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Leichtbau

Formelsammlung

Institut für Leichtbau, RWTH Aachen

Stand: 23. August 2010


2

Inhaltsverzeichnis
1 Werkstoffe 3

2 Elastizitätstheorie Grundlagen 4

3 Allgemeine Formeln 5

4 Fachwerke 6

5 Der Biegebalken 7
5.1 Der schubweiche Balken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
5.2 Verbundträger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
5.3 Plastische Biegung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13

6 Balken unter Querkraftbelastung 15


6.1 Offene dünnwandige Profile . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
6.2 Geschlossene dünnwandige Profile . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16

7 Übertragungs- und Steifigkeitsmatrizen 18



7.1 Übertragungsmatrizen {W } und Verschiebungsvektoren u . . . . . . . . . . . . . . 18
7.2 Steifigkeitsmatrizen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19

8 Torsion des Balkens 20


8.1 Torsionsmoment . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
8.2 Torsion nach Saint Venant . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
8.3 Wölbkrafttorsion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22

9 Schubfeldträger 24
9.1 Offene Schubfeldträger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
9.2 Geschlossener Schubfeldträger mit zwei Stegen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
9.3 Ebene Schubfeldträger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26

10 Die Verformung elastischer Systeme 28


10.1 Formänderungsarbeit/Arbeitssatz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
10.2 Prinzip der virtuellen Arbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
10.3 Der Satz vom stationären Wert der potentiellen Energie . . . . . . . . . . . . . . . . 28
10.4 Das Verfahren nach Maxwell-Mohr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29
10.5 Die Nachgiebigkeitsmatrix des statisch bestimmten Systems . . . . . . . . . . . . . 29
10.6 Schubfeldträger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30

11 Statisch unbestimmte Systeme 31


11.1 Das Kraftgrößenverfahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
11.2 Anwendungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
11.2.1 Der mehrzellige Hohlquerschnitt als Balken . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31

12 Anhang 32
3

1 Werkstoffe

– Hookesches Gesetz (eindimensional):

σ =εE ; τ =γG

– Querkontraktionszahl (Poissonsche Zahl)


¯ ¯
¯ εq ¯
ν = ¯¯ ¯¯
εl

– Schubmodul bei isotropen Werkstoffen:

E
G=
2 (1 + ν )

– Definition des E-Moduls bei plastischem Materialverhalten:

· Tangentenmodul:


Et =

· Sekantenmodul:
σ
Es =
ε

– Spannungs-Dehnungs-Beziehung nach Ramberg-Osgood:

· Spannungs-Dehnungs-Beziehung:
· µ ¶ ¸ µ ¶
σ0,7 σ 3 σ n σ pl σ n
ε= + ε= + 0, 002
E σ0,7 7 σ0,7 E σ0,2

ln( 17
7 ) mit Osgood-Exponent n aus
n = 1+ σ0,7
ln( σ0,85 ) Tabelle (werkstoffspezifisch)

· Tangentenmodul:
E E
Et = ³ ´n−1 Et =
1 + 73 n σ 1 + 0, 002n σE0,2 (σ /σ0,2 )n−1
σ0,7

· Sekantenmodul:
E E
Es = ³ ´n−1 Es =
1+ 3 σ 1 + 0, 002 σE0,2 (σ /σ0,2 )n−1
7 σ0,7
4 2 Elastizitätstheorie Grundlagen

2 Elastizitätstheorie Grundlagen

– Gleichgewichtsbedingungen im räumlichen x,y,z-Koordinatensystem:

∑ Fix = 0 ∑ Fiy = 0 ∑ Fiz = 0


i i i

∑ Mix(α ) = 0 ∑ Miy(α ) = 0 ∑ Miz(α ) = 0


i i i

– Gleichgewichtsbedingungen im ebenen x,z-Koordinatensystem:

∑ Fix = 0 ∑ Fiy = 0 ∑ Miy(α ) = 0


i i i

– Verzerrungs-Verschiebungs-Beziehungen

im Raum:

∂u ∂u ∂v
εx = γ xy = +
∂x ∂y ∂x
∂v ∂v ∂w
εy = γ yz = +
∂y ∂z ∂y
∂w ∂w ∂u
εz = γ zx = +
∂z ∂x ∂z

in der Ebene:
∂u ∂v ∂u ∂v
εx = εy = γ xy = +
∂x ∂y ∂y ∂x

– Spannungszustand für isotrope Werkstoffe

im Raum:

