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PFLEGEN • Grundlagen und Interventionen

Bearbeitet von
Elsevier GmbH

2. Auflage. 2017. Buch. XXII, 754 S. Inkl. Elsevier PFLEGEN-APP. Softcover


ISBN 978 3 437 25404 8
Format (B x L): 21 x 27 cm

Weitere Fachgebiete > Medizin > Pflege

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PFLEGEN: PFLEGEN
Die neue Lehrbuch-Reihe
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PFLEGEN PFLEGEN PFLEGEN


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Alle 3 Bände erscheinen im August 2017

Die neue Lehrbuch-Reihe mit APP macht Schülern


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Die Elsevier PFLEGEN-APP


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PFLEGEN Band 1-3 HLQHQGLUHNWHQ=XJDQJ]X(OVHYLHUVHUVWNODVVLJHQ
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pflegeheute.de * Angebot freibleibend


PFLEGEN – Grundlagen und Interventionen
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I Berufsbild Pflege

1 3ŲHJHLP:DQGHOGHU=HLW
2 %HUXIVIHOGHULQGHU3ŲHJH

II Situation des Patienten und der Angehörigen

3 3ŲHJHLP.RQWH[WYRQ(QWZLFNOXQJXQG$OWHU
4 3ŲHJHVLWXDWLRQô3ŲHJHEHG¾UIWLJNHLWô3ŲHJHSK¦QRPHQH

III Grundlagen pflegerischen Handelns

5 (FNSIHLOHUGHVSŲHJHULVFKHQ+DQGHOQV
6 2UJDQVDWLRQGHU3ŲHJHDUEHLW
7 3ŲHJHSUR]HVV
8 7KHRULHQ0RGHOOH
9 Recht
10 +\JLHQH
11 $QIRUGHUXQJHQLP3ŲHJHEHUXI

IV Beobachten, Beurteilen Intervenieren

12 *UXQGODJHQ%HREDFKWHQ%HXUWHLOHQ,QWHUYHQLHUHQ
13 *HVDPWELOGGHV0HQVFKHQ
14 $WPXQJ
15 +HU]XQG.UHLVODXI
16 .¸USHUWHPSHUDWXU
17 +DXWXQG.¸USHU
18 Ernährung
19 Ausscheidung
20 %HZHJXQJ
21 .RPPXQLNDWLRQ
22 6FKODI
23 %HZXVVWVHLQXQG9HUKDOWHQ
24 6FKPHU]
25 3DOOLDWLYSŲHJH

V Spezielle Maßnahmen der Diagnostik und Therapie

26 $VVLVVWHQ]EHLGHUPHGL]LQLVFKHQ'LDJQRVWLN
27 $U]QHLPLWWHO
28 ,QMHNWLRQHQ,QIXVLRQHQ7UDQVIXVLRQHQ
29 3U¦XQGSRVWRSHUDWLYH3ŲHJH
30 :XQGPDQDJHPHQW
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PFLEGEN – Gesundheits- und Krankheitslehre
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1 3ŲHJHYRQ0HQVFKHQPLWVSH]LHOOHQ(UNUDQNXQJHQ
2 $OOJHPHLQH.UDQNKHLWVOHKUH
3 3ŲHJHYRQ0HQVFKHQPLW(UNUDQNXQJHQGHUXQWHUHQ$WHPZHJH
und der Lungen
4 3ŲHJHYRQ0HQVFKHQPLW+HU].UHLVODXI(UNUDQNXQJHQ
5 3ŲHJHYRQ0HQVFKHQPLW*HI¦¡HUNUDQNXQJHQ
6 3ŲHJHYRQ0HQVFKHQPLWKRUPRQHOOHQ(UNUDQNXQJHQ
7 3ŲHJHYRQ0HQVFKHQPLWVWRŰZHFKVHOXQGHUQ¦KUXQJVEHGLQJWHQ
Erkrankungen
8 3ŲHJHYRQ0HQVFKHQPLW0DJHQ'DUP(UNUDQNXQJHQ
9 3ŲHJHYRQ0HQVFKHQPLW(UNUDQNXQJHQYRQ/HEHU*DOOHQZHJHQ
und Pankreas
10 3ŲHJHYRQ0HQVFKHQPLW(UNUDQNXQJHQGHV%OXWHVXQGGHU0LO]
11 3ŲHJHYRQ0HQVFKHQPLW(UNUDQNXQJHQGHV$EZHKUV\VWHPV
12 3ŲHJHYRQ0HQVFKHQPLW,QIHNWLRQVHUNUDQNXQJHQ
13 3ŲHJHYRQ0HQVFKHQPLW(UNUDQNXQJHQYRQ1LHUHQXQG+DUQZHJHQ
14 3ŲHJHYRQ0HQVFKHQPLW(UNUDQNXQJHQGHV%HZHJXQJVDSSDUDWV
15 3ŲHJHYRQ0HQVFKHQPLW(UNUDQNXQJHQGHV1HUYHQV\VWHPV
16 3ŲHJHYRQ0HQVFKHQPLWSV\FKLVFKHQ6W¸UXQJHQ
17 3ŲHJHYRQ0¦GFKHQXQG)UDXHQPLW(UNUDQNXQJHQGHU*HVFKOHFKWVRUJDQH
18 3ŲHJHYRQ6FKZDQJHUHQ:¸FKQHULQQHQXQG1HXJHERUHQHQ
19 3ŲHJHYRQXQJHQXQG0¦QQHUQPLW(UNUDQNXQJHQGHU*HVFKOHFKWVRUJDQH8URORJLH
20 3ŲHJHYRQ0HQVFKHQPLW+DXWHUNUDQNXQJHQ
21 3ŲHJHYRQ0HQVFKHQPLW(UNUDQNXQJHQYRQ+DOV1DVHXQG2KUHQ
22 3ŲHJHYRQ0HQVFKHQPLW$XJHQHUNUDQNXQJHQ
23 %OXWZHUWH

