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rendite
Das Anlagemagazin der Börsen-Zeitung
Juni 11 13

Das Ende des Atomzeitalters


Mit welchen Aktien Investoren von
der bevorstehenden Energiewende
in Deutschland profitieren können

Vorsicht Zinswende Starker Rückhalt Beipackzettel kommt


Für Bondanleger ist Investments in Ab Juli erhalten
das Umfeld eine geschlossene Waldfonds Investoren verständliche
Herausforderung stabilisieren das Depot Informationen über Fonds
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EXCHANGE TRADED FUNDS

Wenn die Zinsen zukünftig steigen,


bedeutet das fallende Anleihenkurse.
Für investierte Anleger ein Problem,
besonders vor dem Hintergrund
steigender Inflation.

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EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser,

in Deutschland wird das Atomzeitalter in absehbarer Zeit vorüber sein. Da-


ran wird auch der sich abzeichnende Widerstand der großen Versorgungs-
konzerne grundsätzlich nichts ändern – ebenso wenig wie die Proteste
einiger Bürger gegen neue Stromtrassen oder Windparks. Für das Land
kann der Wechsel zu einem neuen Energiemix langfristig sehr positiv sein,
vorausgesetzt, es werden jetzt die richtigen Weichen gestellt.

Der Politik muss es bei allem Streit zwischen den Parteien gelingen, die
Lehren aus „Stuttgart 21“ zu ziehen. Sie sollte die Bürger von Beginn an
Thorsten Kramer umfassend und transparent informieren und deren Anregungen sorgsam
Leitender Redakteur prüfen. Dies würde die Zeit für Planung und Bau verkürzen. Der Wirtschaft
muss es derweil gelingen, in die Zukunftstechnologien zu investieren, die
etwa die effizientere Nutzung von Energie ermöglichen.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung ist sich sicher, dass


Deutschland wie kein anderes Land vom Boom der grünen Branchen
profitieren kann: Bis zu eine Million zukunftsfähige Arbeitsplätze können
dadurch entstehen. Die notwendigen Investitionen eröffnen auch Anle-
gern Chancen, wie Sie ab Seite 8 lesen können. Weshalb man zurzeit bei
Investments in Solarunternehmen besser vorsichtig sein sollte, lesen Sie
ab Seite 14.

Ein weiteres Thema, das uns in den nächsten Monaten stark beschäftigen
wird, ist die Inflation. Weltweit gibt es Signale für eine zunehmende Teu-
erung. Und viele Volkswirte unterstellen speziell den USA ein besonderes
Interesse daran, die hohe Staatsverschuldung mithilfe einer wachsenden
Inflationsrate in den Griff zu bekommen. Allein die damit verbundene
Unsicherheit spricht weiterhin für Sachinvestments. Geschlossene Wald-
fonds können dabei ebenso interessant sein wie Goldinvestments. Schutz
für das Vermögen bieten zudem Exchange Traded Funds mit Fokus auf
inflationsgebundene Anleihen. Sie finden die Texte zu diesen drei Themen
auf den Seiten 18, 22 und 34.

Berichte über Investmentchancen in Afrika, saisonale Effekte am Aktien-


markt und die Einführung der Informationsblätter für Finanzprodukte
runden diesmal das Angebot ab.

Ich wünsche Ihnen eine Lektüre mit Gewinn,

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Fachkräfte sowie hochwertige Produkte. Zudem ist Deutschland Erfolgsgeschichte – weitere gute Gründe sind:
nach China stärkste Exportnation. Aber auch die steigende
 Investitionen vornehmlich in aussichtsreiche deutsche
Binnenkonjunktur hat das Wachstum gestützt. Rund ein Drittel
Standardwerte.
der im DAX geführten Unternehmen wird 2010 den höchsten
Gewinn in der Unternehmensgeschichte ausweisen. Und „Made  Komplettierung durch eine Beimischung interessanter
in Germany“ bleibt im Trend. All diese Indikatoren sprechen da- Nebenwerte.
für, dass deutsche Blue Chips auch in den kommenden Jahren
 Breite Streuung und aktives Fondsmanagement auf Basis
hervorragende Gewinnchancen haben. Mit DekaFonds können
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INHALT

13 2011

06 News

08 Titel Das Ende des Atomzeitalters


Erst liegt der Fokus auf Erdgas, dann auf Wind und Solar.
Anbieter von Stromspar-Technologie zählen auch zu den
potenziellen Gewinnern.

14 Aktien Im Solarsektor ist die Titelauswahl entscheidend


Anbieter aus China setzen Modulherstellern zu.
Höhe der staatlichen Förderung ungewiss.

18 Anleihen Zinswende der EZB spricht gegen Langläufer


F Anleiheinvestoren ist das Umfeld eine Herausforderung.
Für
A erste Wahl gelten Papiere aus finanziell stabilen Ländern.
Als
08
22 G
Geschlossene Fonds Waldfonds als Schutz gegen Inflation
A
Anleger sollten auf die Diversifikation der Produkte achten.
V großer Bedeutung ist zudem die Expertise des Anbieters.
Von

26 Investmentfonds Im südlichen Afrika schlummert Potenzial


Rohstoffreichtum und starkes Bevölkerungswachstum.
Korruption steht Milliarden-Investitionen noch im Weg.

30 Zertifikate Mit Themen-Zertifikaten durch die Schwächeperiode


Jetzt beginnen die Börsenmonate mit geringer Rendite.
Banken bieten passende Papiere für den Schutz des Depots.

34 Alternatives Investment Gold stabilisiert das Portfolio


Sorge über hohe Verschuldung und steigende Inflationsraten.
A
Anleger sollten auf Liquidität achten und Risiken nicht vergessen.

22 36 ETF Zunehmende Teuerung gefährdet das Vermögen


I ationsgeschützte Anleihen als Alternative zu Gold und Silber.
Infl
I
Indexfonds erzielen teils beachtliche Renditen.

39 Daten und Preise

45 Impressum

46 Recht & Praxis Der „Beipackzettel“ ist nur der Anfang


EU-Kommission zielt auf verständliche Informationen.
Vorgaben für verpackte Finanzprodukte noch vor dem Sommer.
Fotos: ullrich; Ivana Tsvetkov; Gina Sanders/alle fotolia

48 Termine

50 Schlussnote Ich schau Dir in die Augen, Vorstand

34

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NEWS

Schwacher Auftakt
Japan-Erdbeben hinterlässt Spuren im Fondsgeschäft
Im ersten Quartal hat die Fondsbranche per Saldo 9,4 Mrd.
Euro neue Anlagemittel eingesammelt. Während institu-
tionelle Investoren 14,4 Mrd. Euro in Spezialfonds anlegten,
waren Mischfonds unter den Publikumsfonds am beliebtesten.
Jedoch zogen Anleger aus Publikumfonds seit Jahresbeginn
4,6 Mrd. Euro ab – davon allein 3,4 Mrd. Euro im März als
Folge der Erdbebenkatastrophe in Japan, heißt es in der
Investmentstatistik des Bundesverbands Investment und Asset
Management (BVI). Mischfonds liegen mit einem Mittelzu-
fluss von 0,9 Mrd. Euro an erster Stelle der Publikumfonds,
gefolgt von Geldmarktfonds (+ 0,4 Mrd. Euro) und Offenen
Immobilienfonds (+ 0,3 Mrd. Euro).