1 2(1 + ν ) 1
εx = (σ x − ν (σ y + σ z )) γ xy = τ xy = τ
E E G xy
1 2(1 + ν ) 1
εy = (σ y − ν (σ x + σ z )) γ yz = τ yz = τ
E E G yz
1 2(1 + ν ) 1
εz = (σ z − ν (σ x + σ y )) γ xz = τ xz = τ
E E G xz

in der Ebene:

σ z = τ xz = τ yz = 0 (z.B. dünnwandige Flächentragwerke)

1 1 1
εx = (σ x − νσ y ) εy = (σ y − νσ x ) γ xy = τ xy
E E G
5

– Ebener Verzerrungszustand

es gilt:
ε z = γ xz = γ yz = 0

1+ν
εx = [(1 − ν )σ x − νσ y ]
E
1
γ xy = τ xy
G
1+ν
εy = [(1 − ν )σ y − νσ x ]
E

σ z = ν (σ x + σ y )

– Das Hooke’sche Gesetz beschreibt das linear elastische Materialverhalten


Es ist der lineare Zusammenhang zwischen der Kraft und der Längenänderung

3 Allgemeine Formeln

Statische Bestimmtheit

A: Anzahl der Auflagerreaktionen


V: Anzahl der Wertigkeiten der Verbindungselemente
n: Anzahl der Teilsysteme, Stäbe, Bleche
k: Anzahl der Knoten
s: Anzahl der Stäbe
b: Anzahl der Bleche

– Grad der statischen Unbestimmtheit des Fachwerks / des Schubfeldträgers

eben: U = A + n - 2k
räumlich: U = A + n - 3k
Fachwerk: n=s
Schubfeldträger: n=s+b

– Grad der statischen Unbestimmtheit U für zweidimensionale Systeme aus starren


Körpern:

U=A+V-3n
6 4 Fachwerke

4 Fachwerke

– Gleichgewicht an den Knoten:

∑ X = P cos(α ) + ∑ Ni cos(αi ) = 0
∑ Y = P cos(β) + ∑ Ni cos(βi ) = 0
∑ Z = P cos(γ ) + ∑ Ni cos(γi ) = 0

b a

ai
bi
Ni

– Dreidimensionale Zerlegung einer Kraft / Ähnlichkeit der Stabkraftkomponenten (Fix , Fiy ,


Fiz ) zu den Abmessungen des Stabs (lix , liy , liz ):

q
li = 2 + l2 + l2
lix iy iz

Fix l
cos α = = ix
Fi li
Fiy liy
cos β = =
Fi li
Fiz l
cos γ = = iz
Fi li
7

5 Der Biegebalken
– Normkästchen zur Bestimmung der Schnittkräfte:

– Differentialgleichungen für das Gleichgewicht am Balken:


dQ z
= − p( x)
dx
dMy
= Qz
dx
R R
ηdA A A ζ dA
– Lage des Flächenschwerpunkts: ηs = ζs =
A A
H H
dünnwandig: ηhds ζ hds
ηs = ζs =
hds hds
Z Z
– Statisches Moment einer Fläche: Sy = z dA Sz = y dA
A A
I I
dünnwandig: Sy = zh ds Sz = yh ds
Z Z
– Flächenträgheitsmoment: Iy = z2 dA Iz = y2 dA
A A
I I
dünnwandig: Iy = z2 h ds Iz = y2 h ds
Z
– Deviationsmoment: Iyz = yz dA
IA
dünnwandig: Iyz = yzh ds

– Trägheitsradius:
Iy Iz
i2y = i2z =
A A
– Beziehung zwischen
Längsspannung und Normalkraft:
Z
N= σ ( z)dA
A

– Beziehung zwischen
Biegemoment und Längsspannung:
Z Z
My = σ ( z) z dA ; Mz = − σ ( y) y dA
A A
8 5 Der Biegebalken
Flächenträgheitsmomente für typische Querschnitte:

ba3 ba3
Iy = Iy =
12 36

ab3 ab3
Iz = Iz =
12 48

π³ 3 ´
Iy = a a b a − ai bi3
4
I y = Iz =
π³ 4 ´
R a − Ri4
4 π³ 3 ´
Iz = a a b a − ai3 bi
4
s

dünnwandiger
dünnwandiger elliptischer Querschnitt:
Kreisquerschnitt:
a
π 2
y Iy = π R3 s b Iy = sb (b + 3a)
4
y
R
z π 2
Iz = π R 3 s
s

Iz = sa ( a + 3b)
z 4

– Spannungsverteilung für ein beliebiges Koordinatensystem mit Ursprung im Schwerpunkt:


N My Iz + Mz Iyz Mz Iy + My Iyz
σ x ( z, y) = + 2
z− 2
y
A Iy Iz − Iyz Iy Iz − Iyz

