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Gruß

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Gruss ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum Schauspieler siehe Marc Gruss, zum
Tennisspieler und Sportfunktionär siehe Josef Gruss.

Übersetzungen des Wortes „Willkommen“ findet man an vielen Orten, die von Ausländern oder
Touristen besucht werden, um Menschen aller Nationalitäten willkommen zu heißen

Willkommensschild eines Restaurants bei Tieringen, Deutschland (2018)

Der Gruß, die Begrüßungsformel, Begrüßungsfloskel, Abschiedsformel und Abschiedsfloskel,


ist eine formalisierte oder ritualisierte Geste, Floskel oder ein anderes Ausdrucksmittel zum
Einleiten bzw. Abschließen eines Kontaktes. Dadurch unterscheidet man formal zwischen
mehr gestischen Grußäußerungen und versprachlichten bzw. verschriftlichten Grußformeln in
der zwischenmenschlichen Interaktion.

→ Hauptartikel: Grußformel (Gesprochene Sprache)


Die Bezeichnung ist zurückgebildet aus dem Verb grüßen, welches auf das westgermanische
grotjan – „zum Reden bringen, sprechen machen“ – zurückgeht. Bestimmte Gesten zeigen die
Zugehörigkeit zu bestimmten Gesellschaften, Vereinen oder Bewegungen an.

Mit dem Gruß demonstriert der Grüßende seine Sicht der Beziehung zum Gegrüßten. Die
Grußformen sind abhängig von Kultur, Zeit und Mode.

Inhaltsverzeichnis
• 1 Persönliche Kontakte
o 1.1 Knigge-gerechtes Grüßen und Begrüßen
o 1.2 Sprache
o 1.3 Gesten
 1.3.1 Unter gleichrangigen Personen
 1.3.2 Unter Personen verschiedenen Rangs
 1.3.3 Sonderformen
 1.3.4 Unterwerfung
o 1.4 Religiöser Gruß
o 1.5 Militärischer Gruß
o 1.6 Maritimer Gruß
• 2 Nichtpersönliche Kontakte
o 2.1 Mündlich
 2.1.1 Standesgrüße
 2.1.2 Begrüßung in Telefongesprächen
o 2.2 Schriftlich
• 3 Sprachwissenschaftlicher Hintergrund[6]
o 3.1 Die kopierte Grußform
o 3.2 Die Komplementärform
o 3.3 Die Komplementär-Kopie-Formel
• 4 Literatur
• 5 Weblinks
• 6 Belege

Persönliche Kontakte
Bei persönlichen Kontakten wird verbal oder gestisch gegrüßt.

Knigge-gerechtes Grüßen und Begrüßen

Knigge-gerechtes Begrüßen mit Handschlag zwischen Frau und Mann


Im westlichen Kulturkreis gibt es verschiedene Regelwerke, die Normen über etikettegerechte
Verhaltensweisen enthalten; in ihnen wird auch das regional unterschiedliche Grüßen und
Begrüßen beschrieben. Bei einer Begrüßung kommt es demzufolge im Gegensatz zu einem
Gruß zum Körperkontakt, vornehmlich in Form von Händeschütteln.[1] Ausgenommen von
dem Kontaktgebot sind kollektive Begrüßungen einer Gruppe durch einen Redner. Auch gilt
ein Verhalten nur dann als etikettegerecht, wenn der Rangniedere den Ranghöheren, ein Herr
die Dame, der Jüngere den Älteren, der Gastgeber den Gast zuerst grüßt etc.[2] Einen
„grußberechtigten“ Menschen, der von dem Betreffenden nachweislich gesehen und erkannt
wurde, nicht zu grüßen gilt im westlichen Kulturkreis als Unhöflichkeit. Insofern gibt es auch
im Zivilleben in gewisser Weise eine „Grußhöflichkeit“.

