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UE Allgemeine wissenschaftliche Arbeitstechniken, 622019-0

WS 21
Mag. Dr. Eric Burton

Option 1939

„Die Umsiedlung der sprachlichen Minderheiten in Südtirol“

eingereicht von:
Burger Manuel
12133263
UC 198 460 461 04
Datum: 20.12.2021
Manuel.Burger@student.uibk.ac.at

Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung....................................................................................................................................................................3
2. Auswirkungen des Optionsabkommens auf die Südtiroler Gesellschaft......................................................................5

2.1. Die Hintergründe der Option................................................................................................................................5

2.1.1. Die Ausgangslage..........................................................................................................................................5

2.1.2. Die Ziele der Achsenmächte..........................................................................................................................5

2.1.3. Das Optionsabkommen von 1939..................................................................................................................6

2.2. Die Optionspropaganda........................................................................................................................................7

2.2.1. Die Spaltung der Gesellschaft........................................................................................................................7

2.2.2. Die Propaganda des VKS..............................................................................................................................7

2.2.4. Schikanen in der Südtiroler Gesellschaft.......................................................................................................8

2.3. Das Optionsergebnis.............................................................................................................................................9

2.4. Die Umsiedlung....................................................................................................................................................9

2.4.1. Die Besitzablöse............................................................................................................................................9

2.4.2. Die Zwangsumsiedlung.................................................................................................................................9

2.4.3. Das Ende der Umsiedlung.............................................................................................................................9

2.4. Auswirkungen in den Folgejahren........................................................................................................................9

2.4.1. Die Besetzung Südtirols durch Deutschland 1943.........................................................................................9

2.4.2. Rückoption (ab 1948)....................................................................................................................................9

3. Fazit........................................................................................................................................................................... 10

4. Literaturverzeichnis...................................................................................................................................................11
1. Einleitung
Die Option gilt als eines der düstersten Ereignisse der Südtiroler Geschichte. Vor rund 80 Jahren, im September
1939, wurde die Südtiroler Bevölkerung vor die Alternative gestellt, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen
und in das Deutsche Reich abzuwandern, oder die italienische Staatsbürgerschaft beizubehalten und in Südtirol unter
faschistischer Herrschaft zu verbleiben. 1 Die Option hat eine nicht zu unterschätzende Bedeutung für die heutige
Gesellschaft Südtirols und ist laut Eva Pfanzelter, einer Südtiroler Zeithistorikerin, im kollektiven Gedächtnis tiefer
verankert als der Zweite Weltkrieg.2

Während für Hitler und Mussolini das Optionsabkommen zu einer Stärkung des Bündnisses führte, brachte jenes
Abkommen für die SüdtirolerInnen eine Reihe von Auswirkungen mit sich, welche die vorliegende Arbeit in den
Mittelpunkt stellt. Die forschungsleitende These lautet wie folgt: Die Südtirolfrage bzw. die Brennergrenze war ein
Konfliktpunkt zwischen den Achsenmächten, dessen Lösung die Südtiroler Gesellschaft in zwei Gruppen spaltete.
Jene 2 Gruppierungen, die sich im Laufe der Option herausbildeten, waren die „Geher“ oder „Optanten“ und die
„Dableiber“.3 Die „Optanten“ Gruppierung, auch VKS (Völkischer Kampfring Südtirols) genannt, machte massive
Propaganda für das Abwandern.4 Dies war eine geheime nationalsozialistische Organisation, die nach dem Führer-
Prinzip aufgebaut war und nach dem Programm der NSDAP handelte. 5 Dem VKS gegenüber stand der Andreas-
Hofer-Bund (AHB)6, der sich aus den GegnerInnen der Option und Umsiedlung zusammensetzte und Werbung für
das Dableiben machte.