Ängste der Investoren nehmen zu Herausforderung Derivate


Umfrage: Euro-Schuldenkrise stärkste Bedrohung National gilt die Beraterqualität größtes Problem
Investoren zeigen sich zunehmend in der Frage besorgt, Die größte Herausforderung, denen die globalen Finanz-
ob die überschuldeten Länder der Eurozone in der Lage märkte hinsichtlich Vertrauen und Integrität gegenüber-
sind, ihre Schulden abzubauen. 72 % der befragten Profi- stehen, ist die Regulierung und Überwachung von deri-
Anleger sehen dies im kommenden Halbjahr als stärkste vativen Finanzinstrumenten. In einer Umfrage des CFA
Bedrohung für die Renditeentwicklung, ergab das Barings Institute nannten 23 (in Deutschland: 26) % der befragten
Investment-Barometer. In der vergangenen Quartalsum- Investmentprofis aus 16 Ländern die Nutzung und Offen-
frage waren erst 50 % dieser Überzeugung. Die Schulden- legung von Derivaten an erster Stelle. Als größtes Pro-
krise in der Eurozone benannten 74 (56) % der Anleger als blem ihrer jeweiligen lokalen Märkte nannten 26 (39) %
größte Herausforderung für Investoren. Die Inflations- die Qualität der Finanzberatung. Dass die Integrität der
ängste nahmen ebenfalls zu: 37 (28) % der Befragten Finanzmärkte 2011 besser dastehen wird als im Vorjahr,
nannten die Inflation als bedeutendes Thema. glaubt ein Drittel (ein Viertel) der Befragten.

Lesetipp: Kerviel-Affäre
Wie ein Händler eine Großbank ins Straucheln bringt
Das
Dass ein einzelner Händler eine Großbank zu Fall bringen kann, hätte kaum einer geglaubt
– bis
b Nick Leesons riskante Devisenspekulationen die Barings Bank zusammenbrechen
ließ
ließen („HighSpeedMoney“, Goldmann). Daraufhin verschärften die Banken weltweit
ihre Kontrollsysteme, ein weiterer „Fall Leeson“ schien ausgeschlossen. Bis im Januar
200
2008 herauskam, dass Jérôme Kerviel, ein Händler der Société Générale (SocGen), einen
Fotos: Verlag Antje Kunstmann, FinanzBuch Verlag

Spe
Spekulationsverlust von 4,9 Mrd. Euro verursacht hat. Ein Pariser Gericht verurteilte ihn
zu fünf Jahren Haft sowie der Rückzahlung des gesamten durch die Spekulationsgeschäf-
te entstandenen
e Verlusts an die Bank. Die Geschichte des Kerviel-Skandals lässt sich in
zwe
zwei lesenswerten Büchern verfolgen: In „Nur ein Rad im Getriebe“ (FinanzBuch Verlag)
sch
schildert Kerviel selbst seine Sicht der Dinge, in „Die Woche, in der Jérôme Kerviel beinahe
das Weltfinanzsystem gesprengt hätte“ (Kunstmann-Verlag) erzählt Hugues Le Bret, damals
Kom
Kommunikationschef der SocGen, wie das Krisenmanagement der Bank funktionierte.

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EXCHANGE TRADED FUNDS

© Sammlungen des Fürsten von und zu Liechtenstein, Vaduz–Wien, LIECHTENSTEIN MUSEUM, Wien. www.liechtensteinmuseum.at
Johann Baptist Lampi, Detail aus »Porträt des Fürsten Johann I. von Liechtenstein«, 1816
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Am Hauptbahnhof 2, D-70173 Stuttgart.
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TITEL

Das Ende des


Erst liegt der Fokus auf Erdgas, dann auf Wind und Solar. Anbieter von S

Der Super-GAU in Fukushima hat die Energiede-


batte in Deutschland komplett verändert. Ging es
bis zuletzt noch um die Verlängerung des Atom-
zeitalters, zeichnet sich nun ein möglichst rascher
Ausstieg ab. Damit die Energiewende möglich
wird, braucht es den Ausbau erneuerbarer Ener-
gien, aber auch neue Gaskraftwerke, intelligente
Stromnetze und eine effizientere Stromnutzung.
Das alles ist mit immensen Investitionen verbun-
den, von denen Anleger profitieren können.

Von Thorsten Kramer

Bei Lichtblick in Hamburg, EWS Schönau


in der Nähe von Freiburg und den anderen
großen Anbietern von Ökostrom stehen die
Telefone nicht mehr still. Seitdem das hefti-
ge Erdbeben vor der Küste Japans und die
Riesenwellen des dadurch ausgelösten Tsu-
namis im März die Atomanlage in Fuku-
shima schwer beschädigt haben, können
sich die kleinen Nischenanbieter vor Kun-
denanfragen nicht mehr retten. 10 000 neue
Kunden pro Woche zählte seitdem beispiels-
weise der Anbieter Naturstrom – fast genau-
so viele, wie er zuvor seit der Unternehmens-
gründung 1998 insgesamt gewonnen hatte.

In dem Ansturm auf die kleinen Ökostrom-


versorger zeigt sich die Angst, die viele Deut-
sche nun vor einer Havarie einer Atoman-
lage haben. Das Unglück von Fukushima
wird auf der internationalen Skala mit der
höchsten Stufe 7 bewertet – ebenso wie
Tschernobyl vor 25 Jahren. In Japan ist
bislang allerdings deutlich weniger Radio-
aktivität freigesetzt worden. Die externe
Kühlung der betroffenen Reaktoren wird

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Atomzeitalters
n Stromspar-Technologie zählen auch zu den potenziellen Gewinnern

wahrscheinlich noch Monate andauern, und


es ist nach wie vor nicht seriös abschätzbar,
ob dies auch wirklich gelingt. Bei der Land-
tagswahl in Baden-Württemberg führte
das Unglück in Japan zum Wahlerfolg der
Grünen, die mit Winfried Kretschmann
nun erstmals einen Ministerpräsidenten
stellen. Dadurch beeinflusst, steht nun die
Kehrtwende in der deutschen Atompolitik
an. Nachdem die schwarz-gelbe Regierung
zunächst die Laufzeiten verlängert hatte,
zeichnet sich nun offenbar ein Ausstieg bis
spätestens 2021 ab, wie in Berlin zu hören
ist – auch wenn sich an der Sicherheitslage
der Atomkraftwerke in den vergangenen
Monaten überhaupt nichts verändert hat.
Details dürften im Juni/Juli vorliegen, wenn
das von der Regierung verhängte Morato-
rium beendet ist. Es ist zu erwarten, dass die
bereits vom Netz genommenen sieben alten
Anlagen sowie der fehleranfällige Reaktor
Krümmel abgeschaltet bleiben – und die
politische Debatte über Konzepte, Kraft-
werke und Kosten richtig Fahrt aufnimmt.

