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AUTONOME PROVINZ BOZEN - SÜDTIROL PROVINCIA AUTONOMA DI BOLZANO - ALTO ADIGE

Landeshauptmannstellvertreterin Vicepresidente della Provincia


Landesrätin für Familie, Senioren, Soziales und Wohnbau Assessora alla Famiglia, Anziani, Sociale e Edilizia abitativa

An die Landtagsabgeordneten
Atz Tammerle Myriam
Bozen, 27.01.2022 Knoll Sven

suedtiroler.freiheit@landtag-bz.org

Zur Kenntnis: An die Präsidentin des Südtiroler Landtages


Rita Mattei

dokumente@landtag-bz.org

Schriftliche Antwort auf die Aktuelle Fragestunde 37/Jänner/2022 – Missbrauch von


Zweitwohnungen

Frage 1: Wie viele Kontrollen wurden in den letzten zwei Jahren diesbezüglich durchgeführt?

Antwort: „Missbrauch von Zweitwohnungen“ ist ein sehr weit gefasster Begriff, der von einer
unregelmäßigen Miete bis hin zum Fehlen einer Touristenlizenz usw. reichen kann.
„Zweitwohnungen“ müssen nicht notwendigerweise mit Wohnungen übereinstimmen, die den
Bindungen des Landes für konventionierte oder geförderte Wohnungen unterliegen. Die Kontrollen
sind daher notwendigerweise geplant und auf die Wohnungen ausgerichtet, die Bindungen des
Landes für konventionierte oder geförderte Wohnungen unterliegen. In diesem Zusammenhang wird
unterschieden zwischen den konventionierten Wohnungen und den geförderten Wohnungen.
Geförderte oder konventionierte Wohnungen sind, in der Regel, Wohnungen für den primären
eigenen Wohnbedarf und werden von Personen bewohnt, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen.
Daher müssen diese Wohnungen, die von der jeweiligen Bindung belastet sind, normalerweise als
„Erstwohnung“, nicht als „Zweitwohnung“, benutzt werden. Auch wenn der Eigentümer der
konventionierten Wohnung über mehrere Wohnungen verfügt, muss die konventionierte Wohnung
immer für den primären Wohnbedarf benutzt werden, indem sie z.B. an berechtigten Personen zum
Landesmietzins vermietet werden. Die Kontrollen sind daher notwendigerweise geplant und auf die
Wohnungen ausgerichtet, die die Bindung entweder laut Artikel 79 L.G. 13/1997 (für die Bindung
laut Art. 39 L.G. 9/2018 sind die Gemeinden zuständig) oder den geförderten Wohnbau unterliegen.
Es wird daher betont, dass die von der Abteilung Wohnbau oder von der Agentur für
Wohnbauaufsicht (AWA) durchgeführten Kontrollen nicht die "Zweitwohnungen" an sich betreffen,
sondern die geförderten Wohnungen bzw. die konventionierten Wohnungen.

Frage 2: Wie viele Verstöße wurden festgestellt?

Antwort: Da sich die verfügbaren Daten nicht direkt auf "Zweitwohnungen" beziehen, sondern auf
die gebundenen Wohnungen, stellt sich die Situation in Bezug auf den konventionierten Wohnungen
wie folgt dar. Im Jahr 2020 wurden 8 Verstöße gegen die Bindung des Art. 79 L.G. 13/1997 für die
Besetzung der Wohnungen durch nicht berechtige Bewohner (die, die Voraussetzungen des Artikels
79 L.G. 13/1997 nicht erfüllen) festgestellt. Im Jahr 2021, wurden 13 Verstöße dieser Art festgestellt.
Was eine Besetzung von nicht berechtigten Personen der geförderten Wohnungen anbelangt, hat
die Abteilung Wohnbau im Jahre 2020 17 Verstöße geahndet. Im Jahr 2021 wurden 4 Verstöße
geahndet, 2 Verfahren sind noch offen.

Landhaus 12, Kanonikus-Michael-Gamper-Straße 1  39100 Bozen Palazzo 12, via Canonico Michael Gamper 1  39100 Bolzano
Tel. 0471 41 80 00 Tel. 0471 41 80 00
http://www.provinz.bz.it/deeg/ http://www.provincia.bz.it/deeg/
waltraud.deeg@provinz.bz.it waltraud.deeg@provincia.bz.it
Steuernr./Mwst.Nr. 00390090215 Codice fiscale/Partita Iva 00390090215
Prot. Datum | data prot. 27.01.2022 Prot. Nr. | n. prot. LTG_0000570 Prot. Typ | tipo prot. Eingang - entrata
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Frage 3: Wie hoch sind die Strafen bei derartigen Verstößen?