– Spannungsverteilung für ein Hauptachsensystem im Schwerpunkt:


N My Mz
σ x ( z, y) = + z− y
A Iy Iz

– Widerstandsmoment:
Iy Iz
Wy = Wz =
| zmax | | ymax |
– polares Flächenträgheitsmoment:
Z
I p = I y + Iz = r2 dA
A

– Koordinatentransformation bei Rotation des Koordinatensystems um ϕ:


z = − y′ sin ϕ + z′ cos ϕ
y = y′ cos ϕ + z′ sin ϕ

– Satz von Steiner:

Iη = Iy′ + ζs2 A
Iζ = Iz′ + η2s A
Iηζ = Iy′ z′ + ηsζs A
9

– Beispiel für ein aus Einzelquerschnittsflächen zusammengesetztes Profil:

Bi · Hi3
Iηi = 2
+ Ai · ζ Si A2
12
Hi · Bi3
Iζ i = + Ai · η2Si
12 z’
Iηζ i = Ai · ζ Si · η Si
A1 hs A3
y’
n
I y′ = ∑ Iηi − Ages · ζ S2 z A4

zs
i =1
n h
Iz ′ = ∑ Iζ i − A ges · η2S
i =1
n
I y′ z′ = ∑ Iηζ i − Ages · ζ S · η S
i =1

– Veränderung der Flächenträgheitsmomente und des Deviationsmomentes aufgrund


einer Rotation des Koordinatensystems:

1¡ ¢ 1¡ ¢
Iy (ϕ) = I y ′ + Iz ′ + Iy′ − Iz′ cos 2ϕ − Iy′ z′ sin 2ϕ
2 2
1¡ ¢ 1¡ ¢
Iz (ϕ) = I y ′ + Iz ′ − Iy′ − Iz′ cos 2ϕ + Iy′ z′ sin 2ϕ
2 2
1 ¡ ¢
Iyz (ϕ) = Iy′ − Iz′ sin 2ϕ + Iy′ z′ cos 2ϕ
2
– Lage der Hauptachsen:
2Iy′ z′
tan 2α = −
I y ′ − Iz ′

– Differentialgleichung der Biegelinie im Hauptachsensystem:

Qz My
w′′′′ Iy E = p( x) ⇒ w′′′ = − ⇒ w′′ = −
Iy E Iy E
10 5 Der Biegebalken

Biegelinien für ausgewählte Lastfälle:

Fl 2
¡ x
¢
w= 6EI y x 3− l

M 2
w = − 2EI y
x

³ ¡ x ¢2 ´
pl 2
w= 24EI y x
2 6 − 4 xl + l

³ ¡ x ¢3 ´
pl 2 ¡ x ¢2
w= 120EI y x
2 10 − 10 xl + 5 l − l

µ ³ ´2 ¶
Flb b
¡ x ¢2
x≤a: w= 6EI y x 1− l − l

x≥a:
Fl 2 a
¡ ¢³ ¡ ¢2 ¡ ¢2 ´
w= 6EI y 1 − xl 1 − al − 1 − xl

³ ¡ x ¢2 ´
pl 3 ¡ x
¢ x
w= 24EI y x 1 − l 1+ l − l

³ ¡ x ¢4 ´
pl 3 ¡ x ¢2
w= 360EI y x 7 − 10 l +3 l
5.1 Der schubweiche Balken 11

5.1 Der schubweiche Balken

– Die Verformung w B des schubstarren Balkens wird mit der Schubverformung w S überla-
gert:
w = wB + wS

– Das Hooke’sche Gesetz (Abhängigkeit der Schubverformung von der Schubspannung):

τ ( z)
γ ( z) =
G

– Mittlerer Schubwinkel γm und Schubkorrekturfaktor κ z :


′ τ Qz Qz
w S = γm = κ z = κz =
G AG AQz G

– Bestimmung von κ z :
Z S2
A y
κz = 2 dz (Vollquerschnitte)
Iy z B
Z S2
A y
κz = ds (dünnwandige Querschnitte)
Iy2 s h

– Schubtragende Fläche:
A
AQz =
κz
– Näherung für dünnwandige Querschnitte:

A
κz ≈
∑ A Steg

– Differentialgleichung für schubweiche Balken:

