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Lesetagebuch „In seiner fruhen Kindheit ein Garten“

Inhalt:

1. Vorwort

2. Charakterbeschreibung

3. Kapitelzusammenfassungen

4. Interpretationen

Der Terroristen als Träumer

Des Gartenmotivs

Wo leben wir eigentlich?

5. Schluss

Vorwort

Christoph Heins Roman „In seiner frühen Kindheit ein Garten“ ist, entgegen der Meinung des Autors, ein (sehr freies) Buch über den Polizeieinsatz des GSG9 in Bad Kleinen. Bei diesem Vorfall kam ein Terrorist (Wolfgang Grams) und ein GSG9 Beamter (Michael Newrzella) ums Leben und eine Terroristin (Birgit Hogefeld) wurde festgenommen.

Hein ersetzt in seinem Buch alle Namen und lässt Tatsachen außeracht. Dennoch schrieb er das Buch auf Grundlage des Vorfalls in Bad Kleinen. In seinem Buch wurde Oliver Zurek (Wolfgang Grams), ein Mitglied einer Terroristischen Vereinigung, in (Bad) Kleinen getötet. Ob er sich selbst oder ein Polizist ihn erschoss ist unklar und bleibt dies auch (Wie in Wahrheit auch).

Nun geht es in Heins Buch ausschließlich um die Wahrheitsfindung Richard Zureks, des Vaters von Oliver Zurek. Dieser versucht mit allen (legalen) Mitteln die Wahrheit um die Umstände des Todes seines Sohns herauszufinden. Richards Hingabe zum Staat, er war Schuldirektor, verfällt bis zum Ende des Buches total und er gibt seine Beamtenwürde im letzten Kapitel zurück.

Charakterbeschreibung

Dr. Richard Zurek Dr. Richard Zurek, geboren 1922, ist die Hauptperson des Romans. Er ist die Person, um die sich alles dreht und wendet, und nicht sein Sohn. Richard kämpfte 3 Jahre lang im 2. Weltkrieg und war danach 4 Jahre in Gefangenschaft. Er ist ein pensionierter Schuldirektor und lehrte an seinem Gymnasium Deutsch, Latein und Physik. Er hat mit seiner Frau Frederike drei Kinder großgezogen. Oliver, Christin und Heiner.

Dr. Richard Zurek ist ein ordnungsliebender, fast schon pedantischer Mensch. Jeden Tag stellt er den großen Zeiger seiner Pendeluhr genau auf die 12, wenn der Gongschlag im Fernsehen ertönt (dies zeigt auch den pedantischen Umgang mit der Zeit). Er ist ein pflichtbewusster, loyaler Staatsmann der ein ausgeprägtes Rechtsempfinden hat, bevor er den Glauben an den Rechtsstaat verliert.

Frederike Zurek Frederike, im Roman meist „Rike“ genannt, ist die Frau Richards. Er traf sie beim Studentenfasching nach dem Krieg und seiner Gefangenschaft. Zu dieser Zeit lernte sie auf der Hebammenschule und war später auch als Hebamme tätig. Sie Ist sehr auf Harmonie in der Familie bedacht und möchte,durch den Rechtstreit mit dem Staat, nicht die Beziehung zu den Kindern verlieren.

Oliver Zurek Geboren 1956. Er war mehr ein Einzelgänger und zeichnete sich, ähnlich wie sein Vater durch Rechtsgefühl aus(120). Es gibt viele Parallelen zu Richard, was Richard auch sehr zu schaffen macht, denn er fragt sich, wie er zu einem Terroristen werden konnte(177).

Er spielt er nur indirekt in diesem Buch die Hauptrolle, nicht zuletzt weil er tot ist, denn in dem Rechtsstreit seines Vaters geht es nicht so sehr um ihn (Oliver), sondern mehr um die Umstände seines Todes und ob er ein Mörder ist oder nicht.

Christin Zurek Geboren 1954. Sie war in den Kindheitsjahren die beste Freundin Olivers. Sie ist genau das Feindbild Olivers geworden, was die Beiden wahrscheinlich auch entzweit hat. Sie ist nun Lehrerin und hat Matthias, einen Unternehmensberater geheiratet. Die beiden haben einen Sohn. Konstantin ist der einzige Enkel der Zureks.

