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Benutzerhandbuch

für die MELAG-Autoklaven


-Nicht für Humanmedizin. Nur für Veterinärmedizin-

Typ 15 Typ 17 Typ 23

Sehr geehrte Frau Doktor, sehr geehrter Herr Doktor !

Wir danken Ihnen für das Vertrauen, das Sie uns mit dem Kauf dieses Autoklaven
entgegengebracht haben.
Seit mehr als 55 Jahren hat sich MELAG, ein mittelständisches Familienunternehmen, auf die
Fertigung von Sterilisatoren für die Praxis spezialisiert. In dieser Zeit gelang uns der Aufstieg zu
einem führenden Sterilisatorenhersteller. Mehr als 400.000 MELAG Geräte zeugen weltweit von
der hohen Qualität unserer ausschließlich in Deutschland gefertigten Sterilisatoren.
Auch dieser Autoklav wurde nach strengen Qualitätskriterien gefertigt und geprüft. Lesen Sie
aber bitte vor Inbetriebnahme gründlich dieses Benutzerhandbuch. Lesen Sie bitte auch den
Abschnitt über die richtige Instrumentenaufbereitung. Die langandauernde Funktionstüchtigkeit
und die Werterhaltung Ihres Autoklaven hängen vor allen Dingen auch von der Pflege des
Gerätes ab.

MELAG - Geschäftsführung und Mitarbeiter

Technische Änderungen vorbehalten


Funktionstüchtigkeit und Werterhaltung des
Gerätes sind abhängig von:

Der richtigen Aufbereitung des Sterilisiergutes


Der Vermeidung von Flugrostbildung
Der sorgfältigen Pflege des Gerätes
Dem regelmäßigen Wechsel des aqua dest / aqua dem

Seite
1 VORBEMERKUNGEN ........................................................................................................................................... 2
1.1 ABBILDUNG GERÄTEFRONT ................................................................................................................................. 2
1.2 TECHNISCHE DATEN ............................................................................................................................................ 2
1.3 INSTRUMENTENAUFBEREITUNG ........................................................................................................................... 3
1.4 ROSTBILDUNG = FREMDROST .............................................................................................................................. 3
1.5 PFLEGE DES AUTOKLAVEN .................................................................................................................................. 3
1.6 PFLEGE- UND KONTROLLHINWEISE FÜR TÜR- UND VERSCHLUSSBAUTEILE ......................................................... 4
1.7 FUNKTIONSPRÜFUNG DES AUTOKLAVEN ............................................................................................................. 5
2 INBETRIEBNAHME............................................................................................................................................... 5
2.1 AUFSTELLUNG DES GERÄTES .............................................................................................................................. 5
2.2 FÜLLUNG DES VORRATSBEHÄLTERS .................................................................................................................... 6
2.3 VDE-BESTIMMUNGEN......................................................................................................................................... 6
3 ZU JEDER STERILISATION ................................................................................................................................ 6
3.1 STERILISIERGUT................................................................................................................................................... 6
3.2 ABLAUF DER STERILISATION ............................................................................................................................... 7
3.3 ABLAUFKONTROLLE ............................................................................................................................................ 8
3.4 PROGRAMMABBRUCH .......................................................................................................................................... 8
3.5 TROCKENE ENTNAHME DES GUTES ..................................................................................................................... 8
3.6 STERILISIER-HÄUFIGKEIT .................................................................................................................................... 8
4 WEITERE INFORMATIONEN ZUR STERILISATION ................................................................................... 9
4.1 GESAMTBETRIEBSZEIT (CHARGENZEIT)............................................................................................................... 9
4.2 VERWENDUNG VON AQUA DEST / AQUA DEM ....................................................................................................... 9
5 HINWEISE FÜR BETRIEBSSTÖRUNGEN ...................................................................................................... 11
5.1 KEINE DRUCKANZEIGE AM MANOMETER .......................................................................................................... 11
5.2 ZU HOHE DRUCKANZEIGE AM MANOMETER ...................................................................................................... 11
5.3 ZU NIEDRIGE DRUCKANZEIGE AM MANOMETER, BZW. SCHLEPPZEIGER ............................................................ 11
5.4 ÜBERHITZUNGEN IM GERÄT .............................................................................................................................. 12
5.5 RESTWASSER IM KESSEL ................................................................................................................................... 13
5.6 SIGNALLAMPE NETZ ERLISCHT NICHT NACH UHRABSCHALTUNG ...................................................................... 13
5.7 SIGNALLAMPE NETZ LEUCHTET NICHT .............................................................................................................. 13
6 SICHERHEITSHINWEISE .................................................................................................................................. 14

7 AUßERBETRIEBSETZUNG/TRANSPORT/WIEDERINBETRIEBNAHME ............................................... 14

8 ANHANG ................................................................................................................................................................ 14
8.1 ERSATZTEILE ..................................................................................................................................................... 14
8.2 SCHNITTBILD ..................................................................................................................................................... 15

Inhalt
Benutzerhandbuch Typ 15/17/23

1 Vorbemerkungen

1.1 Abbildung Gerätefront ___________________________________________________

1
2
Autoklav23

Trocknen Manometer

-1
2
3

5-
3
0
6

Netz Thermometer
4
5
100 15O

200
6
Zeitschaltuhr
7
30 50

0
8
Wasser-
entleerung
Druckschalter 9
2 bar 1 bar

10

11 13 12 11

1 Gehäusedeckel 6 Thermometer 12 Ablaßhahn für


2 Ablagerosten 7 Signallampe "Heizung" aqua-dest Erneuerung
(für Tabletts o.ä.) 8 Schaltuhr 13 Kontrollausschnitt für
3 Manometer 9 Schalter "Wasserzulauf" Wassereinfüllung
4 Schalter "Trocknung" 10 Druckbereich-Wahlschalter
5 Signallampe "Netz" 11 Verstellbare Gerätefüße
1.2 Technische Daten _______________________________________________________
Typ 15 Typ 17 Typ 23
Sterilisierraum ( ∅ X Tiefe ) 15 X 38 cm 18 X 42 cm 23 X 45 cm
Beschickungsmenge :
Instrumentarium (incl. Tabletts) 2 kg 3 kg 4 kg
Textilien 150 g 200 g 500 g
Elektrischer Anschluß:Wechselstrom 230 V / 1560 W 230 V / 1350 W 230 V / 1970 W
Wassermenge pro Sterilisation 280 ml 300 ml 300 ml
Druckbereich: 1 bar Programm - 1,0 bar (121°C) bis 1,4 bar (126°C)
Druckbereich: 2 bar Programm 2,0 bar (134°C) bis 2,5 bar (138°C)
Betriebszeit: 1 bar Programm - 50 Minuten 50 Minuten
Betriebszeit: 2 bar Programm 30 Minuten 30 Minuten 30 Minuten
Pausenzeit zwischen 2 Sterilisationen 30 Minuten 30 Minuten 30 Minuten
Vorsicherungen je 2x 12,5A/T 12,5A/T 12,5A/T
Trocknungszeit beliebig wählbar

