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Evangelische

Kirchengemeinde
Gönningen

Gemeindebrief-Sonderausgabe – Juni 2005

100 Jahre
Evangelischer Kindergarten
Rosmarinstraße Gönningen
Es grüßen herzlich …

… Oberbürgermeisterin Barbara Bosch …


Zum 100-jährigen Jubiläum des Kin- Gemeinsam Sorge tragen für die
dergartens Rosmarinstraße gratuliere Bildung, Erziehung und Betreuung
ich allen Gönninger Bürgerinnen und Gönninger Kinder prägt die 100-
Bürgern, vor allem aber den Kindern, jährige Geschichte in allen Phasen
sehr herzlich! der Trägerschaft der Großheppacher
100 Jahre Kindergarten Rosmarin- Schwestern, der Gemeinde, der Stadt
straße, das ist eine bemerkenswerte Reutlingen und seit 1994 der Evange-
Erfolgsgeschichte bürgerschaftlichen lischen Kirchengemeinde.
Engagements Hierfür danke ich Ihnen allen, die sich
und der Zu- als Eltern, Bürgerinnen und Bürger
sammenarbeit und als Träger engagieren und dazu
zwischen Ge- beitragen, dass die Entwicklung in
meinde und einem unserer traditionsreichsten
Kirche. Kindergärten Reutlingens stets so
Das Hopfen- erfolgreich weitergeht.
händlerehepaar Ihre Arbeit ist von innovativen Ideen
Grauer hat 1893 geprägt – dies zeigt auch ein Blick in
mit der Stiftung die Vergangenheit. Forderungen nach
des Grund- Öffnungszeiten, die sich am Bedarf
stücks quasi den der Eltern orientieren, waren in Gön-
Grundstein für ningen schon vor 100 Jahren eine
den Kindergar- Selbstverständlichkeit. Die Öffnungs-
ten gelegt. Dass er 1905 eröffnet zeiten richteten sich nach der Feldar-
werden konnte, ist einer Vielzahl beit, mit Sommer- und Winteröffnung,
ungenannter Spenderinnen und mit Öffnungszeiten am Samstag.
Spender zu verdanken. Eine Bürger- Ich wünsche Ihnen weitere 100 Jahre
schaft baut ihren Kindergarten selbst Kindergarten Rosmarinstraße – ein
– aus heutiger Sicht unvorstellbar! Ort zum Entdecken, Fragen stellen,
gemeinsam Antworten finden, ein Ort
für Familien, zur Begegnung, für Rat
in der Erziehungsarbeit.
Barbara Bosch

2 Evang. Kirchengemeinde Gönningen Gemeindebrief 2/2005


… Bezirksbürgermeister Prof. Dr. Paul Ackermann …
Kinder, die man nicht liebt,
werden Erwachsene, die nicht lieben. (Pearl S. Buck)
Dass in Gönningen schon vor 100 Jahren von der Gemeinde
eine Kleinkinderschule errichtet wurde, war für die damalige Zeit
eine kommunalpolitische Großtat. Die Initiative dazu ging offen-
sichtlich von weitsichtigen Bürgerinnen und Bürgern aus, die
auch Geld dafür spendeten. In den letzten Jahren wurden hier
zwei zusätzliche Kindergärten gebaut, so dass zumindest die
räumlichen Voraussetzungen für das Wohl der Kinder vorhanden
sind. Heute wird wieder verstärkt über die Bildungsaufgabe der
Kindergärten diskutiert. Dabei sollte die Liebe zum Kind nicht
vergessen werden, wie die Schriftstellerin Pearl Buck zu Recht
bemerkte.
Dr. Paul Ackermann

… und Schuldekan Ulrich Ruck.


Herzlichen getan haben: „Wer ein Kind aufnimmt
Glückwunsch! in meinem Namen, der nimmt mich
Es ist eine Sel- auf; und wer mich aufnimmt, der
tenheit, einem nimmt den auf, der mich gesandt hat“,
Hundertjährigen so ist‘s bei Lukas (9,48) nachzulesen.
zum Geburtstag Im Rosmarin Kindergarten versucht
gratulieren zu man – oder doch wohl eher Frau –
können. Stau- dem seit nunmehr 100 Jahren Gestalt
nend nur kann zu verleihen.
der Gratulant Da kann man als Schuldekan nur
dem Jubilar zu- staunend und hochachtungsvoll vor
hören, wenn der Begeisterung in die Hände klatschen.
von den vergan- Auch das hat sich seit hundert Jahren
genen hundert nicht verändert: Anscheinend hat das
Jahren und den ständigen Verände- der Reutlinger Dekan vor hundert
rungen darin erzählt. Jahren bei der Einweihung ebenfalls
Auch wenn ein Kindergarten in diese getan.
Jahre kommen darf, ist das so: Die Bleibt abzuwarten, ob mein Ge-
Kinder und die Eltern haben sich burtstagsklatschen trotz Lärm und
verändert, die Erzieherinnen kamen Distanz zwischen Reutlingen und
und gingen und auch in der Kinder- Gönningen gehört werden kann. Aber
gartenpädagogik tat und tut sich so der die Begeisterung hervorrufende
einiges – bis heute. Geist der Liebe Gottes hat schon
Das eigentliche Staunen aber beginnt ganz andere Barrieren übersprungen.
dort, wo eine und einer bemerkt, dass Und er weht im Kindergarten Rosma-
es etwas gibt, was sich in all den rin – schauen Sie doch einfach mal
Jahren nicht verändert hat: Ganz rein und erleben Sie ihn sozusagen
offenbar spielen in der Evangelischen live.
Kirchengemeinde Gönningen die Aus Reutlingen grüßt und klatscht
Kinder noch immer die zentrale Rolle, begeistert,
wie sie es bereits in Jesu Augen Ihr Ulrich Ruck