Heiner Zurek Geboren 1958. Er hat mit Freunden eine Computerfirma in Nürnberg gegründet und opfert sich für die Firma vollkommen auf. Er teilte die radikalen Ansichten Olivers, wollte auch in dieser Szenen aktiv werden, jedoch verbot Oliver dies ihm.

Konstantin Geboren 1988. Er ist der einzige Enkel der Zureks, weißt deren Bemühungen aber strikt von sich. Er hat schon mit 5 Jahren viel seiner Kindlichkeit verloren, tut auch Heiterkeit als „kaspern“ ab, kopiert auch schnell Verhaltensweisen und Eindrücke seiner Eltern.

Anwalt Feuchtenberger Er ist der Anwalt der Zureks. Und bekannt Terroristen vor Gericht zu Verteidigen. Dies wirkt sich nicht positiv auf die Gerichte aus. Dennoch schenkt Zurek im sein ganzes Vertrauen.

Katharina Blumenschläger Sie war bis Olivers Tode seine Lebensgefährtin und wurde auch in Kleinen festgenommen. Sie war in der Haft sehr diszipliniert, was sie von Oliver gelernt hatte. Die Zureks sehen sie als Schwiegertochter an und bemühen sich sehr um sie.

Schuldirektor Kobelius Er ist der direkte Nachfolger Zureks am Gymnasium. Zurek hält nicht viel von ihm und das bleibt auch bis zum Ende des Buches so.

Kapitelzusammenfassungen

1. Kapitel

Das Buch fängt an einem Abend im Sommer 1998 an. Die Zureks leben in einem kleinen Einfamilienhaus in einer Kleinstadt in der Nähe von Wiesbaden. Ihr Sohn Oliver ist in Kleinen am Bahnhof erschossen worden. Die näheren Umstände sind nicht bekannt. Richard ist an diesem Abend nicht zu Hause. Sonst stellt er die Standuhr bei den Nachrichten immer richtig und sagt „Amici diem perdidi“, „Freunde ich habe einen Tag verloren“. Nach dem Kaffetrinken mit seiner Frau, bei dem er sichtlich nervös ist, geht Richard nach Aufforderung seiner Frau mal unter die Leute. Er gibt beim Kaffetrinken seiner Frau die Schuld, da sie ihn so „mit (deinen) ihren Fragen löchert“, dass sein Kaffee umfällt. Danach geht Richard in die Gaststätte „Der Bahnhof“. Dort redet er mit einem Freund Olivers, über Oliver.

Bemerkungen:

Richard hat ein ausgeprägtes Rechtsgefühl und gibt deshalb seiner Frau die Schuld.

2. Kapitel

Es wird Zureks Arbeitszimmer beschrieben. Statt der Lehrbücher stehen dort nun Aktenordner über den Vorfall in Kleinen. Zurek hat sich in den letzten Jahren sehr von der Außenwelt abgekapselt, aufgrund des Vorfalls seines Sohnes. Er geht aber trotzdem noch zu den Gemeinderatssitzungen. Der jetzige Pfarrer ist seit 1996 im Amt. Es wird über die neue Rückwand des Gemeindesaales geredet. Sie ist aufgrund eines Erdbebens gerissen. Zuhause schreibt Zurek einen Brief an den Innenminister, der wegen dem Vorfall in Kleinen zurückgetreten ist. Zurek will wissen, warum dieser zurückgetreten ist.

3. Kapitel

Im dritten Kapitel fahren die Zureks nach Kleinen und schauen sich den Bahnhof an. Sie reden mit ein paar Personen. Eine Frau erzählt den Zureks von dem „Mörder“ der 1993 dort erschossen worden ist. Da sie nicht weiß, dass die Zureks die Eltern Olivers sind, sagt sie das ganz platt zu dem Ehepaar.

Zuhause vereinbart Zurek einen Termin mit Anwalt Feuchtenberger. Dann erinnert sich Zurek an die Zeit kurz nach Olivers Tod, als er nochmals die gesammelten Zeitungen und die Schreiben von der Staatsanwaltschaft durchsieht. Er berichtet außerdem davon, dass er damals der Amtssprache „unvertraut“ entgegenstand und sie ihm oft als „unsinnig“ erschien.

