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Manual GHS

• Formkurvenblätter
• Pantokarene
• Tankpantokarene

Olaf Müller
April 2007

Version 2.1
Manual GHS Institut für Schiffbau und Meerestechnik FH-Kiel

Inhalt

Einleitung.................................................................................................................... 3
1 Installation von GHS............................................................................................ 4
2 Bedienung von GHS............................................................................................ 4
2.1 Aufruf der Makros......................................................................................... 4
3 Arbeitsschritte für GHS........................................................................................ 5
3.1 Export eines Modells aus FastShip .............................................................. 5
4 Erstellung von Tanks und Räumen...................................................................... 6
4.1 Definition von Tanks..................................................................................... 6
4.1.1 Koordinatensystem ............................................................................... 6
4.1.2 Erstellung von Tanks............................................................................. 7
4.1.3 Erstellung des Bugstrahlers .................................................................. 9
4.1.4 Überprüfung der Räume ..................................................................... 10
4.1.5 Berechnung der Formkurvenblätter und Tankpantokarene................. 10
5 Ergebnisse ........................................................................................................ 11
6 Exkurs über das tabellengerechte Einfügen von Textdateien in MS Excel........ 13
7 Fehlermeldungen, Fragen und Tips................................................................... 15

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Manual GHS Institut für Schiffbau und Meerestechnik FH-Kiel

Einleitung
GHS (General HydroStatics) ist eine Software zur Berechnung der Schiffsstabilität.
Im Rahmen des Grossen Entwurfs werden mit dem Programm Formkurvenblatt,
Pantokarene und Tankpantokarene berechnet.

Das hier verwendete Schiff basiert auf einem Vorentwurf. Die Qualität der
verwendeten Daten ist für eine exemplarische Demonstration des Programms
hinreichend.

Der Zeitaufwand von der Lektüre bis zur Berechnung aller Daten beträgt
erfahrungsgemäß 4-8 Stunden.

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1 Installation von GHS


Normalerweise ist das Programm am Arbeitsplatz installiert.

Eventuell ist eine lokale Installation notwendig:


• Einen Ordner GHS auf dem Laufwerk erstellen
• START – PROGRAMME – SCHIFFBAU – GHS - GHS...
• Rechte Maustaste-EIGENSCHAFTEN-ZIEL SUCHEN -> neuer Ordner öffnet sich
• Alles markieren und in einen den Ordner GHS auf das eigene Laufwerk
kopieren
• Öffnen:ghs32.exe

2 Bedienung von GHS


Die Bedienerführung in GHS erfolgt auf Basis einer Fortran-Shell und vordefinierten
Makros.

In der Datei Tanks.run sind Programmzeilen, die mit doppelten Strichen (`-------)
eingefasst sind, nicht zu verändern. Ansonsten kann die Routine nicht starten.

2.1 Aufruf der Makros


Aufruf von Makros (Programmen) in GHS aus der Taskleiste:
• File
• Run… (Tanks run oder FKB_TankPantokarene.run)
• C:\GHS\Data
• Run

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3 Arbeitsschritte für GHS


Im Arbeitsverzeichnis C:\GHS\Data müssen sich folgende Dateien befinden:
1. Hydro.gf (Exportierte Geometriedatei aus FastShip, zum Betrachten öffnen mit
Read Geometry)
2. Makro Tanks.run (Benutzerdefinierte Tanks)
3. Makro FKB_TankPantokarene.run (Makro: Berechnung der Hydrostatik)

Abbildung 3-1 Arbeitsschritte für GHS

Die Ausgangsdateien (Tanks.run und FKB_TankPantokarene.run) befinden sich im


Transferverzeichnis von Herren Graf, im Ordner GHS.

