Sie sind auf Seite 1von 19

Ein Service der BörseGo AG 8. Jahrgang | Ausgabe 10 | 19.05.

2011

RohstoffReport

Inhaltsverzeichnis

Editorial Seite 02

Gold und Silber: Konträre Thesen Seite 03

Platin: Hoffnung stirbt zuletzt Seite 05


Dollar: Plötzlich ist (fast) jeder bullisch Seite 06
Der erste rolloptimierte Rohstoffindex Seite 07

Investieren in Rohstoffe: Seite 08


Strategische Metalle - für Elektronik-Freaks ein Muss
Am Rohstoffmarkt immer richtig positioniert?

Commodities im Chartcheck Seite 12

Charts der LME Seite 15

Basismetalle Seite 16

Soft-Commodities Seite 17

Energie & Indizes Seite 18

Impressum Seite 19
Editorial 8. Jahrgang | Ausgabe 10 | 19.05.2011 2

Editorial
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

können Spekulanten Preise an Warentermin-


börsen beliebig in die eine oder andere
Richtung treiben? Ich glaube nein und halte
diese Behauptung für Populismus. Speku-
lanten verstärken Trends. Soweit stimme ich
zu. Beim Vergleich zwischen börsennotierten
Rohstoffen, zu denen die so genannten
„Spekulanten“ Zugriff haben und nicht bör-
sengehandelten Rohstoffen, bei denen sich nur Abnehmer und
Produzenten zu Preisverhandlungen treffen, zeigt das eindrucksvoll. Zwei
Beispiele: Die Preise für Eisenerz stiegen seit dem Jahr 2004 um rund
1200% - jene einiger seltener Erden sogar noch weit mehr als das. Kein
börsennotierter Rohstoff, den ich kenne, konnte innerhalb so kurzer Zeit
so große Preissprünge machen. Dennoch gibt es immer wieder Versuche
von Marktteilnehmern, Marktpreise zu ihrem eigenen Vorteil zu manipu-
lieren. Lesen Sie hierzu mehr im heutigen Silber- und Goldartikel. Diese
Versuche sind meist aber nur kurzlebig und nicht von Dauer. Wenn ein
Marktteilnehmer weiß, wie ein anderer Marktteilnehmer positioniert ist,
wird er in Versuchung kommen, die Gegenposition einzunehmen und
versuchen, die Gegenpartei aus ihrer Position zu drängen, um eigenen
Profit daraus zu schlagen. In anderen Worten: In möglichst liquiden
Märkten beherrschen verschiedene Marktmeinungen das Preisgesche-
hen. Umso größer die Anzahl von Marktteilnehmern, desto schwerer
können Märkte manipuliert werden, desto genauer ist der Preis und
umso besser lässt sich der Chartverlauf auch charttechnisch auswerten.

Herzlichst
Ihr Jochen Stanzl
Chefredakteur Rohstoff-Report.de

P.S. Ich habe die Investment-Idee zu Erdgas noch einmal in einem


Interview mit der EUWAX aufgegriffen. Das Interview können Sie HIER
betrachten.
Gold und Silber: Konträre Thesen 8. Jahrgang | Ausgabe 10 | 19.05.2011 3

Gold und Silber: Konträre Thesen von Jochen Stanzl

Wundern Sie sich nicht auch, warum quasi alle Hedgefonds lauthals in der Presse verkünden, dass sie jetzt auch Gold gekauft haben? Seit wann
lassen sich die sonst so verschwiegenen und nur im Hintergrund operierenden Hedgefonds so offen in ihre Bücher blicken? Diese in der Regel
sehr gut informierten Kreise wissen genau, was den Goldmarkt treibt. Es ist schon lange nicht mehr die Schmucknachfrage aus Indien oder
irgendwelche Hochzeitsfeierlichkeiten. Der Preistreiber für den Goldmarkt ist die Investmentnachfrage einerseits und die Erwartung immer weiter
steigender Goldpreise andererseits. Ersteres muss möglichst gepflegt werden, und die Hedgefonds, die über Gold schwärmen, tun das natürlich
im eigenen Interesse. Umso mehr Anleger Gold als Investment kaufen, umso größer werden ihre eigenen Gewinne ausfallen. Zweitens sorgt die
Erwartung steigender Goldpreise dafür, dass Bergwerke ihre Absicherungsverkäufe auflösen und dass Zentralbanken ihre Verkäufe stoppten bzw.
dass die Zentralbanken schon wieder Gold kaufen. Mexiko hat seine Goldposition vor wenigen Wochen verzwanzigfacht.

Umso mehr Gold gekauft wird, umso interessanter wird der Markt. anleger es mitbekommt, werden sie sich schon längst abgeseilt haben.
China erlaubt seinen Bürgern seit dem Jahr 2010 ohne die davor zu Und hier kommen wir zu George Soros. Nach Ostern gab es hier bereits
überwindenden Hürden Gold in Münzen und Barren zu kaufen. Im Jahr Gerüchte, wonach der ehemalige Kollege von Jim Rogers Gold verkauft
2010 sprang die Investmentnachfrage Chinas um 70% an – und auch haben soll. Jetzt ist es offiziell. In Pflichtmeldungen bei der US-
die Zentralbank kauft offenbar alles Gold, was sie kriegen kann. Die Börsenaufsichtsbehörde SEC steht geschrieben, dass Soros im ersten
Volksrepublik ist heute der größte Goldproduzent der Erde, obwohl das Quartal 99% seiner Long-Position im SPDR Gold Trust abgebaut hat –
Land nur 2% der weltweiten Reserven hat. Sie beuten ihre Vorkommen das ist der physisch besicherte ETF, der an der Wall Street unter dem
also mit aller Gewalt aus, um an das Edelmetall zu kommen. China Ticker-Symbol „GLD“ gehandelt wird. Wert: 800 Millionen Euro. Vor dem
konsumiert 571 Tonnen Gold, Indien 981 Tonnen. Bis 2020, schätzt das Verkauf besaß er noch 4,7 Millionen GLD-Anteile, nach dem Verkauf nur
WGC, wird sich die chinesische Investmentnachfrage verdoppelt haben, noch 49.400. Doch so ganz hat er sich nicht aus dem Goldmarkt ver-
während die indische auf 1200 Tonnen angewachsen sein wird. Bei abschiedet, wie ein genauer Blick zeigt:
einer weltweiten Minenproduktion sprechen wir schon heute von
einem Anteil der chinesischen und indischen Goldnachfrage von über Weitere Veränderungen von Soros im ersten Quartal 2011:
66%. Dieser Anteil wird noch weiter wachsen. n Barrick Gold: 8500 Anteile vs. 4800 im Vorquartal
n Eldorado Gold: 21.000 Anteile - komplett neue Position
Es gibt aber auch eine weitere Interpretation, warum Hedgefonds so n Goldcorp: 7100 Anteile - neue Position
sendungsbewusst sind wenn es um ihre Goldinvestments geht. Diese n Great Basin Gold: 6 Millionen Anteile - nach 5,1 Millionen
Sichtweise kommt von einem Notenbanker aus den USA: Er sagt, dass Anteilen im Vorquartal
Hedgefonds versuchen, möglichst viele Kleinanleger in Gold zu treiben. n Kinross Gold: 1,3 Millionen Anteile, nach 3,9 Millionen Anteile
Dann werden sie rechtzeitig verkaufen und bevor die Herde der Klein- im Vorquartal
Gold und Silber: Konträre Thesen 8. Jahrgang | Ausgabe 10 | 19.05.2011 4

