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MASARYKOVA UNIVERZITA V BRNĚ

PEDAGOGICKÁ FAKULTA
KATEDRA NĚMECKÉHO JAZYKA A LITERATURY

Landeskunde und ihre Stellung in Lehrwerken


für Deutsch

Diplomová práce

Brno 2007

Vedoucí diplomové práce: Vypracovala:


Doc. PhDr. Věra Janíková, Ph.D. Bc. Ivona Tomková
Prohlašuji, že jsem diplomovou práci zpracovala samostatně a použila jen prameny
uvedené v seznamu literatury.

Souhlasím, aby práce byla uložena na Masarykově univerzitě v Brně v knihovně


Pedagogické fakulty a zpřístupněna ke studijním účelům.

...........................................
podpis
Ich bedanke mich herzlich bei Frau doc. PhDr. Věra Janíková, Ph.D. für ihre wertvollen
Ratschläge, Hilfsbereitschaft und Zeit, die sie mir gewidmet hat.
INHALTSVERZEICHNIS
0 Einleitung...................................................................................................................... 1
1 Landeskunde und ihre Entwicklung .......................................................................... 2
1.1 Begriffsbestimmung............................................................................................... 2
1.2 Geschichte der Landeskunde.................................................................................. 4
1.3 Ansätze der Landeskunde ...................................................................................... 5
1.3.1 Kognitiver Ansatz........................................................................................... 6
1.3.2 Kommunikativer Ansatz................................................................................. 7
1.3.3 Interkultureller Ansatz.................................................................................... 8
1.4 Kurzfassung.......................................................................................................... 11
2 Landeskunde als integrierter Bestandteil des Fremdsprachenunterrichts .......... 13
2.1 Fremdsprachenunterricht und Landeskunde ........................................................ 13
2.2 Aufgaben der Landeskunde.................................................................................. 15
2.3 Rolle des Lehrers im landeskundlichen Unterricht.............................................. 16
2.4 Probleme der Landeskunde .................................................................................. 17
2.5 Gegenstand des Landeskundeunterrichts ............................................................. 18
2.5.1 Themen ......................................................................................................... 19
2.5.2 Materialien im landeskundlichen Unterricht ................................................ 21
2.5.3 Quellen ........................................................................................................ 22
2.5.4 Informationsbeschaffung.............................................................................. 23
2.6 Unterrichtsmedien ................................................................................................ 24
2.7 Methoden und Arbeitsformen im landeskundlichen Unterricht........................... 26
2.7.1 Frontalunterricht ........................................................................................... 26
2.7.2 Auf Kommunikation orientierte Formen...................................................... 27
2.7.3 Projektunterricht ........................................................................................... 28
2.8 Ziel des landeskundlichen Unterrichts ................................................................. 29
2.9 Grundsätze der Landeskunde ............................................................................... 30
3 Lehrwerke und Landeskunde – empirische Untersuchung ................................... 33
3.1 Landeskunde in den Lehrwerken ......................................................................... 33
3.2 Kriterien für die Lehrwerkanalyse ....................................................................... 34
3.3 Auswahl der analysierten Lehrwerke................................................................... 36
3.4 Heute haben wir Deutsch ..................................................................................... 37
3.4.1 Texte ............................................................................................................. 38
3.4.2 Illustrationen................................................................................................. 39
3.4.3 Themen ......................................................................................................... 41
3.4.4 Sprache ......................................................................................................... 42
3.4.5 Zusatzmaterialien ......................................................................................... 43
3.4.6 Sonstiges....................................................................................................... 44
3.4.7 Vorteile und Nachteile dieses Lehrwerkes ................................................... 45
3.5 Das Deutschmobil ................................................................................................ 46
3.5.1 Texte ............................................................................................................. 47
3.5.2 Illustrationen................................................................................................. 47
3.5.3 Themen ......................................................................................................... 49
3.5.4 Sprache ......................................................................................................... 50
3.5.5 Zusatzmaterialien ......................................................................................... 50
3.5.6 Sonstiges....................................................................................................... 51
3.5.7 Vorteile und Nachteile dieses Lehrwerkes ................................................... 51
3.6 Planet.................................................................................................................... 52
3.6.1 Texte ............................................................................................................. 52
3.6.2 Illustrationen................................................................................................. 53
3.6.3 Themen ......................................................................................................... 55
3.6.4 Sprache ......................................................................................................... 56
3.6.5 Zusatzmaterialien ......................................................................................... 56
3.6.6 Sonstiges....................................................................................................... 57
3.6.7 Vorteile und Nachteile dieses Lehrwerkes ................................................... 57
3.7 Überblick über die Vorteile und Nachteile der ausgewählten Lehrwerke ........... 58
3.8 Vergleich und Entwicklungstendenzen................................................................ 59
4 Realisierung der Landeskunde im Deutschunterricht – konkrete Vorschläge.... 62
4.1 Landeskunde mit dem Internet............................................................................. 62
4.1.1 Internet-Recherchen ..................................................................................... 62
4.1.2 Übungen zur Landeskunde ........................................................................... 65
4.2 Landeskundliche Tests und Quiz ......................................................................... 67
4.3 Landeskunde mit der Zeitung............................................................................... 68
4.3.1 Fernsehprogramm......................................................................................... 69
4.3.2 Wetterbericht ................................................................................................ 70
4.4 Rollenspiele.......................................................................................................... 71
4.5 Projektarbeit ......................................................................................................... 72
5 Schlusswort................................................................................................................. 76
Resumé ........................................................................................................................... 77
Literaturverzeichnis ..................................................................................................... 79
Anhang ........................................................................................................................... 84
0 EINLEITUNG
Als ich die Grund- und Fachschule besuchte, habe ich im Deutschunterricht niemals
etwas von Landeskunde gehört. Der Fremdsprachenunterricht war nur mit Lernen von
Vokabeln, Grammatik und Aussprache verbunden. Umso mehr war ich überrascht, als
ich später erfahren habe, dass der langweilige und oft stereotype Unterricht spannend,
unterhaltend und interessant sein kann, und zwar dank der Landeskunde.

Um den Termin „Landeskunde“ drehen sich viele Fragen: Was versteht man unter
diesem Begriff? Stehen den Lehrern viele landeskundliche Materialien zur Verfügung?
Welche Stellung nimmt Landeskunde in den Lehrwerken ein? Auf welche Weise kann
man die landeskundlichen Informationen am effektivsten vermitteln? Diese und auch
andere Fragen versuche ich in meiner Arbeit zu beantworten.

Am Anfang der vorlegenden Arbeit bemühe ich mich festzustellen, was sich hinter dem
Wort „Landeskunde“ verbirgt und mit welchen Entwicklungstendenzen sie verbunden
ist. Ich deute ihre Aufgaben und Probleme an, ich erwähne die Rolle der Materialien
und Medien im landeskundlichen Unterricht und stelle fest, welche Arbeitsformen am
besten geeignet sind.

Weiter werde ich mich mit den Lehrwerken beschäftigen und werde mich hauptsächlich
darauf konzentrieren, inwieweit sie sich mit der landeskundlichen Problematik
befassen. Ich versuche zu erläutern, worauf die Lehrer bei der Auswahl eines
Lehrwerkes aufpassen sollen, vorausgesetzt, dass sie nach einem landeskundlich
orientierten Lehrwerk suchen.

Landeskunde ist ein umfangreicher Begriff und der Lehrer kann sie auf
unterschiedlichste Weise vermitteln. Ich nehme an, dass das Angebot der
landeskundlichen Übungen in den Lehrwerken nur begrenzt ist. Am Ende meiner
Arbeit möchte ich deshalb einige Beispiele oder Vorschläge anbieten, die vielleicht den
Lehrern helfen, ihren Unterricht unterhaltend zu gestallten und die Schüler zum Lernen
anzuziehen.

1
1 LANDESKUNDE UND IHRE ENTWICKLUNG
1.1 Begriffsbestimmung
Die Landeskunde ist in den letzten Jahren ein sehr wichtiger und unverzichtbarer Teil
des Fremdsprachenunterrichts geworden. Sie tritt vor allem in Verbindung mit
Fremdprachen auf. Aber was bedeutet sie eigentlich? Ich habe viele Versuche für die
Beschreibung der Landeskunde gefunden. Einige, die ich für die wichtigsten halte,
möchte ich hier präsentieren.

Eine kurzgefasste Definition von M. Erdmenger finden wir in „Landeskunde im


Fremdsprachenunterricht“: „Landeskunde ist eine Disziplin, die überwiegend in
Verbindung mit Sprache, Sprachstudium und Sprachunterricht auftritt. Sie ist die
Kunde über diejenigen Länder, in denen die zu lernende Sprache gesprochen wird.“1

Ausführlicher wurde Landeskunde in ABCD-Thesen charakterisiert: „Landeskunde im


Fremdsprachenunterricht ist ein Prinzip, das sich durch die Kombination von
Sprachvermittlung und kultureller Information konkretisiert und durch besondere
Aktivitäten über den Deutschunterricht hinaus wirken soll, z. B. durch Austausch und
Begegnung. Insofern ist Landeskunde kein eigenes Fach. Landeskunde ist nicht auf
Staatenkunde und Institutionenkunde zu reduzieren, sondern bezieht sich exemplarisch
und kontrastiv auf den deutschsprachigen Raum mit seinen nicht nur nationalen,
sondern auch regionalen und grenzübergreifenden Phänomenen.“2

Kurz und klar beschreibt Landeskunde D. Buttjes: „Landeskunde meint alle Bezüge auf
die Gesellschaft, deren Sprache im Fremdsprachenunterricht gelernt wird.“3

In „Landeskunde und Literaturdidaktik“ wurde sie folgendermaβen definiert:


„Landeskunde umfasst mehr als Vermittlung von Faktenwissen. Es geht darum,
Einblick in geschichtliche, politische und soziale Zusammenhänge und in das Denken,
Handeln und Wahrnehmen von Menschen der Zielkultur zu gewinnen.“4

1
Erdmenger, M.: Landeskunde im Fremdsprachenunterricht, S. 21
2
ABCD-Thesen zur Rolle der Landeskunde im Deutschunterricht
3
Buttjes, D.: Landeskunde-Didaktik und landeskundliches Curriculum, S. 112
4
Bischof, M., Kessling, V., Krechel, R.: Landeskunde und Literaturdidaktik, S. 16

2
H. Sölch sieht Landeskunde als „eine notwendige Komponente des Deutschunterrichts.
Deutschunterricht und jeder Sprachunterricht bleiben fragmentarisch ohne
Landeskunde.“1

W. Melde beschreibt Landeskunde als wichtigen Teil des Fremdsprachenunterrichts,


weist aber zugleich darauf hin, dass es Schwierigkeiten mit ihrer Vermittlung geben
können. „Der Landeskunde kommt im Fremdsprachenunterricht eine ständig
wachsende Bedeutung zu. Darüber besteht in der fachdidaktischen Diskussion
Einigkeit, nicht aber über die Auffassung, was Landeskunde denn eigentlich ist und wie
man sie im Fremdsprachenunterricht am besten lehren und lernen kann.“2

Mit diesen Auszügen wollte ich beweisen, dass es eine Vielfalt von Definitionen dafür
gibt, was Landeskunde ist. Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass die
Landeskunde ein breiter Begriff und kein abgrenzbares Fach ist. Mit ihrer Hilfe sollen
Schüler die Übersicht über das fremde Land und seine Kultur gewinnen. Die
Bedeutung der Landeskunde im Fremdsprachenunterricht spielt eine groβe Rolle und
besteht hauptsächlich darin, dass die Schüler die Möglichkeit bekommen, andere
Länder und Kulturen kennen zu lernen und besser zu verstehen. Dadurch kann ihre
Angst vor einer fremden Kultur gemindert werden.

Landeskunde umfasst folgende Bereiche:


• Geographie
• Politik
• Geschichte
• Kultur
• Kunst
• Wissenschaft
• Soziologie
• Ökonomie
• Wirtschaft

1
Sölch, H.: Landeskunde mit der Zeitung, S. 1
2
Melde, W.: Zur Integration von Landeskunde und Kommunikation im Fremdsprachenunterricht,
Vorwort

3
• das Alltagswissen (Wissen über Alltagssituationen – das Verhalten im
Restaurant, beim Einkaufen oder zu Besuch)

Das Alltagswissen bedeutet eigentlich Wissen, das man braucht, um sich im fremden
Land nicht so fremd zu fühlen. Landeskunde ermöglicht also den Lernenden, die
wichtigen Kenntnisse aus verschiedenen Bereichen der Fremdkultur zu gewinnen.
Dabei geht es nicht nur um die Vermittlung von Fakten, sondern auch um Glauben,
Wertvorstellungen, Denken, Verhaltensweise, soziale Beziehungen und Wahrnehmen
von Menschen, die in dem bestimmten Land wohnen.

Im Mittelpunkt des landeskundlichen Lernens stehen Menschen des Zielsprachenlandes


und Landeskunde soll ihren Alltag zeigen. Die Vorstellungen über das Land sind oft
mit den Vorstellungen über die Menschen in Verbindung gebracht. In der Landeskunde
geht es also darum, die Menschen aus den deutschsprachigen Ländern und auch ihr
Verhalten kennen zu lernen.

1.2 Geschichte der Landeskunde


Die Landeskunde ist schon seit längerer Zeit ein Bestandteil des Lernens von
Fremdsprachen. Die landeskundlichen Konzeptionen für den Fremdsprachenunterricht
können wir in der wissenschaftlichen Literatur seit dem Ende des 19. Jahrhunderts
finden.

Schon in der Frühzeit gab es aber eine pragmatische Einstellung zur Fremdsprache.
Damals wurden Fremdsprachen oft im fremden Land erlernt. Es hat mit der realen
Welterfahrung zusammengehängt. Paralell mit dem Erwerb der Fremdsprache wurden
landeskundliche Kenntnisse erworben.

Richtiger Vorläufer der Landeskunde war die Kulturkunde, die schon seit Anfang des
20. Jahrhunderts eingeführt wurde. Der Höhepunkt der Kulturkunde wurde dann in den
zwanziger und dreißiger Jahren erreicht. Die Kulturkunde sollte die Gesellschaft als
historische und kulturelle Einheit darstellen und große Sprachdenkmäler auswählen.
Die fremde Kultur sollte sich aus alter Kunst und Literatur ablesen.

4
In den 50er Jahren war die Sprache ein Transportmittel der Grammatik. In den Texten
gab es nur wenig landeskundliche Verständigung. Das wichtigste Lernziel des
Fremdsprachenunterrichts war die Kenntnis des Sprachsystems. Landeskunde war in
den Bildungsplänen nicht direkt festgelegt.

Am Anfang der siebziger Jahre kam es zu gesellschaftlichen Veränderungen. Die


Bedürfnisse und Interessen der Personen, die Fremdsprachen lernten, veränderten sich.
Die Sprache wurde als ein Medium angesehen, mit dessen Hilfe man kommunizieren
kann. Die Landeskunde bekam die Funktion von Kontextwissen für kommunikative
Situationen. Eine große Motivation für Landeskunde war das Kommunizieren mit
einem fremdsprachigen Partner. Wir sprechen von der kommunikativen Kompetenz.
Die Fremdsprachendidaktik war vom kommunikativen Ansatz bestimmt. Im
Mittelpunkt stand die Kommunikation in Alltagssituationen. Das Ziel dieser
Alltagskommunikation war, sich im Alltag im fremdsprachigen Land verständigen und
angemessen verhalten zu können.

Erst in den neunziger Jahren gewinnt Landeskunde immer mehr an Bedeutung. Die
Situation hat sich im Vergleich zu den vergangenen Jahren verändert. Heutzutage gibt
es viele Lehrer, bei denen die Landeskunde einen untrennbaren Teil des
Fremdsprachenunterrichts bildet.

1.3 Ansätze der Landeskunde


Nach der Klassifizierung von G. Weimann und W. Hosch vom Deutschen Institut für
Fernstudien in Tübingen entstanden drei Hauptansätze zur Vermittlung der
Landeskunde:
- kognitiver Ansatz
- kommunikativer Ansatz
- interkultureller Ansatz
Im praktischen landeskundlichen Unterricht kommen diese Ansätze aber nur sehr selten
in ihrer reinen Form vor. Man findet sie mehr oder weniger gemischt.

5
1.3.1 Kognitiver Ansatz
In diesem Ansatz geht es vor allem um die Informationen, Fakten, Zahlen,
Sachkenntnisse, Daten, Kultur, Geschichte und Wissen über das Land, dessen Sprache
gelernt wird. Wichtig ist Vermittlung der Informationen. Es wird hauptsächlich mit
Daten und Fakten aus folgenden wissenschaftlichen Bereichen gearbeitet:
• Politologie
• Geschichte
• Gesellschaft
• Geographie
• Literatur
• Soziologie
Von diesen Wissenschaften werden dann die Themen der Landeskunde abgeleitet. Die
landeskundlichen Informationen werden oft mit Hilfe von Sachtexten, Tabellen oder
Statistiken präsentiert.

Bevorzugt wird die sprachliche Seite des Lernens. Erst wenn man die Sprache ein
wenig beherrscht, lernt man die landeskundlichen Angaben. Ziel dieses Ansatzes ist im
Laufe des landeskundlichen Unterrichts den Schülern die Kultur des fremden Landes
systematisch vorzustellen, Fakten, Daten und Wissen über ein Land beizubringen und
„ein beziehungsreiches, zusammenhängendes System deutscher Wirklichkeit zu
vermitteln.“1 Die Schüler gewinnen damit neue Kenntnisse über Kultur, Gesellschaft
und Orientierung im fremden Land und können sich das Landesbild besser vorstellen.

Bei diesem Ansatz kann das Problem der Grenzenlosigkeit entstehen. Die Landeskunde
umfasst alle Bereiche der Gesellschaft, und deshalb haben die Lehrer oft
Schwierigkeiten mit dem Vermitteln der Informationen aus allen diesen Bereichen. Es
ist deshalb sehr wichtig, dass die Lehrer nur wesentliche Informationen vermitteln und
die dann interessant und anziehend im Unterricht benutzen. Ein weiteres Problem stellt
die Komplexität des deutschsprachigen Raumes dar.

Kritisiert wird dieser Ansatz für den enzyklopädischen Anspruch und für das
Herausreißen der einzelnen Teile aus ihrem Zusammenhang. Dadurch werden die

1
Pauldrach, A.: Eine unendliche Geschichte, S. 6

6
einzelnen Teile oft falsch verstanden. Dieser Ansatz konzentriert sich auf Beschreibung
von Tatsachen, aber er gibt nur wenige Anlässe zu Diskussionen.

Der kognitive Ansatz ist der einzige, der als eigenes Fach steht, als eine selbstständige
Lerneinheit. Was die Lehrwerke betrifft, stehen die landeskundlichen Texte meistens
nur zusätzlich am Ende der Lektion. Es wurden aber auch viele Lehrmaterialien
unabhängig von dem Lehrwerk produziert.

1.3.2 Kommunikativer Ansatz


Dieser Ansatz steht im Zusammenhang mit der kommunikativ orientierten
Fremdsprachendidaktik, die sich in den siebziger Jahren entwickelt hat. In diesem
Ansatz geht es sowohl um die Informationen, die die Lernenden erfahren und lernen
sollen, als auch um die Anwendung der fremden Sprache in der Praxis. Die
Sprachverwendung steht im Vordergrung. Der Lernende soll im landeskundlichen
Unterricht Kommunikation üben. Er soll die Sprache so gut beherrschen, dass er fähig
ist, sich in alltäglichen Situationen ohne Missverständnisse zu verständigen. Dieser
Ansatz wurde eben wegen der groβen Betonung der Dialoge und Sprechfertigkeiten
manchmal kritisiert.

Es geht vor allem um die Entwicklung der Fähigkeit zum Gespräch über alltägliche
Situationen. Die Sprache wird als ein Aspekt menschlichen Handelns betrachtet. Im
Unterricht soll das gelehrt werden, was auch in Alltagssituationen anwendbar ist. Die
Lernenden sollten Sprache und Verhalten im Zielsprachenland verstehen und auch sich
selbst verständlich machen können.

Im Zusammenhang mit der Landeskunde sprechen wir in diesem Ansatz oft von der
Alltagskultur. In diesem Sinne handelt es sich aber nicht um Kunst oder Literatur,
sondern um Handeln, das in jeder Gesellschaft anders ist. Die Alltagskultur bezeichnet
Bereiche, die früher nicht zur Kultur gezählt haben, wie Gewohnheiten und Gebräuche
des Alltags. Diese Themen der Alltagskultur eignen sich nämlich sehr gut für die
Behandlung im landeskundlichen Deutschunterricht, obwohl sie für unsere Schüler oft
nicht einfach sind.

7
Eine wichtige Rolle spielen hier Kenntnisse, Erfahrungen und Einstellungen der
Lernenden und nach ihnen werden die landeskundlichen Themen ausgewählt. Im
Unterricht wird darüber diskutiert, was den Bedürfnissen und Interessen der Lernenden
entspricht. Es werden folgende Gesprächsthemen behandelt:
- Wohnen
- Erholung
- Freizeit
- Unterhaltung
- Bildung usw.

Typisch für diesen Ansatz ist also die Orientierung an Kommunikation, die alle
Komponenten des sprachlichen Handelns umfasst. Dadurch verändert sich auch die
Auswahl der landeskundlichen Themen. Die Bezugswissenschaften wie Politik oder
Soziologie verlieren an Bedeutung. Die Lehrwerkautoren gehen davon aus, dass die
Lernenden einmal mit Muttersprachlern in der Fremdsprache kommunizieren werden.

Das Ziel dieses Ansatzes ist vor allem auf die sprachliche und kulturelle
Handlungsfähigkeit in der Fremdsprache und Fremdkultur, auf das sprachliche Handlen
und auch auf die Entwicklung von Toleranz, Offenheit und
Kommunikationsbereitschaft bezogen. In diesem Konzept ist Landeskunde nicht ein
eigenständiges Fach. Sie ist ein integraler Teil des Fremdsprachenunterrichts und zwar
schon bei Anfängern.

1.3.3 Interkultureller Ansatz


Seit Beginn der achtziger Jahre interessierte sich die Fremdsprachendidaktik für die
Abhängigkeit von sprachlichem und kulturellem Lernen. Das Lernziel war nicht mehr
nur die kommunikative Kompetenz, sondern auch Kulturverstehen und
Fremdverstehen. Der interkulturelle Ansatz stellt eine Weiterentwicklung des
kommunikativen Ansatzes dar.

Dieser Ansatz geht davon aus, dass erfolgreiche Kommunikation wichtiger ist, als
sprachliche Korrektheit. Eine wichtige Rolle spielt auch weiterhin das Wissen über
eine fremde Kultur. Die Landeskunde will in diesem Ansatz aber nicht nur Wissen und

8
Informationen vermitteln, es geht auch um die Entwicklung von Fähigkeiten,
Fertigkeiten und Strategien im Umgang mit fremden Kulturen. Wichtig sind dabei
Wahrnehmungs- und Empathiefähigkeiten (d.h. Bereitschaft, sich in die Einstellungen
anderer Menschen einfühlen). Der Lernende soll die fremde Kultur verstehen und den
Zusammenhang zwischen eigener und fremder Kultur begreifen. In diesem Ansatz soll
er zur Toleranz und zum Respekt erzogen werden

Das Ziel des Lernens ist die Entwicklung von Wertschätzung, gegenseitigem Verstehen
und Solidarität. Es sollten durch das Kennenlernen der fremden Gesellschaften alle
Vorurteile, Fremdenfeindlichkeiten und Klischees über die Fremdkultur abgebaut
werden, was oft ziemlich schwierig sein kann. Jeder Mensch hat bestimmte
Vorstellungsbilder von der fremden Kultur, die in der Vergangenheit entstanden sind,
und die oft der Wirklichkeit nicht entsprechen. Es ist deshalb sehr wichtig, dass die
Lernenden richtige Informationen über die Fremdkultur bekommen. Nur so können
Missverständnisse vermieden werden.