Qz
w′ = w′B + w′S = w′B + bzw. mit Q z = −w′′′
B · Iy · E
AQz · G

Iy · E
w′ = w′B − w′′′
B
AQz · G
Als Randbedingung müssen die folgenden Beziehungen verwendet werden:

w oder Q z = w′s AQz G


β= w′B = w′ − γm oder My = −w′′B Iy E
12 5 Der Biegebalken

a
Querschubzahlen κ für verschiedene Profilquerschnitte: η = b

κ z = κ y = 1.11

κ z = κ y = 1.2

µ ¶
η+2 6
κz = 2
24 + 36η + 12η + η3
2
(6η + η2 ) 5

µ ¶
3(η + 2)3 1 7 4 1
κy = 2
+ η + η2 + η3
(2 + 5η + 2η2 ) 5 10 5 4

µ ¶
η+2 6
κz = 2
6 + 36η + 12η + η3
2
(6η + η2 ) 5

3
κy = (η + 2)
5

µ ¶
12(η + 1)3 1 8 7 1
κz = 2
+ η + η2 + η3
η2 (4 + 5η + η2 ) 4 5 10 10

6
κy = (η + 1)
5

y κ z = κ y = 2.0

z
5.2 Verbundträger 13

5.2 Verbundträger

– Lage des ideellen Schwerpunktes:

∑i Ei Ai zi
e=
∑ Ei Ai

– Verbunddehnsteifigkeit

EA = ∑ Ei Ai
i

– Verbundbiegesteifigkeit
Z
EI = ∑ Ei Ii Ii =
Ai
z2 dA
i

– Längskraft:

N Ei
ε= σi = N
EA EA

– Biegung:

M Ei M
w′′ = − σi = z
EI EI

5.3 Plastische Biegung

Biegung

– Für ν = 0 gilt:

· ideal-plastisches Materialverhalten:

M plastisch = K · Melastisch

· reales Materialverhalten - Näherung nach Cozzone:


· ¸
σo
M pl,Cozz = 1 + (K − 1) Melastisch
σM

Kombinierte Biegung- Längskraft

– Definitionen:
N M
ν= µ=
A · σB W · σB
– Interaktionskurven:

· elastisches Materialverhalten:
ν +µ = 1
14 5 Der Biegebalken

· ideal-plastisches Materialverhalten (gilt nur für einen rechteckigen Querschnitt, d.h.


K = 1,5):

³ ´
µ = 1.5 1 − ν 2

· lineare Interaktionskurve:
1
ν+ M pl
µ=1
Mel

Werte von K (plastische Biegung) für typische Querschnitte:

Skizze K

K = 1.5

K = 1.0
dünnes Schubfeld

h i
h3 t2 +4ht1 ·(b−t2 )(h−t1 )
K = 1.5 h3 t2 +2t1 (b−t2 )(3h2 −6ht1 +4t21 )

h i
h3 t2 +ht21 (b−t2 )
K = 1.5 h3 t2 +t31 (b−t2 )

K = 2.0

K = 1.698

D ( D 3 −d3 )
K = 1.698 D 4 −d4

K = 1.27
dünnwandiges Rohr
15

6 Balken unter Querkraftbelastung

6.1 Offene dünnwandige Profile

– Formel für den Schubfluss im Hauptachsensystem:

Qz S y
t= =τ ·h
Iy

Verbundträger:

– Schubspannung: Qz · S y
τi =
b · EI
Z
mit Sy = Ei · z dA EI = ∑ Ei · Ii
As i

– Maximale Schubspannungen für verschiedene Querschnitte:

Skizze τmax

Q
τmax = 1, 5
A

Q
τmax = 1, 333
A

Q
τmax = 2
A

– Schubmittelpunkt:

Z
t(s)ρ(s)ds = Q z · e y
s
Z
1
bzw. ey = S y ρds
Iy s
16 6 Balken unter Querkraftbelastung

– Lage des Schubmittelpunktes:

3hb2
e=
ahs + 6bh

ab32
e=
b31 + b32

sin α − α cos α
e = 2R
α − sin α cos α

e = 2R

6.2 Geschlossene dünnwandige Profile

– Erste Bredt’sche Formel:


Mt = 2t0 A

– Anmerkung: bei A handelt es sich um die gesamte, vom Profil eingeschlossene Fläche; nicht
nur die Profilfläche!