n Market Vectors Gold Miner ETF 9.800 Anteile nach 14.400 Kollege Harald Weygand sagte auf der Deutschen Anlegermesse wäh-
Anteilen zuvor rend einem Vortrag: „Ich würde Gold hier nicht mehr kaufen. Ich würde
n NovaGold: 3,5 Millionen Anteile, nach 12,9 Millionen Anteilen es nur noch nach charttechnischen Kriterien kurzfristig traden.“ Ich
zuvor möchte hier den Teufel nicht an die Wand malen. Ich glaube, dass der
Goldpreis in den kommenden Jahren noch deutlich weiter ansteigen
Es ist nicht verwunderlich, dass es hier zu Gewinnmitnahmen kommt. wird. Doch eine Korrektur wäre in den nächsten Wochen und Monaten
Man betrachte sich nur einmal den langfristigen Chartverlauf des das normalste der Welt. Der Kauf von physischem Gold, wie es etwa
Goldes: Mexiko Anfang Mai tat, würde ich auf dem aktuellen Kursniveau kei-
nem Anleger mehr raten. Das Chance-Risiko-Verhältnis hat sich einfach
zu stark eingetrübt. Die Gefahren sind zu hoch.

Es gibt einen anderen Mexikaner, der etwas schlauer ist. Es ist Carlos
Slim, einer der reichsten Menschen der Erde. Der durch Telekom-
Investments reich gewordene Carlos Slim hat laut Berichten des US-
Finanzsenders CNBC vom 4. Mai offenbar schon „seit Wochen“ die
Produktion seiner Silberminen durch den Verkauf von Silber-
Terminkontrakten auf einem hohen Niveau für zwei bis drei Jahre
abgesichert. Laut CNBC habe ein Sprecher von Slim die Berichte gegen-
über CNBC bestätigt.

Im Bereich solcher fahnenstangenartigen Preisbewegungen kam es in


der Vergangenheit oft zu dramatischen Kursrückgängen und Korrektu-
ren. Eine solche Korrektur sollte man nun jederzeit erwarten. Auch mein

Anzeige
Platin: Hoffnung stirbt zuletzt 8. Jahrgang | Ausgabe 10 | 19.05.2011 5

Platin: Hoffnung stirbt zuletzt von Jochen Stanzl

Was für eine Rally bei den Rohstoffen in den vergangenen Monaten. Allerdings gibt es eine Ausnahme: Platin. Der Preis des Edelmetalls notiert
heute nur unwesentlich über jenem vor einem Jahr. In der Zwischenzeit passierte nicht viel, und dass, obwohl der US-Dollar seither deutlich
abwertete, das Gold neue historische Höchststände erklomm und Silber sich mehr als verdoppelte.

Letztendlich wird der Platinpreis wohl durch das relativ entspannte Ver- Doch die Hoffnung stirbt zuletzt. Im Jahr 2010 wurden bereits 26% mehr
hältnis zwischen Angebot und Nachfrage bestimmt. Es gibt ein ausrei- Autos verkauft, als 2009 – die Verkaufszahlen erreichten einen neuen
chendes Platinangebot, während sich die Nachfrage nur sehr schwach Rekordstand. Bis zum Jahresende wird die Schwächephase aus Japan
entwickelt. Die Preise im wichtigen Produzentenland Südafrika notieren fast ausgeglichen sein und Autoliv schätzt, dass die Autoabsätze welt-
dank des starken Kurses der dortigen Währung immer noch bei 12.500 weit im Gesamtjahr 2011 gegenüber 2010 um 4-4,5% wachsen werden.
Rand und damit weit über den Produktionskosten. Es lohnt sich also Das wäre erneut ein Rekordwert.
weiterhin für die Bergwerke, ihre Produktion auf einem hohen Niveau zu
halten und diese sogar noch zu erhöhen. Es scheint, als würden sich die Märkte zu sehr auf die kurzfristige
Schwächephase aus Japan konzentrieren. Sollte sich herausstellen, dass
Anleger interessieren sich vor diesem Hintergrund offenbar nicht sonder- die Platinnachfrage aus der Automobilindustrie wieder anzieht, so könn-
lich für Platin. Die Kapitalströme in physisch besicherte Platin-ETFs ent- ten sich die bislang eher schwachen ETF-Käufe auch wieder erholen.
wickeln sich nicht einmal im Ansatz so stark wie die Investitionen in ver- Das nährt zumindest die Hoffnungen auf stärkere Platinpreise in der
gleichbare ETFs, deren Basiswert Silber oder Gold ist. Hinzu kommt, dass zweiten Jahreshälfte.
auch die chinesische Platinnachfrage sich eher stetig entwickelt, wäh-
rend sie bei Gold und Silber seit Jahresbeginn fast schon explosionsar-
tig anzog. Analysten von Macquarie schätzen die Importmenge Chinas
und Hongkongs im ersten Quartal auf 40.000 Platinunzen.

