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XVI.

Legislaturperiode XVI legislatura

AKTUELLE FRAGESTUNDE INTERROGAZIONI SU TEMI DI


ATTUALITÀ

Sitzung Nr. 136 seduta n. 136

vom 19.1.2022 del 19/1/2022

Antwort bzw. Zusatzantwort des Landesra- Risposta ovvero risposta aggiuntiva del-
tes Achammer auf die Anfrage Nr. l'assessore Achammer all'interrogazione
13/1/2022, eingebracht von den Abgeordne- n. 13/1/2022, presentata dai consiglieri
ten Knoll und Atz Tammerle Knoll e Atz Tammerle

ACHAMMER (Landesrat für Deutsche Bildung, Deutsche Kultur, Industrie, Handwerk, Handel
und Dienstleistungen, Arbeit, Integration - SVP): Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrter
Kollege Knoll, zu Frage Nr. 1. Wenn die Frage den Schwerpunkt darauflegt, ob es mittlerweile darauf zu-
rückzuführen ist, dass jemand beispielsweise von einem Schuljahr auf das nächste die italienische Staats-
bürgerschaft erlangt, dann ist die Antwort ganz klar, dass des deshalb nicht sein kann, weil die Daten so gut
wie nie aktualisiert werden, sofern die Staatsbürgerschaft von einem Jahr auf das nächste erlangt wird.
Wenn eine Neueinschreibung eines Kindes mit Migrationshintergrund oder mit ausländischer Herkunft er-
folgt, dann werden im Schulzyklus nicht die Daten aktualisiert. Das passiert so gut wie nie, also das ist de
facto ausgeschlossen. Wenn schon, dann wird bei Neueinschreibungen von vorneherein angegeben, dass
die italienische Staatsbürgerschaft eingetreten ist. Die Frage ist – aber das lasse ich dahingestellt -, ob nicht
auch aufgrund der gesamten Covid-Situation weniger an Binnenmigration stattgefunden hat. Das müsste
man dann aufgrund der Meldeamtsdaten abgleichen usw.
Zu Frage Nr. 2. Die erledigt sich, da wir nicht imstande sind, dies zu erheben.
Zu Frage Nr. 3. Wir hatten in der letzten Amtszeit diesbezüglich eine sehr intensive Diskussion im
Südtiroler Landtag, und zwar nicht ohne mediale Polemiken infolge davon. Laut Privacy-Bestimmung ist es
nicht möglich, verpflichtend vorzusehen, was die Erstsprache ist. Seit der Online-Einschreibung 2019/2020
haben wir aufgrund eines entsprechenden Beschlussantrages vorgesehen, dass auf freiwilliger Basis die
Kenntnis der Bildungssprache angegeben werden kann. Diese Daten müssen aber aufgrund der Bestim-
mungen des Garante per la privacy nach einem gewissen Zeitpunkt vernichtet werden. Sie können lediglich
dazu dienen, um eventuelle Beratungen im Hinblick auf die Schuleinschreibung zu machen. Wenn man bei-
spielsweise weiß, dass es keine Kenntnisse der deutschen, dafür aber Kenntnisse der italienischen Sprache
gibt, dann wird gezielt beraten, ob es für das Kind nicht besser ist, die italienische Schule zu besuchen bzw.
alternativ auch die Klassenbildung dementsprechend vorzunehmen. Wir haben nur die freiwillige Möglichkeit
in der Online-Einschreibung, aber nicht die verpflichtende Möglichkeit.
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ACHAMMER (Landesrat für Deutsche Bildung, Deutsche Kultur, Industrie, Handwerk, Handel
und Dienstleistungen, Arbeit, Integration - SVP): Kollege Knoll, das ist selbstverständlich schon der Fall.
Es gibt sehr viele Gespräche zwischen Kindergärten und Schule, auch in der Besprechung von einzelnen
Fällen, aber es ist nicht immer flächendeckend möglich, aufgrund von Binnenwanderung innerhalb des Lan-
des oder von außerhalb des Landes in das Land herein. Diese Kinder haben den Kindergarten nicht hier
besucht oder haben ihn gar nicht besucht. Solche Fälle gibt es auch. Wir haben leider auch Kreuzungen von
einem Kindergarten der einen Sprache in die Schule der anderen Sprache. Sie müssen sich vorstellen, dass
wir enorm große Kindergartensprengel haben, und hier in allen Gebieten den Kontakt zu den Schulen zu
halten, ist ein enormer Aufwand. Man macht es, aber es ist nicht in jedem Fall möglich. Das Interesse ist
natürlich da. In problematischen Situationen passiert es auf jeden Fall. Ich erlaube mir folgenden Kommen-
tar. Ich würde nicht immer so sehr auf die Prozentsätze abzielen. Der Prozentsatz allein sagt in der Sache
relativ wenig aus. Es gibt Kinder italienischer Staatsbürgerschaft, die nicht über Deutsch- oder Italienisch-
kenntnisse verfügen, aber es gibt auch ausländische Kinder, die hervorragend über die Sprache verfügen.
Das sagt in der Substanz wenig aus. Wenn keine Sprachkenntnis vorhanden ist und das zusätzlich mit einer
sozial prekären Situation gekoppelt ist, dann findet begleitet von den Sozialdiensten verpflichtend ein Aus-
tausch statt. Dass aber über jedes Kind gesprochen wird, ist de facto kaum möglich.
XVI. Legislaturperiode XVI legislatura