Die Arbeit stützt sich auf die Forschungen mehrerer Werke, daher sollte auch der Forschungsstand zum Thema
Option kurz aufgezeigt werden. In der Vergangenheit beschäftigten sich bereits mehrere AutorInnen mit der
Südtiroler Option von 1939, wobei 3 Werke besonders hervorzuheben sind, in denen sich unter anderem auch viele
Überlegungen auf die Forschungsfrage dieser Arbeit vorfinden. Zunächst möchte ich besonders auf das Werk
„Option und Gedächtnis7“ von Eva Pfanzelter verweisen, die neben einem klar strukturierten Inhalt und
chronologischen Aufbau, den Ablauf der Option sehr übersichtlich analysierte und im zweiten Teil ihres Werkes
unter anderem viele Interviews mit ZeitzeugInnen protokollierte und somit einen hervorragenden Einblick in die
damalige Zeit verschaffte. Hinzu kommt das Werk von Gottfried Solderer „Gell hinter den Bergen ist Deutschland 8“,
das vor allem durch seine Komplexität hervorzuheben ist. Auch zu erwähnen ist, obwohl es sich um relativ alte
Literatur handelt, das Heft 6. Der Bludenzer Geschichtsblätter 9, das sich zwar relativ kurz hält, aber sehr klar
aufgebaut ist und das wesentliche auf einen Punkt bringt.

1
Gottfried, Solderer, Gell, hinter den Bergen ist Deutschland. Die Option 1939, Bozen 2014 2, S. 5.
2
Eva, Pfanzelter, Die (un) verdaute Erinnerung an die Option 1939, In: Geschichte und Region 2013, Heft 2, S.19.
3
Alfons, Gruber, Geschichte Südtriols. Streifzüge durch das 20. Jahrhundert, Bozen 2017 2, S. 79.
4
Eva, Pfanzelter, 1969 Option und Gedächtnis. Erinnerungsorte der Südtiroler Umsiedlung 1939, Bozen 2015 2, S. 27.
5
Solderer, Gell, hinter den Bergen ist Deutschland, S. 35.
6
Ebd., S.97.
7
Pfanzelter, Option und Gedächtnis.
8
Solderer, Gell, hinter den Bergen ist Deutschland.
9
Gebhard, Greber, Gerhard, Wanner, Die Südtiroler in Vorarlberg, In: Bludenzer Geschichtsblätter 1990, Heft Nr. 6.
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Um die Auswirkungen des Optionsabkommen auf die Südtiroler Gesellschaft besser verstehen zu können, wird
zunächst ein Überblick über die Hintergründe der Option gegeben, wobei sich der Autor dabei auf die Ausgangslage,
die Ziele der Achsenmächte und das Optionsabkommen konzentriert. Darauf aufbauend werden im zweiten Teil die
Auswirkungen des Optionsabkommens auf die Südtiroler Bevölkerung kritisch beleuchtet, wobei hierbei vor allem
auf die Optionspropaganda zwischen „Dableiber“ und „Auswanderer“ eingegangen und erläutert wird, wie es zur
Spaltung der Südtiroler Gesellschaft kam. Dann wird im dritten Teil kurz das Optionsergebnis aufgezeigt und
anschließend darauf aufbauend im vierten Teil die Probleme und Auswirkungen der Umsiedlung analysiert, wobei
die 2 Gruppierungen jeweils differenziert betrachtet werden. Im Anschluss konzentriert sich die Analyse auf die
Auswirkungen der Option in den Folgejahren, wobei auf einer Seite die Auswirkungen der „Dableiber“, durch die
Besetzung Südtirols durch Deutschland im Jahr 1943 und auf der anderen Seite die Auswirkungen der Deutschland
OptantInnen, durch die Rückoption ab 1948 analysiert werden. Abschließend beendet ein Fazit die Arbeit.

