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DEUTSCH FÜR FORTGESCHRITTENE

STUFEN: B3 / C1

Dr. Ralph Bisschops

ralph.bisschops@telenet.be

Brüssel, 2007

Course-book used for the


ADULT EDUCATION CENTRE of THE CHAMBER OF COMMERCE OF BRUSSELS
FREE UNIVERSITY OF BRUSSELS
Pleinlaan 2
1050 Brussels

1
KONTEXT: RÄUMLICHE ORIENTIERUNG - soziale und kulturelle Hintergründe eines Volkes
..........................................................................................................................5
Willy Brandt und die Guillaume-Affäre ......................................................................6
Markus Wolf: Spionagechef der DDR ........................................................................8
Hörverstehen: Markus Wolf und die Guillaume Affäre ............................................... 10
"Warum tippen die immer nachts?" ........................................................................ 11
Hörverstehen: Schulz & Schulz (Filmauszug) ........................................................... 13
Hörverstehen: Der Fall Vera Brühne ....................................................................... 15
Hörverstehen: Konrad Adenauer und die Rentenreform (1957) .................................. 17
Leseverstehen: US-Filme in Nazi-Deutschland ......................................................... 18
Die Banalität des Bösen -- Hannah Arendt und Adolf Eichmann .................................. 20
Hintergrundinformation zur Eichmann-Debatte ........................................................ 21
Hörverstehen: Der Eichmann-Prozess (Auszüge) ..................................................... 22
Die Wannseekonferenz (Auszüge aus dem Protokoll) ................................................ 23
KONTEXT: GESUNDHEIT ...................................................................................... 25
Aufgepasst vor Vitamin B6 ................................................................................... 26
Authentische Dokumente zum Thema Vitamine ....................................................... 28
Lob der Vitamine ................................................................................................. 28
Die Funktion von Vitamin B6 ................................................................................. 29
Hörverstehen : Nasenoperationen ......................................................................... 30
Schreibfertigkeit: Was halten Sie von Schönheitsoperationen? ................................... 31
Hörverstehen: Phobien......................................................................................... 32
Leseverstehen: Das deutsche Krankenkassensystem ................................................ 33
Hörverstehen : Was muss man der Krankenversicherung melden? ............................. 35
Hörverstehen: Xenotransplantation ........................................................................ 36
Gehirnzellen sterben nicht ab! ............................................................................... 37
Hörverstehen: Patientenverfügungen ..................................................................... 43
Akte zum Thema Biogenetik ................................................................................. 44
"Soll man therapeutisches Klonen verbieten?" ......................................................... 44
Wolfgang Gerhardt (FDP) zur Gentechnologie .......................................................... 46
Der Standpunkt der CDU zur Gentechnologie .......................................................... 46
Positionen zur Präimplantationsdiagnostik............................................................... 47
Biogenetik in Israel.............................................................................................. 48
ABMACHUNGEN UND REGLUNGEN ......................................................................... 49
Leseverstehen & Sprechfertigkeit: In welches Hotel würden Sie diese Leute
unterbringen ? .................................................................................................... 50
Leseverstehen / Sprechfertigkeit: Wann haben Kunden eines Reisebüros Anspruch auf
Rückzahlung? ..................................................................................................... 57
Hörverstehen: Anders reisen................................................................................. 58
Schreibfertigkeit (Diktate): Einladungen ................................................................. 60
Hörverstehen: Eine Urlaubsreise wird geplant ......................................................... 61
KONTEXT: ÖFFENTLICHE UND PRIVATE VERKEHRSMITTEL........................................ 62
Die Preisreform der Deutschen Bahn ...................................................................... 63
« Wer bremst, verliert » (1) .................................................................................. 65
« Wer bremst, verliert » (2) .................................................................................. 66
Fragen zu „Wer bremst, verliert“ ........................................................................... 67
Piraterie - die Rückkehr der Totenkopf-Flagge ......................................................... 69
Leseverstehen: Flughafenerweiterung ............................................................... 71
Fachwortschatz Transport ..................................................................................... 77
Fachwortschatz Transport und Verkehr/ Schienenverkehr ......................................... 79
Diktat: Der Autohändler ....................................................................................... 80
KONTEXTE: KONSUM & KOMMUNIKATION AM ARBEITSPLATZ ................................... 81
Bitte um Vertreterbesuch ..................................................................................... 82
Angebot der Firma Fantasy ................................................................................... 84
Der Vertreterbesuch ............................................................................................ 88
Hans-Olaf Henkel ................................................................................................ 92
2
Dr. Nakamats, der geniale Erfinder ........................................................................ 93
Hörverstehen : Karl Lagerfeld im Gespräch mit Reinhold Beckmann ........................... 95
Interview mit Jim Rogers ...................................................................................... 96
Sprechfertigkeit & Leseverstehen: China-Fonds ....................................................... 98
Keine Jobs für Millionäre..................................................................................... 100
Vokabular zum Thema Finanzwelt / Banken .......................................................... 102
Hörverstehen: Betrug mit Investmentfonds .......................................................... 104
Das Beschwerdemanagement ............................................................................. 105
Authentische Dokumente zum Thema "Beschwerdemanagement" ............................ 107
Hörverstehen: Der kaputte Staubsauger ............................................................... 110
KONTEXT: KOMMUNIKATION AM ARBEITSPLATZ ................................................... 113
Sie kommen, die Headhunter! ............................................................................. 114
Authentische Dokumente zum Thema Headhunting ................................................ 117
Der Lebenslauf – Einleitung ................................................................................ 121
Die Arbeitszeugnisse .......................................................................................... 122
Modell-Lebensläufe ............................................................................................ 123
Modell eines deutschsprachigen Lebenslaufs für Belgier .......................................... 129
FAQ zum Thema Lebenslauf ............................................................................... 130
Hörverstehen: Richtig bewerben .......................................................................... 132
Verborgene Signale im deutschen Arbeitszeugnis ................................................... 134
Touristikmanager .............................................................................................. 136
Gruppenarbeit: Selektieren Sie einen Kandidaten .................................................. 137
Authentische Lebensläufe ................................................................................... 138
Ingrid Därr, München ......................................................................................... 138
Julius A. Primke ................................................................................................ 140
Dr. phil. Roquelina Beldarraín Sanchez ................................................................. 142
Gabriela Wagner ............................................................................................... 144
Dr. phil. Katharina Soldat ................................................................................... 145
Olaf Happe ....................................................................................................... 147
Schu Stefan...................................................................................................... 149
Gerhard Drecoll................................................................................................. 152
Dönnebrink, Artur ............................................................................................. 153
Markus Zebisch ................................................................................................. 157
Lebenslauf Angela Steiner .................................................................................. 159
Bitte um Angebot .............................................................................................. 161
Angebot der Firma Schmeißkram A.G. .................................................................. 164
Der QUAX-2000 ist endlich da!!! .......................................................................... 166
Beschwerde an die Firma COMPUTERPARADISE ..................................................... 171
Schreibfertigkeit : Reklamation ........................................................................... 173
KONTEXT: INFORMATIONSDIENSTE UND AUSBILDUNG .......................................... 176
Geschichte des Internets .................................................................................... 177
Suchmaschinen: Gebrauchsanleitung ................................................................... 178
Hörverstehen: der Internetbetrug ........................................................................ 179
Schreibfertigkeit: „Hallo am Telefon verpönt“ ........................................................ 180
Hörverstehen: Braucht ein Tabakladen Web-Präsenz? ............................................ 182
Fremdsprachenunterricht an Kinder ..................................................................... 183
Elite-Universitäten (Talkshow Sabine Christiaensen) .............................................. 184
KONTEXT: TECHNIK UND TECHNOLOGIE .............................................................. 185
Geschichte der Informationstechnik (IT) ............................................................... 186
Die Rechner fürs Volk - die ersten Mikrorechner .................................................... 186
Geschichte der Betriebssysteme .......................................................................... 186
Der Computer: Terminologie ............................................................................... 188
Metalle erinnern sich.......................................................................................... 190
Ihr Computer frisst Strom während Sie schlafen .................................................... 192
Ein böser Traum - oder was man mit elektronischen Karten so alles erleben kann ...... 194
GRAMMATIK ..................................................................................................... 197
3
Hörgrammatik: Aus einem Interview mit Petra Gerster, ZDF-Moderatorin ................. 198
Die Stammzeiten der Verben .............................................................................. 200
Der Konjunktiv und die indirekte Rede ................................................................. 201
Der Konjunktiv des Imperfekts ............................................................................ 204
Das Demonstrativpronomen ............................................................................... 205
Das Indefinitpronomen....................................................................................... 207
Die Rektion der Adjektive ................................................................................... 209
Die Pronominaladjektive ..................................................................................... 212
Konkurrenzformen des Passivs ............................................................................ 214
Der Pertinenzdativ ............................................................................................. 216
Die Funktionsverben (1) ..................................................................................... 218
Die Funktionsverben (2) ..................................................................................... 221
Die Funktionsverben (3) ..................................................................................... 224

4
KONTEXT: RÄUMLICHE ORIENTIERUNG - soziale und kulturelle Hintergründe eines Volkes

5
Willy Brandt und die Guillaume-Affäre

Wer war Willy Brandt?

1913
18. Dezember: Willy Brandt wird unter dem Namen Herbert Ernst Karl Frahm in Lübeck
geboren. Seine Mutter ist Verkäuferin. Seinen Vater,
John Möller, ein sozialdemokratischer Lehrer, lernt
Brandt nie kennen.
Er wird von seinem Großvater, einem Arbeiter und
SPD-Mitglied, großgezogen.

1933
Flucht vor nationalsozialistischer Verfolgung über
Dänemark nach Norwegen. Herbert Frahm nennt sich
fortan Willy Brandt.
Studium der Geschichte in Oslo.

1945/46
Als Korrespondent skandinavischer Zeitungen in Deutschland berichtet er über die
Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse.

1949-1957
Mitglied des Deutschen Bundestages.

1957-1966
Regierender Bürgermeister von Berlin.

1961
Sozialdemokratischer Kanzlerkandidat gegen Konrad Adenauer.

1965
Sozialdemokratischer Kanzlerkandidat gegen Ludwig Erhard.

1966-1969
Bundesminister des Auswärtigen und Vizekanzler in der Großen Koalition unter Kurt
Georg Kiesinger.
In der Ostpolitik führt er die von seinem Amtsvorgänger Schröder vorsichtig begonnene
Politik der normalen Beziehungen mit den Ostblockländern zügig und systematisch fort.
Unter Ablehnung der Hallstein-Doktrin setzt er die Aufnahme diplomatischer Beziehungen
mit Rumänien und Jugoslawien und die Einrichtung von Handelsvertretungen in Polen,
der Tschechoslowakei und Ungarn durch.

28. Oktober: In seiner Regierungserklärung verweist Brandt auf die Existenz zweier
deutscher Staaten, die "füreinander aber nicht Ausland seien" und gibt die Umwandlung
des Ministeriums für Gesamtdeutsche Fragen in Ministerium für innerdeutsche
Beziehungen bekannt.

1970
19. März: Treffen mit dem DDR-Ministerratsvorsitzenden Willi Stoph in Erfurt.
21. Mai: Treffen mit dem DDR-Ministerratsvorsitzenden Willi Stoph in Kassel.
Beide Innerdeutschen Gipfel zeugen von einem gewandelten deutsch-deutschen
Gesprächsklima, das die Basis für eine Normalisierung des deutsch-deutschen
Verhältnisses bietet.

6
7. Dezember: Unterzeichnung des Warschauer
Vertrages zur Normalisierung der wechselseitigen
Beziehungen.
Mit seinem Kniefall vor dem Ehrenmahl des
jüdischen Ghettos in Warschau leistet er als
Repräsentant des "anderen" Deutschland stumme
Abbitte für die von Deutschen und im Namen
Deutschlands verübten Gräuel während des
"Dritten Reiches".
Das amerikanische Nachrichtenmagazin "Time"
wählt Brandt zum Mann des Jahres.

1971
10. Dezember: Auszeichnung mit dem Friedensnobelpreis für seine Entspannungs- und
Ostpolitik.

1974
6. Mai: Überraschender Rücktritt Brandts als Bundeskanzler nach der Agentenaffäre um
den DDR-Spion Günter Guillaume. In seinem Rücktrittsschreiben erklärt Brandt, er
übernehme damit die Verantwortung "für Fahrlässigkeiten" im Zusammenhang mit der
Affäre und betont, dass ein Kanzler nicht "erpressbar" sein dürfe - dies war ein Hinweis
auf zur Privatsphäre gehörende Angelegenheiten, in die Guillaume Einblick hatte.

1992
8. Oktober: Willy Brandt stirbt in Unkel am Rhein.

Aus: http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/BrandtWilly/

7
Markus Wolf: Spionagechef der DDR

1923
19. Januar: Markus Johannes Wolf wird in Hechingen/Süd-
Württemberg als Sohn des jüdischen Dramatikers und
Arztes Friedrich Wolf geboren.

ab 1933
Zusammen mit der Familie geht Wolf in die Emigration,
anfangs in die Schweiz und nach Frankreich, ab 1934 in die
Sowjetunion.

1940-1942
Wolf besucht die Hochschule für Flugzeugbau in Moskau.

1942
Eintritt in die KPD.

1943-1945
Wolf arbeitet als Redakteur, Sprecher und Kommentator
beim "Deutschen Volkssender" in Moskau.

1945
Nach Kriegsende kehrt Wolf zusammen mit der "Gruppe Ulbricht" zurück nach
Deutschland.

1945-1949
Wolf arbeitet beim Berliner Rundfunk und ist 1945/46 Berichterstatter bei den
Nürnberger Prozessen.

1946
Eintritt in die SED.

1951
Stellvertretender Abteilungsleiter im Institut für wirtschaftswissenschaftliche Forschung in
Ost-Berlin.

ab 1953
Leiter der Hauptabteilung XV, die den außenpolitischen Nachrichtendienst der DDR
umfasst. Ab 1956 wird die Abteilung in Hauptverwaltung Aufklärung (HV A) des
Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) umbenannt. Wolfs Spionagestrategie liegt vor
allem im Eindringen in die westlichen Führungszentren und dabei besonders der
bundesdeutschen Gesellschaft. Seine Agenten sollen auf bürgerlichem Wege in
einflussreiche Stellungen gelangen und ihre Spionagetätigkeit erst aufnehmen, wenn sie
dieses Ziel erreicht haben. Wolf unterstehen rund 4.000 Auslandsagenten, die er mit der
"Präzision eines Schachspielers" führt, wie Beobachter bekunden.

ab 1956
Stellvertreter des Ministers für Staatssicherheit.
Für Wahlen in das Zentralkomitee (ZK) der SED hat Wolf nie kandidiert.

1965
Ernennung zum Generalleutnant.

1971
Auszeichnung mit dem Roten Stern des Innenministeriums der UdSSR.
8
1974
Einer der ersten Agenten, die Wolf rekrutiert hat, der Kanzleramtschef Günter Guillaume,
wird enttarnt. Die sogenannte Guillaume-Affäre führt zum Rücktritt Bundeskanzler Willy
Brandts.

1978
Bei einem Besuch in Stockholm kann Wolff erstmals nach zwei Jahrzehnten fotografiert
werden. Bis dahin galt er im Westen als "Mann ohne Gesicht".

1986
Wolf tritt auf eigenen Wunsch aus dem aktiven Dienst im MfS zurück und wird
schriftstellerisch tätig.

1987
Auszeichnung mit dem Karl-Marx-Orden.

1989
Veröffentlichung des Buches "Die Troika", das die Freundschaft und Erfahrungen dreier
Emigrantenfamilien erzählt, von denen eine die Familie Wolf ist. Das Buch überrascht
durch seine kritische Offenheit.
September: In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung spricht Wolf von
Mitverantwortung an den Mängeln der DDR.
Oktober: Teilnahme an Veranstaltungen der Oppositionellen. Wolf bezeichnet sich selbst
als Berater der neuen SED-Politiker, übernimmt aber selbst keine neuen Ämter.
4. November: Als Redner bei der Kundgebung auf dem Alexanderplatz wird Wolf
ausgepfiffen.

1990
Nach der Wiedervereinigung flüchtet Wolf über Österreich in die UdSSR, da in der
Bundesrepublik ein Haftbefehl gegen ihn vorliegt.

1991
Rückkehr nach Deutschland, wo er direkt nach der Grenzüberschreitung festgenommen
wird. Nach kurzem Aufenthalt in der Untersuchungshaft darf Wolf sich bis zur
Urteilsverkündung durch das Gericht wieder frei bewegen. Bei den Vernehmungen gibt
Wolf keine früheren Mitarbeiter preis.
Veröffentlichung der Schrift "In eigenem Auftrag. Bekenntnisse und Einsichten".

1993
Wolf wird zu sechs Jahren Haft wegen Landesverrates und Bestechung verurteilt. Das
Urteil bleibt vorläufig, da das Bundesverfassungsgericht zur Frage der Strafbarkeit von
Spionen eines untergegangenen Staates noch keine Entscheidung gefällt hat. Wolf
genießt Haftverschonung.

1995
Oktober: Aufhebung des Urteils von 1993 im Revisionsverfahren durch den 3. Strafsenat
des Bundesgerichtshofes. Das Bundesverfassungsgericht hat im Mai den Beschluss
veröffentlicht, dass DDR-Bürger nur eingeschränkt für ihre frühere Spionagetätigkeit
strafrechtlich verfolgt werden können.

Aus: http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/WolfMarkus/

9
Hörverstehen: Markus Wolf und die Guillaume Affäre

Vokabular

die Weisung, die Anweisung


der Gehilfe (-n)
tarnen - enttarnen
der Verfassungsschutz
auflaufen
die Fallgrube
die Frontstadt = Berlin
einschätzen: die Situation richtig e.
beinhalten: Der Brief beinhaltet kompromittierendes Material.
der Personenschutz

Überprüfung des Hörverstehens

1. War es die Aufgabe Günter Guillaumes, in das Bundeskanzleramt einzudringen?


2. Wie ist Guillaume ins Bundeskanzleramt geraten?
3. Ab wann konnte Guillaume dem Nachrichtendienst der DDR wichtige
Informationen mitteilen?
4. Was hat das westdeutsche Innenministerium unternommen, nachdem es wusste,
dass Guillaume ein Spion war?
5. Ab wann wusste Markus Wolf, dass Guillaume enttarnt war?
6. Gab es für den Nachrichtendienst der DDR noch andere wichtige Spione außer
Guillaume?
7. In welcher Hinsicht waren Guillaumes Informationen für die DDR interessant?
8. Was wollte die DDR in dieser Zeit genau wissen?
9. Haben die Informationen Guillaumes zur Entspannung zwischen Ost und West
beigetragen?
10. Was wusste Markus Wolf über das Privatleben von Willy Brandt?

10
"Warum tippen die immer nachts?"
Matthias Brandt, Sohn von Willy Brandt, erzählt

Quelle : Beckmanns ARD-Talkshow

Zielsetzung: Perzeptives Hören

Aufgabe : Hören Sie aufmerksam zu und setzen Sie die richtigen Ausdrücke ein.

Matthias Brandt: Ich habe mit meinem Vater so etwas wie ein normales Familienleben
eigentlich nicht erlebt, muss ich sagen. Er war also erstens sehr, sehr selten da und ich
muss (.1.) auch sagen, dass wir nicht zu irgendeiner Form von Lockerheit oder Intimität
(.2.) hätten. Also, ich habe das immer als sehr distanziert (.3.).

Moderator: Woran lag das, wenn Sie das aus (.4.) Sicht sehen?

Matthias Brandt: Also erst mal habe ich meinen Vater immer als jemanden erlebt - als
Kind reflektiert man das ja nicht, das sozusagen kann eine (.5.) sein, die ich jetzt mache
- aber er hat - ich habe ihn immer sehr als "bei sich" empfunden. Das heißt, wenn man
zu ihm Kontakt (.6.) wollte, dann musste man, glaube ich, arbeiten. Das war mir als Kind
nicht möglich und deshalb blieb das doch sehr reserviert.

Moderator: Das ist heranarbeiten um ihn zu (.7.), um Aufmerksamkeit zu bekommen.

Matthias Brandt: Also ich habe das Gefühl, dass es bei meinem Vater eine große
Diskrepanz gab zwischen - (.8.), mein Vater konnte einem Anonymen gegenüber, was ja
offensichtlich ist, eine große Nähe, Intimität herstellen. Und im direkten Gegenüber war
es eigentlich das Gegenteil. Ich rede jetzt nur von meiner Erfahrung. Sicher gibt es
Menschen, die das anders erlebt haben. So erkläre ich (.9.) das heute, dass das doch für
mich eine sehr distanzierte Geschichte war.

Moderator: Haben Sie manchmal so ein bisschen neidisch auf andere Kinder geguckt, die
so ein ganz (.10.) klares Familienleben führten?

Matthias Brandt: Jaja, (.11.). Kinder sind ja auch sehr pragmatisch. Ich habe mir dann
auch ... . Mir hat es irgendwann gestunken und ich habe (.12.) eine andere Familie
gesucht.

Moderator: Ich welcher Form? Wie haben Sie das hingekriegt?

Matthias Brandt: Ich habe mich da bei meinem besten Freund einquartiert und habe
einfach (.13.) Familienleben mitgelebt. Ja, das war dann so.

Moderator: Ich habe in dem Buch Ihrer Mutter noch einmal (.14.), "Freundesland". Da
gibt es so eine interessante Passage, was Günter Guillaume betrifft. (.15.) sind1 Sie
eigentlich der Entdecker der ganzen Guillaume-Geschichte gewesen, weil Sie haben
irgendwie gemerkt, dass er da mit anderen Geräten noch am (.16.) ist des Nachts und da
noch Nachrichten versandt hat. Wie ist das gewesen?

Matthias Brandt: Der Entdecker war ich wohl nicht. Aber, das war so: In einem Haus in
Norwegen haben wir Urlaub gemacht, Guillaume war da ja mit, es war ja der ganze Stab
dabei, immer, und hatte ein Ferienhaus da (.17.). Der hatte einen etwas älteren Sohn,
(.18.) ich gespielt habe, und dann habe ich da auch ein paar mal übernachtet und fand
erst mal interessant was der so für Tonbandgeräte da hatte. Und dann habe ich mich

1 richtig: seien, wären


11
(.19.), warum die nachts immer Schreibmaschine schreiben und habe das dann
irgendwann auch mal weitererzählt.

Moderator: Haben Sie es Papa erzählt?

Matthias Brandt: Nee, nee. Hätte ich vielleicht tun sollen.

Moderator: (.20.) er mehr mit Ihnen gespielt, dann (.20.) Sie es ihm erzählt, und dann
(.20.) er auch länger Bundeskanzler geblieben.

Matthias Brandt: Ja, können Sie mal sehen.

12
Hörverstehen: Schulz & Schulz (Filmauszug)

Schulz und Schulz (1989)


TV-Film
Regie: Ilse Hofmann
Produktion: Aspekt Telefilm GmbH
Hauptdarsteller: Götz George

Vokabular & Phraseologeme :

Jetzt ist langsam der Bart ab


Das sieht dir ähnlich / Das sieht dir noch am ähnlichsten
der TV-Spot
die Tüte
Ich nehme Ihnen schon mal die Tüten ab
ich komme nicht drum herum
Ich muss Sie über einige Umstände aufklären
Die Sache ist die ....
ein triftiger Grund
unsere Zeit ist begrenzt
die bisherigen Ergebnisse
der Entwurf
das Plakat, das Großplakat
die Zielkundschaft
Es handelt sich hier um ein Missverständnis.
Das habe ich mir schon gedacht.
meinetwegen
Ich möchte von Herrn X wissen, ob ...
... etwas, das nicht vom Produkt ablenkt
der Schnickschnack
der gesunde Menschenverstand
Das reicht.
Da fällt mir ad hoc nichts ein / Da fällt mir alles andere ein und kein Kaffee
eine klare Aussage
wir möchten die Frau in der Küche ansprechen
eine flatternde Fahne
Hammer und Sichel

Fragen:

Mit welchen Sprachmitteln (Idiomen/ Phraseologemen) versucht Walter Schulz deutlich


zu machen, dass er nicht Wolfgang Schulz ist?
1.___________________________________________
2.____________________________________________
3_____________________________________________

Was steckt in den Mappen, die die Sekretärin Walter Schulz geben möchte? Nennen Sie
drei Dinge.

1.
2.
3.

Wofür wird Reklame gemacht?

Was wird an dem jetzigen Plakat bemängelt?


13
1.
2.

Was möchten die Anwesenden mit dem Plakat erreichen?

Was schlägt Walter Schulz vor?

Was halten die anderen von seinem Vorschlag? Woran merkt man das?

2. Teil

lasch
Die Russen sind euch einen ganzen Schritt voraus
wer springt denn darauf an?
rausgeworfenes Geld.
der Bandwurm (Bandwürmer)
knappe und einprägsame Sätze
Hier sollte unsere Gruppe mal 'ran.
das merkt man sich / das muss ich mir merken / Das kann sich kein Mensch merken
das Versandhaus
austauschbare Sätze
hirnlastig
schwachsinnig
Du hast nicht zufälligerweise eine Zigarette im Haus?
Bist du wahnsinnig?

Bitte, setzen Sie die obigen Ausdrücke und Wendungen ein

1. So, jetzt reicht's mir =


2. Ich möchte gerne wissen, ob Sie mir sagen können, wo die Unterlagen geblieben
sind.
3. Das ist kein ausreichender Grund =
4. Ach, Herr Schulze, herzlich willkommen. Bitten geben Sie schon mal Ihren Koffer,
damit ich ihn an einen sicheren Ort hinstellen kann =
5. Wir müssen die Polizei informieren. Weiter den Mund halten geht nicht mehr =
6. Hier liegt ein Missverständnis vor = Es ....
7. Das hatte ich erwartet = Das habe ich ............. .
8. Von mir aus dürfen Sie einen Tag Urlaub machen.
9. Das ist kein Satz, aus dem man irgendetwas Deutliches schließen kann =
10. Die Amerikaner stehen in der elektronischen Kommunikation weiter als wir =
11. Ich kann diesen Namen nicht im Kopf behalten =
12. Dieser Regissör hat keine neuen Ideen mehr =
13. Haben Sie nicht z.... Aspirin im Haus?
14. Ich denke, wir haben uns falsch verstanden =
15. Es handelt sich um F_______: Unsere Zulieferfirma ist Pleite gegangen und aus
diesem Grunde haben wir die Maschine noch nicht liefern können.

14
Hörverstehen: Der Fall Vera Brühne

Personen:

• Vera Brühne
• Johann Ferbach
• der Münchner Arzt Dr. Otto Praun
• Elfriede Kloo
• Elisabeth Huhn
• Starnberger See
• Wilhelm Haddenhorst
• Franz-Joseph Strauß

Vokabular:
• lebenslänglich
• der Genickschuss
• der Tatort
• der Befund
• der Tatortbefund
• hörig
• jdm etwas vermachen
• die Strafanzeige
• gipfeln = kulminieren (Der Film Kingdom of Heaven gipfelt in der berühmten
Schlacht gegen Saladin.)
• das Biest
• die Schöne und das Biest
• der Spitzel (-)
• das Zuchthaus
• der Schwelbrand
• verschmoren (verschmorte, verschmort)
• das Opferlamm
• unnahbar
• die Anmut = Schönheit
• sich entpuppen
• die Zuwendung
• geil
• das Schwurgericht = die Jury
• die Projektionsfläche
• die Kesselschlacht
• gestehen, gestand, gestanden
• die Aussage (-n)
• widerrufen
• begnadigen (begnadigte, begnadigt)
• beurlauben
• die Wiederbewaffnung

15
Fragen:

1. Man hat zwei Tote gefunden. Um welche Menschen handelte es sich?


2. Wie war die Frau ermordet worden?
3. Wie lautete der polizeiliche Befund?
4. Was tat der Sohn von Dr. Otto Praum?
5. Warum wurde Vera Brühne verdächtigt?
6. Warum spricht man vom “Altar der Öffentlichkeit”?
7. Als was für eine Frau wurde Vera Brühne gesehen?
8. Warum war Johan Ferbach dem Publikum unsympathisch?
9. Welche Zeugen gab es?
10. Wie stand es um die Glaubwürdigkeit der Zeugen?
11. Wie lange hat Vera Brühne im Gefängnis gesessen?
12. Was für ein Mensch war Dr. Otto Praum in Wirklichkeit?
13. Aus welchem Grund steht Franz Joseph Strauß im Fall Brühne in einem
schiefen Licht?

16
Hörverstehen: Konrad Adenauer und die Rentenreform (1957)

Vokabular

• der Beitrag (¨e)


• das Wachstum
• wohlhabend, der Wohlhabende
• der Anspruch (¨e): In eine normalen Demokratie haben alle Bürger Anspruch auf
Unterricht.
• der Anspruchsstaat
• etwas in den Wind schlagen (hier: ‚schreiben’)
• kolportieren: eine Information verbreiten
• abwinken – winkte ab – abgewinkt (hier [falsch]: ‚abgewunken’)
• der Kollaps, kollabieren
• kurzfristig – langfristig
• der Wahlkampf, das Wahlgeschenk
• die Unsitte

Fragen:

1. Was war das „Palais Schaumburg“ (Bonn)?


2. Wann hatte Konrad Adenauer zum ersten Mal eine Sozialreform angekündigt?
3. Was war der Anlass zur Rentenreform?
4. Was war das Ziel der Reform?
5. Was ist die “dynamische” Rente?
6. Müssen Wohlhabende auch einzahlen?
7. Wer war gegen das Rentenkonzept? Was war ihr Argument? Wie lautete ihr
Gegenvorschlag?
8. Was ist der „Generationenvertrag“?
9. Worauf haben Kritiker Adenauer 1957 hingewiesen?
10. Wie hatte Adenauer darauf reagiert?
11. Wann wurde die Rentenreform im Bundestag abgestimmt? Geben Sie bitte das
genaue Datum.
12. Warum nennen manche Kommentatoren die Rentenreform einen “Sündenfall?”
13. Welche Gefahr hatten die Leute damals „unterschätzt“?
14. Was hatte Adenauer mit seiner Rentenreform politisch erreicht?
a._______________
b. _______________

17
Leseverstehen: US-Filme in Nazi-Deutschland

In seinen Tagebüchern zeigte sich der Proklamator des


"neuen deutschen Films" als veritabler Hollywood-Fan.
Rund 40mal äußerte er sich zu US-Produktionen, fast
immer positiv. Paradox waren die Filmvorlieben der Nazi-
Potentaten allemal – handelte es sich bei der Mehrzahl der
Hollywood-Moguln doch bekanntermaßen um Juden, die
auch noch mehrheitlich aus Osteuropa stammten. Noch in
den Weimarer Jahren polemisierte Goebbels gegen den
amerikanischen "Judenkitsch" und gegen die vielen
"Hebräer" und "Mosesbengel", die darin auftraten.
Doch allmählich versetzten ihn der handwerkliche Schliff
und die erzählerische Eleganz der Hollywood-Filme in
Erklärungsnotstand. Zudem waren die meisten US-
Produktionen durchaus kompatibel mit der NS-
Weltanschauung. So sympathisierte der "Völkische
Beobachter" mit der “hart zupackenden Gesinnung” der
amerikanischen Westernhelden: "Es wird nicht lange
palavert. es wird gehandelt, es wird, auf frischer Tat ertappt, ebensofort gehenkt."
Aller volkspädagogische Wert, aller volkswirtschaftliche Nutzen des Hollywood-Vertriebs
rückte freilich in den Hintergrund, wenn es um die Durchsetzung zentraler
Rassenpostulate ging. Ganz oben auf der Nazi-Agenda stand die "Befreiung des
deutschen Films von jüdischem Einfluss".
Im Frühjahr 1933 wurden alle Branchenunternehmen ultimativ aufgefordert sich von
ihren "nichtarischen" Mitarbeitern zu trennen. Das betraf auch die amerikanischen "Major
Companies", die eigene Verleihfilialen in Berlin, Frankfurt und Düsseldorf unterhielten.
Deren Manager waren fast durchweg jüdischer Herkunft, die Hälfte der Belegschaft
ebenfalls.
Zunächst sträubten sich die Amerikaner gegen die Massenentlassung, drohten mit einem
kollektiven Abzug. Gar nicht einverstanden mit dieser Boykott-Strategie war das US-
Handelsministerium. Hier sah man im Filmexport vor allem ein Werbevehikel für
amerikanische Konsumgüter. Zur politischen Unterstützung der Hollywood-Interessen
hatte Washington einen eigenen Filmattaché, George Canty, nach Berlin entsandt. Er
machte den US-Filmkonzernen das Bleiben mit dem Hinweis
schmackhaft, dass der deutsche Markt infolge der neuen politischen
Stabilität "künftig noch lukrativer sein wird als vorher". Drei Wochen
zogen sich die Verhandlungen zwischen den Amerikanern und dem
Propagandaministerium bin. Dann, am 9. Mai 1933. meldete die US-
Fachzeitschrift "Variety": "US-Firmen geben bei der
Rassenfrage....nach". Canty schrieb zufrieden an seine Vorgesetzten:
"Alles in allem können wir uns kaum beschweren." Übrig blieben die
drei Branchenriesen MGM, Paramount und Fox (seit 1935: 20th
Century Fox). Sie wollten ihre Dependancen, die sie in jahrelanger
Arbeit aufgebaut hatten, ebenso wenig aufgeben wie die "arischen" Filialleiter ihre gut
bezahlten Arbeitsplätze. An ihrer Regime-Loyalität ließen die deutschen Hollywood-
Satrapen keinen Zweifel. So erklärte der MGM-Filialleiter Fritz Strengholt 1933 in der
"Licht-Bild
Bühne", "dass gewisse Grundlehren, die das neue Deutschland für sich als richtig
aufgestellt hat, für die ganze Welt Geltung haben".

aus: DAMALS (2/2002)

18
Vokabular:

• sich zu etwas äußern


• die Vorliebe
• bekanntermaßen
• der Bengel
• handwerklich
• der Schliff
• erzählerisch
• der Erklärungsnotstand
• die Weltanschauung
• zupackend
• die Gesinnung
• palavern
• auf frischer Tat ertappen
• henken, henkte, gehenkt
• in den Hintergrund rücken
• die Durchsetzung
• der Verleih
• die Belegschaft
• sich gegen etwas sträuben

Fragen:

1. In den Äußerungen der Nazis zum amerikanischen Film steckte ein Widerspruch.
Worin lag er?

2. Wie stand Goebbels in der Weimarer Zeit zum amerikanischen Film? Hatte sich
seine Einstellung im Laufe der Zeit gewandelt? Falls ja, aus welchem Grund?

3. Was wurde 1933 von den amerikanischen Filmunternehmen gefordert? Inwiefern


stellte das ein Problem für die US-Filialen dar?

4. Wie reagierte die amerikanische Filmindustrie auf die Forderung der Nazis?

5. Wie reagierte das US-Handelsministerium auf die Forderung der Nazis? Aus
welchem Grund?

6. Was tat schließlich die amerikanische Filmindustrie?

19
Die Banalität des Bösen -- Hannah Arendt und Adolf Eichmann

Eichmann koordinierte und organisierte von Berlin aus die


Deportation der jüdischen Bevölkerung in Deutschland und in
den durch deutsche Truppen besetzten Gebieten. Die Juden
wurden in Ghettos und Konzentrationslager eingeliefert, wo sie
Zwangsarbeit leisten mussten oder gleich ermordet wurden.

Nachdem er sich auf mehreren Inspektionsreisen durch die


Konzentrationslager von der Ausführung seiner Anordnungen
überzeugt hatte, wirkte Eichmann ab Frühjahr 1944 in
Budapest als Führer eines Sonderkommandos selbst an der
Deportation ungarischer Juden nach Auschwitz mit.

