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Wasserstoffbombe

Aufbau. Funktionsweise. Wirkungen

1. Kernfussion versus Kernfission


Die Wasserstoffbombe unterscheidet sich von der
Atombombe dadurch, dass ihre Kraft mithilfe der
Kernverschmelzung erhaltet wird. Bei
Kernfusionswaffen (Wasserstoffbomben) dient ein
herkömmlicher Atomsprengsatz dazu, die
Wasserstoffisotope Deuterium und Tritium zu
verschmelzen.
Die erste Zündung einer Wasserstoffbombe mit dem
Codenamen Ivy Mike erfolgte am 31. Oktober/1.
November 1952 durch die USA auf dem Eniwetak-Atoll
(Insel in dem Pazific) und setzte eine Energie von 10,4
Megatonnen TNT-Äquivalent frei. Diese Sprengkraft
entspricht dem 800-fachen der Hiroshimabombe.

Aufbau
Da zum Zünden der Fusion enorme Energiemengen
benötigt werden, werden nach derzeitigem Stand alle
Wasserstoffbomben mit Hilfe von Kernspaltung
gezündet, die die benötigte Energie sehr schnell bereitstellt und den Fusionsprozess
in Gang setzt.

Warum ist die H2-Bombe effizienter als die Atombombe?

Sowohl Kernspaltung als auch Kernfusion erzielen ihren Energieumsatz aus dem
Massendefekt, der aus der Relativitätstheorie von Albert Einstein folgt, genauer
gesagt, aus der dort abgeleiteten Äquivalenz von Masse und Energie. Die Fusion
kleiner Atomkerne ermöglicht jedoch deutlich größere Energieausbeute, bezogen auf
die gesamte Masse, als die Spaltung von großen Kernen (Allerdings wird pro
einzelner Spaltung von großen Atomkernen, zum Beispiel Uran, mehr Energie frei als
bei einer einzelnen Fusion von zwei Wasserstoffatomen). Dadurch entstand die
Motivation, diesen Effekt mit einer Fusionsbombe zu nutzen.

2. Funktionsweise
Die ersten Wasserstoffbomben vertraten einigen Probleme:
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• Die durch fussion erzogene Röntgenstrahlung drang der Deuterium, folglich
erhitzte das Isotop langsamer
• Tritium-Isotop war effizienter aber viel teurer
• So wurde der Preis der Bombe gesteigt und war es nicht günstiger eine
Atombombe zu nutzen?

Dieses Problem wurde mithilfe des Teller-Ulam-Design gelöst. Dieser wurde von
Edward Teller und Stanislaw Ulam vorgeschlagen.

A. und B. Der primäre Fissionssprengsatz und der sekundäre Fusionssprengsatz


befinden sich in einem mit Schaumstoff (meist aufgeschäumtes Polystyrol) gefüllten
Gehäuse (physikalisch „Hohlraum“). Durch die Explosion des Fissionssprengsatzes
entstehen so hohe Temperaturen, dass das Polystyrol in ein Plasma übergeht, das im
Röntgenbereich strahlt.

C. und D. Durch Reflexion an der Innenwand des Gehäuses wird die


Röntgenstrahlung auf den kugel- oder röhrenförmigen Mantel der zweiten Stufe
geleitet, wodurch sich diese auf die Temperatur des Plasmas erhitzt. Dieser Vorgang
wird als „Thermalisierung“ bezeichnet. Die Sekundärstufe wird also nicht durch
Kontakt mit dem Plasma erhitzt, sondern durch die Röntgenstrahlung. Die Erhitzung
findet dadurch deutlich schneller statt. Durch die Aufheizung verdampfen die äußeren
Schichten des sekundären Sprengsatzes explosionsartig, wodurch eine
Komprimierung durch eine nach innen gerichtete Schockwelle ausgelöst wird. Diese
Komprimierung bezeichnet man auch als Strahlungsimplosion.

D. Im Zentrum der zweiten Stufe kollabiert die Stoßwelle. Die Geometrie des
Sekundärteils ist möglichst symmetrisch (kugelförmig oder zylindrisch), damit dieser
Kollaps der Schockwellen erfolgt (in einem Punkt oder in einer Geraden). Am Ort, wo
die Schockwellen kollabieren, entstehen so hohe Temperaturen, dass Fissions- und
Fusionsbedingungen (ausreichend hohe Temperatur und Druck) erzeugt werden und
die ersten Reaktionen der zweiten Stufe stattfinden. Durch die Komprimierung und
gleichzeitige Strahlungsaufheizung wird die zweite Stufe der Bombe, die Fusion,
gezündet.

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Durch die bei der Deuteriumfusion nun entstehenden hochenergetischen
Alphateilchen wird das Deuterium in der Umgebung erhitzt, so dass es fusionieren
kann; eine Brennwelle läuft von innen nach außen.

Da die Wasserstoffbomben eine sehr geringe Masse von


radioaktiven Strahlung und im Großen Neutronen freisetzt, wird
die H-Bombe auch SAUBEREBOMBE genannt.

3. Wirkungen
Auswirkungen durch die Detonation

Eine durch die Explosion erzeugte Druckwelle erzeugt größe Schaden und
langanhaltene starke Stürme. Das Schadensausmaß hangt von Größe der
Wasserstoffbombe, von der Höhe, in der sie Explodiert und von der Entfernung des
Gebäudes etc. ab.