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1.3 Instrumentenaufbereitung ________________________________________________
MELAG - rostfreie Materialien Das Instrumentarium ist gemäß UVV/VBG 103
Alle dampfführenden Teile der MELAG Autoklaven sofort nach dem Gebrauch in einer Desinfektions-
bestehen aus nichtrostenden Materialien: Kessel, und/ oder Reinigungslösung zu desinfizieren und zu
Vorratsbehälter und Tablettaufnahmegestell aus reinigen. Die Lösungen immer richtig dosieren und
Edelstahl, Dampfleitungen aus Kupfer, Kesseltür die Einlegezeiten genau beachten! Die Benutzung
aus verchromten Messing und Tabletts aus von Hilfsmitteln wie Ultraschallgerät und
eloxiertem Aluminium. Thermodesinfektor ist empfehlenswert.
Die Reinigung des Instrumentariums ist von größter
Fremdrost Wichtigkeit, um zu vermeiden, daß sich
Die Verwendung dieser Materialien schließt eine Schmutzreste unter dem Dampfdruck während der
Rostbildung aus, die durch den Autoklaven Sterilisation lösen und die Düsen und Ventile des
verursacht ist. In Fällen, in denen es zu einem Autoklaven verstopfen! Vor allem Schlösser,
Rostbefall des Autoklaven oder des Sterilgutes Gelenke und Scharniere mit einer Bürste sehr
kommt, beweisen Überprüfungen immer wieder, daß gründlich säubern. Reinigungs- und
es sich um Fremdrost handelt, der vom Desinfektionsmittel vor dem Einbringen in den
Instrumentarium stammt. Dabei ist darauf Autoklaven vollständig vom Instrumentarium unter
hinzuweisen, daß Rostbildung auch an Edelstahl- fließendem Wasser abspülen. Auch dabei eine
Instrumenten namhafter deutscher Hersteller Bürste benutzen. Reste der chemischen
auftreten kann, z.B. bei falscher Behandlung mit Substanzen der Reinigungs- und Desinfektionsmittel
chemischen Reinigungs- und Desinfektionsmitteln dürfen auf keinen Fall in den Autoklaven gelangen,
während der Instrumentenaufbereitung. da sie dort zu Korrosion führen! Eine Schlußspülung
Aufbereitung des Sterilisiergutes mit demineralisiertem Wasser vornehmen und das
Instrumentarium gut abtrocknen.
Am Beispiel des Fremdrostes zeigt sich die
Bedeutung richtiger Aufbereitung des Fabrikneue Instrumente
Sterilisiergutes vor der Sterilisation, auf die hier Der oben beschriebene Reinigungsvorgang muß
eindringlich hingewiesen werden soll: auch bei fabrikneuem Instrumentarium erfolgen, da
es oft noch mit kleinsten Resten von Öl, Fett und
Schmutz aus der Produktion behaftet ist.

1.4 Rostbildung = Fremdrost _________________________________________________


Es wurde bereits dargelegt, daß es wegen der setzt sich in Form von Flugrost auf andere
verwendeten Materialien keine Rostbildung durch Instrumente oder Teile des Autoklaven und führt dort
den Autoklaven geben kann. zu Rostfraß. Deshalb muß der Kessel regelmäßig
Auftretende Roststellen sind "Fremdrost". Dieser ausgewischt werden, um ein mögliches Festsetzen
stammt von Instrumenten oder anderen von Fremdrost zu vermeiden. Fremdrost muß mit
Metallgegenständen, die Roststellen zeigen, obwohl Edelstahl - Putzmitteln wie Sidol o.ä. vom Kessel,
sie aus Edelstahl hergestellt sind oder die aus Vorratsbehälter und vom Tablettaufnahmegestell
Normalstahl hergestellt sind und deren galvanischer entfernt werden. Keine Stahlwolle oder Stahl-
Überzug schadhaft geworden ist. Oft genügt schon Drahtbürsten verwenden! Für die Kesselreinigung ist
ein einziges rostabsonderndes Instrument, um auf das Tablettaufnahmegestell nach vorn aus dem
den anderen Instrumenten oder im Autoklaven Kessel zu ziehen. Rostabsondernde Instrumente
Fremdrost entstehen zu lassen. Denn Fremdrost aussondern!

1.5 Pflege des Autoklaven ___________________________________________________


Jede Woche keine Stahlbürsten verwendet werden. Die
Reinigungsmittel dürfen kein Chlor enthalten und
Kesselreinigung nicht alkalisch sein. Flecken auf rostfreiem Stahl
Der Kessel und die Dichtflächen für die Türdichtung können mit 5%iger Oxalsäure entfernt werden.
am Kessel sollten mindestens einmal wöchentlich Türdichtung
gereinigt werden. Dazu sind erst die Tabletts und
dann das Tablettaufnahmegestell nach vorn aus Die Türdichtung wöchentlich auf Beschädigungen
dem Kessel zu ziehen. Mit einem weichen Tuch überprüfen. Dichtung mit handelsüblichen milden
(Schwamm) ist nun der Kessel auszuwischen. Bei Flüssigreinigern säubern.
hartnäckigen Verschmutzungen ist die Verwendung Alle zwei Wochen
von Edelstahl-Putzmitteln wie Sidol o.ä. zu aqua dest / aqua dem Vorratsbehälter
empfehlen. Dabei ist darauf zu achten, daß keine
Putzmittel in die Rohrleitungen gelangen, die vom Alle zwei Wochen das aqua dest / aqua dem durch
Autoklaven-Kessel abgehen. Bitte beachten, daß Öffnen der Ablaßschraube (9) aus dem
nur in Richtung der Oberflächenstruktur gewischt Vorratsbehälter ablassen. Den Vorratsbehälter, falls
wird. Es dürfen keine Topfreiniger aus Metall und erforderlich, reinigen, z.B. mit Hilfe einer

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Benutzerhandbuch Typ 15/17/23

Flaschenbürste und warmem Wasser mit neues aqua dest / aqua dem einfüllen (zur
fettlösendem Zusatz. Mit Wasser durchspülen und Wasserqualität siehe Ziffer 4.2).

1.6 Pflege- und Kontrollhinweise für Tür- und Verschlussbauteile __________________


Um vorzeitigem Verschleiß vorzubeugen, müssen die Gewindespindel des Sterngriffes sowie die Scharniere
der Verschlußgabel und des Druckbalkens stets gut gefettet sein
(vorzugsweise mit Gleitfett MELAG-Art.-Nr.24355, Silikonfett oder „Molykote“).