Bei Kriegsende gelang es Eichmann zunächst, bis 1950 in der Lüneburger Heide als
Holzarbeiter unterzutauchen. Im Anschluss daran emigrierte er nach Argentinien, wo er
sich unter dem Namen Ricardo Klement in Buenos Aires niederließ.

Nachdem ihn der israelische Geheimdienst im argentinischen Exil ausfindig gemacht


hatte, wurde Eichmann im Mai 1960 nach Israel entführt. Dort kam es 1961 zu einem
langmonatigen und aufsehenerregenden Prozess, der im Dezember mit der Verurteilung
Eichmanns zum Tode endete.

Entgegen der tragenden Rolle, die Eichmann bei der


Organisation des Holocaust gespielt hatte, versuchte er
sich während der Verhandlungen als untergeordneter
Befehlsempfänger darzustellen. In einem anschließenden
Berufungsverfahren wurde seinen Eingaben jedoch nicht
entsprochen.

Adolf Eichmann wurde am 1. Juni 1962 im Gefängnis


Ramleh bei Tel Aviv hingerichtet.

1. Zu: Hannah Arendt (1906-1975) über Eichmann


(Hörtext: 50").

• Diese Aussage von Hannah Arendt sorgt bis auf


heute für heftige Diskussionen.
• Was an Ihrer Deutung könnte Ihrer Meinung nach Anstoß erregen?

20
Hintergrundinformation zur Eichmann-Debatte

Hannah Arendts umstrittenstes und meist


kritisiertes Buch war ein Bericht über d___
Prozess von Adolf Eichmann. Dieser wurde 1960
(___) israelitischen Geheimdienst aus Argentinien
entführt, um verurteilt zu werden (er hatte die
Deportation und Vernichtung der Juden
organisiert und war damit für den Tod von über 5
Mio. Juden mitverantwortlich). Aus diesem Anlass
reiste sie im Auftrag des "New Yorker" nach
Jerusalem und gab eine fünfteilig____ Artikelserie
und anschließend das Buch "Eichmann in
Jerusalem" heraus.
Dieses Buch war Ausgangspunkt für viel___
kritisch____ Kommentare und Artikel. Die
beinahe drei Jahre andauernde Kontroverse bezog
sich vor all___ auf folgende Punkte.
Als Erstes führte ihre Darstellung Eichmanns zu
ein____ ernst____ Missverständnis. Für sie war
er kein gefühlloser Unmensch oder geisteskranker
Judenhasser, sondern ein "schwacher, feiger
Trottel". In (___)Augen fehlten Eichmann die
Grundsätze, so dass er zwar seine Pflicht erfüllt
hatte, aber nicht in der Lage war zu denken und
damit Recht von Unrecht zu unterscheiden.
Viele (und besonders jüdische) Leser waren dadurch d____ Meinung, sie wolle nur
Eichmanns Taten herunterspielen.
Zweitens war sie in ihrem Buch extrem kritisch gegenüber d____ Prozessführung.
Hannah Arendt warf hier dem Ministerpräsidenten Ben Gurion den Missbrauch des
Prozesses zu Propagandazwecken vor. Die Richter (_____) allerdings gelobt, da sie
gerecht nur nach Eichmanns Taten geurteilt hätten.
Hannah Arendt schr_____ noch viel____ ander___ Dinge, z.B. Essays über B. Brecht und
W. Benjamin. Doch keines erreich____ den Status jenes "Eichmann-Buches".

21
Hörverstehen: Der Eichmann-Prozess (Auszüge)

Teil 1

• das Gewissen
• die Gespaltenheit
• die Zivilcourage
• weltanschaulich, die Weltanschauung
• die Gestapo
• überspitzt
• der Feldzug
• die Täuschung, täuschen
• die Judenräte
• die Irreführung (irreführen)

1. Hatte Eichmann während der Deportation der Juden Gewissensprobleme?


2. Womit erklärt Eichmann seinen Gehorsam?
3. Welche Rolle spielten die Judenräte?

Teil 2

• Die Wannseekonferenz (1942)


http://www.dhm.de/lemo/html/dokumente/wannseekonferenz/
• das Protokoll
• unverblümt
• heikel
• unparagraphenmäßig

1. Was wollten die Richter genau wissen?


2. Woran konnte Eichmann sich erinnern?
3. Wurde über die Tötungsmethoden gesprochen?

Teil 3

Was hätte Eichmann nach eigenen Angaben getan, wenn er mit der konkreten
Vernichtung von Juden beauftragt gewesen worden wäre?

Teil 4

• die Reue

1. Worum bittet Eichmann?

22
Die Wannseekonferenz (Auszüge aus dem Protokoll)
• http://www.dhm.de/lemo/html/dokumente/wannseekonferenz/

Im Zuge dieser Endlösung der europäischen Judenfrage kommen rund 11 Millionen Juden
in Betracht, die sich wie folgt auf die einzelnen Länder verteilen:

A. Altreich 131.800

Ostmark 43.700
Ostgebiete 420.000
Generalgouvernement 2.284.000
Bialystok 400.000
Protektorat Böhmen und Mähren 74.200
Estland - judenfrei
Lettland 3.500
Litauen 34.000
Belgien 43.000
Dänemark 5.600
Frankreich / Besetztes Gebiet 165.000
Unbesetztes Gebiet 700.000
Griechenland 69.600
Niederlande 160.800
Norwegen 1.300

B. Bulgarien 48.000
England 330.000
Finnland 2.300
Irland 4.000
Italien einschl. Sardinien 58.000
Albanien 200
Kroatien 40.000
Portugal 3.000
Rumänien einschl. Bessarabien 342.000
Schweden 8.000
Schweiz 18.000
Serbien 10.000
Slowakei 88.000
Spanien 6.000
Türkei (europ. Teil) 55.500
Ungarn 742.800
UdSSR 5.000.000
Ukraine 2.994.684
Weißrussland ausschl. Bialystok 446.484
Zusammen: über 11.000.000

Bei den angegebenen Judenzahlen der verschiedenen ausländischen Staaten handelt es


sich jedoch nur um Glaubensjuden, da die Begriffsbestimmungen der Juden nach
rassischen Grundsätzen teilweise dort noch fehlen. (...)

Unter entsprechender Leitung sollen nun im Zuge der Endlösung die Juden in geeigneter
Weise im Osten zum Arbeitseinsatz kommen. In großen Arbeitskolonnen, unter Trennung
der Geschlechter, werden die arbeitsfähigen Juden straßenbauend in diese Gebiete
geführt, wobei zweifellos ein Großteil durch natürliche Verminderung ausfallen wird.

Der allfällig endlich verbleibende Restbestand wird, da es sich bei diesem zweifellos um
den widerstandsfähigsten Teil handelt, entsprechend behandelt werden müssen, da
23
dieser, eine natürliche Auslese darstellend, bei Freilassung als Keimzelle eines neuen
jüdischen Aufbaues anzusprechen ist. (Siehe die Erfahrung der Geschichte.)

24
KONTEXT: GESUNDHEIT

25
Aufgepasst vor Vitamin B6

Dass man vor Vitaminpräparaten aufpassen soll, ist mittlerweile allbekannt (das ist ein
alter Hut). Man wird dadurch nicht immer gesünder. Zu viel Vitamin A kann sogar zu
Haarausfall führen.
Vor allem fettlösliche Vitamine sind gefährlich. Als harmlos dagegen werden die Vitamine
B und C angesehen, weil sie wasserlöslich sind und bei übermäßigem Gebrauch vom
Körper wieder ausgeschieden werden. Auf Vitamin C trifft dies zu. Wir dürfen es getrost
in rauen Mengen schlucken. Anders steht es um die Vitamin-B-Präparate. Sie enthalten
fast ausnahmslos hohe Dosierungen (Dosen) B6 (Pyridoxin), bis zu 200 mg.
Wasserlöslich ist Pyridoxin zwar auch, trotzdem kann es sich bei längerer Einnahme als
schädlich erweisen: Es kann zu Nervenkrankheiten führen.
Im Normalfall braucht der Mensch nur 1,7 mg B6 pro Tag. Die meisten Präparate
enthalten also entschieden zu viel. Vielleicht wäre es ratsamer Hefe-Pillen zu schlucken.
(Informationsquelle: International symposium on elevated dosages of vitamins,
Interlaken, September 1987.)

Modellsätze

• Passen Sie auf vor Vitamin B.


• Vor Haifischen sollte man aufpassen.
• Können Sie auf meinen Sohn aufpassen?
• Das führt zu weit / nichts.
• (Man darf den Brotpreis nicht erhöhen, denn) das führt zu einer Revolution.
• Was führt Sie zu mir?
• Diese Methode führt zu nichts / zu keinem Ergebnis.
• Meine Frage war ganz harmlos.
• Dieses Virus ist harmlos.
• Anders steht es um das Hepatitis-Virus.
• Das trifft nicht zu.
• Diese Beschreibung trifft auf mich nicht zu.
• Deine Vermutung trifft nicht zu.
• Auf ihn trifft diese Beschreibung zu.
• Diese Nachricht hat sich als falsch erwiesen.
• Das ist wissenschaftlich noch nicht erwiesen.
• Das ist entschieden zu viel.
• Das geht entschieden zu weit.
• Ich brauche eine neue Wohnung.
• Auch wer viel Obst isst, braucht zusätzliche Vitamine.
• Er ist aus dem Vorstand ausgeschieden.
• Der Körper hat das Gift wieder ausgeschieden.
• Sie können getrost dann und wann ein Glas Wein trinken.
• Nikotin wird jetzt als eine Droge angesehen.
• Dieser Artikel enthält wichtige Informationen.
• Alle Chromosomen kommen im Normalfall doppelt vor.

Bitte, setzen Sie den richtigen Ausdruck ein:

1. (.....) diesem Medikament sollten Sie aufpassen. Es (.....) nämlich Morphin.


2. Bei zu hohem Konsum von Vitamin C wird alles, was der Körper nicht braucht,
wieder (.....).
3. Die Annahme, dass wasserlösliche Vitamine grundsätzlich ungefährlich seien,
(.....) nicht auf Vitamin B6 (.....).
4. Die meisten Präparate (.....) zu viel Pyridoxin.
5. Der Konsum von zwei Flaschen Wein pro Tag ist (.....) zu viel.
6. Das Medikament Fluoriminal (.....) sich bei längerer Einnahme (.....) schädlich.
26
7. Im (.....) braucht der Mensch nur 50 Gramm Fleisch pro Tag.
8. Wasserlösliche Vitamine sind durchweg harmlos. Anders aber (.....) es (.....)
Vitamin B6.

Wie würden Sie auf folgende Äußerungen reagieren, gesetzt den Fall, dass Sie mit dem
Text einverstanden sind?

• Ich schlucke jeden Tag drei Vitamin-B-Tabletten. Dadurch fühle ich mich ruhiger
und leistungsfähiger.

• Man kann so viel Vitamin-B-Pillen schlucken, wie man will. Was der Körper nicht
braucht, scheidet er wieder aus.

• Mein Mann sitzt jetzt in einer Irrenanstalt. Der Arzt meint, das läge an zu hohen
Dosierungen Vitamin B. Ich glaube, dass dieser Arzt spinnt.

Schreibfertigkeit: Geben Sie bitte eine gehobenere (bzw. schriftsprachliche) Wendung für
die unten stehenden umgangssprachlichen Äußerungen.

1) Wenn du zu lange in der Sonne liegst, kannst du Hautkrebs bekommen.


Zu langes Sonnen kann ......................................

2) Sind Sie krank? Dann können Sie ein paar Tage zuhause bleiben. Es ist nicht schlimm,
wenn wir Sie im Büro eine Weile lang nicht sehen. Sie brauchen sich keine Sorgen zu
machen.
Wenn Sie krank sind, .......................................

3) In Europa waren die meisten Menschen froh, als die Amerikaner in Europa
einmarschierten, um die Bevölkerung von den Nazis zu befreien.
Im Nahost ist das aber nicht so. Dort sind die Amis nicht so willkommen. Die Lage ist
anders. (.........) eine amerikanische Intervention im Nahost (...........) anders.

4) Normalerweise braucht der Mensch nur 3 Liter Wasser pro Tag. In der Wüste
allerdings braucht er viel mehr.
(.........................) braucht der Mensch nur 3 Liter Wasser pro Tag.

5) In diesen Konserven steckt viel zu viel Dioxin.


........................................................................

6) Hans macht keinen sympathischen Eindruck. Wenn man aber mit ihm zusammen-
arbeitet, merkt man, dass er sehr nett ist.
Wenn man mit Hans zusammenarbeitet, .......................................

27
Authentische Dokumente zum Thema Vitamine

Lob der Vitamine


Von Dr. Matthias Rath

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind Todesursache Nr. 1

In diesem Jahrhundert wurde die Herz-Kreislauf-Erkrankung zur Todesursache Nummer


1. Weltweit starben über 1.000.000.000 Menschen an Herzinfarkt und Schlaganfall. Da
die Hauptursache der Herz-Kreislauf-Epidemie bislang nicht bekannt war, breitete sie sich
weltweit aus.

Laut WHO sterben jährlich 12 Mio. Menschen an Herzinfarkt und Schlaganfall. Noch heute
stirbt jeder 2. Deutsche und Europäer an den Folgen von arteriosklerotischen
Ablagerungen in den Koronaarterien (Herzinfarkt) oder in den Halsschlagadern und
Gehirnarterien (Schlaganfall).

Tiere produzieren ihr eigenes Vitamin C

Erst jetzt wissen wir, dass Tiere keinen Herzinfarkt kennen, weil ihr Körper - im
Unterschied zum Menschen - Vitamin C selbst herstellt (die Leber eine Ziege erzeugt
täglich 15000 mg Vitamin C). Herzinfarkt und Schlaganfall sind keine echten
Krankheiten, sondern die Folge chronischer Vitaminmangelernährung - und damit
verhinderbar.

Im Gegensatz zu den Tieren können wir Menschen (sowie Primaten und


Meerschweinchen) kein einziges Molekül Vitamin C selbst produzieren. Im Laufe unserer
Entwicklungsgeschichte haben wir diese Fähigkeit verloren, als ein Enzym
funktionsuntüchtig wurde, das benötigt wird, um Zuckermoleküle (Glucose) in Vitamin C
umzuwandeln.

US Studie

Dr. James Enstrom und seine Kollegen von der University Los Angeles untersuchten in
einer von der US-Regierung unterstützten Studie den Vitaminkonsum von 11.000
Amerikanern über zehn Jahre. Es zeigte sich, dass eine Vitamin-C-Zufuhr von täglich
mindestens 300 mg - im Vergleich zum amerikanischen Durchschnitt von ca. 50 mg - die
Herzinfarktrate bei Männern um bis zu 50 % und bei Frauen um bis zu 40 % senkte.

Europäische Studie

Eine der bislang größten Untersuchungen über die Bedeutung von Vitaminen bei der
Verhinderung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wurde in mehreren europäischen Ländern
gleichzeitig durchgeführt. Es ist bekannt, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen in
Skandinavien und anderen mittel- und nordeuropäischen Ländern sehr viel häufiger
vorkommen als in Mittelmeerländern. Professor Gey von der Universität Basel und seine
Kollegen gingen der Frage nach, inwieweit dieses Nord-Süd-Gefälle an
Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit der Vitaminzufuhr in der Nahrung zusammenhängt.

Die Untersuchungsergebnisse waren eindeutig:

In der Bevölkerung Nordeuropas war das Herz-Kreislauf-Risiko am höchsten und die


gemessenen Blut-Vitaminspiegel am niedrigsten.
In der Bevölkerung Südeuropas war das Herz-Kreislauf-Risiko am niedrigsten und die
gemessenen Blut-Vitaminspiegel am höchsten.

28
Optimale Vitaminzufuhr war für eine Verminderung des Herz-Kreislauf-Risikos viel
wichtiger als die Senkung des Cholesterinspiegels.

Quelle: http://members.aol.com/phmikas/infos/vitamine.htm

Die Funktion von Vitamin B6


von Dr. A. Kistner

Vitamin B6 gehört zu den wasserlöslichen Vitaminen und tritt in der Natur in


verschiedenen Formen auf. Es wird von Bakterien hergestellt und kommt praktisch in
allen pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln vor.

Aufgaben und Funktionen von Vitamin B6


Vitamin B6 übernimmt im Körper, wie die anderen wasserlöslichen Vitamine, Coenzym-
Funktion. Diese aktivieren und steuern Enzyme, die wiederum bestimmte
Stoffwechselreaktionen in Gang setzen. Vitamin B6 ist Coenzym für Enzyme des
Stoffwechsels der Aminsäuren, also der Eiweißbausteine. In dieser Eigenschaft ist
Vitamin B6 wichtig für das Nervensystem, die Immunabwehr und den Aufbau des roten
Blutfarbstoffs (Hämoglobin).
In sehr großen Mengen, die den Bedarf um das 100 bis 1000-fache überschreiten, soll
Vitamin B6 in Kombination mit den Vitaminen B1 und B12 schmerzlindernde Wirkung
haben. Man nennt diese Vitamine auch „neurotrope Vitamine“, weil angenommen wird,
dass sie in sehr hohen Dosen Effekte am Nervensystem haben und wie Medikamente
wirken. Diese Wirkungen werden in Fachkreisen diskutiert und sind nicht bewiesen.

Bedarf
Die DGE empfiehlt eine Zufuhr von 1,2 bis 1,6 mg pro Tag. Mit einer üblichen Mischkost
wird normalerweise ausreichend Vitamin B6 aufgenommen.
Menschen mit HIV-Infektion, chronische Alkoholiker und Patienten, die bestimmte
Medikamente (z.B. Tuberkulosemittel) ständig einnehmen, haben ein höheres Risiko für
einen Vitamin B6-Mangel. Manche Experten empfehlen diesen Personengruppen deshalb
eine gezielte Einnahme von Vitamin B6-haltigen Präparaten.

Quelle: www2.lifeline.de/yavivo/GesundesLeben/05Ernaehrung/20Lexikon

29
Hörverstehen : Nasenoperationen
Quelle: ZDF

• zierlich : zierliche Mode, zierliche Zitate.


• schief = / = Gegenteil von « gerade »
• riesig : sehr, sehr groß
• der Eingriff (-e) : hier : die Operation (auch: Eingriff in die Pensionen etc.)
• entstellt : deformiert (« die Ausführungen des Ministers wurden entstellt
wiedergegeben .»)
• beeinträchtigen : Eisenmangel beeinträchtigt die Intelligenz.
• pekuniär
• eine drängende Frage = eine dringende Frage
• das Einkommen
• der Kassenpatient, der Privatpatient
• der Abrechnungszwang : Tatsache, dass die Krankenkasse zahlen muss.
• aus eigener Tasche bezahlen
• kopflos : ohne nachzudenken
• die OP = Operation
• (falsch) « das einzigste » = (richtig) das einzige
• von etwas Ahnung haben

1. Aus welchen Gründen lassen sich Leute an der Nase operieren ?


2. Warum musste Isabelle Flurer operiert werden ?
3. Was war das Ergebnis ihrer Operation ?
4. Wurde ihre OP von der Krankenkasse zurückerstattet ?
5. Was sagte der Arzt zu der Tatsache, dass ein Loch in der
Nasenscheidewand zurückgeblieben war ?
6. Wie ist Isabelles Verhältnis jetzt zu diesem Arzt ?
7. War für Isabelle eine Korrektur der vorigen Operation machbar ?
8. Wie lange hat es gedauert bis Isabelle wieder normal atmen konnte ?
9. Wie viel hat das gekostet ?
10. Warum ist eine Nasenoperation so schwierig ?
11. Warum versuchen sich, laut Prof. Olbrich, unqualifizierte Ärzte an
Nasenoperationen ?
12. Was wird Isabelle Flurer in Zukunft nie mehr wieder tun ?

30
Schreibfertigkeit: Was halten Sie von Schönheitsoperationen?

Wenn jemand z.B. Probleme mit seiner Nase hat, dann finde ich, er darf sie sich ruhig
"machen" lassen. Meine Tochter hat leicht abstehende Ohren, wenn sie die irgendwann
machen lässt, hat sie meinen Segen. Auch Brustoperationen finde ich OK, solange sie
nicht total übertrieben sind. So, und wenn ich mit meinen Falten nicht mehr leben
könnte, dann würde ich mich auch liften lassen. Es gibt Frauen, die sehen mit Falten
extrem viel älter aus, als sie es tatsächlich sind. Was ich allerdings schlimm finde sind
OPs, um einem Schönheitsideal zu entsprechen. Da gehört für mich auch so was wie
Fettabsaugen dazu.

- Anlass Ihres Briefes,


- was Sie von Schönheitsoperationen halten,
- ob es diese Möglichkeit auch in Ihrem Land gibt,
- was Sie persönlich tun würden, um eine Partnerschaft zu retten (dabei kann eine
Operation selbstverständlich auch eine Option sein).
- Schließen Sie Ihren Brief mit einer Empfehlung an Menschen, die sich einer
Schönheitsoperation unterziehen wollen.

31
Hörverstehen: Phobien

• häufig
• die Erkrankung
• peinlich
• die Jahresprävalenz
• die Störung (-en)
• die Grenze ziehen zwischen ...
• die Angst (ë)
• schüchtern
• beurteilen
• die Rede, eine Rede halten
• der Mittelpunkt
• sein Leben umstellen
• die Feier (-n)
• das Treffen
• das Ausmaß
• Selbstmordgedanken
• die Behandlung
• die Therapie (-n)
• die Verhaltenstherapie (-n)
• sich mit einer Situation auseinandersetzen
• das Vorstellungsgespräch
• eine Situation durchspielen
• wildfremd
• die Kompetenz
• medikamentös
• süchtig
• die Persönlichkeit
• die Wirkung (-en)

Definition von Prävalenz: „Unter Prävalenz oder auch Grundanteil versteht man in der
medizinischen Statistik und der Epidemiologie den Anteil von Personen in einer
bestimmten Bevölkerung (Population), der ein bestimmtes Merkmal (z.B. eine Krankheit)
aufweist. Die Prävalenzrate wird bestimmt durch die Zahl der Merkmalträger (oder
Erkrankten) im Verhältnis zur Zahl der Untersuchten.“
(http://www.medizinerboard.de/lexikon/)

Bitte beantworten Sie folgende Fragen mündlich und anschließend schriftlich:

1. Ist die soziale Phobie in Deutschland stark verbreitet?


2. Wie äußert sich die soziale Phobie? Ab wann ist Angst nicht mehr "normal"?
3. Mit welchen Therapien hat man gute Erfolge?

32
Leseverstehen: Das deutsche Krankenkassensystem

Wer sich mit der Frage "gesetzlich oder privat" befasst, hört die verschiedensten, meist
sehr allgemein gehaltenen Argumente:

• Die private Krankenversicherung ist zu Beginn billiger und besser.

• Wenn dann später eine Familie gegründet wird, ist der Familienbeitrag zur
privaten Krankenversicherung höher als zur gesetzlichen. Dann wünscht man sich,
man wäre in seiner gesetzlichen Krankenkasse geblieben. Aber ein Zurück gibt es
nicht.

• Die private Krankenversicherung wird mit steigendem Alter immer teurer, bis man
sie sich schließlich kaum noch leisten kann.

Betrachtet man den Leistungsunterschied zwischen privater und gesetzlicher


Krankenkasse, scheinen Privatversicherte im Vorteil. Nach Ansicht der Verfechter der
privaten Krankenkassen erhalten privat Versicherte beim Arzt oder im Krankenhaus
bessere Leistungen:

• Weil der Arzt für die Behandlung von Privatpatienten mehr Geld berechnen darf
als bei der gesetzlichen. Er wird sich deshalb für die Behandlung mehr Zeit
nehmen und dem Privatpatienten vielleicht größere Aufmerksamkeit widmen.

• Weil der Arzt die Behandlungsmethode in größerer Freiheit als bei der
gesetzlichen Regelleistung wählen kann. Er wird entscheiden, ohne gleichzeitig an
das Budget denken zu müssen. Das gilt auch für die Verordnung von
Medikamenten.

• Weil im Krankenhaus eine Chefarztbehandlung möglich ist und der Arzt frei
gewählt werden kann.

1.1. Gesetzliche Krankenversicherung

In der gesetzlichen Krankenversicherung werden die Beitragssätze einkommensabhängig


erhoben: Wer weniger verdient, zahlt geringere Beiträge - wer mehr verdient, zahlt auch
mehr.

Beispiel: Ein Angestellter mit Bezügen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze zahlt den
Höchstbeitrag (zur Zeit zwischen rund 13 bis fast 15 Prozent) oder rund 450 Euro. Die
Hälfte dieses Beitrags trägt der Arbeitgeber. Wer 500 Euro im Monat verdient, zahlt nur
rund 70 Euro (zur Hälfte). Wer sehr gut verdient, zahlt also ein Vielfaches - und das für
die gleichen Leistungen.

Es gilt das Prinzip der Solidarität des Stärkeren mit dem Schwächeren:

In der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es außerdem einen Umverteilungsprozess


von Ledigen auf Verheiratete: Nicht-erwerbstätige Ehepartner sowie alle Kinder sind ohne
Zusatzbeitrag mitversichert.

Frauen leben länger und verursachen statistisch betrachtet in der Krankversicherung


höhere Kosten als Männer. Da Frauen und Männer in der gesetzlichen Krankenkasse
gleiche Beitragsätze zahlen, gilt auch hier das Prinzip de Solidarität.

33
Private Krankenversicherung

Die private Krankenversicherung kennt diese einkommensabhängige Beitragserhebung


nicht. Die Straßenbahnfahrerin zahlt genauso viel wie die Vorstandsvorsitzende eines
großen Unternehmens.

Das bedeutet aber auch: Wenn eine Familie gegründet wird und weitere
Familienmitglieder hinzukommen, wird für jedes neue Familienmitglied auch ein neuer,
eigenständiger Beitrag fällig.

1.2. Altersabhängige Kostensteigerungen

Ältere Menschen sind statistisch gesehen häufiger und schwerer krank als jüngere. Sie
verursachen damit höhere Kosten im Gesundheitswesen - sowohl für die gesetzliche als
auch für die private Krankenversicherungsgemeinschaft.

Wer privat versichert ist, wird wahrscheinlich im Alter einen höheren Beitrag zahlen, als
die Mitglieder der gesetzlichen Krankenkasse. Man sollte deshalb in der Phase der
Berufstätigkeit soviel gespart haben, dass man sich die höheren Beiträge im Alter leisten
kann.

Bei der gesetzlichen Krankenversicherung wird der Beitrag nicht durch die Risikofaktoren
Alter oder Geschlecht bestimmt. Er ist ausschließlich vom Einkommen abhängig. Zu einer
Beitragssteigerung wegen des Alters des Versicherten kann es deshalb nicht kommen.

Um diesen Leistungsunterschied bemessen zu können, haben wir einen repräsentativen


Zusatzversicherungstarif herausgesucht, der für einen gesetzlich Krankenversicherten
einen kompletten privatärztlichen Schutz gewährleistet. Hierfür entstehen für einen Mann
zwischen 25 und 29 Jahren Kosten von rund 80 Euro im Monat. Für eine Frau im gleichen
Alter liegen die Mehrkosten bei rund 100 Euro. Für ein Kind bis 14 Jahren bei rund 25
Euro. Bei diesen Zahlen handelt es sich um Beiträge, die zusätzlich zur gesetzlichen
Krankenversicherung anfallen. Es handelt sich - vereinfacht gesagt - um den in Zahlen
ausgedrückten Mehrwert der privaten Krankenversicherung auf der Leistungsseite.

Quelle: http://www.krankenkassen.de/

Sprechübung:

Was sind die Vor- und Nachteile einer gesetzlichen Krankenversicherung?


Was sind die Vor- und Nachteile einer privaten Krankenversicherung?

34
Hörverstehen : Was muss man der Krankenversicherung melden?

Einleitendes Vokabular

• die Angabe (-)


• die Versicherung, der Versicherer
• der Versicherungsnehmer
• der Versicherungsschutz
• ins Gewicht fallen: Bei einer Bewerbung fällt auch die Persönlichkeit ins Gewicht.
• wahrheitsgemäß antworten
• der Eindruck drängt sich auf, dass ...: Der Eindruck drängt sich auf, dass viele
Unternehmen theoretisch über E-Learning reden - aber nur wenige es wirklich
konkret einführen.
• die Leistung
• die Ausgabenseite – die Einnahmeseite
• der Vertrag (Verträge)
• vom Vertrag zurücktreten: Ist die Lieferung unmöglich, können wir vom Vertrag
zurücktreten.
• entbinden von / die Entbindung von: Weniger Geld auszugeben entbindet von
dem Stress des Einkaufs. Höhere Gewalt entbindet von der Lieferverpflichtung.
Die Teilnahme am Kammerchor entbindet von der Teilnahme am Hochschulchor.
• die Schweigepflicht
• es sei denn: Wenn etwas hervorragend funktioniert, gibt es keinen Anlass, das zu
ändern. Es sein denn, man findet einen Weg, es noch besser zu machen

Überprüfung des Hörverstehens: Welche Aussagen treffen zu?

1. Alle Krankheiten und Operationen müssen der Versicherung gemeldet werden.

2. Bei Patienten mit ernsthaften Krankheiten verlangen Versicherungen generell


einen Risikozuschlag.

3. Es gibt Versicherer, die auf den Risikozuschlag verzichten.

4. Es ist unsinnig zu behaupten, dass Versicherungen alles tun, um nichts auszahlen


zu müssen.

5. Wenn eine Versicherung die Leistung verweigert, weil ein Kunde nicht alle Fragen
zu seiner Gesundheit wahrheitsgemäß beantwortet hat, darf sie trotzdem die
Prämien behalten.

6. Ärzte dürfen aufgrund Ihrer Schweigepflicht den Versicherungen keine


Informationen über ihre PatientInnen zuspielen.

35
Hörverstehen: Xenotransplantation

Bitte, äußern Sie sich zu folgenden Stichworten

- die Immunabwehr
- zwei Gene
- falsche Hoffnungen
- Spendebereitschaft, Deutschland, Frankreich
- Viren, Seuchen

Perzeptives Hören: Bitte, setzen Sie einen passenden Ausdruck ein

1. Die Genforschung hat uns im vergangenen Jahr häufig b__________.


2. Geklonte Schweine sollen helfen sollen, den Mangel an Spenderorganen zu (______).
3. Amerikanische als auch britische Wissenschaftler gaben (_______), dass sie das
Erbgut dieser Schweine so gezielt (_______), dass die sonst auftretende Immunabwehr
bei Menschen (__________).
4. Ich glaube, man muss (_____) zwischen Wunschtraum und der (______).
5. Die Transplantationsmediziner arbeiten seit vielen Jahren daran, dass man es schafft,
Tierorgane so zu ändern, dass sie nicht als fremd (_____).
6. Das ist möglicherweise ein wichtiger Mosaikstein, aber es ist sicher noch nicht der
(_______).
7. Wenn Sie die Meldungen (_____), dann spricht man da von einem Zeitraum von fünf
Jahren. 8. Hat man denn da mit solchen Meldungen den Patienten (________)?
9. Wenn wir die Probleme (_____), die Sie gerade genannt haben, dann liegt bei uns das
Problem eigentlich (_________).
10. Dass die Transplantation von Tierorganen eine gute Lösung wäre, das ist (______)
so, aber - wie gesagt - das ist (________) ein Wunschtraum.
11. Es sollte viel mehr dafür getan werden, dass in Deutschland die Spendebereitschaft
(________).
12. Die Spendebereitschaft in Spanien ist (_______) wie in Deutschland.
13. Wir entwickeln uns in Deutschland zum (______) in der Transplantation in Europa.
14. Zwei wichtige Gene sind (_______) worden, aber das heißt noch nicht, dass
ein Tierorgan jetzt ohne Komplikationen akzeptiert wird.
15. Sie wissen, dass heute z.B. Herzklappen vom Schwein bei Tausenden von Menschen
erfolgreich transplantiert sind, und dass da nie Infektprobleme (_______).
16. Dieses gesamte Infektproblem hat also (_______) verloren.
17. Sie haben eben einen wichtigen Punkt (_______).
18. Privatfirmen (____), immer mal wieder eine dolle Meldung zu lancieren, um (____)
zu bleiben.
19. Von dem Wunschtraum, Tierorgane erfolgreich auf Menschen zu transplantieren,
sind wir noch (________).

36
Gehirnzellen sterben nicht ab!

Seit dreißig Jahren machen die Ärzte uns weis, dass tagtäglich Millionen Gehirnzellen
absterben würden und unser Gehirn langsam aber sicher zu Grunde gehen würde. Und
da, im Gegensatz zu den übrigen Körperzellen, abgebaute Gehirnzellen nicht durch neue
ersetzt werden, so wäre dieser Prozess unaufhaltsam und unumkehrbar. Mit anderen
Worten: jeden Tag würden wir ein bisschen dümmer und blöder.
Diese Annahme, die durch die Presse mit viel Trara verbreitet wurde (und noch immer
verbreitet wird), hat sich inzwischen als windig herausgestellt. Sie beruht auf falsch
interpretierten Messergebnissen. Schließlich müssen Gehirnschnitte mikroskopisch
untersucht werden. Zu diesem Zweck müssen sie zunächst präpariert werden (sie
müssen z.B. gefärbt werden). Und allein schon bei der Präparation schrumpfen diese
Zellen. Was die Forscher bislang nicht gemerkt haben, ist der Umstand, dass dabei die
Gehirnschnitte von jungen Gehirnen schneller schrumpfen als die von alten. Dies führt,
wenn man durchs Mikroskop schaut, zum falschen optischen Eindruck, dass junge Leute
(pro Oberflächeneinheit) mehr Gehirnzellen besäßen als ältere.
Allerdings kann man nicht bestreiten, dass unser Gehirn mit der Zeit zusammen-
schrumpft. Aber in den ersten sechzig Jahren bleibt das Gehirngewicht immerhin
konstant! Erst im Alter zwischen 60 und 70 Jahren lässt sich ein Abbau der
Gehirnsubstanz feststellen. Die Zellen schrumpfen durch Wasserverlust. Aber deshalb
sind sie noch keineswegs tot!
Und die Anzahl der gesunden Zellen bleibt auch im Alter relativ konstant. Zu diesem
Ergebnis kam ein deutscher Wissenschaftler namens Herbert Haug. Und dies nach
fünfzehnjähriger Arbeit. Keiner hat so viel Gehirne (160 insgesamt) untersucht wie er.
Herbert Haug gibt auch Folgendes zu bedenken: Erstaunlich ist, dass die Schrumpfung
der Zellen ausgerechnet im Pensionszeitalter eintritt. Es ist also nicht ausgeschlossen,
dass die Schrumpfung des Gehirns erst dann eintritt, wenn wir es nicht mehr (bzw.
weniger) gebrauchen. Zu analogen Schlüssen kamen kalifornische Forscher. Versuche
mit Ratten ergaben folgendes: Gehirne von Ratten, die in Einzelkäfigen gehalten wurden,
hatten weniger Synapsen als Ratten, die gemeinsam mit anderen in einem
Großraumkäfig lebten. Je größer also die Aktivität und je häufiger die sozialen Kontakte,
desto leistungsfähiger bleibt das Gehirn.
Wir brauchen also die Ohren nicht hängen zu lassen: unser Gehirn kann bis ins hohe
Alter Funken sprühen, vorausgesetzt, wir gebrauchen und trainieren es. Außerdem lässt
sich die mentale Leistungsfähigkeit durch körperliches Training steigern.
Informationsquelle: BILD DER WISSENSCHAFT.

Modellsätze.