Evang. Kirchengemeinde Gönningen Gemeindebrief 2/2005 3


Ein „evangelischer“ Kindergarten …
Liebe Leserin, mit Gott sind. Auf dem Weg mit Gott
lieber Leser! bin ich gemeinsam mit anderen Men-
Daß ein Kindergar- schen, so wie das in unserem Kin-
ten in Deutschland dergarten geschieht, und ich bin auf
in kirchlicher Trä- diesem Weg mit den Geschichten, die
gerschaft ist, ist uns in der Bibel von Gott erzählen.
nichts Besonderes, Eine besondere und letztlich aus-
auch eine evange- schließliche Bindung an die Bibel ist
lische Trägerschaft evangelisch. Dieses Wort will – wie
ist gang und gäbe. alle Worte, die uns ansprechen –
Wenn Sie aller- verstanden und begriffen werden.
dings fragen, was Dazu braucht es Bildung – und des-
denn das Evange- halb war die evangelische Kirche seit
lische in einem ihren Anfangstagen eine Kirche der
evangelischen Schulen und der Katechismen und
Kindergarten sei, des Unterrichts. Die Methoden und
dann gerät der Befragte in aller Regel Einsichten ändern sich und entwi-
ins Schlingern. Natürlich: Die evange- ckeln sich: Daß ein Mensch erfahren
lische Gemeinde sei halt Träger … muß, daß er mehr ist, als er von sich
Will man die Frage dann aber doch weiß, daß er Gottes Kind ist – und
einen Tick weniger formal beantwor- daß er ein Recht auf eine umfassen-
tet sehen, dann landet man bei der de Bildung hat, das immer besser zu
Frage, was evangelisch überhaupt ist. verstehen und damit das Leben und
Evangelisch sein ist eine besondere Glauben immer besser zu können –
Bindung an das Evangelium, an das das heißt für mich evangelischer
biblische Wort. Mit dieser Bindung Kindergarten.
verbindet sich eine besondere Bedeu- Ich danke im Namen der Evangeli-
tung der Bildung – einer Bildung, die schen Kirchengemeinde unseren
sich in der Bindung an andere Men- Erzieherinnen für ihren großen Ein-
schen, an Gott und die Welt und sich satz, ihren Teamgeist und ihre enga-
selbst versteht. gierten Dienst an unseren Kindern!
Zu abstrakt? Nun denn … Und ich danke unserer Elternschaft,
Das Evangelium sagt mir, daß ich die sich mit dem Team so großartig
Gott recht bin, weil sich mir Jesus zur für ein schönes Fest zum 100. Ge-
Seite stellt(e). Ich bin mehr und ande- burtstag einsetzt!
res als das, was ich tue – und das, Wir freuen uns, wenn Sie mit uns
was mir mißlingt und was ich falsch feiern und sich mit uns an unserem
mache. Wo ein Kind solche Annahme Geburtstagskind freuen und ihm von
spürt, begegnet ihm das Evangelium! Herzen Gottes Segen wünschen!
Du bist unser Kind hier im Kindergar- Ihr
ten, und du bist Gottes Kind! Komme
und geschehe, was wolle!
Im christlichen Kindergarten bekommt
ein Kind solches zu spüren, weil es
Menschen begegnet, die selbst dar-
aus leben, die selbst auf dem Weg Alexander Behrend, Pfarrer

4 Evang. Kirchengemeinde Gönningen Gemeindebrief 2/2005


Unser Gang durch das Jahrhundert …
Der gespendete Kindergarten

Gretel Pfäffle faßte die seinen Tischen und Bänken sehr schul-
ähnlich eingerichtet war, gehörten zur
Geschichte bis 1992 fürs neuen Kleinkinderschule auch Wohn-
Gönninger Heimatbuch räume für die Kinderschwester und die
zusammen Ortskrankenschwester.
Von der Kinderschwester
zur Erzieherin
Die erste Gönninger Kinderschwester war
Marie Buck. Sie kam, wie ihre vier Nach-
folgerinnen, vom Mutterhaus für evange-
lische Kinderschwestern in Großheppach.
Die Kinderschwestern schlossen keines-
wegs selbst einen Arbeitsvertrag. Statt
dessen bestand ein Vertrag zwischen der
bürgerlichen Gemeinde und dem Mutter-
haus. Darin war festgelegt, daß die Ge-
meinde für Wohnung, Einrichtung und
Heizmaterial zu sorgen und dem Mutter-
haus einen bestimmten Betrag zu zahlen
habe. Von diesem Geld wurde die jewei-
Einleitung lige Kinderschwester versichert und
Wer schenkt oder spendet, sollte dies bekam ein Haushalts- und Taschengeld
bescheiden tun und nicht damit herum- ausbezahlt. Beschwerden und Wünsche
prahlen. Dies scheint in der Zeit, als der sollten direkt an
Grundstein für den Kindergarten gelegt das Mutterhaus
wurde, ein fester Grundsatz in Gönningen gerichtet werden,
gewesen zu sein. Immerhin steht fest, daß das sich das Recht
alles mit einer Stiftungsurkunde vom Mai vorbehielt, die
1893 begann. Herr oder Frau Grauer, von Schwester jeder-
Beruf Hopfenhändler/in, überließ der zeit abzuberufen
Gemeinde damit verschiedene Grundstü- und durch eine
cke, knüpfte aber Bedingungen daran. neue zu ersetzen.
Eine der Bedingungen war die Erbauung Von dieser Rege-
einer Kleinkinderschule. Diese Idee fiel lung wurde in
offenbar auf fruchtbaren Boden, da be- Gönningen kaum
reits 1904 das Baugesuch eingereicht Gebrauch ge-
wurde. Zwar sind die übrigen Spen- macht, denn
der/innen namentlich nirgends aufgeführt, durchschnittlich
aber als das schöne Gebäude, mit seinem blieb eine Kinder-
Relief über dem Eingang, am 10. Mai schwester 15 Jahre
1905 feierlich eingeweiht wird, steht fest, am Ort. Schwester Louise Messer-
daß der Großteil des Baus durch Stiftun- schmidt, die bis zu ihrem Tod im August
gen und Spenden finanziert wurde. Außer 1989 in Gönningen wohnte, war die letzte
dem 80 qm großen Gruppenraum, der mit der Großheppacher Kinderschwestern,

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die hier insgesamt 75 Jahre arbeiteten. blieb und abwartete, welches Spielzeug
Vieles, was jüngere Erzieherinnen sich oder welche Bastelarbeit man zugeteilt
gar nicht mehr vorstellen können, gehörte bekam. Die Kinderschwestern waren aber
damals ganz selbstverständlich zu ihrem keineswegs roh und gefühllos. Vielmehr
Alltag. Ein Wintertag begann damit, daß waren sie, bei solch großer Kinderzahl,
der Ofen im Gruppenraum geheizt wer- auf Strenge und Disziplin angewiesen.
den mußte. Das Einsammeln der Eltern- Während heute Kinder zum Beispiel
möglichst selbständig handeln und ihre
Meinung äußern, sollten sie damals ler-
nen, sich einzuordnen und zu gehorchen
–die Erziehungsziele waren also andere.
Kindergarten im Dritten Reich
und dem Zweiten Weltkrieg
Im Dritten Reich betreute die NSDAP-
Gauleitung Württemberg-Hohenzollern,
über die NS-Volkswohlfahrt in Stuttgart,
den Gönninger Kindergarten. Die NSV
half, auf Anfrage, bei der Suche nach
Kindergärtnerinnen. Ihren Vorschlag, zur
Entlastung der Eltern einen Erntekinder-
beiträge war damals noch Sache der garten einzurichten, lehnte die Gemeinde
Kinderschwestern; und sammeln mußten ab. Die Begründung, daß der hiesige
sie oft genug auch, um an Handarbeits- Kindergarten mit seinen Öffnungszeiten
und Zeichenmaterial zu kommen; hier vollkommen ausreiche, wurde akzeptiert.
blieb der Kindergarten oft auf Spenden 1945 wurde der Kindergarten dann aber
angewiesen. Daß sie häufig auch noch von der Gauamtsleitung beschlagnahmt.
Jungschar und Kinderkirche leiteten, Noch kurz vor Kriegsende wurde in ihm
schien vielen kaum erwähnenswert. ein Mutter-und-Kind-Heim für Kriegsge-
Öffnungszeiten, Gruppengrößen, schädigte eingerichtet. Bis zum Juli 1947,
Disziplin früher als die französische Besatzung die Wie-
Die Öffnungszeiten des Kindergartens dereröffnung genehmigte, blieb der Kin-
waren den damaligen Arbeitszeiten ange- dergarten geschlossen und war zeitweise
paßt. Lange Zeit war am Samstagvormit- Quartier für französische Soldaten.
tag geöffnet, an einem anderen Wochen- Äußerer und innerer Wandel
tag dafür nachmittags geschlossen. Auch des Kindergartens nach 1950
gab es Sommer- und Winteröffnungszei- Nachdem der Kindergarten seit über 50
ten, die der Feldarbeit angepaßt waren. Jahren in Betrieb war, wurde immer
Die Gruppengröße schwankte zwischen deutlicher, daß er den Bedürfnissen von
vierzig und achtundachzig(!) Kindern. Kindern und Eltern nicht mehr genügte.
Erst ab sechzig Kindern stand einer Kin- Der Gruppenraum war ständig zu eng,
derschwester vertraglich eine, meist Möbel und Spielmaterial waren veraltet
unausgebildete, Helferin zu. Natürlich und die sanitären Anlagen entsprachen
war der Kindergartenalltag für die Kinder den Ansprüchen längst nicht mehr. Dar-
damals auch anders als heute. Während aufhin wurden Kinderschwester und
eines Großelternnachmittags im Jahr Eltern aktiv und veranstalteten Basare,
1990 erzählten manche Omas und Opas um an Geld zu kommen. Auch Vereine
von langgezogenen Ohren und anderen und Einzelpersonen spendeten etliches,
Strafen. Auch war es ganz selbstverständ- so daß mit dem zusammengekommenen
lich, daß man an seinem Tisch sitzen Betrag schließlich das gesamte Mobiliar,