Folgende Anzeichen deuten auf erhöhten Verschleiß des Türverschlusses hin und machen eine
Überprüfung durch den MELAG- Kundendienst oder autorisierten Techniker des Fachhandels notwendig:

• übermäßiges Spiel im Scharnier • übermäßiges Spiel der


der Verschlußgabel Gewindespindel des
Sterngriffes („Klappern“
• übermäßiges Spiel im
der Spindel in der
Scharnier des Druckbalkens
Verschlußfalle)
(Hängen der Tür)
• deutliche
Schwergängigkeit der
Gewindespindel

• aus Verschlußfalle herausgedrehter


Hartmetall- Gewindeeinsatz

Achtung!
Die Scharnierbolzen müssen Bei nach oben oder unten verschobenen Bolzen
unbedingt vollständig in der darf der Autoklav nicht weiter betrieben werden und
Verschlußfalle bzw. in der muß eine Instandsetzung durch den technischen
Scharniergabel des Druckbalkens Kundendienst erfolgen.
(linke Seite) stecken.

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1.7 Funktionsprüfung des Autoklaven _________________________________________
Regelmäßig dürfen nicht nochmals verpackt in den
Autoklaven gegeben werden.
Der Betreiber des Autoklaven hat die Möglichkeit,
anhand der Kontrollinstrumente und der Bei der Durchführung eines Sporentests ist peinlich
Sterilisierzeiten die wirksame Sterilisation zu genau auf steriles Arbeiten zu achten: So dürfen die
kontrollieren. Man kann von einer wirksamen Sporenpäckchen z.B. nach der Sterilisation nicht im
Sterilisation ausgehen, wenn im Programm 2 bar (1 selben Umschlag, mit dem sie Ihnen zugeschickt
bar) mindestens 5 Minuten (20 Minuten) lang der wurden, wieder verpackt oder mit der selben
Manometerzeiger zwischen 2 und 2,1 bar (1 und 1,1 Pinzette berührt werden, um eine Rekontamination
bar) und gleichzeitig der Thermometerzeiger auf 134 zu vermeiden. Es empfiehlt sich, z.B. eine Pinzette
bis 135°C (120 bis 121°C) steht. mitzusterilisieren. Bei der Auswertung ist darauf zu
achten, daß die nicht sterilisierte Positivprobe nicht
Periodisch (halbjährlich)
in Berührung mit den sterilisierten Sporenproben
DIN 58 946 Teil 8 Abschnitt 3.2 empfiehlt: gelangt, um eine Verfälschung des Ergebnisses
"Die periodische Prüfung wird am Aufstellungsort, in auszuschließen. Für den Transportfall kann auch die
z.B. 6 monatigen Abständen durchgeführt. Sie soll Positivprobe in einer mitsterilisierten
nachweisen, daß der Klein-Sterilisator bei Papierverpackung versendet werden.
Einhaltung des Benutzerhandbuchs sterilisiert." Achtung:
Hygieneinstitute und Landesmedizinal- Befinden sich die Sporen in einem Röhrchen,
untersuchungsämter versenden auf Anforderung welches nur an einer Seite perforiert ist (z.B.
Testsporen, werten diese aus, und bestätigen das Fabrikat "Attest" der Fa. 3M), so ist folgendes zu
Ergebnis auf einem Prüfformular. beachten:
Gemäß DIN 58 946 Teil 4 und DAB 10 (Deutsches Diese Röhrchen dürfen nie mit der Perforation (bei
Arzneimittelbuch) sind für die Prüfung von Dampf- "Attest" befindet sie sich in der braunen
autoklaven Sporen des "Bacillus Verschlußkappe) nach oben in den Autoklaven
Stearothermophilus" (z.B. ATCC 7953, Paper gestellt werden. Da der Autoklav nach dem
Spore Strips, Fa. Oxoid, Cd. Nr.: BR 23) Gravitationsprinzip arbeitet, muß die Perforation am
vorgeschrieben. besten nach unten zeigen, mindestens aber zur
Für die MELAG Typen 15, 17 und 23 Seite, wie es bei eingelegten Röhrchen der Fall ist.
(Kammervolumen >5 dm³) sind gemäß DIN 58 946 Werden Ihnen "handgefertigte"
Teil 8 fünf Bioindikatoren (plus eine Positivprobe) Sporenzubereitungen zugeschickt, die direkt in einer
vorgeschrieben. Papier-Folienverpackung eingeschweißt sind, so ist
Bereits verpackte Prüfsporen (z.B. Sporenstreifen in auf freie Zugänglichkeit der Papierseiten (für den
Papierverpackung, Teströhrchen, z.B. "Attest") Dampf) zu achten. Die Papierseiten der Verpackung
sollten ebenfalls zur Seite oder nach unten weisen.

2 Inbetriebnahme

2.1 Aufstellung des Gerätes__________________________________________________


Seitenabstände Fehlerhafte Aufstellung - "vorgeneigt"
Das Gerät muß mit einem Seitenabstand von 10 cm Wenn aber die Fläche, auf die der Autoklav gestellt
von angrenzenden Wänden entfernt aufgestellt wird, nach vorn geneigt ist, so wird das aqua dest /
werden. Der Freiraum über dem Gerät soll 30 cm aqua dem bereits am Kontrollausschnitt vorn im
betragen. Die richtige Aufstellung des Gerätes ist für Kessel sichtbar, wenn noch nicht genug
den angestrebten Sterilisationserfolg von großer eingeflossen ist. Das hat zur Folge, daß sich zu
Bedeutung. Sowohl bei der Erstaufstellung als auch wenig aqua dest / aqua dem zur Druckerreichung im
bei der Standortveränderung ist deshalb mit großer Kessel befindet und der Druck von 2 bar nicht
Sorgfalt vorzugehen. erreicht und ca. 5 Minuten gehalten wird, bzw. der
Korrekte Aufstellung - waagerecht Druck von 1 bar nicht die erforderliche
Einwirkungszeit von 20 Minuten konstant gehalten
Dieser MELAG Autoklav besitzt eine direkte werden kann.
Wassereinfüllung. Dieser Bedienungskomfort
bedingt die Aufstellung des Gerätes auf einer Fehlerhafte Aufstellung - "rückgeneigt"
waagerechten Fläche. Der Kessel ist im Autoklaven Wird der Autoklav auf einer Fläche aufgestellt, die
in einem bestimmten Winkel nach hinten geneigt nach hinten geneigt ist, so wird das aqua dest /aqua
eingebaut, so daß das einlaufende aqua dest / aqua dem am Kontrollausschnitt sichtbar, wenn mehr
dem erst am Kontrollausschnitt (13) sichtbar wird, Wasser als benötigt in den Kessel geflossen ist. Das
wenn die erforderliche Menge in den Kessel bei der Sterilisation nicht verbrauchte aqua dest /
geflossen ist. aqua dem bleibt dann im Kessel zurück, was jedoch
für die Funktion des Autoklaven unschädlich ist.
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Benutzerhandbuch Typ 15/17/23

