Pro- ler klinischer Expertise ist das Kön-
gramme nach definierten Kriterien nen und die Urteilskraft gemeint,
bewertet werden. Bei ergebnis- die Ärzte durch ihre Erfahrung und
orientierten Evaluationen wird die klinische Praxis erwerben. Ein Zu-
Effizienz und Wirksamkeit von wachs an Expertise spiegelt sich
Programmen und Produkten fest- auf vielerlei Weise wider, beson-
gestellt, während prozessorien- ders aber in treffsichereren Diagno-
tierte Evaluationen Veränderungen sen und in der mitdenkenden und -
des Leistungsgeschehens bewer- fühlenden Identifikation und Be-
ten. Vor dem Hintergrund kontinu- rücksichtigung der besonderen Si-
ierlich steigender Gesundheitsaus- tuation, der Rechte und Präferen-
gaben sind insbesondere Kosten- zen von Patienten bei der klini-
Analysen für Planungsentschei- schen Entscheidungsfindung im
dungen im Gesundheitswesen von Zuge ihrer Behandlung. Mit bester
Bedeutung. Evaluationen sind au- verfügbarer externer Evidenz ist
ßerdem fester Bestandteil von klinisch relevante Forschung, oft
Health Technology Assessments. medizinische Grundlagenfor-
schung, aber insbesondere patien-
Evidenzbasierte Medizin (EbM) tenorientierte Forschung zur Ge-
en evidence-based medicine nauigkeit diagnostischer Verfahren
fr médecine basée sur l’évidence (einschließlich der körperlichen
„Evidenzbasierte Medizin ist der Untersuchung), zur Aussagekraft
gewissenhafte, ausdrückliche und prognostischer Faktoren und zur
vernünftige Gebrauch der gegen- Wirksamkeit und Sicherheit thera-
wärtig besten externen und wissen- peutischer, rehabilitativer und prä-
schaftlichen Evidenz für Entschei- ventiver Maßnahmen, gemeint. Ex-
dungen in der medizinischen Ver- terne klinische Evidenz führt zur
sorgung individueller Patienten. Neubewertung bisher akzeptierter
Die Praxis der EbM bedeutet die In- diagnostischer Tests und therapeu-
71 Evidenzbasierte Medizin (EbM)

tischer Verfahren und ersetzt sie schungsergebnisse für den indivi-


durch solche, die wirksamer, ge- duellen Patienten nicht anwendbar
nauer, effektiver und sicherer sind. oder unpassend sein können. An-
In der Praxis der EbM wird sowohl dererseits kann ohne das Einbezie-
klinische Expertise als auch die be- hen aktueller externer Evidenz die
ste verfügbare externe Evidenz ge- ärztliche Praxis zum Nachteil des
nutzt, da keiner der beiden Fakto- Patienten leicht veraltetem Wissen
ren allein ausreicht: Ohne klinische folgen.“(http://www.ebm-netz-
Erfahrung riskiert die ärztliche Pra- werk.de/was_ist_ebm.htm)
xis durch den bloßen Rückgriff auf
die Evidenz ‚tyrannisiert‘ zu wer-
den, da selbst exzellente For-
Facharzt 72

Fachkreise
en circles of experts
fr milieux professionnels
Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte,
Apotheker sowie andere Perso-

nen, welche die Heilkunde oder


Facharzt Zahnheilkunde berufsmäßig aus-
en medical specialist üben, werden im Sinne des Arz-
fr médecin spécialiste neimittelgesetzes als Fachkreise
Ein Facharzt kann nur dann eine bezeichnet. Nach dem Heilmit-
Fachgebietsbezeichnung führen, telwerbegesetz darf für verschrei-
z. B. Internist oder Augenarzt, bungspflichtige Arzneimittel nur in
wenn er gegenüber der Ärzte- Fachkreisen geworben werden.
kammer nach seiner Approba-
tion eine abgeschlossene Weiterbil- Fahrtkosten
dung nachweisen kann. Darüber en transportation costs
hinaus kann er mehrere Bezeich- fr frais de voyage
nungen verwandter Gebiete neben- Mit In-Kraft-Treten des GKV-Mo-
einander führen. Aufgrund der dernisierungsgesetzes zum
Facharztanerkennung ist der Fach- 01.01.2004 können die Kranken-
arzt auf sein Fachgebiet und die kassen (Krankenkassen, gesetzli-
Abrechnung der in diesem Gebiet che) Fahrten zu ambulanten Be-
abrechnungsfähigen Leistungen handlungen nur noch in Ausnah-
beschränkt (Fachgebietsbeschrän- mefällen und nach vorheriger Ge-
kung). nehmigung übernehmen. Übernah-
mefähig sind Fahrten von Dialyse-
Fachgebietsbeschränkung patienten zur Dialyse oder von
Facharzt Krebspatienten zur Chemo- und
Strahlentherapie. Weitere Ausnah-
Fachgruppe men gibt es für Schwerbehinderte
en group of medical specialists und sonstige hilfsbedürftige Men-
fr groupe de médecins spécialistes schen und auf ärztliche Verord-
Eine Fachgruppe ist eine Gruppe nung. Der Gemeinsame Bundes-
von Ärzten eines bestimmten Fach- ausschuss nennt als Voraussetzung
gebiets entsprechend der 41 Fach- für die ärztliche Verordnung und
arztbezeichnungen (Facharzt). Kostenübernahme durch die Kasse
folgende Definition: “Der Patient
leidet an einer Grunderkrankung,
73 Fallpauschalengesetz

die eine bestimmte Therapie erfor- gelte hatten früher einen Anteil am
dert, die häufig und über einen län- Krankenhausumsatz von ca. 20–
geren Zeitraum erfolgen muss. Die 30 %. Mit der Einführung der
Behandlung oder der zur Behand- DRGs seit dem 01.01.2003 wer-

lung führende Krankheitsverlauf den nahezu alle Krankenhausfälle


beeinträchtigen den Patienten in ei- auf der Basis von DRGs abgerech-
ner Weise, dass eine Beförderung net. Ausgenommen von dieser
zur Vermeidung von Schaden an Form der Abrechnung sind psych-
Leib und Leben unerlässlich ist." iatrische Krankenhäuser und selb-
Auch bei Übernahme der Kosten ständige psychiatrische Abteilun-
durch die Krankenkasse muss der gen an Allgemeinkrankenhäusern.
Patient 10 % der Fahrtkosten selbst DRGs sind im Fallpauschalenge-
tragen, mindestens 5 Euro, höch- setz (FPG) geregelt. In der vertrags-
stens jedoch 10 Euro. Die Kranken- ärztlichen Versorgung gibt es Fall-
kassen übernehmen weiterhin – pauschalen derzeit nur über die Zu-
abzüglich der gesetzlichen Zuzah- sammenfassung einzelner Leistun-
lung – die aus zwingenden medizi- gen, die fallweise abgerechnet wer-
nischen Gründen notwendige Ret- den können.
tungsfahrt zum Krankenhaus.
Fallpauschalengesetz (FPG)
Fallmanagement en Introduction of Case-based
Case Management Lump Sums Act
fr loi sur l’ introduction de forfaits
Fallpauschale (FP) par cas
en case-based lump sum Das Fallpauschalengesetz (FPG) re-
fr forfait par cas gelt die Einführung, Durchführung
Die Fallpauschale (FP) im stationä- und Weiterentwicklung der Di-
ren Bereich ist eine pauschale Ver- agnosis Related Groups (DRGs) in
gütung des Krankenhausaufent- der stationären Versorgung. Als Ar-
halts eines Versicherten (Kranken- tikelgesetz ändert das FPG beste-
hausfall). Die Fallpauschale wird hende Gesetze, hier das Sozialge-
unabhängig von Art und Menge der setzbuch V (SGB V), das Kran-
tatsächlich erbrachten Einzellei- kenhausfinanzierungsgesetz
stungen abgerechnet. In der Ver- (KHG) und die Bundespflegesatz-
gangenheit war diese Honorie- verordnung (BPflV). Das Kran-
rungsform durch die Bundespfle- kenhausentgeltgesetz (KHEntG)
gesatzverordnung (BPflV) geregelt. wird durch das FPG neu geschaf-
Fallpauschalen und Sonderent- fen.
Fallwert 74

Fallwert gatte, der Lebenspartner und die


en case value Kinder von Kassenmitgliedern un-
fr valeur d’un cas ter bestimmten Voraussetzungen
Der Fallwert ist der durchschnittli- ebenfalls Versicherte mit eigenen
che Wert eines Behandlungsfalls, Leistungsansprüchen in der gesetz-
der entweder in Euro oder anhand lichen Krankenversicherung
des Einheitlichen Bewertungs- (Krankenversicherung, gesetzli-
maßstabs in Punkten ausge- che) und der Pflegeversicherung
drückt wird. Durch Multiplikation sind, ohne eigene Beiträge zahlen
der Punkte mit dem Punktwert zu müssen. Sie können ihre An-
(in Cent) ergibt sich der Gesamtbe- sprüche selbständig und unabhän-
trag pro Fall. gig vom Stammversicherten wahr-
nehmen. Versichert sind der Ehe-
Fallzahl gatte und die Kinder von Mitglie-
en number of cases dern, wenn diese Familienangehö-
fr nombre de cas rigen ihren Wohnsitz oder gewöhn-
Die Fallzahl ist die Summe aller lichen Aufenthalt im Inland haben,
vertragsärztlichen Abrechnungs- nicht selbst versichert, versiche-
fälle (Krankenbehandlungen) in ei- rungsfrei oder hauptberuflich selb-
nem bestimmten Zeitraum (meist ständig erwerbstätig sind und ihr
Abrechnungsquartal). regelmäßiges monatliches Einkom-
Sie ist zur Berechnung der Gesamt- men einen Höchstbetrag nicht
vergütung der ärztlichen Leistun- übersteigt (2004: monatlich
gen in der Region einer kassenärzt- 345 Euro, geringfügig Beschäftigte
lichen Vereinigung (KV) notwen- 400 Euro). Ehegatten, die zuvor
dig. Steigen die Fallzahlen und die privat versichert waren, erhalten
Menge abgerechneter Leistungen für die Dauer der Schutzfristen des
bei gleich bleibendem Gesamtho- Mutterschutzgesetzes sowie der El-
norar, sinkt der Punktwert und ternzeit keinen Zugang zur Fami-
damit auch der Fallwert. lienversicherung über die Mitglied-
schaft des Ehegatten in der gesetzli-
Familienversicherung chen Krankenversicherung. Kinder
en dependants co-insurance sind grundsätzlich bis zur Vollen-
fr assurance des membres de la dung des 18. Lebensjahres versi-
famille chert. Die Versicherung besteht bis
Als Familienversicherung oder Fa- zum 23. Lebensjahr, wenn die Kin-
milienmitversicherung bezeichnet der nicht erwerbstätig sind. Sie sind
man den Tatbestand, dass der Ehe- bis zur Vollendung des 25. Lebens-
75 Fertigarzneimittel

jahres versichert, wenn sie sich in über der Kassenärztlichen Verei-


Schul- oder Berufsausbildung be- nigung (KV) bzw. bei privat Versi-
finden. Bei Unterbrechung oder cherten gegenüber dem Versicher-
Verzögerung der Ausbildung durch ten jede einzelne der von ihm er-
Wehrdienst oder Zivildienst be- brachten Leistungen ab. Es wird
steht die Versicherung für den ent- deshalb von der Einzelleistungs-
sprechenden Zeitraum über das 25. vergütung gesprochen. Im Engli-
Lebensjahr hinaus. Behinderte Kin- schen existiert dafür der Begriff fee
der, die sich nicht selbst unterhal- for service.
ten können, sind ohne Altersgrenze
versichert, wenn die Behinderung Fehlbelegung
während der Familienversicherung en inappropriate in-patient care
vorlag. fr hospitalisation non justifiée
Im Rahmen der Familienversiche- Mit Fehlbelegung werden statio-
rung sind neben Pflegekindern näre Behandlungsfälle bezeichnet,
auch Enkel und Stiefkinder des Mit- die nicht oder nicht mehr der statio-
gliedes versichert, wenn diese vom nären Behandlung bedürfen. Dies
Mitglied überwiegend unterhalten ist u. a. der Fall, wenn Patienten
werden. länger als notwendig stationär ver-
Wenn der Ehegatte des Mitglieds sorgt werden, z. B. aufgrund Perso-
amit den Kindern verwandt ist, nalmangels, wenn die stationären
anicht Mitglied einer Kranken- Leistungen durch ambulante Lei-
kasse ist, stungen ersetzt werden können
asein regelmäßiges monatliches oder wenn Patienten in Kranken-
Gesamteinkommen einen häuser mit zu hoher Versorgungs-
Höchstbetrag von 3.862,50 Euro stufe (Krankenhaus) eingewie-
übersteigt und sen werden.
ahöher als das Gesamteinkom-
men des Mitglieds ist, Fertigarzneimittel
können die Kinder nicht in der Fa- en pharmaceutically manufactured
milienversicherung aufgenommen drug
werden. fr produit pharmaceutique manu-
facturé
Fee for service Fertigarzneimittel sind industriell
en fee for services hergestellte Arzneimittel, die in ei-
fr paiement pour services rendus ner zur Abgabe an den Verbraucher
In der traditionellen Krankenversi- bestimmten Verpackung zumeist
cherung rechnet der Arzt gegen- über Apotheken in den Verkehr ge-
Festbeträge 76

bracht werden (§ 4 Arzneimittel- zahlung die Differenz zwischen


gesetz). Preis und Festbetrag selbst bezah-
len.
Festbeträge Ein Arzneimittelpreis über dem
en reference prices Festbetrag hat sich auf dem Markt
fr montants de remboursement in der Vergangenheit häufig nicht
fixes durchgesetzt. Deshalb richten Arz-
Festbeträge sind Erstattungs- neimittelhersteller in vielen Fällen
höchstbeträge für Arzneimittel und ihre Preise an den Festbeträgen
Hilfsmittel in der gesetzlichen aus. Festbeträge sind darüber hin-
Krankenversicherung (Kranken- aus ein Mittel zur Herstellung von
versicherung, gesetzliche). Markttransparenz, ohne das Ab-
Die Preisgestaltung der Hersteller sprachen der Hersteller erforderlich
wird dadurch indirekt beeinflusst: sind. Sie können damit auch wei-
Verordnet ein Arzt ein Medikament tergehende Preissenkungen auf-
oder Hilfsmittel mit einem Preis grund bestimmter Marktkonstella-
über dem Festbetrag, muss er den tionen verhindern helfen.
Patienten darüber aufklären. Der
Patient muss dann neben der Zu-

Festbeträge. Entwicklung der Einsparungen im Arzneimittelbereich durch


die Einführung von Festbeträgen.
77 Festbeträge für Arzneimittel

Festbeträge für Arzneimittel (Krankenkassen, gesetzliche)


en reference prices for drugs keine Unternehmen, die Gewinn-
fr montants de remboursement absichten verfolgen. Vielmehr er-
fixes pour médicaments füllen sie Verwaltungsaufgaben,
Festbeträge nach § 35 SGB V sind die ihnen vom Gesetzgeber aufer-
Erstattungshöchstbeträge für er- legt werden. Insofern ist das Wett-
stattungsfähige Arzneimittel in der bewerbsrecht nicht anwendbar.
gesetzlichen Krankenversicherung Wegen des rechtlichen Streits hatte
(Krankenversicherung, gesetzli- das Bundesgesundheitsministe-
che). Festbetragsgruppen werden rium von 2001 bis 2003 vorüberge-
vom Gemeinsamen Bundesaus- hend die Festbeträge bestimmt. Da-
schuss (G-BA) gebildet und durch durch sollte verhindert werden,
das Bundesministerium für Ge- dass im Fall einer Niederlage vor
sundheit und Soziale Sicherung dem EuGH die Festbeträge rückwir-
(BMGS) bestätigt. kend zurückgenommen werden
In den Festbetragsgruppen sind müssen.
aPräparate mit denselben Wirk- Durch das GKV-Modernisie-
stoffen (Stufe 1), rungsgesetz wurden die Regeln zur
aPräparate mit pharmakologisch- Bildung von Arzneimittelfestbeträ-
therapeutisch vergleichbaren gen erheblich geändert: Patentge-
Wirkstoffen (Stufe 2) und schützte Arzneimittel, deren Wir-
aPräparate mit therapeutisch ver- kung eine erkennbare therapeuti-
gleichbarer Wirkung (Stufe 3) sche Verbesserung darstellt, blei-
enthalten. ben weiterhin festbetragsfrei. Für
Die Festbeträge werden von den patentgeschützte Arzneimittel mit
Spitzenverbänden der Kranken- Zulassung nach dem 31.12.1995,
kassen festgelegt. Im Dezember die keinen oder einen vergleichs-
2002 hatte das Bundesverfassungs- weise geringfügigen Zusatznutzen
gericht dieses Verfahren bestätigt. aufweisen, können nun Festbe-
Das Oberlandesgericht Düsseldorf tragsgruppen der Stufen 2 und
sah jedoch einen möglichen Ver- 3 gebildet und Festbeträge festge-
stoß gegen europäisches Wettbe- setzt werden. Für Präparate der
werbsrecht und legte dem Europäi- Festbetragsstufe 1 werden Festbe-
schen Gerichtshof (EuGH) die Kla- träge im unteren Preisdrittel festge-
gen mehrerer Hersteller vor. Am setzt. Damit will der Gesetzgeber
16.03.2004 hat auch der EuGH die- den Preiswettbewerb im Arznei-
ses Urteil bestätigt. Aus Sicht des mittelmarkt weiter intensivieren
EuGH sind Krankenkassen und gleichzeitig eine ausreichende
Festbeträge für Hilfsmittel 78

Marktversorgung und Auswahl- Krankenkassen bestimmten Hilfs-


möglichkeiten für die verordnen- mittel einheitliche Festbeträge für
den Ärzte sicherstellen. Die Festbe- den Bereich eines Landes fest. Dies
träge werden einmal jährlich über- führt zu länderbezogenen Unter-
prüft. schieden. Bundesweit geltende
Festbeträge gibt es gegenwärtig nur
Festbeträge für Hilfsmittel für Seh- und Hörhilfen. Infolge des
en reference prices for medical de- GKV-Modernisierungsgesetzes

vices wird sich diese Regelung ändern.


fr montants de remboursement Zum 31.12.2004 werden die Spit-
fixes pour accessoires médicaux zenverbände der Krankenkassen
Festbeträge nach § 36 SGB V sind erstmals bundesweit einheitliche
Erstattungshöchstbeträge für er- Festbeträge festsetzen. Bis dahin
stattungsfähige Hilfsmittel in der gelten noch die Festbeträge auf
gesetzlichen Krankenversicherung Landesebene.
(Krankenversicherung, gesetzli-
che). Die Spitzenverbände der Festbetragsregelung
Krankenkassen bestimmen ge- Festbeträge für Arzneimittel
meinsam und einheitlich Hilfsmit-
tel, für die Festbeträge festgesetzt Festzuschuss
werden. Dazu gehören etwa Seh- en fixed grant
und Hörhilfen, Inkontinenz- und fr subvention fixe
Stomaartikel, Dekubitus- und Kom- Der Festzuschuss war ein für
pressionsmittel sowie Einlagen. 1998 gültiges Bezuschussungssys-
Dabei sollen in ihrer Funktion tem der gesetzlichen Krankenkas-
gleichartige und gleichwertige Mit- sen (Krankenkassen, gesetzli-
tel in Gruppen zusammengefasst che) bei der Versorgung mit
werden. Den Verbänden der betrof- Zahnersatz. Anstatt der bis dahin

fenen Leistungserbringer und üblichen – und ab 1999 wieder gül-


den Verbänden der Behinderten ist tigen – prozentualen Kostenüber-
vor der Entscheidung Gelegenheit nahme erhielt der Patient für eine
zur Stellungnahme zu geben; die definierte Leistung einen festen Zu-
Stellungnahmen sind in die Ent- schuss. Ab 2005 wird infolge des
scheidung einzubeziehen. Die GKV-Modernisierungsgesetzes
Landesverbände der Kranken- der Zahnersatz (Brücken, Kronen,
kassen und die Verbände der Er- Prothesen) aus dem Leistungska-
satzkassen setzen bislang noch für talog der gesetzlichen Krankenver-
die von den Spitzenverbänden der sicherung (Krankenversiche-
79 Fortbildungspflicht

rung, gesetzliche) gestrichen und Finanzausgleich in der Kranken-


als obligatorische Satzungsleistung versicherung der Rentner
von den gesetzlichen Krankenkas- en financial adjustment within the
sen angeboten. Die GKV-Versicher- sickness fund system for retir-
ten müssen diese Leistungen da- ees
nach über eine Zusatzversiche- fr ajustement financier au sein de
rung bei ihren Krankenkassen ver- l’assurance-maladie des retrai-
sichern, deren monatlicher Betrag tés
automatisch mit dem Krankenver- Ursprünglich (seit 1977) war der Fi-
sicherungsbetrag abgeführt wird. nanzausgleich in der Kranken-
Zusätzlich werden ab 2005 befund- versicherung der Rentner im SGB V
bezogene Festzuschüsse einge- §§ 268–273 geregelt. Durch die
führt. Danach ist für die Höhe des Einführung des Risikostruktur-
Zuschusses nicht mehr die medizi- ausgleichs und endgültig seit dem
nisch notwendige Versorgung im 01.01.2001 ist der Finanzausgleich
Einzelfall maßgebend, sondern die in der Krankenversicherung der
in der Mehrzahl der Fälle ange- Rentner außer Kraft gesetzt. Der Fi-
wandte Versorgung. nanzausgleich hatte die Funktion,
die durch unterschiedlich hohe
Filialapotheke Rentneranteile in den Krankenkas-
en branch pharmacy sen auch unterschiedlich hohen Be-
fr pharmacie filiale lastungen der einzelnen Kassen
Mit In-Kraft-Treten des GKV-Mo- auszugleichen.
dernisierungsgesetzes zum
01.01.2004 ist es jedem Apotheker Fixkosten
rechtlich gestattet, zusätzlich zu en fixed costs
seiner Hauptapotheke bis zu drei fr coûts fixes
Filialapotheken zu besitzen. Diese Hierunter werden Kosten verstan-
müssen im gleichen oder benach- den, die unabhängig von der Er-
barten Kreis liegen. Für Haupt- und bringung einer Leistung anfallen
Filialapotheken gibt es eine einheit- (z. B. Abschreibungen für die Pra-
liche Betriebserlaubnis. Die apo- xiseinrichtung).
thekenrechtliche Verantwortung
für die Filialen liegt beim Betreiber Fortbildungspflicht
der Hauptapotheke. en compulsory vocational training
fr formation professionelle
continue obligatoire
Im Zuge des GKV-Modernisie-
FPG 80

rungsgesetzes werden niedergelas- Freie Arztwahl bezeichnet das


sene Ärzte erstmals verpflichtet, Recht des gesetzlich Krankenversi-
zur Sicherung der Qualität, regel- cherten, jeden zur vertragsärztli-
mäßig an interessenunabhängigen chen Versorgung zugelassenen
Fortbildungen teilzunehmen. Die Arzt (Vertrags(zahn)arzt) in An-
Einhaltung der Fortbildungspflicht spruch zu nehmen. Das schließt ne-
wird von den Kassenärztlichen ben den zugelassenen Vertragsärz-
Vereinigungen (KVen) überprüft. ten ermächtigte Ärzte, ärztlich ge-
Hierfür legen die Ärzte den KVen leitete Einrichtungen an Kranken-
alle fünf Jahre den Nachweis vor, häusern, eigene Einrichtungen der
dass sie sich in dem unmittelbar zu- Krankenkassen oder zum ambu-
rückliegenden Fünfjahreszeitraum lanten Operieren zugelassene
fortgebildet haben. Beginnend mit Krankenhäuser ein.
dem 30.06.2004 muss erstmalig bis
zum 30.06.2009 dieser Fortbil- Fremdkassenausgleich
dungsnachweis erbracht werden, en internal financial compensation
vorrangig durch Vorlage eines Fort- between health insurance funds
bildungszertifikats der Ärzte- fr compensation de règlement
kammern. Wird keine oder keine entre caisses
ausreichende Fortbildung inner- Als Fremdkassenausgleich wird ein
halb des Fünfjahreszeitraums Zahlungsausgleich zwischen den
nachgewiesen, erfolgt durch die KV Kassen(zahn)ärztlichen Vereini-

in den folgenden vier Quartalen gungen (KVen) bei sogenannten


eine Honorarkürzung um 10 %, Fremdarztfällen bezeichnet. Diese
anschließend eine Kürzung um Fälle treten ein, wenn ein Versi-
25 %. Wird danach weiterhin cherter einen Vertrags(zahn)arzt
keine ausreichende Fortbildung be- in Anspruch nimmt, dessen KV
legt oder wird die Fortbildung keine Vertragsbeziehungen zur
gänzlich verweigert, kann dies mit Krankenkasse des Versicherten
einem Entzug der Zulassung sank- hat. Danach werden die erbrachten
tioniert werden. Leistungen zwischen den KVen in-
tern beglichen. Hierfür werden alle
FPG Forderungen und Verpflichtungen
Fallpauschalengesetz der Kassenärztlichen Vereinigun-
gen bei einer Clearingstelle der
Freie Arztwahl Kassen(zahn)ärztlichen Bundes-

en free choice of physician vereinigung (KBV) verrechnet. Da-


fr libre choix du médecin bei richtet sich die Vergütung der
81 Früherkennung

Leistungen nach den Vereinbarun- Früherkennung


gen im jeweiligen KV-Bezirk. en early diagnosis
fr dépistage précoce
Fremdleistung Im Rahmen der Prävention die-
en third-party services nen Maßnahmen der Früherken-
fr prestations d’un tiers nung dazu, Krankheiten bereits vor
Dies ist eine Bezeichnung für Lei- dem Auftreten manifester Symp-
stungen bei der Behandlung von tome zu erkennen. Folgende Ge-
Patienten, die nicht vom behan- sundheitsuntersuchungen können
delnden Arzt selbst erbracht, son- gemäß §§ 25 und 26 SGB V von
dern von ihm veranlasst werden. den gesetzlich Krankenversicher-
Fremdleistungen werden häufig ten in Anspruch genommen wer-
auch als veranlasste Leistungen be- den:
zeichnet. aGesundheits-Check-up: Versi-
cherte nach vollendetem 35. Le-
Friktionskostenansatz bensjahr haben jedes zweite Jahr
en friction cost method das Recht auf eine Früherken-
fr méthode des coûts de friction nungsuntersuchung, insbeson-
Der Friktionskostenansatz stellt dere zur Erkennung von Herz-
eine Modifikation der Humanka- Kreislauf- und Nierenerkrankun-
pitalmethode dar. Während bei An- gen sowie eines Diabetes.
wendung der Humankapitalme- aKrebsfrüherkennung: Frauen ab
thode der Produktivitätsverlust dem 20. und Männer ab dem 45.
vom Beginn der (dauerhaften) Er- Lebensjahr haben das Recht auf
krankung bis zum Ende der Er- eine jährliche Krebsfrüherken-
werbsunfähigkeit bzw. bis zum nungsuntersuchung.
theoretischen Ende der Erwerbsfä- aKinderuntersuchungen: Zur
higkeit bei dauerhafter Produktivi- Früherkennung von Krankheiten
tätsminderung berechnet wird, be- bei Kindern, welche die körperli-
rücksichtigt der Friktionskostenan- che oder geistige Entwicklung
satz die Zeitdauer, die bis zur Neu- gefährden können (z. B. Hör-
besetzung der durch die Erkran- und Sehstörungen, Sprachfehler
kung freigewordenen Arbeitsstelle oder Haltungsschäden).
vergeht. Dieser Zeitraum wird als
Friktionsperiode bezeichnet.
Ganzheitliche Medizin 82

GCP
Good Clinical Practice

Gebührenordnung
en fee schedule
fr tarif d’honoraires
Ganzheitliche Medizin Gebührenordnungen regeln die
en holistic medicine Vergütung (zahn)ärztlicher Lei-
fr médecine holistique stungen. Die Gebühren für die ein-
Im Vergleich zur Schulmedizin, zelnen Leistungen sind in einem
die vorrangig die Behandlung des Verzeichnis zusammengefasst.
körperlichen Ungleichgewichts Für die vertrags(zahn)ärztlichen
und der damit verbundenen Krank- Leistungen werden der Einheitli-
heit in den Mittelpunkt stellt, setzt che Bewertungsmaßstab (EBM) für
das Behandlungsbemühen der Ärzte und die Ersatzkassen-Gebüh-
ganzheitlichen Medizin am Zusam- renordnung (E-GO) aufgestellt. Für
menwirken von Körper, Geist und die privatärztliche Vergütung gel-
Seele an. Der Mensch wird höchst ten die Gebührenordnung für
individuell in seiner Gesamtheit Ärzte (GOÄ) und die Gebühren-
bzw. ganzheitlich betrachtet. ordnung für Zahnärzte (GOZ).

Gatekeeper Gebührenordnung für Ärzte


en gatekeeper (GOÄ)
fr gatekeeper en physician fee scale
Als Gatekeeper wird der Lei- fr tarif d’honoraires des médecins
stungserbringer bezeichnet, der für Die GOÄ ist die Grundlage zur Ver-
den (gesetzlich) Versicherten den gütung privatärztlich erbrachter
Zugang zur fachärztlichen oder sta- Leistungen. Sie gibt eine Punktzahl
tionären Versorgung steuert. Als oder feste Euro-Beträge für die ein-
Synonym für dieses Modell der Lei- zelnen Leistungen vor und be-
stungssteuerung gilt das Primär- stimmt die Abrechnungsmodalitä-
arztsystem. ten. Die GOÄ wird mit Zustimmung
des Bundesrates als Rechtsverord-
G-BA nung durch das Bundesministe-
Gemeinsamer Bundesausschuss rium für Gesundheit und Soziale Si-
cherung (BMGS) erlassen.
GBE
Gesundheitsberichterstattung
83 Gemeinsame Selbstverwaltung

Gebührenordnung für Zahnärzte verpflichtet, dem Verletzten den


(GOZ) daraus entstandenen Schaden zu
en dentists fee scale ersetzen. Die Ersatzpflicht besteht
fr tarif d’honoraires des dentistes nur, wenn
Die GOZ regelt die Vergütung der adas Arzneimittel bei bestim-
privatärztlich erbrachten Leistun- mungsgemäßem Gebrauch
gen des Zahnarztes. Sie enthält schädliche Wirkungen hat, die
ähnliche Regelungen wie die Ge- über ein nach den Erkenntnissen
bührenordnung für Ärzte (GOÄ). der medizinischen Wissenschaft
Wie die GOÄ wird auch die GOZ vertretbares Maß hinausgehen
mit Zustimmung des Bundesrates und ihre Ursache im Bereich der
als Rechtsverordnung durch das Entwicklung oder der
Bundesministerium für Gesund- Herstellung haben oder
heit und Soziale Sicherung (BMGS) ader Schaden infolge einer nicht
erlassen. den Erkenntnissen der medizini-
schen Wissenschaft entspre-
Gefährdungshaftung chenden Kennzeichnung, Fach-
en strict liability information oder Gebrauchsin-
fr responsabilité objective formation eingetreten ist.“
Das Arzneimittelgesetz regelt in
§ 84 AMG die Haftung für Arznei- Gegenwartswert
mittelschäden am Menschen. en present value
Wörtlich heißt es dort: fr valeur actuelle
„Wird infolge der Anwendung ei- Der auf die Gegenwart abgezinste
nes zum Gebrauch bei Menschen Wert zukünftiger Zahlungen
bestimmten Arzneimittels, das im (Diskontierung).
Geltungsbereich dieses Gesetzes an
den Verbraucher abgegeben wurde Gemeinsame Selbstverwaltung
und der Pflicht zur Zulassung un- en joint self administration
terliegt oder durch Rechtsverord- fr autogestion commune
nung von der Zulassung befreit Die gemeinsame Selbstverwaltung
worden ist, ein Mensch getötet oder wird in der gesetzlichen Kranken-
der Körper oder die Gesundheit ei- versicherung (Krankenversiche-
nes Menschen nicht unerheblich rung, gesetzliche) von Vertragsärz-
verletzt, so ist der pharmazeutische ten und Krankenkassen ausgeübt.
Unternehmer, der das Arzneimittel Zuständige Gremien sind der
im Geltungsbereich dieses Geset- Gemeinsame Bundesausschuss
zes in den Verkehr gebracht hat, sowie z. B. Zulassungs- und Prü-
Gemeinsamer Bundesausschuss 84

fungsausschüsse. der ambulanten und stationären


Versorgung.
Gemeinsamer Bundesausschuss Den Richtlinien kommt insofern
(G-BA) große Bedeutung zu, als dass na-
en Federal Joint Commission hezu allen Leistungen in der ge-
fr commission conjointe fédérale setzlichen Krankenversicherung
Im Zuge des GKV-Modernisie- (Krankenversicherung, gesetzli-
rungsgesetzes (GMG) wurden zum che) Beschlüsse des Bundesaus-
01.01.2004 der Bundesausschuss schusses zugrunde liegen. Der Ge-
der Ärzte und Krankenkassen, der setzgeber hat den Gemeinsamen
Ausschuss Krankenhaus und der Bundesausschuss mit einer gene-
Koordinierungsausschuss im Ge- rellen Kompetenz zum Ausschluss
meinsamen Bundesausschuss (G- oder zur Einschränkung von Lei-
BA) zusammengeführt. Der G-BA stungen ausgestattet.
wird von den Kassenärztlichen Der G-BA kann Leistungen oder
Bundesvereinigungen (Ärzte, Maßnahmen einschränken oder
Zahnärzte), der Deutschen Kran- ausschließen, wenn nach dem all-
kenhausgesellschaft, den Bun- gemeinen Stand der medizinischen
desverbänden der Krankenkassen, Erkenntnisse der diagnostische
der Bundesknappschaft und den oder therapeutische Nutzen, die
Verbänden der Ersatzkassen ge- medizinische Notwendigkeit oder
bildet. Diese tragen auch die Kos- die Wirtschaftlichkeit nicht nach-
ten für den Ausschuss. Der G-BA gewiesen sind.
wird seinen Sitz bis zum Mit Einführung des GMG erhalten
31.12.2008 in Siegburg haben, ab Patientenvertreter ein Anhörungs-
dem 01.01.2009 in Berlin. recht im Gemeinsamen Bundesaus-
Der Gemeinsame Bundesausschuss schuss.
übernimmt als Rechtsnachfolger Zu seiner Unterstützung gründet
die Aufgaben der bisherigen Aus- der Gemeinsame Bundesausschuss
schüsse (§ 91 SGB V). Hierzu ge- ein Institut für Qualität und Wirt-
hören vor allem: schaftlichkeit im Gesundheitswe-
aAufgaben der Qualitätssiche- sen (§ 139a SGB V). Der G-BA kann
rung, dieses Institut mit der Nutzenbe-
ader Erlass von Richtlinien (z. B. wertung von Arzneimitteln beauf-
Arzneimittelrichtlinien) und tragen.
adie Überprüfung der zu Lasten
der Krankenkassen erbrachten
vertragsärztlichen Leistungen in
85 Gentechnikgesetz

Gemeinschaftspraxis menschlichen Organismus (Biover-


en group practice fügbarkeit). Daher können Origi-
fr cabinet médical de groupe nalpräparat und Generikum trotz
Eine Gemeinschaftspraxis ist der identischer Wirkstoffe unterschied-
organisatorische und wirtschaftli- liche therapeutische Wirksamkeit
che Zusammenschluss von zwei entwickeln. Das Generikum muss
oder mehreren Ärzten bzw. allerdings genau wie das Original-
Zahnärzten zur Nutzung von ge- präparat eine Arzneimittelzulas-
meinsamen Praxisräumen. Sie wer- sung besitzen.
den von der Kassenärztlichen
Vereinigung als wirtschaftliche Gentechnikgesetz (GenTG)
Einheit behandelt und müssen vom en Gene Technology Act
Zulassungsausschuss genehmigt fr loi sur les technologies généti-
werden. ques
Das Gentechnikgesetz (GenTG) trat
Generikum am 01.07.1990 in Kraft und wurde
en generic drug 1993 novelliert. Das GenTG enthält
fr médicament générique Regelungen für Sicherheitsmaß-
Als Generikum wird ein Arzneimit- nahmen bei Arbeiten mit gentech-
tel bezeichnet, das nach der abge- nisch veränderten Organismen im
laufenen Patentschutzzeit (Pat- geschlossenen System (Labor- und
entschutz für Arzneimittel) des Ori- Produktionsbereiche) und für Frei-
ginalpräparats mit dem gleichen landversuche mit gentechnisch
Wirkstoff und der gleichen Dosie- veränderten Organismen. Ebenso
rung vermarktet wird. Diese Arz- enthält es Regeln wie Produkte, die
neimittel werden oft unter ihrer solche Organismen enthalten, in
Wirkstoffbezeichnung (INN- Umlauf gebracht werden können.
Name, generic name) angeboten. Ausgenommen vom Anwendungs-
Da die Kosten für Forschung und bereich des GenTG sind Fragen der
Entwicklung hierbei entfallen, kön- Reproduktionsmedizin und der An-
nen Generika unter einem neuen wendung somatisch-genetischer
Namen, im Gegensatz zu dem je- Therapieverfahren am Menschen.
weiligen Originalpräparat wesent- Auf Grundlage der Bestimmungen
lich günstiger angeboten werden. des GenTG wurden eine Reihe von
Die technologische Verarbeitung Verordnungen erlassen, die Vorga-
von Wirkstoffen zu Arzneimitteln ben für Verfahren und einzuhal-
hat Einfluss auf den Wirkstoffspie- tende Sicherheitsmaßnahmen nä-
gel und die Freisetzungsraten im her bestimmen. Die wichtigsten
Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenkassen 86

Verordnungen mit Bestimmungen sundheitsmarkt.


zu Genehmigungsverfahren sind:
aVerordnung über die Sicherheits- Gesamtsozialversicherungsbei-
stufen und Sicherheitsmaßnah- trag
men bei gentechnischen Arbei- en total social insurance amount
ten in gentechnischen Anlagen fr montant total des cotisations
(GenTSV), sociales
aVerordnung über die Zentrale Der Gesamtsozialversicherungs-
Kommission für die Biologische beitrag besteht nach § 28d SGB V
Sicherheit (ZKBSV), aus den Beiträgen der versiche-
aVerordnung über Aufzeichnun- rungspflichtig Beschäftigten zur
gen bei gentechnischen Arbeiten Renten-, Kranken-, Pflege- und Ar-
(GenTAufzV), beitslosenversicherung. Der Ar-
aVerordnung über Anhörungsver- beitgeber zieht ihn vom Lohn ab
fahren (GenTAnhV) und und führt ihn gemeinsam mit dem
aVerordnung über Antrags- und Arbeitgeberanteil an die Kran-
Anmeldeunterlagen (GenTVfV). kenkasse ab. Die Krankenkasse ist
Einzugsstelle für den Gesamtso-
Gesamtausgaben der gesetzli- zialversicherungsbeitrag.
chen Krankenkassen
en total expenditure under the Gesamttherapiekosten
statutory health insurance en total costs of therapy
system fr frais totaux de thérapie
fr dépenses totales des caisses Die Gesamttherapiekosten sind alle
d’assurance-maladie obligatoi- direkten und indirekten Kosten
res einer medizinischen Behand-
Die Gesamtausgaben der gesetzli- lung/Therapie. Dazu gehören un-
chen Krankenkassen (Kranken- ter anderem die Tagestherapie-
kassen, gesetzliche) sind die Sum- kosten der Arzneimitteltherapie,
me aller Leistungsausgaben, die Kosten für Arztbesuche, für
Netto-Verwaltungskosten und eine stationäre Behandlung, für die
sonstiger Aufwendungen. Sie sind Behandlung von Nebenwirkungen
ein Indikator zur Bewertung der von Arzneimitteln, für Pflege, für
Entwicklung und Finanzierbarkeit Arbeitsunfähigkeit und für den To-
des Gesundheitswesens. Allerdings desfall.
sind sie auch ein Indikator für die
wirtschaftliche Entwicklung eines
bestimmten Marktsegments im Ge-
87 Gesetz über das Apothekenwesen

Gesamtvergütung werden, werden zwischen den


en total remuneration Kassenärztlichen Vereinigungen
fr rémunération totale (KVen) und den Landesverbän-
Für die Übernahme des Sicher- den der Krankenkassen geschlos-
stellungsauftrags zahlen die sen. Der allgemeine Inhalt wird von
Krankenkassen nach § 85 SGB V der Kassenärztlichen Bundesver-
an die Kassen(zahn)ärztlichen einigung (KBV) und den Bundes-
Vereinigungen (KVen/KZVen) eine verbänden der Krankenkassen im
Gesamtvergütung. Mit der Gesamt- Bundesmantelvertrag vereinbart.

vergütung werden alle vertrags- Spezielle Fragen zur vertragsärztli-


ärztlichen Leistungen und die da- chen Versorgung werden in den
mit verbundenen Kosten abge- einzelnen Gesamtverträgen auf
deckt. Dies gilt auch für Leistun- Landesebene näher geklärt. Es sind
gen, die durch Ärzte und ärztlich außerdem Verfahren zu den Ab-
geleitete Einrichtungen mit Er- rechnungsüberprüfungen zu ver-
mächtigung (Ermächtigung ärzt- einbaren. Kann keine Einigung
lich geleiteter Einrichtungen) oder über den Gesamtvertrag erzielt
von Belegärzten erbracht wer- werden, kommt es zum Schieds-
den, für Leistungen des Fremd- verfahren.
kassenausgleichs und Leistungen
im Rahmen der Notfallversorgung. Gesetz über das Apothekenwesen
Die Gesamtvergütung ist Teil der en pharmacy system law
Gesamtverträge. Die Höhe wird fr loi sur les pharmacies
von den Vertragspartnern auf der Das Gesetz über das Apothekenwe-
Basis des jeweils gewählten Vergü- sen regelt vor allem:
tungssystems vereinbart. adie im öffentlichen Interesse ge-
botene Sicherstellung einer ord-
Gesamtvertrag nungsgemäßen Arzneiversor-
en general agreement/framework gung der Bevölkerung,
agreement adie Erlaubnis zur Führung einer
fr convention collective Apotheke nur für Einzelperso-
Gesamtverträge gemäß §§ 82 ff. nen oder eine OHG oder GbR;
SGB V, in denen die Einzelheiten kein Fremdbesitz, aber infolge
der vertragsärztlichen Versor- des GKV-Modernisierungsgeset-
gung, der Vergütung durch den zes die Berechtigung für den ap-
Einheitlichen Bewertungsmaß- probierten Apotheker, neben ei-
stab (EBM) und der Verfahren zur ner Offizinapotheke bis zu drei
Abrechnungsprüfung geregelt Filialapotheken im selben oder
Gesetzliche Krankenversicherung 88

angrenzenden Bezirk zu eines Amtsarztes. Zu den Aufgaben


betreiben, der Gesundheitsämter zählen u. a.
adie Führung, Pacht und Verwal- die Gesundheitsberatung, -förde-
tung öffentlicher Apotheken, rung und -vorsorge, die Überwa-
adie Voraussetzung zur Einrich- chung der Vorschriften zum Infek-
tung von Krankenhaus-, Bundes- tionsschutz und zur Umwelthy-
wehr-, Zweig- oder Notapothe- giene, der gesundheitliche Ver-
ken. braucherschutz und die Gesund-
heitsberichterstattung.
Gesetzliche Krankenversicherung
(GKV) Gesundheitsausgaben
Krankenversicherung, gesetzli- en health expenditures
che fr dépenses de santé
Alle Ausgaben für die Erhaltung der
Gesundheitsamt Gesundheit, die Behandlung von
en Public Health Department Krankheiten, die Linderung von
fr service de l’hygiène et de la Krankheitsfolgen, die Ausbildung
santé publique des medizinischen Personals und
Gesundheitsämter sind staatliche die Gesundheitsforschung werden
Behörden der Länder und Kommu- als Gesundheitsausgaben bezeich-
nen. Sie stehen unter der Leitung net. Nach der neuen Gesundheits-

Gesundheitsausgaben. Anteil der Ausgaben für Arneimittel an den Gesund-


heitsausgaben in Europa, Japan und den USA.
89 Gesundheitskarte, elektronische

ausgabenrechnung des statisti- tawa Charta der WHO von 1986).


schen Bundesamts lagen die ge- Die Gesundheitsförderung umfasst
samten Gesundheitsausgaben alle Aktivitäten zur Stärkung der
2002 bei etwa 230 Milliarden Euro. allgemeinen und persönlichen Ge-
sundheit. Sie ist wichtiger Bestand-
Gesundheitsberichterstattung teil der Hygiene und Präventivme-
(GBE) dizin. Die Krankenkassen sind ver-
en Office for Health Reporting pflichtet, Leistungen zur Gesund-
fr office de surveillance de la heitsförderung zu erbringen. Dazu
santé gehören unter anderem Informati-
Die GBE ist Teil des öffentlichen on, Aufklärung und Beratung der
Gesundheitsdienstes (ÖGD). Sie Versicherten über Krankheitsver-
stellt Gesundheits- und Medizinal- hütung und gesunde Lebensweise.
statistiken mit entsprechender Be- Die Handlungsfelder der Kranken-
wertung zur Verfügung. Anhand ei- kassen beschränken sich dabei auf
ner kontinuierlichen Berichterstat- verhaltensbedingte, arbeitsbe-
tung lassen sich unter anderem dingte und umweltbedingte Er-
Strukturveränderungen in der Ver- krankungen.
sorgung, Gesundheitsrisiken, ge-
sundheitliche Defizite und Bedürf- Gesundheitsindikator
nisse feststellen. Auf dieser Grund- en health indicator
lage können Ziele für die Planung fr indicateur de santé
der Gesundheitsversorgung festge- Ein Gesundheitsindikator gibt Hin-
legt werden. weise auf den Zustand des Gesund-
heitswesens bzw. der Gesundheits-
Gesundheits-Check-Up versorgung. Er ist eine wichtige
ärztliche Vorsorgeuntersuchung, Messgröße für die Gesundheitspoli-
Früherkennung tik. Beispiele für Gesundheitsindi-
katoren sind Gesundheitsausga-
Gesundheitsförderung ben, Lebenserwartung, Morbidi-
en health promotion tät oder Mortalität.
fr promotion de la santé
Gesundheitsförderung zielt auf ei- Gesundheitskarte, elektronische
nen Prozess, allen Menschen ein en electronic health insurance card
höheres Maß an Selbstbestimmung fr carte d’assurance maladie éléc-
über ihre Gesundheit zu ermögli- tronique
chen und sie damit zur Stärkung ih- Die bisherige Krankenversicher-
rer Gesundheit zu befähigen (Ot- tenkarte soll ab 2006 durch die
Gesundheitsleistung 90

elektronische Gesundheitskarte ab- ten.


gelöst werden (§ 291a SGB V). Die Ausschließlich Ärzte, Zahn-
elektronische Gesundheitskarte ist ärzte, Apotheker und sonstiges
eine Chipkarte, die mit einem Mi- unterstützendes Apothekenperso-
kroprozessor und einer Verschlüs- nal sind befugt, diese Versicherten-
selungsfunktion ausgestattet ist. daten zu erheben und weiter zu be-
Dadurch ist es mit der Gesundheits- arbeiten. Voraussetzung ist, dass
karte möglich, eine Reihe von Da- hierfür die Genehmigung des Versi-
ten zu erheben und für die Belange cherten vorliegt. Die Einwilligung
der gesetzlichen Krankenversiche- ist jederzeit widerrufbar oder kann
rung (Krankenversicherung, ge- auf einzelne Anwendungen be-
setzliche) per Computer weiterzu- schränkt werden.
verarbeiten und zu nutzen: Das Nähere über Inhalt und Struk-
amedizinische Daten, soweit sie tur für die Bereitstellung und Nut-
für die Notfallversorgung erfor- zung der Daten vereinbaren die
derlich sind, Spitzenverbände der Kranken-

aBefunde, Diagnosen, Therapie- kassen mit der Kassenärztlichen


empfehlungen und Behand- Bundesvereinigung, der Kassen-
lungsberichte in elektronischer zahnärztlichen Bundesvereini-
und maschinell verwertbarer gung, der Bundesärztekammer,
Form für eine einrichtungsüber- der Bundeszahnärztekammer,
greifende, fallbezogene Koopera- der Deutschen Krankenhausge-
tion (elektronischer Arztbrief), sellschaft und der maßgeblichen
aDaten einer Arzneimitteldoku- Spitzenorganisation der Apotheker
mentation, auf Bundesebene. Die Vereinba-
aDaten über Befunde, Diagnosen, rung bedarf der Genehmigung des
Therapiemaßnahmen, Behand- Bundesministeriums für Gesund-

lungsberichte sowie Impfungen heit und Soziale Sicherung


für eine fall- und einrichtungs- (BMGS). Vor Erteilung der Geneh-
übergreifende Dokumentation migung ist dem Bundesbeauftrag-
über den Patienten (elektroni- ten für den Datenschutz Gelegen-
sche Patientenakte), heit zur Stellungnahme zu geben.
avom Versicherten selbst oder
stellvertretend für ihn zur Verfü- Gesundheitsleistung
gung gestellte Daten sowie en healthcare service
aDaten über in Anspruch genom- fr prestations relatives à la santé
mene Leistungen und deren vor- Gesundheitsleistungen sind alle
läufige Kosten für die Versicher- Maßnahmen zur Versorgung von
91 Gesundheitsökonomische Evaluationen

Patienten. Darunter fallen nicht nur Gesundheitsökonomie


die eigentlichen Therapiemaßnah- en health economics
men, sondern auch Beratung, Prä- fr économie de la santé
vention, Nachuntersuchungen etc. Der Begriff Gesundheitsökonomie
Individuell gewünschte Beratun- umfasst die wissenschaftliche Be-
gen und Vorsorgeuntersuchungen, schäftigung mit den wirtschaftli-
die nicht im Leistungskatalog der chen Aspekten der Gesundheit und
gesetzlichen Krankenversicherung der Gesundheitsversorgung. Zu
(Krankenversicherung, gesetzli- den Kernfragen zählen etwa:
che) enthalten sind, zahlt der Pati- aWas sind die ökonomischen Fol-
ent selbst. Diese sogenannten gen der Krankheit?
„individuellen Gesundheitslei- aWie wird Gesundheit produziert?
stungen“ (IGeL) gelten als ärztliche aWas kostet die Produktion von
Leistungen außerhalb des GKV-Lei- Gesundheit?
stungsangebots. aWie sind die Ergebnisse der Ge-
sundheitsproduktion zu bewer-
Gesundheitsministerium ten?
Bundesministerium für Gesund- Damit gehört die Suche nach effi-
heit und Soziale Sicherung zienten Versorgungsprozessen
ebenso wie die Frage nach einer ef-
Gesundheitsministerkonferenz fizienten Systemorganisation zur
(GMK) Gesundheitsökonomie. Als ökono-
en Conference of Health Ministers misches Zielkriterium gilt dabei die
fr conférence des ministres de la effiziente Verwendung knapper
santé Ressourcen.
Die Gesundheitsministerkonferenz
ist die Fachministerkonferenz der Gesundheitsökonomische Evalua-
Bundesländer. Sie tritt zusammen, tionen
um gesundheitspolitische Themen en health economic evaluations
und Aufgaben des Öffentlichen fr évaluations de l’économie de la
Gesundheitsdienstes (ÖGD) auf santé
Bundesebene zu beraten und abzu- Der Begriff wird als Oberbegriff für
stimmen. Die Länder wechseln sich alle Studien im Gesundheitswesen
jährlich im Vorsitz der Konferenz verwendet, bei denen es darum
ab, die Geschäftsstelle folgt jeweils geht, medizinische Maßnahmen im
dem Vorsitzenden. Die GMK fasst weitesten Sinne ökonomisch zu be-
ihre Beschlüsse mit einfacher werten. Gesundheitsökonomische
Mehrheit. Evaluationen können dabei prinzi-
Gesundheitsökonomisches Modell 92

piell einen vergleichenden oder ei- Kosten-Nutzen-Analysen.

nen nicht-vergleichenden Charak-


ter haben. Nicht-vergleichend sind Gesundheitsökonomisches Mo-
Kosten-Analysen oder Krank- dell
heitskosten-Analysen, in denen en health economic model
nur ermittelt wird, welche Kosten fr modèle de l’économie de la
bei einer bestimmten medizini- santé
schen Maßnahme anfallen bzw. Ein Modell ist ein vereinfachtes Ab-
welche Kosten durch eine Krank- bild der Wirklichkeit, das zum Ziel
heit verursacht werden. Positive hat, die Wirkungsweisen verschie-
Auswirkungen auf die Allokation dener (veränderlicher) Einflussgrö-
im Gesundheitswesen sind mit der ßen darzustellen. Es erhebt nicht
Kenntnis dieser Kosten nicht ver- den Anspruch, die Wirklichkeit in
bunden, da erst durch den Ver- ihrer Komplexität abzubilden. Mit
gleich von Alternativen eine Aus- Hilfe von Modellen können Er-
wahl getroffen werden kann. Die- kenntnisse über Zusammenhänge
sen Vergleich bieten andere Stu- und Sachverhalte innerhalb eines
dienformen, wie zum Beispiel realen Systems gewonnen werden.
Kosten-Effektivitäts-Analysen, Gesundheitsökonomische Modelle
Kosten-Minimierungs-Analysen, stellen dar, welche Kosten mit einer
Kosten-Nutzwert-Analysen oder Erkrankung oder Gesundheitslei-

Gesundheitsökonomische Evaluationen.
93 Gesundheitssystemforschung

stung, zur Behandlung oder Vor- föderal gegliedert: Dem Bund ob-
beugung einer Erkrankung, ver- liegt die Ausgestaltung der Finan-
bunden sind, bzw. welcher Nutzen zierung und Leistungserbringung
aus einer Gesundheitsleistung re- der Krankenversicherung (Kran-
sultiert. Der Modellcharakter ist kenversicherung, gesetzliche), die
durch verschiedene Annahmen, Länder haben zentrale Gesetzge-
die innerhalb des Modells getroffen bungskompetenzen bei der Kran-
werden, gegeben. kenhausplanung und Kranken-
Gesundheitsökonomische Modelle hausfinanzierung sowie bei der
kommen zum Einsatz Ausgestaltung des Öffentlichen
aim Rahmen der Planung gesund- Gesundheitsdienstes (ÖGD).
heitsökonomischer Studien,
awenn eine Studiendurchführung Gesundheitsprämie
nicht möglich erscheint oder Kopfpauschale

awenn Sachverhalte überprüft


werden sollen, zu denen keine Gesundheitssystem
Studiendaten vorliegen. en healthcare system
fr système de santé publique
Gesundheitspolitik Als Gesundheitssystem eines Lan-
en health policy des bezeichnet man alle Institutio-
fr politique de la santé nen und Elemente sowie deren pro-
Gesundheitspolitik ist die politi- zessuale Verknüpfungen mit dem
sche Gestaltung der Rahmenbedin- Ziel, die Gesundheit der Bevölke-
gungen der Gesundheitsversor- rung zu sichern.
gung. Die Bundesrepublik Deutsch-
land ist als demokratischer und so- Gesundheitssystemforschung
zialer Bundesstaat den Zielen einer en healthcare system research
Gesundheitspolitik verpflichtet, die fr recherches sur le système de
insbesondere das Recht auf Leben santé publique
und körperliche Unversehrtheit ge- Im Rahmen der Gesundheitswis-
währleistet und eine bedarfsge- senschaften befasst sich die Ge-
rechte Versorgung nach dem Stand sundheitssystemforschung mit der
des medizinischen Wissens ermög- Struktur und Organisation der Ge-
licht. Innerhalb dieser Politik gilt sundheitsversorgung und ihrer
das Subsidiaritätsprinzip (Vorrang Weiterentwicklung.
der Selbsthilfe vor Fremdhilfe,
Subsidiarität). Die Kompetenzen

zur politischen Ausgestaltung sind


Gesundheitssystemmodernisierungsgesetz 94

Gesundheitssystemmodernisie- len Umwelten, der Gesundheitsför-


rungsgesetz derung und Krankheitsbewälti-
GKV-Modernisierungsgesetz gung, den Leistungen des Gesund-
heitssystems und den Möglichkei-
Gesundheitswesen ten, dieses politisch und ökono-
en healthcare sector misch zu steuern, sowie der Eva-
fr secteur de la santé luation und Qualitätskontrolle
Das Gesundheitswesen umfasst dieses Systems. Zielgrößen des For-
alle Einrichtungen und Personen, schens und Handelns in den Ge-
die die Gesundheit der Bevölke- sundheitswissenschaften sind Ver-
rung erhalten, fördern und wieder- längerung der Lebenszeit und Ver-
herstellen. Hierzu gehören staatli- besserung der Lebensqualität der
che und nichtstaatliche Institutio- Bevölkerung insgesamt ebenso wie
nen wie z. B. Bund, Länder, besonderer Ziel- und Risikogrup-
Krankenkassen, ärztliche Pra- pen.
xen, Krankenhäuser, Wohl-
fahrtsverbände sowie der Öffent- Gesundheitsziele
liche Gesundheitsdienst (Gesund- en health objectives
heitsämter). fr objectifs de santé
Gesundheitsziele werden allge-
Gesundheitswissenschaften mein als bindende Festlegungen
en public health von Prioritätensetzungen in der Ge-
fr santé publique sundheitspolitik angesehen. Sie
Gesundheitswissenschaften/Pub- wurden erstmals von der Weltge-
lic Health sind „Wissenschaft und sundheitsorganisation (WHO) im
Praxis der Krankheitsverhütung, Rahmen der „Health for All“ Strate-
der Lebensverlängerung und För- gie entwickelt. Die Gesundheits-
derung physischen und psychi- ziele sollen in erster Linie eine Ver-
schen Wohlbefindens durch bevöl- besserung von Versorgungsstruk-
kerungsbezogene Maßnahmen.“ turen und -ergebnissen ermögli-
Gesundheitswissenschaften be- chen.
schäftigen sich in Forschung und Für die Definition von Gesund-
Lehre (Aus- und Weiterbildung) heitszielen sind folgende Faktoren
vor allem mit den Bedingungen für maßgeblich:
Gesundheit und den Ursachen von aGesundheitsziele sollten auf Da-
Krankheit, den Wechselwirkungen ten der Gesundheitsberichter-
zwischen Menschen und ihren na- stattung basieren.
türlichen, technischen und sozia- aGesundheitsziele sollten u. a.
95 GKV-Modernisierungsgesetz

auch quantifiziert formuliert rung der gesetzlichen Krankenver-


werden, um den Grad der Zieler- sicherung (GKV-Modernisierungs-
reichung überprüfen zu können gesetz, GMG) will der Gesetzgeber
und Vergleiche auf regionaler das Gesundheitswesen weiter re-
Ebene zu ermöglichen. formieren, mit dem Ziel,
aGesundheitsziele setzen die Teil- adie Beiträge zur gesetzlichen
nahme der an der Umsetzung Be- Krankenversicherung (Kran-
teiligten voraus. kenversicherung, gesetzliche)
In Deutschland bringt das Program- auf ca. 13 % des Bruttogehalts
m „gesundheitsziele.de“ verschie- zu senken,
denste Akteure zusammen, um Ge- averursachungsabhängige Bei-
sundheitsziele im Konsens zu ent- träge, d. h. Zuzahlungen, ein-
wickeln. Dazu zählen die Bundes- zuführen oder deutlich zu
länder ebenso wie Selbsthilfe- und erhöhen,
Forschungseinrichtungen und Pati- aWirtschaftlichkeitsreserven stär-
enten. „gesundheitsziele.de“ ist ker auszuschöpfen, z. B. durch
eine Kooperation des Bundesmi- weitere Regulierung der Arz-
nisteriums für Gesundheit und So- neimittelpreise, aber auch durch
ziale Sicherung (BMGS) und der Anreize für eine sektorenüber-
Gesellschaft für Versicherungswis- greifende integrierte

senschaft und -gestaltung (GVG). Versorgung,


Das Programm wird vom BMGS ge- adie Qualität der Gesundheitsver-
fördert. sorgung zu erhöhen, z. B. durch
die Einführung einer Fortbil-
GKV dungspflicht für Ärzte und eines
Krankenversicherung, gesetzli- Instituts für Qualität und Wirt-

che schaftlichkeit im
Gesundheitswesen.
GKV-Katalog Das GKV-Modernisierungsgesetz
Leistungskatalog (GMG) ist im Konsens von Regie-
rung und Opposition entstanden
GKV-Modernisierungsgesetz und als zustimmungsbedürftiges
(GMG) Gesetz mit Wirkung vom
en Modernisation of the Statutory 14.11.2003 durch den Bundesrat
Health Insurance Act verabschiedet worden. Es ist am
fr loi sur la modernisation de l’as- 01.01.2004 in Kraft getreten.
surance-maladie obligatoire
Mit dem Gesetz zur Modernisie-
Globalbudget 96

Globalbudget ten.
en global budget Die GCP-Leitlinien aus den Regio-
fr budget global nen Europa, USA und Japan sind
Ein Globalbudget ist ein vorgegebe- von der International Conference of
nes Ausgabenvolumen mit einer Harmonisation (ICH) zur gemein-
festen Obergrenze. Bisher stellt die samen Leitlinie ICH-GCP zusam-
Einführung eines Globalbudgets mengefasst worden, die die gegen-
für die GKV-Ausgaben nur eine seitige Anerkennung von Studien-
Forderung der Krankenkassen daten für die behördlichen Zulas-
(Krankenkassen, gesetzliche) an sungsverfahren von Medikamen-
die Gesundheitspolitik dar. Ziel ist ten sicherstellen soll. Hierdurch
es, unter einer Ausgabenober- wird die Anzahl notwendiger klini-
grenze Wirtschaftlichkeitsreserven scher Studien und somit auch die
im System zu mobilisieren. Anzahl notwendiger Studienpa-
tienten herabgesetzt.
GMG
GKV-Modernisierungsgesetz Good Manufacturing Practice
(GMP)
GMP en Good Manufacturing Practice
Good Manufacturing Practice (GMP)
fr Bonne Pratique de Fabrication
GOÄ Hierunter versteht man Richtlinien
Gebührenordnung für Ärzte zur Qualitätssicherung der Pro-
duktionsabläufe und -umgebung.
Good Clinical Practice (GCP) Für Hersteller von Arzneimitteln
en Good Clinical Practice (GCP) und medizintechnischer Produkte
fr Bonne Pratique Clinique spielt die Qualitätssicherung eine
Unter „good clinical practice“ ver- zentrale Rolle, da hier Qualitätsab-
steht man einen internationalen, weichungen direkte Auswirkungen
ethischen und wissenschaftlichen auf die Gesundheit der Verbrau-
Standard zur Planung, Durchfüh- cher haben können. Durch ein
rung, Auswertung und Berichter- GMP-gerechtes Qualitätsmanage-
stattung von klinischen Studien. ment-System ist die Gewährlei-
Dieser Standard soll die Rechte und stung der Produktqualität sicherge-
Integrität sowie die Vertraulichkeit stellt und es werden die Anforde-
der Identität der Studienpatienten rungen bestimmter Auslands-
schützen und die Glaubwürdigkeit märkte, z. B. USA, erfüllt.
der erhobenen Daten gewährleis-
97 Große Deutsche Spezialitätentaxe

GOZ Grenzverweildauer
Gebührenordnung für Zahnärzte en borderline length of stay
fr durée limite d’hospitalisation
Grenzkosten Als Grenzverweildauer wird ent-
en marginal costs weder der minimale (untere Grenz-
fr coûts marginaux verweildauer) oder der maximale
Als Grenzkosten werden die Kosten (obere Grenzverweildauer) Aufent-
bezeichnet, die zur Erlangung einer haltszeitraum im Krankenhaus be-
weiteren Einheit eines definierten zeichnet, für den die jeweilige Fall-
Gutes erforderlich sind. pauschale (DRGs) ohne Kürzung
oder Zuschlag abgerechnet werden
Grenzkostenanalyse kann. Ist die Verweildauer von
en marginal costs analysis nicht verlegten Patienten kürzer als
fr analyse des coûts marginaux die untere Grenzverweildauer, ist
Als Grenzkostenanalyse bezeich- eine Kürzung der Fallpauschale
net man die Analyse der Kosten vorzunehmen. Ein zusätzliches
und Nutzen der Produktion einer Entgelt kann abgerechnet werden,
zusätzlichen Einheit. Dies können wenn die Verweildauer von Patien-
im Gesundheitswesen zum Beispiel ten im Krankenhaus länger als die
die Kosten des nächsten entdeck- obere Grenzverweildauer ist. Die
ten Falls durch eine Screeningun- Höhe der Kürzung und des zusätz-
tersuchung sein. lichen Entgelts sind abhängig von
der Höhe der Fallpauschale.
Grenznutzen
en marginal utility Große Deutsche Spezialitäten-
fr profit marginal taxe
Als Grenznutzen bezeichnet man en pharmacy price schedule
den Nutzen aus der Produktion ei- fr liste des prix des médicaments
ner zusätzlichen Einheit eines Gu- Die Große Deutsche Spezialitäten-
tes. Dies könnte im Gesundheits- taxe oder auch so genannte Lauer-
wesen zum Beispiel der Nutzenzu- Taxe ist die aktuelle Datenbank, die
wachs aus der Entdeckung eines ökonomisch relevante Arzneimit-
zusätzlichen Falls aufgrund einer teldaten aller in Deutschland zuge-
zusätzlichen Screening-Einheit lassenen Arzneimittel enthält. Zu
sein. diesen Daten gehören zum Beispiel
die Packungsgrößen, Wirkstärken,
Packungspreise, Festbeträge sowie
Angaben zu Indikation und Dosie-
Grund-/Wahlleistungen 98

rung. Die Taxe erscheint vierzehn- Grundlohnsumme


tägig. en revenue base/payroll tax base
fr revenu de base
Grund-/Wahlleistungen Als Grundlohnsumme bezeichnet
en standard/optional benefits man die Summe der beitragspflich-
fr prestations réglementaires/op- tigen Einnahmen der Mitglieder ei-
tionnelles ner Krankenversicherung (ohne
Grundleistungen sind alle medizi- Rentner). Der Begriff stammt ur-
nischen Leistungen, die im Lei- sprünglich aus der Reichsversi-
stungskatalog der GKV enthalten cherungsordnung und wurde mit
sind und von den gesetzlichen dem Sozialgesetzbuch (SGB) V
Krankenkassen (Krankenkassen, durch den Begriff „beitragspflich-
gesetzliche) gewährt bzw. erstattet tige Einnahmen“ ersetzt. Der
werden. Wahlleistungen gehen Grundlohn ist der auf einen Kalen-
über den gesetzlich vorgeschriebe- dertag entfallende Anteil des Ar-
nen Leistungsumfang der gesetzli- beitsentgelts. Das Beitragsaufkom-
chen Krankenkassen hinaus und men aus der Grundlohnsumme ist
müssen vom Patienten privat be- die Haupteinnahmequelle einer
zahlt werden. Dazu zählt etwa bei Krankenkasse.
der Krankenhausbehandlung die
Wahl des Arztes, ein Zwei-Bett- Guidelines
Zimmer oder ein Telefon. Leitlinien
99 Härtefallregelung

und Publikation gesundheitsöko-


nomischer Studien in Deutschland
(Gesundheitsökonomie). Mit
Hilfe dieser Empfehlungen lässt
sich auch die Qualität und Aussa-
gekraft von gesundheitsökonomi-
Haftung des Arztes/Krankenhau- schen Studien beurteilen.
ses
en doctors’ liability/hospital liabil- Härtefallregelung
ity en hardship clause
fr responsabilité du médecin/de fr réglementation pour les catégo-
l’hôpital ries sociales défavorisées
Jeder (Krankenhaus)arzt ist zu ei- Die Versicherten der gesetzlichen
ner sachgemäßen Behandlung des Krankenversicherung (Kranken-
Patienten unter Beachtung der not- versicherung, gesetzliche) sollen
wendigen medizinischen und per- auch in Härtefällen durch Zuzah-
sönlichen Sorgfalt verpflichtet. lungen nicht überlastet werden. Zu
Kommt er seiner Verpflichtung den Härtefällen gehören u. a. Emp-
oder der ärztlichen Aufklärungs- fänger von Arbeitslosenhilfe, So-
pflicht nicht nach, liegt ein Behand- zialhilfe oder Leistung nach dem
lungsfehler vor. Der Arzt kann da- Bundesausbildungsförderungs-Ge-
für gegenüber dem Patienten haft- setz (BaföG) und Personen mit
bar gemacht werden. Bei angestell- niedrigem Einkommen. Bis zum In-
ten Ärzten haftet das Krankenhaus. Kraft-Treten des GKV-Moderni-
Ist das Krankenhaus aber nach- sierungsgesetzes (GMG) zum
weislich seinen Auswahl-, Überwa- 01.01.2004 waren sie von der Zu-
chungs- und Anleitungspflichten zahlungspflicht vollständig befreit
nachgekommen, haftet der Arzt (Befreiung von der Zuzahlungs-
selbst. Das Krankenhaus haftet je- pflicht). Inzwischen leisten alle
doch immer, wenn der Arzt ein Versicherten Zuzahlungen. Auf-
rechtlicher Vertreter des Kranken- grund der mit dem GMG eingeführ-
hauses ist. ten Belastungsgrenze, bisher
Überforderungsklausel genannt,

