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Linux-Kernel 5.15: SMB-Server und neuer NTFS-Treiber


Ein frischer NTFS-Treiber verspricht, Dessen unvollständig umgesetzte NTFS- eine Ergänzung darstellen. KSMBD lie-
den Datenaustausch mit Windows zu Spezifikation konnte jedoch bei Abstür- fert nur den Dateiserver; Extradienste
erleichtern. Der neu im Kernel inte­ zen Dateisysteme beschädigt zurücklas- wie das Active Directory bleiben Samba
grierte SMB-Server ist schlank und sen. Der neue Treiber implementiert vorbehalten. KSMBD spricht zudem nur
lässt Schnelligkeit erwarten. NTFS in Version 3.1 vollständig. Das um- SMB Version 3. Clients mit früheren
fasst auch das Journal-Replay, das das SMB-Versionen oder veralteten Authen-
Der Anfang November veröffentlichte Dateisystem im Falle eines Crashs weit- tifizierungsprotokollen wie NTLMv1
Kernel Linux 5.15 verbessert den platt- gehend sicher wiederherstellen kann. können keine Verbindung zum Kernel-
formübergreifenden Datenaustausch mit Paragon will den Treiber auch zukünftig SMB aufbauen. Das schafft einen schlan-
anderen Systemen. Dazu zählt der neue im Linux-Kernel pflegen. Neue Features ken Server, der zukünftig durch seine
Treiber NTFS3, den Entwickler von Para- sind bereits für die nächsten Linux-Ver- Nähe zur Hardware im Kernel weitere
gon Software vor einigen Monaten über- sionen vorgesehen. Features wie „SMB Direct“ in Linux ein-
raschend zur Aufnahme in den Kernel Mit KSMBD führt Linux 5.15 ein bringen soll.
eingereicht hatten. neues Modul ein, das einen SMB-Server Linux 5.15 ist ein Longterm-Kernel
NTFS3 ersetzt den alten Kernel- bereitstellt, der auf größeren Daten- und soll bis mindestens Herbst 2023 ge-
NTFS-Treiber. Da dieser nur lesenden durchsatz und mehr Leistung optimiert pflegt werden. Der Zeitraum verlängert
Zugriff beherrschte, hatten die meisten ist. Er soll keine Konkurrenz zu Samba sich üblicherweise deutlich, wenn sich ge-
Anwender zuvor den FUSE-Treiber (File- sein, das sich bereits im Userspace um nügend Freiwillige an der Wartung betei-
system in Userspace) NTFS-3G genutzt. SMB-Verbindungen kümmert, sondern ligen. (Oliver Müller/ktn@ct.de)

Fedora Linux 35 mit Gnome 41, Flathub-Filter und


Wireplumber
Die Desktopumgebung Gnome macht in grenzt die Auswahl. Bei Redaktions- Blick nicht offensichtlich, dass es sich um
der Workstation-Edition von Fedora schluss enthielt es lediglich Bitwarden, ein handverlesenes Flathub-Repository
Linux 35 den Schritt auf Version 41. Die Postman, Minecraft, Zoom sowie Mi­cro­ handelt. Nutzer können den Filter
Paketverwaltung „Gnome Software“ bie- soft Teams und Skype. Zukünftig soll deaktivieren und Zugriff auf den gesamten
tet nun Flatpak-Pakete von Flathub.org Gnome Software die 50 populärsten Flathub-Katalog erhalten, indem sie das
an, wenn Nutzer bei Installation oder Flathub-Apps anzeigen, die nicht bereits Flathub-Repository über die gewohnten
Upgrade zustimmen, Softwarequellen in den regulären Fedora-Paketquellen Wege manuell hinzufügen.
von Drittanbietern einzubinden. Das Sys- bereitstehen und mit den Fremdanbie- In Fedora 34 löste Pipewire den in die
tem fügt dann das Flatpak-Repository terrichtlinien des Fedora-Projekts ver- Jahre gekommenen Soundserver Pulse­
von Flathub hinzu. Darin findet sich al- einbar sind. Audio ab. Jetzt reichen die Entwickler den
lerdings nicht der gesamte Flathub-Soft- In der Softwarequellenverwaltung Session- und Audiogeräte-Manager „Wire­
ware-Katalog, sondern ein Filter be- von Gnome Software ist auf den ersten plumber“ nach, der die Verwaltung von
Ausgabe- und Eingabeschnittstellen ver-
bessern soll, wenn mehrere Audiogeräte
verbunden sind. Bei der Ansteuerung von
Bluetooth-Geräten unterstützt Pipewire
neuere Codecs wie mSBC und den schmal-
bandigen CVSD.
Mit Fedora 35 erscheint die Variante
Fedora „Kinoite“, die Systempartitionen
im Nur-Lesen-Modus einbindet und
Bevor Nutzer diese getrennt von den installierten An-
ausgewählte wendungen aktualisiert. Das soll für ein
Apps von Flat- besonders robustes System sorgen. Das
hub über Konzept gibt es mit „Fedora Silverblue“
Gnome Soft-
bereits seit Fedora 29 mit Gnome-Desk-
ware installie-
top. Fedora Kinoite enthält stattdessen
ren können,
müssen sie die Oberfläche KDE Plasma 5.22.
Software­ (David Wolski/ndi@ct.de)
quellen von
Drittanbietern Download Fedora Linux 35 Workstation
aktivieren. und weitere Spins: ct.de/yzxc

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50 c’t 2021, Heft 25


Persönliches PDF für Armando Urquiola Cabrera aus 10439 Berlin

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