Justierung eingefüllt sind, und das eingefüllte Wasser am


Für die richtige Justierung des Autoklaven wird mit Kontrollausschnitt (13) des Tablettaufnahmegestells
jedem Autoklaven ein graduierter Testbecher sichtbar ist. Dieser Zustand kann, falls erforderlich,
geliefert. Der Autoklav steht dann richtig, wenn bei durch Höher- oder Tieferdrehen der verstellbaren
Typ 15: 280 ml, bei den Typen 17 und 23: 300 ml vorderen Gerätefüße (11) herbeigeführt werden.
aqua dest / aqua dem von vorn in den Kessel
2.2 Füllung des Vorratsbehälters _____________________________________________
Den Deckel (1) auf dem Gerätegehäuse und den Damit der abströmende Dampf kondensiert und
darunter befindlichen Deckel des Vorratsbehälters Dampfbelästigung sowie erhöhter Verbrauch an
abnehmen (siehe Ziffer 1.1 und 8.2). aqua dest / aqua dem vermieden wird, soll die
Den Vorratsbehälter mit ca. 3 Liter aqua dest / aqua Kühlschlange (E) der Strömungsdüse (B) und des
dem füllen. Hierbei ist zu beachten, daß das Wasser Druck-Schnell-Ablasses (G) im Vorratsbehälter gut
nicht die Wasserstandsmarke "MAX" (C) übersteigt, vom Wasser bedeckt sein. Deshalb verbrauchtes
denn die Öffnung der Kühlschlange (E) der aqua dest / aqua dem rechtzeitig nachfüllen, oder
Strömungsdüse (B) muß frei von Wasser sein, sonst besser restliches Wasser durch Ablaßhahn (12)
ist keine ausreichende Druckerreichung möglich. ablassen und aqua dest / aqua dem erneuern.

2.3 VDE-Bestimmungen _____________________________________________________


Nach den derzeitig gültigen VDE-Bestimmungen ist Vorsicht !
dieses Gerät nicht für den Betrieb in Der Türrand, Kesselrand und Sterilgut werden bei
explosionsgefährdeten Bereichen bestimmt. Betrieb heiß.
Es darf nur vom Hersteller oder durch eine von ihm
ausdrücklich hierfür ermächtigte Stelle (Fachhandel
oder Kundendienst) instandgesetzt werden.

3 Zu jeder Sterilisation

3.1 Sterilisiergut ___________________________________________________________


Tablettaufnahmegestell Einschweißung ist darauf zu achten, daß die
Siegelnaht nach DIN 58953 Teil 7 eine Breite von 8
Das Gerät darf wegen der Gefahr einer Überhitzung mm aufweist. Die MELAG Folienschweißgeräte
des Sterilisiergutes durch die Strahlungswärme des MELAseal®100 / 101 fertigen eine
Kessels nicht ohne das auch oben geschlossene Schweißnahtbreite von 10 mm.
MELAG Tablettaufnahmegestell betrieben werden.
Tabletts oder andere Unterlagen, auf die das Thermolabiles Gut
Sterilisiergut gelegt werden, oder Behälter (mit oder Bei der Sterilisation von Kunststoffartikeln, bitte
ohne Deckel) müssen perforiert sein (näheres siehe die maximale Sterilisiertemperatur des
BGA-Richtlinien "Durchführung der Sterilisation Herstellers beachten! Der Direktkontankt des
2.1.4.a Behälter, als Anlage zu Ziffer 7.1 der Produktes mit dem Tablettführungsgestell ist
"Richtlinie für die Erkennung, Verhütung und unbedingt zu vermeiden, da die Gefahr einer
Bekämpfung von Krankenhausinfektionen"). Beschädigung des Sterilisiergutes durch die
Sterilisierverpackung Strahlungswärme des Kessels besteht.
Das Sterilisiergut kann auch eingeschweißt in Plastikartikel (Absaugkanülen) möglichst immer auf
Klarsicht-Sterilisierverpackung, z.B. MELAfol® (eine das mittlere Tablett legen. Es empfiehlt sich, dieses
Seite Papier - eine Seite Folie) sterilisiert werden. thermolabile Gut nicht direkt auf das Tablett, Tray
Dabei muß die Papierseite der Packung nach unten o.ä. zu legen, sondern auf ein Blatt Filterpapier.
zeigen. Mehrere dieser Verpackungen dürfen nicht Flüssigkeiten
auf einem Tablett übereinandergelegt werden. Zur
Das Gerät ist nicht für die Sterilisation von
besseren Trocknung empfiehlt sich das
Flüssigkeiten geeignet!
"karteikartenartige" Aufstellen mehrerer Klarsicht-
Sterilisierverpackungen im MELAG Folienhalter
(MELAG Art. Nr. 283; paßt nur in Typ 23). Bei der

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3.2 Ablauf der Sterilisation___________________________________________________
1. Schleppzeiger 6. Die Tür fest zuschrauben
Den roten Schleppzeiger des Manometers (3) auf Achtung! Tür erst schließen wenn vorher
"0" stellen. Schaltuhr betätigt wurde.
2. Beschickung 7. Ende der Sterilisation
Tabletts o.ä. locker mit Sterilisiergut belegen und Nach Ablauf der an der Schaltuhr (8)
einschieben. Textilien nicht eng eingestellten Zeit wird der Strom ausgeschaltet,
zusammengefaltet oder z.B. in Sterilisier- und das Magnetventil für den "Druck-Schnell-
Behältern zusammengepreßt einbringen. Die Ablaß" automatisch geöffnet. Die Signallampen
Höchstmenge an Textilien darf nicht (5) und (7) erlöschen.
überschritten werden. Achtung! Tür erst öffnen, wenn Manometer bis
3. Wahlschalter Druck auf "0" abgesunken ist.
Den Druckbereich-Wahlschalter (10) je nach Art 8. Tocknung
des Sterilisiergutes auf 1 bar oder 2 bar stellen Um auch schwierige Trocknungsaufgaben zu
(1 bar (=120°C) für Gummi, Textilien etc.; 2 bar bewältigen, besitzt der Autoklav den Schalter
(=134°C) für Metall, Glas etc. ; Typ 15 ist fest auf "Trocknung" (4). Es ist möglich, die Trocknung
das 2 bar Programm eingestellt). vor Beginn der Sterilisation mit vorzuwählen oder
4. Wassereinfüllung nach erfolgtem automatischen Druck-
schnellablaß zu betätigen. Nach Ablauf der
Den Schalter "Wasserzulauf" (9) auf "I" stellen.
Zeitschaltuhr, und Betätigung des Schalters
Wird das Wasser am Kontrollausschnitt (13)
"Trocknung" leuchtet die Signallampe "Netz"
sichtbar, den Schalter wieder auf "0" stellen.
dauerhaft, und die Signallampe "Heizung" im
5. Schaltuhr Regelintervall der Heizung. Es wird eine
Die Schaltuhr (8) entsprechend dem mit dem Temperatur von ca. 120°C im Autoklavenkessel
Druckbereich-Wahlschalter (10) eingestellten gehalten, bis der Schalter "Trocknung" auf "0"
Sterilisierdruck auf die 30 Minuten- oder 50 zurückgestellt wird (Signallampen "Netz" und
Minuten-Markierung (Typ 15: 30 Minuten) "Heizung" erlöschen). Zur Optimierung der
einstellen. Der Strom ist jetzt eingeschaltet und Trocknung muß die Tür einen spaltbreit geöffnet
die Signallampen (5) und (7) leuchten. Der werden.
elektronische Temperaturregler steuert über die Achtung! Kessel, Tür und Sterilgut sind heiß!
Heizung die Temperatur, bzw. den Druck; Bei gewählter Trocknung erfolgt keine Anzeige
entsprechend leuchtet und erlischt die weiße der Kesseltemperatur am Thermometer.
Signallampe "Heizung" (7).