• Es war ein harter Kampf, bei dem beide Seiten Verluste erlitten.
• Die Techno-Aktien haben schwere Verluste erlitten.
• Der Trend geht unaufhaltsam in Richtung Nichtraucherzüge.
• Auch die Bedürfnisse wachsen nicht unaufhaltsam, jedes Bedürfnis ist irgendwann
gesättigt.
• Bereits der Umstand, dass man überhaupt telefoniert, lenkt die Konzentration
vom Straßenverkehr in erhöhtem Maße ab
• Als keine Besserung eintrat, konsultierte Dietmar abermals den Arzt.
• Das spezifische Gewicht gibt an, um wie viel ein Stoff schwerer ist als der gleiche
Rauminhalt Wasser.
• Handy-Hersteller bestreiten Strahlenrisiko für Kinder.
• Der Schiedsrichter bestreitet Korruptions-Vorwürfe.
• Die Angeklagte hat bestritten, die ihr zur Last gelegten Taten begangen
zu haben
• Du kannst mir nicht weismachen, dass die Verwaltung effizient arbeitet.
• Die Unternehmen wollen Gewinne machen und nicht das Wohl für die Bevölkerung
bringen, wie uns die Neoliberalen weismachen wollen.
37
• Eine Kuh hat im Vergleich zu (auch: mit) dem Menschen eine weitaus
komplizierter Verdauung.
• Außerdem war der Preis im Vergleich mit (auch: zu) einigen anderen Flugschulen
echt gut.
• Beide Filme basieren auf einer guten Idee.
• Die bisherigen Tabakwerbeverbote basieren auf nationalem Recht.
• Der Film basiert auf einem Gespräch mit Gabriel García Márquez über Leben und
Werk.
• Das ganze Missverständnis beruht auf einem simplen Tippfehler
• Die Renditen schrumpfen weiter.
• Das römische Reich sei an Malaria zugrunde gegangen, meint ein englischer
Forscher.

Setzen Sie bitte einen passenden Ausdruck ein:

1. Der (.....: Tatsache), dass Kurt aus einer Familie von Kaufleuten stammt, hat viel
zu seinem kaufmännischen Erfolg beigetragen.
2. Das spezifische (.....) von Silber beträgt 10,5.
3. Als nach monatelangen Experimenten die gewünschte chemische Reaktion (.....),
öffneten die Forscher eine Flasche Sekt.
4. Die Nachricht, dass Prinzessin Brünnhilde von Stein sich insgeheim mit dem
Opernsänger Siegfried Kunze treffen würde, wurde von ihrem Butler (.....).
5. Als der Scheich 007 in seinem Harem antraf, versuchte dieser ihm (.....), dass er
der Fensterputzer sei. Aber der Scheich glaubte 007 nicht.
6. (..........) den Griechen waren die Römer gute Juristen (= die Griechen waren
keine guten Juristen, die Römer hingegen wohl).
7. Prof. Schnabel hat behauptet, dass Knoblauch den IQ steigern würde. Aber seine
Behauptungen haben sich als falsch (.....).
8. Die Annahmen von Prof. Schnabel (.....) auf d falsch Angaben seiner faulen
und inkompetenten Assistenten.
9. Dass Prof. Schnabel diese unglaubwürdigen Messergebnisse überhaupt ernst-
genommen hat, ist (.....).
10. Dieser Betrieb ist an der Vetternwirtschaft (.....) gegangen.
11. Durch die knallharte japanische Konkurrenz hat unsere Firma dieses Jahr schwere
(.....) erlitten.
12. Der Aufstieg des gefährlichen Demagogen Arthur Krull war nicht zu stoppen =
Dieser Aufstieg war (.....).
13. Der Etat für Verteidigung wird durch die Beendigung des kalten Krieges auf
wenige Milliarden (.....).

Wie würden Sie auf folgende Äußerungen reagieren, gesetzt den Fall, dass Sie mit dem
Text einverstanden sind?

• Es hat doch gar keinen Sinn, mit vierzig noch Sprachen zu studieren. Das Gehirn
ist in diesem Alter ja kaum noch aufnahmefähig!

• Dass die Gehirnzellen bereits in frühem Alter absterben, ist schließlich wissen-
schaftlich erwiesen.

• Es ist unumstritten, dass das Gehirn eines alten Menschen kleiner ist als das eines
jungen. Daraus kann man schließen, dass die intellektuelle Leistungsfähigkeit des
Menschen mit der Zeit abnimmt.

• Der Mensch kann gegen den Intelligenzzerfall nichts unternehmen.

38
• Soziale Kontakte führen zu nichts. Es ist besser auf einer einsamen Insel zu leben
und gelehrte Bücher zu lesen. Nur dadurch bliebe der Mensch geistig fit.

• Wer ist dieser Prof. Haug, der behauptet, dass Gehirnzellen nicht absterben
würden? Worauf basieren sich denn seine Behauptungen? Verfügt er über genug
Tatsachenmaterial?

Authentisches Dokument 1

Stimmt es eigentlich, dass beim Vollrausch Gehirnzellen absterben?

Was passiert im Gehirn, wenn nach einem feuchtfröhlichen Abend allzu viel Alkohol die
Sinne vernebelt? Kann es wirklich zu einem Massensterben unter den kleinen grauen
Zellen kommen? Unser Gehirn. „High Tech“ auf engstem Raum. Intelligenz, Wissen und
Gefühle, gespeichert auf einer „Festplatte“ aus 100 Milliarden Nervenzellen, jede von
ihnen tausendfach mit ihren Nachbarn vernetzt.
Eine Million dieser Gehirnzellen, behauptet zumindest der Volksmund, geben jedes Mal
endgültig ihren Geist auf, wenn sich ihr Besitzer hemmungslos betrinkt.
Sprachschwierigkeiten, taumelnder Gang, unüberlegte Handlungen und ein zeitweiliger
Erinnerungsverlust, der so genannte Filmriss, scheinen das zu bestätigen. Aber
andererseits hieße das rein mathematisch: 100 000 Vollräusche wären erlaubt, drei am
Tag, 100 Jahre lang, bevor wir uns „das letzte bisschen Hirn weggesoffen“ hätten... Halt!
Was meint die Wissenschaft dazu? „Experimentell ist das nur schwer nachvollziehbar“,
sagt Prof. Benedikt Volk, Direktor der Abteilung Neuropathologie am Universitätsklinikum
Freiburg im Breisgau. „Aber es gibt Versuche mit Tieren, denen über einen längeren
Zeitraum Alkohol verabreicht wurde. Dabei erwiesen sich Nervenzellen, Neuronen, in
wichtigen Hirnarealen als verletzlich.“ Neben einem Verlust dieser Zellen, so der
Neuropathologe weiter, sei es bei der im Labor erzeugten Sucht besonders zu einem
Rückgang der Synapsen gekommen, der Verbindungen zwischen den einzelnen
Gehirnzellen. „Rückschlüsse auf die Auswirkungen beim Menschen lassen solche
Tierversuche allerdings nur bedingt zu“, fügt Prof. Volk hinzu. Fest steht: Übermäßiger
Alkoholkonsum ist hochgradig gesundheitsschädlich. Neben schweren primären Schäden,
zum Beispiel an Leber und Magen, kann es zur kortikalen Atrophie (Verschmälerung der
Gehirnrinde) und zu sekundären Schäden wie Korsakow-Syndrom (Gedächtnisstörungen,
Desorientiertheit), bedingt durch einen Vitamin B1-Mangel, kommen. (Quelle:
"Apotheken Umschau")

Authentisches Dokument 2:

Die (verflixte) Sache mit dem Gedächtnis

Die meisten älteren Menschen werden vergesslicher, merken sich Namen und Nummern
schwerer. Ist das «normal» oder gibt es im Alter unvermeidliche Veränderungen von
Hirnfunktionen? Lässt sich die Leistungsfähigkeit des Gehirns optimieren? In unserer
Fitness- und Trimm-dich-Gesellschaft sind Gedächtnistraining und Gehirnjogging beliebte
Begriffe, doch was hat es damit auf sich? Lassen sich Gehirnzellen wie ein Muskel
«trainieren»? Wir haben die wichtigsten Fakten und Forschungsergebnisse
zusammengestellt.
Viele Menschen glauben, dass die Leistungsfähigkeit des Gehirns mit zunehmendem Alter
automatisch absinkt, weil Tag für Tag eine gewisse Anzahl Gehirnzellen absterben. Dafür
gibt es keinerlei wissenschaftliche Beweise! Die Fähigkeit des Gehirns beruht nicht auf
einer (bei der Geburt festgelegten) Anzahl von Nervenzellen, sondern auf der
Funktionstüchtigkeit der Verbindungen (Synapsen) zwischen ihnen. Neue Ergebnisse der
Hirnforschung weisen darauf hin, dass auch alternde Menschen, die ihr Gehirn
entsprechend nutzen, dieses dadurch physisch so verändern, dass die synaptischen
Nervenverbindungen sich vervielfältigen und effektiver funktionieren.
39
Was Hänschen lernt, lernt Hans allemal
Wissenschaftler auf der ganzen Welt bestätigen in den verschiedensten
Versuchsanordnungen bemerkenswerte Gehirnleistungen bei älteren Menschen. So waren
in einer australischen Untersuchung 80 freiwillige Versuchspersonen im Alter von 63 bis
91 Jahren ohne irgendwelche Vorkenntnisse beim Erlernen der deutschen Sprache so
erfolgreich, dass sie nach nur sechs Monaten einen deutschen Text auf einem Niveau
lesen und verstehen konnten, das Schulkinder erst nach fünf Jahren Unterricht
erreichten. Dieselbe Versuchsgruppe lernte auch Flöte spielen, eine Aufgabe, die sie
ebenfalls mit großem Erfolg meisterte. Viele Studien zeigen zudem, dass im Alter mehr
auf das Wesentliche geachtet wird, dass persönliche und sinnvolle Dinge besser im
Gedächtnis haften bleiben als Informationen, die als unbedeutend eingestuft werden.
Wenn jemand mit 10, 20 oder 30 Jahren etwas vergisst oder ihm ein Name nicht einfällt,
machte er daraus keine Tragödie. Vergisst ein 60-jähriger den Schirm im Bus oder hat
eine 70-jährige den Namen des Nachbarn gerade nicht parat, heißt es schnell: «Mein
Gedächtnis lässt nach, früher ist mir so etwas nicht passiert». Die (falsche) Idee, man
habe in jungen Jahren ein perfektes Gedächtnis gehabt, führt zu einer gewissen
Resignation, welche wiederum das Erinnerungsvermögen tatsächlich zu Fall bringen
kann.
Gedächtnistraining und Bewegung gehören zusammen
Ergebnisse der vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend am
Institut für Psychogerontologie der Universität Erlangen seit 1990 durchgeführten SIMA-
Studie (SIMA steht für Selbstständigkeit im Alter) haben gezeigt, dass eine Kombination
aus einem spezifischen Gedächtnis- und Bewegungstraining dem Gehirn-
Alterungsprozess entgegenwirkt. Dieses Kombinationstraining verbesserte langfristig die
Gedächtnisleistungen, förderte die Selbstständigkeit und milderte leichte dementielle
Symptome bei einer Gruppe über 75-jähriger. Das Bewegungstraining bewirkte
vermutlich eine Verbesserung der Stoffwechsellage im Gehirn. Geistige Aktivitäten wie
das Gedächtnistraining können diese verbesserte Ausgangslage nutzen, in dem sie
gedächtnisrelevante Zellverbände aktivieren. Diese Annahmen werden durch neuere
Forschungsergebnisse aus Schweden, Deutschland und den USA gestützt. So gibt es
Belege dafür, dass geistige Aktivitäten die Verbindungen und den Aufbau zusätzlicher
Verbindungen zwischen den Gehirnzellen fördern. Erstmalig konnte Ende letzten Jahres
eine Forschergruppe aus Schweden und Amerikanern sogar nachweisen, dass sich neue
Gehirnzellen bilden. Diese wurden in einer für das Gedächtnis sehr wichtigen Region des
Gehirns gefunden. Auch wenn noch nachgewiesen werden muss, dass diese neu
gebildeten Gehirnzellen funktionstüchtig und überlebensfähig sind, spekulieren die
Forscher bereits darüber, wie eine solche Neubildung von Gehirnzellen auf verschiedene
Weise angeregt werden könnte (etwa durch geistiges und körperliches Training).
Gedächtnisverluste durch das Alter?
Nach einer Lernperiode von einer Stunde steigt die Fähigkeit, sich an das Gelernte zu
erinnern, kurzzeitig. Doch schon bald danach erfolgt ein dramatischer
Informationsschwund. Nach 24 Stunden hat man 80 Prozent der Einzelheiten vergessen.
Dieser «Verlust» ist keineswegs dem zunehmenden Alter zuzuschreiben, sondern hat mit
der normalen Funktion unseres Erinnerungsvermögens zu tun. Genau genommen,
verfügen wir über drei Arten von Gedächtnis: Das Ultrakurzzeitgedächtnis, das Kurzzeit-
und das Langzeitgedächtnis. Im Ultrakurzzeitgedächtnis werden nach einer Verweildauer
der Information von etwa 6 bis 20 Sekunden ungefähr drei Prozent der Information an
den Kurzzeitspeicher weitergeleitet, die restlichen 97 Prozent dagegen gelöscht. Machen
Sie selbst einen Versuch zu ihrer Hirn-Speicherkapazität. Schauen Sie sich kurz die Reihe
folgender (sinnlosen) Silben an: mi, schu, sall, si, ro, pi, sko, ka, ma, ty, ba. Decken Sie
sie zu und notieren dann aus der Erinnerung heraus, wie viele hängen geblieben sind. In
der Regel werden bis zu sieben Silben behalten, die anderen sind unwiederbringlich
verloren. Ins Kurzzeitgedächtnis gelangen nur ausgewählte und besonders
hervorgehobene Informationen. Herausgehoben werden die Informationen durch große
Neugier, ausgeprägtes Interesse oder andere Emotionen, durch Assoziationen und
bewusste Konzentration (lernen, wiederholen). In diesem Zwischenspeicher verweilen die
40
Informationen etwa 20 Minuten. Danach werden etwa 90 Prozent auf Nimmer-Wieder-
Erinnern aussortiert. In den Endspeicher Langzeitgedächtnis gelangen Informationen, die
als besonders wichtig angesehen werden. Eigentlich sollte das Langzeitgedächtnis
lebenslang funktionieren, allerdings müssten die Informationen regelmäßig abgerufen
werden. Ist das nicht der Fall, gehen die Erinnerungen zwar nicht gänzlich verloren,
versinken jedoch mit der Zeit (ins Unbewusste?). Viele ältere Menschen machen den
«Fehler», diese normalen Erinnerungsverluste aufs zunehmende Alter zu schieben. Unser
Gehirn setzt Prioritäten, sonst könnte es - bei aller Leistungsfähigkeit - der
Informationsflut nicht standhalten. Wenn sich ältere Menschen beklagen, dass sie sich
bestimmte Dinge nicht (mehr) merken können, sollten sie sich ehrlich fragen, ob diese
für sie überhaupt (noch) wichtig sind, denn das Auswahlkriterium für das
Langzeitgedächtnis ist der Grad der Wichtigkeit, den die Dinge für uns haben.
Die biologische Fitness des Gehirns
Wenn im Alter das Denken schwer fällt, sind in der Regel die biochemischen Vorgänge im
Gehirn aufgrund einer mangelhaften Durchblutung und damit Sauerstoffversorgung
beeinträchtigt. Verengte Gefäße, Bluthochdruck, Über- oder Unterzuckerung leisten der
mangelhaften Informationsaufnahme - und damit dem Vergessen - Vorschub. Durch
gezielte Ernährung, bewusstes Atmen, Bewegung und Spaziergänge an der frischen Luft
lässt sich vieles verbessern. Als Brennstoff braucht das Gehirn etwa 30 Prozent des über
die Atmung aufgenommenen Sauerstoffs und 20 Prozent des mit der Nahrung
aufgenommenen Zuckers (Glukose). Sehr wichtig ist die «Qualität» des Zuckers. Weißer
Zucker ist eher ein «Energieräuber», denn er lässt den Blutzuckerspiegel zwar schnell an-
steigen, aber ebenso rapide wieder absinken; übrig bleibt nur Erschöpfung. Zu empfehlen
sind daher komplexe Kohlenhydrate, Frucht- und Traubenzucker, z. B. in Obst,
Dörrfrüchten, Gemüse, Nüssen, Samen, Sprossen etc..
Copyright: Verlag A. Vogel.

Authentisches Dokument 3:

"Lieber Schlau als Blau" von Johannes Lindenmeyer

Bereits bei jedem Rausch können Gehirnzellen absterben, so dass man keine Grenze
angeben kann, bis zu welcher Menge Alkohol oder Medikamente mit Suchtpotential
unbedenklich für die Gehirnzellen sind. Von daher ist die allmähliche Schrumpfung des
Gehirns (Atrophie genannt) eine der häufigsten körperlichen Schädigungen im Laufe
einer Abhängigkeitsentwicklung. Bei circa 96 Prozent aller Alkoholiker ist der
Zwischenraum zwischen Gehirnmasse und Schädeldecke vergrößert, wie man auf
speziellen Röntgenaufnahmen (sogenannten Computertomographien) sehen kann. Der
Betroffene selbst merkt hiervon allerdings meist überhaupt nichts. Lange Zeit bleibt diese
suchtmittelbedingte Hirnschrumpfung nämlich ohne Folge für die geistige
Leistungsfähigkeit des Betroffenen, da jeder Mensch insgesamt über ungefähr 100
Milliarden Gehirnzellen verfügt. Aber anders als die meisten Körperzellen können einmal
abgestorbene Gehirnzellen nicht nach- oder neugebildet werden. Wir sind also darauf
angewiesen, mit dem uns einmal zur Verfügung stehenden Vorrat an Gehirnzellen unser
ganzes Leben lang "hauszuhalten." Dieser Vorrat wird systematisch verringert, wenn wir
Alkohol trinken.
Erst in einem relativ späten Stadium einer Abhängigkeitsentwicklung kann die
Schädigung des Groß- und Zwischenhirns folgende schleichenden Beeinträchtigungen der
geistigen Leistungsfähigkeit bewirken:
- Gedächtnisstörungen
- gesteigerte Ermüdbarkeit / geringere Konzentrationsfähigkeit
- erhöhte Reizbarkeit starke Gefühlsschwankungen
- langsameres, schwerfälligeres, eingleisigeres Denken.
Bei einer bestimmten Schädigung des Kleinhirns durch Alkohol kommt es außerdem zu:
- Unsicherheit im Gehen
- verstärktem Zittern, vor allem bei Bewegungen
41
Schädigung der Feinmotorik (Unfähigkeit, Bewegungen genau zu steuern)
- verwaschener und lallender Sprache.
Alle diese Schädigungen können bei vollständiger Suchtmittelabstinenz durchaus
zurückgehen. Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnis bilden sich beispielsweise meist
vollständig zurück. Die noch intakt gebliebenen Gehirnzellen können nämlich ihre
Leistungsfähigkeit durch die Bildung neuer Verknüpfungen untereinander steigern.
Dadurch kann auch der Zwischenraum zwischen Gehirnmasse und Schädelknochen
wieder abnehmen, obwohl einmal abgestorbene Gehirnzellen nicht durch neue ersetzt
werden können:

Aus: Lieber Schlau als blau. Entstehung und Behandlung von Alkohol- und
Medikamentenabhängigkeit. 6., vollständig überarbeitete Auflage. Psychologie Verlags
Union, Beltz, Weinheim 2001

Authentisches Dokument 4

Die sensationellste Entdeckung der Neurobiologie der letzten Jahre belegt die anhaltende
Wandlungsfähigkeit des erwachsenen Gehirns. Dem Molekularbiologen Fred Gage vom
Salk Institute for Biological Studies in San Diego und Mitarbeitern der schwedischen
Sahlgrenska-Universität gelang der Nachweis, dass sich im erwachsenen menschlichen
Gehirn neue Nervenzellen bilden. Der Befund bringt endgültig die alte Doktrin zu Fall,
nach der wir mit einer kompletten Ausstattung von Nervenzellen geboren werden und im
Lauf unseres Lebens ständig Zellen verlieren. Die Forscher untersuchten die Gehirne von
Krebspatienten, die im Alter zwischen 57 und 72 Jahren gestorben waren, und
entdeckten neu geborene Zellen im Hippocampus. Dieser Teil des Gehirns dient als
Sammel- und Umschaltzentrale für neu einlaufende Informationen. Da diese Region
ständig neue motorische, sensorische und emotionale Reize verarbeite, meint Gage,
benötige sie einen kontinuierlichen Nachschub junger Zellen. Ähnlich liegt der Fall beim
Riechhirn. Georg Kuhn, Neurowissenschaftler an der Universität Regensburg, rechnet die
Region neuerdings zu den regenerativen Gewebearten wie Haut, Haare oder die Leber.
Täglich, so zählte er bei Ratten, werden rund 100 000 Zellen in der Nase und im ersten
Riechzentrum des Gehirns neu gebildet, alte Zellen sterben ab. Nach zehn bis 20 Tagen
hat sich das Gewebe einmal komplett ausgetauscht. Kuhn vermutet dieselben Vorgänge
beim Menschen. In Tierversuchen haben Gage und andere Forscher ermittelt ob die
Neuformation von neuronalen Zellen umweltabhängig ist. Sie setzten Mäuse
unterschiedlichen Bedingungen aus. Während manche Tiere in einfachen Käfigen
hausten, wurden andere mit luxuriösen Einrichtungen wie Laufrad und Spielzeug
verwöhnt. Der Lebensstil wirkte sich frappierend auf die Gehirne der Nager aus. Tiere,
die in einer stimulierenden Umgebung aufwuchsen, bildeten junge Neuronen im
Hippocampus, besonders das Radfahren förderte die Neubildung.
Auch beim Menschen haben zahlreiche Studien belegt, dass sich körperliche Fitness auf
die geistige Gesundheit auswirkt. Lange blieb aber unklar, wie ein gesunder Körper unser
Gehirn beeinflusst. Einen interessanten Hinweis auf einen möglichen Mechanismus
entdeckte Gage bei den verstorbenen Krebspatienten: Zusammen mit Nervenzellen
hatten sich neue Blutgefässe gebildet. Gage vermutet, dass Sport bei Menschen wie
Mäusen die Durchblutung des Gehirns und dessen Versorgung mit wichtigen Nährstoffen,
darunter auch Neurotrophinen, verbessert. Womöglich fördern diese Stoffe nicht nur die
Kommunikation zwischen bestehenden Zellen, sondern wirken auch bei der Geburt der
Neuronen mit. Die lebenslange Plastizität des Gehirns versteht Gage als erfreuliche
Chance: „Da das Gehirn nicht nur unser Verhalten beeinflusst, sondern unser Verhalten
das Gehirn, können wir weit mehr, als wir bislang dachten selbst bestimmen, wer wir
sind. "
Aus: Focus (13/2000)

42
Hörverstehen: Patientenverfügungen

aus: Presseklub (ARD)

Vokabular:

• Die Patientenverfügung
• Menschen zu etwas ermuntern
• der Stellenwert

1. Zu Verena Köttker (FOCUS)

Was hat Bundesjustizministerin Brigitte Zypries vorgeschlagen?


Was hat die Enquêtekommission dazu gesagt?
Wie steht Frau Köttker dazu?
Was sagt Frau Köttker zum Thema “Formulare”?
Wie ist die gesetzliche Lage in Dänemark?

2. Wie steht Beate Lakotta (Der Spiegel) zum Thema Patientenverfügung? Welches
Beispiel gibt sie?

3. Wie steht Melinda Crane zum Thema Patientenverfügung?

4.Was sagt der Moderator dazu?

43
Akte zum Thema Biogenetik

"Soll man therapeutisches Klonen verbieten?"


Vokabular

• körpereigen
• die Gebärmutter
• das Kulturschälchen
• das Gewebe
• schwammig
• erschleichen, erschlich, erschlichen

Text:

Soll man das therapeutische Klonen verbieten?


aus: Stimmen der Zeit, März 2001 (Heft 3)

Pünktlich zum Neujahrsbeginn war es da –das deutsche Expertenurteil in Sachen


therapeutisches Klonen. Es soll unser Land davor bewahren, der Entscheidung des
britischen Unterhauses nachzufolgen und die Erzeugung embryonaler Stammzellen mit
körpereigenem Erbgut zu Heilungszwecken zuzulassen. Neun Sachverständige der
Enquete-Kommission "Recht und Ethik der modernen Medizin" des Deutschen
Bundestages haben dazu in einem am 2. Januar 2001 in der Frankfurter Rundschau
veröffentlichten "Aufruf gegen die Verroh(stofflich)ung des Menschen" ihre Argumente
gegen das therapeutische Klonen zusammengetragen. Es sind fünf auf den ersten Blick
gewichtig erscheinende und kenntnisreich vorgetragene Argumente; stichhaltig ist aber
bei näherem Zusehen keines.
Als erstes wird das "slippery slope" -Argument angeführt: Das therapeutische Klonen
öffne zugleich Tür und Tor für reproduktives Klonen, die Erzeugung identischer Kopien
ganzer menschlicher Organismen. Das ist das Schreckgespenst, das uns seit der Geburt
des Klonschafs Dolly verfolgt. Es stimmt, dass beide Arten des Klonens auf demselben
Vorgang basieren: Eine unbefruchtete Eizelle (Oocyte) wird von ihrem Zellkern befreit
und mit dem Kern einer Körperzelle des ausgewählten Spenders versehen. Nach diesem,
eine Befruchtung simulierenden Kerntransfer wird die Eizelle zur Entwicklung gebracht -
im Fall des reproduktiven Klonens bis zur Erzeugung eines kompletten Organismus. Da er
dasselbe Erbgut besitzt wie der Spender, ist er in Bezug auf diesen definitionsgemäß ein
"Klon".
(...)
Demgegenüber besteht das therapeutische Klonen in seiner realistischen Version nicht in
der Erzeugung von geklonten Embryonen, sondern von geklonten Stammzellen. Das
heißt, der natürliche Entwicklungsverlauf der Eizelle mit dem ausgetauschten Zellkern
wird zu einem sehr frühen Zeitpunkt unterbrochen, nämlich noch vor der Implantation
des werdenden Keims in die Gebärmutter. Statt dieser natürlichen Weiterentwicklung,
durch die ein Mensch erst entstehen kann, werden die mit noch vollem
Differenzierungspotential ausgestatteten ("pluripotenten") Embryonalzellen des
werdenden Keims hergenommen und als "embryonale Stammzellen" künstlich
weiterkultiviert und vermehrt, bis der gewünschte Differenzierungsprozess im
Kulturschälchen einsetzt. Dann kann die so entstandene Zellsorte, die natürlich beim
Klonen der Oocyte mit dem Erbgut des betreffenden Patienten ausgestattet wurde,
bedenkenlos zum Ersatz von geschädigtem Patientengewebe verwendet werden - eine
Immunreaktion ist bei einem Zell bzw. Gewebeimplantat mit identischem Erbgut nicht zu
befürchten.

Die Frage, um die es jetzt geht, ist folgende: Soll einem ausdrücklich zu therapeutischen
Zwecken hergestellten künstlichen Zellkonstrukt dasselbe Recht auf Leben zukommen
wie einer mit dem Ziel der Fortpflanzung erzeugten, künstlich befruchteten Eizelle, nur
44
weil beide zu einem bestimmten Zeitpunkt ihrer Entwicklung dieselbe morphologische
Struktur aufweisen? Hieße das nicht die Zeugung von einem menschlichen Akt (in der
Fachsprache: "actus humanus", nicht nur "actus hominis") zu einem willensunabhängigen
Automatismus zu degradieren?
(...)
In diesen Zusammenhang gehört auch die Bezeichnung "menschliches Leben", die
gerade für die Bewertung der frühen Embryonalstadien gerne verwendet wird. Was soll
diese Bezeichnung besagen? Die befruchtete Eizelle ist "menschliches Leben", aber die
unbefruchtete Oocyte doch auch, was wäre sie denn sonst?
Und jede Zelle einer menschlichen Gewebekultur nicht minder! Das zeigt, dass dieser
Ausdruck aufgrund seiner mangelnden Eindeutigkeit ein so schwammiger Begriff ist -
geeignet, Grenzen zu verwischen, statt sie zu ziehen. Man kann ihn anwenden, ohne die
eigenen Bewertungsmaßstäbe einer genauen Begründung zu unterwerfen. So sind
Keimzellen, befruchtete Eizellen, Blastocysten, eben implantierte Embryonen und Drei-
Monats-Feten van jedermann akzeptierbar als "menschliches Leben" zu bezeichnen.
Damit aber zu unterstellen, die Blastocyste im Glasschälchen des
Reproduktionsmediziners hätte notwendig schon denselben Status wie der Embryo im
Mutterleib, weil beide demselben Begriff genügen, ist ein erschlichenes Argument, wenn
nicht, wie im Fall der Oocyte, der Unsinn einer solchen Beweisführung eklatant wird.

Christian Kummer SJ
Fragen

1. Wie lautet der Standpunkt der Enquete-Kommission?


2. Wie wird "therapeutisches" Klonen definiert und worin besteht der Unterschied
zum reproduktiven Klonen?
3. Im Text ist die Rede von "actus humanus" und "actus hominis". Worin besteht die
Relevanz dieser Begriffe?
4. Was hält der Verfasser vom Begriff "menschliches Leben" als Instrument in der
Bekämpfung der Gentechnologie?

45
Wolfgang Gerhardt (FDP) zur Gentechnologie

Einleitendes Vokabular

• die Pränataldiagnostik
• die Präimplantationsdiagnostik
• die Aufklärung
• auf jemanden herabblicken
• leichtfertig
• ratlos, die Ratlosigkeit
• die Überdehnung
• die Heuristik der Furcht
• Hans Jonas
• Gründe ins Feld führen
• ausloten
• lindern
• das Feuilleton
• das Verhütungsmittel
• großflächig
• das Tiefkühlfach
• abwägen, Abwägung
• die Gedankenschwermut
• die Missachtung
• die Zuversicht, zuversichtlich
• eine überhöhte Moral

Der Standpunkt der CDU zur Gentechnologie


Einleitendes Vokabular:

• das Geschöpf
• die Schöpfung
• das Hohe Haus
• die Ratlosigkeit
• überwältigende Ergebnisse
• die Grundlagenforschung
• entschlüsseln
• die Entschlüsselung
• das Genom
• der Stein der Weisen
• weise
• die Schallmauer
• rückholbar
• Stammzellenforschung
• die Mahnung
• der Stand der Forschung
• die Nachdenklichkeit
• das Leitbild
• die Würde
• die Menschenwürde
• die Wahrung der Menschenwürde
• erörtern
• die Entscheidungsfindung
• das Gremium, die Gremien
• der Anbeginn (der Schutz des Lebens von Anbeginn)
• die Willkür, willkürlich, unwillkürlich
• tragfähig
46
• gewährleisten
• die Fortpflanzung
• die Waagschale
• die Achtung des Lebens
• Mukoviszidose
• verbrauchende Embryonenforschung

Positionen zur Präimplantationsdiagnostik


1. Bundespräsident Johannes Rau (SPD)

"Erinnern wir uns an d__1__ schwierig__1___ Debatte (f.) zum Paragrafen 218: Eine
breit_2_ Mehrheit der Abgeordn_3__ d__4__ Deutsch__4_ Bundestag_4___ war d_5__
Überzeugung, dass das Leben des Kindes nicht gegen den Willen der Frau geschützt
werden kann und dass Beratung und praktisch__6___ Unterstützung das Leben besser
schützen als Strafandrohung. Darum stellt der Paragraf 218 eine Abtreibung unter
bestimmt__7__ Beding__7__ (voorwaarden, conditions) straffrei.
Paragraf 218 ist also kein Argument für die Präimplantationsdiagnostik, denn er zielt auf
die unvergleichbar_8__ Konfliktsituation während ein__9__ Schwangerschaft. Er
rechtfertigt keine Pra__10__ (praktijk, pratique, practice), die das Tor weit öffnet für
biologisch_11___ Selektion, für eine Zeugung (__12__) Probe."

2. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD)


"Die Bef__1____ (voorstanders, défenseurs, supporters) der PID sagen, aufgr_2___
einer medizinischen Indikation könne eine Schwangerschaft straffrei abgebrochen
werden. (__3__) die entsprechenden Tests erst im Mutterleib vorzunehmen, plädieren sie
dafür, diese Tests bei genet__4___ belastet__4__ Eltern zuzulassen. Und ich denke,
dafür gibt es Gr__5__, die achtbar sind."

3. Andrea Fischer (Die Grünen)


"Bei der Präimplantationsdiagnostik stehen wir (__1__) der Frage, ob wir zulassen
wollen, dass menschliche Embryonen sich nur dann zu Menschen entwickeln sollen,
(_2____) sie nicht Träger einer bestimmten genetischen Krankheit sind. Wir verstehen
gut die Angst der Eltern (_3__) der Belastung für sie und das Kind, die von dieser
Erkrankung ausgeht. Trotzdem wollen wir dieses Verfahren nicht zulassen, (__4__) wir
nicht damit beginnen wollen, Kinder n_5___ ihren gesundheitlichen Eigenschaften
auszuwählen. Wir können etwas (_6__) tun, dass das Leben mit einem kranken oder
behinderten Kind nicht so schwer ist, wie es den Eltern heute h__7___ (=oft) gemacht
wird."

47
Biogenetik in Israel

Vokabular

• Wolfgang Clement
• das Reagenzglas
• die Herstellung
• die Wiederherstellung
• unvoreingenommen
• die Züchtung, züchten
• eigenständig
• der Vorbehalt (-e), Vorbehalte haben

Test Hörverstehen

1. Was tat Wolfgang Clement in Israel? Warum war das eine Provokation?
2. Kann das deutsche Embryonenschutzgesetz umgangen werden?
3. Warum ist Prof. Joseph Itskovitz-Eldor für Wolfgang Clement wichtig?
4. Wie steht es um das reproduktive Klonen in Israel?
5. Wie reagieren die Deutschen auf Israels Gesetzgebung bezüglich der Biogenetik?
6. Was hat Chaïm Weizmann zur Intelligenz gesagt?
7. Wird künstliche Befruchtung von den israelischen Krankenkassen finanziert?
8. Wie verhält sich die jüdische Religion zur Biogenetik?
9. Werden in Israel Embryonen zu Forschungszwecken gezüchtet?

48
ABMACHUNGEN UND REGLUNGEN

Reservationen, Tourismus

49
Leseverstehen & Sprechfertigkeit: In welches Hotel würden Sie diese Leute
unterbringen ?

Jennifer Lopez

Dominique de Villepin

Joanne Rowling

Sie sind damit beauftragt, für diese Persönlichkeiten ein angenehmes


Wochenende in Berlin zu veranstalten. Welches Hotel würden Sie
wählen? Bitte, begründen Sie so ausführlich wie möglich Ihre
Entscheidung.

