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Texte dekonstruieren (Übung)

Name: Burger Manuel

Text: Sellin Volker; Einführung in die Geschichtswissenschaften; Über Objektivität ( S. 209- S.220)

1) Unterteilen Sie den Text in folgende drei Teile:

a) Einleitung (S.209 → erste 2 Absätze)

i) Wie ist die Einleitung formuliert? Einleitung durch aktuelle Ereignisse ( freundliche Zeitgenossen
die behaupten Geschichtswissenschaft sein nicht Objektiv) , offene Fragen zur Betonung der
Wichtigkeit des Themas und Weckung der Aufmerksamkeit und einer Begriffsdefinition.

ii)Welche Information ist enthalten? Die Bedeutung der Objektivität.

iii)Ist eine Fragestellung formuliert bzw. welchen Anspruch erhebt der Text? Ist die
Geschichtswissenschaft objektiv?

b) Hauptteil (von S.209 bis S.218)

i) Gibt es im Hauptteil eine Gliederung? Gründe für fehlende Objektivität in der


Geschichtswissenschaft; Gründe für Objektivität; Genauerer Eingang in den Begriff Objektivität und
Suche eines Lösungsvorschlags→ Geschichtswissenschaft ist Objektiv

ii) Gibt es im Hauptteil Unterteilungen? Nein es ist ein in sich gebundener Text ohne Unterteilungen
in gewisse Themenbereiche.

iii) Welche Themen werden behandelt? Argumente für und gegen die Objektivität der
Geschichtswissenschaften; Bedeutung der Objektivität; Arbeitsweise eines Historikers.

iv) Sind diese klar voneinander getrennt und ausdiskutiert?

Nein sie sind nicht klar voneinander getrennt, jedoch leicht rauslesbar und ausdiskutiert.

c) Schluss (von S.218 (letzter Absatz) bis S.220)

i) Ist der Schluss erkennbar bzw. welche Überschrift wird dafür verwendet? Schluss ist erkennbar
durch die Fragestellung: „was sollen wir also antworten, wenn demnächst wieder einer kommt und
fragt: Ist die Geschichtswissenschaft objektiv?“

ii) Welche Information ist enthalten? Antwort auf obengenannte Fragestellung und Feststellung der
Objektivität der Geschichtswissenschaften.

iii) Ist die Fragestellung beantwortet bzw. der erhoben Anspruch erfüllt? Ja denn die
Geschichtswissenschaft ist objektiv stimmt jedoch nicht zu 100% mit der Realität überein.
2) Die Wissenschaftlichkeit des Textes:

a) Welche wissenschaftlichen Nachweise enthält der Text (Fußnoten/Endnoten)?

i) Gibt es Fußnoten oder Endnoten? Fußnoten sind nur auf der Seite 2020 enthalten. (Text von
Goethe);Endnoten sind enthalten

ii) Wie viele Fußnoten/Endnoten wurden gesetzt?

Fußnoten → 1
Endnoten → 5

b) Wie sind die Fußnoten/Endnoten formuliert?

i) Sind „nur“ Literaturhinweise gemacht oder gibt es auch Erklärungen? Es sind nur
Literaturhinweise vorhanden.

ii) Wie ausführlich sind die Erklärungen? Sind sie hilfreich? Es gibt keine weiteren Erklärungen

c) Sind die Fußnoten/Endnoten nach einem Schema erstellt?

i) Welches Schema (Zitierrichtlinien) wird benutzt? ( vollständiges Zitat )

ii) Welche Quellen werden benutzt? (Monographien, Aufsätze in Zeitschriften/ Sammelbänden,


Primärquellen, Internetseiten, etc.)→ Monographien

iii) wie „alt“ ist die verwendete Literatur? Sie ist vom 20 Jh. (1924 -1998)

d) Was wissen Sie über den Autor/ die Autorin?

i) Wer hat den Text verfasst? Volker Sellin

ii) An welcher Institution arbeitet der Autor / die Autorin? Universität Heidelberg

iii) Was können Sie über den Lebenslauf (Ausbildung, Karriere) in Erfahrung bringen?

→ Studierte Geschichte und Philosophie


→ 1968 Promotion
→ 1977 Professur für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Stuttgart
→ 1980 wechselt er als Ordinarius für Neuere Geschichte an die Universität Heidelberg
→ 1982- 1983 / 1997-2000 Dekan der Philosophischen-Historischen Fakultät in Heidelberg
→ 1987- 1991 Rektor der Universität Heidelberg
→ 2000- 2003 Mitglied des Universitätsrat

iv) Kann der Autor Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erheben?- Warum? Ja; Objektiver Schreibstil,
Quellen zitiert, vollständige Beschreibung des Sachverhaltes
3) Zusammenfassung

Schreiben Sie eine Zusammenfassung des Textes im Umfang von ca. 1 Seite (max.500 Wörter).