2. Auswirkungen des Optionsabkommens auf die Südtiroler Gesellschaft


2.1. Die Hintergründe der Option
2.1.1. Die Ausgangslage

Die Südtirolfrage bzw. Brennergrenze war ein Konfliktpunkt zwischen den Achsenmächten, Mussolini bestand auf
die Beibehaltung der Brennergrenze, Hitler beteuerte mehrmals, dass ihm das Bündnis zu Mussolini wichtiger sei als

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die deutschen SüdtirolerInnen und dass die Brennergrenze aufrechterhalten bleiben sollte. 10 Das Südtirol Problem
stand den deutsch-italienischen Beziehungen im Wege und sollte daher ein für alle Mal aus der Welt geschaffen
werden.11 Daher wurde am 23. Juni 1939 unter der Leitung von Heinrich Himmler, dem Reichsführer der SS in der
Berliner-Umsiedlungskonferenz, im geheimen Staatspolizeiamt 12 in einer zweistündigen Sitzung von fünf
italienischen und zwölf deutschen Delegierten 13 über das Südtirol-Problem verhandelt.14 Dabei wurde der sogenannte
Dreistufenplan beschlossen,15 der eine Umsiedlung in drei Etappen vorsah. Als Erstes sollten die in Südtirol lebenden
Reichsdeutschen, dann die „nicht-bodengebundenen Volksdeutschen“, also die besitzlosen SüdtirolerInnen, und
schließlich die „bodengebundenen Volksdeutschen“ (Südtiroler mit Immobilien und Grundbesitz) umgesiedelt
werden.16

2.1.2. Die Ziele der Achsenmächte

Die Lösung des Südtirol-Problems stand sowohl im Interesse Hitlers als auch Mussolinis, allerdings gab es
Unterscheidungen ihrer Zielorientierung und Interessen. Deutschland strebte eine Totalumsiedlung an 17, mit dem Ziel
alle Deutschen in ein Reich zu holen, denn laut Hitler gehöre gleiches Blut in ein gemeinsames Reich. 18 Das Ziel der
Deutschen war vor allem die Nutzung des Menschenmaterials 19 zur „Germanisierung“ der neu eroberten Gebiete 20
und zur Deckung des großen Bedarfs an Arbeitskräften. 21 Italien wünschte hingegen nur eine Teilumsiedlung,
nämlich jener Elemente, die der „Italianisierung“ am meisten Widerstand entgegengesetzt hatten und die am
leichtesten durch einwandernde ItalienerInnen ersetzt werden konnten. 22 Ziel Italiens war vor allem die
„Italianisierung“ Südtirols23 und die Aussiedlung von politisch unruhigen Elementen.24

2.1.3. Das Optionsabkommen von 1939

Das Optionsabkommen ist das sogenannte Endprodukt der Umsiedlungskonferenz in Berlin. Die SüdtirolerInnen
sollten sich zwischen der Beibehaltung der italienischen Staatsbürgerschaft (weißes Formular 25) und der Annahme
der deutschen Staatsbürgerschaft (oranges Formular 26) entscheiden.27 Mit der Annahme der deutschen
Staatsbürgerschaft verpflichtete man sich zur Umsiedlung ins Deutsche Reich bis zum 31. Dezember 1942. Bis 31.
10
Gruber, Geschichte Südtriols, S. 75-76.
11
Solderer, Gell, hinter den Bergen ist Deutschland, S. 28.
12
Gerhard, Wanner, Historische Hintergründe der Option, In: Bludenzer Geschichtsblätter 1990, Heft Nr. 6, S.7.
13
Pfanzelter, Option und Gedächtnis, S. 25.
14
Solderer, Gell, hinter den Bergen ist Deutschland, S. 47.
15
Wanner, Historische Hintergründe der Option, S.7.
16
Pfanzelter, Option und Gedächtnis, S. 25.
17
Wanner, Historische Hintergründe der Option, S.7.
18
Gebhard, Greber, „Sie sollen uns willkommen sein.”. Die Südtiroler Umsiedler in Vorarlberg, In: Bludenzer
Geschichtsblätter 1990, Heft Nr. 6, S.11.
19
Pfanzelter, Option und Gedächtnis, S. 30.
20
Gruber, Geschichte Südtriols, S. 76.
21
Solderer, Gell, hinter den Bergen ist Deutschland, S. 43.
22
Wanner, Historische Hintergründe der Option, S.7.
23
Gruber, Geschichte Südtriols, S. 76.
24
Solderer, Gell, hinter den Bergen ist Deutschland, S. 43.
25
Solderer, Gell, hinter den Bergen ist Deutschland, S. 11.
26
Ebd.
27
Pfanzelter, Option und Gedächtnis, S. 25.
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Dezember 1939 sollten alle SüdtirolerInnen optiert haben. 28 Wahlberechtigt bzw. optionsberechtigt waren alle
Reichs- und Volksdeutschen außer Ehefrauen und Minderjährige, für die das Familienoberhaupt mitgestimmt hatte. 29
Wer keines der beiden Formulare unterschrieb, galt automatisch als Dableiber 30. Die Optionsmodalitäten konnten bei
den jeweiligen Gemeindebehörden, oder bei den neu eingerichteten deutschen Ein- und Rückwandererstellen
(ADERSt) abgewickelt werden. 31 Die ADERSt hatte ihre Hauptstellen in allen Städten Südtirols und beschäftigte
sich hauptsächlich mit der Beratung und Betreuung der OptantInnen. 32

