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Lisa Mitchell – Ein wahres „Wonder“

Dank Lenas Interpretation von „Neopolitan Dreams“ schaffte es die Single in Deutschland
auf Platz 33. Doch blieb es leider dabei. Das Album schaffte den Durchbruch nicht und es
blieb bei diesem Lied. Lisa Mitchell spielte hier zwar ein Paar Gigs, doch mehr
Aufmerksamkeit wurde der 20-Jährigen Australierin nicht geschenkt, leider.
Ähnlich wie Lena nahm sie im zarten Alter von 16 Jahren an einer Castingshow in
Downunder teil, bei Australian Idol. Die Jury war gleich von ihr begeistert, allerdings
schaffte sie es „nur“ in die Top Sechs. Ihr hätte jedoch nichts besseres passieren können.
Sie nutzte die gewonnene Aufmerksamkeit um ihr eigenes Ding zu machen, im Gegensatz
zu vielen anderen „Idol“-Teilnehmern.
Bevor es an „Wonder“ ging nahm sie die EP „Welcome to the afternoon“ auf. Auf ihr
befinden sich vier sehr schöne Lieder, die es sich auf jeden Fall lohnt zu kaufen.
Anschließend machte sie sich an „Wonder“, ein fantastisches Album.
Es beginnt mit „Oh What A Beautiful Morning“, geschrieben von Oscar Hammerstein II,
Richard Rodgers. Dabei handelt es sich um ein paar sanft dahin gesungene Textzeilen.
Anschließend folgt ihr bekanntestes Lied „Neopolitan Dreams“. Man könnte meinen, dass
es sich hierbei offenbar um ihr stärkstes Lied handeln muss, doch danach geht es erst
richtig los.
„So Jealous“ folgt, ein jazzig angehauchter Song, mit eingängigem Schlagzeug. Als nächstes
überrascht Mitchell mit „Coin Laundry“, einem der besten Songs des Albums. Der
Videoclip überzeugt ebenfalls. Besonders eingängig ist der simple Refrain, in dem sie um
einen Dollar bittet, noch vor Aloe Blacc.
„Clean White Love“ ist der stärkste Song des Albums. Eine leichter Gitarrenrhythmus, mit
einfachem Schlagzeug und einem Xylophon im Hintergrund. Doch hier zeigt Lisa Mitchell,
was sie stimmlich drauf hat. Die Tatsache, dass der Gesang zweimal aufgenommen wurde,
einmal für Links, einmal für Rechts gibt dem Song fast eine dreidimensionale Struktur und
erfüllt den ganzen Raum mit Mitchell's Stimme.
Die nächsten zwei Songs sind die ruhigsten dies Albums. Bei „Pirouette“ möchte man
wirklich anfangen sich leicht zu der Musik zu bewegen und „Love Letter“ versetzt den
Hörer in eine melancholische Stimmung, die nicht zuletzt durch die guten Lyrics
hervorgerufen wird.
Die schnellste Nummer auf der Platte ist „Oh! Hark!“. Der Titel könnte nicht besser
passen, denn hier muss man einfach hinhören. Der Song geht relativ ruhig los, explodiert
dann aber im Refrain durch die eingängige E-Gitarre, von der auf dem Album eher selten
Gebrauch gemacht wird.
„Red Wine Lips“ plätschert ruhig dahin und macht einfach gute Laune, dass man mit
pfeifen möchte. Der Song „Sidekick“ überzeugt auch, weiß aber nicht ganz wo er hingehen
will. Hier kommt einmal mehr die E-Gitarre zum Einsatz, sowie passende Klavier-
Akkorde.
Nun kommt der Hörer in den Genuss eines der besten Lieder des Albums: „Stevie“
Er beginnt mit Gitarre, Gesang und Xylophon und überzeugt dann durch das
Zusammenspiel mit dem Schlagzeug.
Die letzten vier Songs „Animals“, „Valium“, „Heroine“ und „Time Means Nothing at All“
sorgen für einen sanften Ausklang des Albums.
Das Debüt-Album überzeugt sehr und wenn man es hört, bedeutet Zeit tatsächlich nichts
mehr, da man diese vergisst.
Lisa Mitchell ist weitaus mehr als nur „Neopolitan Dreams“, das Lena übrigens mit ihrer
Darbietung durch den Dreck gezogen hat. „Wonder“ enthält Songs mit Sinn, Inhalt und
Botschaft von Mitchell, der wirklich ein kleines Musikwunder gelungen ist.

„Wonder“ erschien 2009 bei Scorpio