Platin wird für die Katalysatorherstellung verwendet. Die Katastrophe in


Japan, die Rationierung der dortigen Stromversorgung und Schäden an
Fabriken lassen das Land am Nippon in diesem Quartal in eine tiefe
Rezession absinken, was nicht ohne Auswirkungen für die dortige Auto-
mobilproduktion bleibt. Analysten von Autoliv haben deshalb ihre
Prognose für den weltweiten Automobilabsatz im Zeitraum erstes
Quartal zum zweiten Quartal 2011 von zuvor +12,9% auf -9,9% revidiert.
Dollar: Plötzlich ist (fast) jeder bullisch 8. Jahrgang | Ausgabe 10 | 19.05.2011 6

Dollar: Plötzlich ist (fast) jeder bullisch von Jochen Stanzl

Der US-Dollar befindet sich seit zwei Wochen in einer Aufwärtsbewegung. Das ist wichtig für Anleger, die in Rohstoffe investieren. Erstens des-
halb, weil fast alle Rohstoffe in US-Dollar gehandelt werden und ein fallender US-Dollar den Erwerb der Rohstoffe durch Käufer in nicht-US-Dollar-
Ländern verbilligt. Zweitens deshalb, weil der US-Dollar eine Quelle der Liquidität für die Finanzmärkte ist.

Insofern können Sie bereits um 6 Uhr morgens sehen, wie der DAX sich auch die BNP Paribas in einer Studie bullisch für den Dollar. Auch
wahrscheinlich um 8 Uhr in der Vorbörse eröffnen wird. Es genügt hier- das frühere IWF-Mitglied Stephen Jen wird in der „New York Times“ als
zu ein Blick auf das Währungsverhältnis Eurodollar. Steigt es, steht ver- Dollar-Bulle zitiert.
mutlich ein Tag mit steigenden Rohstoffkursen und ebenso steigenden
Aktienkursen an. Denn immer wenn der US-Dollar fällt, gehen Investoren Für Rohstoffanleger ist es wichtig, zu wissen, wohin der US-Dollar gehen
ins Risiko und kaufen Rohstoffe, Emerging-Markets-Währungen und wird, da neben eventuellen Kursgewinnen immer auch Währungs-verlu-
Aktien. Die Rallye bei den Aktien wurde seit der Bodenbildung im März ste auftreten können. Hierzu ein Beispiel: Ein Investor erwirbt Erdöl zu
des Jahres 2009 vor allem durch die Sektoren Grundstoffindustrie und einem Preis von 100 Dollar und verkauft ein Jahr später zu 110 Dollar.
fertigende Industrie, wie jüngst auch Öl und Gas getrieben. Klammert Dann hat er 10% Gewinn erzielt. Wertet der US-Dollar aber über diese
man diese Sektoren aus, so wäre die Erholung der Aktienmärkte weit- Laufzeit ab, sagen wir ebenso um 10%, so bleibt unter dem Strich kein
aus schwächer verlaufen. Diese Sektoren werden durch die steigenden Gewinn übrig. Dieser Umstand lässt sich umgehen, indem Investoren so
Rohstoffe beflügelt. Diese rohstoffgetriebene Rallye an den genannt Quanto-Zertifikate erwerben, die zwar jährlich 2-3% (je nach
Aktienmärkten hat aber einen entscheidenden Nachteil: Steigende Roh- Emittent) kosten, den Investor aber gegen einen schwächeren Dollar
stoffpreise entsprechen einem Einkommenstransfer. Wir können uns schützen. In obigem Beispiel hätte der Investor mit einem Quanto-
zwar über steigende Aktienkurse freuen, müssen aber abends immer Zertifikat immer noch 7% Gewinn erzielen können. Doch nun wird ein
noch das Auto betanken und zuhause das Licht anschalten – und das steigender US-Dollar erwartet. Gesellen sich zu eventuellen Kursgewin-
wird immer teurer. Man könnte auch sagen, dass ein jeder die Aktien- nen in einem Rohstoff nun bald auch Währungsgewinne aus einem
marktrallye mitfinanziert. steigenden Dollar?

Der US-Dollar ist nun also gestiegen. Die Märkte haben kräftig korrigiert. André Tiedje, Chartanalyst bei Godmode-Trader.de und Spezialist der
Erdöl fiel an einem Tag um 10%. Silber brach um fast 30% ein. Einen Elliottwellenanalyse, glaubt nein. Er schrieb in einer Analyse am Montag-
wichtigen Anstoß für diese Preisbewegungen lieferte die Rallye im US- nacht, dass der Euro zum US-Dollar noch bis auf 1,4033 US-Dollar korri-
Dollar. Der große US-Hedgefonds FX Concepts, der einer der größten gieren könnte. Anschließend hält Tiedje an seinem Ziel für das
Devisen-Hedgefonds der Welt ist, hat seine Dollar-Short-Positionen laut Währungsverhältnis Eurodollar über die Sommermonate von 1,62 US-
einem Interview im „Wall Street Journal“ jetzt „substanziell“ gesenkt. Die Dollar fest. Es bestehe nun eine direkte Long-Chance beim Eurodollar,
kürzlich begonnene Rallye im US-Dollar könnte etwas länger dauern, als schreibt der Chartanalyst in einer Analyse an seine Kunden. Es dürfte
die vergangenen, sagt FX-Concepts-Manager Scott Ainsbury. Bob Janjuah sich also auch weiterhin lohnen, Quanto-Zertifikate zumindest stärker zu
von der japanischen Investmentbank Nomura sagt sogar, dass der US- gewichten.
Dollar sein „Lieblingsasset“ für den Rest des Jahres ist. Außerdem äußert
Der erste rolloptimierte Rohstoffindex 8. Jahrgang | Ausgabe 10 | 19.05.2011 7

von Michaela Sprenger

Der erste rolloptimierte Rohstoffindex


Auch Klassiker müssen mal überarbeitet werden. Der Goldman Sachs Commodities Index (GSCI) ist immerhin seit genau 30 Jahren am Markt und
in dieser Zeit hat sich einiges getan: Rohstoffe als Assetklasse sind immer beliebter geworden. Der GSCI als wichtige Benchmark für Rohstofffonds
bewegt Milliarden. War eine in 90er Jahren eine Rolloptimierung noch nicht wichtig, ist sie heute zwingend. Wenn der GSCI rollt, rollen schließ-
lich alle anderen mit.