3.1 Export eines Modells aus FastShip


Für die Weiterverwendung in GHS ist der Entwurf aus FastShip als hydro.gf zu
exportieren. Folgende Modifikationen am FastShip Modell sind vorher notwendig:
• Mesh Devision für alle Komponenten auf „6“ setzen.
• Der Ursprung muss sich auf der Basis und am hinteren Lot befinden
• Alle Schnitte löschen, und ca. 200 neue Spanten definieren und visualisieren
• Mehrere Bauteile (Rumpf, Poop, Back) sind gleichzeitig zu exportieren (die
erforderlichen Elemente im Exportmodul von FastShip markieren)

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4 Erstellung von Tanks und Räumen


Die Hülle eines GHS-Modells setzt sich aus dem in FastShip modellierten Rumpf und
der Definition von Tanks in Part Maker zusammen. Das Modell ist hierarchisch
organisiert. Dabei ist der Rumpf das übergeordnete Element und alle weiteren
Bauteile (z.B. Tanks) sind systematisch gegliedert.

4.1 Definition von Tanks

Abbildung 4-1 Mit GHS PartMaker definierte Räume

In der Datei Tanks.run sind alle Tanks und Räume zu definieren. Die Bearbeitung
dieser Datei kann im Windows-Editor erfolgen. Diese Räume werden dem Rumpf
automatisch hinzugefügt.
Jeder Benutzer sollte vor einer Manipulation der Datei das bestehende Makro
Tanks.run aus GHS starten und sich die Ausgabe vergegenwärtigen. Die Datei kann
nicht umbenannt werden. Mit der Tabulator- und Spacetaste sind verschiedene
Ansichten zu wählen.

4.1.1 Koordinatensystem
Es zählt X negativ nach vorne, Y positiv nach Steuerbord und Z positiv nach oben.

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4.1.2 Erstellung von Tanks


Ein Ballasttank in der Datei Tanks.run ist mit folgender Befehlstruktur exemplarisch
definiert:

create bwsl_2.p
description Seitenlängstank, Backbord
permeability .95
contents sw
ends -57.21,-85.5
top 6.35
bottom 1.15
inboard 6.49
fit hull

component
ends -57.21, -69,00
top 3.65
bottom 1.15
inboard 2.6
fit hull
/

Mit create erfolgt der Aufruf für einen neuen Teilkörper. Die Nomenklatur bwsl_2 ist
frei wählbar, jedoch nicht mehr als 8 Zeichen. Die Lage des neuen Volumens ist in
Mittschiffslage, Steuerbord oder Backbord festzulegen:
• c = Mittschiffs
• s = Steuerbord
• p = Backbord
Mit description ist eine Bezeichnung des zu beschreibenden Körpers in Klartext
möglich (20 Zeichen). Diese Möglichkeit sollte benutzt werden, da somit die
Orientierung im Tankplan erleichtert wird.

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Die Verringerung des Tankvolumens durch Einbauteile bezeichnet der Befehl


permeability. Die Tankinhalte werden durch contents klassifiziert. Dabei ist zu
unterscheiden:
• fw (Frischwasser, Dichte 1.000)
• sw (Seewasser, Dichte 1.025)
• fo („Fuel“, Dichte 0.870)
• lo (Schmierstoffe, Dichte 0.924)
Die Dichte der Tankinhalte ist beispielsweise mit. „sw, 1.030“ genauer zu
spezifizieren.

Die Festlegung der Tankgeometrie erfolgt mit ends in Schifflängsrichtung (vom HL),
mit top als oberste und bottom als unterste Grenze der Tankgeometrie (gemessen
von der Basis).

Der Parameter inboard definiert die Breite des Raumkörpers in einem gewählten
Abstand von der Basis (Mittschiffslinie). Im Gegensatz dazu begrenzt die Variable
outboard die Erstreckung von der Mittschiffslinie bis zum gewählten Wert.

Abbildung 4-2 outboard und inboard

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Mit component ist die Definition von erweiterten Tanks möglich. Oftmals erfordern die
vorderen und achteren Laderäume aufgrund schmaler Wasserlinien eine
Verringerung des Laderaumvolumens und eine Erweiterung der Seitenlängstanks
(Affenfelsen). Diese Absätze sind dem Haupttank untergeordnet und erfordern eine
eigene räumliche Definition.