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PFLEGEN – Biologie Anatomie Physiologie
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1 %HJULŰH]XU%HVFKUHLEXQJGHV0HQVFK
2 &KHPLHXQG%LRFKHPLH
3 Zelllehre
4 *HQHWLNXQG(YROXWLRQ
5 *HZHEHGHV.¸USHUV
6 .QRFKHQ*HOHQNHXQG0XVNHOQ
7 %HZHJXQJVDSSDUDW
8 +DXW
9 1HUYHQV\VWHP
10 6HQVLELOLW¦WXQG6LQQHVRUJDQH
11 +RUPRQV\VWHP
12 Blut
13 $EZHKU
14 +HU]
15 .UHLVODXIXQG*HI¦¡V\VWHP
16 $WPXQJVV\VWHP
17 9HUGDXXQJVV\VWHP(UQ¦KUXQJXQG6WRŰZHFKVHO
18 +DUQV\VWHP:DVVHUXQG(OHNWURO\WKDXVKDOW
19 Geschlechtsorgane
20 (QWZLFNOXQJ6FKZDQJHUVFKDIWXQG*HEXUW

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KAPITEL

4
Christine Keller, Nicole Menche

Pflege von Menschen mit


Herz-Kreislauf-Erkrankungen $QDWRPLVFKH(LQVWLHJVELOGHU]HLJHQLP
Band Gesundheits- und Krankheitslehre die
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Vena cava
(obere Hohlvene)
Aorta
HUNO¦UHQGDV:LFKWLJVWHUXQGXPGDV2UJDQ
A. pulmonalis A. pulmonalis
dextra (rechte sinistra (linke
Lungenarterie) Lungenarterie)

Truncus
pulmonalis
4 rechtes Herzohr (Stamm der
Lungenarterie)
rechter Vorhof
linkes Herzohr
,P%DQGGrundlagen und InterventionXQGLP
Band Anatomie Biologie Physiologie sorgt eine
rechte
Koronararterie
linke
Koronararterie,
rechte Kammer
R. circumflexus
(LQI¾KUXQJI¾UGHQVFKQHOOHQžEHUEOLFNXQG
linke
Kammer HUNO¦UWZDVZDUXPJHOHUQWZLUG'DVHUK¸KWGLH
linke
Koronararterie, /HUQPRWLYDWLRQ
R. interventri-
cularis anterior

Epikard

Perikard

KAPITEL

27
Medioklavikularlinie

Beate Naumer, Matthias Naumer

Abb. 4.1 [L275] Arzneimittel verabreichen


Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind bei Kindern insgesamt selten. Herzinsuffizienz (Herzschwäche › 4.5), zur diagnostischen Abklä-
Es dominieren angeborene Fehlbildungen des Herzens und der gro- rung oder vor und nach Operation. In vielen Institutionen des Gesundheitswesens haben Pflegende täg- • Grundlagen zur Arzneimittellehre
ßen Gefäße, an denen etwa 1 % der Neugeborenen leiden. Pflege- Etwa im mittleren Erwachsenenalter nehmen Herz-Kreislauf-Er- lich mit Arzneimitteln zu tun – nicht nur im Krankenhaus. Darin • Überblick über Pharmakokinetik und -dynamik
fachkräfte betreuen diese Kinder v. a. im Krankenhaus bei schwerer krankungen deutlich zu, zuerst der Bluthochdruck (arterielle Hyper- liegt naturgemäß eine große Verantwortung. Kein Patient soll bei- • Verschiedene Arzneimittelgruppen
spielsweise eine zu hohe oder zu niedrige Dosis erhalten. Um dieser • Rechtliche Grundlagen der Arzneimittellehre
Verantwortung gerecht zu werden, sollten Sie u. a. folgendes wissen, • Besonderheiten in verschiedenen Altersphasen
• weshalb Arzneimittel über verschiedene Wege verabreicht werden, • Bestellen, Lagern, Richten und Verabreichen von Arzneimitteln
• was die Besonderheit bei der Verabreichung von Betäubungs- • Umgang mit Betäubungsmitteln und Gefahrstoffen
mitteln ist und Sie lernen in diesem Kapitel nicht nur die theoretischen Grundla-
• was man bei der Verabreichung von Arzneimitteln über eine gen, das hier erworbene Wissen wird Ihnen in der Praxis auch
Ernährungssonde beachten muss. helfen, Medikamente nach Anordnung zu richten, diese profes-
Zur Beantwortung dieser und weiterer Fragen finden Sie in die- sionell zu verabreichen und den Patienten auf mögliche Neben-
0RGHUQHVNODUHV/D\RXW 27 sem Kapitel folgende Inhalte: wirkungen zu beobachten.

