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Geographie Q11

2.2.2 Anthropogene Eingriffe

Gesellschaftliche Hintergründe Unmittelbare Ursachen


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Verlust an tropischem Regenwald durch Rodung


(Dauerhafte Entfernung der Vegetation mit dem Zweck, den Boden anderweitig zu nutzen)

Ökologische Folgen Ökonomische Folgen Soziale Folgen Globale Folgen

Maßnahmen zum Schutz der Regenwaldgebiete


Geographie Q11

Informationsblatt I: Ursachen der Regenwaldzerstörung im Überblick


Geographie Q11

Informationsblatt II: Folgen der Regenwaldzerstörung im Überblick


Geographie Q11

Unter die Lupe genommen: Palmölplantagen – Fluch oder Segen?

Plantagen – Anbau für den Weltmarkt


Die durch Europäer eingeführte Plantagenwirtschaft stellt in den feuchten Tropen eine mögliche Landnutzungsform
dar, ist aber ökologisch problematisch. Im Gegensatz zur intensiven Rinderhaltung wird allerdings durch die zumeist
mehrjährigen Kulturpflanzen (z.B. Zucker, Kakao, Kaffee, Ölpalme, Bananen, Kautschuk) die Bodenerosion stark
vermindert. Voraussetzung hierfür ist, dass darauf geachtet wird, dass die Pflanzen ein dichtes Blätterdach ausbilden
und somit einen Großteil der Niederschläge abfangen sowie die Wucht der Starkniederschläge auf den Boden
vermindern. Bestands- und Ernteabfälle ermöglichen zudem den Erhalt einer Humusschicht. Diese kann die ständigen
notwendigen mineralischen Düngergaben zumindest teilweise adsorbieren. Von Nachteil ist, dass die Monokulturen
anfällig für Schädlingsbefall sind. Dieser kann häufig nur durch einen hohen Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln
verhindert werden. Außerdem wird nur durch Düngemittel die Produktivität aufrecht erhalten. Auf den hoch
produktiven Plantagen werden auf riesigen Flächen und unter Einsatz billiger Arbeitskräfte Produkte für den
Weltmarkt erzeugt (Cash Crops). Oft im Besitz ausländischer Kapitalgesellschaften, sind die Plantagen aber nur
begrenzt auf die Bedürfnisse der einheimischen Bevölkerung ausgerichtet. Darüber hinaus fließen die Gewinne
überwiegend in das Ausland.

Palmölplantagen – genauer hingeschaut


Viele Argumente sprechen gegen die Nachhaltigkeit des Palmölanbaus: vor allem die ökologischen Aspekte der
Abnahme von Naturwäldern und Artenvielfalt. Die Erweiterung der Ölpalmenplantagen erfolgt auf Kosten des
Regenwaldes. Primärvegetation und der Lebensraum bedrohter Tierarten wie dem Orang-Utan und dem Sumatra-Tiger
gehen verloren. Durch Brandrodung entstehen Waldbrände, Emissionen von Kohlenstoffdioxid und es bilden sich
hochgiftige Rauchschwaden („haze“). der Anbau von Ölpalmen verdrängt den lokalen Anbau von Grundnahrungsmitteln
und führt zu steigenden Lebensmittelpreisen und Versorgungsengpässen (Nahrungsmittelkonkurrenz). Es kommt
weiterhin zu einem erhöhten Nutzungsdruck, da alternative Flächen für den Anbau von Grundnahrungsmitteln
erschlossen werden müssen (Rodung von Regenwald). Sozial höchst problematisch ist in diesem Zusammenhang auch
die Verdrängung der indigenen Bevölkerung aus ihren Siedlungsräumen. Auf der anderen Seite sprechen mehrere
Argumente für die Nachhaltigkeit des Palmölanbaus: der nachwachsende Rohstoff kann nachhaltig kultiviert werden.
der Anbau führt zur Schaffung neuer Arbeitsplätze, denn die Ölpalmenkultivierung ist sehr arbeitsintensiv und sorgt
für eine konstante Beschäftigung. Die hohe Nachfrage auf dem Weltmarkt und die hohe Flächenproduktivität sind
ausgesprochen ökonomisch.

Fluch Segen

Möglichkeit zu bewusstem Palmölkonsum: