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Halbzeuge

Technische Kunststoffe –
Das Handbuch
Mit diesem Handbuch wollen wir Ihnen unser Kunststoff-
wissen in einer kompakten Form an die Hand geben. Theo-
retische Grundlagen werden ergänzt durch zahlreiche
praktische Tipps, darunter Werkstoffempfehlungen, Be-
rechnungsbeispiele zur Bauteilauslegung und Ratschläge
zur Weiterverarbeitung von Kunststoffen.
4 Kunststoffübersicht
6 Einteilung der Kunststoffe
7 Ensinger-Prozesskette
8 Verarbeitungsverfahren

Werkstoffe
12 TECARAN ABS
13 TECANYL
14 TECAFINE PE
15 TECAFINE PMP
16 TECAPRO MT / TECAFINE PP
18 TECAFORM
20 TECAMID
22 TECAST / TECARIM
24 TECADUR / TECAPET
26 TECANAT
28 TECAFLON
30 TECAPEI
32 TECASON S, P, E
34 TECATRON
36 TECAPEEK
38 TECATOR
40 TECASINT

Eigenschaften
44 Modifikationen / Additive
46 Thermische Eigenschaften
50 Mechanische Eigenschaften
54 Verarbeitungseinflüsse
55 Tribologische Eigenschaften
57 Elektrische Eigenschaften
60 Chemikalienbeständigkeit
62 Feuchtigkeitsaufnahme
63 Flammschutzklassifizierung
64 Strahlungsbeständigkeit
66 Bescheinigungen und Zulassungen

Werkstoffauswahl und Berechnungen


70 Werkstoffauswahl
72 Berechnungen

Weiterbearbeitung
76 Bearbeitung von Kunststoffen
77 Zerspanungsrichtlinien
78 Tempern
80 Schweißen
82 Kleben
84 Reinigen von Kunststoffen
86 Produkthandhabung
88 Werkstoffrichtwerte

98 Haftungsausschluss
Kunststoffübersicht

TECARAN ABS (ABS) TECAPRO MT (PP) TECAMID 11/12 (PA 11/12) TECARIM (PA 6 C)

Dauergebrauchstemperatur Dauergebrauchstemperatur Dauergebrauchstemperatur Dauergebrauchstemperatur

Glasübergangstemperatur Glasübergangstemperatur Glasübergangstemperatur Glasübergangstemperatur

E-Modul E-Modul E-Modul E-Modul

Zugfestigkeit Zugfestigkeit Zugfestigkeit Zugfestigkeit


Modifikationen Modifikationen Modifikationen Modifikationen
faserverstärkt faserverstärkt faserverstärkt faserverstärkt
gleitmodifiziert gleitmodifiziert gleitmodifiziert gleitmodifiziert
elektrisch leitfähig elektrisch leitfähig elektrisch leitfähig elektrisch leitfähig
detektierbar detektierbar detektierbar detektierbar
Medizintechnik Medizintechnik Medizintechnik Medizintechnik
Lebensmitteltechnik Lebensmitteltechnik Lebensmitteltechnik Lebensmitteltechnik
Halbzeuge Halbzeuge Halbzeuge Halbzeuge
10 – 200 mm 10 – 200 mm 4 – 250 mm 50 – 800 mm
5 – 100 mm 5 – 100 mm 5 – 100 mm 8 – 200 mm
• S. 12 • S. 16 25 – 300 mm • S. 20 50 – 600 mm • S. 22

TECANYL (PPE) TECAFORM AH (POM-C) TECAMID 6/66 (PA 6/66) TECAPET (PET)

Dauergebrauchstemperatur Dauergebrauchstemperatur Dauergebrauchstemperatur Dauergebrauchstemperatur

Glasübergangstemperatur Glasübergangstemperatur Glasübergangstemperatur Glasübergangstemperatur

E-Modul E-Modul E-Modul E-Modul

Zugfestigkeit Zugfestigkeit Zugfestigkeit Zugfestigkeit


Modifikationen Modifikationen Modifikationen Modifikationen
faserverstärkt faserverstärkt faserverstärkt faserverstärkt
gleitmodifiziert gleitmodifiziert gleitmodifiziert gleitmodifiziert
elektrisch leitfähig elektrisch leitfähig elektrisch leitfähig elektrisch leitfähig
detektierbar detektierbar detektierbar detektierbar
Medizintechnik Medizintechnik Medizintechnik Medizintechnik
Lebensmitteltechnik Lebensmitteltechnik Lebensmitteltechnik Lebensmitteltechnik
Halbzeuge Halbzeuge Halbzeuge Halbzeuge
10 – 200 mm 3 – 250 mm 4 – 250 mm 10 – 180 mm
5 – 100 mm 5 – 150 mm 5 – 100 mm 8 – 100 mm
• S. 13 20 – 505 mm • S. 18 25 – 300 mm • S. 20 • S. 24

TECAFINE PE (PE) TECAFORM AD (POM-H) TECAST (PA 6 C) TECADUR PET (PET)

Dauergebrauchstemperatur Dauergebrauchstemperatur Dauergebrauchstemperatur Dauergebrauchstemperatur

Glasübergangstemperatur Glasübergangstemperatur Glasübergangstemperatur Glasübergangstemperatur

E-Modul E-Modul E-Modul E-Modul

Zugfestigkeit Zugfestigkeit Zugfestigkeit Zugfestigkeit


Modifikationen Modifikationen Modifikationen Modifikationen
faserverstärkt faserverstärkt faserverstärkt faserverstärkt
gleitmodifiziert gleitmodifiziert gleitmodifiziert gleitmodifiziert
elektrisch leitfähig elektrisch leitfähig elektrisch leitfähig elektrisch leitfähig
detektierbar detektierbar detektierbar detektierbar
Medizintechnik Medizintechnik Medizintechnik Medizintechnik
Lebensmitteltechnik Lebensmitteltechnik Lebensmitteltechnik Lebensmitteltechnik
Halbzeuge Halbzeuge Halbzeuge Halbzeuge
10 – 200 mm 3 – 250 mm 50 – 800 mm 10 – 180 mm
5 – 100 mm 5 – 150 mm 8 – 200 mm 8 – 100 mm
• S. 14 20 – 505 mm • S. 18 50 – 600 mm • S. 22 • S. 24

4
TECANAT (PC) TECAPEI (PEI) TECATRON (PPS) TECATOR (PAI)

Dauergebrauchstemperatur Dauergebrauchstemperatur Dauergebrauchstemperatur Dauergebrauchstemperatur

Glasübergangstemperatur Glasübergangstemperatur Glasübergangstemperatur Glasübergangstemperatur

E-Modul E-Modul E-Modul E-Modul

Zugfestigkeit Zugfestigkeit Zugfestigkeit Zugfestigkeit


Modifikationen Modifikationen Modifikationen Modifikationen
faserverstärkt faserverstärkt faserverstärkt faserverstärkt
gleitmodifiziert gleitmodifiziert gleitmodifiziert gleitmodifiziert
elektrisch leitfähig elektrisch leitfähig elektrisch leitfähig elektrisch leitfähig
detektierbar detektierbar detektierbar detektierbar
Medizintechnik Medizintechnik Medizintechnik Medizintechnik
Lebensmitteltechnik Lebensmitteltechnik Lebensmitteltechnik Lebensmitteltechnik
Halbzeuge Halbzeuge Halbzeuge Halbzeuge
3 – 250 mm 8 – 150 mm 10 – 60 mm 5 – 100 mm
10 – 100 mm 10 – 80 mm 10 – 70 mm 5 – 30 mm
• S. 26 • S. 30 • S. 34 • S. 38

TECAFLON PTFE (PTFE) TECASON S (PSU) TECAPEEK (PEEK) TECASINT (PI)

Dauergebrauchstemperatur Dauergebrauchstemperatur Dauergebrauchstemperatur Dauergebrauchstemperatur

Glasübergangstemperatur Glasübergangstemperatur Glasübergangstemperatur Glasübergangstemperatur

E-Modul E-Modul E-Modul E-Modul

Zugfestigkeit Zugfestigkeit Zugfestigkeit Zugfestigkeit


Modifikationen Modifikationen Modifikationen Modifikationen
faserverstärkt faserverstärkt faserverstärkt faserverstärkt
gleitmodifiziert gleitmodifiziert gleitmodifiziert gleitmodifiziert
elektrisch leitfähig elektrisch leitfähig elektrisch leitfähig elektrisch leitfähig
detektierbar detektierbar detektierbar detektierbar
Medizintechnik Medizintechnik Medizintechnik Medizintechnik
Lebensmitteltechnik Lebensmitteltechnik Lebensmitteltechnik Lebensmitteltechnik
Halbzeuge Halbzeuge Halbzeuge Halbzeuge
4 – 300 mm 8 – 150 mm 3 – 200 mm 6 – 100 mm
1 – 100 mm 10 – 80 mm 5 – 100 mm 5 – 100 mm
• S. 28 • S. 32 40 – 360 mm • S. 36 • S. 40

TECAFLON PVDF (PVDF) TECASON P (PPSU)

Dauergebrauchstemperatur Dauergebrauchstemperatur

Glasübergangstemperatur Glasübergangstemperatur

E-Modul E-Modul

Zugfestigkeit Zugfestigkeit
Modifikationen Modifikationen
faserverstärkt faserverstärkt
gleitmodifiziert gleitmodifiziert
elektrisch leitfähig elektrisch leitfähig
detektierbar detektierbar
Medizintechnik Medizintechnik
Lebensmitteltechnik Lebensmitteltechnik
Halbzeuge Halbzeuge
4 – 300 mm 8 – 150 mm
10 – 100 mm 10 – 80 mm
• S. 28 • S. 32

5
Einteilung der Kunststoffe

Neue Werkstoffe sind ein wichtiger Antrieb für den tech­ Einordnung der Kunststoffe
innerhalb der Werkstoffklassen
nologischen Fortschritt. Kunststoffe weisen zahlreiche
Vorteile auf und ersetzen in vielen Fällen Metalle oder
Keramiken. Innerhalb der Kunststoffe unterscheidet man
zwischen Duroplasten, Elastomeren und Thermoplasten.
Unter Duroplasten versteht man Kunststoffe, die nach der
dreidimensionalen, chemischen Vernetzung nicht mehr
verformt werden können. Elastomere sind ebenfalls final Metalle Keramik

vernetzte, aber elastisch verformbare Werkstoffe, die nach


der Belastung in ihre ursprüngliche Form zurückfinden.
Thermoplaste sind reversibel aufschmelzbar, da sie nicht metallmodifizierte faserverstärkte
Kunststoffe Kunststoffe
dreidimensional vernetzt, sondern nur durch schwache
Kunststoffe
physikalische Kräfte miteinander verbunden sind. Auf-
Duroplaste Elastomere
grund der Struktur wird die Gruppe der Thermoplaste in
Thermoplaste
zwei weitere Gruppen eingeteilt: amorphe und teilkristalli-
ne Thermoplaste.

Ensinger verarbeitet thermo­plastische Kunststoffe. Sie las-


sen sich wiederholt umformen und haben ein sehr großes
Modifikationspotential.

Grundsätzlich wird die gesamte Gruppe der Thermoplaste


amorph teilkristallin
u. a. aufgrund ihrer Temperaturbeständigkeit in die drei
Bereiche Standard-, Konstruktions- und Hochleistungs-
kunststoffe unterteilt. All diese Gruppierungen lassen sich
in dem Schaubild der Kunststoffpyramide darstellen. Ne-
ben den schon genannten Unterscheidungen wird in der
Pyramide auch die hergestellte Menge der Produktgruppen
(absteigend zur Pyramidenspitze) visualisiert.
PI
Hochleistungs- 300 °C
kunststoffe PAI
PEKEKK
PEEK, PEK
LCP, PP
PES, PPSU PTFE S
, PFA
PEI, PSU ETFE 150 °C
, PCTFE
PPP, PC-HT PV
DF

Konstruktions-
kunststoffe PC PA 46
PET, PBT 100 °C
PA 6-3-T
PA 66
PA 6, PA 11,
PA 12
POM
PMP Dauergebrauchs-
temperatur
Standard-
kunststoffe PPE mo
d.
PMMA
PP

PE
PS, ABS
, SAN

amorph

Einteilung der Kunststoffe


teilkristallin

6
Ensinger-Prozesskette

Ensinger vereinigt ein breitgefächertes Angebot an Ferti- Viele Compounds werden individuell für die Unterneh-
gungsverfahren zur Verarbeitung von thermoplastischen menssparten und Kunden entwickelt und im Haus gefer-
Kunststoffen unter einem Dach. Vom reaktiven Polyamid- tigt, um dann u. a. intern für den Spritzguss, die Profil­
guss-Verfahren (Formguss) über die Ausstattung mit ver- extrusion oder die Extrusion von Halbzeugen in Form von
schiedensten Additiven im Bereich Compoundierung, die Rundstäben, Platten oder Hohlstäben verwendet zu wer-
Umarbeitung in der Extrusion zu Profilen und Halbzeu- den. In der spanenden Nachbearbeitung können extrudier-
gen und dem Spritzgießen von Fertigteilen bis hin zur te Halbzeuge, spritzgegossene Rohlinge oder auch gegos-
spanenden Bearbeitung von halbfertigen Produkten und sene Vorprodukte als Ausgangsprodukt für die Herstellung
Fertigteilen werden thermoplastische Werkstoffe in ver- von präzisen Fertigteilen dienen. Dabei können sich die
schiedensten Verarbeitungsstufen an den Markt gebracht. Kunden immer auf hohe Qualitätsmaßstäbe verlassen.
Dabei bestimmt oft der Werkstoff oder das Endprodukt Strenge Richtlinien und geschulte Mitarbeiter sichern die
über das angewendete Verarbeitungsverfahren: ob Groß- einzelnen Prozessschritte vom Rohstoffeingang bis zum
oder Kleinserie, ob voluminöse oder filigrane Bauteile, ob Endprodukt ab.
gut schmelzbarer oder schwieriger verarbeitbarer Werk-
stoff, es ist immer das richtige Verfahren dabei.

Dabei wird dem Kunden nicht immer ein direktes Produkt


geliefert, sondern es können auch mehrere Bereiche und
Fertigungsstufen in der Wertschöpfungskette nacheinander
agieren, um dem Kunden eine Komplettlösung zu bieten.

Profile

Compounds

Halbzeuge

Chemie Markt
Spritzguss

Formguss

Zerspanung

Direktformung

7
Verarbeitungsverfahren

Compounds, Halbzeuge und Fertigteile werden mit Hilfe der


folgenden Verfahrenstechniken hergestellt:

Compoundieren
Bei der Compoundierung werden Kunststoff-Rohstoffe mit
Füll- oder Zuschlagstoffen aufgeschmolzen, zu dünnen
Strängen extrudiert und zu Granulaten geschnitten. Durch
diesen Prozess lassen sich die Eigenschaften der Kunststof-
fe auf besondere Anwendungsfälle hin anpassen, z. B.
durch die Verbesserung der Gleit-Reibeigenschaften oder
die Erhöhung der elektrischen Leitfähigkeit.

Extrusion
Das druck- und temperaturgeregelte Extrusionsverfahren
ist ein kontinuierliches Fertigungsverfahren, bei dem
Kunststoffe in einem Extruder plastifiziert und durch eine
Düse in Form gepresst werden. Der Querschnitt des ent-
stehenden geometrischen Körpers entspricht der verwen-
deten Düse oder Kalibrierung.
Das Extrusionsverfahren ist ein effizientes Verfahren zur
Herstellung von Halbzeugen mit großen Wandstärken und
Dimensionen. Das Halbzeug-Portfolio besteht aus Rund-
stäben, Hohlstäben und Platten in vielen verschiedenen
Abmessungen und Farben.

Spritzgießen
Das Spritzgießen ist ein hochproduktives Urformverfah-
ren zur Herstellung wirtschaftlich direkt verwendbarer fer-
tiger Bauteile in großer Stückzahl. Der Kunststoff wird
über einen Extruder aufgeschmolzen, plastifiziert und mit
Druck in das Spritzgießwerkzeug eingespritzt. Der Hohl-
raum (die Kavität) des Werkzeugs bestimmt die Form und
die Oberflächenstruktur des fertigen Bauteils. Das Spritz-
gussverfahren ist aufgrund der Werkzeugkosten meist nur
für größere Stückzahlen wirtschaftlich.

8
Pressen / Sintern
Durch Pressen und Sintern entstehen äußerst spannungs-
arme und verzugsfreie Halbzeuge und Formteile. Das so-
genannte Heißpressverfahren dient zur Herstellung von
Halbzeugen. Hierbei wird als Ausgangsstoff ein Kunst-
stoffpulver unter Temperatur und hohem Druck in einer
Form verarbeitet. Dieser Prozess ist aufgrund des Zeitauf-
wandes und der eingesetzten Materialien relativ aufwändig
und teuer.
Im Gegensatz zum Heißpressverfahren können im soge-
nannten Matrizenpressen auch direkt werkzeugfallende
Formteile gefertigt werden (Direct Forming). Da hier eine
spezielle Form notwendig ist, ist dieses Verfahren meist
erst ab einer Stückzahl von rund 1.000 Teilen rentabel.

Polyamid-Guss
Druckloser Formguss erweist sich als besonders erfolg-
reich für die Produktion von großvolumigen Teilen, die fast
fertig bearbeitet sind. Neben dem Formguss können im
Halbzeuggussverfahren auch Guss-Polyamide mit deutlich
größeren Abmaßen als im Extrusions­verfahren in Form
von Platten und Rundstäben gefertigt werden.
Die in diesem Fertigungsverfahren hergestellten Halbzeu-
ge und Formgussteile weisen ein geringeres Eigenspan-
nungsniveau auf als extrudierte Produkte. Gießverfahren
eignen sich bevorzugt für kleinere und mittlere Serien im
Gewichtsbereich von 0,5 – 900 kg.

Zerspanung
Die Zerspanung ist der schnellste und wirtschaftlichste
Weg zum fertigen Kunststoffteil, insbesondere bei Klein­
serien. Mit Hilfe des spanabhebenden Verfahrens lassen
sich aus Konstruktions- und Hochtemperaturkunststoffen
fertige Bauteile mit engsten Toleranzen realisieren. Hier-
bei werden auf CNC-Fräsmaschinen, Drehbänken oder
Sägen mittels kunststoffspezifischen Werkzeugen die Fer-
tigteile aus den Kunststoffhalbzeugen herausgearbeitet
oder im Spritzgussverfahren vorgefertigte Bauteile nach­
bearbeitet.

9
Halbzeuge und Fertigteile aus thermoplastischen Kunst-
stoffen kommen in allen Branchen zum Einsatz. So sind
technische Anwendungen nicht nur in der Automobilindus-
trie und im Maschinenbau zu finden, sondern auch in der
Lebensmittel- und Pharmaindustrie, im Bau- und Trans-
portwesen, in der Medizin- und Elektrotechnik oder in der
Luft- und Raumfahrt.

Verbesserte und neue Werkstoffe sind ein wichtiger Antrieb


für den technologischen Fortschritt. Kunststoffe weisen
zahlreiche Vorteile auf und ersetzen in vielen Fällen Metalle
oder Keramiken. Mehr noch: Häufig sind sie die einzige
Alternative bei der Realisierung außergewöhnlicher techni-
scher Anwendungen und somit echte Schrittmacher für
Innovationen.

Die unterschiedlichen Werkstoffgruppen werden auf den


weiteren Seiten anhand typischer Eigenschaften, Erken-
nungsmerkmale, Struktur etc. dargestellt. Zudem finden
Sie charakteristische Anwendungsbeispiele für das ent-
sprechende Material.

Werkstoffe
40

30

20

• Spannung [MPa]
10

H H H H H H H H

C C C C C C C C CH 3 O
n n n
1 2 3 0
H H H H C C O C O
n
0 10 20 30 40
N CH 3
• Dehnung [%]
TECARAN ABS

ABS
Strukturformel ABS PCABS
  TECARAN

TECARAN ABS
H

N CH 2 C
H

C
H

C
x n n

O H H

PA6 PE
ABS (DIN-Bezeichnung) Erkennen
ABS ist ein thermoplastisches Copolymerisat aus Acrylnit- ˌˌFarbe grau
ril mit Butadien-Styrol-Polymeren. Durch unterschiedliche ˌˌLässt sich leicht entflammen
Kombination dieser Monomere können über Misch- oder ˌˌBrennt mit blauer Flamme mit gelber Spitze, rußt
Pfropfpolymerisation verschiedenste ABS-Typen mit ei- ˌˌRiecht süßlich
nem breiten Eigenschaftsspektrum hergestellt werden. ˌˌDichte 1,04 g/cm³ – schwebt in gesättigter Salzlösung
ABSH wird zur
H Gruppe der amorphen Thermoplaste gezählt. ˌˌAnlösbar mit Aceton
O
N CH 2 N C CH 2 C
x y n
O O C
O n
EigenschaftenO Produkte / Modifikationen
ˌ ˌOpak
PA66 PEEK
TECARAN ABS (ABS)
ˌˌNiedrige Dichte Unverstärkte Basistype,
ˌˌHohe Zähigkeit sehr steif und zäh,
sehr gut elektrisch isolierend
ˌˌGute Festigkeit und Härte
ˌˌGute Chemikalienbeständigkeit
ˌˌModerate
O Temperaturbeständigkeit
O O O
Anwendungsbeispiele
O
CH 3
ˌˌGamma-
C und Röntgenstrahlenbeständigkeit
C N R N C C Teile wie Spiegelgehäuse,
C Verkleidungen im Innenraum, CH 2
O C O
ˌˌNSehr gut zerspanbar
H H N R Lautsprecherabdeckungen,
N Griffelemente (Kfz-Industrie), N
n CH 3
ˌˌGeringe Wasseraufnahme
C C Haushaltsartikel
C wie Haartrockner und andere technische CH 2

ˌˌSehrO kratzfest O Haushaltsgeräte,


O Gehäuseteile in der Elektronik, Musik­
instrumente wie Flöten oder Klarinetten.
PAI PEI
Werte
TECARAN ABS grau (ABS) Zusammenfassung
Tg 104 °C TECARAN ABS ist härter und kratzfester bei geringe-
Dichte
1,04 g/cm3 rer thermischer Beständigkeit als PET und POM. Die
E-Modul 1.700 MPa ABS-Grundtype lässt sich duch Variation der jeweiligen
Einsatztemperatur dauernd 75 °C Anteile in den Eigenschaften weit variieren. Durch Modifi-
Einsatztemperatur kurzzeitig 100 °C kation mit PC und PBT lassen sich vielfältige, sehr zähe
O O H H H H
Untere Einsatztemperatur –50 °C O
C C O C C C C O und schlagfeste Typen einstellen, hauptsächlich für den
n
O C
H H H H Spritzguss. n

PBT PEK

12
H H O
CH 3
C C 80
n C O S O
n
H CH 3 CH 3 O

60
PP PSU

40

• Spannung [MPa]
20

CH 3
N F F
m
O 0
n
C C
0 5n 10 15 20
CH 3
• Dehnung [%]F
F
TECANYL 731 grau
TECANYL GF 30
PPO > PPE? PPE
Strukturformel   TECANYL PTFE
731 grau    TECANYL GF30

TECANYL H

C
F

C
n
S
n
H F

PPS PVDF
PPE (DIN-Bezeichnung) Erkennen
Polyphenylenether (PPE) ist ein thermoplastischer, amor- ˌˌFarbe grau
pher Standardkunststoff. PPE wird meist nur modifiziert ˌˌLässt sich schwer entflammen, rußt
unter Beimischung von PA oder PS verwendet. Durch Vari- ˌˌBrennt mit blauer Flamme mit gelber Spitze
ation der Anteile können verschiedene Modifizierungen ˌˌRiecht bei thermischer Zersetzung jauchig
für höhere thermische und mechanische Belastungen ein- ˌˌDichte wenig über 1 g/cm³ – schwebt in Salzlösung
gestellt werden. Negativ ist ihr Einfluss auf die Verarbeit- ˌˌSehr kratzfest, hart
barkeit. Durch die Modifizierung und Beimischung von ˌˌMit Aceton bzw. Benzol anlösbar
Füllstoffen wie Glasfasern lassen sich die Eigenschaften
hinsichtlich Mechanik noch weiter variieren. Produkte / Modifikationen

TECANYL 731 grau (PPE) TECANYL GF30 (PPE GF)


Eigenschaften Unverstärkte Basistype Glasfaserverstärkt für hohe
ˌˌAmorph Festigkeit, Steifigkeit, erhöhte
TECANYL MT (PPE) Formbeständigkeitstemperatur,
ˌˌNiedrige Dichte, wenig über 1 g/cm³ Diverse Einfärbungen für die geringe Wärmeausdehnung für
ˌˌGute Zähigkeit, Festigkeit, hohe Härte und Steifigkeit Medizintechnik, biokompatibel Präzisions- und Elektroisolierteile
ˌˌKriechfest
ˌˌGute Chemikalienbeständigkeit Anwendungsbeispiele
ˌˌNeigung zur Spannungsrissbildung Elektroisolierteile mit flammgeschützter Type, verzugs-
ˌˌGute Temperaturbeständigkeit arme Strukturbauteile, kratzfeste hochglänzende Sichtteile
ˌˌSehr geringe Wasseraufnahme (Gehäuseteile für Heimelektronik), Spulenkörper für die
ˌˌSehr gute Formstabilität Satellitentechnik, Gehäuse für Eisenbahngleissensoren,
ˌˌSehr geringe Dielektrizitätskonstante Elektroadapter für Unterwasserkabelanschlüsse für Öl-
und Gastechnik
Werte
TECANYL 731 grau (PPE) Zusammenfassung
Tg 145 °C Aufgrund der sehr guten Dimensionsstabilität und hohen
Dichte 1,10 g/cm3 Schlagzähigkeit eignet sich PPE besser als andere Stan-
E-Modul 2.400 MPa dardkunststoffe für Gehäuseteile, die teils auch stark belas-
Einsatztemperatur dauernd 85 °C tet werden. Damit stellt das Material eine kostengünstige
Einsatztemperatur kurzzeitig 110 °C Möglichkeit zur Herstellung entsprechender Bauteile dar.
Untere Einsatztemperatur –50 °C

13
CH 3 O
25 O O O
C O C O
n
O C O C C
CH 3 n

20
PC PEKEKK
15

10

• Spannung [MPa]
5

H H O
0
C C S O
n 0 5 10 n 15 20 25
H H • Dehnung [%] O
TECAFINE PE

PE
Strukturformel PE PES
  TECAFINE PE

TECAFINE PE O
O

C
O
C O
H

C
H
C O
n
O O C
n
H H

PEEK PET
PE (DIN-Bezeichnung) Erkennen
Polyethylen (PE) ist ein durch Polymerisation von Ethen ˌˌ Farbe opak / milchig-weiß
hergestellter thermoplastischer Kunststoff. Polyethylen ge- ˌˌ Lässt sich leicht entflammen
hört – bezogen auf die Produktionsmenge – zur größten ˌˌ Brennt mit blauer Flamme mit gelber Spitze
GruppeO der Kunststoffe, den Polyolefinen. Aufgrund des ˌˌ Rußt nicht oder O nur schwach
O O O O
CH 3
Kristallinitätsgrades
C wird PE zu den teil­kristallinenCHTher-
2 ˌˌ Riecht wachsartig
C C C C C
O C O
moplasten
N gezählt. Die hauptsächlich eingesetzten Typen N ˌˌ Dichte
n
-R < 1g / cm³,
N schwimmt in Wasser
N
n
-R N N
m
CH 3
PE (PE-HD), PE 5 (PE-HMW), PE 10 (PE-UHMW) sowie die
C CH 2 ˌˌ Relativ weich,C kann mit Fingernagel
C geritzt werden
C C

O O O O
Polyethylene
O
mit niedriger Dichte (PE-LD, PE-LLD) unter­ ˌˌ Subjektiv sehr leicht beim Anfassen
scheiden sich in ihrem Molekulargewicht bzw. den Verzwei-
PEI PI
gungen der Molekülketten. Anwendungsbeispiele
Führungsrollen, Kettenführungen, Auskleidungen von
Eigenschaften Silos und Rutschen, Saug- und Filterplatten, Leitungen für
ˌˌTeilkristallin, niedrige Dichte Gas und Trinkwasser, Fußbodenheizungen aus PE-HMW,
ˌˌGute Zähigkeit, niedrige Festigkeit und Härte Anlagen für Gefriergutverarbeitung und Verpackung im
H H
ˌˌSehr gute Chemikalienbeständigkeit Lebensmittelbereich, Folien in diversen Bereichen
C C
ˌˌGeringe Temperaturbeständigkeit; CH 2 H
n

O
mit steigendem Molekulargewicht zunehmend Zusammenfassung
CH
O C
H 3C CH 3
ˌˌAntiadhäsive Eigenschaften Die Polyethylentypen unterscheiden sich in ihrem Moleku-
n

ˌˌSehr hohe Wärmeausdehnung largewicht. Mit zunehmendem Molekulargewicht verbes-


PEK PMP
ˌˌSehr niedriger dielektrischer Verlustfaktor sern sich die Kristallinität, die Chemikalienbeständigkeit,
ˌˌSehr gute elektrische Isolationsfähigkeit die Zähigkeit und die Verschleißfestigkeit. Die schmelz-
technische Verarbeitbarkeit wird andererseits schwieriger.
Werte Das PE-UHMW kann nur noch durch Pressen zu Halbzeu-
TECAFINE PE (PE) TECAFINE PE 10 (PE) gen oder Vorform­lingen verarbeitet werden. Der Vorteil:
Tg –95 °C –95 °C Halbzeuge und Fertigteile aus PE-UHMW sind sehr span-
Dichte 0,96 g/cm3 0,93 g/cm3 nungs- und verzugsarm.
E-Modul 1.000 MPa 650 MPa
Einsatztemperatur dauernd 90 °C 90 °C
Einsatztemperatur kurzzeitig 90 °C 120 °C
Untere Einsatztemperatur –50 °C –150 °C

14
O O O O O

C C C C C CH 3

N -R N N -R N N
n n m
40 O
n
C C C C

O O O O CH 3

30
PI PPO > PPE?

20

• Spannung [MPa]
10
H H

C C
n

CH 2 H
0
CH 0 20S 40 60 80
H 3C CH 3 n
• Dehnung [%]
TECAFINE PMP

PMP
Strukturformel PMP PPS
  TECAFINE PMP

TECAFINE PMP

PMP (DIN-Bezeichnung) Erkennen


Polymethylpenten (PMP) ist ein thermoplastischer Kunst- ˌˌ Farbe opak / leicht gelblich
stoff aus der Gruppe der Polyolefine und ist mit einer Dichte ˌˌ Lässt sich leicht entflammen
von 0,83 g/cm³ der leichteste aller Kunststoffe. Trotz der teil- ˌˌ Brennt mit blauer Flamme mit gelber Spitze
kristallinen Struktur erscheint PMP glasklar-transparent. ˌˌ Rußt nicht oder nur schwach
ˌˌ Riecht wachsartig
Eigenschaften ˌˌ Dichte < 1 g/cm³, schwimmt in Wasser
ˌˌTeilkristallin ˌˌ Relativ weich, kann mit Fingernagel geritzt werden
ˌˌTransparent
ˌˌGeringste Dichte aller Kunststoffe Produkte / Modifikationen
ˌˌGute Zähigkeit, Festigkeit und Härte
TECAFINE PMP (PMP)
ˌˌGute Chemikalienbeständigkeit Transparent auch im UV-Bereich,
ˌˌSpannungsrissbeständigkeit z.T. besser als bei anderen sehr gut elektrisch isolierend

transparenten Kunststoffen
ˌˌWasseraufnahme kann zur Deformation führen Awendungsbeispiele
ˌˌBegrenzt hydrolysebeständig Medizintechnik: diverse Spritzgießteile für Anschluss-
ˌˌGute Temperaturbeständigkeit und Verteilerelemente für die künstliche Ernährung, Sprit-
ˌˌGute Gamma- und Röntgenstrahlenbeständigkeit zen, diverse Haushaltsgeräte; Elektrotechnikzubehör,
ˌˌSehr gute elektrische Isoliereigenschaften Hochfrequenztechnik, Spulenkerne, Antennenträger, Lin-
ˌˌSehr geringer dielektrischer Verlustfaktor sen für Ultraschallanwendungen
ˌˌOptisch herausragende Eigenschaften
Zusammenfassung
Werte Höhere Festigkeiten und Temperaturbeständigkeiten als
TECAFINE PMP (PMP) PE. Die Kristallitgröße ist geringer als die Wellenlänge des
Tg 20 °C Lichtes und ermöglicht sehr gute Transparenz. Bessere
Dichte
0,83 g/cm3 Lichttransmission im sichtbaren Bereich als bei optisch
E-Modul 1.000 MPa hoch transparenten Kunststoffen wie PMMA oder PC.
Einsatztemperatur dauernd 120 °C
Einsatztemperatur kurzzeitig 170 °C
Untere Einsatztemperatur –20 °C

15
H H
H C C
40 n
C O H
n

30
POM-H PS

20

• Spannung [MPa]
10

H H O
CH 3
C C 0
n C O S O
0 40 80 120 160 n
H CH 3 CH 3 O
• Dehnung [%]
TECAFINE PP

PP
Strukturformel PP PSU
  TECAFINE PP

TECAPRO MT
TECAFINE PP
CH 3
N F F
m
O
n
C C
n
CH 3 F F

PPO > PPE? PTFE


PP (DIN-Bezeichnung) Eigenschaften
Polypropylen (PP) ist ein durch katalytische Polymerisation ˌˌTeilkristallin
von Propen hergestellter thermoplastischer Kunststoff. ˌˌNiedrige Dichte < 1 g/cm³
­Polypropylen gehört zur Gruppe der Polyolefine. Polypropy- ˌˌGute Zähigkeit
lene (PP) sind universelle Standardkunststoffe mit einem ˌˌBessere Festigkeit, Härte und Steifigkeit als PE
ausgeglichenen Eigenschaftsniveau. ˌˌSehr gute Chemikalienbeständigkeit
Zwei Haupttypen sind bei Ensinger im Halbzeug-Portfolio ˌˌSehr geringe
H F Wasseraufnahme

zu finden:
S
TECAPRO MT und TECAFINE PP. ˌˌKeine Spannungsrissbildung
C C
n
n
H F
ˌˌVerbesserte Temperaturbeständigkeit gegenüber PE
PPS ˌˌAntiadhäsive
PVDF
Eigenschaften
ˌˌHohe Wärmeausdehnung
ˌˌGeringe Einsatzbreite im Minustemperaturbereich,
Kälteschlagempfindlichkeit

Werte
TECAPRO MT TECAFINE PP
(PP) (PP)
T g –10 °C –18 °C
Dichte 0,92 g/cm3 0,91 g/cm3
E-Modul 2.000 MPa 1.600 MPa
Einsatztemperatur dauernd 100 °C 100 °C
Einsatztemperatur kurzzeitig 100 °C 130 °C
Untere Einsatztemperatur –10 °C –10 °C

16
40

30

20
• Spannung [MPa]

10

0
0 10 20 30 40 50 60
• Dehnung [%]
TECAPRO
  TECAPRO MT

Erkennen Anwendungsbeispiele
ˌˌIn vielen Kriterien ähnlich wie PE TECAFINE PP: Großformatige Chemieapparate, Säurebau
ˌˌUnterschied: Kann nicht mehr mit Fingernagel und -bäder, Ventile, Galvanisierapparate, Beitz- und Ätz­
geritzt werden bäder, Niedertemperaturabgaskamine, Filterplatten für
ˌˌFarbe opak / milchig-weiß Filterpressen, Abwasseranlagen, Abwasserrohrsysteme,
ˌˌLässt sich leicht entflammen Anschlussarmaturen aus extrudierten Halbzeugen, Trans-
ˌˌBrennt mit blauer Flamme mit gelber Spitze portkästen für Lebensmittel, Filterteile, Armaturen, Behäl-
ˌˌRußt nicht oder nur schwach ter, lebensmitteltechnische Anlagen mit erhöhter ther-
ˌˌRiecht wachsartig misch-chemischer Belastung; Einsatz von großformatigen,
ˌˌDichte < 1 g/cm³, schwimmt in Wasser in Etagenpressen hergestellten verzugsarmen und sehr gut
schweißbaren Pressplatten für chemische Anlagen.
Produkte / Modifikationen TECAPRO MT: Werkstoff für die Medizintechnik mit Bio-
kompatibilität, Trays für die Reinigung, Sterilisation und
TECAFINE PP (PP) TECAPRO MT (PP)
Unverstärkte Basistype, natur Spezialtype, modifiziert für die Lagerung von diversen Medizintechnikgeräten und Kom-
Medizintechnik, biokompatibel ponenten, einfache Handgriffe, teilweise Geometrieanpas-
TECAFINE PP GF30 (PP GF)
Glasfaserverstärkt für hohe sungsmodelle, Körperkontaktplatten für Mammografie.
Festigkeit, Steifigkeit, Härte und
geringere Wärmeausdehnung,
Zusammenfassung
Maßbeständigkeit, bevorzugt für
Spritzguss Der wesentliche Unterschied zwischen TECAFINE PP und
TECAPRO MT besteht darin, dass die Basis für TECAPRO
MT ein speziell wärmestabilisiertes PP Homopolymer ist.
Es erträgt damit höhere thermische Belastungen beim aus-
gedehnten Tempern, ist in der Folge spannungsärmer und
zeigt beim wiederholten Heiß­dampf­sterilisieren nur mini-
male Verzugsneigung. Einfach zerspanbar zu dimensions-
stabilen, leichten Bauteilen.