4. Kapitel

Zurek befindet sich immer noch in der Zeit um Olivers Tod. Nun werden nähere Umstände erläutert. Oliver kam „bei einem Schusswechsel mit Beamten des Grenzschutzes ums Leben“(40). Es wird auch von dem Untertauchen ihres Sohnes kurz vor seinem Tod berichtet.

Dann wird über Christin berichtet, die Oberstudienrätin in Hamburg ist und wie die Schüler ihrer Schule auf den Vorfall in Kleinen reagierten.

Auch Heiner erzählte von seinen Plänen „unbedingt mitmachen“(48) zu wollen. Doch Oliver verbot es ihm. Als nächstes erinnert sich Zurek an das Gespräch mit vermeintlichen Freunden Olivers .Karin Gloedel, Gerd Schmuekle und der spätere Anwalt der Zureks Feuchtenberger reden mit den Zureks über Oliver und Feuchtenberger bietet ihnen seine Hilfe an. Die Zureks nehmen an.

5. Kapitel

Zurek geht nun in sein altes Gymnasium und spricht mit Kobelius über den Tot Olivers und das die Abiturientenklassen eine Gedenkfeier zu Ehren Olivers abhalten wollen. Zurek erinnert sich an die letzten Wochen an seiner Schule und wie Kobelius an der Schule aufgenommen wurde. Karin Gloedel bringt in den nächsten Tagen Briefe und Aufzeichnungen Oliver zu den Eltern. Sie hat eine Besuchserlaubnis für Katharina Blumenschläger.

6. Kapitel

Jetzt kommt Christin mit Konstantin, dem heiß geliebten Enkel der Zureks. Jedoch erwidert dieser nicht die Neigungen der Großeltern. Es wird davon berichtet, dass die Zureks „keine Gemeinsamkeiten“ mit ihrem Schwiegersohn Matthias haben. Christin führt an diesem Abend mit ihrem Vater eine Diskussion an die den Grundtonus hat: Bis wohin geht der Verpflichtende Staatseid und wann fängt der persönliche Staatseid an.

Am nächsten Tag sehen Frederike und Christin sich alte Fotos der Familie an. Dabei resümieren sie alte Geschichten über Oliver. Eine dieser Geschichten bezieht sich auf den Garten des alten Hauses der Zureks und Oliver. Oliver vergrub die Unmöglichsten Dinge im Garten um damit einen Baum zu

pflanzen.(89)

7. Kapitel

Am Abend desselben Tages wird bekannt, das Oliver sich wohl doch selbst tötete. Daraufhin sagt Kobelius die Veranstaltung zu Gedenken an Oliver ab, da kein „Versagen des Staates und seiner Organe festzustellen sei“(108).Kobelius erinnert Zurek an seinen Eid, da dieser das Vorgehen des Staates als „eines Rechtsstaates unwürdig“ (108), bezeichnet.

8. Kapitel

Zurek fährt an diesem Tag zu seinem Rechtsanwalt nach Wiesbaden. Als er wieder Heimkehrt, redet er mit Frederike über seine Zeit als Lehrer. Er redet davon, dass er seine Schüler auf eine Gesellschaft vorbereitet habe „ die lediglich im Kopf existiert“(114).Am 30. Juli 1993 wird die Leiche Olivers zur Bestattung freigegeben.

9.

Kapitel

Die Beerdigung soll „in aller Stille“ stattfinden. Christin kommt zu der Beerdigung , sogar Matthias und Konstantin sind dabei. Pfarrer Alarich spricht in seiner Ansprache davon, wie ausgeprägt Olivers „Wahrheitsliebe“ und „Rechtsgefühl“(120) war.

Nach der Beerdigung werden die Aussagen zu Olivers Tot immer widersprüchlicher und das Interesse der Journalisten erlischt langsam.