Hintergrund ist, dass die klassischen Indizes wie der RICI Reuters/Jefferies der Getreideanteil bei 29,2 % und der Anteil von Lebendvieh bei 4,0 %.
CRB-Index, der bereits 1957 eingeführt, aber zuletzt 2005 entscheidend
überarbeitet wurde, der Goldman Sachs Commodities Index (GSCI), der Produkte auf den CMCI
seit 1991 existiert und der 1998 von Investementlegende Jim Rogers kre- Auf den CMCI sowie auf die Einzelsektoren bietet die UBS Zertifikate und
ierte Rogers International Raw Material Index (RICI) sowie der aus dem ETCs an. Ein ETF auf diesen Index ist bisher nur in der Schweiz für den
gleichen Jahr stammende Dow Jones UBS Commodity Index (DJ-UBS) Vertrieb zugelassen.
statisch rollen. Das gleiche gilt auch für den Dow Jones-AIG Commodity
Index (DJ-AIG), den es seit 1999 gibt. All diese Indizes rollen zu festge- Der Emittent bietet drei Kapitalschutzzertifikate (WKN: UB1AP1, UB1R0H,
legten Terminen. . Unter „Rollen“ versteht man, dass ein Future verkauft UB0CB) auf den breiten Index an. Außerdem gibt es auch ein klassisches
werden muss, sobald der Fälligkeitstermin näher rückt, und der Future- Indexzertifikat (WKN: UB1CCM). Zusätzlich wird auf jeden Einzelsektor ein
Kontrakt des Folgemonats gekauft werden muss. Die Klassiker rollen nur Zertifikat angeboten. Auf Gold, Kaffe, Korn, Nahrung, Zucker und
nur am vorderen Ende der Kurve. Damit ist man, wenn man die positi- Industriemetalle gibt es zudem ETCs.
ven Terminkurven-Effekte ausnutzen will, auf das vordere Ende
beschränkt. Da die meisten der „großen“ Benchmarks zu Monatsbeginn Mehr erfahren Sie HIER!
rollen und dadurch auch mittlerweile millionenschwere Fonds das nach-
vollziehen, verstärken sie mitunter eine Contango-Situation. Unter
Contango versteht man, dass der jeweilige aktuelle Marktpreis niedriger
ist als der Preis für die Lieferung. Die Forwardkurve steigt. Dem Anleger
drohen entsprechend Verluste.

Wie wird hier gerollt?


Durch den permanenten Kauf- und Verkaufs-Prozess, der durch die
CMCI-Methode gewährleistet wird, bleiben die Restlaufzeiten im ge-
wichteten Mittel gleich. Anders ausgedrückt: Die mittlere gewichtete
Fristigkeit bleibt konstant. Steile Verläufe der Rohstoff-Terminkurven am
kurzen Ende Futurekurve haben einen entsprechend geringeren Einfluss
als bei den Klassikern. Zudem gibt es noch einen weiteren Effekt. Zwar
ergeben sich aus der Differenz von Kauf- und Verkaufskursen auch beim
CMCI Rollgewinne oder Rollerverluste. „Allerdings werden diese nicht in
einer Transaktion realisiert, sondern akkumulieren durch tägliche Trans-
aktionen“, heißt es in einer Beschreibung des Index. „Der Index wurde
entwickelt, um den Spotpreis so genau wie möglich abzubilden und
nicht um zusätzliche Rollgewinne zu generieren“, erläutert Langer. Da
alle Rohstoffindizes die Rohstoffpreise nur durch Future-Kontrakte abbil-
den können, kann sich – je nach Index – die Wertentwicklung zum Teil
auch stark vom Spotpreis, also den täglichen Preisen für die physischen
Rohstoffe, unterscheiden. Das ist etwas, was viele Anleger mitunter ver-
wirrt.

Was im CMCI eigentlich drin ist


Was die Zusammensetzung angeht, ist der CMCI breit diversifiziert. Er
besteht aus 27 Einzelkomponenten. Der Energieanteil liegt bei 34,2 %,
der Industriemetallanteil bei 27,1 Prozent, der Edelmetallanteil bei 6,9 %,
Investieren in Rohstoffe 8. Jahrgang | Ausgabe 10 | 19.05.2011 8

Strategische Metalle -
für Elektronik-Freaks ein Muss von Armin Geier

Rohstoff-Anleger werden insbesondere im Metall-Sektor seit ein paar Jahren immer öfter mit Begriffen wie „strategische Rohstoffe“ oder
„Schlüssel-Rohstoffe“ konfrontiert. Ausgelöst hat den Run auf diese zukunftsrelevanten Güter die rasant fortschreitende Technisierung des ganz
normalen Alltags angefangen vom einfachen Handy über Navigationssysteme und LED-Monitore bis hin zu Hybrid-Fahrzeugen und anderen ener-
giesparenden Technologien, bei denen es im industriellen Verwertungsprozess auf ganz spezifische Eigenschaften ankommt, die herkömmliche
Rohstoffe nicht bieten können.