Hannoveraner Empfehlungen zahlen Versicherte innerhalb eines


en Hannover Recommendations Kalenderjahres jedoch höchstens
fr recommandations de Hannovre 2 % und chronisch kranke Versi-
Es handelt sich dabei um Empfeh- cherte (Chroniker-Regelung)
lungen zur Planung, Durchführung nicht mehr als 1 % ihrer Jahres-
Hartmannbund, Verband der Ärzte Deutschlands e. V. 100

bruttoeinnahmen zu, danach wer- sätzlich hat der Patient die freie
den sie vollständig von der Zuzah- Arztwahl (Arztwahl, freie), in
lung befreit. der Regel wird allerdings durch den
Hausarzt der Weg zum Facharzt
Hartmannbund, Verband der gesteuert. Ausnahmen hiervon
Ärzte Deutschlands e. V. sind meist eindeutige Entscheidun-
en Hartmann-Union gen des Patienten, einen Facharzt
fr association des médecins alle- aufzusuchen, z. B. Besuch des Au-
mands fondée par le Dr. Hart- genarztes, Kinderarztes oder Gynä-
mann kologen, ohne vorherige Inan-
„Laßt uns ... eine feste, zielbe- spruchnahme des Hausarztes.
wusste Organisation schaffen zum
Zwecke einer energischen Vertre- Hausapotheke
tung unserer aufs äußerste gefähr- en patient centered pharmacy
deten Interessen! Schließen wir fr pharmacie centrée sur le patient
uns fest zusammen, der einzelne ist Bei der Hausapotheke handelt es
nichts, alle zusammen sind wir sich um ein neues Dienstleistungs-
eine Macht. Dann soll man nicht konzept der Apotheken. Der Apo-
mehr mit dem einzelnen Arzt, son- theker erstellt quartalsweise ein
dern mit der Gesamtheit rechnen.“ Medikamenten-Dossier für den Pa-
Mit diesen Worten gründete Dr. tienten und überprüft dieses auf
Herrmann Hartmann 1900 den potentielle Wechselwirkungen und
nach ihm benannten Bund als Doppelverordnungen. Auf Wunsch
Selbsthilfeorganisation deutscher des Patienten hält der Apotheker
Ärzte, die aktiv an der Gesund- diesbezüglich Kontakt zum Arzt.
heitspolitik mitwirkt. Der Verband Diese Serviceleistungen erfolgen zu
zählt etwa 62.000 Mitglieder. fest vereinbarten Preisen, wobei
ein Treuebonus auf nicht apothe-
Haus- und fachärztliche Versor- kenpflichtige Produkte möglich ist.
gung Die Auswahl der Hausapotheke er-
en general practitioner care and folgt jeweils für ein Jahr. Seit dem
medical specialist care 01.04.2004 führen der Deutsche
fr soins par le médecin de famille Apothekerverband und die Barmer
et soins par le médecin spécia- Ersatzkasse ein Projekt „Hausapo-
lisé theke“ durch. Zielgruppe sind in
Die vertragsärztliche Versorgung erster Linie chronisch Kranke, die
erfolgt durch hausärztliche und von verschiedenen Ärzten Arznei-
fachärztliche Versorgung. Grund- mittel verordnet bekommen. Mit
101 Hausarztmodell

Zustimmung des Patienten werden tät der medizinischen Versorgung


in der frei gewählten Apotheke zu verbessern. Der Hausarzt erhält
sämtliche Arzneiverordnungen so- eine Lotsenfunktion (gatekeeper)
wie die vom Patienten zur Selbst- und steuert den gesamten Behand-
medikation erworbenen Arzneimit- lungsverlauf seines Patienten, so-
tel erfasst und überprüft. Der Apo- wohl im ambulanten als auch im
theker nimmt Kontakt zu den be- stationären Sektor. Seine Aufgaben
handelnden Ärzten auf, um in umfassen auch Maßnahmen der
Zweifelsfällen die Verordnung zu ambulanten Rehabilitation und
korrigieren. Gesundheitsförderung sowie Hil-

fen bei sozialen, psychischen und


Hausärztliche Grundvergü- pflegerischen Problemen seines Pa-
tung/Hausarztpauschale tienten. Durch den Einsatz des
en general practitioners’ fee Hausarztes als Lotsen durch das
fr rémunération de base/forfait du System wird eine effizientere Res-
médecin de famille sourcennutzung in Diagnostik und
Zusätzliche Vergütung für Ärzte, Therapie erwartet. Die Befürworter
die als Hausärzte tätig sind. Das solcher Modelle rechnen mit weni-
Zusatzhonorar soll zusätzliche ad- ger Krankenhauseinweisungen,
ministrative Leistungen des Haus- weniger Doppeluntersuchungen,
arztes pauschal vergüten. mehr zielgerichtete Überweisun-
gen der Patienten an entspre-
Hausarztmodell chende Spezialisten oder Kranken-
en gatekeeper model häuser und mit einer Reduzierung
fr modèle basé sur le médecin de unwirksamer medizinischer Maß-
famille nahmen.
Hausärzte werden üblicherweise Der Patient verzichtet in solchen
die Ärzte (Arzt) genannt, die vom Modellen in der Regel auf die freie
Patienten im Krankheitsfall zur Arztwahl (Arztwahl, freie), kann
Grundversorgung als erste aufge- als Anreiz aber dafür von seiner
sucht werden und die im Bedarfs- Krankenkasse einen Versicher-
fall über die Weiterbehandlung, tenbonus bekommen. Bisher wa-
insbesondere durch Überweisung ren in Deutschland solche Systeme
an einen Facharzt entscheiden. Mit noch im Versuchsstadium. Mit In-
Hausarztmodellen wird versucht, Kraft-Treten des GKV-Moderni-
durch Ausweitung der Kompeten- sierungsgesetzes am 01.01.2004 er-
zen der Hausärzte finanzielle Res- ging an die Krankenkassen
sourcen einzusparen und die Quali- (Krankenkassen, gesetzliche) der
Hausarztzentrierte Versorgung 102

Auftrag, die hausarztzentrierte Krankenkasse erhalten, z. B. in


Versorgung sicherzustellen und Form einer Beitragsermäßigung.
den Versicherten Hausarztmodelle
anzubieten. Haushaltshilfe
Häusliche Pflege
Hausarztzentrierte Versorgung
en general practitioner centered Häusliche Pflege
health care en home care
fr soins médicaux centrés sur le fr soins à domicile
médicin de famille Die Pflege und Versorgung pflege-
Im Zuge des GKV-Modernisie- bedürftiger Versicherter im eigenen
rungsgesetzes (GMG) obliegt es seit Haushalt oder im Haushalt ihrer
01.01.2004 den Krankenkassen Familie wird als häusliche Pflege
(Krankenkassen, gesetzliche), bezeichnet. Die häusliche Pflege
die hausarztzentrierte Versorgung wird finanziell durch verschiedene
sicherzustellen und den Versicher- Zweige der Sozialversicherung un-
ten Hausarztmodelle anzubieten. terstützt. Im zersplitterten System
Dazu schließen sie gemäß § 73b der Sozialgesetzgebung sind insge-
Abs. 2 SGB V Verträge mit beson- samt vier verschiedene Finanzie-
ders qualifizierten Hausärzten oder rungsquellen möglich:
Versorgungszentren ab. Die Versi- aKrankenversicherung (SGB V),
cherten können sich gemäß § 73b (Krankenversicherung, gesetz-
Abs. 1 SGB V schriftlich gegenüber liche, Krankenversicherung,
ihrer Krankenkasse verpflichten, private)
ambulante fachärztliche Leistun- aPflegeversicherung (SGB XI)
gen nur auf Überweisung des von aBundessozialhilfegesetz
ihnen gewählten Hausarztes in An- (BSHG)
spruch zu nehmen. An die schriftli- aEigenanteile
che Erklärung sind die Patienten Die Krankenkassen übernehmen
für mindestens ein Jahr gebunden. die Kosten für häusliche Kranken-
Begründet wird die hausarztzen- pflege, wenn hierdurch ein Kran-
trierte Versorgung mit dem Ziel, die kenhausaufenthalt vermieden oder
Qualität der Patientenversorgung verkürzt werden kann. Ein An-
zu steigern, da der Behandlungs- spruch auf häusliche Kranken-
verlauf stets vom jeweiligen Haus- pflege durch eine Fachkraft (eines
arzt überwacht und koordiniert Pflegedienstes) besteht jedoch nur
wird. Die Patienten können bei unter der Voraussetzung, dass eine
Teilnahme einen Bonus von ihrer im Haushalt lebende Person nicht
103 Health Technology Assessment

ausreichend pflegen kann (z. B. Infusionstherapien, Injektionen,


wegen Berufstätigkeit oder man- die Verabreichung von Medika-
gels erforderlicher Fähigkeiten). menten, die Gabe von Metha-
Art, Umfang und Dauer der Pflege don/Polamidon oder aber die Son-
werden vom behandelnden Arzt denernährung.
verordnet. Die Kosten der Pflege
werden von der zuständigen Kran- Health Maintenance Organiza-
kenkasse in der Regel für zunächst tion (HMO)
vier Wochen gewährt. Stellt der en health maintenance organiza-
Medizinische Dienst der Kran- tion
kenversicherung nach Ablauf die- fr organisation pour la protection
ser Frist fest, dass die Vorausset- de la santé
zungen für eine Krankenhauser- HMOs sind eine in den 70er Jahren
satzpflege weiterhin vorliegen, des letzten Jahrhunderts in den
kann diese verlängert werden. USA entwickelte Versicherungs-
Häusliche Pflege wird von Sozial- und Versorgungsform. HMOs sind
stationen und privaten Pflegedien- Organisationen, bei denen sich
sten erbracht. Sollte im Einzelfall Versicherte einschreiben und da-
kein entsprechender Dienst zur mit ein bestimmtes Leistungspaket
Verfügung stehen, übernimmt die zur medizinischen Versorgung er-
Krankenkasse auch die angemesse- halten, welches Basis- und ergän-
nen Kosten für eine selbstbe- zende Behandlungsangebote um-
schaffte Pflegekraft. fasst. HMO-Ärzte versorgen die
Neben den Leistungen der Kran- Versicherten. Sie erhalten ein Bud-
kenkasse ist in begrenztem Umfang get, meist berechnet nach Kopf-
(rund fünf Stunden/Woche) der pauschalen (Capitation). Damit
Einsatz einer Haushaltshilfe im tragen sie das Versicherungsrisiko.
Rahmen der Sozialhilfe möglich Die Versorgung ist stark durch
(bei entsprechend geringem Ein- Managed Care-Techniken wie

kommen und Vermögen). z. B. Disease Management und


Unabhängig von einem ansonsten Case Management geprägt.

notwendigen Krankenhausaufent-
halt ist die Krankenkasse auf Dauer Health Technology Assessment
für behandlungspflegerische Lei- (HTA)
stungen zuständig, wenn dies zur en health technology assessment
Sicherung der ärztlichen Behand- fr évaluation de la technologie
lung notwendig ist. Zur Behand- médicale
lungspflege zählen beispielsweise Health Technology Assessment be-
Heil- und Hilfsmittelrichtlinien 104

zeichnet die Bewertung medizini- der Verordnung dieser Mittel. Heil-


scher Verfahren und Technologien und Hilfsmittel werden dort begriff-
im Gesundheitswesen. Unter Tech- lich bestimmt und die von den
nologien werden dabei Produkte Krankenkassen zu übernehmen-
(Arzneimittel, technische Geräte den Mittel aufgelistet. Die Richtli-
etc.), medizinische Verfahren nien unterscheiden Heilmittel als
(z. B. Therapieverfahren, auch persönliche medizinische Leistun-
komplexe Verfahren wie Leitli- gen, z. B. Physiotherapie, von
nien) und übergeordnete Prozesse Hilfsmitteln als sachliche medizini-
(wie Rehabilitation) zusammenge- sche Leistungen, z. B. Hörhilfen.
fasst. Die Bewertung (assessment)
bezieht sich dabei auf die Aspekte: Heilberufe
aSicherheit/Verträglichkeit en healthcare professions
aWirksamkeit unter idealen und fr professions médicales
unter realen Bedingungen Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte,

aEpidemiologische Aspekte wie Apotheker Heilpraktiker, psy-

z. B. Verbreitung oder Bedarfs- chologische Psychotherapeuten so-


schätzung wie Kinder- und Jugendlichenpsy-
aKosten-Nutzen-Relation chotherapeuten werden zu den
aSoziale, rechtliche und ethische Heilberufen gezählt. Rechtliche
Implikationen Grundlage hierfür bietet die Bun-
Für Deutschland wurde beim desärzteordnung, das Gesetz über
Deutschen Institut für medizini- die Ausübung der Zahnheilkunde,
sche Statistik und Dokumentation die Bundes-Apothekerordnung und
e. V. (DIMDI) ein HTA-Informati- das Gesetz über die berufsmäßige
onssystem eingeführt, außerdem Ausübung der Heilkunde ohne Be-
wurde eine Deutsche Agentur für stallung (Heilpraktikergesetz).
HTA (DAHTA) gegründet.
Heilmittel
Heil- und Hilfsmittelrichtlinien en remedy
en prescription of remedies and fr remèdes et thérapies
medical devices directives Heilmittel sind Mittel, die vorwie-
fr directives sur la prescription de gend äußerlich zur Heilung oder
remèdes et thérapies et d’acces- Linderung einer Krankheit ange-
soires médicaux wendet werden. Dazu gehören
Der Gemeinsame Bundesaus- z. B. die Krankengymnastik, Mas-
schuss regelt in den Heil- und Hilfs- sagen oder Leistungen der Sprach-
mittelrichtlinien die Grundsätze therapie. Sie können nur nach ärzt-
105 Heilmittelvertrag

licher Verordnung zu Lasten der Die Heilmittelrichtlinien sind seit


gesetzlichen Krankenversicherung dem 01.07.2001 gültig. Die Heil-
(Krankenversicherung, gesetzli- mittel sind in vorrangige, optionale
che) in Anspruch genommen wer- und ergänzende Therapien einge-
den. Nach In-Kraft-Treten des teilt. Außerdem wurden standardi-
GKV-Modernisierungsgesetzes sierte Heilmittelkombinationen
müssen Patienten bei Inanspruch- festgeschrieben. Den Ärzten wer-
nahme von Heilmitteln eine Zu- den detailliertere Diagnosen auf
zahlung von 10 % der Kosten so- den Überweisungsformularen vor-
wie eine Verordnungsgebühr von geschrieben. So reicht es beispiels-
10 Euro leisten (§§ 32 und 61 weise nicht mehr aus, wenn ein
Satz 3 SGB V). Arzt die allgemeine Diagnose Rü-
ckenschmerz einträgt.
Heilmittelerbringer
en remedy supplier Heilmittelvertrag
fr fournisseur de remèdes et théra- en contract for the supply of reme-
pies dies
Heilmittel wie physikalische Thera- fr contrat sur l’ approvisionne-
pie, Sprachtherapie oder Beschäfti- ment de remèdes et thérapies
gungstherapie dürfen an Versi- Über die Einzelheiten der Versor-
cherte der gesetzlichen Kranken- gung der Versicherten in der Ge-
versicherung (Krankenversiche- setzlichen Krankenversicherung
rung, gesetzliche, GKV) nur durch (GKV) mit Heilmitteln schließen
qualifizierte Anbieter erbracht wer- die Landesverbände der Kran-
den. Nach §§ 124 und 125 SGB V kenkassen und die Verbände der
müssen sie als Dienstleister durch Ersatzkassen auf Landesebene

die GKV zugelassen werden. Heil- Verträge mit Leistungserbringern


mittelbringer sind z. B.: oder deren Verbänden. Gemäß
aPhysiotherapeuten § 125 Abs. 2 SGB V werden in die-
aMasseure sen Heilmittelverträgen auch die
aStimm-, Sprech- und Sprachthe- Preise der Heilmittel und deren Ab-
rapeuten (Logopäden) rechnung geregelt. Sie sind für alle
aErgotherapeuten Mitgliedskassen der Vertragspart-
ner in einem Bundesland verbind-
Heilmittelrichtlinien lich (Heil- und Hilfsmittelrichtli-
en guideline on remedies nien).
fr directives sur les remèdes et thé-
rapies
Heilmittelwerbegesetz 106

Heilmittelwerbegesetz (HWG) Überprüfung beim Gesundheits-


en law on advertising in the amt. Die Leistungen eines Heil-
healthcare system praktikers dürfen normalerweise
fr loi sur la publicité dans le sec- nicht zu Lasten der gesetzlichen
teur de la santé Krankenversicherung (Kranken-
Die Werbung auf dem Gebiet des versicherung, gesetzliche) erbracht
Heilwesens unterliegt zum Schutz werden. Die älteste und bedeu-
der Gesundheit von Patienten und tendste Standesvertretung der Heil-
Verbrauchern bestimmten Ein- praktiker in Deutschland ist der
schränkungen. Für Arzneimittel, Fachverband Deutscher Heilprakti-
Heilverfahren, kosmetische Mittel ker e. V. mit über 6.000 Mitglie-
und Körperpflegemittel gelten all- dern.
gemeine Verbote für irreführende
Werbung. Weiterhin unterliegt die Herstellerrabatt
Werbung bestimmten Informa- en manufacturers rebate
tionspflichten (Herstellerangaben, fr rabais des producteurs
Nebenwirkungen, Anwendungsge- Die Hersteller müssen bei Arznei-
biete etc.). Die Werbung für ver- mitteln, die zu Lasten der gesetzli-
schreibungspflichtige Arzneimittel chen Krankenversicherung
ist grundsätzlich auf Fachkreise (Krankenversicherung, gesetzli-
wie Ärzte, Zahnärzte und A- che, GKV) abgegeben werden, ei-
potheker beschränkt. Die entspre- nen Rabatt auf den Herstellerabga-
chenden Regelungen finden sich im bepreis gewähren (§ 130a SGB V).
Heilmittelwerbegesetz (HWG). Seit dem 01.01.2003 beträgt dieser
Rabatt 6 %. Für das Jahr 2004 wird
Heilpraktiker dieser Rabatt durch das GKV-Mo-
en alternative medical practitioner dernisierungsgesetz (GMG) auf
fr guérisseur/naturopathe 16 % festgesetzt. Der Rabatt wird
Der Heilpraktiker übt die Heil- nur für Arzneimittel erhoben, für
kunde berufsmäßig und eigenver- die es keinen Festbetrag gibt. Das
antwortlich aus. Seine Tätigkeit zur Inkasso erfolgt über die Apothe-
Feststellung, Linderung und Hei- ken. Die Krankenkassen (Kran-
lung von Krankheiten basiert auf kenkassen, gesetzliche) erhalten
Vorstellungen und Verfahren aus bei der Abrechnung mit den Apo-
der Tradition, unter anderem der theken einen entsprechenden Ab-
Naturheilkunde, und bedarf kei- schlag. Die Apotheken wiederum
ner ärztlichen Approbation, son- erhalten eine Rückerstattung durch
dern lediglich einer amtsärztlichen die Hersteller. Durch diese Maß-
107 Hilfsmittelverzeichnis

nahme erwartet der Gesetzgeber trag regeln die Landesverbände


eine Entlastung der GKV um der Krankenkassen und die Ver-
420 Mio. Euro im Jahr 2004. bände der Ersatzkassen auf Lan-
desebene mit den Leistungser-
Hilfsmittel bringern und deren Verbänden die
en medical devices Einzelheiten der Versorgung von
fr accessoires médicaux GKV-Versicherten mit Hilfsmitteln.
Zu Hilfsmitteln zählen sachliche Vertragsinhalt sind gemäß
medizinische Leistungen, d. h. § 127 SGB V auch Preise, Abrech-
Körperersatzstücke und orthopädi- nung und Wiedereinsatz von Hilfs-
sche Hilfsmittel, Seh- und Hörhil- mitteln. In diesen Verträgen kön-
fen, Inkontinenz- und Stomaartikel nen sich die Leistungserbringer be-
und technische Produkte wie Ap- reit erklären, Hilfsmittel zu Fest-
plikationshilfen und Inhalationsge- beträgen oder zu niedrigeren Beträ-
räte. Hilfsmittel dürfen von zuge- gen abzugeben.
lassenen Leistungserbringern ab-
gegeben werden. Hilfsmittel, die zu Hilfsmittelverzeichnis
Lasten der gesetzlichen Kranken- en therapeutic appliances schedule
versicherung (Krankenversiche- fr liste des accessoires médicaux
rung, gesetzliche, GKV) in An- Das Hilfsmittelverzeichnis nennt
spruch genommen werden kön- alle Hilfsmittel, die aufgrund ih-
nen, sind im Hilfsmittelverzeich- rer Funktionstauglichkeit und ihres
nis aufgelistet. Nach In-Kraft-Tre- therapeutischen Nutzens verord-
ten des GKV-Modernisierungsge- nungsfähig sind, einschließlich ih-
setzes leisten Patienten, denen rer Festbeträge bzw. Preise und
Hilfsmittel verordnet werden, eine ihrer Qualitätsstandards. Das Ver-
Zuzahlung von 10 % je Hilfsmit- zeichnis wird gemeinsam von den
tel, mindestens jedoch 5 Euro und Spitzenverbänden der Kranken-

höchstens 10 Euro bzw. nicht mehr kassen erstellt und laufend im Hin-
als die tatsächlichen Kosten des blick auf medizinisch-technischen
Hilfsmittels (§ 61 Satz 1 SGB V). Fortschritt und neue Preisfestset-
zungen angepasst. Damit soll es
Hilfsmittellieferungsvertrag eine umfassende Preis- und Pro-
en contract for the supply of medi- dukttransparenz für Versicherte,
cal devices Leistungserbringer, Ver-
fr contrat sur l’approvisionnement trags(zahn)ärzte und Krankenkas-
d’accessoires médicaux sen schaffen.
In einem Hilfsmittellieferungsver-
Hippokratischer Eid 108

Hippokratischer Eid Verlangen, ein tödliches Medika-


en Hippocratic Oath ment geben, und ich werde auch
fr serment d’Hippocrate keinen entsprechenden Rat ertei-
Schwurformel, dem Hippokrates len; ebenso werde ich keiner Frau
von Kos (460–377 v.Chr.) zuge- ein Abtreibungsmittel aushändi-
schrieben, die zum Teil auch heute gen. Lauter und gewissenhaft
noch für Ärzte gültig ist: werde ich mein Leben und meine
„Ich schwöre bei Apollon dem Arzt Kunst bewahren. Auf keinen Fall
und bei Asklepios, Hygieia und Pa- werde ich Blasensteinkranke ope-
nakeia sowie unter Anrufung aller rieren, sondern ich werde hier den
Götter und Göttinnen als Zeugen, Handwerkschirurgen Platz ma-
dass ich nach Kräften und gemäß chen, die darin erfahren sind. In
meinem Urteil diesen Eid und die- wie viele Häuser ich auch kommen
sen Vertrag erfüllen werde: Denje- werde, zum Nutzen der Kranken
nigen, der mich diese Kunst gelehrt will ich eintreten und mich von je-
hat, werde ich meinen Eltern dem vorsätzlichen Unrecht und je-
gleichstellen und das Leben mit der anderen Sittenlosigkeit fernhal-
ihm teilen; falls es nötig ist, werde ten, auch von sexuellen Handlun-
ich ihn mitversorgen. Seine männ- gen mit Frauen und Männern, so-
lichen Nachkommen werde ich wie wohl Freien als auch Sklaven. Über
meine Brüder achten und sie ohne alles, was ich während oder außer-
Honorar und ohne Vertrag diese halb der Behandlung im Leben der
Kunst lehren, wenn sie sie erlernen Menschen sehe oder höre und das
wollen. Mit Unterricht, Vorlesun- man nicht nach draußen tragen
gen und allen übrigen Aspekten der darf, werde ich schweigen und es
Ausbildung werde ich meine eige- geheim halten. Wenn ich diesen
nen Söhne, die Söhne meines Leh- meinen Eid erfülle und ihn nicht
rers und diejenigen Schüler versor- antaste, so möge ich mein Leben
gen, die nach ärztlichem Brauch und meine Kunst genießen, ge-
den Vertrag unterschrieben und rühmt bei allen Menschen für alle
den Eid abgelegt haben, aber sonst Zeiten; wenn ich ihn aber übertrete
niemanden. Die diätetischen Maß- und meineidig werde, dann soll das
nahmen werde ich nach Kräften Gegenteil davon geschehen.“
und gemäß meinem Urteil zum (deutsche Übersetzung von Prof.
Nutzen der Kranken einsetzen, Dr. med. Axel W. Bauer)
Schädigung und Unrecht aber aus-
schließen. Ich werde niemandem, HMO
nicht einmal auf ausdrückliches Health Maintenance Organiza-
109 Hospiz

tion neration
fr répartition des honoraires
Homöopathie Der HVM ist das Instrument der
en homeopathy Kassenärztlichen Vereinigungen

fr homéopathie (KV) zur Honorarverteilung unter


Die Homöopathie wurde 1796 vom den Vertragsärzten und Psycho-
deutschen Arzt Dr. Samuel Hahne- therapeuten (§ 85 Abs. 4 SGB V).
mann mit der Veröffentlichung sei- Der HVM wird von Kassenärztli-
ner Forschungsergebnisse begrün- chen Vereinigungen und Kassen-
det. Sie geht in Diagnostik und The- verbänden regional festgelegt. In
rapie grundsätzlich systematisch der vertragsärztlichen Versor-
vor und bezieht nicht nur die gung verteilt die KV die Gesamtver-
krankheitsbedingten Symptome gütungen getrennt für die Bereiche
und Veränderungen ein, sondern der hausärztlichen und der fach-
sämtliche auffallenden Symptome ärztlichen Versorgung. Bei der Ver-
des Erkrankten als einem Ganzen teilung der Gesamtvergütungen
aus Körper, Seele und Geist. Der sind Art und Umfang der Leistun-
Begriff Homöopathie setzt sich aus gen der Vertragsärzte zu Grunde zu
den griechischen Wortstämmen legen. Im Honorarverteilungs-
„homoios = ähnlich“ und „pathos maßstab sind Regelungen zur Ver-
= Krankheit“ zusammen und be- gütung der Leistungen der Psycho-
zieht sich auf das Ähnlichkeitsge- therapeuten und der ausschließlich
setz, welches besagt, dass Kranke psychotherapeutisch tätigen Ärzte
durch Arzneistoffe geheilt werden, zu treffen, die eine angemessene
die bei Gesunden möglichst ähnli- Höhe der Vergütung je Zeiteinheit
che Krankheitssymptome hervor- gewährleisten. Der Honorarvertei-
rufen würden. Daher wird Gleiches lungsmaßstab hat sicherzustellen,
mit Gleichem oder Ähnlichem be- dass die Gesamtvergütungen
handelt. Die Herstellung homöopa- gleichmäßig auf das gesamte Jahr
thischer Arzneien unterliegt dem verteilt werden. Der Honorarvertei-
Arzneimittelgesetz. Typisch ist lungsmaßstab soll auch sicherstel-
dabei die Arzneipotenzierung, das len, dass eine übermäßige Ausdeh-
Verfahren zur Verdünnung von nung der Tätigkeit des Vertragsarz-
Wirkstoffen (in Zehnerpotenzen). tes vermieden wird.

Honorarverteilungsmaßstab Hospiz
(HVM) en hospice
en ratio for distribution of remu- fr hospice
HTA 110

Hospize sind nach englischem Vor- werbseinkommen. Zur Bewertung


bild eingeführte Einrichtungen für indirekter Kosten wird nach der
unheilbar Kranke, denen medizi- Humankapitalmethode der Pro-
nisch nicht mehr geholfen werden duktivitätsverlust vom Beginn der
kann. Die Sterbenden erfahren in (dauerhaften) Erkrankung bis zum
einem Hospiz neben einer wir- Ende der Erwerbsunfähigkeit bzw.
kungsvollen Schmerztherapie in- bis zum theoretischen Ende der Er-
tensive pflegerische und seelische werbsfähigkeit bei dauerhafter Pro-
Zuwendung. Die Hospizbetreuung duktivitätsminderung berechnet.
erfolgt ambulant, teilstationär und Aufgrund der Bewertung aus-
stationär. Die Interessenvertretun- schließlich anhand des Erwerbs-
gen der Hospizinitiativen und Pfle- einkommens wird der Humankapi-
geeinrichtungen wie die Bundesar- talansatz zur Bewertung indirekter
beitsgemeinschaft Hospiz und die Kosten als kritisch gesehen. Eine
Deutsche Stiftung Hospiz haben nicht minder kritisch zu bewer-
sich u. a. zum Ziel gesetzt, den Ho- tende Alternative ist der Frik-
spizgedanken bekannter zu ma- tionskostenansatz. In beiden Fällen
chen und weiterzuentwickeln. wird der Wert eines Menschen an-
hand seiner Wertschöpfung in der
HTA „offiziellen“ Wirtschaft beurteilt.
Health Technology Assessment Menschliche Aktivitäten und Wert-
schöpfungen, die etwa in der volks-
Humankapitalansatz/Humankapi- wirtschaftlichen Gesamtrechnung
talmethode nicht erfasst werden (können),
en human capital approach bleiben in dieser Betrachtung in der
fr évaluation du capital humain Regel außen vor.
Mit Hilfe des Humankapitalansat-
zes wird der Versuch unternom- HVM
men, das potentielle Wertschöp- Honorarverteilungsmaßstab

fungspotential eines Menschen zu


erfassen. Als Maßstab für die Wert- HWG
schöpfung gilt in der Regel das Er- Heilmittelwerbegesetz
111 IKK

schlüsselungen ist über das Deut-


sche Institut für Medizinische Do-
kumentation und Information
(DIMDI) im Internet
(www.dimdi.de) einsehbar.

ICD IfA
en International Classification of Informationsstelle für Arzneispe-
Diseases zialitäten
fr Classification Internationale
des Maladies IGeL-Liste
Die ICD ist ein System zur Ver- en list of individual healthcare ser-
schlüsselung behandelter Krank- vices
heitsbilder mit 5.839 Diagnoseklas- fr liste des prestations individuel-
sen in maschinenlesbarer Form. les
Vertragsärzte und Kranken- Die IGeL-Liste umfasst Individuelle
häuser sind verpflichtet, die Diag- Gesundheits-Leistungen. Dies sind
nosen ihrer Patienten nach ICD zu Diagnose- und Behandlungsmetho-
verschlüsseln und nur in dieser den, die nicht zum Leistungska-
Form an die Kassenärztlichen talog der gesetzlichen Krankenver-
Vereinigungen und Krankenkassen sicherung (GKV, Krankenversi-
(Krankenkassen, gesetzliche) cherung, gesetzliche) gehören und
weiterzugeben. Die Codierung der deshalb nicht von den Ver-
Diagnosen im Rahmen der Abrech- trags(zahn)ärzten mit den Kas-
nung ärztlicher Leistungen soll ver- sen(zahn)ärztliche Vereinigungen
besserte Prüfungsgrundlagen für (KVen) zu Lasten der Krankenkas-
die Wirtschaftlichkeitsprüfung sen (Krankenkassen, gesetzli-
schaffen und das Abrechnungsver- che) abgerechnet werden können.
fahren modernisieren. Die bisher Nehmen Versicherte Leistungen
geltenden ICD-10 Schlüssel stimm- der IGeL-Liste in Anspruch, bezah-
ten im ambulanten und stationären len sie diese gegen Rechnung des
Bereich nicht in allen Punkten Arztes privat, sofern sie diese Lei-
überein. Seit 01.01.2004 gilt im am- stungen nicht privat versichert ha-
bulanten und stationären Bereich ben.
wieder eine einheitliche ICD-10-
Version, die ICD-10-GM (German IKK
Modification). Innungskrankenkasse

Eine Liste der Diagnosen und Ver-


Importarzneimittel 112

Importarzneimittel Entlastungsmöglichkeiten. Weist


en import pharmaceuticals die Apotheke einen verringerten
fr produits pharmaceutiques im- Anteil an importfähigen Ferti-
portés garzneimitteln nach, so verringert
Bei Importarzneimitteln unter- sich die vereinbarte Importquote.
scheidet man zwischen Re- und Die Umsätze der abgegebenen im-
Parallelimporten. Werden Arznei- portierten Arzneimittel sowie der
mittel für den Export gefertigt und abgegebenen Fertigarzneimittel
von Importeuren ins Ursprungs- sind in der Rechnung anzugeben.
land zurückgeführt, spricht man Damit obliegt die Ermittlung dieser
von einem Reimport. Wenn hinge- Daten den Rechenzentren. Bei Un-
gen Medikamente im Ausland von terschreitung der Quote wird die
Pharma-Unternehmen, die mit Rechnung der Apotheke gegenüber
deutschen Herstellern verbunden der Krankenkasse gekürzt. Pro
sind, hergestellt, zugelassen und Apotheke und Krankenkasse galt
dort vermarktet, von Importeuren im Jahr 2003 eine Importquote am
aufgekauft und in Deutschland auf Fertigarzneimittelumsatz von 7 %.
den Markt gebracht werden, han- Für das Jahr 2004 wurde noch
delt es sich um einen Parallelim- keine Importquote vereinbart.
port. Importarzneimittel müssen Nach bisherigen Verhandlungen ist
ebenfalls beim Bundesinstitut für eine Entscheidung im 3. Quartal
Arzneimittel und Medizinprodukte 2004 zu erwarten. Seit In-Kraft-
zugelassen werden und den Be- Treten des GKV-Modernisie-
stimmungen des deutschen Arznei- rungsgesetzes am 01.01.2004 sind
mittelgesetzes entsprechen. die Apotheken bei der Abgabe ver-
Apotheker sind unter bestimmten ordneter Arzneimittel auch ver-
Umständen verpflichtet, neben den pflichtet, preisgünstige importierte
Originalpräparaten auch Impor- Arzneimittel abzugeben, deren Ab-
tarzneimittel abzugeben. Die Ab- gabepreis mindestens 15 % oder
gabe wird im Rahmenvertrag nach 15 Euro niedriger ist als der Preis
§ 129 SGB V von den Spitzenver- des Bezugsarzneimittels (§ 129
bänden der gesetzlichen Kranken- SGB V).
kassen und der Spitzenorganisa-
tion der Apotheken geregelt. Für Independent Practice Association
Apotheken (Apotheke/Apothe- (IPA)
ker) mit einem unterdurchschnittli- en Independent Practice Associa-
chen Verordnungsanteil an import- tion (IPA)
fähigen Fertigarzneimitteln gibt es fr association des médecins indé-
113 Innungskrankenkasse

pendants adie dennoch von Patienten nach-


Independent Practice Association gefragt werden und
(IPA) bedeutet, dass eine HMO adie ärztlich empfehlenswert oder
mit einzelnen Ärzten oder Ärzte- – je nach Intensität des Patien-
Gruppen, die auch Privatpatienten tenwunsches – zumindest ärzt-
behandeln dürfen, Verträge abge- lich vertretbar sind.
schlossen hat. Vergütet werden die
Ärzte auf Capitation- oder Fee- InEK
for-Service-Basis. Diese Form kann Institut für das Entgeltsystem im

auch als „open-panel“ HMO be- Krankenhaus


zeichnet werden.
Informationsstelle für Arzneispe-
Indikation zialitäten GmbH (IfA)
en indication en information service on drug
fr indication specialties
Die Indikation ist eine Heilanzeige fr service d’information sur les
und gibt die Veranlassung, ein be- médicaments
stimmtes Heilverfahren/Arznei- Die IfA ist ein von der pharma-
mittel anzuwenden. zeutischen Industrie, dem pharma-
zeutischen Großhandel und der
Indirekte Kosten Apothekerschaft gemeinsam getra-
Kosten gener zentraler Informationsdienst
über Änderungen von Arzneimit-
Indirekter Nutzen teldaten wie Preise, Festbeträge,
Nutzen Packungsgrößen etc. und über
Neueinführungen von Arzneimit-
Individuelle Gesundheitsleistun- teln.
gen
en individual healthcare services Innovationskomponente
fr prestations individuelles Komponenten der Arzneimittel-

Nach der Definition der Kassen- ausgaben


ärztlichen Bundesvereinigung
(KBV) und der ärztlichen Berufs- Innungskrankenkasse (IKK)
verbände, handelt es sich bei indi- en craft-guild health insurance
viduellen Gesundheitsleistungen fr caisse d’assurance maladie des
um solche ärztlichen Leistungen, corps de métiers
adie nicht zum Leistungsumfang Die Innungskrankenkassen sind
der GKV gehören, selbstverwaltete Körperschaften
Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus 114

des öffentlichen Rechts. Sie werden der Einführung von diagnose-


von Innungen des Handwerks ge- orientierten Fallpauschalen grund-
tragen. Innungskrankenkassen legend ändern wird, ist es originäre
wurden ursprünglich für Hand- Aufgabe des Institutes, die Ver-
werksbetriebe errichtet. Seit tragspartner der Selbstverwal-
1996 können jedoch auch Betriebs- tung und ihre Gremien bei der Ein-
fremde in einer Innungskranken- führung und Weiterentwicklung
kasse Mitglied werden. Um Wett- der DRGs (Diagnosis Related
bewerbsvorteile der Innungskran- Groups) zu unterstützen. Die Ab-
kenkassen gegenüber den anderen rechnung nach dem DRG-System
gesetzlichen Krankenkassen ist für die meisten Krankenhäuser
(Krankenkassen, gesetzliche) seit dem 01.01.2004 verbindlich.
auszugleichen, ist den IKKn, die
sich nach dem 09.09.2003 gegrün- Institut für die Arzneimittelver-
det haben, durch das GKV-Mo- ordnung in der gesetzlichen
dernisierungsgesetz ein Aufnah- Krankenversicherung
mestopp für betriebsfremde Mit- en Institute for the Prescription of
glieder bis zum 01.01.2007 aufer- Pharmaceuticals in Statutory
legt. Mit einem Marktanteil von ca. Health Insurance
6,5 % sind die Innungskassen die fr institut pour la prescription des
viertgrößte Kassenart. médicaments au sein de l’assu-
rance-maladie obligatoire
Institut für das Entgeltsystem im Vor In-Kraft-Treten des GKV-Mo-
Krankenhaus (InEK) dernisierungsgesetzes war es Auf-
en Institute for the Remuneration gabe des Instituts, eine Liste aller
System in Hospitals verordnungsfähigen Arzneimittel
fr institut pour le système de ré- zu erstellen (Positivliste), geglie-
munération à l’hôpital dert nach Indikationsgebieten und
Die Spitzenverbände der Kran- Stoffgruppen. Inzwischen über-
kenkassen, der Verband der pri- nimmt der Gemeinsame Bundes-
vaten Krankenversicherung und ausschuss die Aufgabe, verord-
die Deutsche Krankenhausgesell- nungsfähige Arzneimittel zu listen.
schaft haben am 10.05.2001 das In- So hat er am 16.03.2004 eine Auf-
stitut für das Entgeltsystem im stellung der nicht-verschreibungs-
Krankenhaus (InEK) in der Rechts- pflichtigen Arzneimittel veröffent-
form einer gemeinnützigen GmbH licht, die in der Behandlung
gegründet. Da sich die Vergütung schwerwiegender Erkrankungen
von Krankenhausleistungen mit als Therapiestandard gelten und
115 Intangible Kosten

deswegen auch weiterhin von den adie Abgabe von Empfehlungen


Krankenkassen erstattet werden zu Disease-Management-Pro-
können (Erstattungsfähigkeit). grammen
adie Bewertung des Nutzens von
Institut für Qualität und Wirt- Arzneimitteln
schaftlichkeit im Gesundheitswe- adie Bereitstellung von verständli-
sen chen allgemeinen Informationen
en Institute for Quality and Eco- Das Institut für Wirtschaftlichkeit
nomic Viability in Health Care und Qualität im Gesundheitswesen
fr institut pour la qualité et la hat keine Weisungsbefugnis. Nach
rentabilité dans le secteur de la der Bewertung des aktuellen medi-
santé publique zinischen Wissensstands zu diag-
Der Gemeinsame Bundesaus- nostischen und therapeutischen
schuss wird in seiner Arbeit durch Verfahren gibt das Institut aber
das Institut für Qualität und Wirt- Empfehlungen z. B. zu Hilfsmit-
schaftlichkeit im Gesundheitswe- teln und Medizinprodukten. Bei
sen unterstützt (§ 139a SGB V). Arzneimitteln kann das Institut

Gemäß der Vorgaben durch das im Auftrag des Gemeinsamen Bun-


GKV-Modernisierungsgesetz be- desausschusses oder des Bundes-
fasst sich das fachlich unabhängige ministeriums für Gesundheit und
wissenschaftliche Institut mit Fra- Soziale Sicherung (BMGS) eine
gen von grundsätzlicher Bedeu- Nutzenbewertung vornehmen. Der
tung für die Qualität und Wirt- Gemeinsame Bundesausschuss be-
schaftlichkeit von Leistungen, die rücksichtigt die Erkenntnisse des
im Rahmen der gesetzlichen Kran- Instituts in seiner Arbeit, insbeson-
kenversicherung (Krankenversi- dere bei der Anpassung von Arz-
cherung, gesetzliche) erbracht wer- neimittelrichtlinien und Heil-
den. Zu den Aufgaben des Institu- und Hilfsmittelrichtlinien.
tes gehören: Das Institut wird als Stiftung priva-
adie Recherche, Darstellung und ten Rechts jeweils zur Hälfte durch
Bewertung des aktuellen medizi- die Verbände der Leistungser-
nischen Wissensstands bringer in der gesetzlichen Kran-
adie Erstellung wissenschaftlicher kenversicherung und durch die
Ausarbeitungen, Gutachten und Spitzenverbände der Kranken-

Stellungnahmen zu Fragen der kassen finanziert.


Qualität und Wirtschaftlichkeit
adie Bewertung evidenzbasierter Intangible Kosten
Leitlinien Kosten
Intangibler Nutzen 116

Intangibler Nutzen lassener Krankenhäuser und Re-


Nutzen habilitationseinrichtungen (Re-
habilitation) sein. Kassenärztli-
Integrationsversorgung/Inte- che Vereinigungen sind dagegen
grierte Versorgung nicht mehr als Vertragspartner in
en integrated healthcare Projekten der integrierten Versor-
fr soins intégrés gung zugelassen. Der Gesetzgeber
Unter Integrationsversorgung wird will so die Entwicklung von inte-
die Verzahnung der verschiedenen grierter Versorgung beschleunigen.
Sektoren (ambulanter, stationärer Zur Förderung von Projekten der
Sektor, Rehabilitation usw.) im Ge- integrierten Versorgung sind die
sundheitssystem verstanden. Ziel Krankenkassen durch den Gesetz-
dieser Verzahnung ist es, die Zu- geber gehalten, in den Jahren
sammenarbeit zwischen den ein- 2004 bis 2006 Mittel für eine An-
zelnen Sektoren zu verbessern. Die schubfinanzierung bereitzustellen.
Integrationsversorgung ist mit In- Dafür behalten die Krankenkassen
Kraft-Treten des GKV-Moderni- bis zu 1 % von der an die Kassen-
sierungsgesetzes in den §§ 140a–d ärztlichen Vereinigungen zu ent-
SGB V weitergehend als bisher ge- richtenden Gesamtvergütung und
regelt worden. Integrationsversor- von den Krankenhausvergütungen
gung nach einem Vertrag gemäß ein.
§§ 140a–d SGB V gilt als ein zeit-
lich unbefristeter Bestandteil der Interessenvertretung der Patien-
Regelversorgung. Integrierte Ver- tinnen und Patienten
sorgungsverträge basieren auf der en patients’ interests
Rahmenvereinbarung der Spit- fr intérêts des patients
zenverbände der Krankenkassen Im Zuge des GKV-Modernisie-
und der Kassenärztlichen Bun- rungsgesetzes soll die Wahrung
desvereinigung. Infolge des GKV- von Patienteninteressen gestärkt
Modernisierungsgesetzes können werden. Mit Einführung von
Verträge von einzelnen Kranken- § 140 f SGBV erhalten die Vertre-
kassen nicht nur mit Gemeinschaf- tungen von Patientinnen und Pati-
ten von Vertragsärzten, sondern enten sowie die Selbsthilfe chro-
nunmehr auch mit einzelnen Ver- nisch kranker und behinderter
tragsärzten und mit medizini- Menschen ein Mitspracherecht im
schen Versorgungszentren ge- Gemeinsamen Bundesausschuss

schlossen werden. Weitere Ver- und im Beirat der Arbeitsgemein-


tragspartner können Träger zuge- schaft für Aufgaben der Daten-
117 IPA

transparenz. Somit sollen die Pa- Sprache enthalten. Selbst wenn


tienteninteressen immer dann ver- sich die Internet- und Versandapo-
treten werden, wenn innerhalb der theken im europäischen Ausland
gesetzlichen Krankenversicherung befinden, muss eine kompetente
(Krankenversicherung, gesetzli- Beratung in deutscher Sprache ge-
che) über wichtige Anliegen mit währleistet und von pharmazeuti-
Bedeutung für Patientinnen und schem Personal durchgeführt wer-
Patienten entschieden wird. den.

Internationale Klassifikation von Investitionskosten


Krankheiten en investment costs
ICD fr coûts d’investissement
Investitionskosten sind alle mit der
Internetapotheke Durchführung einer Investition
en online pharmacy verbundenen einmaligen Ausga-
fr pharmacie électronique ben. Als Investitionen gelten etwa
Die Internetapotheke stellt wie die die Errichtung, der Umbau oder die
Versandapotheke eine Vertriebs- Erweiterung eines Krankenhau-
bzw. Bezugsmöglichkeit von Medi- ses, die Anschaffung der zum Kran-
kamenten dar. Der Unterschied kenhaus gehörenden Wirtschafts-
liegt darin, dass eine Versandapo- güter (außer Verbrauchsgüter). Die
theke ihr Bestellsystem auch an- Investitionskosten eines Kranken-
ders als über das Internet organi- hauses trägt das Bundesland, in
siert. Seit dem 01.01.2004 ist der dem sich das Krankenhaus befindet
Versandhandel infolge des GKV- (Krankenhausfinanzierung, du-
Modernisierungsgesetzes (GMG) ale).
auch in Deutschland freigegeben.
Durch das GMG wurde die Apo- Inzidenz
thekenbetriebsordnung geändert. en incidence
Für Internet- und Versandapothe- fr incidence
ken gelten jedoch die gleichen Inzidenz ist eine Messgröße aus der
Epidemiologie. Sie bezeichnet
Maßstäbe im Hinblick auf Verbrau-
cherschutz und Arzneimittelsi- die Zahl der Neuerkrankungsfälle
cherheit wie für öffentliche Apothe- in einer Bevölkerungsgruppe wäh-
ken vor Ort. Sie dürfen nur solche rend eines definierten Zeitraums.
Arzneimittel liefern, die für den

deutschen Markt zugelassen sind


IPA
Independent Practice Organisa-
und die Informationen in deutscher
tion
KAiG 118

lerdings längstens für 78 Wochen


innerhalb von drei Jahren.

Kassen(zahn)arzt
Vertragsarzt

KAiG Kassen(zahn)ärztliche Bundes-


Konzertierte Aktion im Gesund- vereinigung (KBV/KZBV)
heitswesen en National Association of Social
Health Insurance-accredited
Kammergesetz Physicians/German National
en chamber law Association of Social Health In-
fr lois des chambres surance-accredited Dentists
Kammergesetze regeln das Stan- fr Association Nationale des Mé-
desrecht der Kammermitglieder. decins (Dentistes) agréés par
Sie sind Landesgesetze und er- les Caisses
mächtigen unter anderem die Die KBV/ KZBV ist die politische
Ärztekammern, Zahnärzte- Interessenvertretung der Ver-
kammern, Landes(zahn)ärztekam- trags(zahn)ärzte auf Bundesebene.
mern und Apothekerkammern Sie wird noch von den 23 Kas-
zum Erlass beruflicher Vorschrif- sen(zahn)ärztlichen Vereinigun-
ten. gen (KVen/KZVen) der Länder als
Körperschaft des öffentlichen
Karenztage/Karenzzeit Rechts mit einem Vorstand und ei-
en waiting period ner Vertreterversammlung gebil-
fr délai de carence det. Die KBV/KZBV ist für die Ein-
Karenztage bezeichnen die Frist, in haltung der vertragsärztlichen
der nach Beginn einer Arbeitsunfä- Pflichten verantwortlich. In ihrem
higkeit keine Lohnfortzahlung Kompetenzbereich liegen
bzw. Krankengeldzahlung ader Abschluss der Bundesman-
(Krankengeld) erfolgt. Arbeiter telverträge,
und Angestellte haben gegenüber adie Mitarbeit im Bundesaus-
ihrem Arbeitgeber einen Anspruch schuss der (Zahn-)Ärzte und
auf Lohnfortzahlung von sechs Krankenkassen, insbesondere an
Wochen. Nach Ablauf der Lohn- den Richtlinien zur ver-
fortzahlung zahlen die Kranken- trags(zahn)ärztlichen
kassen an ihre Versicherten Kran- Versorgung und
kengeld, für dieselbe Krankheit al- adie Mitarbeit an Aufgaben der
119 Kassen(zahn)ärztliche Vereinigung

Qualitätssicherung. Aus historischen Gründen gibt es


Aufgrund der Regelung durch das insgesamt 18 Kassenärztliche Ver-
GKV-Modernisierungsgesetz soll einigungen in den alten Bundeslän-
die Arbeit der KBV/KZBV profes- dern und fünf Kassenärztliche Ver-
sionalisiert werden, indem die bis- einigungen in den neuen Bundes-
her ehrenamtlichen Vorstände ländern. Die Kassenärztlichen Ver-
(KBV-Vorstand) durch haupt- einigungen nehmen unter anderem
amtliche ersetzt und die Vertre- die folgenden Aufgaben wahr:
terversammlung verkleinert wer- adie Interessenwahrnehmung
den (§ 79 SGB V). und Rechtswahrung gegenüber
den Krankenkassen (Kranken-
Kassen(zahn)ärztliche Vereini- kassen, gesetzliche),
gung (KV/KZV) adie Einhaltung des Sicherstel-
en Regional Association of Social lungsauftrags einschließlich des
Health Insurance-accredited Notdienstes/Notfalldienstes

Physicians/Regional Associa- und die Gewährleistung einer


tion of Social Health Insurance- ordnungsgemäßen Durchfüh-
accredited Dentists rung der Versorgung ggf. mit
fr associations régionales des mé- Disziplinarverfahren,
decins (dentistes) agréés par les aden Abschluß der Gesamtver-
caisses träge bzw. Verträge zu Modell-
Die Kassenärztlichen Vereinigun- vorhaben und Strukturver-
gen und Kassenzahnärztlichen träge auf Landesebene, Verteil-
Vereinigungen sind Körperschaften ung der Gesamtvergütung und
des öffentlichen Rechts mit einer Erlaß der Honorarverteilungs-
Vertreterversammlung und einem maßstäbe (HVM),
Vorstand als Selbstverwaltungsor- adie Durchführung von Wirt-
gane (Selbstverwaltung). Sie ste- schaftlichkeitsprüfungen ge-
hen unter der Aufsicht der für die meinsam mit den Krankenkas-
Sozialversicherung zuständigen sen.
obersten Verwaltungsbehörden der Aufgrund des GKV-Modernisie-
Länder. Einer KV/KZV gehören alle rungsgesetzes (GMG) werden die
Ärzte an, die an der vertragsärzt- Organisationsstrukturen der KVen
lichen Versorgung teilnehmen derzeit gestrafft. Bestehen je nach
(Vertrags(zahn)ärzte/Kassen- Bundesland mehrere KVen mit we-
ärzte). Kassenärztliche Vereinigun- niger als 10.000 bzw. 5.000 Mit-
gen werden in der Regel für den Be- gliedern, müssen diese fusionieren
reich eines Bundeslandes errichtet. (§ 79 SGB V). So werden sich die
Kassen(zahn)arztrecht 120

KVen Nord-Württemberg, Süd- kenkasse (LKK)


Württemberg, Nordbaden und Süd- adie Seekrankenkasse
baden zur KV Baden-Württemberg adie Bundesknappschaft
(KVBW) zusammenschließen. Die adie Ersatzkassen der Arbeiter-
bisher vier selbstständigen KVen in und Angestellten
Koblenz, Pfalz, Rheinhessen und
Trier werden in der KV Rheinland- Kassenwahl, freie
Pfalz aufgehen. Infolge des GMG en open enrolement
sind die KVen wie die Kas- fr libre choix de la caisse d’assu-
sen(zahn)ärztliche Bundesvereini- rance-maladie
gung dazu gehalten, ihre Arbeit zu Seit dem 01.01.1996 haben alle
professionalisieren, ihre ehrenamt- Versicherten der gesetzlichen
lichen Vorstände (KBV-Vor- Krankenversicherung (Kranken-
stand) durch hauptamtliche zu er- versicherung, gesetzliche, GKV)
setzen und ihre Vertreterver- das Recht, ihre Krankenkasse
sammlungen zu verkleinern. (Krankenkasse, gesetzliche) frei
zu wählen. Zur Auswahl stehen
Kassen(zahn)arztrecht adie Allgemeine Ortskranken-
Vertrags(zahn)arztrecht kasse (AOK) des Beschäftigungs-
oder Wohnorts,
Kassenabschlag/Kassenrabatt ajede Ersatzkasse, die für den
Apothekenabschlag Beschäftigungs- oder Wohnort
zuständig ist,
Kassenarten adie Betriebskrankenkasse

en types of sickness funds (BKK) oder Innungskranken-


fr types de caisses d’assurance- kasse (IKK) des Betriebes, dem
maladie obligatoires der Versicherte angehört,
Die gesetzliche Krankenversiche- ajede geöffnete BKK/IKK,
rung (Krankenversicherung, ge- adie Krankenkasse, bei der zuletzt
setzliche) ist insgesamt in sieben eine Mitgliedschaft bestand oder
Kassenarten aufgeteilt: adie Krankenkasse, bei der der
adie Allgemeine Ortskranken- Ehegatte versichert ist.
kasse (AOK) Von diesem Wahlrecht ausgenom-
adie Betriebskrankenkasse men sind die kostenfrei versicher-
(BKK) ten Angehörigen in der Familien-
adie Innungskrankenkasse versicherung. Sie sind an die Wahl-
(IKK) entscheidung des Mitglieds gebun-
adie Landwirtschaftliche Kran- den.
121 Klinische Forschung

Kassenwechsel KBV ihren Vorstand bis Ende


Kassenwahl, freie 2004 hauptberuflich besetzen und
auf höchstens drei Mitglieder ver-
KBV (KBZV) kleinern (§ 79 SGB V).
Kassen(zahn)ärztliche Bundes-

vereinigung KHEntG
Krankenhausentgeltgesetz

KBV-Vorstand
en Ccouncil of the National Associ- KHG
ation of Social Health Insur- Krankenhausgesetz

ance-accredited Physicians
fr conseil de direction de l’Asso- Klinische Forschung
ciation Nationale des Médecins en clinical research
agréés par les Caisses fr recherche clinique
Der Vorstand vertritt die Kassen- Umsatzträger eines pharmazeuti-
ärztliche Bundesvereinigung schen Unternehmens sind seine
(KBV) gerichtlich und außerge- Präparate. Diese Präparate stam-
richtlich. Insbesondere obliegt ihm men entweder aus der eigenen For-
der Abschluss von Verträgen und schung oder sind durch Lizenzab-
Vereinbarungen. Das Gremium ist kommen zum Zwecke der Ver-
nicht weisungsgebunden. Es muss marktung von anderen Unterneh-
seine Entscheidungen jedoch im men oder forschenden Instituten
Rahmen der geltenden Gesetze, der erworben worden. In jedem Fall
KBV-Satzung und aufgrund der Be- setzt die Entwicklung des Produkts
schlüsse der Vertreterversamm- Forschung voraus. Man unterschei-
lung treffen. det hierbei zwischen präklinischer
Bisher bestand der KBV-Vorstand und klinischer Forschung: In der
aus neun Personen, die nebenamt- präklinischen Forschung (preclini-
lich tätig waren. Dazu gehörten ein cal research – recherche pré-clini-
erster Vorsitzender, ein zweiter que) wird in Tierexperimenten die
Vorsitzender und sieben Beisitzer. Substanz auf Wirksamkeit, Ver-
Vorstandsmitglieder mussten nicht träglichkeit und Sicherheit geprüft.
notwendigerweise Ärzte Weiterhin werden Daten zum phar-
und/oder Vorsitzende einer der makologischen Verhalten erhoben.
Kassenärztlichen Vereinigungen In der klinischen Forschung wer-
sein. Das Gremium wurde alle vier den die Substanzen, die die Phase
Jahre gewählt. Infolge des GKV- des Tierexperiments überstanden
Modernisierungsgesetzes wird die haben, am Menschen erprobt.
Klinische Forschung 122

In Phase-I-Untersuchungen wer- welches Medikament er erhält. Um


den an kleinen Gruppen mit gesun- sicher zu gehen, dass von ärztlicher
den, freiwilligen Probanden Sicher- Seite keine bewusste Auswahl der
heit und Verträglichkeit überprüft, Patienten getroffen wird, erhalten
sowie pharmakologische Daten die Patienten die in der Studie zu
(Bioverfügbarkeit, Ausscheidung prüfenden Präparate meist nach ei-
etc.) erhoben. ner Zufallsauswahl. Jedem Patien-
In Phase-II-Untersuchungen wer- ten wird eine Nummer zugewie-
den an kleinen Gruppen mit kran- sen, für die bereits ein bestimmtes
ken, freiwilligen Probanden zu- „Medikamentenpäckchen“ vorge-
sätzlich Daten zur Wirksamkeit er- sehen ist. Hierin ist entweder die
mittelt. Prüfsubstanz oder das Vergleichs-
Haben die Studien dieser Phasen präparat (abhängig von der Ver-
positive Resultate erbracht, geht blindung kennt auch der Prüfarzt
die Entwicklung in die Phase III: den Inhalt nicht). Diese zufällige
Wirksamkeit und Verträglichkeit Zuordnung wird Randomisie-
werden an einem großen Patien- rung genannt. Neben den eben ge-
tenkollektiv im Vergleich zum eta- nannten Begriffen taucht häufig der
blierten Präparat bei der jeweiligen Begriff „kontrolliert“ auf. Hiermit
Erkrankung untersucht. wird lediglich darauf hingewiesen,
Die Gestaltung dieser Studien, d. h. dass es sich um eine Vergleichsstu-
ihr Studiendesign, sollte dem po- die handelt, wobei der Vergleich
tentiellen Vergleich Rechnung tra- entweder ein anderes „vergleichba-
gen. Um die Ergebnisse nicht zu be- res“ Präparat, eine „vergleichbare“
einflussen, sollten möglichst weder Methode oder ein Scheinmedika-
Arzt noch Patient wissen, welches ment (Placebo) ist. Im letzten
Medikament verabreicht wird. Die- Fall spricht man auch von einer
ses wird durch eine Verblindung er- „Placebokontrolle“.
reicht: weder aus der Verpackung Wird die Studie nur in einem Zen-
der Studienmedikation noch aus trum (Klinik, Praxis) durchgeführt,
dem Medikament selbst lässt sich spricht man von einer monozentri-
ablesen, um welches Präparat es schen Studie. Sind es nur einige we-
sich im Einzelnen handelt. Bei ei- nige Zentren, wird die Studie oligo-
ner Doppelblindstudie wissen zentrisch, bei vielen Zentren wird
weder Arzt noch Patient, welches sie multizentrisch genannt.
Medikament verabreicht wird. Weitere Beschreibungen, die das
Einfachblindstudie bedeutet, Design einer Studie betreffen, be-
dass nur der Patient nicht erfährt, ziehen sich auf die Zeitachse der
123 Klinische Forschung

Durchführung: Retrospektiv wer- senkung ist es, die Folgeerkrankun-


den Studien genannt, deren Daten gen des Bluthochdrucks zu vermei-
aus der Vergangenheit stammen den, d. h. die Anzahl an Schlagan-
und beispielsweise aus Krankenak- fällen, Herzinfarkten oder ähnli-
ten erhoben werden. Eine pro- chen Ereignissen zu senken. Die
spektive Studie soll Daten, die in Verringerung an Morbidität und
der Zukunft (im Rahmen der Be- Mortalität durch die Behandlung

handlung während einer Studie) einer Erkrankung lässt sich somit


anfallen, erst erheben. als klinischer Endpunkt definieren.
Die Wirksamkeit eines neuen Prä- Gelegentlich werden klinische Prü-
parates wird am Erreichen be- fungen dazu benutzt, über die ei-
stimmter Ziele festgemacht. Ein gentliche Klinik hinausgehende
Präparat, welches den Blutdruck Fragestellungen (z. B. ökonomi-
senken soll, wird somit an seiner sche) zu klären. Die Datenerhe-
Fähigkeit bewertet, den Bluthoch- bung wird dann im Huckepackver-
druck zu verringern. Hierbei ist je- fahren („piggy-back“) zusam-
doch der Parameter Bluthoch- men mit der Datenerhebung für die
drucksenkung lediglich ein Ersatz- klinische Prüfung durchgeführt.
oder Surrogatparameter für das Klinische Prüfungen der Phasen I–
eigentliche klinische Ziel der Blut- III dienen in den meisten Fällen der
drucksenkung. Ziel der Blutdruck- Zulassung eines Präparats (Arz-

Klinische Forschung. Klinische Forschung im Lebenszyklus eines Arzneimit-


tels.
Klinische Studie/Klinische Studienformen 124

neimittelzulassung). Hier werden Nachweis der Wirkung einer The-


einige tausend „ausgewählte“ Pati- rapie unter kontrollierten Bedin-
enten, die strengen Ein- und Aus- gungen erbracht werden. Sie ist
schlußkriterien genügen müssen, eine wichtige Voraussetzung für
unter „Laborbedingungen“ unter- die Arzneimittelzulassung (im
sucht. Mit Erteilung der Zulassung Rahmen des Arzneimittelgeset-
wird das Präparat einer breiten Öf- zes ist der Nachweis von Qualität,
fentlichkeit zugänglich gemacht. Wirksamkeit und Verträglichkeit
Erst jetzt kann es seine „Alltags- ausschlaggebend für die Zulassung
tauglichkeit“ unter Beweis stellen. von Arzneimitteln). Wirkstoffe, die
Zur Dokumentation dieser Alltags- die Phase des Tierexperiments
tauglichkeit unter Aspekten der Si- durchlaufen haben, werden in der
cherheit und Verträglichkeit wer- klinischen Studie am Menschen er-
den so genannte Anwendungsbe- probt. Die Studie gliedert sich in
obachtungen durchgeführt. Sie drei Phasen (klinische For-
stellen eine Dokumentation dessen schung).
dar, was unter Praxisbedingungen Die Studienbedingungen werden
ohne Beachtung von Ein- und Aus- im Voraus immer genau festgelegt
schlußkriterien tatsächlich pas- und bestimmte Kontrollmechanis-
siert. Anders ausgedrückt könnte men angewendet. Bei der statisti-
man eine Anwendungsbeobach- schen Auswertung der Studiener-
tung als „Studie“ unter naturalisti- gebnisse wird dann zwischen ver-
schen (Reale-Welt-) Bedingungen schiedenen Auswertungsgruppen
bezeichnen. Untersuchungen, wie unterschieden.
Anwendungsbeobachtungen, wer-
den auch als Postmarketingsurveil- Kohll/Decker-Urteil
lance bezeichnet, weil sie in der en Kohll/Decker verdict
Postmarketing-Phase, d. h. nach fr arrêt Kohll/Decker
der Zulassung, durchgeführt wer- Ende der 90er Jahre sorgten die
den. Grundsatzentscheidungen in den
Fällen Nicolas Decker und Ray-
Klinische Studie/Klinische Stu- mond Kohll für Aufsehen. Der Lu-
dienformen (Studienphasen) xemburger Nicolas Decker hatte in
en clinical study/types-/phases of Belgien eine neue Brille erstanden
clinical studies und die Rechnung bei seiner Kran-
fr essai clinique/phases d’un essai kenkasse eingereicht. Diese lehnte
clinique die Zahlung jedoch ab. Raymond
In einer klinischen Studie soll der Kohll, ebenfalls aus Luxemburg,
125 Komponenten der Arzneimittelausgaben

erging es ähnlich. Er ließ seine Kombinierte Budgets


Tochter in Deutschland von einem en combined budgets
Zahnarzt kiefer-orthopädisch be- fr budgets combinés
handeln, die Kasse verweigerte die Gemeinsame, sektorübergreifende
Erstattung. Der Europäische Ge- Budgets etwa für ambulante Lei-

richtshof entschied: Die Kassen stungen (ambulante Behand-


müssen zumindest die Kosten er- lung) und Arzneimittel oder am-
statten, die für die gleiche Leistung bulante und stationäre Leistungen
auch im Inland entstanden wären. werden als kombinierte Budgets
Der nach diesem Urteil erwartete bezeichnet.
Gesundheitstourismus blieb aus,
dennoch sind diese Urteile im Zuge Komplexgebühren
des zusammenwachsenden Euro- en complex fees
pas als wichtig anzusehen, da deut- fr redevances complexes
lich wird, dass die Leistungspflicht Unter einer Komplexgebühr wird
der Krankenkassen nicht an natio- eine Gebühr für einen Komplex aus
nalen Grenzen endet. mehreren Leistungen verstanden.
Die Abrechenbarkeit von Komplex-
Kollektivregress gebühren ist im EBM in ihrer
en collective regress Häufigkeit begrenzt, um einer Men-
fr recours collectif genausweitung vorzubeugen.
Kollektivregress bedeutet, dass
Vertragsärzte bei Überschreitung Komponenten der Arzneimittel-
ihres regional festgelegten Budgets ausgaben
diese Überschreitung gemeinsam en components of expenditure
(kollektiv) auszugleichen haben, fr composantes des dépenses de
ohne Rücksicht darauf, ob einzelne pharmaceutiques
der Ärzte tatsächlich für die Die Entwicklung der Arzneimittel-
Überschreitung verantwortlich ausgaben für die Krankenversiche-
sind. Diese Form des Kollektivre- rungen wird durch mehrere Kom-
gresses wurde 1993 eingeführt, al- ponenten bestimmt:
lerdings nie durchgeführt. Ende aDie Innovationskomponente be-
2001 wurde der Kollektivregress schreibt, welcher Teil der Ausga-
per Gesetz aufgehoben (Arznei- benentwicklung auf der Verord-
und Heilmittelbudget). nung innovativer Arzneimittel
beruht.
aDie Mengenkomponente be-
schreibt die Veränderung im Ver-
Kontrahierungszwang 126

ordnungsvolumen. chen Vereinigungen und allen


aDie Preiskomponente beschreibt Plan-Krankenhäusern zu kontra-
Veränderungen durch Preisan- hieren. Die Kassenärztlichen Verei-
passungen von Arzneimitteln, nigungen vertreten die an der
ausgelöst durch Herstellerein- vertragsärztlichen Versorgung
griffe (Preissenkungen, -erhö- teilnehmenden Ärzte (Kassen-
hungen) oder staatliche Eingriffe ärzte).
(Preismoratorien,
Preisspannenverordnungen). Konzertierte Aktion im Gesund-
aDie Strukturkomponente be- heitswesen (KAiG)
schreibt, welcher Teil der Ausga- en concerted action in the public
benentwicklung durch den health sector
Wechsel zu anderen Arzneimit- fr action concertée en matière de
teln oder, bei identischen Arznei- santé publique
mitteln, durch den Wechsel auf Die KAiG wurde zum
andere Packungsgrößen bedingt 01.07.1977 durch das Krankenver-
ist. sicherungs-Kostendämpfungsge-
setz eingeführt. Vom zuständigen
Kontrahierungszwang Bundesminister wurden insgesamt
en legal obligation to contract 60 Vertreter unter anderem der
fr obligation de contracter Krankenversicherung (Kranken-
Jede gesetzliche Krankenkasse versicherung, gesetzliche) Ärzte,
(Krankenkasse, gesetzliche) ist Krankenhausträger, Apotheker,
verpflichtet, mit jeder versiche- Pharmazeutischen Industrie, Ge-

rungspflichtigen Person, die sich werkschaften, Arbeitgeberver-


über diese Krankenkasse versi- bände, Länder und kommunalen
chern will, einen privatrechtlichen Spitzenverbände einberufen. De-
Vertrag abzuschließen, d. h. sie als ren Aufgabe war es, auf Grundlage
Versicherte aufzunehmen, unab- medizinischer und wirtschaftlicher
hängig von ihrem Alter, Gesund- Orientierungsdaten, die einzelnen
heitszustand und Einkommen. Der Versorgungsbereiche nach der Vor-
Kontrahierungszwang gilt nicht für rangigkeit ihrer Aufgaben, vor al-
nicht offene Betriebskrankenkas- lem hinsichtlich des Abbaus von
sen und andere nicht geöffnete Kas- Überversorgung und des Aus-
sen (IKK, See-Krankenkasse, gleichs von Unterversorgung, zu
Knappschaft). Auf der Angebots- bewerten. Die KAiG sollte Vor-
seite ist jede Krankenkasse ver- schläge zur Rationalisierung, Er-
pflichtet, mit allen Kassenärztli- höhung der Effektivität und Ef-
127 Koordinierungsausschuss

fizienz im Gesundheitswesen ent- aBundesknappschaft


wickeln und gemeinsam abstim- aBundesverband der landwirt-
men. Bei ihren Empfehlungen hatte schaftlichen Krankenkassen
die KAiG den Grundsatz der Bei- (BLK)
tragssatzstabilität zu beachten. Sie aAOK-Bundesverband (Allge-
wurde wissenschaftlich unterstützt meine Ortskrankenkassen)
durch den Sachverständigenrat für aDeutsche Krankenhausgesell-
die konzertierte Aktion (Sachver- schaft e. V. (DKG)
ständigenrat zur Begutachtung der aDeutscher Pflegerat
Entwicklung) im Gesundheitswe- aBundesarbeitsgemeinschaft der
sen. Entgegen der gesetzlichen Vor- Pflegeorganisationen
gabe hat die KAiG zuletzt 1997 ge-
tagt. Sie wurde im Rahmen des Koordinierungsausschuss
GKV-Modernisierungsgesetzes en committee on coordination
abgeschafft. fr comité de coordination
Mit In-Kraft-Treten des GKV-Mo-
Kooperation für Transparenz und dernisierungsgesetzes wurde der
Qualität im Krankenhaus (KTQ) Koordinierungsausschuss in den
en cooperation for transparency Gemeinsamen Bundesausschuss

and quality in hospitals (G-BA) überführt. Als Rechtsnach-


fr coopération pour la transpa- folger übernimmt der G-BA die Auf-
rence et qualité à l’hôpital gabe, Anforderungen zu Disease-
Die KTQ ist Träger eines Qualitäts- Management-Programmen zu for-
zertifikats, das speziell für die Zer- mulieren (§ 137f SGB V). Neu
tifizierung deutscher Krankenhäu- hinzu gekommen ist die Aufgabe,
ser zur Etablierung eines Quali- Richtlinien zum Katalog der selte-
tätsmanagementsystems entwi- nen Erkrankungen und hochspe-
ckelt wurde. zialisierten Leistungen zu beschlie-
Gesellschafter der KTQ sind: ßen, die in zugelassenen Kranken-
aBundesärztekammer häusern ambulant erbracht werden
aVerband der Angestellten Kran- können (§ 116b SGB V). Darüber
kenkassen – Arbeiter-Ersatzkas- hinaus soll der G-BA Empfehlun-
sen-Verband e. V. (Ersatzkas- gen zur Förderung der Qualitätssi-
sen) cherung in der Medizin (Quali-
aBundesverband der Innungs- tätssicherung) abgeben, die bislang
krankenkassen die Arbeitsgemeinschaft zur För-
aBKK-Bundesverband (Be- derung der Qualitätssicherung in
triebskrankenkassen) der Medizin wahrgenommen hat.
Kopfpauschale 128

Die Beschlüsse des Gemeinsamen hang die Finanzierung der GKV


Bundesausschusses sind für die über fixe, einkommensunabhän-
Versicherten, die Krankenkassen, gige Beiträge. Die beitragsfreie Mit-
für die an der ambulanten ärztli- versicherung von nicht-berufstäti-
chen Versorgung teilnehmenden gen Ehegatten entfiele. Kinder wür-
Leistungserbringer und die zuge- den weiterhin beitragsfrei mitversi-
lassenen Krankenhäuser ver- chert. Da Versicherte mit geringe-
bindlich. ren Einkommen relativ stärker be-
lastet würden, sind staatliche
Kopfpauschale Transferzahlungen vorgesehen.
en capitation fee Diese sollen dafür sorgen, dass kein
fr somme forfaitaire per capita Haushalt mehr als 14 % seines Ein-
Eine Kopfpauschale ist eine Hono- kommens für die Krankenversiche-
rierungsform vertragsärztlicher rung aufwenden müsste. Die finan-
Leistungen. Kopfpauschalen sind zielle Belastung des Bundeshaus-
eine pro-Kopf-Abgeltung aller Lei- halts aufgrund der erforderlichen
stungen zur ärztlichen Versorgung Transferleistungen würde etwa
von Patienten in einem bestimmten 20 bis 25 Milliarden Euro betragen.
Zeitraum. Art und Umfang der Lei- Da aber gleichzeitig der Arbeitge-
stungen sind für die Höhe der Ver- berbeitrag zur Krankenversiche-
gütung ohne Belang. Je nach Ge- rung vollständig an die Beschäftig-
bührenordnung können sie mit ei- ten als zu versteuerndes Einkom-
nem festen Euro-Betrag oder mit men ausgezahlt werden würde,
Punkten bewertet werden. Die stünden der Mehrbelastung des
Höhe der Gesamtvergütung er- Bundeshaushalts höhere Steuer-
gibt sich bei Kopfpauschalen als einnahmen gegenüber. Als weite-
Produkt der Zahl der Kassenmit- res konkurrierendes Finanzie-
glieder mit dem Euro-Betrag der rungsmodell wird die Bürgerver-
Pauschale. Hierbei tragen die sicherung diskutiert.
Ärzte das Morbiditätsrisiko
und die Kassen das Risiko eines Kosten
Mitgliederzuwachses. en costs
Derzeit wird die Kopfpauschale fr coûts
auch im Zusammenhang mit der Kosten sind der meist in Geldein-
gesetzlichen Krankenversicherung heiten bewertete Ressourcenver-
(Krankenversicherung, gesetzli- brauch, der für das Erbringen einer
che, GKV) diskutiert. Der Begriff Gesundheitsleistung notwendig ist.
bezeichnet in diesem Zusammen-
129 Kosten, direkte

Kosten.