50
Grand Hyatt Berlin

1.2.1. Das Hotel

Informationen

Design- und Architekturhotel am Potsdamer Platz. Das von dem Spanischen Architekten
José Rafael Moneo und dem Schweizer Designer Hannes Wettstein gestaltete Fünf-
Sterne-Superior-Hotel überzeugt mit klaren Linien, hochwertigen Materialien und
zeitgenössischer Kunst. 342 luxuriöse Gästezimmer und Suiten mit modernster
Kommunikationstechnik und großzügigen, extravaganten Badezimmern. In der obersten
Etage mit Blick über Berlin liegt der Club Olympus Spa & Fitness mit Aveda und Shiseido
Behandlungen und einem breiten Angebot an Massagen, einem großzügigen
Swimmingpool, einer Sonnenterrasse, modernen Fitnessgeräten, Sauna, Dampfbad,
Solarium und Whirlpool. mehr

Die Zimmer

Der Schweizer Designer Hannes Wettstein entwickelte ein innenarchitektonisches Leitbild,


das den Luxus für unsere Zeit neu definiert. Luxus zeigt sich in der Wertigkeit der
Materialien und absoluter Präzision der Ausführung. In den 326 Gästezimmern und 16
Suiten bestimmen klare Linien und klassische Naturmaterialien das Bild. In den überaus
großzügigen Badezimmern wurden Dusche und WC, einer großzügigen
Überlaufbadewanne, TV-Flatscreens und Kleiderschrank zu einem geräumigen Bereich
zusammengefasst. Das Bad ist sowohl vom Eingangs- als auch vom Wohnbereich durch
breite Schiebetüren aus Kirschbaumholz zugänglich. mehr

51
1.2.2. Essen & Trinken

Vox Restaurant & Vox Bar

In der größten offenen Show-Küche Berlins bereiten Josef Eder und seine Crew saisonale
Gerichte mit internationalem Einfluss zu. An der Sushi-Bar wird der berühmte Sushi-
Teller Vox serviert. Die schöne Terrasse ist im Sommer ein idealer Ort für den
Businesslunch oder ein ausgedehntes Frühstück am Sonntag. Montags bis Samstags ab
22 Uhr Live Jazz in der Vox Bar – mit mehr als 230 Whiskey Sorten ein Muss für
Liebhaber guter Drinks. mehr

Tizian

Im modernen Design-Ambiente des Tizian servieren wir mit unseren 'Grand Classics'
internationale Klassiker – von Entrecôte über den Garnelencocktail bis zu Wiener
Schnitzel reicht die Karte. Die Tizian Lounge im Erdgeschoss an der Lobby des Grand
Hyatt Berlin ist idealer Treffpunkt um das internationale Publikum der Lobby des Fünf-
Sterne-Plus-Hotels zu beobachten oder sich an der modernen Version der Feuerstelle zu
wärmen. mehr

1.2.3. Erholung & Service

Club Olympus Spa & Fitness

Day Spa in der obersten Etage des Grand Hyatt Berlin mit wunderbarem Blick über die
Stadt. Die Dachterrasse mit über 250 qm Rasenfläche lädt zum Sonnenbaden ein, den
Gästen stehen Swimmingpool, moderne Fitnessgeräte, Sauna, Dampfbad, Solarium und

52
Whirlpool zur Verfügung, außerdem kosmetische Behandlungen und ein breites Angebot
an Massagen mit Shiseido- und Aveda Produkten. Unsere Philosophie ist: Lebensenergie
und innere Ruhe durch Bewegung und Entspannung. mehr

Grand Club

Der Grand Club® ist Hyatt's "Hotel im Hotel". Diese Etage ist speziell für Gäste, die auf
Privatsphäre und individuelle Betreuung besonderen Wert legen. Hier stehen ein
kontinentales Frühstücksbuffet, Getränke und Snacks zur Verfügung. Außerdem werden
den ganzen Tag über Soft Drinks, Tee und Kaffee gereicht. mehr

Konferenzen und Veranstaltungen

Das Grand Hyatt Berlin am Potsdamer Platz ist der perfekte Ort zur Durchführung Ihrer
Veranstaltungen und Festlichkeiten. Wir liefern Ihnen die professionellen
Rahmenbedingungen für jeden Anlass - ob private Feiern, Jubiläen, Konferenzen,
Produktpräsentationen, Kick-offs, Seminare oder Galabanketts. mehr

Das Kunstkonzept

Die Kunst ist für Hannes Wettstein nicht bloße Dekoration, sondern individuell ins
Raumkonzept integriert. Die ausgewählten Bilder, Fotografien und Skulpturen spannen
dabei einen Bogen über das gesamte 20. Jahrhundert.
So hängen in jedem Gästezimmer jeweils sieben individuelle Fotografien aus dem
Bauhaus Archiv Berlin. Unter den insgesamt 60 verschiedenen Motiven befinden sich
Aufnahmen bekannter Bauhaus-Künstler wie Moholy-Nagy, Gropius oder Marianne
Brandt. Den Zentren der Kunstentwicklung in diesem Jahrhundert tragen die Plakate in
den Fluren und Business Suiten Rechnung. Die Kunstdrucke von Matisse, Picasso, Klee,
Kandinsky, Kippenberger, Förg, Polke oder Rainer, um nur einige zu nennen, schlagen
gleichzeitig die Brücke von der klassischen Moderne des Bauhauses zu den
zeitgenössischen Original-Kunstwerken in den Grand, den Grand Executive und den
Präsidenten Suiten.

53
Hotel Adlon-Kempinski

Kategorie/Lage
Ein Stück Berliner Hotelgeschichte und Berlins erste Adresse
- direkt am Brandenburger Tor.
Hier erfüllen sich höchste Ansprüche.
U-Bahn Station: Unter den Linden

Ausstattung
Mehrere Restaurants, unter anderem mit Gourmet-Restaurant "Lorenz Adlon" (frühzeitige
Reservierung erforderlich), Restaurant "Quarré" und Restaurant "Adlon Stube", Lobby
Bar, Salon, Einkaufspassage. Gegen Gebühr: öffentliche Garage (ca. € 25,- pro Tag).
Adlon Wellnessbereich (ca. 800 qm) mit Hallenbad, Fitnessraum, finnische Sauna,
Dampfbad und Whirlpool. Gegen Gebühr: Solarium, Massage, verschiedene Beauty- und
Kuranwendungen.
Adlon Day Spa Berlin (ca. 500 qm) - das luxuriöse Spa ist wohl einzigartig in Berlin:
sowohl architektonisch als auch in der Vielfalt und Exklusivität. Mit 17
Behandlungskabinen, davon 3 Luxussuiten mit Sauna, Whirlpool und Dampfdusche.

Zimmer und Suiten


Insgesamt 384 stilvoll eingerichtete Zimmer.
Executive: (ca. 35 qm) ausgestattet mit Bad, separater Dusche, Fön, Bademantel,
Telefon, Sat.-TV, Fax- und Modemanschluss, Minibar, Klimaanlage und Zimmersafe. Blick
zum Innenhof zur Seitenstraße.
Superior Deluxe: (ca. 42 qm) mit Blick auf den Boulevard "Unter den Linden" und die
Akademie der Künste.
Junior Suite "Unter den Linden": (ca. 60 qm) in der 2. - 6. Etage, mit Blick "Unter
den Linden".
Executive Suite: (ca. 62 qm) mit separatem Wohn- und Schlafbereich.
Pariser Platz Suite: (ca. 80 qm) zusätzlich mit separater Gästetoilette und Blick zum
Brandenburger.
EXTRA bei Buchung einer Executive oder Pariser Platz Suite: Limousinentransfer
vom und zum Flughafen inklusive.

Übernachtungs-Preise Alle Preise pro Person und Nacht in Euro (€), inkl. aller
Steuern
Saisonzeit bei Belegung mit Kinderpreis
Zimmer Mindest-
3 bis 11
Leistung vom bis 1 Pers. 2 Pers. 3 Pers. Jahre Aufenthalt

Executive, ÜF 25.07.06 31.08.06 244,- 154,- 137,- 20,- 1 Nacht


Superior
25.07.06 31.08.06 317,- 190,- 161,- 20,- 1 Nacht
Deluxe, ÜF
Junior Suite,
25.07.06 31.08.06 542,- 271,- 215,- 20,- 1 Nacht
ÜF
Executive
25.07.06 31.08.06 755,- 378,- 286,- 20,- 1 Nacht
Suite, ÜF
Pariser Platz
25.07.06 31.08.06 1.507,- 754,- 536,- 20,- 1 Nacht
Suite, ÜF

54
1.3. Hotel Palace Berlin

Das Hotel Palace Berlin ist eines der renommiertesten 5-Sterne-Hotels der Hauptstadt
und genießt hohe Reputation als Berlins privat geführtes Gourmet- und Tagungshotel.
Äußerst zentral im Zentrum der Metropole zwischen Gedächtnis-Kirche und
Kurfürstendamm gelegen und nur wenige Minuten vom Potsdamer Platz und
Brandenburger Tor entfernt, bietet das Luxushotel seinen Gästen herausragenden
Service mit einzigartiger Individualität und Flexibilität.

Das Hotel Palace Berlin verfügt über 282 Zimmer und Suiten, die allen Anforderungen
eines modernen Reisenden entsprechen.

Dem anspruchsvollen Gästekreis des Hauses stehen auf 2.400 m2 Fläche insgesamt 19
moderne Tagungsräume für bis zu 1.000 Personen zur Verfügung.

Im Gourmetrestaurant „first floor“ können die Gäste in diskreter Atmosphäre und


stilvollem Ambiente die leichte Aromenküche von Meisterkoch Matthias Buchholz
genießen. Das Restaurant ist unter anderem mit einem Michelin-Stern und 18 Gault
Millau-Punkten ausgezeichnet.
Das Team von GOURMET CATERING BY HOTEL PALACE BERLIN besitzt jahrelange
Erfahrung bei der Durchführung von Außer-Haus-Events jeglicher Art, von der
Familienfeier bis hin zur Firmenveranstaltung mit 1.500 Personen. Hierzu gehört auf
Wunsch die Erstellung eines umfassenden und ganzheitlichen Konzeptes inklusive
Entertainment und Dekoration.

Ganz auf Entspannung ist der „Palace-SPA“, ein 800 m2 großer Wellnessbereich im
mediterranen Stil, ausgerichtet.

Angebote
Sommer in Berlin 11.07.-30.08.06
ab 109 Euro inklusive Frühstück im Einzelzimmer
ab 116 Euro inklusive Frühstück im Doppelzimmer

"Hotel Palace Berlin exklusiv"

Eine Mercedes E Klasse steht am Flughafen bereit und chauffiert Sie direkt ins Zentrum
der Berliner Metropole. Sie wohnen zwei Nächte in einer unserer luxuriösen Suiten
inklusive des reichhaltigen Frühstücksbuffets. Wir begrüßen Sie mit einem VIP-Treatment
und einer gekühlten Flasche Champagner. Erkunden Sie Berlin auf einer exklusiven 3
stündigen Stadtrundfahrt in einer Mercedes E Klasse inklusive persönlichem Stadtführer.
Profi Shopping - ein Berliner VIP Shoppingberater steht Ihnen für 2 Stunden mit Rat und
Tat rund ums Einkaufen im KaDeWe zur Verfügung.

55
An einem Abend Ihrer Wahl halten wir für Sie exklusive Karten für einen Opern- oder
Theaterbesuch bereit. Unsere Mercedes E Klasse steht auch hier für Sie zur Abholung zu
Verfügung.
Wir schenken Ihnen Zeit und Wohlbefinden - unser Palace SPA bietet Ihnen auf 800 m²
Wellness und Entspannung. Lassen Sie sich zum Auftakt individuell sanft und entspannt
massieren. Anschließend ruhen Sie unter Ingwer-Wärmekissen, und erhalten eine Hand-
und Fußmassage. Außerdem stehen Ihnen Swimmingpool, Jacuzzi und Fitnessraum
kostenfrei zu Verfügung.
Erwarten Sie ein Mehr an Gastlichkeit und persönlichem Service, verbunden mit der
Individualität eines privat geführten 5-Sterne-Hotels.
Das Angebot hat Gültigkeit vom 09.02.2006 bis 30.12.2006.
Die Reisedauer beträgt 1-3 Tage
Übernachtungen: 2
Gültigkeit: Das Angebot hat Gültigkeit vom 09.02.2006 bis 30.12.2006

805,00 € pro Person und Arrangement

56
Leseverstehen / Sprechfertigkeit: Wann haben Kunden eines
Reisebüros Anspruch auf Rückzahlung?

Text:

Ein preismindernder Mangel liegt dann vor, wenn die in der


Prospektbeschreibung oder in der Reisebestätigung zugesagten
Leistungen von den am Urlaubsziel vorgefundenen Leistungen
abweichen, z.B. schlechtere Zimmerausstattung, geringeres
Freizeitangebot, größere Entfernung vom Strand oder niedrigere Hotelkategorie als
zugesagt.
Nicht anerkannter Mangel:
Mängel am Zielort werden nicht als preismindernd anerkannt, wenn Sie ortsüblich sind
oder wenn der Reiseveranstalter keinen Einfluss auf sie nehmen kann, z. B. Streik der
Fluglotsen oder schlechte Witterungsbedingungen ( schneearmer Winter.).

Fragen (Diskussion)

Für welche Mängel kann Ihrer Ansicht nach eine Preisminderung


(Rückzahlungsforderung) geltend gemacht werden, für welche nicht?
Anspruch auf Preisminderung besteht, wenn...

1. die Betten quietschen; (ja/nein)


2. die Tischdecken im Hotel nicht sauber sind; (ja/nein)
3. das Hotel vom Niveau her nicht der Kategorie entspricht, die vom
Reiseveranstalter angegeben wurde; (ja/nein)
4. ein Reiterhof im Urlaubsort geschlossen ist, obwohl damit im Prospekt mit einem
„Reiterhof am Ort“ geworben wurde; (ja/nein)
5. trotz des Hinweises auf die ruhige Lage des Hotels in der Nachbarschaft an einem
Samstag eine Tanzveranstaltung durchgeführt wird; (ja/nein)
6. sich der Flug zum Urlaubsort um 6 Stunden verspätet hat; (ja/nein)
7. die Handtücher im Hotel nur alle drei Tage gewechselt werden; (ja/nein)
8. sich das Hotel entgegen der Prospektbeschreibung nicht in unmittelbarer Nähe
des Meeres befindet; (ja/nein)
9. die Glocken der nahe am Hotel liegenden Kirche auch nachts jede Viertelstunde
geräuschvoll läuten; (ja/nein)
10. die angebotenen Freizeitangebote am Urlaubsort nicht vorhanden sind (ja/nein).

Quelle: © IIK Düsseldorf/Udo Tellmann (www.iik-duesseldorf.de)

57
Hörverstehen: Anders reisen

Quelle: Quelle: Braun, A., Dinsel S. & Ende K., UNTERWEGS – zur Vorbereitung auf die
Zentrale Mittelstufenprüfung. 2000: Berlin et al.: Langenscheidt

1. Was hat sich in Goa wegen des Massentourismus geändert?

A) Die Zahl der armen Leute stieg um eine weitere Million.


B) Den Menschen in Goa geht es jetzt im Allgemeinen besser.
C) Der Tourismus hat den Goanesen vor allem Nachteile gebracht.

2. Wie weit ist man in Österreich mit der Diskussion neuer Tourismuskonzepte?

A) Seit ein bis zwei Jahren laufen die Gespräche darüber.


B) Man ist noch nicht ganz so weit wie in Deutschland, aber die Diskussion hat
begonnen.
C) Dank der Mitarbeit von 59 Veranstaltern ist die Diskussion weit fortgeschritten.

3. Was bedeutet „Sanfter Tourismus"?

A) Ökologisch bewusste Touristen reisen in heimatnahe Regionen.


B) Man reist in Hotels mit ökologischem Bewusstsein.
C) Die Einheimischen entscheiden über die weitere Entwicklung des Tourismus in der
Region.

4. Was passiert mit den Gewinnen im „Sanften Tourismus"?

A) Der Gewinn landet auf der Bank.


B) Der Gewinn wird in der Region wieder verwendet.
C) Der Gewinn wird anteilig an alle ausbezahlt.

45. Welche neuen Leitlinien gelten für die Einheimischen?

A) Sie erhalten für ihre Leistungen angemessene Gehälter.


B) Sie dürfen mitreden, aber noch nicht mitentscheiden.
C) Je mehr Engagement sie einbringen, desto mehr Gehalt bekommen sie.

46. Welche Reisen bietet „Eine andere Reise" an?

A) Touren zu entfernten, einsamen Orten.


B) Reisen, um vor Ort den Alltag der Menschen zu erleben.
C) Reisen, um „tote Steine" zu suchen.

47. Was machen Kunden von „Anders Reisen" nach dem Urlaub?

A) pflegen die entsprechenden Freundschaften.


B) Sie schicken Bilder an die Einheimischen.
C) Sie lassen sich am Urlaubsort nieder.

48. Was hat „Anders Reisen" noch im Angebot?

A) Radreisen und Wanderreisen.


B) Schiffsreisen.
C) Städtereisen.

49. Warum hat das Lesachtal in Österreich Vorbildfunktion in Sachen Tourismus?


58
A) In der Landwirtschaft werden sanfte Bebauungsmethoden gewählt.
B) Die Zahl der Gästebetten übersteigt nicht die Zahl der Einwohner im Tal.
C) Nur ein einziger Skilift geht bis ins Tal.

50. Was könnte sich in Zukunft auf dem Reisemarkt abzeichnen?

A) Der Massentourismus nimmt zu.


B) Reisen abseits des Massentourismus finden mehr Anhänger.
C) Exotische Reiseziele werden immer begehrter.

59
Schreibfertigkeit (Diktate): Einladungen

Sehr geehrter Herr Kinski,


es wäre mir eine große Freude, Sie am kommenden Mittwoch zu meinen Gästen zählen
zu dürfen.
Wir bereiten zur Feier unseres Geschäftsjubiläums ein Gartenfest vor, das gegen vier Uhr
nachmittags beginnen wird.
Wir bitten um Antwort.
Herzliche Grüße
Bruno Steinschneider

Liebe Frau Schneider, lieber Herr Schneider,


wir feiern am Sonnabend, dem 12. April, in kleinem Kreise unsere Silberhochzeit.
Dürfen wir auch Sie dazu einladen?
Wir erwarten unsere Gäste um fünf Uhr nachmittags.
Herzliche Grüße
Ihre Veronika Schäfer

60
Hörverstehen: Eine Urlaubsreise wird geplant

Hörtext: Inter Nationes


Didaktische Ausarbeitung: Ralph Bisschops

Bitte, kreuzen Sie die zutreffenden Sätze an.

 Die Freunde trinken Wein.


 Die Gesellschaft ist komplett.
 Tourist-Reisen veranstaltet eine Kreuzfahrt ins Schwarze Meer.
 Tourist-Reisen ist eine bekannte Firma.
 Manche Reisegesellschaften haben alte Schiffe.
 Die Gruppe verfügt über Reiseprospekte.
 Sie können nicht länger als vier Wochen in den Urlaub fahren.
 Die Frau hat schon mal eine Schiffsreise gemacht.
 Die Frau findet, dass man auf Schiffsreisen zuviel isst.
 Die Frau ist nicht gerade schlank.
 Die Frau findet, dass man sich auf Schiffsreisen langweilt.
 Einer der Freunde zieht eine Frachter-Reise in Erwägung, weil das billiger als
eine Kreuzfahrt ist.
 Die Gruppe ist auch bereit, auf einem alten Schiff eine Kreuzfahrt zu machen.
 Es ist von einem gewissen „Michael“ die Rede, der mit einem Wohnwagen in
den Urlaub gezogen ist.
 Jemand unter den Anwesenden besitzt einen Wohnwagen.
 Schließlich geht die Reise sehr wahrscheinlich nach Skandinavien. Die Freunde
möchten mit Wohnwagen und Zelt durch Skandinavien ziehen.
 Eine Frau namens Petra möchte auch gerne nach Schweden. Das soll sie
neulich gesagt haben.
 Die Skandinavien-Reise kann allerdings auch teuer werden.
 Einer der Männer wird am darauffolgenden Tag Michael anrufen und ihn
fragen, ob er seinen Wohnwagen zur Verfügung stellen könne.
 Die Diskussion wird mit einem Glas Wein abgeschlossen.

61
KONTEXT: ÖFFENTLICHE UND PRIVATE VERKEHRSMITTEL

62
Die Preisreform der Deutschen Bahn

Martin Gerner im Gespräch mit Hans Koch, Vorstand Personen und Verkehr bei der
Deutschen Bahn AG
Deutschlandradio (9. Oktober 2002)

1. Vokabular

• der Rabatt
• die Einbuße: Der Beitrag soll die finanzielle Einbuße (Reisekosten, Unterkunft)
ausgleichen. Umweltbelastung führt zu einer Einbuße an Lebensqualität.
• einbüßen an (+D): Die Bundeswehr büßt an Ansehen ein.
• an Boden verlieren: Frankreichs Rechte verliert an Boden.
• der Fernverkehr, der Nahverkehr
• begünstigen: Klimawandel begünstigt Krankheitserreger von Tier und Mensch.
• die Strecke (-n)

2. Test Hörverstehen: Bitte, entscheiden Sie, welche Sätze zutreffen und begründen
Sie Ihre Antwort.

1. Die Deutsche Bahn wird in Zukunft weniger Geld einnehmen.

2. Die neue Preisregelung ist familienfreundlich.

3. Wer frühzeitig reserviert, zahlt in Zukunft weniger.

4. Alle Kinder bis 14 werden gratis fahren.

5. Senioren bekommen einen Rabatt.

6. Spontan reisen wird in Zukunft ausnahmslos kostspieliger werden.

63
3. Transkription

Gerner: Herr Koch, alles wird teurer, nur die Bahn wird billiger. Ist es tatsächlich so
einfach?

Koch: Nein, so einfach ist es natürlich nicht, aber die Preisreform der Bahn zielt natürlich
darauf ab, mehr Menschen in die Züge zu bringen, und mehr Menschen in die Züge
bekomme ich nur dann, wenn ich insgesamt billiger werde. Das ist eine alte Weisheit. Die
Erhöhung der Preise führt dazu, dass wir Nachfrage verlieren und keine gewinnen.

Gerner: Nun gibt es ja Kritiker, die das neue Preissystem an einigen Stellen kritisieren.
Wo sind denn die Vorteile? Wer hat es aus Ihrer Sicht demnächst besser?

Koch: Ich glaube, jeder, der dieses neue Preissystem für sich nutzt und sich aktiv darauf
einstellt, wird künftig günstiger Bahn fahren können. Die großen Gewinner sind natürlich
die, die häufiger zu zweit reisen, die sich vorher festlegen können. Das gilt insbesondere
für Familien. Familien sind aber auch noch auf einer anderen Art und Weise begünstigt.
Künftig werden in den Fernverkehrszügen der Deutschen Bahn Kinder bis einschließlich
14 Jahre frei fahren, wenn sie von ihren Eltern oder Großeltern begleitet werden.
Gewinner können auch die Senioren sein. Die Senioren legen sich auch relativ häufig vor
Fahrtantritt auf ihre Reise fest, und sie reisen häufiger zu zweit oder gar zu dritt. Dann
können sie sowohl den Plan- und Sparpreis wie auch den Mitfahrerrabatt in Anspruch
nehmen.

Gerner: Wer früh bucht, fährt billiger. Wer spontan fährt, zahlt in Zukunft drauf. Ist das
nicht mehr spontan sein können nicht eine Einbuße an persönlicher Freiheit?

Koch: Sie können weiterhin mit der Bahn spontan reisen, und es wird auch nicht
grundsätzlich teurer. Wir haben gemerkt, dass wir insbesondere auf langen Strecken
gegenüber unseren Konkurrenten, dem Auto und dem Flugzeug, an Boden verloren
haben. Deswegen werden wir künftig lange Reisen mit der Bahn günstiger anbieten, als
wir das heute tun. Wir werden auf langen Strecken Rabatte gegenüber heute schon allein
im Normalpreis haben, die bis zu 25 Prozent reichen.

64
« Wer bremst, verliert » (1)
Didaktische Ausarbeitung: Stefanie Thomas

Die beste Rennfahrer-Nahrung sind diese Würstchen, wo der Senf schon drin ist. Die
geben Power ohne Ende: Und Power ohne Ende werde ich brauchen, um den Kollegen
Lars Jensen, 28, bei unserem Rennen quer durch Deutschland nass zu machen.
Der Motor schnurrt kaum hörbar, der CD-Wechsler im Kofferraum ist frisch bestückt und
bei zartester Berührung des Gaspedals macht der Wagen einen Satz, der mich machtvoll
in den Ledersitz presst. Jensen ist bereits hundert Meter zurückgefallen – es scheint ein
Start-Ziel-Sieg zu werden. Vielleicht fahre ich nicht nur bis Hamburg, sondern weiter und
weiter, bis ans Ende des Regenbogens.
Wie meist im Leben wird auch bei diesem Rennen Freiheit nur vorübergehend gewährt.
Kurz vor München nimmt der Verkehr merklich zu, verdichtet sich schließlich zum ersten
Stau des Tages.
Ich halte mich strikt an die Anweisungen des Bordcomputers, dessen 120-seitige
Gebrauchsanweisung ich vor dem Start akribisch durchgearbeitet habe. Das nützt mir
jetzt allerdings gar nichts, denn gegen den Münchner Verkehr und speziell den Mittleren
Ring kann kein Navigationssystem der Welt etwas ausrichten. In aufreibenden
Positionskämpfen schiebe ich mich zehn Meter nach vorn; darauf folgende Spurwechsel
bewirken allerdings nur, dass jede Spur, in die ich einschwenke, umgehend zum Stehen
kommt…
Vor mir fahren vier Laster hintereinander auf der Überholspur: Vier Laster! Auf der
Überholspur! Wo bleibt da die Freude am Fahren? Quälend langsam schieben sich die
Lkws voran. Der hinterste transportiert Joghurt der Marke Danone. „Die tägliche Dosis
Wohlbefinden“ steht auf der Außenwand. Ja, die könnte ich jetzt auch gebrauchen. Die
Ausfahrt aus München auf der A 9 war eine Qual, und auch hier, kurz vor Nürnberg, ist
der Verkehr noch so zähflüssig wie eine Grundsatzrede des Bundespräsidenten. Ein
weiteres Problem: Vom ständigen Wechsel zwischen Bremse und Gaspedal kriege ich
einen Krampf in der rechten Wade…
Seit einigen Kilometern fährt ein blauer Dreier-BMW mit Sportauspuff vor mir. Am Steuer
sitzt ein Tattergreis, der wohl schon Meldefahrer in Stalingrad war, so furchtlos lenkt er
seinen Schlitten durch den Verkehrsstrom. Und als die Autobahn an einer Baustelle
einspurig wird, macht er nicht den beliebten Fehler, bereits 600 Meter vorher
einzuscheren, sondern fährt bis auf wenige Meter ans Hindernis heran. Gern würde ich
diesen Topgreis zu seinem Fahrstil beglückwünschen, aber leider hat noch niemand ein
Gerät ausgetüftelt, mit dem von Auto zu Auto kommuniziert werden könnte. Dabei wäre
so ein Apparat bestimmt der totale Verkaufsschlager. Kaum ein Kilometer vergeht
schließlich, ohne dass man irgendeinem Verkehrsteilnehmer mal gehörig Bescheid sagen
möchte. Jetzt zum Beispiel: Wie gern würde ich den Fahrer vor mir fragen, ob sein Fiat
Punto eigentlich nur zehn PS hat. Stattdessen schreie ich diese Worte den
Ebenholzarmaturen meines BMW entgegen. Und das ist – ehrlich gesagt – auch eine
Genugtuung.
„Achtung, in einem Kilometer … Stau“, informiert mich die Stimme des
Navigationssystems. Nun, das ist nicht ganz richtig: ich stehe bereits im Stau. Er begann
lange vor der Ankündigung der Computerstimme, mit Bremsen, Warnblinker und dem
dumpfen Gefühl des Ausgeliefertseins, wie es einen Ganoven beschleichen muss, der auf
der Flucht vor der Polizei in eine Sackgasse rennt. Gottergeben füge ich mich in mein
Schicksal…
Zwischen Hamburg und Hannover löst sich das Versprechen der deutschen Autobahnen
endlich ein – hier herrscht wahrlich freie Fahrt für freie Bürger. Ich rase an Fallingbostel
vorbei und die Glückshormone durch meinen Körper. Am Horster Dreieck fahre ich
geradeaus nach Hamburg-Zentrum und dann Richtung Reeperbahn…

(Bericht: Johnny Waechter)


Quelle: SZ-Magazin Nr. 26 (29.06.2001), S.4-10
(Text wurde leicht verändert und gekürzt)
65
« Wer bremst, verliert » (2)

Ich habe mich mit dem Kollegen Johnny Waechter, 31, kurz vor Garmisch-Patenkirchen
an einer Shell-Tankstelle verabredet. Wir wollen klären, wer von uns beiden schneller die
900 Kilometer nach Hamburg zurücklegen kann, zur Esso-Tankstelle auf der Reeperbahn.
Zu diesem Zweck haben wir zwei BMW 740d gemietet, so ein BMW fährt 242 km/h und
ist für ein Wettrennen auf deutschen Autobahnen besser geeignet als jeder Ferrari oder
Porsche: Man muss so gut wie nie tanken. Die letzten Handgriffe vor dem Start:
Gatorade und Schokoriegel auf den Beifahrersitz werden, das Navigationssystem
programmieren, CD einlegen. Der Bordcomputer zeigt an, dass der Wagen gerade
deutlich über 25 Liter verbraucht. Eine Tatsache, die mir gute Laune macht.
Der Stau beginnt zwei Kilometer vor München. Jetzt spiele ich meine Routine aus. Die
sexy Frauenstimme des Navigators unterbricht die Musik und befiehlt, mich links
einzuordnen. Nun gewinne ich die entscheidenden Minuten: Der Trick: rechts auf der
Abbiegerspur mitschwimmen und im letzten Moment links auf den Mittleren Ring
abbiegen. Wie viel Vorsprung ich raushole, weiß ich nicht. Aber ab sofort fühle ich mich
bestens, obwohl es Freitagnachmittag ist und ich mich mit den anderen Autos durch die
wohl kritischste Stelle des deutschen Straßennetzes quäle: Der äußere Autobahnring um
München ist nicht geschlossen, wer von Garmisch nach Norden will, muss auf dem
Mittleren Ring durch die Stadt. Das dauert eine gute Stunde, obwohl ich rechts und links
und auf der Gegenfahrbahn überhole. Kann jetzt bitte mal dieser Ring sechsspurig
ausgebaut werden?
Drei Stunden später stehe ich kurz vor Nürnberg und beobachte die Menschen in den
Autos neben mir. Ich habe Zeit dazu, denn bislang bin ich nie schneller als 60 gefahren,
da kann man sich ja mal umschauen. Rechts stehen die Lastwagen und die Camper, 80
Prozent der übrigen Fahrer sind süddeutsche Geschäftsleute.
Die Probleme beginnen hinter Würzburg: Der Verkehrsbericht lässt mich wissen: „Auf der
A 7 Würzburg Richtung Kassel zehn Kilometer Stau zwischen Schweinfurt-Werneck und
Gramschatzer Wald und 14 Kilometer zwischen Bad Brückenau und Bad Kissingen.“ Dazu
heftiger Regen – der BMW schaltet den Wischer von selbst ein! Jetzt werde ich
aggressiver, denn das Stehen geht mir auf die Nerven. Zwischendurch ein Blick auf die
Landschaft: mittelmäßiges, frisch gedüngtes, perfekt organisiertes Eigenheim-mit-
Carport-Deutschland. Man möchte am liebsten im jedem Haus nachsehen, wie es
eingerichtet ist…
Immer wieder erstaunlich ist es, wenn man am Ende eines Staus ankommt und sieht,
was die Ursache war. Bei Bad Brückenau haben sich die Bauarbeiter entschieden, zwei
Spuren zu sperren, um ein Warnschild aufzustellen. Eine Baustelle ist nicht zu
entdecken…
Der Bordcomputer zeigt jetzt 18.57 Uhr, restliche Distanz 433 Kilometer, Reichweite 510
Kilometer und zum ersten Mal seit dem Voralpenland kann ich auf 240 km/h
beschleunigen. Die einzigen Fahrer auf der Strecke, die fair die Spur räumen, wenn man
mit Höchstgeschwindigkeit auf sie auffährt, sind natürlich andere BMW. Da sitzen meist
erfahrene Tempopiloten am Lenker, die wissen, wie sehr es nervt, von 240 auf 210
abbremsen zu müssen. Fiat, Ford, VW und ganz besonders die Japaner muss ich deutlich
auffordern auszuweichen. Bei welchem Typ Auto macht das Überholen am meisten Spaß?
Beim neuen Opel Vectra! Häufig als Mietwagen genutzt, 200 km/h schnell, glauben die
Fahrer, mit diesem Anfängertempo Anspruch auf die linke Spur zu haben. Da ist es eine
besondere Freude, ihnen die Grenzen aufzuzeigen…
Die Kasseler Berge sind die letzte echte Prüfung, denn auf diesem Teil der A 7 darf man
nur 120 fahren und hier wird gern geblitzt. Also stelle ich den Tempomat auf 144, mit
höchstens
20 km/h zu viel erspare ich mir hohes Bußgeld und Punkte und 4 km/h werden aus
Kulanz immer abgezogen. Um 19.54 passiere ich Kassel und jetzt läuft es endlich so, wie
ich es liebe: Das Land wird flach, der Verkehr ruhiger und die Autobahn breit. Wird es
mir gelingen, einen neuen Rekord für die Strecke Kassel-Hamburg aufzustellen? Es sind
310 Kilometer, 90 Minuten wären eine gute Zeit. Der Treibstoff müsste reichen, wenn der
66
Bordcomputer richtig gerechnet hat. Ich trete das Pedal jetzt bis zum Anschlag durch, die
Tachonadel dreht sich nach rechts unten aus dem zählbaren Bereich heraus. Es wirkt, als
ob die anderen Verkehrsteilnehmer auf der Autobahn parkten….
Langsam wird es dunkel und romantisch, ich fahre auf einen purpurnen Sonnenuntergang
zu und genieße jeden Meter…
(Bericht Lars Jensen)

Quelle: SZ-Magazin Nr. 26 (29.06.2001), S.4-10


(Text wurde leicht verändert und gekürzt)
Fragen zu „Wer bremst, verliert“
von Stefanie Thomas

1. Fragen zu den Texten von J. Waechter und L. Jensen:

1. Was beeinträchtigt das Wohlbefinden der Fahrer? Worüber ärgern sie sich?
2. Wie verhalten sie sich Ihrer Meinung nach?
3. Was für Gefühle zeigen sie? (explizit und indirekt)

2. Vergleichen Sie Ihre Ergebnisse mit jemandem, der den Bericht des anderen Fahrers
gelesen hat und diskutieren Sie über folgende Fragen mit ihm/ihr:

1. Können Sie die Gefühle der beiden „Rennfahrer“ teilen? Welche? Warum?
2. Was halten Sie von einer generellen Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen
wie in Belgien?
3. Fahren Sie gerne Auto?
4. Wie schnell fahren Sie im Schnitt auf der Autobahn?
5. Hatten Sie schon einmal einen Autounfall auf der Autobahn?

67
Wortschatzübung

1. jemanden nass machen A. eine Geschwindigkeitsregelanlage, die


das vom Fahrer gewählte Tempo speichert
und hält. Sie entlastet den Fahrer
besonders beim Einhalten von
Geschwindigkeitsbe- grenzungen
2.die Gegenfahrbahn B. mit seinem Wagen gefährlich dicht an
den Vordermann heranfahren
3. das Pedal bis zum Anschlag durchtreten C. Spur auf die man wechselt, wenn man
an einer Kreuzung abbiegen möchte
4. der Tempomat D. jemanden besiegen
5. jemanden blitzen E. Vollgas geben
6. auffahren F. die Fahrbahn links von der eigenen
Fahrbahn, auf der die Autos „entgegen“
kommen.
7. die Tachonadel G. jemanden mittels eines Messgerätes bei
überhöhter Geschwindigkeit ertappen
8. die Abbiegerspur H. die linke Spur auf der Autobahn
9. die Kulanz I. jemandem seine Meinung sagen,
jemanden kritisieren
10. die Überholspur J. Großzügigkeit, Entgegenkommen
11. zähflüssiger Verkehr K. die Anzeige- und Instrumententafel, die
hinter das Lenkrad ins Auto eingebaut ist.
Die Verschalung kann aus hochwertigem
Holz sein
12. jemandem gehörig Bescheid sagen L. zeigt die Stundenkilometer an
13. die Ebenholzarmatur M. etwas verschafft jemandem eine innere
Befriedigung
14. gottergeben N. die Fahrzeuge kommen nur langsam
voran aufgrund einer hohen Verkehrsdichte
15. etwas ist eine Genugtuung O. sich in sein Schicksal fügend

68
Piraterie - die Rückkehr der Totenkopf-Flagge

(Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS)

Immer häufiger kommt es in den internationalen Gewässern zu Überfällen von


Piraten, bei denen Menschen verletzt und getötet werden.