Sofortausstieg ist unmöglich


„Fukushima ist ein Wendepunkt in der Ener-
giepolitik“, sagt Laurent Milliat, Analyst für
nachhaltige Investments bei Dexia Asset
Management. „Langfristig dürften Länder,
die eine sichere und saubere Energieversor-
gung anstreben, deshalb nicht an energie-
effizienten Technologien und erneuerbaren
Energien vorbeikommen.“ Dabei ist aller-
Jovanovic/fotolia
vic/fotolia
Jovanovic/fo tolia

dings klar, dass ein hier und dort geforderter


Foto: Dejan Jovano

Sofortausstieg aus der Atomkraft in Deutsch-


land gar nicht möglich ist, weil sie für einen
Großteil der Grundlast, also des »

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Eon oder RWE jederzeit konstant verfügbaren Stroms,


steht. Davon abgesehen lassen sich laut
der Internationalen Energieagentur die

Welcher Konzern meistert den Klimaschutzziele derzeit ohne Kernener-


gie gar nicht erreichen. Auf Deutschland
bezogen werden erneuerbare Energien
Fukushima-Schock besser? den Zielen zufolge 2020 erst einen Anteil
an der Stromerzeugung von 35 % haben.
Bis 2050 soll der Anteil auf 80 % steigen.
Das Atomunglück von Fukushima längere Laufzeit. Zweitens hat Eon die Für Investoren stehen deshalb zunächst
hat die großen deutschen Versorger Internationalisierung in den vergange- andere Aspekte im Fokus.
unvorbereitet getroffen. Die Atomkraft- nen Jahren stärker vorangetrieben als
Gewinne galten in den Planungen RWE. Und auch wenn dieser Weg nicht Investitionen in Milliardenhöhe
von Eon und RWE bislang als we- immer glücklich verlaufen ist und nach Voraussetzung für einen größeren Anteil
nig verzichtbar, um die schwierigen Akquisitionen mehrfach zu Milliardenab- erneuerbarer Energien ist eine moder-
nächsten Jahre zu überbrücken. Doch schreibungen geführt hat: Die Abhän- nere Netzinfrastruktur sowie der Bau
welcher Energieriese kann den Fuku- gigkeit vom Heimatmarkt ist heute bei von Speicherkraftwerken. Die Europä-
shima-Schock nun besser verdauen? Eon nicht mehr so stark ausgeprägt wie ische Kommission schätzt den Investiti-
bei RWE. Drittens kommt Eon in Zukunft onsbedarf auf europäischer Ebene auf
Auf den ersten Blick kann RWE punkten: immer stärker der konsequentere Aus- 1 000 Mrd. Euro; allein in Deutschland
Der Konzern hat weniger Kernkraft- bau der erneuerbaren Energien zugute. dürften laut Fraunhofer-Institut Investi-
kapazitäten im Portfolio. Zurzeit stammt Machten die Renewables schon 2010 im tionen von 200 Mrd. Euro notwen-
20 % des produzierten Stroms aus Eon-Erzeugungsmix einen Anteil von dig sein. Der niederländisch-deutsche
Atommeilern. Bei Eon sind es 26 %. 2010 über 10 % aus, war dieser Anteil bei RWE Stromnetzbetreiber Tennet, der Anfang
kam bei RWE auch gerade mal 13 % des noch nicht einmal halb so groß. Im 2010 das 10 750 Kilometer lange Hoch-
Betriebsergebnisses aus den Atoman- ersten Quartal 2011 konnte Eon aus Wind, spannungsnetz des Versorgers Eon über-
lagen. Vorstandschef Jürgen Großmann Sonne und Co ein Ebitda von rund 400 nommen hatte, kündigte Anfang Mai
machte daher auch die Rechnung auf, Mill. Euro ziehen. RWE kam zeitgleich bereits Investitionen von rund 10 Mrd.
dass deutlich weniger als ein Zehntel des nur zu gut einem Viertel dieser Summe. Euro auf Sicht von zehn Jahren an. Zu
Unternehmenswertes von der Kernkraft Und viertens hat Eon nicht ein so großes den geplanten Projekten zählt der An-
abhinge. Bei Eon kamen dagegen im CO2-Problem wie die Essener. Denn das kündigung zufolge auch die Anbindung
ersten Quartal 2011 satte 28 % des opera- Portfolio von RWE ist ausgesprochen von fünf Windparks in der Nordsee.
tiven Ergebnisses (Ebitda) aus der Kern- kohlelastig, was sich spätestens 2013 mit
kraft. Den Eindruck der scheinbar viel Beginn der neuen Periode im Emissi- Der Ausbau des Stromnetzes ist notwen-
zu hohen Abhängigkeit der Ertragskraft onshandel durch milliardenschwere dig, weil es auf das Zeitalter der Groß-
von den Atommeilern gilt es allerdings Zusatzkosten bemerkbar machen wird. kraftwerke ausgerichtet und eher träge
zu relativieren. Denn zum einen betreibt und unflexibel ist. Dies führt dazu, dass
Eon auch Kernkraftwerke in Schweden, Das dreimonatige Atommoratorium zusätzlicher Strom aus Windparks oder
und die werden auch nach Fukushima der Bundesregierung hat Eon und RWE Solaranlagen nur schwerlich einzuspei-
keiner Neubewertung durch die Politik zunächst gleichermaßen getroffen. sen ist. Denn dort, wo dieser Strom de-
unterzogen. Zum anderen sorgt der Beide Konzerne mussten je zwei ihrer zentral produziert wird, verfügen die
Gewinneinbruch im Gasgeschäft bei Eon Kernkraftwerke vom Netz nehmen und Stromleitungen nicht über die notwen-
dafür, dass die Ergebnisbeiträge der üb- rechnen deshalb jeweils mit Ergebnisein- digen Kapazitäten. Dies führt aber auch
rigen Sparten momentan einen höheren bußen im dreistelligen Millionenbereich. dazu, dass das Netz zum Teil enormen
Stellenwert haben als üblicherweise. Klar ist auch, dass alle Mittelfristpla- Spitzenbelastungen ausgesetzt ist, die
nungen noch einmal auf den Prüfstand das Risiko eines Blackouts erhöhen. In
Vier Punkte sprechen nach Einschät- gestellt würden, sollten die herunterge- vielen Ländern und Gemeinden zeichnet
zung von Analysten dafür, dass Eon die fahrenen Meiler abgeschaltet bleiben. sich dennoch Widerstand gegen neue
Folgen von Fukushima besser verkraften Für Anleger bleibt bis zur Entscheidung Stromtrassen ab: So fürchten offenbar
kann als der Wettbewerber. Erstens Unsicherheit. Versorgeraktien als siche- viele Bürger Gefahren durch elektro-
sind die deutschen Atommeiler von Eon rer Hafen? Das war einmal. Aktionäre magnetische Strahlen, den Wertverlust
im Schnitt jünger als die von RWE und von Eon und RWE brauchen in diesen ihrer Immobilien oder die Verunstaltung
kämen damit tendenziell auf eine noch Tagen gute Nerven. ANDREAS HEITKER der Landschaft. Länder wie Branden-