17
H H H
O O
100
C O C C O O S S
l m n
n
H H H O O
80
POM-C PPSU
H H H
O O
60
C O C C O O S S
l m n
n
H H H O O
40

POM-C
Strukturformel POM-C PPSU

• Spannung [MPa]
l und m statistisch verteilt
20
H H
H C C
0 n
C O H 10
n 0 20 30 40 50
H • Dehnung [%]
TECAFORM AD
TECAFORM
POM-H
Strukturformel POM-H   PSH AD H AH
TECAFORM   TECAFORM AH
H C C
n
C O H
n

POM-H PS

TECAFORM
H

C
H

C
n
CH 3
C O
O

S O
n
H CH 3 CH 3 O

PP PSU
POM
H (DIN-Bezeichnung)
H Werte CH 3 O
C C
Die verschiedenen
n Bezeichnungen Polyacetal, Polyoxy­ C O TECAFORMS AD TECAFORM
O AH
n
H CH 3 CH 3 (POM-H) (POM-C)
O
methylen oder Polyformaldehyd (POM) sind für das gleiche
T g –60 °C –60 °C
Polymer in verschiedenen Sprachräumen üblich. POM ist
PP Dichte PSU 1,43 g/cm3 1,41 g/cm3
ein durch Polymerisation von Formaldehyd hergestellter
E-Modul 3.600 MPa 2.800 MPa
thermo­
CHp3
lastischer Kunststoff. Es gibt die zwei typischen
Einsatztemperatur dauernd 110 °C 100 °C
N
m
Gruppen der Polyacetale, das Polyacetal Homopolymer F F
O Einsatztemperatur kurzzeitig 150 °C 140 °C
(POM-H / TECAFORM AD) und das Copolymer (POM-C /
n
C C
n
CH 3 Untere Einsatztemperatur –50 °C –50 °C
F F
TECAFORM AH). Beide unterscheiden sich im Herstel-
lungsverfahren, die Eigenschaften sind sehr ähnlich, zei-
PPO >CHPPE?
3 PTFE
N gen aber auch einige typische Unterschiede. Erkennen F F
m
O
n
ˌˌFarbe weiß,
C Cleicht opak,
n
CH 3
Eigenschaften an Kanten F leicht
F durchscheinend
ˌˌHohe Kristallinität ˌˌLässt sich leicht entflammen
PPO > PPE? PTFE
ˌˌRelativ hohe Dichte ˌˌBrennt mit schwach blauer Flamme mit gelber Spitze,
ˌˌGute Zähigkeit, auch im niederen Temperaturbereich tropft ab und brennt weiter
ˌˌGute Festigkeit, hohe Härte und Federsteifigkeit ˌˌRußt nichtH oder
F nur schwach
ˌˌSehr gutes Gleitreibverhalten, abriebfest, antiadhäsiv ˌˌRiecht bei thermischer
C C
n
Zersetzung typisch stechend
S
ˌˌGute Chemikalienbeständigkeit, vorzugsweise gegen nach Formaldehyd
n
H F

Basen, Lösungsmittel und Treibstoffe ˌˌHohe Dichte, sinkt in Wasser


PPS PVDF
ˌˌGute Temperaturbeständigkeit ˌˌLeicht wachsartiger
H F
Griff
ˌˌGeringe Wasseraufnahme ˌˌIn Mineralsäuren
C C
n
schnell zerstörbar
S
ˌˌGute Formstabilität
n
ˌˌHat dumpfen
H F Aufprallklang

ˌˌSehr geringe Dielektrizitätskonstante


PPS PVDF

18
TECAFORM AD und AH Anwendungsbeispiele
Für die vielfältigen technischen Anforderungen in der In- POM mit seiner Typenvielfalt ist ein technischer Kunst-
dustrie ist eine große Bandbreite an Werkstoffen lieferbar, stoff für breit gefächerte universelle Anwendungen in
die an die speziellen Einsatzbedingungen angepasst sind. vielen Industrie- und Wirtschaftsbereichen, auch als
Verfügbar sind Produkte für die Bereiche Lebensmittel-, Metall­ersatz.
Trinkwasser-, Pharma- und Medizintechnik sowie Gleit- Umfangreicher Einsatz bei Gleitanwendungen, sehr gute
anwendungen. Außerdem Materialien für Sicherheits­ Konstruktionslösungen mit Schnappverbindungen, Gleit-
anforderungen und Explosionsschutz sowie Produkte für teile wie Lagerbuchsen, Rollen, Gleitleisten, Elektroisolier-
den Verbraucherschutz in der Lebensmittel- und Pharma- teile, Bauteile mit Wasserkontakt, diverse Vorrichtungsteile
produktion. mit Gleiteffekt, kratzfeste hochglänzende Sichtteile, viele
Bauteile in Lebensmittel-, Pharma-, Trinkwasser- und
Produkte / Modifikationen Medizintechnik

TECAFORM AD natur (POM-H) TECAFORM AH ID


Basistype POM-H (POM-C, detektierbarer Füllstoff) Zusammenfassung
Mit Sensoren induktiv detektierbar Im Wesentlichen unterscheiden sich die beiden Grund­
TECAFORM AD schwarz (POM-H) zum Schutz von Lebensmittel-
Für verbesserten UV-Schutz produkten, Lebensmittelverbrau- typen nur durch einige wenige Kriterien:
im Außeneinsatz chern und Anlagen ˌˌPOM-H (Homopolymer) hat einen höheren Schmelz-
punkt und höhere Festigkeit, ist aber gegen Heißwasser
TECAFORM AD AF TECAFORM AH ID blau
(POM-H, Festschmierstoff) (POM-C, detektierbarer Füllstoff) dauerhaft über 60 °C und bei Dampf hydrolyse-
Mit PTFE gleitmodifizierte Type Induktiv detektierbar und empfindlich.
für minimale Reibung, braun zusätzlich mit blauer, lebens-
mittelechter Signalfarbe für den ˌˌPOM-C (Copolymer) hat bei etwas geringerer Festigkeit
TECAFORM AH natur (POM-C) Lebensmittelproduktschutz bessere Zähigkeit, bessere Beständigkeit gegen Alkalien
Basistype POM-C
und Hydrolysebeständigkeit gegen Heißwasser und
TECAFORM AH LA blau
TECAFORM AH schwarz (POM-C) (POM-C, Festschmierstoff) gegen Dampf.
Für verbesserten UV-Schutz im Gleitmodifiziert und blaue Signal- ˌˌPOM-C kann in größeren und dickwandigeren Halb-
Außeneinsatz farbe für Lebensmittelkontakt
zeugabmessungen hergestellt werden.
TECAFORM AH ELS TECAFORM AH MT farbig (POM-C)
(POM-C, Leitruß) Für Medizintechnik eingefärbt,
Elektrisch leitfähig eingestellt für geprüft auf Biokompatibilität
die sichere Ableitung von elektro-
statischen Aufladungen und zum TECAFORM AH SAN (POM-C)
Schutz von Produkten und Anlagen Antimikrobiell ausgerüstet für
gegen Zerstörung Hygiene und Gesundheitsschutz

TECAFORM AH GF25 (POM-C GF) TECAFORM AH SD


Glasfaserverstärkung für höhere (POM-C, Antistatikum)
Festigkeit und Präzision Elektrostatisch ableitfähig zum
Produktschutz in der Elektronik

19
H H H

N CH 2 C C C
x n n

O
Unverstärkt H H

H 120 H H
PA6
N CH 2 C
PEC C
x n n

O 100 H H

PA6 aus einem Ausgangsstoff:


Aufbau 80 PE
PA 6: x=5
PA 11: x=10
60
PA 12: x=11

40

• Spannung [MPa]
H H
O
N CH 2 N C CH 2 C 20
x y n
O O C
O O n

H H 0
O
PA66
Aufbau aus zwei Ausgangsstoffen:
N CH 2 N C CH 2 C
0 PEEK 40 80 120 160
PA 66: x=6;
x
y=4 y n
O [%]
• Dehnung O C
O O n
PA 610: x=6; y=8 TECAMID 46 rotbraun
PA 612: x=6; y=10   TECAMID
TECAMID 12
46 rotbraun   TECAMID 12
PA66   TECAMIDPEEK
TECAMID
6
6
  TECAMID 66
TECAMID 66

O O O O O
CH 3
C C N R N C C C CH 2
O C O
N H H N R N N
n CH 3
O
C O O O O
C C CH 2

TECAMID
CH 3
C
O C N R N C C
O C
O CH 2
O C O
N H H N R N N
n CH 3
PAI C C PEI C CH 2

O O O

PAI(DIN-Bezeichnung)
PA PEI PA 46
Eigenschaften:
TECAMID (PA) gehört zur umfangreichen Gruppe der ˌˌTeilkristallin
Poly­amide. Auf Basis von einem (z. B. PA 6, PA 11, PA 12) ˌˌNiedrige Dichte, etwas über 1 g/cm³
oder mehreren Ausgangsstoffen (z. B. PA 66, PA 46, PA 610, ˌˌSehr hohe Temperaturbeständigkeit
PA 612)
O lassen
O sich
H durch
H H HPolykondensation eine Vielzahl ˌˌHohe Wärmeformbeständigkeit
O
von einzelnen PolyamidenC mit
C C O C C C O n
differenzierten Eigenschaf- ˌˌSehr hohe O Feuchtigkeitsaufnahme
C im Vergleich zu
n
H H H H
ten herstellen. Polyamide zählen zu den wichtigsten tech- anderen Polyamiden. Von dieser Eigenschaft werden
O O H H H H
nischen
PBT Thermoplasten. die meisten
PEK Kennwerte
O mehr oder weniger stark
C C O C C C C O
beeinträchtigt: Zähigkeit, Kerbschlagzähigkeit und
n
O C
n
H H H H
Eigenschaften: PA 6 und PA 66 Verschleißfestigkeit verbessern sich, während sich die
PBT
ˌ ˌTeilkristallin übrigenPEK
mechanischen und elektrischen Kennwerte
ˌˌNiedrige Dichte, etwas über 1 g/cm³ verschlechtern
ˌˌHohe Temperaturbeständigkeit ˌˌSehr gute Zähigkeit in Abhängigkeit vom Feuchtegehalt
(Schmelzpunkt PA 66 höher als PA 6) ˌˌSehr gute Chemikalienbeständigkeit, vor allem gegen
ˌˌHohe Festigkeit und Härte Laugen, Lösemittel und Treibstoffe
ˌˌHohe Feuchtigkeitsaufnahme, die die meisten Kenn- ˌˌSpannungsrissempfindlichkeit nur in sehr trockenem
werte mehr oder weniger stark beeinträchtigt: Zustand
Zähigkeit, Kerbschlagzähigkeit und Verschleißfestigkeit
verbessern sich, während sich die übrigen mechani- Eigenschaften: PA 12
schen und elektrischen Kennwerte verschlechtern ˌˌTeilkristallin
ˌˌSehr gute Zähigkeit in Abhängigkeit vom Feuchtegehalt ˌˌNiedrige Dichte, etwas über 1 g/cm³
ˌˌSehr gute Chemikalienbeständigkeit, vor allem gegen ˌˌMittlere Festigkeit und Härte
Laugen, Lösemittel und Treibstoffe ˌˌMittlere Temperaturbeständigkeit
ˌˌSpannungsrissempfindlichkeit nur in sehr trockenem ˌˌSehr geringe Feuchtigkeitsaufnahme im Vergleich
Zustand zu anderen Polyamiden
ˌˌAntiadhäsive Eigenschaften ˌˌSehr gute Schlagzähigkeit und Kerbschlagzähigkeit
ˌˌSehr gute Chemikalienbeständigkeit, vor allem
gegen Laugen, Lösemittel und Treibstoffe
ˌˌSehr gute Spannungsrissbeständigkeit

20
Verstärkt

120

100

80

60

40
• Spannung [MPa]

20

0
0 5 10 15 20
• Dehnung [%]
TECAMID 66 CF 20
  TECAMID
TECAMID 66 GF 30 sw
66 CF20   TECAMID 66 GF30 schwarz
TECAMID 6 GF 30 sw
  TECAMID 6 GF30 schwarz

Werte Produkte / Modifikationen
TECAMID TECAMID TECAMID TECAMID
6 66 46 12 TECAMID 6 (PA 6) TECAMID 66 LA
(PA 6) (PA 66) (PA 46) (PA 12) Unverstärkte Version, sehr zäh, (PA 66, Festschmierstoff)
gut dämpfend, Wasseraufnahme Mit Gleitmittel für verbesserte
Tg [°C] 45 47 72 37
Gleiteigenschaften
Dichte [g/cm3] 1,14 1,15 1,19 1,02 TECAM 6 MO (PA 6 MoS2 )
E-Modul [MPa] 3.300 3.500 3.300 1.800 Universaltype, für Außeneinsatz, TECAMID 66 MH (PA 66 MoS2 )
Gleitanwendungen, verschleißfest Erhöhte Verschleißfestigkeit, auch
Einsatztemperatur dauernd [°C] 100 100 130 110
für Außenanwendungen unter UV
Einsatztemperatur kurzzeitig [°C] 160 170 220 150 TECAMID 6 GF25
TECAMID 6 GF30 (PA 6 GF) TECAMID 66 X GF50 (PA 66 GF)
Untere Einsatztemperatur [°C] –40 –30 –40 –60
Faserverstärkt für Festigkeit und 50 % GF hochverstärkt,
Wasseraufnahme [%] 9,5 8,5 12 1,5 Steifigkeit bei guter Zähigkeit verbesserte Temperaturbestän­
digkeit, schwarz
TECAMID 66 (PA 66)
Erkennen
Unverstärkte Basistype, TECAMID TR (PA 6-3)
ˌˌFarbe opak / milchig-weiß härter und fester als PA 6 Amorph, transparent,
ˌˌLässt sich leicht entflammen sehr gute elektrische Isolation
TECAMID 66 CF20 (PA 66 CF)
ˌˌBrennt mit blauer Flamme mit gelber Spitze, Kohlefaserverstärkt, hohe TECAMID 12 (PA 12)
rußt nicht oder nur schwach Festigkeit, verbesserter UV-Schutz Geringe Wasseraufnahme,
Kennwerte bleiben in
ˌˌRiecht beim Brennen hornartig und tropft
TECAMID 66 GF30 (PA 66 GF) feuchter Umgebung stabil,
schmelzend ab, zieht Fäden Glasfaserverstärkt für hohe sehr gute elektrische Isolation,
ˌˌDichte leicht über 1 g/cm³, Festigkeit, verbesserter UV-Schutz gutes Reib-Gleitverhalten,
für Freibewitterung verschleißfest, dimensionsstabil
schwimmt in gesättigter Salzlösung
ˌˌDurchscheinend bei dünneren Wanddicken TECAMID 66 HI TECAMID 46 (PA 46)
(PA 66, Hitzestabilisator) Hochtemperatur-PA, rotbraun,
bzw. an Kanten
Wärmestabilisiert für dauerhaft fast ausschließlich für Spritzguss
bessere thermische Beständigkeit
Anwendungsbeispiele
Die PA-Kunststoffe sind klassische Universalmaterialien Zusammenfassung
für den Maschinenbau und aufgrund ihrer hohen Zähig- PA 6 hat durch die relativ hohe, aber reversible Feuchtig-
keit und Verschleißfestigkeit sehr gute Gleitwerkstoffe. keitsaufnahme eine hohe Zähigkeit, die aber abhängig von
PA-Bauteile sorgen für ruhigen, schwingungs- und ge- Klimabedingungen variiert.
räuscharmen Lauf, mit Notlaufeigenschaften für partiellen PA 12 nimmt wenig Wasser auf, hat eine höhere Dimensi-
Trockenlauf. onsstabilität und ist zäh und verschleißfest.
Eher geeignet für Anwendungen in rauen Umgebungen, TECAMID TR ist transparent, neigt kaum zur Wasserauf-
bei denen auch größere Toleranzbreiten zulässig sind nahme, ist gut elektrisch isolierend.
(Achtung: Präzisionsteile lassen sich durch variable Was- TECAMID 46 hat die höchste Zähigkeit und Wasserauf-
seraufnahme weniger gut umsetzen). nahme, ist verschleißfest und verfügt über eine sehr hohe
Temperaturbeständigkeit.

21
ABS PC

120

100

80

H H H
60
N CH 2 C C C
x n n

O H H
40

• Spannung [MPa]
PA6
Strukturformel PA 6 C PE
20

0
0 20 40 60 80
• Dehnung [%]
TECAGLIDE grün
TECARIM (PA + Elastomer)   TECAST
TECAGLIDE T
grün   TECAST T
TECAST TM
  TECAST TM   TECAST L
TECAST L

H H
O
N CH 2 N C CH 2 C
x y n
O O C
O O n

TECAST
PA66 PEEK

TECARIM
O O O O O
CH 3
PA 6 CC (DIN-Bezeichnung)
C N R N C C Eigenschaften: CTECAST T, TECAST L, TECAGLIDE CH 2
O C O
TECAST und TECARIM stellen aufgrund des
N H H N speziellen
R
n
ˌˌTeilkristallin
N N
CH 3
Herstellungsverfahrens eine besondere Gruppe
C C innerhalb ˌˌNiedrige Dichte,
C etwas über 1 g/cm³ CH 2

O
der Polyamide dar. TECAST ist ein im Gießverfahren
O
durch ˌˌHohe Temperaturbeständigkeit
O

aktivierte anionische Polymerisation von Caprolactam her-


PAI ˌˌHohe Festigkeit
PEI
und Härte
gestelltes Polyamid 6. Der Polyamid-Guss-Werkstoff ver- ˌˌHohe Feuchtigkeitsaufnahme, die die meisten
fügt über eine hohe Festigkeit und Steifigkeit, außerdem Kennwerte mehr oder weniger stark beeinträchtigt:
über gute Abriebfestigkeit, besonders gegen Gleitpartner Zähigkeit, Kerbschlagzähigkeit und Verschleiß-
mit rauer Oberfläche. Modifikationen durch Füllstoffe, festigkeit verbessern sich, während sich die übrigen
Additive und Gleitzusätze sind möglich. TECARIM nimmt mechanischen und elektrischen Kennwerte
innerhalb dieser Gruppe eine Sonderstellung ein, da hier verschlechtern
zudem
O nochO Elastomeranteile
H H H H als Block-Copolymer poly- ˌˌSehr gute Zähigkeit in Abhängigkeit vom Feuchtegehalt
O
merisiert
C werden.
C O C C C C O n ˌˌSehr gute Chemikalienbeständigkeit, vor allem gegen
O C
H H H H Laugen, Lösungsmittel undn Treibstoffe
ˌˌSpannungsrissempfindlichkeit nur in sehr trockenem
PBT PEK
Zustand
ˌˌAntiadhäsive Eigenschaften

Eigenschaften: TECARIM
ˌˌHoch belastbares Polyamid-6-Block-Copolymer
ˌˌZähmodifikation von PA 6 C durch Elastomerzusatz
ˌˌAusgewogene Zähigkeit und Steifigkeit
ˌˌFertigung im RIM-Verfahren
(Reaction Injection Moulding)
ˌˌRobuste, abriebfeste Bauteile für extreme
Beanspruchung
ˌˌExtrem hohe Schlagzähigkeit, auch bis – 40 °C
ˌˌGutes Abrieb- und Verschleißverhalten
ˌˌHohe Energie- und Stoßabsorption
ˌˌKein Sprödbruch bei Druck- und Schlagbelastung
ˌˌSpannungsarme und verzugsfreie Bauteile

22
Werte Anwendungsbeispiele
TECAST T TECARIM Seil- und Führungsrollen, Kettenführungen, Gleitschienen.
(PA 6 C) (PA 6 C)
Die einstellbare hohe Zähigkeit von TECAST T wird bei
T g 40 °C 53 °C
Dämpfungsplatten für Schlag- und Vibrationshämmer in
Dichte 1,15 g/cm3 1,11 g/cm3
der Rammpfahlmontage genutzt; Großzahnräder eher für
E-Modul 3.500 MPa 2.200 MPa
die Bewegungsübertragung als für die Leistungsüber­
Einsatztemperatur dauernd 100 °C 95 °C
tragung.
Einsatztemperatur kurzzeitig 170 °C 160 °C
TECARIM wird aufgrund der hohen Zähigkeit auch bei
Untere Einsatztemperatur -40 °C -50 °C
niedrigen Temperaturen in der Wintertechnik verwendet
(Kettenauflagen, Kettenpuffer für Bulldozer); Entlastungs-
Erkennen blöcke für Großwerkzeuge zum Stanzen, Tiefziehen in der
ˌˌFarbe opak / milchig-weiß Automobilproduktion, weiße Ware, Werkzeugbaufirmen
ˌˌLässt sich leicht entflammen
ˌˌBrennt mit blauer Flamme mit gelber Spitze, Zusammenfassung
rußt nicht oder nur schwach PA 6 hat durch die relativ hohe, aber reversible Feuchtig-
ˌˌRiecht beim Brennen hornartig und tropft keitsaufnahme eine hohe Zähigkeit wobei TECAST T sogar
schmelzend ab, zieht Fäden eine höhere Kristallinität und bessere Zerspanbarkeit auf-
ˌˌDichte leicht über 1 g/cm³, schwimmt in gesättigter weist als PA 6.
Salzlösung TECAST L und TECAGLIDE sind speziell gleitmodifi­zierte
ˌˌDurchscheinend bei dünneren Wanddicken Typen für verbesserte Gleitreibungseigenschaften und re-
bzw. an Kanten duzierten Verschleiß.
TECARIM ist mit mehreren Typen in weiten Bereichen
Produkte / Modifikationen variierbar (in Festigkeit, Kriechfestigkeit und Zähigkeit von
zähelastisch bis hart).
TECAST T (PA 6 C) TECAST L gelb (PA 6 C, Öl)
Basistype, zähhart, Gleitmodifiziert, gelb
sehr gut zerspanbar
TECAST TM (PA 6 C, MoS2 )
TECAGLIDE grün Mit MoS2, verbesserte
(PA 6 C, Festschmierstoff) Verschleißfestigkeit,
Guss-PA 6, Gleitmodifizierung außen einsetzbar unter UV
für sehr geringe Reibung
TECARIM 1500 gelb
TECAST L (PA 6 C, Öl) (PA 6 C, Elastomer)
Gleitmodifiziert Signalfarbe gelb, hohe Zähigkeit,
hohe Kälteschlagzähigkeit
TECAST L schwarz (PA 6 C, Öl)
Gleitmodifiziert, schwarz,
auch für Freibewitterung

23
O H
100
S O C O
n n

O H
80
PES POM-H
O O H H H H
60 O
C C O C C C C O n
O C
n
H H H H
40

PBT
Strukturformel PBT PEK

• Spannung [MPa]
20

O O H H H H
0 C C
C C O C C O
n 0 10 n 20 30 40 50
H H H CH 3
• Dehnung [%]
TECAPET TF
TECADUR
PET
Strukturformel PET   TECAPETPPTF  PBT  TECADUR
TECAPET
GF 30 PBT GF30   TECAPET

TECADUR O O O O O

TECAPET
C C C C C CH 3

N -R N N -R N N
n n m
O
n
C C C C

O O O O CH 3

PI PPO > PPE?


PET, PBT (DIN-Bezeichnung) Eigenschaften
Polyethylenterephthalat (PET) wird durch eine Polykon- ˌˌTeilkristallin
densationsreaktion aus Terephthalsäure und Ethylen­- ˌˌRelativ hohe Dichte
glykol hergestellt. PET gehört zur Gruppe der thermoplas- ˌˌGute Zähigkeit, Federsteifigkeit
tischen linearen Polyester und umfasst TECAPET und die ˌˌSprödes Verhalten bei tiefen Temperaturen
H H
daranC
angelehnte Sondertype TECADUR PET. Eine weitere unter null Grad
C
n
TypeCHistHdas in den Eigenschaften zu PET ähn­liche, gerin-
2
ˌˌGute Festigkeit, hohe Härte und Steifigkeit
ger fest,
CH aber besonders zäh und abriebfeste TECADUR ˌˌSehr gutes Gleitreibverhalten,
S
abriebfest
H 3C CH 3 n
PBT. ˌˌGute Chemikalienbeständigkeit,
TECADUR PBT ist aufgrund dieser Eigenschaften deutlich vorzugsweise gegen verdünnte Säuren
PMP PPS
besser mit Fasern zu modifizieren als PET und deshalb ˌˌGute Temperaturfestigkeit
meist faser­verstärkt verfügbar (TECADUR PBT GF30). ˌˌSehr geringe Wasseraufnahme
ˌˌGeringe Wärmeausdehnung
ˌˌSehr gute Formstabilität
ˌˌHydrolyseempfindlich gegen Heißwasser und Dampf
ˌˌSehr gute Elektroisoliereigenschaften

Werte
TECADUR
TECADUR PET TECAPET PBT GF30
(PET) (PET) (PBT GF)
Tg 81 °C 81 °C 60 °C
Dichte 1,39 g/cm 3
1,36 g/cm
3
1,46 g/cm3
E-Modul 3.300 MPa 3.100 MPa 3.400 MPa
Einsatztemperatur dauernd 110 °C 110 °C 110 °C
Einsatztemperatur kurzzeitig 170 °C 170 °C 200 °C
Untere Einsatztemperatur –20 °C –20 °C –20 °C
(zunehmende Versprödung)

24
Erkennen Zusammenfassung
ˌˌFarbe weiß, gedeckt, intensiver als POM Produkte auf Basis von PET kommen dann zum Einsatz,
ˌˌLässt sich leicht entflammen wenn Wasseraufnahme unerwünscht und Dimensionssta-
ˌˌBrennt leuchtend gelb bilität in Verbindung mit Festigkeit gefordert ist. Geringere
ˌˌRußt stark Wasseraufnahme und geringere Wärmeausdehnung als
ˌˌRiecht bei thermischer Zersetzung typisch süßlich, bei PA und POM prädestinieren PET für formstabile Präzi-
reizend sionsbauteile mit minimaler Umgebungsabhängigkeit. Bei
Einsatz im Lebensmittelbereich spielt die Beständigkeit
Produkte / Modifikationen gegen typische Reiniger eine entscheidende Rolle. PET ist
gegen verschiedene Reinigersäuren besser beständig als
TECADUR PET (PET) TECADUR PBT GF30 (PBT GF)
Basistype unverstärkt Glasfaserverstärkt, POM und PA, verträgt aber umgekehrt basische Reiniger
für Anforderungen an hohe (Natronlauge) nicht gut.
TECAPET (PET) Festigkeit, Steifigkeit
Für bessere Zerspanung und Präzision Der Werkstoff TECAPET ist eine spezielle Modifizierung
modifiziert mit verbesserter Zähigkeit, verbessertem Gleitreibungs­
TECAPET TF (PET TF)
verhalten bei etwas reduzierter Festigkeit und vor allem
TECAPET schwarz (PET) Mit PTFE-Zusatz als
Für den Außeneinsatz Gleitreibungstype eingestellt mit besserer Zerspanbarkeit.
mit UV-Schutz verbessert TECAPET schwarz ist die schwarz eingefärbte Version, mit
verbessertem UV-Schutz für Außenanwendungen.
Anwendungsbeispiele TECAPET TF ist eine verbesserte Gleitreibvariante mit
Gleitteile wie Lagerbuchsen, Rollen, Gleitleisten, sehr gute polymerem Festschmierstoffzusatz.
Eignung für Schnappeffektmontagen, Elektroisolierteile, TECADUR PBT GF30 ist die glasfaserverstärkte Modifika-
Bauteile mit Kaltwasserkontakt, diverse Vorrichtungsteile tion auf Basis des verwandten, aber deutlich zäheren PBT
mit Gleiteffekt, kratzfeste hochglänzende Sichtteile, tech- für hohe Festigkeitsanforderungen, hohe Steifigkeit, ge­
nischer Kunststoff für universelle Anwendungen, Bauteile ringe Wasseraufnahme, geringe Wärmeausdehnung und
für lebensmitteltechnische Anlagen. damit besonders für Strukturbauteile mit hoher Präzision
in Elektrotechnik, Feinmechanik und im Maschinenbau
geeignet. Das ohnehin steife PET könnte mit Glasfasern
wegen der dann sehr hohen Sprödigkeit nicht mehr ohne
Schaden verarbeitet werden.

25
100

80

60

40

• Spannung [MPa]
20

CH 3 O
0 O O O
C O C O
n
0 O 20 C 40 O 60 C 80 C 100
CH 3 n
• Dehnung [%]
TECANAT
TECANAT  GF 30
PC
Strukturformel PC  TECANAT  PEKEKK TECANAT GF30

TECANAT
H

C
H

C
O
S O
n n

H H O

PE PES
PC (DIN-Bezeichnung) ˌˌNeigung zur Spannungsrissbildung
Polycarbonat (PC) wird durch die Umsetzung von Bisphe- ˌˌKerbempfindlich
nol A mit Phosgen hergestellt und gehört zur Gruppe der ˌˌUngeeignet für hohe mechanische Belastungen
linearen thermoplastischen Polyester. Aufgrund des gerin- ˌˌHydrolyseempfindlich (gegen dauerhaft heißes Wasser
gen Kristallisationsgrades zeigt PC eine hohe Transparenz. und vor allem gegen Heißdampf)
Der Kunststoff zeichnet sich durch hohe Festigkeit, Steifig- ˌˌNiedriger dielektrischer Verlustfaktor
keit und Härte sowie sehr gute Schlagzähigkeit aus. Im ˌˌGutes elektrisches
O O Isolationsvermögen
H H
O
Gegensatz
O
zur
O
geringen
C
chemischen Beständigkeit sind ˌˌSehr gute Witterungsbeständigkeit
C C O C C O
n
n
H H
Polycarbonate sehr widerstandsfähig gegen äußere Ein-
flüsse wie Witterung oder UV-Strahlung. Werte
PEEK PET
TECANAT TECANAT GF30
(PC) (PC GF)
Eigenschaften
T g 149 °C 147 °C
ˌˌAmorph
Dichte 1,19 g/cm 3
1,42 g/cm3
ˌˌSehr hohe Transparenz
E-Modul 2.200 MPa 4.400 MPa
ˌˌNiedrige
O
Dichte O O O O O
CH 3 Einsatztemperatur dauernd 120 °C 120 °C
ˌˌGuteC Temperaturbeständigkeit CH 2 C C C C C
O C O Einsatztemperatur kurzzeitig 140 °C 140 °C
ˌˌSehr
N gute Zähigkeit N -R N N -R N N
CH 3 UnterenEinsatztemperatur –60 °C n –40 °C m

ˌˌSehrC hohe Schlagzähigkeit, auch bei niedrigen CH 2 C


(zunehmende Versprödung) C C C

Temperaturen
O O O O O

ˌˌGute Festigkeit und Härte Erkennen


PEI PI
ˌˌSehr gute Kriechfestigkeit ˌˌFarblos
ˌˌBeibehaltung der Steifigkeit in einem weiten ˌˌHoch transparent
Temperaturbereich ˌˌLässt sich leicht entflammen
ˌˌSehr hohe Maßhaltigkeit ˌˌBrennt leuchtend gelb, rußt stark
ˌˌGeringe Wasseraufnahme ˌˌRiecht süßlich, reizend
H H
ˌˌModerate Chemikalienbeständigkeit, ˌˌDichte > 1 g/cm³, schwebt in Salzlösung
C C
empfindlich gegen Lösungsmittel und Laugen ˌˌWird durch Lösemittel
n
schnell angegriffen,
O CH 2 H
Trübung auf der Oberfläche
O C CH
n H 3C CH 3

PEK PMP

26
Produkte / Modifikationen Zusammenfassung
Polycarbonat weist im Vergleich zu den anderen Konstruk-
TECANAT (PC) TECANAT MT (PC)
Unverstärkte Basistype Spezialtype natur für die tionskunststoffen eine sehr gute Schlagzähigkeit und
Medizintechnik, biokompatibel Kälteschlagzähigkeit sowie eine außergewöhnliche Trans-
TECANAT GF30 (PC GF)
Glasfaserverstärkt für hohe parenz auf. Aufgrund der hohen Härte ist PC wenig kratz-
Festigkeit und Steifigkeit, anfällig und behält dadurch in der Anwendung lange seine
Maßstabilität
Transparenz bei. Hierdurch hebt es sich von den anderen
Werkstoffen ab und findet in einer Vielzahl von Bereichen
Anwendungsbeispiele Anwendung.
Bereiche, in denen es auf hohe Transparenz und gute Die glasfaserverstärkte Type TECANAT GF30 eignet sich
mechanische Eigenschaften wie Schlagzähigkeit, Festig- durch ihre erhöhte Festigkeit und Zähigkeit vor allem für
keit und Dimensionsstabilität ankommt, z. B. Elektro- und Elektroisolierteile sowie Bau- und Gehäuseteile mit hohen
Apparateteile, CDs und DVDs. Brillengläser und optische Anforderungen an die Dimensionsstabilität, Festigkeit und
Linsen, Leuchtenabdeckungen, Schaugläser in der Lebens- Schlagzähigkeit. Faserverstärktes PC weist im Gegensatz
mitteltechnik oder Mineralölverarbeitung. Außerdem zur unmodifizierten Type keine Transparenz auf, sondern
Streuscheiben von Autoscheinwerfern, Flugzeugfenster, ist gräulich opak.
Schutzscheiben, einbruchhemmende Verglasungen, Un- Die Spezialtype TECANAT MT ist für Einmalanwendungen
terwassergehäuse für Kameras, Verglasungen für Winter- in der Medizinbranche geeignet. Das hochtransparente
gärten und Gewächshäuser, Solarpanels, Abdeckungen, Material hat jedoch eine äußerst geringe Heißdampfbe-
Verpackungen, Kofferhüllen, Schutzhelme und Visiere. ständigkeit – bereits wenige Sterilisations- und Reinigungs-
Darüber hinaus als Gehäusematerial geeignet für Kame- zyklen haben erhebliche Einflüsse auf das Material (Span-
ras, Handys, Laptopmodelle und andere Gehäuse sowie nungsrissbildung, Vergilbung, Versprödung).
langlebige Ausweisdokumente.
Spezielle PC-Typen sind Ausgangsmaterial für eine Viel-
zahl medizinischer Einmalprodukte.

27
F F
80
C C
n

F F

60
PTFE
F F

C C
n
40
F F

PTFE
Strukturformel PTFE

• Spannung [MPa]
20

H F
0
C C
n 0 5 10 15 20
H F • Dehnung [%]
TECAFLON PVDF (?)

PVDF
Strukturformel PVDF   TECAFLON PVDF
H F

C C
n

H F

PVDF

TECAFLON

PVDF, PTFE (DIN-Bezeichnung) Eigenschaften: PTFE


Polyvinylidenfluorid (PVDF) und Polytetrafluorethylen ˌˌSehr hohe Kristallinität
(PTFE) gehören zur Gruppe der chemisch hoch beständi- ˌˌHöchste Dichte aller Polymere
gen Fluorthermoplaste. Das chemisch höchst beständige ˌˌSehr zäh, bis in tiefe Temperaturen
PTFE lässt sich wegen des hohen Molekulargewichts nicht ˌˌGeringe Festigkeit und Härte
schmelztechnisch, sondern nur durch Pressen und Sintern ˌˌWenig stabil gegen Kriechen
zu Halbzeugen verarbeiten. PVDF kann durch Extrudieren ˌˌAußerordentlich gute Chemikalienbeständigkeit,
umgeformt werden. auch gegen oxydierende Säuren
ˌˌHydrolysebeständig
Eigenschaften: PVDF ˌˌKeine Spannungsrissbildung
ˌˌHohe Dichte ˌˌSehr geringe Wasseraufnahme
ˌˌFest und zäh ˌˌHohe Temperaturbeständigkeit, aber geringe
ˌˌGeringe Kältezähigkeit Formbeständigkeit unter Temperatur
ˌˌSehr gute Chemikalienbeständigkeit ˌˌAntiadhäsive Eigenschaften, sehr gutes Gleitverhalten,
ˌˌHydrolysebeständig kein Stick-Slip-Verhalten
ˌˌSehr geringe Wasseraufnahme ˌˌHohe Beständigkeit gegen UV-Strahlung
ˌˌHohe Wärmeausdehnung ˌˌSehr empfindlich gegen energiereiche Strahlung
ˌˌHoher dielektrischer Verlustfaktor, polar, (Gamma und Röntgen)
nicht für Hochfrequenzanwendungen geeignet ˌˌNicht klebbar mit herkömmlichen Mitteln
ˌˌHohe Beständigkeit gegen UV-Strahlung ˌˌHohe Wärmeausdehnung
ˌˌPVDF ist deutlich widerstandsfähiger gegen ˌˌSehr geringer dielektrischer Verlustfaktor
energiereiche Strahlung als alle anderen ˌˌSehr gute elektrische Isoliereigenschaften
Fluorthermoplaste (RAM-extrudierte Produkte haben wegen geringerer
ˌˌInhärent flammwidrig, selbstverlöschend Gefügedichtheit u. U. geringere Durchschlagsfestigkeit
ˌˌStark toxische Gasentwicklung im Brandfall unter Hochspannung )
ˌˌInhärent flammwidrig, selbstverlöschend
ˌˌBrandgase sind fluorhaltig, stark toxisch

28
Werte Anwendungsbeispiele
TECAFLON PVDF TECAFLON PTFE PTFE ist der am weitesten verbreitete und wichtigste Fluor-
(PVDF) (PTFE)
kunststoff mit den umfangreichsten Anwendungsgebieten:
T g –40 °C –20 °C
Chemischer Anlagenbau, Lebensmittel- und Pharmatech-
Dichte 1,78 g/cm3 2,15 g/cm3
nologie. Gleitanwendungen unter hoher chemischer Belas-
E-Modul 2.200 MPa 700 MPa
tung werden vorzugsweise mit PTFE realisiert.
Einsatztemperatur dauernd 150 °C 260 °C
PVDF ist prädestiniert für den chemischen Anlagenbau mit
Einsatztemperatur kurzzeitig 150 °C 260 °C
höheren mechanischen Belastungen bei erhöhten Tempe-
Untere Einsatztemperatur –30 °C –200 °C
(Ausnahmen raturen, Ventile, Filterplatten, Armaturen, Rohrleitungen,
bis zu –270 °C) Spezialtypen für Reinstwasseranlagen.