10. Kapitel

7 Monate nach dem Tode Olivers wird das Ermittlungsverfahren gegen die Polizeibeamten wegen Olivers Tod, eingestellt. Anwalt Feuchtenberger spricht von einer Absprache der Gewalten des Staates, möchte sich jedoch nicht offiziell dazu äußern, da er Angst um seine Zulassung als Anwalt hat. Zurek und Feuchtenberger einigen sich darauf, Beschwerde gegen die Einstellung des Verfahrens einzureichen. Nach 2 Monaten kommt der Abschlussbericht der Bundesregierung, der aber weniger aufschlussreich ist. Nun stellt Zurek eine entscheidende Frage in dem Roman: „Wo leben wir

eigentlich?“(131)

11. Kapitel

Nun kehrt der Alltag zu den Zureks zurück. Oliver ist seit einem Jahr tot. Die Beschwerde ist abgelehnt worden; Zurek kann diesen ungleichen Kampf nicht fortsetzen. Er beginnt, in den Büchern Olivers zu lesen. Es sind links-radikale Schriften von Marx, Das Kapital und Che Guevara. Zurek erscheinen sie „wunderbar, erbaulich und schön wie die Korintherbriefe." (137). Am ersten Todestag seines Sohnes schreibt Richard an den ehemaligen Innenminister und den ehemaligen Generalbundesanwalt, um zu erfahren, was in Kleinen tatsächlich passiert ist. Er schreibt, das man seinen Sohn in einem „Dom der Lüge beigesetzt" habe. Er wolle ihn endlich „in der schlichten Erde

unseres Friedhofs wissen"(139). Er schreibt, dass er die Antwort, wenn es nur die wahre Antwort sei,

unter Verschluss halten würde.

liegendes Spruchband, welches mit Racheschwüren verziert ist. Herr und Frau Zurek besuchen Katharina Blumenschläger in der Haft, da sie diese als ihre Schwiegertochter sehen und um noch ein bisschen mehr über ihren Sohn zu erfahren. Die Handlung hat ein vorläufiges Ende erreicht und kommt zum Stehen.

Zurek beseitigt, als sie das Grab ihres Sohnes besuchen, ein dort

12. Kapitel

Es wird das Leben der beiden alten Leute beschrieben und wie Richard mit den Altlasten seiner Schullaufbahn umgeht. Dann wird eine Rückblende auf den Urlaub 1987 im Schwarzwald gemacht. Während dieser Zeit war Oliver schon abgetaucht und wurde gesucht. Seine Eltern wurden beschattet.

13. Kapitel

Die Handlung knüpft an den Anfang des 12. Kapitels an und beschreibt das Auftauchen vermeintlicher Freunde Olivers, welche aber Oliver überhaupt nicht kennen. Auch Gerd Schmückle taucht zweimal auf, wird aber wieder hinausgeworfen. Zurek beschleichen Selbstzweifel, ob er ein

guter Lehrer gewesen ist; das wird aber von seiner Frau aber nur bestätigt. Sie erinnert sich an die Zeit ihres Kennenlernens 1948, schon damals sei er ihr als „der geborene Lehrer" (158) erschienen. Beide bestärken sich in der Sicherheit eine sinnvolle Tätigkeitaus ihrem Leben gemacht zu haben.

14. Kapitel

Der Antrag auf Besuchserlaubnis für Katarina Blumenschläger wurde abgelehnt. Zureck ist nun „unglücklicher als vor einem Jahr“(173) da er nicht versteht, was er immer seinen Schüler zu verstehen gegeben hat , nachdem er Feuchtenberger erklärt, warum ein Beamter „selbstlos *…+der Gerechtigkeit zu dienen hat.“ Dieser lenkt nicht ein, sondern erklärt ihm, dass er diese Albernheiten lassen sollte. Auf seine Briefe an Innenminister und Generalbundesanwalt hat Zurek nie eine Antwort bekommen.

15. Kapitel

Da Christin mit ihrem Mann nach Dallas fliegt, übernehmen die Zureks die Betreuung von Konstantin. Nach der Rückkehr kommt es zwischen Zurek und seiner Tochter zu einer Diskussion über Olivers Schuld. Christin hält Oliver für einen „Terroristen" (176), erinnert sich aber an die Idylle mit ihm im alten Garten ihrer Kindheit (178). Danach nimmt Zurek an der Sitzung des Gemeindekirchenrates teil .Der alte Pfarrer teilt Ihnen mit, dass er in 14 Monaten in den Ruhestand gehen wird.