– Vorgehensweise zur Berechnung des Schubflusses bei geschlossenen Profilen (gilt nur, wenn
keine Wölbspannungen auftreten, d.h. wenn die Querkraft im Schubmittelpunkt angreift
oder wenn der Querschnitt ein wölbfreier Querschnitt ist):

(1) Der geschlossene Querschnitt wird an einer beliebigen Stelle aufgeschnitten:

′ Q z Sy
⇒ offener Querschnitt: t =
Iy

(2) Der Schubfluss t0 wird über die Gleichheit der Torsionsmomente bestimmt:
I

Qz a = t ρds + 2At0 = Q z e1 + 2At0
6.2 Geschlossene dünnwandige Profile 17

Geschlossene dünnwandige Profile


(3) Die Schubflüsse t und t0 werden überlagert:

– Bedingung für die Bestimmung des Schubmittelpunktes:

′ Qz H Sy
Gh ds
I
′ t + t0,SMP Iy
ϑ =0 ⇒ ds = 0 ⇒ t0,SMP = − H ds
Gh Gh

– Unter Anwendung dieser Beziehung kann der Schubmittelpunkt mit der folgenden Glei-
chung bestimmt werden:
A H Sy
Gh ds
I
′ Iy
Q z e = t ρds + 2t0,SMP A ⇒ e = e1 − 2 H ds
Gh

– Bedingung für wölbfreie Querschnitte:

Z 2 I
ds ∆A ds
=
1 Gh A Gh
18 7 Übertragungs- und Steifigkeitsmatrizen

7 Übertragungs- und Steifigkeitsmatrizen


7.1 Übertragungsmatrizen {W } und Verschiebungsvektoren u

– Stab mit einer Streckenlast in Längsrichtung:

   
u l − pL l2

 1

AE 2AE


u=  N  {W } = 0 1 − pL l
 
1  0 0 1 

– schubstarrer Balken:

 
w

 w 
→  
u= 
 My 
 w = wB
 Qz 
1

(a) Übertragungsmatrix für eine konstante Streckenlast in Querrichtung:

 p0 l 4

−l 2 −l 3

 1 l 2Iy E 6Iy E 24Iy E



 

 −l −l 2 p0 l 3 
 0 1

Iy E 2Iy E 6Iy E


{W } = − p0 l 2

 0 0 1 l 2 

 


 0 0 0 1 − p0 l 


 
0 0 0 0 1

(b) Punktmatrix { P} für die Berücksichtigung angreifender Einzellasten:

 

 1 0 0 0 0 

 
 0 1
 0 0 0 

{ P} = 0 0 1 0 M
 


 0 0 0 1 −P 


 
0 0 0 0 1
7.2 Steifigkeitsmatrizen 19

– schubweicher Balken:
 
w

 wB 
→  
u= 
 My 
 w = wB + wS
 Qz 
1

 ³ ´ ³ ´ 
−l 2 −l 3 l p0 l4 Iy El 2


 1 l 2Iy E 6Iy E + AQz G Iy E 24 − 2AQ z G




 

 −l −l 2 p0 l 3 
 0 1

Iy E 2Iy E 6Iy E


{W } = − p0 l 2

 0 0 1 l 2


 




0 0 0 1 − p0 l 



 0 0 0 0 1 

7.2 Steifigkeitsmatrizen

– Maxwellscher Reziprozitätssatz: Die Nachgiebigkeits- und Steifigkeitsmatrix eines konser-


vativen Systems ist symmetrisch.

δi j = δ ji

ki j = k ji

– schubstarrer Balken mit konstanter Streckenlast in Querrichtung:

      
Q0 
 12 −6l −12 −6l 
 w0 −1

 M0  
−6l 4l 2 2l 2
  l 
6l  w0  +
EIy  p0 l  6 
 Q1  =
 
l3  −12 6l 12 6l   w1  2  −1 

 
 ′
2 4l 2
M1 −6l 2l 6l w1 − 6l
20 8 Torsion des Balkens

8 Torsion des Balkens


8.1 Torsionsmoment

T = Mt + Q y e z − Q z e y

8.2 Torsion nach Saint Venant


– Definitionen:
· Verdrillung:
′ T
ϑ = ( IT 6 = I p )
GIT
· maximale Schubspannung:
T
τmax =
WT
IT : Torsionsflächenmoment
WT : Torsionswiderstandsmoment
– Verdrehung des Balkens an einer Stelle x̃:
Z x̃

ϑ= ϑ dx
0

– Geschlossene dünnwandige Profile:


· Erste Bredt’sche Formel:
Mt = 2t0 A
· Zweite Bredt’sche Formel:
4A2
GIT = H ds
Gh
· Torsionswiderstandsmoment:
WT = 2Ahmin
hmin : minimale Wanddicke
8.2 Torsion nach Saint Venant 21

– Prismatische Stäbe mit Vollquerschnitt:


· Kreisförmiger Vollquerschnitt:
π 4 π 3
IT = R WT = R
2 2
· Elliptischer Vollquerschnitt:
a3 b3
IT = π
a2 + b2
π ab2
WT =
2