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3.3 Ablaufkontrolle _________________________________________________________


Der rote Schleppzeiger des Manometers (3) bleibt dem mit dem Wahlschalter (10) eingestellten Druck
auf dem höchsten erreichten Druck stehen, der entsprechen muß.

3.4 Programmabbruch ______________________________________________________


Es kann zu jeder Zeit ein Programmabbruch durch- 3. Manometer (3) beobachten bis Zeiger auf "0"
geführt werden. Gehen Sie bitte wie folgt vor: abgesunken
1. Zeitschaltuhr (8) auf "0" zurückdrehen 4. Tür kann geöffnet werden.
2. Schalter "Trocknung" (4) auf "0" stellen (falls
Trocknung vorher gewählt)

3.5 Trockene Entnahme des Gutes ____________________________________________


Ein sicheres Verfahren, gebrauchsfertig trockenes Bei gewählter Trocknung erfolgt keine Anzeige der
Sterilisiergut aus dem Autoklaven zu entnehmen, Kesseltemperatur am Thermometer.
besteht darin, sofort nach erfolgtem automatischen Filterpapier
Druckablaß (Manometerzeiger auf "0") den Schalter Es hat sich in der Praxis bewährt, auf den Tablett-
"Trocknung" (4) auf "I" zu stellen (Signallampe boden einen Bogen Filterpapier zu legen und dann
"Netz" (5) leuchtet dauerhaft, und Signallampe einen zweiten über das Sterilisiergut.
"Trocknung" im Regelintervall der Heizung), und die
Tür einen spaltbreit zu öffnen. Die Trocknungszeit Zellstoff, Mull
kann je nach Trocknungsaufgabe beliebig gestaltet Getränkter Zellstoff oder Mull sollte dafür aber nicht
werden. Zur Beendigung der Trocknung muß der benutzt werden, da der Wasserdampf daraus Stoffe
Schalter "Trocknung" auf "0" gestellt werden. Die lösen kann, die sich in Form von Flecken und
Signallampen "Netz" und "Heizung" erlöschen. Verfärbungen auf dem Sterilisiergut niederschlagen
Achtung! Türrand, Kessel und Sterilgut sind heiß! können.

3.6 Sterilisier-Häufigkeit _____________________________________________________


Mit MELAG Autoklaven kann man ca. 8 mal am Sterilisation eine Pausenzeit von 30 Minuten einge-
Tage sterilisieren. Diese große Zahl von Sterilisatio- halten werden. Anderenfalls besteht die Gefahr, daß
nen wird ermöglicht durch das MELAG-System, bei infolge Speicherwärme des dickwandigen Edelstahl-
dem nur eine verhältnismäßig geringe Menge aqua kessels der Temperaturregler bei der nächsten
dest / aqua dem pro Sterilisation verdampft und wie- Sterilisation die Heizung zu früh abschalten würde
der kondensiert werden muß. und deshalb der gewählte Druck nicht erreicht
Pausenzeit würde bzw. nicht ausreichend lange gehalten
werden kann.
Ist eine Sterilisation beendet, so muß vom Zeitpunkt
der Uhrabschaltung, bzw. des Abschaltens der
Trocknung durch Stellen des Schalters "Trocknung"
(4) auf "0", bis zum Beginn der nächsten

Seite 8
4 Weitere Informationen zur Sterilisation

4.1 Gesamtbetriebszeit (Chargenzeit) __________________________________________


Betriebszeit Gerätetemperatur
bei 2 bar (134°C) : 30 min Die angegebenen Betriebszeiten müssen immer
bei 1 bar (120°C) : 50 min eingehalten werden, gleich ob mit kaltem oder war-
mem Gerät sterilisiert wird, damit die für die Sterili-
Nachdem die Schaltuhr (8) auf die Markierung für 1 sation erforderliche Entlüftung des Kessels und
bar oder 2 bar eingestellt ist, läuft die Betriebszeit damit das Vorhandensein gesättigten Dampfes gesi-
bis zur Stromabschaltung und Druckbeseitigung chert ist. Die Entlüftung erfolgt über die Strömungs-
ohne jede weitere manuelle Betätigung automatisch düse (B) und ist abhängig von einer immer gleichen
ab. Für Typ 15, der fest auf 2 bar (134°C) eingestellt Zeitdauer.
ist, beträgt die Betriebszeit 30 Minuten.
Trocknungszeit- und temperatur
Enthaltene Zeiten
Trocknungszeit: beliebig
In der Betriebszeit (Gesamtzeit, Chargenzeit) sind
die einzelnen Zeitabläufe wie Anheizzeit, Entlüf- Temperatur: ca. 120°C
tungszeit, Steigezeit und Ausgleichszeit ebenso Nach Betätigung des Schalters "Trocknung" (4) wird
enthalten wie die Sterilisierzeit, die sich aus Abtö- der Autoklavenkessels auf 120°C dauerhaft beheizt,
tungszeit und Sicherheitszuschlag zusammensetzt. bis der Schalter "Trocknung" wieder auf 0 zurück-
gestellt wird.
Achtung! Türrand, Kessel und Sterilgut sind heiß.