Bei interkulturellem Lernen möchte man das Denken, Handeln und die Wahrnehmung
einer anderen Kultur verstehen. „Interkulturelles Lernen ist dann erfolgreich, wenn es
zu einem interkulturellen Verstehen führt, das einerseits die Kenntnisse über fremde
Kulturstandards und ihre handlungssteudernden Wirkungen umfasst und andererseits in
der Fähigkeit zum Wahrnehmen, Denken, Urteilen und Empfinden im Kontext des
fremdkulturellen Orientierungssystems besteht.“1

Dieser Ansatz der Landeskunde überwiegt in heutiger Zeit. „Die Landeskunde befindet
sich heute in ihrer interkulutrellen Phase. Die Menschen verschiedener Nationalitäten
kommen sich immer näher und haben immer mehr miteinanader zu tun. Dabei ist es
von groβer Bedeutung, den Fremden die andere Kultur und Lebensweise zu zeigen und
näherzubringen. Es werden hohe Ansprüche an die Landeskunde gestellt, denn sie soll
zu einer guten Völkerverständigung und der allgemeinen Toleranz verhelfen.
Landeskunde ist also nicht einfach Vermittlung von Wissen, sondern Herstellung von

1
Thomas, A.: Psychologie interkulturellen Lernens und Handelns, S. 383

9
internationaler Kommunikation, Schaffung von Kontakten, Erweiterung des eigenen
persönlichen, sozialen und kulturellen Horizonts.“1

Die Landeskunde entspricht heute also den Gedanken einer interkulturellen


Kommunikation. Die internationalen Kontakte wachsen immer mehr an und der
Fremdsprachenunterricht muss sich diesem Trend anpassen. Man sieht in ihm die
Möglichkeit, nicht nur die fremde Kultur, sondern auch die eigene besser kennen zu
lernen. Die fremde Kultur wird auf dem Hintergrund der eigenen aufgenommen und sie
werden verglichen. Dieser Ansatz ermöglicht dem Lernenden seine sprachlichen, aber
auch kulturellen Kenntnisse zu verbessern. Das Fremdsprachenlernen ist
kulturbezogen, deshalb wird die Verständigungsfähigkeit im Unterricht
weiterentwickelt. Wir sprechen heute über multikulturelle Gesellschaft, und deshalb ist
es notwendig, dass sich der Fremdsprachenunterricht neue Ziele und neue
Anforderungen stellt. Es ist wichtig, dass die Landeskunde mit der Entwicklung der
menschlichen Gesellschaft verbunden wird.

Der interkulturelle Ansatz kann nicht als ein selbstständiges Fach stehen, er ist genauso
wie der kommunikative Ansatz Teil des Fremdsprachenunterrichts. In diesem Ansatz
wird die kommunikative Kompetenz, Kultur und das Fremdverstehen verbunden.

Das Hauptziel des landeskundlichen Fremdsprachenunterrichts im interkulturellen


Ansatz ist sich mit der Realität der deutschen Gesellschaft auseinanderzusetzen. Die
Schüler sollten kennen lernen, wie die Menschen im Zielsprachenland leben und wie
sie sich verhalten. Im interkulturellen Lernen können die Personen neue
Fremderfahrungen sammeln, können gegenseitig in Umgang mit fremden Kulturen
treten und nach Bedeutung des Unklaren fragen. Dabei ist es wichtig, das Gelernte mit
dem bereits Bekannten zu vergleichen. Das landeskundliche und interkulturelle
Lernziel wird in „Landeskunde und Literaturdidaktik“ folgendermaβen formuliert: „Es
geht darum, mehr über die Zielsprachenkultur zu erfahren und dadurch zu einem
besseren Verständnis bzw. zu einem tieferen Verstehen zu gelangen, um am Ende
dieses Prozesses auch sich selbst etwas besser zu begreifen.“2

1
Saxer, R.: Kinder und Länder
2
Bischof, M., Kessling, V., Krechel, R.: Landeskunde und Literaturdidaktik, S. 16

10
Ein wichtiges Merkmal der interkulturellen Landeskunde ist, dass das Kennenlernen
einer Fremdsprache, einer fremdsprachigen Kultur und Gesellschaft positive
Auswirkungen auf das Wahrnehmen der eigenen Sprache und Kultur hat. Dazu kommt
es, weil der Lernende bewusst oder unbewusst die eigene Kultur mit der fremden
vergleicht. Dieser Vergleich sorgt vor allem für eine bessere Verständigung zwischen
zwei Gesellschaften, aber auch für eine bessere Entwicklung der persönlichen und
nationalen Identität. Man kann sich im Unterricht z.B. mit folgenden Fragen
beschäftigen:
• Was haben wir mit Leuten aus den deutschsprachigen Ländern gemeinsam?
• Was haben wir unterschiedlich?
• Welche Beziehungen haben wir mit den deutschsprachigen Ländern?
• Wie unterscheidet sich unsere und ihre Lebensweise?

Die eigentliche interkulturelle Kommunikation hat zwei Grundfunktionen. Sie soll


kulturelle Werte austauschen und das Zusammenwirken verschiedener Völker bei der
Bewältigung internationaler Probleme sichern. Treffend finde ich deshalb die
Formulierung von H. J. Krumm: „Wir sind es, die etwas als „fremd“ deklarieren –
interkulturelle Kommunikation kann daher nicht nur bedeuten, dass andere es lernen, in
meiner Sprache mit mir zu reden, kann sich auch nicht nur damit zufrieden geben, dass
wir selbst es lernen, mit „Fremden“ umzugehen.“1

1.4 Kurzfassung
Die Entwicklung der Landeskunde hängt eng mit den gesellschaftlichen und
geschichtlichen Veränderungen zusammen. Auf Grund dieser Veränderungen
entstanden auch die drei Ansätze der Landeskunde, die diese Entwicklung
widerspiegeln. Von diesen Ansätzen ist der interkulturelle derjenige, der in heutiger
Zeit überwiegt.

Meiner Meinung nach sind in jedem dieser Ansätze bestimmte Vorteile und positive
Seiten zu finden und jeder sollte im Landeskundeunterricht teilweise vertreten werden.
Der Lernende sollte den wichtigsten Daten und Fakten über die deutschsprachigen
Länder Aufmerksamkeit widmen, wie es der kognitive Ansatz beschreibt, denn sie sind

1
Krumm, H. J.: Mehrsprachigkeit und interkulturelles Lernen, S. 27

11
für die kommunikative Kompetenz wichtig. Ebenfalls sollte sich der Unterricht an die
alltägliche Kommunikation orientieren, welche der kognitive Ansatz betont. Und nicht
zu vergessen ist natürlich der interkulturelle Ansatz, nach dem die Landeskunde zum
Verständnis und Vergleich nicht nur der deutschsprachigen, sondern auch der eigenen
Kultur, beiträgt. Die Landeskunde sollte immer sowohl informations- als auch
kommunikationsorientiert sein.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal eine Übersicht der drei Ansätze präsentieren,
die von Weimann und Hosch stammt.

Tabellarischer Überblick der landeskundlichen Ansätze


Didaktisches Kognitiver Ansatz Kommunikativer Interkultureller Ansatz
Konzept Ansatz

Didaktischer Ort Eigenes Fach, Im Im


selbständige Fremdsprachenunterricht Fremdsprachenunterricht
Unterrichtseinheit
Übergeordnetes Wissen: Kommunikative Kommunikative und
Ziel Systematische Kompetenz: in der Lage kulturelle Kompetenz:
Kenntnisse über sein, sich ohne sich und andere besser
Kultur und Missverständnisse zu verstehen
Gesellschaft verständigen
aufbauen
Inhalte Soziologie Wie Leute wohnen Alle Repräsentationen
Wie Leute sich erholen der Zielkultur im
Wie Leute miteinander Unterricht: Ihre
in Verbindung treten Bedeutung innerhalb der
Politik Wie Leute am Zielkultur und für die
Gemeinwesen Lernenden
teilnehmen
Wirtschaft Wie Leute sich
versorgen
Wie Leute arbeiten/ihren
Lebensunterhalt sichern
Kultur Wie Leute sich bilden
(kulturelle Tradierung)
Geschichte

↓ ↓ ↓
LANDESBILD ALLTAGSKULTUR/ FREMD-/
GESPRÄCHSTHEMEN KULTURVERSTEHEN

Quelle: Weimann, G., Hosch, W.: Kulturverstehen im Deutschunterricht, In: Info DaF,
Heft 5, 1993, S. 515

12
2 LANDESKUNDE ALS INTEGRIERTER BESTANDTEIL DES
FREMDSPRACHENUNTERRICHTS
2.1 Fremdsprachenunterricht und Landeskunde
Im Fremdsprachenunterricht werden Fremdsprachen gelernt. Die Kenntniss einer
Fremdsprache gewinnt heutzutage an Bedeutung, was u. a. in „Didaktik der
Landeskunde“ beschrieben wird: „Natürlich lernen Menschen schon seit Jahrhunderten
oder gar Jahrtausenden Fremdsprachen, doch in den letzten hundert Jahren ist der
Bedarf an Fredmsprachenkenntnissen so stark und schnell gestiegen wie nie zuvor.“1

Man lernt im Fremdsprachenunterricht nicht nur die fremde Sprache, es wird auch die
Kultur des fremden Landes hervorgehoben. Das Lernen einer fremden Sprache enthält
immer auch landeskundliche Komponente und auch umgekehrt. Die Sprache ist mit der
Landeskunde unmittelbar verbunden, den mit der fremden Sprache sollte gleichzeitig
die fremde Kultur kennen gelernt werden. Von Krumm stammt diese Formulierung:
„Fredmsprachenlernen heiβt: Zugang zu einer anderen Kultur suchen. Unterricht in
einer Fremdsprache ist daher notwendig interkulturell.“2

Die Landeskunde sollte zur menschlichen Verständigung beitragen und Interesse am


Lernen einer Fremdsprache wecken. Ohne Wissen über die Zielkultur ist die
kommunikative Kompetenz in der Fremdsprache nur schwer möglich, denn die Sprache
und Kultur hängen zusammen und beeinflussen sich gegenseitig. Die Landeskunde ist
eigentlich der Vermittler zwischen der eigenen und der fremden Kultur. In der
Landeskunde vergleicht man verschiedene Länder, sucht Zusammenhänge und
Unterschiede zwischen seiner Heimat und dem fremden Land. Die Landeskunde soll
zur Begreifung dieser Unterschiede dienen. Die Kenntnis der Landeskunde erleichtert
das Verhalten in alltäglichen Situationen im fremden Land und hilft uns bei der
Erweiterung der kommunikativen Fähigkeiten.

Manfred Erdmenger3 beschreibt drei grundsätzliche Ziele des


Fremdsprachenunterrichts:
1. Die Vermittlung von sprachlichen Fertigkeiten.

1
Biechele M., Padrós A.: Didaktik der Landeskunde, S. 14
2
Krumm, H. J.: Jahrbuch Deutsch als Fremdsprache, S. 28
3
Erdmenger, M.: Landeskunde im Fremdsprachenunterricht, S. 43

13
2. Die Vermittlung von Kenntnissen (über die Verwendung der Sprache, Kultur).
3. Das Anstreben bestimmter Haltungen (der Lernbereitschaft, Revision von
Vorurteilen, Toleranz).

Die Landeskunde gehört also untrennbar zum Fremdsprachenunterricht. Die Schüler


sollten lernen sich richtig zu verständigen und sollten auch mit der Kultur des
fremdsprachigen Landes vertraut gemacht werden. Es ergibt sich nun die Frage, ob die
Kinder, die mit der Fremdsprache gerade anfangen, gleich auch die Kultur des fremden
Landes kennen lernen sollen. Zu diesem Thema drückt sich D. Kirsch aus: „Das Kind
selbst, seine Persönlichkeit und seine Entwicklung sollten im Mittelpunkt dieses frühen
Fremdsprachenunterrichts stehen und nicht die Sprache, schon gar nicht ihr
Regelsystem.“1

Nach den didaktischen Prinzipien soll im Zentrum des Fremdsprachenunterrichts der


Schüler stehen. Man soll im Anfangsunterricht davon ausgehen, was die Schüler bereits
kennen, also von dem Vorwissen. Viele Kinder verfügen bereits vor dem Beginn des
Deutschunterrichts über bestimmte Kenntnisse der deutschsprachigen Länder. Sie
kennen deutsche Städte, Flüsse, Automarken, Sportler, Schauspieler oder sogar
Politiker. An dieses Wissen der Kinder soll man im Anfangsunterricht anknüpfen, und
nicht daran, was für die Kinder völlig neu ist. Wichtig ist auch, dass den Schülern
gezeigt wird, dass alles, was sie lernen dann in der Praxis verwendbar ist. Gerade die
Landeskunde kann bei ihnen die Motivation erhöhen.

Die heutige Situation der Landeskunde im Deutschunterricht finde ich positiv. Eine
wichtige Rolle spielt das Internet. Die Schüler können mit seiner Hilfe mit Menschen
auf Deutsch kommunizieren und dadurch nicht nur ihre Deutschkenntnisse verbessern,
sondern auch eine Einsicht in das Leben im anderen Land gewinnen. Heutzutage gibt es
in der Tschechischen Republik viele Schulen, an denen muttersprachliche Lektoren
wirken. Sie können dann unseren Schülern helfen, nicht nur ihre Sprachkenntnisse und
Aussprache zu verbessern, sondern sich auch ein reales Bild über das Leben in einem
deutschsprachigen Land zu machen. Eine weitere Möglichkeit, wie die Schüler mit
Muttersprachlern in Verbindung treten können, sind Austauschaufenthalte. Es gibt viele

1
Kirsch, D.: Ich gebe zu bedenken, S. 53

14
Schulen, die ihre Partnerschulen in einem deutschsprachigen Land haben und die diese
Austauschaufenthalte veranstallten. Die geographische Lage unseres Landes und der
deutschsprachigen Länder ist dabei ein positives Faktor. Auf diese Weise bekommen
die Schüler Möglichkeit, mit den deutschen Muttersprachlern in Verbindung zu treten,
die Leute näher kennen zu lernen und die deutsche Sprache zu verbessern. Das ist dann
ein ausgezeichneter Weg zum Lernen der Landeskunde.

2.2 Aufgaben der Landeskunde


Was ist die Aufgabe der Landeskunde im Deutschunterricht? „Sie soll Fremde mit der
Geschichte, den politischen Strukturen und Institutionen, den sozialen und kulturellen
Verhältnissen, mit Philosophie, Literatur und Kunst eines Landes vertraut machen, sie
soll selbstverständlich auch Einblicke in die Mentalität, die Lebensweise und den
Alltag seiner Bewohner geben.“1 So formuliert die Aufgabe der Landeskunde P. Mog.

Landeskunde sollte hauptsächlich das Allgemeinwissen der Schüler erweitern. Wenn


man mit einem deutschsprachigen Partner spricht, wird von ihm meistens bestimmtes
Wissen vorausgesetzt, ohne das der Hintergrund nicht verständlich wird. Es kann
unangenehm sein, wenn man nichts über das Leben und die Lebensweise, Kultur oder
Geschichte des deutschspachigen Partners weiβ. Kenntnis der Landeskunde kann
verschiedene Missverständnisse vermeiden. Es reicht nämlich oft nicht, die wörtliche
Übersetzung für ein Wort zu finden. Man muss auch die kontrastive Semantisierung in
Betracht ziehen. Die Bedeutung des Begriffes in der Muttersprache muss der
Bedeutung in der Zielsprache nicht entsprechen. Beim Lernen einer Fremdsprache
muss man auch den kulturspezifischen Wortschatz bedenken. Es gibt nämlich Wörter
oder auch Dinge, die nicht in allen Kulturen existieren. Erklärung dieser Wörter gehört
auch zum landeskundlichen Unterricht.

Viele Schüler haben Angst vor der fremden Sprache. Die Sprache scheint für viele von
ihnen schwer zu sein. Und auch diejenigen, die schon viele Lektionen hinter sich
haben, bekommen oft Angst, wenn sie sich mit einem Muttersprachler unterhalten
sollen. Der Lehrer sollte den Schülern zeigen, dass sie keine Angst zu haben brauchen,
dass es ganz normal ist, Fehler zu machen. In der Fremdsprache geht es darum, sich zu

1
Mog, P.: Die Deutschen in ihrer Welt, S. 9

15
verständigen, und nicht perfekt und fehlerfrei zu sprechen. Das sollte der Lehrer ganz
klar betonen und damit den Schülern „Angst vor dem Fremden nehmen“.1

An vielen Schulen werden die landeskundlichen Kenntnisse als Ziel des


Fremdsprachenunterrichts nicht so angesehen, wie die sprachlichen. Den Schülern
werden ihre sprachlichen Fehler korrigiert, also falsche Morphologie, Syntax oder
Aussprache. In der Kommunikation kann man aber auch einen Kulturfehler begehen.
Zu solchem Fehler kommt es oft aus Unkenntnis der dort vorhandenen Normen. Und so
ein Fehler muss dann oft mühsam erklärt werden. Die Lehrer müssen sich bewusst
werden, dass nur mit Kenntnis der Landeskunde diese Missverständisse vermieden
werden können.

Man muss vor allem motivierende Funktion der Landeskunde betonen, die dazu
beiträgt, dass das Interesse der Lernenden für die deutsche Sprache geweckt wird. Mit
der Landeskunde kann man die Sprache mit Spaβ und Lust lernen. Eine sehr wichtige
Aufgabe der Landeskunde ist diese Motivation zu entwickeln. Der Lehrer soll die
Schüler darauf aufmerksam machen, dass die Mentalität der Menschen in einem
anderen Land anders ist und er sollte sie den Lernenden näherbringen können. Wenn
sie etwas Interessantes erfahren, kann man dann auch mit ihrem Interesse für die
Sprache rechnen. Mit der Landeskunde kann man die Sprache mit Spaβ und viel
einfacher lernen.

2.3 Rolle des Lehrers im landeskundlichen Unterricht


Um das Ziel des landeskundlichen Unterrichts erreichen zu können, muss der Lehrer
viele Aufgaben und Rahmenbedingungen erfüllen.

Der Lehrer muss damit rechnen, dass die Schüler oft sehr wenig über das fremde Land
wissen, oder dass sie verschiedene falsche und unwahre Vorstellungen haben, die
entweder von eigenen Erfahrungen oder aus den Medien kommen. Diese Vorstellungen
sind oft mit verschiedenen Klischees verbunden, die ihre negative Einstellung
gegenüber dem fremden Land unterstützen. Die Lehrer müssen die verschiedenen
Ansichten der Lernenden respektieren und ihnen eine Möglichkeit geben, ihre Ansicht

1
Beníšková-Schulze, B.: Dossier zur Landeskunde, S. 5

16
zu verändern. Deshalb muss der Lehrer die neuen Informationen langsam und
schrittweise darstellen und sie allmählich weiterentwickeln. Dabei ist sehr wichtig, die
Situation in dem deutschsprachigen Land mit der Heimat vergleichen zu können.

Der Lehrer muss sich darüber klar machen, dass die landeskundlichen Informationen so
umfangreich sind, dass er nicht im Stande ist, alle den Schülern zu präsentieren. Die
Landeskunde umfasst viele Bereiche, und es ist Aufgabe des Lehrers nur solche
auszuwählen, die für die Schüler begreiflich sind. Die Informationen sollten möglichst
anhand authentischer Materialien vermittelt werden.

Nächste Aufgabe des Lehrers ist auf die Aktualität der verwendeten Materialien
aufzupassen. In der Landeskunde sollten aktuelle Probleme behandelt werden. Der
Lehrer muss deshalb ständig die gesellschaftliche Entwicklung ordentlich beobachten,
um die aktuellen Angaben zu vermittlen und sie von den bereits nicht aktuellen zu
unterscheiden.

Es geht im Fremdsprachenunterricht nicht nur darum, die Sprache fehlerfrei zu


beherrschen, sondern um die Kommunikation, Kultur, ausländischen Werte und
Anerkennung eines anderen Volkes. Es ist dann die Aufgabe des Lehrers, die Themen
so interessant darzustellen, dass die Schüler Lust bekommen, sich mit diesen Themen
näher zu beschäftigen und ihr Allgemeinwissen zu vertiefen. Das Thema des
Unterrichts muss so bestimmt sein, dass es an die Kenntnisse und Erfahrungen der
Schüler anknüpft. Es ist dann für die Schüler einfacher, das bereits Bekannte zu
erweitern.

Der Lehrer muss darauf aufpassen, dass die Schüler beim Lernen der fremden Wörter
ihre Bedeutungen automatisch auf die Bedeutungen in der Muttersprache weisen. Diese
Wörter müssen von dem Lehrer erklärt und erläutert werden.

2.4 Probleme der Landeskunde


Die Vermittlung der Landeskunde verläuft nicht immer ohne Probleme. Ich möchte hier
auf einige Schwierigkeiten hinweisen, die mit der Landeskunde zusammenhängen:

17
• Die Landeskunde spielt bei vielen Lehrern noch immer keine groβe Rolle. Es
werden entweder nur einige Fakten über die deutschsprachigen Länder von
ihnen vermittelt, oder im schlimmsten Fall nur die Sprache.
• Die landeskundlichen Informationen und Materialien veraltern sehr schnell.
Gegenstand der Landeskunde verändert sich mit jeder gesellschaftlichen
Etnwicklung. Es hat keinen Sinn, die Materialien jahrelang lagern, der Lehrer
muss sich immer neue und aktuelle Informationen beschaffen.
• Das Deutschlandbild ist bei jedem Lernenden unterschiedlich und hängt mit
dem Wissen über das Land, mit Erfahrungen und Vorurteilen zusammen. Das
betrifft auch die Lernmaterialien, die von Interessen der Autoren geprägt
werden. Oft werden Bilder und Ihhalte von der eigenen Sprache auf die
Zielsprache übertragen und Vorurteile übernommen, die mit der Wirklichkeit
nicht übereinstimmen. Der Lehrer sollte deshalb die Materialien auf deren
Objektivität kritisch studieren. Jede Information kann nämlich subjektiv
interpretiert werden.
• Die Problematik der Landeskunde ist grenzenlos.
• Auf die ständige Entwicklungen und Veränderungen der Landeskunde weist
Pauldrach hin: „Insofern ist Landeskunde einer der schwierigsten Bereiche des
Deutschunterrichts. Sie kommt nie an ein Ende und nie ist man fertig mit ihr.
Sie umfaßt immer den eigenen Ausgangspunkt und das fremde Ziel, weswegen
wir sie interkulturell nennen. Und beide Pole verändern sich permanent (ob wir
es wahrhaben wollen oder nicht). Auch das unterscheidet sie von anderen
Unterrichtsbereichen wie Grammatik oder Phonetik.“1
Gerade die Probleme der Landeskunde sind dafür verantwortlich, dass sie so spannend
ist, und dass sie zu dem interessantesten Teil des Deutschunterrichts gehört.

2.5 Gegenstand des Landeskundeunterrichts


Einfach beschreibt den Gegenstand des Landeskundeunterrichts A. Pauldrach: „Was
unsere Schülerinnen und Schüler wirklich interessiert, soll Gegenstand des Unterrichts
sein.“2

1
Pauldrach, A.: Eine unendliche Geschichte, S. 15
2
Pauldrach, A.: Eine unendliche Geschichte, S. 5

18
Die Lehrer sollten darüber nachdenken, mit welchen Gegenstandsbereichen die Kinder
im Fremdsprachenunterricht bekannt gemacht werden sollten. Es ist die Hauptaufgabe
des Lehrers, solche Themen und Materialien vorzubereiten, die den Schülern Spaβ
machen. Dann wird der Unterricht für sie spannend und interessant.

2.5.1 Themen
Bei der Vorbereitung der Deutschstunden beschäftigen sich die Lehrer oft neben der
Grammatik und Übungen im Lehrbuch auch mit landeskundlichen Themen.
Gegenwärtige Landeskunde sollte hauptsächlich aktuelle Themen aus der Alltagswelt
betonen. Der Lehrer muss berücksichtigen, dass er die landeskundlichen Aspekte nicht
nur auf Deutschland beschränken darf, sondern alle deutschsprachigen Länder
miteinbeziehen muss. Alle Themen können wegen der Breite an kulturellen
Komponenten im Unterricht nicht behandelt werden.