Erkennen: PVDF Zusammenfassung


ˌˌFarbe opak / milchig-weiß Bei der Dimensionsbestimmung von PTFE-Teilen muss
ˌˌLässt sich schwer entflammen auf die extreme Erhöhung des Wärmeausdehnungskoef­
ˌˌBrennt leuchtend gelb fizienten durch Gefügeumwandlung im Bereich von etwa
ˌˌErlischt nach Entfernen der Flamme 18 °C bis 20 °C geachtet werden. Die Maße sollten im Be-
ˌˌRiecht reizend reich um ca. 23 °C definiert werden.
ˌˌHohe Dichte (subjektiv feststellbar) PVDF hat eine höhere Festigkeit, bei 150 °C noch etwa
ˌˌKann mit Fingernagel kaum geritzt werden ebenso hohe Festigkeitswerte wie PTFE bei Raumtempera-
tur. PVDF hat eine geringere chemische Beständigkeit als
Erkennen: PTFE PTFE.
ˌˌStrahlend weiß, gedeckt Die Verstärkung von PVDF und PTFE mit Glasfasern ist
ˌˌLässt sich nicht entflammen wegen möglicher thermischer Abbaureaktionen mit Gas-
ˌˌBrennt nicht freisetzung und Verpuffung nur unter besonderen Vor-
ˌˌReizender Geruch sichtsmaßnahmen und Verwendung ausgewählter Addi­
ˌˌHohe Dichte (subjektiv feststellbar) tive zu empfehlen.
ˌˌWeich, leicht verformbar, mit Fingernagel leicht ritzbar

Produkte / Modifikationen

TECAFLON PVDF (PVDF) TECAFLON PTFE (PTFE)


Unverstärkte Basistype Unverstärkte Basistype

TECAFLON PVDF ELS


(PVDF, Leitruß)
Elektrisch leitfähig

29
O O H H H
O 160
C C O C C O C
n
O O C
n
H H H

PEEK PET120 PP

80

• Spannung [MPa]
O 40 O O O O O
CH 3
C CH 2 C C C C C
O C O
N N -R N N -R N N
n n m
CH 3 0
C CH 2 C C C C
0 10 20 30 40
O O
• Dehnung [%] O O O
TECAPEI

PEI Strukturformel PEI PI  TECAPEI PPO

H H

TECAPEI
O
C

CH 2 H
C
n

O C CH
n H 3C CH 3

PEK PMP PPS


PEI (DIN-Bezeichnung) Eigenschaften
Polyetherimid (PEI) ist ein amorpher, thermoplastischer ˌˌAmorph
Kunststoff mit hoher mechanischer Festigkeit und Steifig- ˌˌTransparent bei dünnen Wandstärken
keit. Aufgrund seiner Eigenschaften ist PEI den Polyaryl- und polierter Oberfläche
sulfonen (PSU, PPSU) sehr nahe, gehört aber der Gruppe ˌˌNiedrige Dichte
der thermoplastischen Polyimide an. Der Werkstoff zeigt ˌˌHohe Festigkeit, Härte und Steifigkeit
über einen weiten Temperaturbereich eine bemerkenswert ˌˌGute Zähigkeit
hohe Kriechfestigkeit. Zudem weist PEI eine hohe Dauer­ ˌˌHohe Temperaturbeständigkeit
gebrauchstemperatur auf. Die jeweils sehr gute Hydrolyse- ˌˌSehr gute Chemikalienbeständigkeit
beständigkeit und Dimensionsstabilität runden das Eigen- ˌˌSehr geringe Wasseraufnahme
schaftsprofil ab. PEI ist aufgrund seiner amorphen ˌˌGeringe Wärmeausdehnung
Molekülstruktur transparent und hat einem goldgelben ˌˌDimensionsstabil
Farbton. ˌˌVorsicht bei starken Lösungsmitteln,
Spannungsrissbildung möglich
ˌˌHeißdampf- und hydrolysebeständig
ˌˌNiedriger dielektrischer Verlustfaktor,
Eignung für Hochfrequenzanwendung
ˌˌDurchlässig für Mikrowellen und beständig dagegen
ˌˌSehr gute elektrische Isoliereigenschaften
ˌˌInhärent flammwidrig, selbstverlöschend
ˌˌHoher Sauerstoffgrenzindex
ˌˌSehr geringe Energiefreisetzung und
geringer Anteil toxischer Gase im Brandfall
ˌˌGut zerspanbar

30
Werte Anwendungsbeispiele
TECAPEI (PEI) Lebensmittel- und Pharmaanlagen, Chemie- und Labor-
Tg 216 °C ausrüstungen, Steckerbauteile, Lampenfassungen, Lötrah-
Dichte 1,28 g/cm3 men, Spezialtype für Luft- und Raumfahrt, Elektrotechnik,
E-Modul 3.200 MPa für Hochfrequenztechnik-Antennenträger, Spulenkörper,
Einsatztemperatur dauernd 170 °C Mikrowellenausrüstungen, Mikroelektronik, Testadapter
Einsatztemperatur kurzzeitig 200 °C
Untere Einsatztemperatur –50 °C Zusammenfassung
(zunehmende Versprödung)
Die amorphen Hochtemperaturkunststoffe PEI, PPSU,
PES und PSU haben im Allgemeinen sehr ähnliche Eigen-
Erkennen schaftsbilder; sie unterscheiden sich hauptsächlich durch
ˌˌFarbe transluzent, bernsteinfarbig die thermischen Werte der Gebrauchstemperaturen und
ˌˌBrennt leuchtend gelb die Glasübergangstemperatur. Dabei hat PEI aber deutlich
ˌˌErlischt langsam nach Entfernen der Flamme höhere mechanische Kennwerte in Bezug auf Festigkeit,
ˌˌLöslich in Methylenchlorid Steifigkeit und Härte als die Polysulfone. Zusätzlich hat
PEI die geringste Wärmeentwicklungsrate im Brandfall,
Produkte / Modifikationen ein für die Luft- und Raumfahrt sehr wichtiges Kriterium.
Mit seinen Spezial­typen ist PEI für diese Branchen ein un-
TECAPEI (PEI) TECAPEI MT (PEI)
Unverstärkte Basistype, Eignung Spezialtype für die Medizintechnik entbehrlicher Hochtemperaturkunststoff.
für den Lebensmittelkontakt mit Biokompatibilität

TECAPEI GF30 (PEI GF)


Verarbeitung zu Sonderprodukten,
glasfaserverstärkt für sehr hohe
Festigkeit, Metallersatz

31
H H H
CH O
O3 O O 100
C O S O C O C C O
l m n
O C O C C n
n
CH 3 O H H H
80
PEKEKK
PSU
Strukturformel PSU POM-C
60
O O
O S S
n
40
O O

• Spannung [MPa]
PPSU
Strukturformel PPSU 20

F F O H
0
C C S O C O
n n 0 20
n 40 60 80
F F O H
• Dehnung [%]
TECASON S
TECASON
S  P MT sw
PES
Strukturformel PES
PTFE   TECASON POM-H   TECASON P MT schwarz

H H

C C
n

PS

TECASON S, P, E
OH

CC
F

C
O
C O
H

C
H
C O
H

C
H

C
n
n n

H H H CH 3
H F

PET
PVDF PP
PSU, PPSU, PES (DIN-Bezeichnung) Eigenschaften
Polyarylsulfone CH 3
(PSU, PPSU, OPES) sind eine Familie von ˌˌAmorph
thermoplastischen,C O amorphen S und polaren
O
n
Polymeren. ˌˌTransparent bei dünnen Wandstärken und
CH 3 O
Aufgrund ihrer amorphen Molekülstruktur sind Polyaryl- polierter Oberfläche
sulfone lichtdurchlässig
PSU O O undOweisen eine gelblich-bräunli-
O O ˌˌNiedrige Dichte
che (bernsteinfarbene)
C C Transparenz
C auf. AuchC bei höheren
C ˌˌHohe Festigkeit,
CH 3 Härte und Steifigkeit
N
n
Temperaturen
-R N zeigen diese Materialien
N
n
-R eine
N hohe Festig-N m
ˌ ˌ Gute Zähigkeit
O
keit und Stabilität. ˌˌHohe Temperaturbeständigkeit
n
C C C C

O O O O CH 3
Polyphenylsulfon (PPSU) vereint eine hohe Schmelztem- ˌˌGute Chemikalienbeständigkeit
peratur mit einer recht geringen Wasseraufnahme. Zudem
PI ˌˌSehr geringe Wasseraufnahme
PPO > PPE?
hat dieses Polymer eine bessere Schlagzähigkeit und ˌˌGute Dimensionsstabilität
­chemische
F F Beständigkeit als PSU und PES aus der Gruppe ˌˌVorsicht bei starken Lösungsmitteln,
derC Polysulfone.
C
n
Neben diesen Eigenschaften zeigt PPSU Spannungsrissbildung möglich
im Vergleich zu den weiteren Vertretern dieser Kunststoff-
F F ˌˌHeißdampf- und hydrolysebeständig
klasse eine deutlich bessere Heißdampfsterilisierbarkeit ˌˌNiedriger dielektrischer Verlustfaktor
PTFEH H
und Beständigkeit gegen Reinigungs- und Desinfektions- ˌˌDurchlässig und sehr gut beständig gegenüber
C C
mittel. n Mikrowellen, gut für Hochfrequenzanwendungen
CH 2 H
Zu den CH
hervorstechenden Eigenschaften von Polysulfon ˌˌSehr gute elektrische Isoliereigenschaften
S
H 3C CH 3
(PSU) gehört neben der hohen Dauergebrauchstemperatur ˌˌInhärent flammwidrig, selbstverlöschend
n

eine bemerkenswert hohe Kriechfestigkeit über einen wei- ˌˌGut zerspanbar


PMP PPS
ten Temperaturbereich. Die hohe Dimensionsstabilität
undH F
sehr gute Hydrolysebeständigkeit runden das Bild ab.
DieC Eigenschaften
C von Polyethersulfon (PES) ähneln de-
n

nen von PSU. PES weist eine hohe mechanische Festigkeit


H F

und Steifigkeit bei einer relativ geringen Kerbempfindlich-


PVDF
keit auf. Zudem zeigt PES eine gute chemische Beständig-
keit und Hydrolysebeständigkeit. Im Vergleich zu PSU ver-
fügt PES über eine bessere chemische Beständigkeit und
eine höhere Schlagzähigkeit.

32
Werte Anwendungsbeispiele
TECASON P TECASON S PPSU vorzugsweise in der Medizintechnik für die Gelenk-
(PPSU) (PSU)
prothetik als Anpassungsmodelle, Gerätehandgriffe, Steri-
T g 218 °C 188 °C
lisier- und Lagercontainer, Lebensmittel- und Pharma­
Dichte 1,31 g/cm³ 1,24 g/cm³
(kann farbbedingt anlagen.
abweichen)
PSU für Chemie- und Laborausrüstungen, Steckerbauteile,
E-Modul 2.300 MPa 2.700 MPa
Lampenfassungen, Elektrotechnik, für Hochfrequenztech-
Einsatztemperatur dauernd 170 °C 160 °C
nik-Antennenträger, Spulenkörper, Mikrowellenausrüs-
Einsatztemperatur kurzzeitig 190 °C 180 °C
tungen, Mikroelektronik, Testadapter.
Untere Einsatztemperatur –50 °C –50 °C
(Ausnahmen
PES GF bevorzugt im Spritzguss für hochfeste, steife und
bis zu –100 °C) präzise Elektroteile mit Flammschutz.

Erkennen Zusammenfassung
ˌˌFarbe transluzent, bernsteinfarbig, PES ist durch die Produktweiterentwicklung des PPSU
mit steigender Glasübergangstemperatur in den Hintergrund gedrängt worden und heute nur bei
dunkler werdend bei PPSU speziellen Produkten von Bedeutung. Die typischen Eigen-
ˌˌSchwer entflammbar schaftsprofile der drei amorphen Polysulfon-Kunststoffe
ˌˌBrennt leuchtend gelb, rußende Flamme (PSU, PPS, PES) sind sehr ähnlich. Unterschiede bestehen
ˌˌErlischt langsam nach Entfernen der Flamme vor allem in den Glasübergangstemperaturen und Ge-
ˌˌStechender Geruch brauchstemperaturbereichen. Die Festigkeitswerte, Zähig-
ˌˌLöslich in Methylenchlorid keit und chemischen Beständigkeiten weichen nur im
Detail voneinander ab. Auch im Vergleich mit PEI gibt es
Produkte / Modifikationen Überschneidungen, jedoch bietet dieses deutlich höhere
mechanische Kennwerte (Festigkeit, Steifigkeit und Härte)
TECASON P MT farbig (PPSU) TECASON S (PSU)
Spezialtype in diversen Farbtönen Unverstärkte Basistype, sowie eine herausragende sicherheitsrelevante Eignung
für die Medizintechnik, geprüfte kompatibel für den Lebensmittel- für die Luftfahrt.
Biokompatibilität, Eignung für den kontakt
Lebensmittelkontakt
PES verhält sich – bedingt durch die relativ hohe Wasser-
TECASON E GF30 (PES GF) aufnahme – beim Heißdampfsterilisieren mit Vakuum-
TECASON P VF (PPSU) PES GF Sonderproduktion, phase häufig problematisch (Rissbildung).
Unverstärkte Basistype, vorzugsweise für den Spritzguss,
für Tiefziehprodukte kalandriert, glasfaserverstärkt für hohe PPSU ist neben PEEK ein sehr wichtiger Kunststoff für die
transparent und gedeckt Festigkeit, Elektrobauteile, Medizintechnik, u. a. in den Geräten der bildgebenden
eingefärbt flammgeschützt
Diagnostik, OP-Ausstattung und Orthopädietechnik für
TECASON P MT XRO farbig (PPSU) Gelenkprothetik.
Spezialtype für die Medizintechnik,
biokompatibel, röntgenopak

33
CH 3
N F F
m
O 100
n
C C
n
CH 3 F F
80
PPO > PPE? PTFE
60

40

• Spannung [MPa]
20

H F
0
C C
S 0 5n 10 15 20
n
• Dehnung [%]F
H
TECATRON GF 40
TECATRON PVX
PPS
Strukturformel PPS   TECATRON PVDF
GF40    TECATRON PVX

TECATRON

PPS (DIN-Bezeichnung) Eigenschaften


Polyphenylensulfid (PPS) ist ein teilkristalliner, thermo- ˌˌHohe Kristallinität
plastischer Kunststoff. Durch die chemische Struktur ist ˌˌHohe Dichte
PPS ein sehr widerstandsfähiges Polymer mit sehr hoher ˌˌHohe Festigkeit, Steifigkeit und Härte
Festigkeit und Härte auch in hohen Temperaturbereichen. ˌˌHohe Temperaturbeständigkeit
Neben einer geringen Wasseraufnahme verfügt es auch ˌˌSehr gute Chemikalienbeständigkeit,
über eine gute Dimensionsstabilität und zeigt hervorragen- auch bei erhöhten Temperaturen
de elektrische Eigenschaften. Zudem ist PPS auch bei er- ˌˌHerausragende Lösungsmittelbeständigkeit
höhten Temperaturen chemisch sehr beständig. Im ˌˌHydrolysebeständig, nicht spannungsrissempfindlich
Halbzeug­bereich ist PPS fast ausschließlich in faserver- ˌˌSehr geringe Wasseraufnahme
stärkter Form am Markt verfügbar. ˌˌGeringe Wärmeausdehnung
ˌˌIn faserverstärkter Version sehr maß- und formstabil
ˌˌHohe Strahlenbeständigkeit gegen Gamma-
und Röntgenstrahlung
ˌˌSehr gute elektrische Isolationseigenschaften
ˌˌGeringe Fremdionenanteile bei Spezialtypen
ˌˌInhärent flammwidrig, selbstverlöschend

Werte
TECATRON TECATRON GF40
(PPS) (PPS GF)
T g 97 °C 93 °C
Dichte 1,36 g/cm 3
1,63 g/cm3
E-Modul 4.100 MPa 6.500 MPa
Einsatztemperatur dauernd 230 °C 230 °C
Einsatztemperatur kurzzeitig 260 °C 260 °C
Untere Einsatztemperatur –20 °C –20 °C
(zunehmende Versprödung)

34
Erkennen Anwendungsbeispiele
ˌˌFarbe beige / natur, zeigt unter UV-Einwirkung Strukturbauteile für chemische Umgebung, Ventile, Filter-
schnell braune, abgegrenzte Schattierungen gehäuse, Pumpen- und Armaturenbauteile, Pumpenlauf-
ˌˌLässt sich schwer entflammen räder, Gleitbauteile unter Temperatur- und Chemikalien-
ˌˌRiecht schwefelig, nach faulen Eiern sowie Heißwassereinfluss, Walzenlagerungen für Durch-
ˌˌErlischt nach Entfernen der Flamme lauftrockner, Elektrobauteile, Stecker, Gehäuse, Spulenkör-
ˌˌHarter, heller Klang beim Aufprall per, Lampengehäuse, unverstärkte Spezialtype mit hoher
Fremdionenreinheit für die Halbleiterproduktion
Produkte / Modifikationen
Zusammenfassung
TECATRON (PPS) TECATRON PVX (PPS CS CF TF)
Basistype, nur für Sonder- Gleitmodifizierte Spezialtype Der Einsatz von TECATRON-Werkstoffen ist häufig ein ge-
anwendungen für Gleitanforderungen unter eigneter Kompromiss, wenn die Leistungsparameter von
hohen Temperaturen, Lasten
TECATRON GF40 (PPS GF) und Chemikalien- oder Dampf­ PA 66 GF30 den Rand des Leistungsvermögens erreichen
Glasfaserverstärkt für sehr hohe einwirkung und die Umsetzung mit PEEK-Werkstoffen das Kosten­limit
Festigkeit und Steifigkeit
treibt. So wird in der Automobilindustrie hauptsächlich bei
TECATRON GF40 schwarz Anwendungen im Motorraum häufig PPS eingesetzt, wenn
(PPS GF) PA 66 GF30 keine ausreichenden Eigenschaften mehr bie-
Glasfaserverstärkt, schwarz
eingefärbt, verbesserter UV-Schutz tet. Die hohe Lösungsmittelbeständigkeit im oberen Tem-
für Außenanwendungen und peraturbereich gehört neben der hohen Werkstofffestigkeit
farbstabile Produkte
und Dimensionsstabilität zu den herausragenden Merk­
malen von PPS.

35
PEI PI

O O H H
O 160
C C O C C O
n
O O C
n
H H

120
PEEK
Strukturformel PEEK PET H H

C C
n

O 80
CH 2 H

O C CH
n H 3C CH 3

• Spannung [MPa]
40
PEK O
Strukturformel PEK
CH 3 PMP O O O O O

C CH 2 C C C C C
O C O
N N -R HN H H N -R N N
O O CH 3 O 0 n n m
C OC C C O C C
O
C
C O C C
CH 2 0 5l 10m n 15C 20
n
O • DehnungH[%] O H H O O O
TECAPEEK ST sw
TECAPEEK
PEKEKK
Strukturformel PEKEKK
PEI   POM-C
TECAPEEK
PI ST schwarz 
TECAPEEK HT sw
 TECAPEEK    TECAPEEK HT schwarz

H H

TECAPEEK O
S
O
O
H

C
C

CH 2 H
O
C
n

n n
O C CH
O n H 3 CH CH 3

PES
PEK POM-H
PMP
PAEK (DIN-Bezeichnung) ˌˌGute Reib- und Gleiteigenschaften, hohe
Die Gruppe der Polyaryletherketone (PAEK) umfasst im Abriebfestigkeit
Wesentlichen PEEK, PEK, PEKEKK und PEKK. Der Mole- ˌˌSehr gute Chemikalienbeständigkeit gegen
külaufbau der Mitglieder diese Polymergruppe unterschei- viele technische Medien
det sich durch die jeweilige Anzahl der zueinander grup- ˌˌHydrolysebeständigkeit, keine Neigung zur
pierten Ether- und Ketongruppen. Daraus resultieren mit Spannungsrissbildung
zunehmenden
O O Ketongruppen
H H die wesentlichen Unter- ˌˌHohe Temperaturbeständigkeit
H H

C
schiede mit ansteigenden
C C O C C O
n Glasübergangs- und Schmelz- C
ˌˌAußergewöhnlich hohe Strahlenresistenz n

H H H CH 3
temperaturen. Die schmelztechnische Verarbeitbarkeit gegen Gamma- und Röntgenstrahlung
wird damit zunehmend schwieriger und durch das auch
PET ˌˌSehr geringe
PP
Wasseraufnahme
für größere Halbzeugabmessungen bevorzugte presstech- ˌˌGeringe Wärmeausdehnung
nische Verfahren ersetzt. ˌˌGute Dimensionsstabilität
Typisch für diese zu den sogenannten thermoplastischen ˌˌInhärent flammwidrig, selbstverlöschend
Hochtemperaturkunststoffen gehörende Gruppe ist, dass ˌˌMinimale Fremdionenanteile
das Eigenschaftsprofil
O O
auch Oim erhöhten Temperaturbe-
O O
ˌˌSehr geringe Ausgasungsraten im Hochvakuum
reich über
C 100 °C Chinaus weitgehend
C erhalten
C bleibt; Cdie ˌˌGeringe undCHwenig
3
toxische Gasentwicklung
N meisten
-R N Kennwerte verändern sich N nur-R moderat.
N Der wich-N im Brandfall
n n m
O
tigste und technisch am umfangreichsten genutzte Werk-
C C C C n

CH 3
stoff ist das Polyetheretherketon PEEK. Die Werkstoffe der
O O O O Werte
Polyaryletherketongruppe sind durch ein ungewöhnlich TECAPEEK TECAPEEK HT TECAPEEK ST
PI PPO > PPE? (PEEK) (PEK) (PEKEKK)
komplexes Eigenschaftsprofil mit vielen herausragenden
T g 150 °C 160 °C 165 °C
Einzeleigenschaften gekennzeichnet.
Dichte 1,31 g/cm³ 1,31 g/cm³ 1,32 g/cm³
E-Modul 4.200 MPa 4.600 MPa 4.600 MPa
Eigenschaften
Einsatztemperatur dauernd 260 °C 260 °C 260 °C
ˌˌTeilkristallin
H H Einsatztemperatur kurzzeitig 300 °C 300 °C 300 °C
ˌˌNiedrige Dichte
C C Untere Einsatztemperatur –40 °C –40 °C –40 °C
ˌˌGute Zähigkeit
n
(Ausnahmen bis zu –100 °C,
CH 2 H
zunehmende Versprödung)
ˌˌHohe Festigkeit, Steifigkeit und Härte
CH S
ˌ3 CˌGeringe
H CH 3 Kriechneigung n

PMP PPS

36
160

120

80
• Spannung [MPa]

40

0
0 5 10 15 20
• Dehnung [%]
TECAPEEK PVX
  TECAPEEK
TECAPEEK PVX GF 30   TECAPEEK GF30    TECAPEEK CF30
TECAPEEK CF 30

Erkennen: PEEK natur Anwendungsbeispiele


ˌˌFarbe beige, charakteristisch Die Polyaryletherketone stellen eine hoch leistungsfähige
ˌˌLässt sich schwer entflammen Polymergruppe dar mit jeweils einem Bündel an außerge-
ˌˌErlischt nach Entfernen der Flamme wöhnlichen Eigenschaften und Verhaltensweisen und sind
ˌˌRußt nur schwach damit eine sehr wichtige Werkstoffquelle für die moderne
ˌˌSehr hart und steif Technik und Wirtschaft. TECAPEEK (PEEK) spielt dabei
ˌˌDichte deutlich > 1 g/cm³, sinkt in Wasser eine herausragende Rolle.
Gleitbauteile, Führungsrollen, Kettenführungen in Öfen,
Produkte / Modifikationen Auskleidungen von Tanks, Thermoformteile, diverse Bau-
teile für Lebensmittel-, Trinkwasser- Medizin-, Pharma-
TECAPEEK (PEEK) TECAPEEK CLASSIX weiß (PEEK)
Unverstärkte Basistype Sondertype für die Medizintechnik, und Biotechnologieeinsatz, verpackungstechnische Anla-
für 30 Tage Gewebekontakt gen, Halbleitertechnik und Mikroelektronik, Nuklear- und
TECAPEEK schwarz (PEEK)
geeignet, biokompatibel
Verbesserter UV-Schutz Röntgentechnik, Gas- und Ölexploration und -förderung,
für Außeneinsatz TECAPEEK MT (PEEK)
Naturversion für die Medizin-
Luft- und Raumfahrt, Getriebe und Motorenbau
TECAPEEK leuchtrot (PEEK)
technik, biokompatibel
Signal- und Warnfarbe
für industrielle Anwendung, TECAPEEK MT farbig (PEEK) Zusammenfassung
Bedienelemente Spezialtypen in div. Farben für die Gegenüber TECAPEEK (PEEK) sind beim TECAPEEK HT
Medizintechnik, biokompatibel
TECAPEEK CF30 (PEEK CF) (PEK) und beim TECAPEEK HT (PEKEKK) die Schmelz-
Kohlefaserverstärkt für hohe TECAPEEK ID blau
Festigkeit, Steifigkeit, gleitfähig (PEEK, detektierbarer Füllstoff)
und Glasübergangstemperaturen und die Festigkeiten hö-
Modifiziert für induktive her. Tendenziell sind die chemischen Beständigkeiten bes-
TECAPEEK ELS nano (PEEK CNT)
Detektierbarkeit in Lebensmittel-  ser. Die Hydrolysebeständigkeit der Polyaryletherketone
Elektrisch leitfähig mit CNT
und Pharmaprozessen,
TECAPEEK GF30 (PEEK GF) für Lebensmittelkontakt geeignet gegen Heißdampf ist größer als bei den Hochtemperatur-
Glasfaserverstärkt für hohe
TECAPEEK TF10 (PEEK TF) kunststoffen PI und PAI. Im Vergleich zu PEI ist die Al-
Festigkeit und Steifigkeit
Mit PTFE gleitmodifiziert, kalienbeständigkeit im höheren Temperaturbereich ein
TECAPEEK PVX (PEEK CS, CF, TF) für Lebensmittelkontakt geeignet
heraus­ragendes Merkmal.
Gleitmodifiziert für hochbelastbare
TECAPEEK TS (PEEK, Mineral) Die Spezialwerkstoffe der Produktfamilie TECATEC ver­
technische Gleitanwendungen
Mit mineralischem Füllstoff,
TECAPEEK HT schwarz (PEK) hohe Festigkeit u. Steifigkeit, fügen aufgrund des Kohlefasergewebes über eine außer­
Unverstärkt, thermisch-mecha- Zähigkeit, hohe Härte und geringe gewöhnliche mechanische Festigkeit und Wärmeform­
nisch höher belastbar als PEEK Wärmeausdehnung
beständigkeit. Durch die Polymermatrix auf PAEK-Basis ist
TECAPEEK ST schwarz (PEKEKK) TECATEC PEEK CW50 (PEEK CF)
ebenfalls eine hohe Beständigkeit gegen Heißdampf und
Unverstärkt, thermisch- Verstärkt mit Kohlefasergewebe,
mechanisch höher belastbar als Festigkeitsverhalten in der Chemikalien gegeben, wodurch TECATEC ideal für den
PEK Gewebeebene ähnlich Stahl, Einsatz in der Medizintechnik geeignet ist.
biokompatibel
TECAPEEK CF30 MT (PEEK CF)
Spezialtype, kohlefaserverstärkt, TECATEC PEKK CW60 (PEKK CF)
für hohe Festigkeit, biokompatibel, Verstärkt mit Kohlefasergewebe,
schwarz Festigkeitsverhalten in der
Gewebeebene ähnlich Stahl,
biokompatibel

37
H H
160 O
N CH 2 N C CH 2 C
x y n
O O C
O O n

120
PA66 PEEK

80

• Spannung [MPa]
O O O O 40 O
CH 3
C C N R N C C C CH 2
O C O
N H H N R N N
n CH 3
0
C C C CH 2
0 5 10 15 20
O O • Dehnung [%]O
TECATOR 5013
TECATOR
5013 5031 PVX
PAI
Strukturformel PAI   TECATOR PEI   TECATOR 5031 PVX

TECATOR
O
C
O
C O
H

C
H
C
H
C
H
C O
O
n
O C
n
H H H H

PBT PEK
PAI (DIN-Bezeichnung) Eigenschaften
Polyamidimide (PAI) sind amorphe, thermoplastische ˌˌAmorph
Hochleistungspolymere, die sich durch ihre hohe ˌˌHohe Dichte
Temperatur­beständigkeit auszeichnen. Durch das hohe ˌˌGute Gleitreibeigenschaften, hohe Verschleißfestigkeit
Molekular­gewicht ist das Material nicht mehr schmelzbar, ˌˌHohe Zähigkeit
sondern wird beim Versuch thermisch zerstört. PAI gehört ˌˌSehr hohe Festigkeit und Härte
zur Gruppe der thermoplastischen Polyimide. Die Polyami- ˌˌSehr gute Chemikalienbeständigkeit
dimide sind durch ein ungewöhnliche komplexes Eigen- ˌˌHydrolyseempfindlichkeit gegen Heißwasser
schaftsprofil mit vielen herausragenden Eigenschaften ge- dauerhaft > 100 °C, Heißdampf und Basen
kennzeichnet. Hohe Zähigkeit, Steifigkeit und ˌˌRelativ hohe Wasseraufnahme beeinträchtigt
Kriechfestigkeit – gepaart mit niedriger Wärmeausdeh- Maßhaltigkeit
nung – sorgen für hohe mechanische Belastbarkeit und di- ˌˌHohe Temperaturbeständigkeit
mensionsstabile Bauteile. ˌˌHohe Strahlenbeständigkeit gegen Röntgen-
Durch Modifikation mit Grafit und PTFE erhält man hoch- und Gammastrahlung
verschleißfeste Lagerwerkstoffe mit geringem Reibwider- ˌˌInhärent flammwidrig, selbst verlöschend
stand, die auch im Trockenlauf leistungsfähig bleiben.

38
Werte Anwendungsbeispiele
TECATOR 5013 TECATOR 5031 PVX Gleitteile, Führungsrollen, Kettenführungen, Gleitlagerun-
(PAI) (PAI)
gen, Zahnräder, Thrustwasher (Axialgleitlager) im Getrie-
T g 280 °C 280 °C
bebau, Kugeln in Hydrauliksteuerungen.
Dichte 1,40 g/cm
3
1,46 g/cm3
Glasfaserverstärkte hochfeste und maßstabile Strukturen
E-Modul 3.800 MPa 5.900 MPa
in der Luft- und Raumfahrt, Laufrollen, Umlenkrollen, Pa-
Einsatztemperatur dauernd 250 °C 250 °C
pierführungen in Druckern, Kopierern, Büromaschinen.
Einsatztemperatur kurzzeitig 270 °C 270 °C
Steckerbauteile und Testsockets für Chipprüfung in der
Untere Einsatztemperatur –150 °C –150 °C
Mikroelektronik, Lampenfassungen.

Erkennen Zusammenfassung
ˌˌTypische Farbe: Außenhaut braun, innen gelbbraun Die Amidgruppen sind für die erhöhte Wasseraufnahme
ˌˌLässt sich schwer entflammen und damit auch für die sehr gute Zähigkeit verantwortlich,
ˌˌBrennt mit blauer Flamme mit gelber Spitze aber auch für die Maßänderungen und eingeschränkte
ˌˌRußt nicht oder nur schwach Hydrolysebeständigkeit.
Für den Einsatz im erhöhten Temperaturbereich ist vor-
Produkte / Modifikationen ausgehend eine Vortrocknung empfehlenswert, um hydro-
lytische Schädigung zu vermeiden. Aus Halbzeug zerspan-
TECATOR (PAI) TECATOR GF30 (PAI GF)
Basistype, zäh, elektrisch Hochfeste faserverstärkte Type te Bauteile erhalten eine Wärmebehandlung zum Abschluss
isolierend für Spritzguss der Polymerisation und damit gleichzeitig in Verbindung
TECATOR 5031 PVX (PAI CS TF) mit der Oxydation der Oberflächen durch Sauerstoff eine
Mit Grafit und PTFE erhöhte Verschleißfestigkeit der Laufflächen.
­gleitmodifiziert

39
DMA 3Pkt. Biegeprüfung 1Hz, 2K/min
O O H H H H
8000 C C
C C O C C O n
n

H H H CH 3

6000
PET PP

4000

• Speichermodul E' [MPa] log


O O O O O 2000

C C C C C CH 3
-R N N -R N N
n n m
0 O
n
C C C C
–200 -100 0 100 200 300 400 500
O O O O CH 3
• Temperatur [°C]
TECASINT 1011

PI Strukturformel PI   PPO >TECASINT


PPE?
TECASINT 1011 2011
TECASINT 3011
  TECASINT 2011   TECASINT 3011
  TECASINT 4011   TECASINT 4111
TECASINT 4011
TECASINT 4111

H H

C
TECASINT
CH 2 H
C
n

CH S
H 3C CH 3 n

PMP PPS
PI (DIN-Bezeichnung) Werte
Polyimide (PI) werden durch Polykondensation hergestellt. TECASINT TECASINT TECASINT
2011 4011 4111
Aufgrund des hohen Gehalts an ringförmigen, meist aro- (PI) (PI) (PI)
matischen Kettengliedern und hoher Molekulargewichte Tg [°C] 370 260 n.a.
sind Polymide stets unverschmelzbar. Die Verarbeitung Dichte [g/cm3] 1,38 1,41 1,46
erfolgt daher auschließlich durch Sintertechniken zu Halb- E-Modul [MPa] 3.700 4.000 7.000
zeugen oder Direct-forming Teilen. Einsatztemperatur dauernd [°C] 300 300 300
Die Werkstoffe der Polyimidgruppe sind durch ein unge- Einsatztemperatur kurzzeitig [°C] > 350 > 350 > 400
wöhnlich komplexes Eigenschaftsprofil mit vielen heraus- Untere Einsatztemperatur [°C] –270 –270 –270
ragenden Einzeleigenschaften gekennzeichnet und neh-
men damit die Spitze der Werkstoffpyramide ein.
Erkennen
Eigenschaften ˌˌLässt sich schwer entflammen, brennt nicht
ˌˌUnschmelzbares Hochtemperatur Polyimid ˌˌDichte > 1 g/cm³, sinkt in Wasser
ˌˌHohe Festigkeit, Modul und Steifigkeit, ˌˌSehr hart bis zäh-weich, je nach Type
auch im höheren Temperaturbereich ˌˌHarter bzw. dumpfer Klang beim Aufprall
ˌˌHohe Druck- und Kriechfestigkeit
ˌˌHohe Reinheit, ausgasungsarm im Vakuum
ˌˌGute Chemikalienbeständigkeit
ˌˌGute thermische und elektrische Isolationsfähigkeit
ˌˌHohe Strahlenbeständigkeit
ˌˌInhärente Flammwidrigkeit
ˌˌHohe Dichte
ˌˌHydrolyseempfindlich gegen Heißwasser > 100 °C
und Heißdampf

40
Stabilität gegen thermische Oxidation bei 300 °C und 70 psi über 300 h

1,2

1,0

0,8

0,6
• Gewichtsverlust [%]

0,4

0,2

TECASINT TECASINT TECASINT TECASINT


2021 3021 4021 4121

Produkte Modifikationen

TECASINT 1000 Beste Chemikalienbeständigkeit. Ungefüllt + 15 % Grafit


Höchster Modul. HDT bis zu 470 °C. Maximale Festigkeit und Dehnung. + 10 % PTFE
Höchste Steifigkeit und Härte. Verschiedene Typen mit hoher Höchster Modul. Niedrigste Haftreibung und
Bisherige Bezeichnung SINTIMID. Bruchdehnung und Zähigkeit Geringste thermische und niedriger Reibungskoeffizient
oder mit hohem Biegemodul elektrische Leitfähigkeit. durch PTFE- Modifikation.
TECASINT 2000 verfügbar. Hochrein. Selbstschmierend, daher gute
Sehr hoher Modul, hohe Ausgasungsarm gem. ESA Eigenschaften auch im Trockenlauf.
Steifigkeit und Härte. TECASINT 5000 Vorschrift ECSS-Q-70-20. Für Anwendungen mit niedrigen
Im Vergleich zu TECASINT 1000 Unschmelzbares Hochtemperatur- Reib- und Verschleißeigenschaften
signifikant reduzierte Feuchtig- Polyamidimid (PAI). + 30 % Glasfasern bei mittleren Temperaturen und
keitsaufnahme. Sehr gute Dimensionsstabilität Verringerte Wärmeausdehnung. Belastungen (< 200 °C).
Höhere Zähigkeit und bessere und Belastbarkeit bis 300 °C. Hoch thermischmechanisch
Zerspanbarkeit. belastbar. + 15 % MoS2
Gut für Direktformungs- TECASINT 8000 Gute elektrische Isolation. Beste Reib- und Verschleiß­
Bauteile geeignet. Matrix aus PTFE verstärkt mit eigenschaften im Vakuum.
PI-Pulver. + 15 % Grafit Einsatz in der Raumfahrt,
TECASINT 4000 Vermindertes Kriechen unter Last. Verbesserte Verschleißfestigkeit im Vakuum oder inerten Gasen
Im Vergleich mit den anderen Hervorragende Gleit- und und Wärmealterung. (techn. trocken).
TECASINT-Werkstoffen zeichnet Reibeigenschaften. Selbstschmierend, für geschmierte Ausgasungsarm gem. ESA
sich TECASINT 4000 durch Ideal geeignet für weiche und trockene Anwendungen. Vorschrift ECSS-Q-70-20.
folgende Eigenschaften aus: Gegenlaufpartner (Edelstahl,
Geringste Wasseraufnahme. Alu, Messing, Bronze). +  40 % Grafit SD
Höchste oxidative Stabilität. Höchste Chemiekalienbeständig- Reduzierte Wärmeausdehnung. Statisch ableitend / Antistatisch,
Niedrige Reibwerte. keit und einfache Zerspanbarkeit. Höchste Kriechfestigkeit und dauerhaft migrationsfrei.
Beständigkeit gegen Wärme­ Oberflächenwiderstand
alterung. 10 9-11 Ω oder 10 7-9 Ω.
Anwendungsbeispiele Verbesserte Selbstschmierung. Für explosionsgeschützte
Reduzierte Festigkeit. Anlagen und in der Halbleiter­
Führungsrollen, Kettenführungen in Prozessöfen, Heiß-
technik (Testsockel).
glashandling, Halbleitertechnik, Analytikgeräte, Vakuum-
pumpen, Kompressoren, thermisch-mechanisch hochbe-
lastete Gleitteile in Motoren, Getrieben, Luftfahrtturbinen, Zusammenfassung
thermisch-elektrische Isolatoren in Teilchenbeschleuni- Der Einsatz von Polyimiden ist häufig die einzige Lösung
gern. In vielen Fällen Metallersatz aus Gewichtsgründen. bzw. oftmals eine wirtschaftliche Alternative zu Metallen
Einsatz von diversen Bauteilen, die im Falle geringerer An- Keramik oder anderen Hochleistungskunststoffen. Jeweils
forderungsprofile mit Hauptkriterium Temperatur durch- mehrere Werkstoffeinstellungen in den typischen anwen-
aus auch in PEEK einsetzbar wären, bzw. Anwendungen dungsorientierten Gruppen decken eine große Bandbreite
mit erhöhten Anforderungen an Dauerhaftigkeit, Sicher- an Anwenderforderungen ab:
heit und Zuverlässigkeit. Unentbehrliche Werkstoffgruppe ˌˌGleittypen hart / weich
in Luft- und Raumfahrt, Glasindustrie, Kryo- und Vakuum- ˌˌStatisch ableitende Typen
technik, Forschung und Entwicklung allgemein, Hoch- ˌˌElektrisch isolierende Typen
und Tieftemperaturphysik, Gundlagenforschung an Ele- ˌˌHochfeste glasfaserverstärkte Type
mentarteilchen, Nukleartechnische Grundlagen. ˌˌHochfeste unverstärkte Typen

41
Um für eine Anwendung den richtigen Werkstoff zu er­
mitteln, ist es wichtig, die Materialeigenschaften und das
Anforderungsprofil im Detail zu betrachten.