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burg fordern deshalb bereits unterirdische Stromleitungen, stufen einige Banken und Fondsgesellschaften zudem die
die allerdings die Kosten treiben würden. Perspektiven für das französische Unternehmen Schnei-
der Electric ein. So zählt Arthur Hoffmann, Fondsmanager
Zu den potenziellen Profiteuren des Milliardengeschäfts, beim Vermögensverwalter Sarasin, den Konzern zu den
das mit dem Ausbau des Stromnetzes verbunden ist, zäh- Adressen, die von der zunehmenden Nachfrage nach Smart
len große Technologieunternehmen wie Siemens und Grids profitieren werden. Die Großbank Credit Suisse
ABB. Der schwedisch-schweizerische Konzern spürt bereits sieht in Schneider Electric einen der führenden Anbieter
wachstumstreibende Impulse aus den hohen Investitionen von energieeffizienten Technologien und Automations-
von Energieversorgern in Netzverbindungen und Netz- systemen. Die Analysten aus dem Nachhaltigkeitsresearch
modernisierungen, wie die Geschäftszahlen für das erste des Instituts wagen deshalb die Prognose, dass der Konzern
Quartal 2011 zeigen. Der Auftragseingang stieg um 28 % auf Sicht von vier Jahren aus dem Megatrend Ressourcenef-
auf 10,4 Mrd. Dollar, was für den geschäftlichen Erfolg in fizienz kräftiges Wachstum generieren wird. In diesem Zeit-
den nächsten Quartalen als positives Signal zu werten ist. raum sagen sie ein jährliches Umsatzwachstum von bis zu
Gemessen am Stand vom Jahres- 19 % voraus. Hinzu kommt, dass
beginn legte die ABB-Aktie 2011 Schneider Electric sich auch schon
bereits um 14,2 % zu. Dabei schaff- für den zu erwartenden „Green
te sie den Hauptteil des Anstiegs „Intelligente Stromnetze Building“-Trend im Hausbau posi-
in den zurückliegenden Wochen tioniert hat. Verglichen mit dem
nach der Präsentation der aktuel- sind unverzichtbar.“ Jahresbeginn notiert die Aktie von
len Gewinn- und Verlustrechnung. Norbert Rücker, Analyst von Julius Bär Schneider Electric momentan nur
Siemens erhöhte Anfang Mai so- 0,2 % höher. Beim Thema Ener-
gar die Prognose für den Gewinn gieeffizienz bieten sich Anlegern
im Gesamtjahr auf 7,5 Mrd. Euro, aber auch andere Investmentchan-
nachdem der Konzern den Aktionären einen Anstieg des cen. So zählen Philips (Leuchtmittel) und Saint Gobain
Auftragseingangs um 28 % auf mehr als 20 Mrd. Euro prä- (Dämmstoffe) ebenfalls zu den Konzernen, denen Credit
sentiert hatte. Finanzvorstand Joe Kaeser bestätigte eine Suisse wegen ihrer führenden Position bei energieeffizien-
zunehmende Nachfrage nach Ökostrom-Technologie. Die ten Technologien in diesem Geschäft in den nächsten vier
Siemens-Aktie verteuerte sich seit Jahresanfang erst um Jahren kräftiges Umsatzwachstum zutraut.
0,5 %. Angesichts der gut gefüllten Konzernkasse gehen
Analysten davon aus, dass Siemens 2011 eine Sonder- Wie einfach man durch den Einsatz neuer Technologie
dividende ausschütten dürfte, vor allem, wenn der geplante den Stromverbrauch senken kann, zeigt das Beispiel von
Börsengang der Lichttechnik-Sparte Osram gelingt. Itron. Das US-Unternehmen fertigt intelligente Stromzäh-
ler, sogenannte Smart Meter, die auf Seiten der Abnehmer
Smart Grids gehört die Zukunft Voraussetzung für den Aufbau eines intelligenten Netzes
Als Lösung für die Zukunft gelten sogenannte Smart Grids, sind und den Stromverbrauch empirischen Studien zufol-
intelligente Stromnetze, die den erzeugten Strom aus vie- ge um bis zu 15 % senken können. Itron kontrolliert 22 %
len kleinen Kraftwerken oder aus Photovoltaik-, Windkraft- des Marktes für Smart Meter und ist zugleich im Geschäft
und Biogasanlagen problemlos aufnehmen können. Die mit Datenerfassungs- und Softwarelösungen für Versor-
bestehenden Netze schaffen das auf Dauer nicht, etwa weil gungsunternehmen stark positioniert. Zu den wichtigsten
die dezentralen Anlagen auch direkt in untere Spannungs- Wettbewerbern gehören Sensus und Landis & Gyr, die aber
ebenen einspeisen. Nach einer Studie von Norbert Rücker, (noch) nicht börsennotiert sind. Pascal Schuler, Manager
Analyst für Energie und Rohstoffe bei der Schweizer Bank der nachhaltigen Aktienfonds von Swisscanto, zählt Itron
Julius Bär, ist die Smart-Grid-Technologie deshalb unver- deshalb zu seinen Favoriten, wenn es um die Themen Ener-
zichtbar. In die intelligenten Netze werden anders als heute gieeffizienz, Netzausbau und Smart Grids geht.
alle notwendigen Faktoren eingebunden: Stromerzeugung,
Speicherung, die computergestützte Steuerung und der Im Inland sieht Karl Huber, der bei Pioneer Investments
Verbrauch. einen Aktienfonds mit Fokus Deutschland verwaltet, im
Geschäft mit dem Aufbau einer effizienten Energievertei-
Zu den Unternehmen, die in diesem Geschäft aktiv sind, lung und der Senkung des Energieverbrauchs nicht zuletzt
zählen ebenfalls Siemens und ABB, was beispielsweise die einige Small und Mid Caps gut positioniert. Im Portfolio
Investmentbank Macquarie dazu veranlasst, den „bestens hält er beispielsweise Aktien von Centrotec Sustainable,
aufgestellten“ Industriekonzern mit den drei Buchsta- einem Unternehmen, das für Häuser etwa Heizsysteme auf
ben als Top-Pick für Energietechnik zu adeln. Sehr positiv Basis erneuerbarer Energien und Lüftungssysteme »

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mit Wärmerückgewinnung anbietet. Als aussichtsreich gel-


ten Pioneer Investments zufolge auch Firmen, die leichte
Im Fokus I: Anlagenbau Werkstoffe für die industrielle Fertigung herstellen oder
innovative Dämmstoffe für Gebäude anbieten. Bundesbau-
minister Peter Ramsauer hatte jüngst bereits angedeutet,
dass er zusätzliche Mittel für die klimaschonende Gebäu-
desanierung bereitstellen will. In dem Markt entsteht also
wahrscheinlich neue Dynamik und Fantasie.

Einen potenziellen Gewinner der Entwicklung in Richtung


größerer Energieeffizienz sehen Analysten zudem in Aix-
tron, einem Hersteller von Maschinen für die Produktion
ISIN CH0012221716 ISIN DE0007236101 von Leuchtdioden, die in der Unterhaltungselektronik und
Kursentwicklung lfd. Jahr (%) 14,2 Kursentwicklung lfd. Jahr (%) 0,5 bei industrieller Beleuchtung eingesetzt werden. Aixtron
52-Wochen-Hoch (sfr) 23,55 52-Wochen-Hoch (Euro) 99,39 ist mit einem Marktanteil von 50 % global führend – vor
52-Wochen-Tief (sfr) 17,41 52-Wochen-Tief (Euro) 67,25 dem US-Wettbewerber Veeco.
KGV 21,5 KGV 13,9