Die Auswahl der Themen ist sehr umfangreich und es ist ziemlich schwierig solche
Themen auszuwählen, die ein breites Spektrum von Informationen über die Zielkultur
beibringen. Es ist natürlich nicht möglich, alles über die fremde Kultur zu erfahren.
Man kann einige Bereiche der fremden Gesellschaft kennen lernen, aber nur punktuell.
Auch wenn man alle möglichen Artikel, literarischen Texte oder Sendungen verfolgt,
wird er nie alles wissen, was er wissen möchte, und es wäre auch nicht sinnvoll.

Die beste Lösung bei der Auswahl der Themen stellen solche dar, die den Kindern Spaβ
machen und die sie interessieren. Zu den unter den Schülern beliebten und populären
Themen gehören:
- Musik
- Sport
- Filme
- Freizeit
- Ferien
- Mahlzeiten
- Probleme der Jugendlichen oder ihre Lebensweise
Wichtig sind Themen aus dem Alltag der in dem Land lebenden Menschen. Solche
Themen sind für die Schüler bestimmt brauchbar und interessant. Sie stehen meistens

19
den Erfahrungen und Kenntnissen der Schüler nah. Jeder Schüler hat eigene
Erfahrungen aus dem fremden Land und diese Erfahrungen können zu einem offenen
Gespräch führen und die Sprechfähigkeiten der Schüler erweitern. Dann hat die Stunde
einen kommunikativen Charakter und gerade das sollte Ziel und Wunsch jedes Lehrers
sein.

Die Themenbereiche der Landeskunde sind sehr abwechslungsreich und sie müssen
sehr sorgfältig ausgewählt werden, wenn das Ziel des Unterrichts erreicht werden soll.
Bei der Auswahl der landeskundlichen Themen muss man folgende Kriterien in
Betracht ziehen:
- Ziel der Stunde
- Lernniveau – Anfänger x Fortgeschrittene, Alter, Komunikationsfähigkeiten
- Interesse der Lernenden, ihre Vorkenntnisse, Einstellung, Alter
- Lernkontext – Steht die Kultur des fremden Landes der eigenen Kultur nah oder
fern?
- Lehrer – Muttersprachler x fremdsprachiger

Die landeskundlichen Themen kann man nach Dieter Penning1 in acht Grundkategorien
teilen:
1. Land und Leute (Geographische Gegebenheiten, Städte und Regionen, der
deutsche Sprachraum und die Entwicklung der deutschen Sprache)
2. Alltag, gesellschaftliches Leben (soziale Kontakte und Beziehungen, Rituale im
Alltag, Arbeit und Freizeit, Lebensstile, Wohnungsprobleme, Denk- und
Lebensweisen der Jugend, Feste und Bräuche, Ausländer in Deutschland)
3. Massenmedien und öffentliche Meinung (Wirkung der Medien,
Presselandschaft)
4. Bildung und Wissenschaft (Schule und berufliche Bildung, Hochschulen,
Studium und Studentenleben)
5. Wirtschaft und Technik (Arbeitslosigkeit, soziale Sicherheit, Verkehrsprobleme,
Umwelt, Energie)

1
Penning, D.: Landeskunde als Thema des Deutschunterrichts-fächerübergreifend und/oder
fachspezifisch?, S. 627

20
6. Staat und Politik (Parteien und Wahlen, Regierungssystem, Deutschland in der
EU)
7. Geschichte (Geschichte der Teilung Deutschlands, Wiedervereinigung, Zweiter
Weltkrieg)
8. Kulturelles (Orte und ihre Dichter, Literatur, Theater, Filme, Museen, Leben
und Werk berühmter Deutscher)

Es wurden hier viele Themenbereiche dargestellt, aber in der Wirklichkeit steht der
Landeskunde eine unbegrenzte Zahl von Themen zur Verfügung. Es ist dann die
Aufgabe des Lehrers solche Themen zu präsentieren, die die Schüler am meisten
interessieren. Es sollten aber auch solche Themen besprochen werden, die auf den
ersten Blick vielleicht nicht so interessant aussehen. Der Lehrer kennt die konkrete
Lerngruppe am besten und weiβ (oder sollte wissen), welche Themen für die Schüler
passend und sinnvoll sind.

2.5.2 Materialien im landeskundlichen Unterricht


In dem landeskundlich orientierten Unterricht sollte der Lehrer möglichst viele
Materialien verwenden, um die deutschsprachigen Länder den Schülern richtig und
angemessen vorstellen zu können. Er sollte so viele Materialien wie möglich zu einem
landeskundlichen Thema bringen, auch gegensätzliche. Er soll nicht nur einseitig
orientierte Materialien benutzen.

Es gibt eine riesige Menge von passenden Materialien. Sie müssen aber sorgfältig nach
bestimmten Kriterien ausgewählt werden. Zu den Kriterien, die man berücksichtigen
sollte, gehören:
1. Thema – altersgemäβ, interessant, motivierend, Anknüpfungsmöglichkeiten
2. Inhalt – klare, interessante Informationen
3. Sprache – nicht zu schwierig
4. Struktur – Gliederung, Überschrift, Absätze
5. Umfang – nicht zu lang

Im Zusammenhang mit den Materialien muss ein wesentliches Problem erwähnt


werden, und zwar das Veralten. Ein wichtiges Merkmal bei der Auswahl der

21
Materialien ist ihre Aktuallität. Um die Wirklichkeit objektiv darzustellen, muss der
Lehrer solche Materialien benutzen, die nicht veraltet sind. Die Materialien bleiben nur
für eine ziemlich kurze Zeit aktuell. Es hat also keinen Sinn, die Materialien jahrelang
lagern, weil sie dann nicht mehr zu benutzen sind. Deshalb sollte sich der Lehrer
bemühen, immer neue und aktuelle Materialien für den Unterricht aufzusuchen und zu
benutzen. Nur so können die Schüler die Kultur mit ihren gegenwärtigen Problemen
kennen lernen. Für den auf Landeskunde orientierten Unterricht ist deshalb wichtig
solchen Stoff auszuwählen, der über einen längeren Zeitraum aktuell bleibt.

Bei der Auswahl des landeskundlichen Materials muss der Lehrer aber nicht nur auf das
Alter aufpassen, sondern auch auf die Objektivität. Er darf die Informationen nicht
subjektiv verfärbt wiedergeben, er muss die individuelle Interpretierbarkeit vermeiden.

Im Unterricht sollten möglichst viele authentische Materialien benutzt werden. Das sind
solche Texte, die in der Realität tatsächlich existieren, die nicht nur für didaktische
Zwecke hergestellt wurden. Dazu gehören z. B. Zeitungen, literarische Texte,
Werbungen usw. Solche Texte haben eine Intention, bringen nicht viel Grammatik
unter und sind einer bestimten Textsorte zuzuordnen. Mit Hilfe dieser Texte kann der
Schüler die Sprache in solcher Form kennen lernen, in der sie in der Wirklichkeit
existiert. Die Authentizität motiviert die Lernenden. Bei diesen Texten entsteht aber das
Risiko, dass sie wegen des komplizierten Wortschatzes nicht verstanden werden, und
dass sie vorhandenes landeskundliches Wissen voraussetzen. Der Lehrer muss solche
Texte vorher fürsorglich auswählen.

2.5.3 Quellen
Es gibt viele mögliche Materialien für den landeskundlichen Unterricht. Es ist aber
notwendig, dass man verschiedene Quellen benutzt. Man braucht solche Quellen, auf
die er sich verlassen kann. Sie sollen sicher und authentisch sein, damit die Schüler mit
ihrer Hilfe die Zielkultur richtig verstehen.

Viele Lehrer benutzen auf der ersten Stelle das Lehrbuch für den Unterricht. Es gibt
verschiedene Lehrbücher, in einigen finden wir mehrere landeskundliche
Informationen, in anderen weniger. Viele Lehrbücher, die im Unterricht gebraucht

22
werden, sind leider schon veraltet. Wir finden in ihnen keine aktuellen Angaben mehr.
Was die Landeskunde betrifft, sollte sich meiner Meinung nach kein Lehrer nur auf das
Lehrbuch verlassen. Er sollte sich auf jeden Fall verschiedene Zusatzmaterialien
verschaffen. Sehr geeignet für den Unterricht sind verschiedene authentische
Materialien aus Alltagssituationen. Man kann für den Unterricht folgende Quellen
benutzen: Karten, Fotos, Filme, Kasseten, Prospekte, Broschüren, Bilder, Bücher,
Zeitungen, Zeitschriften, Anzeigen, Werbung, Fahrkarten, Fahrpläne, Geldscheine,
Stadtpläne, Speisekarten, Wahlplakate, Rechnungen, Münzen, Urkunden, Flugblätter,
Wahlprogramme, Statistiken, Karikaturen, Lieder usw. Man kann landeskundliche
Informationen auch in literalischen Texten finden.

Man kann solche Quellen benutzen, die in der Heimat zu kaufen sind oder zur
Verfügung dem Lehrer stehen. Oft sind es verschiedene Massmedien wie Zeitungen,
Zeitschriften, Rundfunk, Fernsehen und natürlich auch Internet. Es stellt sich jedoch die
Frage nach der Objektivität. Der Lehrer muss (noch bevor er solche Materialien im
Unterricht benutzt) feststellen, ob sie der Wahrheit entsprechen und was für ein Bild
von Deutschland sie liefern.

Als eine Informationsquelle kann auch eine Person sein. Am besten solche, die in
einem deutschsprachigen Land zu Hause ist, oder diejenige, die dort für eine längere
Zeit lebt oder lebte. Die beste Möglichkeit ist natürlich, wenn sich der Lehrer selbst in
einem deutschsprachigen Land für eine Zeitperiode aufgehalten hat. Dann kann er den
Schülern viele Sachen aus eigener Perspektive beibringen, erzählen und erläutern. Er
wird zwar höchstwahrscheinlich kein objektives Bild der Zielkultur haben, aber es wird
für die Schüler viel spannender, seine eigenen Erlebnisse zu erfahren, als irgendwelche
„objektiven“ aus dem Lehrbuch.

2.5.4 Informationsbeschaffung
Die Informationsbeschaffung ist für die Lehrer im Ausland oft nicht einfach. Es gibt
Institutionen, die sich damit beschäftigen, die Öffentlichkeit mit Informationen und
Materialien über das gesellschaftliche Leben zu versorgen. Die Deutschlehrer sind für
diese Materialien, die meistens kostenlos zur Verfügung stehen, dankbar. Man kann
von diesen Gesellschaften verschiedene Prospekte, Zeitschriften oder Publikationen

23
erhalten. Es handelt sich z. B. um das Presse- und Informationsamt der
Bundesregierung oder die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen. Aber hier sind wir
wieder bei dem Problem der Objektivität. Diese Institutionen vertreten nämlich
meistens eine bestimmte Meinung und die Materialien müssen dementsprechend nicht
hunderprozentig zuverlässig sein.

Ansonsten muss man verschiedene andere Varianten nutzen. Man kann in deutschen
Zeitungen suchen oder öffentliche Bibliotheken benutzen. Man kann auch den nächsten
Goethe-Institut besuchen. Und man darf natürlich das Internet nicht vergessen, das in
der heutigen Zeit eine entscheidende Rolle spielt. Dort kann man verschiedene
Informationen finden, oder auch Kontakte anknüpfen.

Die aktuellen Informationen muss aber nicht nur der Lehrer selbst besorgen. Er kann es
den Schülern überlassen. Darin besteht oft der Erfolg des Lehrers, wenn er seine
Schüler dazu bewegt, selbstständig arbeiten zu können. Dadurch kann der Lehrer ihre
Motivation steigern. Die Schüler sollten es freiwillig machen, Spaβ daran haben und
dabei viel lernen. Dann macht der Deutschunterricht viel mehr Spaβ und die
Lernergebnisse der Schüler sind besser.

2.6 Unterrichtsmedien
Das Wort Medium bezeichnet ein Element, das eine vermittelnde Funktion hat. Im
Zusammenhang mit dem landeskundlichen Unterricht bezeichnen wir als Medien z. B.
Lehrbücher, Tafeln, Landkarten oder Computerprogramme.

Heutzutage bestimmen die Medien unser Leben. Wir können sie in auditive, visuelle
und audiovisuelle teilen. Zu den auditiven Medien gehören vor allem Kassetten, CD-
Platten oder Radiosendungen. Als visuelle Medien gelten Overhaed-Projektor,
Wortkarten, Wandtafel, Bilder, Zeitungs- und Zeitschriftsartikeln, Plakate, literarische
Texte und audiovisuelle Medien bilden Filme, Videos, DVDs und verschiedene
Lernprogramme.

Die Hauptaufgabe der Medien ist die Anschaulichkeit zu gewährleisten. „Gerade in


dieser Hinsicht bietet der Fremdsprachenunterricht ein reich gefächertes

24
Anwendungsfeld, da viele landeskundliche Einsichten nur über bebilderte Ansichten
gewonnen werden können.“1 Mit ihrer Hilfe kann oft die Muttersprache im
Fremdsprachenunterricht vermieden werden, denn in dieser Art und Weise können neue
Wörter erklärt werden.

Die Medien können den Unterricht auflockern, die Aufmerksamkeit der Schüler
wecken und ihre Motivation stärken. Der Fredmsprachenunterricht wäre heutzutage
ohne Medien nicht möglich. Sie können die Realität so zeigen, wie sie wirklich ist.
Dank der Medien können die Schüler Gespräche hören, die sich im Alltag tatsächlich
abspielen. Sie erweitern die Lernmöglichkeiten einer Fremdsprache.

Die auditiven Medien wie CD-Platten (bzw. Kassetten) mit Hörtexten, Hörbeispielen,
Liedern und Nachsprechübungen sind heute immer ein integrierter Bestandteil der
Lehrwerke. Was die Medien betrifft, finden wir in den modernen Lehrwerken auch
verschiedene andere Zusatzmaterialien wie CD-ROMs oder DVDs.

Eine wichtige Rolle spielen im Deutschunterricht verschiedene Zeitungen oder


Zeitschriften (z.B. Hurra, Freundschaft), die für didaktische Zwecke herausgegeben
werden. In ihnen finden wir oft verschiedene landeskundliche Themen, die von den
Schülern aufarbeitet werden können. Positiv bewerte ich an ihnen ihre Aktualität, denn
sie erscheinen oft jeden Monat neu. Im Unterricht kann man verschiedene Artikel und
Texte benutzen, in denen die Schüler etwas von Menschen und Zielkultur erfahren, z.
B. welche Probleme sie haben, wovon sie träumen.

Die wichtigste Rolle im Bereich der neuen Medien spielt im Fredmsprachenunterricht


zweifellos das Internet. Es stellt für die Lernenden eine unendliche Informationsquelle
dar. Das Internet liefert uns multimediale Materialien zu. Es steht allen Menschen auf
der Welt zur Verfügung. Es vermittelt den Schülern authentische Anlässe, die ihre
sprachlichen Fähigkeiten und kulturelle Übersicht fördern. In Bezug auf den
Fredmsprachenunterricht erfüllt das Internet drei Funktionen:2
1. Man kann dort verschiedene aktuelle Informationen finden.

1
Bausch, K. R., Christ, H., Krumm, H. J.: Handbuch Fremdsprachenunterricht, S. 238
2
Biechele M., Padrós A.: Didaktik der Landeskunde, S. 120

25
2. Man kann dort eigene Materialien veröffentlichen.
3. Man kann mit Menschen überall auf der Welt kommunizieren.
Diese Funktionen kommen im Unterricht gemischt vor. Das Internet vermittelt Fakten,
kann den Lernenden bei der Lösung verschiedener Probleme helfen, es ermöglicht
Recherchen bei Projektarbeiten, es fördert die Lernerautonomie. Im Internet kann man
eine unerschöpfliche Menge an authentischen Materialien finden - z. B. Prospekte,
Fahrpläne, Stadtpläne usw. Im Internet gibt es aber auch verschiedene landeskundlich
orientierte Lernprogramme, die für Lernende jedes Alters geeignet sind. Sie werden oft
nach dem Lernniveau aufgeteilt.

2.7 Methoden und Arbeitsformen im landeskundlichen Unterricht


Unter dem Wort „Methode“ verstehen wir eine Vorgehensweise, mit der wir das Ziel
des Fremdsprachenunterrichts erlangen. In dem an Landeskunde orientierten Unterricht
gibt es verschiedene Methoden. Sie werden nach der Aufgabe, dem Ziel und der
Aktivität der Schüler unterschieden.

Der Lehrer muss versuchen, auf die Interessen der Schüler einzugehen und den
Landeskundeunterricht so zu gestalten, dass die Schüler neugierig auf die
deutschsprachigen Länder sind. Dazu sind vor allem solche Arbeitsformen geeignet, die
Kreativität der Schüler fördern.

Der Erfolg der Unterrichtsmethoden ist immer auf die Organisationsfähigkeiten des
Lehrers zurückzuführen, auf seine gute Vorbereitung und auch auf die Teilkompetenz
der Klasse. Zur Förderung der kommunikativen Kompetenz ist eine Reihe geeigneter
Unterrichtsaktivitäten nötig. Die sollten so konzipiert sein, dass die Lernenden das
Gefühl haben, etwas Interessantes beizutragen und ihren Partnern etwas mitteilen zu
können. Genauso motivierend wirken Spaβ, Herausforderung und Freude an der
Lösung.

2.7.1 Frontalunterricht
Die vielleicht bekannteste Arbeitsform ist der Frontalunterricht. Bei ihm spielt die
Hauptrolle der Lehrer, die Schüler bleiben relativ passiv und beteiligen sich wenig am
Unterricht. Der Lernprozess wird vom Lehrer gesteuert, kontrolliert und geleitet. Die

26
Schüler hören meistens nur zu, was der Lehrer erzählt und können sich dabei Notizen
machen.

Was die Landeskunde betrifft, ist der Frontalunterricht dann erforderlich, wenn der
Lehrer eine Menge von Informationen in kurzer Zeit auf die Schüler übertragen
möchte. Es wird oft in der Form von Vorlesen, Erzählen oder Erklären benutzt. Negativ
ist bei dieser Methode, dass die Schüler verschiedene Daten auswendig und ohne
Verständnis lernen, es fehlt oft die praktische Anwendung. Die Schüler können die
neuen Informationen mit keinem eigenen Erlebnis verbinden.

2.7.2 Auf Kommunikation orientierte Formen


Im landeskundlichen Unterricht kann man aber auch sehr gut solche Methoden
benutzen, bei denen die Schüler aktiv mitarbeiten, Initiative übernehmen und daneben
ihre kommunikative Kompetenz fördern. Sie motivieren die Schüler dazu, ihre
persönliche Meinung auszudrücken und sind nur wenig gesteuert. Dazu gehören z. B.
Rollenspiele, Diskussionen oder Debatten. Bei solchen Methoden können die
Lernenden ihre persönliche Stellungnahme äuβern. Um diese Methoden im Unterricht
anwenden zu können, müssen die Schüler die Fremdsprache schon ziemlich gut
beherrschen.

In der Diskussion sprechen zwei oder mehrere Personen zu einem Thema, wobei jede
Seite ihre Argumente vorträgt. Um eine Diskussion zu provozieren, muss der Lehrer
einen bestimmten Anlass vorzubereiten (z. B. Leben in Tschechien und Deutschland –
Vorteile, Nachteile, Lebensniveau). Es kommt dabei immer auf das Interesse und
Sprachkenntnisse der Schüler an.

Bei den Rollenspielen werden konkrete Situationen aus dem Alltag vorgespielt. Sie
können den Schülern helfen, in den alltäglichen Situationen zurecht zu kommen. Durch
das Rollenspiel lernen die Schüler, in realistischen Situationen zu handeln und
probieren aus, sich in fremde Situationen zu versezten.

Eine Debatte ist ein Streitgespräch, in dem die Für- und Widerargumente vorgetragen
werden. Das Ziel ist den Partner von der eigenen Wahrheit zu überzeugen. Die Schüler

27
müssen verschiedene Argumente für die Begründung ihrer Behauptung suchen. Diese
Methode eignet sich sehr gut für den Landeskundeunterricht, denn sie verbindet alle
drei Ansätze der Landeskunde in eine Einheit.

2.7.3 Projektunterricht
Zu den erfolgreichen Methoden im landeskundlich orientierten Unterricht gehört der
Projektunterricht. Die landeskundlichen Themen können sehr gut im Projektunterricht
behandelt werden. In der Form der Projektarbeiten kann bei den Schülern ihr Interesse
an einem fremden Land geweckt werden.

Im Projektunterricht wird die Schule mit dem alltäglichen Leben verbunden. Die Klasse
wird meistens auf kleine Gruppen aufgeteilt, die an einem gewissen Thema arbeiten. Es
kann aber auch die ganze Klasse an dem Projekt arbeiten. Es muss der Anfangs- und
Endtermin festgelegt werden. Es kann sich um Langzeitprojekte oder nur
Kurzzeitprojekte handeln. Die Schüler beschäftigen sich dabei intensiv mit dem
bestimmten Thema und können dabei ihre eigenen Ideen in den Unterricht bringen. Ein
interessantes Merkmal des Projektunterrichts ist, dass er nicht unbedingt in der Schule
stattfinden muss. Die Schule ist nicht der einzige Ort, an dem die Schüler lernen.

Es können auch eigene Erfahrungen der Kinder in den Unterricht miteinbezogen


werden. Es wird auf das selbstständige Handeln, die Kooperation und auch auf das
Entdecken von neuen Dingen Wert gelegt. Eine groβe Rolle im Projektunterricht
spielen die Phantasie und Kreativität. Der Lehrer hat hier nicht die führende Rolle,
sondern nur die Rolle eines Koordinators und Helfers. Die Projektarbeit unterstützt die
Selbständigkeit der Schüler, verbessert ihre Fähigkeit zur Informationsbearbeitung und
steigert ihre Motivation zum Lernen der deutschen Sprache. Die Schüler bewältigen
selbständig verschiedene Aufgaben, arbeiten nicht ständig unter Leitung, Unterstützung
und Kontrolle des Lehrers. Eben die Selbstständigkeit spielt bei dieser Methode eine
wichtige Rolle. Der Lehrer macht nichts, was die Schüler selbst machen können. Wie
es möglich ist, überlässt der Lehrer die Unterrichtsplanung, Zielsetzung und
Durchführung den Schülern. Sie setzen sich mit dem Thema auseinander, sammeln
Materialien und Informationen und bereiten weitere Hilfsmittel vor. Das stärkt ihr

28
Vertrauen in die eigenen Kräfte. Am Ende wird das Projekt von den Schülern und auch
der ganzen Gruppe präsentiert.

Bei der Projektarbeit ist meistens ein hoher Erfolg garantiert, denn die Schüler können
ihr Lernen selbst bestimmen. Wenn die Schüler selbst etwas anfertigen, werden sie die
neuen Erkenntnisse länger im Gedächtnis behalten. Die Kinder fühlen gemeinsame
Verantwortung bei Planung und Ausführung des Projekts, sie lernen selbstständig
verschiedene Hilfsmittel zu verwenden. Es werden dabei nicht nur die bloßen
Erkenntnisse gebraucht, sie werden vom praktischen Tun ergänzt. Die Schüler
beteiligen sich alle an der Arbeit, jeder einzelne hat sein Verdienst und kann die Arbeit
der ganzen Gruppe beeinflussen. Gleichzeitig lernen sie die Arbeit im Team und tragen
die gemeinsame Verantwortung.

Beim Projektunterricht kann der Lehrer auf einige Schwierigkeiten stoβen. Die Kinder
sind nämlich oft nicht gewöhnt, selbständig zu arbeiten, denn sie machen oft alles nach
den Anweisungen der Lehrer. Und die Lehrer müssen sich auch daran gewöhnen, nicht
alles vorschreiben zu müssen und den Schülern einen freien Raum zu überlassen. Wenn
man also mit der Projektarbeit beginnt, sollte er sich eher auf kleinere Arbeiten
konzentrieren.