Antwort: In der Erwägung, dass die AWA und die Abteilung Wohnbau keine Straftaten in direktem
Zusammenhang mit „Zweitwohnungen“ sanktionieren, wird mitgeteilt, dass, für die obgenannten
Verstöße die Geldbußen ohne Ermessen von Seiten der Verwaltung verhängt werden. Für die
konventionierten Wohnungen beträgt die maximale Geldbuße 45.000 Euro. Diese Höchstgrenze gilt
nicht für Wohnungen im Zusammenhang mit dem Tourismus, für die die Strafe verdoppelt wird. Für
geförderte Sozialwohnungen gibt es keine Obergrenze für die Strafe, obwohl die schwerwiegendste
Strafe der Widerruf des gesamten erhaltenen Beitrags ist. Diese werden um die gesetzlichen Zinsen
mit Ablauf vom Tage der festgestellten Übertretung erhöht. Außerdem ist eine Geldstrafe in der Höhe
von 10 Prozent des zurückzahlenden Betrages zu entrichten.

Frage 4: An wen können sich Bürger bei Verdacht auf Missbrauch von Zweitwohnungen wenden?

Antwort: Da „Missbrauch von Zweitwohnungen“ ein sehr weit gefasster Begriff ist, der von einer
unregelmäßigen Miete bis hin zum Fehlen einer Touristenlizenz usw. reichen kann. Zum Missbrauch
nicht von "Zweitwohnungen" selbst, sondern zum Missbrauch von konventionierten u.a. geförderten
Wohnungen kann bestätigt werden, dass, bis heute, der Bürger sich für konventionierte bzw.
gebundene Wohnungen an folgende Stellen wenden kann: an die Gemeinde für konventionierte
Wohnungen; an die Agentur für Wohnbauaufsicht, wenn die konventionierte Wohnung in einer der
Gemeinden liegt, die die Vereinbarung mit derselben Agentur unterzeichnet hat; an das Amt
Wohnbauprogrammierung der Abteilung Wohnbau für die mit Wohnbauförderung geförderten
Wohnungen. Zwischen öffentlichen Körperschaften gilt jedenfalls der Grundsatz der Weiterleitung
von Meldungen und Informationen wenn die dafür zuständige Stelle eine andere sein sollte. Der
Missbrauch von „Zweitwohnungen“ kann der zuständigen Gemeinde gemeldet werden, welche
überprüft, ob die Bestimmungen laut Landesgesetz vom 11. Mai 1995, Nr. 12, Regelung der privaten
Vermietung von Gästezimmern und möblierten Ferienwohnungen eingehalten worden sind. Die
entsprechenden Kontrollen werden von der Gemeindepolizei durchgeführt.

Frage 5: Was unternimmt bzw. gedenkt die Landesregierung zu unternehmen, um derartige


Verstöße so gut wie möglich zu vermeiden?

Antwort: Für die missbräuchliche Verwendung von konventionierten und geförderten Wohnungen
sehen die gesetzlichen Bestimmungen eine angemessene Sanktionierung vor. Wie bisher werden
auch in Zukunft die erforderlichen Kontrollen durchgeführt und allfällige Verstöße geahndet.

Frage 6: Ist die Landesregierung daran interessiert bzw. gibt es eine Möglichkeit herauszufinden,
wie viele der Zweitwohnungen über Airbnb weitervermietet werden?

Antwort: Der letzten offiziellen Erhebung des ASTAT Volks- und Wohnungszählung 2011 ist zu
entnehmen, dass vom gesamten Wohnungsbestand 69,3 % von Ansässigen bewohnte
Eigentumswohnungen und 24,6 % von Ansässigen bewohnte Mietwohnungen sind. Davon kann
indirekt abgeleitet werden, dass die Differenz und zwar ca. 6,1 % leerstehend sind bzw. als
Zweitwohnungen genutzt werden. Eine spezifische Erhebung zu den AirnBnB Wohnungen gibt es
nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Waltraud Deeg
-Landesrätin-
(mit digitaler Unterschrift unterzeichnet)

Prot. Datum | data prot. 27.01.2022 Prot. Nr. | n. prot. LTG_0000570 Prot. Typ | tipo prot. Eingang - entrata
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