Für den Investor macht diese neue Gruppe an Metallen vor allem die können. Da viele strategische Metalle an keiner Börse gehandelt, son-
begrenzte Angebotssituation interessant, die häufig damit zusammen- dern nur direkt zwischen Verbraucher und Produzent über langfristige
hängt, dass viele Materialien bislang nicht ausreichend gefördert wurden Lieferverträge vertrieben werden, ist es für Anleger vielfach aber nur indi-
bzw. nur als Nebenprodukt bei der Gewinnung anderer Rohstoffe anfal- rekt möglich, über entsprechende Minenwerte von Preisanstiegen zu
len. Kaum verwunderlich, dass in diesem Zusammenhang immer öfter profitieren. Die RBS bietet deshalb auch über zwei Endlos-Tracker auf den
auch von „Seltenen Metallen“ und seit einigen Monaten auch immer RBS Rare Metals Mining TR Index die Möglichkeit, mit (AA0RPD) und ohne
mehr von „Seltenen Erden“ (rare earth) die Rede ist, obwohl deren Währungssicherung (AA0RPC) die entsprechende Aktienkarte zu spielen.
Vorkommen eigentlich gar nicht so begrenzt ist. Da letztere eine fest Wiederum die „Schotten“ haben auch seit ein paar Monaten mehrere
definierte Gruppe von 17 Elementen mit zum Teil schwer aussprechli- Bonus-Produkte auf den Market Vectors Rare Earth/Strategic Metals ETF
chen Namen umfassen, gilt dieses fast vollständig von China dominier- aufgelegt, der von der Structured Solutions AG berechnet wird und die
te Segment auch als Unterbereich der Seltenen Metalle, zu denen je Performance von 24 Unternehmen abbildet, die mindestens die Hälfte
nach Definitionsweise auch Silber, Platin, Palladium, Lithium oder Uran zu ihres Umsatzes mit Seltenen Erden und strategischen Metallen verdie-
zählen sind. nen. Die österreichischen Volksbanken (OEVAG) offerieren auf diesen
Basiswert seit kurzem auch ein Kapitalschutz-Produkt (A1GNDZ). Über die
Die Royal Bank of Scotland (RBS) hat in diesem Zusammenhang bereits mittlerweile sechs Spezialpapiere auf Seltene Erden wurde ja schon des
Anfang 2008 ein Endlos-Zertifikat auf einen Seltene Metalle-Basket Öfteren an dieser Stelle berichtet.
(AA0R3X) emittiert, über den Anleger an der Preisentwicklung der wegen
ihrer sehr hohen Schmelztemperatur und der starken Widerstandsfähig- Die sehr rührige Indexschmiede Structured Solutions hat im März
keit gegenüber Säuren vor allem in der Autoindustrie verwendeten zusammen mit dem Emittenten EFG Financial Products nun einen wei-
Rhodium und Ruthenium, sowie der von Iridium und Uran partizipieren teren einschlägigen Basiswert handelbar gemacht, der sich Solactive
Investieren in Rohstoffe 8. Jahrgang | Ausgabe 10 | 19.05.2011 9

Strategic Commodities Performance-Index nennt. Darin enthalten sind Der Rohstoff-Report Tipp:
anfänglich die 20 größten und liquidesten Unternehmen, die sich haupt- Wer an das Fortbestehen bzw. das weitere Wachstum der schönen
geschäftlich mit der Produktion und dem Abbau von strategischen neuen Elektronikwelt glaubt, für den könnte das neue im strategi-
Rohstoffen beschäftigen. Dazu gehören besonders Alkali-, Erdalkali-, schen Metall-Sektor angesiedelte Produkt eine interessante
Übergangs- und Exotische Depotbeimischung darstellen, wobei hier gleichzeitig über diverse
Regionen und Bereiche diversifiziert wird.tet sein.
Metalle sowie Actinoide und Seltene Erden. Der in der Performance-
Variante in Euro berechnete Index wird halbjährlich angepasst, wobei die Solactive Strategic Commodities (EUR) Performance-Index-Zertifikat
Gewichtung nach der Marktkapitalisierung vorgenommen wird und kein Emittent/WKN: EFG Financial Products / EFG292
Unternehmen dabei einen Anteil von mehr als zehn Prozent aufweisen Laufzeit: Endlos
darf. Indexschwergewichte stellen aktuell Sociedad Química y Minera Preis: (17.05.2011) Geld / Brief 97,15 € / 98,15 €
aus Chile (Lithium), Fresnillo Mexiko (Silber), China Molybdenium
(Molybdän), Molycorp USA (Seltene Erden), sowie die australische Iluka
Resources (Titan) dar, die allesamt mit rund zehn Prozent gewichtet sind. Bitte vergessen Sie nicht, sich an unserer wöchentlichen Zertifikate-
Die Verwaltungsgebühr für das neue Endlos-Produkt beträgt 1,20 Prozent Umfrage unter dem folgenden Link zu beteiligen: http://www.godmo-
p.a. Eine Währungssicherung besteht nicht. de-trader.de/Zertifikate

Am Rohstoffmarkt immer richtig


positioniert? von Armin Geier

Wie schnell es an den Rohstoffmärkten nach unten gehen kann, haben die vergangenen Wochen wieder eindrücklich bewiesen und deutlich
gemacht, wie hoch der durch viel Liquidität angetriebene Spekulationsfaktor in dieser Asset-Klasse, allen voran bei Silber und Öl tatsächlich ist.
So ging es hier als die Nachschusspflichten an den Terminbörsen drastisch erhöht wurden (Margin-Calls), steil bergab und die Blase platzte vehe-
ment. So mancher satte, bis dahin aufgelaufene Gewinn löste sich dabei in nur wenigen Tagen gleich wieder in Luft auf, hatte man in aller Gier
vergessen, zwischenzeitliche Gewinne auch einmal mitzunehmen. Diese schon im Sommer 2008 in besonders drastischer Form zu beobachten-
de Entwicklung zeigt wiederum, dass der Anleger im Hexenkessel Rohstoffe kaum ohne eine gezielte Stopp-Strategie auskommt, es sei denn er
hat sich vorher mit den passenden Zertifikatestrukturen präpariert. Auch der vielgerühmte Diversifikationseffekt von Commodities erscheint vor
dem Hintergrund überwiegend liquiditätsgetriebener Märkte immer mehr zweifelhaft. Auf der anderen Seite trifft auf kaum einen anderen Sektor
die häufig strapazierte Börsenweisheit „the trend is your friend“ so sehr zu, wie auf diesen..