Je mehr Daten zu den Anwendungsbedingungen vorlie-


gen, desto genauer kann das passende Material bestimmt
werden. Im folgenden Teil werden die wesentlichen Pro-
dukteigenschaften und Prüfungen erläutert. Wir haben
zudem die wichtigsten Werkstoffe gegenübergestellt, um
Ihnen den Vergleich zu erleichtern.

Eigenschaften
Modifikationen / Additive

Thermoplaste lassen sich durch die gezielte Einarbeitung Kohlenstofffasern


von Additiven und Füllstoffen über ein sehr breites Spek­ Kohlefasern wirken sich ähnlich wie Glasfasern aus, jedoch
trum modifizieren. So können die Eigenschaften eines Ma- ˌˌweisen Kohlefasern ein besseres Gewichts-
terials für einen speziellen Anwendungsbereich angepasst Festigkeitsverhältnis auf (geringere Dichte bei
werden. Die gängigsten Modifikationen im Bereich der Kon- vergleichbarer Festigkeitserhöhung)
struktions- und Hochtemperaturwerkstoffe sind: ˌˌwirken Kohlefasern nicht so abrasiv wie Glasfasern und
sind daher gut für Gleitreibanwendungen geeignet
ˌˌmuss der Einfluss der Kohlefasern auf elektrische
Verstärkungsfasern Eigenschaften beachtet werden (mitunter undefinierte
elektrische Leitfähigkeit)
Glasfasern ˌˌsind Kohlefasern teurer als Glasfasern
Glasfasern werden hauptsächlich zur Erhöhung der Festig-
keitswerte eingesetzt. Weitere Verstärkungsfasern
ˌˌErhöhung Zugfestigkeit, Druckfestigkeit und Steifigkeit ˌˌAramidfasern
ˌˌVerbesserung Kriechfestigkeit ˌˌMineralfasern
ˌˌErhöhung Wärmeformbeständigkeit Können als Sonderfertigung angeboten werden
ˌˌReduzierung Wärmedehnung und Schwindung
ˌˌReduzierung Zähigkeit und somit der Bruchfestigkeit Reibungsmindernde Additive
und der Schlagzähigkeit
PTFE
Zu beachten: Der Abrieb aus mit PTFE gefüllten Kunststoffen bildet un-
Glasfasern wirken sehr abrasiv. Deshalb sind glasfaser- ter Druckbelastung einen feinen gleitwirksamen Polymer-
verstärkte Werkstoffe film an der Gegenlaufoberfläche aus.
ˌˌeher ungeeignet für Gleitreibanwendungen ˌˌTypisch ausgeprägtes antiadhäsives Verhalten
(hoher Verschleiß beim Gegenlaufpartner) und ˌˌVermeidet wirksam Stick-Slip-Effekt
ˌˌüben bei der Verarbeitung erhöhten Verschleiß
auf das Werkzeug aus (geringere Standzeiten) UHMW-PE
Weist ähnlichen Effekt wie PTFE in nicht so stark ausge-
prägter Form auf.

800 Silikonöle
700 Spezielle Öle, die an die Oberfläche migrieren und einen
600 dünnen Gleitfilm auf der Oberfläche ausbilden.
500

400 Grafit
300 Grafit ist reiner Kohlenstoff, der in fein gemahlener Form
• Eigenschaft [%]

200 eine hohe Schmierwirkung aufweist. Durch die gleichmä-


100 ßige Einarbeitung in einen Kunststoff wird der Reibungs-
0 koeffizient gesenkt. In feuchter Umgebung wirkt sich die
unverstärkt 15 % 30 % 50 % Schmierwirkung von Grafit besonders aus.
Glasfasern Glasfasern Glasfasern

Molybdändisulfid (MoS2 )
 E-Modul   Wärmeformbeständigkeit   Bruchdehnung
Molybdändisulfid dient in erster Linie als Nukleierungs-
Prüfungen durchgeführt an spritzgegossenen Prüfkörpern auf
Basis PA 66. mittel und bildet bereits bei geringen Zugabemengen eine
gleichmäßige feinkristalline Struktur aus. Damit führt
der Zusatz zu erhöhtem Verschleißwiderstand und redu-
zierter Reibung.

44
Füllstoffe Leitfähigkeitsbeeinflussende Additive
Grundsätzlich sind Thermoplaste elektrische Isolatoren,
Füllstoffe bieten in der Regel keine oder nur geringe tech- können aber durch den Zusatz von Antistatika, Leitruß
nische Vorteile und dienen in erster Linie der Kosten- /  oder auch Carbon-Nano-Tubes antistatisch oder elek­trisch
Gewichtsreduktion: Kreide, Talkum, Keramik, Glashohl­ leitend eingestellt werden.
kugeln.
Farbpigmente
Weitere Additive Durch Einarbeitung von Pigmenten und Farbstoffen kön-
nen bei den technischen Kunststoffen individuell maß­
Bariumsulfat geschneiderte Farbeinstellungen vorgenommen werden;
Wird zugegeben, um Thermoplaste röntgenopak auszu- bei den Hochtemperaturkunststoffen ist die Pigment­
statten. So werden die Materialien während medizinischer auswahl durch die hohen Verarbeitungstemperaturen be-
Röntgenanwendungen sichtbar. grenzt.

Flammschutzmittel Generell
Können bestimmten Materialien zugegeben werden, um Es muss beachtet werden, dass sich jede Additiv­zugabe
deren Brennbarkeit zu reduzieren. Für Branchen wie z. B. vielfach auswirkt; neben dem positiven Effekt auf das
Luftfahrt und Bahnwesen ist die selbstverlöschende Eigen- Hauptmerkmal können andere Eigenschaften durch ein
schaft eines Materials Grundvoraussetzung. Additiv negativ beeinflusst werden.
Ensinger bietet in seinem Produktportfolio eine Vielzahl
Schlagzähmodifier modifizierter Werkstoffe lagerhaltig an. Neben diesen
Zugabe zu einem hart-spröden Werkstoff, um dessen Materialien können auch kundenspezifische Anforderun-
(Schlag-)Zähigkeit zu erhöhen. gen über eine Sonderfertigung umgesetzt werden.

Gleit-Reib- Dimensions- Flamm-


Additiv Festigkeit Dehnung Verhalten Zähigkeit stabilität widrigkeit

Verstärkungsfasern
•• • •• • •• •
Reibungsmindernde
Additive • • •• • • —
Schlagzähmodifier
• • • •• • •
Flammschutz
• • • • • ••

45
Thermische Eigenschaften

Charakteristische Temperaturen Gebrauchstemperaturen

Glasübergangstemperatur Dauergebrauchstemperatur
Die Glasübergangstemperatur Tg ist die Temperatur, bei Die Dauergebrauchstemperatur (DGT) ist definiert als die
der Polymere vom hartelastischen, spröden Zustand in den maximale Temperatur, bei der Kunststoffe in heißer Luft
gummielastischen, flexiblen Zustand übergehen. Es müs- nach 20.000 Stunden Lagerung (nach IEC 216) nicht mehr
sen hier amorphe und teilkristalline Thermoplaste unter- als 50 % ihrer Ausgangseigenschaften verloren haben.
schieden werden.
Kurzzeitige Gebrauchstemperatur
Tg
Tg Die Kurzzeit-Gebrauchstemperatur ist die Kurzzeit-
Spitzentemperatur, die der Kunststoff in einem geringen
Tm Zeitraum (von Minuten bis gelegentlich Stunden) unter
Berücksichtigung der Belastungshöhe und -dauer ertragen
• Modul

• Modul

kann, ohne geschädigt zu werden.


• Temperatur • Temperatur
Die maximale Gebrauchstemperatur ist von folgenden
amorph teilkristallin Faktoren abhängig:
ˌˌDauer der Temperatureinwirkung
Ein amorphes Material kann über den Tg hinaus nicht me- ˌˌMaximal zulässige Deformation
chanisch belastet werden, da die mechanische Festigkeit ˌˌAbbau von Festigkeitseigenschaften infolge
stark abbaut. Teilkristalline Werkstoffe hingegen weisen thermischer Oxidation
durch die kristallinen Bereiche über den Tg hinaus noch ˌˌUmgebungsbedingungen
eine gewisse mechanische Festigkeit auf und sind deshalb
besonders für mechanisch belastete Bauteile geeignet. Negative Gebrauchstemperaturen
Die Gebrauchstemperatur im negativen Temperatur­
Schmelztemperatur bereich ist nicht genau definiert und hängt sehr stark von
Als Schmelztemperatur Tm bezeichnet man die Tempera- verschiedenen Eigenschaften und Umgebungsbedingun-
tur, bei der ein Stoff schmilzt, das heißt vom festen in den gen ab:
flüssigen Aggregatszustand übergeht und die kristallinen ˌˌZähigkeit / Sprödigkeit eines Materials
Strukturen gelöst werden. ˌˌModifikation: Werkstoffe mit Verstärkungsfasern
neigen zu hart-sprödem Verhalten
ˌˌTemperatur
ˌˌBelastungsdauer
ˌˌArt der Belastung
(z. B. Schlag- oder Schwingungsbelastungen)

46
Gebrauchstemperaturen [°C] Glasübergangstemperatur [°C]
Schmelztemperatur [°C]

–300- –200- –100- 0 100 200 300   400 °C –100- 0 100 200 300   400 °C

TECARAN TECARAN
ABS ABS
TECANYL TECANYL
731 731
TECAFINE TECAFINE
PE PE
TECAFINE TECAFINE
PE 10 PE 10
TECAFINE TECAFINE
PP PP
TECAPRO TECAPRO
MT MT
TECAFORM TECAFORM
AD AD
TECAFORM TECAFORM
AH AH

TECAMID 6 TECAMID 6

TECAMID 66 TECAMID 66

TECAMID 46 TECAMID 46

TECAST T TECAST T

TECARIM TECARIM
1500 1500

TECAPET TECAPET

TECANAT TECANAT

TECAFLON TECAFLON
PVDF PVDF
TECAFLON TECAFLON
PTFE PTFE

TECASON S TECASON S

TECASON TECASON
P MT farbig P MT farbig

TECAPEI TECAPEI

TECATRON TECATRON

TECAPEEK TECAPEEK

TECATOR TECATOR
5013 5013

TECASINT TECASINT

–300- –200- –100- 0 100 200 300   400 °C –100- 0 100 200 300   400 °C

Negative Einsatztemperatur • • Einsatztemperatur Glasübergangstemperatur


dauernd dauernd Schmelztemperatur
kurzzeitig kurzzeitig

47
Weitere thermische Angaben Wärmeformbeständigkeit, HDT/A [°C]

Wärmeformbeständigkeit
Die Wärmeformbeständigkeit ist ein Maß für die Tempe­ 0 100 200   300 °C
raturbelastbarkeit von Kunststoffen. Sie wird ermittelt, TECARAN
indem ein Werkstoff unter einer definierten Tempera­- ABS

tur­erhöhung einer Last auf Biegung unterzogen wird. Ist TECANYL


731
eine bestimmte Dehnung erreicht, gibt die dabei beste­ TECAFINE
hende Temperatur die Wärmeformbeständigkeit an. Die PE

Wärmeformbeständigkeit kann nicht direkt zu einer Cha- TECAFINE


PE 10
rakterisierung eines Werkstoffs herangezogen werden, TECAFINE
sondern dient eher dem relativen Vergleich verschiedener PP

Materialien. TECAFORM
AD
Bei den Angaben zur Wärmeformbeständigkeit muss die TECAFORM
Herstellform des Produktes und des Prüfkörpers beachtet AH

werden. Messungen haben gezeigt, dass Daten bestimmt TECAMID 6


an aus Halbzeug gefrästen Prüfkörpern von den Ergebnis-
TECAMID 66
sen aus spritzgegossenen Prüfkörpern abweichen.
Diese Unterschiede erklären sich durch die TECAMID 46
ˌˌUnterschiedlichen Fertigungsverfahren
TECAST T
ˌˌUnterschiede in der Polymerstruktur
ˌˌHerstellungseinfluss Probekörper (Zerspanung versus TECAPET
Spritzguss)
TECANAT

Thermischer Längenausdehnungskoeffizient TECAFLON


PVDF
Der Längenausdehnungskoeffizient gibt an, wie groß die TECAFLON
Längenänderung eines Materials bei Anstieg oder Absin- PTFE

ken der Temperatur ist. TECASON S


Kunststoffe weisen aufgrund ihres chemischen Aufbaus TECASON
meist einen deutlich höheren thermischen Ausdehnungs- P MT farbig

koeffizienten auf als Metalle. Dies muss beachtet werden TECAPEI


bei
TECATRON
ˌˌBauteilen mit engen Toleranzen
ˌˌhohen Temperaturschwankungen TECAPEEK
ˌˌVerbund mit Metall TECATOR
Der thermische Längenausdehnungskoeffizient von Kunst- 5013

stoffen kann durch Zugabe von Verstärkungsfasern deut- TECASINT


lich reduziert werden. So können Werte erreicht werden,
die im Bereich von Aluminium liegen. 0 100 200   300 °C

geprüft am spritzgegossenen Prüfkörper

48
Thermischer Längenausdehnungskoeffizient, längs Thermische Längenausdehnung versus
CLTE [10-5 1/K] Dauergebrauchstemperatur

0 2 4 6 8 10 12 14 16 18 0 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20
300
TECANYL
731
TECAFINE
PE
TECAFORM
AD TECAPEEK TECAFLON PTFE
TECAFORM
AH
250
TECAMID 6

TECATRON GF40
TECAMID 66

TECAMID 46

TECAST T
200
TECARIM
1500

TECAPET
TECAPEI TECASON P MT farbig
TECANAT
TECASON S
TECAFLON
PVDF TECAFLON PVDF
150
TECAFLON
PTFE

TECASON S TECAMID 46

TECASON TECANAT
P MT farbig
TECAPET TECAFORM AD
TECAPEI
TECAMID 6
TECAMID 66 TECAPRO MT
100
TECAST T TECAFORM AH
TECATRON
TECARIM 1500
TECAPEEK TECANYL 731

0 2 4 6 8 10 12 14 16 18
• Dauergebrauchstemperatur [°C]

CLTE [23 – 60 °C] 50
CLTE [23 – 100 °C]
CLTE [100 – 150 °C]

0
0 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20

• CLTE 23 – 100 °C, längs [10 1/K]


-5

49
Mechanische Eigenschaften

σR
σB
σR
Bei der beanspruchungsgerechten Auslegung von Kunst- ˌˌStreckspannung σS ist die Zugspannung, bei der die
σS
stoffbauteilen spielen die mechanischen Kennwerte eines Steigung der Kraft-Längen-Änderungskurve (siehe
Werkstoffes eine besondere Rolle. Zu den grundlegenden Grafik) zum ersten Mal gleich Null wird.
ε
mechanischen Materialeigenschaften gehören σRˌ ˌ Dehnung ε ist die auf die ursprüngliche Messlänge L0
σR σB des Probekörpers bezogene Längenänderung Δ L zu
σR
ˌˌFestigkeit: Maß für den Widerstand eines Materials σS jedem beliebigen Zeitpunkt des Versuchs. Die
gegen äußere Belastung Dehnung bei Höchstkraft wird mit εB, die Reißdehnung
ˌˌVerformbarkeit: Maß für das
Δ
Verformungsvermögen mit εR, die Streckspannung mit εS bezeichnet. ε = ε el(0)+ε el(t)+ ε pl
σ ε
eines Werkstoffes bei äußerer Belastung ˌˌElastizitätsmodul E: Nur im untersten Bereich des
Δε ε R ε S Materials σR εB εR εR
ˌˌSteifigkeit: Maß für den Widerstand eines Spannungs-Dehnungs-Diagramms ist bei Kunststoffen
gegen Deformation ein linearer Kurvenverlauf festzustellen. In diesem
ˌˌZähigkeit: Maß für das Arbeitsaufnahmevermögen Bereich hat das Hook'sche Gesetz Gültigkeit, das
eines Werkstoffes bei äußerer Belastung Δ σ besagt, dass der Quotient aus Spannung und Dehnung
(Elastizitätsmodul) konstant ist. E = σ / ε in [MPa].
F Festigkeit Δε εR εS εB εR εR
V Verformbarkeit σ F σ S
S Steifigkeit Durch den Biege-, den Druck- und den Schlagzähigkeits-
Z Zähigkeit V F
versuch stehen weitere Prüfmethoden zur Verfügung, um
Werkstoffe unter verschiedenen Belastungsfällen zu cha-
Quelle: J. Kunz, FHNW

S R
Z rakterisieren. T
σ F σ S
Für eine fundierte Auslegung eines Bauteils müssen je-
0 ε 0 V ε F
doch auch die jeweiligen Anwendungsbedingungen be-
rücksichtigt
S
werden: Aufgrund ihres makromolekularen
R
Üblicherweise werden diese Werkstoffkennwerte anhand Aufbaus hängenZ die mechanischen EigenschaftenT von
einer kurzzeitigen, einachsigen Zugbelastung im Zug­ Kunststoffen stark von den Umgebungsbedingungen wie
versuch (bspw. nach DIN EN ISO 527) ermittelt: Temperatur, Belastungsdauer, Belastungsart und -ge-
0 ε 0 ε
schwindigkeit sowie vom Feuchtigkeitsgehalt ab.
σ σ
σR sprödharte Kunststoffe
σB
σR Einflüsse auf das Verformungsverhalten
σS
t ϑ
zähharte Kunststoffe Zeit Temperatur
ε ε
σ ε σ

σR ε el(0)
σ elastische
weiche, σ
έ t ϑ
Kunststoffe ε el(t)
ε = ε el(0)+ε el(t)+ ε pl
Δσ ε ε
φ ε pl
Feuchtigkeitsgehalt Belastungsgeschwindigkeit
Δε εR εS εB εR εR
ε ε
σ σ
σB Höchstspannung εB Dehnung bei Höchstspannung έ
σR Reißfestigkeit εR Reißdehnung
σS Streckspannung εS Streckdehnung

φ
ˌˌZugspannung σ ist die auf den kleinsten gemessenen
F S ε ε
σAnfangsquerschnitt des Probekörpers
σ bezogene
Zugkraft zu jedem beliebigen Zeitpunkt des Versuchs.
V F
ˌˌZugfestigkeit σB ist die Zugspannung bei Höchstkraft.
ˌˌBruchspannung
S σR ist die Zugspannung im RAugenblick
Z T
des Bruches.

50
0 ε 0 ε
Zeitlicher Einfluss auf die mechanischen Eigenschaften Elastizitäts-Modul [MPa]
Das mechanische Verhalten der Kunststoffe hängt, wie
bereits erwähnt, wesentlich vom zeitlichen Verlauf der Be-
lastung ab. Deshalb müssen zur vollständigen Charakteri- 0 2000 4000 6000 8000
sierung neben Kurzzeitversuchen (quasistatisch) auch
TECARAN ABS
Zeitstandsversuche (statisch), Dauerschwingversuche (mit
TECANYL 731
periodischer Belastung) und Schlagversuche (schlagartig
TECANYL GF30
aufgebrachte Belastung) durchgeführt werden.
TECAFINE PMP
Beim Verformungsverhalten überlagern sich hierbei drei
TECAPRO MT
Verformungsarten:
TECAFORM AD
ˌˌelastische Verformung (reversible Verformung)
TECAFORM AH
ˌˌviskoelastische Verformung
TECAFORM AH GF25
(zeitlich verzögerte, reversible Verformung)
TECAMID 6
ˌˌplastische Verformung (irreversible Verformung)
TECAMID 6 GF30
TECAMID 66
ε
TECAMID 66 GF30
ϑ = konst.
ε el(0) TECAMID 66 CF20
TECAMID 46
ε el(t) TECAST T
ε = ε el(0)+ε el(t)+ ε pl
TECARIM 1500
ε pl
TECAPET
Belastung Entlastung t
σ = konst. σ=0 TECADUR PBT GF30
TECANAT
Verformung von Kunststoffen
unter konstanter Last und nach Entlastung TECANAT GF30
TECAFLON PVDF
In diesem Zusammenhang findet die viskoelastische Ver-
TECASON S
formung besondere Beachtung. Hierbei setzt eine Ände-
TECASON P MT farbig
rung der Ordnungszustände der Makromoleküle ein. Die-
TECAPEI
F se Änderung folgt der Belastung mit zeitlicher Verzögerung
TECATRON
und ist stark temperaturabhängig. Je nach Belastungsver-
TECATRON GF40
lauf sind für die viskoelastische Verformung folgende Vor-
TECATRON PVX
gänge charakteristisch:
TECAPEEK
ˌˌKriechen (Retardation): Verformungszunahme
TECAPEEK GF30
ε über die Zeit bei konstanter Last
TECAPEEK CF30
ˌˌEntspannung (Relaxation): Spannungsabnahme über
TECAPEEK PVX
die Zeit bei konstanter Verformung
TECATOR 5013
ˌˌRückverformung (Restitution): Verformungsabnahme
TECASINT 1011
über die Zeit nach Entlastung
TECASINT 2011
TECASINT 4011
Dargestellt werden diese zeitabhängigen Verformungsver-
TECASINT 4111
halten in Zeitstand-Diagrammen, Zeitdehnlinien-Dia-
grammen, isochronen Spannungs-Dehnungs-Diagram- 0 2000 4000 6000 8000
men und Kriechmodul-Diagrammen. Aufgrund dieser
Zusammenhänge sollten Bauteilauslegungen nicht allein Zug-E-Modul
Biege-E-Modul
mit Ein-Punkt-Kennwerten aus Kurzzeitversuchen durch-
geführt werden. Es müssen stets die gesamten Anwen-
dungsbedingungen in die Berechnung einbezogen wer-
den, um Falschauslegungen zu vermeiden.

51
Festigkeit / Spannung [MPa] Dehnung [%]

0 20 40 60 80 100 120 140 160 0 20 40 60 80 100

TECARAN ABS TECARAN ABS


TECANYL 731 TECANYL 731
TECANYL GF30 TECANYL GF30
TECAFINE PMP TECAFINE PMP
TECAPRO MT TECAPRO MT
TECAFORM AD TECAFORM AD
TECAFORM AH TECAFORM AH
TECAFORM AH GF25 TECAFORM AH GF25
TECAMID 6 TECAMID 6 130
TECAMID 6 GF30 TECAMID 6 GF30
TECAMID 66 TECAMID 66
TECAMID 66 GF30 TECAMID 66 GF30
TECAMID 66 CF20 TECAMID 66 CF20
TECAMID 46 TECAMID 46
TECAST T TECAST T
TECARIM 1500 TECARIM 1500
TECAPET TECAPET
TECADUR PBT GF30 TECADUR PBT GF30
TECANAT TECANAT
TECANAT GF30 TECANAT GF30
TECAFLON PVDF TECAFLON PVDF
TECASON S TECASON S
TECASON P MT farbig TECASON P MT farbig
TECAPEI TECAPEI
TECATRON TECATRON
TECATRON GF40 TECATRON GF40
TECATRON PVX TECATRON PVX
TECAPEEK TECAPEEK
TECAPEEK GF30 TECAPEEK GF30
TECAPEEK CF30 TECAPEEK CF30
TECAPEEK PVX TECAPEEK PVX
TECATOR 5013 TECATOR 5013
TECASINT 1011 TECASINT 1011
TECASINT 2011 TECASINT 2011
TECASINT 4011 TECASINT 4011
TECASINT 4111 TECASINT 4111

0 20 40 60 80 100 120 140 160 0 20 40 60 80 100

Zugfestigkeit Streckdehnung
Streckspannung Bruchdehnung

52
Druckfestigkeit [MPa] Kugeldruckhärte [MPa]

0 10 20 30 40 50 60 0 100 200 300 400

TECARAN ABS TECARAN ABS


TECANYL 731 TECANYL 731
TECANYL GF30 TECANYL GF30
TECAFINE PMP TECAFINE PMP
TECAPRO MT TECAPRO MT
TECAFORM AD TECAFORM AD
TECAFORM AH TECAFORM AH
TECAFORM AH GF25 TECAFORM AH GF25
TECAMID 6 TECAMID 6
TECAMID 6 GF30 TECAMID 6 GF30
TECAMID 66 TECAMID 66
TECAMID 66 GF30 TECAMID 66 GF30
TECAMID 66 CF20 TECAMID 66 CF20
TECAMID 46 TECAMID 46
TECAST T TECAST T
TECARIM 1500 TECARIM 1500
TECAPET TECAPET
TECADUR PBT GF30 TECADUR PBT GF30
TECANAT TECANAT
TECANAT GF30 TECANAT GF30
TECAFLON PVDF TECAFLON PVDF
TECAFLON PTFE TECASON S
TECASON S TECASON P MT farbig
TECASON P MT farbig TECAPEI
TECAPEI TECATRON PVX
TECATRON TECAPEEK
TECATRON GF40 TECAPEEK GF30
TECATRON PVX TECAPEEK CF30
TECAPEEK TECAPEEK PVX
TECAPEEK GF30 TECATOR 5013
TECAPEEK CF30
TECAPEEK PVX

0 10 20 30 40 50 60 0 100 200 300 400

Druckfestigkeit 1 %
Druckfestigkeit 2 %

53
Verarbeitungseinflüsse auf Prüfergebnisse

Die makroskopischen Eigenschaften thermoplastischer Zudem hat auch die thermische Vorgeschichte eines ther-
Kunststoffe hängen stark vom jeweiligen Verarbeitungs­ moplastischen Kunststoffes einen erheblichen Einfluss auf
verfahren ab. So zeigen beispielsweise spritzgegossene die jeweiligen Eigenschaftswerte. Tendenziell unterliegen
Bauteile aufgrund der verarbeitungstypischen höheren spritzgegossene Bauteile einem schnelleren Abkühlvor-
Schergeschwindigkeiten eine deutlich stärker ausgeprägte gang als extrudierte Halbzeuge, so dass speziell bei teilkris-
Orientierung der Makromoleküle und ggf. der Additive in tallinen Kunststoffen ein Unterschied im Kristallinitäts-
Füllrichtung als beispielsweise eher geringeren Scher­ grad feststellbar ist.
geschwindigkeiten ausgesetzte Halbzeuge, die mittels
Extrusion hergestellt werden. Besonders Additive mit ho- Ebenso wie das Verarbeitungsverfahren haben auch die un-
hem Aspektverhältnis (bspw. Glas- oder Kohlenstofffasern) terschiedlichen Halbzeugformen (Rundstab, Platte, Hohl-
neigen dazu, sich bei höheren Schergeschwindigkeiten stab) sowie die unterschiedlichen Halbzeugabmessungen
vorwiegend in Fließrichtung auszurichten. Die hierdurch (Durchmesser und Dicke) einen Einfluss auf die makros-
entstehende Anisotropie bedingt beispielsweise bei spritz- kopischen Eigenschaften und die ermittelten Kennwerte.
gegossenen Probekörpern höhere Festigkeiten im Zugver-
such, da hier die Fließrichtung der Prüfrichtung entspricht. Die unten stehende Tabelle gibt einen schematischen
Überblick über die Einflüsse auf typische Eigenschaften
der jewei­ligen Verarbeitungsverfahren.

Um in diesem Zusammenhang die verschiedenen Prüfer-


Prüfkörper aus extrudiertem und zerspanten Halbzeug gebnisse vergleichbar zu machen, wird in der DIN EN
Ungeordnete Ausrichtung der Fasern und Makromoleküle 15 860 die Probekörperentnahme aus Rundstäben mit
Durch­messern von 40 – 60 mm wie folgt festgelegt:

Probekörper
Prüfkörper spritzgegossen
Ausrichtung der Fasern und Makromoleküle d Durchmesser d/4 d/4
w
s Dicke d/4 w d/4 d/4
in Prüfrichtung (parallel zur Fließrichtung) ss w w tt w
w Breite s
d/4
d/4 d/4
d/4
d/4

d
d d
d
d
Tendenzieller Verarbeitungseinfluss auf Eigenschaftswerte

unverstärkte faserverstärkte
thermoplastische Kunststoffe thermoplastische Kunststoffe

Spritzguss Extrusion Spritzguss Extrusion

Zugfestigkeit • • • •
E-Modul • • • •
Bruchdehnung • • • •

54
Tribologische Eigenschaften

Kunststoffe sind im Allgemeinen gute Gleitwerkstoffe mit Aufgrund dieser Zusammenhänge sind tribologische
geringen Reibungszahlen. Umgekehrt ist die Verschleiß- Größen (wie beispielsweise der Reibungskoeffizient und
beständigkeit auch im Trockenlauf hoch. Ähnlich wie bei der Verschleiß) stets in Abhängigkeit vom Prüfsystem zu
den mechanischen Eigenschaften hängen die tribologi- betrachten. Typische Messmethoden werden in der ISO
schen Eigenschaften stark von den Umgebungsbedingun- 7148 beschrieben (z. B. Kugel-Prisma, Stift-Scheibe). Den-
gen ab, also dem Gleitsystem. Großen Einfluss haben hier noch sollten bei Lebensdauer-Berechnungen o. ä. anwen-
die Belastung, die Gleitgeschwindigkeit und die Bewe- dungsnahe Untersuchungen durchgeführt werden.
gungsform (oszillierend, rotierend …). Außerdem haben
auch die Werkstoffeigenschaften der Gleitpartner und ihre Folgende Grafik soll anhand des Werkstoffs TECAFORM
Oberflächenbeschaffenheit Einfluss auf die Gleiteigen- AD (POM-H) die Abhängigkeit der Reibungszahlen von
schaften des Systems. Belastung und Gleitgeschwindigkeit unter verschiedenen
Gleitbedingungen verdeutlichen:
Beispielsweise verursachen raue Oberflächen von härteren
Gleitpartnern (Stahl) bei den weicheren Gegenlaufpart-
nern eher Verschleiß. Ebenso werden bei Kombinationen
aus hohen Gleitgeschwindigkeiten und hohen Pressungen Reibungszahl f

die Gleitpartner stark beansprucht.


1,0
0,70
0,50
Geschwindigkeit v
0,30 [mm/s]
0,20

0,1 210
0,07 170
0,05
130
0,03 90
0,02
50

0,01 Last [N]


1,0 3,0 6,0

Kugel-Prisma Versuch bei verschiedenen Laststufen und


verschiedenen Gleitgeschwindigkeiten bei TECAFORM AD (POM-H)

Tribologisches System nach H. Czichos

Beanspruchungskollektiv     • Tribologisches Prüfsystem    • Tribologische Messgrößen

Bewegungsform a Grundkörper Reibungskraft  FR


b Gegenkörper
Bewegungsablauf Reibungszahl  µ = FR / FS
c Zwischenstoff
Belastung  FS d Umgebungsmedium Verschleissbeitrag  S

Geschwindigkeit  v d Reibungstemperatur  TR

Temperatur  T c b Elektrischer
Übergangswiderstand  RÜ
Beanspruchungsdauer  t a
Schallemission
Oberflächengrößen:
Oberflächenrauheit
Oberflächen-
zusammensetzung

Quelle: Czichos, H. – The principles of system analysis and their application to tribology ASLE Trans. 17 (1974), S. 300 / 306

55
Reibungskennzahlen Reibungszahl versus Verschleiß

0 0,1 0,2 0,3 0,4 0,5 0,6 0,7 0,8


0 0,1 0,2 0,3 0,4 0,5 0,6 0,7 0,8
TECAMID 6 0,6
TECAMID 66
TECAST T
TECAST L
TECAPEEK
TECAGLIDE
TECAFORM AD
TECAFORM AD AF
0,5
TECAFORM AH
TECAPET
TECAFLON PVDF
TECATRON PVX
TECAPEEK
TECAPEEK TF10 blau
0,4
TECAPEEK PVX
TECATOR 5031 TECAMID 66

TECASINT 2021 TECAMID 6

Mittlere Reibungszahl Stift-Scheibe Prüfungen gegen TECAST T


Mittlere Haftreibungszahl Stahl, trocken, RT; Laststufe: 3N TECAFLON PVDF
bei mittlerer Geschwindigkeit 0,3

Verschleißkennzahlen

0 0,1 0,2 0,3 0,4 0,5 0,6


TECATRON PVX

TECAMID 6
0,2
TECAMID 66
TECAST T TECAST L

TECAST L
TECAGLIDE TECAFORM AD

TECAFORM AD TECAFORM AH TECAPEEK TF10 blau


TECAFORM AD AF TECAPEEK PVX
• Mittlere Verschleißrate [mm]

0,1
TECAFORM AH TECAPET
TECAPET
TECAFLON PVDF TECAFORM AD AF
TECATRON PVX TECAGLIDE
TECAPEEK
TECAPEEK TF10 blau
0
TECAPEEK PVX
0 0,1 0,2 0,3 0,4 0,5 0,6 0,7 0,8
TECATOR 5031
• Mittlere Reibungszahl [–]
TECASINT 2021

Rotierend Kugel-Prisma gegen Stahl, trocken, RT,


Laststufe: 30N über 100h bei mittlerer Geschwindigkeit

56
Elektrische Eigenschaften

Oberflächenwiderstand Dielektrischer Verlustfaktor


Der spezifische Oberflächenwiderstand beschreibt den Der dielektrische Verlustfaktor stellt den Energieverlust
Widerstand, den ein Material an der Oberfläche dem eines Materials durch Dipolbewegung der Moleküle bei
Stromfluss entgegensetzt. Dies wird durch das Verhältnis dielektrischen Anwendungsbereichen mit Wechselspan-
von angelegter Spannung (in Volt) und entstehendem nung dar.
Strom (in Ampere) mit Hilfe des Ohm’schen Gesetzes aus- Ein hoher Verlustfaktor verursacht Wärmeentwicklung in
gedrückt. Daher ist die Einheit des spezifischen Oberflä- dem Kunststoffteil, das als Dielektrikum wirkt. Der Ver-
chenwiderstands Ohm (1 Ω = 1 V/A). lustfaktor von Kunststoffisolatoren in Hochfrequenzan-
Zur Messung muss eine genormte Anordnung verwendet wendungen wie Radargeräten, Antennenanwendungen
werden, da der spezifische Oberflächenwiderstand von ver- und Mikrowellenteilen sollte daher möglichst niedrig sein.
schiedenen Faktoren abhängig ist: Der Verlustfaktor ist abhängig von
ˌˌWerkstoff ˌˌFeuchtigkeitsgehalt
ˌˌLuftfeuchtigkeit ˌˌTemperatur
ˌˌVerunreinigungen auf der Oberfläche ˌˌFrequenz
ˌˌMessanordnung ˌˌSpannung
Zudem ist es unvermeidbar, dass bei der Messung des
Oberflächenwiderstands der Durchgangswiderstand zu Kriechstromfestigkeit
einem nicht bestimmbaren Anteil mit einfließt. Um zu bestimmen ob ein Werkstoff isolierend wirkt,
wird häufig die Kriechstromfestigkeit (CTI – Comparative
Spezifischer Durchgangswiderstand Tracking Index) herangezogen. Diese gibt eine Aussage
Der spezifische Durchgangswiderstand bezeichnet den über die Isolationsfestigkeit der Oberfläche (Kriechstrecke)
elektrischen Widerstand eines homogenen Werkstoffs ge- von Isolierstoffen. Selbst bei gut isolierenden Kunststoffen
gen den Stromfluss durch die Probe. Da der Durchgangs- können jedoch Feuchtigkeit und Verunreinigungen auf
widerstand vieler Materialien dem Ohm’schen Gesetz der Oberfläche (auch temporär) zu einem Versagen des
folgt, ist er unabhängig von der angelegten Spannung und Bauteils führen.
kann proportional zur Länge oder umgekehrt proportional Häufig sind Kriechströme dabei von kleinen Lichtbögen
zum Querschnitt der gemessenen Probe angegeben wer- begleitet, die im Falle ungleichmäßiger Verschmutzung
den. Die Einheit des spezifischen Durchgangswiderstands gut isolierende Bereiche überbrücken können. Dadurch
ist daher Ω cm. kann sich der Isolierwerkstoff thermisch zersetzen; es ent-
stehen sogenannte Kriechspuren. Wenn diese Schädigung
Durchschlagfestigkeit fortschreitet, bildet sich ein Kriechweg aus. Ein solcher
Die Durchschlagfestigkeit ist die Widerstandsfähigkeit von Kriechweg kann eine so hohe Leitfähigkeit entwickeln,
Isolierwerkstoffen gegen Hochspannung. Der Kennwert dass er zu einem Kurzschluss führt.
ist der Quotient aus der Spannung und der Probenkörper- Zu beachten ist, dass die Kriechstromfestigkeit durch
dicke (Maßeinheit kV/mm). Besonders entscheidend ist Werkstoffzusätze, insbesondere Farbpigmente, stark be-
die Durchschlagfestigkeit bei dünnwandigen Bauteilen. einflusst werden kann.
Hinweis: Bei schwarzen Werkstoffen, die mit Ruß einge-
färbt wurden, kann es zu einer starken Reduktion der
Durchschlagfestigkeit kommen.

