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Dinge, die der Mensch nicht braucht – Aktueller Unterrichtsservice DaF/DaZ

Konsumrausch zu Weihnachten Didaktisierter Lesetext  C1

Jeder Deutsche besitzt im Schnitt 10 000 Dinge. Trotzdem konsumieren wir weiter – und zu Weihnachten
besonders intensiv. Was verführt uns dazu? Und könnte sich unser Konsumverhalten in Zukunft ändern?
Ü 1a © fotolia/B. Wylezich; © JenkoAtaman - stock.adobe.com; © Thinkstock/iStock/Ls9907; © Thinkstock/iStock/Cio18, Ü 1c © Getty Images/E4/piola666, © Getty Images/E+/SolStock,

1 WEIHNACHTSZEIT

a Was ist korrekt? Kreuzen Sie an. Mehrfachnennungen sind möglich.


Weihnachten ist das Fest …

A B
[]  der Liebe. [] 
der Ruhe und Besinnlichkeit.

C D
[]  der Geschenke. [] 
der Freude über die Geburt von Jesus Christus.

b 
Haben Sie schon Weihnachtsgeschenke gekauft? Wenn ja, was? Falls Sie Weihnachten nicht feiern, welche
Geschenke kaufen Sie zu Festen wie z. B. dem Zuckerfest? Erzählen Sie.

c Welches Bild beschreibt Sie selbst in der Vorweihnachtszeit am besten? Kreuzen Sie an.
© Getty Images/E+/visualspace, © Thinkstock/iStock/g-stockstudio

A B
[]  C
[]  D
[]  [] 

d Wie sollte die Vorweihnachtszeit Ihrer Meinung nach idealerweise aussehen? Erzählen Sie.

2 WEIHNACHTSZEIT

a Welchen Aussagen stimmen Sie zu, welchen nicht? Kreuzen Sie an.

Stimme zu Stimme nicht zu


Besser ein schlechtes Geschenk als gar keins.
Das schönste Geschenk ist die gemeinsam verbrachte Zeit.
Auch Geschenke sollten eine gute CO2-Bilanz haben.

b Wählen Sie nun gemeinsam eine Aussage und diskutieren Sie im Kurs.

Aktueller Unterrichtsservice DaF/DaZ – Niveau C1 | © Hueber Verlag | Autorin: Edith Schober, Didaktisierung: Sabine Hohmann 1
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3 WEIHNACHTSKONSUM

a Ordnen Sie das korrekte Wort dem jeweiligen Bild zu.

Gehirn • Konsument • Preis

A B C

b Lesen Sie den Text. Welche Aussagen passen zu welchen Themenschwerpunkten 1 bis 4?
Notieren Sie Stichpunkte.
1 Vermarktung


2 Geschenke


3 Einkaufen


4 Konsumverhalten im Wandel


Der Handel plant oft schon ab dem Sommer, wie er seine Produkte am besten in unser weihnachtliches
Zuhause schaffen könnte – in Form von Geschenken, Deko, Lebensmitteln, Kleidung …, eben allem,
Ü3a: © Getty Images/iStock/Halfpoint , © fotolia/photocrew, © Thinkstock/Fuse