6 Evang. Kirchengemeinde Gönningen Gemeindebrief 2/2005


neues Spielzeug und der Umbau des alten Kindergartenplatz zu fordern. Nicht
Gruppenraumes bezahlt werden konnte. zuletzt dieses Engagement führte dazu,
Der Erweiterungsbau, der im Dezember daß im Jahr 1985 die ehemalige Woh-
1967 offiziell eingeweiht wurde, wurde nung im Obergeschoß des Kindergartens
allerdings, vertraglich geregelt, je zur umgebaut wurde und eine dritte Gruppe
Hälfte von der bürgerlichen Gemeinde für 15 Kinder entstand.
und der Ev. Kirchengemeinde Gönningen Neubau an der Stöffelburgstraße
finanziert. Letztlich wurde das Ziel er- Wegen der steigenden Geburtenzahlen
reicht und Gönningen verfügte nun über und der Erschließung neuer Wohngebiete
einen Kindergarten mit zwei zeitgemäß stieg der Bedarf an Kindergartenplätzen
Ende der 80er-Jahre stark an. Im Jahre
1990 beschloß der Bezirksgemeinderat
Gönningen und der Gemeinderat in Reut-
lingen endgültig, an der Stöffelburgstraße
einen neuen Kindergarten zu bauen.
Dessen Form soll etwas an die Stöffel-
burg erinnern.

Martina Hipp, Leiterin des


Kindergartens und dort
tätig seit 1994, schreibt
die Geschichte fort …
Die Angebotsvielfalt wächst …
eingerichteten Gruppenräumen. Da gera- Im Jahr 1993 wurden dann die Tore des
de in den 60er- und 70er-Jahren die vor- Stöffelburg-Kindergartens für 50 Kinder
schulische Erziehung neu überdacht geöffnet. Die Gruppe im Gemeindehaus
wurde, entstanden neue Richtlinien für konnte geschlossen werden und eine
Kindergärten, die unter anderem auf eine weitere Gruppe mit 15 Kindern wurde im
Verkleinerung der Gruppengröße hinziel- Pfarrhaus in der Torstraße unter städti-
ten. Auch Inhalte der Erzieherausbildung scher Trägerschaft als Provisorium einge-
wurden neu festgelegt. Beide Entwick- richtet.
lungen blieben auch in Gönningen nicht Unser Rosmarinkindergarten bot zu
ohne Auswirkung. So führte die allmähli- dieser Zeit 65 Plätze für die Gönninger
che Verkleinerung der Gruppe dazu, daß Kinder. Als 1996 der Rechtsanspruch
gegen Ende der 70er Jahre nicht einmal aller dreijährigen Kinder auf einen Kin-
alle vierjährigen Kinder aufgenommen dergartenplatz in Kraft trat, reichten bald
werden konnten. Beim Personal, aber auch die vorhandenen Plätze für Gönnin-
auch unter den Eltern, trafen nun ver- gen nicht mehr aus. Der Neubau des
schiedene Ansichten über Art und Ziel Ziegelhüttekindergartens wurde beschlos-
der Kindererziehung aufeinander, was sen, und bis zu seiner Einweihung im
manchmal auch zu Spannungen führte. März 1999 mußten wir eine Erhöhung der
Auch die Art, in der sich die Gönninger Belegung auf 72 Kinder vornehmen. Die
für den Kindergarten einsetzten, änderte Kinder und Erzieherinnen der Torstraße
sich. Nicht mehr das Beschaffen oder zogen dann in den neuen Kindergarten
Spenden von Geld galt als Aufgabe. um, und bis zum Juli 2001 konnte auch
Vielmehr setzten sich vor allem die be- das Provisorium in unserem Haus, die
troffenen Eltern nun dafür ein, für jedes Apfelbaumgruppe, das zu einer gewissen
dreijährige Kind einen gut ausgestatteten
Evang. Kirchengemeinde Gönningen Gemeindebrief 2/2005 7
räumlichen Enge im Rosmarinkindergar- ans Werk, und es galt, sich als Team
ten geführt hatte, aufgegeben werden. zusammenzufinden, sich über pädagogi-
Die zur Zeit geltenden Öffnungszeiten sche Ziele, Inhalte und Ansätze auszutau-
der Kindergärten wurden durch eine schen und vor allem, über die Einführung
Bedarfserhebung der Elternschaft festge- der religiösen Erziehung Gedanken zu
legt, so daß der Kindergarten Stöffelburg machen. Von Seiten mancher Eltern gab
verlängerte Öffnungszeiten (sechs Stun- es gerade über diesen Punkt Unsicherhei-
den am Stück) anbietet und dadurch 44 ten und Befürchtungen.
Plätze zur Verfügung stehen. Die Kinder- Im Vorwort unserer Dienstordnung im
gärten Ziegelhütte und Rosmarinstraße Bezug auf die religiöse Erziehung heißt
betreuen die Kinder vormittags und an es: „Die kirchlichen Kindertagesstätten
drei Nachmittagen und haben für je 50 erfüllen ihren von Staat und Öffentlich-
Kinder Platz. keit anerkannten Erziehungs- und Bil-
Wechsel der Trägerschaft des dungsauftrag in Ergänzung zur Familie.
Rosmarinkindergartens zur Ihre Arbeit gründet auf dem christlichen
Evangelischen Kirchengemeinde Glauben und Menschenbild. Sie stellt ein
Die Stadt Reutlingen trat mit der Bitte an spezifisches Angebot innerhalb der Ge-
die Evangelische Kirchengemeinde her- sellschaft dar.“
an, weiterhin nicht nur das sogenannte
„geistliche
Betreuungs-
recht“ im Kin-
dergarten
Rosmarinstraße
auszuüben. Es
sollte statt
dessen über
einen Träger-
wechsel nach-
gedacht wer-
den, damit
Gönningen im
Sinne des
Subsidiaritäts-
prinzips eine
plurale Träger-
struktur be-
kommt. Natür-
lich waren Unsere Erzieherinnen-Team 2004/05:
dabei auch die Jutta Walter, Christina Keller (Gruppenleitung), Elfi Rill
finanzielle und Katy Nordmann, Martina Hipp (Gruppen-/Einrichtungsleitung); Marlene Kunath
Und nicht zu vergessen: Beate Gaisser (Hausreinigung),
die geschichtli-
Heinz Speidel (Hausmeister), Joachim Edenhuizen (Gartenpflege)
che Seite im
Blick sowie die Strukturen im Ort.
Der damalige Pfarrer, Heinz Gerstlauer,
begleitete zusammen mit dem Kirchen-
gemeinderat diesen Prozeß des Träger-
wechsels. So ging im Sommer 1994 eine
fast komplett neu angestellte Belegschaft

