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IT-Politik  | Aktuell

Bund und Länder planen Alternative


zu Microsoft Office
Die Bundesregierung und neun Bundes­ Nordrhein-Westfalen will bald folgen. Die bay­
länder arbeiten an einem „souveränen Ar­ rische Staatsregierung erklärte hingegen auf
beitsplatz“ mit quelloffenen Anwendun­ Anfrage, dass sie sich „in diesem frühen Sta­
gen. Das Vorhaben erinnert an das Münch­ dium“ noch nicht beteiligen will.
ner LiMux-Projekt. Bisher hat nur Schleswig-Holstein angekün­
digt, auch tatsächlich von Microsoft auf Open
Um die Abhängigkeit der Verwaltung von Micro­ Source umzusteigen. Das Bundesland setzt unter
soft zu reduzieren, wollen das Bundesinnen­ anderem auf „Projekt Phoenix“ – ein vom IT-
ministerium (BMI) und neun Bundesländer Dienstleister Dataport zusammengestelltes
einen „souveränen Arbeitsplatz“ für Behörden Paket aus quelloffenen Web-Anwendungen wie
entwickeln. Dabei sollen „insbesondere Open- Collabora und OpenXchange. Die Erfahrungen
Source-basierte IT-Lösungen“ zum Einsatz kom­ wolle man nun mit dem Bund und den anderen
men. Das geht aus einer Anfang November vom Ländern teilen, sagte ein Sprecher der schleswig-
BMI veröffentlichten Absichtserklärung hervor. holsteinischen Regierung.
Demnach geht es „in einem ersten Schritt“ 2006 hatte die Stadt München ihre Behör­
um Anwendungen für Produktivität, Zusammen­ den auf Open Source umgestellt, 2017 beschloss
arbeit und Kommunikation – also um Alternativen der Stadtrat jedoch die Rückkehr zu Microsoft.
zu den Microsoft-Produkten Office und Exchange, Auch auf Bundesebene gab es schon Versuche:
die von fast allen Behörden genutzt werden. 2004 stellte das Bundesamt für Sicherheit in der
Beteiligt sind außer dem BMI die Länder Informationstechnik einen „Behördendesktop“
Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg, Hes­ mit Linux und OpenOffice bereit. Schon 2008
sen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Schles­ beendete die Behörde das Projekt wieder.
wig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Thüringen. (cwo@ct.de)

Schleswig-Holstein will seine


Erfahrungen mit dem quell­
offenen Browser-Arbeitsplatz
„Phoenix“ an andere Bundes-
Bild: Dataport

länder und den Bund weiter-


geben.

Staatliches Sicherheitssiegel
startet im Dezember
Von Dezember an sollen Hersteller das staatliche solut sicher ist“, betont die Behörde. Im Laufe
IT-Sicherheitskennzeichen für Router und E-Mail- des kommenden Jahres sollen auch Hersteller
Dienste beantragen können. Das teilte das Bun­ von Smart-Home-Produkten das Siegel bean­
desamt für Sicherheit in der Informationstechnik tragen können. (cwo@ct.de)
(BSI) auf Anfrage von c’t mit. Schon Ende des
Jahres könnten voraussichtlich die ersten Herstel­
ler mit dem Siegel werben, sagte eine Sprecherin.
Das freiwillige Siegel soll Verbrauchern zei­
gen, welche IT-Produkte grundlegende Sicher­
heitsanforderungen des BSI erfüllen. Geprüft
wird das im Regelfall allerdings nur von den
Bild: BSI

Herstellern selbst. Das BSI kontrolliert deren


Angaben lediglich, wenn es Hinweise auf Ver­ Das BSI legt die Kriterien für das
stöße oder Sicherheitslücken hat. Das Siegel IT-­Sicherheitskennzeichen fest,
könne „nicht garantieren, dass ein Produkt ab­ prüft aber nur bei Auffälligkeiten.

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c’t 2021, Heft 25 41


Persönliches PDF für Armando Urquiola Cabrera aus 10439 Berlin

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