AKTUELLE FRAGESTUNDE INTERROGAZIONI SU TEMI DI


ATTUALITÀ

Sitzung Nr. 136 seduta n. 136

vom 19.1.2022 del 19/01/2022

Zusatzfrage des Abgeordneten Knoll auf Domanda aggiuntiva del consigliere Knoll
die Antwort des Landesrates Achammer alla risposta dell'assessore Achammer
auf die Anfrage Nr. 13/1/2022 all'interrogazione n. 13/1/2022

KNOLL (SÜD-TIROLER FREIHEIT): Ich hätte eine Rückfrage. Zunächst ist wichtig, dass geklärt wor-
den ist, dass sich die Daten nicht über das Schuljahr von einem auf das andere Jahr aufgrund der Staats-
bürgerschaft ändern, die eventuell eingetreten ist, so wie es der Landesrat so nett gesagt hat. Die Frage, die
ich konkret hätte, ist folgende. Sie haben gesagt, dass es nicht möglich ist, außer freiwillig zu erheben, ob
ein Kind, das in einen Kindergarten oder in eine Grundschule eingeschrieben wird, die deutsche Sprache als
Primärsprache hat. Warum macht man das nicht über die Lehrpersonen bzw. über das Kindergartenperso-
nal? Die Kindergartentante weiß …

FOPPA (Grüne Fraktion - Gruppo verde - Grupa vërda): (unterbricht)

KNOLL (SÜD-TIROLER FREIHEIT): Das ist nett gemeint. Es war immer meine Kindergartentante und
das werde ich auch weiterhin so sagen. Das ist nicht abwertend gemeint, Kollegin Foppa.

FOPPA (Grüne Fraktion - Gruppo verde - Grupa vërda): (unterbricht)

KNOLL (SÜD-TIROLER FREIHEIT): Ich möchte es so weiterführen, wie ich es in meiner Zeit gelernt
habe. Ich habe es nie abwertend gemeint und die Kindergartentanten haben es damals so gewollt. Es
kommt darauf an, wie man etwas meint und nicht wie man etwas sagt.
Nun aber zurück zur Anfrage. Diese Personen könnten ja Angaben machen, wie viele Kinder in der
Kindergartengruppe oder wie viele Schüler in der Schulklasse Deutsch als Primärsprache haben und wie
viele nicht. Könnte man das nicht über das Lehrpersonal erheben? Ich glaube, dass es wichtig ist zu wissen,
wie viele Kinder in einer Klasse effektiv Deutschkenntnisse haben und wie viele nicht. Vielleicht können Sie
uns sagen, ob es möglich ist, das über das Kindergartenpersonal oder über die Lehrkräfte zu erheben.

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