Es gibt mehrere Kritiker die behaupten, die Geschichtswissenschaft sei nicht objektiv. Einer
Wissenschaft die Objektivität abzusprechen bedeutet ihren Charakter als Wissenschaft infrage zu
stellen. Der Geschichtswissenschaft die Objektivität abzusprechen würde bedeuten, dass sie nicht in
der Lage sei, das vergangene Geschehen in Sachangemessenheit zu erfassen.

→Objektivität bedeutet soviel wie Betrachtungsweise, die den Gegenstand in Sachangemessenheit


erfasst und gelten lässt. Dabei sollte die Beimischung von Subjektivität des Historikers vermieden
werden wie z.B. Emotionen, Parteistandpunkte. Der Gegenstand muss voll erfasst sein. Wichtig ist
auch zu beschreiben, woher es herkommt, wozu es dient, wie groß sein Anwendungsbereich ist usw.

→Objektivität im Sinne von Vollständigkeit wird vom Historiker nicht erwartet da es nicht möglich
wäre die Vergangenheit zu rekonstruieren und nur jenes, was einem Historiker als wichtig erscheint,
von Bedeutung ist. (Erst der Historiker der Zukunft kann sagen, was in unserer Zeit wichtig war)
dadurch schleicht sich die Subjektivität ein jenes ist jedoch nicht schlimm, schlimm wäre es nur,
wenn sie sich dort einschleicht, wo sie nicht hingehört. (Beschreibung des Gegenstandes)

Es gibt eine große Anzahl an Argumenten, die den Vorwurf, dass die Geschichtswissenschaft nicht
objektiv sei, untermauern. Für die Einmischung der Subjektivität spricht schon der Umstand, dass
sich keine zwei Historiker über denselben Gegenstand auf dieselbe Weiße äußern, dass jede
Generation die Geschichte neu schreibt und dass sich die Geschichte eines Landes oder eines ganzen
Kontinents anders liest. Zudem wählen Historiker ihre Themen einseitig und argumentieren oftmals
nur mit Plausibilitätsüberlegungen, da häufig keine Quellenbelege existieren. Historiker sind
außerdem Partei, denn sie seien selber Teil des Geschehens, das sie analysieren, daher ist es
unmöglich, einen Gegenstand in unverfälschtem Zustand zu beschreiben.

Zu betrachten ist jedoch, dass es in der Geschichtswissenschaft einen höheren oder geringeren Grad
der Annäherung an die gedachte objektive Wahrheit gibt. Die Behauptung, dass jede Generation die
Geschichte neu schreibe bedeutet, nicht, dass jede Einzelheit in jeder Generation anders dargestellt
und beurteilt wurde, es bedeutet lediglich, dass jede Generation dazulernt und das zuvor schon
erarbeitete Wissen erweitert. →dem entspricht die Arbeitsweise eines Historikers, er greift ein
Thema auf, wenn die Einsichten seiner Zeit und seinem persönlichen Erkenntnisinteresse nicht mehr
entsprechen oder weil er glaubt, eine neue Methode zu ihrer Bearbeitung, neue Gesichtspunkte zur
Beantwortung oder auch neue Quellen gefunden hat. Großereignisse stehen mit großer Sicherheit
fest (werden von Großteil der Historiker gleich geschildert), es gibt jedoch noch Uneinstimmigkeiten
über Einzelheiten. Auch Plausibilitätsüberlegungen sind kein Einwand gegen die Objektivität, denn
unvollständige Erkenntnisse bedeutet nicht, dass sie lediglich subjektive Geltung beanspruchen
können. Zu betrachten ist auch, dass manche Schlussfolgerungen sich so offensichtlich nahelegen,
dass selbst ein lückenloser Nachweis ihre Überzeugungskraft nicht steigern könne.

POV: Geschichtswissenschaft ist objektiv, denn es ist ein Verfahren, um Fragen zu beantworten. Wir
haben ein existenzielles Bedürfnis, damit wir uns bestimmte Fragen beantworten können (z.B. Fragen
nach Traditionen; warum ist etwas so wie es ist? Usw.).
4) Reflexion

Formulieren Sie drei Prüfungsfragen, die Sie z.B. Ihren KollegInnen aus dem Kurs zu diesem Text
stellen könnten.

Was bedeutet Objektivität?

Warum wird der Geschichtswissenschaft der Charakter als Wissenschaft infrage gestellt?

Was ist der Unterschied zwischen Plausibilitätsüberlegungen und Quellen?

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