2.2. Die Optionspropaganda


2.2.1. Die Spaltung der Gesellschaft

Das Optionsabkommen war eines der wesentlichen Grundlagen, die Dorf- und Talgemeinschaften entzweite. 33 Denn
nach dem Bekanntwerden des Abkommens im September 1939 kam es in Südtirol zu einem heftigen
Propagandakrieg zwischen „Dableibern“ und Deutschland-OptantInnen. 34 In ganz Südtirol gab es „Dableiber“- und
„Optanten“ Versammlungen und eine Flut von Flugblättern und Kettenbriefen überrollte das Land. Dabei wurde die
Optionspropaganda von niemand anderem als der Südtiroler Gesellschaft selbst ausgetragen 35, wobei es wie bereits
in der Einleitung erwähnt zwei Zusammenschlüsse von Personengruppen gab, die sich jeweils, für das Dableiben
oder das Auswandern einsetzten. Deutlich zu betonen ist, dass die Propaganda des AHB wesentlich schwächer war
als jene des VKS. Im Werk „Gell hinter den Bergen ist Deutschland 36“ von Gottfried Solderer wurde dies wie folgt
begründet: „Während die Dableiber das Handicap der Unglaubwürdigkeit und der Zweideutigkeit der faschistischen

28
Ebd., S.26.
29
Ebd., S.26.
30
Solderer, Gell, hinter den Bergen ist Deutschland, S. 18.
31
Pfanzelter, Option und Gedächtnis, S. 25.
32
Solderer, Gell, hinter den Bergen ist Deutschland, S. 71.
33
Solderer, Gell, hinter den Bergen ist Deutschland, S. 12.
34
Pfanzelter, Option und Gedächtnis, S. 28.
35
Gruber, Geschichte Südtriols, S. 81.
36
Solderer, Gell, hinter den Bergen ist Deutschland.
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Politik hatten, besaß der VKS die totale Unterstützung Heinrich Himmlers und der reichsdeutschen
Umsiedlungsstellen im Lande.“37 Ausschlaggebend für die Spaltung der Südtiroler Gesellschaft waren somit nicht
nur das Optionsabkommen, sondern auch die SüdtirolerInnen selbst.