Seit frühester Zeit versuchen die Menschen, Krankheiten mit Stof- schen Funktion des Körpers durch pharmakologische, immunologische oder
fen pflanzlicher, tierischer oder mineralischer Herkunft zu heilen metabolische Wirkung beitragen wie auch der medizinischen Diagnose dienen.
oder zumindest zu lindern. Der deutsche Arzt und Alchemist Para- Fertigarzneimittel: Ein Arzneimittel, welches in einer an den Verbraucher
celsus erkannte im 15. Jahrhundert, dass ein und derselbe Stoff abzugebenden Verpackung hergestellt wurde. Dabei dürfen nur gesetzlich
schädigende oder heilende Wirkung haben kann: „Allein die Dosis zugelassene und damit geprüfte Arzneimittel in den Handel gebracht wer-
macht's, dass ein Ding kein Gift ist.“ den. Die Herstellung erfolgt industriell oder in Ausnahmen in der Apotheke.
Wirkstoff (Pharmakon, griech. Gift, Droge, Arznei): Teil des Arzneimittels,
Im Lauf der Jahrhunderte und der Entwicklung der Naturwissen-
'LHHLQ]HOQHQ.DSLWHOJUHQ]HQVLFKGXUFKXQWHU schaften wurde festgestellt, dass nicht nur der richtige Stoff und die
Menge, sondern auch die Art der Verarbeitung des Stoffs, der Zeit-
der im Organismus reagiert und damit eine pharmakologische Wirkung
erzielt. Diese Wirkung kann eine nicht gewünschte Körperfunktion deakti-
vieren (Antagonist) oder unterstützen (Agonist).
VFKLHGOLFKH)DUEJHEXQJXQGIDUELJH*ULŰPDUNHQ punkt, die Häufigkeit der Verabreichung und der Verabreichungs-
weg einen entscheidenden Anteil an der gesundenden Wirkung
Hilfsstoff: Dient zur Formerlangung des Arzneimittels (Arzneiform), z. B.
Hartfett für die Herstellung eines Zäpfchens, oder zum Schutz des Wirk-

DP5DQGJXWYRQHLQDQGHUDE haben. Pharmakologie bezeichnet demnach die „Wissenschaft stoffs, z. B. Gelatinekapsel. Er ist damit ein Wegbereiter für den Arzneistoff
und Lehre von der Wechselwirkung zwischen Stoffen“. in und durch den Körper zum Wirkort.
Arzneimittelnamen: Das Fertigarzneimittel verfügt über einen geschütz-
Auch in der Pflege und Hebammenkunde wurden bei der Be-
ten Handelsnamen z. B. Aspirinp, der Inhaltsstoff wird durch den Interna-
handlung der Menschen z. B. pflanzliche Stoffe eingesetzt. Durch tional Nonproprietary Name (INN) z. B. Acetylsalicylsäure = ASS,
die wissenschaftliche Erweiterung der Heilkunde haben Pflegende angegeben. Der chemische Name lautet 2-Acetoxybenzoesäure.
in diesem Zusammenhang verantwortungsvolle Aufgaben und un- Applikation (lat. applicare = anschließen, sich annähern; Arzneimittelga-
terstützen den Arzt bei der Heilung der Patienten. be): Einbringen des Arzneistoffs in den Körper zu einem gewünschten Ort
der Wirkung mit gewünschtem Zeitpunkt des Wirkungseintritts und ge-
wünschtem Wirkungsverlauf
Applikationsart und -ort: Die Art und Weise der Verabreichung des
27.1 Grundlagen Arzneimittels wird als Applikationsart bezeichnet, z. B. äußerlich, innerlich,
inhalativ oder rektal. Im direkten Zusammenhang steht somit auch der
DEFINITION Verabreichungsort (Applikationsort). So wird eine Verabreichung über die
Stoffe: Chemische Elemente, Teile aus Pflanzen, Tieren, Mikroorganis- Nasenschleimhaut als nasal bezeichnet, über die Rektumschleimhaut ent-
men oder Menschen, die im bearbeiteten oder unbearbeiteten Zustand in sprechend als rektal.
Arzneimitteln verwendet werden. Arzneimittelform: Die Applikationsart und der Applikationsort bestim-
Arzneimittel/Medikament (engl. drug): Stoffe und Zubereitungen aus men damit die Applikationsform (Verabreichungsform) des Arzneimittels,
Stoffen, die im oder am menschlichen Körper Wirkungen zur Verhinderun- in der es appliziert wird. So wird z. B. die Salbe für die äußerliche und
gen, Linderung oder Heilung von menschlichen oder tierischen örtliche Applikation auf der Haut, die Tabletten für die orale oder das
Krankheiten beinhalten. Sie können zur Wiederherstellung der physiologi- Zäpfchen für die rektale Applikation hergestellt.

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EHVRQGHUVJXWHLQ

94 4 Pflege von Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Bei einer dekompensierten Herzinsuffizienz stehen die Verbesse- Verbessert sich die Situation, steht die langsame Steigerung der
Anschauliche ÜbersichtenHUNO¦UHQHLQ]HOQH rung der akuten Beschwerden und die Unterstützung bei den körperlichen Aktivitäten im Vordergrund. Die Patienten neigen da-
Lebensaktivitäten im Vordergrund: zu, aus Angst vor einer erneuten Verschlechterung eher passiv zu
.UDQNKHLWVELOGHUJDQ]JHQDX • (Eingeschränkte) Bettruhe einhalten lassen, ggf. Herzbettlage-
rung durchführen
bleiben. Pflegefachkräfte beachten die individuelle Belastbarkeit,
motivieren den Patienten aber auch zur Selbständigkeit und Mobi-
• Sauerstoff nach Arztanordnung verabreichen lisation.
• Patient beruhigen, ihn nach Möglichkeit nicht länger alleine
+¦XűJVWH8UVDFKHQ)ROJHQ%HVFKZHUGHQ lassen
• Für Ruhe sorgen Prävention
• Bei den Lebensaktivitäten unterstützen, dabei Patient körperlich
Komplikationen VRZLH therapeutische nicht überfordern, Pausen einplanen (Primär-)Prävention der Herzinsuffizienz bedeutet v. a. Vorbeu-
• Pneumonie-, Thrombose- und Dekubitusprophylaxe unter Be- gung und rechtzeitige Behandlung von koronarer Herzkrankheit
MaßnahmenVLQGOHUQIUHXQGOLFKDXIEHUHLWHW achtung der individuellen Patientensituation durchführen (› 4.6) und arterieller Hypertonie (› 4.9).