Beim Projektunterricht gibt es meistens keine Noten, was ich ziemlich positiv bewerte.
Jeder Schüler beurteilt seine Arbeit und auch die Arbeit der ganzen Gruppe selbst. Der
Projektunterricht befähigt damit die Schüler zur Kritik und Selbstkritik. Die Arbeit
ohne Streben nach einer guten Note kann auch mehr effektiv sein und kann mehr Spaβ
machen.

2.8 Ziel des landeskundlichen Unterrichts


Ziel des landeskundlichen Lernens ist „nicht die Aneignung bestimmter Kenntnisse
über ein Land, sondern der Erwerb allgemein kultureller Sensibilität und die Fähigkeit
zur Rollendistanz.“1 Mit dieser Aussage betont D. Penning, dass der auf Landeskunde
orientierte Unterricht nicht nur Informationen über das Land vermitteln soll. Es geht

1
Penning, D.: Landeskunde als Thema des Deutschunterrichts-fächerübergreifend und/oder
fachspezifisch?, S. 626

29
viel mehr um die allgemeinen Kenntnisse, die sich auf die fremde Kultur beziehen.
Ähnlich definiert das Ziel des landeskundlichen Unterrichts A. Pauldrach: „Die
Lernziele beziehen sich vor allem auf Handlungsfähigkeit in der Zielkultur und
Einstellungen gegenüber der Zielkultur.“1

Zum Ziel des landeskundlichen Unterrichts gehört auch Erweckung des Interesses für
die deutschsprachigen Länder und Abbau vorhandener Klischees. Die Beschäftigung
mit anderen Sprachen, Ländern, Gesellschaften und Kulturen soll den Schülern
ermöglichen, einen Blick in das Fremde zu werfen.

Nach Manfred Erdmenger2 dient Landeskunde vier Zielen:


1. Sie soll Kenntnisse über solche Gebiete der Zielkultur vermitteln, mit denen der
Lernende in der Zukunft in Berührung kommt.
2. Wichtig ist das Kenntnis des alltäglichen Lebens in dem fremden Land, aber
auch Kenntnis vielschichtiger Erscheinungen in Staat, Gesellschaft, Kultur und
Wirtschaft.
3. Die Kenntnisvermittllung berührt auch das Sozialwissen und Wissen über
Verhaltensnormen in Alltagssituationen.
4. Landeskundliches Wissen kann dazu beitragen, eine Bereitschaft zur Revision
von Vorurteilen dem Fremden gegenüber zu erreichen.

2.9 Grundsätze der Landeskunde


Am Ende des praktischen Teils meiner Arbeit versuche ich noch einmal die
bedeutsamsten Angaben über die Landeskunde zusammenzufassen. Ich gehe dabei von
den ABCD-Thesen3 aus, die im Jahre 1990 entstanden. Einige von ihnen möchte ich
hier teilweise präsentieren, weil sie meiner Meinung nach sehr genau die Aufgaben,
Prinzipien, Anforderungen und Grundsätze der Landeskunde formulieren.
• Das Thema der Landeskunde ist die Wirklichkeit der Zielsprachenländer und
die kulturelle Identität der Menschen, die dort leben.
• Landeskunde ist dynamisch und prozesshaft, sie verzichtet auf Vollständigkeit
der Informationen.

1
Pauldrach, A: Eine unendliche Geschichte, S. 7
2
Erdmenger, M.: Landeskunde im Fredmsprachenunterricht, S. 25
3
ABCD-Thesen zur Rolle der Landeskunde im Deutschunterricht

30
• Die deutsche Sprache ist als Muttersprache in verschiedenen Regionen, deshalb
orientiert sich der Deutschunterricht auf eine interkulturelle Kommunikation.
• Primäre Aufgabe der Landeskunde ist die Entwicklung von Fähigkeiten,
Fertigkeiten und Strategien im Umgang mit fremden Kulturen. Dadurch können
dann Vorurteile abgebaut werden und eine kritische Toleranz entwickelt
werden.
• In allen Materialien müssen Informationen über den ganzen deutschsprachigen
Raum berücksichtigt werden.
• Landeskunde steht im Zusammenhang mit der Sprache.
• Landeskunde erfordert solche Lehrer, die alle deutschsprachigen Regionen im
Deutschunterricht behandeln.
• Landeskunde wird als ein Prozess der aktiven Auseinandersetzung mit fremden
Kulturen gesehen.
• Es sollten authentische Materialien über die deutschsprachigen Regionen
benutzt werden, die verschiedene Sichtweisen und Widersprüche einer
Gesellschaft darstellen.
• Die Lernenden sollen Lust und Neugier auf Entdeckung bekommen und
Möglichkeit auf eine eigene Meinung.
• Die Lernenden sollten mit der Vielfalt von regionalen Varietäten der deutschen
Sprache bekannt gemacht werden.
• Im landeskundlichen Unterricht ist notwendig auch historische Themen zu
behandeln, die den Zusammenhang von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
geben.
• Einen wichtigen Beitrag leisten literarische Texte, mit deren Hilfe einem fremde
und eigene Wirklichkeit bewusst wird.
• Im Unterricht soll man sich auf die Vielfalt der deutschsprachigen Regionen
konzentrieren, auf ihre Gemeinsamkeiten und auch Unterschiede (historische,
politische, kulturelle, sprachliche).
• Der Landeskundeunterricht soll kontrastiv sein, er soll an Spuren der fremden
Kultur im eigenen Land anknüpfen, Vorkenntnisse und Klischees aufgreifen.
• Der Landeskundeunterricht muss Erlebnissen und subjektiven Meinungen Raum
geben. Landeskunde vernetzt den Fremdsprachenunterricht mit anderen
Fächern.

31
Ich glaube, dass von diesen Grundsätzen nicht nur die Lehrer, sondern auch die
Lehrwerkautoren ausgehen sollten.

32
3 LEHRWERKE UND LANDESKUNDE – EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG
Das Lehrwerk spielt im Unterricht meistens die wichtigste Rolle. Heute gibt es ein
groβes Angebot an deutschen Lehrwerken und es ist nicht immer einfach, das passende
zu finden. Die Landeskunde sollte ein fester Bestandteil des Deutschunterrichts sein,
deshalb sollte sie auch in den Lehrwerken ihre Stelle haben. Ich werde mich also in
diesem Teil meiner Arbeit dafür interessieren, welche landeskundlichen Informationen
und Inhalte verschiedene Lehrwerke enthalten und vermitteln.

Da ich mich in diesem Teil der Arbeit vor allem mit Lehrbüchern befassen möchte,
würde ich an dieser Stelle den Unterschied zwischen „Lehrwerk“ und „Lehrbuch“
erläutern. „Das Lehrbuch ist ein in sich abgeschlossenes Druckwerk mit fest umrissener
didaktischer und methodischer Konzeption.“1 Das Lehrwerk besteht dagegen aus
unterschiedlichen Teilen (Arbeitsbuch, Kassete/CD, Video/DVD, Lehrerhandbuch,
Wörterbuch usw.), zu denen auch das Lehrbuch zählt. Eben das Lehrbuch spielt in
jedem Lehrwerk die wichtigste Rolle, weil es den ganzen Lernstoff enthält. Die
anderen Teile des Lehrwerks haben dann nur eine zusätzliche Funktion.

3.1 Landeskunde in den Lehrwerken


Das Lehrwerk stellt für die meisten Lehrer ein Basismedium im
Fremdsprachenunterricht dar. Ich bemühe mich festzustellen, welche Bereiche der
Landeskunde in den Lehrwerken für Deutsch behandelt werden, indem ich eine
Analyse durchführe. Ich werde davon ausgehen, was ich in dem theoretischen Teil
erwähnt habe.

In meiner Untersuchung werde ich das Konzept der Lehrwerke mit dem Schwerpunkt
auf dem landeskundlichen Kriterium testen. Ich möchte eine qualitative Inhaltsanalyse
druchführen. Das Ziel dieser Analyse ist festzustellen, wie die ausgewählten Lehrwerke
die landeskundliche Ebene widerspiegeln.

Die Vermittlung von landeskundlichen Informationen ist im Fremdsprachenunterricht


von groβer Bedeutung und sie sollten zu einem Pflichtteil in Lehrbüchern gehören. „Im
Lehrwerk muss auch ein Ausgleich zwischen linguistischer und auβerlinguistischer

1
Bausch, K. R., Christ, H., Krumm, H. J.: Handbuch Fremdsprachenunterricht, S. 240

33
Information (z. B. im landes- und kulturkundlichen Bereich) gewährleistet sein. Vor
allem in Lehrwerken für den Anfangsunterricht kann es zu einer Dominanz der
Grammatikprogression kommen, was zu einer Verzerrung der Authentizität von
Gesprächssituationen, Rollen, Textsorten und landeskundlicher Information führt.“1

3.2 Kriterien für die Lehrwerkanalyse

Für jede Untersuchung der Lehrwerke müssen bestimmte Kriterien festgelegt werden.
„Jede Analyse von Lehrwerken braucht Kriterien, anhand welcher sie beurteilt werden
könnten. Die Kriterien in ihrer Zusammenstellung in Form einer Liste werden
übersichtlich und damit anwendbar. In dieser Form gewährleisten sie eine relative
Vergleichbarkeit der Ergebnisse ihrer Anwendung auf unterschiedliche Werke.“2

Bei der Lehrwerkanalyse unterscheiden wir didaktische, linguistische und


landeskundliche Kriterien. In meiner Analyse möchte ich mich nur auf landeskundliche
Kriterien konzentrieren. Bei der Untersuchung der Lehrwerke ist die Art und Weise,
wie in ihnen die landeskundliche Komponente gestalltet wird, ein wichtiger Punkt.

Nach dem Projekt „Mannheimer Gutachten“3 aus dem Jahre 1977 gibt es folgende
landeskundliche Kriterien für die Lehrwerkanalyse:
• „Lernzielangabe
• Text und Kommunikation
• Gesellschaftliche Wirklichkeit
• Lebenssituation
• Kulturgeographische Gegebenheiten
• kulturrelativierende Perspektive?
• Summieren sich die Mitteilungen zu einem Deutschlandbild?“

Ich finde diese Kriterien jedoch zu allgemein, deshalb habe ich für den Zweck meiner
Analyse selbst einen Fragenraster geschaffen. Ich gehe bei ihm von den Erkenntnissen

1
Bausch, K. R., Christ, H., Krumm, H. J.: Handbuch Fremdsprachenunterricht, S. 241
2
Kast, B./Neuner, G. Zur Analyse, Begutachtung und Entwicklung von Lehrwerken für den
fremdsprachlichen Deutschunterricht, S. 109
3
http://spzwww.uni-muenster.de/~griesha/fsu/lwk/mannheim.krit.html

34
aus, die ich im theoretischen Teil meiner Arbeit bereits beschrieben habe, also von den
Anforderungen an ein Lehrbuch in Bezug auf landeskundliche Inhalte. Ich werde mich
dabei auch dafür interessieren, ob da alle landeskundlichen Ansätze vertreten werden,
oder ob die Lehrwerke nur einem der Ansätze verpflichtet sind.

Fragen (Kriterien) für meine Untersuchung:


 Welche landeskundlichen Themen werden da behandelt?
 Gibt es da authentische, realistische Fotos?
 Wie ist die Graphik? Befinden sich dort verschiedene Landkarten, Stadtplände
usw.?
 Finden wir dort authentische, interessante Texte aus dem Alltag?
 Befinden sich dort auch Ausschnitte von literarischen Texten?
 Werden da Fakten und Daten über Geographie, Geschichte, Kultur, Politik,
Bildungswesen und Wirtschaft vermittelt?
 Bereitet der verwendete Wortschatz die Lernenden auf die
Alltagskommunikation vor? Vermittelt er die geschriebene und gesprochene
Umgangssprache?
 Erfahren wir etwas von der sprachlichen Vielfalt der Zielkultur
(Umgangssprache, Fachsprache, regionalle und soziale Varianten)?
 Regt es zur alltägllichen Kommunikation an?
 Setzt das Lehrwerk landeskundliches Vorwissen voraus?
 Werden dort Informationen von allen deutschsprachigen Ländern gleichmäβig
behandelt?
 Werden hier die Ausgangskultur und die deutsche Zielkultur verglichen?
 Erweitert das Lehrwerk Gebiete, die für Gespräche über aktuelle Probleme nötig
sind?
 Gibt es zu dem Lehrwerk irgendwelche Zusatzmaterialien und Medien zur
Entwicklung landeskundlicher Alltagskenntnisse (z. B. Video, DVD, CD)?
 Sind die Informationen in dem Lehrwerk noch aktuell und wichtig?
 Ist der Lernstoff mit anderen Fächern vernetzt?
 Welche Arbeitsformen werden für den Landeskundeunterricht gebraucht?

35
Mit diesen Fragen werde ich mich bei jedem Lehrwerk beschäftigen. Ich versuche sie
in folgende Bereiche einzuordnen:
• Texte
• Illustrationen
• Sprache
• Themen
• Zusatzmaterialien
• Sonstiges
Am Ende führe ich noch einmal die wichtigsten Vorteile und Nachteile jedes
Lehrwerks ein.

3.3 Auswahl der analysierten Lehrwerke


Ich versuche in meiner Arbeit zu ermitteln, was für Unterschiede es unter den
Lehrwerken im Hinblick auf Landeskunde gibt. Ich suche absichtlich unterschiedliche
Lehrwerke aus, was die Struktur und das Alter betrifft, um dann einen Vergleich
durchführen zu können. Bei der Auswahl der Lehrwerke habe ich mich absichtlich
nicht nur für die neuesten entschieden, um den Kontrast und Entwicklungstendenzen
hervorheben zu können. Für die Analyse habe ich drei Lehrwerke ausgesucht, die
ziemlich oft für den Unterricht an der Grundschule gebraucht werden – „Heute haben
wir Deutsch“, „Das Deutschmobil“ und „Planet“. Und warum habe ich mich gerade für
diese Lehrwerke entschieden?

Meine Umfrage hat ergeben, dass viele Grundschulen nach dem Lehrwerk „Heute
haben wir Deutsch“ unterrichten. Mit diesem Lehrwerk habe ich persönlich als
Lehrerin auch Erfahrung, deshalb glaube ich, dass ich das Lehrwerk verantwortlich und
gründlich beurteilen kann. Viele Schulen arbeiten auch mit dem Lehrwerk „Das
Deutschmobil“, das ein bisschen andere Konzeption hat, obwohl es in ungefähr
gleichen Zeit herausgegeben wurde. Das ganze Lehrwerk wird auf Deutsch geschrieben
und ich erwarte, dass ich einige Unterschiede zwischen diesen zwei Lehrwerken finde.
Deshalb wähle ich es aus, obwohl ich persönlich keine Erfahrung mit dem Lehrwerk
gemacht habe. An den meisten Grundschulen begann man mit der deutschen Sprache
(als erster Fremdsprache) in der 4. Klasse. Diese zwei Lehrwerke sind also für diese
Altersgruppe geeignet. Diese Situation wird sich in den nächsten Jahren ändern und

36
Deutsch wird als zweite Fremdsprache erst in der 7. (8.) Klasse unterrichtet. Deshalb
werden wahrscheinlich solche Lehrwerke benutzt, die auf ältere Kinder (oder
Jugendliche) zielen. Was die deutsche Sprache angeht, kommt es an den meisten
Schulen zu einer groβen Wende. Ab dem Schuljahr 2007/08 kommen vermutlich viele
Schulen zu solchen Lehrwerken über, die schon den Niveaustufen des Gemeinsamen
Europäischen Referenzrahmen entsprechen. Aus diesem Grund wähle ich zur
Abwechslung ein neueres und moderneres Lehrwerk aus, und zwar „Planet“. Bei
diesem Lehrwerk werde ich mich nur auf den ersten Teil konzentrieren, der zum
Niveau A1 führt. Erlangung dieser Niveaustufe wird an der Grundschule für die zweite
Fremdsprache verlangt.

Ich beschreibe diese Lehrwerke nach den angegebenen Kriterien. Ich versuche mich zu
jedem einzelnen Punkt dann auszudrücken, auch wenn ich nicht immer der Reihe nach
vorgehen werde. An dieser Stelle muss ich noch betonen, dass ich die Lehrwerke nur
aus landeskundlicher Sicht beobachten werde. Ich habe nicht vor, mich mit der
Vermittlung der Grammatik oder Aussprache zu beschäftigen.

3.4 „Heute haben wir Deutsch“ (Jirco, Praha 1994-2000, 5 Teile)


Dieses Lehrwerk ist für Schüler bestimmt, deren Muttersprache Tschechisch ist. Wir
finden dort die Grammatik auf Tschchisch erklärt, am Ende ist ein deutsch-
tschechisches und tschechisch-deutsches Wörterbuch. Die Anweisungen zu einzelnen
Aufgaben werden meistens auf Deutsch formuliert. Die ersten drei Lektionen in dem
ersten Lehrbuch enthalten einen audiovisuellen Kurs mit Bildern und
Kassetenaufnahmen.

Die Konzeption des Lehrwerks wird folgendermaβen beschrieben: „Jazykové učivo je


úzce spojeno s rozvíjením poznatků z reálií německy mluvících zemí a s uplatněním
širších kulturologických aspektů s důrazem na široké mezipředmětové vztahy. Celý
soubor má vynikající metodickou koncepci, která respektuje odlišnosti obou jazyků a
umožňuje žákům získat v promyšleném systému "od řeči k řeči" komunikativní
dovednost, pomocí pestré nabídky cvičení nabyté znalosti natrvalo upevnit a zároveň
integrací základních poznatků z reálií překonávat bariéry mezi národy.“1

1
http://www.heutehaben.cz

37
Gleich beim ersten Kontakt mit diesem Lehrbuch stoβen die Schüler auf die Realität
der deutschsprachigen Länder. Sie treffen dort vier Kinder – Hauptfiguren, die aus
verschiedenen Ländern kommen. Dana und Milan sind Kinder aus Prag. Sie vertreten
so die Rolle unserer Schüler und sie können sich mit ihnen gleich identifizieren. Die
nächsten Figuren sind Hans aus Berlin und Gitti aus Wien. Von ihnen erfahren Dana
und Milan und auch unsere Schüler verschiedene Fakten und Informationen, die aber
nicht immer direkt mit ihrer Heimat zusammenhängen. Diese Idee mit Freunden aus
den deutschsprachigen Ländern finde ich sehr gelungen, vielleicht könnten sie aber ein
bisschen mehr die Länder, die sie vertreten, vorstellen. Mit dem ersten Lehrbuch
arbeiten zwar meistens kleine Kinder, aber es wäre sicherlich möglich, auf eine
einfache Weise landeskundliche Informationen hinzufügen.

3.4.1 Texte
Jedes Lehrbuch wird in einzelne Lektionen unterteilt. Den ersten Teil jeder Lektion
bildet ein Einführungstext, der auch als Hörtext auf der Kassete zu finden ist. Bei
diesen Texten handelt es sich meistens um Dialoge. In dem ersten Lehrbuch (also bei
Anfängern) sind die Texte nicht besonders landeskundlich orientiert. Anderes ist es in
den folgenden Lehrbüchern, wo sich viele Texte mit landeskundlicher Problematik
beschäftigen. Dort erfahren die Lernenden viele Informationen nicht nur aus den
deutschsprachigen Ländern, sondern manchmal auch aus unserer Republik. Dabei geht
es nicht um bloβe Aufzählung von Fakten oder Daten, sondern um manchmal ziemlich
spannende Geschichten, die einen geographischen Hintergrund haben. Als Beispiel
führe ich einige Auszüge ein:
„Ich war nämlich am Wochenende mit meinem Sportklub in Holzkirchen (das ist ein
Ort bei München).“1
„Wir waren im Hafen. Der ist super. Hamburg hat viele Häfen und man sieht hier viele
Schiffe.“2
„In den Osterferien war Milan mit seiner Pfadfindergruppe in der Schweiz, in
Küssnacht (obec u Luzernu na břehu jezera Vierwaldstättersee) bei Luzern und dann in
Bern.“3

1
Heute haben wir Deutsch 2, S. 211
2
Heute haben wir Deutsch 3, S. 10
3
Heute haben wir Deutsch 3, S. 179

38
„Komm, wir gehen jetzt nach rechts in die Altstadt. Dort ist das Rathaus mit der
Aposteluhr.“1
„In den Sommerferien war ich mit meinen Cousinen – Pia, Anja und Mandy Grandt am
Meer. Wir waren auf Sylt. Das ist eine groβe Insel in der Nordsee.“2
„ „Wir sind jetzt in einer Höhe von 3 820 Metern“, erklärt Herr Fischlin. Das
Matterhorn ist 4 478 Meter hoch, aber dort oben kann man nicht Ski laufen. Hier auf
dem Gletscher zwischen dem Kleinen Matterhorn und dem Trockenen – Steg trainieren
viele berühmte Skiläufer.“3
Die Texte sind ziemlich interessant, unterhaltend und manchmal auch spannend, was
zur Erhöhung der Motivation und zum besseren Kennenlernen der Länder beitragen
kann.

In diesem Lehrwerk gibt es nur wenige authentische Texte. Die Einführungstexte sind
mit neuer Grammatik und neuen Vokabeln verbunden. Ab dem dritten Teil finden wir
zwar Texte unter dem Namen „Lest mit dem Wörterbuch“, die auf mich aber auch
nicht unbedingt authentisch wirken. Sie sehen alle gleich aus, haben den gleichen
gelben Hintergrund und es gibt zu ihnen manchmal Fotos oder Bilder. Dabei handelt es
sich meistens um landeskundlich orientierte Texte. In diesen Texten mit Bildern und
Fotos erfahren die Schüler etwas über die deutschsprachigen Länder. Dazu gehören
geographische Ortsnamen (Sylt, Düsseldorf, Luzern), interressante Merkwürdigkeiten
(Wattenmeer, Karneval in Köln, Die Zuckertüte), Kochrezepte (Bremer Apfelkuchen,
Salzburger Nockelrn), historische Angaben (Der Tag der deutschen Einheit) oder
bekannte Persönlichkeiten (Johann Wolfgang Goethe, Wolfgang Amadeus Mozart).
Negativ bewerte ich die Abwesenheit literarischer Texte. Es gibt nur selten kurze
Auszüge z.B. aus Märchen.

3.4.2 Illustrationen
In jeder Lektion finden wir bunte, farbige Fotos, die sich meistens zum Thema der
ganzen Lekton beziehen. Die Fotos, an denen Menschen abgebildet sind, sind leider
schon veraltet (siehe Bild 1). Das erkennen wir vor allem an der Kleidung. Unsere
Schüler können dadurch den Eindruck bekommen, dass die Leute in den

1
Heute haben wir Deutsch 2, S. 114
2
Heute haben wir Deutsch 4, S. 9
3
Heute haben wir Deutsch a, S. 142

39
deutschsprachigen Ländern unmodern angezogen werden. Es hängt eben mit dem
Problem des Veraltens der landeskundlichen Materialien und in diesem Fall Fotos. Bei
anderen Fotos z. B. von Gebäuden oder Straβen ist dieses Problem nicht so auffälig.

Bild 1

In jeder Lektion finden wir eine Seite, auf der nur verschiedene (meistens
geographische) Fotos sind. Meistens gehören sie zu einem gemeinsamen Thema, aber
die Schüler erfahren oft nirgendwo, was auf den Fotos eigentlich ist. Gleich in der 4.
Lektion finden wir viele Fotos von Liechtenstein, Matterhorn, Berlin und Wien. Ich
glaube, dass solche Fotos ohne irgendwelche Beschreibung ihre eigentliche Funktion
nicht erfüllen. Ähnlich ist es in der 5. Lektion, wo sich ganze Seite mit farbigen Fotos
zu Berlin befindet – jedoch wieder ohne nähere Beschreibung oder Erklärung. Es ist
also Aufgabe des Lehrers, sich zu diesen Fotosseiten auszudrücken und etwas mit ihnen
anzufangen. Anders ist es in den weiteren Lehrbüchern, dort gibt es schon
Informationen zu den Fotos, die auf Deutsch geschrieben sind. Trotzdem aber erfahren
die Schüler nicht immer, was die Fotos darstellen (z. B. Karneval am Mittelrhein,
Deutschland und seine Automobilindustrie, Alte Pinakothek München, Skiregion
Fellhorn-Kanzelwand, Wattenmeer). Beschreibung zu diesen Seiten befindet sich zwar
in dem Lehrerhandbuch, aber dadurch verlieren die neugierigen und aktiven Schüler die
Möglichkeit, selbst etwas zu entdecken und zu erfahren. Meiner Meinung nach sollte
der Lehrer diese Fotos im Unterricht behandeln (oder mindestens einige von ihnen) und
nicht sie achtlos lassen.