· Rechteckiger Vollquerschnitt:
B3 H B2 H
IT = η 1 WT = η2
3 3
B
H/B η1 η2
1 0.4217 0.6245
1.25 0.5152 0.6636
1.5 0.5873 0.6929
2 0.6860 0.7376
3 0.7900 0.8016
4 0.8424 0.8450 H
t max
5 0.8745 0.8740
6 0.8951 0.8950 y
8 0.9212 0.9212
10 0.9370 0.9370
20 0.9685 0.9685
50 0.9874 0.9874
∞ 1.0000 1.0000

– Näherungslösungen:
· schlanker Rechteckquerschnitt:

1 3
IT = B H
3
B2 H
WT =
3
22 8 Torsion des Balkens

· offene dünnwandige Profile:


1 It η3
IT = η 3
3 ∑ hi3 li WT =
hmax
=
3hmax ∑ hi3 li
i i

Profilform: L U Z T I X
η3 0.99 1.12 1.12 1.12 1.30 1.17

· Dickwandiger Hohlquerschnitt:


ϑ′ = ϑ′B = ϑi′ 

⇒ IT = ITB + ∑ ITi
T = TB + ∑ Ti 
 i
i
3Ti TB
τi,max = τ Bi =
η2i hi2 li 2HBhi

8.3 Wölbkrafttorsion

T = MB + MSV

– Torsionsmoment aufgrund Saint Venant’scher Torsion MSV und aufgrund von Biegetorsion
MB :
MSV = ϑ′ GIT MB = −ϑ′′′ CT E

– Differentialgleichung der Wölbkrafttorsion:


d3 ϑ dϑ
3
− α2 = −µ
dξ dξ
mit
x GIT l 2 Tl 3
ξ= α2 = µ=
l ECT ECT
8.3 Wölbkrafttorsion 23

– Lösung für einen Kragbalken unter konstantem Torsionsmoment:

µ
ϑ = A1 + A2 cosh αξ + A3 sinh αξ + ξ
α2
mit
µ µ
A1 = − A2 = − tanh α A3 = −
α3 α3

Wölbwiderstand CT :

IF1 IF2 t Fi b3Fi


tF CT = a 2 ; IFi =
IF1 + IF2 12

µ ¶
2 2 1 AF
CT = a b A F −
6 8A F + 4A S

à !
1 AF
CT = a 2 b 2 A F −
6 8A F + 43 A S
24 9 Schubfeldträger

9 Schubfeldträger
9.1 Offene Schubfeldträger

– Schubfluss:
Qz
t=
a

a
– Längskräfte in den Gurten:

My
N=
a
A

– Schubmittelpunkt:
Q a
2A
e=
a

9.2 Geschlossener Schubfeldträger mit zwei Stegen

– Bestimmung der Schubflussverteilung:


· Methode 1:
Q = Q1 + Q2 ; Qd = Q1 e1 − Q2 e2

· Methode 2:
9.2 Geschlossener Schubfeldträger mit zwei Stegen 25

Lage des Schubmittelpunktes für einige Schubfeldformen:

gerader beliebige
Parabelform Halbkreis großer Bogen
Steg Form

a at<a

Q = ta Q = ta Q = ta Q = ta Q = tat

Mαt = Mαt = Mαt =


Mαt = 0 Mαt = 2At
4
2At 3 adt R2 π t

π 2A
e=0 e = 2 Aa e= 4d
3
e= 2R
e= at

Belastbarkeit der Schubfeldträger:

Längskraft
im Flächenschwerpunkt von X X X X X X X X
den Gurten
Querkraft parallel zu
X X X
im 1-1
Schub- beliebige
X X X X
mittel- Richtung
punkt senkrecht
X X X
Biege- auf 1-1
moment beliebige
X X X X
Richtung
Torsionsmoment X X X X X
26 9 Schubfeldträger

9.3 Ebene Schubfeldträger

– Bestimmung der Längskräfte in den Stäben:


Zx
N ( x) = tdx + N0
0
– Rechteckige Schubfelder:

t = t1 = t2 = t3 = t4 = const.

– Parallelogrammförmige Felder:

t = t1 = t2 = t3 = t4 = const.
n x = 2t tan ϕ

– Trapezförmige Felder:

· Definition des mittleren Schubflusses:


Rl
0 t( x)dx
t=
l
· Bestimmung der mittleren Schubflüsse:
µ ¶2
t3 a1 t1 t a
= = 4 = 3 t2 = t4
t1 a3 t2 t3 a1
9.3 Ebene Schubfeldträger 27

· Die Schubflüsse entlang der Kanten 1 und 3 sind konstant:

t1 = t1 = const. t3 = t3 = const.

