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So könnte die Stunde ablaufen …

Warum ist TikTok so erfolgreich?

Sachinformation

Das soziale Netzwerk TikTok gibt es seit August 2018. Eigentümer ist das chinesische
Technologieunternehmen ByteDance. Finanziert wird das Netzwerk durch Werbung.

Mit TikTok können die Nutzer*innen kurze Videoclips von 15 Sekunden bis mehreren
Minuten produzieren und mit unterschiedlichen Werkzeugen gestalten. Meist sind die Videos
von den Nutzer*innen selber produziert, viele Inhalte sind international. Zwischendurch wird
Werbung eingespielt, zum Beispiel in Form von „Challenges“ (Wer kann die meisten Burger
essen?), die oft nur schwer von den selbstproduzierten Inhalten der Nutzer*innen zu
unterscheiden ist.

Die Nutzer*innen bekommen in ihrer Ansicht, in der sogenannten „Für dich“- Seite oder “For
you“- Page (je nach Einstellung der Sprache), eine unendliche Anzahl an kurzen Videos
eingespielt, die sie ansehen, wegwischen, bewerten, kommentieren, sowie mit anderen
Nutzer*innen unterschiedlicher Netzwerke teilen können. Über dreiviertel der 12- bis 17-
jährigen Jugendlichen nutzen TikTok zumindest monatlich (IZI, 2021). Jedes dritte Kind im
Alter von 10 bis 13 Jahren und jedes zweite Kind zwischen 14 und 15 Jahren nutzt TikTok
regelmäßig. (Quelle: Wie Kinder und Jugendliche TikTok nutzen, 2020)

Laut Nutzungsbedingungen ist ein Mindestalter von 13 Jahren angegeben, um die App zu
verwenden. Für Minderjährige ist eigentlich eine offizielle Einwilligung der
Erziehungsberechtigten nötig, die aber in der Praxis nicht eingefordert wird.

Kritisch zu sehen ist zum einen die große Menge an Informationen, die TikTok von den
Nutzer*innen sammelt, und dass der Algorithmus entsprechend immer mehr vom Gleichen
zeigt. In die Kritik geriet TikTok unter anderem wegen Zensurvorwürfen, denen zufolge
bestimmte Inhalte politischer Art (zum Beispiel über Proteste in Hongkong) oder von
bestimmten Akteur*innen (zum Beispiel von Menschen mit Behinderungen oder besonders
korpulenter Personen) in ihrer Sichtbarkeit eingeschränkt wurden.

Aus medienpädagogischer Perspektive ist TikTok eine Chance, die Funktionsweisen des
Algorithmus und die Menge an Informationen, die über die App gesammelt werden, zu
verstehen. Hier setzt die Unterrichtseinheit von „so geht MEDIEN“ an.
Methodische Überlegungen

TikTok ist aufgrund seiner Unterhaltsamkeit und der scheinbar nicht endenden kurzen,
lustigen Spots beliebt. Es ist ein Zeitfresser nicht zuletzt, weil sich der Algorithmus auf die
Vorlieben einstellt. Dabei gibt es auch auf diesem sozialen Netzwerk Inhalte, die durchaus
bereichernd sind, zu denen die Jugendlichen aber – wegen des Algorithmus – meist nicht
alleine finden.

Die Schüler*innen von TikTok abzubringen, ist nicht wirklich realistisch. Sie bei der
Entwicklung eines kritischen Blickes zu bestärken und sie neue Inhalte finden und bewerten
zu lassen schon. Wenn die kritische Analyse dann auch noch Spaß macht, ist es umso
besser. Entsprechend setzt die Unterrichtseinheit auf Aha-Momente, wenn sich die
Schüler*innen weg von der Konsumhaltung, hin zu einer analytischen Betrachtung,
bewegen.

Da die App offiziell erst ab 13 Jahre genutzt werden darf, ist dies eine Einheit für 8. Klassen
und aufwärts. Die Schüler*innen arbeiten mit ihrem eigenen Handy, sofern sie die App
TikTok schon installiert haben. Ist dies nicht der Fall, sollen sie mit dem Tischnachbarn
zusammenarbeiten.

Angestrebte Kompetenzen/Lernziele

Die Schüler*innen sollen durch die Unterrichteinheit eine analytisch, verstehende


Rezeptionsweise von TikTok annehmen, in der sie aktiv die Wirkungsweise des Algorithmus
begreifen und zu unterlaufen versuchen.
Ablauf im Überblick – Informationen für Lehrer*innen

Zeitbedarf 45 Minuten.

Zeit Inhalt Sozialform Material


5 Unterrichtsgespräch zu TikTok: Wer kennt es, wer hat Klassengespräch
Min. es installiert (bzw. nicht installiert) und was wissen
Jugendliche über TikTok?

10 Gemeinsames Anschauen des Films „Warum ist Klassenverband Beamer /


Min. TikTok so erfolgreich?“ Whiteboard

5 Die Schüler*innen dürfen mit ihrem eigenen Handy Einzelarbeit Arbeitsblatt


Min. arbeiten und lernen den Algorithmus kennen, indem
sie ihren eigenen TikTok-Feed „Für dich“/For you“
analysieren und Themen/Kategorien auf dem
Arbeitsblatt ankreuzen.

5 Die Schüler*innen besprechen ihre Ergebnisse mit Partnerarbeit


Min. ihrer Nachbarin oder ihrem Nachbarn, arbeiten
Schwerpunktsetzungen der Themen heraus und klären
Gemeinsamkeiten/Unterschiede. Kurze Besprechung,
welche Werbeanzeigen auftauchen.

5 Klassengespräch
Vorstellen der Ergebnisse im Klassenverbund.
Min.

(2 Optional: Gemeinsames Anschauen des Kurzvideos Klassenverband Beamer,


Min.) „Algorithmus“ des “so geht MEDIEN“-Video-Lexikons: Whiteboard

https://www.br.de/sogehtmedien/lexikon-algorithmus-
100.html

10 Recherche: Die Schüler*innen versuchen den Partnerarbeit Arbeitsblatt


Min. Algorithmus auszutricksen, indem sie Themen
recherchieren und Videos anschauen, die sie sonst
nicht sehen (Nachrichten, Klimaschutz, Geigenkasten,
klassische Musik...) Videos, die ihnen gefallen, liken
sie. Können sie dadurch ihre „Für dich“- Seite/ „For
you“ – Page verändern?

5 Besprechung der Ergebnisse im Klassenverbund. Klassengespräch


Min. Ist es gelungen, den eigenen Feed zu ändern? Wenn
nicht, woran kann das liegen?

Benötigtes Material

- Video zu „Warum ist TikTok so erfolgreich?“ zur Einspielung vorbereiten


- Arbeitsblatt ausdrucken

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