was in unserer Vorstellung zu einem „perfekten“ Weihnachtsfest gehört. Der Konsument ist bestens
erforscht. Marketing und Werbung wecken in uns Wünsche, die dann mit Produkten bedient werden.
„Natürlich nutzen wir auch im Weihnachtsgeschäft alle Möglichkeiten, um unseren Kunden ein ange-
nehmes Einkaufserlebnis zu bieten“, erklärt Lauretta Samon, Marketingleiterin in einem Kaufhaus. „Je
länger die Leute im Laden bleiben, desto mehr kaufen sie.“ Dabei scheint es wohl besonders effektiv,
möglichst viele Sinne des Kunden anzusprechen: Lichtkonzepte steuern die Aufmerksamkeit, Düfte
sorgen für positive Assoziationen, die richtige Musik, Deko und Raumtemperatur für Wohlbefinden …
Glaubt man Experten, treffen wir zwei Drittel unserer Kaufentscheidungen spontan im Geschäft, geleitet
von unseren Gefühlen, unbewusst. Beste Voraussetzungen für clevere Verkaufsstrategien! Unser
Gehirn ist schnell überfordert. Also sucht es nach allgemeinen Regeln, um zurechtzukommen. Gute
Gerüche zum Beispiel sind angenehm, rote Preisschilder stehen für Rabatte usw. Auch lassen wir uns
gern durch das Urteil von Freunden und Influencern, von Bewertungen und Likes beeinflussen, das
macht das Einkaufen „einfacher“.
In Wohlstandsgesellschaften hat (fast) jeder alles, was man zum Leben braucht. Wann ist es aber
genug, und warum wollen wir immer mehr? Weil das in der Geschichte des Menschen lang eine
Erfolgsstrategie war, meinen Evolutionsbiologen. Unser Gehirn sei immer noch auf „Jagen und
Sammeln“ programmiert. Wenn sich die Gelegenheit biete, legten wir Vorräte an. „Es ist wichtig, klar
zu sagen, was an Produkten einzigartig ist“, erklärt Samon. „Erscheint etwas knapp, kann das den
Wunsch verstärken, es zu besitzen.“

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Weihnachten ist ein „Konsum-Spezialfall“: Geschenke haben schon immer dazugehört. Das „Fest der
Liebe“ eignet sich ausgezeichnet, um sich an unsere Gefühle zu wenden. Alles soll besonders schön
werden – eben so, wie es uns die Werbung als Ideal verkauft. Viele von uns (miss-)verstehen
Geschenke als „Maßeinheit“ für Freundschaft, Liebe oder Wertschätzung. Unvorstellbar, darauf zu
verzichten, selbst um den Preis, häufig völlig sinnfreie Dinge zu schenken, die nicht selten sofort im
Müll landen.
Außerdem geht so mancher einfach gern einkaufen. „Für rund ein Viertel der Deutschen ist Shopping
ein Hobby“, weiß Samon. „Die Leute wollen dabei entspannen, sich amüsieren. Umso wichtiger ist es,
dass Produkte ein bestimmtes Lebensgefühl transportieren, das der Konsument beim Kauf dazube-
kommt.“ Einkaufen spricht das Belohnungszentrum im Gehirn an, kann kurzfristig glücklich machen –
und wird damit oft auch zum Versuch, zum Beispiel Ängste oder schlechte Stimmung zu vergessen.
Doch ein Wandel unseres Konsumverhaltens macht sich bemerkbar. Faktoren wie der Klimawandel
prägen unsere Werte. Der Trend, fair und umweltfreundlich zu konsumieren, könnte Wirkung zeigen.
Damit diese von Dauer ist, müssen zum Beispiel auch Ökoprodukte unser Bedürfnis nach Anerkennung
oder Zugehörigkeit zufriedenstellen. Das heißt, umweltbewusster Konsum muss „hip“ sein und bleiben,
um möglichst viele Zielgruppen zu erreichen. Auch zeigt sich der Trend hin zum gemeinschaftlichen,
sozialen Konsum – teilen und tauschen statt besitzen. Das nutzen auch Unternehmen für sich. „Wir
arbeiten daran, dass man bei uns schon bald auch Kleidung leihen kann“, erklärt Samon.
Doch was könnte das alles nun für Weihnachten heißen? Gebrauchtes verschenken, upcyceln, selber
basteln? Das liegt nicht jedem. Fair und umweltbewusst kaufen geht aber schon, weniger und dafür
Qualität kaufen auch. Oder wie wäre es damit, ein Erlebnis zu verschenken? Die Forschung belegt, dass
schöne Erinnerungen der wichtigste Beitrag dazu sein können, dass wir uns gut fühlen. Besser also ein
gemeinsamer Spaziergang oder Konzertbesuch anstatt lieb- und nutzloser Dinge. Davon profitieren im
besten Fall auch die Schenkenden …
Ganz in diesem Sinne, ein wunschlos glückliches Fest!