Ansonsten gibt es in diesen Lehrbüchern auch verschiedene gemalte Bilder. Einige sind
bunt und einige schwarzweiβ. Im ersten Lehrbuch finden wir gleich in der ersten
Lektion drei Bilder mit typischen Wahrzeichnen der erwähnten Städte – Hradschin für

40
Prag, Stephansdom für Wien und Brandenburger Tor für Berlin. Diese Bilder sind
leider sehr klein und nicht bunt. Es gibt zu ihnen auch gar keine Erklärung und nicht
einmal eine Überschrift, was die Bilder eigentlich darstellen. Ich glaube, man kann
nicht annehmen, dass die kleinen Schüler wissen, worum es sich auf diesen Bildern
handelt. Die Erklärung wird dem Lehrer überlassen. Die anderen Bilder im ersten
Lehrbuch beziehen sich nicht auf Landeskunde. Anders ist es in den weiteren
Lehrbüchern. Dort finden wir gemalte landeskundlich orientierte Bilder. Es gibt da
verschiedene Landkarten z. B. Insel Rügen, Deutschland, die Alpen mit den höchsten
Bergen wie Matterhorn oder Weisshorn, Harz, die U-Bahn in Prag, die Elbe, Europa.
Diese Bilder können das Vorstellungsvermögen der Schüler verbessern, sie lernen mit
ihrer Hilfe nicht von „einem“ Matterhorn, sondern von „dem“ Matterhorn. Die Bilder
sind relativ einfach gemalt, aber sie erfüllen ihren Zweck.

Als Bestandteil dieses Lehrwerkes gibt es verschiedene Landkarten (Sylt, Rügen,


Aachen), Fahrpläne, Fernsehenprogramme, Eintrittskarten, Theaterprogramme,
Stundenpläne, eine Einladung zum Elternabend, Speisekarten, einen Auszug aus dem
Telefonbuch und Zeugnisse, deren Vorteil vor allem darin besteht, dass sie nicht
veralten und für eine längere Zeit aktuell bleiben. Sie ermöglichen den Lernenden einen
Blick in die Wirklichkeit zu werfen.

3.4.3 Themen
Mit Hilfe dieses Lehrwerks erfahren die Schüler einige Informationen über die
Geographie (über Städte, Gebirge, Berge, Seen), Geschichte (Sagen, historische
Ereignisse), Kultur (Schriftsteller, Maler, Komponisten, Dichter), Bildungswesen (nur
begrenzt – Noten in den deutschen Schulen, Elternabend). Die Problematik der
Wirtschaft wird hier nicht erwähnt, was ich jedoch nicht als Mangel ansehe. Ich habe
auch keine Informationen über Politik und politische Situation gefunden, die ich aber
auch nicht für unbedingt wichtig halte. Die Informationen aus Politik und Wirtschaft
gehören eben zu den am schnellsten veralteten. Aus diesem Grund haben sie die
Autoren vielleicht absichtlich ausgelassen.

Ich schätze an diesem Lehrwerk, dass es nicht einseitig orientiert ist und dass es sich
gerecht allen deutschsprachigen Ländern widmet, zumindest was die geographischen

41
Angaben betrifft. Den gröβten Teil bilden zwar Informationen über Deutschland, dann
folgen Österreich, die Schweiz und Liechtenstein, sie werden aber alle vertreten, was
ein Beispiel zeigt:
„Die Grauspitz ist der höchste Berg Liechtensteins.
Die Zugspitze ist der höchste Berg Deutschlands.
Der Groβglockner ist der höchste Berg Österreichs.
Die Dufourspitze ist der höchste Berg der Schweiz.“1
Genauso werden hier bekannte Persönlichkeiten von allen deutschsprachigen Ländern
vertreten. Es werden hier z. B. der deutsche Schriftsteller Heinrich Heine, der
österreichische Komponist Wolfgang Amadeus Mozart oder der schweizerische
Volksheld Wilhelm Tell erwähnt.

Im dem Lehrwerk werden einige Themen behandelt, die die Schüler interessieren. Die
Texte orientieren sich an das Interesse der Schüler, an ihre Hobbys, Freizeit,
Freundschaften usw.

3.4.4 Sprache
Die Kenntnis des Wortschatzes ist verantwortlich für unsere erfolgreiche
Kommunikation. Der Wortschatz sollte die Lernenden für die alltägliche
Kommunikation vorbereiten. Was den Wortschatz in diesem Lehrwerk betrifft, bewerte
ich positiv, dass er sich immer zu dem Einführungstext bezieht. Die Schüler haben
dadurch die Möglichkeit, die neuen Vokabeln in sinvollen Sätzen zu üben. Ich habe
bereits erwähnt, dass diese Texte nicht authentisch sind, und vielleicht aus diesem
Grund bereitet dieses Lehrwerk die Schüler nicht besonders gut auf die alltägliche
Kommunikation vor. Ich vermisse einige in der Kommunikation häufig gebrauchte
Ausdrücke und Wörter, deren Unkenntnis die Kommunikation völlig verhindern kann.

Die Sprechübungen haben oft die Form von Wiederholung nach einem Muster,
Ergänzung von Wörtern oder Übersetzung. Die Umgangssprache wird überhaupt nicht
miteinbezogen. In dem Lehrbuch fehlen irgendwelche Fachtexte – was nicht so
schlimm wäre, ich vermisse aber auch zumindest eine Spur von Jugendsprache. Ich
glaube, dass Texte mit solchen Ausdrücken für die Schüler viel interessanter wären. Ich

1
Heute haben wir Deutsch 4, S. 239

42
vermisse in dem Wortschatz die vielen Anglizismen, die zurzeit in der deutschen
Sprache anwesend sind. Auf der anderen Seite muss ich zugeben, dass der Wortschatz
ziemlich sorgfältig ausgewählt wurde, dass viele dieser Wörter in der
Alltagskommunikation brauchbar sind, und dass er dem Alter der Schüler entspricht.

Im Mittelpunkt dieses Lehrwerks steht die hochdeutsche Variante der deutschen


Sprache. Teilweise erfahren aber die Schüler, dass es einige Unterschiede zwischen den
einzelnen Varianten der deutschen Sprache gibt. Dazu wieder ein Beispiel aus einem
Brief, den Dana (aus Tschechien) an Gitti (aus Österreich) schreibt:
„Hans sagt immer wieder: Pflaumen, Pflaumenkuchen, Pflaumenmus, Pflaumenknödel,
Pflaumenkompott ... Meine Mutti meint, in Österreich sagt ihr es anders. Stimmt das?“1
Und die Antwort von Gitti klingt:
„Bei uns sagt man vor allem „Zwetschken“ und wir machen auch „Zwetschkenknödel“
und „Zwetschkenkuchen“, „Zwetschkenkompott“, aber auch „Powidl“. Meine Mama
und Tante meinen, bei euch sagt man es auch so oder?“2
Im dritten Teil des Lehrbuchs lernen wir dann die schweizerische Variante der
Begrüβung kennen:
„Grüezi. – Dobrý den. (Buďte zdrávi.) = pozdrav v německé části Švýcarska“3

3.4.5 Zusatzmaterialien
Zu diesem Lehrwerk gibt es auβer der Audiokassette keine anderen Materialien oder
Medien. Von der Kassette erfahren wir leider keine landeskundlichen Informationen, es
gibt da keine authentischen Aufnahmen.

Einen groβen Vorwurf habe ich zu den Liedern, die sich in jeder Lektion befinden. Die
Verwendung von Liedern allgemein kann den Unterricht auflockern und auffrischen.
Auf der Kassetten zu diesem Lehrwerk befinden sich jedoch solche Lieder, über die
sich die Lernenden nur lustig machen. Sie sind weder modern noch witzig. Ich kann
ihre eigentliche Funktion nicht richtig verstehen. Sie beziehen sich weder auf den neuen
Wortschatz, noch auf das Thema der Lektion. Mittels dieser Lieder lernen die Schüler

1
Heute haben wir Deutsch 4, S. 60
2
Heute haben wir Deutsch 4, S. 65
3
Heute haben wir Deutsch 3, S. 179

43
die gegenwärtige deutschsprachige Musikszene nicht kennen. Deshalb sollte der Lehrer
für die Verwendung von Liedern im Deutschunterricht andere Quellen suchen.

3.4.6 Sonstiges
Das Lehrwerk vernetzt das Lernen der deutschen Sprache mit anderen Fächern, am
meisten mit der Erdkunde und Geschichte. Wir erfahren geographische Angaben nicht
nur von den deutschsprachigen Ländern, sondern einige auch von Tschechien – z. B.
Prag, Brno, Telč. Die Vernetzung ist sicherlich ein guter Weg zur Wiederholung bereits
bekanter Informationen oder zum Lernen neuer Kenntnisse.

Es handelt sich um ein tschechisches Lehrwerk, aber trotzdem finden wir hier keinen
Vergleich der tschechischen Kultur mit der deutschen. Nur manchmal werden die
Schüler aufgefordert über ihre eigenen Erfahrungen, über ein bestimmtes Erlebnis zu
benachrichtigen.

Dieses Lehrwerk ist am besten für den Frontalunterricht geeignet. Es gibt dort viele
Übungen zur Übersetzung, Ergänzung, Antworten auf Fragen oder Korrekturen von
falschen Antworten. Ich muss aber auch erwähnen, dass dieses Lehrbuch viele Einfälle
für Rollenspiele gibt. Mit ihrer Hilfe könnten sich die Schüler in reale Situationen
versetzen und dadurch zur Kommunikation provoziert werden. Diese Rollenspiele
haben leider nicht immer die notwendige Anziehungskraft. Ich finde sie oft ein
bisschen langweilig. Ich bin mir nicht sicher, ob sie schaffen, die Schüler wirklich zur
Kommunikation anzuregen. Einige von ihnen haben den landeskundlichen Hintergrund.
Die Aufgaben werden auf Tschechisch formuliert, erst im 4. Teil auf Deutsch:
„České děti si povídají se svými kamarády z Německa (z Rakouska) o tom, jak se kde
slaví Vánoce, jak se v rodinách prožívá Štědrý večer.“1
„Robert, ein junger Mann, fährt mit dem Bus von Prag nach Nürnberg. Im Buss sitzt er
neben einer jungen Dame. Sie liest eine deutsche Zeitung. Sicher ist sie aus
Deutschland. Sie gefällt ihm sehr. Soll er ihr etwas sagen? Aber er kennt sie ja nicht.
Was sagt er wohl zu ihr? Und was sagt sie?“2

1
Heute haben wir Deutsch 3, S. 143
2
Heute haben wir Deutsch 4, S. 99

44
Die landeskundlichen Informationen werden in diesem Lehrwerk allmählich vermittelt,
es setzt kein groβes landeskundliches Vorwissen voraus, obwohl es oft keine
Erklärungen zu angegebenen Bildern und Fotos gibt, was ich bereits beschrieben habe.
Vielleicht haben die Autoren damit gerechnet, dass die Schüler schon einiges von den
deutschsprachigen Ländern wissen. Die Informationen knüpfen an die bereits gelernten
an und sie werden allmählich erweitert.

3.4.7 Vorteile und Nachteile dieses Lehrwerkes


Vorteile:
- Positiv bewerte ich, dass sich die Lernenden mit den Hauptfiguren identifizieren
können.
- Alle deutschsprachigen Länder werden hier erwähnt.
- Die Informationen werden allmählich und angemessen dem Sprachniveau der
Schüler vermittelt.
- Es gibt da viele Einfälle für Rollenspiele (in jeder Lektion).
- Wir finden dort verschiedene authentische Fotos und Karten.
- Die Lernenden erfahren sehr viele Informationen über die Geographie und
Kultur der deutschsprachigen Länder, dabei lernen die Schüler im
angemessenen Maβe die Kultur der deutschsprachigen Länder kennen. Das
Lehrwerk versucht den Schülern landeskundliche Kenntnisse aus verschiedenen
Bereichen zu vermitteln.
- Die Informationen und Texte wurden so ausgewählt, dass sie immer nocht
aktuell und wichtig sind. Auf die Themen, die schnell veraltern (z. B. Politik)
wird verzichtet.

Nachteile:
- Einen riesigen Nachteil dieses Lehrwerkes sehe ich in der Abwesenheit der
autenthischen und literarischen Texte, in den unaktuellen Liedern und in den
veralteten Fotos.
- Negativ empfinde ich auch, dass die landeskundlich orientierten Texte an das
Thema der Lektion nicht anknüpfen.
- Es gibt hier keine Einfälle für den Projektunterricht.

45
- Die Übungen führen nur wenig zur Entwicklung der
Kommunikationsfähigkeiten im alltäglichen Leben der Schüler. Damit hängt
das Problem der fehlenden Umgangssprache zusammen.

Die Landeskunde spielt in diesem Lehrwerk eine wichtige Rolle und trotz der
genannten Nachteile kann ich es aus der landeskundlichen Sicht für den Unterricht
überaus empfehlen.

3.5 „Das Deutschmobil“ (Klett, 1992, 3 Teile)


Das Lehrwerk orientiert sich an Schüler ohne Vorkenntnisse. Da es sich um ein
deutsches Lehrwerk handelt, ist es nur in deutscher Sprache geschrieben und das kann
für die Schüler an der Grundschule Stein des Anstoβes sein. Diese Entdeckung kann an
die Schüler im ersten Moment negativ wirken, sie können die Motivation zur weiteren
Arbeit verlieren. Ich muss also gleich am Anfang erwähnen, dass hier kein Vergleich
unserer Kultur mit der deutschen zu erwarten ist.

Auf dem hinteren Deckblatt des Lehrbuches steht: „ Es zielt auf den systematischen
Aufbau der Fertigkeiten Hörverstehen, Sprechen, Leseverstehen und schriftlicher
Ausdruck.“1 Wir finden da keine einzige Erwähnung des Wortes „Landeskunde“. Es
lässt uns ahnen, dass sich dieses Lehrwerk eher auf den Erwerb der deutschen Sprache
ohne landeskundliche Kenntnisse konzentriert. Die wichtigste Rolle spielen hier die
Bereiche wie Grammatik und sprachliche Fertigkeiten.

Auch dieses Lehrwerk bietet den Schülern im ersten Teil Identifikationsmöglichkeiten


mit den Hauptfiguren, in diesem Fall sind es zwei Frösche und eine Hexe. Sie haben
aber keinen landeskundlichen Hintergrund und erweitern nicht den Blickfeld der
Schüler um Kenntnisse aus landeskundlichen Gebieten. Ich glaube, dass sie eher zur
Betonung der spielerischen Form beim Lernen dienen. Es kann aber gegensätzliche
Wirkung hervorrufen, als gefordert. Die Lernenden sehen dadurch die deutsche
Wirklichkeit völlig falsch. Die Figuren im zweiten Teil haben auch oft einen
märchenhaften Motiv und sie haben mit der Wirklichkeit kaum etwas zu tun.

1
Das Deutschmobil 1, Deckblatt

46
3.5.1 Texte
In dem Lehrbuch sind viele Reime, Lieder und Spiele zu finden, es gibt aber nur
wenige Texte. Die benutzten Texte erweitern auf keinen Fall den Überblick der Schüler
über die deutschsprachigen Länder und ihre Kultur. Ich habe im ersten Teil keinen
einzigen authentischen Text gefunden. Es gibt da einige kurze Auszüge aus
literarischen Texten, die vor allem zur Festigung des neuen Wortschatzes dienen. Die
verwendeten Texte sind problemorientiert und unterhaltend, sie sind dem bestimmten
Alter und Sprachniveau angemessen. Ähnlich sieht es mit den Texten auch im zweiten
Teil des Lehrwerkes aus. Auch hier sind einige Auszüge aus literarischen Texten z. B.
von Marieluise Bernhard-von Luttitz oder die Geschichte von Till Eulenspiegel, im
dritten Teil finden wir dann den Text „Münchhausen“ von Erich Kästner oder „Nicht
versetzt“ von Peter Weiss. Über die Autoren erfahren die Schüler jedoch keine einzige
Erwähnung. Im dritten Teil sind einige Zeitungsartikel unter dem Titel
„Lügengeschichten aus der Zeitung“ zu finden. Es handelt sich um authentische
Zeitungstexte. Es gibt da auch wenige landeskundliche Texte, die von Fotos begleitet
werden z. B. „Der Spreewald“ oder „Das Kindermuseum in Wuppertal“. Ich finde die
Verbindung der Texte mit Bildern sehr sinnvoll, denn die Illustrationen tragen zur
Vorstellungsfähigkeit bei und die Schüler merken sich die Informationen länger.
Negativ bewerte ich jedoch, dass diese Texte keinen Zusammenhang und keine
Beziehung zum Thema der ganzen Lektion haben.

3.5.2 Illustrationen
Schon beim ersten Kontakt mit dem Lehrbuch stoβen wir auf zahlreiche Bilder. Wir
finden hier sowohl schwarzweiβe als auch farbige Bilder. Es gibt da auch einige Fotos,
die oft nur schwarzweiβ sind. Mit den benutzten Fotos habe ich jedoch dasselbe
Problem wie im vorigen Lehrwerk und zwar, dass sie wieder veraltet sind (siehe Bild
2). Das erkennt man vor allem an der unmodernen Kleidung und veralteten
Haarschnitten der Menschen, aber auch an Fotos von veralteten Geräten, Puppen, alten
Autos usw. Dazu sind die Fotos oft nur schwarzweiβ, was zu meinem Eindruck nur
beiträgt. Dadurch verlieren die Lernenden die Möglichkeit, sich die Realität korrekt
vorzustellen. Im ersten Lehrbuch habe ich kein einziges Foto gefunden, auf dem sich
eine Sehenswürdigkeit, bekannte Persönlichkeit oder ein wichtiger Ort befinden. Eine
einzige Ausnahme ist ein Foto von dem Königssee. Dabei verstehe ich nicht, warum

47
gerade dieser (nicht so bekannter) See ausgewählt wurde. Ich würde sagen, dass es dort
kein einziges Foto oder Bild gibt, das die Wirklichkeit widerspiegelt. Es mangelt in
dem Lehrbuch an den auf landeskundliche Informationen orientierten Fotos. Ihre
Anzahl ist sehr niedrig und sie stellen die Wirklichkeit nicht dar. Besser ist es im
zweiten und dritten Teil des Lehrwerkes, wo sich Fotos z. B. von Frankfurt an der
Oder, Wattenmeer, Nordsee oder dem Schloss Lüben befinden. Es gibt da auch eine
Seite mit schwarzweiβen Fotos von bekannten Persönlichkeiten (Wolfgang Amadeus
Mozart, Albert Einstein, Bertolt Brecht oder Ludwig van Beethoven) und eine kurze
Beschreibung, wer sie sind oder waren. Es gibt dazu aber wieder keine Anknüpfung in
den weiteren Texten und Übungen.

Bild 2

Dieses Lehrwerk ist mit zahlreichen Bildern ausgestattet, was aber andere authentische
Materialien angeht, ist es im Vergleich zum vorigen Lehrwerk ziemlich arm. Im dritten
Teil befindet sich eine Speisekarte, an der nur deutsche Spezialitäten zu finden sind. Ich
finde es positiv, dass sich die Schüler dadurch eine Vorstellung über die Speisen
machen können, ich vermisse jedoch Gerichte aus anderen deutschsprachigen Ländern.
Wir finden da auch ein Beispiel eines deutschen Zeugnisses. Die Schüler lernen also
die Schulfächer und Notenstufe an deutschen Schulen. Es gibt dazu jedoch wieder
keine Erklärung und auch keine weiteren Informationen. Es ist also Aufgabe des
Lehrers, den Lernenden zu erläutern, welche Noten es gibt und was z. B. „nicht
versetzt“ bedeutet.

48
Im ersten Teil habe ich drei schwarzweiβe Karten gefunden. Auf der ersten ist
Deutschland mit einigen groβen Städten und Bildern von Kindern, die dort angeblich
wohnen. Die zweite Karte stellt Europa dar. Es gibt da Namen von einigen Ländern, die
wichtigsten für den Deutschunterricht fehlen aber – nämlich die Schweiz und
Liechtenstein. Diese Karte dient für Zwecke einer Zirkusreise, sie bezieht sich nicht
direkt auf landeskundliche Informationen. Die Verbindung mit den Kenntnissen aus der
Erdkunde ermöglicht Wiederholung des Europabildes. Die dritte Karte stellt einen
Ausschnitt einer Automape dar. Dazu gibt es eine Übung, in der die Schüler Reise einer
Familie in die Karte zeichnen und dann fragen sie, wie lange die Fahrt von einer Stadt
in eine andere dauert. Es gibt da vor allem deutsche Städte, aber auch einige
österreichische und eine schweizerische. Durch diese Übung gewinnen die Lernenden
einen kurzen Überblick über die Ferne einzelner Städte voneinander. Im zweiten Teil
befindet sich dann ein Bild von der Ostsee. Dabei erfahren die Schüler keine näheren
Informationen, weil das Bild mit einer Piratengeschichte verbunden ist. Nutzbar finde
ich die Karte auf Seite 60 – ein kleiner Ausschnitt der realen deutschen Karte mit Berlin
und seiner Umgebung. Zu dieser Karte gibt es dann einige Fragen und Übungen, die die
Schüler mit den deutschen Flüssen, Städten und Wegen bekannt machen. Im dritten
Lehrbuch gibt es eine Karte Deutschlands mit den einzelnen Bundesländern und mit
Fotos von typischen Erfindungen aus der deutschen Küche. Dadurch bekommen die
Lernenden eine ziemlich genaue Vorstellung nicht nur vom Bild Deutschlands, sondern
von Gerichten, die typisch für den gegebenen Standort sind. Dadurch können die
Schüler vergleichen, was bei uns auch gegessen wird, und was für uns neu und
ungewöhnt ist.

3.5.3 Themen
Das Lehrwerk richtet sich an Schüler ohne Vorkenntnisse, aber trotzdem stellt es das
alltägliche Leben der Leute in den deutschsprachigen Ländern nicht vor. Im ersten Teil
des Lehrwerkes finden wir fast keine Fakten über die einzelnen Bereiche der
Landeskunde. Auch die weiteren Teile machen die Schüler mit dem alltäglichen Leben
in den deutschsprachigen Ländern nicht bekannt.

Einige Themen, die hier behandelt werden, finde ich ziemlich interessant – z. B.
„Verkaufsgespräch“, „Wetterbericht“ oder „Im Restaurant“. Solche Themen sind

49
sicherlich für die alltägliche Kommunikation nützlich und brauchbar. Sie werden aber
leider nur ziemlich oberflächlich behandelt. Dabei treffen wir noch auf die alte
Währung (DM). Das ist der weitere Beweis dafür, dass sich die landeskundlichen
Informationen sehr schnell ändern und dass jede Veränderung in der Politik oder
Gesellschaft beinahe eine Katastrophe für die Landeskunde in den Lehrwerken
darstellt. Die Themen in diesem Lehrwerk orientieren sich häufig an Geschichten und
unreale Erlebnisse. Der Alltag wird überhaupt nicht miteinbezogen.

3.5.4 Sprache
Es gibt in diesem Lehrwerk viele Übungen, die den Spracherwerb stützen sollen. Es
handelt sich wieder oft um Wiederholungen oder Musterübungen, die meistens zur
alltäglichen Kommunikation nicht führen.