2.2.2. Die Propaganda des VKS

Wie bereits im letzten Abschnitt erwähnt, war die Propaganda des VKS jener des AHB deutlich überlegen und wirkte
sich daher auch enorm auf die Entscheidungen der Wahlberechtigten aus. Während sich die „Dableiber“, in ihrer
Propaganda hauptsächlich auf den drohenden Heimatverlust, die Unsicherheit der Auswanderung und die Verfolgung
der Religion im Dritten Reich bezogen,38 spielten in der VKS-Propaganda mehrere Aspekte eine wichtige Rolle. Ein
Aspekt auf den eingegangen werden sollte ist ein Versprechen des VKS, das die Propaganda in der Gesellschaft
wesentlich verstärkte. Im Falle einer 90%igen Option würde Hitler auch das Territorium Südtirol heim ins Reich
holen.39 So lässt sich vermuten, das hohe Optionsergebnis von 86 % sei vor allem auf diesen Aspekt zurückzuführen,
jedoch gab es noch eine Reihe weiterer Aspekte, die zu diesem Ergebnis beitrugen. Der wohl bekannteste war die
sogenannte Sizilien-Legende, bei der man das Gerücht verbreitete, alle „Dableiber“ würden nach Sizilien oder andere
Gegenden Süditaliens umgesiedelt werden. Ein weiterer Aspekt der Propaganda des VKS war das Versprechen eines
geschlossenen Siedlungsgebietes, d. h. die SüdtirolerInnen sollten als ganze Volksgruppe in einem neuen Gebiet
angesiedelt werden.40 Dabei wurden verschiedene Vorschläge erhoben, wobei nicht alle Gebiete einen guten Gefallen
fanden, wie z.B. Galizien , das bei den SüdtirolerInnen noch aus dem Ersten Weltkrieg in schlechter Erinnerung war 41.
Weitere vorgeschlagene Gebiete waren Mähren, die Halbinsel Krim 42 und Burgund, das vor allem wegen der
hervorragenden geographischen und klimatischen Lage für Obst und Weinanbau gut angesehen war. 43 Diejenigen,
welche dieser Propaganda Glauben schenkten, bedachten aber nicht, dass aus diesen Gebieten erst Menschen
vertrieben werden sollten.44 Ein dritter Aspekt der VKS Propaganda waren materielle Versprechungen. Jeder würde in
der neuen Heimat so viel Besitz erhalten, wie er in Südtirol hinterlassen habe und bis zum vierten Sohn einer jeden
Bauernfamilie würde einen eigenen Hof bekommen. 45 Zusammenfassend kann man sagen, dass die Entscheidung für
das Dableiben oder Gehen zwar nicht allein von der Propaganda bestimmt wurde, sie aber wesentlich dazu
beigetragen hat, dass sich schließlich 86 % für das Gehen entschieden.

2.2.4. Schikanen in der Südtiroler Gesellschaft

Vor allem die Schikanen in der Propaganda trugen zur Spaltung, Verfeindung der Südtiroler Gemeinschaft bei,
wobei erneut hervorzuheben ist, dass die Propaganda des VKS wesentlich stärker war und somit vor allem in kleinen
Dörfern die „Dableiber“ den großen Verbund an AuswanderInnen vollkommen ausgesetzt waren 46. Gottfried
37
Ebd., S.59.
38
Pfanzelter, Option und Gedächtnis, S. 27.
39
Solderer, Gell, hinter den Bergen ist Deutschland, S. 61.
40
Ebd., S.60.
41
Pfanzelter, Option und Gedächtnis, S. 28.
42
Pfanzelter, Option und Gedächtnis, S. 30.
43
Solderer, Gell, hinter den Bergen ist Deutschland, S. 84.
44
Pfanzelter, Option und Gedächtnis, S. 31.
45
Solderer, Gell, hinter den Bergen ist Deutschland, S. 15.
46
Pfanzelter, Option und Gedächtnis, S. 28.
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Solderer nannte in seinem Werk „Gell hinter den Bergen ist Deutschland 47“ eine Vielzahl an Schikanen, so war es zu
dieser Zeit beispielsweise üblich, dass „Dableiber“ gekündigt und in Gasthäuser nicht mehr bedient wurden. Sie
wurden wie Aussätzige behandelt, Heustadel wurden in Brand gesetzt, Bienenstände zerstört und Häuser mit Kot und
Dreck beschmiert. Des Weiteren wurde auch vor Gewalttaten nicht zurückgeschreckt, so nannte Solderer auch, dass
„Dableiber“ mit Jauche überschüttet oder gar mit Steinen beworfen wurden. 48 Zusammenfassend kann man sagen,
dass das Verhältnis zwischen „Dableibern“ und „Auswanderern“ von gegenseitigen Verleumdungen, Spottreden,
Flugblätter und teils sogar Gewalttaten geprägt war 49 und auch kleiner und vertraute Gemeinschaften wie Familien,
Freundschaften und Nachbarschaften dadurch zerstört wurden. 50

2.3. Das Optionsergebnis

Für dieses Kapitel würden folgende literarischen Quellen herangezogen werden:

Greber, Gebhard, „Sie sollen uns willkommen sein.”. Die Südtiroler Umsiedler in Vorarlberg, In: Bludenzer
Geschichtsblätter 1990, Heft Nr. 6, S.11-64.