57
Elektrischer Widerstand [Ω] Durchschlagfestigkeit [kV/mm]

0 2 4 6 8 10 12 14 16 18 0 50 100 150 200 250 300


80
TECARAN
ABS
TECANYL
731 TECAPEEK
TECAFORM
AD
70
TECAFORM
AH
TECAFORM
AH SD
TECAFORM
AH ELS
60
TECAMID 6

TECAMID 66

TECAMID 66
CF20
50 TECAFORM AH
TECAMID 46

TECAST T

TECARIM
1500
40
TECAPET TECAFORM AD

TECANAT
TECAMID 6 GF30 TECATRON GF40
TECASON S
30
TECAPEI

TECATRON
GF40
TECATOR 5013
TECATRON
PVX
20
TECAPEEK

TCAPEEK
• Durchschlagfestigkeit [kV/mm]

PVX
TECAPEEK
CF30
TECAPEEK 10
ELS nano
TECAMID 6
TECATOR
5013
TECAFORM AH SD
TECASINT
2011
0
0 2 4 6 8 10 12 14 16 18 0 50 100 150 200 250 300

• Dauergebrauchstemperatur [°C]
Spezifischer Oberflächenwiderstand [Ω]
Spezifischer Durchgangswiderstand [Ωcm]

58
Kriechstromfestigkeit [V] Leitfähigkeitsbereiche
Oberflächenwiderstand [Ω]

0 100 200 300 400 500 600 700

TECANYL Standard- SD ELS Metall


731* kunststoff
TECAPRO
anti- statisch
MT* isolierend statisch leitfähig leitfähig leitend
TECAFORM
AD
TECAFORM 1016 1014 1012 1010 108 106 104 102 100 10-2 10-4
AH
TECAFORM Kunststoffe TECAFORM TECAFORM AH ELS
AH SD ohne Kohlefasern AH SD TECAPEEK ELS nano
oder Leitfähigkeits-
TECAMID 6 additive
TECAMID 6
MO Kohlefasergefüllte Werkstoffe
TECAMID 6
GF30
TECAMID 66
GF30
TECAMID 66
MH

TECAMID 46*

TECAST T

TECAPET*

TECANAT*

TECASON S*

TECAPEI*

TECATRON
GF40

TECAPEEK

TECAPEEK
GF30*
TECASINT
2011*

0 100 200 300 400 500 600 700

* Literaturwerte

59
Chemikalienbeständigkeit

Wichtige Kriterien zur Prüfung der chemischen Bestän- informieren. Sie haben somit nicht die Bedeu­tung, die
digkeit sind die Temperatur, die Konzentration der Agenzi- chemische Be­ständig­­keit der Produkte oder deren Eignung
en, die Verweilzeit und auch mechanische Belastungen. für einen konkreten Einsatzzweck rechtlich verbindlich
In der folgenden Tabelle ist die Be­ständigkeit gegenüber zuzusichern. Etwa bestehende gewerbliche Schutzrechte
verschiedenen Chemikalien aufgeführt. Diese Angaben sind zu berücksichtigen. Für eine konkrete Anwendung ist
entsprechen dem heutigen Stand unserer Kenntnisse und ein Eigennachweis zu empfehlen. Normprüfungen erfol-
sollen über unsere Produkte und deren Anwendungen gen im Normal­klima 23/50 nach DIN 50 014.

TECAPET (PET), TECADUR PBT (PBT)


TECAPEEK HT, ST (PEK, PEKEKK)

TECARIM (PA 6 C + Elastomer)


TECAMID 46, 66 (PA 46, 66)
TECAMID 11, 12 (PA 11, 12)
TECAFLON PVDF (PVDF)

TECAFORM AD (POM-H)
TECAFORM AH (POM-C)
TECAFLON PTFE (PTFE)

TECARAN ABS (ABS)


TECASON P (PPSU)

TECAFINE PP (PP)
TECAPEEK (PEEK)

TECAFINE PE (PE)
TECAMID 6 (PA 6)
TECASON S (PSU)
TECASON E (PES)
TECATRON (PPS)

TECANYL (PPE)
TECANAT (PC)
TECASINT (PI)

TECAPEI (PEI)

Acetamid 50% + + + + + + + + + + +
Aceton + + + + – – – – + o + + o + – o + + + + – –
Ameisensäure, wässrig 10% + + + + + + + + + + – – – – – o – – + + + +
Ammoniak, wässrig 10% – + + + – o o + + o o o o – – + o + + + +
Anon – + o + + + + – + + o
Benzin + + + + + + + + + + + + + + – + + + o o o –
Benzol + + o – + – – + o + + + + – o + + – – – –
Bitumen + + + + + o – + + o +
Borsäure, wässrig 10% + o + o + + – – – – + – – – + + +
Butylacetat + + + – – – – + – + + + + – – + + o o –
Calciumchlorid, wässrig 10% + + + + + + + + + + + + + + + + + o + + +
Chlorbenzol + + o o – – – + o + + + + – – + + o – –
Chloroform + + + – – – – + + – – – – – – – – o – – –
Cyclohexan + + + + + + o + + + + + + – + + + + + + +
Cyclohexanon + + + – – – + o + + + + – – + + + + – +
Dieselöl + + + + + + + + + + + + + o + + + o + + +
Dimethylformamid o + + – – – + – + + o + – + + o + + –
Diocthylphthalat + + o + + o + o + + + + o + + + + + +
Dioxan + + + + o – – + + + + + + – o o o + + o
Essigsäure, konzentriert o o + – + + – + o – – – – – – – – o o – +
Essigsäure, wässrig 10% + + + + + + + + + – – o – + o + o + + + +
Essigsäure, wässrig 5% + + + + + + + + + + + o + + + + o + + + +
Ethanol 96% + + + + + + + + + + o o o o o + + + + + + +
Ethylacetat + + + o – o – + o + + + + – o + + + + +
Ethylether + + + + + + + + + + + + + – + + + + +
Ethylenchlorid + + + + + o + – – – – + o –
Flusssäure, 40% – o – – – – o + – – – – – – – + + o +
Formaldehyd, wässrig 30% + + + + + + + + + o o o o + + + + + + +
Formamid + + + + o + + + o o
Freon, Frigen, flüssig + – – + + + + + + + + – + + – o o +
Fruchtsäfte + + + + + + + + + + + + + + o + + o + + + +
Glykol + + + + o + + + + + + + + + + o o o + + + +
Glysantin, wässrig 40% + + + + + + + + + + + + + + + + + +
Glyzerin + + + + + + + + + + + + + + – + + + + + + +
Harnstoff, wässrig + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + +
Heizöl + + + + + + o + + + + + + o + + + o + + +
Heptan, Hexan + + + + + + + + + + + + + + + + + + + – + +
Isooctan + + + + + o + + + + + + + + +
Isopropanol + + + + + + o + + + + o + – o + + + + o +
Jodtinktur, alkoholisch + o + o + + – – – – – o + + o +
Kalilauge, wässrig 50% – + + + + + o + o o o o o – – + – + + + +
Kalilauge, wässrig 10% o + + o + + + + o + + + + – – + – + + + +
Kaliumbichromat, wässrig 10% – + + + + o + + + o + + + +
+ beständig  o  bedingt beständig  –  nicht beständig  auch abhängig von Konzentration, Zeit und Temperatur

60
TECAPET (PET), TECADUR PBT (PBT)
TECAPEEK HT, ST (PEK, PEKEKK)

TECARIM (PA 6 C + Elastomer)


TECAMID 46, 66 (PA 46, 66)
TECAMID 11, 12 (PA 11, 12)
TECAFLON PVDF (PVDF)

TECAFORM AD (POM-H)
TECAFORM AH (POM-C)
TECAFLON PTFE (PTFE)

TECARAN ABS (ABS)


TECASON P (PPSU)

TECAFINE PP (PP)
TECAPEEK (PEEK)

TECAFINE PE (PE)
TECAMID 6 (PA 6)
TECASON S (PSU)
TECASON E (PES)
TECATRON (PPS)

TECANYL (PPE)
TECANAT (PC)
TECASINT (PI)

TECAPEI (PEI)
Kaliumpermanganat, wässrig 1% + + + + + + + + + – – – – + + + + + + o +
Kupfer(II)Sulfat, 10% + + + + + + + + + + + + + + + – + + + +
Leinöl + + + + + + + + + + + + + + + + + + + +
Methanol + + + o + o o + o + + o + – + + + + + o +
Methylethylketon + + + + – – o – + o + + + + – o o o o o – –
Methylenchlorid + + o – – – + + o o – o – – o o – o –
Milch + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + +
Milchsäure, wässrig 90% + + + + o + + – – o – + + – + + – –
Milchsäure, wässrig 10% + + + + + + + + + + + + + + + + + o + + + +
Natriumcarbonat, wässrig 10% o + + + + + + + + + + + + + + + + o + + + +
Natriumchlorid, wässrig 10% + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + +
Natriumdisulfit, wässrig 10% + + + + + + + + + + + + + + + – – + + +
Natriumnitrat, wässrig 10% + + + + + + + + + o + + + + + +
Natriumthiosulfat, wässrig 10% + + + + + + + + + + + + + + + + + +
Natronlauge, wässrig 5% o + + o + + + + o + + + + – o + – + + +
Natronlauge, wässrig 50% – + + + – + + + o o o o o o – – + – + + + +
Nitrobenzol + o o – + o – – – – – o o o + + –
Oxalsäure, wässrig 10% + + + + + + + + + o o o o + + – + + + +
Ozon o + + + + + – – – – + o – – o
Paraffinöl + + + + + + + + + + + + – + + + + + + +
Perchlorethylen + + + + – o – + + o o – o – o o o – – o
Petroleum + + + + + + + + + + + + + + + + + + o +
Phenol, wässrig + o + – – – + + – – – – – – – – + + o
Phosphorsäure, konzentriert o + + + + + + – – – – + + + +
Phosphorsäure, wässrig 10% o + + + + + + + + – – – – + + o – + + + +
Propanol + + + + + + + + + – + + + + + + + + +
Pyridin – + o – – + o + + o + – o o o o –
Salicylsäure + – + + + + + + o – + +
Salpetersäure, wässrig 2% + + + + + + + + + + – – – – o + – – + + + –
Salzsäure, wässrig 2% + + + + + + + + + + – – o – + + – – + + + +
Salzsäure, wässrig 36% – + + o + + + o + – – – – o – – – + + + +
Schwefelkohlenstoff + + + o + + + + + + – + + + o o –
Schwefelsäure, konzentriert 98% – – – + – – – – + o – – – – – – – – + o – –
Schwefelsäure, wässrig 2% + + + + + + + + + + – – – – + + + – + + + +
Schwefelwasserstoff, wässrig + + + + + + + + + + + + + + + + + – +
Seifenlösung, wässrig o + + + + + + + + + + + + + + + + + + + +
Siliconöle + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + +
Sodalösung, wässrig 10% o + + + + + + + + + + +
Speisefette, Speiseöle + + + + + + + o + + + + + + + + + + + + +
Styrol + + + o + + + + – o + + o o –
Teer + + + + + + o o o o + + + +
Tetrachlorkohlenstoff + + + + + o – + + + + – + – + o o – – – –
Tetrahydrofuran + + + + – – + o + + + + – o o o o o –
Tetralin + + + + + + + – + o o –
Toluol + + + o – – o – + + + + + + – o + o + o –
Trafoöl + + + + + + + + + + + + + + o + +
Triethanolamin – o o + o + + + + – + + – + + +
Trichlorethylen + + + o – – – – + + o o o o – – – – o o – –
Vaseline + + + + + + + + + + + + + + + + + + o +
Wachs, geschmolzen + + + + + + + + + + + + + + + o o +
Wasser, kalt + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + +
Wasser, warm – + + + + + + + + + o o o o o – o – o o + +
Wasserstoffperoxyd, wässrig 30% – o o + + + + o – – – – + + – – + + +
Wasserstoffperoxyd, wässrig 0,5% + + + + + + + + – – – – + + + o + + + +
Wein, Weinbrand + + + + + + + o o o o + + + + + + + +
Weinsäure + + + + + + + + + + + o o + + + +
Xylol + + + + – o o – + + + + o + – o + + – – – –
Zinkchlorid, wässrig 10% + + + + + + + + + + o o o o + + + – + + + +
Zitronensäure, wässrig 10% + + + + + + o + + o o o o + + o – + + + +
+ beständig  o  bedingt beständig  –  nicht beständig  auch abhängig von Konzentration, Zeit und Temperatur

61
Feuchtigkeitsaufnahme

Die Feuchtigkeits- oder Wasseraufnahme ist die Fähigkeit Feuchteaufnahme 96 h [%]


eines Werkstoffs, aus der Umgebung (Luft, Wasser) Feuch-
tigkeit aufzunehmen. Die Höhe der Feuchtigkeitsaufnah-
me ist abhängig von der Art des Kunststoffs sowie den 0 0,1 0,2 0,3 0,4 0,5 0,6 0,7 0,8
16
Umgebungsbedingungen wie Temperatur, Luftfeuchtig-
keit und Kontaktzeit. Beeinflusst werden können vor allem
Materialeigenschaften wie die Dimensionsstabilität, die 15

mechanische Festigkeit sowie elektrische Eigenschaften


wie der elektrische Widerstand und der dielektrische Ver- 14
lustfaktor.
TECAFLON PVDF
Besonders Polyamide neigen im Vergleich zu anderen 13
thermoplastischen Kunststoffen zu einer erhöhten Wasser-
aufnahme. Diese Eigenschaft führt bei Fertigteilen zu 12
TECAFLON PTFE

Dimensionsänderungen und niedrigeren Festigkeitswer-


ten. Zudem verändert sich das elektrische Isolierverhalten.
11
Aus diesem Grund muss besonders bei Bauteilen mit en-
gen Toleranzen die Eignung von Polyamid vorab geprüft TECAFORM AH
10
werden.
Neben den Polyamiden zeigen auch die meisten Polyimide
9
eine verhältnismäßig hohe Feuchteaufnahme. Diese Ei-
genschaft hat bei dieser Werkstoffgruppe vor allem zur
TECAMID 66 TECAMID 6
Folge, dass die Materialien eine sehr geringe Hydrolyse­ 8

beständigkeit (feuchte Umgebung bei hohen Temperatu-


TECAPET
ren) aufweisen. 7
TECANAT

TECAPEEK
TECAPEI
5
TECATRON
• Thermische Längenausdehnung [10–5 1/K]

TECAFLON PTFE
4
TECADUR PBT GF30
TECASON P TECAMID 46
3
TECATRON GF 40

TECAMID 66 GF 30
2
TECAPEEK
Stahl
1

0
0 0,1 0,2 0,3 0,4 0,5 0,6 0,7 0,8

• Feuchteaufnahme [%]

62
Flammschutzklassifizierung

Im Hinblick auf die Flammschutzklassifizierung sind Brennbarkeitsprüfungen nach UL94 werden meist an
verschiedene Eigenschaften relevant. Unter Brennbarkeit Rohwaren durchgeführt. Neben der Prüfung nach den
versteht man die Eigenschaft von Stoffen, bei genügender Vorgaben der UL oder bei einem UL-akkreditierten Labor
Aktivierungsenergie mit Sauerstoff zu reagieren und dabei kann eine Listung (mit sogenannten Yellow Cards) bei der
Licht und Wärme abzugeben. Nur brennbare Stoffe kön- UL selbst erfolgen. Es muss deshalb unterschieden werden
nen auch verbrennen. zwischen Werkstoffen, die eine UL-Listung aufweisen und
Eine weitere wichtige Eigenschaft eines Stoffes ist die Ent- Materialien, die nur den Anforderungen der jeweiligen
flammbarkeit. Die meisten organischen Verbindungen UL-Klassifizierungen entsprechen (ohne Listung).
sind bei direkter Energiezufuhr brennbar. Manche Kunst- Neben der Flammschutzklassifizierung nach UL94 existie-
stoffe, insbesondere Hochleistungskunststoffe, sind jedoch ren branchenspezifisch viele weitere Prüfungen bezüglich
von Haus aus schwer entflammbar oder sogar inhärent des Brandverhaltens von Kunststoffen. Hierbei wird je
selbstverlöschend und damit unter Brandschutz-Gesichts- nach Branche nicht nur das Brandverhalten, sondern unter
punkten verwendbar. Umständen auch die Rauchentwicklung, das Abtropfver-
Zur Überprüfung des Brennverhaltens von Polymeren gibt halten sowie die Rauchgastoxizität bewertet.
es verschiedene Standards, um diese flammschutztech-
nisch zu klassifizieren. In der Regel wird hier meist die Beispiele für typische weitere
international gebräuchliche Brennbarkeitsprüfung nach Flammschutzklassifikationsprüfungen
UL94 durchgeführt.
Die Einstufung der Brandklassen nach UL94 erfolgt im Bahnprüfnormen
Wesentlichen nach folgenden Kriterien: ˌˌDIN ISO 5510-2
ˌˌUL94-HB (Horizontal Burning): Brennt und tropft ab. ˌˌCEN TS 45545-2
ˌˌUL94-V2 (Vertical Burning): Brennzeit < 30 Sekunden. ˌˌNFF 16101
Nach wiederholtem Beflammen: Brennzeit
< 250 Sekunden, brennendes Abtropfen möglich Luft- und Raumfahrt
ˌˌUL94-V1 (Vertical Burning): Brennzeit < 30 Sekunden. ˌˌFAR25-853
Nach wiederholtem Beflammen:
Brennzeit < 250 Sekunden, kein brennendes Abtropfen. Automotive
ˌˌUL94-V0 (Vertical Burning): Brennzeit < 10 Sekunden. ˌˌFMVSS 302
Nach wiederholtem Beflammen:
Brennzeit < 50 Sekunden, kein brennendes Abtropfen.

63
Strahlungsbeständigkeit

Strahlungsbeständigkeit Ionisierende Strahlung


Kunststoffe kommen je nach Einsatzbereich mit verschie- Ionisierende Strahlung wie Gamma- und Röntgenstrahlen
denen Strahlungen in Kontakt, die zum Teil die Struktur sind in der medizinischen Diagnostik, Strahlentherapie,
der Kunststoffe nachhaltig beeinflussen. Das Spektrum bei der Sterilisation von Einmalartikeln als auch in der
der elektromagnetischen Wellen reicht von Rundfunkwel- Werkstoffprüfung und Messtechnik sowie in radioaktiven
len mit großer Wellenlänge über das normale Tageslicht oder anderen strahlenden Umgebungen häufig anzutref-
mit kurzwelligen UV-Strahlen, bis zu den sehr kurzwelli- fen. Die energiereiche Strahlung führt dabei oft zu einer
gen Röntgen- und Gammastrahlen. Je kurzwelliger eine Verringerung der Dehnung und damit zur Versprödung.
Strahlung ist, umso mehr kann ein Kunststoff geschädigt Die Lebensdauer des Kunststoffs ist dabei abhängig von
werden. der Gesamtdosis der absorbierten Strahlung. Als sehr gut
widerstandsfähig gegen Gamma- und Röntgenstrahlung
Elektromagnetische Strahlung haben sich z. B. PEEK HT, PEEK, PI und die amorphen
Eine wichtige Kenngröße im Zusammenhang mit elektro- Schwefelpolymere erwiesen. Sehr empfindlich und prak-
magnetischen Wellen ist der dielektrische Verlustfaktor, tisch ungeeignet sind dagegen PTFE und POM.
der den Energieanteil beschreibt, der vom Kunststoff Die Einwirkung von energiereicher Strahlung führt bei
aufgenommen werden kann. Kunststoffe mit hohen di- den meisten Kunststoffen zu einem Abbau oder einer Ver-
elektrischen Verlustfaktoren erwärmen sich im elektri- netzung der Makromolekülen. Ist Luftsauerstoff bei der
schen Wechselfeld stark und sind daher nicht als Hoch­ Einwirkung von energierreicher Stahlung zugegen, tritt in
frequenz- und Mikrowellenisolierwerkstoffe geeignet. So der Regel ein oxidativer Abbau des Materials auf. Dabei dif-
kann es zum Beispiel bei Polyamiden aufgrund ihrer fundieren die Sauerstoffmoleküle in den Kunststoff und
hohen Feuchteaufnahme in einer Mikrowellenanwendung besetzen die durch die Strahlung freigewordenen Valen-
zum Brechen /Explodieren des Kunststoffs kommen (ein- zen. Ist kein Sauerstoff vorhanden, führt die Strahlung
gelagerte Wassermoleküle dehnen sich stark aus). eher zu einer Spaltung der Molekülketten und einer Nach-
vernetzung. Meist treten beide Varianten in unterschiedli-
Ultraviolette Strahlung chen Ausmaßen gleichzeitig auf. In jedem Fall führt der
UV-Strahlung durch Sonnenlicht ist vor allem bei unge- Einfluss von energiereicher Strahlung zu einer Verände-
schützten Freiluftanwendungen entscheidend. Von Natur rung der mechanischen Eigenschaften (Festigkeit, Steifig-
aus sehr widerstandsfähige Kunststoffe sind in der Fluor- keit, Härte oder Versprödung). Dieser Einfluss auf die
kunststoffgruppe vertreten: z. B. PTFE und PVDF. Ohne mechanischen Eigenschaften verstärkt sich unter dem Ein-
entsprechende Schutzmaßnahmen beginnen verschiedene fluss der Strahlendosis langsam. Es tritt somit kein plötzli-
Kunststoffe in Abhängigkeit der Einstrahlung zu vergilben cher Rückgang auf.
und zu verspröden. UV-Schutz wird meist durch Additive Die Angaben der Beständigkeit von Kunststoffen (wie in
(UV-Stabilisatoren, Schwarzeinfärbung mittels Ruß) oder der folgenden Tabelle zu sehen) sind grundsätzlich nur als
Oberflächenschutz (Lack, Metallisierung) erreicht. Die Zu- Anhaltspunkte zu sehen, da verschiedene Parameter mit-
gabe von Ruß ist eine kostengünstige und sehr wirksame entscheidend sind (z. B. Teilegeometrie, Dosierleistung,
Methode zur Stabilisierung vieler Kunststoffe. mechanische Belastungen, Temperatur oder das umgeben-
In diesem Zusammenhang möchten wir auch auf unsere de Medium). Eine pauschale Angabe von Schädigungsdo-
Informationen zur Licht- und Witterungsbeständigkeit von sen für die einzelnen Kunststoffe ist daher nicht möglich.
Kunststoffen sowie unsere Produkthandhabungs- und
Lagerungsempfehlungen verweisen (� S. 86).

64
Witterungsbeständigkeit Strahlenbeständigkeit [kGy]

Verhalten bei 0 500 1000 1500



Material Freibewitterung

TECAFORM AH natur – TECAFINE PE
(
TECAFORM AH schwarz +)
TECAFINE PP
(
TECAFORM AH ELS +)
TECAFORM

TECAPET – AH
(
TECAPET schwarz +) TECAMID

TECAMID 6 – 6 / 66
TECAPET /
(
TECAM 6 MO +) TECADUR PET
(
TECAMID 6 GF30 schwarz +)
TECAPET

TECAST T –
(
TECAST TM +) TECANAT

TECAFLON PVDF + TECAFLON

TECAFLON PTFE + PTFE
TECAFLON

TECASON S – PVDF

TECAPEI –
TECASON S

TECATRON GF40 –
(
TECATRON PVX +) TECATRON

TECAPEEK –
TECAPEEK 20000

TECAPEEK schwarz –
TECASINT 40000

0 500 1000 1500

Strahlendosis in Kilogray [kGy], welche die


Dehnung um weniger als 25 % verringert

65
Bescheinigungen und Zulassungen

Um sicherzustellen, dass unsere Produkte dem aktuellen Lebensmittelzulassungen


Stand geltender Normen und Vorschriften entsprechen, ist Materialien, die mit Lebensmitteln direkt in Kontakt kom-
es notwendig, die Regularien zu kennen und ständig zu men, sind nach guter Herstellungspraxis so zu fertigen,
prüfen. Über unser Product Compliance Management stel- dass sie unter normalen oder vorhersehbaren Verwen-
len wir die Einhaltung dieser Regeln für unsere Werkstoffe dungsbedingungen keine Bestandteile auf Lebensmittel in
und die Produktion sicher und stellen Ihnen die entspre- Mengen abgeben, die geeignet sind, die menschliche Ge-
chenden Bescheinigungen hierfür aus. sundheit zu gefährden.

Ensinger liefert Werkstoffe, die Grundlage verschiedenster Diese Vorgabe wird in lebensmittelrechtlichen Richtlinien
Produkte und Verarbeitungsanwendungen sind. Diese definiert und durch Prüfungen, Kontrollen und Vorgaben
wiederum unterliegen teilweise behördlichen Anforderun- sichergestellt. Maßgebliche Institutionen sind die FDA
gen. Das Produktportfolio von Ensinger enthält Materiali- (Food and Drug Administration) in den USA, das BfR
en mit verschiedenen Zulassungen, die unter anderem (Bundesinstitut für Risikobewertung) in Deutschland und
folgende Bereiche umfassen: die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicher-
ˌˌLebensmittelkontakt (u. a. nach FDA, BfR, 10/2011/EG, heit) für die EU. Im Blickpunkt stehen dabei vor allem die
1935/2004/EG, 2002/72/EG, 3A SSI) Regularien der EU (1935/2004/EG, 10/2011/EG, …).
ˌˌBiokompatibilität (u. a. nach ISO 10993, USP Class VI)
ˌˌTrinkwasserkontakt (u. a. KTW, WRAS, NSF61) Ensinger bietet ein breites lagerhaltiges Portfolio mit Werk-
ˌˌBrennbarkeit (u. a. UL94, BAM) stoffen, die dem BfR-, FDA- oder EU-Standard entsprechen
ˌˌVerwendung gefährlicher Stoffe (u. a. RoHS) und in direktem Lebensmittelkontakt eingesetzt werden
ˌˌWeitere Zulassungen können.

In enger Zusammenarbeit mit unseren Rohmaterialliefe- Detaillierte Hinweise hierzu


finden Sie in unserer Broschüre
ranten, Behörden und Instituten prüfen wir die möglichen „Kunststoffe für die Lebensmitteltechnik“
Zulassungen und stellen unter anderem durch regelmäßi- unter www.ensinger-online.com
ge Materialprüfungen sicher, dass die gefertigten Produkte
den jeweiligen behördlichen Anforderungen so weit wie
möglich entsprechen.

Je nach Material bieten wir unseren Kunden an, zu den


Werkstoffen aus unserem Lieferprogramm die aufgeführ-
ten Bestätigungen auszustellen. Diese werden bei Ensin-
ger zum Zweck der lückenlosen Rückverfolgbarkeit immer
nur in direkter Verbindung zu einem Auftrag und dem
ausgelieferten Material ausgestellt. Damit ist die Gefahr
minimiert, dass auch nicht-konforme Sonderproduktionen
versehentlich mit Bescheinigungen versehen werden und
als solche auf den Markt gelangen, wie es bei einem nicht
kontrollierbaren Download aus dem Internet der Fall sein
könnte.

Besonderes Augenmerk liegt derzeit auf Zulassungen für


den Lebensmittel- und Medizinbereich. Aufgrund der
strengen Vorgaben für diese Anwendungsbereiche möch-
ten wir diese hier gesondert hervorheben.

66
Medizintechnische Zulassungen Werksbescheinigungen
Die Biokompatibilität eines Materials ist die Voraussetzung Neben Bescheinigungen zu diversen Zulassungen stellt
für dessen Einsatz in medizinischen Anwendungen mit Ensinger auch Werksbescheinigungen nach DIN ISO
direktem Gewebekontakt wie Kurzzeit-Implantaten, medi- 10204 aus. Hier stehen folgende Varianten zur Verfügung:
zinischen Geräten oder auch Medikamenten. Als biokom-
patibel bezeichnet man Werkstoffe oder Baugruppen, die Werksbescheinigung nach 2.1
keine toxischen oder allergischen Reaktionen im menschli- Bescheinigung, in der der Hersteller bestätigt, dass die ge-
chen Körper auslösen. lieferten Erzeugnisse den Anforderungen der Bestellung
entsprechen. Keine Angabe von Prüfergebnissen.
Die für medizintechnische Anwendungen geeigneten
Ensinger Materialien (MT-Produkte) erfüllen die Voraus- Werkszeugnis nach 2.2
setzungen für den direkten Kontakt mit dem mensch­lichen Bescheinigung, in der der Hersteller bestätigt, dass die ge-
Gewebe in einem Zeitraum bis zu 24 Stunden. Spezielle lieferten Erzeugnisse den Anforderungen der Bestellung
Materialien sind auch für längere Kontaktzeiten zugelas- entsprechen.
sen. Für die Medizintechnik bietet Ensinger biokompatible Darüber hinaus Angabe nichtspezifischer Prüfungen,
Hochleistungskunststoffe in einer breiten Farbvielfalt an. durch die ermittelt werden soll, ob die Erzeugnisse nach
der gleichen Erzeugnisspezifikation, nach dem gleichen
Kunststoff-Halbzeuge sind per Definition keine Medizin- Verfahren oder aus Vormaterial bzw. Vorerzeugnissen her-
oder pharmazeutische Produkte, sondern nur deren Vor- gestellt worden sind und die in der Bestellung festgelegten
produkte. Da es für Kunststoff-Halbzeuge deshalb keine Anforderungen erfüllen. Die geprüften Erzeugnisse müs-
genormte Vorgabe zur Bewertung der biologischen Eig- sen nicht notwendigerweise aus der Lieferung selbst stam-
nung gibt, hat Ensinger aus der Vielzahl von Prüfungen men, sondern können aus vergleichbaren Erzeugnissen
auf Biokompatibilität in der ISO 10993 und USP eine eige- aus demselben Material erfolgen.
ne Auswahl getroffen. Diese soll unseren Kunden die
größtmögliche Hilfestellung bei der Zulassung medizini- Abnahmeprüfzeugnis nach 3.1
scher oder pharmazeutischer Endprodukte bieten. Aus die- Bescheinigung, in der durch den Hersteller bestätigt wird,
sem Grund unterzieht Ensinger die lagerhaltigen MT- dass die gelieferten Erzeugnisse die in der Bestellung fest-
Halbzeuge, die für den Einsatz in Medizinprodukten mit gehaltenen Anforderungen erfüllen. Mit Angabe chargen-
einer Kontaktzeit <24h geeignet sind, in regelmäßigen Ab- bezogener Prüfergebnisse.
ständen einer kombinierten Prüfung: Zytotoxizität/ Wachs- Der Hersteller darf in das Abnahmeprüfzeugnis 3.1 Prüf­
tumsinhibition (ISO 10993-5), Hämolyse (ISO 10993-4) ergebnisse übernehmen, die auf der Grundlage chargen-
und chemische Analyse/„Fingerprint“ (ISO 10993-18). Die- spezifischer Prüfungen des Erzeugnisses oder des ver­
se Prüfungen werden biologisch-toxikologisch bewertet wendeten Vormaterials bzw. der Vorerzeugnisse ermittelt
(ISO 10993-1). Damit folgt Ensinger den Empfehlungen werden. Voraussetzung ist die Sicherstellung der Rückver-
der ISO 10993-1 bezüglich einer schrittweisen biologischen folgbarkeit.
Qualifizierung.

Die von Ensinger ausgestellte Biokompatibilität stellt je-


doch nur eine Bestätigung für das Halbzeug dar. Das ferti-
ge Bauteil muss nach allen Bearbeitungsschritten noch
durch den Inverkehrbringer geprüft und zugelassen wer-
den.

Detaillierte Hinweise hierzu


finden Sie in unserer Broschüre
„Kunststoffe für die Medizintechnik“
unter www.ensinger-online.com

67
Erst der richtige Werkstoff gibt einer Konstruktion die nöti-
ge Funktionalität, Sicherheit und Lebensdauer. In erster Li-
nie bestimmen die Anwendungsbedingungen die Auswahl
des Materials. Neben dem geplanten Verwendungszweck
werden bei der Suche nach dem geeigneten Kunststoff aber
auch alle weitergehenden Detailforderungen in die Überle-
gung einbezogen.

In einer qualifizierten Werkstoffempfehlung werden die


vorliegenden Informationen mit tech­nischen Daten und
branchenspezifischen Erfahrungswerten verglichen. Wenn
das optimale Material für die individuelle Anwendung er-
mittelt ist, lässt sich in der Phase der Bauteilauslegung die
Eignung eines Kunststoffs frühzeitig mit Hilfe von Berech-
nungen überprüfen, bevor die Werkstoffauswahl dann
durch praxisnahe Versuche bestätigt wird.

Werkstoffauswahl und Berechnungen


Werkstoffauswahl

Kriterien für die Materialauswahl Anwendungsbereich / Einsatzbranche


Bei der Suche nach einem geeigneten Kunststoff bestim- Bei der Frage nach dem Anwendungsbereich oder der Ein-
men die Anwendungsbedingungen die Auswahl des Mate- satzbranche schränkt sich die Materialauswahl oft schon
rials. Aus diesem Grund müssen verschiedene spezifische deutlich ein, da für verschiedene Branchen meist nur spe-
Randbedingungen bekannt und beurteilt sein, beispiels- zielle Werkstoffe in Frage kommen, etwa aufgrund von ge-
weise der geplante Verwendungszweck, die Einsatzbran- forderten Zulassungen. Als Beispiel können hier die Bran-
che und weitergehende Details zu den Eigenschaften und chen Medizin- oder Lebensmitteltechnik genannt werden.
Anwendungsbedingungen. Mit Hilfe dieser Informationen In der Medizintechnik kommen meist nur Werkstoffe in
können qualifizierte Experten die Anforderungen mit tech- Frage, die für den direkten Körperkontakt zugelassen sind.
nischen Werten vergleichen und bewerten. Anhand defi- Das heißt, die Werkstoffe müssen biokompatibel sein.
nierter Kriterien lässt sich die Materialvielfalt so immer In der Lebensmitteltechnik hingegen werden Zulassun-
weiter einschränken. gen nach FDA oder den europäischen Normen (z. B.
Die Auswahl kann dabei jedoch nur eine Empfehlung 10/2011/EG, 1935/2004/EG) gefordert.
darstellen, die praxisnahe Versuche nicht ersetzen kann. Somit kommen für diese Branchen nur Werkstoffe in Fra-
ge, die die entsprechenden Anforderungen der Zulassun-
gen erfüllen.
4. Tribologische
Belastung Thermische Beanspruchung
3. Mechanische
5. Chemische
Belastung Zur weiteren Einschränkung der Materialauswahl ist die
Belastung
2. Thermische
thermische Belastung ein wichtiges Kriterium. Hierbei
6. Geforderte
Belastung
Zulassungen /
müssen die Temperaturen bewertet werden, die in das Ma-
Physiologische terial durch die Anwendungsbedingungen eingetragen
Unbedenklichkeit werden. Neben der Wärmeeinwirkung von außen müssen
1. Einsatzbranche auch systembedingte Wärmezufuhren wie z. B. Reibungs-
Anwendungsbereich 7. Elektrische
Materialauswahl Anforderungen wärme berücksichtigt werden. Besonders charakteristische
Temperaturen sind:
12. Sonder-
spezifikationen ˌˌDauergebrauchstemperatur
8. Optische
Anforderungen ˌˌKurzzeitige Maximalgebrauchstemperatur
11. Herstellungs- ˌˌNegative Gebrauchstemperatur
verfahren, 9. Brandverhalten
10. Strahlen- / ˌˌGlasübergangstemperatur
Bauteil
Witterungs- ˌˌWärmeformbeständigkeit
beständigkeit
ˌˌThermischer Längenausdehnungskoeffizient

Mechanische Beanspruchung
Grundsätzliche Fragen zur Werkstoffwahl Um die Eignung eines Materials bzgl. der mechanischen
Generell sollte erst darüber nachgedacht werden, welche Beanspruchung beurteilen zu können, müssen möglichst
Art von Werkstoff man in der entsprechenden Anwendung detaillierte Informationen zur Belastung vorliegen. Meist
einsetzen möchte. Dabei stellen sich diverse Fragen: kann es sehr hilfreich sein, hierzu eine Skizze des Bauteils
ˌˌKommt generell Kunststoff in Frage? mit Angaben zur mechanischen Beanspruchung zu erhal-
ˌˌWarum Kunststoff? Gewichtsersparnis, ten. Besonders entscheidend sind hier:
bessere Eigenschaften in der Anwendung? ˌˌArt der Belastung (statisch, dynamisch)
ˌˌWas war bisher im Einsatz? ˌˌHöhe der auftretenden Kräfte
ˌˌWenn ein anders Material eingesetzt wurde, warum soll ˌˌAngriffspunkt und -richtung
gewechselt werden? ˌˌTemperaturbelastung während der Krafteinwirkung
ˌˌWarum hat es nicht funktioniert? ˌˌZeitlicher Verlauf
ˌˌWelche Probleme traten auf? ˌˌEvtl. Geschwindigkeiten
ˌˌZulässige Pressung und Dehnung

70
Chemische Belastung Um statische Aufladungen zu vermeiden, zum Beispiel bei
Kommt ein Bauteil in Kontakt mit Chemikalien, muss die der Fertigung elektronischer Komponenten, sind ableiten-
Beständigkeit gegenüber den Substanzen unter den An- de oder leitende Werkstoffe erforderlich. Dies gilt ebenfalls
wendungsbedingungen betrachtet werden. Entscheidend bei ATEX-Anwendungen (ATmosphère EXplosive).
hierbei: Im Gegensatz hierzu werden z. B. bei Bauteilen, bei denen
ˌˌKontakttemperatur eine hohe Durchschlagfestigkeit gefordert ist, gut isolie-
ˌˌKontaktzeit rende Werkstoffe benötigt.
ˌˌKonzentration
Zu beachten ist, dass nicht nur die Substanzen in der An- Optische Anforderungen
wendung, sondern auch während der Bearbeitung (Kühl- Häufig werden optische Anforderungen an ein Bauteil ge-
schmiermittel etc.) berücksichtigt werden müssen. Zudem stellt. Dies kann von einer einfachen Einfärbung z. B. um
ist bei Substanzmischungen zu beachten, dass sich diese ein Corporate Design wiederzugeben, über transparente
völlig anders gegenüber einem Material verhalten als die Bauteile für Schaugläser bis hin zu Farbgebungen für die
Einzelsubstanzen für sich. optische Detektion reichen (z. B. Blau im Lebensmittel­be-
reich).
Tribologische Belastung
Handelt es sich bei der Anwendung um eine Gleit-Reib­ Anforderungen an Brandverhalten
anwendung, sind grundsätzlich gute Gleiteigenschaften In vielen Bereichen wie Luft- und Raumfahrt, Bahnwesen
sowie Verschleißeigenschaften gefordert. Diese Größen etc. werden hohe Anforderungen an den Brandschutz ge-
hängen jedoch meist direkt mit den weiteren Anwen- stellt, um die Sicherheit der Anwendung zu gewährleisten.
dungsbedingungen zusammen. Zudem spielt auch das Hierbei wird häufig die selbstverlöschende Eigenschaft ei-
Gleitsystem an sich eine wesentliche Rolle. nes Werkstoffs gefordert. Es gibt verschiedenste branchen-
ˌˌAnwendungstemperatur abhängige Zulassungen, die durch das Material / Bauteil
ˌˌGleitgeschwindigkeit erfüllt werden müssen.
ˌˌPressung
ˌˌGegenlaufpartner Anforderungen an Strahlen- / Witterungsbeständigkeit
ˌˌOberflächenbeschaffenheit Werden Bauteile z. B. in Außenanwendungen, in der Ra-
Grundsätzlich kann die generelle Eignung eines Materials diologie oder in Anwendungen genutzt, in denen sie hoch-
bezüglich des Gleit-Reib-Verschleißverhaltens theoretisch energetischer Strahlung wie in Kraftwerken ausgesetzt
nur bedingt beurteilt werden, da das Zusammenspiel aller werden, müssen die Werkstoffe eine entsprechende Strah-
auftretenden Parameter nur in einem praxisnahen Versuch lenbeständigkeit aufweisen. Entscheidend für die Material-
im Detail ermittelt werden kann. wahl sind die Einwirkungsdosen und die jeweiligen An-
wendungsbedingungen.
Geforderte Zulassungen / Physiologische Unbedenklichkeit
Von den Anwendungsbedingungen kann häufig auf die be- Wie soll das Bauteil gefertigt werden?
nötigten Zulassungen und Bescheinigungen geschlossen Die Materialauswahl ist zudem abhängig von der ge-
werden. Da entsprechende Zulassungen häufig von der planten Verarbeitungsmethode. So sollte bekannt sein, ob
eingesetzten Rohware abhängig sind, sollte vorab im Detail das Bauteil zerspantechnisch, im Spritzguss, im „Direct
geklärt werden, welche Bescheinigungen gefordert sind. Forming“ oder in einem ähnlichen Verfahren gefertigt
ˌˌLebensmittel (FDA, 10/2011, NSF 51 …) werden soll.
ˌˌMedizin (ISO 10993, USP class VI, …)
ˌˌTrinkwasser (KTW, NSF 61, …) Sonderspezifikationen
ˌˌLuft- und Raumfahrt (ABS, ABD, …) Neben den genannten Anforderungen kann es noch eine
Vielzahl zusätzlicher Rahmenbedingungen, Spezifika­
Elektrische Anforderungen tionen oder Zulassungen geben, die ein Material in einer
Wenn elektrische Anforderungen bestehen, kommt es bestimmten Anwendung erfüllen muss. Entsprechende
meist darauf an, ob ein elektrisch ableitender / leitender Punkte müssen separat geprüft und ermittelt werden.
oder elektrisch isolierender Werkstoff gefordert wird.