Kosten-(Nutzen)-Analyse die Kosten, die bei der Präven-


en Cost (Benefit) Analysis tion, Diagnose, Therapie, Reha-
fr analyse du coût (et bénéfice) bilitation und Langzeitbehandlung
Kosten-(Nutzen)-Analyse wird im von Krankheiten anfallen können.
Deutschen häufig als Oberbegriff Direkte Kosten entstehen bei der
für verschiedene Methoden ver- Inanspruchnahme von Leistungen
wendet, die Kosten und/oder den innerhalb des Gesundheitssystems.
Nutzen von Behandlungsmaßnah- Beispielsweise sind das Kosten für
men untersuchen. die ärztliche Behandlung, für die
Krankenhausbehandlung, für
Kosten, direkte Arzneimittel und für Laborunter-

en direct costs suchungen. Die direkten Kosten


fr coûts directs werden in Geldeinheiten bewertet.
Zu den direkten Kosten zählt man
Kosten, indirekte 130

Therapieverfahren oder gesund-


heitsfördernden Programmen
(Gesundheitsförderung) beste-
hen.

Kosten, intangible
en non-measurable costs
fr coûts non mesurables
Kosten von Auswirkungen, die

sich entweder nicht quantifizieren


lassen oder für die keine Bewertung
über den Markt möglich ist. Im Be-
reich der Gesundheitsökonomie
wird so häufig eine durch Krank-
heit verursachte Verschlechterung
der Lebensqualität bezeichnet.
Kosten-(Nutzen)-Analyse. Beispiele Beispiele: Schmerzen, Leid, De-
veröffentlichter Nutzwerte. pression, Verlust an Lebensfreude,
Angst vor der Krankheit, vor wirt-
schaftlicher Abhängigkeit und so-
Kosten, indirekte zialer Isolation.
en indirect costs
fr coûts indirects Kosten-Analyse
Indirekte Kosten sind Kosten, die en Cost Analysis
aus Produktionsausfällen und ver- fr analyse du coût
lorenen Arbeitstagen (Arbeitsun- Die Kostenanalyse ist die Grund-
fähigkeit einer Person) infolge von lage einer ökonomischen Evalua-
Krankheit resultieren. Indirekte tion. Sie erfolgt unabhängig davon,
Kosten sind häufig schwer zu quan- ob von der medizinischen Behand-
tifizieren (Humankapitalansatz). lungsmaßnahme Wirkungen auf
den Gesundheitszustand des Pati-
Kosten, inkrementelle enten ausgehen. Es werden keine
en incremental costs Alternativen verglichen. Es lassen
fr coûts de l’accroissement arbi- sich lediglich Aussagen über die
traire Höhe und die Zusammensetzung
Inkrementelle Kosten bezeichnen der Kosten machen, z. B. direkte
die Differenz der Kosten, die zwi- und indirekte Kosten.
schen zwei alternativ betrachteten
131 Kosten-Effektivitäts-Analyse

Kostendämpfung dem Leistungserbringer die Er-


en cost containment stattung aller im Rahmen der Lei-
fr réduction des coûts stungserstellung entstandenen
Das Grundprinzip der Kosten- Kosten sichert. Allerdings entste-

dämpfung im deutschen Gesund- hen durch dieses Finanzierungs-


heitswesen ist eine einkommens- prinzip ökonomische Anreize zur
orientierte Ausgabenpolitik mit „Kostenproduktion“.
dem Ziel der Beitragssatzstabili-
tät. Kosten-Effektivität
Diese Vorgehensweise liegt haupt- en cost-effectiveness
sächlich darin begründet, dass fr coût-efficacité
aüber die Beiträge der Versicher- Das Verhältnis zwischen (zusätzli-
ten fast die gesamte ambulante chen) Kosten und (zusätzlichen)
und stationäre Versorgung finan- Effekten (z. B. symptomfreie
ziert wird, Zeit, gerettete Lebensjahre, verhin-
aArbeitgeber und Arbeitnehmer derte Ereignisse) wird als Kosten-
die Beiträge zu gleichen Teilen Effektivität bezeichnet. Die Effekte
tragen und somit Beitragssatz- werden in natürlichen Einheiten
stabilität ein wichtiger Faktor für gemessen. Kosten-Effektivität dient
den Wirtschaftsstandort als Wirtschaftlichkeitskriterium bei
Deutschland ist. der Betrachtung vergleichbarer Di-
Seit 1977 wurden verschiedene agnose- und Behandlungsmetho-
Kostendämpfungsgesetze erlassen, den.
die z. B. Budgets, Festbeträge
für Arzneimittel, erhöhte Zuzah- Kosten-Effektivitäts-Analyse
lungen einführten oder Leistungen en Cost Effectiveness Analysis
aus dem Leistungskatalog aus- fr analyse coût-efficacité
schlossen. Die Kosten-Effektivitäts-Analyse ist
eine Methode zum Vergleich der
Kostendämpfungsgesetz Kosten von verschiedenen The-
Kostendämpfung rapiealternativen, bei der die Be-
handlungsresultate in der gleichen
Kostendeckungsprinzip klinisch definierten Wirkungsdi-
en principle of cost recovery mension ausgedrückt werden. Da-
fr principe de la couverture des bei werden die Kosten in monetä-
frais ren Einheiten und die Ergebnisse in
Das Kostendeckungsprinzip ist ein nicht-monetären Einheiten ausge-
Finanzierungsprinzip, welches drückt. Solche nicht-monetären
Kostenerstattungsprinzip 132

Einheiten sind z. B. Anzahl gerette- Kostenexplosion im Gesundheits-


ter Menschenleben, Anzahl gewon- wesen ist ein politisch umstrittener
nener Lebensjahre, erfolgreich be- Begriff, mit dem aus Sicht der Ver-
handelte Fälle, reduzierte Krank- wender des Begriffs ein relativ star-
heitsdauer, gewonnene Arbeitstage ker Anstieg der Ausgaben im Ge-
etc. sundheitswesen gemeint ist. In den
meisten Fällen wird der Begriff je-
Kostenerstattungsprinzip doch missbräuchlich für den An-
en cost reimbursement principle stieg von Kosten in bestimmten
fr principe de remboursement des Sektoren (und nicht bezogen auf
frais die gesamten Gesundheitsausga-
Das Kostenerstattungsprinzip gilt ben) verwendet, da der Anteil der
in der privaten Krankenversiche- Gesundheitsausgaben am Bruttoin-
rung (Krankenversicherung, pri- landsprodukt in der Vergangenheit
vate, PKV). Im Gegensatz zum relativ konstant war (2002: 11 %).
Sachleistungsprinzip der gesetz- Die Finanzierungsproblematik der
lichen Krankenversicherung Krankenkassen resultiert neben ge-
(Krankenversicherung, gesetzli- stiegenen Ausgaben vornehmlich
che, GKV) müssen Versicherte im aus verminderten Beitragseinnah-
Rahmen der Kostenerstattung men, bedingt durch steigende Ar-
grundsätzlich alle Kosten für Kran- beitslosenzahlen und dem sinken-
kenbehandlungen zunächst selber den Anteil sozialversicherungs-
tragen und bekommen diese dann pflichtiger Einkommen.
ganz oder teilweise erstattet. Im
Zuge des GKV-Modernisierungs- Kosten-Minimierungs-Analyse
gesetzes ist es seit dem en Cost Minimisation Analysis
01.01.2004 auch den Versicherten fr analyse de minimisation du
der gesetzlichen Krankenversiche- coût
rung möglich, anstelle von Sachlei- Die Kosten-Minimierungs-Analyse
stungen die Kostenerstattung zu findet dann Anwendung, wenn die
wählen. Die GKV-Versicherten sind in den Vergleich einzubeziehenden
mindestens ein Jahr an das ge- medizinischen Maßnahmen hin-
wählte Erstattungsprinzip gebun- sichtlich ihrer Wirksamkeit gleich
den (§ 13 SGB V). sind, so dass nach der Alternative
mit den geringsten Kosten bei
Kostenexplosion gleichem Ergebnis gesucht wird.
en cost explosion
fr explosion des coûts
133 Krankenbehandlung

Kosten-Nutzen-Analyse sen, die den Krankenversiche-


en Cost Benefit Analysis rungsschutz gewährleisten und die
fr analyse coût-bénéfice anfallenden Kosten aus ihren Bei-
Die Kosten-Nutzen-Analyse ist ein tragseinnahmen tragen. Sie über-
Verfahren zur Erfassung sämtlicher nehmen die Kosten, sofern die
Wirkungen einer Behandlungsme- Leistungen ausreichend, zweckmä-
thode. D. h. Kosten und Nut- ßig und wirtschaftlich sind. Bei der
zen werden (soweit möglich) er- Betrachtung der Wirtschaftlichkeit
fasst, in monetären Einheiten aus- interessieren sich die Kostenträger
gedrückt und in Relation zueinan- im Allgemeinen für die direkten
der gesetzt. Kosten (Kosten, direkte), die bei
ihnen entstehen oder von ihnen er-
Kosten-Nutzwert-Analyse stattet werden müssen, sowie den
en Cost Utility Analysis direkten, bei ihnen entstehenden
fr analyse coût-utilité Einsparungen.
Die Kosten-Nutzwert-Analyse ist
eine Analysemethode, bei der die Krankenbehandlung (im Ausland)
Kosten monetär und die Nut- en medical treatment (abroad)
zen als Nutzwerte ausgedrückt fr soins médicaux (à l’étranger)
werden. Mit Hilfe dieser Methode, Alle Versicherten der gesetzlichen
bei der mehrere Zielkriterien mit Krankenversicherung (Kranken-
unterschiedlicher Bedeutung versicherung, gesetzliche, GKV)
gleichzeitig Berücksichtigung fin- haben Anspruch auf eine ausrei-
den und zu einem einheitlichen chende Krankenbehandlung. Die-
Zielsystem zusammengefaßt wer- ser Anspruch umfasst insbeson-
den, können Behandlungsalternati- dere alle ärztlichen, psychothera-
ven miteinander verglichen wer- peutischen und zahnärztlichen Lei-
den. Das QALY-Konzept, wel- stungen, Zahnersatz, Versorgung
ches einen Vergleich verschiedens- mit Arznei-, Verband-, Heil- und
ter medizinischer Interventionen Hilfsmitteln, häusliche Kranken-
erlaubt, wird hierbei häufig einge- pflege und Haushaltshilfe (häus-
setzt. liche Pflege), Krankenhausbe-
handlung und Leistungen zur Re-
Kostenträger habilitation, die notwendig sind,
en payer eine Krankheit zu erkennen, zu hei-
fr organisme payeur len, in ihrer Entwicklung aufzuhal-
Das sind die Träger der Sozialver- ten oder Krankheitsbeschwerden
sicherung, wie etwa Krankenkas- zu lindern. Gesetzlich Krankenver-
Krankengeld 134

sicherte haben in Ausnahmefällen Warenverkehrs (Artikel 30 EG-Ver-


einen Anspruch auf Leistungen im trag) und der Dienstleistungsfrei-
Ausland. Dies gilt für Mitglieder, heit (Artikel 59 EG-Vertrag) auch
die im Ausland beschäftigt sind im Bereich der sozialen Sicherheit
und während dieser Beschäftigung gelten. Erhalten Versicherte nach
erkranken, sowie für deren versi- nationalem Recht Leistungen nach
cherte Familienangehörige (§ 17 dem Kostenerstattungsprinzip,
SGB V). Auch bei Erkrankung wäh- besteht für solche Leistungen auch
rend eines vorübergehenden Aus- dann ein Anspruch auf Kostener-
landsaufenthaltes, die eine unver- stattung gegen nationale Kranken-
zügliche Behandlung erfordert, hat kassen, wenn der Versicherte sich
die Krankenkasse die Behand- diese Leistung in einem EU-Mit-
lungskosten zu übernehmen gliedsstaat beschafft. Dieser Rege-
(Auslandskrankenschein). Der lung ist durch das GKV-Moderni-
Anspruch auf Erstattung besteht al- sierungsgesetz im neu geregelten
lerdings höchstens in Höhe der Ver- § 13 SGB V entsprochen worden.
gütung, die die Krankenkasse bei
Erbringung als Sachleistung im In- Krankengeld
land zu tragen hätte. Sofern eine en sickness benefit/sick pay
Krankheit nach allgemein aner- fr indemnité journalière de ma-
kanntem Stand der medizinischen ladie
Erkenntnisse nur im Ausland be- Im Falle von Arbeitsunfähigkeit,
handelt werden kann, kann die Krankenhausbehandlung oder
Krankenkasse die Kosten der erfor- bei definierten stationären Kuren
derlichen Behandlung auch ganz (Kur) hat der Versicherte, soweit
übernehmen (§ 13 SGB V). Kos- es sich um dieselbe Krankheit han-
tenerstattung erfolgt in jedem Fall, delt, für die Dauer von maximal
wenn eine Behandlung im Ausland 78 Wochen innerhalb von drei Jah-
zwingend erforderlich ist und der ren ein Anrecht auf Krankengeld,
Versicherte wegen einer Vorer- welches 70 % des beitragspflichti-
krankung oder seines Lebensalters gen Bruttoeinkommens und höch-
keine private Krankenversicherung stens 90 % des Nettoarbeitsent-
(Krankenversicherung, private) gelts ausmacht (§§ 44 ff. SGB V).
abschließen konnte (§ 18 SGB V). Das Krankengeld hat dabei eine
Der Europäische Gerichtshof Lohnersatzfunktion. Im Zuge des
(EuGH) hat mit den sog. GKV-Modernisierungsgesetzes
Kohll/Decker-Urteilen entschie- ist das Krankengeld ab 2006 allein
den, dass die Grundsätze des freien durch den Versicherten zu finan-
135 Krankenhaus

zieren, der Arbeitgeberanteil ent- schränkter Haftung oder Aktienge-


fällt. sellschaften.
In der Krankenhausplanung der
Krankenhaus Länder werden häufig vier Versor-
en hospital gungsstufen unterschieden:
fr hôpital aVersorgungsstufe 1: Die Kran-
Ein Krankenhaus ist eine medizini- kenhäuser leisten einen Beitrag
sche Einrichtung zur Erkennung zur Grundversorgung der Bevöl-
und Behandlung von Krankheiten kerung, vor allem in den Fach-
und zur Geburtshilfe. Die Wahl des richtungen Chirurgie oder Innere
Krankenhauses steht dem Patien- Medizin. Je nach Bedarf und
ten grundsätzlich frei. Vorausset- Lage des Einzelfalls können sie
zung für eine Behandlung im Kran- auch beide Fachrichtungen um-
kenhaus ist die Einweisung durch fassen. Sie sollen Belegärzten
einen niedergelassenen Arzt. Im gleicher Fachrichtung die Mög-
Gegensatz zur ambulanten Be- lichkeit geben, ihre Patienten ge-
handlung in einer Arztpraxis meinsam zu behandeln (koope-
spricht man von einer stationären ratives Belegarztwesen,

Behandlung im Krankenhaus, § 121 Abs. 1 SGB V).


wenn ein mehrtägiger Kranken- aVersorgungsstufe 2: Die Kran-
hausaufenthalt eines Patienten not- kenhäuser stellen – ggf. gemein-
wendig ist. Allerdings werden in sam mit Krankenhäusern der ers-
der Ambulanz eines Krankenhau- ten Versorgungsstufe – die
ses oder in der Poliklinik eines Grundversorgung sicher. Sie
größeren Klinikkomplexes auch müssen die Fachrichtungen Chi-
ambulante Untersuchungen oder rurgie und Innere Medizin um-
Behandlungen durchgeführt, die in fassen. Wird ein entsprechender
den örtlichen Arztpraxen nicht Bedarf festgestellt, können dane-
oder nur unzureichend möglich ben die Fachrichtungen Gynäko-
sind. Daneben ist ein Krankenhaus logie und Geburtshilfe, Hals-Na-
auch für die Ausbildung des Pflege- sen-Ohrenheilkunde, Augenheil-
personals zuständig. kunde und in besonderen
Es gibt drei Gruppen von Kranken- Einzelfällen auch Urologie und
hausträgern: öffentliche wie Orthopädie vorgehalten werden.
Städte, Länder und Gemeinden, Sie sollen die Möglichkeit zur
freigemeinnützige wie Wohlfahrts- belegärztlichen Tätigkeit
verbände oder die Kirchen und pri- sicherstellen.
vate, häufig Gesellschaften mit be- aVersorgungsstufe 3: Diese Kran-
Krankenhausapotheke 136

kenhäuser erfüllen in Diagnose weder eine krankenhauseigene


und Therapie auch überörtliche Apotheke, eine krankenhaus-
Schwerpunktaufgaben. Sie um- übergreifende Zentralapotheke
fassen die Fachrichtungen der oder auch eine öffentliche Apo-
zweiten Versorgungsstufe. So- theke. Sie übernimmt den Einkauf,
fern ein entsprechender Bedarf die Bevorratung und Lagerhaltung
festgestellt wird, können dane- von Arzneimitteln für das betref-
ben auch die Fachrichtungen fende Krankenhaus/die betref-
Kinder- und Jugendmedizin, fenden Krankenhäuser. Versorgt
Neurologie und Mund-Kiefer-Ge- eine öffentliche Apotheke ein oder
sichtschirurgie vorgehalten wer- mehrere Krankenhäuser, wird oft
den sowie zusätzlich auch auch von einer Versorgungsapo-
psychiatrische Fachabteilungen. theke gesprochen.
aVersorgungsstufe 4: Diese Kran-
kenhäuser müssen im Rahmen Krankenhausbedarfsplanung
des Bedarfs mit ihren Leistungs- en hospital plan at state level
angeboten über Krankenhäuser fr planification hospitalière au ni-
der dritten Versorgungsstufe we- veau national et régional
sentlich hinausgehen. Sie sollen Als Krankenhausbedarfsplanung
hochdifferenzierte medizinisch- bezeichnet man die jährlich fortzu-
technische Einrichtungen vor- schreibende Planung der Kranken-
halten. Hochschulkliniken neh- hauskapazitäten in einem Bundes-
men Aufgaben der vierten Ver- land. Für die Planungsregionen
sorgungsstufe wahr. Sie sind un- (Versorgungsgebiete) soll eine ab-
ter Berücksichtigung ihrer gestufte Versorgung durch Kran-
Aufgaben aus Forschung und kenhäuser unterschiedlicher Ty-
Lehre in die Krankenhauspla- pen (Versorgungsstufen) gewähr-
nung einzubeziehen. leistet sein (Krankenhaus). Maß-
Fachkrankenhäuser werden keiner gebend ist dabei die zumutbare Er-
Versorgungsstufe zugerechnet. Sie reichbarkeit eines Krankenhauses.
nehmen nur Kranke mit bestimm- Der Bedarf eines Versorgungsge-
ten Krankheitsarten oder aus be- biets wird über die sogenannte Bet-
stimmten Altersstufen auf. tenbedarfsformel bestimmt: Bet-
tenbedarf = Einwohnerzahl *
Krankenhausapotheke Krankenhaushäufigkeit * durch-
en hospital pharmacy schnittliche Verweildauer/Betten-
fr pharmacie hospitalière nutzung. Daraus leiten sich die Pla-
Eine Krankenhausapotheke ist ent- nungen zur Errichtung, Ergänzung,
137 Krankenhausfinanzierung, duale

Stilllegung oder Umstellung von Das Krankenhausentgeltgesetz re-


Krankenhäusern ab. Die Kranken- gelt die Vergütung von voll- und
hausbedarfsplanung ist Sache der teilstationären Leistungen und ent-
Bundesländer. Die für den Betrieb hält Übergangsvorschriften zur
eines Krankenhauses notwendigen Einführung der DRGs.
Investitionen werden durch das
Krankenhausfinanzierungsge- Krankenhausfinanzierung
setz geregelt (Investitionskos- en hospital financing; hospital
ten).Voraussetzung für eine staatli- funding
che Förderung der Investitionen ei- fr financement hospitalier
nes Krankenhauses ist, dass das Der Begriff Krankenhausfinanzie-
Haus in den Bedarfsplan des ent- rung bezeichnet die Finanzierung
sprechenden Bundeslandes aufge- der Investitionen und des laufen-
nommen ist. den Betriebs eines Krankenhau-
ses. Die Finanzierung der Investi-
Krankenhausbehandlung tionen ist Sache der Krankenhaus-
en hospital/inpatient treatment träger und der Bundesländer. Die
fr traitement hospitalier Finanzierung des laufenden Be-
Eine Krankenhausbehandlung triebs erfolgt über die Abrechnung
kann voll-, teil-, vor- und nachsta- der behandelten Krankenhausfälle
tionär sowie ambulant (ambu- gegenüber den gesetzlichen Kran-
lantes Operieren) erbracht werden. kenkassen (Krankenkassen, ge-
Grundsätzlich gilt für gesetzlich setzliche), die die Krankenhausbe-
Krankenversicherte (Kranken- handlung vergüten. Die rechtlichen
versicherung, gesetzliche) die Grundlagen dafür sind das Kran-
Rangfolge „ambulant vor statio- kenhausfinanzierungsgesetz, das
när“. Sie soll dem Wirtschaftlich- Sozialgesetzbuch Fünftes Buch

keitsprinzip Rechnung tragen. Eine (SGB V), die Bundespflegesatz-


vollstationäre Behandlung kommt verordnung (BPflV), das Kran-
nach Möglichkeit nur zum Einsatz, kenhausentgeltgesetz (KHEntG),
wenn ambulante Behandlungs- das Fallpauschalengesetz (FPG)
möglichkeiten ausgeschöpft sind. sowie die Krankenhausgesetze der
Länder.
Krankenhausentgeltgesetz
(KHEntG) Krankenhausfinanzierung, duale
en Hospital Remuneration Act en dual hospital financing
fr loi sur la rénumération de l’hô- fr financement hospitalier dualis-
pital tique
Krankenhausfinanzierung, monistische 138

Die Krankenhausfinanzierung er- und zu sozial tragbaren Pflege-


folgt dual, d. h. die laufenden Be- sätzen beizutragen. Das Gesetz re-
triebskosten müssen durch die Ein- gelt die Investitionsförderung, die
nahmen des Hauses getragen wer- Vorschriften über Pflegesätze so-
den. Sie werden somit aus der Ver- wie die Einführung neuer Abrech-
gütung, die das Krankenhaus von nungsverfahren (Diagnosis Rela-
den Krankenkassen erhält, gezahlt. ted Groups) für Krankenhäuser.
Investitionskosten hingegen wer-

den vom jeweiligen Bundesland ge- Krankenhaushaftung


tragen. Haftung des Arztes/Krankenhau-
ses
Krankenhausfinanzierung, mo-
nistische Krankenhausteilöffnung
en monistic hospital finance sys- en partial authorisation of hospi-
tem tals for outpatient treatment
fr financement hospitalier monis- fr autorisation partielle des hôpi-
tique taux pour les soins ambulants
Im Gegensatz zum dualen Finan- Mit In-Kraft-Treten des GKV-Mo-
zierungssystem (Krankenhausfi- dernisierungsgesetzes am
nanzierung, duale) werden im mo- 01.01.2004 wird die Teilöffnung
nistischen System auch die In- der zugelassenen Krankenhäuser
vestitionskosten vollständig über für die Erbringung ambulanter Lei-
die Vergütung der Krankenkassen stungen ermöglicht. So können
und somit über die Einnahmen des Krankenhäuser eine ambulante
Krankenhauses finanziert. Behandlung in den Regionen eines
Bundeslandes erbringen, für die
Krankenhausfinanzierungsgesetz der Landesausschuss der Ärzte und
(KHG) Krankenkassen eine Unterversor-
en Hospital Finance Act gung festgestellt hat. (§ 116a
fr loi sur le financement hospita- SGB V). Die Krankenkassen, die
lier Landesverbände der Kranken-

Gemäß § 1 KHG bezweckt das Ge- kassen oder die Verbände der Er-
setz die wirtschaftliche Sicherung satzkassen können mit zugelasse-
der Krankenhäuser, um eine be- nen Krankenhäusern innerhalb
darfsgerechte Versorgung der Be- von Disease Management Pro-
völkerung mit leistungsfähigen, ei- grammen Verträge über die ambu-
genverantwortlich wirtschaftenden lante Leistungserbringung ab-
Krankenhäusern zu gewährleisten schließen (§ 116b SGB V Abs. 1).
139 Krankenkassenversicherter

Darüber hinaus können die Ver- stungsfähige Behandlung bietet


tragspartner auch die ambulante oder wenn es keinen weiteren Be-
Erbringung hochspezialisierter Lei- darf an Krankenhausversorgung
stungen beschließen und die am- der Versicherten gibt. Hochschul-
bulante Behandlung seltener Er- kliniken und Plankrankenhäuser
krankungen sowie Erkrankungen brauchen keinen solchen Vertrag,
mit besonderen Krankheitsverläu- sie gelten per Gesetz als zugelas-
fen. Die in Frage kommenden Lei- sen.
stungen und Erkrankungen sind in
einem Katalog verbindlich geregelt. Krankenkassen, gesetzliche
Der Gemeinsame Bundesaus- en statutory health insurances
schuss (G-BA) aktualisiert und er- fr caisses d’assurance-maladie
gänzt diesen Katalog. Am obligatoires
16.03.2004 hat der G-BA die erste Der Versicherungsschutz für Mit-
Überarbeitung des Katalogs be- glieder der gesetzlichen Kranken-
schlossen und auf seiner Home- versicherung (Krankenversiche-
page unter www.g-ba.de veröffent- rung, gesetzliche, GKV) erfolgt
licht. durch gesetzliche Krankenkassen.
Sie haben als Körperschaft des öf-
Krankenhausversorgungsvertrag fentlichen Rechts (KdöR) ihre ei-
en hospital-supply contract gene Selbstverwaltung und sind
fr contrat sur les soins hospitaliers finanziell und organisatorisch un-
Der Versorgungsvertrag ist die Vor- abhängig.
aussetzung für die Erbringung von
Krankenhausleistungen. Schließt Krankenkassenmitglied
ein Krankenhaus einen Versor- en member of a statutory health
gungsvertrag mit den Landesver- insurance
bänden der Krankenkassen und fr membre d’une caisse d’assu-
den Verbänden der Ersatzkassen, rance-maladie
darf es die (GKV-)Patienten zu Las- Jede versicherungspflichtige, bei-
ten der GKV (Krankenversiche- tragszahlende Person ist Mitglied
rung, gesetzliche) behandeln. Der einer Krankenkasse.
Versorgungsvertrag ist für alle ge-
setzlichen Krankenkassen im In- Krankenkassenversicherter
land verbindlich. Er kann nicht ge- en healthcare insurant
schlossen werden bzw. wird ge- fr assuré d’une caisse d’assu-
kündigt, wenn das Krankenhaus rance-maladie
keine wirtschaftliche und lei- Versicherte einer Krankenkasse
Krankenschein 140

sind die Krankenkassenmitglie- trags(zahn)arzt vorzulegen, um die


der und deren beitragsfrei mitversi- Mitgliedschaft in der gesetzlichen
cherte Familienangehörige (Kin- Krankenversicherung (Kranken-
der, nicht arbeitender Ehepartner) versicherung, gesetzliche, GKV)
(Familienversicherung). nachzuweisen und die Abrechnung
der Behandlung mit den Lei-
Krankenschein stungserbringern zu ermöglichen.
en claims form Sie ersetzt nicht die Überweisung
fr formulaire donnant droit aux zum Facharzt.
prestations médicales Die Chipkarte enthält reine Verwal-
Vor Einführung der Krankenver- tungsdaten wie z. B. Kranken-
sichertenkarte im Jahr 1995 diente kasse, Name, Geburtsdatum, An-
der Krankenschein sowohl als Ver- schrift des Versicherten, Versicher-
sicherungsnachweis der GKV tennummer und Versichertensta-
(Krankenversicherung, gesetzli- tus. Angaben zum Gesundheitssta-
che) als auch den Leistungser- tus oder zu bisher erbrachten Lei-
bringern (z. B. dem Arzt) als Ab- stungen dürfen aus Gründen des
rechnungsgrundlage. Erhielt der Datenschutzes nicht auf der Karte
Versicherte eine ärztliche Behand- gespeichert sein (Datenschutz im
lung, so musste der Krankenschein Gesundheitswesen). Bei Miß-
für jede Abrechnungsperiode brauch der Karte hat die Kranken-
(Quartal) vorgelegt werden. Zur kasse einen Schadensersatzan-
Beurteilung der Größe einer Arzt- spruch gegen den Karteninhaber.
praxis wird auch heute noch von Um Mißbrauch vorzubeugen sind
der abgerechneten „Scheinzahl“ die Karten gemäß GKV-Moderni-
gesprochen. sierungsgesetz bis zum
01.01.2006 mit einem Lichtbild der
Krankenversichertenkarte (KV- Versicherten zu ergänzen. Bis da-
Karte) hin sollen die Karten auch zu einer
en health insurance card elektronischen Gesundheitskarte
fr carte d’assurance maladie erweitert werden (Gesundheits-
Der bis Ende 1994 geltende Kran- karte, elektronische).
kenschein wurde zum
01.01.1995 durch die Krankenver- Krankenversicherung der Rent-
sicherungskarte (KV-Karte), auch ner (KVdR)
Chipkarte genannt, ersetzt. Die en health insurance for pensioners
Karte ist einmal pro Quartal vor Be- fr assurance-maladie des retraités
ginn der Behandlung dem Ver- Die KVdR ist eine Pflichtversiche-
141 Krankenversicherung, gesetzliche

rung im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung, gesetzli-


Rentenversicherung (§§ 5, che (GKV)
247 und 249a SGB V). Sie tritt un- en statutory health insurance
ter der Voraussetzung ein, dass der fr assurance-maladie obligatoire
Versicherte einen Antrag auf Rente Die Krankenversicherung dient der
gestellt und bestimmte Vorversi- finanziellen Absicherung im
cherungszeiten als Pflichtversi- Krankheitsfall.
cherter oder als Angehöriger eines In Deutschland besteht das Krank-
Pflichtversicherten in der gesetzli- heitsversicherungssystem aus der
chen Krankenversicherung gesetzlichen Krankenversicherung
(Krankenversicherung, gesetzli- (GKV) und der privaten Kranken-
che) erfüllt hat. Der Beitragssatz in versicherung (Krankenversiche-
der KVdR orientiert sich am allge- rung, private, PKV), wobei ca.
meinen Beitragssatz der jeweili- 90 % der Bevölkerung in der GKV
gen Krankenkasse. Zur Kranken- und ca. 10 % in der PKV versichert
versicherung der Rentner zahlen sind. GKV und PKV unterscheiden
die Rentenversicherungsträger den sich grundlegend in der Organisa-
halben Beitrag aus der jeweiligen tion, Beitragserhebung und Lei-
Rente. Der entsprechende Betrag stungsgewährung. Die gesetzliche
wird direkt von der Rente einbehal- Krankenversicherung ist ebenso
ten und an die Krankenkassen wie die Rentenversicherung, die
überwiesen. Arbeitslosenversicherung, die Un-

Krankenversiche-
rung, gesetzliche
(GKV). Verteilung
der Ausgaben
der GKV auf
einzelne Sekto-
ren. Die Ge-
samtsumme der
GKV-Ausgaben
betrug 2003
144,531 Mrd.
Euro (ohne Risi-
kostrukturaus-
gleich).
Krankenversicherung, private 142

fallversicherung (Unfallversiche- cherungsschutz ist nach Art und


rung, gesetzliche) und die Pflege- Umfang nicht gesetzlich geregelt.
versicherung Bestandteil des deut- Er richtet sich vielmehr nach Versi-
schen Sozialversicherungssystems cherungsbedingungen und verein-
(Sozialversicherung). barten Tarifen und wird zwischen
Zu den gesetzlichen Krankenversi- den Parteien ausgehandelt. Die
cherungen gehören laut § 4 SGB V PKV kennt also nur freiwillig Versi-
die Allgemeinen Ortskranken- cherte. Der Abschluss eines Vertra-
kassen, die Ersatzkassen, die ges mit einer privaten Krankenver-
Betriebskrankenkassen, die In- sicherung ist denjenigen möglich,
nungskrankenkassen, die landwirt- deren Einkommen oberhalb der
schaftlichen Krankenkassen, die Versicherungspflichtgrenze der
See-Krankenkasse und für Berg- gesetzlichen Krankenversicherung
leute die Bundesknappschaft. (Krankenversicherung, gesetzli-
Alle gesetzlich Krankenversicher- che) liegt oder die einer selbständi-
ten haben den gleichen Leistungs- gen Tätigkeit nachgehen. Die Versi-
anspruch. cherungspflichtgrenze wird regel-
mäßig neu festgelegt. Daneben gibt
Krankenversicherung, private es bestimmte Berufsgruppen, die
(PKV) ihre Krankenversicherung berufs-
en private health insurance ständisch regeln können. In der
fr assurance maladie privée PKV wird jede Person einzeln und
Als private Krankenversicherung individuell nach ihrem Bedarf ver-
bezeichnet man die private Absi- sichert. Es gilt der Grundsatz der in-
cherung gegen Krankheit und de- dividuellen Versicherung. Für jede
ren Folgen bei einem Unternehmen Person wird ein eigener Versiche-
der privaten Versicherungswirt- rungsvertrag mit einem eigenen
schaft. Man bezeichnet auch die Beitrag abgeschlossen. Für die Bei-
Versicherungsunternehmen, die tragshöhe ist in der PKV das Alter
der privaten Versicherungswirt- und der Gesundheitszustand zu Be-
schaft angehören, als gesamte ginn der Versicherung sowie das
Gruppe mit dem Begriff private Geschlecht und der Umfang des ge-
Krankenversicherung. In der PKV wählten Versicherungsschutzes
gibt es keine Zwangsmitglied- maßgeblich. Bei den Leistungen
schaft. Die Versicherung kommt gilt in der PKV grundsätzlich das
durch einen freiwilligen Vertrag Kostenerstattungsprinzip. Der
zwischen dem Unternehmen und Versicherte reicht nach Erbringung
dem Kunden zustande. Der Versi- der Leistung seine Rechnungen bei
143 Kur

der Versicherung ein und bekommt Künstler und Publizisten nur eine
den Rechnungsbetrag je nach ver- Hälfte des Beitrages. Die andere
einbarten Tarifen ganz oder teil- Hälfte trägt die Künstlersozial-
weise erstattet. kasse. Die Mittel dafür stammen
zum einen aus Zuschüssen des
Krankheitskosten- Analyse Bundes und zum anderen aus der
en cost of illness study Künstlersozialabgabe, einer Ab-
fr analyse du coût des maladies gabe von Unternehmen, welche
Die Krankheitskosten-Analyse er- künstlerische Leistungen verwer-
mittelt grundsätzlich alle Kosten ei- ten. Wie die anderen gesetzlichen
ner Erkrankung, um die ökonomi- Krankenkassen (Krankenkassen,
schen Auswirkungen dieser Er- gesetzliche) auch, prüft die KSK die
krankung beurteilen zu können. In Zugehörigkeit zum versicherungs-
den meisten Fällen beschränkt sich pflichtigen Personenkreis und fun-
die Krankheitskostenanalyse auf giert als Einzugsstelle des Beitrags-
die Ermittlung der direkten und in- anteils der Versicherten, der Künst-
direkten Kosten einer bestimm- lersozialabgabe sowie des Bundes-
ten Krankheit. Mit Hilfe dieser Ana- zuschusses.
lyse kann die volkswirtschaftliche Im Gegensatz zu den anderen Kas-
Bedeutung einer bestimmten sen ist die KSK jedoch nicht für die
Krankheit eingeschätzt werden. Sie Durchführung der Versicherungen
kann darüber hinaus als Grundlage zuständig, sondern kümmert sich
für eine Kostenschätzung dienen, ausschließlich um An- und Abmel-
mit deren Hilfe sich der mögliche dung und Weiterleitung der Bei-
wirtschaftliche Erfolg einer neuen träge.
Behandlungsmethode beurteilen
lässt (Gesundheitsökonomische Kur
Evaluation). en convalescence treatment
fr cures de convalescence et de
Künstlersozialkasse (KSK) rééducation fonctionnelle
en artists’ social insurance Eine Kur ist ein spezielles Heilver-
fr sécurité sociale des artistes fahren, welches meist in Heilbä-
Seit 1983 bietet das Künstlersozial- dern und Kurorten durchgeführt
versicherungsgesetz (KSVG) selb- wird (§§ 23, 24 und 40 SGB V). In
ständigen Künstlern und Publizis- der gesetzlichen Krankenversiche-
ten sozialen Schutz in der Renten-, rung (Krankenversicherung, ge-
Kranken- und Pflegeversicherung. setzliche, GKV) können medizini-
Wie alle Arbeitnehmer zahlen die sche Vorsorgeleistungen und Reha-
KV 144

bilitationsmaßnahmen (Rehabi- gung


litation) als Kuren durchgeführt
werden. Müttern können auch KVdR
Müttergenesungskuren und Mut- Krankenversicherung der Rent-
ter-Kind-Kuren bewilligt werden. ner
Je nach Behandlungsbedarf kön-
nen die Kuren ambulant oder sta- KVdS
tionär erfolgen. Für stationäre Ku- Krankenversicherung der Stu-
ren müssen Zuzahlungen pro Tag denten
Kuraufenthalt geleistet werden.

KV (KZV)
Kassen(zahn)ärztliche Vereini-
145 Landesverbände der Krankenkassen

gung und die Änderung von Verträ-


gen über die ärztliche Versorgung.

Landeskrankenhausgesellschaft
en Regional Hospital Association
fr association régionale d’hôpi-
Laborgemeinschaft taux
en joint laboratory Krankenhäuser schließen sich in

fr groupement de laboratoires den einzelnen Bundesländern als


Die Laborgemeinschaft ist eine be- privatrechtliche Vereine zu Lan-
sondere Kooperationsform von deskrankenhausgesellschaften zu-
Ärzten. Mehrere Ärzte schließen sammen. Obwohl kein Beitritts-
sich zusammen, um Laboruntersu- zwang für einzelne Häuser unter-
chungen mit eigener räumlicher schiedlicher Träger existiert,
und personeller Ausstattung wirt- schließt die Landeskrankenhausge-
schaftlich durchzuführen. Laborge- sellschaft mit verbindlicher Wir-
meinschaften übernehmen für die kung für alle Krankenhäuser eines
zur Gemeinschaft gehörenden Bundeslandes mit den Landes-
Ärzte Laboruntersuchungen. Dabei verbänden der Krankenkassen Ver-
regeln die Laborrichtlinien, wie träge
eine Laborgemeinschaft zu führen aüber die Krankenhausbehand-
ist sowie welche Leistungen sie er- lung (§ 112 SGB V) oder
bringen und abrechnen darf. azur Wirtschaftlichkeitsprüfung
(§ 113 SGB V)
Länderausschuss sowie mit den Kassen(zahn)ärzt-
en regional committee lichen Vereinigungen (KVen)
fr comité régional azum Belegarztwesen oder
Der Länderausschuss besteht aus azum Notdienst/Notfalldienst
den Vorsitzenden der Kassen- (§ 115 SGB V)
ärztlichen Vereinigungen (KVen). (Deutsche Krankenhausgesell-
Ihm gehören weiterhin zwei außer- schaft (DKG)).
ordentliche Mitglieder an. Die Mit-
wirkung des Länderausschusses ist Landesschiedsamt
laut Satzung der Kassenärztli- Schiedsverfahren

chen Bundesvereinigung (KBV) bei


einer Reihe von Vorstandsentschei- Landesverbände der Krankenkas-
dungen vorgeschrieben. Darunter sen
fallen der Abschluss, die Kündi- en Regional Associations of
Landesversicherungsanstalt 146

Statutory Health Insurances den Datenschutz und die


fr associations régionales des cais- Datensicherung sowie
ses-maladies obligatoires aden Betrieb von Rechenzentren
Die Krankenkassen (Kranken- in Abstimmung mit den Mit-
kassen, gesetzliche) bilden in je- gliedskassen.
dem Bundesland für jede Kassen- Darüber hinaus unterstützen die
art jeweils einen eigenständigen Landesverbände der Krankenkas-
Landesverband. Diese sind Körper- sen die zuständigen Behörden in
schaften des öffentlichen Rechts. Fragen der Gesetzgebung und Ver-
Die Landesverbände der Kranken- waltung.
kassen unterstützen ihre Mitglieds-
kassen bei der Erfüllung ihrer Auf- Landesversicherungsanstalt
gaben durch: (LVA)
aSammlung und Aufbereitung en Regional Insurance Institute
von statistischem Material zu fr institut d’assurance régional
Verbandszwecken, Die Landesversicherungsanstalt ist
aAbschluss und Änderung von der gesetzliche Träger der Ren-
Verträgen, insbesondere mit an- tenversicherung der Arbeiter.
deren Trägern der Sozialversi- Ebenso trägt die LVA Leistungen
cherung, soweit sie von der Mit- der Rehabilitation, um kranken
gliedskasse hierzu bevollmäch- Arbeitnehmern den Wiedereinstieg
tigt worden sind, ins Berufsleben zu ermöglichen. Im
aÜbernahme der Vertretung der Gegensatz zur Bundesversiche-
Mitgliedskassen gegenüber an- rungsanstalt für Angestellte (BfA)
deren Trägern der Sozialversi- handelt es sich bei der LVA nicht
cherung, Behörden und um eine zentral organisierte Insti-
Gerichten, tution sondern um einzelne, den
aEntscheidung von Zuständig- Bundesländern zugeordnete Ein-
keitskonflikten zwischen den richtungen.
Mitgliedskassen,
aFörderung und Mitwirkung bei Landwirtschaftliche Krankenkas-
der beruflichen Aus-, Fort- und sen (LKK)
Weiterbildung der bei den Mit- en Agricultural Sickness Funds
gliedskassen Beschäftigten, fr caisses d’assurance-maladie des
aArbeitstagungen, Entwicklung travailleurs agricoles
und Abstimmung von Verfahren Unternehmer und Beschäftigte in
und Programmen für die auto- der Land- und Forstwirtschaft sind
matische Datenverarbeitung, Pflichtmitglieder in der Kranken-
147 Lebensqualität

versicherung der Landwirte gemäß hinsichtlich ihres Erlebens als auch


dem Gesetz über die Krankenversi- ihres Verhaltens. In diesem Zusam-
cherung der Landwirte (§ 166 menhang wird auch von gesund-
SGB V). Die LKKen sind bei den heitsbezogener Lebensqualität ge-
landwirtschaftlichen Berufsge- sprochen.
nossenschaften errichtet. Ihre Spit- Definiert wird gesundheitsbezo-
zenorganisation ist der Bundesver- gene Lebensqualität als ein multidi-
band der landwirtschaftlichen mensionales Konstrukt, welches
Krankenkassen (BLK). körperliche, mentale, soziale und
verhaltensbezogene Komponenten
Lauer-Taxe des Wohlbefindens und der Funk-
Große Deutsche Spezialitäten- tionsfähigkeit aus Sicht der Patien-
taxe ten und/oder der von Beobachtern
beinhaltet.
Lebensqualität In diesem Kontext ist die Lebens-
en quality of life qualität ein Merkmal, das subjektiv
fr qualité de vie verankert ist. Es beschreibt die sub-
Eine abschließende Definition von jektive Befindlichkeit und Kompe-
Lebensqualität (LQ) gibt es bisher tenz des Individuums, die einem
nicht. Die allgemein geläufige und ständigen Wandel unterliegen. Als
umgangssprachlich benutzte Defi- eine Variable hängt die LQ von sich
nition der Lebensqualität drückt ständig ändernden Rahmenbedin-
eine Summe von Zielen, Werten gungen ab. Deshalb besteht auch
und Prinzipien aus, die der Mensch die wichtigste Aufgabe der empiri-
im Laufe seines Lebens realisieren schen LQ-Forschung darin, Verän-
kann. Sicherheit, Länge des Le- derungen der Lebensqualität zu
bens, Gesundheit, gesellschaftli- messen.
cher Wohlstand und Anerkennung Um Lebensqualität zu bestimmen,
sind nur einige Beispiele. Die Di- sind folgende Komponenten des
mensionen der Lebensqualität in Befindens und Verhaltens zu be-
der Medizin orientieren sich mehr rücksichtigen:
am Begriff der subjektiven Gesund- akrankheitsbedingte körperliche
heit, wie er von der Weltgesund- Beschwerden,
heitsorganisation (WHO) definiert apsychische Verfassung und Lei-
wurde, und beziehen sich auf die stungsfähigkeit,
körperliche, psychische, soziale aFunktionstüchtigkeit im Alltags-
und alltagsbezogene Kompetenz leben und
bei der befragten Person sowohl aAusgestaltung der zwischen-
Leistungsanspruch 148

menschlichen Interaktionen. dienst, bei Haft, bei Anspruch auf


Nach Einführung des Konstrukts in Heilfürsorge und bei Erhalt gleich-
die medizinische Forschung ist seit artiger Leistungen vom Unfallversi-
den 50er Jahren ein exponentieller cherungsträger.
Anstieg der Bearbeitung von Fra- Er erlischt mit dem Ende der Mit-
gen der Lebensqualität zu verzeich- gliedschaft in der Versicherung.
nen. Entsprechend vielfältig sind In der GKV (Krankenversiche-
auch die Instrumente, die zur Mes- rung, gesetzliche) können die Ver-
sung der Lebensqualität zum Ein- sicherten ihre Leistungsansprüche
satz kommen. immer geltend machen. In der PKV
Bei diesen so genannten Lebens- (Krankenversicherung, private)
qualitätsfragebögen wird zwischen gibt es Wartezeiten, in denen trotz
allgemeinen und krankheitsspezifi- Mitgliedschaft kein Leistungsan-
schen Bögen unterschieden. Zu spruch besteht.
den bekanntesten unspezifischen
Fragebögen gehören: Leistungsausgaben
aShort-Form 36 en expenditure on benefits
aShort-Form 12 fr dépenses pour prestations de
aEQ-5D (EuroQoL) santé
aNottingham Health Profile Leistungsausgaben fallen für alle
aSickness Impact Profile im Leistungskatalog aufgeführ-
ten Gesundheitsleistungen an.
Leistungsanspruch Leistungsausgaben sind alle Aus-
en right of service gaben der Träger der GKV (Kran-
fr droit aux prestations kenversicherung, gesetzliche), mit
Ein Anspruch auf Sozialleistungen Ausnahme der Netto-Verwaltungs-
entsteht, sobald die im Gesetz ge- kosten und der so genannten sons-
forderten Voraussetzungen vorlie- tigen Ausgaben. In der Hauptsache
gen. Im Bereich der Gesundheit sind Leistungsausgaben Ausgaben
sind die Voraussetzungen im So- für ambulante und stationäre Be-
zialgesetzbuch angegeben, u. a. handlung (ambulante Behand-
Krankheit und Mutterschaft. Der lung, Krankenhausbehandlung),
Anspruch kann sich auf Sachlei- Arzneimittel, Zahnbehandlung
stungen (Behandlung) oder Geld- und Zahnersatz, Heil- und Hilfs-
leistungen (Kranken- oder Mutter- mittel, Krankengeld, Kuren,
schaftsgeld) beziehen. Fahrtkosten und häusliche Kran-

Der Anspruch ruht bei Auslands- kenpflege (häusliche Pflege).


aufenthalten, bei Zivil-/Armee- Von Gesamtausgaben der gesetz-
149 Leistungskatalog

lichen Krankenkassen wird gespro- Leistungserbringung, persönli-


chen, wenn zu diesen Leistungs- che
ausgaben die Netto-Verwaltungs- en personal provision of service
kosten und die sonstigen Kosten fr prestation personnelle de ser-
addiert werden. vice
Die ärztliche Berufsordnung regelt,
Leistungsempfänger dass die ärztliche Tätigkeit als
en beneficiary/recipient Dienstleistung regelmäßig persön-
fr bénéficiaire d’une prestation lich zu leisten ist. Hilfstätigkeiten
Leistungsempfänger oder Lei- fallen nur bei verantwortlicher Mit-
stungsbezieher sind diejenigen, die wirkung durch Anleitung oder Be-
Leistungen in Anspruch nehmen. aufsichtigung unter die persönliche
Leistungserbringung.
Leistungserbringer
en provider of services/healthcare Leistungskatalog
provider en catalogue of benefits
fr prestataire de services de santé fr catalogue des prestations
Mit diesem Begriff sind alle Perso- Der Leistungskatalog umfasst alle
nen und Einrichtungen gemeint, Leistungen der gesetzlichen Kran-
mit denen Krankenversicherungen kenversicherung (Krankenversi-
(Krankenversicherung, gesetzli- cherung, gesetzliche), auf die Ver-
che) zur Versorgung ihrer Versi- sicherte gegenüber den Kranken-
cherten zusammenarbeiten: Ver- kassen einen Anspruch haben.
trags(zahn)ärzte, Psychotherapeu- Enthalten sind Maßnahmen zur:
ten, Krankenhäuser, Apothe- aKrankheitsverhütung (auch
ken, Erbringer von Heil- und Hilfs- Empfängnisverhütung, Sterilisa-
mittelleistungen, Hersteller von tion aus medizinischen Gründen
Arzneimitteln, Hebammen, Per- und Schwangerschaftsabbruch)
sonen, Einrichtungen und Unter- laut §§ 20–24b SGB V,
nehmen, die Leistungen häuslicher aKrankheitsfrüherkennung laut
Krankenpflege, häuslicher Pflege- §§ 25 u. 26 SGB V und
hilfe, häuslicher Pflege oder aBehandlung von Krankheiten
Haushaltshilfe erbringen, Ret- laut §§ 27–52 SGB V.
tungsdienste und Krankentrans- Außerdem besteht Anspruch auf
portunternehmen (§§ 69 und 70 medizinische und ergänzende Lei-
SGB V). stungen zur Rehabilitation, um
drohender Behinderung und Pfle-
gebedürftigkeit vorzubeugen bzw.
Leitlinien 150

sie bei Eintritt zu beseitigen, zu sultate auch tatsächlich erzielt wer-


bessern oder eine Verschlimme- den. Für die Entwicklung von Leit-
rung zu verhüten. Der Gemein- linien haben sich verschiedene Ver-
same Bundesausschuss (G-BA) fahren (formales Konsensverfah-
überprüft den Leistungskatalog ren, dezentrales Verfahren bottom-
kontinuierlich auf den diagnosti- up, zentrales Verfahren top down,
schen und therapeutischen Nutzen rein evidenz-basiertes Verfahren
der einzelnen Leistungen. (evidenzbasierte Medizin) he-
rausgebildet. Zur Qualitätssiche-
Leitlinien rung der Leitlinienentwicklung und
en guidelines -auswahl wurde eine Clearings-
fr directives telle für Leitlinien eingerichtet.
Leitlinien sind systematisch entwi- Die Empfehlungen der Leitlinien
ckelte Darstellungen und Empfeh- können nicht unter allen Umstän-
lungen mit dem Zweck, Ärzte den angewendet werden. Die Ent-
und Patienten bei der Entscheidung scheidung darüber, ob einer be-
über angemessene Maßnahmen stimmten Empfehlung gefolgt wer-
der Krankenversorgung (Präven- den soll, muss vom Arzt unter
tion, Diagnostik, Therapie und Berücksichtigung der beim indivi-
Nachsorge) unter spezifischen me- duellen Patienten vorliegenden Ge-
dizinischen Umständen zu unter- gebenheiten und der verfügbaren
stützen. Ressourcen getroffen werden.

Leitlinien geben den Stand des Wis-


sens (Ergebnisse von kontrollierten Lifestyle-Medikamente
klinischen Studien und Wissen en lifestyle drugs
von Experten) über effektive und fr médicaments du bien-être
angemessene Krankenversorgung Als Lifestyle-Medikamente bzw. Li-
zum Zeitpunkt der „Drucklegung“ festyle-Präparate werden Arznei-
wieder. In Anbetracht der kontinu- mittel bezeichnet, die vor allem die
ierlichen Fortschritte wissenschaft- Lebensqualität und das individu-

licher Erkenntnisse und der Tech- elle Wohlbefinden steigern und ge-
nik müssen periodische Überarbei- gen Symptome gerichtet sind, die
tungen, Erneuerungen und Korrek- nicht die Definition von Krankheit
turen vorgenommen werden. erfüllen (z. B. Präparate gegen
Leitlinien sind als valide (Validi- Haarausfall). Sie können auch ge-
tät) anzusehen, wenn durch ihre gen Gesundheitsstörungen wirken,
Befolgung die erwarteten gesund- die ohne Arzneimittel therapiert
heitlichen und ökonomischen Re- werden könnten (z. B. Präparate
151 LVA

gegen Fettleibigkeit als Diätersatz). azur Abmagerung oder zur Züge-


Im Zuge des GKV-Modernisie- lung des Appetits,
rungsgesetzes wurden Arzneimit- azur Regulierung des Körperge-
tel von der Erstattung durch die wichts oder
Krankenkassen (Krankenkassen, azur Verbesserung des Haarwuch-
gesetzliche) ausgeschlossen, bei ses.
deren Anwendung nach Auffas-
sung des Gesetzgebers eine Erhö- LKK
hung der Lebensqualität im Vor- Landwirtschaftliche Krankenkas-

dergrund steht. Nichterstattungsfä- sen


hig sind demnach insbesondere
Arzneimittel Lohnfortzahlung im Krankheits-
azur Behandlung der erektilen fall
Dysfunktion, der Anreizung so- Krankengeld

wie Steigerung der sexuellen


Potenz, LVA
azur Raucherentwöhnung, Landesversicherungsanstalt
Mail Order Pharmacy 152

handlungsqualität bei gleichzeiti-


ger Kosteneinsparung. Ansätze zur
Versorgungssteuerung auch durch
Versicherer finden sich in Deutsch-
land in einigen Arztnetzen (Pra-
xisnetz) und Modellvorhaben.
Mail Order Pharmacy
Versandapotheke Marburger Bund (MB)
en Association of Employed and
Malus-Regelung Civil Service Physicians
Bonus-Malus-Regelung fr association des médecins em-
ployés et fonctionnaires
Managed Care Der Marburger Bund ist die im Jahr
en Managed Care 1974 gegründete gesundheits-, be-
fr soins contrôlés rufspolitische und gewerkschaftli-
Managed Care bedeutet sinngemäß che Interessenvertretung der ange-
„gesteuerte Versorgung“. Es han- stellten und beamteten Ärztinnen
delt sich hierbei um ein in den USA und Ärzte (Arzt/Ärztin) in
entwickeltes System der Gesund- Deutschland. Seine politischen
heitsversorgung, in dem der Kos- Ziele sind unter anderem die Ver-
tenträger den Einsatz der Leistun- besserung der Arbeitsbedingungen
gen und deren Kosten steuert. im Krankenhaus und die Förde-
Managed Care Organisationen, zu rung der Weiterbildung sowie der
denen in den USA insbesondere die Erhalt der Niederlassungsfreiheit.
HMOs zählen, übernehmen nicht Im MB sind rund 80.000 Mitglieder
nur die Versicherung, sondern in 14 Landesverbänden und einem
auch die medizinische Versorgung Bundesverband organisiert.
der Patienten. Das wirtschaftliche
Behandlungsrisiko wird durch pro- Marginalanalyse
spektive Vergütungsformen wie Grenzkostenanalyse
Kopfpauschalen und Fallpau-

schalen auf den Leistungsanbieter Markov-Modell


übertragen. Die Versorgungssteue- en Markov-model
rung erfolgt über Managed Care fr modèle de Markov
Techniken wie z. B. Case Mana- Ein Markov-Modell enthält eine
gement, Disease Management endliche Zahl von unverbundenen
und Leitlinien. Ziele von Mana- Gesundheitszuständen, die vom
ged Care sind eine verbesserte Be- Patienten durchlaufen werden kön-
153 MB

nen. Die so genannten Übergangs-


wege geben die möglichen Ereig-
nisse im zeitlichen Verlauf an. Der
zeitliche Verlauf wird in diskrete
Zeitintervalle eingeteilt, in denen
die Übergangswahrscheinlichkei-
ten zwischen den einzelnen Ge-
sundheitszuständen allein vom
momentanen Gesundheitszustand
Markov-Modell. Übergangswege.
abhängen. Markov-Modelle wer-
den angewandt, wenn aus medizi-
Stadium genannt, da sich nach ge-
nischen oder ökonomischen Grün-
nügend langer Laufzeit des Modells
den längere Zeiträume der Betrach-
alle Personen in diesem Stadium
tung gewählt werden sollten.
befinden.
Das folgende Beispiel arbeitet mit
Markov Modelle stellen sich als
den Gesundheitszuständen „ge-
realitätsnäher dar als reine Ent-
sund“, „erkrankt“, „tot“ und geht
scheidungsbäume, wenn es darum
von einer chronischen Erkrankung
geht, zeitlich lange Abläufe zu be-
aus. Es zeigt, wie in einem einfa-
trachten.
chen Blasendiagramm Markov-Mo-
delle veranschaulicht werden kön-
Maximalprinzip
nen. Effizienz
Die Übergänge lassen sich auch mit
einer anderen Darstellungsweise
MB
wie folgt abbilden: Marburger Bund
In diesem Beispiel wird das Sta-
dium „tot“ auch absorbierendes

Markov-Modell.
MDK 154

MDK maladie obligatoire/service mé-


Medizinischer Dienst der Kran- dical des organisations centra-
kenversicherung les de l’assurance-maladie
obligatoire
MDS Der Medizinische Dienst der Spit-
Medizinischer Dienst der Spit- zenverbände der Krankenkassen
zenverbände der Krankenkassen e. V. (MDS) und die Medizinischen
Dienste der Krankenversicherung
Medicaid der Länder (MDK) werden von den
en Medicaid Spitzenverbänden bzw. den Lan-

fr Medicaid desverbänden der gesetzlichen


Medicaid ist ein in den USA entwi- Krankenkassen (Krankenkassen,
ckeltes staatliches Gesundheitsver- gesetzliche) gebildet und gemein-
sicherungsprogramm, das dazu sam getragen (§§ 275–283 SGB V).
dient, Bürger mit extrem niedrigem Die Aufgabenschwerpunkte sind
Einkommen sowie Sozialhilfeemp- adie sozialmedizinische Begut-
fänger zu unterstützen, um Ge- achtung und Beratung bei Ein-
sundheitsleistungen zu finanzie- zelfällen, z. B. Notwendigkeit
ren. medizinischer Vorsorgekuren,
Beurteilung von Arbeitsunfä-
Medicare higkeit, häuslicher Kranken-
en Medicare pflege und Dialysebehandlun-
fr Medicare gen, bei Behandlungsfehlern,
Medicare ist ein staatliches Ge- adie Prüfung von Behandlungsal-
sundheitsversicherungsprogramm ternativen,
der Vereinigten Staaten, welches adie Beratung bei Versorgungs-
älteren Menschen ab dem 65. Le- und Qualitätssicherungsfragen,
bensjahr unabhängig von deren aUntersuchungen im Rahmen von
Einkommen zur Verfügung steht. Wirtschaftlichkeitsprüfungen

sowie Prüfungen zur Notwendig-


Medizinischer Dienst der Kran- keit der Krankenhausbehand-
kenversicherung (MDK)/Medizini- lung und der Pflegebedürftig-
scher Dienst der Spitzenverbände keit.
der Krankenkassen (MDS) Der MDK wird nur im Auftrag der
en Medical Review Board of the Krankenkassen tätig. Seine Gut-

Statutory Health Insurance achten werden von den Kranken-


Funds und Pflegekassen bei den zu tref-
fr service médical de l’assurance- fenden Leistungsentscheidungen
155 Medizinproduktegesetz

berücksichtigt. Die Gutachter ha- gung oder Vertrag an der medizini-


ben jedoch keine eigene Entschei- schen Versorgung der Versicherten
dungskompetenz und greifen nicht teilnehmen, also z. B. von Ärz-
in die Diagnostik und Therapie von ten.
begutachteten Patienten ein. Der
MDK wird durch eine Umlage über Medizinprodukte
alle Krankenkassen finanziert. en medical products
fr produits médicaux
Medizinisches Versorgungszen- Medizinprodukte sind einzeln oder
trum miteinander verbunden verwen-
en medical care center dete Instrumente, Apparate, Vor-
fr centre de soins médicaux richtungen und Stoffe, die zur Dia-
Mit dem GKV-Modernisierungs- gnose, Verhütung, Untersuchung,
gesetz werden medizinische Ver- Behandlung und Linderung von
sorgungszentren unter genau defi- Krankheiten nach Vorschrift des
nierten Voraussetzungen als Lei- Medizinproduktegesetzes (MPG)

stungserbringer in der gesetzlichen beim Menschen angewandt wer-


Krankenversicherung (Kranken- den. Neben medizinisch-techni-
versicherung, gesetzliche, GKV) schen Geräten sind z. B. auch Hör-
ausdrücklich zugelassen. In § 95 geräte, Prothesen und Pflegebetten
SGB V Abs. 1 heißt es hierzu: An Medizinprodukte.
der vertragsärztlichen Versorgung
nehmen zugelassene Ärzte und zu- Medizinproduktegesetz (MPG)
gelassene medizinische Versor- en law governing medical products
gungszentren sowie ermächtigte fr loi sur les produits médicaux
Ärzte und ermächtigte ärztlich ge- Das MPG regelt den Umgang mit
leitete Einrichtungen teil. Medizini- Medizinprodukten, vor allem die

sche Versorgungszentren sind Herstellung, das Inverkehrbringen


fachübergreifende ärztlich geleitete und Betreiben. Auf diese Weise sol-
Einrichtungen, in denen Ärzte, die len nicht nur die Sicherheit, Eig-
in das Arztregister nach Absatz 2 nung und Leistungsfähigkeit der
Satz 3 Nr. 1 eingetragen sind, als Produkte gewährleistet werden,
Angestellte oder Vertragsärzte tätig sondern auch der Schutz vor allem
sind. der Patienten und Anwender. Für
Medizinische Versorgungszentren die Bewertung der Sicherheit der
können von den Leistungserbrin- Produkte ist das Bundesinstitut
gern gegründet werden, die auf für Arzneimittel und Medizinpro-
Grund von Zulassung, Ermächti- dukte (BfArM) zuständig. Über-
Mengenkomponente 156

prüfte Produkte werden mit dem Gefahr einer nicht-repräsentativen


CE-Kennzeichen zertifiziert. Selektion von Studien, die in die
Metaanalyse einfließen. Die Coch-
Mengenkomponente rane Collaboration hat sich zum
Die Mengenkomponente zählt zu Ziel gesetzt, qualitativ hochwertige
den Komponenten der Arznei- Metaanalysen nach streng standar-
mittelausgaben. disierten Vorgaben zu erstellen, um
der üblichen Kritik Metaanalysen
Metaanalyse gegenüber zu begegnen.
en meta analysis
fr méta-analyse Methode der zeitlichen Abwä-
Metaanalysen kombinieren eine gung
Vielzahl von (randomisierten) Stu- en time trade-off method
dien gleicher oder ähnlicher Be- fr méthode d’estimation dans le
handlung derselben Indikation. Bei domaine temporel
sorgfältiger Durchführung bieten Das Time Trade-off Verfahren dient
sie die Möglichkeit einer gründli- dazu, Präferenzen eines Befragten
chen und zeitsparenden Vorberei- aus einer Entscheidungssituation
tung für therapeutische Entschei- indirekt zu ermitteln. Befragte wä-
dungen. Es besteht allerdings die gen zwischen einem Zeitraum, der

Methode der zeitlichen Abwägung. Methodischer Ansatz time trade-off.