Amilie Berger macht einen Segeltörn in der Karibik. Die Sonne scheint, das Meer ist glatt
und ohne Tücken. Ein wunderschöner Tag für Hobbykapitäne. Plötzlich kommt ein
Schnellboot näher. Die Urlauber glauben zunächst, dass es sich um die Küstenwache
handelt.

Diese Annahme erweist sich allerdings als Irrtum: Es sind Piraten, die sich anschicken,
die Yacht zu kapern. Sie legen am Heck an und springen maskiert und schwer bewaffnet
an Bord. Das Schiff - immerhin mehr als fünfhunderttausend Euro wert - wird von den
Piraten in Schlepptau genommen; die Bergers werden in einem Schlauchboot ausgesetzt.
Einer der Piraten schießt im Wegfahren noch auf das Boot. Zischend entweicht die Luft
aus einer der Kammern. Erst Stunden später wird die erschöpfte Familie von einem
vorbeikommenden Tanker an Bord genommen.

Unglaublich, aber wahr: Es gibt sie wieder, die Piraten. Sie kapern Frachtschiffe und
Freizeit-Yachten, sie entführen Mannschaften und Kapitäne. Mehr als 200 Piratenüberfälle
und fast 500 Gewalttaten wurden im "Piracy Reporting Center" in der malaysischen
Hauptstadt Kuala Lumpur zuletzt gemeldet; 1993 sind dort bloß neun Attacken registriert
worden. Allein in Asien sind im vorigen Jahr 51 Besatzungsmitglieder bei solchen
Überfällen getötet worden - mehr als je zuvor in der neuzeitlichen Geschichte der
Piraterie.

Die jährlichen Schäden durch Piratenüberfälle in den internationalen Gewässern belaufen


sich mittlerweile auf mehr als eine 70 Millionen €. Vor allem im pazifischen Raum Südost-
Asiens und vor den Küsten Westafrikas, aber auch in den karibischen Gewässern und in
Lateinamerika sind in den letzten Jahren vermehrt schnelle Piratenschiffe mit modernster
Technik und ohne Kennzeichnungen unterwegs, deren rücksichtslose Mannschaften es
auf Fracht und Wertgegenstände der Skipper (Kapitäne) und ihrer Besatzung abgesehen
haben.

Manchmal begnügen sich diese Freibeuter mit Schmuck und Bargeld, zumeist hat man es
aber auf die modernen Schiffe oder auf die Fracht abgesehen. Die ausgeraubten
Schiffsreisenden werden nackt in ihren Rettungsbooten ausgesetzt und ihrem Schicksal
überlassen, während sich die Piraten mit der Beute auf und davonmachen. Meistens
arbeiten die Freibeuter mit korrupten Beamten beim Zoll oder mit kriminellen Reedern
zusammen, die mit gefälschten Papieren die gekaperten Schiffe oder das Diebsgut zur
legalen Ware erklären.

"Das Hauptaktionsgebiet der modernen Piraten liegt zwischen Bali und Borneo", berichtet
die Schweizer Weltwoche. Immer öfter schlagen sie aber auch andernorts zu: Auf den
Philippinen, vor der Küste Westafrikas oder in den Häfen von Brasilien. Selbst in Europa
treiben die Freibeuter wieder ihr Unwesen. 1998 wurden insgesamt elf Fälle von Piraterie
im Schwarzen Meer und im Mittelmeer gemeldet, fünf davon vor der Küste Albaniens.
Nicht nur Marine und Militär machen Jagd auf diese Piraten. Wer auf hoher See von
Piraten bedroht wird, kann sich auch an die im schweizerischen Zug ansässige "Marine
Risk Management Group" wenden. Diese Firma schickt umgehend eine schlagkräftige
Truppe von bewaffneten Söldnern los, die innerhalb von 24 Stunden überall auf der Welt
eintreffen und sofort ihr Anti-Piraterie-Programm entfalten.

69
Test Leseverstehen zu Piraterie
1. Die Familie Berger wurde von der Küstenwacht kontrolliert.
2. Ihr Schiff wurde leergeraubt.
3. Das Schiff der Bergers ist vermutlich mehr als fünfhunderttausend Euro wert.
4. Die Familie Berger wurde ins Wasser geworfen.
5. Die Piraten haben auf die Familie Berger geschossen.
6. Die Familie Berger wäre fast ertrunken.
7. Die Familie Berger wurde von einem Tanker gerettet.
8. Piraterie gibt es vor allem im Pazifik.
9. Die modernen Piraten sind primitiv ausgerüstet.
10. Die Besatzungsmitglieder werden von den Piraten meistens erschossen.
11. Die gestohlenen Schiffe werden auseinandermontiert.
12. Die Piraten interessieren sich auch für die Ladung der Frachtschiffe.
13. Die Piraten arbeiten mit korrupten Zollbeamten zusammen;
14. Auch im Mittelmeer gibt es Piraterie.
15. Es gibt eine Privatfirma, die Piraten bekämpft.

70
Leseverstehen: Flughafenerweiterung
von Maria Papasozomenou

Dieses Arbeitsblatt beinhaltet eine Fallstudie zum Thema Flughafen(ausbau).


Die Bearbeitung des zur Verfügung stehenden Materials soll Rückschlüsse auf
die Logik eines Flughafenausbaus zulassen und uns eine eigene
Meinungsbildung ermöglichen.

Im Folgenden lesen Sie eine Pressemitteilung des Landkreises Gross-Gerau vom 12.
März 2001. Dieser Text wird Sie in die Problematik unserer Fallstudie einführen und Sie
auch über die Rahmengegebenheiten informieren.

Gemeinsam gegen Flughafenausbau Kreis Groß-Gerau

Ein alles in allem überaus zufriedenstellendes Bild von der wirtschaftlichen Lage im Kreis
Groß-Gerau zeichnete Landrat Enno Siehr dieser Tage im Rahmen des DGB-
Landkreisforums. Vor den aktiven Gewerkschaftern verwies Siehr auf die positive
Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, die dem Bezirk Groß-Gerau mit einer
Arbeitslosenquote von 5,2 Prozent und einer hohen Zahl an offenen Stellen derzeit eine
Situation beschere, "die wir schon lange nicht mehr gehabt haben und von der andere
nur träumen können". Besonders erfreulich sei dabei der Umstand, dass sich die Lage für
ältere Arbeitslose verbessert habe. Ihre Zahl gehe erstmals seit langem wieder zurück,
und mancher Arbeitnehmer, der sich schon an den Rand gedrängt gesehen habe, könne
wieder auf einen Arbeitsplatz im ersten Arbeitsmarkt hoffen. Die Gründe für diese
erfreuliche Entwicklung sieht Siehr zum einen in den guten infrastrukturellen
Voraussetzungen der Region sowie in den bundespolitischen Rahmenbedingungen
angesiedelt - daneben habe allerdings auch die Politik vor Ort das ihre dazu beigetragen,
dem Kreis Groß-Gerau bessere Ergebnisse als anderenorts zu bescheren. Als konkrete
Beispiele nannte er dabei die jüngst um weitere 10 auf jetzt 40 Millionen Mark jährlich
aufgestockten Ausgaben für die Sanierung und Modernisierung der kreiseigenen Schulen.
"Damit verbessern wir nicht nur die Lern- und Arbeitsbedingungen unserer Kinder,
sondern schieben auch die Wirtschaft in der Region zusätzlich an. "Daneben zeigten sich
nach Siehrs Worten auch die Bemühungen des Kreises um die Wiedereingliederung von
Sozialempfängern in den ersten Arbeitsmarkt im Rahmen des Projektes "Hilfe zur Arbeit"
ihre Früchte. Seit 1998 hätten kreisweit knapp 600 Menschen wieder in normale
Arbeitsverhältnisse vermittelt werden können, dazu kämen weitere 650, die im Rahmen
von geförderten Beschäftigungsmaßnahmen zumindest einen ersten Schritt in diese
Richtung getan haben. Der Landrat hat hier - neben der Situation der Betroffenen - auch
die Auswirkungen auf den Kreishaushalt im Blick: "Jede Mark, die wir heute ausgeben,
um Sozialhilfeempfängern den Weg zurück in das Erwerbsleben zu erleichtern, hilft
erstens den Menschen und entlastet zweitens in Form von gesparten Sozialhilfekosten
langfristig den Kreisetat," so Siehr. Er kündigte an, die Maßnahmen weiterzuführen und
betonte dabei zugleich die Notwendig einer engeren Zusammenarbeit zwischen Sozial-
und Arbeitsverwaltung. Im zweiten Teil seines Referates beschäftigte sich der Landrat
dann mit dem Thema Flughafen. Er begrüßte es nachdrücklich, dass sich auch der DGB-
Kreis Starkenburg gegen den Bau einer weiteren Rollbahn ausgesprochen hat und
brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass, wenn die Region weiterhin an einem Strang
zieht, es durchaus gelingen könne, das Projekt zu verhindern. Dabei widersprach er auch
der Behauptung, nur durch eine weitere Bahn werde die Wirtschaftskraft der Region
gesichert. Siehr wörtlich: "Das Gegenteil ist richtig. Der beste Standortfaktor der Region
ist bereits heute die hohe Lebensqualität derer, die hier leben und arbeiten. Mit einem
weiteren Ausbau zerstört wir nicht nur die Lebensbedingungen der Bevölkerung, sondern
gefährden zugleich unseren Wirtschaftsstandort. Fluglärm macht nicht nur die Menschen
krank, sondern schreckt immer mehr Unternehmen ab, in der Region zu investieren. In
diesem Zusammenhang mahnte er einmal mehr die fehlende Gesamtbelastungsstudie an
71
und forderte die FAG auf, endlich die Alternativen zum Ausbau zu untersuchen. Als
Stichworte dazu nannte der Landrat eine bessere und intelligentere Kooperation der
Flughäfen innerhalb und außerhalb der Region, die Verlagerung des Charterflugverkehrs,
und er bezeichnete es als skandalös, wie der hessische Ministerpräsident die Region in
dieser Frage an der Nase herumführe. Im Anschluss an das Referat folgte eine rege
Aussprache, in deren Verlauf die Positionen des Landrats von allen Rednern bekräftigt
wurde. DGB-Sekretär Martin Schwarz dankte dem Landrat für seine Ausführungen und
bezeichnete das DGB-Landkreisforum als gute Gelegenheit, den Dialog zwischen
Gewerkschaft und Kreispolitik zu führen. "Die guten Ergebnisse, die das Forum in der
Vergangenheit gezeitigt hat, bestärken uns in der Absicht, es auch im nächsten Jahr
fortzusetzen."

Aufgabe 1
Stehen folgende Sachverhalte im Text?

Ja Nein
1. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist positiv.
2. Die Wirtschaft der Region verzeichnet ein Wirtschaftswachstum.
3. Es gibt ein Projekt des Kreises, das Arbeitslosen hilft, wieder eine Arbeit zu
finden.
4. Der Landrat ist für einen Ausbau des Flughafens.
5. Der Flughafenausbau wird sich positiv auf die Wirtschaft auswirken.
6. Der Flughafenausbau verbessert die Lebensqualität der Bewohner.
7. Der Landrat ist der Meinung, dass Alternativen zum Flughafenausbau
untersucht werden sollten.
8. Der Landrat behauptet, dass der hessische Ministerpräsident sich sehr
für die Region interessiert.
9. Das Landkreisforum hat keine Früchte getragen.
10. Das Landkreisforum wird es wieder geben.

Aufgabe 2
Ordnen Sie die folgenden Titel den einzelnen Abschnitten zu!

1. Bannwald muss Wald bleiben. 350 bis 600 Hektar Bannwald werden
vernichtet.
2. Lärm macht krank.
3. Schadstoffausstoß beeinträchtigt den Menschen und seine Umwelt.
4. Die Absturzgefahr steigt.
5. Der Wald ist unersetzlich als Luftfilter, Klimaregulator,
Trinkwasserspeicher,
Lärmschutz und als Naherholungsgebiet.
6. Mit Steuergeldern wird der Flugboom subventioniert, wie lange noch?
7. Ausbau schafft keine Arbeitsplätze.
8. Flugdrehkreuze sind Dinosaurier der Neuzeit: Schwerfällig und vom
Aussterben bedroht.
9. Die Region wird auf Dauer unbewohnbar.
10. Wie verlässlich sind politische Aussagen?

72
A ____
Mit steigender Zahl der Flugbewegungen breitet sich ein immer dichter werdender
Lärmteppich über der Region aus. Dauerlärm führt zu Konzentrationsstörungen,
Schwächung der Immunabwehr und Herz-Kreislauferkrankungen. Kinder sind durch
Dauerlärm in ihrer Entwicklung messbar beeinträchtigt. Die Ausdehnung des
Flugbetriebs bis in die Nacht zerstört auf Dauer den Lebens- und Ruheraum von
Mensch und Tier.

B ____
Rund um den Flughafen steht der Wald unter dem höchsten Schutz, den das
Forstrecht kennt. »Bannwaldschutz« bedeutet, dass diese Flächen immer Wald
bleiben müssen, da sie, wie es im Gesetzestext heißt, »für das Gemeinwohl
unersetzlich sind«. (§22 Abs. 2 Hessisches Forstgesetz)

C ____
Die Emissionen des Flugverkehrs haben einen immer größer werdenden Anteil an
der Schadstoffbelastung der Region. Atemwegserkrankungen, Allergien und
fortschreitendes Waldsterben sind die Folge am Boden. Unter der Erde verseuchen
Enteisungsmittel, Kerosin und Reinigungschemikalien das Grundwasser. Die
Auswirkungen von Abgasen und Kondensstreifen in 10 km Höhe sind noch
unzureichend erforscht.

D ____
Durch die Konzentration von Flugbewegungen über der dicht besiedelten Rhein-
Main-Region und infolge von Sicherheitskompromissen aufgrund des immer schärfer
werdenden Wettbewerbs wird die Gefahr, dass es zu Abstürzen auch über
Wohngebieten kommt, zwangsläufig größer.

Fortsetzung 

E. ____
Der Stadtwald filtert die Atemluft für cirka 1 Million Menschen. Er reguliert das Klima
in der Großstadt und liefert 1/3 des dort benötigten Trinkwassers. Zwischen
Flughafen, Autobahnen und Wohngebieten dient er als Lärmschutz. Naherholung
würde durch eine weitere Ausdehnung des Flughafens im Frankfurter Stadtwald
unmöglich. Neupflanzungen im Ried oder in der Wetterau können die Funktion des
stadtnahen Waldes in keiner Weise ersetzen.

F. . ____
Der gewerbliche Flugverkehr ist nahezu weltweit von der Treibstoffbesteuerung
befreit. Außerdem werden Flugtickets für Auslandsreisen im Gegensatz zu
Fahrkarten der Bahn von der Mehrwertsteuer befreit. Die Subventionen der
Flugzeugindustrie, der staatlichen Fluggesellschaften und der Flughäfen verzerren
den Wettbewerb noch zusätzlich. Es ist fraglich, ob der Boom anhält, wenn ein
73
realistischer Preis für Flugreisen bezahlt werden muss.

G. . ____
Unbestritten: Auch am Flughafen arbeiten viele Menschen, und er ist ein wichtiger
Faktor für den Wirtschaftsgroßraum. Beschäftigung allein ist aber kein
Ausbauargument, denn:
• die Flugbranche unterliegt wie andere Wirtschaftszweige auch dem
Rationalisierungszwang; mehr Passagiere und mehr Fracht bedeuten nicht
unbedingt auch mehr Beschäftigte.
• viele Arbeitsplätze am Flughafen entstehen durch Verlagerung ganzer
Betriebe auf das Gelände des Flughafens; sie fallen also andernorts weg.
• der »größte Supermarkt Hessens mit eigenem Flughafen« schafft auch keine
zusätzliche Kaufkraft, sondern zieht sie aus seinem Umfeld ab.

H. . ____
Die Konzentration auf ein Drehkreuz (das Speiche/Nabe-Prinzip) birgt Gefahren in
sich. Technische Defekte, mögliche Unwetter und Unfälle sind in der Lage, ein so
zentral organisiertes Unternehmen empfindlich zu stören. Mehr Flugbewegungen auf
engstem Raum in dichter Folge, Chaos durch Verspätungen, die
Unfallwahrscheinlichkeit steigt.
Für die Passagiere ergeben sich durch das Drehkreuzprinzip lange Anreise- und
Umsteigezeiten sowie ein unüberschaubares Gebäudesystem. Die Vernetzung
verschiedener Flughäfen ergäbe kleinere, in sich funktionsfähige Einheiten mit einer
Vielzahl an Arbeitsplätzen.

I. ____
Im demokratischen System ist es möglich, Gesetze und Verordnungen an die
politischen und sozialen Entwicklungen anzupassen. Bannwaldgesetz und
Trinkwasserschutz werden in ihrer Bedeutung aber immer elementarer. Es ist nicht
vertretbar, wegen wirtschaftlicher Erwägungen solche Bürgergarantien nach
Belieben auszuhebeln. Auch das sogenannte Mediationsverfahren stärkt nicht das
Vertrauen in die Politik: statt ergebnisoffen zu diskutieren wurde hier nur über die
Form des Ausbaus beraten.

J. . ____
Schon heute ist der Fluglärm an vielen Orten unerträglich. Kein Mensch kann sich
vorstellen, wie es sein wird, wenn sich die Anzahl der Flugbewegungen mehr als
verdoppelt hat: die Wohn- und Lebensqualität wird sich extrem verschlechtern. Wer
es sich leisten kann, wird wegziehen vom »netten Nachbarn Flughafen«.

Aufgabe 3
Setzen Sie bitte im nachfolgenden Text das passende Wort ein!

konstruktiv / gefährdet / Region / Flughafenausbau /


Waldbestand /
abzuholzen / Westen / Angestellter / andererseits /
Einerseits

74
Leserbrief zur Flughafenerweiterung
an die Frankfurter Rundschau, Main-Spitze, Rüsselsheimer Echo, Treburer
Nachrichten
Eine gut organisierte Führung ist ein willkommener Anlass, sich über das aktuelle
Geschehen am Flughafen zu informieren. Dennoch plagen den Besucher aus der
Region Interessenskonflikte. .......................(1) möchte man vom
Wirtschaftswachstum des Rhein-Main-Gebietes, zu dem auch der Flughafen durch
seine Arbeitsplätze und Infrastruktur wesentlich beiträgt, profitieren, aber
...................... (2) die mit dem Flughafen verbundenen Lärmbelästigungen
vermeiden.
Für Besuchergruppen werden Informationen seitens der Fraport (Flughafen AG) gut
vorbereitet und marketingtechnisch geschickt vermittelt. Sicherlich werden dabei
auch Probleme von Besuchern angrenzender Gemeinden bzw. von Flughafengegnern
berücksichtigt.
Bei einem Besuch der Cargo City Süd und dem amerikanische Airbasegelände (im
Süden des Flughafens) platzte die Bombe eher ungewollt. Ein leitender
....................(3) berichtete darüber, dass auf dem Gelände der Airbase nach Abzug
durch die amerikanischen Streitkräfte ein weiteres Flughafen-Terminal geplant sei.
Dies bedeute auch für die Cargo City Süd wesentliche Einschnitte in deren
Standorterweiterungs- und Kapazitätsplanungen. Einzige Möglichkeit zur
Flächenausdehnung sei lediglich die Ausbreitung nach ...................... (4). Dies
würde aber bedeuten, den Waldbestand entlang der Flughafengrenze bis zur
Startbahn West .................... (5). Probleme sind nicht zu erwarten, da der
.................. (6) bereits im Eigentum der Fraport ist. Verwunderung wurde auch
darüber geäußert, wieso der Waldbestand östlich des Flughafengeländes zum
Treburer Oberwald gehöre, wo doch diese Gemeinde weit entfernt sei.
Der derzeit heftig diskutierte ....................... (7) ist damit in einem ganz anderen
Licht zu sehen. Die Fraport stellt alle Veränderungen medienwirksam und
sozialpolitisch in einem positiven Licht dar. Dennoch gilt, mit offenen Karten zu
spielen und das zukünftige Gesamt-Konzept darzulegen. Ein bitterer Geschmack von
"Salamitaktik" liegt in der Luft.
Der Alltag in unserer lebenswerten ...................... (8) ist durch den geplanten
Flughafenausbau ..................(9). Meines Erachtens ist es dringend notwendig, sich
dagegen zu organisieren. Fakten gilt es kritisch zu hinterfragen, aber vor allem
................... (10) unter Berücksichtigung aller Einflussfaktoren zu erörtern.
Dennoch ist es an der Zeit, die Situation nicht einfach hinzunehmen. Trotz einer
Vielzahl bereits bestehender Organisationen ist jeder Einzelne aufgefordert, seinen
persönlichen Beitrag gegen den Flughafenausbau zu leisten.
"Gewohnte Dinge einfach hinnehmen, kann schon lange falsch sein, denn man kann
diese Dinge schon lange falsch machen" (K. Tucholsky).
Torsten Spinnler

Aufgabe 4

75
Welche Vorteile und welche Nachteile der Flughafenerweiterung werden im Text
erwähnt?

Schreibfertigkeit
Wie sehen Sie die Flughafenerweiterung, die in den vorangehenden Texten behandelt
wurde? Wären Sie persönlich für oder gegen einen eventuellen Flughafenausbau in Ihrer
Gegend? Legen Sie Ihre Gedanken bitte schriftlich nieder!

76
Fachwortschatz Transport

Bitte kreuzen Sie die richtige Lösung an. (Es ist nur eine Lösung richtig)

1 Bei den Verkehrsmitteln unterscheidet man zwischen privaten und ....


Verkehrsmitteln.
a) öffentlichen 
b) gesellschaftlichen 
c) allgemeinen 
d) gemeinschaftlichen 
2 Wie nennt man die Stelle, an der mehrere wichtige Verkehrslinien
aufeinander treffen?

a) Verkehrsmittelpunkt 
b) Verkehrsdrehpunkt 
c) Verkehrsknotenpunkt 
d) Verkehrstreffpunkt 
3 Den grenzüberschreitende Verkehr nennt man Transitverkehr. Wie heißt der
Verkehr innerhalb eines Landes?
a) Binnenverkehr 
b) Intransitverkehr 
c) Intimverkehr 
d) Innenverkehr 

4 Welcher Begriff hat nichts mit dem Straßenverkehr zu tun?


a) Verkehrsnetz 
b) Verkehrsfluss 
c) Verkehrswacht 
d) Verkehrswert 

5 Die Namen von Verkehrsteilnehmern, die gegen die Verkehrsregeln


verstoßen haben und von der Polizei dabei ertappt werden, werden in
einer ..... registriert.
a) Verkehrsrowdykartei 
b) Verkehrssünderkartei 
c) Verkehrsversagerkartei 
d) Verkehrskriminellenkartei 

6 Auf der Strecke Hamburg-Berlin .... täglich mehrere Züge.


a) verkehren 
b) laufen 
c) verfahren 
d) reisen 

7 Wann kommt man mit seinem Fahrzeug auf einer Straße gut vorwärts? – Wenn
die Straße .... ist.
a) blockiert 
b) verstopft 
c) gesperrt 
d) geräumt. 

8 Wenn die Fahrzeuge aufgrund des starken Verkehrs immer wieder


gezwungen werden abzubremsen, spricht man von .... Verkehr.

77
a) stockendem 
b) stickigem 
c) streunendem 
d) stauendem 

9 Was kann man nicht sagen?


a) zu Fuß nach Hause gehen 
b) bei Flugzeug nach Toronto fliegen 
c) mit dem Schiff nach Australien segeln 
d) etwas per Bahn transportieren 

10. Wenn ein Autofahrer sehr langsam fährt, dann sagt man, er
a) fährt mit einem Bleifuß. 
b) fährt mit angezogener Handbremse. 
c) hat einen Affenzahn drauf. 
d) tritt ganz schön auf die Tube. 

Quelle: www.wirtschaftsdeutsch.de

78
Fachwortschatz Transport und Verkehr/ Schienenverkehr

Bitte kreuzen Sie die richtige Lösung an. (Es ist nur eine Lösung richtig)

1 Wie heißen die voneinander abgetrennten Räume in einem


Eisenbahnwagen?
a) Kabinette 
b) Abteile 
c) Kabinen 
d) Abteilungen 
2 Wie nennt man einen Zug, der an jedem kleineren Bahnhof hält?

a) Kriechzug 
b) Flanierzug 
c) Schleichzug 
d) Bummelzug 
3 Welcher Begriff hat nichts mit dem Schienenverkehr zu tun?
a) Güterwagen 
b) Güterzug 
c) Gütertrennung 
d) Güterbahnhof 

4 Wie nennt man eine Person, die mit dem Zug reist?
a) Fahrgast 
b) Passagier 
c) Fahrzeuginsasse 
d) Bahnsitzer 

5 Von welcher Anlage aus werden die Eisenbahnsignale und Weichen


bedient ?
a) Weichenturm 
b) Signalanlage 
c) Stellwerk 
d) Kommandobrücke 
6 Der Zug nach München fährt ............ ab.
a) an der Schiene 6 
b) an der Haltestelle 6 
c) von Gleis 6 
d) von Gate 6 

7 Wie wird der Vorgang genannt, wenn Züge oder Eisenbahnwagen auf andere
Gleise umgestellt oder verschoben werden?
a) verstellen 
b) rangieren 
c) überführen 
d) arrangieren 

8 Welcher der genannten Hochgeschwindigkeitszüge verkehrt in


Frankreich?
a) TGV 
b) Shinkansen 
c) Pendolino ETR 

79
d) ICE 

9 Wie heißt das Verkehrsschild, das an Bahnübergängen ohne Schranken


aufgestellt ist und die
Autofahrer vor möglicherweise herannahenden Zügen warnen soll.
a) Johanneskreuz 
b) Hermeskreuz 
c) Gleiskreuz 
d) Andreaskreuz 

10. Was bedeutet: „Es ist höchste Eisenbahn.“?


a) Etwas ist auf dem letzten Stand der Technik. 
b) Etwas kommt so pünktlich wie normalerweise die Eisenbahn. 
c) Die Zeit drängt. Es ist schon sehr spät. 
d) Der Zug ist sehr schnell. 

Quelle: www.wirtschaftsdeutsch.de

Diktat: Der Autohändler

Zufrieden verließ der Mann eine Gaststätte in Gildehaus.


Er hatte gefeiert, reichlich gegessen und auch ein wenig zu viel getrunken.
Die Geschäfte, die er an diesem Tag abgeschlossen hatte, waren sehr erfolgreich.
Er hatte mehrere gebrauchte Autos an Kunden aus Osteuropa verkauft.
Er hatte den Zustand der Fahrzeuge beschönigt und die Kilometerstände manipuliert.
Außerdem hatte er einen Unfallschaden durch eine neue Lackierung überdeckt.
Aber das hatte er nicht zum ersten Mal gemacht, und deshalb hatte er kein schlechtes
Gewissen.

80
KONTEXTE: KONSUM & KOMMUNIKATION AM ARBEITSPLATZ

81
Bitte um Vertreterbesuch

KOSMO-VOGEL GmbH

Parfums & Kosmetika

Egon Vogel GmbH, Wilhelmstraße 31, D- 72070 Tübingen

Fantasy GmbH,
Postfach 94 03 46
D - 56068 Koblenz

Tübingen, den 19. 07. 2007

Betreff: Bitte um Vertreterbesuch

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit einigen Wochen wird von meinen Kundinnen häufig ein so genannter
Spektrallippenstift angefordert. Es soll sich um einen Lippenstift handeln, der, je nach Art
des Lichtspektrums, eine andere Farbe annimmt, mal hellrot, mal dunkelblau, mal grün,
usw. Leider ist mir dieses Produkt bislang nicht begegnet.
Kürzlich las ich in der "Schönheits-Woche" Ihr Inserat.
Da meine Parfümerie sich im Studentenviertel befindet und vor allem bei jungen Damen
eine große Nachfrage nach diesen Lippenstiften besteht, wäre ich in der Lage, große
Mengen dieses Artikels zu verkaufen.
Um mir über die Art der Ware und die Kosten klar zu werden, würde ich gerne mit Ihrem
Vertreter sprechen.
Wann kann er mich besuchen?

Mit freundlichen Grüßen

Egon Vogel

Modellsätze. Bitte sprechen Sie folgende Sätze nach.

• Wir haben von Ihrem Lippenstift gehört.


• Ich habe erfahren, dass Sie einen Lippenstift auf den Markt gebracht haben.
• Meine Kundinnen fordern Ihren Lippenstift an.
• Meine Kundinnen fordern häufig Ihren Lippenstift an.
• Er wechselt die Farbe (Wir müssen die Reifen wechseln. Er will den Beruf
wechseln. Ich muss noch schnell die Krawatte wechseln. Paul hat den Betrieb
gewechselt. Er wechselt oft seine Meinung.)
• Er wechselt von IBM zu Siemens.
• Das Rembrandt-Gemälde wechselt den Besitzer.
• Er nimmt dann und wann eine andere Farbe an.
• Mal ist er rot, mal ist er grün, mal ist er blau.
• Mal ist Egon nett, mal ist er unfreundlich.
• Mal ist er faul, mal ist er unternehmenslustig.
• Je nach Art des Spektrums wechselt der Lippenstift die Farbe.
• Die Teilnahmegebühren richten sich je nach Programm.
• Das Schuljahr beginnt nach den Sommerferien je nach Bundesland zwischen Juli
und September.
• Vielleicht bleibe ich noch ein paar Tage hier, je nachdem, ob mein Geld reicht.
• Mir ist dieser Lippenstift noch nicht begegnet.
82
• Ich las Ihr Inserat.
• Mein Geschäft befindet sich im Studentenviertel.
• in der Stadtmitte (City).
• im Gebirge.
• in der Bundesrepublik.
• Leider ist Stephanie nicht da. Sie befindet sich auf Mallorca.
• Es besteht eine große Nachfrage nach diesem Lippenstift.
• Es besteht ein großer Bedarf an diesem Lippenstift.
• Ich bin in der Lage, große Mengen zu kaufen/ abzusetzen.
• Ist Paul in der Lage, Chemie (Physik, Mathematik, Medizin, Volkswirtschaft) zu
studieren?
• Ich möchte mir über die Preise (über den Immobilienmarkt/ über die Marktlage)
klar werden.
• Ich bin mir über die Marktlage noch nicht im Klaren.

Bitte, setzen Sie einen passenden Ausdruck ein:

1. Wir haben aus der Zeitung (.....), dass Sie ein Zimmer zu vermieten haben.
2. Meine Kunden wollen alle das Parfüm "Nuits d'Ostende" haben = Meine Kunden
usw.
3. Paul ruft sehr oft an = Er ruft (.....) an.
4. Gustav hat jetzt einen anderen Wagen = Er hat usw.
5. Wie war das Wetter in Benidorm? - Ach, so lala. (.....) regnete es, (.....) schien
die Sonne.
6. Ich habe diesen Namen noch nie gehört = ..................
7. (..........), wie die Marktlage sich entwickelt, verkaufe ich oder nicht.
8. Wie viele Bücher kaufst du im Monat? – (......), was Interessantes erscheint.
9. Wir können 007 nirgendwo finden. Keiner weiß, wo er (..........).
10. 007 ist zwar ein hervorragender Spion. Allein wissen wir nicht, ob er (...............),
dem Scharm einer schönen Spionin zu widerstehen.
11. Ich möchte genauer wissen, ob dieses Computerprogramm wirklich etwas Neues
darstellt = Ich möchte (Idiom mit "klar").
12. Die Urteile über die untersuchte Problematik unterscheiden sich (........) man sich
ihr aus westdeutscher oder ostdeutscher Perspektive nähert.

Sprechübung:

1. Sie sind die glückliche Besitzerin eines Spektrallippenstifts. Jemand sagt Ihnen:
"Sie wechseln ja wohl dauernd den Lippenstift, heute Morgen waren Ihre Lippen
rosarot, heute Mittag waren sie feuerrot, und jetzt sind sie grün. Sie verbringen
wohl den ganzen Tag im Badezimmer".

2. Ihr Chef ist misstrauisch, denn er glaubt, dass Sie, statt zu arbeiten, sich dauernd
schminken. Erklären Sie ihm, dass Sie einen Spektrallippenstift haben.

3. Sie möchten für Ihre Frau einen Lippenstift kaufen. Sie haben vom
Spektrallippenstift gehört, und versuchen dem Verkäufer zu erklären, was Sie
genau möchten.

4. Sie sind Verkäufer in einer Parfümerie und bekommen für jeden


Spektrallippenstift, den Sie verkaufen, eine schöne Provision. Versuchen Sie,
Ihren Kundinnen den Spektrallippenstift aufzuschwatzen.

83
Angebot der Firma Fantasy

FANTASY
Europäische Kosmetikartikel

Fantasy GmbH, Postfach 94 03 46, D - 56068 Koblenz

Herrn
Egon VOGEL
Wilhelmstraße 31
D-7400 Tübingen

Koblenz, den 21.07.05 unser Zeichen: kn

Betreff: Angebot über Kosmetikartikel.

Sehr geehrter Herr Vogel!

Es freut uns, dass Sie mit uns in Geschäftsverbindung treten wollen.


Anbei senden wir Ihnen einen Katalog mit unserer Preisliste. Der Katalog gibt Ihnen
einen Einblick in die Reichhaltigkeit unseres Lagers. Nebst den Spektrallippenstiften
bieten wir noch andere sensationelle Artikel, wie etwa eine Zahnpaste für Raucher, die
gelbe Zähne in Sekundenschnelle blitzeblank putzt, oder eine preiswerte Höhensonne, die
Ihre Haut in wenigen Minuten so sehr bräunt, dass Sie aussehen, als ob Sie Ihr ganzes
Leben auf einer Yacht im Pazifik verbracht hätten. Mit all diesen Produkten helfen wir
zahlreichen Leuten, den Eindruck mondäner Eleganz zu geben.
Auch unsere Hormonpräparate finden in aller Welt reißenden Absatz, wie etwa unser
Präparat "Absalom", das den Haarwuchs anregt.
Auch möchten wir Sie auf das breite Spektrum unserer Krems hinweisen. Vor allem die
Krem Isolde ist allerorts sehr beliebt. Sie schützt die Haut vor dem Austrocknen und hält
sie bis ins hohe Alter frisch und geschmeidig. Bereits viele Filmschauspielerinnen
verdanken dieser Krem ihre dauerhafte Schönheit und Ausstrahlung. Sie wurde nach
jahrzehntelanger Forschung in dem Labor des berühmten Professor Wagner hergestellt.
Ihrem Wunsch nach einem Vertreterbesuch kommen wir gerne nach. Allein ist unsere
Vertretung für den Raum Tübingen zurzeit überlastet und wird erst frühestens in einem
Monat mit Ihnen in Verbindung treten können. Wir bitten Sie dafür um Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen

Anton Knappersbusch
Verkaufsleiter

Modellsätze. Sprechen Sie bitte folgende Sätze nach.

• Es freut mich, dass sie kommen.