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Konzeptionsentwicklung bens und Lebens zum Beispiel durch das
In einem Konzept, das die religionspä- Erzählen von biblischen Geschichten, das
dagogische Arbeit transparent machen Formulieren und Sprechen von Gebeten,
sollte, stellten wir die erarbeiteten Er- das Feiern von kirchlichen Festen oder
kenntnisse, Ziele und Umsetzungsmög- durch das Singen von religiösen Liedern
lichkeiten vor. Denn eine Erziehung, die kennen zu lernen. Bis heute in das Jahr
auf Ganzheitlichkeit ausgerichtet ist, soll 2005 und darüber hinaus stellt der Be-
reich der christlichen Erziehung einen
Schwerpunkt unserer Kindergartenarbeit
dar.
Die gute, vertrauensvolle und intensive
Zusammenarbeit mit der evangelischen
Kirchengemeinde und Pfarrer Alexander
Behrend als Vertreter der Trägerin sehen
wir für den Kindergarten als eine große
Bereicherung. Die Vorteile dieses „klei-
nen“, aber damit eben vor Ort präsenten
Trägers, wissen wir schon längst zu
schätzen.
Konzeption
Bis 1996 wurde durch das Erzieherinnen-
team eine Konzeption für die gesamte
pädagogische Kindergartenarbeit erstellt.
Die Konzeption soll veranschaulichen,
wie sich das Miteinander-Leben in unse-
rem Kindergarten gestaltet und soll
gleichzeitig Gedanken aufzeigen, die
hinter unserer Arbeit stehen: die Ziele,
die pädagogischen Ansätze und Werte,
die uns im erzieherischen Umgang wich-
tig sind und die Art und Weise, wie sie
umgesetzt werden. Auch das Zusammen-
leben und das gemeinsame Lernen von
das Kind auch in seiner Auseinanderset- Kindern mit unterschiedlichen Ent-
zung mit religiösen Fragen ernst nehmen. wicklungs- und Leistungsvoraussetzun-
Behutsam und schrittweise wurden die gen bietet eine Vielfalt sozialer Erfah-
Kinder auf die Angebote hingeführt, und rungsmöglichkeiten, und das Wahrneh-
eine sorgfältige Auswahl der Inhalte und men und Akzeptieren der Verschiedenar-
Themen, verbunden mit dem positiven tigkeit soll in den Kindergartenalltag
Erleben der Aktivitäten, standen im integriert werden.
Vordergrund. Kinder sind von Natur aus Die Kindergartenarbeit lebt von der
offen für Fragen nach Gott, und sie su- Weiterentwicklung – Veränderungen bei
chen dabei bei uns Erwachsenen eine den Kindern, den Eltern, den Erzieherin-
Begleitung für ihre Verstehensprozesse. nen, der Politik und aus dem Umfeld
Aus diesem Grund möchten wir als evan- tragen dazu bei. Deshalb befindet sich
gelischer Kindergarten bis heute auch momentan bereits die fünfte Auflage
unseren religiösen Bildungsauftrag ernst unserer Konzeptions-Schrift im Umlauf.
nehmen und den Kindern die Möglichkeit Der Leitsatz jedoch ist auch nach über
geben, Grundlagen des christlichen Glau- zehn Jahren noch aktuell: „Unser Kinder-

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garten soll ein Lebensraum sein, der das Welt. Wir im Kindergarten sehen unsere
Kind in seiner Persönlichkeitsentwick- Aufgabe darin, diese Fragen und Interes-
lung fördert. Dies vollzieht sich im Erle- sen der Kinder ernst zu nehmen, und wir
ben einer Gemeinschaft, in der das Kind möchten uns mit den Kindern gemeinsam
Beziehungen aufbauen kann zwischen auf den Weg machen, Antworten auf die
Mitmenschen, zu seiner Umwelt und zu Fragen zu finden. Dies geschieht bei uns
sich selbst. Unser Kindergarten soll dazu im täglichen Umgang miteinander, aber
beitragen, den Erfahrungsraum des Kin- auch während den Projekten. Die Pro-
des zu erweitern, Möglichkeiten des jektarbeit mit den Vorschulkindern ist
Lernens zu nutzen und die Herausbildung neben anderen Bereichen auch ein we-
sozialer Kompetenzen zu unterstützen.“ sentlicher Schwerpunkt unserer pädago-
Bildungseinrichtung gischen Arbeit.
Mit dem Eintritt in den Kindergarten Seit 2002 beschäftigen wir uns in ver-
bewegt sich das Kind meist erstmals in schiedenen Bereichen intensiver mit dem
einer „Bildungsinstitution“. Im Kinder- Thema „Bildung“. Pfarrer Alexander
garten sollen die Kinder ganzheitliche Behrend und Diplom-Sozialpädagogin
Erfahrungen machen und mit allen Sin- Dr. Margarete Blank-Mathieu, ehrenamt-
nen begreifen, erleben und lernen. liche Mitarbeiterin in unserer Gemeinde
Wir möchten den
Kindern vielfältige
Möglichkeiten anbie-
ten, Erfahrungen zu
sammeln. Zum Bei-
spiel durch die Raum-
gestaltung und das
Materialangebot
möchten wir eine
Atmosphäre anbieten,
die zum Experimentie-
ren, Fragen, eigenstän-
digen Denken und
Lernen einlädt. Kinder
sind geborene For-
scher, Entdecker und
Konstrukteure. Sie
möchten sich aktiv ein und aktiv in der GEW (Gewerkschaft für
Bild von der Welt machen und hand- Erziehung und Wissenschaft), organisie-
lungsfähiger werden. Wahrnehmung und ren seither einmal jährlich für sozialpä-
Bewegung sind unter anderem Grundla- dagogische Fachkräfte, Eltern und Inte-
gen dafür. Mit enormer Energie und ressierte Veranstaltungen unter der Rub-
großem Vergnügen widmen sich die rik „Wie Kinder sich bilden“mit unter-
Kinder ihrer Umwelt mit Menschen, schiedlichen Aspekten der Bildungsdis-
Vorgängen und Dingen. Kinder nehmen kussion.
ihre Bildung eigentlich selbständig in die Ausblick
Hand, denn sie sind neugierig, motiviert, Unser Rosmarinkindergarten ist nun 100
wissensdurstig und sie möchten den Jahre alt. Als wir mit den Kindern 100
Dingen auf den Grund gehen. Man Kerzen angezündet haben, um den Ge-
spricht in diesem Zusammenhang von burtstag unseres Hauses zu feiern, ver-
Selbstbildung und Selbstaneignung der suchten wir uns vorzustellen, was sich in

