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Deutsch SG 11/2 Lisa-Marie Fröhlich

Die Epoche der Aufklärung


1. Definition:
Die Literaturepoche der Aufklärung umfasst den Zeitraum von 1720 bis 1800. 1784 definierte
Immanuel Kant den Begriff der Aufklärung ,,Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner
selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes
ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbst verschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die
Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes
liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen!‘‘ Das Bürgertum wird also von Kant im
Sinne der Aufklärung dazu aufgefordert, sich zu emanzipieren und dieser Unmündigkeit zu
entkommen. Das historische gesellschaftliche Konzept, welches hinter der Aufklärung steckt,
dehnt sich auf die Bereiche der Politik, Kunst, Philosophie und Gesellschaft aus. 
2. Zeitliche Einordnung:
In Deutschland kam es im 18. Jahrhundert zu wichtigen Veränderungen in der Gesellschaft.
Deutschland war durch den Dreißigjährigen Krieg zersplittert. Die katholische Kirche wurde 1517
durch die Reformation in verschiedene Konfessionen gespalten, wodurch es zu Religions- und
Bürgerkriegen kam. Die Menschen begannen als Folge die Religion, den Absolutismus und die
Gesellschaftsstrukturen zu hinterfragen. Dadurch gab es den Aufstieg des Bürgertums und den
Niedergang des Adels. Die Bürger konnten mit Kapital und Bildung selbst Handel treiben, dadurch
war der Adel für sie nicht mehr notwendig. Die Gesellschaftsstrukturen hatten ihren Höhepunkt in
der Französischen Revolution. Die Forderung nach Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit stellte
das Ergebnis der Epoche der Aufklärung dar.
3. Rationalismus und Empirismus:
In der Epoche der Aufklärung gab es zwei philosophische Strömungen. 
Der Rationalismus ging davon aus, dass Wissen nicht nur angenommen und weitergeführt,
sondern hinterfragt werden sollte. René Decartes begründete diese Denkweise, er sagte eins ,,Ich
denke, also bin ich“. Diese Aussage ist heute noch sehr bekannt. 
Der Empirismus ging davon aus, dass die Beobachtung die wichtigste Voraussetzung und
Grundlage wissenschaftlicher Arbeit sei. John Locke begründete dies, da sich die menschliche
Erkenntnis durch Beobachtung und Wahrnehmung unserer Sinne zusammensetzt.

4. Merkmale der Aufklärung:


-Kritik an der Kirche und Religion
-geistige Emanzipation
-Toleranz in Gesellschaft, Politik und Religion
-Individualismus
-Kritik an staatlichen und gesellschaftlichen Ordnungen
-Menschlicher Verstand soll die Wahrnehmung beherrschen
-Glauben an Fortschritte
-Das Gute und das Vernünftige werden gleichgesetzt
-Freiheit statt Absolutismus, Gleichheit statt Ständeordnungen, wissenschaftliche Erkenntnisse
statt Vorurteile/ Aberglauben, Toleranz statt Dogmatismus 
Deutsch SG 11/2 Lisa-Marie Fröhlich
5. Warum ist das Werk Emilia Galotti aufklärerisch?
,,Emilia Galotti`` ist nicht nur eine Liebesgeschichte mit traurigem Ende. Lessing verfolgte in
diesem Stück auch politische und gesellschaftliche Aspekte und appellierte somit an die damalige
Gesellschaft. Das Werk ,,Emilia Galotti´´ ist ein bürgerliches Trauerspiel, da Lessing besonders den
Adel kritisiert. Durch die Wertvorstellung des Adels bringt er dies zum Vorschein. Er zeigt durch die
Gegenüberstellung des Adels und des Bürgertums, wie unterschiedlich die damaligen Schichten
und dessen Bedeutung waren. Der Graf Appiani bricht diese Wertvorstellung, da er die Bürgerin
Emilia heiraten möchte. Er möchte nach der Hochzeit nicht am Hof leben, sondern mit ihr auf das
Land ziehen. Emilia und der Graf zeigen dadurch, dass sie genug Mut und Verstand haben, um
nicht nach den Forderungen ihres Standes zu leben/ handeln, sondern so zu handeln, wie sie es für
richtig denken. Emilias Vater lebt nach den Moralvorstellungen, deshalb ist sie schockiert, als sie
bemerkt, dass ihr das Interesse des Prinzen an ihr gefällt und sie sich dem gerne hingeben würde.
Sie weiß jedoch, dass eine Beziehung zwischen einem Adel und einer Bürgerin nicht vorstellbar ist.
Emilia ist es nicht erlaubt sich gegen den Prinzen, Grafen und Vater zu stellen. Emilia ist ständig zu
einer Unterordnung gezwungen, aufgrund ihrer Stellung in der Gesellschaft.
Der Prinz ist ein absolutistischer Herrscher. Er würde alles dafür tun, dass Emilia den Grafen nicht
heiratet. Zudem versucht er Emilia von ihrem Vater fernzuhalten, da für den Vater keine
Beziehung zwischen Adel und Bürger vorstellbar ist. Seine leichtsinnige Herrschaft und seine
Vernachlässigung des Volkes wird besonders in der Szene veranschaulicht, als er ein Todesurteil
unterschreiben muss, welches er noch gar nicht gelesen hat, es jedoch trotzdem unterschreibt.
Die Gräfin Orsina ist eine sehr selbstbewusste und aufgeklärte Frau. Sie hat mehr Rechte als
Emilia, da sie zu der oberen Schicht der Gesellschaft gehört. Sie ist sehr offen und ist nicht daran
interessiert, was andere von ihr denken. Sie ist gegen die Unterdrückung der Frauen und findet es
auch nicht gerecht, wie der Prinz mit den Frauen umgeht. Die Gräfin denkt sogar kurz darüber
nach den Prinzen selbst zu töten.
Der Prinz: Willkür, Skrupellosigkeit, Missbrauch des Adels und absoluter Herrscher
Gräfin Orsina: aufgeklärte/ emanzipierte Frau
Odoardo (Emilias Vater): denkt und handelt vernunftgeleitet
Emilia: unmündig, in Traditionen gefangen

6. Aufklärung heute:
Auch heute ist das Thema Aufklärung sehr aktuell und spielt eine wichtige Rolle in unserem Leben.
In vielen Ländern herrscht immer noch eine unterdrückte Demokratie, also eher eine Diktatur. Wir
haben zwar eine Meinungs- und Pressefreiheit, jedoch haben die meisten nicht den Mut oder die
Chance für sich zu sprechen oder selbst über sein Leben bestimmen zu können. Für die meisten ist
diese Unmündigkeit nicht gut, dies sieht man auch in dem Werk ,,Emilia Galotti´´. Die Parallelen
zwischen Buch und Realität, die Lessing damals als Appell an die Gesellschaft gesendet hat,
erkennen wir heute noch.  

7. Aufklärung im Überblick:
-Die Aufklärung richtet sich gegen Vorurteile, Aberglaube und Willkürherrschaft. 
-Das Ziel war die Selbstbestimmung des Individuums als Bürger. 
-Die Vernunft war das wichtigste, denn damit konnte sich der Mensch aus der Unmündigkeit
befreien.
-Das Symbol der Aufklärung war das Licht. 
-Das Bürgertum emanzipierte sich. 
-Die Epoche endete 1779 mit der Französischen Revolution.

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