• Es freut mich, dass Sie zufrieden sind.
• Es freut uns, dass Sie sich für unsere Füller interessieren.
• Er will mit uns in Geschäftsverbindung treten.
• Er will mit uns Geschäfte machen.
• Das ist ein gutes Geschäft.
• Die Japaner wollen auch ins Geschäft kommen.
• Ich habe keinen Einblick (keine Einsicht) in die Akten.
• Dieses Hotel bietet viel für den Preis.
• Dieser Fernseher ist sehr preiswert.
• Unsere Produkte finden reißenden Absatz.
• Diese Sängerin ist sehr beliebt.
84
• Wir haben unseren Urlaub in Griechenland verbracht.
• Wir möchten Sie auf unsere neue Kollektion hinweisen.
• Er wies mich auf einen Irrtum hin.
• Er wies mich auf die Gefahren dieser Operation hin.
• Der Arzt wies mich auf die Nebenwirkungen dieses Medikaments hin.
• Darf ich Sie darauf hinweisen, dass Sie ein großes Risiko eingehen?
• Konsalik hatte seiner Frau viel zu verdanken.
• Wir möchten Ihrer Bitte gerne nachkommen.
• Unsere Abteilung ist überlastet (oder: überbelastet).
• Im Sommer sind wir überlastet (oder: überbelastet).
• Die Leute vom Mossad wollen mit 007 in Verbindung treten.
• Wir bitten Sie um Verständnis.
• Wir bitten Sie für diese Verspätung um Verständnis.
• Sie hat viel Verständnis für die Probleme ihres Mannes.
• Für Terrorismus habe ich kein Verständnis.
• Anbei / Als Anlage / In der Anlage finden/erhalten Sie unseren Katalog.

Setzen Sie bitte einen passenden Ausdruck ein (1):

1. Es (freuen) (ich) außerordentlich, dass Sie mit uns in Geschäftsverbindung treten


wollen.
2. Auch jetzt noch finden die Beatle-CDs in aller Welt (................) = Sie werden
gut verkauft.
3. Im selben Briefumschlag finden Sie unseren Katalog:
4. Für die Wutanfälle dieses Direktors habe ich kein (.....).
5. Die Russen wollen mit uns Geschäfte machen = Sie wollen ...
6. Wir können nicht sehen, was in der Seele anderer Menschen vorgeht = Wir haben
keinen (.....) in die Seele unserer Mitmenschen.
7. Das Preis/Qualitätsverhältnis von diesem Videorecorder ist günstig = Dieser
Video-Recorder ist (.....).
8. Der Regissör hat die Schauspielerin darauf (.....) gemacht, dass sie eine schlechte
Diktion hat.
9. Ich bin froh, dass Sie mein Buch so spannend finden = ( ), dass Sie .....
10. Alle Leute möchten wissen, ob ihre Angehörigen nach dem schrecklichen Attentat
noch am Leben sind. Deshalb ist das Telefonnetz ü................... .

Setzen Sie bitte einen passenden Ausdruck ein:

1. Keiner darf einen Einblick in d.... Datenbank (f) der Polizei haben.
2. Unser Sohn hat einen guten Eindruck auf d Direktor (.....).
3. Ich helfe (Sie) sofort.
4. Auf dies..... Weise erreichen wir viel mehr.
5. Die Salbe "Rubriment" (.....) die Durchblutung (.....) = Sie stimuliert die
Durchblutung.
6. Gisela hat den Mann ihrer Träume geheiratet. Wenn sie ein Schloss in Spanien
haben möchte, bekommt sie es sofort. Ihr Mann erfüllt wirklich all ihre (.....).
7. Sie dürfen über einen Firmenwagen (.....).
8. Geben Sie bitte das Genus von "Preisliste":
9. Die Beatles hatten ihr.... Manager Brian Epstein eine Menge zu (.....). Er hatte
ihnen nämlich zum richtigen Durchbruch verholfen.
10. Ich möchte (Sie) für diese Verspätung um Verständnis bitten.
11. Unsere T-Shirts werden sehr schnell verkauft: Sie...............................
12. (..... = vor kurzem) las ich Ihr Inserat in der FAZ.
13. (..... = in absehbarer Zeit) ist es wieder Weihnachten.
14. Unser Vertreter wird so schnell wie möglich mit Ihnen ( = er wird Sie
kontaktieren).
85
15. Du kannst dir jetzt noch kein Haus kaufen. Das wird erst in ein paar Jahren
möglich sein. Inzwischen wirst du etwas (.....) haben müssen.
16. Vitamin C ( ) vor Krebs = Es verhindert Krebskrankheiten.
17. ( ), Sie kennen zu lernen = Ich finde es schön, Sie kennen zu lernen.
18. Der Wunsch (.....) mehr Freiheit macht sich in dieser Diktatur immer mehr breit.
19. ( = Ich finde es schade), dass ich (Sie) nicht sofort helfen kann.
20. Wir werden den QUAX-2000 erst in ein Monat erhalten.
21. Brot ist eine sehr (.....) Nahrung (es ist reich an Nahrung).
22. Der Patient (.....) eine Spritze (= er hat eine Spritze nötig).
23. Ich hatte schwere Kreislaufstörungen, aber (.....) einigen Tagen fühle ich mich
wieder besser.
24. Die Auswirkung dieses Medikaments spüren Sie bereits (.....) wenigen Sekunden.
25. Sie sollen d... Leut... draußen vor der Tür sagen, dass wir erst um neun geöffnet
sind.
26. Er hat ein... ganz... Monat an diesem Artikel gearbeitet.
27. Zahlreiche Schauspielerinnen (.....) unsere Krems, um jung und schön
auszusehen.
28. Durch "Glamour" (behalten) Ihre Haut ihre (.....: das Frisch-Sein) und
Geschmeidigkeit.
29. Nebst hochmodern... Kühlschränk.... bietet die Firma MARKUS auch
hervorragende Gasherde und vorzügliche Staubsauger.
30. Es freut (ich) außerordentlich, (Sie) endlich begegnen zu dürfen.

Wiederholungsübung: Setzen Sie bitte einen passenden Ausdruck ein:

1. (.....) Ihr Reparateur sofort vorbeikommen könnte, so würde uns das sehr freuen.
2. Ich kann heute der Vorlesung nicht beiwohnen, (.....) meine Tochter krank ist.
3. Ich kann heute unmöglich ins Büro gehen, (.....) mein Wagen muss dringend zur
Reparatur.
4. Geben Sie bitte das Genus von: Zeitschrift (der/ die/ das?), Inserat, Adresse,
Produkt, Qualität, Art.
5. Wir haben uns (.....: jeder von uns) die Fernsehsendung über die Revisionisten
angesehen und waren zutiefst schockiert.
6. Können Sie (..... : es muss sehr schnell gehen) einen Krankenwagen schicken? In
unserer Straße ist ein Unfall passiert.
7. Ich habe mir einen neuen Computer gekauft, und zwar d.... BRAINSTORM 2001.
8. Darf ich (Sie) einen Augenblick um Ihre (.....) bitten [= es wäre schön, wenn Sie
mir einen Augenblick lang zuhören würden]?
9. Wir danken Ihnen bereits jetzt, obwohl Sie noch nichts für uns getan haben= Wir
danken Ihnen.......................
10. Ich habe gehört, dass IBM an einem Supercomputer arbeitet. Was verspricht man
sich davon? - Also, es (.............) einen Computer, der bei minus 273° Celsius
arbeitet, wodurch die Drähte die größtmögliche Leitfähigkeit haben.
11. Geben Sie bitte die Stammzeiten von lesen:
12. Seit einig Tag bekomme ich dauernd anonyme Telefonanrufe.
13. "Der Dollar (.....) ganz bestimmt wieder steigen, (.....) der Krieg vorbei ist", sagte
sich der Spekulant.
14. "Paul hat (ich) nie gesagt, (.....) er ein krummes Ding drehen würde," beteuerte
seine Frau, "ich habe vom Überfall auf die Bundesbank nichts gewusst."
15. Herr Suhr verträgt es nicht, dass seine Frau so viel Geld für Damen(.....:
wöchentlich oder monatlich erscheinende Zeitschrift) ausgibt.
16. Die Japaner sind sehr an unser....... Projekt interessiert.
17. Der Pilot war nicht darüber (.....), dass er Kernwaffen an Bord hatte.
18. Ich habe gehört, dass die Regierung neue Obligationen auf den Markt gebracht
hat. Ich werde mich bei meiner Bank (.....) d.... Zinsen (.....).

86
19. Wenn man im Leben etwas erreichen will, braucht man nicht nur Intelligenz und
Fleiß, sondern auch viel (.....: man muss auch warten können).
20. Es heißt, dass Musizieren die Intelligenz des Kindes (.....).
21. Ich kaufe dieses Fernsehgerät nicht, bevor man es mir demonstriert hat: (.....)
will ich den Fernseher in Betrieb sehen, dann kaufe ich ihn vielleicht.
22. Wann besuchst du (ich) endlich?
23. Ich möchte etwas mehr über Ihre Kosmetikartikel (.....). Könnten Sie (ich) einen
Prospekt (.....)?
24. In den USA besteht eine große Nachfrage (.....) Arabisch sprechend........
Amerikanern.
25. Unser Chef (.....), dass wir alle eine Krawatte tragen (= er verlangt das von uns).
26. In Berlin ist seit dem Fall der Mauer vieles anders geworden = In
Berlin.................... (verwenden Sie bitte das Verb ändern.
27. Darf ich (Sie) (.....) eine Auskunft bitten?
28. Ich habe in der Zeitung gelesen, dass Sie eine neue Gesellschaft gegründet haben
= Ich habe (........) d........ Zeitung (..........), dass usw.

Gelenkte Sprechübung:

1. Herr Brunsch ist Kettenraucher, möchte aber gerne blitzeblanke Zähne haben,
damit er wie Sylvester Stallone lächeln kann. Sie sind Vertreter der Firma
FANTASY. Was raten Sie ihm?
2. Ein Bekannter möchte gerne aussehen, als ob er gerade aus dem Wintersport
zurückkäme. In Wirklichkeit hat er die Ferien mit seiner ganzen Familie hinter
geschlossenen Rollläden verbracht, damit alle glauben, dass er in Urlaub wäre. Er
will einfach nicht zugeben, dass er das Geld nicht hat, sich eine weite Reise zu
leisten (was schließlich keine Schande ist).
3. Ein Bekannter/eine Bekannte ist InhaberIn einer Apotheke und möchte
seinen/ihren Kundinnen eine Schönheits-Krem bieten können, die die Haut auch
wirklich vor dem austrocknen schützt.
4. Der Dozent möchte gerne einen Mozartschopf tragen. Dazu braucht er aber einen
kräftigen Haarwuchs. Was raten Sie ihm als Vertreter der Firma FANTASY?
5. Können Sie noch andere neue Produkte erfinden?

87
Der Vertreterbesuch

Personen: Herr Radetzky, der Vertreter der Firma FANTASY. Herr Egon Vogel, der
Inhaber eines Kosmetikgeschäfts. Frau Papagena Vogel, seine Frau.

Herr RADETZKY: Ich habe mich etwas verspätet. Ich bitte Sie um Verzeihung. Ich habe
lange in einem Stau stehen müssen. Ich weiß nicht, was los ist, in dieser Stadt. Ist doch
sonst ein so gemütliches Städtchen.

Herr VOGEL: Ich glaube, das liegt an der internationalen Tagung der Ornithologen, die
hier in Tübingen stattfindet. Zwanzigtausend Ornithologen aus der ganzen Welt treffen
sich heute in unserer kleinen Stadt. Ich frage mich, wo man die alle unterbringt.

Herr RADETZKY: Und Parkplätze waren auch keine zu finden! Und dazu kamen all diese
Einbahnstraßen! Und dann dieses Gewitter!

Herr VOGEL: Haben Sie meinen Spektrallippenstift mitgebracht?

Herr RADETZKY: Den Spektrallippenstift? Meine Güte! Habe ich glatt vergessen. Was bin
ich heute zerstreut! Ich bin so schusselig im Kopf. Mein Gedächtnis ist in letzter Zeit wie
ein Sieb. Darf ich mir eine Zigarette anzünden?

Herr VOGEL: Machen Sie es sich bequem. Wollen Sie einen Cognac?

Herr RADETZKY: Außer dem Spektrallippenstift haben wir noch eine Menge anderer
Produkte, die Ihre Kundschaft ganz bestimmt interessieren wird. Wie zum Beispiel dieses
Kräuterbad. Es wurde nach einem Rezept der keltischen Druiden hergestellt.
Ausgezeichnet dieser Cognac. Ich versichere es Ihnen: original keltisch. Professor
Tannhäuser hat die Formel jahrzehntelang gesucht. Schließlich hat er sie einer Runen-
Inschrift entnommen. Ein Lebenswerk, sage ich Ihnen. Das Kräuterbad heißt Siegfried.
Wenn Sie sich darin baden, werden Sie um 20 Jahre jünger. Nein, nein, glauben Sie
nicht, dass ich Ihnen Sand in die Augen streuen will. Alle großen Politiker dieser Erde
baden sich bereits damit.

Herr VOGEL: Was Sie nicht sagen.

Herr RADETZKY: Allein dürfen Sie nicht zu lange darin sitzen bleiben. Sie müssen erst die
Gebrauchsanweisung gründlich studieren, bevor Sie dieses Produkt gebrauchen.

Herr VOGEL: Das versteht sich von selbst.

Herr RADETZKY: Sie werden Bäume ausreißen können, sobald Sie sich mit dem
SIEGFRIED-Kräuterbad gebadet haben. Sie werden strotzen vor Kraft. Die Kunden
werden vor Ihrem Geschäft Schlange stehen.

Herr VOGEL: Darf ich es erst mal ausprobieren, bevor ich es kaufe?

Herr RADETZKY: Sie brauchen die Katze nicht im Sack zu kaufen. Hier gebe ich Ihnen ein
Muster. Und ich nehme Gift darauf, dass Sie mich noch morgen anrufen werden.
Professor Tannhäuser hat es selber ausprobiert. Er ist bereits achtzig, aber er beklettert
jedes Jahr den Himalaja.

Herr VOGEL: Was Sie nicht sagen!

Herr RADETZKY: Darf ich mir noch ein Glas Cognac hinter die Binde gießen? So etwas
trinkt man nicht alle Tage. Und da habe ich noch etwas. Ein Präparat, das den Bartwuchs
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anregt. Es stammt aus Russland und wurde von einem gewissen Professor Yuri Samson
erfunden. Die jungen Leute werden sich darum reißen. Die haben ja alle noch keinen
richtigen Bart, wollen aber alle gerne viril aussehen. Sie z.B. Herr Vogel, haben keinen
Schnurrbart. Er würde Ihnen aber sehr gut stehen. Sie brauchen nur einen Tropfen auf
die Oberlippe zu tun, und schon sprießen Ihnen die Haare aus dem Gesicht.

Herr VOGEL: Darf ich es ausprobieren?

Herr RADETZKY: Ich bitte Sie, aber nehmen Sie nicht zu viel davon. Es ist nämlich sehr
aktiv! Um Gottes Willen! Herr Vogel! Nicht das ganze Flakon! ... Ach, da kommt Ihre
Frau. Tag gnädige Frau. Radetzky ist mein Name. Es freut mich Sie kennen zu lernen. Ich
vertrete die Firma ....

Frau VOGEL: Egon! Was ist mit dir los! Entsetzlich. Du siehst ja aus wie ... ein Gorilla, ein
Neandertaler, wie der Yeti höchstpersönlich. Was sollen all diese Haare in deinem
Gesicht!

Herr RADETZKY: Ihr Mann war etwas zu stürmisch und hat zu viel von einem
Haarwuchsmittel genommen.

Frau VOGEL: Ich muss den Laden schließen. Sonst bekommen alle Kunden einen
Schrecken. Ich lasse die Rollläden herunter.

Herr RADETZKY: Kein Grund zur Panik, Frau Vogel. Es ist nur ein Mittel, das den
Bartwuchs anregt. Es heißt MOUSTACHE und wurde entwickelt vom berühmten Professor
....

Frau VOGEL: Sie gehen mir auf den Geist mit all Ihren Präparaten. Sehen Sie sich nur
meinen Mann an! Und so etwas sollen wir den Leuten verkaufen?

Herr RADETZKY: Eben. Das beweist doch, wie wirksam unsere Produkte sind. A propos,
ich habe hier noch ein Präparat. Es heißt RASPUTIN und wurde vom berühmten Professor
Casanova entwickelt. Ich schlage vor, dass Ihr Mann einige Tropfen davon einnimmt. Sie
werden große Augen machen, Frau Vogel. Sie werden Ihren Mann nicht wieder erkennen.

Frau VOGEL: Ich erkenne ihn jetzt schon nicht mehr wieder. Herr Radetzky, ich danke
Ihnen vielmals. Ich glaube, dass wir uns von Ihren Produkten ein Bild machen können.

Herr VOGEL: Aber Mäuschen, das Produkt RASPUTIN interessiert mich wirklich!

Frau VOGEL: Egon, lass die Finger davon. Herr Radetzky, Sie werden verstehen, dass wir
eine Bedenkzeit brauchen. Wir müssen uns das alles durch den Kopf gehen lassen. Wir
möchten uns jetzt noch nicht festlegen. Ich begleite Sie zur Tür. Folgen Sie mir Herr
Radetzky, wir nehmen die Hintertür.

Herr VOGEL: Aber Papagena, hab doch bitte Verständnis. Dieses Vitalitätsmittel ist
wirklich sehr sehr wichtig für mich.

Frau VOGEL: Mit dir rede ich noch. Kommen Sie Herr Radetzky.

Ralph Bisschops

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Modellsätze. Sprechen Sie bitte folgende Sätze nach.

• Ich habe mich verspätet


• Wir haben uns verspätet.
• Ich musste lange im Stau stehen.
• Ich habe lange im Stau stehen müssen.
• Wir können nicht alle Gäste unterbringen.
• Wo sind Sie untergebracht?
• Das Hauptquartier war in einer Villa untergebracht.
• Haben Sie bereits eine Unterkunft?
• Ich kann diesen Namen / dieses Gesicht nicht sofort unterbringen.
• Ich habe die Verabredung glatt vergessen.
• Das war glatt gelogen.
• Das ist glatter Rechtsbruch.
• Das ist eine glatte Provokation.
• Das ist glatter Wahnsinn.
• Er sagte es dem Chef glatt ins Gesicht!
• Dagegen ist kein Kraut gewachsen.
• Gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen.
• Vor dem Kino mussten wir lange Schlange stehen.
• Ich nehme Gift darauf, dass 007 dahinter steckt.
• Was Sie nicht sagen!
• Tatsächlich!
• Ich kaufe die Katze nicht im Sack.
• Was soll das?
• Was sollen diese indiskreten Fragen?
• Was sollen diese unsinnigen Kommentare?
• Diese Musik geht mir auf den Geist / auf die Nerven / auf den Wecker.
• Diese Werbespots geht mir schon lange auf die Nerven.
• Die Leute reißen sich um die Eintrittskarten.
• Ich möchte mir erst ein Bild von der Sache machen.
• Ich habe mir noch kein Bild davon gemacht.
• Ich muss mir das noch durch den Kopf gehen lassen.
• Ich möchte mich noch nicht festlegen.
• Ich kann mich jetzt noch nicht festlegen.
• Der Fehler liegt am Kabel.
• Hustest du? Das liegt am (auch: kommt vom) Rauchen.
• Der Professor ist sehr zerstreut.

Setzen Sie bitte einen passenden Ausdruck ein:

1. In der Stadt war viel Verkehr. Ich habe eine Stunde lang im (.....) stehen müssen.
2. Die Haare fallen mir aus dem Kopf. Das (.....) an d.... schlecht..... Nahrung.
3. Was ist dieser Professor doch (.....). Er hat sich fürchterlich über einen anonymen
Brief geärgert, in dem jemand ihm mitteilt, dass seine Frau ihn betrügen würde.
Vor Wut hat er das ganze Porzellan zertrümmert. Dabei hat der Professor gar
keine Frau!
4. Ich (Idiom mit "Gift"), dass Ihre Kundinnen mit dem Spektrallippenstift restlos
zufrieden sein werden.
5. Mit seiner elektronischen Musik geht mir mein Nachbar allmählich (Idiom mit
"Nerven").
6. Ich habe die Ergebnisse mehrerer Studien mal hier gehabt und
7. m......... mein B............ davon gemacht
8. Ich gebrauche Windows seit sieben Jahren und kann jetzt davon mitreden (Idiom
mit "Bild"): ...................... .
90
9. Was (.............) diese Aktfotos in einer wissenschaftlichen Publikation?
10. Dagegen kann man nichts machen (Idiom mit "Kraut"): .................... .
11. Ich suche in Berlin ein Dach überm Kopf = Ich suche in Berlin eine
U....................

Geben Sie bitte eine idiomatische Wendung für folgende Sätze, bzw. für die
unterstrichenen Stellen:

1. Ich bin zu spät = Ich habe (...................).


2. Ich möchte noch einmal darüber nachdenken.
3. Ich kaufe keine Dinge, ohne sie erst gesehen zu haben.
4. Ich möchte vorläufig nichts Definitives dazu sagen.
5. Ich habe meine Aktentasche total vergessen!
6. Tun Sie so, als ob Sie zuhause wären.
7. Das ist aber interessant, was Sie da sagen.
8. Das ist selbstverständlich.
9. Ich traute meinen Augen nicht.
10. Ich weiß jetzt ungefähr, wie die Lage in Bagdad ist.
11. Ich bin hundertprozentig sicher, dass die Dinge so stehen.
12. Das Gerede dieser Tratschnudel macht mich kribblig.
13. Dagegen kann man nichts machen (Idiom mit 'Kraut').
14. Was haben UFOs im Schulunterricht zu suchen?

WIEDERHOLUNGSÜBUNG
Setzen Sie bitte einen passenden Ausdruck ein:

1. Wir danken (Sie) für Ihr Schreiben.


2. (......: im selben Umschlag) senden wir Ihnen unsere Prospekte.
3. Ich habe (......: gehört), dass Sie einen neuen Taschenrechner auf d Markt
gebracht haben.
4. Meine Kundinnen (......) den Taschenrechner "SECRETARY" häufig (......).
5. Man sagt, dass es sich um einen besonderen Taschenrechner handelt = Es (......)
sich um einen besonderen Taschenrechner handeln.
6. Wir müssen die Reifen (...... = ersetzen)
7. "(Idiom für ab und zu) taucht der fürchterliche Schneemann in unserem Dorf auf",
klagen die Einwohner von Uralsk.
8. (......) ist dieses Ungeheuer friedlich, (......) aggressiv.
9. Ich habe diesen Taschenrechner noch (......: an keinem Ort) gesehen.
10. Ich las Ihr (......: Annonce)
11. Mein Geschäft (............ = liegt) im Studentenviertel.
12. Es besteht eine große (............) d "SECRETARY-TASCHENRECHNER".
13. Es besteht ein großer Bedarf (......) dies Taschenrechner.
14. Hans ist (......: im Stande) ein Telefonbuch auswendig zu lernen.
15. Ich möchte mir über die aktuelle Lage in der Republik Salpatria (...... = Ich
möchte sie besser kennen lernen und verstehen).
16. Über die Auswirkung des Interferons sind sich die Forscher noch nicht im (......=
sie wissen noch nichts Genaues darüber).

91
Hans-Olaf Henkel

Zielsetzung: Perzeptives Hören

Einleitende Übung: Setzen Sie bitte einen passenden Ausdruck ein:

Hans-Olaf Henkel wurde am 14. März 1940 in Hamburg geboren. Dort absolvierte er
ein___ kaufmännisch___ Lehre und ein Studium an der Hochschule für Wirtschaft und
Politik.

1962 trat er in die IBM Deutschland ein. Nach verschieden___ Linien- und
Stabspositionen in Deutschland, den USA, Asien und d___ europäisch___ Zentrale in
Paris, wurde er 1987 zum Vorsitzend___ der Geschäftsführung der IBM Deutschland und
1993 zum Chef der IBM Europa, Mittlerer Osten und Afrika ernannt. In den Jahren 1995
bis 2000 war er Präsident des Bundesverbandes der Deutsch___ Industrie e.V. (BDI),
seit 2001 ist er Vize-Präsident.

(_____) Juli 2001 ist Henkel Präsident der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm
Leibniz (WGL), der 78 Forschungsinstitute mit insgesamt 12.000 Mitarbeitern und
Mitarbeiterinnen angehören und die ein Jahresetat von ca. Euro 800 Mio. hat.

Henkel ist Mitglied der Aufsichtsräte der IBM Deutschland GmbH (Berlin), Continental AG
(Hannover), European Aeronautics and Defense Systems AG (München), SMS AG
(Düsseldorf), der Deutsch___ Industriebank AG (IKB) (Düsseldorf), der econia.com AG
(Köln) und der Schweizer Unternehmen
Ringier AG (Zofingen) und ETF (Lugano),
sowie der Orange SA (London). Er ist
Vorsitzend___ des International___
Beirates von Roland Berger Strategy
Consultants (München), Senator der Max-
Planck-Gesellschaft und aktiv___ Mitglied
bei Amnesty International.

1992 erhielt Henkel die Ehrendoktorwürde


der Technisch___ Universität Dresden und
wurde im gleich___ Jahr vom Worldwide
Fund for Nature (WWF) zum „Ökomanager des Jahres“ gewählt. 1998 veröffentlichte er
das Buch „Jetzt oder nie. Ein Bündnis für Nachhaltigkeit in der Politik“ und 2000 den
Bestseller, „Die Macht der Freiheit“. Er publizierte zahlreich___ Beiträge zu politisch____,
wirtschaftspolitisch___ und wissenschaftlich____ Themen. Seit November 2000 lehrt
Henkel als Honorarprofessor am Lehrstuhl für International___ Management, Universität
Mannheim.

Perzeptives Hörverstehen: Bitte setzen Sie einen passenden Ausdruck ein

1. Hans Olaf Henkel hat mit Castro Streit gehabt = Er hat .................... .
2. Auf Kuba werden die Menschenrechte immer noch m____________ .
3. Fidel Castro konnte von dem Streit nicht mehr l______ .
4. Castro hatte sich (______) hineingesetzt, um die Konversation fortführen zu
können.
5. Der Botschafter hatte dazu gesagt: "Das hat es ...................".
6. Hans Olaf Henkel ist f____ davon überzeugt, dass es einen Z_______ gibt
zwischen Menschenrecht____ und sozial___ Marktwirtschaft.

92
Dr. Nakamats, der geniale Erfinder

Aus Wikipedia

Nakamatsu Yoshirō (* 26. Juni 1928), auch bekannt als Dr.


NakaMats, ist ein japanischer Erfinder, der Inhaber von
mehr als 3000 Patenten ist und damit die Person mit den
meisten Patenten weltweit. Thomas Alva Edison ist mit
1093 Patenten auf Platz zwei.

Aus Frankfurter Allgemeine

NakaMats erfand im Jahre 1950 die Diskette an der


Imperial University in Tokio.
Wenn Dr. NakaMats nicht erfindet, hält er Vorlesungen
über Kreativität an der Universität von Tokio, an der
University of Pennsylvania oder in Moskau, Gerade erst ist
er von dort zurückgekommen, In Bulgarien bat man ihn für sein Lebenswerk geehrt. Alles
nachzulesen in seinen "annähernd 100 Büchern", die übersichtlich vor ihm auf dem
Schreibtisch stehen. Die größte Erfindung, mit der er sich brüstet, ist zugleich die
geheimnisvollste, 1952, mit 23 Jahren, sicherte sich Dr. NakaMats ein Patent auf eine
unscheinbare flache Scheibe, die "Floppy Disk". Zwei Jahrzehnte später begann der
Computerkonzern IBM Nakamats' Innovation für den PC zu vermarkten. So recht zu
verstehen ist die historische Entwicklung allerdings nicht mehr. Laut Nakamats bot ihm
der damalige Vizepräsident von IBM für eine “weltweite Lizenz” einen “sehr guten
Vertrag", der ihn allerdings! auch zum Schweigen verurteilte. IBM in Tokio gibt sich bei
Nachfragen in der Sache NakaMats zugeknöpft, Man will sich zu Patenten und Lizenzen
nicht äußern, streitet aber auch nichts ab,
Neben der Floppy Disk fordert Dr. NakaMats auch Anerkennung für die Erfindung der
Digitaluhr und für die automatische Postsortieranlage, So weit, so überzeugend, Dass DL
NakaMats heute mindestens ebenso viel Spott wie Bewunderung auf sich zieht, verdankt
er den mehr als 3000 anderen Erfindungen, deren wissenschaftlicher Nutzen gelinde
gesagt zweifelhaft ist. In den vergangenen Jahren konzentrierte er seine Forscherenergie
auf Produkte "zur Verbesserung der Lebensqualität": Spezialschuhe auf Sprungfedern zur
Schonung der Organe beim Gehen und Gehirnnahrung zur Intelligenzförderung. Sehr
berühmt ist sein „Konzentrationsstuhl.“ Besonders stolz ist NakaMats auf den in langen
Jahren entwickelten "Love-, Jet", ein mechanisches Aphrodisiakum für Mann und Frau,
das laut Erfinder "besser ist als Viagra", Auf die entsprechenden Intimstellen
aufgetragen, verdoppele das Spray Lust und Potenz "ganz ohne Nebenwirkungen" und
erhöhe nebenbei noch die Intelligenz. Bei all diesen Vorzügen bleibt unklar, warum
Viagra überhaupt noch auf dem Markt ist.
Für die Konzentration zieht er sich in seinen "Ruheraum" zurück, ein Zimmer ohne Metall,
Das aus "natürlichen Materialien" besteht. Im "dynamischen Raum" lässt sich der
Erfinder dann mit klassischer Musik berieseln, das belebt die Hirnströme. Die Floppy Disk
zum Beispiel verdankt er Beethovens Fünfter. Die besten Ideen kommen Dr. NakaMats
übrigens unter Wasser. Dort arbeitet er gern, weil der Sauerstoff draußen nur die
Alterung vorantreibt. Und weil die "Eingebungen in aqua" so schnell wie unberechenbar
auf ihn einströmen und sich ebenso schnell wieder verflüchtigen, hat er für seine Notizen
einen wasserdichten Schreibblock erfunden. “Der Schlüssel zum Genie liegt in der
richtigen Lebensführung,” sagt Nakamats. Seit 30 Jahren ernährt sich Dr. NakaMats
streng nach Dr. NakaMats. Statt Kaffee, Tee, Milch oder Alkohol trinkt er "Hirntee
NakaMats". Einmal am Tag schöpft er Kraft aus seinen "Yummi Nutri Brain"-Keksen, einer
ernährungspolitisch höchst korrekten Komposition aus intelligenzfördernden
Nahrungsmitteln wie Algen oder Hühnerleber. In mühsamer Feldforschung am eigenen
Leib bat er die perfekte Erfindermahlzeit ausgetüftelt.

93
Seit Jahren schon dokumentiert Dr. NakaMats jede seiner Nahrungsaufnahmen mit dem
Fotoapparat. Und weil er überzeugt davon ist, mit seiner - patentierten- Diät genau 144
Jahre alt zu werden, fühlt sich Japans berühmtester Erfinder mit 72 Jahren noch auf der
Höhe der Jugendlichkeit: "Dies ist das aggressivste Erfinderalter," sagt der Erfinder.

Aufgabe:

Nakamats möchte eine Zweigstelle in Berlin eröffnen. Sie bilden


Teams von 3 Personen. Jedes Team kümmert sich um die
Vermarktung eines Nakamatz-Produkts (Tee, Plätzchen,
Konzentrationsstuhl etc.). Ihr Filialleiter ist allerdings nicht ganz
ehrlich. Auch Produkte, die nicht vom Nakamats-Imperium
vertrieben werden, werden unter dem Namen Nakamats verkauft.
Es können also auch weiße Produkte eingekauft werden und unter
dem Namen „Nakamats“ vertrieben werden.
Folgende Produkte sind in Deutschland auf jeden Fall auf den Markt
zu bringen, weil es Nakamats’ Erfindungen sind:

- Gesundheitstees
- "Yummi Nutri Brain"-Keksen
- den Konzentrationsstuhl
- den "Love-Jet"
- den wasserdichten Schreibblock
- Nakamatz-Seminare über die ideale Lebensführung

Sie können aber auch welche hinzuerfinden bzw. bestehende Produkte (wie
Vitaminpräparate) unter dem Namen Nakamats an den Mann bringen.

Nach der Vorbereitungsphase präsentiert jede Gruppe ihr Produkt. Die Präsentation soll
folgende Elemente enthalten:
- Dem Kunden soll klar gemacht werden, dass die Produkte von einem erleuchteten
Menschen und begnadeten Erfinder stammen.)
- Die Eigenschaften und Vorzüge des Produkts müssen beschrieben werden.
- Sie erfinden für Ihr Produkt einen Werbeslogan.

94
Hörverstehen : Karl Lagerfeld im Gespräch mit Reinhold Beckmann

Quelle: Das Erste 05.07.2004

• sich umschauen
• das Körperbewusstsein
• etwas vorleben / vorexerzieren
• vor allen Dingen = vor allem
• oberflächlich
• weniger ALS : nicht “wie”
• urplötzlich
• der Teppich, der rote Teppich
• der Entwurf (¨e)
• ködern: heranlocken
• das Bekenntnis

1. Wie viel Kilo hat Lagerfeld abgenommen?


2. Was hält Lagerfeld von der kosmetischen Chirurgie?
3. Wie sieht Lagerfeld die moderne Einstellung der Menschen zur Sexualität?
4. Was findet er “grauenhaft”?
5. Warum findet der Moderator (R. Beckmann) Lagerfelds Mutter eine “tolle
Frau”?
6. Was ist das Sympathische an der Modewelt laut Lagerfeld?
6.1.. ______________________
6.2. ______________________
7. Was hält Lagerfeld von Trainingsanzügen?
8. Welcher neue Trend zeichnet sich in Bezug auf Trainingsanzüge ab?
9. Ist Lagerfeld mit diesem Trend vertraut?

95
Interview mit Jim Rogers
Börse am Sonntag, März 2006

Vokabular:

bullish = optimistisch (Gegensatz von „bearish“)


das Allzeit-Hoch: der bisher höchste Kursstand in der Geschichte.

Börse am Sonntag: Sind Sie nach dem jüngsten Anstieg der Rohstoffe immer noch
bullish für den Rohstoff-Sektor im Ganzen?

Jim Rogers: Oh ja. Dieser Bullenmarkt wird weitergehen. Historisch haben Bullenmärkte
im Rohstoff-Sektor zwischen 15 bis 23 Jahre angedauert. Basierend auf der Historie wird
dieser Bullenmarkt also bis irgendwann zwischen 2014 bis 2022 laufen. Es wird in diesem
Anstieg Konsolidierungsphasen geben, aber Rohstoffe haben noch eine lange, lange
Aufwärtsbewegung vor sich, die noch viele Jahre dauern wird.

Börse am Sonntag: Sind Sie für alle Rohstoffe gleichermaßen bullish oder bevorzugen
Sie einzelne Rohstoffe? -

Jim Rogers: Aktuell sind Sie besser beraten, sich jetzt Agrar-Rohstoffe als Metalle oder
Energie anzuschauen. Denn die Rohwaren sind noch bei weitem nicht so stark gestiegen.
Aber es gibt keinen Bullenmarkt, in dem alles gleichzeitig steigt.

Börse am Sonntag: Von Ihrem Buch „Rohstoffe - Der attraktivste Markt der Wett", wohl
dem Basiswerk für Rohstoffe, wissen wir, dass Zucker einer Ihrer Favoriten ist. Ist das
immer noch der Fall und warum?