Erst Erdgas, dann erneuerbare Energien


Als zentraler Pfeiler eines neuen Energiekonzepts dürften
Im Fokus II: Energieeffizienz mittelfristig zunächst Gaskraftwerke gelten – auch wenn
dafür die Frage der Versorgungssicherheit zu beantworten
ist. Bereits in 20 Jahren könnte Erdgas Kohle als wichtigsten
Stromlieferanten abgelöst haben, erwartet Rolf Kuster, In-
vestmentstratege der VP Bank aus Liechtenstein. Erdgas ist
klimaschonender als Kohle: Der Ausstoß von Kohlendioxid
liegt bei Gaskraftwerken um bis zu 60 % unter dem von
Kohlekraftwerken. Hinzu kommt, dass Erdgas relativ güns-
tig ist. Dazu trägt unter anderem die Erschließung neuer
Vorkommen in den USA bei. Nordea geht davon aus, dass
ISIN US4657411066 ISIN FR0000121972 Katar, bislang Hauptgaslieferant Europas, den Bedarf
Kursentwicklung lfd. Jahr (%) - 0,9 Kursentwicklung lfd. Jahr (%) 0,2 decken wird. Zu den Profiteuren der Entwicklung zählt die
52-Wochen-Hoch (Dollar) 78,45 52-Wochen-Hoch (Euro) 123,65 Bank aber auch Energiekonzerne wie BG Group und Gaz-
52-Wochen-Tief (Dollar) 50,76 52-Wochen-Tief (Euro) 74,6 prom. Beide Namen haben beispielsweise auch die Ana-
KGV 20,6 KGV 17,1
lysten der Credit Suisse auf dem Zettel. Seine Position im
Gasgeschäft will aber auch der Versorger Eon nutzen, um
sich in dem neuen Umfeld zu behaupten, schließlich ist
Im Fokus III: Erdgas Eon Europas größter Gashändler. Dies wird allerdings auch
notwendig sein, weil dem Konzern allein durch das Atom-
Moratorium Belastungen von 250 Mill. Euro drohen. Mehr
zu den Perspektiven der Versorger lesen Sie auf Seite 10.

Mittel- bis langfristig verspricht der Markt für erneuerbare


Energien Wachstum. Im Mai nahm Bundeskanzlerin Angela
Merkel den ersten Offshore-Windpark Baltic 1 in der Ost-
see in Betrieb. Die dort gesammelten Erfahrungen sollen
den Bau weiterer Windparks in der offenen See erleichtern.
ISIN GB0008762899 ISIN US3682872078 Unter dem Strich billigen Analysten den Energieträgern
Kursentwicklung lfd. Jahr (%) 2,0 Kursentwicklung lfd. Jahr (%) 4,2 Wind, Sonne und Biomasse allein in den nächsten vier Jah-
52-Wochen-Hoch (Pence) 15,95 52-Wochen-Hoch (Rubel) 247,47 ren ein jährliches Wachstum von bis zu 8 % zu. Die Invest-
52-Wochen-Tief (Pence) 9,67 52-Wochen-Tief (Rubel) 70 mentchancen beurteilen viele Anlagestrategen zurzeit aber
KGV 24 KGV 4,8
eher skeptisch, nachdem die Kurse vieler auf erneuerbare
Stichtag: 15. Mai 2011 Energien fokussierter Unternehmen zuletzt kräftig gestie-
Quelle: Bloomberg
gen waren. Mehr dazu lesen Sie ab Seite 14. „

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AKTIEN

Im Solarsektor ist die


Titelauswahl entscheidend
Anbieter aus China setzen Modulherstellern zu
Höhe der staatlichen Förderung ungewiss

Die schwere Atomkatastrophe von Fukushima hat erneuerbare


Energien noch stärker in den Fokus gerückt. Mit Investments in
deutsche Solarfirmen ist kurzfristig aber nur schwerlich Rendite
zu erzielen: Die chinesische Konkurrenz macht ihnen zu schaffen.

Von Ulli Gericke

Diese Branche ist raffgierig. Ganz entgegen ihrem An-


spruch, nachhaltig grünen Ökostrom zu produzieren,
agieren Photovoltaik-Protagonisten so drängend, dass
sie landauf, landab verbrannte Erde hinterlassen – zum
eigenen Schaden. Egal ob in Spanien, Frankreich, Ita-
lien, Tschechien oder Großbritannien, überall plädierten
die Solarberater für solch (über-)hohe Vergütungssätze
für den grünen Strom, dass – kaum war ein Gesetz ver-
abschiedet – Heerscharen von Projektentwicklern über
das jeweilige Land hereinbrachen und binnen kürzester
Zeit Solarpark neben Solarpark in die Landschaft wuch-
teten. Registriert die Politik dann nach einigen Monaten,
welche enormen Kosten für Solarsubventionen dauerhaft
entstehen, wird die Reißleine gezogen, womit der Markt
für Jahre tot ist.

Diese Abfolge von Boom und totalem Einbruch präg-


te auch die ersten Monate 2011. Unisono beklagten alle
Solarunternehmen die „regulatorischen Unsicherheiten“
in Italien und Frankreich, die Segmente des Marktes
komplett zum Erliegen brachten. Da auch das Geschäft
in Deutschland, dem nach wie vor mit großem Abstand
weltweit größten Markt, äußerst schwach verlief, rutsch-
ten viele Solarfirmen im ersten Quartal tief in die roten
Zahlen: Q-Cells, Conergy, Solon, Sunways und Phoenix
Solar. Und alle klagten, die Lage sei schwierig und werde
kaum besser. Als eine Stimme unter vielen anderen erin-
nert Nedim Cen, Chef des Zell- und Modulbauers Q-Cells,
daran, dass er noch vor wenigen Wochen geglaubt habe,
der Solarmarkt werde im laufenden Jahr deutlich schwie-
riger als 2010. Inzwischen gehe er sogar davon aus, „dass

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AKTIEN

das Jahr noch anspruchsvoller wird, als ich es noch im


März gedacht hatte“.

Tatsächlich wiederholte sich zu Beginn des Jahres ein


Effekt, den die Branche erstmals zu Hochzeiten der Finanz-
und Wirtschaftskrise kennenlernen musste: Da wegen der
Kaufzurückhaltung die Lager bei den Produzenten und
Großhändlern überquollen, warteten Solarparkinvestoren
und Häuslebauer mit ihren Investitionen, bis die Preise ins
Rutschen kamen. Für die Unternehmen bedeutet dies die
Abwertung ihrer Lagerbestände – bei Phoenix Solar etwa in
einem Volumen von knapp einem Fünftel des realisierten
Quartalsumsatzes.

Diese beachtliche Zahl lässt erahnen, wie groß der Preis-


druck vor allem durch asiatische Produzenten akuell wieder
ist. Das ist nicht überraschend, hat doch das Fachmagazin
„Photon“ ermittelt, dass die Photovoltaikindustrie die Solar-
zellenproduktion 2010 von 12,5 auf gut 27 Gigawatt (GW)
mehr als verdoppelt hat. Für das laufende Jahr peilen die
befragten Unternehmen an, ihre Produktionskapazität auf
etwa 67 GW auszubauen. Knapp die Hälfte aller weltweit
produzierten Zellen stammt dabei aus China. Von dieser
raschen Expansion in Fernost profitiert der schwäbische
Solaranlagenbauer Centrotherm. Der Auftragseingang ver-
dreifachte sich nahezu im ersten Quartal auf 224 Mill. Euro.
„Wir haben einen sehr starken Zuspruch für die Erneuerung
mit modernsten Technologien“, begründete Finanzvorstand
Thomas Riegler diese Entwicklung. Vor allem die Nach-
frage aus Asien nach Einzelequipment für die Produktion von
Solarzellen und -modulen kurbelte die Geschäfte an, die bei
Fotos: suzannmeer/fotolia

einer Exportquote von gut 90 % zu einer Gewinnverdoppe-


lung führten. Ähnlich stark als weltweit toppositionierter
Ausrüster dürfte hierzulande nur noch SMA Solar aufgestellt
sein, die mit ihren Wechselrichtern selbst im schwie- »