Thromboseprophylaxe
Beratung
Bei ausgeprägten Unterschenkelödemen ist eine Kompression von außen
mit Vorsicht durchzuführen, da es hierdurch zu einem vermehrten Flüssig-
keitsrückstrom ins Gefäßsystem kommt, der das Herz zusätzlich belastet. Die Patientenschulung und -beratung bei Herzinsuffizienz hat
Arztrücksprache ist notwendig. folgende inhaltliche Schwerpunkte:
• Ursachen und Behandlung der Erkrankung, Bedeutung von
Risikofaktoren und Lebensstiländerung für den Verlauf
4
Der Patient wird engmaschig überwacht: • Selbstkontrolle von Puls, Blutdruck, Atmung, Gewicht (schnelle
• Puls, Blutdruck, Atmung (Frequenz, Dsypnoe, Geräusche) Gewichtszunahme bedeutet Wassereinlagerung), Beinen (Öde-
• Gewicht, Gewichtsverlauf, Ödeme me?)
• Ein- und Ausfuhr bzw. Flüssigkeitsbilanz • Angepasste körperliche Aktivität (siehe oben)
• Stuhlausscheidung, ggf. vorübergehend Abführmaßnahmen • Anstreben von Normalgewicht

'HűQLWLRQVN¦VWHQHUNO¦UHQ%HJULŰHXQG Koronare Herzkrankheit (KHK)

VRUJHQI¾UEHVVHUHV9HUVW¦QGQLV Häufigste Ursache:


Arteriosklerose der Koronar-
Beschwerden:
Bei chron. KHK Angina
Komplikationen:
Akutes Koronarsyndrom/
arterien. Hauptrisikofaktoren pectoris mit Schmerz und Herzinfarkt.
Diabetes, Rauchen, erhöhtes Druck im Brustkorb bei Herzrhythmusstörungen.
Blutcholesterin, erhöhter Belastung. Herzinsuffizienz.
Blutdruck.

Folgen: Therapeutische Maßnahmen:


Zunehmende Raucherentwöhnung,
Koronararterien- gesunde Ernährung,
verengung mit Bewegung.
Sauerstoffmangel Medikamente zur Beschwerde-
4.7 Akutes Koronarsyndrom und Herzinfarkt 97 des Herzmuskels linderung, Prognoseverbesserung.
als Folge. Ggf. katheterinterventionelle
Erweiterung verengter
Gefäße, Bypassoperation.
Herzinfarkt (Myokardinfarkt, MI): Umschriebene Myokardnekrose infol-
ge länger dauernder Durchblutungsstörung und dadurch Ischämie des 67+HEXQJ
Myokards. Ganz überwiegend verursacht durch Koronararterienverschluss III
bei vorbestehender KHK. Gut 30 % der Betroffenen sterben noch vor Ein- ]XWLHIH
treffen im Krankenhaus, weitere 5–10 % im Krankenhaus. 4=DFNH

Abb. 4.28 Typisches EKG bei akutem STEMI. Die namengebende ST-Hebung
!
ist deutlich sichtbar. [L106] Häufigkeit: Altersgipfel: Risikofaktoren: Geschlecht: >
Krankheitsursachen und -entwicklung 2–4 % der Bevölkerung ƃ> 45 Jahre, = Risikofaktoren der
Ƃ!±-DKUH Arteriosklerose
• Evtl. Herzrhythmusstörungen (› 4.8)
Ein Herzinfarkt entsteht fast immer bei vorbestehender KHK: In • Vor allem bei alten Menschen Verwirrtheit infolge Minder- Abb. 4.25 Übersicht koronare Herzkrankheit (KHK). [L255]
einer Koronararterie bildet sich auf einem rauen arterioskleroti- durchblutung des Gehirns durch Blutdruckabfall
schen Herd ein Thrombus, der das Gefäß verschließt. Das Myokard
„dahinter“ erhält keinen Sauerstoff mehr und stirbt ab
(› Abb. 4.27). Die zugrunde gegangenen Herzmuskelzellen kön- Immer noch denken zu viele Betroffene und ihre Angehörige trotz Be-
nen vom Körper nicht ersetzt werden. schwerden zu selten an einen Herzinfarkt oder scheuen sich, einen Not-
arzt zu rufen. Diese Zeitverzögerung ist mit ein Grund für die nach wie vor
hohe Letalität vor Eintreffen im Krankenhaus.
Klinische Zeichen und Diagnostik
Diagnostik
Klinische Zeichen
Allein aufgrund der Beschwerden kann bei einem akuten Koronar-
4
VorsichtkästenJHEHQ:DUQKLQZHLVHDXI
Warnsignal Schmerz
syndrom nicht entschieden werden, ob es sich „nur“ um eine insta-
bile Angina pectoris oder einen Herzinfarkt handelt und ob im letz- NULWLVFKH6LWXDWLRQHQ6RVRUJHQGLHVH
Leitsymptom von akutem Koronarsyndrom und Herzinfarkt sind heftigste teren Fall ein NSTEMI (Non-ST-Elevations-Myokardinfarkt ohne
und andauernde, evtl. ausstrahlende retrosternale Schmerzen, die auf Ru-
he und Nitratgabe kaum ansprechen. Atypische Bilder z. B. mit Druckge-
ST-Hebungen) oder ein STEMI (ST-Elevations-Myokardinfarkt mit
ST-Hebungen) vorliegt.
I¾U+DQGOXQJVVLFKHUKHLW
fühl oder Oberbauchschmerzen sind allerdings nicht selten, v. a. bei Frau- Angesichts der Schwere der Erkrankung und der therapeutischen
en, alten Menschen und Menschen mit Diabetes.
Konsequenzen muss die Diagnostik schnellstmöglich erfolgen mit:
• Blutuntersuchungen. Am wichtigsten sind heute die kardialen
Begleitet werden die Schmerzen von: Troponine I und T (Eiweiße, die aus geschädigten Herzmuskel-
• Gesichtsblässe, Ausbruch kalten Schweißes zellen freigesetzt werden), die etwas schneller reagieren als die
• Dyspnoe ebenfalls herzmuskelspezifische CK-MB (Kreatinphosphokinase
• Schwäche der Untergruppe MB). Bei anfänglichem Normalbefund wird die
• Übelkeit Troponinbestimmung nach 1–6 Std. wiederholt
• Angst, Unruhe • EKG (› Abb. 4.28), ggf. wiederholt, da das EKG anfänglich
• Evtl. Zeichen der Herzinsuffizienz (› 4.5) trotz Infarkts normal sein kann. Im weiteren Verlauf ändert sich
das EKG beim STEMI in typischer Weise
rechte linke • Echokardiografie (Wandbewegungsstörungen?)
Koronararterie Koronararterie • Je nach regionaler Verfügbarkeit und Risiken des Patienten
(A. coronaria (A. coronaria Koronarangiografie.
dextra) sinistra)