157 Me-too Präparate

in einem bestimmten Krankheits- noch 30 Jahre betragen würde,


zustand verbracht wird, und einem wäre der Nutzwert für seinen jetzi-
meist kürzeren Zustand in voll- gen Gesundheitszustand 1 - (5/30)
kommener Gesundheit ab. Hierbei = 0,83.
werden die Zeiträume so lange va-
riiert und zur Auswahl angeboten, Me-too Präparate
bis der Befragte keine eindeutige en me-too-drugs
Entscheidung mehr für einen der fr répliques de produits
beiden Zustände fällen kann und Als „Me-too“ („Ich auch“)-Präpa-
die Entscheidung indifferent wird. rate werden häufig Arzneimittel be-
Der so gefundene Wert gilt als zeichnet, deren Wirkstoffe Mole-
Nutzwert für den jeweiligen Ge- külvariationen bereits vorhande-
sundheitszustand und kann in ner Substanzen sind. Oftmals wer-
Kosten-Nutzwert-Analysen ein- den diese Präparate auch als Ana-
gesetzt werden. logpräparate oder Schrittinnovatio-
Folgendes Rechenbeispiel für die nen bezeichnet. Me-Too-Präparate
Methode der zeitlichen Abwägung sind das Ergebnis eines For-
soll die Vorgehensweise verdeutli- schungsprozesses, der in jedem
chen: Ein 50-jähriger Patient mit forschenden Arzneimittelunter-
rheumatoider Arthritis wäre bereit, nehmen unter höchster Geheim-
fünf Jahre seines Lebens aufzuge- haltung abläuft. Dabei kann es zu
ben, um vollkommene Beschwer- unabhängigen Forschungsbemü-
defreiheit zu erlangen. Falls seine hungen unterschiedlicher Teams
normale Rest-Lebenserwartung auf dem gleichen Forschungsgebiet

Me-too Präparate.
Minimalprinzip 158

kommen. Dies wird erst in späten Preiswettbewerb vor der Einfüh-


Forschungsphasen oder bei Markt- rung von Generika. Mithin sind
einführung der Präparate sichtbar „Me-toos“ ein wichtiger Bestand-
und führt unter Umständen zu in- teil des medizinischen Fortschritts
tensivem Wettbewerb zwischen und des Wettbewerbs auf dem
ähnlichen Substanzen. Gleichzeitig Arzneimittelmarkt.

können diese Molekülvariationen


für die Patienten sehr nützlich sein: Minimalprinzip
Während möglicherweise der erste Effizienz

Vertreter einer neuen Substanz-


klasse noch mehrmals täglich ein- Mitfinanzierung
zunehmen ist, könnte das „Me- Zuzahlung

too“ bereits mit einer einmal tägli-


chen Einnahme auskommen. In der Mitspracherecht für Patientenor-
Vergangenheit hat es auch Sub- ganisationen
stanzklassen gegeben, in denen der en patients’ voice
erste Vertreter noch erhebliche Ne- fr droit d’intervention des patients
benwirkungen in der Anwendung Infolge des GKV-Modernisie-
verursacht hat, während die nach- rungsgesetzes haben Patientenor-
folgenden „Me-toos“ erheblich ne- ganisationen und Selbsthilfeein-
benwirkungsärmer waren. Diese richtungen von chronisch Kranken
potentiellen Vorteile der „Me-toos“ und Behinderten (Selbsthilfe) auf
zeigen sich aber erst im Verlauf des Bundesebene ein Mitberatungs-
Forschungsprozesses und manch- recht beim Gemeinsamen Bun-
mal erst nach Markteinführung. Sie desausschuss und im Beirat der Ar-
sind leider nicht bei Forschungsbe- beitsgemeinschaft für Aufgaben
ginn identifizierbar. Andererseits der Datentransparenz.
kommt es zur Weiterentwicklung Auf Landesebene wird diesen Ver-
von Molekülvariationen nur dann, bänden ein Mitberatungsrecht in
wenn das pharmazeutische Unter- den Zulassungs- und Berufungs-
nehmen eine Chance hat, über Ge- ausschüssen von Krankenkas-
winne aus der Vermarktung der sen(Krankenkasse, gesetzliche)
Substanz seine Forschungs- und eingeräumt (§ 140f SGB V). Hierzu
Entwicklungskosten und eine Risi- benennen die Organisationen sach-
koprämie „hereinzuholen“. Neben kundige Personen. Mit dieser Rege-
diesen Aspekten, die den medizini- lung will der Gesetzgeber die
schen Fortschritt betreffen, intensi- Rechte der Patienten (Patienten-
vieren „Me-toos“ häufig auch den rechte) stärken und die Wahrneh-
159 Moral Hazard Phänomen

mung der Interessen insbesondere betroffen ist, sind die Krankenkas-


von chronisch kranken und behin- sen auf die Zusammenarbeit mit
derten Menschen fördern. den Kassen(zahn)ärztlichen Ver-
einigungen (KVen) oder der Kas-
Modellvorhaben sen(zahn)ärztlichen Bundesverei-
en pilot project nigung (KBV) angewiesen. Eine
fr projets pilotes Quorumsregelung soll sicherstel-
Modellvorhaben, auch Erpro- len, dass auch gegen den Wider-
bungsleistungen genannt, können stand einer KV bei entsprechender
von den Krankenkassen (Kran- Zustimmung der teilnahmeberech-
kenkassen, gesetzliche) einzeln tigten Ärzte Modellvorhaben
oder kassenübergreifend zur Wei- durchführbar sind.
terentwicklung der Versorgung in
der gesetzlichen Krankenversiche- Monopolkommission
rung (Krankenversicherung, ge- en Monopoly Commission
setzliche) durchgeführt werden fr commission des monopoles
(§§ 63–65 SGB V). Allerdings sind Die Monopolkommission ist ein
sie dabei an den Grundsatz der unabhängiges Expertengremium
Beitragssatzstabilität gebunden: des Bundeswirtschaftsministeri-
aStrukturmodelle sollen der Wei- ums, das alle zwei Jahre Sach-
terentwicklung der Verfahrens-, standsberichte und Vorschläge un-
Organisations-, Finanzierungs- ter anderem zur Weiterentwick-
und Vergütungsformen der Lei- lung des Gesundheitswesens vor-
stungserbringung (Leistungs- legt.
erbringer) dienen.
aIn Leistungsmodellen können Moral Hazard Phänomen
neue Leistungen zur Verhütung en Moral Hazard Phenomena
und Früherkennung von fr phénomène du risque moral
Krankheiten und zur Krankenbe- Moral Hazard beschreibt ein Phä-
handlung erprobt werden. nomen, welches davon ausgeht,
Um die Wirksamkeit der neuen Lei- dass ein beitragspflichtiger Versi-
stungen oder Strukturen zu prüfen, cherter versucht, ein Maximum an
sind für Modellvorhaben wissen- Leistungen für seine gezahlten Bei-
schaftliche Evaluation und Veröf- träge zu erwirken. Der Begriff wird
fentlichung der Ergebnisse erfor- auch verwendet, wenn ein Versi-
derlich. Soweit die ärztliche Be- cherter die Wahrscheinlichkeit zu
handlung im Rahmen der ver- erkranken durch entsprechendes
trags(zahn)ärztlichen Versorgung Verhalten erhöht, weil er um sei-
Morbidität/Multimorbidität 160

nen Versicherungsschutz weiß. günstigt die Multimorbidität.

Morbidität/Multimorbidität Morbiditätsrisiko
en morbidity/multi-morbidity en morbidity risk
fr morbidité/multi-morbidité fr risque de morbidité
Morbidität ist eine statistische Grö- Unter Morbiditätsrisiko versteht
ße in der Medizin. Sie ist ein Ge- man die Wahrscheinlichkeit zu er-
sundheitsindikator, der die Krank- kranken.
heitshäufigkeit in einer Population
anzeigt. Gemessen wird die Häufig- Mortalität
keit von Erkrankungsfällen in einer en mortality
bestimmten Bevölkerungsgruppe fr mortalité
in einem definierten Zeitraum. Die Mortalität ist ein Gesundheitsin-
Morbidität wird anhand der Inzi- dikator, mit dem die Sterberate ei-
denz und Prävalenz der unter- ner Bevölkerung bzw. Bevölke-
suchten Erkrankung beschrieben. rungsgruppe festgestellt wird. Dies
Von Multimorbidität wird gespro- ist der Anteil der Individuen einer
chen, wenn bei einem Patienten definierten Population, die in ei-
gleichzeitig mehrere Krankheiten nem bestimmten Zeitraum (meist
bestehen. Sie tritt typischerweise ein Jahr) sterben.
im Alter auf. Der demographische
Wandel in der Bevölkerung mit MPG
steigender Lebenserwartung be- Medizinproduktegesetz
161 NAV-Virchow-Bund

und/oder in einer Rehabilitations-


einrichtung zu verkürzen oder eine
Wiederaufnahme zu vermeiden.
Nach § 132c SGB V können die
Krankenkassen oder die Landes-
verbände der Krankenkassen mit
Nachsorgemaßnahmen geeigneten Personen oder Einrich-
en post-operative treatment mea- tungen Verträge über die Erbrin-
sures gung sozialmedizinischer Nachsor-
fr mesures de soin postopératoire gemaßnahmen abschließen, soweit
Bisher waren Krankenkassen dies für eine bedarfsgerechte Ver-
(Krankenkasse, gesetzliche) ge- sorgung notwendig ist. Die Spit-
mäß § 43 Abs. 2 SGB V dazu er- zenverbände der Krankenkassen
mächtigt, im Zuge der Rehabilita- legen gemeinsam und einheitlich in
tion von Patienten, Schulungsmaß- Empfehlungen die Anforderungen
nahmen von chronisch Kranken zu an die Leistungserbringer der so-
erbringen. Im Zuge des GKV-Mo- zialmedizinischen Nachsorgemaß-
dernisierungsgesetzes ist es den nahmen fest.
Krankenkassen oder deren Landes-
verbänden (Landesverbände der Naturheilkunde
Krankenkassen) nun auch mög- en naturopathy
lich, sozialmedizinische Nachsor- fr naturopathie
gemaßnahmen für chronisch kran- Sowohl von Ärzten als auch von
ke oder schwerstkranke Kinder, die Nichtärzten (Heilpraktikern) be-
das 12. Lebensjahr noch nicht voll- triebene Form der Heilkunde unter
endet haben, zu erbringen oder zu vorbeugender und therapeutischer
fördern. Hierdurch soll die im Ein- Nutzung natürlicher Reize wie kal-
zelfall erforderliche Koordinierung tes und warmes Wasser, Heilquel-
der verordneten Leistungen im len, Luft, Bewegung, Gymnastik,
häuslichen Bereich sichergestellt Massagen oder Diät, aber auch die
werden, da sich bei chronisch kran- Regelung der Lebensweise nach
ken oder schwerstkranken Kindern natürlichen Gesichtspunkten.
die häusliche Behandlung nach der
Entlassung aus der Akutversor- NAV-Virchow-Bund
gung für viele Eltern und Betreu- en NAV-Virchow-Bund
ungspersonen häufig als sehr fr NAV-Virchow-Bund
schwierig erweist. Ziel ist es, statio- Verband der niedergelassenen

näre Aufenthalte im Krankenhaus Ärzte Deutschlands NAV-Virchow-


Nebenwirkung 162

Bund e. V. der vertragsärztlichen Versor-


gung ausgeschlossen:
Nebenwirkung aArzneimittel zur Anwendung bei
en side effect Erkältungskrankheiten und grip-
fr effet secondaire palen Infekten, einschließlich
Als Nebenwirkung oder uner- der bei diesen Krankheiten anzu-
wünschte Arzneimittelwirkung wendenden Schnupfenmittel,
wird jeder nicht erwünschte Effekt Schmerzmittel, hustendämpfen-
einer medikamentösen Maßnahme den und hustenlösenden Mittel,
oder eines Arzneimittels bezeich- sofern es sich um geringfügige
net, der entweder bekannt und vor- Gesundheitsstörungen handelt.
aussehbar oder unerwartet ist. aMund- und Rachentherapeutika,
ausgenommen bei Pilzinfektio-
Negativliste nen, geschwürigen Erkrankun-
en negative list/list of excluded gen der Mundhöhle und nach
drugs chirurgischen Eingriffen im Hals-
fr liste des médicaments non rem- ,Nasen-, Ohrenbereich.
boursés aAbführmittel, außer zur Behand-
Unwirtschaftliche Arzneimittel, lung von Erkrankungen z. B. im
Heilmittel und Hilfsmittel kön- Zusammenhang mit Tumorlei-
nen aus der Leistungspflicht der den, Megakolon, Divertikulose,
Krankenkassen (Krankenkassen, Divertikulitis, neurogene Darm-
gesetzliche) ausgeschlossen wer- lähmungen, vor diagnostischen
den (§ 34 SGB V). Die Zusammen- Eingriffen und bei phosphatbin-
stellung dieser unwirtschaftlichen dender Medikation bei
Mittel wird als Negativliste be- chronischer Niereninsuffizienz.
zeichnet. Als unwirtschaftlich gel- aArzneimittel gegen Reisekrank-
ten Arzneimittel mit einer Vielzahl heit (unberührt bleibt die An-
von Wirkstoffen, mit Bestandtei- wendung gegen Erbrechen bei
len, die für das Therapieziel oder der Tumortherapie und anderen
zur Minderung von Risiken nicht Erkrankungen, z. B. dem Méniè-
erforderlich sind sowie solche, de- reschen Symptomkomplex).
ren therapeutischer Nutzen nicht Infolge des GKV-Modernisie-
nachgewiesen ist. Außerdem sind rungsgesetzes sind außerdem Arz-
folgende Arzneimittel (Bagatell- neimittel von der Versorgung aus-
arzneimittel) gegen geringfügige geschlossen, bei denen eine Erhö-
Gesundheitsstörungen bei Versi- hung der Lebensqualität im Vor-
cherten ab dem 18. Lebensjahr von dergrund steht. Als solche gelten
163 NICE

sogenannte Lifestyle-Medika- Spitzenverbandes der Kranken-


mente: kassen. Die Bewertung neuer Ver-
aüberwiegend zur Behandlung fahren erfolgt in Anlehnung an das
der erektilen Dysfunktion, der Health Technology Assessment.

Anreizung sowie Steigerung der Somit wird bei neuen Methoden


sexuellen Potenz, und Leistungen die wissenschaftli-
azur Raucherentwöhnung, che Evidenz des diagnostischen
azur Abmagerung oder zur Züge- und therapeutischen Nutzens so-
lung des Appetits, wie die medizinische Notwendig-
azur Regulierung des Körperge- keit und Wirtschaftlichkeit über-
wichts und prüft. Dies geschieht auch im Ver-
azur Verbesserung des Haarwuch- gleich mit bereits zu Lasten der
ses. GKV erbrachten Leistungen. Erst
wenn der Gemeinsame Bundesaus-
Neue Untersuchungs- und Be- schuss entsprechende Empfehlun-
handlungsmethoden gen zur Einführung neuer Leistun-
en new diagnostic and treatment gen ausgesprochen hat, können
methods diese in der vertragsärztlichen
fr nouvelles méthodes d’examen Versorgung erbracht und von den
et de traitement gesetzlichen Krankenkassen
Versicherte in der GKV (Kranken- (Krankenkassen, gesetzliche)
versicherung, gesetzliche) haben vergütet werden.
Anspruch auf Leistungen, deren Zusätzlich gibt der Bundesaus-
Qualität und Wirksamkeit (Ef- schuss Empfehlungen über
fektivität) dem allgemein aner- adie notwendige Qualifikation der
kannten Stand der medizinischen Ärzte, die Anforderungen an die
Erkenntnisse entsprechen müssen. apparative Ausstattung und an
Aus diesem Grund müssen auch Maßnahmen der Qualitätssi-
neue Untersuchungs- und Behand- cherung, um eine sachgerechte
lungsmethoden zu Lasten der GKV Anwendung der Methode zu
erbracht werden (§ 135 SGB V). gewähren sowie
Allerdings bedarf dies vorher einer adie erforderliche Dokumentation
Prüfung durch den Gemeinsa- der ärztlichen Behandlung.
men Bundesausschuss (G-BA).
Diese Prüfung erfolgt auf Antrag NICE
der Kassen(zahn)ärztlichen Bun- en NICE
desvereinigung, einer Kassen- fr NICE
ärztlichen Vereinigung oder eines Das National Institute for Clinical
Niederlassungsfreiheit 164

Excellence (NICE) wurde zum Vertragsarzt) und zum anderen die


01.04.1999 ins Leben gerufen. Es Regelungen der Bedarfsplanung.
gehört organisatorisch zum NHS
(National Health System), dem na- Notarzt
tionalen britischen Gesundheits- en emergency doctor
system, und soll Ärzten, Pflegern fr médicin d’urgence
und Patienten die bestmöglichen Der Notarzt ist ein im Rettungs-
Informationen zur Gesundheitsver- dienst tätiger Mediziner mit einer
sorgung auf Basis der verfügbaren Zusatzausbildung im Rettungswe-
Ressourcen liefern. sen. Er übernimmt die Primärver-
NICE bewertet zunächst die Maß- sorgung von verunglückten oder
nahmen, über die es informieren (lebensgefährlich) erkrankten
wird. Die Bewertung wird nach den Menschen am Unfallort/Ort der Er-
Methoden des Health Techno- krankung. Seine Aufgaben sind un-
logy Assessment (HTA) vorgenom- ter anderem die medizinische Erst-
men. Aufgrund dieser Beurteilung versorgung des Betroffenen, ggf.
gibt NICE Empfehlungen ab, die im das Wiederherstellen der Vital-
Rahmen des NHS die Erstattungsfä- funktionen, das Sicherstellen der
higkeit von Leistungen oder die Transportfähigkeit und die medizi-
Durchführung bestimmter Verfah- nische Versorgung auf dem Trans-
ren nach vom NICE entwickelten port in die Klinik.
oder bewerteten Leitlinien regelt.
Notdienst/Notfalldienst
Niederlassungsfreiheit en emergency service
en freedom of establishment fr service d’urgence
fr liberté d’établissement Um die ambulante Behandlung
Jeder Arzt oder Zahnarzt hat auch außerhalb der üblichen
das Recht, sich an einem Ort seiner Sprechstundenzeiten sicherzustel-
Wahl niederzulassen, um seine be- len, leisten niedergelassene Ver-
rufliche Tätigkeit auszuüben. Auf- trags(zahn)ärzte im Rahmen eines
grund des Europäischen Gemein- Bereitschaftsdienstes ärztlichen
schaftsrechts haben alle Ärzte aus Notdienst (§ 75 SGB V). Hier leiten
europäischen Mitgliedsstaaten ei- sie Erste Hilfe und erforderliche So-
nen Anspruch auf Niederlassungs- fortmaßnahmen ein. Der ärztliche
freiheit. Für die vertragsärztliche Not- oder Bereitschaftsdienst ist
Versorgung gelten hierbei jedoch Teil des Sicherstellungsauftrags
zum einen bestimmte Zulassungs- und damit verpflichtend für jeden
voraussetzungen (Zulassung als Vertrags(zahn)arzt. Die Organisa-
165 Nutzungsgrad

tion ist Aufgabe der Kas- seits aus der Verlängerung des Le-
sen(zahn)ärztlichen Vereinigun- bens. Indirekte Nutzen sind häufig
gen (Kven/KZVen). Der Notdienst schwer zu quantifizieren.
unterscheidet sich vom notärztli-
chen Rettungsdienst (Notarzt). Nutzen, intangible
en non-measurable benefit
Nutzen fr bénéfice non mesurable
en benefit Der intangible Nutzen resultiert
fr bénéfice z. B. aus der Verringerung von
Alle positiven Auswirkungen einer Angst und Schmerzen des Patien-
medizinischen Maßnahme werden ten (intangible Kosten). Intangi-
in der Gesundheitsökonomie als ble Nutzen entziehen sich einer
Nutzen bezeichnet. Kostenanalyse.

Nutzen, direkter Nutzenbewertung


en direct benefit en benefit assessment
fr bénéfice direct fr évaluation du bénéfice
Der direkte Nutzen umfasst die Ein- Durch das GKV-Modernisie-
sparungen der mit einer bestimm- rungsgesetz wird eine Nutzenbe-
ten Erkrankung verbundenen Be- wertung von Arzneimitteln in
handlungskosten. Diese Kostenein- das Regulierungssystem der Arz-
sparungen können z. B. aus der neimittelversorgung in Deutsch-
Verwendung eines kostengünstige- land eingeführt. Verantwortlich für
ren Arzneimittels, leichter an- die Durchführung der Nutzenbe-
wendbaren Verabreichungsformen wertung ist das Institut für Quali-
oder einer Verkürzung eines Kran- tät und Wirtschaftlichkeit im Ge-
kenhausaufenthaltes resultieren. sundheitswesen (§ 139a SGB V).
Das Institut gibt seine Bewertung
Nutzen, indirekter zu einem Arzneimittel an den
en indirect benefit Gemeinsamen Bundesausschuss

fr bénéfice indirect (G-BA) weiter (§ 91 SGB V). Der G-


Der indirekte Nutzen wird erst BA kann diese Bewertung in den
durch die direkten Effekte einer Arzneimittelrichtlinien berück-
Maßnahme ausgelöst. Der indi- sichtigen.
rekte Nutzen ergibt sich einerseits
aus der Verkürzung der Krankheit Nutzungsgrad
und der damit früheren Rückkehr en utilization
an den Arbeitsplatz und anderer- fr degré d’utilisation
Nutzwert 166

Der Nutzungsgrad beschreibt das bestimmten Gesundheits- oder


Ausmaß der Nutzung medizini- Krankheitszustand zumisst. Es
scher Ressourcen pro Periode. werden Werte zwischen 0 (Tod)
und 1 (vollkommene Gesundheit)
Nutzwert definiert. Möglichkeiten, Nutz-
en utility werte zu bestimmen, bieten bei-
fr utilité spielsweise die Standard Gam-
Der Nutzwert gibt die Präferenz ble-Methode und die Time Trade-
wieder, die ein Betroffener einem off-Methode.
167 Öffentlicher Gesundheitsdienst

Die Odds Ratio setzt die Odds von


zwei Gruppen zueinander ins Ver-
hältnis. Werden die Gruppe der
Männer und Frauen hinsichtlich
des Merkmals „nicht adipös“ be-
trachtet, beträgt die Odds Ratio
Odds/Odds Ratio 1,5:0,43 = 3,5. Das bedeutet, die
en Odds/Odds Ratio Chancen von Frauen, nicht adipös
fr Odds/Odds Ratio zu sein, sind 3,5-mal höher als die
Die Odds und die Odds Ratio sind von Männern. Die Odds Ratio stellt
Begriffe aus der Epidemiologie. somit ein Zusammenhangsmaß
„Odds“ kann mit „Chancen“ und dar, welches Auskunft über die
„Odds Ratio“ mit „relative Chan- Stärke der Unterschiede zweier
cen“ übersetzt werden. Im deut- Gruppen gibt. Eine Odds Ratio von
schen Sprachraum haben sich al- 1 bedeutet, dass es keinen Unter-
lerdings die englischen Begriffe schied in den Odds gibt. Ist die
durchgesetzt. Odds Ratio größer als 1, sind die
Das folgende fiktive Beispiel soll Odds der ersten Gruppe größer und
verdeutlichen, was Odds und Odds umgekehrt.
Ratio bedeuten (siehe Abbildung).
Eine Frau hat nach dieser Übersicht Öffentlicher Gesundheitsdienst
„Chancen“ von 60:40 (oder 1,5) (ÖGD)
nicht adipös zu sein. Anders ausge- en Public Health Service
drückt ist die „Chance“, adipös zu fr service de santé publique
sein 40:60 (bzw. 0,66). Für Männer Im Gesundheitswesen verfolgen
stellen sich die „Chancen“ gleicher- Bund und Länder unterschiedliche
maßen dar: keine Adipositas hat Aufgabenbereiche. In der Zustän-
die „Chance“ 30:70 (oder 0,43). Ein digkeit der Bundesländer liegen Ge-
Wert von 1 bedeutet, dass die sundheitsschutz, Gesundheitshilfe
„Chancen“ für eine der beiden Aus- und Aufsicht über Berufe und Ein-
prägungen gleich hoch sind richtungen des Gesundheitswe-
(50:50). sens. Mit Öffentlicher Gesundheits-

Odds/Odds Ratio. Bei-


spiele für “Odds”.
Off-Label-Use 168

dienst (ÖGD) werden alle Einrich- Arzneimitteln bei der Wirtschaft-


tungen des öffentlichen Dienstes lichkeitsprüfung auffallen, müssen
bezeichnet, die mit diesen Aufga- mit Regressforderungen rechnen.
ben befasst sind. Die Länder kön- Allerdings formuliert das Urteil Be-
nen zur Ausgestaltung eigene Ge- dingungen, unter denen Arzneimit-
sundheitsdienstgesetze erlassen. tel von der Krankenkasse zu zahlen
Ansonsten gilt das Gesetz über die sind, auch wenn das Medikament
Vereinheitlichung des Gesund- „off-label“ eingesetzt wird: Fehlen
heitswesens. bei einer schwerwiegenden Erkran-
kung Therapiealternativen und be-
Off-Label-Use steht bei dem Präparat, das „off-la-
en Off-Label-Use bel“ eingesetzt werden soll, die be-
fr usage non conforme à l’autori- gründete Aussicht auf Behand-
sation de mise sur le marché lungserfolg, so muss die Kranken-
Unter Off-Label-Use oder „Out-of- kasse die Kosten des Medikaments
Label-Use“ versteht man den Ein- erstatten.
satz eines Arzneimittels außer-
halb der zugelassenen Indikatio- Ökonomische Evaluation
nen. Das Arzneimittel wird dann Gesundheitsökonomische Eva-
nicht bestimmungsgemäß einge- luationen
setzt.
Werden Medikamente in einer In- Ombudsleute/Ombudsmann
dikation angewandt, für die sie en patients’ ombudsman
nicht zugelassen sind, muss die fr ombudsman
Krankenkasse (Krankenkasse, Ombudsleute sind Schlichter bzw.
gesetzliche) in der Regel nicht für Vermittler. Sie sind unabhängige,
die entstandenen Kosten aufkom- von Parlament/Regierung bestellte
men. Vertrauenspersonen, die Bera-
Nach einem Urteil des Bundesso- tungs- und Kontrollaufgaben wahr-
zialgerichts (B 1 KR 37 /00 R) dür- nehmen, um die Rechte der Bürge-
fen Arzneimittel „grundsätzlich rinnen und Bürger zu wahren. Da-
nicht zu Lasten der gesetzlichen bei haben Ombudsleute allerdings
Krankenversicherung (Kranken- keine unmittelbaren Eingriffsmög-
versicherung, gesetzliche) in einem lichkeiten. Im Gesundheitswesen
Anwendungsgebiet verordnet wer- können Ombudsleute im Sinne ei-
den, auf das sich die Zulassung nes Beschwerdemanagements auf
nicht erstreckt“. Ärzte, die be- Qualitätsverbesserungen hinwir-
züglich des „Off-Label-Use“ von ken. Anders als in vielen europäi-
169 OTC-Arzneimittel

schen Ländern, gibt es in Deutsch- mit dem entsprechenden Lohn, so


land bisher nur in wenigen Bundes- werden die Kosten der Gesund-
ländern (Bremen und Schleswig- heitsleistung mit dem aufgrund der
Holstein) Ombudsleute, die auf Erkrankung entgangenen Nutzen
Veranlassung einiger Krankenkas- festgelegt.
sen (Krankenkasse, gesetzliche)
und Ärztekammern zur Patien- Orphan Drugs
tenunterstützung tätig sind. Die en Orphan Drugs
privaten Kranken- und Pflegeversi- fr médicaments orphelins
cherer (Krankenversicherung, Orphan Drugs bedeutet wörtlich
private; Pflegeversicherung) ha- übersetzt „Waisen-Medikamente“.
ben gemeinsam einen Ombuds- Gemeint sind hiermit Arzneimit-
mann eingesetzt. Im Zuge des tel, die gegen seltene Krankheiten
GKV-Modernisierungsgesetzes gerichtet sind und damit keinen
wurde vom Gesetzgeber erstmals großen Umsatz erwarten lassen.
ein Patientenbeauftragter auf Um die Behandlungschancen selte-
Bundesebene eingesetzt, der nach ner Erkrankungen zu erhöhen,
Berufung durch das Bundeskabi- wird die Entwicklung von Orphan
nett u. a. in den politischen Gre- Drugs in den USA seit Anfang der
mien für die Patientenrechte ein- 80er Jahre, in der Europäischen
tritt (§ 140f SGB V). Union seit dem Jahr 2000 staatlich
gefördert.
Opportunitätskosten (Alternativ-
kosten) OTC-Arzneimittel
en opportunity cost en Over-The-Counter medicine
fr coûts d’opportunité fr médicament délivré sans ordon-
Kosten einer bestimmten Ge- nance
sundheitsleistung bewertet als ent- OTC steht für „over-the-counter“
gangener Nutzen für die nächst- (= über den Ladentisch). Gemeint
beste alternative Gesundheitslei- sind Arzneimittel, die nicht der
stung. Die Bewertung indirekter im Arzneimittelgesetz geregelten
Kosten (Kosten, indirekte) erfolgt Verschreibungspflicht (ver-
nach dem Opportunitätskostenan- schreibungspflichtig) unterliegen,
satz mit dem Lohn: Die nächstbeste sondern ohne ärztliches Rezept
Alternative zur Abwesenheit vom vom Patienten in der Apotheke
Arbeitsplatz aufgrund einer Er- oder – falls diese nicht apotheken-
krankung ist das Arbeiten. Bewer- pflichtig (Apothekenpflicht) sind
tet man den Nutzen des Arbeitens – im Drogeriemarkt o. ä. erworben
Outcome 170

werden können. Outcome Research


en Outcome Research
Outcome fr étude des résultats
en outcome Die Ergebnisforschung (Outcome
fr résultat Research oder Outcomes Research)
Outcome stellt das Ergebnis einer befasst sich mit der systematischen
gesundheitsbezogenen Handlung Erfassung und Analyse der Ergeb-
dar. Beispiele für Outcomes sind nisse medizinischer Interventionen
die Senkung oder Steigerung des unter Alltagsbedingungen.
Blutdrucks nach einer medizini-
schen Intervention, die Verlänge- Out-of-Label-Use
rung oder Verkürzung der Lebens- Off-Label-Use

zeit oder auch die Verbesserung


oder Verschlechterung der Le- Over-the-Counter-Arzneimittel
bensqualität. OTC-Arzneimittel
171 Patientenautonomie

langer Zeitdauern von Forschung


und Entwicklung beträgt die Pa-
tentrestlaufzeit nach Arzneimit-
telzulassung im Durchschnitt sie-
ben bis acht Jahre, kann aber auf
Antrag um fünf Jahre verlängert
Parallelimport werden. Nach dieser Schutzzeit
Importarzneimittel dürfen andere Arzneimittelherstel-
ler die patentierten Arzneimittel
Patentschutz für Arzneimittel nachahmen (Generikum).
en patent protection for
pharmaceuticals Patientenautonomie
fr loi sur la protection des brevets en patients’ autonomy
des médicaments fr autonomie du patient
Ein Patent für eine neue Substanz, Als Patientenautonomie bezeich-
ein Arzneimittel, gibt seinem In- net man die Fähigkeit des Patien-
haber für eine begrenzte Zeit – ten, in Fragen der eigenen Gesund-
nämlich bis zu 20 Jahren – das heitsversorgung zu entscheiden.
Recht, über seine Erfindung allein Eine Steigerung der Patientenauto-
zu verfügen, es ist ein Individual- nomie führt zu einer gleichberech-
recht. Der Patentinhaber kann Li- tigten und partnerschaftlichen
zenzen vergeben und er kann, Arzt-Patienten-Beziehung und da-
wenn nötig mit Hilfe der Gerichte, mit zu einer Stärkung der Position
jedem anderen die Nutzung seiner von Patienten und Krankenversi-
Erfindung untersagen. In erster Li- cherten durch Aufklärung. Mit dem
nie liegt die Bedeutung dieses zeit- GKV-Modernisierungsgesetz hat

lich begrenzten Ausschließlich- der Gesetzgeber eine Reihe von


keitsrechtes darin, innovative Arz- Maßnahmen zur Stärkung der Pati-
neimittel vor Nachahmung durch enten und ihrer Rechte beschlos-
Konkurrenten zu schützen. Patente sen:
übernehmen daher eine entschei- ader Patientenbeauftragte ver-
dende Funktion bei der Absiche- tritt die Patientenanliegen in den
rung von häufig mit hohem Auf- politischen Gremien (§ 140h
wand entwickelten Substanzen in SGB V),
Forschung und Entwicklung und aPatientenvertreter werden im
spielen damit eine wichtige Rolle Gemeinsamen Bundesaus-
beim Umsetzen von Innovationen schuss gehört (§ 140f SGB V),
in neue Arzneimittel. Aufgrund adie Patientenquittung soll zu
Patientenbeauftragter 172

mehr Transparenz und Einblick Patientenobmann


in das Versorgungsgeschehen Ombudsmann

führen (§ 305 Abs. 2 SGB V).


Patientenquittung
Patientenbeauftragter en patients’ receipt
en patients’ representative fr quittance des patients
fr représentant des patients Nach § 305 Abs. 2 SGB V haben
Vor dem Hintergrund einer steigen- Patienten das Recht, sich vom be-
den Anzahl von Patientinnen und handelnden Vertragsarzt eine
Patienten, die sich über Behand- Quittung über die zu Lasten der
lungsfehler beschweren, wurde auf Krankenkasse (Krankenkasse,
Veranlassung des Bundesminis- gesetzliche) erbrachten Leistungen
teriums für Gesundheit und Soziale und deren vorläufige Kosten aus-
Sicherung zum Ende des Jahres stellen zu lassen. Dabei handelt es
2003 der Patientenbeauftragte auf sich allerdings nicht um eine Quit-
Bundesebene eingeführt (§ 140h tung im herkömmlichen Sinne,
SGB V). Dieser soll sich darum sondern ausschließlich um eine In-
kümmern, dass die Interessen von formation des Patienten über die in
Patientinnen und Patienten stärker Anspruch genommenen Sachlei-
beachtet und die Patientenrechte stungen. Der Arzt hat die Mög-
gefördert und weiterentwickelt lichkeit, dem Patienten entweder
werden. Patienten können sich mit am Behandlungstag eine stichtags-
Anfragen und Beschwerden direkt bezogene oder am Ende des Quar-
an den Patientenbeauftragten wen- tals eine quartalsbezogene Quit-
den. tung auszustellen. Der Patient hat
für die Quittung eine Aufwand-
Patientenberatungsstelle spauschale in Höhe von einem
Selbsthilfe Euro zzgl. der Versandkosten zu
bezahlen.
Patientencharta
en patients’ charter Patientenrechte
fr charte du patient en patients’ rights
Eine Patientencharta ist eine Auf- fr droits du patient
stellung von Patientenrechten. Patientenrechte sind die Rechte der
Patienten im Rahmen der Gesund-
Patienten-Chipkarte heitsversorgung gegenüber Lei-
Krankenversichertenkarte stungserbringern, Kostenträgern
und Gesetzgebern. Patienten ha-
173 Patientenrechte

ben ein Recht auf detaillierte Infor- ben. Dies gilt auch für alternative
mation und Beratung, sichere, Behandlungsverfahren. Behand-
sorgfältige und qualifizierte Be- lungsmethoden der so genannten
handlung und angemessene Betei- besonderen Therapierichtungen

ligung. Dabei sind die ärztliche und Außenseitermethoden sind


Schweigepflicht und der Daten- nur sehr eingeschränkt in der Lei-
schutz (im Gesundheitswesen) zu stungspflicht der gesetzlichen
beachten. Im Rahmen der Patien- Krankenversicherung enthalten.
tenrechte sind die Wahlrechte von Niemand kann zur Behandlung ge-
besonderer Bedeutung und Trag- zwungen werden und niemand
weite: Der Patient hat ein Recht auf darf eine Behandlung erzwingen.
freie Arzt- und Krankenhauswahl. In seltenen Ausnahmefällen kann
Dies schließt im ambulanten Be- der Staat Anordnungen treffen,
reich das Recht ein, den Arzt zu welche die Gesundheit und Selbst-
wechseln. Im Notfall hat der Pati- bestimmung des Patienten berüh-
ent ein Recht auf sofortige Behand- ren (z. B. die Einweisungsmöglich-
lung. Der Patient hat ein Recht auf keit nach dem Unterbringungsrecht
die Wahl zwischen Behandlung oder die Pflicht, Untersuchungen
und Nichtbehandlung. Wenn meh- nach dem Bundesseuchengesetz zu
rere gleichwertige medizinische dulden). Der Patient kann eine
Behandlungen oder Behandlungs- ärztliche Zweitmeinung einho-
methoden bestehen, hat er die len. Er sollte sich vorher aber über
Möglichkeit zu wählen. Ist zwi- Kostenfolgen informieren. Diese
schen Arzt und Patient darüber Patientenrechte sind in einem ge-
kein Einverständnis herzustellen, meinsamen Beratungsprozess
kann der Arzt die Behandlung ab- durch den AOK-Bundesverband,
lehnen. Der gesetzlich Krankenver- den Arbeitskreis Gesundheit und
sicherte kann unter den zugelasse- Soziales der Datenschutzbeauftrag-
nen Behandlern auswählen. Das ten des Bundes und der Länder, die
Behandlungsrecht umfasst die in Arbeitsgemeinschaft der Verbrau-
der gesetzlichen Krankenversiche- cherverbände, die Bundesärzte-
rung (Krankenversicherung, ge- kammer, die Bundesarbeitsge-
setzliche) anerkannten Behand- meinschaft der PatientInnen-Stel-
lungsmethoden. In der ambulanten len, das Bundesministerium für
Behandlung kann der Versicherte Gesundheit und Soziale Sicherung,
neue Behandlungsmethoden bean- die Bundeszahnärztekammer,

spruchen, wenn sie ein Anerken- 


die Deutsche Krankenhausgesell-
nungsverfahren durchlaufen ha- schaft, den Deutschen Pflegerat,
Patientenschutz 174

die Kassenärztliche Bundesverei- chen Fehlbehandlungen oder bei


nigung, die Notgemeinschaft Medi- anderen Problemen mit Lei-
zingeschädigte e. V., den Verband stungserbringern und Kostenträ-
der Deutschen Angestelltenkran- gern. Sie verfolgen auch gesund-
kenkassen/Arbeiter-Ersatzkas- heitspolitische Ziele wie etwa die
sen-Verband e. V. sowie die betei- Verabschiedung eines Patienten-
ligten Länder erstellt worden. und Mandantenschutzgesetzes, die
Abschaffung der Ärzte- und An-
Patientenschutz waltskammern (Ärztekammern)
Patientenrechte als Körperschaften des öffentlichen
Rechts oder die Einrichtung eines
Patienten-Selbsthilfegruppe Forschungszentrums für Medizin-
Selbsthilfe und Justizschäden.

Patiententestament Patientenverfügung
en patients will en patient order
fr testament du patient fr déclaration du patient
In einem Patiententestament wird Eine Patientenverfügung ist eine
schriftlich festgelegt, was der Pati- schriftliche Erklärung, in der der
ent für den Fall vorsieht, in dem er Verfasser Wünsche und Behand-
nicht mehr selbst seinen Willen äu- lungsziele für kritische und todes-
ßern kann, weil er z. B. im Koma nahe Situationen dokumentiert.
liegt. Der Ausdruck „Patiententes- Diese ist nach herrschender Recht-
tament“ ist insofern unrichtig, als sprechung und einer Richtlinie der
das normale Testament erst nach Bundesärztekammer nur ver-
dem Tod gilt. Das Patiententesta- bindlich, wenn eine detaillierte und
ment jedoch soll gerade vor dem ernsthafte Auseinandersetzung mit
Tod wirksam werden. Es ist jeder- Fragen des eigenen Lebensendes
zeit widerrufbar. stattgefunden hat (Patiententes-
tament).
Patientenverband
en Patient Association Patientenzufriedenheit
fr association de patients en patient satisfaction
Patientenverbände sind Organisa- fr satisfaction du patient
tionen von Patienten, entweder Mit dem Begriff der Patientenzu-
krankheitsübergreifend oder friedenheit wird das psychische In-
krankheitsspezifisch. Sie unterstüt- nenleben eines Patienten beschrie-
zen betroffene Patienten bei ärztli- ben. Generell zählt Zufriedenheit
175 Pflegebedürftigkeit

zu den psychologischen Phänome- zu einer selbstständigen Bundesbe-


nen, von denen jeder Mensch eine hörde. Zu den Aufgaben der Bun-
mehr oder minder genaue, wenn desbehörde gehören u. a. die staat-
auch interindividuell unterschiedli- liche Zulassung und Chargenprü-
che Vorstellung hat. Zufriedenheit fung von (immun)biologischen
basiert auf einem Vergleich zwi- Arzneimitteln wie Impfstoffen

schen zwei Komponenten, die zu- und Sera. Die am PEI bearbeiteten
einander in ein Verhältnis gesetzt Forschungsinhalte umfassen fünf
werden. Dabei handelt es sich in abteilungsübergreifende Schwer-
der Regel um eine Soll-Kompo- punkte:
nente, die sich zum Beispiel über aSicherheit biologischer und bio-
die Erwartungen definiert, und eine technologischer Arzneimittel
Ist-Komponente, die sich aus den aNeue Prüfmethoden
eingesetzten bzw. erhaltenen Lei- aPathogenese bei Prionenerkran-
stungen ergibt. Aus dem Vergleich kungen und Virusinfektionen
zwischen Soll- und Ist-Kompo- aViraler Gentransfer und Zellthe-
nente entsteht direkt oder indirekt rapie
(Un-)Zufriedenheit. Bei Zufrieden- aImmunbiologie von Allergenen
heit handelt es sich um ein so ge-
nanntes theoretisches Konstrukt, Pauschalvergütung
das sich einer direkten Messung Fallpauschale

entzieht.
PBM
Paul-Ehrlich-Institut, Bundesamt Pharmaceutical Benefit Manage-

für Impfstoffe und Sera (PEI) ment


en Paul-Ehrlich-Institute, Federal
Agency for Sera and Vaccines PEI
fr Institut Paul-Ehrlich, Agence Fé- Paul-Ehrlich-Institut für Impf-
dérale des Séra et Vaccins stoffe und Sera
Das PEI wurde am 01.06.1896 als
Institut für Serumforschung und Pflegebedürftigkeit
Serumprüfung in Steglitz bei Berlin en nursing care dependency
gegründet. Sein erster Direktor war fr état de dépendance
der Namensgeber des heutigen In- Pflegebedürftigkeit liegt gemäß
stituts, Paul Ehrlich. Am § 14 SGB XI vor, wenn Personen
01.11.1972 wurde des PEI mit dem wegen einer körperlichen, geisti-
Gesetz zur Errichtung eines „Bun- gen oder seelischen Krankheit oder
desamtes für Sera und Impfstoffe“ Behinderung für die gewöhnlichen
Pflegesatz 176

und regelmäßig wiederkehrenden durch die Abrechnung auf der Basis


Verrichtungen im Ablauf des tägli- von diagnose-orientierten Fallpau-
chen Lebens auf Dauer, voraus- schalen ersetzt.
sichtlich für mindestens sechs Mo-
nate, in erheblichem oder höheren Pflegesatzrecht
Maße der Hilfe bedürfen. Der Be- enDaily Hospital Rate Law
griff der Pflegebedürftigkeit knüpft fr directives sur les forfaits hospi-
an Regelungen in der Krankenver- taliers
sicherung (Krankenversiche- Das Pflegesatzrecht regelt das tage-
rung, gesetzliche) an. Im Mittel- bezogene Entgeltsystem für statio-
punkt der Definition steht die Hilf- näre und teilstationäre Leistungen
losigkeit des Pflegebedürftigen, sei- des Krankenhauses. Seine Grundla-
nen Alltag nicht alleine bewältigen gen sind das Krankenhausfinan-
zu können. Nach § 17 SGB XI be- zierungsgesetz und insbesondere
schließen die Spitzenverbände der die Bundespflegesatzverordnung
Pflegekassen gemeinsam und ein- (BPflV). Seit 2003 wird anstelle
heitlich mit dem Medizinischen von Pflegesätzen ein diagnosebe-
Dienst der Krankenversicherung zogenes fallpauschaliertes Entgelt-
Richtlinien zur Abgrenzung der system für die Abrechnung der Lei-
Merkmale der Pflegebedürftigkeit. stungen eines Krankenhauses
(DRGs) eingeführt. Nur in psych-
Pflegesatz iatrischen Krankenhäusern und
en daily hospital rate Kliniken wird weiterhin das tagebe-
fr forfait hospitalier zogene Entgeltsystem nach Pflege-
Der Pflegesatz ist ein pauschales sätzen eingesetzt.
Entgelt pro Tag des Krankenhaus-
aufenthaltes („tagesgleiche Pflege- Pflegeversicherung
sätze“) und Bestandteil eines tage- en long-term care insurance
bezogenen Entgeltsystems für die fr assurance couvrant les frais de
Behandlung von Patienten im soins de longue durée
Krankenhaus. Ein solches Sys- Die Pflegeversicherung dient der
tem wird heute nur noch für die Ab- Absicherung des Risikos der Pfle-
rechnung von Leistungen psychia- gebedürftigkeit. Sie orientiert sich
trischer Krankenhäuser und Klini- am Grundsatz „Pflegeversicherung
ken eingesetzt. Mit der Einführung folgt Krankenversicherung“. In die
von DRGs seit dem gesetzliche Pflegeversicherung
01.01.2003 wird die Abrechnung werden grundsätzlich alle Perso-
auf der Basis von Pflegesätzen nen einbezogen, die der gesetzli-
177 Pharmaceutical Benefit Management

chen Krankenversicherung gig von der wirtschaftlichen Lage


(Krankenversicherung, gesetzli- des Betroffenen und werden als
che) angehören. Alle privat kran- Geld- oder Sachleistungen ge-
kenversicherten (Krankenversi- währt. Pflegebedürftigkeit wird in
cherung, private) Personen werden drei Stufen eingeteilt. Je nach Pfle-
verpflichtet, bei ihrem privaten gestufe entstehen unterschiedlich
Krankenversicherungsunterneh- hohe Leistungsansprüche.
men zur Absicherung des Risikos
der Pflegebedürftigkeit einen Versi- Pflichtkasse
cherungsvertrag abzuschließen Primärkasse

und aufrechtzuerhalten. Die Mittel


für die Pflegeversicherung werden PHAGRO
durch Beiträge sowie sonstige Ein- Bundesverband des Pharmazeu-

nahmen gedeckt. Dabei erfolgt die tischen Großhandels


Finanzierung im so genannten Um-
lageverfahren, d. h. die benötigten Pharmaceutical Benefit Manage-
Mittel werden jeweils durch die ment (PBM)
laufenden Einnahmen aufgebracht. en Pharmaceutical Benefit Man-
Die Pflegeversicherung betrifft alle agement (PBM)
Bürger der Bundesrepublik fr Pharmaceutical Benefit Mana-
Deutschland. Die Leistungen der gement (PBM)
Pflegeversicherung sind unabhän- Pharmaceutical Benefit Manage-

Pflegeversicherung. Voraussetzungen für die Zuordnung zu einer Pflege-


stufe.
Pharmaceutical Care 178

ment oder Prescription Benefit Ma- gungsangebots zum Nutzen der


nagement (PBM) sind – innerhalb Patienten. Die Aktivitäten der Apo-
von Managed Care Strukturen in theker sollen im Rahmen der phar-
den USA – Spezialunternehmen, mazeutischen Betreuung die Arz-
die Arzneimittel in großen Men- neimittelanwendung zwischen den
gen kostengünstig einkaufen und Arztbesuchen begleiten und dazu
sich um den rationellen Einsatz be- beitragen, frühzeitig arzneimittel-
mühen. PBM entstanden ursprüng- bezogene Probleme zu erkennen,
lich als Einkaufsorganisationen; sie zu lösen und zu vermeiden, sowie
erzielen bei Arzneimittelherstel- insgesamt die Compliance zu
lern aufgrund ihrer großen Nach- verbessern. Eine Grundvorausset-
fragemacht hohe Rabatte. Neben zung für die Umsetzung der phar-
der Einkaufsfunktion nehmen PBM mazeutischen Betreuung ist die
andere Funktionen wahr. Die phar- kollegiale Zusammenarbeit zwi-
makologische und qualitative Be- schen Arzt und Apotheker.
urteilung von Arzneimitteln und
die Auswertung von Verschreibun- Pharmakoökonomie
gen zur Optimierung von Therapie- en pharmaco-economics
plänen haben in der jüngeren Ver- fr pharmaco économie
gangenheit erheblich an Bedeutung Als Pharmakoökonomie bezeich-
gewonnen. PBM führen Formula- net man in der Regel ein Teilgebiet
ries, d. h. Arzneimittellisten, die der Gesundheitsökonomie. Ge-
sich an Wirksamkeitsparametern genstand der Pharmakoökonomie
ebenso orientieren wie an Kosten- ist die ökonomische Evaluation
Nutzen-Gesichtspunkten. (gesundheitsökonomische Eva-
luationen) von Arzneimitteln.
Pharmaceutical Care Dabei werden ganz allgemein in ei-
en Pharmaceutical Care ner vergleichenden Analyse von
fr Pharmaceutical Care unterschiedlichen Medikamenten
Als Pharmaceutical Care bezeich- der bewertete Verbrauch an Ge-
net man unterstützende und kom- sundheitsgütern und –dienstlei-
plementäre Maßnahmen von A- stungen Kosten den Ergebnissen
pothekern im Rahmen der ambu- der Behandlung oder Versorgung
lanten Gesundheitsversorgung. gegenübergestellt (Outcome).
Ziel des Pharmaceutical Care ist die Diese Vorgehensweise dient der
Optimierung der Arzneimittelthe- Entscheidungsunterstützung bei
rapie und die sinnvolle Ergänzung der Auswahl von Arzneimitteln für
des bestehenden ärztlichen Versor- die Gesundheitsversorgung. Neben
179 Pharmazeutische Industrie

den medizinischen Entscheidungs- tausend Arzneimittelhersteller in


kriterien werden damit auch öko- Deutschland. Zu dieser Gruppe ge-
nomische Kriterien in den Ent- hören forschende pharmazeutische
scheidungsprozess eingeführt. Unternehmen, Generikahersteller
(Generikum), aber auch Apo-
Pharmazentralnummer (PZN) theken, die Arzneimittel unter ei-
en central pharmaceutical number genem Namen verkaufen. Je nach
fr codification des produits phar- Interessenlage sind die Unterneh-
maceutiques par un numéro men in verschiedenen Verbänden
central unique zusammengeschlossen:
Die Pharmazentralnummer ist eine aVerband forschender Arznei-
eindeutige Nummer für ein be- mittelhersteller (VFA)
stimmtes Arzneimittel in einer aBundesverband der Pharma-
bestimmten Packungsgröße. Die zeutischen Industrie (BPI) für
PZN ist ein kennzeichnender Zif- mittelständische Unternehmen
ferncode eines Fertigarzneimit- aGenerikaverband e. V.
tels. Sie besteht aus einem definier- aBundesfachverband der Arz-
ten Strichcode, der eine Identifizie- neimittelhersteller (BAH)
rung nach Warenzeichen, Wirk- aVerband der Arzneimittelim-
stoffstärke, Darreichungsform, porteure
Packungsgröße und pharmazeuti- Deutsche Firmen halten auf dem
schem Hersteller erlaubt. Die Arz- deutschen Arzneimittelmarkt ei-
neimittelhersteller sind verpflich- nen Umsatzanteil von ca. 45,5 %,
tet, die Nummer als bundeseinheit- ausländische Firmen von ca.
liches Arzneimittelkennzeichen so 54,5 %. Die Hauptabnehmer phar-
auf der äußeren Umhüllung der mazeutischer Produkte aus
Arzneimittel anzugeben, dass sie Deutschland sind die USA,
maschinell erfassbar ist. Die Apo- Schweiz, Frankreich, Großbritan-
theker müssen die Nummer zur nien, Italien und Japan. Hauptliefe-
Abrechnung der Arzneimittel ma- rant pharmazeutischer Erzeugnisse
schinenlesbar auf das Verord- nach Deutschland ist Irland, gefolgt
nungsblatt übertragen. von den USA, der Schweiz, Frank-
reich und Großbritannien. Auch
Pharmazeutische Industrie die Bedeutung Italiens als Lieferant
en pharmaceutical industry nimmt zu.
fr industrie pharmaceutique Die Pharmaindustrie ist eine der
Als pharmazeutische Industrie be- forschungsintensivsten Branchen
zeichnet man die Gruppe der über in Deutschland und der EU. Der
Pharmazeutischer Unternehmer 180

ordnungsgemäße Betrieb pharma- nischen Studien, bei der zum Bei-


zeutischer Unternehmen und die spiel ökonomische Fragen im „Hu-
erforderliche Qualität der herzu- ckepackverfahren“ an die Datener-
stellenden Arzneimittel werden hebung zur medizinischen Frage-
durch das Arzneimittelgesetz stellung angehängt werden.
und entsprechende Betriebsverord-
nungen sichergestellt. PKV
Krankenversicherung, private
Pharmazeutischer Unternehmer
en pharmaceutical entrepreneur Placebo(effekt)
fr entrepreneur pharmaceutique en placebo effect
Pharmazeutischer Unternehmer fr effet placebo
nach § 4 Arzneimittelgesetz Ein Placebo ist eine Nachbildung
(AMG) ist, wer Arzneimittel un- eines Präparates ohne pharmakolo-
ter seinem Namen in den Verkehr gisch wirksame Stoffe (Scheinprä-
bringt. Nach § 9 AMG müssen Arz- parat), jedoch mit dem Originalme-
neimittel, die im Geltungsbereich dikament in Form, Farbe und Ge-
des Arzneimittelgesetzes in den schmack identisch. Um die objek-
Verkehr gebracht werden, den Na- tive Wirkung und Wirksamkeit des
men oder die Firma und die An- Originalpräparates zu testen, kom-
schrift des pharmazeutischen Un- men Placebos in klinischen Studien
ternehmers tragen. Außerdem dür- zum Einsatz. Der Placeboeffekt ist
fen Arzneimittel nur durch einen die positive Wirkung eines Medika-
pharmazeutischen Unternehmer in mentes auf den Gesundheitszu-
den Verkehr gebracht werden, der stand des Patienten, die unabhän-
seinen Sitz im Geltungsbereich des gig vom Wirkstoff eintritt, z. B.
Arzneimittelgesetzes, in einem an- durch die positive Erwartung an ein
deren Mitgliedsstaat der Europäi- Arzneimittel oder die Tatsache,

schen Gemeinschaft oder in einem dass der Arzt sich des Patienten an-
anderen Vertragsstaat des Abkom- nimmt. Um diese Placeboeffekte
mens über den Europäischen Wirt- von den Effekten eines Wirkstof-
schaftsraum hat. fes zu unterscheiden, wird in klini-
schen Prüfungen der Wirkungsun-
Piggy-back terschied zwischen dem Original-
en Piggy-back präparat und dem Placebo ermittelt
fr méthode du «sac à dos» (Klinische Forschung).
Piggy-back (Huckepack) bezeich-
net eine Vorgehensweise, bei kli-
181 Poliklinik

Plausibilitätsprüfung ärztlichen Leistungen in Bezug


en plausibility testing auf die angegebenen Befunde,
fr vérification de la plausibilité ader Plausibilität der Zahl der vom
Mit einer Plausibilitätsprüfung soll Versicherten in Anspruch ge-
die Rechtmäßigkeit der von den zu- nommenen Vertragsärzte, unter
gelassenen Leistungserbringern Berücksichtigung ihrer Fach-
eingereichten vertragsärztlichen gruppenzugehörigkeit und
Abrechnungen überprüft werden. ader vom Versicherten an den
Die Plausibilitätsprüfungen wer- Arzt zu zahlenden Zuzahlung
den von der jeweils zuständigen nach § 28 Abs. 4 SGB V und der
Kassenärztlichen Vereinigung Beachtung des damit verbunde-
(KV) auf der Grundlage von Ab- nen Verfahrens nach § 43b
rechnungsregelungen wie dem Abs. 2 SGB V.
Einheitlichen Bewertungsmaß- Sofern nach dieser Prüfung Veran-
stab (EBM) durchgeführt. Die KV lassung besteht, können die Kran-
stellt die sachliche und rechneri- kenkassen (Krankenkasse, ge-
sche Richtigkeit der Abrechnungen setzliche) oder ihre Verbände bzw.
fest. Gegenstand der arztbezoge- die Kassenärztlichen Vereinigun-
nen Plausibilitätsprüfung ist insbe- gen eine Wirtschaftlichkeitsprü-
sondere der Umfang der pro Tag fung des Arztes verlangen.
abgerechneten Leistungen im Hin- Die Kassenärztliche Bundesver-
blick auf den damit verbundenen einigung und die Spitzenver-
Zeitaufwand des jeweiligen Ver- bände der Krankenkassen verein-
tragsarztes. baren gemeinsam und einheitlich
Im Zuge des GKV-Modernisie- Richtlinien zum Inhalt und zur
rungsgesetzes wurden seit dem Durchführung der Plausibilitäts-
01.01.2004 die Plausibilitätsprü- prüfungen. Die Richtlinien sind
fungen verschärft, indem auch die dem Bundesministerium für Ge-
Krankenkassen die Abrechnungen sundheit und Soziale Sicherung
der Vertragsärzte prüfen, vor allem (BMGS) vorzulegen. Sollten Bean-
hinsichtlich standungen des Bundesministeri-
ades Bestehens und des Umfangs ums nicht behoben werden, kann
ihrer Leistungspflicht, das BMGS selbst die Richtlinien er-
ader Plausibilität von Art und Um- lassen.
fang der für die Behandlung ei-
nes Versicherten abgerechneten Poliklinik
Leistungen in Bezug auf die an- en policlinic; outpatient-depart-
gegebene Diagnose, bei zahn-
Positivliste 182

ment (west-) europäischen Ländern,


fr polyclinique; service de soins z. B. Belgien, Niederlande, Frank-
externes reich.
Als Poliklinik werden einerseits die Für Deutschland ist aufgrund eines
poliklinischen Institutsambulan- gesetzlichen Auftrags vom Insti-
zen der Hochschulen mit Ermächti- tut für die Arzneimittelverordnung
gung zur ambulanten ärztlichen in der GKV im Jahr 2001 der Vor-
Behandlung bezeichnet, anderer- schlag einer Liste verordnungsfähi-
seits die ambulant behandelnden ger Arzneimittel zu Lasten der GKV
Kliniken der ehemaligen DDR, die vorgelegt und diskutiert worden. In
nach 1990 Bestandsschutz hatten. der Vorbereitung des GKV-Mo-
In der DDR wurde ein großer Teil dernisierungsgesetzes wurde eine
der ambulanten Versorgung durch Aktualisierung der Positivliste vor-
Polikliniken erbracht. genommen. Allerdings wurde vom
Gesetzgeber nach Widerstand der
Positivliste Opposition darauf verzichtet, diese
en (drug) positive list Positivliste über das GKV-Moderni-
fr liste des médicaments rembour- sierungsgesetz in Kraft zu setzen.
sés
Als Positivliste bezeichnet man PPO
eine Liste verordnungsfähiger Preferred Provider Organisation
Arzneimittel in der gesetzlichen

Krankenversicherung (Kranken- Präklinische Prüfung


versicherung, gesetzliche, GKV). klinische Forschung
Arzneimittel, die auf der Positiv-
liste erfasst sind, können von Prävalenz
Vertragsärzten zu Lasten der ge- en prevalence
setzlichen Krankenversicherung fr prévalence
den gesetzlich krankenversicher- Die Prävalenz ist im Gegensatz zur
ten Patienten verordnet werden. Inzidenz das Maß für die Häufig-

Positivlisten sollen den Vertrags- keit des Auftretens einer bestimm-


ärzten die Auswahl von Arzneimit- ten Erkrankung in einer Bevölke-
teln erleichtern. Kriterien, nach de- rungsgruppe zu einem bestimmten
nen Positivlisten gebildet werden, Zeitpunkt.
können Kosten, Wirksamkeit
oder andere gesundheitsökonomi- Prävention
sche Kriterien sein. Positivlisten en prevention
gibt es bereits in den meisten fr prévention
183 Praxisbesonderheiten

Als Prävention werden alle Maß- Zur Förderung der Prävention plant
nahmen zur Verhütung, Abmilde- das Ministerium für Gesundheit
rung oder Früherkennung von und Soziale Sicherung (BMGS),
Krankheiten und zur Ausschaltung alle Sozialversicherungsträger
gesundheitsschädlicher Faktoren (Sozialversicherung) an einer
bezeichnet. So werden im § 20 bundesweiten Stiftung für Präven-
SGB V alle Leistungen zur Primär- tion zu beteiligen. Hierzu soll noch
prävention gezählt, die den allge- im Jahr 2004 ein Präventionsgesetz
meinen Gesundheitszustand ver- beschlossen werden. Demnach
bessern und insbesondere einen müssten sich die gesetzlichen
Beitrag zur Verminderung sozial Krankenkassen (Krankenkassen,
bedingter Ungleichheit von Ge- gesetzliche) ebenso wie die Ren-
sundheitschancen erbringen sol- tenversicherung, Pflegeversiche-
len. Ferner werden zur Prävention rung und Unfallversicherung
den Arbeitsschutz ergänzende (Unfallversicherung, gesetzli-
Maßnahmen der betrieblichen che) und auch die privaten Kran-
Gesundheitsförderung zugerech- kenversicherer (Krankenversi-
net. Außerdem zählen zur Präven- cherung, private) an übergeordne-
tion auch ärztliche Vorsorgeun- ten nationalen Initiativen beteili-
tersuchungen. gen.
aAls Primärprävention werden
Maßnahmen bezeichnet, die der Praxisbesonderheiten
Gesunderhaltung z. B. durch en practice peculiarities
Schutzimpfungen und be- fr particularités d’un cabinet
stimmte Prophylaxe-Maßnah- Praxisbesonderheiten sind Merk-
men dienen. male und Eigenheiten einer Arzt-
aAls Sekundärprävention be- praxis, die die Vergleichbarkeit der
zeichnet man Maßnahmen, die Praxis mit dem Durchschnitt aller
bei bereits vorhandenen, aber anderen Arztpraxen der gleichen
noch symptomlosen oder nicht Fachgruppe erschweren oder un-
mehr symptomatischen Krank- möglich machen. Es handelt sich
heiten ergriffen werden (z. B. bei diesen Eigenheiten um Durch-
Vorsorgeuntersuchungen). schnitts- oder Normabweichungen,
aAls Tertiärprävention werden die möglicherweise zu höheren
Maßnahmen bezeichnet, die Arzneimittelausgaben oder häufi-
Rückfälle und Folgeschäden ein- gerer Abrechnung bestimmter Zif-
getretener Krankheiten verhin- fern des Einheitlichen Bewer-
dern oder abmildern. tungsmaßstabs (EBM) führen kön-
Praxisbudgets 184

nen. Im Zusammenhang mit der samt von einem Ver-


Wirtschaftlichkeitsprüfung sind trags(zahn)arzt abrechenbaren
Praxisbesonderheiten für die Er- Leistungen. Das Praxisbudget er-
mittlung der Überschreitung von gibt sich aus dem Produkt der Fall-
Ausgabenvolumina wichtig. Pra- punktzahl mit der Anzahl der Pati-
xisbesonderheiten können z. B. enten: Fallpunktzahl x Fallzahl =
dann vorliegen, wenn in einer Pra- Praxisbudget. Diese Obergrenze
xis der Anteil von Patienten, die ei- wird in Punkten ausgedrückt und
nen besonders hohen Bedarf an ist der Höchstbetrag für die Vergü-
Arzneimitteln oder Heilmitteln tung der in der Praxis erbrachten
haben oder besonders teure Arz- Leistungen. Diese Regelung ergab,
neimittel benötigen, überdurch- dass alle abgerechneten Punkte nur
schnittlich hoch ist. Die Kassen- bis zu dieser Budgetgrenze berück-
ärztliche Bundesvereinigung hat sichtigt wurden. Für jede Facharzt-
ihren Mitgliedern im Zusammen- gruppe wurden unterschiedliche
hang mit der Vereinbarung von Budgets festgelegt, um den unter-
Richtgrößen im Jahr 2000 erst- schiedlich hohen Praxiskosten
mals eine gemeinsame Empfehlung Rechnung zu tragen. Zudem wur-
mit den Spitzenverbänden der den die Praxisbudgets fallzahlab-
Krankenkassen gegeben. Die Emp- hängig ausgestaltet, um auch un-
fehlung zählt in der “Anlage 3” In- terschiedliche Praxisgrößen zu be-
dikationsgebiete auf, die bei Wirt- rücksichtigen, so dass Praxen mit
schaftlichkeitsprüfungen als Pra- hohen Fallzahlen ein größeres Bud-
xisbesonderheiten anerkannt wer- get erhielten als Praxen mit gerin-
den sollen. gen Fallzahlen. Praxisbudgets hat-
ten nur für die so genannten Stan-
Praxisbudgets dardleistungen Gültigkeit, die mit
en practice budget einer gewissen Regelmäßigkeit von
fr budget d’un cabinet fast allen Ärzten einer Fachgruppe
Die Praxisbudgets wurden zum erbracht wurden. Alle anderen Lei-
01.07.1997 als Instrument zur stungen wurden entweder über Zu-
Mengenbegrenzung ärztlicher Lei- satzbudgets oder ohne Budget ver-
stungen eingeführt und im Ein- gütet.
heitlichen Bewertungsmaßstab Aufgrund eines Urteils des Bundes-
(EBM) festgelegt. Nach dieser Re- sozialgerichts (BSG) wurden Pra-
gelung ist ein Praxisbudget die arzt- xisbudgets zum 01.07.2003 abge-
gruppenspezifische und fallzahlab- schafft. Gegenstandslos wurden
hängige Obergrenze für die insge- damit auch die auf der Einführung
185 Praxisgebühr

von Praxisbudgets beruhenden Zu- Kassenärztlichen Vereinigungen


satzbudgets. Das BSG hatte am gemeinsam mit den Verbänden der
09.05.2002 entschieden, dass die Krankenkassen bis zum
Kostensätze, die bei der Kalkula- 30.04.2004 einen neuen HVM zu
tion der Praxisbudgets 1997 zu vereinbaren haben. Der neue HVM
Grunde gelegt wurden, nicht mehr ist ab dem 01.07.2004 der Vergü-
der Wirklichkeit in vielen Fach- tung der vertragsärztlichen Lei-
gruppen entsprachen. Als Folge stungen zugrunde zu legen. In die-
wurde auch der EBM überarbeitet. sem neuen HVM müssen arztgrup-
Als neue Gebührenordnung wird penspezifische Grenzwerte, d. h.
der EBM 2000 plus voraussichtlich Regelleistungsvolumina, festge-

zum 01.01.2005 veröffentlicht. legt werden (§ 85 SGB V). Bis zu


Im Ergebnis bedeutet der Wegfall diesen Grenzwerten erbrachte Lei-
von Praxis- und Zusatzbudgets, stungen werden mit festen Punkt-
dass auf der Ebene des EBM eine werten vergütet. Leistungsmengen,
Begrenzung der Abrechnung auf- die die Regelleistungsvolumina
grund einer fallzahlabhängigen überschreiben, werden mit abge-
Budgetierung nicht mehr stattfin- staffelten Punktwerten vergütet. In
det. Allerdings unterliegen viele diesem Sinne wirken die Regellei-
Ärzte im Bereich ihrer Kassen- stungsvolumina auch als „persönli-
ärztlichen Vereinigung (KV) dem ches Budget“ der Ärzte. Ab
so genannten Individualbudget. 01.01.2007 werden auf der Ebene
Danach ist die Abrechnung quar- der Honorarverteilung zwischen
talsweise durch ein maximal abre- Krankenkassen (Krankenkassen,
chenbares individuelles Punktzahl- gesetzliche) und Kassenärztlichen
volumen begrenzt. Lediglich Ärzte, Vereinigungen ausschließlich arzt-
die das Individualbudget unter- bezogene Regelleistungsvolumina
schreiten, jedoch wegen Über- (Regelleistungsvolumina, arzt-
schreitung der Praxisbudgets auf gruppenbezogene) zugrunde ge-
der Ebene des EBM Begrenzungen legt. Die Honorarverteilungs-
erfahren hatten, können von dem maßstäbe der Kassenärztlichen
Wegfall der Praxisbudgets profitie- Vereinigungen entfallen vollstän-
ren. Zudem werden die Honorarlei- dig.
stungen zusätzlich über den Ho-
norarverteilungsmaßstab (HVM) Praxisgebühr
der Kassenärztlichen Vereinigun- en consultation fee
gen gesteuert. Das GKV-Moderni- fr taxe pour la consultation
sierungsgesetz sieht vor, dass die Für die ärztliche Behandlung bei ei-
Praxisgemeinschaft 186

nem Arzt, Zahnarzt oder Psy- and beds


chotherapeuten müssen fr cabinet faisant office de cli-
Erwachsene aufgrund des GKV- nique
Modernisierungsgesetzes seit dem Praxiskliniken sind Einrichtungen,
01.01.2004 eine Zuzahlung in in denen Patienten durch Zusam-
Höhe von 10 Euro leisten (§§ 28, menarbeit mehrerer Vertrags-
61 SGB V). Kinder und Jugendliche ärzte ambulant und stationär ver-
sind hiervon ausgenommen. Diese sorgt werden. Die Zulassungsvor-
Zuzahlung wird allgemein „Praxis- aussetzung für eine Praxisklinik ist
gebühr“ genannt. Fällig wird die ein Versorgungsvertrag (Kran-
Praxisgebühr bei jeder ersten Inan- kenhausversorgungsvertrag) nach
spruchnahme eines Arztes in ei- § 115 SGB V.
nem Quartal. Die Praxisgebühr ent-
fällt bei Überweisung durch einen Praxisnetz
anderen Arzt innerhalb des laufen- en practitioners’ network
den Quartals. Dies gilt als Über- fr réseau de médecins
gangsregelung bis zum Ein Praxisnetz ist ein Zusammen-
30.06.2004 auch für die Überwei- schluss bereits bestehender Arzt-
sung zum Psychotherapeuten. praxen mit den folgenden Zielen:
Ärztliche Vorsorgeuntersuchun- Steigerung der Behandlungsquali-
gen, Schutzimpfungen und zwei tät z. B. durch Zusammenarbeit
jährliche Zahnvorsorge-Untersu- mit ambulanten Pflegediensten
chungen sind zuzahlungsfrei. und Apotheken, verbesserte
Qualitätskontrolle und -siche-

Praxisgemeinschaft rung z. B. durch Qualitätszirkel,


en practice-sharing/group of con- erhöhte Praxiseffizienz durch ge-
sultants’ surgeries meinsame Nutzung medizinischer
fr regroupement de cabinets de Geräte und Kosteneinsparung
médicins durch gemeinsamen Praxiseinkauf,
Eine Praxisgemeinschaft ist der Ausweitung der ambulanten Ver-
räumliche Zusammenschluss von sorgung und Präsenz z. B. durch
mindestens zwei Arztpraxen. De- erweiterte Praxisöffnungszeiten
ren wirtschaftliche Unabhängigkeit und Bereitschaftsdienste (Grund-
bleibt aber im Gegensatz zur satz „ambulant vor stationär“). Zur
Gemeinschaftspraxis gewahrt. Erreichung dieser Ziele kooperie-
ren vernetzte Praxen auch mit
Praxisklinik Krankenhäusern, Selbsthilfe-
en practice clinic/doctor’s surgery gruppen (Selbsthilfe) und nicht-
187 Preferred Provider Organisation

medizinischen Heilberufen und medizinische Versorgung für die


betreiben Einkaufsmanagement Versicherten. Versicherungsträger
bei Arznei-, Verband- und sind häufig die Arbeitgeber selbst.
Hilfsmitteln. Aufgrund ihrer Nachfragemacht
können die Arbeitgeber Rabatte für
Preferred Provider Organisation die medizinischen Leistungen aus-
(PPO) handeln. Die kostengünstige und
en Preferred Provider Organisation gute medizinische Versorgung soll
(PPO) durch drei Mechanismen erreicht
fr réseau préférentiel de prestatai- werden:
res de services de santé aAufbau eines Ärztenetzwerkes,
Die PPO ist ein Zusammenschluss aEinkaufsorganisation von Spe-
von Leistungserbringern, der zialleistungen,
überwiegend in den USA aufgrund aKontrollsystem der Ärzte, die be-
des dortigen Gesundheitssystems züglich Kosten, Leistungen
vorkommt. Mitglieder einer PPO und Qualität regelmäßig kon-
können Arztnetze (Praxisnetz), trolliert werden.
Krankenhäuser und andere Lei- Die Patienten sind nicht wie bei den
stungsanbieter sein. Ziel dieser Or- Health Maintenance Organiza-

ganisationsform ist eine möglichst tions (HMO) auf einen bestimmten


kostengünstige und qualitativ gute Arzt beschränkt, sondern haben

Praxisnetz. Strukturkomponenten von integrierten Versorgungssystemen.