Wie lohnenswert es sein kann, in einer bereits laufenden gen Spitzenreiter absteigend im Verhältnis 40/30/20/10 Prozent gewich-
Aufwärtsbewegung „mitzuschwimmen“, lässt sich auch an sogenannten tet. Auch wenn der Anleger dabei monatlich jeweils die vier Rohstoff-
Trendfolge-Strategien erkennen, die genau auf diesen Effekt setzen, Top-Performer in seinem Depot wähnt, sollte er auch hier die bekannte
indem sie beispielsweise gerade in die Werte investieren, die schon Roll-Problematik der zugrundeliegenden Indexbasis einkalkulieren, durch
zuletzt am besten gelaufen sind. Die HypoVereinsbank hat sich dies die sich Differenzen zwischen Spotpreis und Indexwert ergeben können.
zunutze gemacht und bereits im Oktober 2009 mit dem Open-End- Alle verwendeten Indizes werden darüber hinaus in ihrer Total-Return-
Zertifikat auf den Commodity Trend Total-Return Index ein Produkt emit- Variante berechnet, die auch die Zinskomponente der zugrundeliegen-
tiert, dessen Indexmethodik exakt dieser Marschroute folgt. Dabei wer- den Futures-Kontrakte mit einbezieht.
den aus den 23 Unterbereichen des DJ UBS Commodity Index jeweils
zum Monatsende die vier Subindizes mit der stärksten Wertentwicklung So schön sich der Slogan „die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins
der vergangenen drei Monate ausgewählt und ausgehend vom jeweili- Kröpfchen“ im Produktflyer der HypoVereinsbank auch anhört, so proble-
Investieren in Rohstoffe 8. Jahrgang | Ausgabe 10 | 19.05.2011 10

matisch stellt sich die reine Trendfolgestrategie in Seitwärtsmärkten bzw. Der Rohstoff-Report Tipp:
in Phasen dar, wenn der Trend gerade kippt. Da die Ausrichtung immer Solange es bei dem an sich ebenso interessanten wie offensiven
vergangenheitsbezogen erfolgt, läuft der Ansatz dann regelmäßig ins Trendfolge-Produkt, das dem Investor den sehr aufwendigen
Leere oder sogar ins offene Messer, wie sich in diesem Monat nach Auswahlprozess im Rohstoff-Sektor abnimmt, keine Nachbesserung in
einer längeren sehr erfolgreichen Aufwärtsphase wieder ganz besonders Form einer passenden Absicherungsstruktur gibt, bleibt Anlegern
deutlich zeigte, wurde doch Anfang Mai, als der noch zuvor durch wilde nichts anderes übrig, als sich eine eigene Gewinnsicherungstrategie
Spekulationen nach oben katapultierte Silberpreis anfing zu crashen, über Stopp-Kurse selbst aufzubauen. Sonst dürfte er bei den immer
gerade in das silberne Metall mit dem Höchstgewicht von 40 Prozent volatileren Märkten langfristig wohl keine große Freude an dem Papier
umgeschichtet. Ein verhängnisvoller Fehler, der auch das Problem des haben.
lediglich quantitativen Auswahlmechanismus ohne einen zusätzlichen
„menschlichen“ Plausibilitätscheck wieder einmal eindrücklich offenbart. Open End Zertifikat auf den Commodity Trend TR Index (quanto)
Ein Großteil der über Monate angesammelten Gewinne war dadurch auf Emittent/WKN: HypoVereinsbank / HV5CTT
einen Schlag wieder dahin. Wer seit Laufzeitbeginn in das Produkt inve- Laufzeit: Endlos
stiert ist, für den heißt die Devise längst schon wieder „außer Spesen Preis: (08.12.2009) Geld / Brief: 129,44 € / 130,48 €
nichts gewesen“ und die können sich mit einer Risikomanagement-Fee
von 1,5 Prozent p.a. und einer Quantogebühr für die Währungsabsiche- Bitte vergessen Sie nicht, sich an unserer wöchentlichen Zertifikate-
rung von 2,45 Prozent p.a. durchaus sehen lassen. Die historische Umfrage unter dem folgenden Link zu beteiligen: http://www.godmo-
Rückrechnung für den Zeitraum 1992 bis 2008 hatte dagegen noch ein de-trader.de/Zertifikate
stolzes Plus von 24 Prozent p.a. ausgewiesen, das allerdings auch vor
allem der starken Aufwärtsphase ab 2005 geschuldet war.

Anzeige

Brokervergleich Emerging Markets-


Währungen
Trading-Strategien

„Wirklich?“
„Das alles steht da drin?“
Ja, wirklich! In der Sonderpublikation Forex-Brokervergleich steht, wie Sie vom Forexhandel
am besten profitieren können. Dabei werden speziell Emerging Markets-Währungen unter
die Lupe genommen. Hintergrundberichte, Tipps von Forextrading-Experten und der
Vergleich der wichtigsten Forex-Broker bieten eine hervorragende Grundlage, damit Sie
erfolgversprechend am Forex-Markt agieren können.

Überzeugen Sie sich selbst – lesen Sie die kostenlose


Sonderpublikation Forex-Brokervergleich:

www.godmode-trader.de/service/downloads

Viel Spaß beim Lesen!


Blog Roll 8. Jahrgang | Ausgabe 10 | 19.05.2011 11

Blog Roll - am meisten angesehen

George Soros hat wirklich Gold verkauft


SEC-Eintrag gibt Aufschluss

Öl: Angebotsdefizit erwartet


Preise fallen trotzdem?

USA: Trans Alaska Pipeline oder 11% des Öls gefährdet


Ein Politikum

Ein Politikum
"Das neue Silber"
Commodities im Chartcheck 8. Jahrgang | Ausgabe 10 | 19.05.2011 12

CHINA - Laaaaanggezogener Bodenbildungsprozess


von Harald Weygand Ich möchte den Blick nochmals auf den Shanghai Composite schweifen
Donnerstag 12.05.2011, 18:00 Uhr lassen. Es handelt sich um einen wichtigen festlandchinesischen Index.
Der Index befindet sich nach wie vor in einem zeitlich langgezogenen
Seit meiner letzten Chartbesprechung vom 18.10.2010 hat der Yuan wei- Bodenbildungsprozess.
ter aufgewertet; wenngleich nur schwach.
Shanghai Composite : 2.845 Punkte
Peking (BoerseGo.de) - Die chinesische Notenbank hat eine erneute
Anhebung des Mindestreservesatzes für Geschäftsbanken angekündigt. Die Liste der Aktien, die im Shanghai Composite gelistet sind finden Sie
Der Satz steigt zum 18. Mai um weitere 0,5 Prozentpunkte (50 Basis- HIER!
punkte) auf 21 Prozent, wie die People\'s Bank of China am Donnerstag
mitteilte. Es handelt sich bereits um die fünfte Erhöhung des Mindest- Nach wie vor gilt.: "Um ein großes mittel- bis langfristiges Kaufsignal aus-
reservesatzes in diesem Jahr. Außerdem wurde 2011 der Leitzins bereits zulösen, muß der Index über 3.180 Punkte ansteigen. Unter 3,180
zwei Mal angehoben. Grund für die straffende Geldpolitik ist die hohe Punkten befindet er sich noch im Korrekturmodus und es kann nicht
Inflation von über fünf Prozent bei einem weiterhin rasanten Wachstum ausgeschlossen werden, dass sich dieser noch weiter fortsetzt."
der chinesischen Wirtschaft. Der Mindestreservesatz gibt an, welchen
Anteil der Sichteinlagen des Nichtbankensektors die Geschäftsbanken Steigt der Shanghai Composite über 3.180 Punkte an, generiert dies ein
bei der Notenbank parken müssen. Eine Erhöhung des Reservesatzes großes Kaufsignal mit charttechnischen Kurszielen von 4.128 und 4.400
entzieht den Kreditinstituten unmittelbar Liquidität, so dass weniger Punkten.
Kredite vergeben werden können und die wirtschaftliche Aktivität ge-
bremst wird.
Commodities im Chartcheck 8. Jahrgang | Ausgabe 10 | 19.05.2011 13