Ramus circumflexus
Diagnosekriterien des Herzinfarkts
Verschluss Zur Diagnose eines Herzinfarkts muss ein kardialer Biomarker, am besten
des Ramus die kardialen Troponine, sonst die CK-MB, bis spätestens 6 Std. nach
interventricularis
anterior
Krankenhausaufnahme mindestens einmal erhöht und ein Anstieg und/
oder Abfall nachgewiesen worden sein.
+LQZHLVN¦VWHQQHKPHQ
Außerdem muss mindestens eins der folgenden Kriterien erfüllt sein
(› Abb. 4.29): ZLFKWLJH,QIRVLQGHQ)RNXV
• Symptome der Ischämie
• Bestimmte EKG-Veränderungen, z. B. ST-Hebung oder krankhafte Q-Za-
cke
XQGHUO¦XWHUQGLHVH
Infarktbezirk • Nachweis neuen Myokarduntergangs durch bildgebende Verfahren,
z. B. Echokardiografie
Abb. 4.27 Herzinfarkt. Durch Verschluss einer Koronararterie bzw. eines Koro- • Angiografischer Nachweis eines Thrombus in den Koronararterien (ver-
nararterienastes stirbt das von diesem Gefäß versorgte Herzmuskelgewebe ab. einfacht nach [7])
[L255]

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+DQGOXQJVDQZHLVXQJHQXQWHUVW¾W]HQEHLGHUSUDNWLVFKHQ8PVHW]XQJXQGJHEHQ6LFKHUKHLW
ŝ .RPSOH[H,QIRUPDWLRQHQZHUGHQOHUQIUHXQGOLFKDXIEHUHLWHW ]%7DEHOOHQ XQGELHWHQ,KQHQ
HLQHQJXWHQžEHUEOLFN
4.8 Herzrhythmusstörungen 101

Tab. 4.8 Übersicht über die wichtigsten Herzrhythmusstörungen. Eine zugrunde liegende Ursache innerhalb oder außerhalb des Herzens wird im-
mer behandelt.
EKG Definition Wichtige Ursachen (U), Leitsymptome (S),
Behandlung (B)
Extrasystolen (ES)

TabellenVWHOOHQNRPSOH[H9RUJ¦QJH Supraventrikuläre Extrasystole (SVES) Von Vorhöfen oder Kammern ausgehende Extraschlä-
ge (supraventrikuläre bzw. ventrikuläre Extra-
U: gel. bei Herzgesunden, Genussmittel, Schilddrüsen-
überfunktion, bei gehäuftem Auftreten v. a. ventrikulä-
systolen) rer ES organ. Herzerkrankung
¾EHUVLFKWOLFKGDUXQGVLQG]XP/HUQHQ S: „Herzstolpern“, „Aussetzer“
B: Je nach Symptomen/Gefährdung z. B. β-Blocker,

RSWLPDODXIEHUHLWHW Ventrikuläre Extrasystole (VES) Katheterablation, Antiarrhythmika