c Welche Aussagen sind richtig, welche falsch und zu welchen finden sich im Text keine Informationen?
Kreuzen Sie an.

richtig falsch keine Information


1 Weihnachten ist für den Einzelhandel das wichtigste
Ereignis des Jahres.

2 Ein erfolgreiches Marketing-Konzept spricht alle Sinne


des Konsumenten an

3 Die meisten Menschen überlegen gründlich, bevor sie


etwas kaufen.

4 Vielen Menschen macht Einkaufen Spaß.

5 Für manche Menschen ist Einkaufen eine Droge wie


Alkohol.

6 Anerkennung und Zugehörigkeit sind Käufern von


Ökoprodukten nicht so wichtig.

7 Schöne Erinnerungen sind wichtig, um sich gut zu fühlen.

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d Ergänzen Sie im folgenden Text die fehlenden Informationen. Alle Informationen finden Sie im vorher­
gehenden Text.

Das Weihnachtsgeschäft ist für den Einzelhandel die wichtigste Zeit des Jahres. Marketingfach-
leute versuchen, alle  (1) der Konsumenten anzusprechen, denn je  (2) die
Kunden verweilen, desto mehr kaufen sie. Unser Gehirn ist immer noch auf Jagen und Sammeln
programmiert, weshalb wir  (3) anlegen, wenn sich die Gelegenheit bietet. Doch in
Zeiten des  (4) muss sich auch unser Konsumverhalten verändern. Damit
wir jedoch mehr zu Ökoprodukten greifen, müssen diese das Bedürfnis nach Anerkennung und
 (5) erfüllen. Umweltbewusster Konsum muss also „hip“ sein, um
möglichst viele  (6) zu erreichen. Ein guter Anfang wäre schon gemacht,
wenn wir zunächst einmal insgesamt weniger kaufen würden, dafür aber bessere  (7).

e Manche Menschen versuchen, die Ruhe und Besinnlichkeit der Vorweihnachtszeit zu bewahren, indem
sie für niemanden ein Geschenk kaufen und keine Geschenke bekommen möchten. Wie finden Sie
diese Lösung? Begründen Sie Ihre Antwort.

4 FEIERTAGE
© Getty Images/E+/ozgurdonmaz, © Getty Images/iStock/photovs, © Getty Images/E+/Mlenny

a Bestimmte Einrichtungen wie z. B. Krankenhäuser, Polizei, Feuerwehr etc. müssen ständig einsatz­
bereit sein. An hohen christlichen Feiertagen wie Weihnachten oder Ostern übernehmen dort oftmals
freiwillig Mitarbeiter anderer Religionen den Dienst. Und das, obwohl die Feste anderer Religionen
in Deutschland keine Feiertage sind. Wie finden Sie das? Notieren Sie Stichpunkte.

b In letzter Zeit wird immer öfter diskutiert, ob die höchsten Feste nicht-christlicher Minderheiten in
Deutschland auch Feiertage sein sollten. Was meinen Sie dazu? Diskutieren Sie im Kurs.

LÖSUNGEN
1a A, B und D sind korrekt. Zu C: eigentlich nicht! Ursprünglich bekamen nur die Kinder Geschenke, und
zwar am 6. Dezember zum Nikolaustag.
3a A Konsument, B Preis, C Gehirn
3c 1 keine Information  2 richtig  3 falsch  4 richtig  5 keine Information  6 falsch  7 richtig
3d 1 Sinne  2 länger  3 Vorräte  4 Klimawandels  5 Zugehörigkeit  6 Zielgruppen  7 Qualität

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