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diesen vielen Jahren wohl alles in dieser 0- bis 3-jährigen Kinder in den Regelkin-
Einrichtung abgespielt hat. Erzählungen dergarten integriert werden? Ob alle
von Großeltern und Urgroßeltern mach- vierjährigen Kinder eingeschult werden?
ten die Veränderungen deutlich, und wir Haben die Bildungspläne die Praxis
alle freuten uns daran, in der heutigen „verbessert“? Unter welchen personellen
Zeit, unter den heutigen Bedingungen in Gegebenheiten werden die Kinder be-
unserem schönen und heimeligen Haus treut? Mit welchen „Materialien“spielen
leben und arbeiten zu können. Und wie sie? Diese und alle weiteren Fragen, die
wird der Kindergarten in Zukunft ausse- uns einfallen, wenn wir an den Kinder-
hen? garten der Zukunft denken, werden dann
Ob jeder Kindergarten zu einer Ganzta- vielleicht im Rahmen des nächsten Jubi-
geseinrichtung umgestaltet wird? Ob alle läums beantwortet.

Diese Festschrift erscheint als Nummer 2/2005 des Gemeindebriefs der Evangelischen
Kirchengemeinde Gönningen; Erscheinungsweise vierteljährlich; hg. Ev. Kirchengemeinde
Gönningen, verantw. Pfarrer Alexander Behrend (Typo&Layout), Torstr. 20, 72770 Reut-
lingen, Tel. (07072) 2365, Fax (07072) 60877, E-Mail EKGGoenningen@gmx.de, Internet
www.EKGGoenningen.de; Redaktion: Dietrich Birkenhofer, Sabine Blank, Sigrid Meiers;
Druck: horn-druck, Bruchsal; Auflage 2000. Konto 91569 bei der Kreissparkasse Reutlin-
gen (BLZ 640 500 00).
In der durch den Gemeindedienst verteilten Ausgabe gibt es als Beilagen den Termin-
überblick und die Informationen der Diakonie-Opfersammlung.
Herzlichen Dank Dietrich Birkenhofer für Interviews und die aktuellen Fotos!
Evang. Kindergarten – Rosmarinstr. 9 – 72770 Rt-Gönningen
Fon (07072) 4467 – Info@KindergartenRosmarinstrasse.de
www.KindergartenRosmarinstrasse.de
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Acht ehemalige Kindergartenkinder …
erinnern sich – unterschiedlich gern – an ihre Zeit und
ihre Eindrücke im Kindergarten in der Rosmarinstraße

Erna Kemmler, Gustav Wagner,


Jahrgang 1919 Jahrgang 1931
Ab 1934 besuchte ich den Kindergar-
ten in der Rosmarinstraße. Meine
Erzieherin hieß Schwester Luise. Bei
etwa 50 Kindern, die sie betreute,
mußte sie streng sein. Wenn Kinder
Streit hatten, mußten sie sich an-
schließend in die Ecke stellen und
sich schämen. Morgens begannen wir
mit einem Gebet. Wir sangen viele
kirchliche Lieder, und uns wurden
biblische Geschichten erzählt – wie
die vom barmherzigen Samariter.
Besonders beeindruckten mich die
Spaziergänge auf „Unter Lauern“ in
Richtung Roßberg. Dabei gingen alle
Kinder hintereinander am fingerdi-
cken Lotterseil (wie man es von der
Scheune her kannte), an dem – zum
Festhalten – im Abstand von jeweils
50 cm ein Garbenstrick befestigt war.
Schwester Luise erzählte uns dabei
viel über die Natur: über Bäume,
Für viele Kinder war das damalige
Blumen und Getreide. Im Sommer
Kinderschüle (1923) sicherlich eine liefen wir barfuß oder in Holzsanda-
willkommene und gute Einrichtung.
len. Im Garten des Kindergartens
Mir allerdings hat es gar nicht gefal-
beeindruckten mich
len, und ich habe es am liebsten
die große Spielwie-
geschwänzt. Mit gut achtzig Kindern
se, der Sandkasten
zusammen an einem langen Seil mit
und die Schaukel.
Schwester Luise durchs Dorf spazie-
Damals besuchte ich
ren gehen zu müssen, im Winter oder
den Kindergarten
bei schlechtem Wetter im Haus die
weder gern noch
Lautstärke zu ertragen oder (ich weiß
ungern, und heute
nicht mehr, warum) eine Zeitlang „in staune ich wirklich
die Ecke“ stehen zu müssen – das
über all das, was der
war zu viel. Da saß ich lieber bei
so modern und viel-
Familie Bareis, die in der heutigen
seitig ausgestattete
Rosmarinstraße wohnte, um in Ruhe
Rosmarinkinder-
für mich allein vespern, spielen und
garten bietet.
Bücher ansehen zu können.

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Rüdiger Mauser, Marlene Kunath,
Jahrgang 1943 Jahrgang 1951
Unser Kinder- Ich besuchte 1956 den Kindergarten
garten (1947- in der Rosmarinstraße bei Schwester
1949) in der Frida. Ganz stark erinnere ich mich
Rosmarin- an den großen, gußeisernen Ofen,
straße präsen- der mit Holz und Kohle befeuert wur-
tierte sich als de. Zum Schutz von uns Kindern war
soziale Erzie- er durch ein hohes Gitter abgesperrt.
hungsstätte, Das war gut so, denn ich musste
die aufgrund immer an Hänsel und Gretel denken
der kirchlichen und ans Feuer. Ich hätte immer gern
Trägerschaft mit den Puppen gespielt, aber da ich
und der Lei- etwas ängstlich und scheu war, ka-
tung durch die men mir andere Kinder zuvor und so
aus der Groß- spielte ich halt oft mit den Mug-
heppacher gelsteinen. Da konnte man schön
Schule kom- unterschiedliche Figuren legen. Be-
menden da- sonders gefiel mir das Singen im
maligen Leite- Stuhlkreis und wenn wir in den Gar-
rin stark auf ten durften und damit der Vormittag
christliche Wertevermittlung abhob. zu Ende ging. Ich habe damals nicht
Schwester Emma Raff war eine geahnt, daß ich später einmal mit so
schlanke und energiegeladene, viel Freude in diesem Kindergarten
durchaus gütige Person, die uns als Erzieherin arbeiten würde.
Kindern in ihrer schwarzen Tracht
und ihrem sicheren und modernen
Auftreten genauso viel Respekt ein-
flößte wie ein Polizist in Uniform. Es
gab streng einzuhaltende Rituale. So
wurde zum Beispiel das Vespertäsch-
chen erst ausgepackt, wenn sie das
Signal dazu gegeben hatte. Diese
und andere Vorgaben „erleichterten“
es wahrscheinlich auch, die im Ver-
gleich zu heute wesentlich größere
Kinderschar im Griff zu halten. Wem
es schließlich doch einmal gelang,
über den Garten und die Straße „Auf
der Ay“ zu entwischen, der wurde
dann spätestens an der Villa Wawon-
da von einer strafend blickenden
Kindergartenleiterin wieder auf den
richtigen Weg gebracht.