9(6 9(6

Sinusknotensyndrom (SSS)
Unregemäßige Erregungen, von tachykard bis (länge- U: evtl. Medikamente, organ. Herzerkrankung
re) Pausen S: evtl. Schwindel, Synkopen, „Herzrasen“
B: Antiarrhythmika, Schrittmacherimplantation
Reentry-Tachykardie (paroxysmale supraventrikuläre Tachykardie) 4
Von den Vorhöfen ausgehende Erregungen, die alle U: zwischen Vorhof und Kammer „kreisende“ Erre-
auf die Kammern übergeleitet werden, Frequenz 160– gung mit/ohne zusätzliche Leitungsbahn
200/Min., bei Kindern bis 300/Min. S: Anfälle von Herzrasen, evtl. bis zur Synkope
B: Anfallsunterbrechung durch Vagusreizung (z. B.
kaltes Getränk), Antiarrhythmika, hochfrequente
elektrische Stimulation der Vorhöfe, Elektrokardio-
version (siehe Kasten). Auf Dauer meist Katheter-
ablation
Vorhofflimmern
300–600 Vorhofkontraktionen/Min. mit völlig unregel- U: gel. bei Herzgesunden, Medikamente, Schilddrüsen-
mäßiger Überleitung auf die Kammern, oft Tachar- überfunktion, organ. Herzerkrankung
10.2 Spezielle pflegerische und medizinische Maßnahmen 269 rhythmie S: absolute Arrhythmie (oft unbemerkt), evtl. Herzin-
suffizienz, arterielle Embolie
B: evtl. Versuch der Wiederherstellung eines Sinus-
rhythmus. Sonst medikamentöse Kontrolle der Kam-
– HIT Typ II bei erstmaliger Heparingabe nach 5 Tagen – 3
merfrequenz, meist Antikoagulation zur Verhinderung
Wochen, bei wiederholter Gabe auch früher, immunologisch von Thrombusbildung und Embolie
verursachter starker Thrombozytenabfall, Gefahr einer
AV-Block
Thrombose (trotz Heparin!), lebensbedrohlich, sofortiger
AV-Block I. Grades Überleitungsstörung im AV-Knoten (von den Vorhöfen U: z. B. angeboren, Herzfehler, Medikamente, organ.
Therapieabbruch erforderlich
zu den Kammern) Herzerkrankung, nach Herzoperation
• Anstieg der Leberwerte • I. Grades: verzögerte Überleitung S: Bradykardie (Ersatzzentren bilden viel langsamere
• Haarausfall, Hautnekrosen • II. Grades: teilweise unterbrochene Überleitung, z. B. Erregungen), Schwindel bis zu Synkope und Tod, Herz-
• Osteoporose (bei hoch dosierter Langzeittherapie) Überleitung nur jeder zweiten Erregung insuffizienz
Kontraindikationen der prophylaktischen Heparinisierung sind ei- • III. Grades: komplett unterbrochene Überleitung B: meist Schrittmacherimplantation
ne bekannte Heparinallergie oder HIT II. Eine therapeutische He-
parinisierung darf nicht bei akuten Blutungen durchgeführt wer- AV-Block III. Grades
den. Kurz nach Operationen, Verletzungen, Schlaganfall, bei gast-
rointestinaler Blutung, unkontrollierbarem Bluthochdruck u. a.
müssen Risiko und Nutzen sehr sorgfältig abgewogen werden.
Abb. 10.9 Materialien für eine Spritzenpumpe, hier mit Heparin. [K115]

Pflegerische Betreuung Richten einer Spritzenpumpe


In der Klinik wird die s. c.-Injektion von den Pflegefachkräften Das im Folgenden beschriebene Vorgehen beim Richten einer Heparin- 152 10 Hygiene
durchgeführt. Dafür stehen heute in der Regel Fertigspritzen zur Spritzenpumpe gilt auch für alle anderen Medikamente, die mittels Sprit-
Verfügung. Als Injektionsorte eignen sich die Bauchdecke und die zenpumpe verabreicht werden. So können auch zwei oder mehr Medika-
Oberschenkel. Kleine lokale Hämatome im Bereich der Einstichstel- mente eingebracht werden, nachdem zunächst jedes Medikament separat Anziehen steriler Handschuhe
len sind unproblematisch. Bei größeren Hämatomen und anderen in einer Spritze aufgezogen wurde. Insulin wird in einer Insulinspritze auf- › Abb. 10.9
gezogen. • Desinfektion der Arbeitsfläche
Blutungen informieren die Pflegenden den Arzt und veranlassen
• Händedesinfektion durchführen
eine Gerinnungskontrolle.
• Patienten über steriles Arbeiten informieren
Benötigte Materialien
• Kontaminationsfreies Entfalten der Verpackung: Dazu die Verpackung
I. v.-Heparinisierung • Spritzenpumpe und passende 50-ml-Spritze mit Überleitungs- LEFT RIGHT nur an der Außenseite und am Rand berühren, ein Zurückfallen der
Bei der therapeutischen Heparinisierung mit hochmolekularen He- system, ggf. Dreiwegehahn, Aufkleber GAUCHE DROITE Verpackung auf die Handschuhe vermeiden, dazu evtl. Verpackung
parinen wird das Heparin mittels Spritzenpumpe kontinuierlich • 5-ml-Spritze und zwei Aufziehkanülen LINKS RECHTS leicht an den Seiten einknicken
i. v. verabreicht. Das Heparin wird aus einer 5-ml-Ampulle mit • 50 ml Kochsalzlösung 0,9 % und Mini-Spike • Rechtshänder schlüpfen mit der linken Hand in den linken Handschuh,
25.000 IE (1 ml entspricht 5.000 IE) entnommen. • 5-ml-Ampulle Heparin mit 25.000 IE mit der rechten Hand fassen sie an die umgeschlagene Innenseite des
linken Handschuhs und ziehen diesen über die Hand
• Mit den Fingern der sterilen linken Hand in die äußere Lasche des rech-
ten Handschuhs fahren und diesen sachte über die rechte Hand ziehen
a
• Linkshänder verfahren umgekehrt
• Sitz gegebenenfalls korrigieren, um ein gutes Tastgefühl zu bewahren

Das Ausziehen steriler Handschuhe erfolgt wie beim Ausziehen


gewöhnlicher Schutzhandschuhe.

