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Interview über den Tod

Der Tod.. jaja.. schönes Thema. Aber nicht mehr so schön, wenn man ihn erlebt hat und
sich in Forums und Talkshows dieses Gelaber antun muss. Wer den Tod ERLEBT hat,
wird sicher nicht "besser Leben, weil er froh ist nicht ganz gestorben zu sein". Lach. Nein,
gewiss nicht. Weiß jemand was Todessehnsucht ist? Ich ja. Es ist die Sehnsucht nach
einem Gefühl, das man mal hatte. Ich hatte das erste Mal im Leben (*lol*) das Gefühl
geliebt zu werden - und das war soo gewaltig, das kein Mensch mir das nach über
17Jahren je geben konnte! Trotz Liebe, Freundschaft und allem wurde ich nie von meiner
Sehnsucht befreit - denn ich weiß, wie schön es ist. Ich habe keine Visuelle Erinnerung
von dem Vorfall, nur die Gefühle waren Plötzlich da - wie ein Licht das eingeschaltet
wurde. Nunja, bisher hat das niemand verstanden, weil es noch keiner wirklich erlebt hat.
(Klinisch tot ist nicht unbedingt wirklich tot! Ich war es aber.) Sogenannte Nah-Tod
Erfahrungen bewirken das vollkommene gegenteil-nämlich Angst. ich habe keine Angst,
ich will ihn! Aber ich mach kein Selbstmord dafür (noch nicht, wer weiß, wann die
Sehnsucht mich überwältigt). Meine Frage: Hat hier irgendjemand dies schon mal erlebt
und das geschehen/Gefühl analysiert? Oder jemand der Gleichgesinnte sucht?

Gast: „Wo und wie hast du diesen todesähnlichen Zustand erlebt. Das würde mich neugierig machen und
ist es wirklich so schön wie du sagst?
Ich mein die meisten Menschen haben Angst vorm Tod, weil er eine ziemlich ungewisse Sache ist.
Aber wenn man deinen Ausführungen folgt, muss er ja sehr schön sein“

Genau das ist mein Problem - alle haben angst und ich soll ihnen erklärten, warum..
Nuja, ich habe eine direkte Todeserfahrung gehabt, dies erzeugte ein Gefühl der
Sehnsucht in mir (für kurze Zeit ein Gefühl der unendlichen Liebe) und diese Sehnsucht
hab ich nach dem, der mir als Einzigstes auf der Welt dieses Gefühl gab-dem Tod.
Warum er schön ist? Wo sonst bekommt man solche mächtigen Gefühle geschenkt?!?
Ok, ist kurz aber ich bin voll und müde-reden wir später drüber, ok??

Gast: „Gute Frage: Wann und wie hast du das erlebt? „

Wie? Siehe oben - ich habe keine visuelle Erinnerung an mehrere Jahre vor..asso.. ähm,
ok - vergiss "siehe oben“..vor meinem Unfall. Ich war 7 und wurde von einem Auto frontal
erfasst, mit gutem Speed. Danach war ich fast im Eimer und nach einer vollendeten
Notoperation (meine Mutter war da) Musste man mich wiederbeleben - ohne erfolg.
Meine Mutter wurde hinzugezogen und ich bekam dann vom Pastor meine "letzte Ölung"
oder wie das heißt. Irgendwie, irgendwann (muss Muttern fragen) muss ich wohl ohne
Maschinen wieder Lebenszeichen von mir gegeben haben - danach wurde ich wieder
angeklemmt und bin nach 2 Wochen oder mehr aus meinem Koma erwacht. Ich hatte
danach eine Teilamnäsie - dh, durch Sauerstoffverlust oder durch die Kopfwunde habe
ich ein paar Jahre vergessen. Ich konnte mich aber an alles andere (wer ich bin und so)
erinnern. Als ich aufwachte hatte ich Schläuche in Herz und Nase und ".." welche ich aus
Verwunderung außer das ding im Herz entfernte - und wollte aufstehen. Meine Mutter
war da und sagte ich sollte das nicht - ich wusste aber nicht warum. Habe dann erst
bemerkt, dass mein komplettes Bein hinüber war und ich fast nackt war. Die Schwester
wurde geholt und ich sagte ich müsse mal. Sie sagte mach doch. ?? Da fiel mir dann der
".." schlauch auf.. Nuja, so habe ich dann diese Geschichte erzählt bekommen, dass ich
das "7. Weltwunder" wäre und son quatsch. (einer der gründe, dass ich das keinen
"normalen" Menschen erzählen kann, da er mich für was weiß ich was fürn Schwätzer
hält)
Nuja, später bemerkte ich erst, wie es mir eigentlich ging (4 Monate Krankenhaus lassen
eine Menge Zeit, um nachzu"fühlen". Der Rest steht in den ersten Beiträgen....

Gast: „Es könnte sein, dass als Du tot warst, die ganz natürlichen Vorgänge im Körper angefangen haben
zu wirken!
Und zwar ist wissenschaftlich bewiesen, dass bei einem Menschen, der stirb, Glückshormone
ausgestoßen werden.. Das hat die Natur eingerichtet, damit man ruhig sterben kann..
Allerdings weiß ich nicht, ob dass der Fall bei Selbstmord ist...
Ich wünsche euch allen echt viel Glück in eurem LEBEN!“

Es kann so vieles sein... Fakt ist aber, es hat mein Leben verändert, Aberglaube oder nicht
- die Gefühle lassen sich nicht abschalten! Scheißegal was ich darüber denke, woher sie
kommen, sie bleiben!
Qout capita tot sensus -
felix, qui potuit rerum cognoscere...
Si vis pacem, evita bellum.

Was der Tod für die Lebenden, ist das Leben für die Toten (M. Möller)