Evang. Kirchengemeinde Gönningen Gemeindebrief 2/2005 13


Dorothea Rutow, schon mal „Kindergartenschwänzere“
taufte. Meiner Tochter habe ich das
Jahrgang 1963 erst erzählt, als sie schon in die Schu-
Den Kindergar- le ging. Sie ging aber sehr gern in
ten in der den Kindergarten. Bestens erinnere
Rosmarinstra- ich mich an Ausflüge, insbesondere
ße besuchte an den letzten nach Blaubeuren. Bei
ich ab 1967. diesem Ausflug wollte mir ein späte-
Die Kindergar- rer Schulkamerad ein kleines Ge-
tenzeit will ich schenk machen. Vielleicht war es
nicht missen. schon eine so genannte Sandkasten-
Man lernte liebe? Ich weiß es nicht mehr genau.
schon die Rückblickend möchte ich sagen, daß
ersten Schul- die kirchliche Erziehung bei mir erst
kameraden nach der Kindergartenzeit Früchte
kennen. Die trug, als ich in die Kinderkirche ging
Zeit war schön, (und dort nicht in die Gruppe von
obwohl ich Schwester Louise wollte. Man verzei-
rückblickend he mir diese Offenheit).
feststelle, daß ich mich mehr an ne-
gative Eindrücke erinnere, aber erfah-
rungsgemäß bleiben die ja immer Clemens Birkenhofer,
stärker haften. Ich war bei Schwester Jahrgang 1974
Louise im Kindergarten. Sie hat mit Ich gehe immer
ihrer Strenge eine ganze Generation gerne am Kin-
geprägt, aber man lernte insbesonde- dergarten vor-
re handwerkliche Fähigkeiten bei ihr: bei. Ich freue
Den sicheren Umgang mit der Sche- mich, wenn ich
re, das Arbeiten mit Papier, Bast und das alte Ge-
dem Webrahmen. Gern malte ich bäude wieder
auch an der grünen Tafel mit bunter mal sehe, ob-
Kreide. Ich spielte viel mit den trapez- wohl Schwester
förmigen Steinen, legte Figuren oder Louise und
formte Blumen. Auch die Puppenecke Frau Siebert
suchte ich gern auf. Diese war aber nicht mehr dort
nachmittags oft von Schwester Louise sind. Aber im-
und anderen Erzieherinnen für ihre mer noch kle-
Kaffeepause belegt. Den Kuchen, ben – wie da-
den es dort ab und zu gab, konnten mals – viele
wir Kinder nur von weitem betrachten. Bilder an den
Gern wäre ich auch mal zu dieser Scheiben, auch
Kaffeerunde dazu gesessen, aber der Spielplatz im Garten scheint un-
leider mußten wir Kinder vor der verändert zu sein.
Puppenecke bleiben. Kein Verständ- Und doch wundert mich stets eine
nis hatte Schwester Louise auch, Sache: Warum schrumpft der Kinder-
wenn mal (wörtlich) was in die Hose garten? Ein Rückblick: Meinen ersten
ging. Zum Glück blieb mir dieses Tag im Kindergarten erlebte ich im
erspart. Den Kindergarten schwänzte Jahr 1978. Ich erinnere mich vage,
ich recht oft, so daß man mich auch wie mich meine Mutter die langen

14 Evang. Kirchengemeinde Gönningen Gemeindebrief 2/2005


Treppen hoch in den Kindergarten Stephanie Fetzer,
bringt. Alles überwältigt mich, die
vielen Kinder, die vielen Räume. Ich
fühle mich zunächst unwohl und
möchte meine Mutter nur ungern
gehen lassen. Alles ist überwältigend
GROSS. Doch mit der Zeit relativiert
sich dieser Eindruck: Ich lerne die
Kindergartenumgebung kennen: die
Zimmer, den Garten und meine
Freunde. Der Kindergarten wird über-
schaubarer. Ich fühle mich wohl und
dann komme ich in die Roßbergschu-
le – eine andere Größenordnung. Die
Kinder sind größer, das Gebäude ist
größer. Mein alter Kindergarten
kommt mir dagegen klein vor: Es gibt
nur wenige Zimmer. Die Toiletten sind
winzig und auch der Garten hinter
dem Gebäude ist schnell durchquert.
Schließlich besuche ich die Schule in
Reutlingen und studiere in Karlsruhe. Jahrgang 1983
Und heute: Ich erinnere mich an Von 1986 bis 1988 besuchte ich den
freudige Stunden im Sandkasten Kindergarten in der Rosmarinstraße.
oder im ganzen Garten des Kinder- Ich gehörte der Kirschbaumgruppe
gartens und jedes Mal habe ich das an. Die ganze Zeit habe ich in guter
Gefühl, der Kindergarten war früher Erinnerung. Das lag in erster Linie an
GRÖSSER! Komisch, oder? meinen Erziehern Martina und Hansi
(die übrigens heute ein Ehepaar sind
und zwei Kinder haben) und auch
ganz stark an meiner geliebten Ku-
schelecke im Kindergarten. Ganz
besonders gern erinnere ich mich
auch an das „Mega-Angebot“ im
Kindergarten, angefangen bei der
vielseitigen Bauecke über das große
Puppenhaus bis hin zum Garten mit
dem schönen Baumhaus. Für mich
war die Zeit – wie für alle Kinder
eigentlich – das erste Loslösen von
zu Hause und das Durchstehen von
Konflikten mit Gleichaltrigen, wobei
insbesondere die Erzieher wertvollen
Beistand und Hilfe gaben. Und auch
das war wichtig fürs Leben: Ich
schloß dort meine ersten Freund-
schaften, die ich zum Teil bis heute
noch pflege.

Evang. Kirchengemeinde Gönningen Gemeindebrief 2/2005 15


Lilli Bauer,
Jahrgang 1993
Am Anfang (1996) wollte ich gar nicht den Rutschturm
in den Rosmarin-Kindergarten gehen. geklettert und
Ich war verunsichert durch die vielen runtergerutscht.
fremden Kinder und kannte kaum Mir hat auch ge-
jemand. Zum Glück gab es Frau fallen, dass viel
Schuler (verheiratete Schäfer), die Material zum
sich sehr lieb um mich gekümmert Basteln da war
hat. Mir hat sehr gefallen, dass wir, und ich basteln
sobald das Wetter einigermaßen gut durfte was ich
war, raus in den Garten durften. Ich wollte. Schade
fand es toll, denn wir hatten im Gar- fand ich nur, die
ten so viel Platz und es gab eine Kinder aus den anderen Gruppen
Schaukel. Besonders gern bin ich auf nicht so gut kennen gelernt zu haben.