16. Kapitel

Im Oktober besucht Lutz Immenfeld Richard Zurek. Er unterbreitet seinem Alten Freund Richard das Angebot „einen von diesen prominenten Rechtsverdrehern“ (184)zu nehmen. Zurek sieht das Problem jedoch nicht im Anwalt, sondern in der geschaffenen Situation, „das höhere Interesse eines Staates schreckt auch in einer Demokratie nicht davor zurück, den Einzelnen für seine Zwecke zu opfern" (185). Da die Möglichkeiten der Gesetze ausgeschöpft scheinen, müsste man den Kampf gegen den Staataufnehmen: „Wir wollen den Staat zwingen, Recht zu sprechen, was er ohnehin tun sollte." (187) Immenfeld würde mit Richard auch versuchen den Staat mit Gewalt zu zwingen, Recht zu sprechen. Zurek verneint, denn er habe geschworen, „die Gesetze des Landes zu wahren" (188). Jedoch würde Zurek für sich „nicht die Hand ins Feuer legen, dass er nicht selber zu einem dieser dummen Jungs wird, die den albernen Glauben haben, einen Staat bekämpfen zu können“ (185). 2 Tage später erhalten die Zureks einen Brief von Katharina Blumenschläger, die über ihre Taten nachgedacht hatte und nun zu dem Schluss gekommen ist, dass Sie und ihre Genossen „in einem unauflösbarem Dilemma“ steckten, welches „genau zu dem Gegenteil dessen führte, was“ sie „wollten und beabsichtigten“. Auch schreibt sie, dass alles aus „Liebe und Gefühl von Verantwortlichkeit für diese Gesellschaft und für unsere Heimat“(192) entstanden ist.

17. Kapitel

In diesem Kapitel wird auf Zureks Affäre mit Susanne Parlitzke eingegangen.

18. Kapitel

An Weihnachte sollte eigentlich Konstantin zu den Großeltern kommen, aber Christin erklärt den Eltern, dass er mit ihr und Matthias auf „einer kleinen Weltreise" (211) sein wird. Sie schlägt den

beiden vor in die Oper zu gehen und danach „fein“ (211) zu essen. Während eines Einkaufs trifft Zurek Herrn Pfaff, einen geschätzten Kollegen. Dieser meint, Zurek wäre gerade richtig in Pension gegangen, um sich nicht vor seinen Schüler für Oliver zu verantworten. Zurek erwidert nur: „Kann es sein, dass Sie ein Idiot sind, Herr Pfaff?" (214). An Heiligabend kommt Heiner zu Besuch. Die Feiertage verbringen Zureks allein und genießen den Besuch in der Oper. Ende Januar 1995 hat Zurek Geburtstag. Er wird 73 Jahre alt. Heiner findet eine feste Freundin. Bezüglich der Situation Olivers bemerkt Zurek, dass sie „lernen, damit zu leben.“ (218) Mit Christin bricht wieder eine Diskussion aus. Sie diskutieren, ob Oliver wirklich ein Terrorist gewesen ist, oder ob er nichts damit zu tun hatte. Christin glaubt dem Abschlussbericht der Bundesregierung und stimmt mit diesem überein, dass Oliver in solchen Machenschaften verstrickt war. Richard sieht keinerlei Beweise dafür. Und gibt dem Staat die Schuld.

19. Kapitel

In diesem Kapitel schließt sich der Kreis. Anwalt Feuchtenberger hat keine rechtlichen Mittel mehr um den Staat anzugreifen. Er sieht lediglich im Blumenschläger Prozess noch Hoffnung, dass dort weitere Fakten auf den Tisch kommen.

Im Gemeindekirchenrat wird die Ablösung des alten Pfarrers vorbereitet.

20. Kapitel

Heiner hat den beiden Zureks ein Hotel auf Amrum empfohlen, wo sie auch nun Urlaub machen. Dort fällt den beiden auf, dass niemand mehr auf ihren Namen reagiert und es scheint dass nun endlich wieder Friede sei. Zuhause beruhigt Heiner seinen Vater, niemals in solche Machenschaften verstrickt gewesen zu sein.