Preisvergleichsliste 188

Einfluss auf die Wahl ihres Arztes. Der Vertragsarzt soll bei der Ver-
Die Mitglieder (Versicherte) der ordnung von Arzneimitteln im
PPO wählen ihren Primärarzt unter Rahmen der Wirtschaftlichkeit
den Vertragsärzten der PPO. Der di- auch den Preis des Arzneimittels
rekte Zugang zu Spezialisten bleibt berücksichtigen. Dies bedeutet
meist erhalten. Die Selbstbeteili- nicht, dass nur preisgünstigere Arz-
gung der Patienten innerhalb der neimittel verordnet werden dürfen.
PPO ist gering. Wählt der Versi- Auch teurere Arzneimittel können
cherte einen Arzt außerhalb der nach ärztlichem Ermessen im Hin-
PPO, übernimmt er die Kosten blick auf die Art der Erkrankung
selbst. und die Umstände des Krankheits-
falls erforderlich sein. Andererseits
Preisvergleichsliste soll der Vertragsarzt auch unter-
en price comparison list halb von Festbeträgen Preisver-
fr liste de la comparaison des prix gleiche vornehmen. Die nach
Die Preisvergleichsliste ist eine § 92 Abs. 2 SGB V vorgeschrie-
Liste nach § 92 Abs. 2 SGB V, die bene Zusammenstellung von Arz-
dem Arzt den Preisvergleich und neimitteln erfolgt auf der Basis ei-
die Auswahl therapiegerechter Ver- nes Musters der Preisvergleichs-
ordnungsmengen ermöglichen liste mit Vorbemerkungen und
soll. Die Zusammenstellung der Grundsätzen für deren Aufstellung.
Arzneimittel ist nach Indika- Das Muster beschließt der Gem-
tionsgebieten und Stoffgruppen zu einsame Bundesausschuss.
gliedern. Für die einzelnen Indika-
tionsgebiete können die Arzneimit- Primärarzt
tel in folgenden Gruppen zusam- en primary physician
mengefasst werden: fr médecin primaire
1. Mittel, die allgemein zur Be- Ein Primärarzt ist ein Arzt, der in
handlung geeignet sind, einem Primärarztsystem die
2. Mittel, die nur bei einem Teil der Steuerung des Versorgungsprozes-
Patienten oder in besonderen Fäl- ses des Patienten übernimmt. Pri-
len zur Behandlung geeignet sind märärzte sind in der Regel haus-
sowie ärztlich tätige Ärzte wie Allgemein-
3. Mittel, bei deren Verordnung ärzte, praktische Ärzte, hausärzt-
wegen bekannter Risiken oder lich tätige Internisten und Kinder-
zweifelhafter therapeutischer ärzte. Der Primärarzt leistet die
Zweckmäßigkeit besondere Auf- Grundversorgung der Patienten
merksamkeit geboten ist. und steuert die fachärztliche Ver-
189 Prospektive Studie

sorgung (Facharzt). Er hat die system nicht ohne weitere Maß-


Funktion eines „Lotsen“ oder nahmen möglich.
„Gatekeepers“ (Hausarztmo-
dell). Primärkasse
en primary fund
Primärarztsystem fr caisse primaire
en primary care controlled system Der Name Primärkasse resultierte
fr système de santé basé sur la aus dem ersten Zweig der Sozial-
gestion des soins médicaux par versicherung, der gesetzlichen
le médecin primaire Krankenversicherung (Kranken-
Als Primärarztsystem bezeichnet versicherung, gesetzliche) der Ar-
man ein Gesundheitssystem, in beiter (15.06.1883). Dieser Begriff
dem die Steuerung des Versor- galt bis zur Einführung der „freien
gungsprozesses des Patienten Kassenwahl“ (Kassenwahl, freie)
durch eine bestimmte Arztgruppe am 01.01.1996 für alle gesetzlichen
erfolgt, zumeist durch einen nie- Krankenkassen (Krankenkasse,
dergelassenen Allgemeinmedizi- gesetzliche, Kassenarten), ausge-
ner. Die Versicherten sind im Re- nommen der Ersatzkassen (An-
gelfall gezwungen, zuerst den gestellten- und Arbeiterersatzkas-
Primärarzt aufzusuchen. Dieser sen).
kann den Patienten dann zur fach-
ärztlichen Versorgung an einen Primärprävention
niedergelassenen Spezialisten Prävention

(Facharzt) überweisen. Die Bud-


getverantwortung für die Patien- Private Krankenversicherung
tenversorgung kann – dies ist aber (PKV)
nicht zwingend der Fall – beim Pri- Krankenversicherung, private
märarzt liegen. Primärarztsysteme
sind z. B. in den Niederlanden und Prophylaxe
in Großbritannien etabliert. Durch en prophylaxis
ein Primärarztsystem soll die Koor- fr prophylaxie
dinierung der Patientenversorgung Konkrete krankheitsvorbeugende
verbessert, unnötige Untersuchun- Maßnahmen, wie z. B. Impfungen
gen verhindert und der Versicherte (Prävention).
auf der angemessenen Versor-
gungsstufe behandelt werden. Bei Prospektive Studie
freier Arztwahl (Patientenrechte) en prospective study
ist ein obligatorisches Primärarzt- fr étude de suivi
Provider 190

Prospektive Studien sind Studien, Prüfungs- und Beschwerdeaus-


in denen Patientendaten mit Hilfe schuss
eines Erhebungsbogens auf der Ba- en audit and appeal commission
sis eines Studienprotokolls über ei- fr commission de contrôle et de
nen festgelegten Zeitraum in der plainte
Zukunft erhoben werden. Der Zeit- Die Krankenkassen (Kranken-
raum, der für die Datenbeschaffung kasse, gesetzliche) und Kassen-
benötigt wird, ist abhängig von der ärztlichen Vereinigungen (KVen)
Studiendauer, er kann wenige Wo- haben die Wirtschaftlichkeit der
chen bis zu mehrere Jahre umfas- vertragsärztlichen Versorgung
sen, entsprechend aufwändig ist (Versorgung, ver-
die Datenerhebung (Klinische trags(zahn)ärztliche) durch Bera-
Forschung). tungen und Überprüfungen zu
überwachen. Nach § 106 Abs. 4
Provider SGB V bilden sie hierzu einen ge-
Leistungserbringer meinsamen Prüf- sowie einen ge-
meinsamen Beschwerdeausschuss.
Provider Network Sie sind jeweils paritätisch durch
en Provider Network Vertreter von KVen und Kranken-
fr réseau de prestataires de servi- kassen sowie einen unparteiischen
ces de santé Vorsitzenden besetzt. Die Aus-
Ein Provider Network besteht aus schüsse werden bei der Wahrneh-
Leistungserbringern, die für Ver- mung ihrer Aufgaben durch eine
sicherte unter einem Managed Care Geschäftsstelle unterstützt, die bei
Plan (Managed Care, Health der KV oder einem der Landes-
Maintenance Organization, Pre- verbände der Krankenkassen oder
ferred Provider Organization) bei einer bereits bestehenden Ar-
Gesundheitsleistungen erbrin- beitsgemeinschaft eines Landes
gen. eingerichtet wird. Mit Zustimmung
der zuständigen Aufsichtsbehörde
Prozedur können die Vertragspartner die ge-
DRGs meinsame Bildung von Prüfungs-
und Beschwerdeausschüssen über
Prozedurenschlüssel einen Landesbereich oder eine an-
DRGs dere KV hinaus vereinbaren.

Prozessqualität
Qualität
191 Punkt

Psychotherapeutengesetz menhänge und Bewältigungsmög-


en Psychotherapists Act lichkeiten. Da solche Interventio-
fr loi sur les psychothérapeutes nen sowohl vor als auch nach Ein-
Das Psychotherapeutengesetz tritt von Erkrankungen bzw. Behin-
(PsychThG) regelt seit Januar derungen von gesundheitlichem
1999 die Voraussetzungen, die die- Nutzen sind, erstreckt sich der Ge-
jenigen erfüllen müssen, die psy- genstandsbereich von Public He-
chotherapeutisch tätig sind oder alth sowohl auf Prävention als
werden wollen, deren Approba- auch auf Krankenversorgung. Pub-
tion, die Ausbildung und die Ge- lic Health heißt wörtlich übersetzt
bührenordnung bei Privatbehand- „öffentliche Gesundheit“. Auf den
lung. Ohne Approbation darf sich Erkenntnissen der Public Health-
künftig niemand mehr Psychothe- Forschung beruhen verschiedene
rapeut nennen. Mit dem Psycho- Maßnahmen zur Förderung und
therapeutengesetz werden erst- zum Erhalt der öffentlichen Ge-
mals die Berufsbezeichnungen sundheit:
„psychologischer Psychothera- ader Erhalt/die Schaffung einer
peut“ sowie „Kinder- und Jugendli- gesunden Umwelt,
chenpsychotherapeut“ gesetzlich adie Überwachung von übertrag-
geschützt. Die Psychotherapeuten baren Krankheiten und
werden gleichberechtigt mit Ver- adie „Erziehung“ des Einzelnen
tragsärzten in die Kassenärztli- zu gesundheitsbewußtem Ver-
chen Vereinigungen integriert. halten.
Weiter gehören dazu die Sicherstel-
Public Health lung der ärztlichen und pflegeri-
en Public Health schen Betreuung einschließlich der
fr santé publique Früherkennung und Vorsorge

Public Health ist Theorie und Pra- von Krankheiten und die Entwick-
xis der auf Gruppen bzw. Bevölke- lung sozialer Einrichtungen, die
rungen bezogenen Maßnahmen dem Einzelnen gesundheitserhal-
und Strategien der Verminderung tende Lebensumstände gewährleis-
von Erkrankungs- und Sterbewahr- ten können.
scheinlichkeiten durch Senkung
von (pathogenen) Belastungen und Punkt
Förderung von (salutogenen) Res- en point
sourcen. Public Health untersucht fr point
und beeinflusst epidemiologisch Ein Punkt ist eine Abrechnungsein-
fassbare Verursachungszusam- heit für alle abrechnungsfähigen
Punktwert 192

vertragsärztlichen Leistungen nach des Honorars über Punkte bei fes-


dem Einheitlichen Bewertungs- tem Gesamthonorar hat zur Folge,
maßstab (EBM). Die tatsächliche dass der Wert des einzelnen Punk-
Vergütungshöhe einer Leistung in tes variiert und erst nach Abschluss
Euro ergibt sich in einem zweiten einer Rechnungsperiode und nach
Schritt: Die Punkte werden mit dem Abrechnung aller erbrachten Lei-
Punktwert multipliziert (Be- stungen durch die Vertragsärzte ge-
wertungszahl für vertragsärztliche genüber der KV feststeht. Das Ho-
Leistungen). norar in Euro für den Vertragsarzt
für die erbrachte Leistung variiert
Punktwert daher je nach aktuellem Punktwert
en point value/monetary conver- bzw. der Menge der Punkte, die alle
sion factor/points rating Vertragsärzte abgerechnet haben.
fr valeur de points dans le régime
d’assurance sociale allemand Punktwertabstaffelung
Jeder vertragsärztlich erbrachten en point value depreciation
Leistung werden mit Hilfe des fr diminution de la valeur des
Einheitlichen Bewertungs- points
maßstabs (EBM) Punkte zuge- Als Punktwertabstaffelung be-
ordnet. Sie stellen das Wertverhält- zeichnet man die Verringerung des
nis der Leistungen untereinander Punktwerts in Abhängigkeit von

dar. Für die zu erbringenden Leis- einer definierten Fallzahl oder


tungen zahlen die gesetzlichen Punktsumme. Hierdurch verringert
Krankenkassen (Krankenkasse, sich die Vergütung pro erbrachter
gesetzliche) an die Kassenärztli- Leistung. Die Punktwertabstaffe-
chen Vereinigungen ein Gesamtho- lung wird eingesetzt, um eine Men-
norar mit befreiender Wirkung. genbegrenzung bei der ärztlichen
Dieses Honorar wird mit Hilfe des Leistungserbringung zu erzielen.
Honorarverteilungsmaßstabs

(HVM) und des EBM auf die Ver- PZN


tragsärzte verteilt. Die Zuordnung Pharmazentralnummer
193 Qualität

der deutschen Norm DIN 55350,


der internationalen Norm ISO
8402 sowie weiteren Normen der
‘European Organisation for Quality
Control (EOQC)’ und auch der
‘American Society for Quality Con-
QALY trol (ASQC)’ ableiten. Die Unter-
Qualitätskorrigiertes Lebensjahr scheidung zwischen guter und
schlechter Qualität wird aufgrund
QM von Kriterien vorgenommen. Die
Qualitätsmanagement Messung der Qualität kann nach
den gemäß Kriterien erstellten ob-
Qualität jektiven Standards vorgenommen
en quality werden, wenn solche festgelegt
fr qualité worden sind. Die subjektive Quali-
Qualität ist die Gesamtheit der tät wird aus der subjektiven Wahr-
Merkmale und Merkmalswerte ei- nehmung heraus durch einen Ein-
nes Produktes oder einer Dienstlei- zelnen beurteilt. So wird etwa die
stung, bezüglich ihrer Eignung, Qualität der Leistungen in Klinik
festgelegte und vorausgesetzte Er- oder Arztpraxis durch die Wahr-
fordernisse zu erfüllen. Diese Defi- nehmung des Patienten und der In-
nition von Qualität lässt sich aus formationen bestimmt, die der Pati-

Qualität. Qualitätsdimension nach Donabedian.


Qualitätsinstitut 194

ent erhalten hat. Die Qualitätsbeur- Qualitätsinstitut


teilung wird nach subjektiven Kri- Institut für Qualität und Wirt-
terien vorgenommen, da jeder Pati- schaftlichkeit im Gesundheitswe-
ent für sich selbst ein individuelles sen
Qualitätsniveau festlegt, d. h. ein
bestimmtes Erwartungs- bzw. An- Qualitätskontrolle
spruchsniveau hat. Diese subjekti- en quality control
ven Qualitätsniveaus werden je- fr assurance qualité
doch grundsätzlich durch die glei- Qualitätskontrollen und Qualitäts-
chen Kriterien geprägt, die beim überprüfungen dienen der Überwa-
objektiven Qualitätsbegriff eine chung der Qualität von in Massen
Rolle spielen. Dabei sollen im Ge- produzierten Gütern und in Massen
sundheitswesen gerade die wich- erbrachten Dienstleistungen mit-
tigsten der so unterschiedlichen tels statistischer Methoden. An-
subjektiven Ansprüche der Patien- hand der Qualitätskontrolle wird
ten in messbare Kriterien umge- ermittelt, inwieweit gegebenenfalls
setzt werden. So ist die Qualität der aufgefallene Abweichungen der
Leistungen in Praxis und Klinik ab- Güter- oder Leistungsqualität von
hängig von der Kompetenz, der der Norm zufällig entstanden sind,
Einstellung, der Qualifikation und oder einem (systematischen) Feh-
der Weiterbildung der Mitarbei- ler zugeschrieben werden können.
ter/innen in Medizin, Pflege, Assi- Bei letzterem Verhalten muss den
stenz, Management etc. (Struktur- Ursachen für das Fehlverhalten
qualität), vom Ablauf des Diagno- nachgegangen werden, und in ei-
se- und Behandlungsprozesses nem weiteren Schritt eine Fehlerbe-
(Prozessqualität) und von der Hei- seitigung erfolgen. Qualitätskon-
lung oder Besserung des Krank- trollen und Qualitätsüberprüfung,
heitszustandes (Ergebnisqualität). gemeinsam mit Qualitätsplanung
Diese Kategorisierung vereinfacht und Qualitätslenkung, sind mithin
und ordnet die Einführung des als Methoden eines übergeordne-
Qualitätsmanagements. Qualität ten Qualitätssicherungssystems
wird im Rahmen des Qualitätsma- im Rahmen eines Qualitätsmana-
nagements gemessen, bewertet gements zu verstehen.
und in einem kontinuierlichen Ver-
besserungsprozess laufend bear- Qualitätskorrigiertes Lebensjahr
beitet. (QALY)
en quality adjusted life year
fr années de vie ajustées par esti-
195 Qualitätsmanagement

mation de la qualité de vie verbracht wird. Über QALYs kann


Qualitätskorrigierte Lebensjahre die Wirksamkeit einer therapeu-
sind ein Instrument aus der Lebens- tischen Intervention gemessen
qualitätsforschung (Lebensquali- werden. In die Wirksamkeitsbe-
tät), das auch in der ökonomi- messung fließen qualitative
schen Evaluation eingesetzt wird. Aspekte (Verbesserung der Lebens-
QALYs dienen in der ökonomi- qualität) und quantitative Aspekte
schen Evaluation dem Vergleich (Verlängerung des Lebens) ein.
der Kosten von Prozeduren und QUALYs erlauben auch den Ver-
Technologien im Gesundheits- gleich verschiedener Interventio-
wesen mit ihren Ergebnissen. Zen- nen. In sog. QALY-Tabellen wer-
trale Annahme bei der Ermittlung den verschiedene Interventionen
von QALYs ist, dass Lebensjahre im Hinblick auf die Kosten pro ge-
mit einer chronischen Krankheit wonnenem QALY vergleichend zu-
oder einer bleibenden Behinderung sammengestellt.
nicht den gleichen Wert wie Le-
bensjahre in Gesundheit haben. Qualitätsmanagement (QM)
Ein QALY resultiert aus der Ge- en Quality Management
wichtung der durch eine medizini- fr gestion de la qualité
sche Therapie gewonnenen Unter Qualitätsmanagement ver-
(Rest)Lebenszeit (Quantität) eines steht man „alle Tätigkeiten der Un-
Patienten mit einem Nutzwert für ternehmensführung, welche die
diese Restlebenszeit (Qualität): Qualitätspolitik, die Qualitätsziele
QALY = (Rest)Lebenszeit x Nutz- und -verantwortungen festlegen,
wert. Die Kosten pro QALY können soweit diese durch Mittel wie Qua-
zu Verfahren aus verschiedenen litätsplanung, Qualitätslenkung ge-
medizinischen Bereichen ermittelt eignet sind, Qualitätssiche-
werden. Anschließend werden die rung/Qualitätsmanagement-Darle-
Verfahren anhand der Kosten pro gung und Qualitätsverbesserung zu
QALY in eine Rangfolge gebracht verwirklichen“ (nach DIN EN ISO
und miteinander verglichen. Dabei 8402). Qualitätsmanagement heißt
sind jedoch erhebliche methodi- also, systematisch die Unter-
sche Probleme und Kritikpunkte zu schiede zwischen angestrebten
berücksichtigen. Der Vergleich (Soll) und tatsächlich erreichten
führt zu so genannten „league tab- Leistungsresultaten (Ist) aufzuzei-
les“ (Ranglisten). gen, die Ursachen dafür zu analy-
Ein QALY entspricht einem Jahr, sieren und Verbesserungen einzu-
das in vollständiger Gesundheit leiten. Die traditionellen Maßnah-
Qualitätsmanagement-System 196

men der Qualitätssicherung in der Qualitätsmanagement-System


Medizin wie etwa Qualitätszirkel en Quality Management System
haben nicht selten einen eher un- fr système de gestion de la qualité
systematischen Charakter. Es Als Qualitätsmanagement-System
fehlte und fehlt häufig an einer ge- bezeichnet man die Gesamtheit der
eigneten Systematik, passenden or- aufbau- und ablauforganisatori-
ganisatorischen und methodischen schen Gestaltung, sowohl zur Ver-
Voraussetzungen, angemessenen knüpfung der qualitätsbezogenen
Zielen und einer ergebnisorientier- Aktivitäten untereinander als auch
ten Evaluation qualitätssichernder im Hinblick auf eine einheitliche,
Maßnahmen, wie sie etwa unter gezielte Planung, Umsetzung und
dem Begriff des „Qualitätsmanage- Steuerung der Maßnahmen des
ments“ bzw. des „Umfassenden Qualitätsmanagements in einem

Qualitätsmanagements“ aus der in- Unternehmen. Das Qualitätsmana-


dustriellen Produktion bekannt gement-System dient somit der
sind. In der Industrie ist Qualitäts- Ordnung und der gezielten Umset-
management seit vielen Jahren zu zung von Qualitätsaufgaben im Un-
einem ausdifferenzierten Verfah- ternehmen. Aufbau, Umfang und
ren, einem Teil der Produktion ge- Einführung eines Qualitätsmanage-
worden, das nicht nur das Endpro- ment-Systems hängen von den spe-
dukt der Fertigung, sondern sämtli- ziellen Zielsetzungen des jeweili-
che Schritte des Produktionsab- gen Unternehmens ab. Hinzu kom-
laufs im Rahmen eines Qualitäts- men interne und externe Einflüsse
management-Systems einbezieht, und Festlegungen, besondere orga-
kontrolliert und beurteilt. nisatorische Abläufe sowie die un-
terschiedliche Größe der Organisa-

Qualitätsmanage-
ment (QM). Der
“Plan-Do-Check-
Act Zyklus” als
integraler Be-
standteil von
Qualitätsmanage-
ment.
197 Qualitätssicherung

tion. Aus diesem Grund kann es Dabei ist Dokumentation Voraus-


kein einheitliches Qualitätsmana- setzung für eine Qualitätssiche-
gement-System geben. rung. Ausschlaggebende Elemente
einer Qualitätssicherung sind Ziel-
Qualitätssicherung setzung, Analyse, Rückschluss und
en quality assurance Lösungsumsetzung. Qualitätssi-
fr assurance qualité cherung impliziert mithin Beurtei-
Mit „Qualitätssicherung“ werden lung und Intervention.
alle Instrumente im Fertigungs- Qualitätssicherung im Gesund-
oder Dienstleistungsprozess be- heitswesen verfolgt das Ziel, die
zeichnet, die geeignet sind, die Be- medizinisch erreichbare Qualität
schaffenheit von Gütern und der ärztlichen Leistungserbringung
Dienstleistungen zur Erfüllung der tatsächlich auch zu erreichen bzw.
in sie gesetzten funktionalen Er- zu sichern. Maßnahmen der Quali-
wartungen zu stabilisieren oder zu tätssicherung bezwecken für den
verbessern. Alle qualitätssichern- einzelnen Behandlungsfall, dass
den Tätigkeiten unterliegen einem unter Berücksichtigung des jeweili-
geplanten, systematischen Ansatz. gen Standes der Medizin und ihrer
Qualitätskontrollen, Qualitäts- erprobten Standards einerseits und
überwachung und Qualitätsüber- der begrenzten Finanzmittel ande-
prüfung, gemeinsam mit Qualitäts- rerseits der Patient eine ausrei-
planung und Qualitätslenkung, chende, zweckmäßige und wirt-
sind mithin als Methoden eines schaftliche Versorgung erhält.
übergeordneten Qualitätssiche- Nach § 135a SGB V sind die Lei-
rungssystems im Rahmen eines stungserbringer gemäß §§ 136a,
Qualitätsmanagements zu ver- 136b, 137 und 137d SGB V ver-
stehen. pflichtet, sich an einrichtungsüber-

Qualitätsmanagement-System.
Qualitätssicherung 198

greifenden Maßnahmen der Quali- oder Rehabilitationsmaßnahmen


tätssicherung zu beteiligen, die ins- (Rehabilitation).
besondere zum Ziel haben, die Er- Die Teilnahme an Maßnahmen der
gebnisqualität (Qualität) zu ver- Qualitätssicherung ist nach der
bessern. Sie sind auch verpflichtet, ärztlichen Berufsordnung eine

einrichtungsintern ein Qualitäts- allgemeine ärztliche Berufspflicht.


management einzuführen und wei- Alle Leistungserbringer haben die
terzuentwickeln. Diese Verpflich- Möglichkeit, im Rahmen von
tung besteht für die Vertrags- Qualitätsmanagement eine Zerti-

ärzte, medizinische Versor- fizierung zu erhalten. Das Zertifi-


gungszentren, zugelassene Kran- zierungsverfahren für Kranken-
kenhäuser sowie Erbringer von häuser wird unter anderem über
Vorsorgeleistungen (Vorsorge) die Kooperation für Transparenz

Qualitätssicherung. Prozess der Qualitätssicherung in der medizinischen Ver-


sorgung.
199 Qualitätszirkel

und Qualität im Krankenhaus diese Gruppe in regelmäßigen Sit-


(KTQ) veranlasst. Die KTQ ist Trä- zungen selbst gewählte Probleme
ger eines Qualitätszertifikats, das und Schwachstellen aus ihrem Ar-
speziell für die Zertifizierung deut- beitsbereich, mit dem Ziel, Pro-
scher Krankenhäuser entwickelt blemlösungen zu erarbeiten, Ver-
wurde. besserungsvorschläge zu verwirkli-
chen, die dabei erzielten Ergeb-
Qualitätszirkel nisse selbst zu kontrollieren und ef-
en quality circle/loop fektiver als bisher die Arbeit zu er-
fr cercle de qualité füllen. Qualitätszirkel können so-
Qualitätszirkel stellen eine aus Ja- wohl im Krankenhaus (abtei-
pan importierte Form der Gruppen- lungsintern oder abteilungsüber-
arbeit zur Steigerung der Qualität greifend) als auch in der ambulan-
des Produktes, der Arbeitsbedin- ten Versorgung (praxisübergrei-
gungen, der Arbeitsverfahren so- fend) gebildet werden. Qualitäts-
wie der sozialen Integration dar. zirkel können fachgruppenbezogen
Qualitätszirkel sind zentrale und (Fachgruppe), aber auch interdis-
integrale Bestandteile eines umfas- ziplinär zusammengesetzt sein.
senden Qualitätsmanagements, Qualitätszirkel sind seit 1993 – mit
denn in ihnen wird das Paradigma In-Kraft-Treten der Qualitätssiche-
des problemorientierten und konti- rungsrichtlinien der Kassenärztli-
nuierlichen Qualitätsverbesse- chen Bundesvereinigung (KBV) –
rungsprozesses umgesetzt. Ein ein anerkanntes, auf ärztliche Ei-
Qualitätszirkel stellt eine kleine geninitiative aufgebautes Instru-
Gruppe von etwa fünf bis zehn Per- ment zur Qualitätssicherung in
sonen dar, die sich freiwillig zu- der ambulanten vertragsärztli-
sammenfindet und sich in regelmä- chen Versorgung. Darüber hinaus
ßigem Turnus (z. B. jeden ersten dienen sie der Weiterqualifizierung
Mittwoch im Monat) trifft. Der Ar- der Vertragsärzte/Psychotherapeu-
beitsbereich der Teilnehmer sollte ten/Kinder- und Jugendlichenpsy-
nicht zu heterogen sein. Geleitet chotherapeuten.
durch einen Moderator analysiert
Randomisierung 200

Gruppe. Nach Möglichkeit sollte


der Erfolg der Randomisierung an-
hand von verfügbaren Kontrollva-
riablen überprüft werden. Ange-
wandt auf die klinische For-
schung bedeutet dies, dass die Pati-
Randomisierung enten einer klinischen Studie zufäl-
en randomization lig der Behandlungs- oder der Kon-
fr randomisation trollgruppe zugewiesen werden.
Unter Randomisierung (als Kon-
trolltechnik) versteht man die zu- Ranglisten
fällige Zuteilung von Versuchsper- en league tables
sonen zu den experimentellen fr listes de classification
Gruppen. Die Repräsentativität der Ranglisten sind Zusammenstellun-
Untersuchungsstichprobe spielt gen medizinischer Interventionen,
dabei keine Rolle. Jede beliebige die nach ihrem relativen Kosten-
(auch extreme) Untersuchungs- Nutzwert-Quotienten (Kosten,
stichprobe lässt sich randomisie- Nutzwert) geordnet werden.
ren. Die Zuteilung der Versuchs- Ranglisten dienen der Auswahl von
personen zu den experimentellen Gesundheitsleistungen, die aus

Gruppen muss strikt nach dem Zu- ökonomischer Sicht bei allgemei-
fallsprinzip erfolgen, was durch ein ner Mittelknappheit zuerst angebo-
systematisches Zufallszuteilungs- ten werden sollen. Umgekehrt las-
verfahren vor Beginn des Versuchs sen sich in Ranglisten aufgrund der
sichergestellt werden muss. Sinn Mittelknappheit auch solche Ge-
der Zufallszuteilung ist es, die ex- sundheitsleistungen identifizieren,
perimentellen Gruppen hinsicht- die aus ökonomischer Sicht zuerst
lich aller personenbedingten Unter- aus dem Leistungsprogramm ge-
schiede sowie aller versuchsirrele- strichen werden sollten. Allerdings
vanten Umwelteinflüsse, denen sie ist die Konstruktion von Ranglisten
ausgesetzt sind, vergleichbar zu weder theoretisch noch empirisch
machen. Die Randomisierung ga- einfach und problemlos möglich.
rantiert keine absolute Vergleich- Schon theoretisch ergeben sich
barkeit und ist insbesondere bei eine Reihe von Konstruktionspro-
kleinen Gruppengrößen nicht hin- blemen, die dazu führen sollten,
reichend. Die Effizienz der Rando- dass die Ergebnisse der Ranglisten-
misierung steigt mit wachsender bildung sehr vorsichtig bewertet
Anzahl der Versuchspersonen pro werden.
201 Rationalisierung

Randomisierung. Verfahren zur Randomisierung im Rahmen einer Untersu-


chung.

Rationalisierung heitswesen bedeutet dies, dass


en rationalisation durch Anwendung technischer und
fr rationalisation organisatorischer Methoden die
Als Rationalisierung bezeichnet vorhandenen Ressourcen im Ge-
man die gezielte Verbesserung des sundheitswesen besser genutzt
Verhältnisses der eingesetzten Gü- werden. Generelle Orientierung für
ter und Dienstleistungen zu den da- Rationalisierungsmaßnahmen bie-
mit erzielten Ergebnissen. Der öko- tet das ökonomische Prinzip in sei-
nomische Wirkungsgrad der einge- nen Ausprägungen als Minimal-
setzten Ressourcen wird verbes- prinzip (Effizienz) oder als Maxi-
sert. Angewandt auf das Gesund- malprinzip (Effizienz). Beim Mi-
Rationierung 202

nimalprinzip bleibt das Ergebnis nei- und Heilmittel, die die indivi-
bei geringstmöglichem Einsatz duellen ärztlichen Entscheidungen
gleich (z. B. weniger Personal bei mit beeinflussen. Dies kann dazu
konstanter Patientenanzahl). Beim führen, dass Patienten Medika-
Maximalprinzip, wird mit gleichem mente oder Behandlungen vorent-
Ressourceneinsatz der größtmögli- halten werden, wenn das Budget
che Output erzielt (z. B. Aufstoc- ausgeschöpft ist.
kung von Bettenanzahl im Kran-
kenhaus ohne Personalaufsto- Regelleistung
ckung). en standard benefit
fr prestation standard
Rationierung Der Begriff wurde für die in der
en rationing Reichsversicherungsordnung

fr rationnement (RVO) gesetzlich vorgeschriebenen


Als Rationierung bezeichnet man Leistungen der Krankenkassen
die Zuteilung von Mitteln. Auf- (Krankenkasse, gesetzliche) ge-
grund der allgemeinen Mittel- prägt. Nach Gesetzesänderungen
knappheit, nicht nur im Gesund- im Jahr 1989 (Gesundheitsreform-
heitswesen, ist die Zuteilung von gesetz) beschränkt sich dieser Be-
Mitteln, Rationierung, ein alltägli- griff auf Leistungen der Renten-
cher Sachverhalt. Jede Familie ent- versicherung der Arbeiter in Buch
scheidet entweder verdeckt oder 4 der Reichsversicherungsord-
offen darüber, welche Bedürfnisse nung. Er wird aber oft synonym für
vorrangig befriedigt werden sollen die Leistungen der gesetzlichen
und verteilt das verfügbare Fami- Krankenversicherung (Kranken-
lieneinkommen auf diese Bedürf- versicherung, gesetzliche, GKV)
nisse nach ihrem Rang in der Be- verwandt, zu denen die Kassen per
dürfnisskala. Auch in der Gesund- Gesetz verpflichtet sind. Im Kran-
heitsversorgung sind die Mittel kenhausbereich sind Regelleistun-
knapp. Allerdings greifen in der Ge- gen die allgemeinen Krankenhaus-
sundheitsversorgung neben den in- leistungen, die auch von der GKV
dividuellen Einkommensverwen- getragen werden.
dungsentscheidungen auch Zutei-
lungsmechanismen, die nicht der Regelleistungsvolumina, arzt-
individuellen Verfügungsmacht gruppenbezogene
unterliegen. So gelten in der ver- en volumes of standard benefits,
tragsärztlichen Versorgung Bud- physician-specific
gets für Arzthonorare oder Arz- fr volume pour les prestations
203 Regress

standard, spécific aux groupes einem festen Punktwert vergütet.


de médecins
Ab dem Jahr 2007, so die Regelung Regelversorgung
des GKV-Modernisierungsgeset- en standard care
zes, wird das Vergütungssystem fr soins standard
für kassenärztliche Leistungen Als Regelversorgung wird diejenige
grundlegend geändert. Nach dem Versorgung bezeichnet, die der
bisherigen System der Honorarver- Versicherte in der gesetzlichen
teilung wird der Wert einer ärztli- Krankenversicherung (Kranken-
chen Leistung nach dem Einheit- versicherung, gesetzliche) erwar-
lichen Bewertungsmaßstab (EBM) ten kann. Die Regelversorgung un-
mit Punkten bewertet. Der terliegt damit ständigen Verände-
Punktwert für eine bestimmte rungen aufgrund des medizini-
ärztliche Behandlung ist veränder- schen Fortschritts und der allge-
lich. Man spricht auch von einem meinen Wohlstandsentwicklung,
floatenden Punktwert. So sinkt der die es möglicherweise erlaubt, Ver-
Punktwert für die einzelne Leis- sorgungselemente zum Regelfall
tung, wenn zum Beispiel die Ärzte werden zu lassen, die bei ihrer
einer bestimmten Fachgruppe in Neueinführung nur einigen weni-
einem Quartal mehr Leistungen er- gen zugänglich waren.
bringen als erwartet. Künftig wird
für jede Arztgruppe eine Menge Regress
vertragsärztlicher Leistungen defi- en recourse
niert. Die damit verbundenen fr recours
Punktsummen werden festgelegt. Regress ist der „Rückgriff“ auf den
Diese Punktsummen bezeichnet Vertragsarzt, für den Fall, dass

man als arztgruppenbezogene Re- sein ärztliches Handeln gegen so-


gelleistungsvolumina. Innerhalb zialrechtliche Bestimmungen ver-
der jeweiligen Fachgruppe werden stoßen hat. Der Regress ist ein häu-
diese Regelleistungsvolumina auf fig wiederkehrender Begriff im Zu-
die einzelnen Vertragsärzte der sammenhang mit dem Wirt-
Gruppe verteilt (arztbezogenes Re- schaftlichkeitsgebot. Ärztliches
gelleistungsvolumen). Bleibt die Handeln unterliegt dem Gebot,
abgerechnete Leistungsmenge ei- wirtschaftlich zu behandeln und zu
nes Vertragsarztes der Fachgruppe verordnen. Im Rahmen der Wirt-
innerhalb dieses definierten Rah- schaftlichkeitsprüfung kann durch
mens, wird dem jeweiligen Ver- die Prüfgremien bei unwirtschaftli-
tragsarzt diese Leistungsmenge zu cher Verordnung von Arzneimit-
Regressanspruch 204

teln, Heilmitteln, etc. ein Regress Die Reichsversicherungsordnung


gegen den Arzt verhängt werden. war die allgemeine gesetzliche
Festgestellte Unwirtschaftlichkeit Grundlage für die Regelung der
kann dann zum Regress und damit Sozialversicherung. Nachdem
zu Honorarkürzung oder zu Rück- 1883 das Krankenversicherungsge-
zahlungsforderungen durch die setz, 1884 die gesetzliche Unfall-
Krankenkassen (Krankenkasse, versicherung und 1889 das Invali-
gesetzliche) führen. Im Streitfall ditäts- und Altersversicherungsge-
entscheiden letztendlich die Sozial- setz in Kraft traten, wurden diese
gerichte über die Unwirtschaftlich- drei klassischen Zweige der Sozial-
keit. versicherung 1911 reformiert und
in einem Gesetz zusammengefasst,
Regressanspruch der Reichsversicherungsordnung
en claim for/right of recourse (RVO). Die RVO enthielt 1.754 Pa-
fr droit de recours ragraphen und umfasste sechs Bü-
Ersatzanspruch cher. Mit diesem Gesetzeswerk hat
die deutsche Sozialversicherung
Rehabilitation(REHA) auch einen spürbaren Einfluss auf
en rehabilitation die soziale Entwicklung in anderen
fr réadaptation Staaten ausgeübt. Die RVO ist in-
Unter Rehabilitation versteht man zwischen weitgehend durch das
alle medizinischen und berufsför- Sozialgesetzbuch abgelöst.
dernden Leistungen, die der Besse- Heute regelt die RVO im wesentli-
rung oder Wiederherstellung der chen noch Leistungen bei Schwan-
Erwerbsfähigkeit (Erwerbsunfä- gerschaft und Mutterschaft.
higkeit) dient. Bevor eine Rente
wegen Erwerbsminderung bewil- Reimporte
ligt wird, ist immer zu prüfen, ob Import-Arzneimittel

durch eine Rehabilitation die Lei-


stungsfähigkeit des Versicherten Reliabilität
gebessert oder wiederhergestellt en reliability
werden kann („Reha vor Rente“). fr reliabilité
Die Reliabilität ist das Maß zur Be-
Reichsversicherungsordnung stimmung der Zuverlässigkeit von
(RVO) wissenschaftlichen Untersuchun-
en Reich Insurance Code gen. Sie wird gemessen, indem ge-
fr code d’assurance sociale du testet wird, ob die Wiederholung
Reich (de 1911) einer Untersuchung unter gleichen
205 Rentenversicherung

Bedingungen zum gleichen Ergeb- pflichtig sind alle unselbstständig


nis führt. Beschäftigten sowie bestimmte
Selbstständige. Außerdem gibt es
Rentenversicherung die Möglichkeit der freiwilligen
en (statutory) pension insurance Versicherung. Versicherungsträger
fr assurance retraite sind für die Arbeiterrentenversi-
Die Rentenversicherung ist ein cherung die Landesversiche-
Zweig der Sozialversicherung. rungsanstalten (LVA) und Sonder-
Sie schützt ihre Versicherten vor fi- anstalten, z. B. Bundesbahn-Versi-
nanziellen Einbußen durch Gefähr- cherungsanstalt und Seekasse. Trä-
dung oder Minderung der Erwerbs- ger der Angestelltenrentenversi-
fähigkeit (Erwerbsunfähigkeit), cherung ist die Bundesversiche-
im Alter, sowie bei Tod deren Hin- rungsanstalt für Angestellte (BfA),
terbliebene. Die Aufgaben der Ren- Träger der Knappschaftsrentenver-
tenversicherung sind: sicherung ist die Bundesknapp-
aLeistungen zur Rehabilitation, schaft. Die Rentenversicherung
aZahlung von Renten und Zusatz- wird unter anderem im Falle der
leistungen, Berufsunfähigkeit und Er-
aZahlung von Beiträgen zur werbsunfähigkeit sowie beim Er-
Krankenversicherung der reichen der vorgegebenen Alters-
Rentner und zu deren Pflegever- grenze beansprucht. Nach dem
sicherung, Tod eines Versicherten haben unter
aAufklären und Beraten der Versi- bestimmten Voraussetzungen auch
cherten, Rentner und Arbeitge- Hinterbliebene einen Anspruch auf
ber sowie Zahlungen aus der Rentenversiche-
aInformation der Allgemeinheit. rung. Neben der regulären Renten-
Die Rentenversicherung gliedert versicherung gibt es Sondersys-
sich organisatorisch in teme. Dies sind die berufsständi-
adie Rentenversicherung der Ar- schen Versorgungswerke, die für
beiter, Angehörige bestimmter Berufs-
adie Rentenversicherung der An- gruppen (der sog. freien Berufe wie
gestellten, Ärzte, Apotheker, Rechtsan-

adie knappschaftliche Rentenver- wälte) die Pflichtversorgung be-


sicherung. züglich der Alters-, Invaliditäts-
Die Beitragshöhe richtet sich nach und Hinterbliebenenversorgung si-
dem Bruttoeinkommen. Der festge- cher stellen und selbstständig ne-
legte Prozentsatz ist für alle Versi- ben den anderen „klassischen“
cherten gleich. Versicherungs- Rentensystemen stehen.
Ressourcen 206

Ressourcen terbehandlung in Krankenhäu-


en resources ser. Notfalleinsätze werden häufig
fr ressources von besonders ausgebildeten
Ressourcen sind Güter und Dienst- Notärzten geleitet. Die Planung

leistungen, die zur Leistungserbrin- des Rettungsdienstes erfolgt durch


gung (Leistungserbringer) zur die Rettungsdienstgesetze auf Län-
Verfügung stehen oder kurzfristig derebene. Hierin wird auch die Zu-
verfügbar sind. Ressourcen werden lassung der Rettungsdienstträger
während der Leistungserbringung geregelt. Die Kosten der Ret-
verbraucht oder umgewandelt und tungsdienst- und Transportleistun-
stehen danach nicht mehr für an- gen werden von den Krankenkas-
dere Zwecke zur Verfügung. Im sen (Krankenkasse, gesetzliche)
Gesundheitswesen sind z. B. Per- übernommen.
sonal, Arzneimittel, medizin-
technische Geräte oder Kranken- Rezept
hausbetten Ressourcen. en prescription
fr ordonnance
Retrospektive Studie Das Rezept ist eine ärztliche An-
en retrospective study weisung (Arzt) oder Verord-
fr étude rétrospective nung an eine Apotheke oder ei-
Retrospektive Studien sind Stu- nen juristisch gleichgestellten Be-
dien, bei denen bereits vorliegen- trieb, ein Arzneimittel oder ein
des, also historisches, Datenmate- Heilmittel herzustellen und dem

rial untersucht wird. Der Zeitraum, Patienten oder einem Überbringer


der für die Datenbeschaffung benö- zu übergeben oder ein Fertigarz-
tigt wird, ist dadurch relativ kurz neimittel dem Patienten oder ei-
und die Erhebung der Daten meist nem Überbringer abzugeben. Ei-
weniger aufwändig (klinische nige Arzneimittelgruppen und alle
Forschung). neuen Arzneistoffe sind rezept-
pflichtig (Verschreibungspflich-
Rettungsdienst tig), weil Ihre Anwendung von
en rescue service ärztlicher Seite kontrolliert werden
fr service de secours muss. Der Grund hierfür ist das
Der Rettungsdienst ist ein Notfall- hohe Risiko, welches eine unkon-
dienst (Notdienst). Er leistet in trollierte Anwendung durch den
Notfällen lebensrettende Maßnah- Patienten darstellt. Die Risiken von
men und den Transport kranker Nebenwirkungen, Wechselwir-
und verletzter Personen zur Wei- kungen und Gegenanzeigen kön-
207 Richtgrößen

nen für den Patienten lebensbedro- wirtschaftlichkeit in der Arzneimit-


hend sein oder zumindest schwere telverordnung. Bei einer Über-
Nebenwirkungen auslösen. Ein Re- schreitung der Richtgrößen um
zept muss ferner bei Krankentrans- mehr als 25 % hat der Vertragsarzt
porten und medizinischen Rehabi- den Mehraufwand, der sich aus der
litationsleistungen (Rehabilita- Überschreitung der Richtgrößen er-
tion) vorliegen. Die Krankenkasse gibt, zu erstatten, soweit er keine
(Krankenkasse, gesetzliche) Praxisbesonderheiten geltend
übernimmt dann die Kosten der machen kann. Es wird also von
Leistung teilweise oder insgesamt. vornherein Unwirtschaftlichkeit
unterstellt und der Arzt muss antre-
Rezeptfrei ten, das Gegenteil zu beweisen. Bei
Over-the-Counter (OTC)-Arznei- einer Überschreitung der Richtgrö-
mittel ßen um mehr als 15 % wird grund-
sätzlich eine Beratung durchge-
Rezeptgebühr führt (§§ 84 und 106 SGB V).
en prescription fee Was Praxisbesonderheiten sind, re-
fr frais d’ordonnance geln häufig Richtgrößenvereinba-
Zuzahlung rungen in den Kassenärztlichen
Vereinigungen. Auch Arzneimittel,
Richtgrößen die bei der Ermittlung von Richt-
en average prescription limits größen außer Betracht bleiben,
fr limites de prescription de médi- werden dort genannt. Diese Aus-
caments nahmen sind teilweise in den An-
Richtgrößen für Arzneimittel hängen zu den Vereinbarungen
sind nach § 84 SGB V rechnerische aufgelistet. Abgeleitet werden die
Durchschnittsbeträge, die sich auf Richtgrößen aus den jeweils zur
alle von einem Arzt in einem Ka- Verfügung stehenden Arzneimittel-
lenderjahr behandelten Patienten budgets unter Berücksichtigung
beziehen. Es handelt sich um von Versichertenzuzahlungen,
Orientierungspunkte, abgeleitet Apothekenrabatt (Apothekenab-
aus den Arzneimittelbudgets als schlag) und weiteren Korrekturfak-
“Obergrenze für die insgesamt von toren, die je nach Budgetregion un-
den Vertragsärzten veranlassten terschiedlich ermittelt werden.
Ausgaben für Arznei-, Verband- Mit Einführung des GKV-Moder-
und Heilmittel“ (§ 84 SGB V). nisierungsgesetzes sieht der Ge-
Richtgrößen dienen nach dem Ge- setzgeber Einsparanreize vor. So
setzgeber der Ermittlung von Un- können im Rahmen der Arznei-
Richtlinien 208

und Heilmittelvereinbarungen Bo- deutlich von Leitlinien. Diese Un-


nuszahlungen an die Ärzte erge- terscheidung ist spezifisch für den
hen, die das vorgegebene Richtgrö- deutschen und europäischen
ßenvolumen nicht überschreiten. Sprachraum. Im Sprachgebrauch
Auch kann ein prozentualer Anteil der USA werden in der Regel so-
der vertraglich vereinbarten Vergü- wohl Richtlinien als auch Leitlinien
tung auf Maßnahmen verwendet als „guidelines“ bezeichnet und
werden, die der Information und nicht hinsichtlich der Verbindlich-
Beratung der Vertragsärzte im keit differenziert. Im europäischen
Hinblick auf Qualität und Wirt- Sprachraum (insbesondere in der
schaftlichkeit der Arzneimittelver- Amtssprache der EU) gilt: „guide-
sorgung dienen. Gleichzeitig ver- line“ = „Leitlinie“, „directive“ =
schärft der Gesetzgeber die Ge- „Richtlinie“.
währleistungspflicht für die Ver- Richtlinien im Sinne des
tragspartner. Danach haften die § 92 SGB V werden vom Gem-
Vorstände der Krankenkassenver- einsamen Bundesausschuss erlas-
bände (Landesverbände der sen und dienen der Sicherung der
Krankenkassen) und der Kassen- ärztlichen Versorgung und einer
ärztlichen Vereinigungen für eine ausreichenden, zweckmäßigen
ordnungsgemäße Umsetzung der und wirtschaftlichen Versorgung
im Rahmen der Arznei- und Heil- der Versicherten. Diese Richtlinien
mittelvereinbarungen nach gelten für niedergelassene Ver-
§ 84 SGB V zu treffenden Maßnah- tragsärzte, ermächtigte Ärzte und
men. Krankenhäuser; aber auch für die

Krankenkassen (Krankenkasse,
Richtlinien gesetzliche) und die Versicherten.
en directives Der Gemeinsame Bundesausschuss
fr directives beschließt insbesondere Richtli-
Richtlinien sind Handlungsregeln nien über ärztliche Behandlung,
einer gesetzlich, berufsrechtlich, zahnärztliche Behandlung, Maß-
standesrechtlich oder satzungs- nahmen zur Früherkennung von
rechtlich legitimierten Institution, Krankheiten, ärztliche Betreuung
die für den Rechtsraum dieser Insti- bei Schwangerschaft und Mutter-
tution verbindlich sind und deren schaft, Einführung neuer Untersu-
Nichtbeachtung definierte Sanktio- chungs- und Behandlungsmetho-
nen nach sich ziehen kann. den, Verordnung von Arznei-,
Richtlinien unterscheiden sich im Verband-, Heil- und Hilfsmit-
Hinblick auf diese Verbindlichkeit teln, Krankenhausbehandlung,
209 Risikostrukturausgleich

häuslicher Pflege und Sozi- scheme


otherapie sowie weitere Leistungen fr compensation de la structure
und Aufgaben Vertragsärzte. Richt- du risque
linien des Gemeinsamen Bundes- Der Risikostrukturausgleich ist ein
ausschusses konkretisieren mit System von Ausgleichszahlungen
Bindungswirkung für Leistungs- zwischen den Krankenkassen
erbringer und Krankenkassen (Krankenkasse, gesetzliche) der
das Wirtschaftlichkeitsgebot und gesetzlichen Krankenversicherung
präzisieren die Leistungsansprüche (Krankenversicherung, gesetzli-
der Versicherten. Die Richtlinien che), mit dem Unterschiede in der
müssen den allgemein anerkann- Häufigkeit und Qualität von Krank-
ten Stand der medizinischen Er- heitsrisiken der Versicherten ein-
kenntnisse und das Prinzip einer zelner Kassen und gleichzeitig Un-
humanen Krankenbehandlung be- terschiede im Beitragsaufkommen
rücksichtigen. aufgrund von Unterschieden in den
Einkommensverhältnissen der Mit-
Risiko-Nutzen-Analyse glieder der jeweiligen Kassen aus-
en Risk-Benefit-Analysis geglichen werden sollen. Einge-
fr analyse risque bénéfice führt wurde der RSA 1994. Er sollte
Als Risiko-Nutzen-Analyse be- bei der Kassenwahlfreiheit (Kas-
zeichnet man die Gegenüberstel- senwahl, freie) für die Versicherten
lung der Risiken und der Nutzen gleiche Wettbewerbschancen unter
eines Verfahrens, eines Instru- den Krankenkassen sicherstellen.
ments oder einer medizinischen In- Aufgrund der Geschichte der ein-
tervention. Für den Einsatz eines zelnen Krankenkassen waren von
Arzneimittels enthielte die Ri- Anfang an Unterschiede in der
siko-Nutzen-Analyse die Betrach- Häufigkeit und Qualität von Krank-
tung der positiven Wirkungen für heitsrisiken der Versicherten der
den Patienten, wie etwa die Le- Kassen und Unterschiede im Bei-
bensverlängerung oder die Verbes- tragsaufkommen vorhanden. Die-
serung der Lebensqualität, und ser Unterschied wirkte sich auf die
die Betrachtung der negativen Wir- Beitragssätze aus. Die Beitragssat-
kungen, der Nebenwirkungen zunterschiede, die auf diese struk-
des Medikaments. turell historischen Unterschiede
zwischen den Krankenkassen zu-
Risikostrukturausgleich (RSA) rückzuführen sind, sollen durch
en risk structure compensation den RSA vermindert werden. Die
Ausgleichszahlungen zwischen
Risk-Sharing-Contract 210

den Krankenkassen im RSA richten bildet. Für jede dieser Gruppen


sich nach den Faktoren: Alter, Ge- werden getrennte standardisierte
schlecht, Berufs- und Erwerbsfä- Leistungsausgaben ermittelt. Diese
higkeits-Status und Zahl der bei- werden bei der Ermittlung der Aus-
tragsfrei mitversicherten Familien- gleichsansprüche und -verpflich-
angehörigen. Damit war eine diffe- tungen der Krankenkassen im Risi-
renzierte Erfassung der Morbidi- kostrukturausgleich zu Grunde ge-
tätsunterschiede (Morbidität) legt. So kann eine Krankenkasse
zwischen den Kassen nicht mög- über den RSA für einen einge-
lich und Anreize gesetzt, Gesunde schriebenen Versicherten mehr
zu versichern und Kranke mög- Mittel „erhalten“ als für einen Ver-
lichst nicht neu aufzunehmen. Dies sicherten mit der gleichen, DMP-fä-
hat den Gesetzgeber im Jahr higen Erkrankung, der nicht in ein
2001 dazu veranlasst, den Risiko- DMP eingeschrieben ist.
strukturausgleich gesetzlich neu zu
regeln und langfristig an weiterge- Risk-Sharing-Contract
henden Morbiditätskriterien aus- en Risk-Sharing-Contract
zurichten. fr contrat de division des risques
In diesem Sinn soll das Gesetz zur Ein Risk-Sharing-Contract ist ein
Reform des Risikostrukturaus- Vertrag zwischen zwei oder mehre-
gleichs in der gesetzlichen Kran- ren Parteien, mit dem Risiken und
kenversicherung Mängel in der Be- die daraus entstehenden Lasten
handlung chronisch Kranker besei- zwischen den Vertragspartnern
tigen. Gleichzeitig soll sicherge- verteilt werden. In der Gesund-
stellt werden, dass eine qualitativ heitsversorgung sind dies in der Re-
hochwertige Versorgung chronisch gel pauschale Honorare, mit denen
Kranker für die Kassen finanzierbar die Versorgung von Versicherten
ist (§ 266 SGB V). Dies betrifft u. a. oder Versichertengruppen unab-
Krankenkassen, die Disease Ma- hängig von deren Leistungsinan-
nagement Programme durchfüh- spruchnahme abgegolten werden.
ren, da für Patienten, die in zuge- Übersteigen die Kosten der Lei-
lassenen DMPs eingeschrieben stungen die vorher vereinbarte
sind, ein höherer Leistungsbedarf Zahlung, trägt der Empfänger der
besteht. Zu diesem Zweck werden Pauschale die Differenz.
im Risikostrukturausgleich für
chronisch Kranke, die in zugelasse-
nen DMPs eingeschrieben sind, be-
sondere Versichertengruppen ge-
211 RVO-Kassen

Robert Koch Institut, Bundesin- tuellen internationalen Entwic-


stitut für Infektionskrankheiten klungen auf den entsprechenden
und nicht übertragbare Krankhei- Wissenschaftsgebieten,
ten (RKI) adie Information und Beratung
en Robert-Koch-Institute, Federal der politischen Entscheidungs-
Institute for Infectious Diseases träger und der Fachöffentlich-
and non-transmittable Diseases keit,
fr Institut Robert-Koch, institut fé- aspezialgesetzlich zugewiesene
déral pour les maladies infectio- Vollzugsaufgaben, vor allem im
nales et les maladies intrans- Bereich des Infektionsschutzes,
missibles des Gentechnikgesetzes und
Das Robert Koch-Institut (RKI) ist des Stammzellgesetzes sowie bei
die zentrale Einrichtung der Bun- Angriffen und Anschlägen mit
desregierung auf dem Gebiet der biologischen Agenzien und
Krankheitskontrolle und -präven- adie inhaltliche Durchführung
tion. Sie ist damit auch die zentrale und Koordinierung der Ge-
Referenzeinrichtung des Bundes sundheitsberichterstattung des
auf dem Gebiet der anwendungs- Bundes.
und maßnahmenorientierten For-
schung und des Öffentlichen Ge- RSA
sundheitsdienstes. Risikostrukturausgleich

Die Aufgaben des Robert Koch-In-


stitutes umfassen: Rückerstattung
adas Erkennen von politisch en reimbursement
wichtigen gesundheitlichen Pro- fr remboursement
blemen und damit verbundenen Krankenversicherung, private

wissenschaftlichen
Fragestellungen, RVO
adie anwendungs- und maßnah- Reichsversicherungsordnung

menorientierte Forschung zu
diesen Problemen, RVO-Kassen
adas Bewerten von Forschungser- Kassenarten

gebnissen durch Analyse der ak-


Sachleistungsprinzip 212

mium von Sachverständigen. Der


Sachverständigenrat hat die Auf-
gabe, im Abstand von zwei Jahren
Gutachten zur Entwicklung der
Versorgung in der gesetzlichen
Krankenversicherung (Kranken-
Sachleistungsprinzip versicherung, gesetzliche) zu er-
en principle of benefits in kind stellen; er hat dabei im Hinblick auf
fr principe du tiers payant eine bedarfsgerechte Versorgung
Als Sachleistungsprinzip bezeich- Bereiche mit Über-, Unter- und
net man die Tatsache, dass in der Fehlversorgungen und Möglichkei-
gesetzlichen Krankenversicherung ten zur Ausschöpfung von Wirt-
(Krankenversicherung, gesetzli- schaftlichkeitsreserven aufzuzei-
che, GKV) die Versicherten im gen und zu bewerten. Der Rat be-
Krankheitsfall gemäß § 2 SGB V steht aus bis zu sieben Vertretern
die erforderlichen medizinischen unterschiedlicher wissenschaftli-
Gesundheitsleistungen als Sachlei- cher Fachrichtungen, insbesondere
stungen erhalten. Der Versicherte Medizinern und Ökonomen.
muss keine Geldmittel (bis auf
Selbstbeteiligungen, sofern diese Schiedsverfahren
nicht ausgeschlossen sind) auf- en arbitration procedure
wenden. Das Sachleistungsprinzip fr jugement des réclamations/pro-
ist ein Grundprinzip der GKV. cédure d’arbitrage
Schiedsverfahren sind außerge-
Sachverständigenrat zur Begut- richtliche Verfahren, die zur Ent-
achtung der Entwicklung im Ge- scheidung von Vertragsstreitigkei-
sundheitswesen ten eingeleitet werden. In der Regel
en Council of Experts for the As- wird das Schiedsverfahren durch
sessment of Developments in Antrag einer Vertragspartei ausge-
Health Care löst. Ziel des außergerichtlichen
fr conseil d’experts pour l’évalua- Verfahrens ist ein zeitsparender
tion des développements dans und flexibler Interessenausgleich.
le domaine de la santé pu- Im Gesundheitswesen, im Rah-
blique men der vertrags(zahn)ärztli-
Der Sachverständigenrat ist nach chen Versorgung werden wesentli-
§ 142 SGB V ein vom Bundesmi- che Inhalte der Versorgung durch
nisterium für Gesundheit und So- Verträge zwischen den Kranken-
ziale Sicherung berufenes Gre- kassen (Krankenkasse, gesetzli-
213 Schwerpunkt

che) und Kassen(zahn)ärztliche Schulmedizin


Vereinigungen (KVen/KZVen) be- en conventional medicine
stimmt. Hierzu zählen z. B. die fr médecine traditionnelle
Bundesmantelverträge oder die Als Schulmedizin bezeichnet man
Gesamtverträge und Vereinba- die an Universitäten gelehrte, allge-
rungen zu Wirtschaftlichkeits- mein anerkannte und angewandte
prüfungen. Gemäß § 89 SGB V Medizin. Die Schulmedizin, die ur-
werden die erforderlichen Schieds- sprünglich überwiegend naturwis-
verfahren vor Schiedsämtern ge- senschaftlich orientiert war (Bio-
führt. Sie sind paritätisch mit Ver- medizin), wurde in den letzten
tretern der Ärzte und Kranken- Jahrzehnten durch die Aufnahme
kassen besetzt. Drei unparteiische der medizinischen Soziologie und
Mitglieder bilden einen Vorstand. medizinischen Psychologie sowie
Schiedsämter werden auf Landes- der Psychosomatik, Psychothe-
ebene und auf Bundesebene als rapie, Sozial- und Arbeitsmedizin
Bundesschiedsämter gebildet. Wie um geisteswissenschaftliche Sicht-
die Vertragsparteien können weisen erweitert. Außerdem finden
Schiedsämter im Bedarfsfall die ge- zahlreiche Elemente der alternati-
samten Vertragsinhalte festsetzen. ven Heilverfahren (Alternativ-
Sie unterstehen der Aufsicht der medizin) zunehmend Anerken-
Länder. Die Bundesschiedsämter nung und Anwendung in der Schul-
sind der Aufsicht des Bundesmi- medizin, zum Beispiel die Aku-
nisteriums für Gesundheit und So- punktur und das autogene Trai-
ziale Sicherung (BMGS) unterstellt. ning.
Auch in der stationären Versorgung
greift ein Schiedsverfahren in Pro- Schwerpunkt
blemfällen. So entscheidet die zu- en main focus
ständige Schiedsstelle, wenn Pfle- fr spécialisation additionnelle
gesatzvereinbarungen (Pflege- Ein Schwerpunkt ist eine weitere
satz) innerhalb einer bestimmten Spezialisierung innerhalb eines
Frist nicht gemeinschaftlich getrof- medizinischen Fachgebiets, zum
fen werden. Beispiel Kardiologie in der Inneren
Medizin. Der Arzt erwirbt die ent-
Schrittinnovationen sprechenden Kenntnisse zusätzlich
Me-Too-Präparate zur Weiterbildung zum Facharzt.
Nach der Muster-Weiterbildungs-
ordnung für Ärzte werden vier
Qualifikationsebenen unterschie-
Schwerpunktpraxen 214

den: bildenden. Sie sind bei der See-


aFacharzt Krankenkasse pflichtversichert, so-
aSchwerpunkt lange sie auf einem Schiff fahren,
aBereich das die deutsche Flagge führt.
aBefähigungsnachweis
Sektorale Budgets
Schwerpunktpraxen en sectoral budgets
en specialized practices fr budgets par secteur
fr cabinets spécialisés Sektorale Budgets sind Ausgaben-
Schwerpunktpraxen sind Praxen obergrenzen, die sich nur auf ein-
mit einem Arbeitsschwerpunkt. Sie zelne Sektoren oder Leistungsarten
versorgen Patientengruppen mit der Gesundheitsversorgung bezie-
bestimmten Krankheitsbildern hen. Dazu zählen etwa Arznei-
(z. B. diabetologische und onkolo- mittelbudgets, Heil- und Hilfsmit-
gische Schwerpunktpraxen). Im telbudgets (Heilmittel, Hilfs-
Rahmen von integrierten Versor- mittel) oder Honorarbudgets. Das
gungsformen (Integrationsver- Ziel sektoraler Budgets ist, die Aus-
sorgung) können Schwerpunktpra- gaben für die jeweiligen Leistungs-
xen Versorgung auf einer höheren arten nach oben zu begrenzen und
ambulanten Versorgungsstufe leis- auf diese Weise einen Beitrag dazu
ten. zu leisten, dass in der gesetzlichen
Krankenversicherung (Kranken-
Second Opinion versicherung, gesetzliche) nicht
Zweitmeinung mehr ausgegeben wird als einge-
nommen.
See-Krankenkasse
en Seamen’s Health Insurance Sekundärprävention
fr caisse d’assurance maladie des Prävention

employés maritimes
Die See-Krankenkasse ist die zu- Selbstbehalt
ständige Krankenkasse (Kran- en participation
kenkasse, gesetzliche) für alle See- fr franchise
leute und ihre mitversicherten Fa- Ein Selbstbehalt ist der Teil der
milienangehörigen. Seeleute sind Gesundheitsausgaben eines pri-