Kindergarten und Schule – Hand in Hand


Über die Kooperation zwischen Grundschule und
Kindergarten schreibt die an der Roßbergschule
dafür Beaufragte, Erni Ackermann-Knoll
1. Wie kam es dazu? gen. Es war auch die Zeit der Vorschul-
Vermutlich bestanden in mappen, mit denen kognitive Fähigkeiten
einer überschaubaren trainiert werden sollten. Die Bedeutung
Gemeinde wie Gönningen der Kindergarten-Arbeit rückte damals
immer gute Kontakte verstärkt in den Mittelpunkt der Bil-
zwischen Schule und dungsdiskussion. Man diskutierte dar-
Kindergarten. Es gab aber über, wo die 5- bis 6-jährigen Kinder
eine Zeit, in der verstärkt besser aufgehoben wären: im Kindergar-
nach Zusammenarbeit ten oder in der Grundschule. Es fiel auf,
gerufen wurde. In den dass trotz intensiver kognitiver Förderung
60er- und 70er-Jahren gab der Vorschulkinder Brüche beim Über-
es eine große Bildungs- gang zur Schule nicht zu vermeiden
diskussion. Man machte sich Gedanken, waren, dass also die Entwicklung der
wie brachliegende Bildungsreserven zu kognitiven Fähigkeiten nicht das einzige
aktivieren seien. Es gab eine richtige Kriterium für Schulfähigkeit sein konnte.
Aufbruchstimmung, Bildungschancen für Damals wurden versuchsweise Vorklas-
alle, auch bisher Benachteiligte, sollten sen an Grundschulen eingerichtet, die den
eröffnet werden. Auch ein „Mädchen, Übergang in die Grundschule erleichtern
katholisch, Arbeiterkind vom Land“ sollten. Aus ihnen sind die Grundschul-
sollte Abitur machen und studieren kön- förderklassen hervorgegangen, die inzwi-
nen. Begabungen von Kindern sollten schen für viele Kinder zu einer hilfrei-
frühzeitig geweckt und gefördert werden. chen Einrichtung geworden sind, um
Man wollte bereits 3-jährigen Kindern einen guten Übergang in die Schule zu
Lesen, Schreiben und Rechnen beibrin- ermöglichen. In dieser Zeit wurde auch

16 Evang. Kirchengemeinde Gönningen Gemeindebrief 2/2005


klar, wie wichtig eine gute Zusammenar- und dem Bronnweiler Kindergarten. In
beit zwischen Kindergarten und Grund- den Anfangsjahren wechselten sich die
schule für einen guten Start der Kinder in damaligen Erst- und Zweitklass - Lehre-
die Grundschule ist. So kam es 1979 zum rinnen Frau Lang, Frau Peukert, Frau
„Kooperationserlass“, der diese Zusam- Schäfert und Frau Schoor als Beauftragte
menarbeit verbindlich machte. für die Kooperation ab. 1990 übernahm
2. Was war die Zielsetzung dieser ich die Aufgabe von Frau Peukert und bin
Kooperation? seither an unserer Schule für die Koope-
Ich zitiere aus den Leitlinien: „Überge- ration zwischen Kindergarten und Grund-
ordnete Zielsetzung der Zusammenarbeit schule zuständig. Zu den bestehenden
zwischen Kindergarten und Grundschule Kindergärten in der Rosmarinstraße und
ist die Sicherung eines möglichst bruch- in Bronnweiler kam 1993 der Stöffel-
losen und gleitenden Übergangs der burg-Kindergarten und 1999 der Kin-
Kinder vom Kindergarten in die Grund- dergarten in der Ziegelhüttestraße,
schule. Durch Kontinuität in Erziehung davor waren zusätzliche Kindergarten-
und Bildung soll den Kindern der Eintritt gruppen im evangelischen Gemeindehaus
in die Schule erleichtert, den Schulanfän- und im evangelischen Pfarrhaus unterge-
gern ein besserer Start ermöglicht wer- bracht. Jetzt sollte ja für jedes 3jährige
den.“ Kind ein Kindergartenplatz bereitstehen.
Die Kindergartenkinder sollten Schule, Diese Kontinuität in der Person hat
Schulgelände, Lehrerinnen und Lehrer, erhebliche Vorteile für die Kooperations-
Unterricht und Schulalltag vor der Ein- arbeit. In diesen Jahren konnten wir
schulung kennen lernen können. Erzie- Vertrauen aufbauen. Wir haben gemein-
herinnen und Lehrerinnen sollten sich sam eine Form der Zusammenarbeit
über ihre Arbeit austauschen und sich gefunden, mit der alle Beteiligten gut
gegenseitig besser kennen lernen. Durch leben können. Wir planten und planen
die gemeinsame Beobachtung der Kinder unsere gemeinsamen Aktivitäten langfris-
sollten Lernstörungen oder Entwick- tig (Besuche der Kooperationslehrerin in
lungsverzögerungen frühzeitig erkannt den Kindergärten, Besuche der Vorschul-
und aufgefangen werden, über die Schul- kinder in der Schule, Elternabend usw.),
fähigkeit von Kindern sollte gemeinsam tauschen regelmäßig unsere Erfahrungen
beraten werden. Eltern und Erzie- aus, diskutieren aktuelle Probleme und
hungsberechtigte sollten von Kindergar- halten uns über Veränderungen auf dem
ten und Schule gemeinsam über den Laufenden. Dabei haben wir als gemein-
Bildungs- und Erziehungsauftrag infor- sames Ziel die ganzheitliche Persön-
miert werden durch Elternabende. Bei lichkeitsentwicklung der uns anvertrau-
gemeinsamen Gesprächen der Eltern mit ten Kinder vor Augen.
Erzieherinnen und Kooperationslehrerin 4. Der Rosmarin-Kindergarten – ein
sollte über den Entwicklungsstand infor- Beispiel für die Kooperation zwischen
miert, mögliche Fördermaßnahmen dis- Kindergarten und Grundschule
kutiert und über die Fragen des Schulein- Im Jahre 1990, als ich diese Aufgabe
tritts und der Schulfähigkeit beraten übernahm, war der Rosmarin-
werden. Kindergarten ein gemischt städtischer
3.Wie entwickelte sich die Zusammen- und kirchlicher Kindergarten. 1993 über-
arbeit in Gönningen? nahm die evangelische Kirchengemeinde
Nach dem Kooperationserlass vom die Trägerschaft über den Kindergarten
September 1979 begann auch in Gön- ganz. Der christliche Aspekt der Erzie-
ningen die Kooperation zwischen der hung und Bildung ist seither hier noch
Roßbergschule und dem Rosmarin- eindeutiger verankert. Die Kooperation,

Evang. Kirchengemeinde Gönningen Gemeindebrief 2/2005 17


die seit etwa 1979 bestand, lief kontinu- begleiten durfte und bin dankbar für die
ierlich und ohne Brüche weiter ähnlich fruchtbare Zusammenarbeit und das
wie mit dem Bronnweiler Kindergarten. gegenseitige Geben und Nehmen.
In die bestehenden Formen der Zusam- Die Roßbergschule – Schulleitung,
menarbeit, die sich mit diesen beiden Kollegium und die ganze Schülerschar
Kindergärten bewährt hatten, konnten die samt den ehemaligen Kindergartenkin-
beiden neueren Kindergärten nahtlos dern – wünscht dem Rosmarin-
einsteigen. Gemeinsam konnten wir sie Kindergarten zum 100-jährigen Jubiläum
nach den Bedürfnissen aller vier Kinder- „Glück und Segen,/Fried und Freude
gärten weiterentwickeln und gemeinsame ...,/einen Himmel hell und klar/und
Ziele verfolgen. noch viele gute Jahr!“
Ich freue mich, dass ich den Rosmarin-
Kindergarten 15 von seinen 100 Jahren