2 Jahre später findet Immenfelds Anwalt nun einen Weg, doch noch eine Wende im Fall Oliver Zurek herbeizuführen. Er möchte den Staat auf Erstattung der Begräbniskosten Verklagen und um dadurch den Staat zu einer Entscheidung zu zwingen. Wenn der Staat die Kosten nicht Erstatten würde, müsste er Beweisen, das Oliver sich selbst erschossen hat, dies kann er jedoch nicht. Falls er sie jedoch erstattet, würde er einräumen, dass Oliver erschossen wurde und die Zureks hätten einen totalen Sieg errungen.

Zurek verständigt seinen Anwalt und bittet diesen den Prozess zu vertreten, bittet jedoch erst um etwas Bedenkzeit.

21. Kapitel

Nun fahren die Zureks nach Kleinen (derselbe Besuch wie im 3. Kapitel). Wieder Zuhause verständigt er Feuchtenberger den Prozess zu führen.

Zurek hat auf den Brief an den Innenminister keine Antwort erhalten, ruft deshalb bei ihm an, bekommt aber nur die Abmahnung „Briefe querulantorischen Charakters werden *…+nicht

beantwortet“(252)

22. Kapitel

Trotz der Abweisung der Klage, auf Erstattung der Begräbniskosten, zerreißt der Richter „das gesamte Gespinst der Staatsanwaltschaft“ (259). Der Richter konnte aufgrund mangelnder Beweislage kein Ergebnis präsentieren. Er macht aus dem Selbstmord der Staatsanwaltschaft ein

„non liquet“(260) was, so sagt Feuchtenberger „die allerfeinste Ohrfeige“ bedeute. Zurek kann damit im ersten Moment nichts anfangen. Er hat „erst heute verstanden, dass Oliver tot ist.“(263).

Aufgrund dieses Ergebnisses darf er im Gymnasium über Oliver sprechen. Kobelius gibt ihm am Mittag den 23. Oktober den Termin. Es ist Oliver Geburtstag.

23.

Kapitel

Am 23. Oktober 1998 widerruft Zurek seinen Amtseid vor der Schüler- und Lehrerschaft, aufgrund des Staates, der in Zureks Augen „seine eigenen Gesetze nicht wahrt“(268). Zurek gibt mit seiner Frage „was ist heute noch sicher?“ (271)nicht nur preis, dass er mit Entzug seiner Pension rechnet, sondern auch, dass er kein Vertrauen mehr auf die Rechtsprechung hat. Der Roman endet damit , dass Richard seiner Frau 42 Rosen schenkt. Oliver würde an diesem Tag 42 Jahre alt.

Interpretationen

„Das sind keine Terroristen, es sind Träumer“

Terroristen und Träumer sind im Grunde gleich. Beide „träumen“ von einer besseren Welt, vermögen dies aber in 99,9% der Fälle nicht zu erreichen. Terroristen entziehen sich der realen Welt und leben im Untergrund, im Glauben an ihren Traum, weiter. Auch die Autoren der Bücher Olivers sind

Träumer, Marx, Che Guevera, Gramsci

sorgten so für die Erhaltung ihres Traumes. Terroristen werden sie aber erst dadurch, dass sie zu

Waffen greifen. Demonstranten können genauso Träumer sein wie Terroristen auch. Sie Entscheiden nur in dem Weg ihr Ziel zu erreichen.

Sie schrieben ihren Traum in den Büchern auf und

Der Terrorist ist lediglich der Träumer, der zur Gewalt greift, um sein Ziel zu erreichen.

Das Garten Motiv

„In seiner Kindheit ein Garten“, Mit diesem Titel kann man nur schwer verbergen, dass der Garten der Zureks eine besondere Bedeutung hat. Noch dazu ist auf dem Einband eine Schaukel mit zwei Buben zu sehen, von denen einer gerade aus der Schaukel fliegt. Dieses Bild Symbolisiert Heiner und Oliver in der Zeit des „aktiv Werdens“ in der Terrorszene. Heiner und Oliver „schaukeln sich immer mehr hoch, bis Oliver sich irgendwann löst und wer-weiß-wohin fliegt. Er hat sich von der Geborgenheit gelöst, von der Schaukel die ihm soviel bedeutete.