Einige Bemerkungen habe ich auch zu dem Wortschatz. Im ersten Teil des Lehrbuches
finden wir viele Wörter, die für die alltägliche Kommunikation wichtig sind, einige
Wörter sind aber meiner Meinung nach für die Anfänger ziemlich überflüssig, weil sie
im normalen Umgang nicht so oft benutzt werden – z. B. Hexe, Kuhfladen, fauchen
u.a. Was die Aktualität betrifft, sind die Modewörter und Bezeichnungen für neue
Gegenständen in diesem Lehrwerk natürlich auch nicht ausreichend vertreten. Der
Wortschatz konzentriert sich nur auf das Hochdeutsch. Wir finden da keine Erwähnung
von anderen Varianten der Sprache. Anzeichnungen von Dialekten, Umgangssprache,
Jugendsprache, Fachsprache oder sozialen Varianten der deutschen Sprache werden
hier nicht vertreten.

3.5.5 Zusatzmaterialien
Von den Zusatzmaterialien umfasst das Deutschmobil eine CD oder Kassette mit
Texten, Dialogen, Hörverstehensübungen und Liedern. Sie beziehen sich leider nicht
auf landeskundliche Problematik. Die verwendeten Lieder wurden anscheinend direkt
für dieses Lehrwerk geschrieben, sie dienen zur Festigung des gelernten Wortschatzes.
Mittels solcher Lieder erfahren die Schüler nichts von der modernen Musik, die
deutschen Lieder können sie lächerlich finden. Irgendwelche Aufnahmen von
authentischen Gesprächen oder Ausschnitte von Radiosendungen fehlen ebenfalls.

50
3.5.6 Sonstiges
Was die Arbeitsformen betrifft, steht auf dem Deckblatt zu dem Lehrbuch: „Eine breite
Streuung der Arbeitsformen sorgt für methodisch abwechslungsreichen Unterricht.“1
Dieser Behauptung kann ich nicht zustimmen. In der Wirklichkeit habe ich nur ein paar
Übungen gefunden, die die Partnerarbeit erlauben, nur wenige eignen sich zur
Gruppenarbeit. An den Projektunterricht haben die Autoren offensichtlich nicht
gedacht.

Der Lernstoff wird in diesem Lehrwerk mit anderen Fächern vernetzt, vor allem mit
Geschichte (z. B. Text „Vikinger an der Ostsee“) und im dritten Teil oft mit der
Biologie. Wir finden hier Texte wie „Mars, der rote Planet“, „Aus dem Leben eines
Baumes“, „Der Wald“, „Dein Gehirn“, „Seehunde“. Diesen Informationen aus der
Biologie wird viel mehr Raum gewidmet, als den landeskundlichen. Diese Situation
finde ich nicht besonders ideal. Ich bin der Ansicht, dass die Auswahl solcher Themen
ziemlich misslungen ist. Ich würde auf jeden Fall in einem Lehrwerk für Deutsch
Themen über Kultur, Geschichte, Erdkunde und selbstverständlich den Alltag der
deutschsprachigen Länder bevorzugen.

3.5.7 Vorteile und Nachteile des Lehrwerkes


Vorteile:
- Als Vorteil dieses Lehrwerkes muss ich einige gelungene Karten bezeichnen
und die Anwesenheit ein paar litererischer Texte.
- Lobenswert finde ich auch einige landeskundliche Texte in Verbindung mit
Bildern.

Nachteile:
Ich habe festgestellt, dass der groβe Teil der geforderten landeskundlichen Bereiche in
diesem Lehrwerk nicht vertreten ist.
- Ich bewerte negativ, dass hier auf das authentische Material fast völlig
verzichtet wird.

1
Das Deutschmobil 1, Deckblatt

51
- Die Lernenden erfahren eigentlich keine Informationen über die Politik,
Wirtschaft aber auch Geographie, Kultur, Geschichte oder Alltagsleben der
deutschsprachigen Länder.
- Von allen deutschsprachigen Ländern wird hier eindeutig Deutschland
bevorzugt.
- Ich glaube, dass die Aktualität dieses Lehrwerkes gleich Null ist.

Die Landeskunde sollte ein integrierter Teil des Deutschunterrichts sein, in diesem
Lehrwerk ist es bedauerlicherweise nicht der Fall. Das Lehrwerk entstand in anderen
gesellschaftlichen Bedingungen, deshalb sind viele benutzte Texte und Informationen
zurzeit nicht mehr aktuell. Von den Schülern wird nur selten erwartet, dass sie zu
bestimmten Themen eigene Meinung haben oder dass sie sich dazu äuβern möchten.

Am Ende der Untersuchung muss ich noch erwähnen, dass dieses Lehrwerk schon
überarbeitet wurde.

3.6 Planet (Hueber, 2004, 3 Teile)


Planet ist ein Lehrwerk für Jugendliche, die Deutsch als erste oder zweite
Fremdsprache lernen. Das Lehrwerk wird nur auf Deutsch geschrieben. Es erwartet
aber trotzdem bei den Lernenden keine sprachlichen oder landeskundlichen
Vorkenntnisse.

Das Ziel dieses Lehrwerkes ist folgend charakterisiert: „Ziel ist den Jugendlichen eine
authentische jugendnahe Sprache zu vermitteln. Sie sollen lernen alltägliche
Kommunikationssituationen in der Schule, in der Familie, mit Freunden usw. zu
bewältigen.“1 Diese Aussage zeugt davon, dass die wichtigste Rolle in diesem
Lehrwerk die alltägliche Kommunikation spielt.

3.6.1 Texte
Die angegebenen Texte und Informationen in diesem Lehrbuch sind richtig, aktuell,
altersgerecht und entsprechen der Realität. In den Texten sollen die Schüler etwas über
die deutschsprachigen Länder erfahren, in erster Linie über die Gewohnheiten und

1
Planet 1, Lehrerhandbuch, S. 4

52
Lebensverhältnisse Gleichaltriger. Dabei werden auch die kulturkontrastiven Aspekte
berücksichtigt. In dem Lehrbuch befinden sich ein paar authentische Texte, und zwar
schon ab der ersten Lektion. Die Texte sind so ausgewählt, dass sie schon für Anfänger
teilweise verständlich sind. Mit Hilfe von Internationalismen (Popmusiker, Comic-
Figur, Latainamerika, Idiot) bekommen die Schüler das Gefühl, dass sie schon am
Anfang des Deutschlernens fähig sind, „echte, komplizierte“ Texte zu verstehen. Die
Anzahl der authentischen Texte ist leider ziemlich niedrig. Wir finden da verschiedene
Textsorten – Dialoge, Interviews, Durchsagen, Plakate, Zeitungsartikel, Anzeigen. Die
Texte sind ziemlich kurz, oft handelt es sich um Dialoge, die sich auf die alltägliche
Kommunikation konzentrieren. Die Form der Texte ist manchmal unterhaltend – z. B.
Comic, manchmal haben sie Form einer Email, einer SMS-Nachricht oder eines Zettels.
Dadurch sehen die Schüler, dass die Sprache genau auf diese Weise im wirklichen
Leben verwendet wird. In den Texten könnten meiner Meinung nach mehrere Fakten zu
finden sein, z. B. Informationen über die Bevölkerung, über den Fremdenverkehr, die
Freizeit, Küche, Bräuche und Feste usw.

3.6.2 Illustrationen
Beeindruckend, wirkungsvoll und motivierend ist die graphische Seite dieses
Lehrwerks. In der ersten Etape des Sprachlernens soll vor allem Interesse für das
Studium wachgerufen werden und positive Beziehung zu der deutschen Sprache
geschaffen werden. Dabei kann eben die graphische Gestaltung helfen. Es gibt da eine
enorme Menge von bunten Illustrationen und Fotos. Diese Fotos ermöglichen den
Schülern die Anschaulichkeit, können sie zur Kommunikation anregen und ihr Interesse
wecken. Die Fotos sind in diesem Fall modern, authentisch und aktuell (siehe Bild 3).
Auf den Fotos befinden sich oft Jugendliche auf verschiedenen Plätzen – im
Wohnzimmer, in der Schule, in der Küche, auf der Straβe etc. Wir sehen, was sie
machen und womit sie sich in der Freizeit beschäftigen. Die Schüler können also sehen,
dass die Jugendlichen in den deutschsprachigen Ländern ähnlich leben, wie sie selbst,
dass sie vielleicht ähnliche Hobbys haben. Auf den Fotos sind aber nicht nur
unbekannte Leute, sondern auch bekannte Personen, die für die Schüler interessant und
populär sind – z. B. Michael Schumacher, Claudia Schiffer, DJ Bobo. Es gibt hier auch
eine Menge von authentischen Fotos, an denen nicht Menschen sind, sondern Straβen,
Verkehrsschilder, Häuser, Eintrittskarten, Geldmünzen und Geldscheine (EUR). Mit

53
ihrer Hilfe bekommen die Schüler den richtigen Überblick über viele Bereiche des
gegenwärtigen Lebens in den deutschprachigen Ländern. Sie tragen auβer ihrer
illustrativer Funktion zur Informierung über die Lebensweise bei. Vielleicht könnten da
auch Fotos von verschiedenen Sehenswürdigkeiten, Städten, Bergen oder Seen
zugefügt werden.

Bild 3

Das Lehrbuch ist sehr reich an gemalte Bilder. Zu ihnen zählen in der ersten Reihe
verschiedene komische Figuren, die vor allem zur Ablenkung und Unterhaltung dienen.
Es gibt da aber auch Bilder, die sich unmittelbar auf Landeskunde beziehen. Dazu
gehören Bilder von Zeugnissen, Stundenplänen, Unterrichtsfächern. Die Schüler
können also vergleichen, welche Fächer an den deutschen Schulen unterrichtet werden
im Unterschied zur Heimat und wie viel Zeit die Kinder in der Schule verbringen. Ich
finde schade, dass sich diese Informationen leider nur auf Deutschland beziehen. Die
Schüler haben nicht die Möglichkeit z. B. die Notenskala in Deutschland, Österreich
und in der Schweiz zu vergleichen, was für sie interessant sein könnte, denn es gibt da
Unterschiede.

Was die graphische Seite dieses Lehrbuches betrifft, muss ich noch die wesentliche
Rolle von Karten und Diagrammen betonen. Die Diagramme zeigen z. B. den
Unterschied zwischen den Tätigkeiten in der Freizeit von Jungen und Mädchen. Dazu
gibt es dann eine Aufgabe, in der die Schüler zur Ausarbeitung ähnlicher Statistik in der
eigenen Schule oder Klasse aufgefordert werden. Das führt zum Vergleich der beiden
Kulturen, was Ziel des interkulturellen Lernens sein sollte. Gleich auf dem Deckblatt

54
findet man eine geographische Karte von allen deutschsprachigen Ländern mit den
Gebirgen und Tiefebenen und auch mit den gröβten Städten und bekanntesten Flüssen.
Sehr gelungen finde ich auch die andere Karte, wo sich wieder deutschsprachige
Länder befinden. Diesmal erfahren die Schüler neben der Lage einiger Städte auch
Unterschiede zwischen den einzelnen Varianten der deutschen Sprache, in diesem Fall
auf Grüβe bezogen (Grüezi, Grüβ Gott, Servus, Hallo, Tschau...) Die Grüβe werden
hier von gemalten Figuren präsentiert, was vielleicht zur besseren Erinnerungsähigkeit
hilft.

3.6.3 Themen
„Die Situationen sind so gewählt: Einerseits geben sie Einblick in die Lebensweise
deutscher Jugendlicher und vermitteln damit implizit Landeskunde, anderseits können
die Schülerinnen und Schüler sie vielseitig variieren und auf für sie relevante
Situationen übertragen.“1

Alle Themen, die in diesem Lehrbuch behandelt werden, orientieren sich an das wahre
Leben der Schüler. Betont wird vor allem die Kommunikation. Sie gehen von dem
Bekannten aus und versuchen das Erlebte auf das Leben in den deutschprachigen
Ländern zu beziehen. Im ersten Lehrbuch werden Themen wie „Freizeit“, „Schule“
oder „Zu Hause“ behandelt. Die Themen wurden so ausgewählt, dass sie dem Leben
unserer Schüler sehr nahe stehen.

Was jedoch die Vermittlung von Daten und Fakten angeht, erfahren im ersten Lehrbuch
die Schüler nur relativ wenige Informationen. Es werden hier die Hauptinformationen
über die Erdkunde vermittelt, man erfährt auch etwas über das Schulsystems in
Deutschland (leider nur in Deutschland). Mit Hilfe einer Graphik können sich die
Lernenden schnell vorstellen, welche Schulen in Deutschland vorhanden sind und sie
werden gleichzeitig aufgefordert, das Schulsystem in ihrer Heimat mit dem deutschen
zu vergleichen. Angaben über Geschichte, Politik oder Wirtschaft fehlen in diesem
Lehrbuch. Vielleicht deswegen bleiben die Informationen in deisem Lehrwerk länger
aktuell und wichtig. Die Texte und Informationen sind sachllich richtig.

1
Planet, Lehrerhandbuch, S. 4

55
3.6.4 Sprache
Der benutzte Wortschatz entspricht der alltäglichen Sprache, er ist voll von
Neologismen (Händy, Skateboard, Gameboy, Walkman, Mail). Es werden hier die in
heutiger Zeit oft gebrauchte Abkürzungen erwähnt, z. B. Tel., Mon. Der Wortschatz ist
so ausgewählt, dass man die für tägliche Kommunikation wichtigen Wörter kennen
sollte. Dort kommen verschiedene Partikeln und Interjektionen vor – z. B. he, na ja,
ach.

„Planet vermittelt eine authetnische Umgangssprache, wie sie in Alltagssituationen von


Jugendlichen und Erwachsenen verwendet wird. Auf kurzlebige Ausdrücke einer
Jugendsprache wird bewusst verzichtet.“1 Der ausgewählte Wortschatz steht dem Alter
und Fähigkeiten der Schüler nahe. In dem Lehrbuch finden wir einige
umgangssprachliche Ausdrücke und marginal auch die regionalen Ausdrücke (Grüβe),
auf soziale Varianten der Sprache und fachliche Ausdrücke wird verzichtet.

3.6.5 Zusatzmaterialien
Als begleitendes Material gibt es zu diesem Lehrwerk eine Kassette oder CD mit
Hörtexten und Liedern und auch ein Video oder DVD mit Szenen aus dem deutschen
Alltag. „Zu den Themen Hobbys, Schule, Wohnen, Einkaufen, Sport, Mein Tag
vermittelt die DVD nicht nur landeskundliche Informationen, sondern sie zeigt in
lockeren, amüsanten Spielszenen Situationen aus dem alltäglichen Leben von jungen
Leuten. So kommt ein Stück Lebenswirklichkeit in den Unterricht und zwar auf
unterhaltsame Weise.“2 Zu diesem Lehrwerk gibt es auch kostenloser Internetservice
mit verschiedenen Online-Übungen, die aber nicht landeskundlich orientiert sind.

Sehr gelungen finde ich die Lieder. Sie sind durchaus modern, kommen zwar nicht von
authentischen Quellen, aber dafür haben sie den Vorteil, dass sie sich auf neuen
Wortschatz beziehen. Auf ihrem Hintergrund sehen die Lernenden, dass in den
deutschsprachigen Ländern wohl ähnliche Musikart gehört und gesungen wird, wie bei
uns.

1
Planet 1, Lehrerhandbuch, S. 6
2
http://www.hueber.de/huebershop/detail.html?refresh=true&action=show&isbn=978-3-19-281678-
9&elka_id=505323&selected_elka_id=505323&theme=default

56
3.6.6 Sonstiges
Was das Angebot der Sozialformen angeht, wird Partner- und Gruppenarbeit in dem
Lehrwerk bevorzugt, es gibt aber auch Gemeinschaftsarbeit, in der die Schüler eine
Szene vorbereiten sollen oder ein Plakat über ihre Freizeit machen sollen. Dadurch
werden die Schüler zur Projektarbeit angeregt.

Der Lernstoff in dem Lehrbuch ist nicht besonders mit anderen Fächern vernetzt. Es
gibt nur einige geographische Angaben, keine anderen Fächer werden erwähnt.

Lobenswert finde ich, dass man in jeder vierten Lektion eine ganze Seite findet, auf der
noch einmal die bereits erwähnten landeskundlichen Informationen wiederholt werden.
Es gibt da Informationen über Städte in den deutschsprachigen Ländern, über das
Schulsystem, die Freizeit der Jugendlichen und auch Haustiere in Deutschland. Die
Informationen orientieren sich dabei voll an das Interesse der Schüler, vielleicht
könnten sie um einige Fakten ergänzt werden.

Von den deutschsprachigen Ländern wird hier wieder eindeutig Deutschland


vorgezogen. Es wird ihm mehr Raum gewidmet, ale den anderen Ländern.

3.6.7 Vorteile und Nachteile des Lehrwerkes


Vorteile:
- Positiv beurteile ich die zahlreichen Bilder und Fotos, die authentisch und
aktuell sind und die das Lehrwerk attraktiv und realitätsnah machen.
- Es werden da regionale Varianten der deutschen Sprache erwähnt.
- Die Texte und Übungen sind auf die alltägliche Kommunikation bezogen, eine
wichtige Rolle spielt hier die Umgangssprache.
- In diesem Lehrwerk wird allen deutschsprachigen Ländern Raum gewidmet,
bevorzugt wird jedoch wieder Deutschland.

Nachteile:
- Als Nachteil dieses Lehrwerkes würde ich fehlende Informationen und Fakten
über Städte, Sehenswürdigkeiten, Geschichte, natürliche Gegebenheiten und
Fremdenverkehrsorte bezeichnen. (Man erfährt, dass es in deutschen Haushalten

57
6,9 Mio. Katzen gibt, aber nirgendwo findet man, wie viel Einwohner die
deutschsprachigen Länder haben).
- Die Anzahl der authentischen Texte ist meiner Meinung nach ziemlich niedrig,
obwohl die benutzten Texte sehr sorgfältig ausgewählt wurden.

Auf den ersten Blick kann man sehen, dass es sich um ein modernes Lehrwerk handelt,
dass dem Konzept des interkulturellen Lernens entspricht. Auch wenn ich einige
Bemerkungen zu der Anzahl der authentischen Texte und zu den fehlenden
Informationen über kulturelle Begebenheiten habe, finde ich das Lehrwerk sehr
nützlich und den landeskundlichen Anforderungen entsprechend.

3.7 Überblick über die Vorteile und Nachteile der ausgewählten Lehrwerke
Zum Schluss möchte ich hier noch einmal einen Überblick über die wichtigsten
Merkmale dieser Lehrwerke verschaffen.

Vorteile Nachteile
Heute haben wir - Identifikationsmöglichkeiten - Abwesenheit literarischer
Deutsch - Informationenvermittlung und authentischer Texte
- authentische Illustrationen - unaktuelle Lieder
- Angemessenheit - veraltete Fotos
- Aktualität der Texte - fehlende Alltags- und
- Einfälle für Rollenspiele Umgangssprache
Das Deutschmobil - einige Karten - wenige authentische
- einige literarische Texte Materialien
- geringe Vermittlung
landeskundlicher
Informationen
- Bevorzugung
Deutschlands
- Unaktualität

58
Planet - authentische Illustrationen - wenige Informationen
- Aktualität vermittelt
- alltägliche Kommunikation, - niedrige Anzahl
Umgangssprache authentischer Texte
- alle deutschsprachigen
Länder miteinbezogen
- Auswahl authentischer
Texte

3.8 Vergleich und Entwicklungstendenzen


Zusammenfassend muss ich sagen, dass es enorme Unterschiede in der Gestaltung der
landeskundlichen Thematik in den gegenwärtigen Lehrwerken gibt. Der
Hauptunterschied zwischen den Lehrbüchern besteht darin, dass sie in anderen
politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen entstanden. Das primäre Problem stellt
das Veralten der Informationen, aber auch Fotos dar. Es gibt aber auch Unterschiede in
der gesamten Auffassung der Landeskunde in den Lehrwerken.

Der wichtigste Punkt für den Anteil der Landeskunde in heutigen Lehrwerken ist die
kommunikative Zielsetzung. Das Ziel des Fremdsprachenunterrichts ist heutzutage die
Entwicklung der Kommunikationsfähigkeiten der Schüler. Ich würde diese Lehrwerke
zum kommunikativen (oder teilweise interkulturellen) Ansatz zuordnen. Die Autoren
gehen von der Notwendigkeit der Vermittlung landeskundlicher Kenntnisse aus. Durch
Kenntniss des alltäglichen Lebens sollen die Schüler zur Kommunikation bewogen
werden, was ganz konkret in „Planet“ gezeigt wird.

Das Lehrwerk „Heute haben wir Deutsch“ wurde von tschechischen Autoren
geschrieben. Diese Tatsache widerspiegelt sich deutlich in den angegebenen Texten.
Es vermittelt viele Fakten und Angaben über die Kultur und Geographie der
deutschsprachigen Länder, die für die Lernenden mehr oder weniger interessant sind.
Es konzentriert sich aber auch auf die freie Verwendung der deutschen Sprache im
Gespräch. Die Schüler werden zwar auch auf die Kommunikation vorbereitet, in der
Wirklichkeit sind sie aber oft nicht fähig, sich in der deutschen Sprache in alltäglichen

59
Situationen zu verständigen. Dies ist vor allem durch die Abwesenheit der alltäglichen
Umgangssprache verursacht.

Im Lehrwerk „Das Deutschmobil“ finden wir kein Wort in der tschechischen Sprache,
was auf die Schüler vor allem am Anfang abstoβend wirken kann. Es werden da
Themen und Situationen ausgewählt, die die Schüler ansprechen, es wird sowohl die
kognitive als auch die kommunikative Seite betont. Die Motivation für das
Deutschlernen wird vor allem auf der spielerischen Basis erhöht, die Landeskunde als
Motivationsmittel ist nicht so wichtig. In diesem Lehrwerk spielen die Alltagsbereiche
und allgemeine gesellschaftliche Themen, durch die der Schüler tiferen Einblick in das
gesellschaftliche Leben erhält, keine groβe Rolle.

Das Lehrwerk „Planet“ entspricht den Ansprüchen des heutigen Deutschunterrichts,


obwohl es ziemlich wenige Angaben über die deutschsprachigen Länder vermittelt.
Mit dem Lehrwerk werden landeskundliche Lernziele erreicht. Mit „Planet“ werden
kulturelle Kenntnisse der Schüler verbessert. Die Anziehungskraft bilden hier aktuelle
und moderne Anlagen.

Die ausgewählten Lehrwerke, die an den Grundschulen benutzt werden, entsprechen


mehr oder weniger den Ansprüchen des landeskundlichen Unterrichts. In diesen drei
Lehrwerken hat Landeskunde ihre feste Stelle, sie wird jedoch unterschiedlich
vermittelt. Die Autoren konzentrieren sich auf andere Punkte und das Wort
„Landeskunde“ bedeutet für jeden etwas Anderes. In „Heute haben wir Deutsch“
bedeutet Landeskunde vor allem Fakten über Geographie und Kultur, aber auch
Anregung zu Gesprächen. In „Das Deutschmobil“ bilden die Landeskunde einige
literarische Texte und Karten. In „Planet“ wird die Aufmerksamkeit hauptsächlich dem
Alltag und der alltäglichen Kommunikation und Umgangssprache gewidmet. Ich
glaube, dass alle drei Lehrwerke teilweise die Ansprüche auf die landeskundliche
Komponente im Deutschunterricht erfüllen. Es kommt immer auf den bestimmten
Lehrer an, wie er mit dem Lehrwerk arbeitet und welche begleitenden Materialien und
Medien er benutzt.

60
Treffend finde ich die Bemerkung von G. Neuner: „Lehrwerkautoren sind im
Normalfall keine „pädagogischen Hellseher“, d. h. sie kennen die besonderen Probleme
einer ganz bestimmten Lerngruppe nicht, sondern stellen sich – wenn überhaupt – auf
eine „Durchschnittsgruppe“ ein (die es in der Unterrichtsrealität nicht gibt!)“1

In der Zukunft werden wieder andere Lehrwerke herausgegeben, in denen die


Landeskunde mehr oder weniger wichtig sein wird. Der Lehrer sollte solches Lehrwerk
auswählen, das seinen eigenen Vorstellungen entspricht. Man sollte dabei nicht nur die
modernsten und akutellsten Anlagen in Betracht ziehen, denn sie werden sehr schnell
alt. Die Gesamtkonzeption sollte Teile aller Ansätze beinhalten. Das Lehrwerk sollte
auf jeden Fall die wichtigsten Angaben über die deutschsprachigen Länder vermitteln,
sollte sich auf die Alltagskommunikation konzentrieren und zugleich den Vergleich der
eigenen Kultur mit der deutschen ermöglichen.