71
Berechnungen

Um die im Abschnitt „Mechanische Eigenschaften“ darge- ˌˌRissbildung (Belastung bis zu einer irreversiblen
stellten Zusammenhänge zu verdeutlichen, sollen die be- Schädigungen im Mikrobereich, Crazes)
schriebenen Einflussfaktoren an einem einfachen Beispiel ˌˌAnwendungsbezogene max. zulässige Verformung
näher erläutert werden:
Für den hier beschriebenen Anwendungsfall wird eine
Beschreibung: max. zulässige Verformung von 1 % angenommen.
Wir nehmen an, dass wir eine einfache quadratische
Maschinenunterlage zu fertigen haben. Mit diesem Wert kann nun über ein quasi statisches Span-
nungsdehnungsdiagramm die zulässige Flächenpressung
Die Unterlage liegt flächig auf einem ebenen Untergrund ermittelt werden. Auch wenn es sich im beschriebenen Fall
auf und wird gleichmäßig vollflächig mit einer Last von 1 t um eine Druckbelastung handelt, kann hier auf Ergebnisse
belastet. aus dem Zugversuch zurückgegriffen werden, da mit weni-
gen Ausnahmen die Zugfestigkeit eines Materials kleiner
Gegeben: FG FG
ist als die Druckfestigkeit. Somit wird also gleichzeitig
h = 10 mm noch eine gewisse Sicherheit berücksichtigt. Da die Ergeb-
b = 50 mm nisse am Zugversuch gut zugänglich sind, steht darüber
l = 50 mm hinaus eine gute Datenbasis zur Verfügung.
l l
m = 1.000 kg h h

b Abbildung 1 120 w 120


Spannungs-Dehnungs-
100 100
Diagramm
1. Es gilt: PA 66 (trocken) 80 80
Um die auftretende Flächenpressung berechnen zu kön-
60 60
nen, muss vorerst die Gewichtskraft wie folgt berechnet
• Spannung [MPa]

40 40
werden: 35
FG = m × g = 1.000 kg × 10 m/s² = 10.000 N (vereinfacht) 20 20
17
  TECAMID 66 0 0
Diese Kraft muss dann auf die Kontaktfläche projiziert wer- 0 1 2 3 4
• Dehnung [%]
den. Der Einfachheit halber sei angenommen, dass die
Kraft ideal auf die Kontaktfläche verteilt wird. Vorerst muss Bei einer Belastung von 4 MPa und einer zulässigen
nun jedoch die Kontaktfläche in diesem Fall wie folgt be- Deformation von 1% kann beispielsweise der Werkstoff
rechnet werden: TECAMID 66 verwendet werden. Unter diesen Bedingun-
A = b × l = 50 mm × 50 mm = 2.500 mm² gen darf eine Flächenpressung bis ca. 35 MPa aufgebracht
um anschließend die Flächenpressung wie folgt zu berech- werden.
nen:
p = F / A = 10.000N / 2.500mm² = 4,0 MPa 2. Feuchtigkeitseinfluss
In der oben beschriebenen Anwendung tritt (vereinfacht Die oben verwendeten Daten wurden an spritzfrischen
berechnet) eine Flächenpressung von 4,0 MPa auf. Probekörpern ermittelt, die Anwendung findet jedoch im
Um einen geeigneten Werkstoff empfehlen zu können, Normalklima statt. Deshalb muss besonders bei Polyami-
muss nun allerdings noch das Versagenskriterium festge- den, die im Allgemeinen eine vergleichsweise hohe Feuch-
legt werden. Hier kann unterschieden werden zwischen tigkeitsaufnahme haben, auch die tatsächlich vorhandene
mehreren Kriterien: Festigkeit im Normalklima zur Beurteilung der Anwen-
ˌˌBruch (Belastung bis zum Werkstoffbruch) dung herangezogen werden:
ˌˌVerstreckung (Belastung bis zur Fließgrenze
eines Materials)

72
20 Abbildung 2 120 4. Einfluss
20 der Temperatur 20
10 100 1
Spannungs-Dehnungs-
00 100 Nehmen wir nun an, die10zu 100tragende
1000 10000 Maschine erwärmt
Diagramm
80 PA 66 (konditioniert) 80
sich während der Anwendung auf ca. 60 °C. Da die 15Festig-
15

keit und Steifigkeit eines Werkstoffes bei höheren Tempe-


60 60 10 10
raturen abnimmt, während die Zähigkeit zunimmt, muss
• Spannung [MPa]

40 40
35 dieser Umstand
5
bei der Auslegung der Unterlagen5 eben-
20 20 falls berücksichtigt werden. 2.5
17
0   TECAMID 66 0 Hierzu können
0 isochrone Spannungs-Dehnungs-Dia- 0
0 1 2 3 4 0 1 2 3 4
gramme verwendet
0 1
werden,
2 3
die4 bei 5entsprechender Tem-
0 1 2 4
• Dehnung [%]
peratur ermittelt wurden.
Durch die Feuchtigkeitsaufnahme sinkt die mechanische
Festigkeit
20 spürbar ab. Die Flächenpressung von 20
4 MPa bei Abbildung 4 10000
10 100 1000
20
10 100 1000 10000
Isochrones Spannungs-
1 % zulässiger Verformung ist zwar noch möglich, jedoch
10 100 1000 10000
15 15
Dehnungs-Diagramm 15
kann unter diesen Bedingungen nur mehr eine Belastung PA 66 (60 °C)
von ca. 17 MPa ertragen werden.
10 10 10

• Spannung [MPa]
3. Einfluss
5
der Zeit 5 5
Die Maschine soll über einen längeren Zeitraum 2.5
auf den 2.5
Unterlagen
0 stehen bleiben. Die maximal zulässige0 Verfor-   TECAMID 66 0
3 4
mung der 0
Unterlage
1 2
von
3
1 
4
% soll
5
nicht überschritten
0 1 2 4 6 8 0 1 2 4 6 8
• Dehnung [%]
werden. Hierfür nehmen wir einen Wert für die Zeit von
10.000 h an. Dies entspricht grob überschlagen einem Jahr. Bei einer Belastungsdauer von 10.000 h und einer zulässi-
Für derartige Abschätzungen können isochrone Span- gen Verformung von 1 % kann nun bei einer erhöhten
nungs-Dehnungs-Diagramme verwendet werden. Sie Temperatur von 60 °C eine zulässige Flächenpressung von
zeigen den Spannungs-Dehnungsverlauf bei verschiede- ca. 2,5 MPa festgestellt werden, die kleiner als die tatsäch-
nen Belastungszeiten in einem einzigen Diagramm. lich wirkende Flächenpressung liegt. In diesem Fall muss
also durch entsprechende Maßnahmen entgegen gewirkt
20 Abbildung 3 20 werden. 20Beispielsweise kann durch
10 100 1000 10000 konstruktive Anpas-
20
10 100 10
Isochrones Spannungs-
00 10 100 1000 10000 sungen, wie beispielsweise die Vergrößerung der Auflage-
Dehnungs-Diagramm 15 15 15
80 PA 66 (23 °C, konditioniert) fläche, die tatsächliche Flächenpressung reduziert werden.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Werkstoffeigen-
60 10 10 10
schaften zu verbessern, beispielsweise durch Glasfaserver-
• Spannung [MPa]

40
5
stärkung,5oder auf ein anderes Material zu wechseln. 5
20
17 2.5 2.5

0   TECAMID 66 0 Diese Berechnung


0 bedient sich einiger Vereinfachungen
0
0 1 2 3 4 0 1 2 3 4 5
und soll lediglich
0 1
aufzeigen,
2 4
wie
6
stark8 die Kunststoffeigen-
0 1 2 4 6
• Dehnung [%]
schaften von den Umgebungsbedingungen abhängen. Je
Aus dem obigen Diagramm kann nun für eine Belastungs- mehr Daten vorliegen, desto besser kann eine Werkstoff-
dauer von 10.000 h und einer zulässigen Verformung von auswahl erfolgen.
1 % eine zulässige Flächenpressung von ca. 5 MPa ausge­
lesen werden. Auch unter diesen Bedingungen würde die In vielen Fällen liegen keine umfangreichen Werkstoffda-
Unterlage noch ihren Zweck erfüllen. Durch die Einfluss- ten vor. Für abschätzende Berechnungen können jedoch
faktoren Feuchtigkeit und Zeit sinkt die zulässige Flächen- auch durch Inter- oder Extrapolationen vorhandene Daten
pressung allerdings bereits merklich. verwendet werden.

73
Bei der Weiterbearbeitung von Kunststoffhalbzeugen steht
die Zerspanung im Vordergrund. Um hochwertige, lang­
lebige, dimensionsgenaue und fehlerfreie Bauteile anferti-
gen zu können, müssen die Werkzeuge und Bearbeitungs-
parameter ebenso beachtet werden wie die Eigenschaften
der spezifischen Materialien.

Meistens lassen sich Thermoplaste sehr gut mittels Schwei-


ßen und Kleben miteinander (oder mit anderen Werk­
stoffen) verbinden. Bei allen Weiterbearbeitungsschritten
sollte auf eine gründliche Reinigung der Bauteile geachtet
werden.

Auf den folgenden Seiten finden Sie einen Überblick über


verschiedene Weiterverarbeitungsverfahren und Hinweise,
welche werkstoffspezifischen Unterschiede dabei zu be-
achten sind.

Weiterbearbeitung
Bearbeitung von Kunststoffen

Allgemeine Hinweise* 2. Fräsen  Für plane Flächen ist das Stirnfräsen wirtschaft-
Unverstärkte thermoplastische Kunststoffe lassen sich mit licher als das Umfangsfräsen. Beim Umfangs- und Form-
Werkzeugen aus Schnellarbeitsstahl bearbeiten. Bei ver- fräsen sollten die Werkzeuge nicht mehr als zwei Schnei-
stärkten Materialien sind Hartmetallwerkzeuge erforder- den haben, damit Schwingungen auf Grund der
lich. In jedem Fall dürfen nur einwandfreie geschärfte Schneidenzahl klein bleiben und die Spanräume genü-
Werkzeuge verwendet werden. Wegen der schlechten Wär- gend groß sind. Optimale Schnittleistungen und Oberflä-
meleitfähigkeit der Kunststoffe muss für eine gute Wärme- chengüten ergeben sich bei Einschneidewerkzeugen
abfuhr gesorgt werden. Die beste Kühlung ist die Wärme-
abfuhr über den Span. 3. Bohren  Im Allgemeinen lassen sich Spiralbohrer ver-
wenden; diese sollten einen Drallwinkel von 12° bis 16° und
Maßhaltigkeit sehr glatte Spiralnuten zur guten Spanabfuhr besitzen.
Maßgenaue Teile setzen spannungsarm getempertes Halb- Größere Durchmesser sind vorzubohren bzw. mittels
zeug voraus. Die Zerspanungswärme führt sonst unwei- Hohlbohrer oder durch Ausstechen herzustellen. Beim
gerlich zum Freiwerden von Verarbeitungsspannungen Bohren ins volle Material ist besonders auf einwandfrei ge-
und einem Verziehen des Teiles. Treten hohe Zerspa- schärfte Bohrer zu achten, da sonst die entstehende Druck-
nungsvolumen auf, so ist nach der Hauptzerspanung evtl. spannung bis zum Reißen des Materials anwachsen kann.
zwischenzutempern, um die entstandenen Wärmespan-
nungen wieder abzubauen. Die einzustellenden Tempera-
turen und Zeiten können Sie werkstoffspezifisch bei uns
erfragen. Werkstoffe mit hoher Wasseraufnahme (z.B.
Spannungsverlauf stumpfer Bohrer Spannungsverlauf geschärfter Bohrer
Polyamide) müssen gegebenenfalls vor der Bearbeitung
konditioniert werden. Kunststoffe erfordern größere Verstärkte Kunststoffe besitzen höhere Verarbeitungsrest-
Fertigungs­toleranzen als Metalle. Außerdem ist die um ein spannungen bei geringer Schlagzähigkeit als unverstärkte
Vielfaches größere Wärmeausdehnung zu berücksichtigen. und sind daher besonders rissempfindlich. Sie sollten nach
Möglichkeit vor dem Bohren auf etwa 120 °C erwärmt wer-
Bearbeitungsverfahren den (Erwärmungszeit ca. 1 Std. pro 10 mm Querschnitt).
1. Drehen  Richtwerte für die Schneidengeometrie sind in Auch bei Polyamid 66 sowie Polyester empfiehlt sich dieses
der Tabelle (� S. 77) angegeben. Für Oberflächen mit be- Verfahren.
sonders hoher Qualität ist die Schneide gem. Bild 1 als
Breitschlichtschneide auszuführen. Beim Abstechen sollte 4. Sägen  Unnötige Wärmebildung durch Reibung ist zu
der Meißel nach Bild 2 geschliffen sein, um eine Butzenbil- vermeiden, da beim Sägen meist dickwandige Teile mit re-
dung zu vermeiden. Bei dünnwandigen und besonders fle- lativ dünnen Werkzeugen getrennt werden. Zweckmäßig
xiblen Werkstücken dagegen arbeitet man vorteilhafter mit sind daher gut geschärfte und stark geschränkte Sägeblät-
messerähnlich geschliffenen Werkzeugen (Bild 3). ter.

Bild 1 Bild 2 5. Gewindeherstellung  Gewinde werden am besten durch


Breitschlichtschneide Anschliff verhindert Butzen
Strehlen hergestellt; Gratbildung läßt sich durch zweizah-
nige Strehler vermeiden. Schneideisen sind nicht zu emp-
fehlen, da beim Rücklauf mit einem Nachschneiden zu
rechnen ist. Gewindebohrer müssen häufig mit einem Auf-
Nachschneide Drehmeißel maß (material- und durchmesserabhängig, Richtwert:
0,1 mm) versehen werden.
Bild 3
Abschneiden von flexiblen
Kunststoffen 6. Sicherheitsvorkehrungen  Bei Nichteinhaltung der Zer-
spanungsrichtwerte kann es zu örtlichen Überhitzungen
kommen, die bis hin zur Werkstoffzersetzung führen kön-
nen. Die dabei frei werdenden Zersetzungsprodukte, u.a.
aus PTFE-Füllstoffen sind durch Absaugeinrichtungen
* Unsere anwendungstechnische Beratung in Wort und Schrift soll Ihre eigene Arbeit
aufzufangen. Tabakwaren sind in diesem Zusammenhang
unter­stützen. Sie gilt als unverbindliche Empfehlung, auch im Bezug auf etwaige wegen möglicher Vergiftungserscheinungen aus den Ar-
Schutzrechte Dritter. Eine Haftung für mögliche Schäden, die bei der Bearbeitung auftreten,
können wir nicht übernehmen. beitsräumen fernzuhalten.

76
t
α

Zerspanungsrichtlinien

Sägen Bohren Bohren


Sägen
β Sägen
α Freiwinkel [°] α Freiwinkel [°]
t
α γ Spanwinkel [°] t β Drallwinkel [°]
t Zahnteilung [mm]
α γ
γ Spanwinkel [°]
γ φ
γ φ Spitzwinkel [°]

α
φ

Frei- Span- Schnitt- Zahn- Zähne- Drall- Spitz- Schnitt-


winkel winkel geschwind. teilung zahl winkel winkel geschwind. Vorschub
TECAFINE PE, PP 20 – 30 2 – 5 500 3 – 8 Z2 25 90 50 – 150Fräsen
0,1 – 0,3
TECAFINE PMP 20 – 30 2 – 5 500 3 – 8
Bohren Z2 α 25 90 50 – 150 0,1 – 0,3
TECARAN ABS 15 – 30 0 – 5 300 2 – 8 Z2 25 90 Bohren
50 – 200 0,2 – 0,3
β Sägen γ
TECANYL 15 – 30 5 – 8 300 3 – 8 β Z2 25 90 50 – 100 0,2 – 0,3
t
TECAFORM AD, AH 20 – 30
α γ 0 – 5 500 – 800 2 – 5 Z2 25 90 50 – 150 0,1 – 0,3
γ
TECAMID, TECARIM, TECAST 20 – 30 2 – 5 500 3 – 8
φ Z2 25 90 50 – 150 0,1 – 0,3
γ φ
TECADUR/TECAPET 15 – 30 5 – 8 300 3 – 8 Z2 25 90 50 – 100 0,2 – 0,3
α
TECANAT 15 – 30
φ 5 – 8 300 3 – 8 Z2 25 α 90 50 – 100 0,2 – 0,3
φ
TECAFLON PTFE, PVDF 20 – 30 5 – 8 300 2 – 5 Z2 25 90 150 – 200 0,1 – 0,3
TECAPEI 15 – 30 0 – 4 500 2 – 5 Z2 25 90 20 – 80 0,1 – 0,3
TECASON S, P, E 15 – 30 0 – 4 500 2 – 5 Z2 25 90 20 – 80Drehen
0,1 – 0,3
TECATRON 15 – 30 0 – 5 500 – 800 3 – 5
Fräsen Z2 25 90 50 – 200 0,1 – 0,3
TECAPEEK 15 – 30 0 – 5 500 – 800 3 – 5 Z2 25 90 Fräsen
50 – 200 0,1 – 0,3
α Bohren α
TECATOR 15 – 30 0 – 3 800 – 900 10 – 14 Z2 αχ 25 90 80 – 100 0,02 – 0,1
β γ0 – 3 γ
TECASINT 5 – 10 800 – 900 3 – 4 Z2 γ25 120 80 – 100 0,02 – 0,1
Verstärkte TECA-Produkte* 15 – 30 γ 10 – 15 200 – 300 3 – 5 Z2 25 100 80 – 100 0,1 – 0,3
φ
* Verstärkungs- / Füllstoffe: Erwärmen beim Sägen: Erwärmen beim Bohren im Zentrum:
Glasfasern, Glaskugeln, Kohlefasern, ab Ø 60 mm TECAPEEK GF/PVX, TECATRON GF/PVX ab Ø 60 mm TECAPEEK GF/PVX, TECATRON GF/PVX
mineralische Füllstoffe, Grafit, α ab Ø 80 mm TECAMID 66 MH, 66 GF, TECAPET, TECADUR PBT GF
φab Ø 80 mm TECAMID 66 GF, TECAPET, TECADUR PBT GF
Glimmer, Talkum, etc. ab Ø 100 mm TECAMID 6 GF, 66, 66 MH ab Ø 100 mm TECAMID 6 GF, 66, TECAM 6 MO, TECANYL GF

Drehen
Fräsen Drehen Drehen
Fräsen
α Freiwinkel [°] α Freiwinkel [°]
α
γ Spanwinkel [°] γ Spanwinkel [°]
α
χ γ Fräsrichtung: Gegenlauf α χ Einstellwinkel [°]
χ
γ Der Vorschub kann bis Der Spitzenradius r soll
γ mindestens 0,5 mm betragen
0,5 mm / Zahn betragen

Zähne­ Schnitt- Frei­ Span­ Einstell­ Schnitt-


zahl geschwind. Vorschub winkel winkel winkel geschwind. Vorschub
TECAFINE PE, PP Z1 – Z2 250 – 500 0,1 – 0,45 6 – 10 0 – 5 45 – 60 250 – 500 0,1 – 0,5
TECAFINE PMP Z1 – Z2 250 – 500 0,1 – 0,45 6 – 10 0 – 5 45 – 60 250 – 500 0,1 – 0,5
Drehen
TECARAN ABS Z1 – Z2 300 – 500 0,1 – 0,45 5 – 15 25 – 30 15 200 – 500 0,2 – 0,5
TECANYL Z1 – Z2 300 0,15 – 0,5 5 – 10 6 – 8 45 – 60 300 0,1 – 0,5
TECAFORM AD, AH Z1 – Z2 300 0,15 – 0,5 6 – 8 0 – 5 45 – 60 300 – 600 0,1 – 0,4
α
TECAMID, TECARIM, TECAST Z1 – Z2
χ 250 – 500 0,1 – 0,45 6 – 10 0 – 5 45 – 60 250 – 500 0,1 – 0,5
TECADUR/TECAPET Z1 – Z2 γ 300 0,15 – 0,5 5 – 10 0 – 5 45 – 60 300 – 400 0,2 – 0,4
TECANAT Z1 – Z2 300 0,15 – 0,4 5 – 10 6 – 8 45 – 60 300 0,1 – 0,5
TECAFLON PTFE, PVDF Z1 – Z2 150 – 500 0,1 – 0,45 5 – 10 5 – 8 10 150 – 500 0,1 – 0,3
TECAPEI Z1 – Z2 250 – 500 0,1 – 0,45 10 0 45 – 60 350 – 400 0,1 – 0,3
TECASON S, P, E Z1 – Z2 250 – 500 0,1 – 0,45 6 0 45 – 60 350 – 400 0,1 – 0,3
TECATRON Z1 – Z2 250 – 500 0,1 – 0,45 6 0 – 5 45 – 60 250 – 500 0,1 – 0,5
TECAPEEK Z1 – Z2 250 – 500 0,1 – 0,45 6 – 8 0 – 5 45 – 60 250 – 500 0,1 – 0,5
TECATOR Z1 – Z2 60 – 100 0,05 – 0,35 6 – 8 0 – 5 7 – 10 100 – 120 0,05 – 0,08
TECASINT Z1 – Z2 90 – 100 0,05 – 0,35 2 – 5 0 – 5 7 – 10 100 – 120 0,05 – 0,08
Verstärkte TECA-Produkte* Z1 – Z2 80 – 450 0,05 – 0,4 6 – 8 2 – 8 45 – 60 150 – 200 0,1 – 0,5
* Verstärkungs- / Füllstoffe: Werkstoff auf 120 °C vorwärmen Detaillierte Hinweise hierzu
Glasfasern, Glaskugeln, Kohlefasern,
Vorsicht mit Kühlmitteln finden Sie in unserer Broschüre
mineralische Füllstoffe, Grafit,
Glimmer, Talkum, etc. (Spannungsrissempfindlichkeit) „Zerspanungsempfehlungen für Halbzeuge
aus technischen Kunststoffen“
unter www.ensinger-online.com

77
Tempern

Temperprozess Tempern zur Reduktion von Spannungen


Der Vorgang des Temperns ist eine Wärmebehandlung Ensinger Halbzeuge werden nach der Produktion grund-
von Halbzeugen, Form- oder Fertigteilen. Die Produkte sätzlich zur Minderung der während der Fertigung ent-
werden langsam und gleichmäßig auf ein werkstoffspezi- standenen internen Spannungen einem speziellen Tem-
fisch definiertes Temperaturniveau erwärmt. Darauf folgt perprozess unterzogen. Das Tempern wird in speziellen
eine materialdickenabhängige Haltezeit, um das Formteil Umluftöfen durchgeführt, kann aber auch in einem Ofen
voll durchzuwärmen. Anschließend muss das Material mit zirkulierendem Stickstoff oder in einem Ölbad stattfin-
wieder langsam und gleichmäßig auf Raumtemperatur den. Das Tempern führt zu einer Steigerung der Kristalli-
abgekühlt werden. nität sowie zur Verbesserung der Festigkeit und Chemika-
lienbeständigkeit. Zudem wird neben der Reduktion der
inneren Spannungen eine Erhöhung der Dimensionsstabi-
Typischer Temperzyklus
lität über einen breiten Temperatur­bereich erreicht. Damit
Temperatur [°C] ist sichergestellt, dass das Material, das Sie erhalten, wäh-
rend und nach dem Bearbeitungsprozess maßstabil bleibt
und sich besser spanend bearbeiten lässt.
Vorteile durch Tempern:
ˌˌRestspannungen, die während des Herstell- oder
Verarbeitungsprozesses entstanden sind, lassen sich
durch Tempern weitgehend reduzieren
Zeitdauer ˌˌKristallinität der Werkstoffe erhöhen sowie
[h] mechanische Werkstoffkennwerte optimieren
ˌˌAusbildung einer gleichmäßigen kristallinen Struktur
t1 t2 t3 t4
in den Werkstoffen
Aufheizzeit Haltezeit Abkühlzeit Nachhaltezeit
ˌˌTeilweise Verbesserung der Chemikalienbeständigkeit
Temperatur Ofen ˌˌReduktion von Verzugsneigung und Maßänderungen
Temperatur im Zentrum des Halbzeugs / Fertigteils (während oder nach der Verarbeitung)
ˌˌNachhaltige Verbesserung der Dimensionsstabilität

Polymer-
Werkstoff bezeichnung Aufheizen Halten* Abkühlen
TECASINT PI 2 Std. auf 160 °C 6 Std. auf 280 °C 2 h bei 160 °C / 10 h bei 280 °C mit 20 °C pro Std. auf 40 °C
TECAPEEK PEEK 3 Std. auf 120 °C 4 Std. auf 220 °C 1,5 Std. je cm Wanddicke mit 20 °C pro Std. auf 40 °C
TECATRON PPS 3 Std. auf 120 °C 4 Std. auf 220 °C 1,5 Std. je cm Wanddicke mit 20 °C pro Std. auf 40 °C
TECASON E PES 3 Std. auf 100 °C 4 Std. auf 200 °C 1 Std. je cm Wanddicke mit 20 °C pro Std. auf 40 °C
TECASON P PPSU 3 Std. auf 100 °C 4 Std. auf 200 °C 1 Std. je cm Wanddicke mit 20 °C pro Std. auf 40 °C
TECASON S PSU 3 Std. auf 100 °C 3 Std. auf 165 °C 1 Std. je cm Wanddicke mit 20 °C pro Std. auf 40 °C
TECAFLON PVDF PVDF 3 Std. auf 90 °C 3 Std. auf 150 °C 1 Std. je cm Wanddicke mit 20 °C pro Std. auf 40 °C
TECANAT PC 3 Std. auf 80 °C 3 Std. auf 130 °C 1 Std. je cm Wanddicke mit 20 °C pro Std. auf 40 °C
TECAPET PET 3 Std. auf 100 °C 4 Std. auf 180 °C 1 Std. je cm Wanddicke mit 20 °C pro Std. auf 40 °C
TECADUR PBT GF30 PBT 3 Std. auf 100 °C 4 Std. auf 180 °C 1 Std. je cm Wanddicke mit 20 °C pro Std. auf 40 °C
TECAMID 6 PA 6 3 Std. auf 90 °C 3 Std. auf 160 °C 1 Std. je cm Wanddicke mit 20 °C pro Std. auf 40 °C
TECAMID 66 PA 66 3 Std. auf 100 °C 4 Std. auf 180 °C 1 Std. je cm Wanddicke mit 20 °C pro Std. auf 40 °C
TECAFORM AH POM-C 3 Std. auf 90 °C 3 Std. auf 155 °C 1 Std. je cm Wanddicke mit 20 °C pro Std. auf 40 °C
TECAFORM AD POM-H 3 Std. auf 90 °C 3 Std. auf 160 °C 1 Std. je cm Wanddicke mit 20 °C pro Std. auf 40 °C

* Bei Maximaltemperatur, falls nicht anders angegeben.

78
Zwischentempern
Es kann sinnvoll sein, kritische Bauteile bei der Bearbei-
tung einem Zwischentemperschritt zu unterziehen. Dies
gilt vor allem,
ˌˌfalls enge Toleranzen gefordert sind
ˌˌfalls aufgrund der Form (Asymmetrie, Verengungen
der Querschnitte, Taschen oder Nuten) stark zu Verzug
neigende Bauteile gefertigt werden müssen
ˌˌbei faserverstärkten / gefüllten Werkstoffen
(Faserorientierung kann Verzug verstärken)
hhBearbeitungsprozess kann dazu führen, dass weitere,
erhöhte Spannungen in das Bauteil gebracht werden
ˌˌbei Verwendung stumpfer oder ungeeigneter
Werkzeuge:
hhAuslöser von Spannungen
ˌˌbei übermäßigem Wärmeeintrag in das Bauteil –
erzeugt durch ungeeignete Geschwindigkeiten und
Vorschubraten
ˌˌbei hohem Zerspanvolumen – vor allem bei einseitiger
Bearbeitung
Durch einen Zwischentemperschritt können diese Span-
nungen sowie die Gefahr des Verzugs reduziert werden.
Dabei sollte zur Einhaltung der benötigten Abmessungen
und Toleranzen beachtet werden:
ˌˌBauteile vor dem Zwischentemperschritt zuerst
mit Aufmaß grob vorbearbeiten (Schruppen),
denn Tempern kann zu einem gewissen Schrumpfen
der Bauteile führen
ˌˌErst nach dem Tempern sollte die Enddimensionierung
des Teiles erfolgen
ˌˌBauteil während des Zwischentemperschrittes
gut stützen:
hhVermeidung von Verzug während des Temperns

Detaillierte Hinweise hierzu


finden Sie in unserer Broschüre
„Zerspanungsempfehlungen für Halbzeuge
aus technischen Kunststoffen“
unter www.ensinger-online.com

79
Schweißen

Das Kunststoffschweißen, das Fügen zweier Thermoplas- Folgende Hersteller


bieten Schweißen für
te, ist eine gängige und weit entwickelte Verbindungstech-
Konstruktions- und
nik für Kunststoffe. Es stehen verschiedene Verfahren zur Hochleistungskunststoffe an:
Verfügung, die entweder berührungslos (Heizelement-,
bielomatik Leuze
Ultraschall-, Laser-, Infrarot-, Gaskonvektionsschweißen) GmbH + Co. KG
oder über Kontakt (Reib-, Vibrationsschweißen) arbeiten. Daimlerstrasse 6 – 10
72639 Neuffen
Je nach Verfahren sind in der Konstruktionsphase ent­
Tel. +49 (0)7025 12 0
sprechende Gestaltungsrichtlinien zu beachten, um eine Fax +49 (0)7025 12 200
optimale Verbindung zu gewährleisten. Bei Hochtempera- www.bielomatik.de

turkunststoffen ist zu beachten, dass recht hohe Energiebe- Kuypers Kunststoftechniek BV


träge zur Plastifizierung des Materials einzubringen sind. Koningshoek 8
5094 CD Lage Mierde
Aus diesen Vorgaben (Formteilgeometrie und Größe, Ma-
Niederlande
terial) leitet sich das zu verwendende Schweiß­verfahren ab. Tel. +31 (0)13 509 66 11
Gängige Schweißverfahren für die Verarbeitung von Fax +31 (0)13 509 25 87
www.kuypers.com
Kunststoffen sind:
ˌˌHeizelementschweißen Widos
Wilhelm Dommer Söhne GmbH
ˌˌInfrarotschweißen
Einsteinstr. 5
ˌˌGas-Konvektionsschweißen 71254 Ditzingen-Heimerdingen
ˌˌReibschweißen Tel. +49 (0)7152 9939 0
Fax +49 (0)7152 9939 40
ˌˌLaserschweißen www.widos.de
ˌˌUltraschallschweißen
ˌˌWärmekontaktschweißen
ˌˌHochfrequenzschweißen

Werkstoffe und geeignete Schweißverfahren

Mechanische Schweißverfahren: Ultraschall, Vibration, Rotation


Kontaktlose Erwärmung: Infrarotlicht, Warmgas, Laser
Heizelement-Schweißen mit Kontakt-Erwärmung Strahlungs-Erwärmung

350

300

250

200

150
Quelle: bielomatik Leuze

100
• Temperatur [°C]

50

0
TECAFINE TECAFINE TECARAN TECANAT TECAPET / TECAMID TECAPEI TECATRON TECAPEEK
PE PP ABS TECADUR 6 / 66 PPS
PET

80
Schweißverfahren

Heizelement- und Vibrations-/


Verfahren Warmgasschweißen Ultraschallschweißen Reibschweißen Laserschweißen

Heizelement

1. Schlitten Sonotrode
mit Werkstück

2.

Werkstücke
Fügen / Abkühlen

Prinzip Erwärmung der Fügepartner Erwärmung einer Fügezone Erwärmung der Fügepartner Erwärmung der Fügepartner
durch ein Heizelement oder (mit spezieller Geometrie) durch Vibration oder Reibung, durch einen Laserstrahl
durch heißes Gas, durch Ultraschallschwingung Zusammenfügen unter Druck
Zusammenfügen unter Druck
Schweißzeit 20 bis 40 s 0,1 bis 2 s 0,2 bis 10 s
Vorteile hohe Festigkeit, kürzeste Zykluszeiten, für große Teile geeignet, hohe Festigkeit,
kostengünstig leicht automatisierbar oxidationsempfindliche nahezu beliebige Nahtgeometrie,
Kunststoffe schweißbar hohe Präzision

Wärmeleitung Strahlung Konvektion Reibung


Heizelement- Heizelement- Laserstrahl- Warmgas- Extrusions- Innere Äußere
Schweißen Schweißen Schweißen Schweißen Schweißen Reibung Reibung

Quelle: bielomatik Leuze


Induktions-Schweißen mit IR-Licht- Warmgas- Hochfrequenz- Rotations-
Insert-Heizelement aus Metall Schweißen Nieten Schweißen Schweißen
Schweißen mit Insert- Ultraschall- Vibrations-
Heizelement aus Metall Schweißen Schweißen

81
Kleben

Die Klebetechnik ist ein sehr leistungsfähiges Fügeverfah- Zur Erhöhung der Festigkeit einer Klebeverbindung wird
ren, das es erlaubt, Kunststoffe miteinander oder auch ge- bei Kunststoffen eine Vorbehandlung der Oberflächen
gen andere Werkstoffe dauerhaft zu verbinden. Die chemi- empfohlen, um die Oberflächenaktivität zu erhöhen.
sche Verbindung (Kleben) von Bauteilen hat im Vergleich ˌˌReinigen und Entfetten der Werkstoffoberfläche
zu anderen Fügeverfahren mehrere Vorteile: ˌˌMechanische Oberflächenvergrößerung
ˌˌGleichmäßige Spannungsverteilung durch Anschleifen oder Sandstrahlen
ˌˌKeine Schädigung der Werkstoffe (besonders empfehlenswert)
ˌˌKein Fügeteilverzug ˌˌPhysikalische Aktivierung der Oberfläche durch
ˌˌDie Kombination unterschiedlicher Werkstoffe ist Flamm-, Plasma- oder Koronabehandlung
möglich ˌˌChemisches Ätzen zur Bildung einer definierten
ˌˌDie Trennfuge wird gleichzeitig abgedichtet Grenzschicht
ˌˌEs wird eine geringere Anzahl an Bauteilen benötigt ˌˌPrimer-Auftrag

Entscheidend für eine gute Klebeverbindung sind: Beim Verkleben von Kunststoffen sollten Spannungsspit-
ˌˌWerkstoffeigenschaften zen vermieden und eine Belastung der Klebestelle auf
ˌˌKlebstoff Druck, Zug oder Scherung bevorzugt werden. Biege-,
ˌˌKlebeschicht Schäl- oder Spaltbeanspruchungen sind zu vermeiden.
ˌˌOberfläche (Vorbehandlung) Gegebenenfalls sollte die Konstruktion entsprechend ange-
ˌˌGeometrische Gestaltung der Klebefuge passt werden, um die Klebeverbindung so auszulegen,
ˌˌAnwendungs- und Beanspruchungsbedingungen dass geeignete Beanspruchungen auftreten.