4.2 Verwendung von aqua dest / aqua dem _____________________________________


Qualitätsanforderungen Für den Betrieb der Autoklaven Typ 15, 17 und 23
Für die Dampfsterilisation ist die Verwendung von ist jedoch auch demineralisiertes Wasser gemäß
dampfdestilliertem Wasser (aqua dest) oder demine- VDE 510 ausreichend, sofern die Vorschriften der
ralisiertem / vollentsalztem Wasser (aqua dem) er- VDE strikt eingehalten werden (Leitfähigkeit bei
forderlich. Herstellung ≤ 10 µS/cm*), bei Verwendung ≤ 30 µ
S/cm*), pH-Wert identisch DIN EN 285,
Als Richtwerte für die Wasserqualität sollten die in Verdampfungsrückstände ähnlich).
der nebenstehenden Tabelle genannten Werte ge-
mäß der CEN-Norm DIN EN 285 eingehalten wer- Bezugsquellen
den. Demineralisiertes Wasser gemäß VDE 510 ist im
Leitfähigkeit ≤ 15 µS/cm* ) Handel erhältlich. Die Klassifizierung nach VDE 510
muß dabei ausdrücklich auf dem Etikett vermerkt
Verdampfungsrückstände ≤ 10 mg/l
sein.
Silizium, SiO2 ≤ 1 mg/l
Funktionsfähigkeit des Gerätes
Eisen ≤ 0,2 mg/l
Andernfalls können Kalkablagerungen in den
Kadmium ≤ 0,005 mg/l Dampfleitungen, den Ventilen und der Strömungs-
Blei ≤ 0,05 mg/l düse die Funktionsfähigkeit des Autoklaven beein-
trächtigen. Auch bei aggressivem Wasser (pH < 5
Schwermetalle, außer o.g. ≤ 0,1 mg/l
oder > 7) kann es zu Schäden am Gerät kommen.
Chloride ≤ 2 mg/l
Fleckenbildung
Phosphate ≤ 0,5 mg/l
Der Umfang der Fleckenbildung auf dem Instrumen-
pH - Wert 5 bis 7 tarium ist von der Qualität des für die Dampferzeu-
Farbe farblos, klar, ohne gung verwendeten Mediums abhängig.
Rückstände Für die Dampfsterilisation ist die Verwendung von
Härte ≤ 0,02 mmol/l aqua dest oder demineralisiertem Wasser (aqua
dem) erforderlich.
*) µS/cm = Mikro Siemens pro Zentimeter

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Benutzerhandbuch Typ 15/17/23

4.2.1 Verbrauchsmenge _____________________________________________________


Das Wasser im Vorratsbehälter verringert sich bei abströmende Dampf nur unzureichend; ein Teil ent-
jeder Sterilisation um die Menge Wasserdampf, die weicht aus dem Vorratsbehälter.
nicht wieder vollständig kondensiert wird. Der Ver- Kühlschlangen
lust hängt von verschiedenen Umständen ab.
Wurde lange kein aqua dest / aqua dem nachgefüllt,
Zeitabstand und ist der Wasserspiegel im Vorratsbehälter soweit
Es kommt darauf an, in wie kurzen Zeitabständen abgesunken, daß die Kühlschlangen (E,G) nicht
sterilisiert wird. Wenn das aqua dest / aqua dem im mehr bedeckt sind, so wird der abströmende Dampf
Vorratsbehälter durch pausenloses Sterilisieren be- ebenfalls nicht vollständig kondensiert und ent-
reits erwärmt ist, kondensiert der aus dem Kessel weicht.

4.2.2 Erneuerung ___________________________________________________________


Bei Verunreinigung sich am Boden und an den Wänden des Vorrats-
behälters ein Belag abgesetzt, so muß das aqua
Die Verunreinigung des Wassers im Vorratsbehälter dest / aqua dem unbedingt erneuert und der Vor-
hängt davon ab, wie gut das Instrumentarium vor ratsbehälter gereinigt werden. Bei Fettablagerungen
der Sterilisation gereinigt worden ist. empfiehlt es sich, in den Vorratsbehälter warmes
Das Wasser muß in regelmäßigen Abständen auf Wasser mit Fettlösungszusatz (Pril o.ä.) zu füllen
Sauberkeit geprüft werden. Ist es verunreinigt und und mit einer Flaschenbürste o.ä. zu reinigen. Mit
trüb, bildet sich ein Oberflächenfilm oder hat klarem Wasser nachspülen (zur Wasserqualität
siehe Ziffer 4.2).

4.2.3 Entleerung des Vorratsbehälters _________________________________________


Nach Öffnen der Verschlußschraube des Ablaß- Den Ablaßhahn wieder zuschrauben und den Vor-
hahns (12) durch Linksdrehung kann das verunrei- ratsbehälter bis zur Marke "MAX" (C) mit ca. 3 Liter
nigte Wasser (in einen Behälter) abgelassen wer- neuem aqua dest/aqua dem füllen.
den.

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5 Hinweise für Betriebsstörungen
Die folgenden Hinweise für Betriebsstörungen die- dendienst eine genaue Fehlerbeschreibung geben
nen dazu, die Behebung kleinerer Störungen zu er- zu können.
möglichen oder dem Fachhändler / Depot / Kun-
5.1 Keine Druckanzeige am Manometer ________________________________________
Steht der rote Schleppzeiger nach einer Sterilisation Manometer
nicht mindestens auf dem Druck, der dem gewähl- Ist das Manometer (3) defekt? Wenn das Thermo-
ten Programm entspricht, so sollten folgende Dinge meter (6) eine dem gewählten Programm entspre-
überprüft werden: chende Temperatur anzeigt, während auf dem Ma-
Gerätestecker nometer keine Druckanzeige erfolgt, so liegt ver-
Steckt der Gerätestecker in der Steckdose und hat mutlich ein Manometerdefekt vor. Entsprechend der
diese Steckdose Strom? Beim Aufziehen der Uhr Sattdampfkurve muß bei einer Temperatur von
muß die Signallampe "Netz" und "Heizung" 134°C ein Druck von 2,0 bar vorliegen. Das Ma-
leuchten. nometer muß ausgetauscht werden.