Pfanzelter, Eva, 1969 Option und Gedächtnis. Erinnerungsorte der Südtiroler Umsiedlung 1939, Bozen 2015 2.

2.4. Die Umsiedlung


2.4.1. Die Besitzablöse
2.4.2. Die Zwangsumsiedlung
2.4.3. Das Ende der Umsiedlung

Für dieses Kapitel würden folgende literarischen Quellen herangezogen werden:

Greber, Gebhard, „Sie sollen uns willkommen sein.”. Die Südtiroler Umsiedler in Vorarlberg, In: Bludenzer
Geschichtsblätter 1990, Heft Nr. 6, S.11-64.

Pfanzelter, Eva, 1969 Option und Gedächtnis. Erinnerungsorte der Südtiroler Umsiedlung 1939, Bozen 2015 2.

Solderer, Gottfried, Gell, hinter den Bergen ist Deutschland. Die Option 1939, Bozen 2014 2.

Wanner, Gerhard, Historische Hintergründe der Option, In: Bludenzer Geschichtsblätter 1990, Heft Nr. 6, S.3-10.

47
Solderer, Gell, hinter den Bergen ist Deutschland.
48
Ebd., S.19.
49
Pfanzelter, Option und Gedächtnis, S. 30.
50
Solderer, Gell, hinter den Bergen ist Deutschland, S. 19.
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2.4. Auswirkungen in den Folgejahren
2.4.1. Die Besetzung Südtirols durch Deutschland 1943
2.4.2. Rückoption (ab 1948)

Für dieses Kapitel würden folgende literarischen Quellen herangezogen werden:

Lechner, Stefan, Die Erste Option. Die Vergabe der italienischen Staatsbürgerschaft an die Südtiroler in Folge der
Annexion 21920, In: Obermair, Hannes, Risse, Stephanie, Romeo, Carlo (Hrsg.), Regionale Zivilgesellschaft in
Bewegung. Cittadini innanzi tutto, Wien-Bozen 2012, S.219-236.

Solderer, Gottfried, Gell, hinter den Bergen ist Deutschland. Die Option 1939, Bozen 2014 2.

Stecher, Ivan, Die unerwünschten Heimkehrer. Rückkehr und (Re-) Integration, In: Pallaver, Günther, Steurer,
Leopold, Verdorfer, Martha (Hrsg.), Einmal Option und zurück. Die Folgen der Aus- und Rückwanderung für
Südtirols Nachkriegsentwicklung, Bozen 2019, S.127-156.

3. Fazit
Zusammenfassend wurde in dieser Arbeit versucht ein Zusammenhang zwischen der Option und der Spaltung der
Südtiroler Gesellschaft herzustellen. Die Forschungsfrage konzentrierte sich auf die Auswirkungen des
Optionsabkommens auf die Südtiroler Gesellschaft und die forschungsleitende These lautete wie folgt: Die
Südtirolfrage bzw. Brennergrenze war ein Konfliktpunkt zwischen den Achsenmächten, dessen Lösung die Südtiroler
Gesellschaft in zwei Gruppen spaltete.