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AKTIEN

leute der WestLB: „Der europäische Markt bricht 2011 um


China schottet sich ab etwa ein Drittel ein“, prognostiziert Katharina Chulewa vom
Research-Team Utilities & Renewable Energies der Landes-
Der chinesische Markt für erneuerbare Energien ist für euro- bank in Düsseldorf. Dagegen stehen buchstäblich explodie-
päische Hersteller weitgehend verschlossen – das gilt für die rende Kapazitäten. Super-Sonderschnäppchenpreise für nie-
Photovoltaik ebenso wie für Windkraftanlagen. Zugang haben gelnagelneue Solarmodule sind damit nur noch eine Frage
dort lediglich Zulieferer wie etwa Centrotherm in der Solarin- der Zeit. Hinzu kommt, dass die expansiven neuen Märkte
dustrie, die für die fernöstlichen Zell- und Modulhersteller die wie die USA, Japan, die kanadische Provinz Ontario und
notwendigen Produktionsanlagen fertigt. In der Windbranche China selbst aus Sicht der Optimisten von IHS nicht einmal
können Maschinenbauer hoch spezialisierte Getriebe, Lager zusammengenommen auch nur annähernd an den subven-
oder Generatoren bei chinesischen Windanlagenherstellern tionsgeblähten deutschen Markt heranreichen werden.
absetzen, die ohne diese Zulieferungen keine leistungs-
fähigen Mühlen verkaufen könnten. Komplette Windanla- Deutlich stabiler sind – zumindest bisher – die Waferher-
gen lässt die Regierung dagegen nicht ins Land – und wer steller aufgestellt. Nicht nur Q-Cells-Chef Cen beklagte die-
von den westlichen Herstellern den Eindruck vermittelt, er ser Tage seine missliche Sandwich-Position zwischen sin-
könne das ändern, führt seine Anleger schlicht in die Irre. kenden Zell- und Modulpreisen einerseits und den bis vor
wenigen Tagen absolut preisstabilen Wafern andererseits.
Nutznießer dieser Waferknappheit dürfte u. a. das TecDax-
rigen Jahr 2011 mit einer Ebit-Marge (Ergebnis vor Zinsen Schwergewicht Solarworld sein, das als integrierter Kon-
und Steuern zu Umsatz) von satten 21 bis 25 % rechnet. zern die Wertschöpfungskette besser steuern kann.

Dagegen steigt der Druck auf die Zell- und Modulbauer. In Langfristig großes Potenzial im Solarsektor
Deutschland dürften etwa vier von fünf neu installierten Anleger müssen sich in dieser volatilen Lage entscheiden,
Solarmodulen aus Fernost stammen. Conergy beispiels- ob sie eher kurz- oder langfristig investieren wollen. Das
weise schrieb im Quartalsbericht, die Umsätze im Heimat- kurzfristige Sentiment für deutsche Solaraktien wird von
markt hätten sich halbiert, während die Erlöse insgesamt einer großen Zahl von Marktbeobachtern als schlecht bis
um bald ein Zehntel ausgeweitet werden konnten. „Wie sehr schlecht beurteilt, da nach einem schwierigen ersten
schwierig der Markt derzeit ist, hat uns auch der Start in das Quartal ein noch schwierigeres zweites folgen dürfte. Insti-
zweite Quartal gezeigt, in dem die Erholung und Belebung tutionelle Investoren pflegen in einem solchen Umfeld mit
des Marktes nicht so früh kommt wie erwartet“, räumte einem Ausverkauf zu reagieren – um die Aktien später auf
Conergy-Finanzvorstand Sebastian Biedenkopf ein. niedrigerem Niveau wieder einzusammeln.

Deutlich optimistischer sind dagegen die Marktforscher von Langfristiger orientierte Anleger setzten dagegen auf den
IHS-iSuppli, die ein weltweites Wachstum bei neuinstallierten „Fukushima-Effekt“. Mit der japanischen Atomkatastrophe
Solarpaneelen von gut 20 % auf fast 22 GW erwarten – wovon wurden (wieder einmal) die gigantischen Risiken der Kern-
Deutschland allein etwa ein Drittel beisteuern soll. Insgesamt kraft offenkundig. Nicht nur in Deutschland gewinnen seit-
stand der Alte Kontinent 2010 mit rund 14 GW für etwa 80 % dem erneuerbare Energien wie Wind- oder Sonnenstrom
aller Neuinstallationen. Für das laufende Jahr erwarten die an Gewicht. Auf Dauer haben damit Solaraktien mehr
kalifornischen Experten ähnlich viele Netzanschlüsse neuer Potenzial als beispielsweise Papiere von Betreibern klima-
Solaranlagen. „Nie und nimmer“, widersprechen die Fach- schädigender Kohlekraftwerke. „

Deutsche Solarwerte: Große Unterschiede in der Performance


Unternehmen ISIN Kursentwicklung lfd. Jahr (%) 52-Wochen-Hoch 52-Wochen-Ttief KGV
Centrotherm DE000A0JMMN2 47,7 44,00 23,35 14,8
Phoenix Solar DE000A0BVU93 - 27,7 36,28 16,96 12,3
Q-Cells DE0005558662 -11,0 5,24 1,97 4,2
SMA Solar DE000A0DJ6J9 14,1 104,20 61,25 8,9
Solarworld DE0005108401 37,4 12,20 6,87 11,9
Quelle: Deutsche Börse

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ANLEIHEN

Zinswende der EZB


spricht gegen Langläufer
Für Anleiheinvestoren ist das Umfeld eine Herausforderung
Als erste Wahl gelten Papiere aus finanziell stabilen Ländern

Mit dem Zinsschritt im April hat die Europäische Zentralbank (EZB) gehen von einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes in der
deutlich signalisiert, dass sie die Preisentwicklung mit Sorge beob- Größenordnung von 0 bis 0,5 % aus. Prekärer ist die Lage in
achtet. Am Anleihemarkt gelten inflationsgeschützte Papiere aber Portugal und Irland, die angesichts der Schuldenprobleme
nicht mehr als besonders attraktiv. Im Fokus stehen stattdessen dringend ein deutliches Wachstum benötigen, aber mit einer
Papiere mit einer Laufzeit von drei bis vier Jahren aus finanziell sta- hartnäckigen Rezession kämpfen. Dies trübt die Stimmung
bilen Ländern wie Deutschland, Österreich und den Niederlanden.

Von Kai Johannsen

Die EZB ist nach entsprechender Vorbereitung der Markt-


teilnehmer auf den erwarteten Zinserhöhungskurs einge-
schwenkt – trotz Schuldenkrise, die in der Eurozone bereits
Griechenland, Irland und Portugal dazu brachte, nach dem
Rettungsring der Euro-Gemeinschaft zu greifen. Die Wäh-
rungshüter erhöhten den Leitzins von seinem Rekordtief
bei 1 % auf 1,25 %. Begründet wurde dieser Schritt mit den
Inflationsgefahren für die Eurozone. Der hohe Ölpreis sorgt
maßgeblich für den Teuerungsdruck und schwächt damit
den Geldwert der Gemeinschaftswährung.

