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Training with the Dragon

von Ted Wong

Nach Bruce Lee´s Tod ließ ich ein paar Jahre nichts
von mir hören. Erst in den letzten Jahren fing ich
wieder damit an, mich ein wenig aktiver mit den
Martial Arts und Jeet Kune Do auseinanderzusetzen.
Es war immer (schon) mein Ziel eines Tages Martial
Arts zu unterrichten, aber ich hatte das Gefühl in den
letzten Jahren immer noch Lern- und Trainingsbedarf
zu haben.
Ich denke, dass ich nach nun zwanzig Jahren meine
Schuldigkeit getan und ausreichend Zeit damit
verbracht habe. wirklich Martial Art, wenn man den „Alles-ist-
Ich habe festgestellt, dass viele Leute die erlaubt-Aspekt“ würde ausklammern müssen.
Originallehren und dass was Bruce zu Lebzeiten Bruce wollte eine Kampfkunst studieren, die er auch
unterrichtete, wirklich lernen wollen. Was der Grund anwenden konnte.
ist, warum ich heutzutage unterrichte. Alle Griffe gelten, kein Zurückhalten, alles ist erlaubt
Soweit es mir möglich ist, unterrichte ich das was - das war seine Philosophie.
Bruce (mir) beibrachte und hoffe, dass es sich Trotzdem glaube ich, dass Bruce die sportlichen
entwickelt, verändert und verbessert hat. Aspekte der (heutigen) Kampfkünste gemocht hätte,
Ich unterrichte hauptsächlich die Grundlagen des Jeet weil diese dazu beitragen, Schnelligkeit, Kraft und
Kune Do, basierend auf Bruce´s Philosophie und Timing zu entwickeln - (allesamt) Dinge, die
Prinzipien. angewendet werden können um die (eigenen)
Im Laufe der Jahre habe ich versucht diese zu Fähigkeiten zu verbessern.
verfeinern und zu verbessern. Ich glaube nicht, dass Bruce eine Teilnahme an den
Etwa nur ein Prozent derer, die heutzutage Jeet Kune so genannten „No-Holds-Barred-Turnieren“, wie z.B.
Do unterrichten, unterrichten überhaupt Bruce´s der „Ultimate Fighting Championship“ (UFC), in
(Kampf-) Kunst. Erwägung gezogen hätte. Denn (obwohl) die UFC als
Es gilt zu bedenken, dass er zu Lebzeiten nicht „ultimatives Fighting“ angesehen wird, gelten dort
wirklich viele Leute in Jeet Kune Do unterrichtete immer noch gewisse Limitierungen. Es gibt dort
oder darüber sprach. bestimmte Regeln die vorschreiben, was erlaubt ist
Ich kenne nicht einen Instruktor, der die Originallehre und was nicht.
„full-time“ unterrichtet; wenn, dann eher Als Test für die eigenen Fähigkeiten, hätte Bruce
Hobbymäßig. aber sicherlich Gefallen daran gefunden.
Ich denke, Bruce wäre recht zufrieden mit den Ich glaube, dass er nicht wirklich gerne unterrichtete.
heutigen Martial Arts. Zweifelsohne mochte er es nicht, große Gruppen zu
Viele Leute bedienen sich seiner Konzepte um seine unterrichten. Wenn überhaupt, genoss er den
Philosophien und Prinzipien an andere Kampfkünste Unterricht auf „One-on-One-Basis“, oder in kleinen
anzupassen und diese damit zu verbessern. Gruppen.
Die Kampfkünste haben sich seit seinem Tod enorm Er fand immer neue Wege verschiedene Muskeln zu
entwickelt. Sie sind sehr viel besser und praktischer entwickeln, Schnelligkeit zu verbessern und
geworden. Ich denke, Bruce hat es immer abgelehnt dergleichen. Ich bin mir sicher, er würde auch heute
Martial Arts als Sport zu betreiben, weil das noch nach Möglichkeiten suchen, Zustände zu
(eigentliche) Potential der Kampfkunst somit nie verbessern und bislang unentdeckte Methoden zu
hätte voll ausgeschöpft werden können. Es wäre nicht entwickeln.

Aus www.jkdcologne.de / jkdtexte – © JKD Cologne 2004 Seite 1


Er recherchierte ständig, las und war auf der Suche
nach Erkenntnissen, die er analysieren und
auszunutzen versuchte.
Die Art und Weise mit der Bruce unterrichtete und
trainierte war immer individualisiert. Er stimmte das
Training passgenau auf dich ab. Bruce konnte dich
anschauen, sehen, wo deine Defizite lagen, was dein
Potential ausmachte und dich darin fördern, dein
gesamtes Potential voll auszuschöpfen.
Ich glaube, er sah in jedem das Individuum und
entwickelte ein individuell auf (dich) abgestimmtes
Programm.
Bruce war ein großer Motivator.
Er kümmerte sich um dich und war (regelrecht) von
der Idee besessen, alles zu tun um dich zu motivieren.
Wäre er heute noch am leben, würde er weiterhin
trainieren und nach Wegen suchen sich zu
verbessern. Denn er sagte einmal: „Wenn es dir an
physischen Fähigkeiten und Voraussetzungen
mangelt, hast du in den Martial Arts nichts verloren.“
Wenn ich heute trainiere, denke ich ständig an ihn.
Ich versuche die Dinge, die ich von Bruce gelernt
habe anzuwenden und für meine tägliche Routine zu
nutzen. Es hilft mir, sehr viel besser zu werden.
Leute fragen mich immer nach seiner Physis.
Ich habe zu ihm aufgesehen, weil er neue Trainings-
und Konditionierungsmaßstäbe für den Körper
gesetzt hat.
Wenn er heute hier wäre - er wäre besser in Form,
denn je.
Ich glaube nicht, dass er jemals nachgelassen hätte.

Aus www.jkdcologne.de / jkdtexte – © JKD Cologne 2004 Seite 2

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