· Schubflussverteilung entlang der Kanten 2 und 4:


µ ¶2 µ ¶2
a3 d
t( x) = t3 = t3
a( x) d+x
a1 a3 p √
t( x) = tm tm = t2 t4 = t1 t3
a( x)2

· Längskraft in den Stäben 2 und 4:


t3 x t3 x
N2 ( x) = N20 + ³ ´ N4 ( x) = N40 − ³ ´
cos α 1 + x a1 − 1 cos β 1 + x a1 − 1
l a3 l a3

– Allgemeine viereckige Felder:

A = t1 p A p B = t2 p B pC =
t3 pC p D = t4 p D p A

p q
tm = t2 t4 = t1 t3

· Schubfluss entlang der Kante i:


ti0
ti ( ui ) = h ³ ´ i2
pil ui
1+ pi0 −1 li

A
ti0 = 2
pi0
· Längskraft im Stab i:
ti0 ui
Ni (ui ) = Ni0 + ³ ´
pil ui
1+ pi0 −1 li
28 10 Die Verformung elastischer Systeme

10 Die Verformung elastischer Systeme

10.1 Formänderungsarbeit/Arbeitssatz

– Arbeitssatz: Die von äußeren Kräften geleistete Arbeit wird vom Balken als innere Arbeit
U gespeichert.
Wa = U

– Äußere Arbeit an einem elastischen Balken:


n m k l Z
1 1 1 1
Wa =
2 ∑ Pj w j +
2 ∑ M jϕ j +
2 ∑ Tj ϑ j +
2 ∑ p j (s)w j (s)ds
j=1 j=1 j=1 j=1 a
j

P : Einzelkraft
M : Biegemoment
T : Torsionsmoment
p : Streckenlast
w, ϕ, θ : Verformungen am Ort und in Richtung der angreifenden Lasten
aj : Belastungslänge von p
– Innere Arbeit für einen Balken der Länge l:

N2 My 2 Mz 2 Qy2 Qz 2 T2
Z Z Z Z Z Z
1 1 1 1 1 1
U= dx + dx + dx + dx + dx + dx
2 EA 2 Iy E 2 Iz E 2 GAQy 2 GAQz 2 IT G
l l l l l l

10.2 Prinzip der virtuellen Arbeit

– Prinzip der virtuellen Verschiebungen:


δU = δWa

– Prinzip der virtuellen Kraft:


δU ∗ = δWa ∗

Beispiel: Schubstarrer Balken ohne Torsions- und Längskraftbelastung

Zl ¡ ¢
δU = − Myδ w′′ dx
0
Zl ¡ ¢

δU = − w′′δ My dx
0

10.3 Der Satz vom stationären Wert der potentiellen Energie

Bei virtuellen Änderungen der Systemgrößen gilt für das Gesamtpotential Π:


δΠ = 0
mit
Π = Πi + Π a = U − W
Πi : Inneres Potential
Π a : Äußeres Potential
10.4 Das Verfahren nach Maxwell-Mohr 29

10.4 Das Verfahren nach Maxwell-Mohr


Z Z
N0 N1 My0 My1 Z Mz0 Mz1 Z
Q y0 Q y1 Z Q z0 Q z1 Z
T0 T1
δU = dx + + dx + + dx + dx
EA Iy E Iz E GAqy GAqz IT G
l l l l l l

* * *

2 1 1 al 2
acl 3 acl 2 acl 3 acl 2 (c + d) 3 acl

*
2 8 5 3 al 7
3 acl 15 acl 12 acl 10 acl 12 (3c + 5d) 15 acl

1 5 1 1 al 1
2 acl 12 acl 3 acl 4 acl 6 (c + 2d) 3 acl

* 1 3 1 1 al 1
3 acl 10 acl 4 acl 5 acl 12 (c + 3d) 5 acl

*
2 11 1 2 al 7
3 acl 30 acl 4 acl 15 acl 12 (5c + 3d) 15 acl

1 1 1 1 al 1
2 acl 4 acl 6 acl 12 acl 6 (2c + d) 3 acl

* 1 2 1 1 al 1
3 acl 15 acl 12 acl 30 acl 12 (3c + d) 5 acl

cl cl cl cl l cl
2· 12 · 6· 12 · 6 [ a ( 2c + d )+ 3 ( a + b)

( a + b) (3a + 5b) ( a + 2b) ( a + 3b) b(c + 2d)]

* 2
acl 7
acl 1
acl 1
acl al
(c + d) 8
acl
3 15 3 5 3 15

* Parabeln zweiten Grades, • Scheitelpunkt

10.5 Die Nachgiebigkeitsmatrix des statisch bestimmten Systems

– Allgemein:

    
δ11 δ12 . . . δ1 j . . . δ1n 
 P1 
 
 w1 

 δ21 δ22 . . . δ2 j . . . δ2n  P2

 
 w2


  
 
 

 .. .. .. ..  .. 
 