Von der „Spielwiese“ zur Bildungseinrichtung


Der Kindergarten im Wandel der Zeit
Dr. Margarete Blank-Mathieu
„Das Spiel ist die Arbeit des Kindes“, Deshalb ist es auch
dieser Grundsatz gilt bereits seit Beginn so schwer, Bil-
der Kindergartenpädagogik. Lange Zeit dungsinhalte für den
hat man das Spielen von Kindern als Kindergarten zu
unnütz oder als Zeitvertreib angesehen. formulieren und
Deshalb wurden auch die frühen Bemü- durchzusetzen.
hungen von einzelnen Erzieherpersön- Der Situationsansatz
lichkeiten, den Kindergarten als Bil- (in den 80er-Jahren
dungseinrichtung anzusehen, nicht ge- wissenschaftlich
würdigt. 1845 hat Friedrich Fröbel, der erarbeitet und in
als Wegbereiter einer modernen Kinder- Modelleinrichtun-
gartenpädagogik gilt, versucht, diesen gen erprobt und
Bildungsanspruch des Kindergartens wissenschaftlich
durchzusetzen. Immer wieder haben dokumentiert) hätte den Durchbruch für
Pädagoginnen darauf hingewiesen, daß dieses Bemühen bringen können. Geht er
im Kindergarten eine lebensnotwendige doch davon aus, daß man Kindern durch
Voraussetzung für das spätere Leben das Anknüpfen an ihren Lebensumstän-
geschaffen wird. So hat sich Maria Mon- den und ihren eigenen Interessen viele
tessori bereits im 19. Jahrhundert eben- Dinge spielerisch vermitteln kann. Dies
falls für eine Bildung von Kindern im geschieht, indem Kinder in ihrem ganzen
Kindergarten eingesetzt. Viele andere Wesen und mit allen Sinnen in das The-
PädagogInnen sind ihr gefolgt. ma eingebunden werden. So lernen Kin-
Bis in die 70er-Jahre des letzten Jahrhun- der im Vorschulalter nicht, indem sie
derts wurde der Bildungsanspruch des über ein Thema nachdenken (auch das
Kindergartens immer wieder diskutiert können sie schon sehr gut), sondern
und verworfen. Mit Bildung ging für die indem sie mit allen Sinnen und ihrem
meisten Menschen ein gezieltes, schu- ganzen Körper Erfahrungen machen.
lisch ausgerichtetes Lernen einher, und Viele Einrichtungen haben diese Chance
dies will der Kindergarten bis heute nicht genützt und in den letzten 20 Jahren gute
leisten. Bildungsarbeit geleistet. Das „Kind als

18 Evang. Kirchengemeinde Gönningen Gemeindebrief 2/2005


Akteur seiner Selbst“war das Motto. Daß Kinder untergebracht sind, und die Ver-
dazu auch Impulse der Erzieherinnen netzung ins Gemeinwesen wurden dabei
notwendig sind, ist eine Selbstverständ- genannt.
lichkeit. In Gönningen wurde dieses Die meisten Bundesländer haben inzwi-
Motto schon früh umgesetzt. Viele Bil- schen solche Rahmenpläne erhalten. In
dungsinhalte wurden durch die Interessen Baden-Württemberg steht der Orientie-
der Kinder angestoßen und durch die rungsplan kurz vor der Veröffentlichung.
Erzieherinnen gemeinsam mit der Eltern- Auch er richtet sich an den Vorgaben der
schaft erweitert und in ein Kindergarten- Kultusministerkonferenz vom Juli 2004
konzept eingebracht. aus.
Ob es sich dabei um Themen wie Um- Wie unterscheiden sich die unterschiedli-
weltschutz, Gesundheitserziehung, Na- chen Bildungs- bzw. Orientierungspläne
turphänomene oder alltägliche Fragen der der Länder?
Kinder handelte, immer wurde an den Es gibt Bildungspläne (Berlin, Bayern,
Erfahrungen der Kinder angeknüpft, Sachsen), die ausdifferenzierte Angebote
diese erweitert und die Neugier der Kin- für die einzelnen Bildungsbereiche vor-
der auf neue Fragen gelenkt. stellen. Der Orientierungsplan für Hessen
Inzwischen weiß man, daß gerade Kinder und Baden-Württemberg sieht vor, daß
im Vorschulalter durch ein ausgeprägtes die jeweilige Umsetzung vor Ort und in
Neugierverhalten in der Lage sind, viele den einzelnen Einrichtungen zu gesche-
Bildungsinhalte aufzunehmen und zu hen hat und gibt daher nur grobe Orien-
verarbeiten, so lange diese an ihren Er- tierungspunkte vor.
fahrungen anknüpfen und ihr Interesse Das Bild vom Kind als ein selbsttätiges,
finden. interessiertes und lernfähiges Wesen ist
Im Juli 2004 hat die Kultusministerkonfe- in allen Bildungsplänen vorhanden. Auch
renz den ganzheitlichen Bildungsan- wird der Zusammenarbeit mit den Eltern
spruch des Kindergartens betont und eine große Bedeutung eingeräumt. Nur
beschlossen, Bildungspläne für die frühe wo die Zusammenarbeit des Elternhauses
Bildung in Kindertageseinrichtungen in mit dem Kindergarten gewährleistet ist,
allen Bundesländern zu erstellen. kann sich das Kind gefühls- und verstan-
Sechs Bildungsbereiche wurden als desmäßig auf Bildungsprozesse einlassen.
Grundlage für solche Bildungspläne Im Rosmarinkindergarten in Gönningen
genannt: wird dieser Orientierungsplan keine
1. Sprache, Schrift, Kommunikation; umwerfenden Neuerungen bringen, da
2. Personale und soziale Entwicklung, die Erzieherinnen dort bereits seit einigen
Werteerziehung, religiöse Bildung; Jahren nach dem Prinzip der Lebensnähe
3. Mathematik, Naturwissenschaft, und Kindgemäßheit arbeiten.
(Informations-)Technik; Aber es wird sicher spannend, mit den
4. Musische Bildung und Umgang mit Eltern gemeinsam diesen Orientierungs-
Medien; plan, sobald er veröffentlicht wird, zu
5. Körper, Bewegung, Gesundheit; diskutieren, um neue Möglichkeiten zu
6. Natur und kulturelle Umwelten. erschließen, den Kindern das Wissen, das
In dieser Entschließung wurde auf ent- wir ihnen schulden (Donata El-
sprechende Rahmenbedingungen hinge- schenbroich: Weltwissen der Siebenjäh-
wiesen, die notwendig sind, um solche rigen, München 2001), vom ersten Le-
Bildungspläne umsetzen zu können. Die benstag an in den Blick zu nehmen.
Rolle der Erzieherinnen, der Eltern, der
Kindergruppe, der Räume, in denen die

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