5.2 Zu hohe Druckanzeige am Manometer ______________________________________


"Druck-Überswing" der weiße Zeiger den "klemmenden" roten Zeiger
mitzunehmen und bewirkt bei genügend großem
Die häufigste Ursache eines zu hohen Druckes im Druck ein "Wegschleudern" des roten Zeigers.
Gerät ist der "Druck-Überswing". Dazu kommt es, Dieser steht dann nicht auf dem bei der Sterilisation
wenn das Gerät, noch im heißem Zustand von einer erreichten Höchstdruck, sondern dort, wohin ihn der
unmittelbar zuvor erfolgten Sterilisation, mit wenig weiße Zeiger geschleudert hat. Es ist dann also
Beschickung betrieben wird. In diesem Fall kommt nicht so, daß das Gerät einen Druck von z.B. 4,5 bar
es durch die starke Heizung des Geräts zu einer erreicht hat, sondern der rote Zeiger steht auf einem
sehr schnellen Druckerreichung. Während dieser dem Betriebsablauf nicht entsprechenden Druck.
kurzen Zeit kann aus physikalischen Gründen nicht Eine Kontrolle kann dadurch erfolgen, daß die
die gesamte zu Beginn der Sterilisation im Kessel Druckerreichung anhand des weißen Zeigers
befindliche Luft aus dem Kessel verdrängt werden. während eines Sterilisationszyklus vor dem Gerät
Diese Luft bewirkt einen zusätzlichen Druckanstieg, verfolgt wird.
der den Gesamtdruck über den gewählten Sterili-
sierdruck hinaus ansteigen läßt. Es befindet sich im Verschmutzung der Strömungsdüse
Kessel also nicht gesättigter Wasserdampf und ent- Verschmutzungen durch mangelhafte Instrumen-
sprechend weichen die auf Manometer (3) und tenaufbereitung können zu einer teilweisen oder
Thermometer (6) angezeigten Werte von denen der völligen Verstopfung der Strömungsdüse (B) führen.
Sattdampfkurve ab. Da aber alle MELAG Autoklaven Diese Düse dient dazu, während der Anheizphase
mit einer elektronischen Temperaturregelung aus- die Luft aus dem Gerät auszutreiben. Ist sie ganz
gestattet sind, wird die gewählte Sterilisier- oder teilweise verstopft, so befindet sich während
temperatur trotzdem nicht überschritten und der der Sterilisationsphase noch Luft im Kessel, die
"Druck-Überswing" baut sich vor Erreichen der einen zusätzlichen Druckanstieg bewirkt. Durch
Sterilisierzeit durch die fortgesetzte Luftaustreibung vorsichtiges Säubern der Strömungsdüse mit einem
selbständig ab. Eine Kontrolle kann dadurch erfol- feinen Instrument (ø kleiner 0,5 mm) kann die Düse
gen, daß 5 Minuten vor Beendigung des Programms gereinigt werden. Indiz für eine verstopfte Düse und
(2 bar Programm) überprüft wird, ob der weiße Restluft im Kessel ist eine zu niedrige Temperatur-
Zeiger des Manometers im gewählten Druckbereich anzeige, also niedriger als 134 °C bei einer Druck-
steht. anzeige von 2 bar oder mehr.
Schleppzeiger klemmt
Es kann vorkommen, daß der rote Schleppzeiger
des Manometers (3) klemmt. In diesem Fall versucht
5.3 Zu niedrige Druckanzeige am Manometer, bzw. Schleppzeiger__________________
Beschickungsmenge Pausenzeit
Wenn die unter den technischen Daten angegebene Wenn die Pausenzeit von 30 Minuten zwischen den
maximale Beschickungsmenge wesentlich über- Sterilisationen nicht eingehalten wird, ist noch zu viel
schritten wird, kann das Gerät aufgrund des großen Wärme im Gerät gespeichert und die Heizung des
Gewichts des aufzuheizenden Sterilisiergutes den Geräts schaltet zu früh ab, so daß der Druck nicht
für die erforderliche Abtötungszeit benötigten erreicht wird, bzw. nicht für die ganze Sterilisierzeit
Betriebsdruck nicht (oder erst zu spät) erreichen. gehalten wird.
Deshalb nie die angegebene maximale Be-
schickungsmenge (s.a. 1.2.) überschreiten.
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Sicherheitsventil Achse der Uhr verrutscht. In diesem Fall stimmt der


Ist das Sicherheitsventil (D) undicht? Das Sicher- beim Aufziehen der Uhr eingestellte Drehwinkel
heitsventil befindet sich im Vorratsbehälter unterhalb nicht mehr mit dem auf der Geräteskala aufgedruck-
des oberen Teils des U-Bügels der Wasser- ten Drehwinkel überein, und die Betriebszeit des
standsmarke "MAX". Bläst es bereits bei Manomete- Geräts ist zu kurz oder zu lang. Wenn das Gerät
ranzeige von weniger als 2,5 bar Wasserdampf ab, ausgeschaltet ist, muß der weiße Strich des Uhr-
so muß es ausgetauscht werden. knopfes auf die "0" der Geräteskala zeigen. Durch
Abheben des Deckels des Uhrknopfes und Lösen
Uhrknopf (nicht Abschrauben !) der darunter befindlichen
Der Versuch, den Knopf der Schaltuhr (8) gewalt- Mutter der Spannzange kann der Knopf neu justiert
sam über die eingebauten Anschläge hinauszudre- werden.
hen, kann dazu führen, daß der Uhrknopf auf der
5.4 Überhitzungen im Gerät __________________________________________________
Eine Überhitzung ist fast immer die Folge von zu und kann von einem Service-Techniker beseitigt
wenig Wasser im Kessel. werden.
Sollte es zu einer Überhitzung kommen: Wasserzulauf
- schalten Sie das Gerät aus
Eine Undichtigkeit des Magnetventils für den Was-
- drehen Sie den Uhrknopf auf "0" serzulauf ist daran zu erkennen, daß während der
- öffnen Sie die Tür und lassen das Gerät Druckaufbauphase Luftblasen aus dem Schmutzfil-
30 min auskühlen ter vor dem Wasserzulauf (F) austreten. Oft ist es
Vor erneuter Inbetriebnahme sind folgende mög- möglich, das Schmutzteil, das die Undichtigkeit des
liche Ursachen zu prüfen und ggf. zu beheben. Magnetventils verursacht, von der Dichtung des
Magnetventils zu entfernen: Nach Erreichen des
Strömungsdüse maximal noch möglichen Drucks kann der Schalter
Wenn durch mangelhafte Instrumentenaufbereitung für den Wasserzulauf (9) betätigt werden und der
das aqua dest und entsprechend der Wasserdampf durch das Magnetventil strömende Dampf reinigt die
mit Schmutzpartikeln versetzt sind, so kann nach Dichtung. Durch das Betätigen des Schalters erfolgt
langem, bzw. häufigem Gebrauch des Autoklaven ein Druckabfall im Gerät. Es muß unbedingt darauf
und den damit verbundenen dauernden Strömen geachtet werden, daß nachdem der Druck auf "0"
von Luft und Wasserdampf, die Strömungsdüse (B) zurückgegangen ist, die Schaltuhr nach links auf "0"
ausgewaschen, d.h. vergrößert werden. Dadurch gedreht wird. Anderenfalls kommt es durch das nun
kommt es zu übermäßigem Dampfverlust. Die Strö- im Kessel fehlende Wasser, bzw. den fehlenden
mungsdüse muß ausgetauscht werden. Wasserdampf, zu Überhitzungen.
Magnetventile Uhrknopf
Verschmutzungen durch mangelhafte Instrumen- Der Uhrknopf (8) ist auf der Achse der Uhr
tenaufbereitung können zu Undichtigkeiten der Mag- verrutscht.
netventile für Wasserzulauf und Druck-Schnell- Textilien
Ablaß führen.
Bei der Sterilisation von Textilien wird sehr viel
Druck-Schnell-Ablaß Dampf/Wasser von den Textilien gebunden. Des-
Eine Undichtigkeit des Magnetventils für den Druck- halb nie die maximale Beschickungsmenge (s.a.
Schnell-Ablaß ist daran zu erkennen, daß während 1.2.) überschreiten.
der Druckphase des Geräts Dampf oder Wasser- Sicherheitsventil
tropfen an der Mündung der Kühlschlange des
Druckschnellablasses (G) zu beobachten sind. Das Sicherheitsventil befindet sich im Vorratsbehäl-
Erfolgt sehr starker Dampf- und Wasseraustritt, so ter unterhalb des oberen Teils des U-Bügels der
ist das Magnetventil defekt, oder ein Schmutzteil hat Wasserstandsmarke "MAX". Bläst es bereits bei
sich auf die Dichtung des Magnetventils gesetzt, Manometeranzeige von weniger als 2,5 bar Was-
serdampf ab, so muß es ausgetauscht werden.