 .. 

 . . . .  .
 
.

  =

 δi1 δi2 . . . δi j ... δin 
 Pj 
 
 wi 

 .. .. .. ..  .. 
 
 .. 

 . . . . 
 .





 .




 
 
 

δn1 δn2 . . . δn j . . . δnn Pn wn

– Nachgiebigkeitszahlen:
Z Z
Ni N j Myi My j Z Mzi Mz j Z
Q yi Q y j Z Q zi Q z j Z
Ti Tj
δi j = dx + + dx + + dx + dx
EA Iy E Iz E GAqy GAqz IT G
l l l l l l
30 10 Die Verformung elastischer Systeme

10.6 Schubfeldträger

Z µ ¶
Ni N j
δi j = ∑ dx + δUi j
k
EA k
lk

– Allgemein:
Z µ ¶
ti t j ni n j
δUi j = ∑ + dA S
n Gh Eh n
AS n

– Rechteckfeld:
ti t j
δUi j = As
Gh
– Parallelogrammfeld: µ ¶
ti t j G 2
δUi j = A S 1 + 4 tan ϕ
Gh E

t2
x

j t1
a

l cosj
t3
a t4
z

t1 = t2 = t3 = t4

– Trapezfeld:
· ´¸
tmi tm j 4G³
δUi j = AS 1 + tan2 ϕ1 + tan ϕ1 tan ϕ2 + tan2 ϕ2
Gh 3E

t2
dj
t3 j t1
dAS
t(x)
j2
P j1 t4
x dx
d l

k : Anzahl der Stäbe


n : Anzahl der Schubfelder
tm : mittlerer Feldschubfluß
As : Fläche des Schubfelds
31

11 Statisch unbestimmte Systeme

11.1 Das Kraftgrößenverfahren


     
δ11 δ12 . . . δ1n 
 X1 

 δ10 
 
 0 
 δ21 δ22 . . . δ2n  X2


 δ20 
  0 
 
 
 .. .. ..  .. + .. = .
 . . .  .
 
 . 
  .. 
 

 
    
   
δn1 δn2 . . . δnn X4 δn0 0

– Schnitt- bzw. Reaktionskräfte ergeben sich aus der Überlagerung der jeweiligen Kräfte im
Grundsystem mit denen der Einzellastfälle
Beispiel:
M( x) = M0 + M1 X1 + ... + Mn Xn

11.2 Anwendungen

11.2.1 Der mehrzellige Hohlquerschnitt als Balken

– Grad der statischen Unbestimmtheit UHohlquerschnitt :

UHohlquerschnitt = n − 1 n : Anzahl der Zellen

· ¸½ ¾ ½ ¾
δ11 δ12 Qz w
– Lage des Schubmittelpunkts e: =
δ21 δ22 Qz e 0
Qz 1
e
1
a a a
32 12 Anhang

12 Anhang
Z
1 1
– Integrale: 3
dx = − X −2 + c X = ax + b
X 2a
Z
cos( ax) xsin( ax)
x · cos( ax) dx = + +c
a2 a
Z
x 1
cos2 ( ax) dx = + sin(2ax) + c
2 4a
Z
x 1
sin2 ( ax) dx = − sin(2ax) + c
2 4a
Z
1
cos( ax) dx = sin( ax) + c
a
Z
1
sin( ax) dx = − cos( ax) + c
a
– Quadratische Gleichung:
x2 + px + q = 0
r³ ´
p p 2
x1,2 =− ± −q
2 2
A

– Querschnittsfläche eines Kreissegments:

r2 πα r
A= ( − sin α )
2 180◦
a

– Ellipsenfläche:

A = π ab a b
– Ellipsenumfang:

U = π (1, 5 · ( a + b) − ab)
33

– Hyperbelfunktionen:

1 x 1 x sinh( x)
cosh( x) = (e + e− x ) sinh( x) = (e − e− x ) tanh( x) =
2 2 cosh( x)

– Additionstheorem: sin2 x + cos2 x = 1

– Numerische Integration mit der Sehnen-Trapez-Regel


f
1
Fi+1 = Fi + ( f ( z)i + f ( z)i+1 ) · ∆z
|2 {z } DF
∆F

zi zi+1 z
Dz l0

– Integration von einfachen Funktionen:

l
Rl
f ( x) dx
0

a al

a 1
al
2

a 1
al
2

a 2
al
3

1
b ( a + b) l
a 2

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