ALCOA - Bullen müssen jetzt JA SOLAR - Kursrutsch steht an


dranbleiben, sonst..
Alcoa - Kürzel: AA ISIN: US0138171014 JA Solar Kürzel: JASO ISIN: US4660901079
Börse: NYSE in USD Kursstand: 16,44 $ Börse: NYSE in USD Kursstand: 5,98 $

Kursverlauf vom 29.04.2010 bis 17.05.2011 Kursverlauf vom 19.05.2010 bis 16.05.2011
(log. Kerzendarstellung / 1 Kerze = 1 Tag) (log. Kerzendarstellung / 1 Kerze = 1 Tag)

Rückblick: Die Alcoa Aktie konnte trotz des Bruchs einer steilen Aufwärts- Die JA Solar Aktie schiebt sich seit einigen Monaten moderat abwärts
trendlinie im März diesen Jahres nach einer Korrektur bis an die wichti- und notiert mittlerweile unterhalbwichtiger Chartelemente. Jetzt kippt der
ge Unterstützung bei 15,15 $ an der Unterseite dieser Triggerlinie auf ein Wert wieder nach unten ab, bei einem Rückfall per Tagesschluss unter
neues Jahreshoch bei 18,47 $ ansteigen und so den mittelfristigen Auf- 5,95 $ droht ein Kursrutsch bis 5,15 - 5,29 und mittelfristig ggf. 4,22 $.
wärtstrend fortsetzen. Der Wert bleibt bis auf weiteres nicht mehr interessant für
Longpositionen.
Allerdings fiel die Aktie direkt im Anschluss deutlich zurück und entwik-
kelt sich seither unterhalb des langfristigen Widerstands bei 17,61 $ seit- Erst ein nachhaltiger Anstieg über 7,25 $ würde das kurzfristige Bild leicht
wärts. Dabei werden immer deutlicher die Umrisse eines symmetrischen aufhellen. Größere Kaufsignale mit Zielen bei 10,24 und später 12,00 -
Dreiecks erkennbar, welches aufgrund der übergeordenten Trendstärke 14,00 $ entstehen aber erst bei einem Ausbruch über 8,57 $.
für eine weitere Aufwärtsbewegung sprechen würde. Einen deutlicheren
Rücksetzer nach dem heutigen Rückgang dürfen sich die Bullen in Alcoa
jedoch nicht mehr leisten.

Charttechnischer Ausblick: Noch besteht oberhalb von rund 16,00 $ wei-


terhin bullischer Überhang und die Chance auf einen weiteren Anstieg
bis 18,47 $ und bei einem Bruch dieser Marke bis 20,50 $ und darüber
auf 22,39 $. Ein erstes Indiz für eine solche Entwicklung wäre nun das
Überschreiten des Widerstands bei 17,61 $ per Tagesschlusskurs.

Fällt die Aktie hingegen deutlicher unter 16,00 $ zurück, so wäre die
Konsolidierung nach unten aufgelöst und ein Kursrutsch bis 15,15 - 15,43
$, ggf. bereits bis 14,20 $ zu erwarten. Hier könnte in der Folge eine wei-
tere mittelfristige Aufwärtsbewegung beginnen. Fällt Alcoa jedoch auch
unter diese Marke zurück, so wäre ein Test der 12,80 $ - Marke die Folge.

ALCOA JA SOLAR
Commodities im Chartcheck 8. Jahrgang | Ausgabe 10 | 19.05.2011 14

EW Analyse - US Light Sweet Crude Oil - Weiterhin Chance auf Boden


Börse: NYMEX in USD Kursstand: 98,90 $ pro Barrel Die Wellen w-x-y-x2-z könnten auch einen Startimpuls als Leading
WTI Öl - ISIN : XC0007924514 Diagonal Triangle durchgehen lassen. Es geht also eher darum, ob die
Bodenbildung sich bereits vollzieht = Welle 1 oder ob nach der Kurs-
erholung noch ein weiteres Tief droht. Eine Chance auf eine Boden-
Note 2: Tendenz aufwärts bildung liegt zumindest vor. Solange der Ölpreis nicht unter 94,63 $
Der Ölpreis besitzt mittelfristiges Aufwärtspotenzial bis 128,00 $. Hier rutscht, dürfen die bullischen Ambitionen aufrecht erhalten werden.
sollte allerdings berücksichtigt werden langfristig noch ein Kursziel im ein-
stelligen Bereich erwartet wird. Im Tageschart geht es um den Start der Mit diesem Kurzupdate wird eher auf das Kursverhalten im Stundenchart
Welle 3, diese wird dann in den Unterwellen 1-2-3-4-5 erwartet. Die eingegangen und der Count im Stundenchart weiter gezählt. Aus jetziger
Wellen 1-2 könnten sich bereits ausgebildet haben. Siehe auch unteren Sicht ist es noch offen, ob bereits die Welle 3 der Welle 3 läuft.
Stundenchart.
Fazit: Die Marktbereinigung könnte abgeschlossen sein. Es wird aktuell
Hier der "alte" Tageschart" nach einem Boden Ausschau gehalten. Im Stundechart ist skizziert, wie-
der dieser Boden aussehen könnte. Ein Kursrutsch unter 94,63 $ würde
Kursverlauf im Tageschart diesen möglichen Boden zerstören. Oberhalb dieser Marke bleibt es
(log. Kerzendarstellung / 1 Kerze = 1 Tag) zunächst bullisch. Vergleichen Sie dazu bitte einfach den Stundenchart
a/1 und b/2 mit dem Tageschart 1 und 2.