In der Subprime-, Banken-, Finanzmarkt- und Konjunktur-


krise hatte die Notenbank Märkten und Marktteilnehmern
massiv unter die Arme gegriffen. Unter anderem hatten
EZB-Präsident Jean-Claude Trichet und die Mitglieder des
geldpolitischen Rats den Leitzinssatz sukzessive nach unten
befördert, um Stabilität in das Marktsystem und die Banken
zu bringen. Diese Krisenarbeit lässt die EZB nun hinter sich.

Das weltweite Konjunkturbild sieht derzeit besser aus als in


den Krisenjahren bis 2010. Auch die Konjunkturaussichten
haben sich aufgehellt, so die allgemeine Einschätzung von
Experten. In der Eurozone ist das Bild aber eher gespalten.
In den Kernländern der Eurozone, darunter in Deutschland,
den Niederlanden, Österreich, aber auch Finnland sieht das
Wachstum derzeit recht gut aus. In der Peripherie, die der
Gemeinschaft in Sachen Schuldenkrise erhebliche Sorgen
bereitet, ist das hingegen nicht der Fall. Spanien etwa hat für
dieses Jahr nur ein leichtes Wachstum zu erwarten; Experten

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ANLEIHEN

in der Eurozone insgesamt. Trotz des gespaltenen Konjunk- Meißner weist darauf hin, dass die Eurozone nicht die ein-
turbildes ist die EZB nun auf Zinserhöhungskurs gegangen, zige Region ist, die mit Zinserhöhungen konfrontiert ist. So
um sich gegen die Inflationsgefahren zu stellen. Thomas begannen die Notenbanken Norwegens, Australiens und
Meißner, der bei der DZ Bank die Rentenmarktanalyse lei- Kanadas bereits vor einiger Zeit mit Zinserhöhungen. In
tet, geht davon aus, dass die europäischen Währungshüter Großbritannien, den USA und Japan steht ein erster Schritt
diesen Pfad weiter verfolgen werden. Für das Ende dieses aber noch aus. Der Grund für Anpassungen nach oben ist
Jahres erwartet er den Leitzins für die Eurozone bei 1,75 %, der weltweite Trend zu mehr Inflation. Befeuert wird dieser
d.h. die EZB dürfte demzufolge noch zwei weitere Zinser- in erster Linie durch anziehende Rohstoffpreise.
höhungsschritte von jeweils 25 Basispunkten beschließen.
„Doch auch dann hält die EZB kaum an. Auf Sicht von zwölf Der Rentenmarkt reagierte bereits auf die Leitzinsan-
Monaten sollte der Leitzins bei 2 % liegen, und 2 % sind im hebungen der EZB, und zwar lange vor dem Zinsschritt.
historischen Vergleich noch immer niedrig“, sagt Meißner. Im Sommer vergangenen Jahres waren die Renditen der
Denn bevor die Bankenkrise richtig zuschlug und Institute Bundesanleihen, der Maßstab in der Eurozone, stetig ab-
wie Lehman Brothers umkippten, stand der Leitzins bei gesackt. Schuldenkrise und Flucht in Sicherheit hatten
4,25 % (Juli 2009). Die Teuerung – wichtiges Ziel der Wäh- eine Abwärtsspirale der Renditen ausgelöst. Immer weitere
rungshüter ist eine Inflationsrate nahe bzw. leicht unterhalb Käufe der Investoren trieben die Renditen weiter herun-
des Wertes von 2,0 % – wird in diesem Jahr nach Einschät- ter. Die zehnjährigen Bundesanleihen warfen Ende August
zung von Meißner bei 2,6 % liegen. Für das kommende Jahr zeitweise eine Rendite von etwas weniger als 2,1 % ab, ein
erwartet sie der Experte bei 2,0 %, noch immer oberhalb des historisches Tief. Mittlerweile sind die Papiere aber wieder
EZB-Zielwertes, wenngleich nur noch knapp. zu Sätzen von um die 3,25 % zu haben. Zeitweise waren es
schon 3,5 %. Viele Marktteilnehmer hatten damit gerech-
net, dass die Sätze noch schneller ansteigen werden. „Zum
Ende des ersten und zu Beginn des zweiten Quartals sind
im Markt aber wieder Zweifel lauter geworden, und diese
Zweifel drehen sich erneut um die Schuldenkrise. Portu-
gal griff nach dem Rettungsanker. Des Weiteren wird im
Markt diskutiert, ob Griechenland & Co ohne eine Restruk-
turierung, sprich Umschuldung, aus der äußerst misslichen
Schuldenlage herauskommen können. Das sorgte wieder
einmal für eine Flucht in Qualität“, erläutert Meißner.

Die Verunsicherung im Markt ist sehr groß geworden.


Denn die Eurozone ist erstmals seit ihrem Bestehen mit
der Frage einer Restrukturierung von Staatsschulden kon-
frontiert. Wie könnte eine derartige Restrukturierung aus-
sehen? Werden den Griechen die Laufzeiten zur Bedienung
ihrer Staatsschulden verlängert und womöglich auch noch
die Kuponzinsen herabgesetzt, weil ihre Schuldentrag-
fähigkeit nichts anderes mehr zulässt? Die Unklarheit über
diese Frage lässt die Anleger sichere Häfen ansteuern. Das
sind neben den Bundesanleihen auch Edelmetalle wie Gold
und Platin, die kräftige Kurssteigerungen verzeichnen und
jüngst Rekordhochs erreichten.

„Die Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Schulden-


krise und die damit verbundene Flucht in Qualitätspapiere
wie Bundesanleihen werden den Renditeanstieg, der sich
am Markt vollzieht, ohne Zweifel abbremsen. Von daher
sollten wir auch keine gewaltigen Renditesprünge nach
oben erwarten“, sagt Meißner. Zudem hat der Markt schon
einen Großteil des Renditeanstiegs hinter sich, gemessen
vom Tiefpunkt Ende August 2010. Per Ende dieses Jahres
erwartet Meißner die Rendite der zehnjährigen »