1
Neuner G., Krüger M., Grewer U.: Übungstypologie zum kommunikativen Deutschunterricht, S. 141

61
4 REALISIERUNG DER LANDESKUNDE IM UNTERRICHT - KONKRETE
VORSCHLÄGE
Das Lehrwerk bildet im Deutschunterricht die Grundlage sowohl für Schüler als auch
für Lehrer. Was die Grammatik und Aussprache angeht, könnte der Lehrer nur mit dem
Lehrwerk auskommen, anders ist es aber bei der Landeskunde. Das Lehrbuch sollte der
Lehrer vor allem als Inspiration gebrauchen. Ich habe bereits im theoretischen Teil
meiner arbeit betont, dass sich der Lehrer im auf Landeskunde orientierten Unterricht
auf keinen Fall nur auf das Lehrwerk verlassen sollte. Diese Meinung vertritt auch G.
Neuner: „Oft besteht die einzige Chance, die Arbeit im Deutschunterricht interessanter
zu gestalten, darin, das Lehrbuch ganz wegzulegen.“1

Nach der Untersuchung der ausgewählten Lehrwerke hat sich diese Meinung nur
bestätigt. Der Lehrer kann und soll auch zu anderen Möglichkeiten, Quellen, Medien
und Materialien greifen. Aus diesem Grund möchte ich im letzten Teil meiner Arbeit
einige Vorschläge angeben, wie die Landeskunde auf interessante Weise gelehrt und
vermittelt werden kann. Ich deute auch an, welche Quellen und Materialien dazu
benutzt werden können. Mit den meisten von ihnen habe ich selbst als Lehrerin
persönliche Erfahrung.

4.1 Landeskunde mit dem Internet


Sehr gut kann man für den landeskundlich orientierten Unterricht das Internet benutzen.
Seine Vorteile habe ich bereits beschrieben. Mit seiner Hilfe kann man eine unzählige
Menge von Arbeiten machen. In den Lehrwerken wird leider an Arbeit mit Internet gar
nicht gedacht.

4.1.1 Internet-Recherchen
Sehr interessant und spannend finden die Schüler verschiedene Fragen oder Aufgaben,
deren Antworten oder Lösungen sie im Internet finden müssen. Dieses kann in Form
von Fragen verlaufen. Die Schüler können bei diesen Aufgaben einzeln, zu zweit oder
in Gruppen arbeiten, es kommt immer auf den Schwierigkeitsgrad und auf die
Entscheidung des Lehrers an. Die Gruppenarbeit ist vor allem bei schwierigen und

1
Neuner G., Krüger M., Grewer U.: Übungstypologie zum kommunikativen Deutschunterricht, S. 153

62
komplizierten Aufgaben günstig, weil die Lernenden die Antwort besprechen können.
Bei solchen Übungen lernen die Schüler selbstständig etwas herauszufinden.

Die Schüler können auf einem Blatt unterschiedliche Fragen zu einem Thema
bekommen (dazu können auch die Webseiten, auf denen die Antworten zu finden sind,
angegeben werden) und sie müssen mit Hilfe von verschiedenen Suchmaschinen
beantwortet werden. Wenn sie selbst die richtigen Antworten finden müssen, werden
sie sie sicherlich auch länger im Gedächtnis behalten. Wichtig ist, dass der Lehrer die
richtigen Antworten kennt.

Vorschlag 1
Ein Beispiel zum Thema „Ostern“ ist im Anhang (siehe Anlage 1) zu finden. Dort gibt
es sechs Gruppen von Fragen zu Ostern, die beantwortet werden sollen. Die Fragen in
diesem Fragebogen sind ziemlich einfach und verständlich formuliert, komplizierter
scheint die Suche nach den Antworten zu sein. Die Schüler lernen es aber ziemlich
schnell und kommen damit sicher zurecht. Die Antworten können dann zusammen in
der Klasse kontrolliert werden.

Vorschlag 2
Der Lehrer kann sich ein beliebiges Thema ausdenken und die Schüler daran arbeiten
lassen. Man kann Fragen aus verschiedenen Bereichen stellen, z. B. berühmte
Persönlichkeiten oder Städte.
Als Beispiel führe ich hier Fragen zur Person des österreichischen Autoren Stefan
Zweigs an.
1. Wann und wo wurde er geboren?
2. Woran oder wie starb er?
3. In welchem Land lebte er am längsten?
4. Er reiste sehr viel. Welche Länder besuchte er? (3 Beispiele)
5. Nenne 3 seine Novellen.
Man könnte natürlich eine unbegrenzte Zahl von Fragen ausdenken, aber ich glaube, es
ist günstiger, nur ein paar Fragen zu stellen, weil die groβe Zahl der Fragen die Schüler
demotivieren könnte.

63
Vorschlag 3
Der Lehrer kann an die Schüler eine Liste mit geographischen Namen und eine leere
Karte von einem deutschsprachigen Land aufteilen. Die Schüler sollen dann mit Hilfe
des Internets diese Orte finden und ihre geographische Lage in die Karte einzeichnen.
Als Beispiel schlage ich 5 Orte vor, die ziemlich bekannt sind:
1. der Bodensee
2. die Lüneburger Heide
3. Rügen
4. die Alpen
5. Harz
Dazu können noch weitere Zusatzfragen für diejenigen gestellt werden, die schnell
fertig sind. Die Lernenden könnten einführen, welche Städte sich in der Nähe befinden
oder was man sich unter diesen Namen eigentlich vorstellen kann (Stadt, See, Gebirge,
Insel, Fluss usw.) Die Ergebnisse können dann in Gruppen oder in der Klasse
besprochen werden. Durch diese Übung bekommen die Lernenden einen Überblick
über die deutsche Geographie.

Vorschlag 4
Die Schüler können eine Aufgabe bekommen, in dem sie alle deutschen Festtage im
Internet finden sollen. Also die Anzahl, den Namen, das Datum, an dem sie gefeiert
werden und vielleicht auch tschechische Übersetzungen. Dann können sie wieder
vergleichen, welche Feiertage es sowohl in Deutschland als auch in Tschechien gibt
und welche unterschiedlich zur Heimat sind. Dann verläuft der Unterricht auf der
kulturkontrastiven Grundlage.

Vorschlag 5
Eine amüsante, unterhaltsamme Übung ist „virtuelles Einkaufen“. Die Schüler
bekommen eine Aufgabe, in der sie ihre Wohnung in Berlin neu mit Möbeln ausstatten
sollen. Sie haben z. B. 2000,- Euro zur Verfügung. Sie sollen im Web ein deutsches
Kaufhaus besuchen und dann eine Liste aufschreiben, wo und was sie eingekauft
haben, und wie viel es gekostet hat. In der Klasse kann danach über folgende Fragen
diskutiert werden:
- Wie viele Möbelstücke habt ihr gekauft?

64
- Hat das Geld gereicht?
- Wie viel Geld würdest du brauchen, um deine Wohnung in Berlin völlig nach
deinen Wünschen ausstatten zu können?
Auf diese Weise können sich die Schüler eine Vorstellung machen, wie die Preise in
Deutschland sind. Sie können dann die gleiche Aufgabe bekommen, aber es kann sich
um eine Wohnung in Prag, in Wien oder in Bern handeln. Das ermöglicht den
Schülern, eine Vorstellung über Preise in anderen Ländern zu gewinnen und die Preise
in Tschechien und in anderen deutschsprachigen Ländern zu vergleichen. Damit
bekommt das Lernen wieder eine kulturkontrastive Richtung.

Alle diesen Übungen finden die Schüler interessant, unterhaltend aber gleichzeitig auch
belehrend. Sie machen sich bei ihnen mit dem Internet vertraut, lernen selbstständig zu
arbeiten. Wenn die Arbeit in Gruppen verläuft, lernen sie mit anderen
zusammenzuarbeiten und sich gegenseitig zu helfen. Dabei erfahren sie viele neue
Informationen, sie können die Kulturen vergleichen, sie lernen mit Spaβ.

4.1.2 Übungen zur Landeskunde


Das Internet muss im Deutschunterricht nicht nur für die Suche nach Informationen
benutzt werden. Man kann im Internet verschiedene Übungen finden, die die
landeskundlichen Kenntnisse der Lernenden vertiefen und dazu noch spannend sind.

Vorschlag 6
Ein Beispiel ist auf der Internetseite
http://www.hueber.de/sixcms/list.php?page=pg_landeskunde_detektive_daf zu finden.
Dort lernen die Schüler einen Privatdetektiv kennen und sie können ihm helfen,
Begriffe aus dem deutschsprachigen Land zu finden und gleichzeitig ihre
Deutschkenntnisse zu erweitern. Dabei handelt es sich um berühmte Personen, Städte
oder geographische Begriffe, die die Schüler mit Hilfe von fünf Hinweisen entdecken
sollen. Auch wenn sie es nicht schaffen, erfahren sie am Ende was oder wer gesucht
wird. Bei dieser Übung erweitern sie ihre Deutschkenntnisse und sie erfahren etwas von
deutschen Personen, Städten oder geographischen Begriffen.

65
Vorschlag 7
Viel Interessantes aus den deutschsprachigen Ländern kann man auf der Internetseite
http://www.hueber.de/sixcms/list.php?page=landeskunde_wahr_daf finden. Die Schüler
können wieder ihre Sprachkenntnisse verbessern und nebenbei viel Interessantes aus
den deutschsprachigen Ländern erfahren. Unter dem Namen „Wirklich wahr?“ kann
man 7 Geschichten lesen und am Ende entscheiden, ob diese Geschichten der Wahrheit
entsprechen oder ob die Informationen nur ausgedacht wurden. Die Schüler lernen
neben vielen interessanten Fakten von den Deutschen auch einige Redewendungen
kennen.

Das Internet ist heutzutage ein wichtiges Medium, und jeder Lehrer sollte mit ihm
vertraut sein. Er kann es für seine Vorbereitungen nutzen. Er kann dort Texte mit
verschiedenen Themen, Spiele oder Kreuzworträtsel finden. Im Internet kann aber der
Lehrer auch verschiedene landeskundliche Texte und dazu gehörte Fragen finden.
Diese können ausgedruckt werden, im Papierformat an die Schüler verteilt werden und
während des Unterrichts in einer normalen Klasse bearbeitet werden – wenn die Schule
den Internetanschluss nicht hat. Es handelt sich also um Leseverstehen, dabei erfährt
man aber viele neue landeskundliche Informationen. Wichtig ist, dass der Text so
ausgewählt wird, dass er das Interesse der Schüler weckt.

Vorschlag 8
Ein Beispiel zum Thema „Vatertag und Himmelfahrt“ ist im Anhang (siehe Anlage 2)
zu finden. Dort findet man einen Lesetext und dazu werden dann Fragen gestellt, deren
Antwort man eben in dem Text findet.

Alle diesen Übungen haben ein gemeinsames Ziel, obwohl sie ziemlich unterschiedlich
zu sein scheinen. Sie wollen nämlich den Schülern auf eine einfache Art die
Lebensweise, Kultur und Geographie näherbringen. Bei ihnen erfahren die Schüler
etwas Neues nur nebenbei. Die Schüler verlieren oft das Gefühl, dass sie etwas lernen,
weil sie sich hauptsächlich amüsieren.

66
4.2 Landeskundliche Tests und Quiz
Die Schüler allgemein lieben Ausfüllung von Tests, vor allem, wenn die Tests nicht
benotet werden. Sie bieten eine ausgezeichnete Lernmethode, denn die Lernenden
machen es mit Lust und Spaβ und dadurch behalten die neuen Informationen länger im
Gedächtnis.

Man kann verschiedene landeskundliche Tests auch im Internet finden. Es steht da eine
unendliche Menge zur Verfügung, es bleibt nur an dem Lehrer, welche er für die
Schüler auswählt. Die Schüler bekommen die Antworten anonym korrigiert, was ein
groβer Vorteil ist.

Vorschlag 9
Ein Landeskunde-Quiz habe ich auf der Internetseite http://www.ralf-
kinas.de/index.html?http://www.ralf-kinas.de/quiz_landesk.htm gefunden (siehe
Anlage 3). Dieser Test besteht aus Fragen in folgenden Bereichen: Politik, Geographie,
Allgemeines und Städte. Die Schüler bekommen immer drei mögliche Antworten und
sollen sich für eine entscheiden. Dann können sie diesen Test selbst auswerten und die
Fehler korrigieren. Mit Spaβ erweitern sie dabei ihre Kenntnisse.

Der Lehrer kann natürlich nur einige Bereiche für die Schüler aussuchen, es kommt
immer darauf an, über welches landeskundliche Wissen die Schüler bereits verfügen.

Vorchlag 10
Unter der Adresse http://www.ralf-kinas.de/index.html?http://www.ralf-
kinas.de/quiz_landesk.htm ist ein einfaches Quiz zu finden, das sich nur auf deutsche
Städte konzentriert (siehe Anlage 4) und die Übersicht über sie erweitert. Man soll da
antworten, in welcher Stadt sich die angegebene Sehenswürdigkeit befindet. Dieses
Quiz kann die Motivation der Lernenden erhöhen, denn er bietet am Ende eine
Belohnung in Form eines Witzes, wenn 80% der Fragen richtig beantwortet wird.

Unterschiedliche Tests zur Landeskunde muss man nicht nur im Internet suchen. Der
Lehrer kann andere landeskundliche Lehrbücher oder Hefte benutzen, oder sich sogar
einen Test selbst zu verfertigen. Solcher selbst gemachte Test erfüllt am besten alle

67
Bedingungen, denn der Lehrer kann in ihm den aktuellen Stoff und das Interesse und
Fähigkeiten der Schüler berücksichtigen. Die Ausfüllung kann dann in Form von
Gruppenarbeit verlaufen und kann als Wettkampf organisiert werden.

Solche Tests können sich auf verschiedene Gebiete und Bereiche der Landeskunde
beziehen, auf die geographischen, geschichtlichen oder kulturellen Fakten aus den
deutschsprachigen Ländern, sie sollten aber auch das alltägliche Leben umfassen. Zwei
ziemlich interessante Tests habe ich in dem Buch „Orientierungskurs“ gefunden. Am
Ende dieses Buches sind auch richtige Antworten angegeben, über die man nachdem in
der Klasse diskutieren kann.

Vorschlag 11
In dem ersten gibt es Fragen zu Themen wie: Feiertage, Arbeitszeit (siehe Anlage 5).
Zu jeder Frage werden dann vier Antworten angeboten, nur eine davon ist richtig. Die
Schüler können dadurch viel Interessantes erfahren und am Ende werden sie
aufgefordert, sich zu Unterschieden im eigenen Land und Deutschland auszudrücken.
Dieser Test erweitert die Übersicht der Schüler über die Arbeitszeit in Deutschland und
auch die kommunikative Kompetenz auf dem kulturkontrastiven Hintergrund.

Vorschlag 12
Der zweite Test behandelt wichtige Rechte und Pflichten der Deutschen (siehe Anlage
6). Die Lernenden sollen entscheiden, ob die angegebenen Aussagen richtig oder falsch
sind. Einige von diesen Aussagen sind sehr interessant, z. B. was die körperliche
Bestrafung der Kinder angeht. Die Lernenden erfahren einige Informationen über
Bürgerpflichten und entwickeln ihre kommunikative Kompetenz.

Solche Tests können Konkurrenz und Leistungsvergleich unter den Schülern


unterstützen. Jeder bemüht sich um das beste Ergebnis.

4.3 Landeskunde mit der Zeitung


Für den Landeskundeunterricht sollten die Lehrer verschiedene Quellen benutzen, eine
der wichtigsten von ihnen ist die Zeitung. An der Grundschule muss man aber nicht nur
mit den komplizierten, anspruchsvollen Fachartikeln arbeiten. In jeder Zeitung findet

68
man einfache, kurze Texte, die oft von Graphik ergänzt werden. Ich habe hier wieder
zwei Beispiele von Zeitungstexten, die für Arbeit an der Grundschule gut geeignet sind.

4.3.1 Fernseprogramm
Ein interessantes landeskundliches Dokument, das in jeder Zeitung zu finden ist, ist
das Fernsehprogramm. „Fernsehen prägt den Alltag der meisten Menschen, und schon
das Programm kann uns viel über diesen Alltag berichten.“1 Das Fernsehen spielt
heutzutage eine wichtige Rolle für die Schüler, und das sollte man nutzen.

Vorschlag 13
Man kann mit dem Programm unterschiedlich arbeiten. Der Lehrer kann die Schüler
mit einem Gespräch über die Programme sehr gut zur Kommunikation bewegen. Es
kann über verschiedene Sachen diskutiert werden:
• Welche deutschen Programme kennt ihr?
• Habt ihr oder jemand aus eurer Familie Satelitenfernsehen?
• Kennt ihr einige Filme?
• Gibt es dort Serien oder Filme, die man auch im tschechischen Fernsehen sehen
kann, bzw. wie heiβen sie auf Deutsch und wie auf Tschechisch?
• Welche Programmstruktur findet ihr besser z. B. Pro7 oder Nova?
Durch diesen Vergleich und diese Kontrastivität werden sich die Schüler der
Unterschiede bewusst. Der Lehrer kann vorher verschiedene Fragen vorbereiten, die
dann beantwortet werden müssen. In „Landeskunde mit der Zeitung“ werden
beispielsweise einige Fragen formuliert, die man den Schülern stellen kann. Ich führe
ein paar Beispiele ein:
• Wie viele Programme gibt es?
• Wann beginnt und endet die Sendung?
• Welche Kindersendungen gibt es?
• Welche Serien gibt es und woher stammen sie?
• Auf welchem Programm kann man die meisten Kindersendungen sehen?

1
Sölch, H.: Landeskunde mit der Zeitung, S. 40

69
Für die Arbeit mit dem Fernsehenprogramm eignet sich hervorragend die
Gruppenarbeit. Die Schüler können in Gruppen verschiedene Informationen aus dem
Programm herausnehmen.

Vorschlag 14
Die Schüler können eine Aufgabe bekommen, in dem sie Nachrichten von allen
Programmen aufschreiben sollen. Die Gruppen können dann diskutieren
- wer die meisten gefunden hat
- ob es sich bei allen wirklich um Nachrichten handelt
- auf welchem Programm gibt es die meisten Nachrichten
- ob es vielleicht ein spezielles Programm gibt, das sich nur auf Nachrichten
konzentriert usw.
Dadurch bekommt die Stunde einen kommunikativen Charakter.

Vorschlag 15
Eine weitere Aufgabe ist, alle Sendungen aufzuschreiben, die für die Schüler
sehenswert sind. Dazu müssten sie sich das genaue Programm und die Zeit notieren und
dann darüber reden, warum sie sich gerade für die konkrete Sendung entschieden
haben. Dadurch werden die Schüler wieder zur Kommunikation gezwungen.

4.3.2 Wetterbericht
Ein weiterer Teil jeder Zeitung, der für die Schüler nicht so schwierig ist, stellt der
Wetterbericht dar. Mit dem Wetterbericht kann man sehr gut arbeiten, denn es werden
da die graphische Gestaltung einer Karte mit einem kurzen Text verbunden. Einerseits
können die Schüler neue Wörter lernen, die sich zum Wetter beziehen, anderseits
erfahren sie etwas von der Geographie der deutschsprachigen Länder und auch über das
dortige Klima, das man dann mit dem Klima in Tschechien vergleichen kann.

Vorschlag 16
Einige Vorschläge für die Arbeit mit einer Wetterkarte ist im Buch „Landeskunde mit
der Zeitung“ zu finden. Ich wähle einige Beispiele aus:
- Länder auf der Wetterkarte und ihre Hauptstädte nennen
- Einige Städte den Schülern eintragen lassen

70
- Wetter in einzelnen Regionen beschreiben
- Einen Ausflug planen, je nachdem, wie das Wetter dort ist

Vorschlag 17
Der Lehrer kann auch mehrere Wetterkarten besorgen und die Schüler raten lassen, für
welchen Tag (genauer Tag, Monat oder nur Jahreszeit) sich der Wetterbericht eignen
würde. Jede Gruppe kann eine andere Wetterkarte bekommen und vor der Klasse dann
ihre Meinung begründen.

4.4 Rollenspiele
In den ausgewählten Lehrwerken waren auch einige Rollenspiele zu finden, die sich
mehr oder weniger auf Landeskunde konzentrierten. In dem bei mir vorgeschlagenen
Rollenspiel ist der landeskundliche Hintergrund unbestritten.

Vorschlag 18
Ich habe das Rollenspiel „Stadtführer“ genannt. Dieses Rollespiel verlangt für die
Schüler Vorbereitung. Ein Schüler (oder auch mehrere) soll sich bis zu der nächsten
Stunde Informationen über eine Stadt aus Deutschland, Österreich, Liechtenstein oder
der Schweiz beschaffen. Er kann sich auch verschiedene Bilder und Fotos von
Sehenswürdigkeiten von der gewählten Stadt besorgen, die dann in der Klasse
aufgeklebt oder aufgehängt werden können. In der Stunde stellt er dann die Stadt vor
und die anderen Schüler haben die Rolle der Touristen oder Besucher. Der Schüler
organisiert dann die fiktive Durchführung, die anderen können sich an ihn mit
verschiedenen Fragen wenden. Das führt zur Vertiefung der Kenntnisse über
verschiedene Städte und zur Entwicklung der kommunikativen Kompetenz.

Dieses Rollenspiel kann während des ganzen Schuljahres organisiert werden. Es


können z. B. zwei Durchführungen im Monat veranstaltet werden. Die Stadtführer
können dann für die erforgleiche Durchführung eine gute Note bekommen.

71
4.5 Projektarbeit
Ein vortrefflicher Weg zur Vermitllung landeskundlicher Bereiche ist die Projektarbeit.
Vorteile der Projektarbeit habe ich bereits beschrieben und ich habe ebenfalls
festgestellt, dass es an Vorschlägen für Projektunterricht in den Lehrbücher mangelt,
deshalb möchte ich hier drei Biespiele für die Projektarbeit präsentieren.

Vorschlag19
Bei dem von mir vorgeschlagenen Projekt kann man die günstige Lage unserer
Republik zu den deutschsprachigen Ländern nutzten. Ich schlage das Projekt „Die
Reise nach Wien“ vor. Die Stadt kann dabei ganz beliebig ausgewählt werden. Die
Vorbereitung dieses Projekts ist ziemlich anspruchsvoll, deshalb ist es für ältere
Schüler empfehlenswert.

In diesem Projekt sollen die Schüler selbst eine Reise nach Wien planen und
vorbereiten. Der Lehrer hat dabei die Funktion eines Beraters. Im idealsten Fall könnte
man die geplante Reise tatsächlich verwirklichen. Durch die intensive Beschäftigung
mit der österreichischen Hauptstadt bekommen die Schüler Möglichkeit, das Leben, die
Geschichte und auch Gegenwart der Stadt kennen zu lernen und zu verstehen. Da die
Schüler selbst bestimmen, was sie in Wien sehen und besuchen möchten, steigt ihre
Motivation und ihr Interesse. Diese Projektarbeit kann als Gruppenarbeit (zwei
Gruppen) organisiert werden, wobei jede Gruppe andere Aufgaben hat.