Neben Regeln für das Zusammentreffen von Personen gibt es auch Regeln für förmliche
Verabschiedungen. Benimmbücher, in denen entsprechende Begrüßungs-, Verabschiedungs-
und andere Regeln nachgelesen werden können, werden im deutschsprachigen Raum nach
Adolph Knigges Hauptwerk Über den Umgang mit Menschen „Knigge“ genannt. Diese
Bezeichnung wird im Internetzeitalter auch für Online-Regelwerke benutzt.

Sprache

Verbal geäußerte Grüße sind zum Beispiel „Guten Tag!“, „Tag!“, „Hallo!“, „Grüß Gott!“,
„Grüß dich!“ bzw. „Grüß Sie!“, „Grieß Eahna!“ und „Griaß Eich“ im Bairischen und in
Österreich, sowie „Grüezi!“, „Grüessech!“ (in Teilen der deutschsprachigen Schweiz),
„Servus!“, „Valet!“, „Diener!“ (wird im Itzgründischen benutzt), „Salve!“, „Heil!“, „Ave!“,
„Moin!“, „Ahoi!“ „Willkommen!“, „Mahlzeit!“, „Glück auf!“, „Gude!“, „Peace!“, „Salut!“,
„High five“ oder „Hi!“. Auch das aus dem Italienischen stammende „Ciao!“ hat sich im
deutschen Sprachbereich eingebürgert, ebenso wie das französische Adieu, wenn auch in
anderer Bedeutung, nämlich fast ausschließlich als Abschiedsgruß, etwa wie Tschüss.

Ist der Gruß tageszeitabhängig (z. B. „Gute Nacht!“), spricht man von einem Tagesgruß. Im
Lötschental und im Goms (Kanton Wallis, Schweiz) wechselt der Gruß gleich viermal: Von
frühmorgens bis etwa 8 Uhr gilt „Guätä Morgä!“, danach bis um Mittag „güätä Tag wohl!“.
Nach dem Mittagessen bis ca. 20 Uhr wird man mit „Guätä Abe!“ begrüßt. Später gilt „Guet
Nacht wohl!“

Manche Grüße gelten sowohl für die Begrüßung wie auch für die Verabschiedung, so kann
„Guten Abend!“ lokal auch bedeuten, dass man dem Gegrüßten bei der Verabschiedung eine
gute Nacht wünscht. Ein weiteres Beispiel ist in Bayern und Österreich „Servus!“, das sowohl
für die Begrüßung als auch für die Verabschiedung gebraucht wird.

In Mittel- und Norddeutschland verbreitet (und sich zunehmend auf Süddeutschland


ausdehnend) ist „Tschüss!“ oder „Adschüs!“, im Rheinland „Tschö!“.

In Berlin ist morgens ein schlichtes „Mojen!“, tagsüber „Tach!“ und zur Abendszeit „Abend!“
(oder auch „'n Abend!“ für „einen schönen guten Abend!“) gebräuchlich. Die
standarddeutschen („hochdeutschen“) Begrüßungsformeln finden allerdings auch hier immer
breitere Anwendung.

In Ostfriesland und Schleswig-Holstein ist „Moin!“, in Hamburg und Bremen auch in der
verdoppelten Form: „moin-moin!“ eine den ganzen Tag über gültige Begrüßungsformel
(möglicherweise eine Kurzform von friesisch „moi morn!“ – wörtlich übersetzt: „schönen
Tag!“).
In der Schweiz, Südtirol, Österreich und in Altbayern gibt es die Gruß-Formel „bhüeti!“ oder
„bhüeti Gott!“ („behüte dich Gott!“), in Österreich, Südtirol und Altbayern „pfüet di!“, „pfiat
di!“ oder „pfiat di Gott!“ ausgesprochen. Parallel dazu auch „pfiat ina (Got)!“ („behüte Sie
Gott!“), und „pfiat eich (Got)!“ bzw. „pfiat enk (Got)!“ („behüte euch Gott!“).

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