Die Zureks hatten zwei Gärten in ihrem Leben. Einmal den Garten in Olivers früher Kindheit in dem „Reihenhaus“. In welchem sie einen kleinen Garten hatten mit Schaukel, Gemüsebeet und einen kleinen Stall, indem sie „Hühner, Enten sogar ein Schwein aufzogen.“ (266) Dieser Garten war für Oliver und seine Geschwister etwas sehr geborgenes. Dann, als die Kinder größer wurden, zogen die Zureks in das „Einfamilienhaus“, indem sie jetzt noch wohnen. Dort hatten sie ebenfalls einen Garten.

Später, in seiner Haft, malte er ein Bild von ihrem Garten hinter dem Reihenhaus. Was die Sehnsucht nach Geborgenheit und einem sicheren Ort, wie der Garten seiner frühen Kindheit, zeigt.

Olivers Verhaltensmuster der Kindheit weißt viele Parallelen zum Terrorismus auf.

Einmal vergrub Oliver „die unmöglichsten Dinge im Garten“. Das waren z.B. die Puppe seiner Schwester und seine Elektro-Eisenbahn. Er wollte, dadurch das er diese Sachen vergrub einen Baum züchten, der eben diese Dinge als Früchte trägt. Er hatte nur gutes im Sinn, seiner Schwester eine Freude zu bereiten. Jedoch zerstörte Oliver damit, dass er die Puppe seiner Schwester vergrub und nicht einfach eine zweite kaufte, alles. Sie konnten danach alle Sachen wegschmeißen. Beim Terrorismus verhielt sich das Ähnlich: Sie (Die Terroristen) wollten den Menschen helfen, Das System ändern, zugunsten der Bevölkerung. Jedoch zerstörten sie mit dem Weg zum Ziel, nämlich der Gewalt, alles. Beides war ein Versuch etwas Gutes zu tun, jedoch zerstörten sie durch den Weg wie sie es erreichen wollten, alles. Katharina Blumenschläger drückt die Taten der RAF auch folgendermaßen aus:

„Was geschehen ist, geschah nicht aus Verachtung für das Land und seine Bevölkerung, es war Liebe und ein Gefühl von Verantwortlichkeit für diese Gesellschaft und für unsere Heimat, die uns auf diesen Weg führten. Auf einen Weg, der in einer Kette entsetzlicher Taten endete. Die Macht macht schmutzig, und der Kampf gegen diese schmutzige Macht ebenso.“ (192)

(Brief Katharina Blumenschlägers an Zureks)

Man sieht auch die Terroristen haben begriffen, dass nicht nur das Ziel wichtig ist, sondern der Weg überhaupt entscheidet, ob man zu dem Ziel kommt.

Wo leben wir eigentlich?

Diese Frage stellt Zurek seinem Anwalt, nachdem dieser ihm seine Befürchtung mitteilt, die staatlichen Gewalten haben sich abgesprochen. Hein, als Ost-deutscher, möchte damit ganz klar zur Vorsicht gegenüber dem Staat aufrufen. Er meint damit, dass Bespitzelung, Verfolgung und politisch beeinflusste Gerichtsurteile nicht nur in der DDR oder in einem anderen Unrechtsstaat vorkommen können sondern auch in einer Demokratie. Ich denke, er wollte damit nicht kritisieren sondern eher etwas provozieren.

Schluss

Das Buch im Allgemeinen kritisiert die Uneingeschränkte Unantastbarkeit des Staates. Es wirft auch die Frage auf, ob wir wirklich in einem Rechtsstaat leben.

Gewalt gegen den Staat ist zwar nicht die Lösung auf Unrecht zu reagieren, aber auf Gewalt mit Unrecht in der Rechtsprechung zu reagieren ist auch keine Lösung.

Ich kann zum Schluss des Buches nur Christoph Heins „seiner frühen Kindheit ein Garten“ Zitieren:

Wo leben wir eigentlich?