Kapitäne, Besatzungsmitglieder vat Versicherten, der nicht von der


und sonstige im Rahmen des privaten Krankenversicherung
Schiffsbetriebs beschäftigte Arbeit- (Krankenversicherung, private)
nehmer einschließlich der Auszu- erstattet wird. Selbstbehalte wer-
215 Selbstverwaltung

den vom Versicherten mit seiner chischen oder sozialen Problemen


Krankenversicherung vereinbart. zu erhalten. Selbsthilfegruppen
Höhere Selbstbehalte führen zu werden meist auf lokaler Ebene ge-
niedrigeren Versicherungsbeiträ- gründet. Neben einer Veränderung
gen und umgekehrt. der persönlichen Lebensumstände
Infolge des GKV-Modernisie- setzen sich die Mitglieder dieser
rungsgesetzes können auch freiwil- Selbsthilfegruppen häufig auch da-
lige Mitglieder der gesetzlichen für ein, dass ihre Belange durch das
Krankenversicherung (Kranken- jeweilige soziale und politische
versicherung, gesetzliche, GKV), Umfeld wahrgenommen werden.
die das Kostenerstattungsprinzip Im Bemühen des Gesetzgebers, die
gewählt haben, einen Selbstbehalt Interessen der Patienten im Ge-
vereinbaren, sofern die Satzung ih- sundheitswesen durch Patienten-
rer Krankenkasse (Kranken- beteiligung zu stärken, erhalten
kasse, gesetzliche) diese Möglich- Selbsthilfegruppen und ihre Orga-
keit vorsieht (§ 53 SGB V). Die Sat- nisationen zunehmend gesund-
zung regelt die Höhe des Selbstbe- heitspolitische Bedeutung.
halts und eine damit verbundene
Beitragsrückerstattung. Selbstmedikation
en self-medication
Selbstbeteiligung fr auto-médication
en co-payment Als Selbstmedikation bezeichnet
fr participation aux frais médi- man die Eigenbehandlung eines
caux/franchise Patienten mit einem nicht-ver-
Zuzahlung schreibungspflichtigen Medika-
ment, ohne dass vorher ein Arzt
Selbsthilfe konsultiert wurde. Die hierbei ein-
en self-help gesetzten Präparate werden auch
fr auto-assistance/groupes d’en- als OTC- Arzneimittel bezeich-
traide net.
Mit Selbsthilfe wird der Tatbestand
bezeichnet, dass viele Kranke Selbstverwaltung
und/oder ihre Angehörigen sich en self-administration
selbst helfen und sich in Selbsthil- fr autogestion
fegruppen engagieren, um Unter- Die Selbstverwaltung ist ein Grund-
stützung von „Leidensgenossen“ prinzip der Sozialversicherung
bei der Bewältigung von Krankhei- und bedeutet die eigenverantwort-
ten oder Behinderungen sowie psy- liche Wahrnehmung eigener Ange-
Selbstverwaltung der Krankenkassen 216

legenheiten im Rahmen der Ge- Weite Teile der ärztlichen und sta-
setze. Das Recht zur Selbstverwal- tionären Versorgung (Versor-
tung ist den Sozialversicherungs- gung, vertrags(zahn)ärztliche (am-
trägern und den Kassenärztli- bulante, stationäre)) werden durch
chen Vereinigungen eingeräumt. die Selbstverwaltung über Verträge
Im Rahmen der Selbstverwaltung mit den Leistungserbringern ge-
erfüllen diese Stellen die ihnen per staltet, z. B. Bundesmantelver-
Gesetz übertragenen Aufgaben in träge, Gesamtverträge oder Ver-
eigener Verantwortung. Sie bedie- einbarungen mit Heil- und Hilfs-
nen sich daher selbst gewählter Or- mittelerbringern (Heilmitteler-
gane, in der Regel Vertreterver- bringer). Zentrales Gremium der so
sammlung und Vorstand (KBV- genannten Gemeinsamen Selbst-
Vorstand) oder Verwaltungsrat verwaltung mit den Kas-
und hauptamtlicher Vorstand und sen(zahn)ärztliche Vereinigungen
haben Rechtsetzungsbefugnis ge- (KVen/KZVen) ist der Gemeinsame
genüber ihren Mitgliedern. Kran- Bundesausschuss, der unter ande-
kenkassen (Krankenkasse, ge- rem Detailentscheidungen über
setzliche) als Sozialversicherungs- den Leistungskatalog der gesetz-
träger, und Kassenärztliche Verei- lichen Krankenversicherung
nigungen als Körperschaften des (Krankenversicherung, gesetzli-
öffentlichen Rechts werden daher che) trifft.
auch als Selbstverwaltungskörper-
schaften bezeichnet. Selbstverwaltung der Kranken-
Daneben gibt es speziell im Ver- kassen
tragsarztrecht (Ver- Selbstverwaltung

trags(zahn)arzt) die so genannte


Gemeinsame Selbstverwaltung, bei Selbstverwaltung, ärztliche und
der Krankenkassen und Kassen- zahnärztliche
ärztliche Vereinigungen in ver- Selbstverwaltung

schiedenen Bereichen zur Sicher-


stellung der vertragsärztlichen Selbstverwaltungsorgane
Versorgung zusammenwirken, en self administration body
z. B. bei der Zulassung (Zulas- fr organismes d’autogestion
sung (als Vertragsarzt)), der Selbstverwaltungsorgane sind die
Wirtschaftlichkeitsprüfung oder Organe von Versicherungsträgern,
im Länderausschuss bzw. im Kassenärztlichen Vereinigungen
Gemeinsamen Bundesaus- (KVen) und Kassenärztlicher
schuss. Bundesvereinigung (KBV), die
217 Sensitivitätsanalyse

nach § 31 SGB IV und § 79 SGB V sammenhang mit ihrer Vorstands-


die Selbstverwaltung auszuüben tätigkeit von Dritten erhalten
haben. In der Regel handelt es sich (§ 79 SGB V). Hiermit will der Ge-
bei den Organen um die Vertre- setzgeber für mehr Kostentranspa-
terversammlung und den Vorstand renz sorgen. Die Versicherten der
(KBV-Vorstand). Der Gesetzge- gesetzlichen Krankenversicherun-
ber hat durch das GKV-Moderni- gen (Krankenversicherung, ge-
sierungsgesetz festgelegt, dass der setzliche) sollen größeren Einblick
Vorstand zum 01.01.2005 haupt- in die Verwendung ihrer Beiträge
amtlich besetzt sein muss. Ziel die- erhalten und nachvollziehen kön-
ser Regelung ist, die Arbeit der nen, in welcher Höhe Gelder in den
KVen bzw. der KBV zu professiona- Verwaltungsbereich fließen.
lisieren.
Bei allgemeinen Ortskrankenkas- Sensitivitätsanalyse
sen, Betriebskrankenkassen und en sensitivity analysis
Innungskrankenkassen sowie fr analyse de sensibilité
den Ersatzkassen wird gemäß Sensitivitätsanalysen dienen der
§ 35a SGB IV ein Verwaltungsrat Überprüfung von Studienergebnis-
als Selbstverwaltungsorgan sowie sen auf ihre Abhängigkeit von den
ein hauptamtlicher Vorstand gebil- getroffenen Annahmen und ande-
det. ren Studienparametern, die als si-
Infolge des GKV-Modernisie- tuationsabhängig, unsicher bzw.
rungsgesetzes sind die Kassenärzt- veränderlich eingeschätzt werden.
lichen Vereinigungen und die ge- Dies ist vor allem dann erforder-
setzlichen Krankenkassen (Kran- lich, wenn im Rahmen modelltheo-
kenkasse, gesetzliche) dazu ver- retischer Analysen, Annahmen und
pflichtet, die Gehälter ihrer Vor- Parameter auf Schätzungen oder
stände im Bundesanzeiger und in Literaturangaben beruhen und so-
den ärztlichen Mitteilungen der mit nicht direkt empirisch im kon-
Kassenärztlichen Bundesvereini- kreten Studienzusammenhang er-
gung zu veröffentlichen. Dabei hoben werden können. So gehört
sind auch Nebenleistungen anzu- etwa zur gesundheitsökonomi-
geben. Darüber hinaus müssen schen Modellbetrachtung (Ge-
Vorstandsmitglieder dem Vorsit- sundheitsökonomie) regelmäßig
zenden der Vertreterversammlung auch die Sensitivitätsanalyse dazu,
und seinen Stellvertretern die Art um beurteilen zu können, ob das
und Höhe von finanziellen Zuwen- Ergebnis der Modellbetrachtung
dungen mitteilen, die sie im Zu- auch dann erhalten bleibt, wenn
SGB 218

die unsicheren Annahmen und Pa- währleistungspflicht führen zu Dis-


rameter sich innerhalb bestimmter ziplinarverfahren der Kas-
Grenzen verändern. sen(zahn)ärztlichen Vereinigung.
Die KVen sind durch den Sicher-
SGB stellungsauftrag ferner dazu ver-
Sozialgesetzbuch pflichtet, Qualitätssicherung

durchzuführen, die Gesamtver-


Short Form 12 gütung für die ärztliche Versorgung
Lebensqualität zu verteilen und an Wirtschaft-
lichkeitsprüfungen teilzunehmen.
Short Form 36
Lebensqualität Sicherstellungszuschlag
en additional service guarantee fee
Sicherstellungsauftrag fr supplément pour le mandat de
en service guarantee soin
fr mandat de soin Ein Sicherstellungszuschlag ist ein
Als Sicherstellungsauftrag nach finanzieller Anreiz für Leistungs-
§§ 72 ff. SGB V bezeichnet man erbringer, die sich an Maßnahmen
den Auftrag des Gesetzgebers an zur Verbesserung der Gesundheits-
die Kassen(zahn)ärztlichen Ver- versorgung in unterversorgten Ge-
einigungen (KVen/KZVen), die bieten beteiligen. Nach § 105
ärztliche Versorgung der Versicher- SGB V haben die Kassenärztli-
ten sicherzustellen. Hierfür halten chen Vereinigungen (KVen) zu-
Ärzte, ermächtigte Ärzte und sammen mit der Kassenärztli-
ärztlich geleitete Einrichtungen im chen Bundesvereinigung (KBV)
Einzugsgebiet der KV ein qualitativ alle Maßnahmen zu ergreifen, die
angemessenes, bedarfsdeckendes zur Sicherstellung der vertrags-
und wirtschaftliches Versorgungs- ärztlichen Versorgung führen oder
angebot bereit. Dies umfasst auch diese fördern und verbessern. Die
den Notdienst/Notfalldienst, je- Feststellung unterversorgter Ge-
doch nicht den Rettungsdienst. biete, die Gewährung der Zu-
Gegenüber den Krankenkassen schläge und die Festlegung der An-
(Krankenkasse, gesetzliche) und forderungen an den berechtigten
ihren Verbänden ist auch zu ge- Personenkreis obliegen dem Lan-
währleisten, dass die Versorgung desausschuss der Ärzte und Kran-
mit den gesetzlichen und vertragli- kenkassen. Nach § 90 SGB V wird
chen Erfordernissen überein- er in jedem Bundesland durch Ver-
stimmt. Verstöße gegen diese Ge- treter der Kassenärztlichen Vereini-
219 Sozialgericht

gung und der Krankenkassen Krankenversicherung (GKV). Hier-


(Krankenkasse, gesetzliche) ge- durch unterscheidet sich die GKV
bildet. wesentlich von der privaten Kran-
kenversicherung (PKV).
Solidaritätsprinzip
Solidarprinzip Sonderentgelt
en procedural rate in hospitals
Solidarprinzip fr honoraires hospitaliers particu-
en principle of solidarity liers
fr principe de solidarité Als Sonderentgelt wird ein Entgelt
Als Solidarprinzip bezeichnet man bezeichnet, mit dem Leistungen ei-
den Grundsatz in der gesetzlichen nes Krankenhauses vergütet wer-
Krankenversicherung (Kranken- den, die das Krankenhaus nicht im
versicherung, gesetzliche), nach- Rahmen des Pflegesatzes von der
dem grundsätzlich allen Versicher- Krankenkasse (Krankenkasse,
ten die gleichen Leistungen zuste- gesetzliche) vergütet bekommt.
hen, unabhängig vom jeweiligen Sonderentgelte sind Bestandteil ei-
Beitrag, persönlichen gesundheitli- nes tagebezogenen Entgeltsystems,
chen Risiko, Eintrittsalter und Fa- wie es in Deutschland vor Einfüh-
milienstand. Solidarprinzip bedeu- rung der DRGs vorherrschte. Mit
tet, dass die Sachleistungen der einem Sonderentgelt wurden sämt-
Krankenversicherungen (Sach- liche Leistungen vergütet, die im
leistungsprinzip) nach den medizi- Rahmen eines definierten Eingriffs
nischen Erfordernissen erbracht (Operation) oder einer therapeuti-
werden, der Versicherungsbeitrag schen beziehungsweise diagnosti-
jedoch nicht vom individuellen Ri- schen Maßnahme anfielen. Zusätz-
siko und den gewünschten Leistun- lich zu einem Sonderentgelt durf-
gen (wie bei den privaten Kranken- ten tagesgleiche Pflegesätze abge-
versicherungen, Krankenversi- rechnet werden. Bis zur Einfüh-
cherung, private) abhängt, sondern rung der DRGs waren mehr als
sich nach der wirtschaftlichen Lei- 140 Sonderentgelte definiert.
stungsfähigkeit des Mitglieds rich-
tet. Einkommensstärkere und „ge- Sozialgericht
sündere“ Gruppen finanzieren da- en social court
bei Leistungen für Einkommens- fr tribunal du contentieux social
schwächere und weniger Gesunde Ein Sozialgericht ist ein Gericht,
mit. Das Solidarprinzip ist ein das juristische Streitfälle in sozial-
Grundpfeiler der gesetzlichen rechtlichen Streitfragen zu prüfen
Sozialgerichtsbarkeit 220

und zu beurteilen hat. Im Rahmen sorgung, Impfschadensrecht, Ge-


der Sozialgerichtsbarkeit ist das waltopferentschädigung und
Sozialgericht die Eingangsstufe für bestimmte Angelegenheiten
ein Sozialgerichtsverfahren. nach dem Schwerbehindertenge-
setz
Sozialgerichtsbarkeit asonstige staatliche Transferlei-
en social jurisdiction stungen (Erziehungsgeld)
fr juridiction sociale Die sachliche Zuständigkeit der Ge-
Mit Sozialgerichtsbarkeit wird die richte der Sozialgerichtsbarkeit
Zuständigkeit der Sozialgerichte deckt damit fast den gesamten Be-
bezeichnet. Sozialgerichte sind vor reich des Systems der sozialen Si-
allem auf den Sachgebieten zustän- cherheit in der Bundesrepublik
dig, die zusammengefasst als „An- Deutschland ab. Ausgenommen ist
gelegenheiten der sozialen Sicher- vor allem das Recht der Sozial-
heit“ bezeichnet werden können. hilfe. Somit können Sozialgerichte
Hierzu zählen: bei allen öffentlich-rechtlichen
agesetzliche Rentenversiche- Streitfällen in Angelegenheiten der
rung für Arbeiter und Ange- Sozialversicherung angerufen
stellte; Handwerkerversiche- werden, z. B. bei Streitigkeiten
rung, Alterssicherung der zwischen Versicherten und Kran-
Landwirte u. a. kenkassen (Krankenkasse, ge-
agesetzliche Unfallversicherung setzliche), Vertrags(zahn)ärzten
(Unfallversicherung, gesetzli- oder Krankenhäusern. Auch die
che) Entscheidungen der gemeinsamen
agesetzliche Krankenversiche- Gremien von Krankenkassen und
rung (Krankenversicherung, Leistungserbringern fallen unter

gesetzliche) die Sozialgerichtsbarkeit. Die Ge-


asoziale Pflegeversicherung richtsverfahren sind für Versicherte
aKünstlersozialversicherung grundsätzlich kostenfrei, Körper-
aVertrags-(Kassen-)arztrecht und schaften des öffentlichen Rechts
-zahnarztrecht bezahlen eine Gebühr.
aAufgaben der Bundesanstalt für Die Gerichte sind unabhängig und
Arbeit (neben der Arbeitslosen- insbesondere von den Verwal-
versicherung z. B. auch Insol- tungsbehörden organisatorisch ge-
venzgeld) trennt. Die Sozialgerichtsbarkeit ist
asoziale Entschädigung bei Ge- dreistufig gegliedert. Gerichte der
sundheitsschäden, u. a. Kriegs- Sozialgerichtsbarkeit sind in den
opferversorgung, Soldatenver- Ländern die Sozialgerichte (im ge-
221 Sozialgesetzgebung

samten Bundesgebiet 69) und die aSGB VI: gesetzliche Renten-


Landessozialgerichte (je Bundes- versicherung
land eines; in Bayern besteht neben aSGB VII: gesetzliche Unfallversi-
dem Landessozialgericht in Mün- cherung (Unfallversicherung,
chen eine Zweigstelle in Schwein- gesetzliche)
furt). Als oberster Gerichtshof des aSGB VIII: Kinder- und Jugend-
Bundes besteht das Bundessozial- hilfe
gericht. aSGB IX: Rehabilitation und
Teilhabe behinderter Menschen
Sozialgesetzbuch (SGB) aSGB XI: soziale Pflegeversiche-
en Social Security Code rung
fr Code Social Das SGB V enthält die Bestimmun-
Das SGB soll „zur Verwirklichung gen zur gesetzlichen Krankenversi-
sozialer Gerechtigkeit und sozialer cherung, z. B. Regelungen zum
Sicherheit Sozialleistungen gestal- versicherten Personenkreis, Lei-
ten“ (§ 1 SGB I). Es fasst die wich- stungen, die Beziehungen der Kas-
tigsten Sozialgesetze zusammen. sen zu den Leistungserbringern,
Die schriftliche Zusammenfassung die Organisation und Finanzierung
und Vereinheitlichung des deut- der Krankenkassen, Aufgaben und
schen Sozialrechts begann Anfang Organisation des Medizinischen
der 70er Jahre des letzten Jahrhun- Dienstes der Krankenversicherung
derts und wird vom Gesetzgeber sowie die Erhebung von Versicher-
stufenweise umgesetzt. Bisher sind ten- und Leistungsdaten.
in Kraft getreten:
aSGB I und X: allgemeiner Teil, Sozialgesetzgebung
Aufgaben des SGB und soziale en social legislation
Rechte, Datenschutz, Verwal- fr législation sociale
tungsverfahren; diese Regelun- Als Sozialgesetzgebung bezeichnet
gen gelten für alle Soziallei- man die Gesetzgebung zur sozialen
stungsbereiche Sicherung der Einwohner der Bun-
aSGB III: Arbeitsförderungsrecht desrepublik Deutschland. Sozialge-
aSGB IV: gemeinsame Vorschrif- setze bilden die gesetzliche Grund-
ten für die Sozialversicherung lage für alle Maßnahmen der sozia-
wie Meldewesen, Sozialversi- len Sicherung. Das Sozialgesetz-
cherungsträger, Sozialwahlen buch enthält wichtige Rechtsnor-
aSGB V: gesetzliche Krankenver- men im Rahmen der Sozialgesetz-
sicherung (Krankenversiche- gebung.
rung, gesetzliche)
Sozialhilfe 222

Sozialhilfe ten Leistungen wurden nicht direkt


en welfare benefits mit einer Krankenkasse (Kran-
fr aide sociale kenkasse, gesetzliche) abgerechnet
Die Sozialhilfe umfasst nach und unterlagen nicht der Budge-
§ 1 Bundessozialhilfegesetz tierung.
(BSHG) Hilfe zum Lebensunterhalt Mit In-Kraft-Treten des GKV-Mo-
und Hilfe in besonderen Lebensla- dernisierungsgesetzes zum
gen. Aufgabe der Sozialhilfe ist es, 01.01.2004 werden die nicht-kran-
dem Empfänger der Hilfe die Füh- kenversicherten Sozialhilfeemp-
rung eines Lebens zu ermöglichen, fänger leistungsrechtlich den Kran-
das der Würde des Menschen ent- kenversicherten gleichgestellt
spricht. Die Hilfe soll ihn soweit (§ 264 SGB V). Ausnahmen gelten
wie möglich dazu befähigen, unab- für Sozialhilfeempfänger, die weni-
hängig von der Sozialhilfe zu le- ger als einen Monat Sozialhilfe be-
ben; hierbei muss der Sozialhilfe- ziehen oder im Ausland leben so-
empfänger nach seinen Kräften wie für Personen, denen Sozialhilfe
mitwirken. Art, Form und Maß der nur gewährt wird, um einen An-
Sozialhilfe richten sich nach der spruch auf Altersrente zu erhalten
Besonderheit des Einzelfalles, vor (§ 14 BSHG) oder für Personen, de-
allem nach der Person des Hilfe- nen lediglich Hilfe in Form von Be-
empfängers, der Art seines Bedarfs ratung und Unterstützung gewährt
und den örtlichen Verhältnissen. wird (§ 17 BSHG).
Formen der Sozialhilfe sind persön- Die Kosten der Krankenbehand-
liche Hilfe, Geldleistung oder Sach- lung werden zunächst von den
leistung. Krankenkassen übernommen und
Benötigte nach der bisherigen anschließend von den Sozialhilfe-
Rechtslage ein nicht-krankenversi- trägern erstattet. Die Sozialhilfe-
cherter Sozialhilfeempfänger medi- empfänger sind deshalb gehalten,
zinische Versorgung, waren die eine Krankenkasse im Bereich des
Kosten hierfür von den Sozialhilfe- zuständigen Sozialträgers zu wäh-
trägern im Rahmen der so genann- len, andernfalls übernimmt der So-
ten Krankenhilfe nach dem BSHG zialträger die Wahl. Demnach rech-
zu tragen. In der Praxis stellten die net der Vertragsarzt im Behand-
Sozialämter hierfür bislang quar- lungsfall seine erbrachten Leistun-
talsweise Kostenübernahmebe- gen nunmehr mit der Kranken-
scheinigungen aus. Für den behan- kasse ab. Somit werden die Lei-
delnden Arzt ergaben sich daraus stungen für den Arzt budgetrele-
zwei Besonderheiten: die erbrach- vant.
223 Sozialversicherung (SV)

Sozialklausel Sozialversicherung (SV)


en hardship clause en social insurance security
fr clause sociale fr sécurité sociale
Als Sozialklausel bezeichnet man Die Sozialversicherung nach § 4
die Härtefallregelungen in der ge- SGB I ist ein vom Staat geschaffe-
setzlichen Krankenversicherung nes, auf Versicherungspflicht beru-
(Krankenversicherung, gesetzli- hendes Vorsorgesystem. Es hat die
che). Diese sorgen dafür, dass die Aufgabe, dem Eintritt bestimmter
Kranken und Behinderten die me- Risiken vorzubeugen und bei Ein-
dizinisch notwendige Versorgung tritt solcher Risiken Ausgaben und
in vollem Umfang erhalten und Verluste an Arbeitseinkommen un-
durch gesetzliche Zuzahlungen ter Beachtung sozialer Ziele ganz
nicht unzumutbar belastet werden. oder teilweise auszugleichen. Die
Versicherte mit geringem Einkom- „Kaiserliche Botschaft“ von
men sind deshalb von Zuzahlun- 1881 und die Bismarckschen So-
gen vollständig befreit. Zuzahlun- zialgesetze zur Krankenversiche-
gen sind nicht nur die im Gesetz rung (1883), Unfallversicherung
festgelegten Beträge der Zuzahlung (1884) und zur Invaliden- und Al-
zu einzelnen Leistungen der ge- terssicherung (1889) haben die So-
setzlichen Krankenversicherung, zialversicherung in ihrer heutigen
sondern auch die vom Versicherten Form entscheidend geprägt. Im
zu übernehmenden tatsächlichen Zuge der Industrialisierung wurden
Kosten eines verordneten Mittels, mit der Arbeitslosen- und Pflege-
dessen Preis unterhalb dieser Be- versicherung neue Zweige der So-
träge liegt. Unter eine Härtefallre- zialversicherung geschaffen. In der
gelung fallen nach den Schätzun- Sozialversicherung werden Lei-
gen der Bundesregierung rund 8– stungen durch Beiträge finanziert,
9 Millionen Versicherte, wie Emp- in der Regel von Versicherten und
fänger von Sozialhilfe, Arbeitslo- Arbeitgebern. Der Anspruch auf
senhilfe, Leistungen nach dem Leistungen besteht, ohne dass indi-
Bundesausbildungsförderungsge- viduelle Bedürftigkeit geprüft wird.
setz (BAfÖG) und Kriegsopferfür- Für die Bürger besteht eine gesetzli-
sorge. Generell sind alle Kinder und che Versicherungspflicht (Versi-
Jugendlichen unter 18 Jahren von cherungszwang). Die Sozialversi-
Zuzahlungen befreit. Ebenso Per- cherung ist nach dem Prinzip der
sonen mit einem definierten gerin- Selbstverwaltung organisiert.

gen Einkommen.
Sozialversicherungsabkommen 224

Sozialversicherungsabkommen nehmervereinigungen mit sozial-


en social insurance security agree- oder berufspolitischer Zielsetzung,
ments Arbeitgebervereinigungen sowie
fr conventions de sécurité sociale die jeweiligen Verbände erstellen.
Sozialversicherungsabkommen Daneben sind unter bestimmten
sind Verträge zwischen Staaten, in Voraussetzungen auch Versicherte
denen die Sozialversicherungslei- und Arbeitgeber vorschlagsberech-
stungen für deutsche Staatsbürger tigt. Sie können so genannte “freie
im Ausland und ausländische Listen“ einreichen.
Staatsbürger in Deutschland gere-
gelt werden. Sie werden vor allem Soziotherapie
im Bereich der gesetzlichen Kran- en socio-therapy
kenversicherung (Krankenversi- fr sociothérapie
cherung, gesetzliche), der Unfall- Soziotherapie ist begleitende Un-
versicherung (Unfallversiche- terstützung und Handlungsanlei-
rung, gesetzliche) und der Ren- tung von chronisch psychisch
tenversicherung getroffen. Ziel ist Kranken zur Überwindung von
es, die Gleichbehandlung der krankheitsbedingten Grundstörun-
Staatsangehörigen wechselseitig si- gen, die zu Beeinträchtigungen im
cherzustellen (Prinzip der Gegen- Umgang mit der sozialen Umwelt
seitigkeit). führen. Mit Gesetzesänderungen
im Jahr 2000 ist die Soziotherapie
Sozialwahl als neue Betreuungsleistung in die
en social security election gesetzliche Krankenversicherung
fr élections à la sécurité sociale (Krankenversicherung, gesetzli-
In der Sozialwahl nach § 43 SGB IV che) eingeführt worden. Gemäß
ermitteln die Sozialversicherungs- § 37a SGB V haben gesetzlich
träger ihre Selbstverwaltungsor- Krankenversicherte, die wegen
gane nach § 31 SGB IV. Die freien, schwerer psychischer Erkrankung
gleichen und geheimen Wahlen fin- nicht in der Lage sind, ärztliche
den alle sechs Jahre statt, zuletzt oder ärztlich verordnete Leistun-
am 26.5.1999. Anhand von Vor- gen selbständig in Anspruch zu
schlagslisten wählen Versicherte nehmen, Anspruch auf Soziothera-
und Arbeitgeber getrennt die Ver- pie, wenn dadurch Krankenhaus-
treter ihrer Gruppe nach den behandlung vermieden oder ver-
Grundsätzen der Verhältniswahl. kürzt wird oder wenn diese gebo-
Diese Vorschlagslisten können Ge- ten, aber nicht ausführbar ist.
werkschaften, selbständige Arbeit-
225 Sprechstundenbedarf

Spitzenverbände der Krankenkas- sprechende Entscheidung durch


sen das Bundesministerium für Ge-
en National Associations of Health sundheit und Soziale Sicherung
Insurance Funds (BMGS) im Einvernehmen mit dem
fr organisations centrales des cais- Bundesministerium für Wirtschaft
ses d’assurance-maladie und Arbeit getroffen.
Spitzenverbände der Krankenkas-
sen sind gemäß § 213 SGB V Sprechstundenbedarf
adie Bundesverbände der Kran- en consultation overhead
kenkassen, fr matériel de consultation
adie Bundesknappschaft, Als Sprechstundenbedarf gelten
adie Verbände der Ersatzkassen solche Mittel, die bei mehr als ei-
und nem Patienten im Rahmen der ärzt-
adie See-Krankenkasse. lichen Behandlung angewendet
Die Spitzenverbände sind kassen- werden oder bei Notfällen zur Ver-
artenübergreifend u. a. für fol- fügung stehen müssen. Mittel, die
gende Aufgabenfelder zuständig: nur für einen Kranken bestimmt
aRahmenempfehlungen für zahn- sind, stellen keinen Sprechstun-
medizinische Gruppenprophy- denbedarf dar. Mittel, die für Vor-
laxe, sorgeuntersuchungen verwendet
aIndikationskatalog für medizini- werden, sind mit der Gebühr abge-
sche Rehabilitationsleistungen golten und damit kein Sprechstun-
(Rehabilitation), denbedarf. Der Sprechstundenbe-
aZulassungsempfehlungen für darf soll grundsätzlich kalender-
Heil- und Hilfsmittel, vierteljährlich bezogen werden.
aQualitätsstandards von Hilfsmit- Nach den Bestimmungen der Ge-
teln, bührenordnung für Ärzte (GOÄ)
aFortschreibung des Hilfsmittel- sowie des Einheitlichen Bewer-
verzeichnisses, tungsmaßstabs (EBM) und der
aKoordinierungsrichtlinien für Ersatzkassen Gebührenordnung

den Medizinischen Dienst der (E-GO) haben niedergelassene


Krankenversicherung Ärzte Anspruch auf Ersatz der Kos-
(MDK/MDS). ten auch für Arzneimittel, Ver-
Für den Fall, dass sich die Spitzen- bandmittel und Materialien, die in
verbände nicht auf ein gemeinsa- der Praxis bei der Behandlung ein-
mes Vorgehen einigen können, gesetzt worden sind. Vereinbarun-
sieht der Gesetzgeber Ersatzvor- gen über die Verordnung von
nahme vor. Hierbei wird eine ent- Sprechstundenbedarf werden zwi-
Standard Gamble-Methode 226

schen Kassenärztlichen Vereini- keit (1-p), sofort zu sterben.


gungen und Kassenverbänden ab- Alternative 2 ist die sichere Alter-
geschlossen. native, mit einem bestimmten Ge-
sundheitszustand i noch t Jahre zu
Standard Gamble-Methode leben. Die Wahrscheinlichkeit p
en Standard Gamble Method wird so lange variiert, bis der Pro-
fr méthode «standard gamble» band in seiner Wahl zwischen den
pour évaluer la valeur utile de beiden Alternativen unsicher wird.
différents états de santé An diesem Punkt entspricht die
Standard Gamble ist ein Verfahren, Wahrscheinlichkeit p dem Gewicht
mit dem Nutzwerte für einzelne der Präferenz für den Gesundheits-
Gesundheitszustände ermittelt zustand i.
werden können. Einem Probanden
werden zwei Alternativen angebo- Standardtarif, brancheneinheitli-
ten. cher
Alternative 1 ist eine Behandlung en standard rate
mit zwei möglichen Folgen: die fr tarif standard par branche
Wahrscheinlichkeit p, wieder ganz Der Standardtarif ist ein branchen-
gesund zu werden und noch t Jahre einheitlicher Tarif in der privaten
zu leben, oder die Wahrscheinlich- Krankenversicherung (Kranken-

Standard Gamble-Methode. Methodischer Ansatz Standard Gamble.


227 Statistisches Bundesamt

versicherung, private, PKV) mit ei- zulassung) nach § 21 AMG freizu-


nem gesetzlich begrenzten Höchst- stellen, soweit sie den in den dazu
beitrag, dessen Versicherungs- erstellten Monographien festgeleg-
schutz vergleichbar ist mit demje- ten Anforderungen erfüllen. Die
nigen der gesetzlichen Krankenver- Apotheke darf somit alle stan-

sicherung (Krankenversiche- dardzugelassenen Arzneimittel


rung, gesetzliche, GKV). Dieser Ta- herstellen und unter ihrem Namen
rif erfüllt in der PKV vor allem eine in den Verkehr bringen. Allerdings
soziale Schutzfunktion. Er richtet sind die Vorgaben der Standardzu-
sich insbesondere an Versicherte, lassungsmonographien hinsicht-
die aus finanziellen Gründen einen lich Herstellung und Kennzeich-
besonders preiswerten Tarif benö- nung genau einzuhalten. Überdies
tigen. Deshalb ist der Standardtarif ist die Herstellung dem BfArM
nur für bestimmte, vom Gesetzge- anzuzeigen, wenn das Arzneimittel
ber definierte Personengruppen ge- apothekenpflichtig (Apotheken-
öffnet. § 257 Abs. 2a SGB V legt pflicht) ist. Diese Regelung gilt
fest, dass der Standardtarif Leistun- grundsätzlich nur für solche Arz-
gen enthält, die mit denjenigen der neimittel, bei denen eine unmittel-
GKV vergleichbar sind. Der Stan- bare oder mittelbare Gefährdung
dardtarif wurde zum durch unsachgemäßen Gebrauch
01.01.1993 eingeführt. für die menschliche Gesundheit
ausgeschlossen werden kann.
Standardzulassung
en standard marketing authoriza- Stationäre Behandlung
tion Krankenhausbehandlung

fr autorisation standard de mise


sur le marché Statistisches Bundesamt (StBA)
Das herzustellende Arzneimittel en Federal Statistics Office
ist von der Pflicht zur Zulassung fr Office fédéral de la statistique
freigestellt (Standardzulassung). Das statistische Bundesamt ist eine
Aufgrund des § 36 AMG (Arznei- dem Bundesministerium des In-
mittelgesetz) wurde 1982 eine Ver- nern unterstehende Bundesoberbe-
ordnung über Standardzulassun- hörde mit Sitz in Wiesbaden, deren
gen von Arzneimitteln erlassen. Sie statistisch aufbereitete Daten
dient dazu, die in aktualisierten (Gesundheitsausgaben, demo-
Auflistungen bezeichneten Ferti- graphische Entwicklung) neben
garzneimittel von der Pflicht der den Daten der Selbstverwaltungs-
Einzelzulassung (Arzneimittel- partner (Selbstverwaltung) wich-
Strukturkomponente 228

tige Aussagen zu Standort und Verantwortung für die Gewährlei-


Weiterentwicklung unseres Ge- stung der Qualität und Wirt-
sundheitswesens liefern. schaftlichkeit der medizinischen
Versorgung ihrer Patienten. Das
Strukturkomponente kann die gesamte Versorgung be-
Komponenten der Arzneimittel- treffen oder inhaltlich definierte
ausgaben Teilbereiche der ärztlichen Lei-
stungserbringung. Die Honorie-
Strukturqualität rungssysteme können dabei auch
Qualität von den festgelegten Leistungsbe-
wertungen, z. B. dem Einheitli-
Strukturverträge chen Bewertungsmaßstab (EBM),
en group contracts abweichen.
fr contrats sur les structures de
soin et de rémunération Studenten-Krankenversicherung
Durch neue Versorgungsstrukturen en students’ health insurance
erhoffen sich die Akteure im Ge- fr assurance-maladie des étu-
sundheitswesen eine qualitativ diants
bessere Versorgung der Kranken Studenten sind bis zum vollende-
und gleichzeitig Kosteneinsparun- ten 25. Lebensjahr beitragsfrei bei
gen. den Eltern mitversichert. Es gibt
Strukturverträge sind Teil der aber auch die Möglichkeit der frei-
Gesamtverträge zwischen Kas- willigen Selbstversicherung für
senärztlichen Vereinigungen Studenten, deren Eltern nicht der
(KVen) und den Landesverbän- gesetzlichen Krankenversicherung
den der Krankenkassen und den (Krankenversicherung, gesetzli-
Verbänden der Ersatzkassen che) angehören. In diesem Fall ha-
(§ 73a SGB V). Hier können die ben Studierende Anspruch auf ge-
Vertragspartner neue Versorgungs- setzliche Versicherung zu dem
und Vergütungsstrukturen verein- niedrigsten monatlichen Beitrags-
baren, die z. B. die Funktion des satz inklusive der Pflegeversiche-
Hausarztes stärken und Ärztenetze rung. Ausgenommen von der “ge-
(Praxisnetz) fördern sollen. Die setzlichen Studenten-Krankenver-
Teilnahme von Versicherten und sicherung“ (SKV) sind Studie-
Vertragsärzten an den neuen Ver- rende, die mehr als 14 Fachsemes-
sorgungsstrukturen ist dabei frei- ter studiert und/oder das 30. Le-
willig. bensjahr vollendet haben. Arbeiten
Die beteiligten Ärzte erhalten die Studenten neben dem Studium
229 Surrogatparameter

mehr als 20 Stunden pro Woche, der Verantwortlichkeit des Staates.


besteht meist eine Versiche- Nicht jede Aufgabe, die das Vermö-
rungspflicht. gen des Einzelnen übersteigt, ist so-
gleich eine Aufgabe des Staates.
Subsidiarität Zahlreiche Gemeinschaften und ge-
en subsidiarity sellschaftliche Gruppen – von der
fr subsidiarité Familie bis zu kirchlichen Organi-
Subsidiarität bedeutet innerhalb sationen und Versichertengemein-
des EU-Sprachraumes, dass die na- schaften – müssen hier je nach ih-
tionale Sozialgesetzgebung Vor- ren verschiedenen Aufgaben und
rang vor EU-Regelungen hat. Das Möglichkeiten wesentliche gesund-
Subsidiaritätsprinzip verfolgt dabei heitspolitische Verantwortungsbe-
zwei gegenläufige Ziele. reiche übernehmen.
aEinerseits erlaubt es der Gemein- Die Abstufung solcher Verantwor-
schaft, tätig zu werden, wenn ein tungsbereiche stellt sich dar in der
Problem durch eigene Maßnah- apersönlichen Verantwortung,
men der Mitgliedsstaaten nicht asozialen, d. h. mitmenschlichen
ausreichend gelöst werden kann. oder Gruppenverantwortung,
aAndererseits will es die Zustän- astaatlichen Verantwortung.
digkeit der Mitgliedsstaaten in Subsidiarität heißt damit, dass
den Bereichen wahren, die durch staatliche Hilfe erst dann gewährt
ein gemeinschaftliches Vorgehen wird, wenn andere vorrangige pri-
nicht besser geregelt werden vate Hilfen ausscheiden (= Nach-
können. rangigkeitsprinzip). Im Gegensatz
Die europäischen Gesundheitssys- zur Solidarität („alle für einen“)
teme unterliegen generell dem Sub- soll zunächst Selbsthilfe stattfin-
sidiaritätsprinzip, dennoch kommt den, wenn die Bedingungen dafür
es immer wieder zu Überschnei- geschaffen wurden.
dungen mit anderen Regelungen
(Kohll/Decker-Urteil). Surrogatparameter
Innerhalb des deutschen Gesund- en substitutional parameter
heitssystems gelten allerdings Ei- fr paramètres de remplacement
genverantwortung, Subsidiarität Ein Surrogatparameter ist ein Hilfs-
und Solidarität als Kernprinzipien und Ersatzparameter, der als Ziel-
wirkungsvoller Gesundheitspoli- parameter für eine klinische Studie
tik. Subsidiarität im Gesundheits- gewählt wird, wenn das eigentliche
wesen bedeutet eine abgestufte Ziel nicht direkt gemessen werden
Verantwortung des einzelnen vor kann, da es z. B. erst in ferner Zu-
Surrogatparameter 230

kunft relevant wird.So geht man (Surrogatparameter) (Klinische


davon aus, dass man bei Pateineten Forschung).
mit hohem Blutdruck einen Schlag-
anfall verhindern kann, indem man
eine Blutdrucksenkung durchführt
231 Tertiärprävention

schen Verarbeitung von Gesund-


heitsdaten (elektronischer Arzt-
ausweis, digitale Patientenakte,
elektronisches Rezept) und schaf-
fen eine einheitliche technische
und organisatorische Plattform. In
Tagestherapiekosten der medizinischen Versorgung von
en daily treatment costs Patienten leisten sie große Hilfe,
fr coûts journaliers de traitement z. B. um Ergebnisse der Bilddiag-
Tagestherapiekosten stellen einen nostik zu übertragen, den Patien-
Teil der direkten Kosten einer ten im Vorfeld einer Behandlung
medizinischen Behandlung dar. ausführlich zu informieren, bei
Die Tagestherapiekosten eines Notfällen über die Patientendaten
Arzneimittels decken nur die rei- (Versichertenkarte) zu verfügen
nen Arzneimittelkosten für einen oder um eine permanente Überwa-
Behandlungstag ab. Alle anderen chung von Risikopatienten sicher-
Kosten, z. B. für Arztbesuche oder zustellen.
unerwünschte Arzneimittelwir- In Deutschland schränkt das Da-
kungen werden nicht berücksich- tenschutzgesetz die Nutzung der
tigt. Telematik noch ein. Es gibt aber ein
Die Tagestherapiekosten werden „Aktionsforum Telematik im Ge-
häufig als einziges Wirtschaftlich- sundheitswesen“, das Standards
keitskriterium einer Therapie ver- für eine Infrastruktur entwickelt
wendet. und die flächendeckende Einfüh-
rung der Telematik voranbringen
Technologiebewertung will. Im Zuge des GKV-Moderni-
Health Technology Assessment sierungsgesetzes soll die derzeit
(HTA) eingesetzte Krankenversicher-
tenkarte spätestens zum
Telematik 01.01.2006 zu einer elektronischen
en telematics Gesundheitskarte (Gesundheits-
fr télématique karte, elektronische) erweitert wer-
Der Begriff Telematik setzt sich zu- den (§ 291a SGB V).
sammen aus Telekommunikation
+ Informatik. Telematische An- Tertiärprävention
wendungen sollen helfen, das Prävention
Gesundheitssystem besser zu
steuern. Sie dienen der elektroni-
Therapieempfehlung 232

Therapieempfehlung klinischer Studien zu erreichen


en guidelines sind. Therapieempfehlungen der
fr directives Arzneimittelkommission werden
Eine Therapieempfehlung ist wie von den entsprechenden Fach- und
der Name andeutet, die Empfeh- allgemeinmedizinischen Mitglie-
lung zur Behandlung eines Patien- dern nach einem festgelegten Pro-
ten. Grundsätzlich hat sie den Cha- cedere erarbeitet, wie in der Abbil-
rakter einer Leitlinie und ist da- dung dargestellt.
mit auch den Kriterien der Leitli-
nienentwicklung unterworfen. Wie Therapiefreiheit und Patienten-
die Leitlinie hat auch die Therapie- anspruch
empfehlung keinen bindenden en freedom of therapy and pa-
Charakter. Allgemeinverbindliche tients’ right
Therapieempfehlungen werden fr libre choix du traitement et
von der Arzneimittelkommission droits du patient
der Deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) Der Therapeut darf selbst entschei-
entwickelt. den, welche Behandlungsmethode
Grundlage für die Erarbeitung der angebracht ist. Allerdings muss er
Therapieempfehlungen der Arznei- beachten, dass der Nutzen der Be-
mittelkommission sind die Arz- handlung die Risiken überwiegt,
neimittel-Richtlinien, in deren Nr. dass diese Methode dem wissen-
14 heißt es: „Es wird empfohlen, schaftlichen Erkenntnisstand nach
insbesondere die von der Arznei- am wirksamsten ist und zum ge-
mittelkommission der deutschen wünschten Heilerfolg führt sowie
Ärzteschaft erstellten und in ‚Arz- dem Wirtschaftlichkeitsgebot

neiverordnung in der Praxis’ veröf- entspricht.


fentlichten Therapieempfehlungen Der Patient hat Anspruch auf Auf-
in der jeweils aktuellen Fassung zu klärung über die Behandlungsmaß-
berücksichtigen.“ nahme, insbesondere, wenn sie
Ziel der Empfehlungen/Leitlinien nicht aus der Schulmedizin
ist es, soweit möglich, Transparenz kommt. Der Patient kann auch eine
zu schaffen, welche therapeuti- andere Behandlungsmethode oder
schen „Endpunkte“ (Senkung von ein anderes Arzneimittel verlan-
Letalität, Morbidität, symptoma- gen. Auf diesen Wunsch muss der
tische Besserung, Beeinflussung Arzt eingehen, wenn die Methode
von Surrogatparametern) mit bzw. das Arzneimittel für eine be-
den einzelnen Maßnahmen der stimmte Indikation zugelassen ist
Pharmakotherapie nach Aussage und dem Wirtschaftlichkeitsgebot
233 Total Quality Management

entspricht. Therapietreue
Verordnet der Arzt ein Medikament Compliance

der Negativliste oder verstößt er


mit der Verordnung gegen die Time Trade-Off
Arzneimittelrichtlinie, muss er Methode der zeitlichen Abwä-

die Notwendigkeit dieser Entschei- gung


dung klar darlegen und nach Mög-
lichkeit dokumentieren, damit ihm Total Quality Management (TQM)
kein Regress droht. Qualitätsmanagement

Therapieempfehlung.
Vorgehen der Arz-
neimittelkommis-
sion der deutschen
Ärzteschaft
(AkdÄ) bei der Er-
stellung von Thera-
pieempfehlungen.
Transferzahlungen 234

Transferzahlungen der Ärzteschaft, der Arzneimittel-


en transfer payments hersteller, der Apotheker- und der
fr paiements de transfert Verbraucherschaft zusammen.
Darunter fallen Zahlungen wie Ihre Aufgabe bestand darin, für ein-
z. B. die Renten und Arbeitslosen- zelne Indikationsgebiete (Krank-
hilfe. Ziel dieser Zahlungen soll heiten) Transparenzlisten als The-
eine Übertragung von Kaufkraft rapieempfehlungen für die ver-
von einer Gruppe (z. B. Steuerzah- tragsärztliche Verordnung zu er-
ler) auf eine andere Gruppe (z. B. stellen.
Sozialhilfeempfänger) sein. Hierbei
werden, außer Verwaltungskosten, Transplantationsgesetz
keine Ressourcen verbraucht. en Transplantation Act
Üblicherweise gehen diese Zahlun- fr loi sur les transplantations
gen nicht in eine (gesundheits)- Das Transplantationsgesetz ist
ökonomische Analyse ein, sondern 1997 in Kraft getreten. Eine Organ-
werden in gesonderten Analysen transplantation ist definiert als die
bewertet. Spende, Entnahme und Übertra-
gung von menschlichen Organen,
Transparenzkommission Organteilen oder Geweben. Das
en transparency commission Transplantationsgesetz gibt die
fr commission de la transparence Voraussetzungen für eine freiwil-
Die Transparenzkommission be- lige Organspende vor (Einwilligung
stand bis Ende 1992, danach verlor des Spenders noch zu Lebzeiten
sie durch Gesetzesänderung ihre oder des nächsten Angehörigen
Rechtsgrundlage. Sie war an das nach dem Tode). Es legt außerdem
frühere Bundesgesundheitsamt an- fest, welche Kriterien bei der Ver-
gegliedert. Sie setzte sich aus Ver- mittlung von Spenderorganen be-
tretern der GKV (Krankenversi- rücksichtigt werden müssen. Der
cherung, gesetzliche), PKV Handel mit menschlichen Organen
(Krankenversicherung, private), ist verboten.
235 Utilization-Review

wehr). Die Beiträge werden voll-


ständig von den Arbeitgebern ge-
zahlt.

Unsicherheit
en insecurity
Überforderungsklausel fr incertitude
en excessive price clause Zukünftige Ereignisse und Nutzen
fr clause sur les prix excessifs unterliegen prinzipiell einer Unsi-
Härtefallregelung cherheit. Im Rahmen von Modell-
betrachtungen wird diese Unsi-
Unerwünschte Arzneimittelwir- cherheit in Sensitivitätsanalysen
kung (UAW) berücksichtigt.
Nebenwirkung

Urlaubskrankenversicherungs-
Unfallversicherung, gesetzliche schutz
en accident insurance Krankenbehandlung im Ausland
fr assurance accidents
Die gesetzliche Unfallversicherung Utilization-Review
ist Teil der Sozialversicherung en Utilization-Review
und wird von den Berufsgenos- fr vérification de l’utilisation des
senschaften, den staatlichen und médicaments et des prestations
kommunalen Ausführungsbehör- médicales
den und den Gemeindeunfallversi- Ziel ist die Überprüfung der Ange-
cherungsverbänden getragen. Hier messenheit und Wirtschaftlichkeit
sind automatisch alle unselbstän- des Einsatzes von Arzneimitteln
dig Beschäftigten versichert, außer- oder medizinischen Leistungen im
dem Studenten, Schüler, Kinder in Rahmen einer Beobachtungsstu-
Kindergärten, Blutspender, Pflege- die.
bedürftige nach dem Pflegeversi- Diese kann auch Grundlage für die
cherungsgesetz und Personen, die Erstellung einer Leitlinie sein
im öffentlichen Interesse Tätigkei- oder bei der Überprüfung von de-
ten ausführen (Rotes Kreuz, Feuer- ren Umsetzung dienen.
Validität 236

Der Bundesverband der Arzneimit-


tel-Importeure Deutschlands
(VAD) hat acht Mitglieder, die ca.
80 % des Umsatzes mit parallel-
und reimportierten Arzneimitteln
in Deutschland repräsentieren
Validität (Importarzneimittel). Der Ver-
en validity band vertritt die Interessen seiner
fr validité Mitglieder gegenüber den anderen
Validität bezeichnet die Gültigkeit Verbänden pharmazeutischer Un-
einer wissenschaftlichen Untersu- ternehmen und gegenüber den Ak-
chung bzw. eines Experiments teuren der Gesundheitspolitik.
oder Tests. Sie ist ein Qualitätskri-
terium, das darlegt, inwieweit z. B. Verband der Diagnostikindustrie
ein Test tatsächlich das misst, was e. V. (VDGH)
er zu messen vorgibt. en Association of the Diagnostic
Industry
Variable Kosten fr association de l’industrie des
en variable costs moyens de diagnostic
fr coûts variables Der VDGH dient laut Satzung als
Darunter fallen alle leistungsab- Wirtschaftsverband der Vertretung
hängigen Kosten, die proportional und Förderung der Interessen sei-
zum Ressourcenverbrauch anstei- ner Mitglieder. Mitglied kann jedes
gen. Unternehmen mit Sitz in Deutsch-
land sein, das in industriellem Aus-
Verband Aktiver Pharmaunter- maß Diagnostika oder Diagnostika-
nehmen (VAP) Geräte herstellt oder diese als Im-
Deutscher Generikaverband e. V. porteur exklusiv oder als zu einem
Konzern gehörende Vertriebsfirma
Verband der Angestellten-Kran- verkauft und entsprechendes Mar-
kenkassen (VdAK) keting betreibt.
Ersatzkassen

Verband der niedergelassenen


Verband der Arzneimittel-Impor- Ärzte Deutschlands NAV-Vir-
teure chowbund e. V.
en Association of Drug Importers en German Association of Estab-
fr association des importateurs lished Physicians
des produits pharmaceutiques fr Association Allemande des Mé-
237 Vergütungsformen, ambulante

decins exerçant en Cabinet Verband Forschender Arzneimit-


Der NAV wurde 1949 gegründet. telhersteller (VFA)
1991 fusionierte der NAV mit dem en German Association of Re-
Virchow-Bund, dem ersten in der search-based Pharmaceutical
ehemaligen DDR frei gewählten Companies
Ärzteverband; seither führt er den fr Association des Fabricants de
Namen NAV-Virchowbund. Im Produits Pharmaceutiques
gleichen Jahr trat der Deutsche Ar- Engagés dans la Recherche et le
beitskreis für Zahnheilkunde Développement
(DAZ) dem Verband bei. Satzungs- Der VFA vertritt die Interessen der
gemäßer Zweck ist die Sicherung Arzneimittelhersteller, die in For-
und Förderung der freiberuflichen schung und Entwicklung tätig sind.
Tätigkeit, die Sicherung der Nieder- Ihm gehören 41 Pharmaunterneh-
lassungsfreiheit sowie des freien men an. Seine Ziele sind
Zugangs zur vertragsärztlichen Tä- aden therapeutischen Fortschritt
tigkeit (Vertragsarzt) und der voranzubringen,
freien Arztwahl (Arztwahl, aden Pharmastandort Deutsch-
freie). land zu stärken und zu sichern,
adas Gesundheitswesen zu de-
Verband der privaten Kranken- regulieren und
versicherung e. V. azur sozialen Sicherheit beizutra-
en Association of Private Health gen.
Insurance
fr Association des Assurances-Ma- Vergütungsformen, ambulante
ladie privées en types of renumeration
Der Verband vertritt und fördert die fr formes de rémunération
Allgemeininteressen der privaten Vertragsärzte werden durch ihre

Krankenversicherung (Kranken- zuständige Kassen(zahn)ärztli-


versicherung, private, PKV) und che Vereinigung (KV) vergütet, die
seiner Mitgliedsunternehmen auf eine Gesamtvergütung jeder be-
nationaler und europäischer teiligten gesetzlichen Krankenver-
Ebene, z. B. durch fachliche Stel- sicherung (Krankenversiche-
lungnahmen bei sozialpolitischen rung, gesetzliche) für alle an ihren
Entscheidungen und Anhörungen Versicherten erbrachten Leistun-
im nationalen und europäischen gen erhält. Die Höhe der Gesamt-
Gesetzgebungsverfahren. vergütung richtet sich nach den
Vergütungsformen. Mögliche For-
men sind die Kopfpauschale, die
Verhältniszahl 238

Einzelleistungsvergütung, die Verordnungsverhalten des Arztes


Fallpauschale oder eine Kombi- dahingehend zu beeinflussen, dass
nation der Formen. er ausreichend, zweckmäßig und
wirtschaftlich verordnet, ohne das
Verhältniszahl Maß des Notwendigen zu über-
Bedarfszulassung schreiten.

Vernetzte Praxen Verrechnungsstellen, privat-


en networked practices ärztliche
fr cabinets médicaux en réseau en chambers of compensation in
Praxisnetz private healthcare
fr chambres de compensation des
Verordnung assurances privées
en prescription Die privatärztlichen Verrechnungs-
fr ordonnance stellen sind für die Leistungsab-
Rezept rechnung der Ärzte und anderen
Leistungserbringern zuständig,
Verordnungsregress die Patienten der privaten Kranken-
Wirtschaftlichkeitsprüfung versicherung (Krankenversiche-
rung, private) und Patienten der ge-
Verordnungsverhalten setzlichen Krankenversicherung
en prescribing pattern (Krankenversicherung, gesetzli-
fr comportement de prescription che), die das Kostenerstattungs-
Das Verordnungsverhalten eines prinzip gewählt haben, behandelt
Arztes wird danach beurteilt, wie haben.
häufig und in welchem Umfang ein
Arzt Arzneimittel, Heil- oder Versandapotheke
Hilfsmittel verschreibt, aus wel- en mail-order pharmacy
chen Gründen und nach welchen fr pharmacie expédiant des médi-
Kriterien er verschreibt oder aber caments à distance
auch, warum er Patienten Behand- Die Versandapotheke ist eine A-
lungsmaßnahmen vorenthält. potheke, die Arzneimittel direkt
Gesteuert wird das Verordnungs- an Patienten (v. a. chronisch Kran-
verhalten z. B. durch Richtgrö- ke) verschickt.
ßen, durch Verordnungsrichtlinien
(Richtlinien), durch die Nega- Versandhandel mit Arzneimitteln
tivliste, Budgets oder Statistiken. en mail-order selling of
Das Ziel dieser Maßnahmen ist, das
239 Verschreibungspflichtig

pharmaceuticals mente geliefert werden, die im Gel-


fr vente par correspondance des tungsbereich des Arzneimittelge-
médicaments setzes in den Verkehr gebracht
In Deutschland war der Versand- werden können und verfügbar
handel mit apothekenpflichtigen sind. Die Medikamente müssen ad-
(Apothekenpflicht) Arzneimit- äquat verpackt sein und innerhalb
teln allgemein und über das Inter- von zwei Tagen nach Eingang der
net bis zum 31.12.2003 verboten. Bestellung versandt werden. Bei
Mit In-Kraft-Treten des GKV-Mo- Verzögerungen ist der Besteller zu
dernisierungsgesetzes zum informieren. Der Besteller muss zu-
01.01.2004 gibt es durch die Ände- dem die Möglichkeit erhalten, Be-
rung des Apothekengesetzes eine ratung durch pharmazeutisches
Rechtsgrundlage für den Versand Personal in deutscher Sprache zu
über das Internet (§ 11 Apotheken- erhalten.
gesetz). Nachdem ausländischen
Apotheken schon längere Zeit die Verschreibungsgebühr/Verord-
Möglichkeit gegeben war, in nungs(blatt)gebühr
Deutschland Medikamente über en prescription charge
das Internet zu verkaufen, ist es fr redevance sur les ordonnances
nun auch dem deutschen Apo- Die Verschreibungsgebühr ist ein
theker gestattet, bei Vorliegen einer anderer Begriff für die Selbstbe-
behördlichen Erlaubnis Arzneimit- teiligung bzw. Zuzahlung der Pa-
tel auf dem Weg des Versands in tienten bei der Arzneimittelversor-
den Verkehr zu bringen. Diese Er- gung.
laubnis wird allerdings nur Apothe-
kern erteilt, die eine Offizin-Apo- Verschreibungspflichtig
theke führen, d. h. eine Apotheke en (available on) prescription only
vor Ort. Der Versandhandel muss fr médicaments vendus unique-
somit neben dem Apothekenbe- ment sur ordonnance
trieb erfolgen, reine Versandapo- Ein Arzneimittel ist verschrei-
theken sind nicht gestattet. Die Ver- bungspflichtig (darf nur gegen ein
sanderlaubnis wird zudem von der vom Arzt ausgestelltes Rezept
Einhaltung eines Qualitätssiche- abgegeben werden), wenn es min-
rungssystems abhängig gemacht. destens eines der folgenden Krite-
So müssen die Apotheken über die rien erfüllt (Arzneimittelgesetz
zum Versandhandel notwendigen (AMG) §§ 48 f.):
Einrichtungen und Geräte verfü- aEs enthält Bestandteile/Stoffe,
gen. Es dürfen nur die Medika- die ohne ärztliche Überwachung
Versichertenbonus 240

auch bei bestimmungsgemäßem zahlungen wie beispielsweise der


Gebrauch Umwelt und Gesund- Praxisgebühr.

heit gefährden können.


aEs wird häufig in erheblichem Versichertenkarte
Umfang nicht bestimmungsge- en chip card; electronic patient
mäß gebraucht und gefährdet da- card
durch die Umwelt und fr carte d’assuré électronique
Gesundheit. Krankenversichertenkarte

aEs enthält Stoffe, deren Wirkun-


gen in der medizinischen Wis- Versicherter
senschaft nicht allgemein be- en insured person
kannt sind. fr assuré
aEs ist ein Betäubungsmittel. Krankenkassenversicherter

Die Verschreibungspflicht gilt min-


destens für einen Zeitrahmen von Versicherungsberechtigte
fünf Jahren nach Zulassung des en insurance beneficiary
Arzneimittels (Arzneimittelzu- fr personnes autorisées à s’assurer
lassung). volontairement
Versicherungsberechtigte sind frei-
Versichertenbonus willig krankenversicherte Mitglie-
en bonus for insured persons der einer gesetzlichen Krankenver-
fr bonus pour les assurés sicherung (Krankenversiche-
Ein Versichertenbonus ist ein fi- rung, gesetzliche). Ihr Einkommen
nanzieller Vorteil für die Versicher- liegt oberhalb der Beitragsbemes-
ten. Nehmen Versicherte der ge- sungsgrenze. Sie können deshalb
setzlichen Krankenversicherung wählen, ob sie von einer Kranken-
(Krankenversicherung, gesetzli- kasse oder einer privaten Kranken-
che) an Vorsorge- und Früher- versicherung versichert werden
kennungsuntersuchungen teil, wollen.
oder lassen sie sich in ein Modell
der hausarztzentrierten Versor- Versicherungsfall
gung einschreiben, können sie für en insurance case
ihr Verhalten von ihrer Kranken- fr cas ouvrant droit aux presta-
kasse einen Versichertenbonus er- tions
halten. Über die Art des Bonus Der Versicherungsfall besteht,
kann jede Kasse individuell ent- wenn die Krankenkassen (Kran-
scheiden. Möglich ist beispiels- kenkassen, gesetzliche) in die Lei-
weise eine Ermäßigung bei Zu- stungspflicht genommen werden.
241 Versicherungspflicht(grenze)

Die wichtigsten Versicherungsfälle Versicherungspflicht(grenze)


für die Krankenversicherung sind en income threshold for compul-
Krankheit, Mutterschaft und Tod. sory insurance
fr plafond d’assujettissement à
Versicherungsfreiheit l’assurance-maladie obligatoire
en freedom of insurance Die Versicherungspflicht ist ein tra-
fr personnes non assujetties à gendes Prinzip der deutschen So-
l’assurancemaladie obligatoire zialversicherung. Das Sozialgesetz
Von der Versicherungspflicht in der (Sozialgesetzbuch) bestimmt,
gesetzlichen Krankenversicherung wer versicherungspflichtig ist. Da-
(Krankenversicherung, gesetzli- mit wird dem einzelnen die Ent-
che) befreit sind alle Personen, die scheidung abgenommen, in wel-
aufgrund ihres Einkommens über cher Weise er für Krankheit, Ar-
der Versicherungspflichtgrenze beitslosigkeit und Alter vorsorgen
liegen und Personen, die aufgrund will. Er wird dem Versicherungs-
einer anderen Leistung (z. B. Bei- schutz der Sozialversicherung un-
hilfe) für den Krankheitsfall ver- terstellt. Versicherungspflicht tritt
sorgt sind (§ 6 ff. SGB V). Bei Per- ein, wenn die im Gesetz genannten
sonen, die laut Steuerrecht selb- Voraussetzungen (z. B. Aufnahme
ständig und freiberuflich tätig sind, einer Beschäftigung) erfüllt sind.
liegt ebenfalls Versicherungsfrei- Ob dies auch dem Wunsch von Ar-
heit vor. beitnehmern und Arbeitgebern ent-
spricht, spielt keine Rolle. Sie kön-
Versicherungsfremde Leistungen nen die Versicherungspflicht nicht
en extraneous insurance benefits vertraglich ausschließen. Aller-
fr prestations non directement dings ist die Versicherungspflicht
liées à l’assurance-maladie ein Grundsatz, von dem es Ausnah-
Unter versicherungsfremden Lei- men gibt. Bestimmte Personen-
stungen werden Leistungen ver- gruppen (z. B. geringfügig Beschäf-
standen, die nicht direkt zu den tigte oder höherverdienende Ar-
Kernbereichen der gesetzlichen beitnehmer) werden für versiche-
Krankenversicherung (Kranken- rungsfrei erklärt. Ab einer be-
versicherung, gesetzliche) gehö- stimmten Verdiensthöhe besteht
ren, aber gesellschafts- oder sozial- keine Versicherungspflicht in der
politisch wünschenswert sind, wie gesetzlichen Krankenversicherung
z. B. Mutterschaftsgeld. (Krankenversicherung, gesetzli-
che). Diese Versicherungspflicht-
grenze lag im Jahr 2004 bei
Versicherungsprinzip 242

46.350,00 Euro. Bei einem Ver- Die Beiträge werden in der GKV
dienst über der Versicherungs- nach dem Solidarprinzip und in
pflichtgrenze kann man in der bis- der PKV nach dem Äquivalenz-
herigen Krankenkasse freiwillig prinzip festgelegt.
versichert bleiben. Die Pflichtversi-
cherung wandelt sich dann auto- Versicherungsschutz, umfassen-
matisch in eine freiwillige Versi- der
cherung um. en universal coverage
Die Versicherungspflichtgrenze fr couverture d’assurance étendue
wird dynamisch der Einkommens- Ein umfassender Versicherungs-
entwicklung angepasst. Sie liegt bei schutz wird den Versicherten der
75 % der Beitragsbemessungs- gesetzlichen Krankenversicherung
grenze der Rentenversicherung. (Krankenversicherung, gesetzli-
che) durch den Leistungskatalog
Versicherungsprinzip gewährleistet.
en principle of insurance
fr principe de mutualité Versorgung, vertrags(zahn)ärztli-
Das Versicherungsprinzip besagt, che (ambulante, stationäre)
dass sich Personenkreise zu einer en medical and dentist care (am-
Versicherten- bzw. Solidargemein- bulatory, secondary)
schaft zusammenschließen, um fr soins médicaux et dentaires
sich für bestimmte Fälle (z. B. (ambulants et à l’hôpital
Krankheit) gemeinsam abzusi- Die ambulante Versorgung wird
chern. Ihr Ziel ist der Risikoaus- fast ausschließlich durch niederge-
gleich, d. h., dass keiner der Versi- lassene Haus- und Fachärzte und
cherten für den versicherten Scha- Zahnärzte gewährleistet. Patien-

densfall allein finanziell aufkom- ten können zur vertragsärztli-


men muss, sondern Entschädi- chen Versorgung zugelassene
gungsleistungen unabhängig von Haus- und Fachärzte frei wählen.
der Höhe seiner bis dahin geleiste- Idealerweise soll der Hausarzt die
ten Versicherungsbeiträge erhält. Inanspruchnahme der Fachärzte
Das Versicherungsprinzip als sol- koordinieren. Viele Patienten kon-
ches gilt sowohl in der Gesetzli- sultieren jedoch direkt die nieder-
chen Krankenversicherung gelassenen Fachärzte.
(Krankenversicherung, Gesetzli- Die ambulante Versorgung wird
che (GKV)) als auch in der privaten durch einen ärztlichen Notdienst
Krankemversicherung (Kranken- ergänzt.
versicherung, private (PKV)). Die stationäre Versorgung über-
243 Vertrags(zahn)arzt

nehmen die Krankenhäuser. Zu- wendungsbereich der Gesund-


sätzlich gibt es noch Vorsorge- und heitssystemforschung. Sie betrach-
Rehabilitationseinrichtungen. Im tet Versorgungsstrukturen, -pro-
Jahr 2001 wurden in rund zesse und -ressourcen. Für Ent-
2.240 Krankenhäusern scheidungsträger in der Gesund-
552.680 Betten vorgehalten und in heitsversorgung ergeben sich aus
rund 1.388 präventiven und reha- der Versorgungsforschung anwen-
bilitativen Einrichtungen dungsorientierte und praxisrele-
189.253 Betten. vante Erkenntnisse. Die Spitzen-
Die beiden Versorgungssektoren verbände der Krankenkassen ha-
sind relativ streng voneinander ge- ben mit dem Bundesforschungsmi-
trennt, wenn jedoch der Bedarf vor- nisterium und dem Bundesminis-
handen ist, können niedergelas- terium für Gesundheit und Soziale
sene Ärzte eine Zulassung zur sta- Sicherung eine Vereinbarung zur
tionären Behandlung und Kranken- Förderung der Versorgungsfor-
hausärzte eine Ermächtigung zur schung geschlossen. Ziel ist es
ambulanten Behandlung erhalten. u. a., Hemmnisse beim Transfer
Neue Versorgungsformen, die zu von Forschungsergebnissen in den
einer stärkeren Integration (Inte- Versorgungsalltag im Gesund-
grationsversorgung) mit sektor- heitswesen abzubauen.
übergreifenden Versorgungsele-
menten führen sollen, werden seit Versorgungsvertrag
In-Kraft-Treten des GKV-Moder- Krankenhaus-Versorgungsver-

nisierungsgesetzes gefördert und trag


Zug um Zug in das Versorgungsge-
schehen eingegliedert. Versorgungszentren
Medizinisches Versorgungszen-

Versorgungsformen trum
Integrationsversorgung
Praxisnetz Vertrags(zahn)arzt
Managed Care en panel doctor/sick fund dentist
Disease Management fr médecin/dentiste conventionné
Vertrags(zahn)arzt ist jeder All-
Versorgungsforschung gemeinarzt, Facharzt und
en research on supply Zahnarzt, der eine Zulassung

fr recherche sur les structures, pro- zur vertragsärztlichen Versor-


cessus et ressources de soins gung hat und dadurch zu Lasten
Versorgungsforschung ist ein An- der gesetzlichen Krankenversiche-
Vertragsärztliche Vereinigungen 244

rung (Krankenversicherung, ge- wendigen nicht überschreiten


setzliche) Leistungen erbringen (§§ 2,12 SGB V). Laut § 73 SGB V
kann. gliedert sich die vertragsärztliche
Versorgung in die haus- und fach-
Vertragsärztliche Vereinigungen ärztliche Versorgung.
en Associations of SHI-accredited
Physicians Vertragsarztrecht
fr associations de médecins en SHI-accredited physicians’ legis-
conventionnés lation
Vertragsärztliche Vereinigungen fr droit de médecins convention-
sind in vielen Bundesländern als nés
privatrechtliche Organisationen Das Vertragsarztrecht (früher Kas-
der Vertragsärzte vertreten. Sie for- senarztrecht) regelt die Teilnahme
dern eine stärkere Interessensver- des Vertragsarztes an der ver-
tretung der niedergelassenen Ärzte tragsärztlichen Versorgung, z. B.
durch die Kassenärztlichen Ver- Fragen der Zulassung, wirt-
einigungen (KVen) und die Kas- schaftlichen Überprüfung (Wirt-
senärztliche Bundesvereinigung schaftlichkeitsprüfung) und Vergü-
(KBV) oder die personelle Erneue- tung (Vergütungsformen, ambu-
rung dieser Körperschaften sowie lante). Das Vertragsarztrecht unter-
eine stärkere Einbindung der Be- liegt der Sozialgerichtsbarkeit.
rufsverbände in die Standespolitik.
Vertrauensärztlicher Dienst
Vertragsärztliche Versorgung Medizinischer Dienst der Kran-
en SHI-accredited physician ser- kenversicherung (MDK)
vices
fr soins médicaux conventionnés Vertreterversammlung
Alle ärztlichen Leistungen, die ei- en Assembly of Representatives
nem Versicherten der gesetzlichen fr assemblée des représentants
Krankenversicherung (Kranken- Die Vertreterversammlung ist das
versicherung, gesetzliche) gewährt oberste Organ der vertragsärztli-
werden. Die Leistungen der Kran- chen Selbstverwaltung der Kas-
kenkassen und die Pflichten der senärztlichen Bundesvereinigung
Versicherten sind vor allem im So- (KBV) und besteht derzeit aus
zialgesetzbuch (SGB) V geregelt. 110 Mitgliedern. Die Größe der je-
Die Leistungen haben ausreichend, weiligen Kassenärztlichen Verei-
zweckmäßig und wirtschaftlich zu nigung (KV) entscheidet über die
sein und dürfen das Maß des Not- Anzahl der zu entsendenden Abge-
245 Vor- und nachstationäre Krankenhausbehandlung

ordneten. Im Zuge des GKV-Mo- teln im GKV-Markt soll in Zukunft


dernisierungsgesetzes wird die die Nutzenbewertung (Nutzen)
Vertreterversammlung neu struk- sein. Diese vierte Hürde soll die
turiert (§ 80 SGB V). Prüfungen zu Unbedenklichkeit,
Qualität und Wirksamkeit von
Verwaltungskosten Arzneimitteln um eine Nutzen-

en administrative costs bewertung pharmakologischer


fr coûts administratifs Neuerungen bzw. um den Aspekt
Bei den Krankenkassen fallen der Wirtschaftlichkeit ergänzen.
Verwaltungskosten für Personal, Der Gemeinsame Bundesaus-
Sachwerte und Werbung an, wei- schuss (G-BA) kann das Institut
terhin Aufwendungen für die für Qualität und Wirtschaftlichkeit
Selbstverwaltung, den Medizi- im Gesundheitswesen beauftragen,
nischen Dienst der Krankenversi- die Nutzenbewertung eines Arz-
cherung (MDK), Kosten für Rechts- neimittels vorzunehmen. Der G-BA
verfolgung und Schiedsverfah- kann die Ergebnisse dieser Bewer-
ren, Beiträge und Vergütungen an tung in die Arzneimittelrichtlinien
Dritte für Verwaltungszwecke und aufnehmen und damit eine Richtli-
Fusionskosten sowie Kosten für nie für eine wirtschaftliche Arznei-
Auflösung und Schließung von mittelverordnung des Arztes erlas-
Krankenkassen. sen.