Es sollte weiterhin berücksichtigt werden, dass ein langfristiges Kursziel


bei unter 10 $ notiert. Zuvor ist es möglich, dass die 128,00 $ erreicht
werden.

Ich wünsche Ihnen bei Ihren Entscheidungen ein gutes Gelingen und
geraten Sie nicht in Schieflage, das führt zwangsläufig zu Fehlentschei-
dungen.

Kursverlauf im Stundenchart
(log. Kerzendarstellung / 1 Kerze = 1 Stunde)
Charts an der LME 8. Jahrgang | Ausgabe 10 | 19.05.2011 15

Aluminium Lagerbestände Blei Lagerbestände

Kupfer Lagerbestände Nickel Lagerbestände

Zink Lagerbestände Zinn Lagerbestände


Basismetalle 8. Jahrgang | Ausgabe 10 | 19.05.2011 16

Aluminium – Klicken, um Profichart zu laden Blei – Klicken, um Profichart zu laden

Kupfer – Klicken, um Profichart zu laden Nickel – Klicken, um Profichart zu laden

Zink – Klicken, um Profichart zu laden Zinn – Klicken, um Profichart zu laden


Soft-Commodities 8. Jahrgang | Ausgabe 10 | 19.05.2011 17

Kaffee – Klicken, um Profichart zu laden Kakao – Klicken, um Profichart zu laden

Mais – Klicken, um Profichart zu laden Sojabohnen – Klicken, um Profichart zu laden

Weizen – Klicken, um Profichart zu laden Zucker – Klicken, um Profichart zu laden


Energie & Indizes 8. Jahrgang | Ausgabe 10 | 19.05.2011 18

Amex Gold Index – Klicken, um Profichart zu laden Amex Oil Index – Klicken, um Profichart zu laden

Brent – Klicken, um Profichart zu laden Henry Hub Erdgas – Klicken, um Profichart zu laden

RICI Absolute Return – Klicken, um Profichart zu laden


Impressum 8. Jahrgang | Ausgabe 10 | 19.05.2011 19

Impressum, Urheberrechtshinweis & Disclaimer


Sämtliche Inhalte dieser Website sowie alle unter dem Brandname „Rohstoff-Report“ her-
Herausgeber:
ausgegebenen Publikationen sind urheberrechtlich geschützt und nicht zur weiteren
BörseGo AG, Balanstraße 73, Haus 11 / 3.OG, 81541 München
Vervielfältigung bzw. Verbreitung frei. Ohne vorherige schriftliche Einwilligung der Heraus-
Telefon: +49 89 767369-0, Fax: +49 89 767369-290,
geber nicht zulässig ist ferner die nachträgliche Veränderung bzw. Bearbeitung der
E-Mail info@boerse-go.de, Internet www.boerse-go.ag Dokumente oder deren kommerzielle Weiterverwertung. Bei Zitaten ist in angemessenem
Umfang auf die jeweilige Quelle zu verweisen. Sämtliche unter dem Brandname „Rohstoff-
Aktiengesellschaft mit Sitz in München - Registergericht: Amtsgericht München - Register-Nr: Report“ herausgegebenen Publikationen werden nach bestem Wissen und Gewissen
HRB 169607 - Umsatzsteueridentifikationsnummer gemäß § 27a UStG: DE207240211 recherchiert und formuliert. Dennoch kann seitens der Herausgeber bzw. der Redaktion
keine Gewähr für die Richtigkeit dieser Informationen gegeben werden. Die Ausführungen
Chefredakteur: Jochen Stanzl (stanzl@boerse-go.de) im Rahmen der unter dem Brandname „Rohstoff-Report" herausgegebenen Publikationen
sowie sämtliche Inhalte der Website stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von
Redaktion: Wertpapieren dar. Eine Haftung für eventuelle Vermögensschäden, die durch Anwendung
Armin Geier (geier@boerse-go.de) von Hinweisen und Empfehlungen im Rahmen der unter dem Brandname „Rohstoff-Report"

Nico Popp (popp@boerse-go.de) herausgegebenen Publikationen oder der Website aufgetreten sind, wird sowohl seitens der

Michaela Sprenger (sprenger@boerse-go.de) Herausgeber bzw. der Redaktion kategorisch ausgeschlossen. Verlinkungen: Mit Urteil vom
12. Mai 1998 (Az. 312 O 85/98) hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass die
Erstellung eines Links zu einer externen Website unter Umständen eine Mitverantwortlich-
Vorstand: Robert Abend, Christian Ehmig,
keit für die Inhalte der gelinkten Website zur Folge hat. Dies kann, so das Gericht, nur durch
Thomas Waibel, Harald Weygand
eine eindeutige Distanzierung von den verlinkten Inhalten ausgeschlossen werden. Vor die-
sem Hintergrund distanzieren wir uns ausdrücklich von den Inhalten sämtlicher externer
Aufsichtsratsvorsitzender: Theodor Petersen
Websites, auf die im Rahmen der unter dem Brandname „Rohstoff-Report" herausgegebe-
nen Publikationen oder der Website verwiesen wird. Jegliche Haftung für Inhalte extern ver-
Erscheinungsweise: 14-täglich
linkter Websites ist somit kategorisch ausgeschlossen.

Bezug: kostenfreies Abonnement Das Dokument mit Abbildungen ist urheberrechtlich geschützt. Die dadurch begründeten
Rechte, insbesondere des Nachdrucks, der Speicherung in Datenverarbeitungsanlagen
(Anmeldung unter www.boerse-go.de/rohstoffe)
sowie das Darstellen auf einer Website liegen, auch nur bei auszugsweiser Verwertung, bei
der BörseGo AG. Alle Rechte vorbehalten.
Der Rohstoff-Report ist eine kostenlose Internetpublikation und erscheint
im PDF-Format. www.boerse-go.ag ©
BörseGo AG