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Petroglyph

Für einen Schlagzeuger und seinen Wunschstein


Bernhard Wulff 2015
Instrumente: ein klingender Hauptstein (Klangstein) als Schreibfläche, einen oder mehrere
kleinere Trost- oder Wunschsteine zum „Schreiben“ und verschiedene Metallschlegel,-Stifte,
Feilen, Raspeln zum „Zeichnen“. Trost- oder Wunschsteinen gibt es in einigen Kulturen; man
vertraut ihnen seine Gedanken, Wünsche, Sorgen an. Man wählt sich also zuerst einen oder
mehrere Trost- oder Wunschsteine.
Das Stück lebt vom Schreibrhythmus und den Geräuschen der „Zeichnungen“ auf dem Stein:
Schreib-Ritz-Schab-Stichel-oder Klopfgeräusche, große/kleine Schriften/Bewegungen, legato,
stacc etc-ein möglichst vielfarbiges und vielgestaltiges Klangresultat. In der Verbalpartitur
werden 4 kurze Texte angegeben (mal gesprochen oder auch stumm gesprochen) und auf
dem Stein „protokolliert“, sowie 3 Bilder klanglich „gezeichnet“: ein Fisch- für das Wasser,
einen Vogel- für die Luft und ein eigenes Wunschbild.
Leise Grunddynamik, Dauer ca 5‘
-2-

Text 1 gesprochen, Stein: Sprachrhythmus klopfen, incl Interpunktion (je Silbe einen
Anschlag)- mit Wunschstein
„Petroglyphen, Felsbilder aus prähistorischer Zeit, in Stein graviert, geschabt, gezeichnet,
gestrichelt oder gepickt, sind in den Fels eingetiefte Sehnsüchten, Wünschen, Sorgen,
Beschwörungen“
(kurze Pause)
Zeichnung 1 Fisch (mit versch. Werkzeug auf den großen Stein akustisch zeichnen)
(längere Pause)

Text 2 –gesprochen, Stein: wie ein Protokoll oder einen Brief mitschreiben (mit Pausen),
wechselnd in Druckbuchstaben und Schreibschrift, beides in wechselnder Größe, Dynamik
und Geschwindigkeit- mit einem der Werkzeuge
„Nachrichten der Macht wurden für die Ewigkeit in Stein geschlagen; in anderen Kulturen
können Steine emotionale Dialogpartner sein: bevor man einen Stein entfernt, muss man
ihn erst fragen, ob er einverstanden ist, denn seine Geschwister könnten weinen; Trost-
oder Wunschsteinen vertraut man seine Gedanken, Wünsche, Sorgen an“.
(ohne Pause)

Zeichnung 2 Vogel (s.o)


(Kurze Pause)

Text 3 gesprochen- Stein: „Protokoll-Schreibgeräusche“ parallel, wie bei Text 2


„Es gibt drei Grundtechniken zur Herstellung von Petroglyphen
stumm gesprochen: Gravieren oder Ritzen,gesprochen: bezeichnet das Eintiefen von dünnen
Linien in das Gestein mit Hilfe eines harten Gegenstandes;
stumm gesprochen:Schaben oder Schleifen, gesprochen: bezeichnet das Eintiefen von
Flächen durch reibende Bewegungen;

stumm gesprochen: Picken oder Punzen gesprochen: bezeichnet das Eintiefen von Flächen
durch schlagende oder klopfende Bewegungen, wobei ein sehr unebenes Relief entsteht.“

(ohne Pause)
-3-

Zeichnung 3 zeichne ein Bild eines Deiner Wünsche (siehe Text 4) auf den Klangstein mit
einem Trost-und Wunschstein.
(kurze Pause)

Text 4- Wähle einen der 3 nachfolgenden Vorschläge oder formuliere einen eigenen
„Wunschtext“, Stein: jedes Wort erhält zu Beginn einen einzelnen Anschlag mit dem
Wunschstein
Als Beispiele:
1) gesprochen:„Diese Musik nehme ich mit auf eine einsame Insel:
stumm gesprochen:.........“ (Antwort mitschreiben)
2) gesprochen: „Das wäre für mich ein majestätisches Erlebnis:
stumm gesprochen:..........“ (Antwort mitschreiben)
3) gesprochen:„Mein Sehnsuchtsort ist:
stumm gesprochen:…….“ (Antwort mitschreiben)

Guatemala im März 2015

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