a b c Ausziehen steriler Handschuhe


+HSDULQLQHLQHPO6SULW]HDXI]LHKHQ .RFKVDO]O¸VXQJLQGLHPO6SULW]HDXI +HSDULQLQGLHPO6SULW]HHLQVSULW]HQ › Abb. 10.10
]LHKHQ • Handschuh an der Außenseite greifen und über die Hand ziehen
10 • Mit der freien Hand unter die behandschuhte Hand fahren und den
Handschuh nach oben stülpen
• Handschuhe verwerfen
• Händedesinfektion durchführen

10.7 Nosokomiale Infektionen


DEFINITION
d e f
Nosokomiale Infektion (griech. nosos = Krankheit; komein = pflegen):
.RFKVDO]O¸VXQJXQG+HSDULQPLWHLQDQGHU 6SULW]HXQGžEHUOHLWXQJVV\VWHPOXIWOHHU .RUUHNWLQGLH6SULW]HQSXPSHHLQJHOHJWH In Einrichtungen des Gesundheitswesens, z. B. Krankenhaus oder Rehabi-
YHUPLVFKHQ PDFKHQ 6SULW]H'RVLHUXQJPO6WGLVWHLQJHVWHOOW litationseinrichtungen, erworbene Infektion, die mit lokalen oder systemi-
schen Infektionszeichen als Reaktion auf Erreger einhergeht und zuvor
Abb. 10.10 Vorbereitung einer Spritzenpumpe, hier mit Heparin. [K115] nicht bestand und sich auch nicht in der Inkubationszeit befand ( 10).

In Deutschland treten jährlich zwischen 500.000 und 800.000 noso-


komiale Infektionen auf ( 10, › 10.1.5).
c

10.7.1 Risikofaktoren

10 Die Risikofaktoren für das Entstehen einer nosokomialen Infektion


zeigt › Tab. 10.10.
Die häufigsten nosokomialen Infektionen sind ( 10):
6RJHKWöVAbbildungsfolgen in allen Bänden • Harnwegsinfekt (katheterassoziierte Harnwegsinfektionen)
• Pneumonie
HUNO¦UHQ ,QWHUYHQWLRQHQ 6FKULWW I¾U 6FKULWW • Gefäßkatheterassoziierte Infektion
• (Postoperative) Wundinfektion
VRN|QQHQ6LHGLHVHHLQIDFKQDFKPDFKHQ
10.7.2 Vermeidung nosokomialer Infektionen
d

Abb. 10.9 Handschuhe steril anziehen. [L264] Maßnahmen zur Vermeidung nosokomialer Infektionen ( 10,
11, 13):

pflegeheute.de
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106 4 Pflege von Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen


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• Weitere Maßnahmen nach Arztanordnung durchführen, z. B. Infusionen
zum Volumenersatz
• Betroffenen nicht alleine lassen, beruhigen, Eltern beim Kind lassen.
Der Patient wird dann schnellstmöglich in eine Notfallambulanz
bzw. auf die Intensivstation gebracht, wo abhängig von der Ver- durch TransferaufgabenXQG)DOOEHLVSLHOHLKU
dachtsdiagnose die weitere Diagnostik und Therapie erfolgen.
:LVVHQ¾EHUSU¾IHQXQGIHVWLJHQ
Transferaufgabe
Carola ist Auszubildende in der Gesundheits- und Krankenpflege Als ich dann die Bettdecke zur Seite legte, um Frau Weimar
im 2. Ausbildungsjahr. Zurzeit ist sie in der ambulanten Pflege aus dem Bett zu helfen, war ich ganz schön erschrocken. So klein
eingesetzt. Sie erzählt von ihrem Einsatz: und zierlich sie auch ist, ihre Knöchel waren tüchtig geschwollen.
„Meine Tour begann um 6 Uhr. Bei den ersten beiden Klienten „Frau Weimar, seit wann sind denn Ihre Knöchel so dick?“ habe
brauchten wir wohl etwas mehr Zeit als sonst, zumindest meinte ich dann gefragt. „Ach,“ antwortete Frau Weimar. „seit ich die
das Schwester Susi, mit der ich unterwegs war. Auf dem Weg zur neuen Medikamente, diese Beta-Blocker, bekomme, ist es wieder
nächsten Adresse erzählte mir dann, dass wir dort im gleichen schlimmer geworden.“ Pankreaserkrankungen