Sie können das Internet, verschiedene Karten und Borschüren benutzen. Einige
Materialien kann der Lehrer besorgen. Eine Gruppe kann für die Fahrt verantwortlich
sein. Sie sollen eine billige Variante finden. Sie sollen sich nach dem Fahrplan,
Fahrtdauer, Preisen, Ermäβigungen und Buchungsmöglichkeiten erkundigen. Die
andere Gruppe sollte feststellen, welche möglichen Sehenswürdigkeiten und Denkmäler
in Wien zu sehen sind. Sie müssen auch nach der Öffnungszeit und nach
Eintrittspreisen fragen. Die Schüler müssen entscheiden, was sie sehen und besuchen
möchten – daran werden alle Schüler beteiligt. Sie sollten dann gemeinsam ein
interessantes Programm und einen Zeitplan vorbereiten. Wenn dieser Ausflug dann
wirklich realisiert wird, können sich die Lernenden eine Vorstellung machen, ob ihre
Vorbereitung ausreichend war und was noch zu verbessern wäre.

72
Vorschlag 20
Ein anderes Projekt könnte ich als „Städte in der Schweiz“ benennen. (Es kann dabei
wieder ein anderes Land festgelegt werden.) Für dieses Projekt würden die Kinder
ungefähr 4 Deutschstunden brauchen.

Noch bevor man mit der eigenen Projektarbeit beginnt, müssen einige Sachen geklärt
werden. Es sollte auch erklärt werden, wie das Projekt am Ende aussehen soll, bzw.
sollten einige Beispiele gezeigt werden. Es soll die Form eines Plakats haben. Es
müssen alle Einzelheiten geklärt werden – die Absicht des Projekts, der Dauer usw. Die
Schüler sollen alles Mögliche über die Schweiz aufsuchen und in die nächste Stunde
mitbringen – z.B. Zeitungen, Zeitschriften, Prospekte, Ansichtskarten, Bücher, Fotos...
In diesem Zeitpunkt sollte ein Gespräch geführt werden, was die Kinder schon über die
Schweiz wissen. Der Lehrer sollte die Karte von der Schweiz mitbringen. Er kann
einige von folgenden Fragen stellen:
Wo liegt überhaupt die Schweiz?
An welche Länder grenzt sie?
Wie spricht man in der Schweiz?
Hast du sie schon besucht? (bzw. wie bist du dorthin gefahren, welche Städte hast du
besucht und was hast du dort gesehen?)
Wie groß ist die Schweiz?
Wie viele Menschen leben hier?
Wie heißt die Hauptstadt?
Wie viele Kantone gibt es in der Schweiz?
Welche Flüsse fließen durch die Schweiz?
Wie heißt der höchste Berg und wie hoch ist er?
Wie sieht die Fahne aus?
Wie heißt die Währung in der Schweiz?
Welche schweizerischen Städte kennst du?
Kennst du einige schweizerische Persönlichkeiten (Schauspieler, Sportler, Politiker,
Musiker...)?
Hast du in der Schweiz Bekannte oder Verwandte?

73
Dann müssen die wichtigsten Informationen auf ein großes Blatt zusammengefasst
werden. Jemand kann die Überschrift aufschreiben, einer kann die schweizerische
Fahne aufmalen, einer malt eine kleine Karte von der Schweiz mit einzelnen Kantonen,
einige fassen im kurzen die Hauptinformationen zusammen (Größe, Einwohnerzahl,
Hauptstadt ...), einer schreibt die Länder auf, die an die Schweiz grenzen usw. Es sollte
schon feststehen, für welche Stadt sich welche Gruppe entschieden hat.

Die Schüler können mit Hilfe des Internets versuchen, noch weitere Informationen über
ihre Städte zu erfahren. Die Gruppen müssen dann die wichtigsten Informationen über
ihre Stadt zusammenfassen und in einfache Sätze umwandeln. Es wird dann auf das
groβe Blatt aufgeklebt.

Die letzte Stunde dieser Projektarbeit wird der Präsentation gewidmet. Die Gruppen
stellen gegenseitig ihre Städte vor. Die zuschauenden Gruppen können dann jede Arbeit
bewerten. Dann soll das ganze Plakat mit allen Informationen über die Schweiz und mit
den einzelnen Städten irgendwo in der Klasse an eine Wand aufgehängt oder aufgeklebt
werden. Wenn es ausgestellt wird, können die Schüler das Gefühl bekommen, etwas
Wichtiges gemacht zu haben. Am Ende sollten die Gruppen besprechen, wie das
Projekt gelungen ist, was man zum nächsten Mal besser machen könnte, was die
Schüler schwer fanden, ob es ihnen Spaß machte usw.

Vorschlag 21
Wunderbar geeignet für den landeskundlichen Unterricht sind solche Formen, mit
denen der Schüler nicht nur Fakten und Angaben lernt, sondern etwas erlebt, das er sich
dann für eine lange Zeit merken wird. Die Kultur der deutschsprachigen Länder muss
dem Schüler nicht nur vom Lehrer, Lehrbuch oder anderen Medien vermittelt werden,
er kann sie im Deutschunterricht selbst miterleben. Bei meinem Vorschlag kann der
Schüler nicht nur mit dem Kopf und Händen arbeiten, sondern mit dem ganzen Körper.

Die Schüler sollten im Rahmen des landeksundlichen Unterrichts mit typischen Speisen
der deutschsprachigen Länder bekannt gemacht werden. Ein perfekter Weg zum
Kennenlernen der Küche dieser Länder ist Zubereitung eines Essens nach einem Rezept
aus dem deutschsprachigen Raum. Es gibt natürlich eine unedliche Menge von

74
Rezepten, die man nicht nur im Kochbuch, sondern auch in Zeitschriften oder im
Internet finden kann.

Sehr interessant (und lecker) ist für die Schüler Zubereitung des Eintopfs (siehe Anlage
7). Unter diesem Wort können sich die Schüler meistens nichts Genaues vorstellen und
die Erklärung im Wörterbuch hilft auch nicht viel. Wenn die Schüler etwas kochen
sollen, brauchen sie mindestes zwei Deutschstunden hintereinander, was ein Problem
werden könnte. Der Lehrer wird dabei aber sicherlich eine Lösung finden. Es ist auch
notwendig, dass sich in der Schule eine Übungsküche befindet. Noch bevor man mit
dem Kochen anfängt, müssen in einer Stunde alle Einzelheiten besprochen und das
Rezept sorgfältig gelesen werden.

Beim Durchführen dieser Arbeit ist wichtig, dass die Schüler nicht nur viele neue
Wörter lernen, sondern dass sie durch das Kosten einen neuen Geschmack kennen
lernen, und dass das Lernen mit einem neuen Erlebnis verbunden wird.

75
5 SCHLUSSWORT
Landeskunde ist sowohl für Lehrer als auch für Schüler ein umfangreiches, aber
zugleich ein interessantes Thema des Fremdsprachenunterrichts. Man kann sich unter
ihr unterschiedlichste Bereiche des Lebens vorstellen. Sie vermittelt uns ein
anschauliches Bild der fremden Wirklichkeit. Ohne Verbindung mit der Landeskunde
kann man nur schwer die deutsche Sprache lernen.

Ich hoffe, dass es mir wenigstens teilweise die Erläuterung gelungen ist, was alles
dieser Begriff umfasst. Ich habe erwähnt, welche Quellen, Materialien und Medien der
Lehrer für den Landeskundeunterricht in Anspruch nehmen kann. Ich habe auch
angedeutet, welche Aufgaben der Lehrer hat und welche Probleme mit der
Landeskunde zusammenhängen.

Es ist Aufgabe des Lehrers, die Landeskunde auf wirksame und interessante Weise zu
vermitteln. Ich habe gezeigt, worauf der Lehrer aufpassen soll, wenn er im Unterricht
ein Lehrwerk benutzen will, das der modernen Konzeption der Landeskunde entspricht.
Ich habe drei Lehrwerke ausgewählt, an denen ich praktisch gezeigt habe, wie
Landeskunde in Lehrwerken für Deutsch gemacht wird. Es ist natürlich möglich, auch
andere Lehrwerke im Hinblick auf die landeskundliche Inhalte durchzusehen. Ich hoffe,
dass die von mir angegebenen Kriterien zur Beurteilung der Lehrwerke dabei helfen
können.

Ebenfalls hoffe ich, dass meine im leztzen Teil präsentierten Vorschläge und Beispiele
zur Realisierung der Landeskunde im Deutschunterricht anderen Lehrern helfen, ihren
Unterricht interessanter und effektiver zu gestalten. Ich habe ein paar Beispiele
vorgeschlagen, die aber nur einen winzigen Teil aller Möglichkeiten darstellen. In der
Praxis kommt es immer auf den konkreten Lehrer an, auf seine Fähigkeiten und sein
Improvisationsvermögen, wie er die Schüler zum Lernen der Landeskunde anziehen
und anfesseln kann.

76
RESUMÉ
Ve své diplomové práci se věnuji postavení reálií ve výuce německého jazyka a
pokouším se zjistit, jak dalece jsou začleněny v současných učebnicích němčiny.

V úvodní části mé práce vysvětluji, co vše zahrnuje pojem „reálie“ a jaké je jejich
pojetí. Dále se soustředím konkrétně na výuku německého jazyka a uvádím hlavní
úlohu, problémy a cíle reálií. Zmiňuji též informace a témata, která by měl učitel žákům
předat, a zdroje, které k tomu může využít.

Mezi hlavní zdroje ve výuce německého jazyka patří většinou učebnice, kterými se
blíže zabývám v praktické části. Zde se snažím objasnit, co vše by měly obsahovat
z pohledu reálií. Na příkladu tří vybraných učebnic se pokouším zvolená kritéria
aplikovat.

Na závěr nabízím několik konkrétních příkladů a námětů, které mohou učitelům


pomoci při výuce němčiny zaměřené na reálie. Zde vycházím z poznatků, že
v současných učebnicích chybí širší nabídka úloh k získání nových znalostí o německy
mluvících zemích a k jejich procvičení.

Jsem přesvědčena, že reálie hrají důležitou roli ve výuce německého jazyka, a že


mohou pomoci zvýšit žákovu motivaci i efektivitu práce.

RESÜMEE
In meiner Diplomarbeit widme ich mich der Stellung der Landeskunde im
Deutschunterricht und ich bemühe mich festzustellen, wieweit sie in gegenwärtigen
Lehrwerken eingeordnet ist.

In dem Einführungsteil meiner Arbeit erkläre ich, was alles unter dem Begriff
„Landeskunde“ zu verstehen ist. Weiter konzentriere ich mich auf den
Deutschunterricht und ich führe die Hauptaufgabe, Probleme und Ziele der
Landeskunde ein. Ich deute ebenfalls Informationen und Themen an, die der Lehrer den
Schülern vermitteln sollte, und Quellen, die er dazu nutzen kann.

77
Unter Hauptquellen im Deutschunterricht gehören meistens Lehrbücher, mit denen ich
mich im praktischen Teil befasse. Hier versuche ich zu erläutern, was alles sie aus
landeskundlicher Sicht beinhalten sollten. Am Beispiel drei Lehrwerke bemühe ich
mich, ausgewählte Kriterien anzuwenden.

Zum Schluss biete ich einige konkrete Beispiele und Vorschläge an, die den Lehrern
beim auf Landeskunde orientierten Deutschunterricht helfen können. Dabei gehe ich
von den Erkenntnissen aus, dass es in gegenwärtigen Lehrwerken an Übungen zum
Erwerb neuer Kenntnisse von den deutschsprachigen Ländern mangelt.

Ich bin davon überzeugt, dass die Landeskunde eine wichtige Rolle im
Deutschunterricht spielt, und dass sie helfen kann, die Motivation der Schüler und die
Effektivität der Arbeit zu erhöhen.

78
LITERATURVERZEICHNIS
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von der Fachgruppe Deutsch als Fremdsprache des Fachverbandes Moderne
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79
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• Pauldrach, A.: Eine unendliche Geschichte. Anmerkungen zur Situation der


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• Douvitsas-Gamst, J., Xantohos, E., Xanthos-Kretzschmer, S.: Das


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• Douvitsas-Gamst, J., Xantohos, E., Xanthos-Kretzschmer, S.: Das


Deutschmobil 2, SPN, Praha 1992

• Douvitsas-Gamst, J., Xantohos, E., Xanthos-Kretzschmer, S.: Das


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• Kopp, G., Büttner, S.: Planet 1, Max Hueber Verlag, Ismaning 2004

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19-281678-9&elka_id=505323&selected_elka_id=505323&theme=default
(zit. am 30.4.2007)

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http://www.hueber.de/sixcms/list.php?page=pg_landeskunde_detektive_daf
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82
http://www.hueber.de/sixcms/media.php/36/Vatertag.pdf (zit. am 15.5.2007)

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http://www.uncg.edu/~lixlpurc/NetzSpiegel/Netzspiegel.html (zit. am 23.5.2007)

http://www.heutehaben.cz (zit. am 15.6.2007)

83
ANHANG

84
Anlage 1

Ostern
Der Schnee ist weg, der Frühling kommt und egal, ob die Sonne scheint oder nicht:
Bald ist Ostern.
Zu Ostern gehören bunte Eier, Kuchen - und natürlich der Osterhase.
Benutzen Sie die Website: http://www.german-easter-holiday.com/ostern-
osterfest/index.html
1. Das Datum (Weg: Linke Menüleiste – Christliches Osterfest, ganz unten:
Termine) Wann ist in diesem Jahr Ostern? Und wann im nächsten?
__________________________________________________________________
______

2. Die Osterwoche Lesen Sie im Menü links „Ostern und Religion“: Suchen Sie die
Namen von zwei Tagen aus der Karwoche (der Woche vor Ostern).
__________________________________________________________________
___

3. Osterbräuche Weiter im Menü (oder rechts): „Osterbräuche“ (Hilfe: Ein Brauch


ist eine Tradition.) Um welche Dinge/Sachen geht es?
__________________________________________________________________
___

4. Der Osterhase Klicken Sie jetzt auf „Osterhase“.


a) Seit wann bringt der Osterhase zu Ostern Eier?
_______________________________________________________________
___
b) Aus welcher Region kommt der Brauch?
_______________________________________________________________
___
c) Wo sucht und findet man an Ostern die bunten Eier?
_______________________________________________________________
___

d) Warum sagt man, dass der Osterhase die Eier legt und nicht die Hühner?
_______________________________________________________________
___
_______________________________________________________________
___
e) Die Kinder auf dem Land glauben nicht, dass der Osterhase die Eier legt.
Warum?
_______________________________________________________________
___
f) Lesen Sie weiter auf Seite 2: In manchen Regionen bringen andere Tiere die
Ostereier. Suchen Sie im Text mindestens zwei Tiere; in welcher Region sind
sie die „Ostertiere“?
_______________________________________________________________
_______________________________________________________________
______
g) Lebende Hasen sind heute selten, besonders in der Stadt. Was für Hasen
sieht man da?
_______________________________________________________________
_______________________________________________________________
_______________________________________________________________
_________
h) Wie ist das in Ihrem Land? Wird Ostern bei Ihnen auch gefeiert? Gibt es
Ostereier? Wer bringt sie?
_______________________________________________________________
_______________________________________________________________
______
_______________________________________________________________
___
_______________________________________________________________
_______________________________________________________________
______

5. Osterrezepte Klicken Sie im Menü links unten „Osterrezepte“ an.


a) Was für eine Dekoration gehört zu einem „echten“ Osterfrühstück?
_______________________________________________________________
___
b) Und was für Essen?
_______________________________________________________________
___

c) Was ist ein „Osterlamm“?


_______________________________________________________________
___

d) Osterhasenkuchen, Osterlamm, Möhrencremesuppe - was ist also ein „Rezept“?


_______________________________________________________________
___

6. Osterhasen-Museum In München gibt es ein Osterhasen-Museum. Besuchen


Sie die Webseite: http://www.kindererlebnis.de/zam.htm

a) Was bedeutet „ZAM“?


____________________________________________________________
___
b) Sehen Sie sich das Bild zum „Osterhasen-Museum” an. Woran denken
Sie, wenn Sie diese Hasen sehen?

____________________________________________________________
____________________________________________________________
______
c) Erfinden Sie selbst ein „außergewöhnliches Museum“ und beschreiben
Sie, was dort gezeigt wird.
____________________________________________________________
____________________________________________________________
____________________________________________________________
____________________________________________________________
____________

Quelle: http://www.hueber.de/sixcms/media.php/36/Ostern07.pdf
Anlage 2

Zwischen Ostern und Pfingsten


Himmelfahrt/Vatertag
Vierzig Tage nach Ostern, immer an einem Donnerstag, ist Himmelfahrt. In den
dreißiger Jahren haben die Männer diesen kirchlichen Feiertag zu ihrem Tag gemacht.
Der Volksmund nennt ihn seitdem „Vatertag“, sicher als Gegenstück zum
Muttertag, der seit über 75 Jahren in Deutschland am zweiten Maisonntag gefeiert
wird.
Am Vatertag unternehmen viele Männer sogenannte „Herrenpartien“, Ausflüge
mit einem Pferdewagen, einem Ruderboot oder einem geschmückten offenen
Auto. Ein Faß Bier kommt in die Mitte, und mit Gesang und Hallo fahren sie übers
Land oder flußabwärts. Ab und zu wird ein kräftiger Schluck genommen. Mit
lustigen Hüten und bunter Kleidung machen die Herren der Schöpfung auf sich
aufmerksam.
In manchen Landesteilen hatten früher auch die jungen Mädchen zu Himmelfahrt
ihren Spaß. Sie gingen früh hinaus und tanzten barfuß auf den noch feuchten Wiesen.
Das sollte ihnen Schönheit und Gesundheit bringen. Anschließend pflückten
sie Kräuter, flochten sie zu Kränzen und hingen sie ins Haus, um vor Krankheit
und Schaden geschützt zu sein.
Da der Himmelfahrtstag auf einen Donnerstag fiel, glaubten die Bauern mancherorts,
daß man an diesem Tag besonders auf das Wetter, auf „Donner“, Regen
und Sonne achten müsse. Sie hofften auf günstige Zeichen für ihre Früchte auf
den Feldern.
Eine alte Bauernregel erinnert daran: Wie das Wetter am Himmelfahrtstag, so auch
der Herbst sein mag.
Himmelfahrt ist ein kirchliches Fest, das die Osterzeit beendet. Nach der christlichen
Lehre ist an diesem Tag Christus an die Seite Gottes getreten.
Mit einem kräftigen Schluck ist umgangssprachlich meist das Trinken von
Alkohol gemeint.
Mit der Redewendung Herren der Schöpfung sind etwas ironisch die Männer im
allgemeinen gemeint.
Der Donnerstag ist nach Donar benannt (engl. thursday). Donar war der Gott des
Donners und des Ackerbaus.
Bauernregeln sind alte Sprüche über das Wetter und seine Wirkung auf die
Landwirtschaft.

Die fehlenden Wörter können Sie bestimmt einsetzen, ohne noch einmal im Text
nachzusehen.
1. Das Himmelfahrtsfest findet immer an einem ___ statt.
2. Der Volksmund nennt Himmelfahrt auch ___.
3. An diesem Tag unternehmen die Männer gern ___.
4. Beliebt sind Fahrten mit einem ___, einem ___ oder einem ___.
5. Man singt und nimmt ab und zu einen ___ ___.
6. Auch die jungen Mädchen hatten früher zu Himmelfahrt ihren ___.
7. Sie tanzten barfuß auf den noch feuchten ___, um ___ und ___ zu bleiben.
8. Anschließend flochten sie ___ aus Kräutern, die sie im Haus aufhängten.
9. Diese Kränze schützten sie vor ___ und ___.

Können Sie etwas ausführlicher Auskunft geben?


1. Liegt Himmelfahrt vor oder nach Pfingsten?
2. Wurde zuerst der Muttertag eingeführt oder der Vatertag?
3. Fällt der Himmelfahrtstag auf einen Sonntag oder auf einen Wochentag?
4. Nehmen die Männer zu ihren Ausflügen die Frauen mit, oder fahren sie in der
Regel allein?
5. Kleiden sich die Männer an diesem Tag vornehm und elegant, oder fahren sie
eher bunt und salopp auf ihren Wagen?
6. Stammen Bauernregeln von den Bauern selbst, oder sind sie für die Bauern gemacht?

Quelle: http://www.hueber.de/sixcms/media.php/36/Vatertag.pdf
Anlage 3
Landeskunde-Quiz

Wie funktioniert das hier?


Einfach auf die richtige Auswahl klicken. Wenn du fertig bist, klicke auf
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Richtige Anworten werden mit angezeigt.

Politik:

-- Antw ort --
Wie heißt der Bundeskanzler?

Welche Parteien stellen die Regierungskoalition?


-- Antw ort --

-- Antw ort --
Was ist der Bundesrat?
-- Antw ort --
Der deutsche Außenminister ist von welcher Partei?

Wie kann das Grundgesetz geändert werden?


-- Antw ort --

-- Antw ort --
Wer bestimmt die Richtlinien der Politik?

Geographie:

-- Antw ort --
Der Harz ist ...
-- Antw ort --
Kiel liegt ...
-- Antw ort --
Durch Hamburg fließt ...
-- Antw ort --
Wie viele Länder haben eine Grenze mit Deutschland?
-- Antw ort --
Der Schwarzwald liegt ...
-- Antw ort --
Das Ruhrgebiet ist ...

Allgemeines:

-- Antw ort --
Wie viele Einwohner hat Deutschland?

Wie weit ist es vom nördlichsten bis zum südlichsten Punkt?


-- Antw ort --

-- Antw ort --
Welches ist der größere Industriezweig?
-- Antw ort --
Wer ist nicht Deutscher?

Wann wurde Deutschland zum ersten Mal Fußballweltmeister?


-- Antw ort --

-- Antw ort --
Welches Essen ist typisch Deutsch?

Städte:
-- Antw ort --
Den größten Hafen in Deutschland hat ...
-- Antw ort --
Wo fand die Expo 2000 statt?
-- Antw ort --
In welcher Stadt steht das Brandenburger Tor?
-- Antw ort --
Welches Auto wird in Wolfsburg gebaut?
-- Antw ort --
Welche Stadt hat den größten Flughafen?
-- Antw ort --
Wie viele Einwohner hat Berlin?

Alle Fragen beantwortet? Dann klicke auf "Auswerten"

24
Du hast: von Fragen richtig beantwortet. Damit hast du: % der
Punkte erreicht.

90-100% = Du bist ein Experte!

70-90% = Du kennst dich gut aus!

50-70% = Nicht schlecht!

30-50% = Könnte besser sein!

10-30% = Mach dir nichts draus!

0-10% = Nanu?!

Quelle: http://www.ralf-kinas.de/index.html?http://www.ralf-kinas.de/quiz_landesk.htm
Anlage 4

Deutsche Städte

Eine Runde - 10 Fragen

Wenn du 8 Fragen richtig beantwortest, kannst du einen Witz lesen.

1. Das Brandenburger Tor steht in ...

Berlin

Hamburg

Leipzig

München

2. Die Stadtmusikanten kommen aus ...

Kassel

Hannover

Bremen

Hamburg

3. Das Deutsche Museum ist in ...

Stuttgart

Berlin

München

Dortmund

4. Die Paulskirche steht in ...

Dresden

Frankfurt am Main

Ulm

Bochum

5. Der Rattenfänger kommt aus ...

Regensburg

Hameln
Braunschweig

Würzburg

6. Einen "Zwinger" gibt es in ...

Gelsenkirchen

Trier

Magdeburg

Dresden

7. Das Holstentor ist in ...

Lübeck

Rostock

Kiel

Hamburg

8. Das Goethehaus kann man besichtigen in ...

Kassel

Heidelberg

Erfurt

Weimar

9. Die Semperoper steht in ...

Hildesheim

Augsburg

Dresden

Nürnberg

10. Eine "Porta Nigra" kann man sehen in ...

Potsdam

Trier

Köln

Düsseldorf

Quelle: http://www.ralf-kinas.de/index.html?http://www.ralf-kinas.de/quiz_landesk.htm
Anlage 5

Quelle: Kaufmann, S., Rohrmann, L., Szablewski-Cavus, P.: Orientierungskurs, S. 11


Anlage 6

Quelle: Kaufmann, S., Rohrmann, L., Szablewski-Cavus, P.: Orientierungskurs, S. 17


Anlage 7

Quelle: Lisa, Das junge Magazin - informativ und voller Ideen, Nr. 44/18.10.2003, S.
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