Beim Verkleben von Kunststoffen sollten


Spannungsspitzen vermieden und
eine Belastung der Klebestelle auf Druck,
Zug oder Scherung bevorzugt werden.

Biege-, Schäl- oder Spaltbeanspruchungen


sind zu vermeiden.
Quelle: DELO Industrieklebstoffe

82
Verklebung von PEEK Folgende Hersteller
bieten Klebstoffe für
Konstruktions- und
Druckfestigkeit Hochleistungskunststoffe an:
Material / Vorbehandlung nach Delo-Norm 5 Festigkeit Fazit
PEEK / PEEK PEEK-PEEK Verklebung: DELO Industrieklebstoffe

Reinigung mit Delothen EP 10 MPa + Gute Festigkeiten mit GmbH & Co. KG
DELOMONOPOX Klebstoffen; DELO-Allee 1
PEEK / PEEK
86949 Windach

Atmosphärendruckplasma 23 MPa ++ deutliche Steigerung der
Festigkeiten durch Plasma- Tel. 08193 9900 131
PEEK / PEEK Fax 08193 9900 185
behandlung oder Sandstrahlen

sandgestrahlt 25 MPa ++ www.delo.de
PEEK / Aluminium PEEK-Aluminium-Verklebung

Reinigung mit Delothen EP 4 MPa o Ohne Vorbehandlung geringe 3M Deutschland GmbH
PEEK / Aluminium Festigkeiten mit DELOMONOPOX- Carl-Schurz-Str. 1

PEEK: Atmosphärendruckplasma 21 MPa ++ Klebstoffen; sehr gute 41453 Neuss
Festigkeiten nach Plasma- Tel. 02131 14 0
PEEK / Aluminium

Quelle: DELO Industrieklebstoffe


Behandlung oder Sandstrahlen www.3Mdeutschland.de

PEEK: sandgestrahlt 22 MPa ++
PEEK / Stahl PEEK-Stahl-Verklebung Henkel Loctite

PEEK: Reinigung mit Delothen EP 3.5 MPa o Ohne Vorbehandlung geringe Deutschland GmbH
PEEK / Stahl Festigkeiten mit DELOMONOPOX Arabellastraße 17

PEEK: sandgestrahlt 21 MPa ++ Klebstoffen; sehr gute 81925 München
Festigkeiten nach Sandstrahlen Tel. 089 9268 0
++  sehr gute Festigkeit  +  gute Festigkeit  o  eher geringe Festigkeit Fax 089 9101978
www.loctite.com

Dymax Europe GmbH


Trakehner Straße 3
60487 Frankfurt
Tel. 069 7165 3568
Generelle Klebstoffempfehlungen Fax 069 7165 3830
www.dymax.de

Ensinger Polymer- Lösungsmittel- Reaktionsklebstoff auf Basis von …


Bezeichnung bezeichnung klebstoff Epoxidharz Polyurethan Cyanacrylat
TECAFINE PE PE X X
TECAFINE PP PP X X
TECAFORM AD POM-H X X
TECAFORM AH POM-C X X
TECAMID 66
PA 66 X X X X
TECAMID 6 PA 6 X X X X
TECADUR PBT
PBT X X X
TECAPET PET X X X
TECANAT PC X X X X
TECAFLON PVDF
PVDF X X X
TECASON S PSU X X X X
TECASON P PPSU X X X X
TECASON E PES X X X
TECATRON PPS X X X
TECAPEEK PEEK X X X
TECASINT PI X X X

X geeignete Klebstoffe

Nicht oder nur bedingt zu Verkleben sind:


TECAFLON PTFE, TECAFLON PVDF, TECAFORM AH / AD,
TECAFINE PE, TECAFINE PP / TECAPRO MT

83
Reinigen von Kunststoffen

Reinigen stellt nach DIN 8592 ein fertigungs- und che- Folgende Reinigungsverfahren eignen sich besonders für
misch-technisches Trennverfahren von Rückständen dar. die Kunststoffreinigung:

Nasschemische Verfahren
ˌˌAuch für Bauteile mit komplizierten Bauteilgeometrien
Die vier Faktoren der Reinigung
geeignet
ˌˌFür die meisten Kunststoffe einsetzbar
Chemie Mechanik
• Reinigungstyp • Ultraschall ˌˌKein abrasiver Einfluss auf Bauteile
• Reinigerchemie • Strömungsmechanik ˌˌAchtung bei Werkstoffen, die Feuchte
• Konzentration • Spritzen
• Bürsten aufnehmen (z. B. PA), wegen Toleranzen
• Geometrieanpassung ˌˌAchtung bei spannungsrissempfindlichen Werkstoffen
(amorph) wie PC, PSU, PPSU etc.

Temperatur Zeit
• Reinigungstemperatur • Reinigungszeit Mechanische Verfahren
• Spültemperatur • Spülzeit ˌˌBei Kunststoffen vor allem zur Grobreinigung geeignet
• Trocknungstemperatur • Trocknungszeit
(Abfegen, Abwischen, …)
ˌˌAchtung bei weichen Kunststoffen wegen möglichen
Je nach Verunreinigung müssen die entsprechenden Berei- Oberflächenbeschädigungen (Kratzen)
che angepasst werden, um eine ausreichende Sauberkeit
zu erzielen. Jedes Verfahren steht dabei im Kontext mit CO2 Schnee-Trockeneisstrahlen
den Eingangsgrößen (Werkstoff, Geometrie, Verunreini- ˌˌSehr gut geeignet, da Strahlgut praktisch nicht
gung) und den Ausgangsgrößen (Anforderungen an die beschädigt oder beeinflusst wird.
Sauberkeit) ˌˌDas Verfahren ist trocken, wirkt nicht abrasiv,
und führt nicht zu einer Wärmezufuhr auf das Bauteil.
Verfahren wird beeinflusst durch: ˌˌGut geeignet auch für weiche und stark
ˌˌVerunreinigung feuchteaufnehmende Werkstoffe (PTFE, PA, …)
(filmisch, partikulär, Beschichtung, Keime)
ˌˌBauteilgeometrie Plasmaverfahren
(Schüttgut, Einzelteil, schöpfend, Funktionsfläche) ˌˌFür Bauteile mit komplizierten Bauteilgeometrien
ˌˌBauteilwerkstoff (Kunststoff) geeignet
ˌˌAnforderungen ˌˌWirkt gleichzeitig aktivierend auf die
(Grobreinigung, Reinigung, Feinreinigung, Kunststoffoberfläche
Feinstreinigung) ˌˌKein abrasiver Einfluss auf die Oberfläche,
keine Feuchte im System

84
Situation Lebensmittel- und Medizintechnik
Problematik:
ˌˌEs gibt für diese Bereiche bisher noch keine Definition,
welche Restverunreinigungen auf einem Bauteil
höchstens vorhanden sein dürfen
ˌˌKeine Teile mit definierter Sauberkeit vorhanden
ˌˌJeder muss selbst Grenzwerte für zulässige
Verschmutzung festlegen / definieren
ˌˌEs wird über die FDA sowie die EU-Richtlinien
und Verordnungen nur die Migration von Stoffen
in ein Produkt definiert, keine Verschmutzung
Lösung:
ˌˌManuelle Definition von Grenzwerten für zulässige
Verschmutzung
ˌˌBlindwertreinigung
ˌˌHalbzeuge von Ensinger:
hhAn Halbzeugen für die Medizintechnik werden
Biokompatibilitätsprüfungen durchgeführt, die eine
Aussage bzgl. Eignung für den Körperkontakt geben
hhHalbzeuge für den Lebensmittelkontakt werden
auf das Migrationsverhalten bestimmter Stoffe
geprüft
hhEs werden lebensmittelkonforme Kühlschmiermittel
beim Schleifen eingesetzt
hhEnsinger arbeitet gemäß den GMP-Vorgaben für den
Lebensmittelbereich

Zusammenfassung
ˌˌDie Definition der technischen Sauberkeit muss jeder
Kunde für sich selbst erstellen
ˌˌDie technische Sauberkeit kann nur am fertigen
Bauteil, nach allen Bearbeitungs- und
Reinigungsschritten gemessen und beurteilt werden
ˌˌHalbzeuge von Ensinger erfüllen so weit wie möglich
und sinnvoll branchenabhängige Sauberkeitskriterien:
hhSauberkeitsgerechte Produktion
hhEinsatz spezieller Kühlschmiermittel
hhZytotoxizitätsprüfungen für medizintechnisch Haben Sie noch weitere Fragen?
geeignete Halbzeuge
hhMigrationsprüfungen für lebensmitteltechnisch Unsere technische Anwendungsberatung
geeignete Halbzeuge hilft Ihnen gerne weiter:
hhSpezielle Verpackung für medizintechnisch techservice.shapes@de.ensinger-online.com
geeignete Halbzeuge oder telefonisch unter Tel. +49 7032 819-101 / -116

85
Produkthandhabung

Ensinger Kunststoffe werden als Ausgangsprodukt für viele Vor Witterungseinflüssen sollten speziell folgende
hochwertige Bauteile und Endprodukte, z.B. in der Lebens- Werkstoffe geschützt werden:
mittel- und Medizintechnik sowie im Maschinenbau, in der ˌˌTECAPEEK (PEEK)*
Automobiltechnik, Halbleitertechnik oder Luft- und Raum- ˌˌTECATRON (PPS)*
fahrt eingesetzt. Um die hochwertige Qualität und die ˌˌTECASON P (PPSU)*
Funktionalität unserer Materialien für diese Anwendungen ˌˌTECASON S (PSU)*
auch über einen längeren Lagerzeitraum aufrecht zu erhal- ˌˌTECASON E (PES)*
ten sind einige Faktoren bzgl. der Lagerung, dem Umgang ˌˌTECAFORM AH, AD (POM-C, POM-H)**
und der Handhabung von Halbzeugen zu berücksichtigen. ˌˌTECAPET (PET)**
Hierdurch kann sichergestellt werden, dass äußere Einflüsse ˌˌTECAMID 6, 66, 11, 12, 46 (PA 6, 66, 11, 12, 46)**
sich nicht signifikant auf die Eigenschaften der Materialien ˌˌTECAST (PA 6 C)**
auswirken. Bei Fertigteilen muss individuell der Hersteller ˌˌTECAFINE (PE, PP)**
oder Verwender hierzu eine Aussage treffen, da die Bedin- ˌˌTECARAN ABS (ABS)*
gungen je nach Anwendung in Abhängigkeit der Lagerungs- * generell alle Variationen schützen
oder Anwendungsdauer unterschiedlich sein können. ** nicht schwarz eingefärbte Varianten sind zu schützen

1.  Die Lagerung und Handhabung sollte so erfolgen, dass 3.  Kunststoffe sollten möglichst nicht über längere Zeit-
die Werkstoffbezeichnungen und Produktions-Nummern räume tiefen Temperaturen ausgesetzt werden. Besonders
(Batch-Nr.) auf den Halbzeugen klar erkennbar sind und sollten aber starke Temperaturschwankungen vermieden
weitergeführt werden können. Hierdurch kann bei eventu- werden, da dies zu einer Versprödung und zu Verzug der
ellen Reklamationen eine eindeutige Identifizierung und Halbzeuge führen kann. Harte Schläge sollten genauso wie
Rückverfolgbarkeit der Produkte gewährleistet werden, um Werfen / Fallen lassen vermieden werden, da es sonst zu
mögliche Fehlerursachen zu ermitteln. Abplatzungen und Bruchschäden kommen kann. Zudem
sollten Halbzeuge, die in der Kälte gelagert wurden, vor der
2.  Witterungseinflüsse können sich auf die Eigenschaften Bearbeitung genügend Zeit zur Akklimatisierung an die
von Kunststoffen auswirken. Durch die Einwirkung von Raumbedingungen gegeben werden. Hierdurch können
Sonneneinstrahlung (UV-Strahlung), Luftsauerstoff und Fehler wie Ausbrüche etc. bei der Bearbeitung vermieden
Feuchtigkeit (Niederschlag, Luftfeuchtigkeit) können die werden. Es werden hierbei auch Schwindungen oder bei
Werkstoffeigenschaften nachhaltig negativ beeinflusst wer- heißen Umgebungen auch Ausdehnungen, die Kunststof-
den. Diese Einflüsse können zu Farbveränderungen, Oxi- fe durch ihren hohen thermischen Längenausdehnungs-
dation der Oberflächen, Quellung, Verzug, Versprödung koeffizient aufweisen, ausgeglichen.
oder bis hin zur Veränderung der mechanischen Eigen- Um Fertigteile und Halbzeuge für hohe Fertigungspräzi­
schaften führen. Aus diesem Grund sollten Halbzeuge sionen langfristig zu lagern, empfehlen wir deshalb, diese
nicht direkter Sonneneinstrahlung und Witterungseinflüs- unter gleichbleibenden Bedingungen bei Normalklima
sen über einen längeren Zeitraum ausgesetzt werden. (23 °C / 50 %rF) zu lagern. Hierdurch kann der äußere Ein-
Wenn möglich empfiehlt sich eine Lagerung in geschlos­ fluss minimiert werden und die Maßhaltigkeit in einem
senen Räumen unter Normalklima (23 °C / 50 %rF). hohen Maße über einen längeren Zeitraum erhalten
werden.
Eine maximale Lagerzeit kann nicht angegeben werden,
da diese stark von den Materialien, den Lagerbedingungen
sowie der äußeren Einflüsse abhängen.

86
4.  Halbzeuge aus Kunststoff sollten immer eben, flach, 10.  Bei Einhaltung der obigen Empfehlungen kann davon
oder geeignet unterstützt (bei Rund- und Hohlstäben) so- ausgegangen werden, dass keine signifikanten Verände-
wie großflächig gelagert werden, um Deformationen durch rungen der typischen Eigenschaften während der Lagerzeit
das Eigengewicht oder Wärme zu vermeiden. eintreten. Geringe Oberflächenverfärbungen können um-
weltbedingt auftreten, stellen aber keine signifikante
5.  Bei der Handhabung von Kunststoffhalbzeugen ist auf Eigenschaftsminderung dar, da meist nur die Oberfläche
geeignete Lagereinrichtungen zu achten. Es sollte für stabi- bis in wenige µm Tiefe betroffen ist.
le Lagereinrichtungen, sichere Anschlagmittel und Hebe-
zeuge gesorgt werden. Zudem sind die Halbzeuge kipp- 11.  Kunststoff-Abfälle und Späne können über professio-
und absturzsicher zu lagern und zu stapeln. Es muss hier nelle Recyclingbetriebe für die Wiederaufbereitung ent-
beachtet werden, dass Kunststoffe häufig einen relativ sorgt werden. Es ist auch möglich, die Abfälle einer thermi-
geringen Reibungskoeffizienten aufweisen und damit schen Verwertung zur Energiegewinnung bei einem
leicht von Lastaufnahmemitteln abrutschen können, was Betreiber einer geeigneten Verbrennungsanlage mit Ab-
zu schweren Verletzungen von Mitarbeitern führen kann. gasreinigung zuzuführen. Das trifft insbesondere beim
Anfall von stark verunreinigten Kunststoffabfällen, wie
6. Die Einwirkung von energiereicher Strahlung, wie z.B. verölten Spänen, zu.
Gamma- oder Röntgenstrahlung ist wegen möglicher
Gefügeschädigung durch Molekülabbau zu vermeiden. Diese Empfehlungen sollten nach den individuellen Erfor-
dernissen und Gegebenheiten zweckmäßig angepasst wer-
7. Chemikalien jeglicher Art sowie Wasser sollten von den. Sie ersetzen nicht die grundsätzlich gültigen gesetzli-
Kunststoffhalbzeugen ferngehalten werden, um einen chen Vorschriften, die Verantwortlichkeit der anwendenden
möglichen chemischen Angriff oder eine Feuchteaufnah- Unternehmen sowie die individuelle Sorgfaltspflicht des
me zu vermeiden. Der Kontakt mit Chemikalien und Was- Einzelnen. Es handelt sich hierbei um Empfehlungen, die
ser kann je nach Werkstoff zu einem Quellen, chemischem nach aktuellem Wissenstand erstellt wurden, und keine ge-
Abbau oder Spannungsrissbildung führen. nerelle Zusicherung darstellen.

8.  Kunststoffe sind organische Werkstoffe und dement-


sprechend brennbar. Die Verbrennungs- bzw. Zersetzungs-
produkte können toxisch bzw. korrosiv wirken. Vom Kunst-
stoff selbst gehen beim sachgerechten Lagern keine
Brandgefahren aus. Die Lagerung sollte jedoch nicht ge-
meinsam mit anderen brennbaren Substanzen erfolgen.
Beachten Sie hierfür auch die Produkthandhabungsinfor-
mationsblätter für die einzelnen Werkstoffe.

9.  Kunststoffhalbzeuge oder Fertigteile setzen unter nor-


malen Umgebungsbedingungen keine toxischen Inhalts-
stoffe frei und erlauben einen gefahrlosen Oberflächen-
kontakt. Tabakwaren sollten bei der Handhabung und
Bearbeitung der Kunststoffe ferngehalten werden, weil
Partikel einiger Kunststoffe (insbesondere Fluorpolymere)
beim Pyrolisieren in der Tabakglut z.T. stärkere toxische
Gase freisetzen können. Bitte beachten Sie bzgl. des
Gesundheitsschutzes auch die Produkthandhabungsinfor-
mationsblätter für die einzelnen Materialien.

87
Werkstoffrichtwerte

Werksbezeichnung TECARAN TECANYL TECANYL TECANYL TECAFINE TECAPRO TECAFORM TECAFORM TECAFORM TECAFORM
ABS MT GF30 731 PMP MT AH AH AH GF25 AH ELS
grau farbig grau natur schwarz

chem. Bezeichnung ABS PPE PPE PPE PMP PP POM–C POM–C POM–C POM–C

Füllstoff Glasfasern hitze- Glasfasern Leitruß


stabilisiert

Dichte [g / cm³] 1,04 1,04 – 1,10 1,3 1,1 0,83 0,93 1,41 1,41 1,59 1,41
(DIN EN ISO 1183)
Mechanische Werte

Zug-Elastizitätsmodul [MPa] 1.700 2.400 4.100 2.400 1.000 2.000 2.800 2.800 4.200 1.800
(DIN EN ISO 527-2)
Zugfestigkeit [MPa] 32 65 73 57 26 34 67 67 51 42
(DIN EN ISO 527-2)
Streckspannung [MPa] 32 67 73 57 26 34 67 67 51 42
(DIN EN ISO 527-2)
Streckdehnung [%] 3 4 5 15 6 5 9 9 9 11
(DIN EN ISO 527-2)
Bruchdehnung [%] 49 8 5 22 67 67 32 32 12 11
(DIN EN ISO 527-2)
Biege-Elastizitätsmodul [MPa] 1.600 2.400 3.900 2.500 800 1.800 2.600 2.600 4.100 1.500
(DIN EN ISO 178)
Biegefestigkeit [MPa] 49 95 116 85 31 54 91 91 88 56
(DIN EN ISO 178)
Druck-Elastizitätsmodul [MPa] 1.400 2.100 3.300 2.100 1.000 1.600 2.300 2.300 3.600 1.500
(EN ISO 604)
Druckfestigkeit (1% / 2%) [MPa] 15 / 26 17 / 30 23 / 41 18 / 33 11 / 19 16 / 26 20 / 35 20 / 35 23 / 39 16 / 25
(EN ISO 604)
Schlagzähigkeit (Charpy) [kJ / m²] n.b. 70 37 69 17 140 n.b. 150 36 74
(DIN EN ISO 179-1eU)
Kerbschlagzähigkeit (Charpy) [kJ / m²] 34 8 6
(DIN EN ISO 179-1eA)
Kugeldruckhärte [MPa] 74 140 205 146 58 100 165 165 180 96
(ISO 2039-1)
Thermische Werte

Glasübergangstemperatur [°C] 104 174 150 145 –10 –60 –60 –60 –60
(DIN 53765)
Schmelztemperatur [°C] n.a. n.a. n.a. 165 166 166 170 169
(DIN 53765)
Einsatztemperatur, [°C] 100 110 110 110 170 140 140 140 140 140
kurzzeitig
Einsatztemperatur, [°C] 75 95 85 85 120 100 100 100 100 100
dauernd
Wärmeausdehnung (CLTE), [10-5 K-1] 8 4 8 13 13 13 8 13
23 – 60°C (DIN EN ISO 11359-1;2)
Wärmeausdehnung (CLTE), [10 K ]
-5 -1
8 4 8 14 14 14 8 14
23 – 100°C (DIN EN ISO 11359-1;2)
Spezifische Wärmekapazität [J / (g*K)] 1,3 1,2 1,3 1,4 1,4 1,2 1,3
(ISO 22007-4:2008)
Wärmeleitfähigkeit [W / (m*K)] 0,21 0,28 0,21 0,39 0,39 0,47 0,46
(ISO 22007-4:2008)
Elektrische Werte

Spezifischer Oberflächenwiderstand [Ω] 1014 1014 1013 1014 1014 1012 1014 104
(DIN IEC 60093)
Verschiedene Daten

Wasseraufnahme 24 h / 96 h (23 °C) [%] 0,07 / 0,2 0,02 / 0,04 0,01 / 0,02 0,02 / 0,04 <0,01/<0,01 0,01 / 0,02 0,05 / 0,1 0,05 / 0,1 0,07 / 0,2 0,05 / 0,2
(DIN EN ISO 62)
Beständigkeit gegen – (+) (+) (+) (+) (+) (+) (+) (+) (+)
heißes Wasser / Laugen
Verhalten bei Freibewitterung – – – – – – – (+) – (+)

Brennverhalten (UL94) HB HB HB HB HB HB HB HB HB HB
(DIN IEC 60695-11-10)

Alle Werte wurden direkt nach der Zerspanung ermittelt  + beständig (a) Glasübergangstemperatur
(Standardklima Deutschland). Bei Polyamiden sind (+) bedingt beständig gemessen nach DIN EN ISO 11357
die Werte stark vom Feuchtigkeitsgehalt abhängig.  – unbeständig (abhängig von Konzentration, (b) Wärmeleitfähigkeit gemessen nach ISO 8302
Zeit und Temperatur) (c) Wärmeleitfähigkeit gemessen nach ASTM E1530
n.b. ohne Bruch (d) Spezifischer Oberflächenwiderstand
n.a. nicht zutreffend gemessen nach ASTM D 257

Probekörper nach DIN EN ISO 527-2

88
Werksbezeichnung TECAFORM TECAFORM TECAFORM TECAFORM TECAFORM TECAFORM TECAFORM TECAFORM TECAST TECAST
AH SD AH ID AH LA AH SAN AH MT AD AD AD AF T TM
blau farbig schwarz

chem. Bezeichnung POM–C POM–C POM–C POM–C POM–C POM–H POM–H POM–H PA 6 C PA 6 C

Füllstoff Anti- detektier- Fest- Anti- PTFE Molybdän-


statikum barer schmier- mikrobikum disulfid
Füllstoff stoff

Dichte [g / cm³] 1,35 1,49 1,36 1,41 1,41 1,43 1,43 1,49 1,15 1,15
(DIN EN ISO 1183)
Mechanische Werte

Zug-Elastizitätsmodul [MPa] 1.300 3.200 2.100 2.900 2.800 3.400 3.600 3.000 3.500 3.200
(DIN EN ISO 527-2)
Zugfestigkeit [MPa] 39 68 48 67 69 79 80 53 83 82
(DIN EN ISO 527-2)
Streckspannung [MPa] 39 68 48 69 70 79 80 53 80 80
(DIN EN ISO 527-2)
Streckdehnung [%] 23 8 9 7 15 37 32 8 4 4
(DIN EN ISO 527-2)
Bruchdehnung [%] 23 10 9 18 30 45 43 8 55 55
(DIN EN ISO 527-2)
Biege-Elastizitätsmodul [MPa] 1.200 3.100 2.000 2.800 2.800 3.600 3.600 3.000 3.200 3.000
(DIN EN ISO 178)
Biegefestigkeit [MPa] 46 100 70 93 94 106 106 85 109 102
(DIN EN ISO 178)
Druck-Elastizitätsmodul [MPa] 1.100 2.400 1.800 2.200 2.200 2.700 2.800 2.400 2.900 2.800
(EN ISO 604)
Druckfestigkeit (1% / 2%) [MPa] 12 / 19 17 / 31 16 / 27 18 / 31 18 / 32 19 / 33 22 / 38 19 / 33 19 / 36 22 / 38
(EN ISO 604)
Schlagzähigkeit (Charpy) [kJ / m²] n.b. 59 27 102 n.b. n.b. n.b. n.b. n.b. n.b.
(DIN EN ISO 179-1eU)
Kerbschlagzähigkeit (Charpy) [kJ / m²] 9 11 9 15 14 25 4 4
(DIN EN ISO 179-1eA)
Kugeldruckhärte [MPa] 74 174 120 163 158 185 185 166 170 170
(ISO 2039-1)
Thermische Werte

Glasübergangstemperatur [°C] –60 –60 –60 –60 –60 –60 –60 –60 40 43
(DIN 53765)
Schmelztemperatur [°C] 165 169 166 166 169 182 182 179 215 217
(DIN 53765)
Einsatztemperatur, [°C] 140 140 140 140 140 150 150 150 170 170
kurzzeitig
Einsatztemperatur, [°C] 100 100 100 100 100 110 110 110 100 100
dauernd
Wärmeausdehnung (CLTE), [10-5 K-1] 16 13 13 13 13 12 11 12 12 11
23 – 60°C (DIN EN ISO 11359-1;2)
Wärmeausdehnung (CLTE), [10 K ]
-5 -1
17 14 14 14 14 13 11 13 12 11
23 – 100°C (DIN EN ISO 11359-1;2)
Spezifische Wärmekapazität [J / (g*K)] 1,6 1,3 1,4 1,4 1,4 1,3 1,3 1,3 1,7 1,6
(ISO 22007-4:2008)
Wärmeleitfähigkeit [W / (m*K)] 0,30 0,39 0,39 0,39 0,39 0,43 0,43 0,46 0,38 0,33
(ISO 22007-4:2008)
Elektrische Werte

Spezifischer Oberflächenwiderstand [Ω] 1011 1013 1014 1012 1014 1012 1014 1014 1012
(DIN IEC 60093)
Verschiedene Daten

Wasseraufnahme 24 h / 96 h (23 °C) [%] 0,9 / 1,8 0,05 / 0,1 0,05 / 0,1 0,05 / 0,1 0,05 / 0,1 0,05 / 0,1 0,05 / 0,1 0,05 / 0,1 0,2 / 0,4 0,2 / 0,5
(DIN EN ISO 62)
Beständigkeit gegen (+) (+) (+) (+) (+) – – – (+) (+)
heißes Wasser / Laugen
Verhalten bei Freibewitterung – – – – – – – – – (+)

Brennverhalten (UL94) HB HB HB HB HB HB HB HB HB HB
(DIN IEC 60695-11-10)

Die aufgeführten Werte und Informationen sind keine Soweit nicht anders vermerkt, wurden die Werte aus Versu- nicht ohne gesonderte Prüfung im Einzelfall eingesetzt
Mindest- oder Höchstwerte, sondern Richtwerte, die vor chen an Referenzabmessungen (in der Regel Rundstäbe mit werden! Datenblattwerte unterliegen einer regelmäßigen
allem für Vergleichszwecke zur Materialauswahl verwendet Durchmesser 40-60mm nach DIN EN 15860) an extrudierten, Überprüfung, den aktuellen Stand finden Sie unter
werden können. Diese Werte liegen im normalen Toleranz­ gegossenen, formgepressten und zerspanten Prüfkörpern www.ensinger-online.com
bereich der Produkteigenschaften, jedoch stellen sie keine ermittelt. Da die Eigenschaften von den Dimensionen der
zugesicherten Eigenschaftswerte dar und sollten demnach Halbzeuge und der Orientierung im Bauteil (insbesondere bei
nicht zu Spezifikationszwecken herangezogen werden. verstärkten Werkstoffen) abhängen, dürfen die Werkstoffe Technische Änderungen vorbehalten.

89
Werkstoffrichtwerte

Werksbezeichnung TECAST TECAST TECAST TECAGLIDE TECARIM TECAMID TECAM TECAMID TECAMID TECAMID
L L L grün 1500 6 6 MO 6 GF25 6 GF30 66
schwarz gelb gelb schwarz schwarz

chem. Bezeichnung PA 6 C PA 6 C PA 6 C PA 6 C PA 6 C PA 6 PA 6 PA 6 PA 6 PA 66

Füllstoff Öl Öl Öl Fest- Elastomer Molybdän- Glasfasern Glasfasern


schmier- disulfid
stoff

Dichte [g / cm³] 1,13 1,14 1,14 1,13 1,11 1,14 1,14 1,33 1,36 1,15
(DIN EN ISO 1183)
Mechanische Werte

Zug-Elastizitätsmodul [MPa] 2.900 3.100 3.100 3.200 2.200 3.300 3.300 5.100 5.700 3.500
(DIN EN ISO 527-2)
Zugfestigkeit [MPa] 69 70 70 76 53 79 84 96 98 85
(DIN EN ISO 527-2)
Streckspannung [MPa] 66 68 68 76 53 78 82 96 98 84
(DIN EN ISO 527-2)
Streckdehnung [%] 8 4 4 14 13 4 5 9 4 7
(DIN EN ISO 527-2)
Bruchdehnung [%] 50 50 50 18 58 130 37 11 5 70
(DIN EN ISO 527-2)
Biege-Elastizitätsmodul [MPa] 2.900 2.900 2.900 3.100 2.200 2.900 3.100 4.900 5.200 3.100
(DIN EN ISO 178)
Biegefestigkeit [MPa] 95 95 95 103 73 100 110 143 140 110
(DIN EN ISO 178)
Druck-Elastizitätsmodul [MPa] 2.700 2.700 2.700 2.500 2.100 2.700 2.900 3.900 4.200 2.700
(EN ISO 604)
Druckfestigkeit (1% / 2%) [MPa] 19 / 35 21 / 37 21 / 37 18 / 34 14 / 26 24 / 41 17 / 32 21 / 42 21 / 42 20 / 35
(EN ISO 604)
Schlagzähigkeit (Charpy) [kJ / m²] n.b. n.b. n.b. n.b. n.b. n.b. n.b. 78 60 n.b.
(DIN EN ISO 179-1eU)
Kerbschlagzähigkeit (Charpy) [kJ / m²] 5 5 6 4 16 7 5 5
(DIN EN ISO 179-1eA)
Kugeldruckhärte [MPa] 150 150 150 159 95 155 160 230 232 175
(ISO 2039-1)
Thermische Werte

Glasübergangstemperatur [°C] 48 42 42 45 53 45 51 49 49 47
(DIN 53765)
Schmelztemperatur [°C] 218 216 216 218 216 221 220 217 218 258
(DIN 53765)
Einsatztemperatur, [°C] 170 170 170 130 160 160 160 180 180 170
kurzzeitig
Einsatztemperatur, [°C] 100 100 100 100 95 100 100 100 100 100
dauernd
Wärmeausdehnung (CLTE), [10-5 K-1] 13 13 13 11 13 12 8 7 6 11
23 – 60°C (DIN EN ISO 11359-1;2)
Wärmeausdehnung (CLTE), [10 K ]
-5 -1
13 13 13 12 13 13 8 8 6 12
23 – 100°C (DIN EN ISO 11359-1;2)
Spezifische Wärmekapazität [J / (g*K)] 1,7 1,7 1,7 1,7 1,7 1,6 1,6 1,4 1,3 1,5
(ISO 22007-4:2008)
Wärmeleitfähigkeit [W / (m*K)] 0,37 0,37 0,37 0,38 0,32 0,37 0,37 0,40 0,41 0,36
(ISO 22007-4:2008)
Elektrische Werte

Spezifischer Oberflächenwiderstand [Ω] 1014 1012 1014 1014 1014 1014 1012 1012 1012 1014
(DIN IEC 60093)
Verschiedene Daten

Wasseraufnahme 24 h / 96 h (23 °C) [%] 0,2 / 0,4 0,2 / 0,4 0,2 / 0,4 0,2 / 0,3 0,6 / 1,2 0,3 / 0,6 0,3 / 0,6 0,2 / 0,3 0,2 / 0,3 0,2 / 0,4
(DIN EN ISO 62)
Beständigkeit gegen (+) (+) (+) (+) (+) (+) (+) (+) (+) (+)
heißes Wasser / Laugen
Verhalten bei Freibewitterung – (+) – – – – (+) (+) (+) –

Brennverhalten (UL94) HB HB HB HB HB HB HB HB HB HB
(DIN IEC 60695-11-10)

Alle Werte wurden direkt nach der Zerspanung ermittelt  + beständig (a) Glasübergangstemperatur
(Standardklima Deutschland). Bei Polyamiden sind (+) bedingt beständig gemessen nach DIN EN ISO 11357
die Werte stark vom Feuchtigkeitsgehalt abhängig.  – unbeständig (abhängig von Konzentration, (b) Wärmeleitfähigkeit gemessen nach ISO 8302
Zeit und Temperatur) (c) Wärmeleitfähigkeit gemessen nach ASTM E1530
n.b. ohne Bruch (d) Spezifischer Oberflächenwiderstand
n.a. nicht zutreffend gemessen nach ASTM D 257

Probekörper nach DIN EN ISO 527-2

90
Werksbezeichnung TECAMID TECAMID TECAMID TECAMID TECAMID TECAMID TECAMID TECAMID TECAPET TECAPET
66 MH 66 GF30 66 CF20 66 HI 66 LA 66/X GF50 46 12 schwarz
schwarz schwarz rotbraun

chem. Bezeichnung PA 66 PA 66 PA 66 PA 66 PA 66 PA 66 PA 46 PA 12 PET PET

Füllstoff Molybdän- Glasfasern Kohlefasern hitze- Gleitmittel Glasfasern


disulfid stabilisiert

Dichte [g / cm³] 1,15 1,34 1,23 1,15 1,11 1,61 1,19 1,02 1,36 1,39
(DIN EN ISO 1183)
Mechanische Werte

Zug-Elastizitätsmodul [MPa] 3.200 5.500 5.100 3.400 3.100 8.700 3.300 1.800 3.100 3.400
(DIN EN ISO 527-2)
Zugfestigkeit [MPa] 84 91 104 89 76 115 106 53 79 91
(DIN EN ISO 527-2)
Streckspannung [MPa] 83 91 104 72 76 115 106 54 79 91
(DIN EN ISO 527-2)
Streckdehnung [%] 10 8 12 7 11 2 21 9 5 4
(DIN EN ISO 527-2)
Bruchdehnung [%] 40 14 13 25 14 2 32 200 10 15
(DIN EN ISO 527-2)
Biege-Elastizitätsmodul [MPa] 3.100 4.700 4.300 3.300 2.800 9.000 3.300 1.700 3.200 3.400
(DIN EN ISO 178)
Biegefestigkeit [MPa] 114 135 135 112 102 200 132 68 121 134
(DIN EN ISO 178)
Druck-Elastizitätsmodul [MPa] 2.700 4.100 3.800 2.900 2.400 6.200 2.800 1.600 2.700 2.800
(EN ISO 604)
Druckfestigkeit (1% / 2%) [MPa] 20 / 38 25 / 46 16 / 33 14 / 29 20 / 35 28 / 56 20 / 35 13 / 24 19 / 35 19 / 36
(EN ISO 604)
Schlagzähigkeit (Charpy) [kJ / m²] n.b. 97 116 n.b. 37 n.b. n.b. 81 27
(DIN EN ISO 179-1eU)
Kerbschlagzähigkeit (Charpy) [kJ / m²] 5 5 9 7 4
(DIN EN ISO 179-1eA)
Kugeldruckhärte [MPa] 168 216 200 191 145 187 105 175 195
(ISO 2039-1)
Thermische Werte

Glasübergangstemperatur [°C] 52 48 48 57 54 78 72 37 81 81
(DIN 53765)
Schmelztemperatur [°C] 253 254 251 263 261 256 299 180 244 244
(DIN 53765)
Einsatztemperatur, [°C] 170 170 170 180 120 200 220 150 170 170
kurzzeitig
Einsatztemperatur, [°C] 100 110 100 115 90 130 130 110 110 110
dauernd
Wärmeausdehnung (CLTE), [10-5 K-1] 10 5 9 12 11 13 15 8 8
23 – 60°C (DIN EN ISO 11359-1;2)
Wärmeausdehnung (CLTE), [10 K ]
-5 -1
10 5 10 12 12 13 16 10 10
23 – 100°C (DIN EN ISO 11359-1;2)
Spezifische Wärmekapazität [J / (g*K)] 1,5 1,2 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8
(ISO 22007-4:2008)
Wärmeleitfähigkeit [W / (m*K)] 0,36 0,39 0,72 0,36 0,36 0,37 0,30
(ISO 22007-4:2008)
Elektrische Werte

Spezifischer Oberflächenwiderstand [Ω] 1012 1012 108 1014 1014 1012 1013 1014 1014 1012
(DIN IEC 60093)
Verschiedene Daten

Wasseraufnahme 24 h / 96 h (23 °C) [%] 0,2 / 0,4 0,1 / 0,2 0,1 / 0,3 0,2 / 0,3 0,2 / 0,4 0,1 / 0,2 0,4 / 0,7 0,04 / 0,07 0,02 / 0,03 0,02 / 0,03
(DIN EN ISO 62)
Beständigkeit gegen (+) (+) (+) (+) (+) – (+) + – –
heißes Wasser / Laugen
Verhalten bei Freibewitterung (+) (+) (+) – – (+) – – – (+)

Brennverhalten (UL94) HB HB HB HB HB HB V2 HB HB HB
(DIN IEC 60695-11-10)

Die aufgeführten Werte und Informationen sind keine Soweit nicht anders vermerkt, wurden die Werte aus Versu- nicht ohne gesonderte Prüfung im Einzelfall eingesetzt
Mindest- oder Höchstwerte, sondern Richtwerte, die vor chen an Referenzabmessungen (in der Regel Rundstäbe mit werden! Datenblattwerte unterliegen einer regelmäßigen
allem für Vergleichszwecke zur Materialauswahl verwendet Durchmesser 40-60mm nach DIN EN 15860) an extrudierten, Überprüfung, den aktuellen Stand finden Sie unter
werden können. Diese Werte liegen im normalen Toleranz­ gegossenen, formgepressten und zerspanten Prüfkörpern www.ensinger-online.com
bereich der Produkteigenschaften, jedoch stellen sie keine ermittelt. Da die Eigenschaften von den Dimensionen der
zugesicherten Eigenschaftswerte dar und sollten demnach Halbzeuge und der Orientierung im Bauteil (insbesondere bei
nicht zu Spezifikationszwecken herangezogen werden. verstärkten Werkstoffen) abhängen, dürfen die Werkstoffe Technische Änderungen vorbehalten.