Verweildauer Vor- und nachstationäre Kran-


en length of stay kenhausbehandlung
fr durée d’hospitalisation en pre- and after-care of in-pa-
Die Verweildauer bezeichnet die tients at hospitals
Dauer (Pflegetage) der stationären fr soins hospitaliers avant et
Behandlung in einem Kranken- après hospitalisation
haus vom Aufnahme- bis zum Ent- Vor- und nachstationäre Kranken-
lassungstag, wobei Aufnahme- und hausbehandlung erfolgt ohne Un-
Entlassungstag als ein Tag gelten. terkunft und Verpflegung des Pati-
enten. Das Krankenhaus hat dazu
Vierte Hürde nur das Recht bei der Überweisung
en fourth hurdle eines medizinisch geeigneten Pati-
fr la quatrième échelle enten.
Eine vierte Hürde für die Zulassung Die vorstationäre Behandlung soll
zum GKV-Markt bzw. für die Er- klären, ob eine vollstationäre Be-
stattungsfähigkeit von Arzneimit- handlung notwendig ist und wenn
Vorsorge 246

ja, den Patienten darauf vorberei- Vorsorge


ten. Sie ist auf drei Tage (innerhalb en preventive measures
von fünf Tagen) begrenzt. Die fr médecine préventive
nachstationäre Behandlung ge- Die Vorsoge dient der Früher-
schieht im Anschluss an den Kran- kennung von Krankheiten (z. B.
kenhausaufenthalt, um den Be- Krebs), der Begleitung von
handlungserfolg zu sichern oder zu Schwangeren, Säuglingen und
festigen. Sie sollte sieben Behand- Kleinkindern sowie Gesundheits-
lungstage (innerhalb von 14 Ta- checks bei Jugendlichen.
gen) nicht überschreiten.
Diese Regelungen sollen helfen, die Vorsorgeuntersuchung
stationären Kosten zu verringern. Vorsorge
247 Weltgesundheitsorganisation

Weiterbildungsordnung
en regulation on specialist training
fr règlement sur la formation
continue
Auf Bundesebene werden die In-
halte und die Dauer der ärztlichen
Wahlleistungen Weiterbildung für die einzelnen
Grund-/Wahlleistungen Fachgebiete vereinbart. Diese wer-
Regelleistungen den auf dem deutschen Ärztetag
verabschiedet und den Landesärz-
Weiterbildung Allgemeinmedizin tekammern (LÄK) zur Umsetzung
en postgraduate training in gen- empfohlen.
eral medicine
fr formation continue en méde- Weltgesundheitsorganisation
cine générale (WHO)
Durch eine erfolgreich abgeschlos- en World Health Organization
sene Weiterbildung im Bereich All- fr Organisation Mondiale de la
gemeinmedizin qualifiziert sich ein Santé
Arzt für die primärärztliche Ver- Als Organisation der Vereinten Na-
sorgung. Die fünfjährige Weiterbil- tionen ist die WHO die größte inter-
dung erfolgt im Rahmen der ärztli- nationale Fachorganisation (über
chen Berufstätigkeit unter Anlei- 190 Mitgliedsländer) für Gesund-
tung von zur Weiterbildung befug- heit. Sie wurde 1948 gegründet.
ter Ärzte. Sie wird mit einer Prüf- Ihre Zentrale befindet sich in Genf.
ung abgeschlossen. Durch ihre sechs dezentralen Re-
Das Ziel der Weiterbildung Allge- gionalbüros nimmt sie die Aufgabe
meinmedizin ist der geregelte Er- wahr, auf die unterschiedlichen re-
werb eingehender Kenntnisse, Er- gionalen Gesundheitsprobleme
fahrungen und Fertigkeiten für die und -bedürfnisse einzugehen. Sie
allgemeinmedizinische Tätigkeit verfolgt das Ziel, das „höchstmögli-
nach Abschluss der Berufsausbil- che Maß an Gesundheit für alle“ zu
dung. Ein weiteres Ziel ist auch die erreichen. Dafür erarbeitet sie
Sicherung der Qualität ärztlicher Gesundheitsziele, koordiniert die

Berufsausübung. internationale Gesundheitsarbeit


Geregelt wird die Weiterbildung in und gibt Empfehlungen heraus. Für
den jeweiligen Weiterbildungs- Deutschland haben die WHO-Emp-
ordnungen der Ärztekammern. fehlungen z. B. im Bereich Prä-
vention und Therapie von Herz-
WHO-Gesundheitsziele 248

Kreislauf-Erkrankungen Bedeu- Gebrauchs- und Fachinformation


tung. angegeben werden.

WHO-Gesundheitsziele („Health- Wirkung


For-All“-Strategie) Effekt

en WHO-health targets
fr objectifs de l’OMS: stratégie Wirtschaftlichkeitsgebot/Verord-
«santé pour tous» nungseinschränkungen
Die globalen Gesundheitsziele der en cost-effectiveness principle
WHO (Weltgesundheitsorganisa- fr principe de rentabilité/limita-
tion) sind tion des prescriptions
aein menschenwürdiges Umfeld Nach dem Wirtschaftlichkeitsgebot
mit ausreichender Ernährung, muss eine ärztliche Verordnung
aein angemessener Bildungs- (Rezept) zweckmäßig, ausrei-
stand, chend, nicht mehr als notwendig
astabile Ökologie und und wirtschaftlich sein
asoziale Gerechtigkeit. (§ 12 Abs. 1 SGB V). Daraus kön-
nen sich Einschränkungen bei der
WIDO Verordnung zugelassener Arz-
Wissenschaftliches Institut der neimittel ergeben.
AOK Die Behandlung/das Medikament
muss
Wirksamkeit averordnungsfähig sein (Aus-
Effektivität schluß evtl. durch Negativ-
liste);
Wirkstoff aqualitativ und von der Wirksam-
en active substance/active ingredi- keit her dem allgemein aner-
ent kannten Stand der medizini-
fr principe actif schen Erkenntnisse entsprechen
Wirkstoff wird im Arzneimittelge- und den Fortschritt
setz (AMG § 4 Abs. 19) wie folgt berücksichtigen,
definiert: „... Stoffe, die dazu be- adas Behandlungsziel erreichen
stimmt sind, bei der Herstellung und
von Arzneimitteln als arzneilich adie kostengünstigste Alternative
wirksame Bestandteile verwendet vergleichbarer Maßnahmen
zu werden.“ sein, wenn der Heilerfolg der
Gemäß AMG muss der Wirkstoff Gleiche ist.
auf der Verpackung sowie in der Leistungen, die diese Vorausset-
249 Wirtschaftlichkeitsgebot/Verordnungseinschränkungen

Target Highlights
Target 1 - Solidarity for health between Member States of the European Region:
Health 21 calls for more international help for needy countries, with at least
20% of funding devoted to social activities, and recipients allocating 20% of
their national budgets to the social sector.
Target 2 - Equity in health among groups within countries:
Poverty is the biggest risk factor to health. Health 21 calls for public policies to
address the root causes of socioeconomic inequities.
Target 3 - A healthy start in life:
Health 21 urges national health policies that will provide not only a safety net
for young children but also a springboard for their later lives.
Target 4 - Health of young people:
Children and young people must be enabled to make the healthy choice the
easy choice.
Target 5 - Healthy aging:
Older people’s health, self-esteem, and independence must be increased, along
with their active contribution to society.
Target 6 - Improving mental health:
Suicide rates can be sharply reduced if health care providers are trained in the
early detection of depression and appropriate treatment is provided.
Target 7 - Reducing communicable diseases:
Health 21 urges a comprehensive approach that combines health promotion,
disease prevention and patient treatment.
Target 8 - Reducing noncommunicable disease:
Integrated programmes to reduce such risk factors as smoking, heavy drinking,
unhealthy nutrition and stress are needed.
Target 9 - Reducing injury from violence and accidents:
There is a need for improved emergency services, and stricter enforcement of
preventive measures to cut accidents and violence on the roads, at work and
in the home.
Target 10 - A healthy and safe physical environment:
Health 21 advocates environmental taxes, which promote health by reducing
pollution.
Target 11 - Healthier living:
Cycling and walking, which increase physical activity, reduce fatal accidents,
increase social contact and reduce air pollution, should be promoted.
Target 12 - Reducing harm from alcohol, drugs and tobacco:
All Member States should follow the European Action Plan for a Smoke-free
Europe and the European Charter on Alcohol.
(Forsetzung siehe nächste Seite)
Wirtschaftlichkeitsprüfung 250

Target 13 - Settings for health:


Health plans should focus systematically on the places where people live,
work and play.
Target 14 - Multisectoral responsibility for health:
Social and economic policies in government and business must be assessed
for their likely effects on health.
Target 15 - An integrated health sector:
There should be a much stronger emphasis on primary care.
Target 16 - Managing for quality of care:
The systematic measurement of health outcomes in clinical care is an indis-
pensable new tool for continuous quality development in patient care.
Target 17 - Funding health care and allocating resources:
Equity and sustainability must be ensured.
Target 18 - Developing human resources for health:
Public health professionals must have clear mandates and an adequate infra-
structure for their work.
Target 19 - Research and knowledge for health:
The application of what we know about which health approaches work (and
which do not) will have a major impact on improving health and protecting
the environment.
Target 20 - Mobilizing partners for health:
National policies and programmes should involve those who are meant to im-
plement them.
Target 21 - Policies and strategies for health for all:
Emphasis should be placed on building networks, alliances and partnerships
for health and empowering people to take action at the national, regional and
local levels.
WHO-Gesundheitsziele („Health-For-All“-Strategie).

zung nicht erfüllen, dürfen von Wirtschaftlichkeitsprüfung


Versicherten nicht gefordert, vom en utilization review/cost effective-
Arzt nicht verschrieben und von ness control/efficiency audit
der Kasse nicht erstattet werden. fr contrôle de la gestion financière
Die Beachtung des Wirtschaftlich- Die Wirtschaftlichkeitsprüfung ist
keitsgebotes wird durch die Ver- ein Prüfverfahren ver-
bände der Krankenkassen und die trags(zahn)ärztlicher Leistungen,
Kassenärztlichen Vereinigungen zu dem die Krankenkassen
überprüft. (Krankenkasse, gesetzliche) und
Kassenärztlichen Vereinigungen
251 Wirtschaftlichkeitsreserven

(KVen) gemäß § 106 SGB V ver- den Richtgrößen um 15 % findet


pflichtet sind. Sie wird im Bereich eine Beratung durch das Prüfungs-
Honorar und Arznei-, Verband- gremium statt. Bei einer Über-
und Heilmittel durchgeführt. schreitung von 25 % hat der Ver-
Hierfür werden in jeder Kassenärzt- tragsarzt, den Mehraufwand zu er-
lichen Vereinigung (KV) ein Prü- setzen, sofern nicht Praxisbeson-
fungsausschuss und ein Beschwer- derheiten bestehen und belegt wer-
deausschuss als Prüfungsgremien den können.
eingerichtet. Sie beraten die Ärzte Kommt es zum Regress (Arz-
auch zu Fragen der Wirtschaftlich- neimittelregress), wird der entspre-
keit und Qualität der medizini- chende Betrag von den Kranken-
schen Versorgung. Eine unabhän- kassen unmittelbar von der Ge-
gige Geschäftsstelle arbeitet den samtvergütung für alle Ärzte abge-
Prüfungsgremien zu. Die Vor- zogen. Die KV macht diesen Betrag
stände der Krankenkassen-Ver- dann gegenüber dem Vertragsarzt
bände und der KVen haften für eine geltend. Falls dies allerdings zu ei-
ordnungsgemäße Durchführung ner Existenzgefährdung des Ver-
der Wirtschaftlichkeitsprüfungen. tragsarztes führen würde, könnte
Gesetzlich sind zwei Vorgehens- dieser Betrag gestundet oder auch
weisen vorgeschrieben: erlassen werden.
aRichtgrößenprüfung: Hier wer-
den die durchschnittlichen Fall- Wirtschaftlichkeitsreserven
kosten des Arztes, gemessen an en profitability reserves
den für diese Fälle geltenden fr reserves de rentabilité
Richtgrößen, überprüft. Als Wirtschaftlichkeitsreserven bzw.
verpflichtender Bestandteil jeder Einsparmöglichkeiten bei der me-
Richtgrößenprüfung wird auch dizinischen Versorgung finden sich
die Richtlinienprüfung vorge- überall dort, wo medizinische Lei-
nommen. Hier wird festgestellt, stungen mit weniger Mitteleinsatz
ob der Vertragsarzt die Anwen- gleich gut oder mit dem gleichen
dungsempfehlungen des Ge- Mitteleinsatz besser erbracht wer-
meinsamen Bundesausschusses den könnten (Minimal-, Maximal-
bei der Arzneimittelverordnung prinzip, Effizienz). Z. B. könnten
beachtet hat (§ 35 SGB). durch bessere Organisation und
aStichprobenprüfung: Sie wird Zusammenarbeit zwischen ambu-
pro Quartal bei mindestens 2 % lantem und stationärem Sektor,
der Ärzte durchgeführt. aber auch innerhalb der Sektoren
Überschreitet der Arzt die gelten- Ressourcen in erheblichem Um-
Wissenschaftliches Institut der AOK 252

fang eingespart werden. stungserbringer im Gesundheits-


wesen, Ministerien, einzelne Kran-
Wissenschaftliches Institut der kenkassen, wissenschaftliche Insti-
AOK (WIdO) tute, Marktforschungsinstitute und
en Research Institute of the Local Betriebe.
Health Care Funds
fr institut de recherche des caisses Wohlfahrtspflege, freie (FW)
d’assurance locales en welfare organizations/voluntary
Das WIdO forscht seit 1976 zu den welfare
Grundlagen und Problemen der ge- fr organisations indépendantes de
setzlichen Krankenversicherung bienfaisance
(Krankenversicherung, gesetzli- Zur freien Wohlfahrtspflege zählen
che) und der mit ihr zusammen- alle sozialen Hilfen und Selbsthilfe-
hängenden Gebiete. Die Forschung leistungen (Selbsthilfe), die auf
ist praxisbezogen und steht im freigemeinnütziger Grundlage und
Dienste der Politik und der gesam- in organisierter Form geschehen.
ten gesetzlichen Krankenversiche- Die wichtigsten Aufgaben der FW
rung. Es soll die Krankenkassen sind die Hilfe bei sozialen und aku-
bei der Sicherstellung einer qualita- ten gesundheitlichen Nöten, vor-
tiv hochwertigen und wirtschaftli- beugende und nachsorgende Hilfe,
chen Versorgung der Bevölkerung Erkennen und Beseitigen gesell-
unterstützen. Außer für die gesetz- schaftlicher Ursachen individueller
lichen Krankenkassen (Kranken- Not sowie Öffentlichkeitsarbeit,
kasse, gesetzliche) ist das WIdO Aus-, Fort- und Weiterbildung.
auch eine wichtige Informations- Zu den Spitzenverbänden zählen
quelle für andere Akteure im Ge- u. a. die Arbeiterwohlfahrt (AWO),
sundheitssystem. der Deutsche Caritasverband e. V.
Seine Partner und Auftraggeber (DCV), das Deutsche Rote Kreuz
sind Verbände der gesetzlichen (DRK) und das Diakonische Werk
Krankenkassen und der Lei- (DW).
253 Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung

des Kiefers und der Mundhöhle so-


wie die Aufklärung seiner Patien-
ten. Außerdem führt der Zahnarzt
kieferorthopädische Maßnahmen
zur Zahn- und Kieferregulierung
durch und versorgt Patienten mit
Zahlungsbereitschaftsmethode Zahnersatz (Prothetik).
en willingness-to-pay
fr évaluation de la volonté de Zahnärztekammer
payer en regional dental chamber/associ-
Hierbei handelt es sich um einen ation
Bewertungsansatz, der bestimmen fr chambres régionales des dentis-
soll, welchen Geldbetrag eine Per- tes
son gerade noch zu zahlen bereit Die Zahnärztekammern haben für
ist, um einen bestimmten Vorteil die zahnärztliche Versorgung eine
zu erlangen (z. B. eine Gesund- vergleichbare Funktion wie die
heitsleistung). Dieses relativ auf- Ärztekammern für die Vertrags-

wendige Verfahren wird durch ge- ärzte (Zahnarzt).


schulte Interviewer oft im Rahmen
von Kosten-Nutzen-Analysen Zentralinstitut für die kassen-
eingesetzt. ärztliche Versorgung (ZI)
en Central Research Institute of
Zahnarzt/Zahnärztin Ambulatory Health Care in Ger-
en dentist many
fr dentiste fr institut central de recherche sur
Nach erfolgreich abgeschlossenem les soins médicaux convention-
zahnmedizinischem Studium und nés ambulants
erfolgter Approbation ist man be- Die Stiftung „ZI“ ist eine gemein-
rechtigt, sich Zahnarzt zu nennen. same Forschungseinrichtung der
Zahnärzte besitzen wie Ärzte ein Kassenärztlichen Bundesvereini-

Standes- und Kassenrecht, welches gung (KBV) und der Kassenärzt-


die Berufspflichten durch die lichen Vereinigungen (KV) der Län-
Zahnärztekammern und die der. Sie wurde 1973 gegründet und
Bundeszahnärztekammer über- unterstützt den gesetzlichen Auf-
wacht. Der Zuständigkeitsbereich trag der KBV und der KVen der Län-
des Zahnarztes umfasst die Vor- der zur Sicherstellung der kassen-
beugung, Erkennung und Behand- ärztlichen Versorgung. Ihre Aufga-
lung von Erkrankungen der Zähne, benfelder sind medizinische und
Zentralstelle der deutschen Ärzteschaft zur Qualitätssicherung 254

gesundheitsökonomische For- stützung der Gesellschafter bei ih-


schung (Gesundheitsökonomie), ren gesetzlichen und satzungsge-
vorwiegend im ambulanten Be- mäßen gemeinsamen Aufgaben der
reich, sowie Aus-, Weiter- und Qualitätssicherung der ärztlichen
Fortbildung auf dem Gebiet der Berufsausübung. Der Schwerpunkt
ärztlichen Versorgung. der Aufgaben liegt in der Vorberei-
tung gemeinsamer Empfehlungen,
Zentralstelle der deutschen Ärz- Regelungen, Stellungnahmen von
teschaft zur Qualitätssicherung BÄK und KBV, Unterstützung von
in der Medizin (ÄZQ) Ärztekammern, Kassenärztli-

en German Central Office for Qual- chen Vereinigungen bei Qualitäts-


ity Management in Medicine sicherungsprogrammen, Beurtei-
fr office central des médecins alle- lung und Vorbereitung von wissen-
mands pour l’assurance-qualité schaftlich begründeten und prak-
dans la médecine tisch anwendbaren Leitlinien
Bundesärztekammer und Kas- und Richtlinien für die ärztliche
senärztliche Bundesvereinigung Tätigkeit in der ambulanten und
gründeten im März 1995 die „Zen- stationären Versorgung unter Be-
tralstelle der deutschen Ärzteschaft rücksichtigung des Wirtschaft-
zur Qualitätssicherung in der Medi- lichkeitsgebotes.
zin“ (Ärztliche Zentralstelle Quali-
tätssicherung „ÄZQ“) als gemein- Zulassung für Arzneimittel
same und paritätisch besetzte Ein- Arzneimittelzulassung

richtung und wandelten sie im Juli


1997 in eine Gesellschaft bürgerli- Zulassung (als Vertragsarzt)
chen Rechts um. Ziele der ÄZQ sind en approval; allowance
die Koordination der Arbeit der fr autorisation d’exercer en tant
ärztlichen Spitzenorganisationen que médecin conventionné
auf dem Gebiet der Qualitätssi- Voraussetzungen für die Zulassung
cherung, wirksame und einheitli- als Vertragsarzt sind die Approba-
che Entwicklung und Ausführung tion als Arzt, der erfolgreiche Ab-
der Qualitätssicherung der ärztli- schluss entweder einer allgemein-
chen Berufsausübung, Berücksich- medizinischen Weiterbildung oder
tigung der Interessen der Patienten, einer Weiterbildung in einem ande-
Kooperation mit Krankenkassen ren Fachgebiet (Facharzt) mit der
(Krankenkasse, gesetzliche) und Befugnis zum Führen einer ent-
Krankenhausverbänden. Zweck sprechenden Gebietsbezeichnung
der ÄZQ ist die Beratung und Unter- oder der Nachweis einer Qualifika-
255 Zuzahlung

tion, die gemäß §§ 95a Abs. 4 und Zusatzversicherung


5 SGB V anerkannt ist. en additional insurance
Die Zulassung erfolgt aber nur für fr assurance supplémentaire (Mu-
den Ort der Niederlassung als Arzt tuelle)
(Vertragsarztsitz). Will der Arzt Alle Versicherten können sich für
seine Fachrichtung oder seinen Sitz Leistungen, die die eigene Kran-
wechseln, braucht er die Zustim- kenkasse (Krankenkasse, gesetz-
mung des Zulassungsausschusses liche) nicht anbietet, privat zusatz-
(Bedarfszulassung, Ärzte, Zahn- versichern. Versicherte der gesetz-
ärzte). lichen Krankenversicherung
(Krankenversicherung, gesetzli-
Zulassungsbeschränkungen che) können sich zum Beispiel für
en restrictions on the approval of a Sonderleistungen beim Kranken-
practice hausaufenthalt versichern. Darun-
fr limitations de l’autorisation ter fallen die Auswahl des Arztes,
d’exercer Ein- und Zweibett-Zimmer und Te-
Zulassungsbeschränkungen für lefon. Ab 2005 wird aufgrund des
eine Region oder ein Fachgebiet GKV-Modernisierungsgesetzes

(Facharzt) bestehen, wenn be- der Zahnersatz (Brücken, Kronen,


reits genug Ärzte für die Gesund- Prothesen) aus dem Leistungska-
heitsversorgung der Bevölkerung talog der gesetzlichen Krankenver-
zur Verfügung stehen sicherung gestrichen. Die GKV-Ver-
(Bedarfszulassung, Ärzte, Zahn- sicherten müssen diese Leistungen
ärzte). somit zusätzlich bei ihrer Kranken-
kasse versichern. Es wird damit ge-
Zusatzbezeichnung rechnet, dass mit einem monatli-
en additional qualification chen Versicherungsbeitrag von un-
fr qualification supplémentaire ter 10 Euro die Kosten für Zahner-
In der ärztlichen Weiterbildung satz abgedeckt werden können, die
nach den Vorschriften der Weiter- derzeit noch von den Krankenkas-
bildungsordnung zu erlangende sen übernommen werden.
Qualifikation in einem medizini-
schen Spezialgebiet. Diese stehen Zuzahlung
ergänzend neben der Facharztbe- en co-payment
zeichnung (z. B. Sportmedizin) fr supplément de paiement
(Facharzt). Zuzahlung stellt die direkte finan-
zielle Beteiligung der Versicherten
in der gesetzlichen Krankenversi-
Zweitmeinung 256

cherung (Krankenversicherung, aHeilmittel und häusliche


gesetzliche, GKV) an den Kosten Krankenpflege: 10 % der Kosten
verschiedener Gesundheitsleistun- sowie 10 Euro je Verordnung.
gen dar, es sei denn, die Patienten aAmbulante Behandlung:
sind von der Zuzahlung befreit 10 Euro Praxisgebühr pro Be-
(Kinder bis 18 Jahre und vollstän- handlungsfall pro Quartal.
dig befreite, so genannte Härtefälle aKrankenhausbehandlung: je
(Härtefallregelung)). Mit der Zu- Kalendertag 10 Euro über maxi-
zahlung soll die Selbstverantwor- mal 28 Tage.
tung der Versicherten für ihre Ge- Ab 2005 wird durch Regelung des
sundheit gestärkt werden. GKV-Modernisierungsgesetzes der
Zuzahlungen werden in festen Zahnersatz (Brücken, Kronen, Pro-
Geldbeträgen oder anteilig an den thesen) aus dem Leistungskata-
Gesamtkosten einer Maßnahme ge- log der gesetzlichen Krankenversi-
leistet. Durch das GKV-Moderni- cherung herausgenommen. Die
sierungsgesetz werden die GKV- Mitglieder zahlen dann einen eige-
Versicherten stärker als bisher an nen Versicherungsbeitrag an ihre
der Finanzierung von Leistungen Krankenkasse (Krankenkasse,
beteiligt. Nachstehend einige Zu- gesetzliche), der voraussichtlich
zahlungsbeispiele: unter 10 Euro monatlich liegen
aArzneimittel: 10 % des Abga- wird und auch Versicherungslei-
bepreises, mindestens 5 Euro stungen für nicht erwerbstätige Fa-
und höchstens 10 Euro , jedoch milienmitglieder einschließt. Der
jeweils nicht mehr als die Kosten Betrag soll den Teil der Kosten für
des Arzneimittels. Zahnersatz abdecken, den die Kas-
aZum Verbrauch bestimmte sen bisher übernehmen.
Hilfsmittel, z. B. Spritzen für In der privaten Krankenversiche-
insulinpflichtige Diabetiker: rung (Krankenversicherung, pri-
10 % je Packung, höchstens je- vate) richtet sich der Zuzahlungs-
doch 10 Euro im Monat je satz nach dem ausgewählten Lei-
Indikation. stungspaket und der Beitragshöhe.
aZum dauerhaften Gebrauch be- Abgestufte Zuzahlungssätze sind
stimmte Hilfsmittel, z. B. Hörge- für die einzelnen Leistungsbereiche
räte: bei Anschaffung einmalig möglich.
10 % des Abgabepreises, minde-
stens 5 Euro und höchstens Zweitmeinung
10 Euro, jedoch nicht mehr als en second opinion
die Kosten des Hilfsmittels. fr deuxième avis
257 Zweitmeinung

In ausländischen Versicherungs- naged Care-Organisationen bieten


systemen müssen Ärzte vor be- Versicherungsprodukte an, die mit
stimmten Leistungen, wie z. B. ei- Hilfe von Bonus-Malus-Regelun-
ner Operation oder Überweisungen gen das Zweitmeinungsverfahren
an einen Fachspezialisten (Fach- einführen und steuern. In Deutsch-
arzt) die Meinung bzw. den Befund land wird das Verfahren in
eines weiteren Arztes einholen. Modellvorhaben und Arztnetzen

Dieses Vorgehen dient der Quali- (Praxisnetz) erprobt.


tätsverbesserung, denn so können
z. B. unnötige Behandlungsmaß-
nahmen vermieden werden. Ma-
259 Glossar

Französisch-Deutsch-Englisch

Französisch Englisch Deutsch


accessoires médicaux medical devices Hilfsmittel
action concertée en ma- concerted action in the Konzertierte Aktion im
tière de santé publique public health sector Gesundheitswesen
(KAiG)
actualisation discounting Diskontierung
Agence Européenne European Agency for Europäische Agentur
pour l’Évaluation des the Evaluation of Medi- für die Beurteilung von
Médicaments cinal Products Arzneimitteln (EMEA)
agence fédérale de Federal Agency for the Bundesversicherungsan-
l’assurance sociale des Social Insurance of Sa- stalt für Angestellte
employés salariés laried Employees (BfA)
aide sociale welfare benefits Sozialhilfe
ajustement financier au financial adjustment Finanzausgleich in der
sein de l’assurance-ma- within the sickness Krankenversicherung
ladie des retraités fund system for retirees der Rentner
allopathie allopathy Allopathie
analyse coût-bénéfice Cost Benefit Analysis Kosten-Nutzen-Analyse
analyse coût-efficacité Cost Effectiveness Ana- Kosten-Effektivitäts-A-
lysis nalyse
analyse coût-utilité Cost Utility Analysis Kosten-Nutzwert-Analy-
se
analyse de minimisation Cost Minimisation Ana- Kosten-Minimierungs-A-
du coût lysis nalyse
analyse de sensibilité sensitivity analysis Sensitivitätsanalyse
analyse décisionnelle decision analysis Entscheidungsanalyse
analyse des coûts mar- marginal costs analysis Grenzkostenanalyse
ginaux
analyse du coût Cost Analysis Kosten-Analyse
Französisch-Englisch-Deutsch 260

Französisch Englisch Deutsch


analyse du coût (et bé- Cost (Benefit) Analysis Kosten-(Nutzen)-Anal-
néfice) yse
analyse du coût des ma- cost of illness study Krankheitskosten- Ana-
ladies lyse
analyse risque bénéfice risk-benefit-analysis Risiko-Nutzen-Analyse
années de vie ajustées quality adjusted life Qualitätskorrigiertes Le-
par estimation de la year bensjahr (QALY)
qualité de vie
arbre de décision decision tree Entscheidungsbaum
arrêt Kohll/Decker Kohll/Decker verdict Kohll/Decker-Urteil
assemblée des représen- Assembly of Represen- Vertreterversammlung
tants tatives
association allemande German Association of Bundesverband des
des grossistes pharma- Pharmaceutical Whole- pharmazeutischen
ceutiques salers Großhandels (PHAGRO)
association allemande German Hospital Fede- Deutsche Krankenhaus-
des hôpitaux ration gesellschaft e.V. (DKG)
Association Allemande German Association of Verband der niederge-
des Médecins exerçant the Established Physici-lassenen Ärzte Deutsch-
en Cabinet ans lands NAV – Vir-
chowbund e.V.
association allemande German Association of Deutscher Generikaver-
des producteurs de mé- Manufacturers of Gene- band e.V.
dicaments génériques ric Drugs
association allemande German Association for Deutsche Gesellschaft
pour les assurés et les Insured Persons and Pa- für Versicherte und Pa-
patients tients tienten e.V. (DGVP)
association de Association of the Diag- Verband der Diagnostik-
l’industrie des moyens nostic Industry industrie e.V. (VDGH)
de diagnostic
Association de German Pharmaceutical Bundesverband der
l’Industrie Pharmaceuti- Industry Association Pharmazeutischen Indu-
que en Allemagne strie (BPI)
association de patients Patient Association Patientenverband
Association des Assu- Association of Private Verband der privaten
rances-Maladie privées Health Insurance Krankenversicherung
e.V.
261 Französisch-Englisch-Deutsch

Französisch Englisch Deutsch


Association des Fabri- German Association of Verband Forschender
cants de Produits Phar- Research-based Phar- Arzneimittelherstel-
maceutiques Engagés maceutical Companies ler(VFA)
dans la Recherche et le
Développement
association des importa- Association of Drug Im- Verband der Arzneimit-
teurs des produits phar- porters tel-Importeure
maceutiques
association des méde- Hartmann-Union Hartmannbund, Ver-
cins allemands fondée band der Ärzte Deutsch-
par le Dr. Hartmann lands e.V.
association des méde- Association of Em- Marburger Bund (MB)
cins employés et foncti- ployed and Civil Service
onnaires Physicians
association des méde- Independent Practice Independent Practice
cins indépendants Association (IPA) Association (IPA)
Association des Sociétés Association of the Arbeitsgemeinschaft der
Scientifiques Médicales Scientific Medical Socie- Wissenschaftlichen Me-
en Allemagne ties in Germany dizinischen Fachgesell-
schaften (AWMF)
association fédérale des Federal Association of Bundesfachverband der
fabricants de produits non-prescription Medi- Arzneimittelhersteller
pharmaceutiques ven- cines Manufacturers (BAH)
dus sans ordonnance
Association Nationale National Association of Kassen(zahn)ärztliche
des Médecins (Dentis- Social Health Insurance- Bundesvereinigung
tes) agréés par les Cais-accredited Physici- (KBV/KZBV)
ses ans/German National
Association of Social
Health Insurance-accre-
dited Dentists
association régionale Regional Hospital Asso- Landeskrankenhausge-
d’hôpitaux ciation sellschaft
associations de méde- Associations of SHI-ac- Vertragsärztliche Verei-
cins conventionnés credited Physicians nigungen
associations régionales Regional Associations of Landesverbände der
des caisses-maladies ob- Statutory Health Insu- Krankenkassen
ligatoires rances
Französisch-Englisch-Deutsch 262

Französisch Englisch Deutsch


associations régionales
Regional Association of Kassen(zahn)ärztliche
des médecins (dentis- Social Health Insurance- Vereinigung (KV/KZV)
tes) agréés par les cais-
accredited Physici-
ses ans/Regional Associa-
tion of Social Health In-
surance-accredited Den-
tists
associations/groupe- Association of Pharma- Apothekerverein/-ver-
ments des pharmaciens cists band, (ABDA/ADKA)
assurance accidents accident insurance Unfallversicherung, ge-
setzliche
assurance couvrant les long-term care insu- Pflegeversicherung
frais de soins de longue rance
durée
assurance des membres dependants co-insu- Familienversicherung
de la famille rance
assurance maladie pri- private health insurance Krankenversicherung,
vée private (PKV)
assurance qualité quality assurance Qualitätssicherung
assurance qualité quality control Qualitätskontrolle
assurance retraite (statutory) pension in- Rentenversicherung
surance
assurance sociale géné- compulsory basic health Bürgerversicherung
ralisée insurance
assurance sociale pour social insurance for oc- Berufsgenossenschaft
les accidents du travail cupational accidents (BG)
assurance supplémen- additional insurance Zusatzversicherung
taire (Mutuelle)
assurance-maladie à health insurance abroad Auslandskrankenschutz
l’ètranger
assurance-maladie des students’ health insu- Studenten-Krankenver-
étudiants rance sicherung
assurance-maladie des health insurance for Krankenversicherung
retraités pensioners der Rentner (KVdR)
assurance-maladie obli- statutory health insu- Krankenversicherung,
gatoire rance gesetzliche (GKV)
assuré insured person Versicherter
assuré d’une caisse healthcare insurant Krankenkassenversi-
d’assurance-maladie cherter
263 Französisch-Englisch-Deutsch

Französisch Englisch Deutsch


auto-assistance/groupes self-help Selbsthilfe
d’entraide
autogestion self-administration Selbstverwaltung
autogestion commune joint self administration Gemeinsame Selbstver-
waltung
auto-médication self-medication Selbstmedikation
autonomie du patient patients’ autonomy Patientenautonomie
autorisation d’exercer license to medical prac- Approbation
tice
autorisation de méde- authorization of hospi- Ermächtigung von
cins hospitaliers tal doctors Krankenhausärzten
autorisation de mise sur market authorisation for Arzneimittelzulassung
le marché d’un médica- drugs
ment
Autorisation des méde- SHI-physician/dentist Bedarfszulassung Ärzte,
cins/des dentistes en accreditation Zahnärzte
fonction des besoins
autorisation d’exercer approval; allowance Zulassung(als Vertrags-
en tant que médecin arzt)
conventionné
autorisation authorization of medi- Ermächtigung ärztlich
d’institutions médicales cal facilities geleiteter Einrichtungen
autorisation partielle partial authorisation of Krankenhausteilöffnung
des hôpitaux pour les hospitals for outpatient
soins ambulants treatment
autorisation standard de standard marketing aut- Standardzulassung
mise sur le marché horization
bénéfice benefit Nutzen
bénéfice direct direct benefit Nutzen, direkter
bénéfice indirect indirect benefit Nutzen, indirekter
bénéfice non mesurable non-measurable benefit Nutzen, intangible
bénéficiaire d’une pre- beneficiary/recipient Leistungsempfänger
station
bilan de santé health check-up Check-up-Untersuchung
Bonne Pratique Clinique Good Clinical Practice Good Clinical Practice
(GCP) (GCP)
Bonne Pratique de Fab- Good Manufacturing Good Manufacturing
rication Practice (GMP) Practice (GMP)
bonus pour les assurés bonus for insured per- Versichertenbonus
sons
Französisch-Englisch-Deutsch 264

Französisch Englisch Deutsch


budget budget Budget
budget d’un cabinet practice budget Praxisbudgets
budget global global budget Globalbudget
budget pour les médica- drugs and remedy bud- Arznei- und Heilmittel-
ments et remèdes get budget
budgétisation budgeting Budgetierung
budgets combinés combined budgets Kombinierte Budgets
budgets par secteur sectoral budgets Sektorale Budgets
cabinet faisant office de practice clinic/doctor’s Praxisklinik
clinique surgery and beds
cabinet médical de group practice Gemeinschaftspraxis
groupe
cabinets médicaux en networked practices Vernetzte Praxen
réseau
cabinets spécialisés specialized practices Schwerpunktpraxen
caisse d’assurance ma- craft-guild health insu- Innungskrankenkasse
ladie des corps de mé- rance (IKK)
tiers
caisse d’assurance ma- Seamen’s Health Insu- See-Krankenkasse
ladie des employés ma- rance
ritimes
caisse libre agrée substitutional health in- Ersatzkassen
d’assurance maladie surance
caisse primaire primary fund Primärkasse
caisses d’assurance-ma- company health insu- Betriebskrankenkassen
ladie des entreprises rance (BKK)
caisses d’assurance-ma- Agricultural Sickness Landwirtschaftliche
ladie des travailleurs Funds Krankenkassen (LKK)
agricoles
caisses d’assurance-ma- statutory health insu- Krankenkassen, gesetz-
ladie obligatoires rances liche
caisses locales local health care funds Allgemeine Ortskran-
d’assurance maladie kenkassen (AOK)
capitation capitation Capitation (CAP)
Care Manager Care Manager Care Manager
carte d’assurance mala- health insurance card Krankenversicherten-
die karte (KV-Karte)
carte d’assurance mala- electronic health insu- Gesundheitskarte, elek-
die éléctronique rance card tronische
265 Französisch-Englisch-Deutsch

Französisch Englisch Deutsch


carte d’assuré électroni- chip card; electronic pa- Versichertenkarte
que tient card
carte d’identification electronic medical iden- Elektronischer Arztaus-
électronique du méde- tification card weis
cin
cas ouvrant droit aux insurance case Versicherungsfall
prestations
Case Manager Case Manager Case Manager
catalogue des presta- catalogue of benefits Leistungskatalog
tions
centre de soins médi- medical care center Medizinisches Versor-
caux gungszentrum
centre fédéral Federal Centre for He- Bundeszentrale für Ge-
d’éducation pour la alth Education sundheitliche Aufklä-
santé rung (BZgA)
centres de facturation data processing service Apothekenrechenzen-
des pharmacies center for pharmacies tren
cercle de qualité quality circle/loop Qualitätszirkel
chambre des médecins chamber of physicians Ärztekammer
chambre fédéral des Federal Chamber of Bundesapothekerkam-
pharmaciens Pharmacists mer (BAK)
chambres de compensa- chambers of compensa- Verrechnungsstellen,
tion des assurances pri- tion in private health- privatärztliche
vées care
chambres régionales des regional dental cham- Zahnärztekammer
dentistes ber/association
charge maximale copayment limit Belastungsgrenze
charte du patient patients’ charter Patientencharta
chiffres d’évaluation des evaluation number for Bewertungszahl für ver-
prestations des méde- SHI-accredited services tragsärztliche Leistun-
cins conventionnés gen
Classification Internatio- International Classifica- ICD
nale des Maladies tion of Diseases
clause sociale hardship clause Sozialklausel
clause sur les prix ex- excessive price clause Überforderungsklausel
cessifs
code d’assurance so- Reich Insurance Code Reichsversicherungsord-
ciale du Reich (de 1911) nung (RVO)
code professionnel des professional code of Ärztliche (Muster-) Be-
médecins conduct for physicians rufsordnung
Französisch-Englisch-Deutsch 266

Französisch Englisch Deutsch


Code Social Social Security Code Sozialgesetzbuch (SGB)
codification des pro- central pharmaceutical Pharmazentralnummer
duits pharmaceutiques number (PZN)
par un numéro central
unique
comité de coordination committee on coordina- Koordinierungsaus-
tion schuss
comité d’éthique ethics committee Ethik-Kommission
comité d’évaluation des committee for rating Bewertungsausschuss
prestations des méde- doctors’ services
cins
comité régional Regional Committee Länderausschuss
commission conjointe Federal Joint Commis- Gemeinsamer Bundes-
fédérale sion ausschuss (G-BA)
commission de contrôle audit and appeal com- Prüfungs- und Be-
et de plainte mission schwerdeausschuss
commission de la trans- transparency commis- Transparenzkommis-
parence sion sion
commission des médi- Hospital Drug Commis- Arzneimittelkommission
caments au sein de sion im Krankenhaus
l’hôpital
Commission des Médi- Drug Commission of Arzneimittelkommission
caments de Pharma- German Pharmacists der Deutschen Apothe-
ciens Allemands ker (AMK)
commission des médi- Drug Commission of the Arzneimittelkommission
caments des médecins German Medical Asso- der Deutschen Ärzte-
allemands ciation schaft (AkdÄ)
commission des mono- Monopoly Commission Monopolkommission
poles
commission fédérale de federal hospital commit- Ausschuss Krankenhaus
l’hôpital tee
commission fédérale Federal Committee of Bundesausschuss der
des médecins et des Physicians and Health Ärzte und Krankenkas-
caisses d’assurance-ma- Insurance Funds sen (BAÄK)
ladie
compensation de la risk structure compen- Risikostrukturausgleich
structure du risque sation scheme (RSA)
compensation de règle- internal financial com- Fremdkassenausgleich
ment entre caisses pensation between he-
alth insurance funds
Compliance Compliance Compliance
267 Französisch-Englisch-Deutsch

Französisch Englisch Deutsch


comportement de pres- prescribing pattern Verordnungsverhalten
cription
composantes des dépen- components of expendi- Komponenten der Arz-
ses de pharmaceutiques ture neimittelausgaben
conférence des minis- Conference of Health Gesundheitsminister-
tres de la santé Ministers konferenz (GMK)
congrès annuel des mé- Annual Congress of Deutscher Ärztetag
decins allemands German Physicians
conseil d’experts pour Council of Experts for Sachverständigenrat zur
l’évaluation des déve- the Assessment of De- Begutachtung der Ent-
loppements dans le do- velopments in Health wicklung im Gesund-
maine de la santé publi- Care heitswesen
que
conseil de direction de Council of the National KBV-Vorstand
l’Association Nationale Association of Social
des Médecins agréés par Health Insurance-accre-
les Caisses dited physicians
conseil fédéral Council of Federal He- Bundesgesundheitsrat
d’hygiène publique alth
consommation de médi- drug consumption Arzneimittelkonsum
caments
contrat de division des Risk-Sharing-Contract Risk-Sharing-Contract
risques
contrat sur l’ approvisi- contract for the supply Heilmittelvertrag
onnement de remèdes of remedies
et thérapies
contrat sur contract for the supply Hilfsmittellieferungsver-
l’approvisionnement of medical devices trag
d’accessoires médicaux
contrat sur les soins ho- hospital-supply contract Krankenhausversor-
spitaliers gungsvertrag
contrat-cadre fédéral Federal Master Agree- Bundesmantelvertrag
ment (BMV)
contrats sur les structu- group contracts Strukturverträge
res de soin et de rému-
nération
contrôle de la gestion fi- utilization review/cost Wirtschaftlichkeitsprü-
nancière effectiveness control/ef- fung
ficiency audit
convention collective general agreement/fra- Gesamtvertrag
mework agreement
Französisch-Englisch-Deutsch 268

Französisch Englisch Deutsch


conventions de sécurité social insurance secu- Sozialversicherungsab-
sociale rity agreements kommen
coopération pour la cooperation for transpa- Kooperation für Trans-
transparence et qualité rency and quality in ho- parenz und Qualität im
à l’hôpital spitals Krankenhaus (KTQ)
coopérative de médicins physicians’ cooperative Ärztegenossenschaften
cotisation patronale employer’s contribution Arbeitgeberanteil
cotisation sociale des employee’s contribution Arbeitnehmeranteil
salariés
coût-efficacité cost-effectiveness Kosten-Effektivität
coûts costs Kosten
coûts administratifs administrative costs Verwaltungskosten
coûts d’investissement investment costs Investitionskosten
coûts d’opportunité opportunity cost Opportunitätskosten
(Alternativkosten)
coûts de l’accroissement incremental costs Kosten, inkrementelle
arbitraire
coûts directs direct costs Kosten, direkte
coûts fixes fixed costs Fixkosten
coûts indirects indirect costs Kosten, indirekte
coûts journaliers de trai- daily treatment costs Tagestherapiekosten
tement
coûts marginaux marginal costs Grenzkosten
coûts non mesurables non-measurable costs Kosten, intangible
coûts variables variable costs Variable Kosten
couverture d’assurance universal coverage Versicherungsschutz,
étendue umfassender
cures de convalescence convalescence treat- Kur
et de rééducation foncti- ment
onnelle
déclaration du patient patient order Patientenverfügung
degré d’utilisation utilization Nutzungsgrad
délai de carence waiting period Karenztage/Karenzzeit
délivrance du médica- drug dispensation Arzneimittelabgabe
ment
demande induite par supply induced demand Angebotsinduzierte
l’offre Nachfrage
dentiste dentist Zahnarzt/Zahnärztin
dépassement du budget budget topping Budgetüberschreitung
269 Französisch-Englisch-Deutsch

Französisch Englisch Deutsch


dépenses de santé health expenditures Gesundheitsausgaben
dépenses pour presta- expenditure on benefits Leistungsausgaben
tions de santé
dépenses totales des total expenditure under Gesamtausgaben der ge-
caisses d’assurance-ma- the statutory health in- setzlichen Krankenkas-
ladie obligatoires surance system sen
dépistage précoce early diagnosis Früherkennung
détermination des coti- assessment of contribu- Beitragsbemessung
sations tions
deuxième avis second opinion Zweitmeinung
devoir de documenta- medical documentation Dokumentations- und
tion et de conservation and record retention Aufbewahrungspflicht
de données médicales duty
diminution de la valeur point value depreciation Punktwertabstaffelung
des points
directives directives Richtlinien
directives guidelines Therapieempfehlung
directives guidelines Leitlinien
directives sur la pres- prescription of remedies Heil- und Hilfsmittel-
cription de remèdes et and medical devices di- richtlinien
thérapies et rectives
d’accessoires médicaux
directives sur les forfaits Daily Hospital Rate Law Pflegesatzrecht
hospitaliers
directives sur les médi- pharmaceutical directi- Arzneimittelrichtlinien
caments ves (AMR)
directives sur les remè- guideline on remedies Heilmittelrichtlinien
des et thérapies
dossier électronique du electronic patient record Elektronische Patienten-
patient akte (EPA)
droit à réparation claim for compensation Ersatzanspruch
droit aux prestations right of service Leistungsanspruch
droit d’intervention des patients’ voice Mitspracherecht für Pa-
patients tientenorganisationen
droit de dispenser des right to dispense drugs Dispensierrecht
médicaments
droit de médecins con- SHI-accredited physici- Vertragsarztrecht
ventionnés ans’ legislation
droit de recours claim for/right of re- Regressanspruch
course
Französisch-Englisch-Deutsch 270

Französisch Englisch Deutsch


droits du patient patients’ rights Patientenrechte
durée d’hospitalisation length of stay Verweildauer
durée limite borderline length of Grenzverweildauer
d’hospitalisation stay
échelle unitaire doctors’ fee scale Einheitlicher Bewert-
d’évaluation ungsmaßstab (EBM)
économie de la santé health economics Gesundheitsökonomie
effet effect Effekt
effet placebo placebo effect Placebo(effekt)
effet secondaire side effect Nebenwirkung
efficacité efficacy Effektivität
efficience efficiency Effizienz
élections à la sécurité social security election Sozialwahl
sociale
entrepreneur pharma- pharmaceutical entre- Pharmazeutischer Un-
ceutique preneur ternehmer
épidémiologie epidemiology Epidemiologie
essai clinique/phases clinical study/types- Klinische Studie/Klini-
d’un essai clinique /phases of clinical stu- sche Studienformen
dies (Studienphasen)
essai en double aveugle double-blind-study Doppelblindstudie
essai en simple aveugle single-blind-study Einfachblindstudie
état de dépendance nursing care depen- Pflegebedürftigkeit
dency
étude de suivi prospective study Prospektive Studie
étude des résultats Outcome Research Outcome Research
étude observation study/co- Beobachtungs-/Kohor-
d’observation/étude de hort study tenstudie
cohorte
étude rétrospective retrospective study Retrospektive Studie
étude sur l’utilisation Drug-Utilization-Review Drug-Utilization-Review
des médicaments
Euroqol EuroQol EuroQol
évaluation evaluation Evaluation
évaluation de la techno- health technology as- Health Technology As-
logie médicale sessment sessment (HTA)
évaluation de la volonté willingness-to-pay Zahlungsbereitschafts-
de payer methode
évaluation du bénéfice benefit assessment Nutzenbewertung
271 Französisch-Englisch-Deutsch

Französisch Englisch Deutsch


évaluation du capital human capital approach Humankapitalan-
humain satz/Humankapitalme-
thode
évaluations de health economic evalua- Gesundheitsökonomi-
l’économie de la santé tions sche Evaluationen
examen médical de pré- preventive medical exa- Ärztliche Vorsorgeun-
vention mination tersuchung
exécution substitutive executive fiat/substitu- Ersatzvornahme
tive execution
exonération de exemption from co-pay- Befreiung von der Zu-
l’obligation de régler les ment zahlungspflicht
frais complémentaires
explosion des coûts cost explosion Kostenexplosion
facturation des soins billing of SHI-accredited Abrechnung vertrags-
médicaux convention- physician services ärztlicher Leistungen
nés
fiche de prescription prescription form Arzneiverordnungsblatt
financement hospitalier hospital financing; ho- Krankenhausfinanzie-
spital funding rung
financement hospitalier dual hospital financing Krankenhausfinanzie-
dualistique rung, duale
financement hospitalier monistic hospital fi- Krankenhausfinanzie-
monistique nance system rung, monistische
financement initial pour start-up financing for Anschubfinanzierung
les soins integrés integrated healthcare für Integrationsversor-
gung
forfait hospitalier daily hospital rate Pflegesatz
forfait journalier du ser- department specific ho- Abteilungspflegesatz
vice spital rate
forfait par cas case-based lump sum Fallpauschale (FP)
formation continue des postgraduate medical Ärztliche Weiterbildung
médecins training
formation continue en postgraduate training in Weiterbildung Allge-
médecine générale general medicine meinmedizin
formation professionelle compulsory vocational Fortbildungspflicht
continue obligatoire training
formes de rémunération types of renumeration Vergütungsformen, am-
bulante
Französisch-Englisch-Deutsch 272

Französisch Englisch Deutsch


formulaire donnant claims form for coun- Auslandskrankenschein
droit au prestations mé- tries abroad
dicales à l’étranger
formulaire donnant claims form Krankenschein
droit aux prestations
médicales
fournisseur de remèdes remedy supplier Heilmittelerbringer
et thérapies
frais d’ordonnance prescription fee Rezeptgebühr
frais de voyage transportation costs Fahrtkosten
frais totaux de thérapie total costs of therapy
Gesamttherapiekosten
franchise participation Selbstbehalt
gain direct direct gain Direkter Nutzen
gatekeeper gatekeeper Gatekeeper
gestion d’erreurs de management of treat- Behandlungsfehlerma-
traitement ment errors nagement
gestion de la qualité Quality Management Qualitätsmanagement
(QM)
gestion des cas case management Case Management/Fall-
management
gestion des maladies disease management Disease Manage-
ment/Krankheitsmana-
gement
GHM/Groupes Homogè- Diagnosis Related Diagnosis Related
nes de Malades Groups (DRGs) Groups (DRGs)
groupe de médecins group of medical specia- Fachgruppe
spécialistes lists
groupe de travail pour Working Committee on Arbeitsgemeinschaft zur
l’amélioration de la the Advancement of Förderung der Quali-
qualité dans la méde- Quality Assurance in tätssicherung in der Me-
cine Medicine dizin (AQS)
groupement de labora- joint laboratory Laborgemeinschaft
toires
groupement des phar- Union of German Phar- Deutscher Apotheker-
maciens allemands macists verband (DAV)
guérisseur/naturopathe alternative medical Heilpraktiker
practitioner
handicap handicap/disability Behinderung
homéopathie homeopathy Homöopathie
honoraires du médecin physician’s fee Arzthonorar
273 Französisch-Englisch-Deutsch

Französisch Englisch Deutsch


honoraires hospitaliers procedural rate in ho- Sonderentgelt
particuliers spitals
hôpital hospital Krankenhaus
hôpital pour malades ai- acute-care hospital Akutkrankenhaus
gus
hospice hospice Hospiz
hospitalisation non jus- inappropriate in-patient Fehlbelegung
tifiée care
incapacité de travail incapacity for work Arbeitsunfähigkeit
incapacité de travail occupational disability Berufsunfähigkeit
incertitude insecurity Unsicherheit
incidence incidence Inzidenz
indemnité journalière sickness benefit/sick Krankengeld
de maladie pay
indicateur de santé health indicator Gesundheitsindikator
indication indication Indikation
industrie pharmaceuti- pharmaceutical industry Pharmazeutische Indu-
que strie
institut allemand de German Hospital Insti- Deutsches Kranken-
l’hôpital tute hausinstitut (DKI) e.V.
Institut Allemand pour German Institute of Me- Deutsches Institut für
l’Information et la Do- dical Documentation Medizinische Dokumen-
cumentation Médicale and Information tation und Information
e.V. (DIMDI)
institut central de re- Central Research Insti- Zentralinstitut für die
cherche sur les soins tute of Ambulatory He- kassenärztliche Versor-
médicaux convention- alth Care in Germany gung (ZI)
nés ambulants
institut d’assurance ré- Regional Insurance In- Landesversicherungsan-
gional stitute stalt (LVA)
institut de recherche Research Institute of the Wissenschaftliches In-
des caisses d’assurance Local Health Care stitut der AOK (WIdO)
locales Funds
Institut fédéral Federal Miners’ Insu- Bundesknappschaft
d’Assurance des Mi- rance Association
neurs
Institut Fédéral des Mé- Federal Institute for Bundesinstitut für Arz-
dicaments et Produits Drugs and Medical Pro- neimittel und Medizin-
Pharmaceutiques ducts produkte (BfArM)
Französisch-Englisch-Deutsch 274

Französisch Englisch Deutsch


Institut Paul-Ehrlich, Paul-Ehrlich-Institute, Paul-Ehrlich-Institut,
Agence Fédérale des Federal Agency for Sera Bundesamt für Impf-
Séra et Vaccins and Vaccines stoffe und Sera (PEI)
institut pour la prescrip- Institute for the Pres- Institut für die Arznei-
tion des médicaments cription of Pharmaceuti- mittelverordnung in der
au sein de l’assurance- cals in Statutory Health gesetzlichen Kranken-
maladie obligatoire Insurance versicherung
institut pour la qualité Institute for Quality and Institut für Qualität und
et la rentabilité dans le Economic Viability in Wirtschaftlichkeit im
secteur de la santé pub- Health Care Gesundheitswesen
lique
institut pour le système Institute for the Remu- Institut für das Entgelt-
de rémunération à neration System in Ho- system im Krankenhaus
l’hôpital spitals (InEK)
Institut Robert-Koch, in- Robert-Koch-Institute, Robert Koch Institut,
stitut fédéral pour les Federal Institute for In- Bundesinstitut für In-
maladies infectionales fectious Diseases and fektionskrankheiten und
et les maladies intrans- non-transmittable nicht übertragbare
missibles Diseases Krankheiten (RKI)
intérêts des patients patients’ interests Interessenvertretung der
Patientinnen und Pati-
enten
invalidité permanente occupational disability Erwerbsunfähigkeit
jugement des réclama- arbitration procedure Schiedsverfahren
tions/procédure
d’arbitrage
juridiction sociale social jurisdiction Sozialgerichtsbarkeit
la quatrième échelle fourth hurdle Vierte Hürde
législation sociale social legislation Sozialgesetzgebung
liberté d’établissement freedom of establish- Niederlassungsfreiheit
ment
libre choix de la caisse open enrolement Kassenwahl, freie
d’assurance-maladie
libre choix du médecin free choice of physician Freie Arztwahl
libre choix du traite- freedom of therapy and Therapiefreiheit und Pa-
ment et droits du pati- patients’ right tientenanspruch
ent
limitations de restrictions on the ap- Zulassungsbeschrän-
l’autorisation d’exercer proval of a practice kungen
limites de prescription average prescription li- Richtgrößen
de médicaments mits
275 Französisch-Englisch-Deutsch

Französisch Englisch Deutsch


liste de la comparaison price comparison list Preisvergleichsliste
des prix
liste des accessoires mé- therapeutic appliances Hilfsmittelverzeichnis
dicaux schedule
liste des médicaments negative list/list of ex- Negativliste
non remboursés cluded drugs
liste des médicaments (drug) positive list Positivliste
remboursés
liste des prestations in- list of individual health- IGeL-Liste
dividuelles care services
liste des prix des médi- pharmacy price sche- Große Deutsche Spezia-
caments dule litätentaxe
listes de classification league tables Ranglisten
livre des médicaments pharmacopoeia Arzneibuch
loi fédérale d’aide so- German Social Aid Law Bundessozialhilfegesetz
ciale (BSHG)
loi sur l’ introduction de Introduction of Case-ba- Fallpauschalengesetz
forfaits par cas sed Lump Sums Act (FPG)
loi sur la modernisation Modernisation of the GKV-Modernisierungs-
de l ’assurance-maladie Statutory Health Insu- gesetz (GMG)
obligatoire rance Act
loi sur la protection des patent protection for Patentschutz für Arznei-
brevets des médica- pharmaceuticals mittel
ments
loi sur la publicité dans law on advertising in Heilmittelwerbegesetz
le secteur de la santé the healthcare system (HWG)
loi sur la rénumération Hospital Remuneration Krankenhausentgeltge-
de l’hôpital Act setz (KHEntG)
loi sur le financement Hospital Finance Act Krankenhausfinanzie-
hospitalier rungsgesetz (KHG)
loi sur les médicaments Drugs Act Arzneimittelgesetz
(AMG)
loi sur les pharmacies pharmacy system law Gesetz über das Apothe-
kenwesen
loi sur les produits mé- law governing medical Medizinproduktegesetz
dicaux products (MPG)
loi sur les psychothéra- Psychotherapist’s Act Psychotherapeutenge-
peutes setz
loi sur les stupéfiants narcotics law Betäubungsmittelgesetz
(BtMG)
Französisch-Englisch-Deutsch 276

Französisch Englisch Deutsch


loi sur les technologies Gene Technology Act Gentechnikgesetz
génétiques (GenTG)
loi sur les transplanta- Transplantation Act Transplantationsgesetz
tions
lois des chambres chamber law Kammergesetz
lutte contre le compor- abatement of malprac- Bekämpfung von Fehl-
tement criminel en tice in public health verhalten im Gesund-
santé publique care heitswesen
mandat de soin service guarantee Sicherstellungsauftrag
marché des médica- pharmaceutical market Arzneimittelmarkt
ments
matériel de consultation consultation overhead Sprechstundenbedarf
médecin physician Arzt/Ärztin
médecin agréé dispo- SHI-physician with in- Belegarzt
sant de lits dans un ser- patient authorization
vice hospitalier
médecin généraliste General Practitioner Allgemeinarzt
(GP)
médecin primaire primary physician Primärarzt
médecin spécialiste medical specialist Facharzt
médecin/dentiste con- panel doctor/sick fund Vertrags(zahn)arzt
ventionné dentist
médecine basée sur evidence-based medi- Evidenzbasierte Medi-
l’évidence cine zin (EbM)
médecine holistique holistic medicine Ganzheitliche Medizin
médecine préventive preventive measures Vorsorge
médecine traditionnelle conventional medicine Schulmedizin
médecines alternatives alternative medicine Alternativmedizin
Medicaid Medicaid Medicaid
médicament drug/pharmaceutical Arzneimittel
product
médicament délivré Over-The-Counter medi- OTC-Arzneimittel
sans ordonnance cine
médicament générique generic drug Generikum
médicaments de confort comfort drugs Bagatellarzneimittel
médicaments du bien- lifestyle drugs Lifestyle-Medikamente
être
médicaments orphelins Orphan Drugs Orphan Drugs
277 Französisch-Englisch-Deutsch

Französisch Englisch Deutsch


médicaments rembours- reimbursable drugs Erstattungsfähigkeit
ables (von Arzneimitteln)
médicaments vendus pharmacy-only drugs Apothekenpflicht
uniquement en pharma-
cie
médicaments vendus (available on) prescrip- Verschreibungspflichtig
uniquement sur ordon- tion only
nance
Medicare Medicare Medicare
médicin d’urgence emergency doctor Notarzt
membre d’une caisse member of a statutory Krankenkassenmitglied
d’assurance-maladie health insurance
mesures de soin post- post-operative treat- Nachsorgemaßnahmen
opératoire ment measures
mesures disciplinaires disciplinary procedures Disziplinarverfahren der
de l’Association des Mé- of the Association of Kassenärztlichen Verei-
decins/des Dentistes Statutory Health Insu- nigung
agrées par les caisses rance Physicians/Den-
tists
méta-analyse meta analysis Metaanalyse
méthode «standard Standard Gamble Me- Standard Gamble-Me-
gamble» pour évaluer la thod thode
valeur utile de différents
états de santé
méthode d’estimation time trade-off method Methode der zeitlichen
dans le domaine tempo- Abwägung
rel
méthode des coûts de friction cost method Friktionskostenansatz
friction
méthode du «sac à dos» Piggy-back Piggy-back
milieux professionnels circles of experts Fachkreise
Ministère fédéral de la Federal Ministry of He- Bundesministerium für
Santé et Sécurité sociale alth and Social Security Gesundheit und Soziale
Sicherung (BMGS)
modèle basé sur le mé- gatekeeper model Hausarztmodell
decin de famille
modèle d’achat purchasing model Einkaufsmodell
modèle de l’économie health economic model Gesundheitsökonomi-
de la santé sches Modell
modèle de Markov Markov-model Markov-Modell
Französisch-Englisch-Deutsch 278

Französisch Englisch Deutsch


montant fixe de dépen- fixed amount of expen- Ausgabenvolumina
ses ditures
montant total des coti- total social insurance Gesamtsozialversiche-
sations sociales amount rungsbeitrag
montants de rembourse- reference prices Festbeträge
ment fixes
montants de rembourse- reference prices for me- Festbeträge für Hilfsmit-
ment fixes pour acces- dical devices tel
soires médicaux
montants de rembourse- reference prices for Festbeträge für Arznei-
ment fixes pour médica- drugs mittel
ments
morbidité/multi-morbi- morbidity/multi-morbi- Morbidität/Multimorbi-
dité dity dität
mortalité mortality Mortalität
naturopathie naturopathy Naturheilkunde
NAV-Virchow-Bund NAV-Virchow-Bund NAV-Virchow-Bund
NICE NICE NICE
nombre de cas number of cases Fallzahl
nouvelles méthodes new diagnostic and tre- Neue Untersuchungs-
d’examen et de traite- atment methods und Behandlungsme-
ment thoden
objectifs de l’OMS: stra- WHO-health targets WHO-Gesundheitsziele
tégie «santé pour tous» („Health-For-All“-Strate-
gie)
objectifs de santé health objectives Gesundheitsziele
obligation de contracter legal obligation to con- Kontrahierungszwang
tract
Odds/Odds Ratio Odds/Odds Ratio Odds/Odds Ratio
office central des méde- German Central Office Zentralstelle der deut-
cins allemands pour for Quality Management schen Ärzteschaft zur
l’assurance-qualité dans in Medicine Qualitätssicherung in
la médecine der Medizin (ÄZQ)
office de surveillance de Office for Health Repor- Gesundheitsberichter-
la santé ting stattung (GBE)
office d’épurement des clearing office for guide- Clearingstelle für Leitli-
lignes directrices lines nien
Office fédéral de la sta- Federal Statistics Office Statistisches Bundesamt
tistique (StBA)
279 Französisch-Englisch-Deutsch

Französisch Englisch Deutsch


office fédéral d’hygiène Federal Department of Bundesgesundheitsamt
publique Public Health (BGA)
ombudsman patients’ ombudsman Ombudsleute/Ombuds-
mann
ordonnance prescription Rezept
ordonnance prescription Verordnung
ordonnance fédérale sur Federal Order on Daily Bundespflegesatzver-
les prix de journée de Hospital Rates ordnung (BPflV)
l’hôspital
ordonnance sur les prix drug price regulation Arzneimittelpreisverord-
des médicaments nung (AmPreisV)
ordre des pharmaciens pharmacy chamber Apothekerkammer
ordre fédéral des méde- Federal Order of Physi- Bundesärzteordnung
cins cians (BÄO)
Organisation Mondiale World Health Organiza- Weltgesundheitsorgani-
de la Santé tion sation (WHO)
organisation pour la health maintenance or- Health Maintenance Or-
protection de la santé ganization ganization (HMO)
organisations centrales National Associations of Spitzenverbände der
des caisses d’assurance- Health Insurance Funds Krankenkassen
maladie
organisations indépen- welfare organiza- Wohlfahrtspflege, freie
dantes de bienfaisance tions/voluntary welfare (FW)
organisme payeur payer Kostenträger
organismes self administration body Selbstverwaltungsor-
d’autogestion gane
paiement pour services fee for services Fee for service
rendus
paiements de transfert transfer payments Transferzahlungen
paramètres de rempla- substitutional parameter Surrogatparameter
cement
participation aux frais co-payment Selbstbeteiligung
médicaux/franchise
particularités d’un cabi- practice peculiarities Praxisbesonderheiten
net
personnes autorisées à insurance beneficiary Versicherungsberech-
s’assurer volontaire- tigte
ment
Französisch-Englisch-Deutsch 280

Französisch Englisch Deutsch


personnes non assujet- freedom of insurance Versicherungsfreiheit
ties à
l’assurancemaladie obli-
gatoire
pertinence budgétaire pertinence of budget Budgetrelevanz
Pharmaceutical Benefit Pharmaceutical Benefit Pharmaceutical Benefit
Management (PBM) Management (PBM) Management (PBM)
Pharmaceutical Care Pharmaceutical Care Pharmaceutical Care
pharmacie centrée sur patient centered phar- Hausapotheke
le patient macy
pharmacie électronique online pharmacy Internetapotheke
pharmacie expédiant mail-order pharmacy Versandapotheke
des médicaments à dis-
tance
pharmacie filiale branch pharmacy Filialapotheke
pharmacie hospitalière hospital pharmacy Krankenhausapotheke
pharmacie/pharmacien Pharmacy/Pharmacist Apotheke/Apotheker
pharmaco économie pharmaco-economics Pharmakoökonomie
phénomène du risque Moral Hazard Pheno- Moral Hazard Phäno-
moral mena men
plafond income threshold for Versicherungs-
d’assujettissement à compulsory insurance pflicht(grenze)
l’assurance-maladie ob-
ligatoire
plafond des cotisations contribution threshold Beitragsbemessungs-
grenze
plan de traitement pathway of treatment Behandlungspfad
planification des be- requirements planning Bedarfsplanung
soins
planification hospita- hospital plan at state le- Krankenhausbedarfspla-
lière au niveau national vel nung
et régional
point point Punkt
politique de la santé health policy Gesundheitspolitik
polyclinique; service de policlinic; outpatient-de- Poliklinik
soins externes partment
prestataire de services provider of services/he- Leistungserbringer
de santé althcare provider
prestation personnelle personal provision of Leistungserbringung,
de service service persönliche
281 Französisch-Englisch-Deutsch

Französisch Englisch Deutsch


prestation standard standard benefit Regelleistung
prestations d’un tiers third-party services Fremdleistung
prestations individuelles individual healthcare Individuelle Gesund-
services heitsleistungen
prestations non directe- extraneous insurance Versicherungsfremde
ment liées à benefits Leistungen
l’assurance-maladie
prestations réglementai- standard/optional bene- Grund-/Wahlleistungen
res/optionnelles fits
prestations relatives à la healthcare service Gesundheitsleistung
santé
prévalence prevalence Prävalenz
prévention prevention Prävention
principe actif active substance/active Wirkstoff
ingredient
principe d’équivalence principle of equivalence Äquivalenzprinzip
principe de la couver- principle of cost reco- Kostendeckungsprinzip
ture des frais very
principe de mutualité principle of insurance Versicherungsprinzip
principe de rembourse- cost reimbursement Kostenerstattungsprin-
ment des frais principle zip
principe de rentabi- cost-effectiveness prin- Wirtschaftlichkeitsge-
lité/limitation des pres- ciple bot/Verordnungsein-
criptions schränkungen
principe de solidarité principle of solidarity Solidarprinzip
principe du tiers payant principle of benefits in Sachleistungsprinzip
kind
prix de base d’une jour- general hospital rate Basispflegesatz
née d’hospitalisation
prix de vente à la phar- pharmacy retail price Apothekenverkaufspreis
macie von Arzneimitteln
produit pharmaceutique pharmaceutically manu- Fertigarzneimittel
manufacturé factured drug
produits médicaux medical products Medizinprodukte
produits pharmaceuti- import pharmaceuticals Importarzneimittel
ques importés
professions médicales healthcare professions Heilberufe
profit marginal marginal utility Grenznutzen
Französisch-Englisch-Deutsch 282