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5.5 Restwasser im Kessel ___________________________________________________
Eine geringe Menge Restwasser im Kessel ist nicht Rohrleitungssystems und der Magnetventile zu
zu vermeiden: Beim Erkalten des Gerätes verhindern, ist vor die - unten vom Kessel hinten
kondensiert der drucklose Restdampf im Autoklaven abgehende Leitung - ein Filter eingebaut. Ist der
an den Stellen, die zuerst abkühlen (Tür, Filter verschmutzt, bleibt Restwasser im Kessel.
Kesselboden) und sammelt sich unten im Kessel. Magnetventil Wasserzulauf
Der Grund für größere Mengen Restwasser kann Verschmutzungen durch mangelhafte
sein: Instrumentenaufbereitung können auch zu so
Kesselfilter geringen Undichtigkeiten beim Magnetventil für
Nach Beendigung des Betriebsablaufs befindet sich Wasserzulauf führen, daß zwar die Druckerreichung
in allen MELAG Autoklaven noch eine gewisse noch möglich ist, aber doch tropfenweise Wasser
Menge Wasser, die während des Betriebsablaufs nach Ablauf der Sterilisation aus dem
als Schutz des Edelstahlmantels des Kessels vor Vorratsbehälter in den Kessel läuft. Es handelt sich
einer Überhitzung dient. Unmittelbar nach Ablauf der in Wirklichkeit also nicht um Restwasser. Eine
Zeitschaltuhr wird dieses Wasser mit dem Überprüfung kann dadurch erfolgen, daß der Kessel
abströmenden Dampf nach unten aus dem Kessel, nach Herausnahme des Tablettaufnahmegestells
zurück in den Vorratshehälter gedrückt. Dieser trocken gewischt wird. Nach einigen Stunden muß
Vorgang kann durch einen verstopften Kesselfilter der Kessel immer noch völlig trocken sein. Ist das
verhindert oder beeinträchtigt werden. Um nicht der Fall, sollte das Magnetventil zur Reinigung
Verschmutzungen innerhalb des "durchgeblasen" werden (s.a. 5.4. "Wasserzulauf").

5.6 Signallampe Netz erlischt nicht nach Uhrabschaltung _________________________


Die Signallampe "Netz" (5) brennt dauerhaft, und Sie den Schalter "Trocknung" (4) und schalten ihn
die Signallampe "Heizung" (7) leuchtet in gegebenenfalls auf "0". Der Druck wird abgebaut,
Intervallen. Das Manometer zeigt ein Druck von und die beiden Signallampen erlöschen. Die Tür
maximal 0,3 bar bei geschlossener Tür nach kann jetzt geöffnet werden.
Abschaltung der Zeitschaltuhr (8). Bitte überprüfen

5.7 Signallampe Netz leuchtet nicht ___________________________________________


Die Signallampe „Netz“ (5) leuchtet nicht, obwohl die Einschraubsicherungen (an der Geräterück-
Gebäudeseitig Spannung (an der für den seite), in Folge eines Geräteschlusses, ausge-
Autoklaven bestimmten Steckdose) anliegt. Das löst haben. Da es sich hierbei um einen
Gerät arbeitet nicht und hat keinerlei Anzeigen. Gerätefehler handelt, benachrichtigen Sie bitte
Sollte es zu diesem Fehlerbild kommen, könnten den Kundendienst.

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Benutzerhandbuch Typ 15/17/23

6 Sicherheitshinweise
Nach Öffnen der Tür nicht auf freiliegende heiße Autoklavenkessel können geringe Mengen Rest-
Metallteile fassen - Verbrennungsgefahr, zur Ent- dampf austreten.
nahme der noch heißen Tabletts Tablettheber, zur Das Gerät darf nur durch von der Fa. MELAG auto-
Entnahme anderer Sterilisierbehälter einen risierte Personen unter der Verwendung von Origi-
geeigneten Handschutz verwenden. nalersatzteilen instandgesetzt werden, vor Öffnen
Den Vorratsbehälter vor jedem Transport entleeren, des Gehäuses unbedingt den Netzstecker ziehen.
ein mit Wasser gefülltes Gerät nicht kippen. Das Gerät ist nicht für die Sterilisation von Flüssig-
Tür erst nach Kontrolle auf drucklosen Zustand keiten geeignet.
(Manometerzeiger auf "0") öffnen, aus dem

7 Außerbetriebsetzung/Transport/Wiederinbetriebnahme
Zur Außerbetriebssetzung und zum Transport des stoff oder einem anderen geeigneten Material
Gerätes wie folgt verfahren: ("Noppenfolie") zwischen Tür und Kessel vor
Beschädigung schützen.
• Netzstecker ziehen, Gerät abkühlen lassen
• Zur Wiederinbetriebnahme nach einem Orts-
• Wasser aus dem Vorratsbehälter durch
wechsel oder Reparatur des Gerätes nach
Öffnen des Hahnes "Entleerung" (12) ablas-
Abschnitt " Inbetriebnahme" verfahren.
sen.
Achtung! Zur Vermeidung von Transport-
• Bei Transport des Gerätes mit eingesetztem
schäden die Originalverpackung des Gerätes
Tablettführungsgestell und/oder Tabletts den
benutzen.
Türspiegel durch Zwischenlage von Schaum-

8 Anhang

8.1 Ersatzteile _____________________________________________________________


Artikel Nr. Artikel Bezeichnung
34125 Strömungdüse (Gewinde M6, SW 8)
16005 Sicherheitsventil (geeicht)
32150 Türdichtung Typ 15
32670 Türdichtung Typ 17
34150 Türdichtung Typ 23
34010 Kesselfilter
33890 Schaltuhr
34165 Manometer
40100 Thermometer
29560 Spule für Magnetventil
587400 Überhitzungsschutz (montiert am Kessel)
34365 Türverschlußfalle (Falle und Sterngriff immer gemeinsam tauschen)
34360 Sterngriff
12690 Sicherung 12,5A/T (2x)

Seite 14
8.2 Schnittbild _____________________________________________________________

Q D C B E G

L
H
P

M
15- 23

N A F O

A Entleerung des Vorratsbehälters I Regelelektronik


B Strömungsdüse K NTC Temperaturfühler für Regelelektronik
C Wasserstandsmarke ("MAX") L Kesselfilter
D Federsicherheitsventil M Feinsicherungen
E Kühlschlange (der Strömungsdüse) N Potentiometer
F Schmutzfilter (vor dem Wasserzulauf) O Magnetventil Wasserzulauf
G Kühlschlange (des Druck-Schnellablaß) P Magnetventil Druckablaß
H Kapillarrohrregler „Trockung“ Q Filter Strömungsleitung (von innen eingeschraubt)

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