Jim Rogers: Zucker hat sich in den vergangenen zwei Jahren extrem gut entwickelt und
ich erwarte, dass es sich auch über die nächsten Jahre hervorragend entwickeln wird. Ob
Sie nun nächste Woche Zucker kaufen sollen oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Aber
Zucker ist selbst heute noch zwischen 80% bis 85% unter seinen Allzeit-Hochs. Ich weiß
nicht, ob Zucker weiter steigen wird, aber ich weiß: Es ist weit, weit, weit unter seinen
Höchstkursen.

Börse am Sonntag: Wie sieht es mit den Getreide-Rohwaren aus? Mit Sojabohnen zum
Beispiel, die ebenfalls einer Ihrer Favoriten sind. Glauben Sie, dass sich im Getreide-
Sektor Gewinnmöglichkeiten durch die steigende Zahl an Naturkatastrophen, wie die
ungewöhnlich starke Hurrikan-Saison dieses Jahr, ergeben? Es sieht so aus, dass die
Zahl und die Intensität von Naturkatastrophen von Jahr zu Jahr zunimmt.

Jim Rogers: Ja, es gibt viele Möglichkeiten im Getreide-Markt. Wenn Sie sich
Sojabohnen anschauen, dann notieren diese immer noch weit, etwa 70%, unter ihrem
Allzeit-Hoch. Das Gleiche gilt für Weizen, Mais. Und Sie werden auch dort hervorragende
Anlagemöglichkeiten finden.
Die Hurrikans sind nach meiner Meinung für Getreide allerdings nur ein untergeordneter
Faktor. Von wesentlich gravierenderer Bedeutung ist, dass die Welt in den letzten fünf
Jahren mehr Nahrung verbraucht hat, als es produziert hat. Zum ersten Mal in der
Geschichte!
Die Lagerbestände sinken immer weiter auf sehr niedriges Niveau. Die Anbauflächen die
mit Weizen bewirtschaftet werden, gehen zum Beispiel seit gut 30 Jahren kontinuierlich
zurück. Das Angebot geht also stark zurück, während die Nachfrage weiter zunimmt.
Denn die Weltbevölkerung wächst weiter und verbraucht mehr Nahrung. Also: Die
fundamentale Situation von Angebot und Nachfrage verändert sich sehr positiv für
Nahrungsmittel-Aktien und Getreide. Und wenn wir weitere Wetterkatastrophen haben,

96
ähnlich wie die über die Sie gesprochen haben, wer kann dann schon sagen, wie hoch
Getreide steigen kann.

Börse am Sonntag: Sprechen wir über Gold. Wie ist Ihre Meinung zu Gold? Sind Sie
immer noch bullish für den Goldmarkt?

Jim Rogers: Nun, ich besitze Gold. Gold wird über die nächsten Jahre steigen. Ich denke
aber, ich werde in anderen Rohstoffen mehr Geld als mit Gold verdienen. Es gibt jedoch
keinen Grund, Gold zu verkaufen. Denn der Trend ist intakt. Nein, ich verkaufe mein Gold
jedenfalls nicht

Börse am Sonntag: Könnten Sie die Gründe für den Goldanstieg konkretisieren?

Jim Rogers: Wie immer: Angebot und Nachfrage. Das ist auch einer der Gründe warum
ich für Gold nicht so bullish bin wie für andere Rohstoffe. Es gibt gigantische
Goldreserven rund um den Globus. Solche Reserven gibt es bei keinem anderen Rohstoff
weltweit. Und das Angebot steigt weiter an. Aber mit den steigenden Ängsten von
Menschen bezüglich des Papiergeldes und mit weltweit zunehmenden Kriegen und Krisen
wird mehr und mehr Geld in den Goldsektor fließen. Deshalb wird die Nachfrage stärker
als das Angebot steigen.

Fragen:

1. Ist es laut Rogers jetzt dringend nötig, in den Rohstoff-Markt einzusteigen und
z.B. Rohstoff-Zertifikate zu kaufen?

2. Welche Rohstoffe haben laut Rogers eine Zukunft für Investoren?

3. Welche Faktoren habe eine Auswirkung auf die Preisentwicklung im Getreide-


Markt?

4. Wie sieht Jim Rogers die Entwicklung des Goldpreises?

5. Sollte man laut Jim Rogers Gold kaufen?

97
Sprechfertigkeit & Leseverstehen: China-Fonds

Sie sind Anlageberater und möchten Ihren Kunden China-Fonds verkaufen. Wie würden
Sie vorgehen?

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99
Keine Jobs für Millionäre

André Kostolany
Aus: Weisheit eines Spekulanten - im Gespräch mit Johannes Gross. 2000. Düsseldorf:
Econ

Vokabular

• auf Kasse – auf Termin


• der Rohstoff (-e)
• jdn schief ansehen
• der Broker (-)
• Diese Idee reizt mich = finde ich attraktiv
• sich bewerben, bewarb, beworben: Ich habe
mich um einen Job bei QUAX-COMPUTERS
beworben.
• das Bewerbungsschreiben
• erstaunt sein, staunen
• jäh = plötzlich
• die Absage (-n)
• enttäuschen, enttäuschte, enttäuscht
• akquirieren
• der Makler (-)
• seinen Lebensunterhalt bestreiten
• einer Frau den Hof machen

Text:

Ich war natürlich weiterhin Spekulant, spekulierte in Aktien und Rohstoffen, auf Kasse
und Termin. Doch nachdem ich mir Amerika angesehen und das Leben ohne
Verpflichtungen ausgekostet hatte, wollte ich irgend etwas tun. Außerdem wird man in
den USA von dem einen oder anderen schief angesehen, wenn man nicht einer Arbeit im
bürgerlichen Sinne nachgeht.
Ich bewarb mich daraufhin bei mehreren Brokerhäusern. Der Gedanke, eine Visitenkarte
mit einer Wall-Street-Adresse zu haben, reizte mich außerdem. Ich malte mir schon aus,
wie ich bei meinen zukünftigen Chefs im Einstellungsgespräch brillieren würde. Sie
würden nicht nur über mein theoretisches Wissen erstaunt sein, sondern gleich eine
ganze Disputation über die Börsenspekulation zu hören bekommen. Meine Erwartungen
wurden jedoch enttauscht. Ich erhielt nur Absagen. Später erfuhr ich auch, warum, denn
bei der weltbekannten lnvestmentbank Goldman, Sachs & Co. bekam ich durch meine
Verbindung zum Seniorchef Sachs doch ein Vorstellungsgespräch.
Ich kannte den Seniorchef durch seine Frau, die mit meiner späteren Frau befreundet
war. Er bat mich, zu ihm heraufzukommen, und war nach unserem Gespräch auch bereit,
mich einzustellen, doch der Personalchef legte sein Veto ein. Später erfuhr ich vom Herrn
Sachs den Grund für seine Ablehnung. Ich hatte in meinen Bewerbungsschreiben an alle
Firmen angegeben, ich sei finanziell unabhängig. Solche Leute wollte man nicht haben.
Sie suchten hungrige Mitarbeiter, die Kunden akquirieren und Provisionen produzieren
mussten, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Bei mir vermuteten sie, ich würde
große Vortrage über die Börse halten, aber kein »big producer« werden. Sie hatten die
Situation richtig beurteilt. Den Begriff »producer« kannte ich bisher nur für Filmemacher
aus Hollywood. Dass Börsenmakler auch »producer« sein können, wusste ich bis dahin
nicht. So hatte ich bei meiner erfolglosen Bewerbung wenigstens etwas gelernt.
Doch ich gab nicht auf! Ich dachte, wenn mir mein Börsenwissen nicht zu einer Stellung
verhelfen kann, dann vielleicht mein anderes Steckenpferd: die Musik. Es gab in
Manhattan ein wunderbares Grammophongeschäft. Ich hatte damals schon eine riesige
Plattensammlung, die ich heute noch besitze. Wenn ich sie hintereinander auflegen
100
würde, konnte ich eine Woche ununterbrochen spielen. Ich dachte mir, in das Geschäft
kommen sicher viele hübsche Frauen, denen ich Platten verkaufen und den Hof machen
kann. Doch auch dort nahm man mich nicht.

Welche Sätze sind richtig?

1. In den USA muss man einen Beruf haben, um in der Gesellschaft angesehen zu
werden.
2. André Kostolany war reich.
3. André Kostolany hatte eine Wall-Street-Adresse.
4. André Kostolany glaubte, dass er leicht einen Job finden würde.
5. André Kostolany wurde oft zu Vorstellungsgesprächen eingeladen.
6. André Kostolany bekam einen Job bei Goldman, Sachs & Co.
7. Finanziell unabhängige Menschen werden im Brokergeschäft geschätzt.
8. André Kostolany wusste nicht, dass ein "Producer" ein Filmproduzent ist.
9. André Kostolany ist musikalisch.
10. André Kostolany konnte eine Woche lang ununterbrochen Klavier spielen.
11. André Kostolany liebt schöne Frauen.
12. André Kostolany wollte in einem Schallplattengeschäft arbeiten.
13. André Kostolany hat einen Job gefunden.

101
Vokabular zum Thema Finanzwelt / Banken

Bitte kreuzen Sie die richtige Lösung an. (Es ist nur eine Lösung richtig)
1 Wie nennt man die Identifikationsnummer der Banken ?
a) Bankleitzahl 
b) Bankkennzahl 
c) Bankleitnummer 
d) Bankennummer 
2 Ein Kredit mit einer Laufzeit von über vier Jahren ist ein ...... Kredit.

a) lang dauernder 
b) langwieriger 
c) lang terminierter 
d) langfristiger 
3 Das Giro- oder Gehaltskonto nennt man auch ...
a) Wechselkonto 
b) laufendes Konto 
c) schnelles Konto 
d) Quick-Konto 

4 Die Verrechnung von Soll und Haben auf einem Gehaltskonto ergibt den ...
a) Saldo 
b) Salcho 
c) Salto 
d) Saldus 

5 Jemand, der für die Einhaltung der Pflichten eines anderen haftet, ist
ein ...
a) Behafteter 
b) Bürge 
c) Häftling 
d) Bürger 
6 Wenn man für das Führen eines Kontos bei einer Bank kein Geld
bezahlen muss, nennt man dies ...
a) bargeldlose Kontoführung 
b) ungebührliche Kontoführung 
c) gebührenfreie Kontoführung 
d) unentgeltliche Kontoführung 

7 Die Bank soll jeden Monat von meinem Konto die Miete für die Wohnung
an den Vermieter überweisen.
a) Ich richte deshalb bei der Bank einen Dauerauftrag ein. 
b) Ich erteile deshalb meiner Bank eine Einzugsermächtigung. 
c) Ich stelle einen Überweisungsantrag. 
d) Ich lege bei der Bank ein Festgeldkonto an. 

8 Die Wertpapiere von Bankkunden werden im _______ verwahrt und


verwaltet.
a) Depot 
b) Schließfach 
c) Safe 
d) Geldschalter 

102
9 Welcher Begriff passt nicht in die Reihe ?
a) Scheck 
b) Kontoauszug 
c) Kreditkarte 
d) Wechsel 

10. Was versteht man unter dem Begriff „Buchgeld“?


a) die in der Jahresbilanz aufgeführten ausstehenden Forderungen 
b) der auf einem Verrechnungsscheck angegebene Geldbetrag 
c) die im Grundbuch eingetragenen Schulden auf einer Immobilie 
d) Guthaben auf der Bank, über das der Kunde jederzeit verfügen kann 

103
Hörverstehen: Betrug mit Investmentfonds
ARD – Tagesthemen

1. Vokabular

• die Schlagzeilen
• das Sparguthaben
• hinterlistig
• jdn. in Sicherheit wiegen
• gutgläubig
• jdn einschüchtern
• unter der Hand : insgeheim, inoffiziell
• die Ausschüttung : die Auszahlung von Dividenden
• ich fühle mich aufgehoben
• bodenständig
• die Rendite (-n) : jährlicher Ertrag einer Kapitalanlage
• Ich habe mir nicht träumen lassen, dass
• der Totalverlust
• der Anleger (-)
• die Geldanlage
• die Einlage (-n)
• das Einlagensicherungssystem : dadurch werden Kleinsparer vor dem Verlust ihrer
Ersparnisse geschützt, falls eine Bank in Konkurs geht.

2. Fragen :

1. Wie viele Familien sind durch die Pleite der Firma Phoenix betroffen ?
2. Wie viel Geld haben diese Familien investiert ?
3. Was haben die Leute getan, um ihr Geld bei Phoenix anzulegen ?
4. Warum war das System hinterlistig ?
5. Warum will Susanne nicht bei ihrem richtigen Namen erwähnt werden ?
6. Was hatte ihr Berater getan ?
7. Welches Gefühl gab Phoenix Susanne ?
8. Wie werden die Thüringer im Hörtext charakterisiert ?
9. Welche Berufsgruppen sind in Schmalkalden vertreten ?
10. Was hat Susannes Familie verloren ?
11. Worauf hat Phoenix die Kunden nicht hingewiesen ?
12. Womit erklärt sich, laut Verbraucherschützer Günter Pfaff, der Erfolg der Firma
Phoenix ?
13. Wie viele Phoenix-Anleger hat es laut Pfaff in Thüringen gegeben ? Wie viele in
Schmalkalden ?

104
Das Beschwerdemanagement

Es passiert nicht alle Tage, dass man in einem Geschäft freundlich und zuvorkommend
behandelt wird. Wenn wir uns aber beschweren wollen, so blüht uns oft ein wahres
Spießrutenlaufen. Meist werden wir als Meckerer angesehen und machen die Verkäufer
ein gelangweiltes oder ungläubiges Gesicht. König ist bestenfalls der Kunde, nicht der
Meckerer. Die Einstellung, Leute, die sich beschweren, als lästige Nörgler anzusehen,
schadet garantiert jedem Unternehmen. Ein Kunde vergisst es einem nie, wenn seine
Beschwerde abschlägig beschieden wurde. Außerdem wird er dann bei seinen Bekannten
und Freunden Dampf ablassen und sich über das betreffende Geschäft oder Unternehmen
beklagen. Vielleicht wendet er sich sogar an eine Verbraucherorganisation, oder gar an
die Medien. Und das tut einem Betrieb auf keinen Fall gut.
Mittlerweile haben dies auch einige amerikanische Firmen eingesehen. Sie haben
erkannt, dass eine positive Reaktion auf Beschwerden, den Betrieb nicht nur vor
Kundenverlust schützt, sondern auch viele neue Kunden einbringen kann. Mit anderen
Worten: Man kann aus der Not eine Tugend machen und die Beschwerden in Vorteile für
das Unternehmen ummünzen. Weitsichtige Firmen haben zu diesem Zweck eine eigene
Abteilung geschaffen, eine Nörgelstelle sozusagen, an die jeder unzufriedene Kunde sich
wenden kann. Das Telefonat ist kostenlos (geht auf Kosten des Betriebs). Die Anschrift
und Telefonnummer wird außerdem in allen Werbeanzeigen und auf den Verpackungen
und Gebrauchsanweisungen angegeben.
Solches Management hat bei vielen Betrieben zu einer spürbaren Steigerung des
Umsatzes geführt, und zwar aus folgenden Gründen:
Der Kunde ist zufrieden. Eine ernst genommene Beschwerde verkehrt das Minus in ein
Plus. Meist sind die Kunden sehr beeindruckt von dem Eifer, mit dem man sich um seine
Belange kümmert.
Mängel eines Produkts können frühzeitig behoben werden. Die Beschwerdeabteilung stellt
eine persönliche Beziehung zwischen Produzent und Verbraucher her. Die Marktforschung
gibt ja nur ein diffuses Bild von der Verbraucherseele. Mittlerweile gibt es wahre
Experten im Auffangen von Beschwerden: Sie verstehen es, ein Beschwerdegespräch in
ein Verkaufsgespräch umzufunktionieren. Sie bringen es fertig, unzufriedenen Kunden
noch weitere Produkte aufzuschwatzen.
Text: Ralph Bisschops, Informationsquelle: WIRTSCHAFTSWOCHE

Modellsätze. Sprechen Sie bitte folgende Sätze nach:

• Ich werde mich beschweren.


• Du sollst dich beschweren.
• Du sollst dich über diese Bedienung beschweren.
• Ich werde mich beim Direktor über die Bedienung beschweren.
• Ich werde beim Direktor eine Beschwerde einlegen.
• Ich werde mich beim Direktor über den Service beklagen.
• Meine Tochter meckert dauernd.
• Er hat die richtige Einstellung zu Geld.
• Er hat eine falsche Einstellung zu Ausländern.
• Sie hat eine positive Einstellung zu Reformen.
• Sie hat eine kritische Einstellung zur Atomenergie.
• Wir wurden abschlägig beschieden.
• Ich wollte ein Darlehen aufnehmen, bin aber abschlägig beschieden worden.
• Was ist der Zweck von dieser Reform?
• Was ist der Zweck von diesem Schalter?
• Diese Reform hat doch keinen Zweck.
• Das hat doch alles keinen Zweck.
• Das hat keinen Sinn und keinen Zweck.
• Seien Sie stets freundlich und zuvorkommend.
• Wie lautet Ihre Anschrift?
105
• Das steht alles in der Gebrauchsanweisung.
• Wir müssen unsere Produktion steigern.
• Wir müssen unsere Preise senken.
• Er hat gute Beziehungen zur Regierung.
• Dieser Mangel muss gehoben werden.
• Nach einem Bürotag muss man mal richtig Dampf ablassen können.

Bitte, setzen Sie einen passenden Ausdruck ein:

1. Herr Schnicke ist immer unzufrieden und klagt dauernd = Herr Schnicke (......)
ständig.
2. Im Betrieb muss ich immer den Mund halten. Nur bei meinen Stammtischbrüdern
kann ich (..........................) (= mich abreagieren).
3. Die Schauspielerin Suzi Wonderful hat sich bei MGM um eine Rolle im neuesten
Tarzan-Film beworben. Aber sie hat nichts bekommen = Sie ist
(..................................) worden.
4. Ich werde der Direktion sagen, wie unhöflich der Portier ist = Ich werde
(.............) bei der Direktion (........) d... unhöflich..... Portier (.......................).
5. Ich finde, dass man in dieser Reiseagentur nicht (.................) behandelt wird. Es
ist sogar vorgekommen, dass man dort einem Kunden die Zunge ausgestreckt
hat.
6. Manche Leute haben eine negative E............. zur Xenotransplantation.
7. Der vornehme Herr weigerte sich, dem Betrunkenen seine (.............: Adresse) zu
geben.
8. Der Umsatz von Coca Cola (................) immer weiter (geht immer weiter in die
Höhe).
9. Die Benzinpreise sind wieder (.......................: in die Höhe gegangen).
10. Durch die zunehmende Anfrage können die deutschen Betriebe ihre Produktion
(..................).
11. Firmen aber, die nicht mit dem technologischen Fortschritt mithalten können,
müssen ihre Produktion (...............).
12. Diese Computer haben leider einen großen (..................): sie sind nicht
IBM-kompatibel.
13. Ich werde (............. = Reflexivpronomen) beim Direktor über die Bedienung
(.................. = reklamieren).
14. Ich werde beim Direktor eine (....................: Reklamation) einlegen.
15. Meine Tante hat während der Reise dauernd (...............: ihrer Unzufriedenheit
Luft gemacht).
16. Als wir von den Japanern das Know-how für die Herstellung des WATANABE-
Mikroprozessors erfahren wollten, wurden wir (..................... = Idiom für: wir
mussten wir leer ausgehen).

106
Authentische Dokumente zum Thema "Beschwerdemanagement"

Text 1

Beschwerden sind unangenehm und kein Mitarbeiter in einem Unternehmen möchte sich
gerne mit aufgebrachten Kunden auseinandersetzen. Nur eines wird dadurch übersehen:
ein unzufriedener Kunde ist ein Kunde, der bald kein Kunde mehr sein könnte.

Aus dieser Tatsache heraus lässt es sich besser verstehen, warum viele Unternehmen,
ohne sich dessen bewusst zu sein, große Hürden aufbauen, um unzufriedenen Kunden
erst gar nicht die Möglichkeit zu geben, sich zu beschweren. Die Gefahr besteht jedoch
darin, den Kunden ganz zu verlieren.

Hier greift nun ein Beschwerdemanagement ein. Unter dem Begriff


Beschwerdemanagement wird die Planung, Durchführung und Kontrolle aller Maßnahmen
verstanden, die dazu führen sollen, dass die Beschwerden aufgenommen, bearbeitet und
ausgewertet werden. Einige Unternehmen fordern ihre Kunden in Werbeaktionen auf,
sich bei ihnen zu beschweren und koppeln die Teilnahme an Gewinnspiele.

Ein Beschwerdemanagement hat viele Vorteile:

• das Unternehmen erfährt kostenlos Defizite in ihren Leistungen,


• diese Defizite können richtig analysiert, Kosten einsparen,
• aus unzufriedenen Kunden werden zufriedene Kunden, die die Unternehmen
längerfristig an sich binden können,
• das Unternehmen verhält sich kundenorientiert.

Zu Maßnahmen eines Beschwerdemanagement zählen:

• die Beschwerdeanregung (z. B. Werbeaktionen, einheitliche Beschwerdehotline),


• die Beschwerdeannahme (Schulung der Mitarbeiter zum Umgang mit
unzufriedenen Kunden),
• die Beschwerdebearbeitung und -reaktion (Information des Kunden über den
Stand der Dinge und Regelungen zum Ausgleich des entstandenen Schadens),
• Beschwerdeauswertung
• Beschwerdecontrolling

aus: Online-Magazin zum Qualitätsmanagement in der Altenpflege

107
Text 2:

Beschwerdemanagement im Dienstleistungssektor

Eine Beschwerde ist...


• ein Hinweis auf Mängel und/oder Fehler;
• ein Hinweis auf ein ent- oder bestehendes Problem;
• häufig eine subjektive Meinungsäußerung

Grundsätze:

• Beschwerden sind erwünscht...


• Beschwerden stehen auf der Tagesordnung...
• Beschwerden gehen alle an...
• Beschwerden haben keine Öffnungszeiten...
• Beschwerden haben Folgen...

Beschwerden sind erwünscht... und werden belohnt

• Jede/r MitarbeiterIn bedankt sich beim Kunden.


• Jede/r MitarbeiterIn versichert ausdrücklich, dass (auch weitere) Beschwerden
erwünscht sind!
• Jede Mitarbeiterin signalisiert damit, dass Kunden ernst genommen werden!
• Offenheit und Lernbereitschaft!
• Kritikfähigkeit und Selbstbewusstsein!

Beschwerden gehen alle an... und jede(r) ist zuständig

Unterschied zwischen Annahme und Bearbeitung


• Für Annahme sind alle zuständig.
• Verantwortung für die Weiterleitung.
• Bearbeitung sicherstellen!

Beschwerden stehen auf der Tagesordnung... bei Besprechungen und Übergaben etc.

Übergaben sammeln Beschwerden und vereinbaren kurzfristigen Handlungsbedarf.


Übergaben leiten Beschwerden weiter.
Entscheidung:
• Einschaltung Geschäftsführung?
• Lösung im Team?
• Einschaltung/Informationen anderer Abteilungen/Funktionsbereiche?
• Kümmerer bestimmen und Infowege klären!!!
• Qualitätssicherungsbeauftragte sammelt Beschwerden aus allen Abteilungen und
Teams!

Beschwerden haben keine Öffnungszeiten... und werden jederzeit angenommen

Alle Mitarbeiter haben jederzeit ein „offenes Ohr“ für Beschwerden!


Falls Beschwerden signalisiert werden:
• stehen bleiben und Blickkontakt aufnehmen
• „freundlich bleiben“
• Anliegen anhören

Beschwerden haben Folgen... und werden bearbeitet


108
• Schriftlich fixieren und niederlegen
• Beschwerdeführer festhalten
• ggf. eingeleitete kurzfristige Maßnahme
• Zuständigkeitsbereich (Kümmerer)
• Bearbeitung (Ziel und Maßnahme)
• Erledigung (Zeitpunkt)
• Rückmeldung binnen drei Tagen an Beschwerdeführer über...
• Eingeleitete Maßnahmen
• Zeitpunkte der Bearbeitung

aus: www.vision-altenpflege.de

109
Hörverstehen: Der kaputte Staubsauger

Hörtext: Inter Nationes; didaktische Ausarbeitung: Ralph Bisschops

Vokabular

• sich beschweren: reklamieren


• Womit kann ich dienen? – Was kann ich für Sie tun?
• Das gibt es nicht (=das ist unmöglich)
• die Steckdose (-n)
• offensichtlich
• die Reparatur (-en)
• die Garantiekarte (-n)
• der Kassenzettel (-)
• im Moment schaut/sieht es etwas schlecht aus
• An mir soll's nicht liegen!
• Ich kann es auch nicht ändern (ich kann nichts dafür)
• der Geschäftsführer
• die Ausnahme (-n)
• kulant
• die Ausgabe

Bitte, überprüfen Sie die Richtigkeit folgender Aussagen:

1. Der Verkäufer glaubt sofort, dass der Staubsauger kaputt ist.

2. Der Staubsauger ist durch einen Kurzschluss kaputt gegangen.

3. Der Verkäufer stellt fest, dass das Kabel defekt ist.

4. Der Verkäufer möchte den Kassenzettel sehen.

5. Die Reparatur ist kostenlos.

6. Die Reparatur dauert höchstens 14 Tage.

8. Der Kunde will die Reparatur abwarten.

9. Der Kunde hat den Staubsauger vor zwei Tagen gekauft.

10. Der Kunde bekommt einen neuen Staubsauger.

11. Der neue Staubsauger wird dem Kunden ins Haus geliefert.

110
Der kaputte Staubsauger - Transkription

VERKÄUFER: Guten Tag. Womit kann ich dienen?


KUNDE: Guten Tag. Ich habe bei Ihnen, vor einer Woche, diesen Staubsauger hier
gekauft.
VERKÄUFER: Ja, ja.
KUNDE: Ich habe das Gerät zweimal benutzt, und dann, dann war's kaputt.
VERKÄUFER: Das gibt's nicht.
KUNDE: Doch, bitte, gucken Sie.
VERKÄUFER: Neues Gerät. Ich bitte Sie!
KUNDE: Ich weiß, ein phantastisches Gerät, Elex, alles klar, aber bitte, ich habe das
zweimal benutzt.
VERKÄUFER: Moment mal, Moment mal, ich schau mal nach.
KUNDE: Hier, probieren Sie's mal, stecken Sie's mal in die Steckdose, ja?
VERKÄUFER: Ja, Sie haben recht, ja.
KUNDE: Ich weiß auch nicht, ob das am ...
VERKÄUFER: Offensichtlich ist da was nicht in Ordnung.
KUNDE: Ob das am Kabel liegt, ob da ein Kurzschluss im Kabel ist, oder am Motor
irgendwas kaputt, also, auf jeden Fall ist es kaputt.
VERKÄUFER: Ja, ja, das ist ja jetzt ganz gleich, in jedem Fall bekommen Sie natürlich die
Reparatur kostenlos.
KUNDE: Ja, das ist klar.
VERKÄUFER: Haben Sie Ihre Garantiekarte dabei?
KUNDE: Jaja und den Kassenzettel auch, hier, bitteschön.
VERKÄUFER: Ja, danke. Dann werde ich gleich mal die Reparatur anmelden.
KUNDE: Hm, Na, Sie, sagen Sie mal, wie lange dauert denn so eine Reparatur überhaupt,
hier?
VERKÄUFER: Tja, im Moment schaut's etwas schlecht aus, wissen Sie, wir haben, wir
haben, unsere Reparaturabteilung ist unterbesetzt, wir haben Betriebsferien.
KUNDE: Du lieber Gott!
VERKÄUFER: Sie müssen vielleicht doch mit 14 Tagen bis drei Wochen rechnen.
KUNDE: 14 Tage??? Nee, nee, hören Sie mal, das geht nicht, also, das kommt überhaupt
nicht in ..., 14 Tage, drei Wochen, nee, nee!
VERKÄUFER: Es tut mir Leid, es ist Urlaubssaison.
KUNDE: Nee, nenee ... ja ...
VERKÄUFER: Ich kann's leider nicht ändern.
KUNDE: Das verstehe ich, aber ich meine ... schauen Sie mal, jetzt kaufe ich ein teures
Gerät, 170 Euro hat das Ding gekostet. Elex!! Weltmarke. Nicht, und und und und ich,
ich probiere das, und und und probiere das zweimal und dann ist ...
VERKÄUFER: An mir soll es nicht liegen, aber ich kann hier nicht, - ich kann hier auch
nichts ändern.
KUNDE: Ich will ein neues Gerät haben. Können Sie mir wenigstens ein neues Gerät
geben dafür?
VERKÄUFER: Das geht auch etwas schlecht, wissen Sie, Sie haben das Gerät immerhin ja
schon zwei Wochen in Benutzung, in Gebrauch.
KUNDE: Ja, trotzdem, also, gucken Sie mal, das geht, - ich will Ihren Geschäftsführer
sprechen, ist Ihr Geschäftsführer da? Ich möchte mit ihm reden.
VERKÄUFER: Wenn Sie wollen, ich kann mal mit ihm reden.
KUNDE: Ja, gut.
VERKÄUFER: Warten Sie einen Moment mal, bitte.
KUNDE: Ja? Es ist doch immer dasselbe mit diesen ... ach verflucht. Ts, -na, ja.
VERKÄUFER: Ja, also er meint ...
KUNDE: Was sagt er denn?
VERKÄUFER: In diesem Fall könnte man wirklich eine Ausnahme machen.
KUNDE: Na, das ist nett.
111
VERKÄUFER: Das sieht also jetzt so aus: wir geben, - Sie geben das alte Gerät zurück.
KUNDE: Ja.
VERKÄUFER: und wir packen Ihnen sofort ein neues ein und geben es Ihnen mit.
KUNDE: Sehen Sie, das finde ich nett, das finde ich kulant, so muss das auch sein.
VERKÄUFER: Ja, gehen Sie bitte zur Ausgabe.
KUNDE: Ja?
VERKÄUFER: neben der Kasse.
KUNDE: Ja?
VERKÄUFER: Da packen wir Ihnen das neue Gerät sofort ein.
KUNDE: Ist in Ordnung. Gut.
VERKÄUFER: Das war doch der 102 A?
KUNDE: Der 102 A? Ja.
VERKÄUFER: Ja.
KUNDE: Schön. Also vielen Dank ja.
VERKÄUFER: Also, ich hoffe, damit ist die Sache in Ordnung gebracht.
KUNDE: Ja. Wiedersehen.

112
KONTEXT: KOMMUNIKATION AM ARBEITSPLATZ

113
Sie kommen, die Headhunter!

Sie sind überall, jeden Betrieb kennen sie wie ihre Westentasche. Es ist nicht
ausgeschlossen, dass Ihre eigene Sekretärin insgeheim für sie arbeitet. Und die Putzfrau,
die so merkwürdig durch die Türspalte blickt, ist vielleicht eine von ihnen. Der Mann an
der Theke, der Sie aufmerksam beobachtet, vielleicht wird er von ihnen bezahlt.
Und es könnte passieren, dass Sie eines Tages Besuch bekommen: ein eleganter,
scharmanter, nach "Cardin" duftender Mann wird Sie um eine Unterredung bitten. Er ist
wie aus dem Ei gepellt: sein maßgeschneiderter Anzug ist dunkel mit einem weißen
Nadelstreif, seine Manschetten werden zusammengehalten durch Knöpfe mit den eigenen
Initialen, die Fingernägel sind manikürt, die Schläfen silbergrau. Er wird sich als
"Personalberater" vorstellen, in Wirklichkeit aber ist er ein Headhunter!
Er will Ihren Kopf, Ihre Talente, Ihr Können. Er will Ihr Genie. Dies aber nicht, um es für
den eigenen Betrieb einzusetzen (einen eigenen Betrieb hat er nicht), sondern um es an
eine andere Firma zu verhökern.
Und falls Sie selber mal was Abwechslung brauchen, oder Ihr Gehalt aufstocken wollen,
könnten Sie versucht sein, auf seinen Vorschlag einzugehen, Ihren Posten an den Nagel
zu hängen und in einen anderen Betrieb einzusteigen.
In der BRD ist Headhunting bei der Vermittlung von Führungskräften verboten. Manager
müssen über Inserate herbeigelockt werden. Dennoch wenden sich immer mehr Firmen
an Headhunter und zwar aus folgenden Gründen:
Inserate werden schnell teuer, wenn man nicht sofort den Richtigen findet.
Auf der Top-Ebene schreibt kein Manager auf Inserate. Nur die kleineren Fische
schnappen zu.
Die meisten Headhunter sind aber Abenteurer, denen es nur darum geht, Menschen an
Firmen zu verkaufen, egal ob sie etwas taugen, oder nicht.
Sie arbeiten mit geklauten oder von bestochenen Sekretärinnen fotokopierten
Lebensläufen und vermitteln Menschen, mit denen sie selber nur zehn Minuten
gesprochen haben. Hauptsache ist für sie, dass die Kasse stimmt, bzw. dass sie ihre
Provision einstreichen können.
Schuld daran sind die Betriebe selber. In den meisten Verträgen steht, dass nur gezahlt
wird, nachdem die gewünschte Arbeitskraft ins Haus geliefert worden ist. Suchaufträge
werden oft an mehrere Headhunter gleichzeitig vergeben. Wer bringt, kriegt Cash. Dies
hat zur Folge, dass oft jemand in einen anderen Betrieb geschleppt wird, der besser
geblieben wäre, wo er war. Auf Manager-Ebene ist schon viel Porzellan zerschlagen
worden, indem man ungeeignete Personen hinter den Direktortisch geschubst hat.
Ernsthafte Headhunter arbeiten nicht auf Erfolgsbasis, sie fakturieren die investierte Zeit.
Falls sich die vermittelte Arbeitskraft in ihrem neuen Posten nicht bewährt, wird kostenlos
eine neue gesucht.
Der größte Headhunter in der BRD heißt Egon Zehnder. Sein Spezialgebiet sind
Führungskräfte. Wer bei ihm anklopft, kann sicher sein, bald den richtigen Fisch im Garn
zu haben. Das ist aber auch kein Wunder, denn Egon Zehnder vermittelt ausschließlich
Leute, die a) eine humanistische Ausbildung haben, b) über juristische Kenntnisse
verfügen und c) ein masters-degree haben. Mit solchen Burschen kann nicht viel schief
gehen.
Text: Ralph Bisschops, Informationsquelle: MANAGEMENT-WISSEN

Modellsätze. Sprechen Sie bitte folgende Sätze nach.

• Ich kenne dieses Museum wie meine Westentasche.


• Er arbeitet insgeheim für den Geheimdienst.
• In Wirklichkeit arbeitet er für den Geheimdienst.
• Die Leute hören aufmerksam zu.
• Darf ich Sie um Ihre Aufmerksamkeit bitten?
• Morgen habe ich eine Unterredung mit dem Chef.
• Du bist ja wie aus dem Ei gepellt!
114
• Darf ich Ihnen meine Frau vorstellen?
• Ich habe mich beim Personalleiter vorgestellt.
• Er hat sein Studium / seinen Job an den Nagel gehängt.
• Er will nicht auf den Vorschlag der Gewerkschaften eingehen.
• Das Arbeitsamt vermittelt Arbeitskräfte.
• Er kann seine Kenntnisse nicht vermitteln.
• Ich habe ein Inserat in der F.A.Z. aufgegeben.
• Ich habe in der FAZ inseriert.
• Haben Sie bereits auf diesen Brief geschrieben?
• Der Minister lässt sich bestechen.
• Er wurde bestochen.
• Uns geht es darum, gegen diesen Krieg zu protestieren.
• Wir liefern die Ware ins Haus.
• Morgen schließe ich den Vertrag mit dem Hausbesitzer ab.
• Er hat den Vertrag gebrochen.
• Das ist vertragswidrig.
• Dieser Computer taugt nichts.
• Unser Konzept hat sich bewährt.
• Dieses Unternehmen kann nur schief gehen.
• Sie dürfen über meinen Wagen verfügen.
• Hans hat eine kaufmännische Ausbildung.
• Alle Öllieferungen werden in Dollar fakturiert.