Thermische Auswirkungen

Bei der Explosion einer 10 Kilotonnen Bombe in der Luft erreicht der Feuerball einen
maximalen Durchmesser von 300 Metern. Bei einer 10 Megatonnen Waffe kann der
Feuerball bis zu 4,8 Kilometer Durchmesser erreichen. Eine extrem heiße Hitzewelle
wird blitzartig vom Feuerball ausgestrahlt. Ihre Intensität nimmt mit der Entfernung ab.
Die Wärmeenergiemenge, die in einer bestimmten Entfernung von der nuklearen
Explosion wahrgenommen wird, hängt von der Sprengkraft der Waffe und dem
Zustand der Atmosphäre ab. Ist die Sicht schlecht oder läuft die Explosion oberhalb
der Wolken ab, verringert sich die Wirkung des Hitzeblitzes. Trifft die Wärmestrahlung
aber auf unbedeckte Haut, kann das zu schwersten Verbrennungen führen. Die
Explosion einer 10 Kilotonnen Bombe kann in einem Umkreis bis zu 2,4 Kilometer
vom Nullpunkt aus mittlere Verbrennungen (Verbrennungen 2. Grades) hervorrufen.
Bei einer 10 Megatonnen Bombe beträgt der entsprechende Umkreis mehr als 32
Kilometer. Selbst in größerer Entfernung könnte es noch zu leichteren Verbrennungen
nackter Haut kommen.

Die Hitzestrahlung kann trockene, entflammbare Materialien, z.B. Papier und einige
Gewebe, entzünden. Bei der Explosion einer 1 Megatonnen Bombe brennt
beispielsweise Papier noch in einem Umkreis von 14 Kilometern.

Durchdringende Strahlung

Die durchdringende radioaktive Strahlung unterscheidet sich deutlich von der


Hitzestrahlung. Die vom Körper aufgenommene radioaktive Strahlung führt zu
ernsthaften Verletzungen.

Die von einer Explosion ausgehende radioaktive Strahlung kann in zwei Kategorien
unterteilt werden, nämlich in Anfangsstrahlung und in Rückstandsstrahlung. Die
Sofortstrahlung besteht aus Alpha-, Beta-, Gamma- und Neutronenstrahlen, geht vom
Explosionsmittelpunkt aus und wirkt bis zu einer Minute. Als Rückstandsstrahlung
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bezeichnet man den Teil der Strahlung, der nach Ablauf einer Minute noch wirksam
ist. Beta- und Gammastrahler haben ähnliche Wirkung wir Röntgenstrahlen. Sowohl
Neutronen- als auch Beta- und Gammastrahlen besitzen die Fähigkeit, in feste Stoffe
einzudringen.

Die Radioaktivität im verstrahlten Gelände nimmt innerhalb der ersten 24 Stunden


stark ab. Nach etwa einer Woche kann sie bis unter einen lebensbedrohlichen Wert
absinken.

Der radioaktive Niederschlag (Fallout) schwebt langsam zu Boden und kann je nach
Dauer der Schwebzeit mehr oder minder starke Verstrahlungen verursachen. Es gibt
zwei verschiedene Arten des radioaktiven Niederschlages, den frühen und den
verzögerten. Findet eine nukleare Explosion nahe der Oberfläche statt, wird Erde oder
Wasser in eine pilzförmige Wolke gesogen und mit den Überresten der radioaktiven
Waffe verseucht. Das verseuchte Material beginnt innerhalb weniger Minuten
herabzufallen, was bis zu 24 Stunden fortdauern kann. Dadurch kann ein Gebiet bis
zu Tausenden von Quadratkilometern von der Explosionsstelle entfernt in
Mitleidenschaft gezogen werden. Bei Explosionen in großer Höhe gibt es keinen
frühen Niederschlag. Wird eine Bombe weit über der Oberfläche gezündet, steigt der
radioaktive Abfall in der pilzförmigen Wolke in große Höhen und fällt allmählich über
einem großen Gebiet nieder.

Klimatische Auswirkungen

Neben dem durch die Druckwelle und die Strahlung einzelner Bomben verursachten
Schäden, könnte ein großflächiger Einsatz nuklearer Waffen durch mehrere Staaten
wahrscheinlich katastrophale Auswirkungen auf das globale Klima haben. Diese
Möglichkeit, die in einem im Dezember 1983 von einer internationalen Gruppe von
Wissenschaftlern veröffentlichten Papier vorgebracht wurde, ist als Theorie vom
"Nuklearen Winter" bekannt geworden. Nach Meinung der Wissenschaftler würde die
Explosion von nicht einmal der Hälfte aller Sprengköpfe der Vereinigten Staaten und
Russlands enorme Mengen an Staub und Rauch in die Atmosphäre wirbeln. Diese
Menge würde ausreichen, um der Erde für mehrere Monate das Sonnenlicht zu
nehmen, ein Frostklima wäre die Folge. Besonders auf der nördlichen Halbkugel
käme es zum Absterben der Pflanzenwelt. Auch die Ozonschicht wäre betroffen, was
zu weiteren Schäden infolge der ultravioletten Strahlung der Sonne führen würde.
1985 veröffentlichte das US-Verteidigungsministerium einen Bericht, der die Theorie
des "Nuklearen Winters" bestätigte.

Länder, die Kernwaffen besitzen:

• USA
• Großbritanien
• Russland
• Frankreich
• China
• NATO – Staaten

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