Der erste Teil der These stellt die Behauptung auf, dass die Südtirolfrage ein Konfliktpunkt zwischen den
Achsenmächten, Hitler und Mussolini gewesen sei. Dabei wurde im ersten Teil ein Einblick in die Hintergründe der
Option geschaffen, und die Ausgangslage und Ziele der jeweiligen Achsenmächte aufgezeigt, die schlussendlich zur
Entscheidungsfindung in der Berliner Umsiedlungskonferenz führten, in der das Optionsabkommen angefertigt wurde.
Somit wurde eine freie Wahl zwischen der deutschen und italienischen Staatsbürgerschaft beschlossen, wobei man
sich bei der Wahl für die deutsche Staatsbürgerschaft verpflichtete in das Deutsche Reich umzusiedeln. Bei der Wahl
für die italienische Staatsbürgerschaft verpflichtete man sich für einen Verbleib in Südtirol unter faschistischer
Herrschaft. Das Optionsabkommen galt als Lösung des Südtirol-Problems, brachte allerdings viele Auswirkungen auf
die Südtiroler Gesellschaft mit sich.

Der zweite Teil der These stellt die Behauptung auf, dass die Lösung des Südtirol-Problems die Gesellschaft in zwei
Gruppen spaltete. Im zweiten Teil der vorliegenden Arbeit wurden somit die Auswirkungen der Optionspropaganda
und die Spaltung der Gesellschaft analysiert. Dabei wurde festgestellt, dass die Spaltung der Gesellschaft nicht nur auf
das Optionsabkommen zurückzuführen war, sondern vor allem auf die SüdtirolerInnen selbst, die die Propaganda
selbst ausgetragen hatten. Dabei hervorzuheben ist, dass die Propaganda der „Auswanderer“ deutlich stärker war und
sie einen wesentlichen Beitrag dazu leistete, dass schlussendlich 86 % der Bevölkerung für Deutschland optierten.

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Unter anderem wurden im zweiten Teil die Schikanen in der Propaganda beleuchtet, wobei der Autor feststellte, dass
das Verhältnis zwischen Dableibern und Auswanderern von gegenseitigen Verleumdungen, Spottreden, Flugblättern
und teils sogar Gewalttaten geprägt war.

Im dritten Teil […]. Im vierten Teil […]. Im fünften Teil […].

Fasst man die Ergebnisse der Arbeit zusammen, kann man behaupten, dass sich die These der vorliegenden Arbeit
bestätigt hat. Die These konnte mit einer Vielzahl an Argumenten gestützt werden und es ist somit unumstritten ,
dass die Südtirolfrage bzw. Brennergrenze ein Konfliktpunkt zwischen den Achsenmächten war, dessen Lösung die
Südtiroler Gesellschaft in zwei Gruppen spaltete!

4. Literaturverzeichnis
Greber, Gebhard, „Sie sollen uns willkommen sein.”. Die Südtiroler Umsiedler in Vorarlberg, In: Bludenzer
Geschichtsblätter 1990, Heft Nr. 6, S.11-64.

Gruber, Alfons, Geschichte Südtriols. Streifzüge durch das 20. Jahrhundert, Bozen 2017 2.

Lechner, Stefan, Die Erste Option. Die Vergabe der italienischen Staatsbürgerschaft an die Südtiroler in Folge der
Annexion 21920, In: Obermair, Hannes, Risse, Stephanie, Romeo, Carlo (Hrsg.), Regionale Zivilgesellschaft in
Bewegung. Cittadini innanzi tutto, Wien-Bozen 2012, S.219-236.

Pfanzelter, Eva, 1969 Option und Gedächtnis. Erinnerungsorte der Südtiroler Umsiedlung 1939, Bozen 2015 2.

Pfanzelter, Eva, Die (un) verdaute Erinnerung an die Option 1939, In: Geschichte und Region 2013, Heft 2, S.13-40.

Solderer, Gottfried, Gell, hinter den Bergen ist Deutschland. Die Option 1939, Bozen 2014 2.

Stecher, Ivan, Die unerwünschten Heimkehrer. Rückkehr und (Re-) Integration, In: Pallaver, Günther, Steurer,
Leopold, Verdorfer, Martha (Hrsg.), Einmal Option und zurück. Die Folgen der Aus- und Rückwanderung für
Südtirols Nachkriegsentwicklung, Bozen 2019, S.127-156.

Wanner, Gerhard, Historische Hintergründe der Option, In: Bludenzer Geschichtsblätter 1990, Heft Nr. 6, S.3-10.

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