Geben Sie bitte einen synonymen Ausdruck für:

1. Der Minister hat von der Firma QUAX Geld bekommen, damit er ihr wichtige
Aufträge erteilt. Der Minister ..........
2. Dieser CIA-Agent verhandelt mit den Rebellen, ohne dass seine Vorgesetzten es
wüssten. Dieser CIA-Agent ............... .
3. Ich hatte gehofft, ohne diese Hoffnung laut auszusprechen, dass die Ärzte sich
geirrt hatten. Ich hatte ...................... .
4. Wir bringen Ihnen den Kühlschrank bis in die Küche. Wir liefern .......... .
5. Diese Reifen sind wirklich keinen Deut wert = Sie ............
6. Mensch, was bist du elegant!
7. Wenn Sie eine Wohnung suchen, so tun Sie gut daran, in der Zeitung zu
inserieren:............................................... (verwenden Sie das Wort "Inserat").
8. Paul hat seinen Job aufgegeben: .................................. (Idiom mit "Nagel")
9. Darf ich Sie darum bitten, darauf zu achten, was ich jetzt sagen werde? Darf ich
Sie .....
10. Dieser Reiseleiter kennt Rom bis in die letzten Winkel. Er kennt Rom ...
11. Sie können mit einem Firmenwagen fahren = ...

Setzen Sie bitte einen passenden Ausdruck ein:

1. Ein Systemanalytiker braucht eine gute k................ Ausbildung (meist


Hochschulstudium) und mathematische. Kenntnisse.
2. Giacomo Casanova war ein A................., Spieler und Frauenheld.
3. Der Atomklub besteht aus Staaten, die über eine eigene Atomrüstung
(....................).
4. Die Arbeitslosenunterstützung kann für 12 Wochen verweigert werden, wenn der
Arbeitslose sein Arbeitsverhältnis gelöst oder durch v........... Verhalten Anlass für
die Kündigung des Arbeitgebers gegeben hat.
5. Die Ausbildung zum Wirtschaftsingenieur befähigt insbesondere zur Ausübung
leitender k............. oder technischer Tätigkeiten in Industriebetrieben.
6. Nur wenige Geschäfte liefern Ihnen die Ware (.................). Wer kein Auto hat,
kommt dadurch in Schwierigkeiten.
115
7. Für die Vorhersage von Großwetterlagen hat sich die Beobachtung der
Sonnenflecken am besten b.................
8. Internationale Geschäfte werden seit dem 2. Weltkrieg in Dollars f................
9. Das von Volkswagen AG eingeführte Modell der Vier-Tage-Woche zum Erhalt
von Arbeitsplätzen hat sich nach Ansicht von Vorstandsmitglied Peter Hartz
(.....................). Mit Einführung der Vier-Tage-Woche gingen die
10. Einkommen der VW-Beschäftigten Hartz zufolge um durchschnittlich 15 Prozent
zurück. Im Gegenzug dafür wurden 30.000 Stellen erhalten, die andernfalls
hätten gestrichen werden müssen.

Wie würden Sie auf folgende Äußerungen reagieren, gesetzt den Fall, dass Sie mit dem
Text einverstanden sind?

1. Neue Kräfte sollte man möglichst über Headhunter heranziehen. 2. In der BRD ist
Headhunting gestattet. 3. Sie sind Vorstandvorsitzender der Firma "Fantasy". Sie
brauchen dringend einen Filialleiter für Belgien. Einer Ihrer Mitarbeiter schlägt vor, ein
Inserat aufzugeben. Was antworten Sie? 3. Ihr Chef erwägt, sich für die Anwerbung
eines neuen Managers an Egon Zehnder zu wenden. Was antworten Sie Ihrem Chef?

116
Authentische Dokumente zum Thema Headhunting

Headhunting: Authentisches Dokument 1

Von: Katarina Mose (katarina.mose@rhgconsult.de)


Betrifft: Headhunter und ihre Methoden
Newsgroups:de.etc.beruf.selbstaendig
Datum:2000/07/06

Hallo Ihr Lieben,

da ich mal selbst Headhunterin war, weiß ich ziemlich genau, wie das Gewerbe
funktioniert oder funktionieren sollte.
Üblicherweise muss der Headhunter für seinen Auftraggeber erst einmal eine
Zielliste mit den geeigneten Konkurrenzfirmen erstellen. Danach ruft er bei
diesen ganzen Firmen an und muss herausfinden, in welcher Abteilung die Leute sitzen,
die er braucht (z.B. Marketing-Fachleute). Wie er an diese Infos
kommt, darüber sollte man den gnädigen Mantel des Schweigens breiten, denn
so ganz ok sind die Methoden nicht.
Sobald er die Namen hat, ruft er bei den entsprechenden Leuten an und versucht, ein
kurzes Telefoninterview zu führen, sofern derjenige Interesse hat. Wenn der Kandidat
passt und grundsätzlich einem Gespräch nicht abgeneigt ist, wird ein Termin zu einem
persönlichen Gespräch vereinbart. Dort muss der Kandidat erfahren, wer der
Auftraggeber ist.
Diese Gespräche dauern im allgemeinen ein bis zwei Stunden und sind recht
wichtig für den interessierten Kandidaten.
Sind sich beide Parteien einig, so wird das Profil des Kandidaten an den
Kunden geschickt. Einen Lebenslauf sollte man dem Headhunter frühestens zu
diesem Gespräch mitbringen. Der nächste Schritt ist dann ein Vorstellungsgespräch beim
Kunden. Dies ist der ordentliche Ablauf.
Wenn aber ein Headhunter sofort einen Lebenslauf will, erst einmal abblocken.
Wenn man zudem wirklich an einem Arbeitsplatzwechsel interessiert ist,
sollte man das Gespräch auf abends vertagen und sich zuhause anrufen lassen.
Wichtig: Der Headhunter weiß bis auf den Namen nichts über den Kandidaten,
den er anruft. Also nicht glauben, dass sich der eigenen Ruhm soweit
verbreitet hätte! Im Gegenteil, wenn man aufgrund "einer persönlichen
Empfehlung" angerufen wird, ist Misstrauen angesagt! Vielleicht steckt ein
eifersüchtiger Kollege dahinter, der einen einfach "wegloben" will und den
der Headhunter vorher an der Strippe hatte.

Katarina

©2002 Google

Headhunting: Authentisches Dokument 2

Von: Timo Ziposki (zip22@gmx.net)


Betrifft: Re: Wie Traumjob bekommen?
Newsgroups:de.etc.beruf.misc
Datum:2000/06/13

Hallo Bernhard,

Personalberatungsfirmen beraten Firmen, genauer gesagt suchen sie Personal


für Firmen. Du kannst dich bei einer solche Firma bewerben und denen ein
Profil zur Verfügung stellen. Das sollte dich nichts kosten, weil die Jungs
117
bei erfolgreicher Vermittlung eine Provision von ihren Kunden erhalten, an
die sie dich dann zu vermitteln versuchen. Wer dafür von dir noch zusätzlich
Geld verlangt, gehört in die "Meiden"-Schublade.

Nachteil:
a) Die Headhunter stellen dir den möglichen Arbeitsplatz grundsätzlich
hübsch und reizvoll dar, schließlich werden sie dafür bezahlt, dass du
anbeißt. Du musst also auf einen unverbindlichen Termin beim Arbeitgeber
bestehen. Das ist aber i.d.R. kein Problem, weil der das gleiche Interesse
hat.

b) Wer deinen zukünftigen Job über einen Headhunter zu besetzen versucht,


dem brennt die Hütte. Frag also genau nach, warum dein Vorgänger nicht mehr
da ist. Ich finde auch die Frage legitim, warum der AG den Job über einen HH
besetzt und nicht über eine (bei weitem günstigere) Anzeige.

Vorteil gegenüber der selbständigen Arbeitssuche:

a) Du kannst dich mit jemandem zusammen auf Vororttermine vorbereiten, der


die Erwartungshaltung des Arbeitgebers genau kennt und dich vorher
entsprechend briefen kann.

b) Du kommst professioneller rüber, weil du nicht "der Typ aus der Zeitung",
sondern "der Typ vom Headhunter" bist. Ein Vorschussbonbon, das zwar
dauerhaft nichts wert ist, aber ein paar Türchen öffnen kann, deren
Hausnummern nicht in der Zeitung oder im Arbeitsamt stehen.

Unterm Strich würde ich diesen Weg aber erst gehen, wenn Arbeitsamt, Zeitung
und Internet-Jobbörsen nichts bringen, hier gibt es Hunderte von Angeboten.
hth.

Grüße aus dem Ruhrgebiet,


Timo

Headhunting: Authentisches Dokument 3

Von: Uwe Borchert (borchert@informatik.unibw-muenchen.de)


Betrifft: IT-Arbeitsmarkt... Resümee?
Newsgroups:de.markt.arbeit.d
Datum:1999/03/14

Hallo Allerseits,

auf Arbeitssuche in der IT in den Jahren 94 bis 97 habe ich eine


seltsame Diskrepanz zwischen dem offiziellen Fachkräftemangel und der
realen Bewerbersituation bemerkt. Dies hat mich zu nachdenken
angeregt. Das vorläufige Endergebnis steht hier auf diesen Seiten.

Hinweis: dieser Bericht spiegelt nur meine subjektive Einstellung aus


der Zeit von 1994 bis 1998 wieder und erhebt keinen Anspruch auf
Vollständigkeit und Objektivität.

Die offizielle Seite

Der Arbeitsmarktes für IT-Fachkräfte stöhnt über zu wenig


118
qualifizierte Fachkräfte. Es existieren verschiedene Berichte in der
Presse bzgl. des Personalnotstandes in der IT. Ich betrachte diesen
Sachverhalt einmal von einer anderen Seite und mit anderen
Gedankengängen.

Der subjektive Eindruck

Zuerst ein persönlicher Eindruck aus meinem Bekanntenkreis: viele


Freunde und Bekannt von mir haben eine breiten IT Hintergrund durch
das Studium an einer TH (Karlsruhe). Trotzdem sind viele dieser Ex-
Studenten arbeitslos. Im Gegenzug dazu wurden Abgänger mit geringem
bzw. schmalbandigem IT-Wissen bedenkenlos eingestellt. Durch meine
Mitarbeit an vielen IT-Projekten kenne ich die IT-Kenntnisse vieler
dieser Ex-Studenten recht genau, ich weiß also recht genau von was
ich rede.

Es gab also definitiv noch eine große Anzahl von arbeitslosen


IT-Fachkräften in einer Zeit in der über einen Mangel an
ITler geklagt wurde. Einer der Gründe für die Nichteinstellung dieser
Personen ist die lange Studiendauer, meistens infolge der
Erwerbstätigkeit zur Studienfinanzierung. Ein schneller Student wird
wohl in den wenigsten Fällen auch praktische IT-Erfahrung vorweisen
können, dies ist zeitlich normalerweise gar nicht möglich. Deshalb ist
das Kriterium "schnelle Studienzeit" ein unzureichendes bis
kontraproduktives Auswahlkriterium. Das andere Argument: "Wer schnell
studiert hat, kann sich problemlos und schnell in andere
Aufgabenbereiche einarbeiten", ist nicht anwendbar, da das praktische
Arbeiten mit der IT und das schnelle Studieren an der Universität in
großen Bereichen völlig verschiedene Arbeitsweisen erfordern. Des
weiteren werden bei vielen Stellenausschreibungen völlig unsinnige
Qualifikationen verlangt. Wenn also wirklich ein Mangel an
Arbeitskräften vorhanden wäre, würde man das Potential der
arbeitslosen Akademiker mit IT-Kenntnissen abschöpfen. Dies scheint
aber nicht gemacht zu werden.

Des weiteren habe ich bereits genug Vorstellungsgespräche hinter mir und
einige Ist-Firmen auf diese Art kennen gelernt. Das Niveau der
Angestellten ist zum Teil extrem gering. Woher kommt dieser
Sachverhalt? Diese minderqualifizierten Leute wurden Anfang der 90er
eingestellt. Zu dieser Zeit war das generelle Niveau in der IT extrem
niedrig. Es wurde jeder genommen, der den Einschalter am PC gefunden
hat. Diese Leute tendieren dann zur Einstellung von Fachidioten. Ein
Freund, der Psychologie studiert, erklärte mir den Sachverhalt: Häufig
haben Chefs Angst, Mitarbeiter einzustellen, die über den Tellerrand
hinausblicken, da diese am Stuhl sägen könnten. Dieser Sachverhalt
wurde mir auch von einem befreundeten Manager im IT nahen Bereich
bestätigt. Deshalb werden qualifizierte Leute nicht eingestellt.
Aus letzterem Beispiel könnte man auch die Schlussfolgerung ziehen:
der Neue muss zum Wohle der Partei/Firma am
Stuhl des Alten sägen. Dadurch das am Anfang der 90er Jahre die
Einstellungsquoten stark zurückgegangen sind wurde dieser Effekt
natürlich noch verstärkt. Es konnten für einige Jahre fast keine
besserqualifizierten Fachkräfte nachrücken.

Ein weiterer Faktor sind die Kurzzeitarbeitsverträge. Mir wurde


mehrfach aus Ist-Abteilungen großer und größter Unternehmen folgendes
119
berichtet: Etwa die Hälfte der Ist-Kräfte ist auf der Suche nach einer
neuen Arbeitsstelle. Diese Leute werden dann wohl kaum noch viel Zeit
für ihrer eigentliche Arbeit haben. Bewerben ist ein echter
Fulltimejob. Das entspricht auch den Erfahrungen aus meiner
Arbeitssuche und der meiner Arbeitskollegen im Umfeld.
Trotzdem wird immer wieder von
der schweren Suche nach IT-Fachkräften geredet und es werden
sogenannte Headhunter eingesetzt, die aber das eigentliche
Problem sogar verschärfen.

Als provokative Schlussfolgerung komme ich zur Erkenntnis: Entweder


ist alles Lüge und es geht hier nur ums Lohndrücken (über das
Outsourcing, Scheinselbstständigkeit, freie Mitarbeit) oder aber die
Verantwortlichen in der IT sind Manager nach dem Model "Nieten in
Nadelstreifen". Aber wahrscheinlich ist die Wahrheit irgendwo in der
Mitte. Leider kann ich im Moment keine genauen Zahlen über
arbeitslose/suchende ITler und Umfang/Einsparungen durch Outsourcing
nach Indien nennen, jedoch erscheint mir meine Argumentation plausibel
und weniger widersprüchlich in sich als die offizielle Darstellung.
Der Subkontinent ist nicht nur für seine hochqualifizierten
Computerfachkräfte bekannt, sondern auch für den Kostenvorteil.
Der Stundenlohn eines indischen Programmierers beträgt dabei nur einen Bruchteil der
vergleichbaren Arbeitskosten in den Industrienationen.

120
Der Lebenslauf – Einleitung

Quelle: http://www.erfolgreicher-bewerben.de

Was man generell beachten muss.

Dadurch machen Sie einen negativen Eindruck:

• Gefaltete Unterlagen in kleinen Umschlag gequetscht


• Geknickte, ungepflegte Unterlagen
• Billigste Verpackung (z.B. Unterlagen in Prospekthüllen ohne Ordner)
• Handschriftliche Texte (außer wenn ausdrücklich gefordert)
• Mehrere Fehler im Text
• Fehlendes Foto, ungünstiges Foto, übergroßes Foto
• Mit Büroklammer “über der Nase” befestigtes Foto
• Foto aus Privatsphäre (auf dem Sofa, mit dem Hund, mit Gitarre am Meer ...)
• Unvollständige Unterlagen
• Unangemessen bunte oder mit Bildchen verzierte Aufmachung der Unterlagen

Dadurch machen Sie schon mal einen positiven Eindruck:

• Höherwertiger Bewerbungsordner (investieren Sie ruhig etwas mehr in Ihre


berufliche Zukunft)
• Etwas kräftigeres Papier (ab ca. 90 g)
• Übersichtliche Anordnung der Unterlagen, ggf. mit kleinem Inhaltsverzeichnis
• Gediegenes Portraitfoto mittlerer Größe – (besonders edel wirkt schwarz/weiß)
• Mit sinnvollen Absätzen übersichtlich gegliederte Texte
• Dem bisherigen Lebenslauf angemessener Umfang (“weniger ist meist mehr”)

121
Die Arbeitszeugnisse

Quelle: www.daserste.de

Sofern Sie Ihren Bewerbungsunterlagen Zeugnisse früherer Arbeitgeber beifügen, sollten


folgende grundsätzliche Regeln gelten:

• Geschäftspapier mit vollständiger Adresse des letzten Arbeitgebers

• Persönliche Daten: Name, Geburtsdatum, akademische Grade und


Beschäftigungsdauer müssen enthalten sein

• Eine detaillierte Tätigkeitsbeschreibung ist notwendig

• Beurteilung von Fähigkeiten und Fertigkeiten

• Spezielle Kenntnisse und Erfahrungen

• Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen

• Beurteilung des Sozialverhaltens und der Führungskompetenz

• Gründe der Auflösung des Arbeitsverhältnisses

122
Modell-Lebensläufe
Quelle: www.uem.es

Lebenslauf -- Variante 1 Foto

Zur Person
Name Petra Müller

Anschrift Albrechtallee 116


68001 Mannheim
Tel. 021/78 56 34
geboren am 11.11.1950 in Sandhausen/Thüringen
Familienstand verheiratet, drei erwachsene Kinder
Ehemann Johannes Müller
von Beruf Altenpfleger
Schulausbildung
Volks-, Mittelschule, Gymnasium 1956-1968 (ohne Abiturabschluss)
Berufsausbildung
Diakonissenkrankenhaus 1969-1972

Mannheim-Nord Krankenschwester
Berufstätigkeit
Diakonissenkrankenhaus 1972-1980

Mannheim-Nord Krankenschwester auf der Geriatrie


1984-1990 Familienpause

Kindertagesstätte 1/1990

Mannheim-Mitte seit 1/1992 stellvertretende Leiterin


Weiterbildung
Beruflich:
Uni-Klinikum Mannheim Geriatrie-Lehrgang 1-3, 1973-1975

Außerberuflich:
Abendgymnasium Heinrich Heine, Besuch der Abendschule mit Abiturabschluss
Mannheim

123
Studium: Sozialpädagogik
Uni Mannheim 1979-1984
Besondere Kenntnisse Führerschein der Klasse 3
EDV, Word 5.0
Ehrenamtliche Tätigkeit seit 1992 Mitarbeiterin bei der Telefonseelsorge Mannheim
Hobbys Klavierspielen

Mannheim, 15.1.94

124
Lebenslauf -- Variante 2 Foto

Persönliche Daten

Familienname: Müller
Vornamen: Petra Josefine
Anschrift: Albrechtallee 116
68001 Mannheim
Tel. 021/78 56 34
geboren am/in: 11.11.1950 in Sandhausen/Thüringen
Religion: Evangelisch-lutherische Freikirche
Familienstand: verheiratet, drei erwachsene Kinder
Ehemann: Johannes Müller
von Beruf Altenpfleger
Bildungsweg

1956-1962 Volksschule in Erbach


1962-1966 Mittelschule in Reith
1966-1968 Staatliches Gymnasium in Schwemmingen
Abgang ohne Abitur
Berufliche Ausbildung

1968 Zweimonatige Ausbildung zur Industriekauffrau


Ausbildungswechsel
1969-1972 Ausbildung zur Krankenschwester im
Diakonissenkrankenhaus Mannheim-Nord
Berufstätigkeit

1972-1980 Krankenschwester auf der geriatrischen Abteilung


in meinem Ausbildungskrankenhaus
1984-1990 Familienphase
seit 1.1.1990 Pädagogische Mitarbeiterin im Kindergarten
Mannheim-Mitte
seit 1.1.1992 in der Funktion einer stellv. Leiterin

125
Außerberufliche
Weiterbildung
Besuch der Abendschule Heinrich Heine
1972-1975 Abschluss Abitur (Durchschnittsnote 2,0)
1979-1984 Aufnahme des Studiums der Sozialpädagogik an der
Universität Mannheim
Berufliche
Weiterbildung
Geriatrielehrgang 1-3 im Mannheimer Universitätsklinikum
1973-1975
1990 div. Fortbildungsmaßnahmen für Erzieher
EDV-Kenntnisse Fundierte PC-Kenntnisse, insbesondere Erfahrung mit
Textverarbeitung Word 5.0
Fremdsprachen Gute Englisch- und Französisch-Kenntnisse
Sonstiges Führerschein Klasse 3
Ehrenamt Mitarbeiter bei der Telefonseelsorge
Interessen Klassische Musik/Ich spiele Klavier

Mannheim, den 12.1.94

126
LEBENSLAUF -- VARIANTE 3
LEBENSLAUF UND Foto
AUSBILDUNGSGANG
Persönliche Daten

Petra Müller

11.11.1950 in Sandhausen/ Thüringen geboren,


verheiratet, drei erwachsene Kinder,
stellv. Leiterin einer Kindertagesstätte
ausgebildete Krankenschwester

Berufstätigkeit

seit 1.1.1990 Pädagogische Mitarbeiterin im Kindergarten Mannheim-Mitte,


seit 1.1.1992 in der Funktion einer stellv. Leiterin
1984-1990 Familienphase
Geburt und Erziehung der Kinder

Berufliche/außerberufliche Weiterbildung

1990 3 Fortbildungsseminare im Haus des Erziehers


1979-1984 Studium der Sozialpädagogik/Univ. Mannheim
1973-1975 3 Geriatrielehrgänge im Mannheimer Uniklinikum

Ausbildungsweg und Schule

Besuch der Abendschule Heinrich Heine


1972- Abschluss Abitur (Durchschnittsnote 2,0)
1975
1969- Ausbildung zur Krankenschwester im Diakonissenkrankenhaus Mannheim-
1972 Nord
1956- Volks-, Mittelschule, Gymnasium
1966

Kenntnisse/ Fähigkeiten/ Interessen

Fundierte PC-Kenntnisse, insbesondere Erfahrung mit


EDV-Kenntnisse Textverarbeitung Word 5.0

127
Fremdsprachen Gute Englisch- und Französisch-Kenntnisse
Ehrenamt Mitarbeit bei der Telefonseelsorge
Interessen Klassische Musik: Ich spiele Klavier
Sonstiges Führerschein Klasse 3

Mannheim,
12.1.1994

128
Modell eines deutschsprachigen Lebenslaufs für Belgier
Ralph Bisschops
Cornelis Verhoef
Eugène Smeyersstraat 17
B-1040 Brüssel
Telefon & Facsimile: 00 322 452 67 98
E-Mail: cornelis.verhoef@yahoo.com

Lebenslauf

18. April 1970 Geboren in Geraardsbergen (Belgien)

Schulbesuch
1976 - 1982 Volksschule in Geraardsbergen
1982 - 1988 Gymnasium in Mechelen
1988 Abitur

Studium
1988 bis 1992 Mercator Fachhochschule Brüssel;
Studienschwerpunkt: Betriebswirtschaft;
Abschlussnote: cum laude; Abschlussdiplom: Diplom-
Betriebswirt

Berufstätigkeit
1993 bis 1997 Produktmanager bei der Firma Verhulst in Antwerpen.
Dort zuständig für den gesamten Vertrieb und die
Werbung für das Spitzenprodukt des Hauses. Das
Unternehmen beschäftigt rund 40 Leute und ist auf
die Produktion und den Vertrieb von tiefgekühlten
Delikatessen spezialisiert
1997 bis heute Stellvertretender Geschäftsführer bei der Firma
Gourmet in Brüssel und zuständig für die gesamte
Verkaufsplanung, Werbung, Einkauf und Personal.

Weiterbildung
1995 Sechs-Wochen-Managementkurs an der University for
Consultancy and Management in Brugge
1996 Drei-Wochen-Seminar „Neue Führungstechniken“ am
I.A.L. (Institute for Advanced Leadership) in
Manchester

Sprachkenntnisse
Niederländisch: Muttersprache
Deutsch: Fließend in Wort und Schrift
Französisch: Verhandlungssicher
Englisch: Verstehen von Fachliteratur

Gesellschaftliche Aktivitäten
Vorsitzender der Schulpflegschaft am Gymnasium von Mechelen.

Hobbys: Urlaubstrips durch die Schweiz

129
FAQ zum Thema Lebenslauf

Muss der Lebenslauf auf eine Seite passen?

Nein, muss er nicht. Er sollte jedoch zwei Seiten nicht überschreiten. Wichtig ist:
übersichtlich gestalten und nicht quetschen! Wer das Gefühl hat, er muss zu einigen
Positionen stichpunktartig sagen, was er für Aufgaben hatte, der kann separat ein
Tätigkeitsprofil beifügen - aber nicht alles in den Lebenslauf.

Muss das Foto vom Fotografen sein oder reicht auch ein Automatenbild?

Wirklich gute Automatenbilder sind äußerst selten! Ein Bild vom Fotografen sollte also
sein. Leider macht nicht jeder Fotograf, der Bewerbungsbilder verkauft, auch gute. Hier
lohnt sich die Investition in etwas teurere schöne Portraitfotos. Ist letztendlich auch
günstiger, denn von dem Fotografen bekommen Sie anschließend Kontaktbögen, können
sich für die Schönsten entscheiden, diese immer nachmachen lassen, wenn Bedarf
besteht und außerdem haben Sie auch privat Bilder zum Verschenken.

Ist es wichtig, im Lebenslauf seine Hobbies zu erwähnen?

Im Lebenslauf die Hobbies zu erwähnen ist eine gute Sache. Der Personaler möchte ja
auch etwas über Ihre Person erfahren, da sind Hobbies gut geeignet, ein paar persönliche
Aspekte mitzuteilen. Immer daran denken: Die Firma sucht nicht nur fachlich jemanden,
der gut zu ihr passt, sondern eben auch jemanden, der persönlich zur Firma / zum
bestehenden Team / zu den Geschäftspartnern passt. Hobbies sollte man also erwähnen
- sind aber kein Muss. Die Hobbies müssen übrigens nicht "berufsrelevant" sein.

Bei den persönlichen Daten kann man Eltern + Geschwister weglassen, oder?

Ja. Eltern / Geschwister gibt man in der Regel nur an, wenn man frisch von der Schule
kommt und sich als Azubi bewirbt. Da macht's auch Sinn, weil der künftige Chef dann
etwas was vom Background mitbekommen kann.

Die Chronologie - von oben nach unten oder umgekehrt?

Wer noch nahe an der Ausbildung dran ist, also erst wenige Stellen hatte, der kann mit
Grundschule beginnen und dann bis zum aktuellen Job auflisten, danach die Hobbies, etc.
Wer schon einige Positionen hatte, sollte es umdrehen und mit dem aktuellen Job
beginnen. Den Personalleiter interessiert viel mehr, was aktuell ist und weniger, was
jemand 1982 getan hat. Man selbst wirbt dadurch mehr für die eigene Qualifikation, weil
das, was für einen spricht (in der Regel ja die aktuelleren Positionen) ganz oben stehen
und gleich ins Auge fallen soll. (s. auch Tipps zum Lebenslauf)

Sieht der Lebenslauf einer Online-Bewerbung anders aus?

Nein. Sieht genauso aus. Nicht zu locker schreiben, sondern sich bewusst sein, dass es
ein normales Anschreiben ist. Als Anlage reicht ein aussagekräftiger Lebenslauf, allenfalls
ein Tätigkeitsprofil. Wer ein Bild mitschickt: unbedingt auf die Dateigröße achten! Das
Bild ordentlich komprimieren, sonst dauert der Download Ewigkeiten und verärgert nur.
Keine weiteren Anlagen einscannen und mitschicken! Lieber später zum Gespräch
mitnehmen oder nachreichen, wenn gewünscht.

130
Das Anschreiben (= der eigentliche Brief):

Das Anschreiben (= der Brief) einer Bewerbung wird von möglichen Arbeitgebern immer
zuerst gelesen. Sie verwenden in der Regel 30 bis 90 Sekunden Zeit für eine
Erstauswahl.

Ganz wichtig ist es deshalb, schon im Anschreiben auf Arbeitsbereiche und


Qualifikationen einzugehen, die das Unternehmen in der Stellenausschreibung fordert.

Folgende Inhalte sollten sichergestellt sein:

Einleitung

• Wie haben Sie von der Stellenausschreibung erfahren? Hat es vorab


Telefonkontakt gegeben, dann sollte das erwähnt werden.

• Hat es eine persönliche Empfehlung für die Bewerbung gegeben?

Hauptteil

• Beschreibung der zuletzt ausgeübten Tätigkeit Warum entspreche ich als


Bewerber den Anforderungen?

Formal gesehen sollte für die Bewerbung gelten: Das Anschreiben wird einer
Bewerbungsmappe immer separat beigelegt. Lebenslauf, Lichtbild und Zeugnisse
gehören in die Mappe. Statt der bislang üblichen Mappe aus Kunststoff werden in letzter
Zeit immer häufiger auch Pappmappen benutzt. Ein vorteilhaftes Bewerbungsfoto kann -
mit Name und Anschrift versehen - auch auf einem separaten Blatt beigelegt werden.
Zeugnisse sollten Sie immer lückenlos in Kopie - niemals im Original vorlegen.

Grundsätzlich:

• Briefkopf mit vollständiger Adresse


• Anschrift (auf Korrektheit achten)
• Anrede (möglichst den Namen des direkten Ansprechpartners)
• Text (keine zu langen Sätze, mit Absätzen strukturieren)
• Grußformel (Mit freundlichen Grüßen, nie: mfG)

131
Hörverstehen: Richtig bewerben

(ZDF/ARD, Mittagsmagazin)

Vokabular:

• sich bewerben
• den Rahmen der Sendung sprengen
• selbstkritisch
• fachlich
• die Kompetenz
• tabellarisch
• die Absage
• die Schrotflinte
• erlegen
• der Zufallstreffer
• der Fließtext
• eingerückt
• der Wehrdienst
• EDV-Kenntnisse
• zielgerichtet
• die Zielgruppe
• die Blindbewerbung
• Das kommt auch noch hinzu.
• die Weiterbildung
• jdn auf etwas hinweisen
• gewährleisten
• aufs Geratewohl
• eine allein erziehende Mutter
• die Griffe fallen lassen
• kurz vor Schluss
• das Vorstellungsgespräch
• Wir lassen uns Zeit.
• der Bescheid
• generell kann man sagen ...

Überprüfung des Hörverstehens

1. Wer ist Manfred Lukas?


2. Was soll man zuallererst tun, wenn man sich bewirbt?
3. Wer ist Charly?

1. Frau Eindfeldt aus Böcklund:

1. Was ist das Problem Ihres Sohnes?


2. Was sind die Kompetenzen ihres Sohnes?
3. Welchen Rat gibt ihr Manfred Lukas?
4. Was soll man alles melden, wenn man sich bewirbt?
5. Was muss man heutzutage absolut können, wenn man sich bewirbt?
6. Was soll man außer Jobsuche tun, wenn man arbeitslos ist?

132
2. Frau Brandner aus München

1. Was ist ihr Problem?


2. Was muss eine allein erziehende Mutter tun?
3. Wie viel Tage pro Jahr darf eine Frau ihres Kindes wegen zuhause bleiben?
4. Was für einen Job hatte sie früher ausgeübt?
5. Was für ein Problem hatte sie damals?
6. Was rät ihr Manfred Lukas?

3. Frau Herrman aus Aachen

1. Was ist ihr Problem?


2. Wie reagieren seriöse Firmen generell auf Blindbewerbungen?
3. Was soll man tun, wenn man eine Absage bekommt?
4. Was soll man in Bezug auf Berufserfahrung absolut tun?

133
Verborgene Signale im deutschen Arbeitszeugnis
www.erfolgreicher-bewerben.de

Beim Verfassen eines Arbeitszeugnisses verwenden deutsche Arbeitgeber eine Art


Geheimsprache. Ein Arbeitszeugnis darf gesetzlich nicht negativ formuliert werden.
Deshalb wird eine negative Beurteilung in positive Formulierungen eingekleidet.

Code Gesamtbewertung Bedeutung

stets zu unserer vollsten sehr gut


Zufriedenheit

mit den Leistungen außerordentlich


zufrieden

stets sehr zufrieden

in jeder Hinsicht in allerbester Weise


entsprochen

stets zu unserer vollen Zufriedenheit gut

mit den Leistungen stets zufrieden

Leistungen fanden stets unsere volle


Anerkennung

in jeder Hinsicht und bester Weise


entsprochen

zu unserer vollen Zufriedenheit befriedigend

mit den Leistungen jederzeit


zufrieden / voll zufrieden

unseren Erwartungen in jeder


Hinsicht entsprochen

zu unserer Zufriedenheit ausreichend

134
mit den Leistungen zufrieden

im großen und ganzen zu unserer mangelhaft


Zufriedenheit

sich bemüht, übertragene Aufgaben


zu erledigen

hat unseren Erwartungen


entsprochen

war bemüht, übertragene Aufgaben


zu unserer Zufriedenheit zu
erledigen ungenügend

hatte Gelegenheit, die übertragenen


Aufgaben zu erledigen

135
Touristikmanager
© 2002 jobpilot

Touristikmanager sind im boomend_1___ Freizeit- und Erholungsmarkt (m.) vielseitig


einsetzbar. Ein touristisch_2__ Background (m.) für diesen Beruf ist natürlich von Vorteil,
doch gerade weil die Branche sehr vielfältig ist, bietet sich hier auch Quereinsteigern, die
sich entsprechend weitergebildet haben, eine Chance.
Da der Touristikmanager in sehr unterschiedlich__3__ Bereichen, wie in
Reiseunternehmen oder Fremdenverkehrsvereinen, tätig werden kann, muss er nicht nur
über betriebswirtschaftlich_4__ Fachwissen, sondern auch über zahlreiche so genannte
"soft skills" verfügen. Wichtig ist unter ander_5__ die Belastbarkeit (f.), da vor all_6__ in
den Hauptreisezeiten Mai bis Oktober auf schnelle Veränderungen im Tourismusbereich
reagiert werden muss.

Wie in fast allen Bereichen d__7__ wirtschaftlich_7_ Lebens eröffnen sich auch im
Tourismusbereich durch Internet und Informationstechnologien neu__8_ Möglichkeiten
der Herstellung und Vermarktung des Reise-Produktes. Vor allem in den immer wichtiger
werdend_9__ Bereichen E-Commerce oder bei d_10__ sich zunehmend etablierend_11__
Online-Reisbüros sind neu_12__ Leute gefo__13____.

Bin ich geeignet?

Für diesen Job eignen sich vor allem: Absolventen ein_14__


wirtschaftswissenschaftlich_14__ Studiums (VWL, BWL, mit Schwerpunkt Tourismus),
Absolventen ein_15__ Geographie-Studiengang_15__, Absolventen ein_16__
kaufmännisch_16__ Ausbildung im Tourismusbereich.

Da sich der Tourismusbereich immer weiter ausdifferenziert, finden hier auch


Geisteswissenschaftler oder Quereinsteiger mit entsprechend_17__ Weiterqualifizierung
(f.) eine Arbeit. So können zum Beispiel Romanisten im Produktmanagement eines
Reiseunternehmens für den Ber__18___ Italien unterkommen. Chancen hat auch, wer
profund_19__ Sprach- und Landeskenntnisse bezüglich ein_20_ etwas
unbekannter_20__ Kulturkreises hat, wie zum Beispiel Arabien oder China.

Was müssen Touristikmanager können?


Ihre große Stärke ist vor allem das Aufspüren und Vermarkten sowie das Gestalten
neu__21_ touristisch_21__ Angebote.
Touristikmanager sind also kreativ_22_ Leute, die mit Finan