Haus zwei Patientinnen zu versorgen hätten. Und weil ich ja • Akute/chronische


schon am fast am Ende des 2. Jahres sei, könnte ich schon mal al- Aufgabe 1 Pankreatitis
• Pankreaskarzinom
leine zu Frau Weimar gehen und ihr ins Bad und bei der Körper- • Erarbeiten Sie die Risiken und Komplikationen einer Herzin-
pflege helfen. Sie selbst würde zu Frau Maier gehen, die auf der suffizienz?
gleichen Etage direkt gegenüber wohnt. • Überlegen Sie, welche Risiken und Komplikationen bei Frau
Als wir bei Frau Weimar klingelten, war ich ganz schön aufge- Weimar auftreten könnten. Begründen Sie Ihre Auswahl!
regt. Susi schloss die Tür auf und ging noch kurz mit rein, um Ösophagus-
Aufgabe 2 erkrankungen
mich vorzustellen. Frau Weimar ist eine sehr kleine Frau, höchs-
4
tens 1,60 m groß und ganz zierlich. Sie muss so ungefähr 70 Jahre Die Verschlechterung des Zustandes von Frau Weimar könnte • Achalasie
alt sein. „Das schaff ich bestimmt“, dachte ich bei ihrem Anblick. als Nebenwirkung eines ihrer Medikamente ausgelöst worden • Divertikel
• Hernien
Susi ging dann rüber zu Frau Müller und ich sprach mit Frau sein. Welches Medikament ist das? Erklären Sie kurz die Wir- • Ösophagitis
Weimar. „Haben Sie gut geschlafen?“. Frau Weimar schüttelte kungsweise des Medikaments sowie die bei der Einnahme mögli- • Gastroösophageale
Refluxkrankheit
den Kopf, der auf ganz vielen dicken Kissen im Bett liegt, so dass cherweise auftretenden Nebenwirkungen. • Ösophagus-
sie fast schon sitzt. „Nein, ich musste schon wieder dreimal raus karzinom
Anatomie-Reminder Lebererkrankungen
heute Nacht, auf die Toilette! So geht das neuerdings immer,
kaum liege ich eine halbe Stunde im Bett, muss ich Wasser las- Zeichnen Sie schematisch, aber anatomisch korrekt ein mensch- • Hepatitis
• Leberzirrhose
sen. Und das, obwohl ich ja auch so schlecht Luft kriege! Wenn liches Herz und beschriften Sie es mit den entsprechenden Fach-
• Leberzellkarzinom Magenerkran-
ich dann im Bad ankomme, bin ich ganz außer Puste. Ich trinke termini. Vervollständigen Sie abschließend Ihre Zeichnung mit
kungen
abends schon extra nur ganz wenig.“ dem sauerstoffreichen (rot) und sauerstoffarmen (blau) Blut-
fluss! • Chron. Gastritis
• Gastroduodende
Ulkuserkrankung
• Pylorushypertrophie
• Gastroenteritis
• Magenkarzinom

Erkrankungen der Gallen-


Erkrankungen der
blase und der Gallenwege
Bauchhöhle
• Gallensteine
4.10 Schock 107 • Entzündung der
• Akutes Abdomen
• Peritonitis
Gallenwege
Erkrankungen • Bauchwandhernien
des Darms • Bauchtrauma

• Malassimilation
KORONARE HERZKRANKHEIT (KHK) AKUTES KORONARSYNDROM (ACS)/ • Zöliakie
Minderdurchblutung und Sauerstoffmangel HERZINFARKT • Nahrungsmittel-
des Herzens Akut bedrohliche klinische Bilder durch unverträglichkeiten
den Verschluss oder die hochgradige Ver- • Chronisch-entzündliche
Ursache: meist Arteriosklerose der Koronar- Darmerkrankungen
arterien engung einer Koronararterie (Colitis ulcerosa,
Leitsymptom: Angina pectoris mit Druck M. Crolm)
Ursache: meist fortgeschrittene KHK
• Appendizitis
und Schmerz hinter dem Brustbein/im Brust- Leitsymptome: heftigster Brustschmerz, • Polypen
korb bei psych. oder körperlicher Belastung Atemnot, Übelkeit, Kaltschweißigkeit, Angst • Divertikulose, Divertikulitis
Behandlung: Kardiologischer Notfall! Lebensbedroh- • Karzinom
• Medikamente, die den Sauerstoffverbrauch lich durch akute Herzinsuf¿zienz, Rhythmus- • Hämorrhoiden
• Ileus
des Herzens senken oder das Sauer- störungen (plötzlicher Herztod)
stoffangebot verbessern Behandlung:
• Minimierung aller Herz-Kreislauf-Risiko- • $QIDQJV,QWHQVLYSÀege
faktoren durch Lebensstiländerung und • Schnellstmögliche Wiedereröffnung
Medikamente des verschlossenen Gefäßes mittels
• Bei fortgeschrittener KHK Erweiterung Kathetereingriff oder Fibrinolyse
des verengten Gefäßes durch Katheter- 7KURPEXVDXÀösung)
eingriff oder Bypass-Operation • Dauerbehandlung wie chron. KHK

HERZINSUFFIZIENZ (ARTERIELLE) HYPERTONIE 4


Unfähigkeit des Herzens ausreichend Blut
zu pumpen
Dauerhafte Blutdruckerhöhung *XW]XZLVVHQ,P%DQGAnatomie Biologie
Ursache: DPKlX¿gsten multifaktoriell
Ursachen: hauptsächlich Hypertonie und
KHK, entsteht meist langsam und betrifft
(primäre Hypertonie)
Leitsymptom: zunächst keinerlei Krank-
PhysiologieXQGLP%DQGGrundlagen und
v.a. ältere Menschen
Leitsymptome: Ermüdbarkeit, vermin-
derte körperliche Belastbarkeit, nächtliche
heitszeichen außer Blutdruckerhöhung
> 140/90 mmHg.
Massiver Risikofaktor für das gesamte
InterventionenJLEWHVDP.DSLWHOHQGHHLQHQ
Toilettengänge.
• Bei Linksherzinsuf¿zienz außerdem
Herz-Kreislauf-System mit Folgeerkrankun-
gen besonders an Herz, Gehirn, Nieren žEHUEOLFN¾EHUGLHZLFKWLJVWHQ(UNUDQNXQJHQ
Dyspnoe Behandlung:
• Bei Rechtsherzinsuf¿zienz außerdem
Ödeme
• Lebensstiländerung
• Blutdrucksenkende Medikamente
GHVEHKDQGHOWHQ2UJDQV\VWHPV
Behandlung: (Antihypertensiva)
• Sowohl der ursächlichen Erkrankung als • Vermeidung weiterer Herz-Kreislauf-
auch der Herzinsuf¿zienz selbst, meist Risikofaktoren
medikamentös
• Vermeidung aller zusätzlichen herzschä-
digenden Faktoren

Abb. 4.33 Zusammenstellung Herz-Kreislauf-Erkrankungen.


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Krankheitsbilder und bieten so einen guten
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