Das Programm schneidet die definierten Räume, sobald sie auf die übergeordnete
Geometrie des Schiffskörpers stoßen. Dafür ist fit hull notwendig.

Mit dem kursiven Strich wird die Definition des Teilkörpers abgeschlossen.

4.1.3 Erstellung des Bugstrahlers


Bei dem Bugstrahler handelt es sich um ein Rohr (cylinder), das als Abzugskörper
(deduct) zu beschreiben ist:

create hull\thruster
deduct
cylinder(12) -100,0,3, -100,10,3, 1.2
fit hull
/

GHS PartMaker benötigt für die Definition eines Zylinders zunächst zwei Kreise als
Benutzerangabe (-100, ..., 1.2). Die ersten drei Werte beschreiben die Lage eines
Kreises (Mittelpunkt) in X, Y und Z-Koordinaten. Dieses gilt analog für die
Beschreibung des zweiten Kreises mit den Zahlen von 4-6. Die letzte Zahl gibt den
Zylinderdurchmesser an. Im hier vorgestellten Fall wird der Kreis mit 12 Ecken
umschrieben, es handelt sich nur näherungsweise um einen kreisförmigen Zylinder.
GHS PartMaker verbindet die festgelegten Kreise automatisch zu einem Zylinder.

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4.1.4 Überprüfung der Räume


Nach der Definition aller Räume ist die Datei ist das Makro Tanks.run zu starten und
auf Fehlermeldungen zu überprüfen.

4.1.5 Berechnung der Formkurvenblätter und Tankpantokarene


Mit dem Aufruf von FKB_TankPantokarene.run startet das Makro, die das FKB,
Pantokarene für den Schiffsrumpf und die Tankpantokarene für jeden Tank
berechnet.

• Formkurven werden in Schritten von 0,05 Metern berechnet. Dabei berechnet


GHS automatisch Tiefgänge immer bis 10 Meter.
• Pantokarenen werden in Berechnungsschritten von 100 Tonnen gegliedert. Dabei
wird das Modell rechnerisch soweit getaucht, bis das Volumen voll getaucht ist.
Mit der Meldung „SHE SANK“ wird die Berechnung abgebrochen.
• Nach diesem Berechnungsschritt greift GHS auf die Datei Tanks.run zu und
erzeugt ein Modell mit Räumen. Durch schließen des Ansichtsfensters wird dieser
Programmteil quittiert und beendet.
• Die Füllung der Tanks erfolgt automatisch in 0,1m-Schritten.

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5 Ergebnisse
Die Ergebnisse liegen im Verzeichnis GHS/Data als Hydro_Formkurven.txt,
Hydro_Pantokarene.txt und Hydro_Tankpantokarene.txt vor.

Die Ergebnisse lassen sich im Texteditor bearbeiten.


Rechte Maustaste DATEI-ÖFFNEN MIT...-EDITOR

Auszug aus Hydro_Formkurven.txt:

LCF Displacement Buoyancy-Ctr. Weight/ Moment/


Draft----Weight(MT)----LCB-----VCB-------CM-----LCF--Deg trim----KML-----KMT
1.000 904.17 57.344f 0.534 10.42 56.866f 7856.60 497.81 19.443
1.500 1,443.39 57.143f 0.803 11.11 56.775f 8999.85 357.21 13.979
2.000 2,012.24 57.038f 1.071 11.62 56.776f 9908.26 282.09 11.258
2.500 2,604.52 56.980f 1.339 12.06 56.787f 10671 234.72 9.733
3.000 3,217.50 56.941f 1.608 12.46 56.753f 11373 202.51 8.824
3.500 3,850.37 56.901f 1.878 12.86 56.624f 12103 180.08 8.271
4.000 4,503.40 56.843f 2.150 13.27 56.360f 12900 164.11 7.940
4.500 5,177.31 56.756f 2.424 13.69 55.959f 13813 152.84 7.753