Französisch Englisch Deutsch


programmes pour la ge- Disease Management Disease Management
stion des maladies Programme Programme (DMP)
projets pilotes pilot project Modellvorhaben
promotion de la santé health promotion Gesundheitsförderung
promotion de la santé workplace health pro- Betriebliche Gesund-
au sein de l’entreprise motion heitsförderung
prophylaxie prophylaxis Prophylaxe
protection des données data protection in he- Datenschutz im Ge-
dans le secteur de la alth care sundheitswesen
santé
qualification supplé- additional qualification Zusatzbezeichnung
mentaire
qualité quality Qualität
qualité de vie quality of life Lebensqualität
quittance de traitement receipt of treatment Behandlungsquittung
quittance des patients patients’ receipt Patientenquittung
rabais des producteurs manufacturers rebate Herstellerrabatt
randomisation randomization Randomisierung
rationalisation rationalisation Rationalisierung
rationnement rationing Rationierung
réadaptation rehabilitation Rehabilitation(REHA)
recherche clinique clinical research Klinische Forschung
recherche des médica- drug research Arzneimittelforschung
ments
recherche sur les struc- research on supply Versorgungsforschung
tures, processus et res-
sources de soins
recherches sur le sys- healthcare system re- Gesundheitssystemfor-
tème de santé publique search schung
recommandations de Hannover Recommen- Hannoveraner Empfeh-
Hannovre dations lungen
recours recourse Regress
recours collectif collective regress Kollektivregress
recours contre le méde- drug recourse Arzneimittelregress
cin en cas de dépasse-
ment du seuil limite des
préscriptions
283 Französisch-Englisch-Deutsch

Französisch Englisch Deutsch


redevance sur les or- prescription charge Verschreibungsge-
donnances bühr/Verord-
nungs(blatt)gebühr
redevances complexes complex fees Komplexgebühren
réduction des coûts cost containment Kostendämpfung
régistre des médecins physicians register Arztregister
régistre fédéral des mé- Federal Physician Regis- Bundesarztregister
decins ter
règle du bonus-malus merit-demerit-rule Bonus-Malus-Regelung
règlement sur la forma- regulation on specialist Weiterbildungsordnung
tion continue training
règlement sur les phar- pharmacy regulation Apothekenbetriebsord-
macies nung (ApBetrO)
règlement sur les socié- regulation for pharma- Betriebsverordnung für
tés de commerce en ceutical wholesalers Arzneimittelgroßhan-
gros des médicaments delsbetriebe
réglementation pour les hardship clause Härtefallregelung
catégories sociales défa-
vorisées
réglementation pour les regulation for chroni- Chroniker-Regelung
malades chroniques cally ill patients
regroupement de cabi- practice-sharing/group Praxisgemeinschaft
nets de médicins of consultants’ surgeries
relevé trimestriel des case of treatment Behandlungsfall
soins
reliabilité reliability Reliabilität
remboursement reimbursement Rückerstattung
remboursement des co- contribution refund Beitragsrückerstattung
tisations
remboursement unitaire fee-for-service payment Einzelleistungsvergü-
tung
remèdes et thérapies remedy Heilmittel
remise de pharmacie pharmacy discount Apothekenabschlag (Ra-
batt)
rémunération de general practitioners’ Hausärztliche Grund-
base/forfait du médecin fee vergütung/Hausarzt-
de famille pauschale
rémunération totale total remuneration Gesamtvergütung
répartition des honorai- ratio for distribution of Honorarverteilungs-
res remuneration maßstab (HVM)
Französisch-Englisch-Deutsch 284

Französisch Englisch Deutsch


répliques de produits me-too-drugs Me-too Präparate
représentant des pa- patients’ representative Patientenbeauftragter
tients
réseau de médecins practitioners’ network Praxisnetz
réseau de prestataires Provider Network Provider Network
de services de santé
réseau préférentiel de Preferred Provider Orga- Preferred Provider Orga-
prestataires de services nisation (PPO) nisation (PPO)
de santé
reserves de rentabilité profitability reserves Wirtschaftlichkeitsreser-
ven
responsabilité du méde- doctors’ liability/hospi- Haftung des Arz-
cin/de l’hôpital tal liability tes/Krankenhauses
responsabilité objective strict liability Gefährdungshaftung
ressources resources Ressourcen
résultat outcome Outcome
revenu assujetti aux co- assessable income Einnahmen, beitrags-
tisations sociales pflichtige
revenu de base revenue base/payroll Grundlohnsumme
tax base
risque de morbidité morbidity risk Morbiditätsrisiko
santé publique Public Health Public Health
santé publique public health Gesundheitswissen-
schaften
satisfaction du patient patient satisfaction Patientenzufriedenheit
secteur de la santé healthcare sector Gesundheitswesen
sécurité des médica- security of pharmaceuti- Arzneimittelsicherheit
ments cals
sécurité sociale social insurance secu- Sozialversicherung (SV)
rity
sécurité sociale des ar- artists’ social insurance Künstlersozialkasse
tistes (KSK)
serment d’Hippocrate Hippocratic Oath Hippokratischer Eid
service d’information information service on Informationsstelle für
sur les médicaments drug specialties Arzneispezialitäten
GmbH (IfA)
service d’urgence emergency service Notdienst/Notfalldienst
service de l’hygiène et Public Health Depart- Gesundheitsamt
de la santé publique ment
285 Französisch-Englisch-Deutsch

Französisch Englisch Deutsch


service de santé publi- Public Health Service Öffentlicher Gesund-
que heitsdienst (ÖGD)
service de secours rescue service Rettungsdienst
service médical de Medical Review Board Medizinischer Dienst
l’assurance-maladie ob- of the Statutory Health der Krankenversiche-
ligatoire/service médi- Insurance Funds rung (MDK)/ Medizini-
cal des organisations scher Dienst der Spit-
centrales de zenverbände der Kran-
l’assurance-maladie ob- kenkassen (MDS)
ligatoire
sociothérapie socio-therapy Soziotherapie
soins à domicile home care Häusliche Pflege
soins chirurgicaux sur out-patient surgical ope- Ambulantes Operieren
une journée rations
soins contrôlés Managed Care Managed Care
soins externes/soins out-patient treatment Ambulante Behandlung
ambulants
soins hospitaliers avant pre- and after-care of in- Vor- und nachstationäre
et après hospitalisation patients at hospitals Krankenhausbehand-
lung
soins intégrés integrated healthcare Integrationsversor-
gung/Integrierte Versor-
gung
soins médicaux (à medical treatment (ab- Krankenbehandlung (im
l’étranger) road) Ausland)
soins médicaux centrés general practitioner cen- Hausarztzentrierte Ver-
sur le médicin de fa- tered health care sorgung
mille
soins médicaux conven- SHI-accredited physi- Vertragsärztliche Ver-
tionnés cian services sorgung
soins médicaux et den- medical and dentist care Versorgung, ver-
taires (ambulants et à (ambulatory, secon- trags(zahn)ärztliche
l’hôpital dary) (ambulante, stationäre)
soins par le médecin de general practitioner care Haus- und fachärztliche
famille et soins par le and medical specialist Versorgung
médecin spécialisé care
soins standard standard care Regelversorgung
somme forfaitaire per capitation fee Kopfpauschale
capita
spécialisation addition- main focus Schwerpunkt
nelle
Französisch-Englisch-Deutsch 286

Französisch Englisch Deutsch


stabilité du taux de coti- contribution rate stabi- Beitragssatzstabilität
sation lity
subsidiarité subsidiarity Subsidiarität
substitution de médica- substitution of pharma- Arzneimittelsubstitution
ments ceuticals
subvention fixe fixed grant Festzuschuss
supplément de paie- co-payment Zuzahlung
ment
supplément pour le additional service gua- Sicherstellungszuschlag
mandat de soin rantee fee
système de gestion de la Quality Management Qualitätsmanagement-
qualité System System
système de médecins system of SHI-physici- Belegarztwesen
agréés disposant de lits ans with in-patient aut-
dans un service hospita- horization
lier
système de santé basé primary care controlled Primärarztsystem
sur la gestion des soins system
médicaux par le méde-
cin primaire
système de santé publi- healthcare system Gesundheitssystem
que
tarif d’honoraires fee schedule Gebührenordnung
tarif d’honoraires des dentists fee scale Gebührenordnung für
dentistes Zahnärzte (GOZ)
tarif d’honoraires des physician fee scale Gebührenordnung für
médecins Ärzte (GOÄ)
tarif standard par bran- standard rate Standardtarif, branchen-
che einheitlicher
taux d’actualisation discounting rate Diskontierungsrate
taux de cotisation contribution rate Beitragssatz der gesetz-
lichen Krankenversiche-
rung (GKV)
taxe pour la consulta- consultation fee Praxisgebühr
tion
télématique telematics Telematik
testament du patient patients will Patiententestament
thérapies particulières particular therapies Besondere Therapierich-
tungen
287 Französisch-Englisch-Deutsch

Französisch Englisch Deutsch


traitement hospitalier hospital/in-patient tre- Krankenhausbehand-
atment lung
tribunal du contentieux social court Sozialgericht
social
types de caisses types of sickness funds Kassenarten
d’assurance-maladie ob-
ligatoires
union fédérale des asso- Federal Union of Ger- Bundesvereinigung
ciations de pharmaciens man Associations of Deutscher Apotheker-
allemands Pharmacists verbände (ABDA)
union fédérale des inter- Federal Union of Ger- Berufsverband Deut-
nistes allemands man Internal Medicine scher Internisten (BDI)
Practitioners
union fédérale des mé- Federal Union of Ger- Berufsverband der All-
decins généralistes alle- man General Practitio- gemeinärzte Deutsch-
mands ners lands – Deutscher Haus-
ärzteverband e.V.
(BDA)
unions fédérales des Federal Associations of Bundesverbände der
caisses d’assurance-ma- Health Insurance Funds Krankenkassen
ladie
usage non conforme à Off-Label-Use Off-Label-Use
l’autorisation de mise
sur le marché
utilité utility Nutzwert
valeur actuelle present value Gegenwartswert
valeur de points dans le point value/monetary Punktwert
régime d’assurance so- conversion fac-
ciale allemand tor/points rating
valeur d’un cas case value Fallwert
validité validity Validität
vente par correspon- mail-order selling of Versandhandel mit Arz-
dance des médicaments pharmaceuticals neimitteln
vérification de Utilization-Review Utilization-Review
l’utilisation des médica-
ments et des prestations
médicales
vérification de la plausi- plausibility testing Plausibilitätsprüfung
bilité
Französisch-Englisch-Deutsch 288

Französisch Englisch Deutsch


volume pour les presta- volumes of standard be- Regelleistungsvolumina,
tions standard, spécific nefits, physician-speci- arztgruppenbezogene
aux groupes de méde- fic
cins
289 Englisch-Französisch-Deutsch

Englisch-Französisch-Deutsch

Englisch Französisch Deutsch


(available on) prescrip- médicaments vendus Verschreibungspflichtig
tion only uniquement sur ordon-
nance
(drug) positive list liste des médicaments Positivliste
remboursés
(statutory) pension in- assurance retraite Rentenversicherung
surance
abatement of malprac- lutte contre le compor- Bekämpfung von Fehl-
tice in public health tement criminel en verhalten im Gesund-
care santé publique heitswesen
accident insurance assurance accidents Unfallversicherung, ge-
setzliche
active substance/active principe actif Wirkstoff
ingredient
acute-care hospital hôpital pour malades ai- Akutkrankenhaus
gus
additional insurance assurance supplémen- Zusatzversicherung
taire (Mutuelle)
additional qualification qualification supplé- Zusatzbezeichnung
mentaire
additional service gua- supplément pour le Sicherstellungszuschlag
rantee fee mandat de soin
administrative costs coûts administratifs Verwaltungskosten
Agricultural Sickness caisses d’assurance-ma- Landwirtschaftliche
Funds ladie des travailleurs Krankenkassen (LKK)
agricoles
allopathy allopathie Allopathie
alternative medical guérisseur/naturopathe Heilpraktiker
practitioner
alternative medicine médecines alternatives Alternativmedizin
Annual Congress of congrès annuel des mé- Deutscher Ärztetag
German Physicians decins allemands
approval; allowance autorisation d’exercer Zulassung(als Vertrags-
en tant que médecin arzt)
conventionné
Englisch-Französisch-Deutsch 290

Englisch Französisch Deutsch


arbitration procedure jugement des réclama- Schiedsverfahren
tions/procédure
d’arbitrage
artists’ social insurance sécurité sociale des ar- Künstlersozialkasse
tistes (KSK)
Assembly of Represen- assemblée des représen- Vertreterversammlung
tatives tants
assessable income revenu assujetti aux co- Einnahmen, beitrags-
tisations sociales pflichtige
assessment of contribu- détermination des coti- Beitragsbemessung
tions sations
Association of Drug Im- association des importa- Verband der Arzneimit-
porters teurs des produits phar- tel-Importeure
maceutiques
Association of Em- association des méde- Marburger Bund (MB)
ployed and Civil Service cins employés et foncti-
Physicians onnaires
Association of Pharma- associations/groupe- Apothekerverein/-ver-
cists ments des pharmaciens band, (ABDA/ADKA)
Association of Private Association des Assu- Verband der privaten
Health Insurance rances-Maladie privées Krankenversicherung
e.V.
Association of the Diag- association de Verband der Diagnostik-
nostic Industry l’industrie des moyens industrie e.V. (VDGH)
de diagnostic
Association of the Association des Sociétés Arbeitsgemeinschaft der
Scientific Medical Socie- Scientifiques Médicales Wissenschaftlichen Me-
ties in Germany en Allemagne dizinischen Fachgesell-
schaften (AWMF)
Associations of SHI-ac- associations de méde- Vertragsärztliche Verei-
credited Physicians cins conventionnés nigungen
audit and appeal com- commission de contrôle Prüfungs- und Be-
mission et de plainte schwerdeausschuss
authorization of hospi- autorisation de méde- Ermächtigung von
tal doctors cins hospitaliers Krankenhausärzten
authorization of medi- autorisation Ermächtigung ärztlich
cal facilities d’institutions médicales geleiteter Einrichtungen
average prescription li- limites de prescription Richtgrößen
mits de médicaments
beneficiary/recipient bénéficiaire d’une pre- Leistungsempfänger
station
291 Englisch-Französisch-Deutsch

Englisch Französisch Deutsch


benefit bénéfice Nutzen
benefit assessment évaluation du bénéfice Nutzenbewertung
billing of SHI-accredited facturation des soins Abrechnung vertrags-
physician services médicaux convention- ärztlicher Leistungen
nés
bonus for insured per- bonus pour les assurés Versichertenbonus
sons
borderline length of durée limite Grenzverweildauer
stay d’hospitalisation
branch pharmacy pharmacie filiale Filialapotheke
budget budget Budget
budget topping dépassement du budget Budgetüberschreitung
budgeting budgétisation Budgetierung
capitation capitation Capitation (CAP)
capitation fee somme forfaitaire per Kopfpauschale
capita
Care Manager Care Manager Care Manager
case management gestion des cas Case Management/Fall-
management
Case Manager Case Manager Case Manager
case of treatment relevé trimestriel des Behandlungsfall
soins
case value valeur d’un cas Fallwert
case-based lump sum forfait par cas Fallpauschale (FP)
catalogue of benefits catalogue des presta- Leistungskatalog
tions
central pharmaceutical codification des pro- Pharmazentralnummer
number duits pharmaceutiques (PZN)
par un numéro central
unique
Central Research Insti- institut central de re- Zentralinstitut für die
tute of Ambulatory He- cherche sur les soins kassenärztliche Versor-
alth Care in Germany médicaux convention- gung (ZI)
nés ambulants
chamber law lois des chambres Kammergesetz
chamber of physicians chambre des médecins Ärztekammer
chambers of compensa- chambres de compensa- Verrechnungsstellen,
tion in private health- tion des assurances pri- privatärztliche
care vées
Englisch-Französisch-Deutsch 292

Englisch Französisch Deutsch


chip card; electronic pa- carte d’assuré électroni- Versichertenkarte
tient card que
circles of experts milieux professionnels Fachkreise
claim for compensation droit à réparation Ersatzanspruch
claim for/right of re- droit de recours Regressanspruch
course
claims form formulaire donnant Krankenschein
droit aux prestations
médicales
claims form for coun- formulaire donnant Auslandskrankenschein
tries abroad droit au prestations mé-
dicales à l’étranger
clearing office for guide- office d’épurement des Clearingstelle für Leitli-
lines lignes directrices nien
clinical research recherche clinique Klinische Forschung
clinical study/types- essai clinique/phases Klinische Studie/Klini-
/phases of clinical stu- d’un essai clinique sche Studienformen
dies (Studienphasen)
collective regress recours collectif Kollektivregress
combined budgets budgets combinés Kombinierte Budgets
comfort drugs médicaments de confort Bagatellarzneimittel
committee for rating comité d’évaluation des Bewertungsausschuss
doctors’ services prestations des méde-
cins
committee on coordina- comité de coordination Koordinierungsaus-
tion schuss
company health insu- caisses d’assurance-ma- Betriebskrankenkassen
rance ladie des entreprises (BKK)
complex fees redevances complexes Komplexgebühren
Compliance Compliance Compliance
components of expendi- composantes des dépen- Komponenten der Arz-
ture ses de pharmaceutiques neimittelausgaben
compulsory basic health assurance sociale géné- Bürgerversicherung
insurance ralisée
compulsory vocational formation professionelle Fortbildungspflicht
training continue obligatoire
concerted action in the action concertée en ma- Konzertierte Aktion im
public health sector tière de santé publique Gesundheitswesen
(KAiG)
293 Englisch-Französisch-Deutsch

Englisch Französisch Deutsch


Conference of Health conférence des minis- Gesundheitsminister-
Ministers tres de la santé konferenz (GMK)
consultation fee taxe pour la consulta- Praxisgebühr
tion
consultation overhead matériel de consultation Sprechstundenbedarf
contract for the supply contrat sur Hilfsmittellieferungsver-
of medical devices l’approvisionnement trag
d’accessoires médicaux
contract for the supply contrat sur l’ approvisi- Heilmittelvertrag
of remedies onnement de remèdes
et thérapies
contribution rate taux de cotisation Beitragssatz der gesetz-
lichen Krankenversiche-
rung (GKV)
contribution rate stabi- stabilité du taux de coti- Beitragssatzstabilität
lity sation
contribution refund remboursement des co- Beitragsrückerstattung
tisations
contribution threshold plafond des cotisations Beitragsbemessungs-
grenze
convalescence treat- cures de convalescence Kur
ment et de rééducation foncti-
onnelle
conventional medicine médecine traditionnelle Schulmedizin
cooperation for transpa- coopération pour la Kooperation für Trans-
rency and quality in ho- transparence et qualité parenz und Qualität im
spitals à l’hôpital Krankenhaus (KTQ)
co-payment participation aux frais Selbstbeteiligung
médicaux/franchise
co-payment supplément de paie- Zuzahlung
ment
copayment limit charge maximale Belastungsgrenze
Cost (Benefit) Analysis analyse du coût (et bé- Kosten-(Nutzen)-Anal-
néfice) yse
Cost Analysis analyse du coût Kosten-Analyse
Cost Benefit Analysis analyse coût-bénéfice Kosten-Nutzen-Analyse
cost containment réduction des coûts Kostendämpfung
Cost Effectiveness Ana- analyse coût-efficacité Kosten-Effektivitäts-A-
lysis nalyse
cost explosion explosion des coûts Kostenexplosion
Englisch-Französisch-Deutsch 294

Englisch Französisch Deutsch


Cost Minimisation Ana- analyse de minimisation Kosten-Minimierungs-A-
lysis du coût nalyse
cost of illness study analyse du coût des ma- Krankheitskosten- Ana-
ladies lyse
cost reimbursement principe de rembourse- Kostenerstattungsprin-
principle ment des frais zip
Cost Utility Analysis analyse coût-utilité Kosten-Nutzwert-Analy-
se
cost-effectiveness coût-efficacité Kosten-Effektivität
cost-effectiveness prin- principe de rentabi- Wirtschaftlichkeitsge-
ciple lité/limitation des pres- bot/Verordnungsein-
criptions schränkungen
costs coûts Kosten
Council of Experts for conseil d’experts pour Sachverständigenrat zur
the Assessment of De- l’évaluation des déve- Begutachtung der Ent-
velopments in Health loppements dans le do- wicklung im Gesund-
Care maine de la santé publi- heitswesen
que
Council of Federal He- conseil fédéral Bundesgesundheitsrat
alth d’hygiène publique
Council of the National conseil de direction de KBV-Vorstand
Association of Social l’Association Nationale
Health Insurance-accre- des Médecins agréés par
dited physicians les Caisses
craft-guild health insu- caisse d’assurance ma- Innungskrankenkasse
rance ladie des corps de mé- (IKK)
tiers
daily hospital rate forfait hospitalier Pflegesatz
Daily Hospital Rate Law directives sur les forfaits Pflegesatzrecht
hospitaliers
daily treatment costs coûts journaliers de trai- Tagestherapiekosten
tement
data processing service centres de facturation Apothekenrechenzen-
center for pharmacies des pharmacies tren
data protection in he- protection des données Datenschutz im Ge-
alth care dans le secteur de la sundheitswesen
santé
decision analysis analyse décisionnelle Entscheidungsanalyse
decision tree arbre de décision Entscheidungsbaum
dentist dentiste Zahnarzt/Zahnärztin
295 Englisch-Französisch-Deutsch

Englisch Französisch Deutsch


dentists fee scale tarif d’honoraires des Gebührenordnung für
dentistes Zahnärzte (GOZ)
department specific ho- forfait journalier du ser- Abteilungspflegesatz
spital rate vice
dependants co-insu- assurance des membres Familienversicherung
rance de la famille
Diagnosis Related GHM/Groupes Homogè- Diagnosis Related
Groups (DRGs) nes de Malades Groups (DRGs)
direct benefit bénéfice direct Nutzen, direkter
direct costs coûts directs Kosten, direkte
direct gain gain direct Direkter Nutzen
directives directives Richtlinien
disciplinary procedures mesures disciplinaires Disziplinarverfahren der
of the Association of de l’Association des Mé- Kassenärztlichen Verei-
Statutory Health Insu- decins/des Dentistes nigung
rance Physicians/Den- agrées par les caisses
tists
discounting actualisation Diskontierung
discounting rate taux d’actualisation Diskontierungsrate
disease management gestion des maladies Disease Manage-
ment/Krankheitsmana-
gement
Disease Management programmes pour la ge- Disease Management
Programme stion des maladies Programme (DMP)
doctors’ liability/hospi-
responsabilité du méde- Haftung des Arz-
tal liability cin/de l’hôpital tes/Krankenhauses
doctors’ fee scale échelle unitaire Einheitlicher Bewert-
d’évaluation ungsmaßstab (EBM)
double-blind-study essai en double aveugle Doppelblindstudie
Drug Commission of Commission des Médi- Arzneimittelkommission
German Pharmacists caments de Pharma- der Deutschen Apothe-
ciens Allemands ker (AMK)
Drug Commission of the commission des médi- Arzneimittelkommission
German Medical Asso- caments des médecins der Deutschen Ärzte-
ciation allemands schaft (AkdÄ)
drug consumption consommation de médi- Arzneimittelkonsum
caments
drug dispensation délivrance du médica- Arzneimittelabgabe
ment
Englisch-Französisch-Deutsch 296

Englisch Französisch Deutsch


drug price regulation ordonnance sur les prix Arzneimittelpreisverord-
des médicaments nung (AmPreisV)
drug recourse recours contre le méde- Arzneimittelregress
cin en cas de dépasse-
ment du seuil limite des
préscriptions
drug research recherche des médica- Arzneimittelforschung
ments
drug/pharmaceutical médicament Arzneimittel
product
Drugs Act loi sur les médicaments Arzneimittelgesetz
(AMG)
drugs and remedy bud- budget pour les médica- Arznei- und Heilmittel-
get ments et remèdes budget
Drug-Utilization-Review étude sur l’utilisation Drug-Utilization-Review
des médicaments
dual hospital financing financement hospitalier Krankenhausfinanzie-
dualistique rung, duale
early diagnosis dépistage précoce Früherkennung
effect effet Effekt
efficacy efficacité Effektivität
efficiency efficience Effizienz
electronic health insu- carte d’assurance mala- Gesundheitskarte, elek-
rance card die éléctronique tronische
electronic medical iden- carte d’identification Elektronischer Arztaus-
tification card électronique du méde- weis
cin
electronic patient record dossier électronique du Elektronische Patienten-
patient akte (EPA)
emergency doctor médicin d’urgence Notarzt
emergency service service d’urgence Notdienst/Notfalldienst
employee’s contribution cotisation sociale des Arbeitnehmeranteil
salariés
employer’s contribution cotisation patronale Arbeitgeberanteil
epidemiology épidémiologie Epidemiologie
ethics committee comité d’éthique Ethik-Kommission
European Agency for Agence Européenne Europäische Agentur
the Evaluation of Medi- pour l’Évaluation des für die Beurteilung von
cinal Products Médicaments Arzneimitteln (EMEA)
297 Englisch-Französisch-Deutsch

Englisch Französisch Deutsch


EuroQol Euroqol EuroQol
evaluation évaluation Evaluation
evaluation number for chiffres d’évaluation des Bewertungszahl für ver-
SHI-accredited services prestations des méde- tragsärztliche Leistun-
cins conventionnés gen
evidence-based medi- médecine basée sur Evidenzbasierte Medi-
cine l’évidence zin (EbM)
excessive price clause clause sur les prix ex- Überforderungsklausel
cessifs
executive fiat/substitu- exécution substitutive Ersatzvornahme
tive execution
exemption from co-pay- exonération de Befreiung von der Zu-
ment l’obligation de régler les zahlungspflicht
frais complémentaires
expenditure on benefits dépenses pour presta- Leistungsausgaben
tions de santé
extraneous insurance prestations non directe- Versicherungsfremde
benefits ment liées à Leistungen
l’assurance-maladie
Federal Agency for the agence fédérale de Bundesversicherungsan-
Social Insurance of Sa- l’assurance sociale des stalt für Angestellte
laried Employees employés salariés (BfA)
Federal Association of association fédérale des Bundesfachverband der
non-prescription Medi- fabricants de produits Arzneimittelhersteller
cines Manufacturers pharmaceutiques ven- (BAH)
dus sans ordonnance
Federal Associations of unions fédérales des Bundesverbände der
Health Insurance Funds caisses d’assurance-ma- Krankenkassen
ladie
Federal Centre for He- centre fédéral Bundeszentrale für Ge-
alth Education d’éducation pour la sundheitliche Aufklä-
santé rung (BZgA)
Federal Chamber of chambre fédéral des Bundesapothekerkam-
Pharmacists pharmaciens mer (BAK)
Federal Committee of commission fédérale Bundesausschuss der
Physicians and Health des médecins et des Ärzte und Krankenkas-
Insurance Funds caisses d’assurance-ma- sen (BAÄK)
ladie
Federal Department of office fédéral d’hygiène Bundesgesundheitsamt
Public Health publique (BGA)
Englisch-Französisch-Deutsch 298

Englisch Französisch Deutsch


federal hospital commit- commission fédérale de Ausschuss Krankenhaus
tee l’hôpital
Federal Institute for Institut Fédéral des Mé- Bundesinstitut für Arz-
Drugs and Medical Pro- dicaments et Produits neimittel und Medizin-
ducts Pharmaceutiques produkte (BfArM)
Federal Joint Commis- commission conjointe Gemeinsamer Bundes-
sion fédérale ausschuss (G-BA)
Federal Master Agree- contrat-cadre fédéral Bundesmantelvertrag
ment (BMV)
Federal Miners’ Insu- Institut fédéral Bundesknappschaft
rance Association d’Assurance des Mi-
neurs
Federal Ministry of He- Ministère fédéral de la Bundesministerium für
alth and Social Security Santé et Sécurité sociale Gesundheit und Soziale
Sicherung (BMGS)
Federal Order of Physi- ordre fédéral des méde- Bundesärzteordnung
cians cins (BÄO)
Federal Order on Daily ordonnance fédérale sur Bundespflegesatzver-
Hospital Rates les prix de journée de ordnung (BPflV)
l’hôspital
Federal Physician Regis- régistre fédéral des mé- Bundesarztregister
ter decins
Federal Statistics Office Office fédéral de la sta- Statistisches Bundesamt
tistique (StBA)
Federal Union of Ger- union fédérale des asso- Bundesvereinigung
man Associations of ciations de pharmaciens Deutscher Apotheker-
Pharmacists allemands verbände (ABDA)
Federal Union of Ger- union fédérale des mé- Berufsverband der All-
man General Practitio- decins généralistes alle- gemeinärzte Deutsch-
ners mands lands – Deutscher Haus-
ärzteverband e.V.
(BDA)
Federal Union of Ger- union fédérale des inter- Berufsverband Deut-
man Internal Medicine nistes allemands scher Internisten (BDI)
Practitioners
fee for services paiement pour services Fee for service
rendus
fee schedule tarif d’honoraires Gebührenordnung
fee-for-service payment remboursement unitaire Einzelleistungsvergü-
tung
299 Englisch-Französisch-Deutsch

Englisch Französisch Deutsch


financial adjustment ajustement financier au Finanzausgleich in der
within the sickness sein de l’assurance-ma- Krankenversicherung
fund system for retirees ladie des retraités der Rentner
fixed amount of expen- montant fixe de dépen- Ausgabenvolumina
ditures ses
fixed costs coûts fixes Fixkosten
fixed grant subvention fixe Festzuschuss
fourth hurdle la quatrième échelle Vierte Hürde
free choice of physician libre choix du médecin Freie Arztwahl
freedom of establish- liberté d’établissement Niederlassungsfreiheit
ment
freedom of insurance personnes non assujet- Versicherungsfreiheit
ties à
l’assurancemaladie obli-
gatoire
freedom of therapy and libre choix du traite- Therapiefreiheit und Pa-
patients’ right ment et droits du pati- tientenanspruch
ent
friction cost method méthode des coûts de Friktionskostenansatz
friction
gatekeeper gatekeeper Gatekeeper
gatekeeper model modèle basé sur le mé- Hausarztmodell
decin de famille
Gene Technology Act loi sur les technologies Gentechnikgesetz
génétiques (GenTG)
general agreement/fra- convention collective Gesamtvertrag
mework agreement
general hospital rate prix de base d’une jour- Basispflegesatz
née d’hospitalisation
General Practitioner médecin généraliste Allgemeinarzt
(GP)
general practitioner care soins par le médecin de Haus- und fachärztliche
and medical specialist famille et soins par le Versorgung
care médecin spécialisé
general practitioner cen- soins médicaux centrés Hausarztzentrierte Ver-
tered health care sur le médicin de fa- sorgung
mille
general practitioners’ rémunération de Hausärztliche Grund-
fee base/forfait du médecin vergütung/Hausarzt-
de famille pauschale
Englisch-Französisch-Deutsch 300

Englisch Französisch Deutsch


generic drug médicament générique Generikum
German Association for association allemande Deutsche Gesellschaft
Insured Persons and Pa- pour les assurés et les für Versicherte und Pa-
tients patients tienten e.V. (DGVP)
German Association of association allemande Deutscher Generikaver-
Manufacturers of Gene- des producteurs de mé- band e.V.
ric Drugs dicaments génériques
German Association of association allemande Bundesverband des
Pharmaceutical Whole- des grossistes pharma- pharmazeutischen
salers ceutiques Großhandels (PHAGRO)
German Association of Association des Fabri- Verband Forschender
Research-based Phar- cants de Produits Phar- Arzneimittelherstel-
maceutical Companies maceutiques Engagés ler(VFA)
dans la Recherche et le
Développement
German Association of Association Allemande Verband der niederge-
the Established Physici- des Médecins exerçant lassenen Ärzte Deutsch-
ans en Cabinet lands NAV – Vir-
chowbund e.V.
German Central Office office central des méde- Zentralstelle der deut-
for Quality Management cins allemands pour schen Ärzteschaft zur
in Medicine l’assurance-qualité dans Qualitätssicherung in
la médecine der Medizin (ÄZQ)
German Hospital Fede- association allemande Deutsche Krankenhaus-
ration des hôpitaux gesellschaft e.V. (DKG)
German Hospital Insti- institut allemand de Deutsches Kranken-
tute l’hôpital hausinstitut (DKI) e.V.
German Institute of Me- Institut Allemand pour Deutsches Institut für
dical Documentation l’Information et la Do- Medizinische Dokumen-
and Information cumentation Médicale tation und Information
e.V. (DIMDI)
German Pharmaceutical Association de Bundesverband der
Industry Association l’Industrie Pharmaceuti- Pharmazeutischen Indu-
que en Allemagne strie (BPI)
German Social Aid Law loi fédérale d’aide so- Bundessozialhilfegesetz
ciale (BSHG)
global budget budget global Globalbudget
Good Clinical Practice Bonne Pratique Clinique Good Clinical Practice
(GCP) (GCP)
Good Manufacturing Bonne Pratique de Fab- Good Manufacturing
Practice (GMP) rication Practice (GMP)
301 Englisch-Französisch-Deutsch

Englisch Französisch Deutsch


group contracts contrats sur les structu- Strukturverträge
res de soin et de rému-
nération
group of medical specia- groupe de médecins Fachgruppe
lists spécialistes
group practice cabinet médical de Gemeinschaftspraxis
groupe
guideline on remedies directives sur les remè- Heilmittelrichtlinien
des et thérapies
guidelines directives Therapieempfehlung
guidelines directives Leitlinien
handicap/disability handicap Behinderung
Hannover Recommen- recommandations de Hannoveraner Empfeh-
dations Hannovre lungen
hardship clause clause sociale Sozialklausel
hardship clause réglementation pour les Härtefallregelung
catégories sociales défa-
vorisées
Hartmann-Union association des méde- Hartmannbund, Ver-
cins allemands fondée band der Ärzte Deutsch-
par le Dr. Hartmann lands e.V.
health check-up bilan de santé Check-up-Untersuchung
health economic evalua- évaluations de Gesundheitsökonomi-
tions l’économie de la santé sche Evaluationen
health economic model modèle de l’économie Gesundheitsökonomi-
de la santé sches Modell
health economics économie de la santé Gesundheitsökonomie
health expenditures dépenses de santé Gesundheitsausgaben
health indicator indicateur de santé Gesundheitsindikator
health insurance abroad assurance-maladie à Auslandskrankenschutz
l’ètranger
health insurance card carte d’assurance mala- Krankenversicherten-
die karte (KV-Karte)
health insurance for assurance-maladie des Krankenversicherung
pensioners retraités der Rentner (KVdR)
health maintenance or- organisation pour la Health Maintenance Or-
ganization protection de la santé ganization (HMO)
health objectives objectifs de santé Gesundheitsziele
health policy politique de la santé Gesundheitspolitik
Englisch-Französisch-Deutsch 302

Englisch Französisch Deutsch


health promotion promotion de la santé Gesundheitsförderung
health technology as- évaluation de la techno- Health Technology As-
sessment logie médicale sessment (HTA)
healthcare insurant assuré d’une caisse Krankenkassenversi-
d’assurance-maladie cherter
healthcare professions professions médicales Heilberufe
healthcare sector secteur de la santé Gesundheitswesen
healthcare service prestations relatives à la Gesundheitsleistung
santé
healthcare system système de santé publi- Gesundheitssystem
que
healthcare system re- recherches sur le sys- Gesundheitssystemfor-
search tème de santé publique schung
Hippocratic Oath serment d’Hippocrate Hippokratischer Eid
holistic medicine médecine holistique Ganzheitliche Medizin
home care soins à domicile Häusliche Pflege
homeopathy homéopathie Homöopathie
hospice hospice Hospiz
hospital hôpital Krankenhaus
Hospital Drug Commis- commission des médi- Arzneimittelkommission
sion caments au sein de im Krankenhaus
l’hôpital
Hospital Finance Act loi sur le financement Krankenhausfinanzie-
hospitalier rungsgesetz (KHG)
hospital financing; ho- financement hospitalier Krankenhausfinanzie-
spital funding rung
hospital pharmacy pharmacie hospitalière Krankenhausapotheke
hospital plan at state le- planification hospita- Krankenhausbedarfspla-
vel lière au niveau national nung
et régional
Hospital Remuneration loi sur la rénumération Krankenhausentgeltge-
Act de l’hôpital setz (KHEntG)
hospital/in-patient tre- traitement hospitalier Krankenhausbehand-
atment lung
hospital-supply contract contrat sur les soins ho- Krankenhausversor-
spitaliers gungsvertrag
human capital approach évaluation du capital Humankapitalan-
humain satz/Humankapitalme-
thode
303 Englisch-Französisch-Deutsch

Englisch Französisch Deutsch


import pharmaceuticals produits pharmaceuti- Importarzneimittel
ques importés
inappropriate in-patient hospitalisation non jus- Fehlbelegung
care tifiée
incapacity for work incapacité de travail Arbeitsunfähigkeit
incidence incidence Inzidenz
income threshold for plafond Versicherungs-
compulsory insurance d’assujettissement à pflicht(grenze)
l’assurance-maladie ob-
ligatoire
incremental costs coûts de l’accroissement Kosten, inkrementelle
arbitraire
Independent Practice association des méde- Independent Practice
Association (IPA) cins indépendants Association (IPA)
indication indication Indikation
indirect benefit bénéfice indirect Nutzen, indirekter
indirect costs coûts indirects Kosten, indirekte
individual healthcare prestations individuelles Individuelle Gesund-
services heitsleistungen
information service on service d’information Informationsstelle für
drug specialties sur les médicaments Arzneispezialitäten
GmbH (IfA)
insecurity incertitude Unsicherheit
Institute for Quality and institut pour la qualité Institut für Qualität und
Economic Viability in et la rentabilité dans le Wirtschaftlichkeit im
Health Care secteur de la santé pub- Gesundheitswesen
lique
Institute for the Pres- institut pour la prescrip- Institut für die Arznei-
cription of Pharmaceuti- tion des médicaments mittelverordnung in der
cals in Statutory Health au sein de l’assurance- gesetzlichen Kranken-
Insurance maladie obligatoire versicherung
Institute for the Remu- institut pour le système Institut für das Entgelt-
neration System in Ho- de rémunération à system im Krankenhaus
spitals l’hôpital (InEK)
insurance beneficiary personnes autorisées à Versicherungsberech-
s’assurer volontaire- tigte
ment
insurance case cas ouvrant droit aux Versicherungsfall
prestations
insured person assuré Versicherter
Englisch-Französisch-Deutsch 304

Englisch Französisch Deutsch


integrated healthcare soins intégrés Integrationsversor-
gung/Integrierte Versor-
gung
internal financial com- compensation de règle- Fremdkassenausgleich
pensation between he- ment entre caisses
alth insurance funds
International Classifica- Classification Internatio- ICD
tion of Diseases nale des Maladies
Introduction of Case-ba- loi sur l’ introduction de Fallpauschalengesetz
sed Lump Sums Act forfaits par cas (FPG)
investment costs coûts d’investissement Investitionskosten
joint laboratory groupement de labora- Laborgemeinschaft
toires
joint self administration autogestion commune Gemeinsame Selbstver-
waltung
Kohll/Decker verdict arrêt Kohll/Decker Kohll/Decker-Urteil
law governing medical loi sur les produits mé- Medizinproduktegesetz
products dicaux (MPG)
law on advertising in loi sur la publicité dans Heilmittelwerbegesetz
the healthcare system le secteur de la santé (HWG)
league tables listes de classification Ranglisten
legal obligation to con- obligation de contracter Kontrahierungszwang
tract
length of stay durée d’hospitalisation Verweildauer
license to medical prac- autorisation d’exercer Approbation
tice
lifestyle drugs médicaments du bien- Lifestyle-Medikamente
être
list of individual health- liste des prestations in- IGeL-Liste
care services dividuelles
local health care funds caisses locales Allgemeine Ortskran-
d’assurance maladie kenkassen (AOK)
long-term care insu- assurance couvrant les Pflegeversicherung
rance frais de soins de longue
durée
mail-order pharmacy pharmacie expédiant Versandapotheke
des médicaments à dis-
tance
mail-order selling of vente par correspon- Versandhandel mit Arz-
pharmaceuticals dance des médicaments neimitteln
305 Englisch-Französisch-Deutsch

Englisch Französisch Deutsch


main focus spécialisation addition- Schwerpunkt
nelle
Managed Care soins contrôlés Managed Care
management of treat- gestion d’erreurs de Behandlungsfehlerma-
ment errors traitement nagement
manufacturers rebate rabais des producteurs Herstellerrabatt
marginal costs coûts marginaux Grenzkosten
marginal costs analysis analyse des coûts mar- Grenzkostenanalyse
ginaux
marginal utility profit marginal Grenznutzen
market authorisation for autorisation de mise sur Arzneimittelzulassung
drugs le marché d’un médica-
ment
Markov-model modèle de Markov Markov-Modell
Medicaid Medicaid Medicaid
medical and dentist care soins médicaux et den- Versorgung, ver-
(ambulatory, secon- taires (ambulants et à trags(zahn)ärztliche
dary) l’hôpital (ambulante, stationäre)
medical care center centre de soins médi- Medizinisches Versor-
caux gungszentrum
medical devices accessoires médicaux Hilfsmittel
medical documentation devoir de documenta- Dokumentations- und
and record retention tion et de conservation Aufbewahrungspflicht
duty de données médicales
medical products produits médicaux Medizinprodukte
Medical Review Board service médical de Medizinischer Dienst
of the Statutory Health l’assurance-maladie ob- der Krankenversiche-
Insurance Funds ligatoire/service médi- rung (MDK)/ Medizini-
cal des organisations scher Dienst der Spit-
centrales de zenverbände der Kran-
l’assurance-maladie ob- kenkassen (MDS)
ligatoire
medical specialist médecin spécialiste Facharzt
medical treatment (ab- soins médicaux (à Krankenbehandlung (im
road) l’étranger) Ausland)
Medicare Medicare Medicare
member of a statutory membre d’une caisse Krankenkassenmitglied
health insurance d’assurance-maladie
merit-demerit-rule règle du bonus-malus Bonus-Malus-Regelung
meta analysis méta-analyse Metaanalyse
Englisch-Französisch-Deutsch 306

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me-too-drugs répliques de produits Me-too Präparate
Modernisation of the loi sur la modernisation GKV-Modernisierungs-
Statutory Health Insu- de l ’assurance-maladie gesetz (GMG)
rance Act obligatoire
monistic hospital fi- financement hospitalier Krankenhausfinanzie-
nance system monistique rung, monistische
Monopoly Commission commission des mono- Monopolkommission
poles
Moral Hazard Pheno- phénomène du risque Moral Hazard Phäno-
mena moral men
morbidity risk risque de morbidité Morbiditätsrisiko
morbidity/multi-morbi- morbidité/multi-morbi- Morbidität/Multimorbi-
dity dité dität
mortality mortalité Mortalität
narcotics law loi sur les stupéfiants Betäubungsmittelgesetz
(BtMG)
National Association of Association Nationale Kassen(zahn)ärztliche
Social Health Insurance- des Médecins (Dentis- Bundesvereinigung
accredited Physici- tes) agréés par les Cais- (KBV/KZBV)
ans/German National ses
Association of Social
Health Insurance-accre-
dited Dentists
National Associations of organisations centrales Spitzenverbände der
Health Insurance Funds des caisses d’assurance- Krankenkassen
maladie
naturopathy naturopathie Naturheilkunde
NAV-Virchow-Bund NAV-Virchow-Bund NAV-Virchow-Bund
negative list/list of ex- liste des médicaments Negativliste
cluded drugs non remboursés
networked practices cabinets médicaux en Vernetzte Praxen
réseau
new diagnostic and tre- nouvelles méthodes Neue Untersuchungs-
atment methods d’examen et de traite- und Behandlungsme-
ment thoden
NICE NICE NICE
non-measurable benefit bénéfice non mesurable Nutzen, intangible
non-measurable costs coûts non mesurables Kosten, intangible
number of cases nombre de cas Fallzahl
307 Englisch-Französisch-Deutsch

Englisch Französisch Deutsch


nursing care depen- état de dépendance Pflegebedürftigkeit
dency
observation study/co- étude Beobachtungs-/Kohor-
hort study d’observation/étude de tenstudie
cohorte
occupational disability incapacité de travail Berufsunfähigkeit
occupational disability invalidité permanente Erwerbsunfähigkeit
Odds/Odds Ratio Odds/Odds Ratio Odds/Odds Ratio
Office for Health Repor- office de surveillance de Gesundheitsberichter-
ting la santé stattung (GBE)
Off-Label-Use usage non conforme à Off-Label-Use
l’autorisation de mise
sur le marché
online pharmacy pharmacie électronique Internetapotheke
open enrolement libre choix de la caisse Kassenwahl, freie
d’assurance-maladie
opportunity cost coûts d’opportunité Opportunitätskosten
(Alternativkosten)
Orphan Drugs médicaments orphelins Orphan Drugs
outcome résultat Outcome
Outcome Research étude des résultats Outcome Research
out-patient surgical ope- soins chirurgicaux sur Ambulantes Operieren
rations une journée
out-patient treatment soins externes/soins Ambulante Behandlung
ambulants
Over-The-Counter medi- médicament délivré OTC-Arzneimittel
cine sans ordonnance
panel doctor/sick fund médecin/dentiste con- Vertrags(zahn)arzt
dentist ventionné
partial authorisation of autorisation partielle Krankenhausteilöffnung
hospitals for outpatient des hôpitaux pour les
treatment soins ambulants
participation franchise Selbstbehalt
particular therapies thérapies particulières Besondere Therapierich-
tungen
patent protection for loi sur la protection des Patentschutz für Arznei-
pharmaceuticals brevets des médica- mittel
ments
pathway of treatment plan de traitement Behandlungspfad
Englisch-Französisch-Deutsch 308

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Patient Association association de patients Patientenverband
patient centered phar- pharmacie centrée sur Hausapotheke
macy le patient
patient order déclaration du patient Patientenverfügung
patient satisfaction satisfaction du patient Patientenzufriedenheit
patients’ ombudsman ombudsman Ombudsleute/Ombuds-
mann
patients will testament du patient Patiententestament
patients’ autonomy autonomie du patient Patientenautonomie
patients’ rights droits du patient Patientenrechte
patients’ charter charte du patient Patientencharta
patients’ interests intérêts des patients Interessenvertretung der
Patientinnen und Pati-
enten
patients’ receipt quittance des patients Patientenquittung
patients’ representative représentant des pa- Patientenbeauftragter
tients
patients’ voice droit d’intervention des Mitspracherecht für Pa-
patients tientenorganisationen
Paul-Ehrlich-Institute, Institut Paul-Ehrlich, Paul-Ehrlich-Institut,
Federal Agency for Sera Agence Fédérale des Bundesamt für Impf-
and Vaccines Séra et Vaccins stoffe und Sera (PEI)
payer organisme payeur Kostenträger
personal provision of prestation personnelle Leistungserbringung,
service de service persönliche
pertinence of budget pertinence budgétaire Budgetrelevanz
Pharmaceutical Benefit Pharmaceutical Benefit Pharmaceutical Benefit
Management (PBM) Management (PBM) Management (PBM)
Pharmaceutical Care Pharmaceutical Care Pharmaceutical Care
pharmaceutical directi- directives sur les médi- Arzneimittelrichtlinien
ves caments (AMR)
pharmaceutical entre- entrepreneur pharma- Pharmazeutischer Un-
preneur ceutique ternehmer
pharmaceutical industry industrie pharmaceuti- Pharmazeutische Indu-
que strie
pharmaceutical market marché des médica- Arzneimittelmarkt
ments
pharmaceutically manu- produit pharmaceutique Fertigarzneimittel
factured drug manufacturé
309 Englisch-Französisch-Deutsch

Englisch Französisch Deutsch


pharmaco-economics pharmaco économie Pharmakoökonomie
pharmacopoeia livre des médicaments Arzneibuch
pharmacy chamber ordre des pharmaciens Apothekerkammer
pharmacy discount remise de pharmacie Apothekenabschlag (Ra-
batt)
pharmacy price sche- liste des prix des médi- Große Deutsche Spezia-
dule caments litätentaxe
pharmacy regulation règlement sur les phar- Apothekenbetriebsord-
macies nung (ApBetrO)
pharmacy retail price prix de vente à la phar- Apothekenverkaufspreis
macie von Arzneimitteln
pharmacy system law loi sur les pharmacies Gesetz über das Apothe-
kenwesen
Pharmacy/Pharmacist pharmacie/pharmacien Apotheke/Apotheker
pharmacy-only drugs médicaments vendus Apothekenpflicht
uniquement en pharma-
cie
physician médecin Arzt/Ärztin
physician fee scale tarif d’honoraires des Gebührenordnung für
médecins Ärzte (GOÄ)
physician’s fee honoraires du médecin Arzthonorar
physicians register régistre des médecins Arztregister
physicians’ cooperative coopérative de médicins Ärztegenossenschaften
Piggy-back méthode du «sac à dos» Piggy-back
pilot project projets pilotes Modellvorhaben
placebo effect effet placebo Placebo(effekt)
plausibility testing vérification de la plausi- Plausibilitätsprüfung
bilité
point point Punkt
point value depreciation diminution de la valeur Punktwertabstaffelung
des points
point value/monetary valeur de points dans le Punktwert
conversion fac- régime d’assurance so-
tor/points rating ciale allemand
policlinic; outpatient-de- polyclinique; service de Poliklinik
partment soins externes
postgraduate medical formation continue des Ärztliche Weiterbildung
training médecins
Englisch-Französisch-Deutsch 310

Englisch Französisch Deutsch


postgraduate training in formation continue en Weiterbildung Allge-
general medicine médecine générale meinmedizin
post-operative treat- mesures de soin post- Nachsorgemaßnahmen
ment measures opératoire
practice budget budget d’un cabinet Praxisbudgets
practice clinic/doctor’s cabinet faisant office de Praxisklinik
surgery and beds clinique
practice peculiarities particularités d’un cabi- Praxisbesonderheiten
net
practice-sharing/group regroupement de cabi- Praxisgemeinschaft
of consultants’ surgeries nets de médicins
practitioners’ network réseau de médecins Praxisnetz
pre- and after-care of in- soins hospitaliers avant Vor- und nachstationäre
patients at hospitals et après hospitalisation Krankenhausbehand-
lung
Preferred Provider Orga- réseau préférentiel de Preferred Provider Orga-
nisation (PPO) prestataires de services nisation (PPO)
de santé
prescribing pattern comportement de pres- Verordnungsverhalten
cription
prescription ordonnance Rezept
prescription ordonnance Verordnung
prescription charge redevance sur les or- Verschreibungsge-
donnances bühr/Verord-
nungs(blatt)gebühr
prescription fee frais d’ordonnance Rezeptgebühr
prescription form fiche de prescription Arzneiverordnungsblatt
prescription of remediesdirectives sur la pres- Heil- und Hilfsmittel-
and medical devices di- cription de remèdes et richtlinien
rectives thérapies et
d’accessoires médicaux
present value valeur actuelle Gegenwartswert
prevalence prévalence Prävalenz
prevention prévention Prävention
preventive measures médecine préventive Vorsorge
preventive medical exa- examen médical de pré- Ärztliche Vorsorgeun-
mination vention tersuchung
price comparison list liste de la comparaison Preisvergleichsliste
des prix
311 Englisch-Französisch-Deutsch

Englisch Französisch Deutsch


primary care controlled système de santé basé Primärarztsystem
system sur la gestion des soins
médicaux par le méde-
cin primaire
primary fund caisse primaire Primärkasse
primary physician médecin primaire Primärarzt
principle of benefits in principe du tiers payant Sachleistungsprinzip
kind
principle of cost reco- principe de la couver- Kostendeckungsprinzip
very ture des frais
principle of equivalence principe d’équivalence Äquivalenzprinzip
principle of insurance principe de mutualité Versicherungsprinzip
principle of solidarity principe de solidarité Solidarprinzip
private health insurance assurance maladie pri- Krankenversicherung,
vée private (PKV)
procedural rate in ho- honoraires hospitaliers Sonderentgelt
spitals particuliers
professional code of code professionnel des Ärztliche (Muster-) Be-
conduct for physicians médecins rufsordnung
profitability reserves reserves de rentabilité Wirtschaftlichkeitsreser-
ven
prophylaxis prophylaxie Prophylaxe
prospective study étude de suivi Prospektive Studie
Provider Network réseau de prestataires Provider Network
de services de santé
provider of services/he- prestataire de services Leistungserbringer
althcare provider de santé
Psychotherapist’s Act loi sur les psychothéra- Psychotherapeutenge-
peutes setz
public health santé publique Gesundheitswissen-
schaften
Public Health santé publique Public Health
Public Health Depart- service de l’hygiène et Gesundheitsamt
ment de la santé publique
Public Health Service service de santé publi- Öffentlicher Gesund-
que heitsdienst (ÖGD)
purchasing model modèle d’achat Einkaufsmodell
quality qualité Qualität
Englisch-Französisch-Deutsch 312

Englisch Französisch Deutsch


quality adjusted life années de vie ajustées Qualitätskorrigiertes Le-
year par estimation de la bensjahr (QALY)
qualité de vie
quality assurance assurance qualité Qualitätssicherung
quality circle/loop cercle de qualité Qualitätszirkel
quality control assurance qualité Qualitätskontrolle
Quality Management gestion de la qualité Qualitätsmanagement
(QM)
Quality Management système de gestion de la Qualitätsmanagement-
System qualité System
quality of life qualité de vie Lebensqualität
randomization randomisation Randomisierung
ratio for distribution of répartition des honorai- Honorarverteilungs-
remuneration res maßstab (HVM)
rationalisation rationalisation Rationalisierung
rationing rationnement Rationierung
receipt of treatment quittance de traitement Behandlungsquittung
recourse recours Regress
reference prices montants de rembourse- Festbeträge
ment fixes
reference prices for montants de rembourse- Festbeträge für Arznei-
drugs ment fixes pour médica- mittel
ments
reference prices for me- montants de rembourse- Festbeträge für Hilfsmit-
dical devices ment fixes pour acces- tel
soires médicaux
Regional Association of associations régionales Kassen(zahn)ärztliche
Social Health Insurance- des médecins (dentis- Vereinigung (KV/KZV)
accredited Physici- tes) agréés par les cais-
ans/Regional Associa- ses
tion of Social Health In-
surance-accredited Den-
tists
Regional Associations of associations régionales Landesverbände der
Statutory Health Insu- des caisses-maladies ob- Krankenkassen
rances ligatoires
Regional Committee comité régional Länderausschuss
regional dental cham- chambres régionales des Zahnärztekammer
ber/association dentistes
313 Englisch-Französisch-Deutsch

Englisch Französisch Deutsch


Regional Hospital Asso- association régionale Landeskrankenhausge-
ciation d’hôpitaux sellschaft
Regional Insurance In- institut d’assurance ré- Landesversicherungsan-
stitute gional stalt (LVA)
regulation for chroni- réglementation pour les Chroniker-Regelung
cally ill patients malades chroniques
regulation for pharma- règlement sur les socié- Betriebsverordnung für
ceutical wholesalers tés de commerce en Arzneimittelgroßhan-
gros des médicaments delsbetriebe
regulation on specialist règlement sur la forma- Weiterbildungsordnung
training tion continue
rehabilitation réadaptation Rehabilitation(REHA)
Reich Insurance Code code d’assurance so- Reichsversicherungsord-
ciale du Reich (de 1911) nung (RVO)
reimbursable drugs médicaments rembours- Erstattungsfähigkeit
ables (von Arzneimitteln)
reimbursement remboursement Rückerstattung
reliability reliabilité Reliabilität
remedy remèdes et thérapies Heilmittel
remedy supplier fournisseur de remèdes Heilmittelerbringer
et thérapies
requirements planning planification des be- Bedarfsplanung
soins
rescue service service de secours Rettungsdienst
Research Institute of the institut de recherche Wissenschaftliches In-
Local Health Care des caisses d’assurance stitut der AOK (WIdO)
Funds locales
research on supply recherche sur les struc- Versorgungsforschung
tures, processus et res-
sources de soins
resources ressources Ressourcen
restrictions on the ap- limitations de Zulassungsbeschrän-
proval of a practice l’autorisation d’exercer kungen
retrospective study étude rétrospective Retrospektive Studie
revenue base/payroll revenu de base Grundlohnsumme
tax base
right of service droit aux prestations Leistungsanspruch
right to dispense drugs droit de dispenser des Dispensierrecht
médicaments
Englisch-Französisch-Deutsch 314

Englisch Französisch Deutsch


risk structure compen- compensation de la Risikostrukturausgleich
sation scheme structure du risque (RSA)
risk-benefit-analysis analyse risque bénéfice Risiko-Nutzen-Analyse
Risk-Sharing-Contract contrat de division des Risk-Sharing-Contract
risques
Robert-Koch-Institute, Institut Robert-Koch, in- Robert Koch Institut,
Federal Institute for In- stitut fédéral pour les Bundesinstitut für In-
fectious Diseases and maladies infectionales fektionskrankheiten und
non-transmittable et les maladies intrans- nicht übertragbare
Diseases missibles Krankheiten (RKI)
Seamen’s Health Insu- caisse d’assurance ma- See-Krankenkasse
rance ladie des employés ma-
ritimes
second opinion deuxième avis Zweitmeinung
sectoral budgets budgets par secteur Sektorale Budgets
security of pharmaceuti- sécurité des médica- Arzneimittelsicherheit
cals ments
self administration body organismes Selbstverwaltungsor-
d’autogestion gane
self-administration autogestion Selbstverwaltung
self-help auto-assistance/groupes Selbsthilfe
d’entraide
self-medication auto-médication Selbstmedikation
sensitivity analysis analyse de sensibilité Sensitivitätsanalyse
service guarantee mandat de soin Sicherstellungsauftrag
SHI-accredited physi- soins médicaux conven- Vertragsärztliche Ver-
cian services tionnés sorgung
SHI-accredited physici- droit de médecins con- Vertragsarztrecht
ans’ legislation ventionnés
SHI-physician with in- médecin agréé dispo- Belegarzt
patient authorization sant de lits dans un ser-
vice hospitalier
SHI-physician/dentist Autorisation des méde- Bedarfszulassung Ärzte,
accreditation cins/des dentistes en Zahnärzte
fonction des besoins
sickness benefit/sick indemnité journalière Krankengeld
pay de maladie
side effect effet secondaire Nebenwirkung
single-blind-study essai en simple aveugle Einfachblindstudie
315 Englisch-Französisch-Deutsch

Englisch Französisch Deutsch


social court tribunal du contentieux Sozialgericht
social
social insurance for oc- assurance sociale pour Berufsgenossenschaft
cupational accidents les accidents du travail (BG)
social insurance secu- sécurité sociale Sozialversicherung (SV)
rity
social insurance secu- conventions de sécurité Sozialversicherungsab-
rity agreements sociale kommen
social jurisdiction juridiction sociale Sozialgerichtsbarkeit
social legislation législation sociale Sozialgesetzgebung
Social Security Code Code Social Sozialgesetzbuch (SGB)
social security election élections à la sécurité Sozialwahl
sociale
socio-therapy sociothérapie Soziotherapie
specialized practices cabinets spécialisés Schwerpunktpraxen
standard benefit prestation standard Regelleistung
standard care soins standard Regelversorgung
Standard Gamble Me- méthode «standard Standard Gamble-Me-
thod gamble» pour évaluer la thode
valeur utile de différents
états de santé
standard marketing aut- autorisation standard de Standardzulassung
horization mise sur le marché
standard rate tarif standard par bran- Standardtarif, branchen-
che einheitlicher
standard/optional bene- prestations réglementai- Grund-/Wahlleistungen
fits res/optionnelles
start-up financing for financement initial pour Anschubfinanzierung
integrated healthcare les soins integrés für Integrationsversor-
gung
statutory health insu- assurance-maladie obli- Krankenversicherung,
rance gatoire gesetzliche (GKV)
statutory health insu- caisses d’assurance-ma- Krankenkassen, gesetz-
rances ladie obligatoires liche
strict liability responsabilité objective Gefährdungshaftung
students’ health insu- assurance-maladie des Studenten-Krankenver-
rance étudiants sicherung
subsidiarity subsidiarité Subsidiarität
Englisch-Französisch-Deutsch 316

Englisch Französisch Deutsch


substitution of pharma- substitution de médica- Arzneimittelsubstitution
ceuticals ments
substitutional health in-caisse libre agrée Ersatzkassen
surance d’assurance maladie
substitutional parameter paramètres de rempla- Surrogatparameter
cement
supply induced demand demande induite par Angebotsinduzierte
l’offre Nachfrage
system of SHI-physici- système de médecins Belegarztwesen
ans with in-patient aut- agréés disposant de lits
horization dans un service hospita-
lier
telematics télématique Telematik
therapeutic appliances liste des accessoires mé- Hilfsmittelverzeichnis
schedule dicaux
third-party services prestations d’un tiers Fremdleistung
time trade-off method méthode d’estimation Methode der zeitlichen
dans le domaine tempo- Abwägung
rel
total costs of therapy frais totaux de thérapie Gesamttherapiekosten
total expenditure under dépenses totales des Gesamtausgaben der ge-
the statutory health in- caisses d’assurance-ma- setzlichen Krankenkas-
surance system ladie obligatoires sen
total remuneration rémunération totale Gesamtvergütung
total social insurance montant total des coti- Gesamtsozialversiche-
amount sations sociales rungsbeitrag
transfer payments paiements de transfert Transferzahlungen
transparency commis- commission de la trans- Transparenzkommis-
sion parence sion
Transplantation Act loi sur les transplanta- Transplantationsgesetz
tions
transportation costs frais de voyage Fahrtkosten
types of renumeration formes de rémunération Vergütungsformen, am-
bulante
types of sickness funds
types de caisses Kassenarten
d’assurance-maladie ob-
ligatoires
Union of German Phar- groupement des phar- Deutscher Apotheker-
macists maciens allemands verband (DAV)
317 Englisch-Französisch-Deutsch

Englisch Französisch Deutsch


universal coverage couverture d’assurance Versicherungsschutz,
étendue umfassender
utility utilité Nutzwert
utilization degré d’utilisation Nutzungsgrad
utilization review/cost contrôle de la gestion fi- Wirtschaftlichkeitsprü-
effectiveness control/ef- nancière fung
ficiency audit
Utilization-Review vérification de Utilization-Review
l’utilisation des médica-
ments et des prestations
médicales
validity validité Validität
variable costs coûts variables Variable Kosten
volumes of standard be- volume pour les presta- Regelleistungsvolumina,
nefits, physician-speci- tions standard, spécific arztgruppenbezogene
fic aux groupes de méde-
cins
waiting period délai de carence Karenztage/Karenzzeit
welfare benefits aide sociale Sozialhilfe
welfare organiza- organisations indépen-Wohlfahrtspflege, freie
tions/voluntary welfare dantes de bienfaisance (FW)
WHO-health targets objectifs de l’OMS: stra-
WHO-Gesundheitsziele
tégie «santé pour tous»
(„Health-For-All“-Strate-
gie)
willingness-to-pay évaluation de la volonté Zahlungsbereitschafts-
de payer methode
Working Committee on groupe de travail pour Arbeitsgemeinschaft zur
the Advancement of l’amélioration de la Förderung der Quali-
Quality Assurance in qualité dans la méde- tätssicherung in der Me-
Medicine cine dizin (AQS)
workplace health pro- promotion de la santé Betriebliche Gesund-
motion au sein de l’entreprise heitsförderung
World Health Organiza- Organisation Mondiale Weltgesundheitsorgani-
tion de la Santé sation (WHO)
319 Quellennachweis der Abbildungen

Quellennachweis der Abbildungen

Apotheke/Apotheker Modifiziert nach www.abda.de, 2003


Äquivalenzprinzip Modifiziert nach www.arbeitsgemeinschaft-
private-krankenversicherung.info
Arzneimittel Fricke & Pirk GmbH
Beitragssatzstabilität Modifiziert nach www.vdak-aev.de
Diagnosis Related Groups Modifiziert nach Das Krankenhaus, Redations-
(DRGs) beilage AR-DRGs, 8/2000, II
Disease Manage- Beide Abbildungen: Fricke & Pirk GmbH
ment/Krankheitsmanage-
ment
Entscheidungsbaum Fricke & Pirk GmbH
Diskontierung Fricke & Pirk GmbH nach TU Dresden Institut
für Energietechnik in http://metp02.mw.tu-
dresden.de
Festbeträge Modifiziert nach www.vfa.de, Statistics 2001
Gesundheitsausgaben Modifiziert nach www.vfa.de, Statistics 2003
Gesundheitsökonomische Fricke & Pirk GmbH
Evaluation
Klinische Forschung Fricke & Pirk GmbH modifiziert nach Lonsert
M, Preuß K-J, Kucher E (Hrsg) (1995) Hand-
buch Pharma-Management, Band 1, Wiesba-
den
Quellennachweis der Abbildungen 320

Kosten Fricke & Pirk GmbH modifiziert nach Oberen-


der P, Büchner K, Dinkel R (1988) Kosten und
Nutzen der medikamentösen Angina-pectoris-
Prophylaxe, Übersicht 1, Bern/Stuttgart
Kosten-(Nutzen)-Analyse Fricke & Pirk modifiziert nach Szucs T D
(2003) Gesundheitsökonomische Aspekte der
chronischen Herzinsuffizienz. Teil 1: Krank-
heitslast und ökonomische Bewertung, in
Schweizerische Ärztezeitung 84 (46):2431–
2441
Krankenversicherung, ge- Modifiziert nach www.vdgh.de, Stand
setzliche 22.03.2004
Markov-Modell Fricke & Pirk GmbH modifiziert nach Ravens-
Sieberer U et al (Hrsg) (2000) Lebensqualitäts-
forschung und Gesundheitsökonomie in der
Medizin, Landsberg
Markov-Modell (Übergangs- Fricke & Pirk GmbH modifiziert nach Wa-
wege) sem J, Siebert U (1999) Gesundheitsökonomi-
sche Parameter einer Evidence-based medi-
cine. ZaeFQ 93:427–436
Methode der zeitlichen Ab- Fricke & Pirk GmbH modifiziert nach
wägung Schöffski O, Graf v. Schulenburg M (Hrsg)
(2002) Gesundheitsökonomische Evaluatio-
nen, Studienausgabe, Berlin/Heidelberg
Me-too Präparate Fricke & Pirk GmbH nach Daten des Wirt-
schaftlichen Institutes der Ortskrankenkassen
(WidO)
Odds/Odds Ratio Modifiziert nach ILMES, www.lrz-muen-
chen.de
Pflegeversicherung Modifiziert nach Die Pflegeversicherung,
www.medizin.li
Praxisnetz Modifiziert nach Amelung VE, Schumacher H
(1999) Managed Care, Wiesbaden
321 Quellennachweis der Abbildungen

Qualität Fricke & Pirk GmbH nach www.medizin-


info.de
Qualitätsmanagement (QM) Modifiziert nach www.q-m-a.de
Qualitätsmanagement-Sys- Fricke & Pirk GmbH nach www.medizin-
tem info.de
Qualitätssicherung Fricke & Pirk GmbH nach www.medizin-
info.de
Randomisierung Modifiziert nach Jakobs B (2000) Einführung
in die Versuchsplanung, www.phil.uni-sb.de
Standard Gamble-Methode Fricke & Pirk GmbH modifiziert nach
Schöffski O, Graf v. Schulenburg M (Hrsg)
(2002), Gesundheitsökonomische Evaluatio-
nen, Studienausgabe, Berlin/Heidelberg
Therapieempfehlung Modifiziert nach www.akdae.de
WHO-Gesundheitsziele Modifiziert nach www.who.org
(„Health-For-All“-Strategie)
322 Autoren

Autoren

Jan Carels
Geb. 1968 in Kiel. Studium der Volkswirtschaftslehre
an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel sowie
der Kellogg Graduate School of Management der
Northwestern University in Evanston, USA. Mehrjäh-
rige Tätigkeit als Consultant und Leiter von zahlrei-
chen Projekten im deutschen, schweizerischen und
amerikanischen Gesundheitswesen (u. a. für den
AOK Bundesverband und verschiedene Ortskranken-
kassen, dem Center for Health Care Policy Research
der American Medical Association in Chicago und der
Prognos AG in Basel) sowie als Referent für strategi-
sche Grundsatzfragen des Gesundheitswesens beim
Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA).
Seit 2001 als Director Healthcare Markets der Sanofi-
Synthelabo GmbH verantwortlich für die gesamten
Interaktionen des Unternehmens mit dem deutschen
Gesundheitswesen.

Dr. Olaf Pirk


Geb. 1962, ist verheiratet und hat drei Kinder. Nach
seinem Medizinstudium war er zunächst in der
Grundlagenforschung tätig, bevor er in die pharma-
zeutische Industrie wechselte. Nach Stationen in den
Bereichen Klinische Forschung, Arzneimittelsicher-
heit, Medizinisch-Wissenschaftliche Informations-
vermittlung und Arzneimittelmarketing baute er ge-
meinsam mit Dr. Frank-Ulrich Fricke in der deut-
schen Tochter eines der größten internationalen
Pharmaunternehmen den Bereich für Gesundheitsö-
konomie, Preisbildung und neue Versorgungsfor-
men auf. Im Jahr 2000 war Dr. Pirk maßgeblich an
der Gründung des Unternehmens Fricke & Pirk
GmbH beteiligt. Hier ist Dr. Pirk unter anderem zu-
ständig für gesundheitsökonomische Analysen von
Pharmaka und medizintechnischen Produkten, Fra-
gen zur Relevanz gesundheitspolitischer Entschei-
dungen, Preisbildung und Erstattung sowie strategi-
sche Unternehmensplanung.