91
Werkstoffrichtwerte

Werksbezeichnung TECAPET TECADUR TECADUR TECANAT TECANAT TECAFLON TECASON TECAPEI TECASON TECASON
TF PET PBT GF30 GF30 PVDF S P P MT
weiss farbig

chem. Bezeichnung PET PET PBT PC PC PVDF PSU PEI PPSU PPSU

Füllstoff Fest- Glasfasern Glasfasern


schmier-
stoff

Dichte [g / cm³] 1,43 1,39 1,46 1,19 1,42 1,78 1,24 1,28 1,31 1,31
(DIN EN ISO 1183)
Mechanische Werte

Zug-Elastizitätsmodul [MPa] 3.200 3.300 3.400 2.200 4.400 2.200 2.700 3.200 2.300 2.300
(DIN EN ISO 527-2)
Zugfestigkeit [MPa] 78 91 46 69 85 62 89 127 81 81
(DIN EN ISO 527-2)
Streckspannung [MPa] 78 91 46 69 87 62 89 127 81 81
(DIN EN ISO 527-2)
Streckdehnung [%] 4 4 5 6 4 8 5 7 7 7
(DIN EN ISO 527-2)
Bruchdehnung [%] 6 14 6 90 6 17 15 35 50 50
(DIN EN ISO 527-2)
Biege-Elastizitätsmodul [MPa] 3.300 3.400 3.400 2.300 4.500 2.100 2.600 3.300 2.300 2.300
(DIN EN ISO 178)
Biegefestigkeit [MPa] 119 134 78 97 138 77 122 164 107 107
(DIN EN ISO 178)
Druck-Elastizitätsmodul [MPa] 2.700 2.800 2.800 2.000 3.300 1.900 2.300 2.800 2.000 2.000
(EN ISO 604)
Druckfestigkeit (1% / 2%) [MPa] 21 / 38 21 / 38 20 / 38 16 / 29 21 / 39 16 / 28 15 / 28 23 / 41 18 / 30 18 / 30
(EN ISO 604)
Schlagzähigkeit (Charpy) [kJ / m²] 42 150 37 n.b. 71 150 175 113 n.b. n.b.
(DIN EN ISO 179-1eU)
Kerbschlagzähigkeit (Charpy) [kJ / m²] 14 4 13 13
(DIN EN ISO 179-1eA)
Kugeldruckhärte [MPa] 183 194 190 128 190 129 167 225 143 143
(ISO 2039-1)
Thermische Werte

Glasübergangstemperatur [°C] 82 81 149 147 –40 188 216 218 218


(DIN 53765)
Schmelztemperatur [°C] 249 244 224 n.a. n.a. 171 n.a. n.a. n.a. n.a.
(DIN 53765)
Einsatztemperatur, [°C] 170 170 200 140 140 150 180 200 190 190
kurzzeitig
Einsatztemperatur, [°C] 110 110 110 120 120 150 160 170 170 170
dauernd
Wärmeausdehnung (CLTE), [10-5 K-1] 8 8 8 8 5 16 6 5 6 6
23 – 60°C (DIN EN ISO 11359-1;2)
Wärmeausdehnung (CLTE), [10 K ]
-5 -1
10 10 10 8 5 18 6 5 6 6
23 – 100°C (DIN EN ISO 11359-1;2)
Spezifische Wärmekapazität [J / (g*K)] 1,2 1,3 1,1 1,3 1,2 1,2 1,1 1,1
(ISO 22007-4:2008)
Wärmeleitfähigkeit [W / (m*K)] 0,33 0,25 0,32 0,25 0,21 0,21 0,25 0,25
(ISO 22007-4:2008)
Elektrische Werte

Spezifischer Oberflächenwiderstand [Ω] 1014 1014 1014 1014 1014 1014 1014 1014 1014 1012
(DIN IEC 60093)
Verschiedene Daten

Wasseraufnahme 24 h / 96 h (23 °C) [%] 0,02 / 0,03 0,02 / 0,03 0,02 / 0,04 0,03 / 0,06 0,03 / 0,05 <0,01/<0,01 0,06 / 0,1 0,05 / 0,1 0,1 / 0,2 0,1 / 0,2
(DIN EN ISO 62)
Beständigkeit gegen – – – – – + + + + +
heißes Wasser / Laugen
Verhalten bei Freibewitterung – – – (+) – + – – – –

Brennverhalten (UL94) HB HB HB HB HB V0 V0 V0 V0 V0
(DIN IEC 60695-11-10)

Alle Werte wurden direkt nach der Zerspanung ermittelt  + beständig (a) Glasübergangstemperatur
(Standardklima Deutschland). Bei Polyamiden sind (+) bedingt beständig gemessen nach DIN EN ISO 11357
die Werte stark vom Feuchtigkeitsgehalt abhängig.  – unbeständig (abhängig von Konzentration, (b) Wärmeleitfähigkeit gemessen nach ISO 8302
Zeit und Temperatur) (c) Wärmeleitfähigkeit gemessen nach ASTM E1530
n.b. ohne Bruch (d) Spezifischer Oberflächenwiderstand
n.a. nicht zutreffend gemessen nach ASTM D 257

Probekörper nach DIN EN ISO 527-2

92
Werksbezeichnung TECATRON TECATRON TECATRON TECATRON TECAPEEK TECAPEEK TECAPEEK TECAPEEK TECAPEEK TECAPEEK
GF40 GF40 PVX schwarz leuchtrot GF30 CF30 PVX
schwarz

chem. Bezeichnung PPS PPS PPS PPS PEEK PEEK PEEK PEEK PEEK PEEK

Füllstoff Glasfasern Glasfasern Kohlefasern, Glasfasern Kohlefasern Kohlefasern,


PTFE, Grafit PTFE, Grafit

Dichte [g / cm³] 1,36 1,63 1,63 1,5 1,31 1,31 1,36 1,53 1,38 1,44
(DIN EN ISO 1183)
Mechanische Werte

Zug-Elastizitätsmodul [MPa] 4.100 6.500 6.500 4.600 4.200 4.100 4.200 6.400 6.800 5.500
(DIN EN ISO 527-2)
Zugfestigkeit [MPa] 102 83 83 53 116 100 108 105 122 84
(DIN EN ISO 527-2)
Streckspannung [MPa] 100 83 83 53 116 100 108 105 122 84
(DIN EN ISO 527-2)
Streckdehnung [%] 4 3 3 2 5 3 4 3 7 3
(DIN EN ISO 527-2)
Bruchdehnung [%] 4 3 3 2 15 3 6 3 7 3
(DIN EN ISO 527-2)
Biege-Elastizitätsmodul [MPa] 4.000 6.600 6.600 4.800 4.200 4.100 4.500 6.600 6.800 6.000
(DIN EN ISO 178)
Biegefestigkeit [MPa] 151 145 145 91 175 171 177 164 193 142
(DIN EN ISO 178)
Druck-Elastizitätsmodul [MPa] 3.300 4.600 4.600 3.300 3.400 3.300 3.500 4.800 5.000 4.000
(EN ISO 604)
Druckfestigkeit (1% / 2%) [MPa] 20 / 38 21 / 41 21 / 41 19 / 36 23 / 43 22 / 41 22 / 40 29 / 52 25 / 47 23 / 44
(EN ISO 604)
Schlagzähigkeit (Charpy) [kJ / m²] 29 24 24 14 n.b. 75 50 33 62 28
(DIN EN ISO 179-1eU)
Kerbschlagzähigkeit (Charpy) [kJ / m²] 4
(DIN EN ISO 179-1eA)
Kugeldruckhärte [MPa] 238 253 253 244 316 355 250
(ISO 2039-1)
Thermische Werte

Glasübergangstemperatur [°C] 97 93 93 94 150 151 151 147 147 146


(DIN 53765)
Schmelztemperatur [°C] 281 280 280 281 341 341 341 341 341 341
(DIN 53765)
Einsatztemperatur, [°C] 260 260 260 260 300 300 300 300 300 300
kurzzeitig
Einsatztemperatur, [°C] 230 230 230 230 260 260 260 260 260 260
dauernd
Wärmeausdehnung (CLTE), [10-5 K-1] 6 4 4 5 5 5 5 4 4 3
23 – 60°C (DIN EN ISO 11359-1;2)
Wärmeausdehnung (CLTE), [10 K ]
-5 -1
7 5 5 6 5 5 5 4 4 3
23 – 100°C (DIN EN ISO 11359-1;2)
Spezifische Wärmekapazität [J / (g*K)] 1,0 1,0 0,9 0,9 1,1 1,1 1,1 1,0 1,2 1,1
(ISO 22007-4:2008)
Wärmeleitfähigkeit [W / (m*K)] 0,25 0,35 0,33 0,58 0,27 0,30 0,27 0,35 0,66 0,82
(ISO 22007-4:2008)
Elektrische Werte

Spezifischer Oberflächenwiderstand [Ω] 1014 1014 1012 108 1014 1012 1014 1014 108 108
(DIN IEC 60093)
Verschiedene Daten

Wasseraufnahme 24 h / 96 h (23 °C) [%] <0,01 / 0,01 <0,01 / 0,01 <0,01 / 0,01 <0,01 / 0,01 0,02 / 0,03 0,02 / 0,03 0,02 / 0,03 0,02 / 0,03 0,02 / 0,03 0,02 / 0,03
(DIN EN ISO 62)
Beständigkeit gegen + + + + + + + + + +
heißes Wasser / Laugen
Verhalten bei Freibewitterung – – (+) (+) – – – – – –

Brennverhalten (UL94) V0 V0 V0 V0 V0 V0 V0 V0 V0 V0
(DIN IEC 60695-11-10)

Die aufgeführten Werte und Informationen sind keine Soweit nicht anders vermerkt, wurden die Werte aus Versu- nicht ohne gesonderte Prüfung im Einzelfall eingesetzt
Mindest- oder Höchstwerte, sondern Richtwerte, die vor chen an Referenzabmessungen (in der Regel Rundstäbe mit werden! Datenblattwerte unterliegen einer regelmäßigen
allem für Vergleichszwecke zur Materialauswahl verwendet Durchmesser 40-60mm nach DIN EN 15860) an extrudierten, Überprüfung, den aktuellen Stand finden Sie unter
werden können. Diese Werte liegen im normalen Toleranz­ gegossenen, formgepressten und zerspanten Prüfkörpern www.ensinger-online.com
bereich der Produkteigenschaften, jedoch stellen sie keine ermittelt. Da die Eigenschaften von den Dimensionen der
zugesicherten Eigenschaftswerte dar und sollten demnach Halbzeuge und der Orientierung im Bauteil (insbesondere bei
nicht zu Spezifikationszwecken herangezogen werden. verstärkten Werkstoffen) abhängen, dürfen die Werkstoffe Technische Änderungen vorbehalten.

93
Werkstoffrichtwerte

Werksbezeichnung TECAPEEK TECAPEEK TECAPEEK TECAPEEK TECAPEEK TECAPEEK TECAPEEK TECAPEEK TECAPEEK TECAPEEK
ELS nano TF10 ID MT MT MT MT MT MT MT
blau schwarz blau grün gelb leuchtrot elfenbein

chem. Bezeichnung PEEK PEEK PEEK PEEK PEEK PEEK PEEK PEEK PEEK PEEK

Füllstoff CNT PTFE

Dichte [g / cm³] 1,36 1,38 1,49 1,31 1,31 1,34 1,32 1,38 1,36 1,42
(DIN EN ISO 1183)
Mechanische Werte

Zug-Elastizitätsmodul [MPa] 4.800 3.400 4.600 4.200 4.200 4.300 4.100 4.400 4.200 4.400
(DIN EN ISO 527-2)
Zugfestigkeit [MPa] 106 95 111 116 114 113 116 113 108 114
(DIN EN ISO 527-2)
Streckspannung [MPa] 106 95 111 116 114 113 116 113 108 114
(DIN EN ISO 527-2)
Streckdehnung [%] 4 5 4 5 5 5 5 5 4 4
(DIN EN ISO 527-2)
Bruchdehnung [%] 4 8 6 15 13 11 17 10 6 12
(DIN EN ISO 527-2)
Biege-Elastizitätsmodul [MPa] 4.700 3.900 3.700 4.200 4.100 4.300 4.200 4.300 4.500 4.400
(DIN EN ISO 178)
Biegefestigkeit [MPa] 178 149 166 175 171 173 172 169 177 171
(DIN EN ISO 178)
Druck-Elastizitätsmodul [MPa] 3.600 3.000 4.800 3.400 3.400 3.400 3.400 3.400 3.500 3.400
(EN ISO 604)
Druckfestigkeit (1% / 2%) [MPa] 27 / 47 22 / 39 25 / 46 23 / 43 23 / 44 17 / 35 17 / 35 17 / 35 22 / 40 24 / 44
(EN ISO 604)
Schlagzähigkeit (Charpy) [kJ / m²] 58 48 72 n.b. n.b. n.b. n.b. n.b. 50 n.b.
(DIN EN ISO 179-1eU)
Kerbschlagzähigkeit (Charpy) [kJ / m²] 4 5 7 4 5 4
(DIN EN ISO 179-1eA)
Kugeldruckhärte [MPa] 253 220 260 253 243 248 250 257 244 250
(ISO 2039-1)
Thermische Werte

Glasübergangstemperatur [°C] 147 157 150 150 151 151 151 151 151 150
(DIN 53765)
Schmelztemperatur [°C] 341 340 341 342 341 341 341 341 341 340
(DIN 53765)
Einsatztemperatur, [°C] 300 300 300 300 300 300 300 300 300 300
kurzzeitig
Einsatztemperatur, [°C] 260 260 260 260 260 260 260 260 260 260
dauernd
Wärmeausdehnung (CLTE), [10-5 K-1] 5 6 5 5 5 5 5 5 5 5
23 – 60°C (DIN EN ISO 11359-1;2)
Wärmeausdehnung (CLTE), [10 K ]
-5 -1
5 6 5 5 5 5 5 5 5 5
23 – 100°C (DIN EN ISO 11359-1;2)
Spezifische Wärmekapazität [J / (g*K)] 1,1 1,1 1,1 1,1 1,1 1,1 1,1 1,1
(ISO 22007-4:2008)
Wärmeleitfähigkeit [W / (m*K)] 0,46 0,27 0,27 0,3 0,28 0,28 0,28 0,27
(ISO 22007-4:2008)
Elektrische Werte

Spezifischer Oberflächenwiderstand [Ω] 104 1013 1014 1012 1014 1014 1014 1014 1014
(DIN IEC 60093)
Verschiedene Daten

Wasseraufnahme 24 h / 96 h (23 °C) [%] 0,02 / 0,03 0,02 / 0,03 0,02 / 0,03 0,02 / 0,03 0,02 / 0,03 0,02 / 0,03 0,02 / 0,03 0,02 / 0,03 0,02 / 0,03 0,02 / 0,03
(DIN EN ISO 62)
Beständigkeit gegen + + + + + + + + + +
heißes Wasser / Laugen
Verhalten bei Freibewitterung (+) – – – – – – – – –

Brennverhalten (UL94) V0 V0 V0 V0 V0 V0 V0 V0 V0 V0
(DIN IEC 60695-11-10)

Alle Werte wurden direkt nach der Zerspanung ermittelt  + beständig (a) Glasübergangstemperatur
(Standardklima Deutschland). Bei Polyamiden sind (+) bedingt beständig gemessen nach DIN EN ISO 11357
die Werte stark vom Feuchtigkeitsgehalt abhängig.  – unbeständig (abhängig von Konzentration, (b) Wärmeleitfähigkeit gemessen nach ISO 8302
Zeit und Temperatur) (c) Wärmeleitfähigkeit gemessen nach ASTM E1530
n.b. ohne Bruch (d) Spezifischer Oberflächenwiderstand
n.a. nicht zutreffend gemessen nach ASTM D 257

Probekörper nach DIN EN ISO 527-2

94
Werksbezeichnung TECAPEEK TECAPEEK TECAPEEK TECAPEEK TECAPEEK TECAPEEK TECAPEEK TECATEC TECATEC TECATOR
CF30 MT CLASSIX TS CMF CMF HT ST PEEK CW50 PEKK CW60 5013
weiss grau schwarz schwarz

chem. Bezeichnung PEEK PEEK PEEK PEEK PEEK PEK PEKEKK PEEK PEKK PAI

Füllstoff Kohlefasern minera- Keramik Keramik


lischer
Füllstoff

Dichte [g / cm³] 1,42 1,4 1,49 1,65 1,65 1,31 1,32 1,49 1,61 1,4
(DIN EN ISO 1183)
Mechanische Werte

Zug-Elastizitätsmodul [MPa] 6.000 4.700 5.700 5.500 5.500 4.600 4.600 53.200 54.300 3.800
(DIN EN ISO 527-2)
Zugfestigkeit [MPa] 115 117 110 105 105 120 134 491 585 151
(DIN EN ISO 527-2)
Streckspannung [MPa] 115 117 110 102 102 120 134 151
(DIN EN ISO 527-2)
Streckdehnung [%] 5 5 4 3 4 4 5
(DIN EN ISO 527-2)
Bruchdehnung [%] 5 11 4 4 5 5 13 21
(DIN EN ISO 527-2)
Biege-Elastizitätsmodul [MPa] 6.000 4.400 5.900 5.500 5.500 4.600 4.600 48.900 50.900 3.900
(DIN EN ISO 178)
Biegefestigkeit [MPa] 188 177 175 170 170 192 193 813 960
(DIN EN ISO 178)
Druck-Elastizitätsmodul [MPa] 4.500 3.500 4.300 4.300 4.300 3.500 3.500 4.050 5.100
(EN ISO 604)
Druckfestigkeit (1% / 2%) [MPa] 23 / 44 25 / 45 17 / 34 25 / 46 25 / 46 25 / 45 24 / 42 51 / 509
(EN ISO 604)
Schlagzähigkeit (Charpy) [kJ / m²] 58 n.b. n.b. 65 35 n.b. n.b.
(DIN EN ISO 179-1eU)
Kerbschlagzähigkeit (Charpy) [kJ / m²] 5 7 4 4 13,2
(DIN EN ISO 179-1eA)
Kugeldruckhärte [MPa] 318 263 290 286 286 282 275 240
(ISO 2039-1)
Thermische Werte

Glasübergangstemperatur [°C] 146 150 151 151 151 160 165 143 165 280
(DIN 53765)
Schmelztemperatur [°C] 341 341 339 339 339 375 384 343 380 n.a.
(DIN 53765)
Einsatztemperatur, [°C] 300 300 300 300 300 300 300 270
kurzzeitig
Einsatztemperatur, [°C] 260 260 260 260 260 260 260 260 260 250
dauernd
Wärmeausdehnung (CLTE), [10-5 K-1] 5 5 4 5 5 5 5
23 – 60°C (DIN EN ISO 11359-1;2)
Wärmeausdehnung (CLTE), [10 K ]
-5 -1
5 5 4 5 5 5 5
23 – 100°C (DIN EN ISO 11359-1;2)
Spezifische Wärmekapazität [J / (g*K)] 1,7 1,0 1,0 1,0
(ISO 22007-4:2008)
Wärmeleitfähigkeit [W / (m*K)] 0,59 0,30 0,38 0,38 0,29 (c)
(ISO 22007-4:2008)
Elektrische Werte

Spezifischer Oberflächenwiderstand [Ω] 108 1014 1013 1014 1013 109 109 1018 (d)
(DIN IEC 60093)
Verschiedene Daten

Wasseraufnahme 24 h / 96 h (23 °C) [%] 0,02 / 0,03 0,02 / 0,03 0,02 / 0,03 0,02 / 0,03 0,02 / 0,03 0,02 / 0,04 0,02 / 0,03
(DIN EN ISO 62)
Beständigkeit gegen + + + + + + + + + –
heißes Wasser / Laugen
Verhalten bei Freibewitterung – – – – – (+) (+) – –

Brennverhalten (UL94) V0 V0 V0 V0 V0 V0 V0 V0 V0 V0
(DIN IEC 60695-11-10)

Die aufgeführten Werte und Informationen sind keine Soweit nicht anders vermerkt, wurden die Werte aus Versu- nicht ohne gesonderte Prüfung im Einzelfall eingesetzt
Mindest- oder Höchstwerte, sondern Richtwerte, die vor chen an Referenzabmessungen (in der Regel Rundstäbe mit werden! Datenblattwerte unterliegen einer regelmäßigen
allem für Vergleichszwecke zur Materialauswahl verwendet Durchmesser 40-60mm nach DIN EN 15860) an extrudierten, Überprüfung, den aktuellen Stand finden Sie unter
werden können. Diese Werte liegen im normalen Toleranz­ gegossenen, formgepressten und zerspanten Prüfkörpern www.ensinger-online.com
bereich der Produkteigenschaften, jedoch stellen sie keine ermittelt. Da die Eigenschaften von den Dimensionen der
zugesicherten Eigenschaftswerte dar und sollten demnach Halbzeuge und der Orientierung im Bauteil (insbesondere bei
nicht zu Spezifikationszwecken herangezogen werden. verstärkten Werkstoffen) abhängen, dürfen die Werkstoffe Technische Änderungen vorbehalten.

95
Werkstoffrichtwerte

Werksbezeichnung TECATOR TECASINT TECASINT TECASINT TECASINT TECASINT TECASINT TECASINT TECASINT TECASINT
5031 PVX 1011 1021 1031 1041 1061 1101 1611 2011 2021

chem. Bezeichnung PAI PI PI PI PI PI PI PI PI PI

Füllstoff Grafit, PTFE 15% Grafit 40% Grafit 30% 15% Grafit, 30% PTFE 15% Grafit
Molybdän- 10% PTFE
disulfid

Dichte [g / cm³] 1,46 1,34 1,42 1,57 1,67 1,48 1,34 1,51 1,38 1,45
(DIN EN ISO 1183)
Mechanische Werte

Zug-Elastizitätsmodul [MPa] 5.900 4.000 4.000 4.340 4.000 3.700 4.400


(DIN EN ISO 527-2)
Zugfestigkeit [MPa] 135 116 97 65 82 77 153 82 118 101
(DIN EN ISO 527-2)
Streckspannung [MPa] 135
(DIN EN ISO 527-2)
Streckdehnung [%]
(DIN EN ISO 527-2)
Bruchdehnung [%] 7 9,0 2,8 2,2 2,8 2,9 7,4 4,1 4,5 3,7
(DIN EN ISO 527-2)
Biege-Elastizitätsmodul [MPa] 6.200 3.448 4.000 4.330 4.000 3.600 4.300
(DIN EN ISO 178)
Biegefestigkeit [MPa] 210 150 88 126 120 209 122 177 145
(DIN EN ISO 178)
Druck-Elastizitätsmodul [MPa] 4.000 1.880 4.000 1.713 1.900
(EN ISO 604)
Druckfestigkeit (1% / 2%) [MPa] 556 210 180 204 227 400 211 486 300
(EN ISO 604)
Schlagzähigkeit (Charpy) [kJ / m²] 87 75,8 35,1 16,5 29,6 25,8 67,6 – 87,9 20,6
(DIN EN ISO 179-1eU)
Kerbschlagzähigkeit (Charpy) [kJ / m²] 5,6 3,3 4,8 3,6 2,8 3,9 – – 9,3 1,6
(DIN EN ISO 179-1eA)
Kugeldruckhärte [MPa] 228
(ISO 2039-1)
Thermische Werte

Glasübergangstemperatur [°C] 280 368 (a) 330 (a) 330 (a) 330 (a) 330 (a) 330 (a) 330 (a) 370 (a) 370 (a)
(DIN 53765)
Schmelztemperatur [°C] n.a.
(DIN 53765)
Einsatztemperatur, [°C] 270
kurzzeitig
Einsatztemperatur, [°C] 250 – – – – – – – – –
dauernd
Wärmeausdehnung (CLTE), [10-5 K-1]
23 – 60°C (DIN EN ISO 11359-1;2)
Wärmeausdehnung (CLTE), [10-5 K-1]
23 – 100°C (DIN EN ISO 11359-1;2)
Spezifische Wärmekapazität [J / (g*K)] 1,04 1,13 1,04 0,925
(ISO 22007-4:2008)
Wärmeleitfähigkeit [W / (m*K)] 0,60 (c) 0,22 (b) 0,53 (b) 0,22 (b) 0,22 (b)
(ISO 22007-4:2008)
Elektrische Werte

Spezifischer Oberflächenwiderstand [Ω] 1017 (d) 1016 107 103 1015 1016 1015
(DIN IEC 60093)
Verschiedene Daten

Wasseraufnahme 24 h / 96 h (23 °C) [%]


(DIN EN ISO 62)
Beständigkeit gegen –
heißes Wasser / Laugen
Verhalten bei Freibewitterung

Brennverhalten (UL94) V0 V0 V0 V0 V0 V0 V0 V0 V0 V0
(DIN IEC 60695-11-10)

Alle Werte wurden direkt nach der Zerspanung ermittelt  + beständig (a) Glasübergangstemperatur
(Standardklima Deutschland). Bei Polyamiden sind (+) bedingt beständig gemessen nach DIN EN ISO 11357
die Werte stark vom Feuchtigkeitsgehalt abhängig.  – unbeständig (abhängig von Konzentration, (b) Wärmeleitfähigkeit gemessen nach ISO 8302
Zeit und Temperatur) (c) Wärmeleitfähigkeit gemessen nach ASTM E1530
n.b. ohne Bruch (d) Spezifischer Oberflächenwiderstand
n.a. nicht zutreffend gemessen nach ASTM D 257

Probekörper nach DIN EN ISO 527-2

96
Werksbezeichnung TECASINT TECASINT TECASINT TECASINT TECASINT TECASINT TECASINT TECASINT TECASINT
2031 2391 4011 4021 4111 4121 5051 5201 SD 8001

chem. Bezeichnung PI PI PI PI PI PI PAI PAI PTFE

Füllstoff 40% Grafit 15% 15% Grafit 15% Grafit 30% Kohlefasern, 20%
Molybdän- Glasfasern Glasfasern Polyimid
disulfid

Dichte [g / cm³] 1,59 1,54 1,41 1,49 1,46 1,53 1,57 1,54 1,88
(DIN EN ISO 1183)
Mechanische Werte

Zug-Elastizitätsmodul [MPa] 6.300 4.400 4.000 4.943 7.000 6.600 5.800 4.500
(DIN EN ISO 527-2)
Zugfestigkeit [MPa] 65 95 130 93 100 34 94 85 15
(DIN EN ISO 527-2)
Streckspannung [MPa]
(DIN EN ISO 527-2)
Streckdehnung [%]
(DIN EN ISO 527-2)
Bruchdehnung [%] 2,1 2,9 4,5 3 1,7 0,5 3,4 4,0 200
(DIN EN ISO 527-2)
Biege-Elastizitätsmodul [MPa] 5.200 4.136 4.300 4.930 6.100 6.100 6.625 4.200
(DIN EN ISO 178)
Biegefestigkeit [MPa] 87,5 137 180 131 160 113 163 135
(DIN EN ISO 178)
Druck-Elastizitätsmodul [MPa] 2.027 2.200 2.100 2.067 2.500 2.200 2.590
(EN ISO 604)
Druckfestigkeit (1% / 2%) [MPa] 131 253 40 208 250 200 260 240
(EN ISO 604)
Schlagzähigkeit (Charpy) [kJ / m²] 14,2 87 24,4 24 11 27,3 17,8
(DIN EN ISO 179-1eU)
Kerbschlagzähigkeit (Charpy) [kJ / m²] 3,3 9,6 4,8 1,1 1,4 5,1 2,8
(DIN EN ISO 179-1eA)
Kugeldruckhärte [MPa]
(ISO 2039-1)
Thermische Werte

Glasübergangstemperatur [°C] 370 (a) 370 (a) 260 (a) 260 (a) n.a. (a) n.a. (a) 340 (a) 340 (a) 20 (a)
(DIN 53765)
Schmelztemperatur [°C]
(DIN 53765)
Einsatztemperatur, [°C]
kurzzeitig
Einsatztemperatur, [°C] – – 300 300 250
dauernd
Wärmeausdehnung (CLTE), [10-5 K-1]
23 – 60°C (DIN EN ISO 11359-1;2)
Wärmeausdehnung (CLTE), [10-5 K-1]
23 – 100°C (DIN EN ISO 11359-1;2)
Spezifische Wärmekapazität [J / (g*K)] 1,04 1
(ISO 22007-4:2008)
Wärmeleitfähigkeit [W / (m*K)] 0,4 (b) 0,35 (b) 0,25 (b)
(ISO 22007-4:2008)
Elektrische Werte

Spezifischer Oberflächenwiderstand [Ω] 1016 (d) 1016 (d) 1014 1011


(DIN IEC 60093)
Verschiedene Daten

Wasseraufnahme 24 h / 96 h (23 °C) [%]


(DIN EN ISO 62)
Beständigkeit gegen
heißes Wasser / Laugen
Verhalten bei Freibewitterung

Brennverhalten (UL94) V0 V0 V0 V0 V0 V0 V0 V0 V0
(DIN IEC 60695-11-10)

Die aufgeführten Werte und Informationen sind keine Soweit nicht anders vermerkt, wurden die Werte aus Versu- nicht ohne gesonderte Prüfung im Einzelfall eingesetzt
Mindest- oder Höchstwerte, sondern Richtwerte, die vor chen an Referenzabmessungen (in der Regel Rundstäbe mit werden! Datenblattwerte unterliegen einer regelmäßigen
allem für Vergleichszwecke zur Materialauswahl verwendet Durchmesser 40-60mm nach DIN EN 15860) an extrudierten, Überprüfung, den aktuellen Stand finden Sie unter
werden können. Diese Werte liegen im normalen Toleranz­ gegossenen, formgepressten und zerspanten Prüfkörpern www.ensinger-online.com
bereich der Produkteigenschaften, jedoch stellen sie keine ermittelt. Da die Eigenschaften von den Dimensionen der
zugesicherten Eigenschaftswerte dar und sollten demnach Halbzeuge und der Orientierung im Bauteil (insbesondere bei
nicht zu Spezifikationszwecken herangezogen werden. verstärkten Werkstoffen) abhängen, dürfen die Werkstoffe Technische Änderungen vorbehalten.

97
Haftungsausschluss

Unsere Informationen und Angaben stellen keine Zusi- Wir tragen dafür Sorge, dass unsere Produkte frei von
cherung oder Garantie dar, seien sie ausdrücklich oder Rechten oder Ansprüchen Dritter sind, die auf gewerbli-
stillschweigend. Sie entsprechen dem heutigen Stand un- chem oder anderem geistigen Eigentum (Patente,
serer Kenntnisse und sollen über unsere Produkte und de- Gebrauchs­ muster, Geschmacksmuster, Urheberrechte
ren Anwendungsmöglichkeiten informieren. Sie haben oder anderer Rechte) beruhen. Diese Verpflichtung gilt für
somit nicht die Bedeutung, die chemische Beständigkeit, Deutschland; sie gilt für die anderen Mitgliedstaaten der
die Beschaffenheit der Produkte und die Handelsfähigkeit europäischen Union, der anderen Vertragsstaaten des Ab-
rechtlich verbindlich zuzusichern oder zu garantieren. kommens über den europäischen Wirtschaftsraum sowie
die Schweiz und die USA nur dann, wenn der Kunde uns
Die Eigenschaften der Liefergegenstände werden durch ausdrücklich schriftlich darauf hinweist, dass er unsere
verschiedene Faktoren wie beispielsweise Materialauswahl, Produkte – eventuell nach Verarbeitung oder Einbau – ex-
Zusätze zum Material, Formteil- und Werkzeugaus­legung, portieren wird und wir ausdrücklich schriftlich bestätigen,
Verarbeitungs- oder Umweltbedingungen beeinflusst. So- dass die Produkte exportiert werden können. Eine Haftung
weit nicht anders angegeben, sind die aufgeführten Mess- für andere als die genannten Staaten übernehmen wir
werte Richtwerte, die auf Laborversuchen unter standardi- nicht.
sierten Bedingungen basieren. Die genannten Angaben
bilden allein keine ausreichende Grundlage für eine Bau- Konstruktions- oder Formänderungen, Ab­weichungen im
teil- oder Werkzeugauslegung. Die Entscheidung über die Farbton sowie Änderungen des Liefer- oder Leistungsum-
Eignung eines bestimmten Materials, Verfahrens und ei- fanges bleiben vorbehalten, sofern die Änderungen oder
ner bestimmten Bauteil- und Werkzeugauslegung für ei- Abweichungen unter Berücksichtigung unserer Interessen
nen konkreten Einsatzzweck obliegt ausschließlich dem für den Kunden zumutbar sind.
jeweiligen Kunden. Die Eignung für einen konkreten Ein-
satzzweck oder eine bestimmte Verwendung wird rechtlich Unsere Produkte sind nicht für eine Verwendung in medi-
verbindlich nicht zugesichert oder garantiert, es sei denn, zinischen oder zahnmedizinischen Implantaten bestimmt.
uns wurde der konkrete Einsatzzweck oder die geplante
PEEK-CLASSIXTM und Invibio® sind eingetragene Warenzeichen von Invibio Ltd.
Verwendung schriftlich mitgeteilt und wir haben darauf-
hin schriftlich bestätigt, dass unser Produkt gerade auch VICTREX® PEEK ist ein eingetragenes Warenzeichen von Victrex plc.

für den vom Kunden schriftlich mitgeteilten konkreten Ensinger®, TECA®, TECADUR®, TECAFLON®, TECAFORM®, TECAM®, TECAMID®, TECANAT®,
TECANYL®, TECAPEEK®, TECAPET®, TECAPRO®, TECASINT®, TECASON®, TECAST®,
Einsatzzweck oder die geplante Verwendung geeignet ist. TECATRON® sind eingetragene Warenzeichen der Ensinger GmbH.

TECATOR® ist ein eingetragenes Warenzeichen von Ensinger Inc.


Die Beschaffenheit unserer Produkte bestimmt sich nach
den zur Zeit des Gefahr­übergangs in Deutschland gelten-
den gesetzlichen Vorschriften, soweit diese gesetzlichen
Vorschriften Regelungen über die Beschaffenheit gerade
der Produkte enthalten. Nur wenn der Kunde uns aus-
drücklich schriftlich darauf hinweist, dass er unsere Pro-
dukte – eventuell nach Verarbeitung oder Einbau – expor-
tieren wird, und nur wenn wir dann die Eignung für den
Export ausdrücklich schriftlich bestätigen, werden wir auch
für die Einhaltung der im Fall des Exports geltenden Vor-
schriften der europäischen Union, ihrer Mitgliedstaaten,
der anderen Vertragsstaaten des Abkommens über den eu-
ropäischen Wirtschaftsraum (Norwegen, Island, Lichten-
stein) sowie der Schweiz und der USA sorgen. Wir sind
nicht verpflichtet, für die Einhaltung der gesetzlichen Vor-
schriften anderer Staaten Vorsorge zu treffen.

98
Ensinger: Daten und Fakten

Hauptsitz Produkte
Nufringen, Baden-Württemberg  Compounds
 Halbzeuge
Mitarbeiter (extrudiert, gegossen, gesintert)
ca. 2000  Profile
 Fertigteile
Gründungsjahr
1966 (zerspant, spritzgegossen)
 Formteile
Fertigungsstandorte (direktgeformt, Polyamidguss)
in Deutschland
3 Anwendungen
 Maschinen- und Anlagenbau
Standorte und  Bauindustrie
Niederlassungen weltweit  Automobilindustrie
27  Medizintechnik
 Luft- und Raumfahrtindustrie
Geschäftsführer
 Erdöl- und Gasindustrie
Klaus Ensinger, Dr. Roland Reber
 Elektro- und Halbleitertechnik
 viele weitere Industriezweige
Ensinger Deutschland Ensinger weltweit

Ensinger GmbH Brasilien Italien Singapur


Rudolf-Diesel-Straße 8 Ensinger Indústria de Ensinger Italia S.r.l. Ensinger International GmbH
71154 Nufringen Plásticos Técnicos Ltda. Via Franco Tosi 1/3 (Singapore Branch)
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Fax +49 7032 819 100 93.032-000 São Leopoldo-RS Garolfo Lam Soon Industrial Building
www.ensinger-online.com Tel. +55 51 35798800 Tel. +39 0331 568348 Singapore 669569
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59609 Anröchte Tel. +45 7810 4410 Fax +43 7672 96865 33441 Dobřany
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Frankreich Ensinger Polska Sp. z o.o.
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von Ensinger kommen heute in fast allen wichtigen Industriebranchen
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