Viele Wege führen zum Ziel, im Folgenden eine Möglichkeit die Menge an Daten
überschaulich zu gestalten:
• Plotterdaten löschen
• Mit STRG-H PUNKTE durch Kommata ersetzen
• Seitenumbrüche zusammenfassen
• Daten nach MS Excel exportieren

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Folgende Gliederung in MS-Excel wird empfohlen:


T DEPL KMT KML LCF KB MCT
... ... ... ... ... ... ...

Berechnung von MCT:


ϕ * IL
MCT =
LPP
IL
KML = KB +
V
IL = ( KML − KB ) * V

( KML − KB ) * Depl
MCT =
LPP

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Auszug aus Hydro_Tankpantokarene.txt:

TANK CHARACTERISTICS, continued


No Trim, No Heel
Tank: BWFP.C, Contents: SALT WATER at 1.025 Specific Gravity
BALLASTTANK VORPIEK

Weight Center of Gravity FSM


Snding Load METRIC TON LCG TCG VCG GML M.-MT
-------------------------------------------------------------------
4200 .266 60.32 104.357f 0.000 2.659 2.15 19.43
4300 .277 62.63 104.374f 0.000 2.717 2.09 19.66
4400 .287 64.94 104.391f 0.000 2.776 2.03 19.87
4500 .297 67.27 104.407f 0.000 2.834 1.98 20.04
4600 .307 69.61 104.422f 0.000 2.891 1.93 20.19
4700 .318 71.95 104.437f 0.000 2.949 1.88 20.30

6 Exkurs über das tabellengerechte Einfügen von Textdateien in


MS Excel
GHS liefert als Ergebnisse für die Formkurven und Pantokarene unformatierte *.TXT-
Dateien. Nach dem Importieren werden die einzelnen Werte in einzelnen Zellen
abgelegt sein.
Excel öffnen
DATEI ÖFFNEN
Die betreffende Datei auswählen

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Es erscheint das folgende Fenster:

Das Fenster mit W EITER quittieren.

Excel trennt einige Werte automatisch, einige Spalten müssen manuell geschnitten
werden.
Um einen Spaltenumbruch zu erzeugen, mit der Maus auf die gewünschte Position
klicken, zum Löschen ist ein Doppelklick erforderlich.
Weitere Formatierungen sollten direkt im Excel-Sheet vorgenommen werden.
Mit BEARBEITEN-SUCHEN-ERSETZEN ist das Komma in Punktdarstellung in Kommatas
zu konvertieren. Das Zahlenformat für das gesamte Blatt ist auf „ZAHL“ zu setzen.

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7 Fehlermeldungen, Fragen und Tips


• Beim Aufruf von GHS PartMaker den fehlenden Gerätetreiber mit „Ignorieren“
einfach quittieren.
• Bei der Ausführung von GHS PartMaker erscheint die Meldung „Memory Full“:
Hierbei überlappen eventuell sich mehrere Komponenten. In dem Bereich, wo der
Programmbruch erfolgt, muss die Geometrie der Räume in Tanks.run überprüft
werden.
• GHS legt im Verzeichnis GHS/Data noch die Dateien Hydro_B.gf und
HSPROP_DATA.SAV an. Diese Dateien werden vom Programm angelegt und
dienen zur Übergabe von Werten zwischen den Berechnungsschritten.
• Unter Umständen kann GHS die Geometriedatei ohne Tanks lesen, mit Tanks
erfolgt jedoch ein Programmabbruch („Memory Full“). Lösung: Mesh Devisions
vor dem Export aus FastShip weiter heruntersetzen (3x3).
• Beim anpassen das FastShip Modell eventuell 1mm über die Basis setzen.
• Unter http://www.ghsport.com/ gibt es auch weiteren Support

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