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ANLEIHEN

Bundesanleihe bei 3,80 %, auf Sicht von zwölf Monaten Linkern versicherten, im Nachhinein als zu hoch. Als Port-
bei 4 % (aktuell: 3,12 %). Bei zweijährigen Titeln rechnet foliobeimischung und damit als Diversifikationsinstrument
er per Jahresende mit 2,7 % und in zwölf Monaten mit 3 % ist das Produkt interessant, aber mit Sicherheit nicht als
(derzeit: 1,80 %). „Das Erreichen von 5 % bei den zehnjäh- alleiniges Instrument“, so Meißner. (Siehe auch Seite 36)
rigen Papieren kann einstweilen getrost ad acta gelegt wer-
den“, sagt Meißner. Allerdings darf nach Einschätzung des Konservativ agierenden Anlegern rät Meißner angesichts
Experten auch hinter die 4 % wenigstens ein kleines Frage- der erwarteten Renditeanstiege am langen Ende der Ren-
zeichen gesetzt werden. „Voraussetzung ist, dass die EZB tenmarktkurve von rund 0,75 Prozentpunkten nicht zu
auf Erhöhungskurs bleibt. Das hängt auch maßgeblich von Langläufern. Das seien angesichts der zu erwartenden
dem weiteren Verlauf der Schuldenkrise ab“, so Meißner. Kursschwäche gewiss nicht die Favoriten für das Port-
folio. Aber auch auf variabel kurzfristige Anlagen setzt der
Das Inflationsumfeld, das die Renditen entscheidend be- Experte derzeit nicht. „Die Zinsen im Sechsmonatsbereich
einflusst, wird von der Ölpreisentwicklung stark determi- beispielsweise sind derzeit schlichtweg noch immer zu
niert. Weltweit zieht die Nachfrage infolge der Konjunk- niedrig.“ Anleger sollten sich jetzt angesichts einzukalku-
turentwicklung an; das erhöht die Kosten für Energie. lierender Kursverluste der Anleihen nicht zu lange binden.
Allerdings überschießt der Rohölpreis laut Meißner bis- Meißner rät im Bereich der Bundeswertpapiere zu Fälligkei-
weilen auch etwas. 100 Dollar für ein Fass Brent-Öl wären ten von drei bis vier Jahren (vgl. Tabelle). Und es muss für
für ihn fundamental gerechtfertigt. Geopolitische Risiken, Meißner auch nicht immer der Bund sein, dessen Anleihen
konkret die Unruhen in arabischen Ländern, sorgen aber man kauft. „Ruhigen Gewissens kann man Anlegern sicher
für einen Aufschlag. „Hier haben wir es mit einer Situation Staatsanleihen aus Österreich und den Niederlanden emp-
zu tun, die sehr schwer zu prognostizieren ist. Bei einer Be- fehlen, die noch etwas mehr als die Bundestitel abwerfen.
ruhigung der Lage in den Ländern sollte die Risikoprämie Diese Länder werden kaum in den Sog der Schuldenkrise
wieder herausgenommen werden“, so Meißner. Anlegern, gezogen werden“, so Meißner.
die in der gegenwärtigen Lage auf inflationsgeschützte An-
leihen, sogenannte Linker, setzen wollen, rät er zu etwas Vorsicht bei Anleihen aus der Peripherie
Zurückhaltung. „Ohne Frage ist die Inflationswelle da, aber Sehr große Vorsicht sei bei Anleihen – gleichgültig welcher
der Linker-Markt hat das längst berücksichtigt. Es ist nicht Laufzeit – aus Griechenland, Portugal und Irland ange-
zu empfehlen, jetzt noch in großem Umfang in den Markt bracht. „Hier müssen sich Anleger wirklich auf alles ge-
einzusteigen“, sagt Meißner. Außerdem sei zu berücksich- fasst machen“, sagt Meißner. Käme es tatsächlich zu einer
tigen, dass die Notenbanken sich gegen den Inflationsauf- Umschuldung, sei die große Unbekannte noch immer die
trieb stemmten und die Teuerung bei erfolgreicher Arbeit Frage, wie mit den Gläubigern umgegangen wird. Bisher ist
der Notenbanker wieder zurückgeht. „Vielfach erweist sich eine Beteiligung nur auf freiwilliger Basis möglich. „Es ist
die erwartete Inflationsrate, gegen die sich die Anleger mit aber zu berücksichtigen, dass das Abwenden eines Staats-
bankrotts für die Eurozone eben ein Novum ist. Es sind viele
Optionen denkbar, wie in dieser Situation politisch verfah-
Ausgewählte Staatsanleihen der ren werden könnte“, sagt Meißner. Eine aktuelle Rendite
Kerneurozonenländer und Anleihe von rund 25% bei zweijährigen griechischen Staatspapie-
des europäischen Rettungsfonds ren errechne sich primär aus hohen aufgelaufenen Kurs-
verlusten der Anleihen. Ob die Länder ihren Zins- und Til-
Emittent Fälligkeit Kupon Rendite ISIN gungsdienst leisten und die Anleger diese Renditen dann
(%) (%)
auch realisieren können, sei derzeit alles andere als sicher.
Bundesrepublik April 2014 2,25 1,94 DE0001141547
Deutschland
April 2015 2,25 2,24 DE0001141570 Als eine gute Ergänzung des Portfolios sieht Meißner An-
Niederlande Juli 2014 3,75 2,20 NL0000102325 leihen des europäischen Rettungsfonds EFSF (European
Financial Stability Facility). Die Dreifach-“A“-Benotung der
Juli 2015 3,25 2,48 NL0000102242
Anleihen sei gerechtfertigt, eine Diversifikation des Portfo-
Österreich Juli 2014 4,30 2,41 AT0000386073
lios über dieses Instrument stuft er als sinnvoll ein. „Bei die-
Juli 2015 3,50 2,70 AT0000386198 sen Anleihen haben wir es mit einer guten Erweiterung der
Rettungsfonds Juli 2016 2,75 2,95 EU000A1G0AA6 Anlagebasis zu tun.“ Käufe von Anleihen außerhalb des Euro-
EFSF * Währungsraumes scheinen für ihn nur ganz partiell ratsam.
* EFSF steht für European Financial Stability Facility „Der Euro wird stärker, nicht zuletzt durch die Zinserhöhun-
Stand 12. Mai 2011
gen der EZB. Ich rechne auf Sicht von zwölf Monaten mit
Quelle: Reuters
einer anhaltenden Stabilität im Euro-Außenwert.“ „

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EXCHANGE TRADED FUNDS

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GESCHLOSSENE FONDS

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GESCHLOSSENE FONDS

Geschlossene Waldfonds
als Schutz gegen Inflation
Anleger sollten auf die Diversifikation der Produkte achten
Von großer Bedeutung ist zudem die Expertise des Anbieters

Um weltweit das Bewusstsein für die Bedeutung von großen denen Studien konnte ein enger Zusammenhang zwischen
Forstflächen für das Klima zu schärfen, haben die Vereinten Natio- Inflation und Renditen von Holzinvestments nachgewiesen
nen 2011 zum Jahr der Wälder ausgerufen. Dem Nutzen des Waldes werden“, sagt Thomas Bischoff, Analyst bei der Bank Julius
für Privatinvestoren wurde schon 2008 verstärkte Aufmerksam- Bär in Zürich. „Sie sind aufgrund der geringen Korrelation
keit zuteil. Seitdem haben sich geschlossene Waldfonds dieser zu gängigen Anlagen eine gute Beimischung für ein diver-
Anlegergruppe geöffnet. Die Performance von Holzinvestments sifiziertes Portfolio.“
war zuletzt zwar nicht so gut, in Zeiten steigender Inflationsraten
bleibt die Anlageklasse aber attraktiv. Ob ein geschlossener Waldfonds im Ergebnis die attraktiven
Eigenschaften der Anlageklasse abbildet, hängt von vielen
Von Stefan Paravicini Parametern ab. „Wer in Wald investiert, setzt darauf, dass
die Rendite höher ist als der Marktzins. Eine wesentliche
Vor drei Jahren hatten Privatanleger erstmals die Möglich- Voraussetzung dafür ist ein günstiger Einstiegspreis“, sagt
keit, mit geschlossenen Fonds direkt in Wald zu investieren. Matthias Rathgen, Vorstandsmitglied der Münchner Ver-
Sie nutzten sie, weil sie darin die Chance sahen, durch ein mögensverwaltung Döttinger/Straubinger. Forstwirtschaft-
Investment mit geringer Korrelation zu anderen Assetklas- liche „Emerging Markets“ wie Rumänien oder Vietnam
sen das Portfolio zu stabilisieren. Seit 2008 ist das Angebot seien vor diesem Hintergrund grundsätzlich interessant.
an geschlossenen Waldbeteiligungen allerdings zurückge- Um die mit einem Waldinvestment verbundenen Risiken zu
gangen. „Das Interesse ist weiterhin vorhanden, ohne jedoch minimieren, sollte ein Waldfonds außerdem ausreichend
bis heute die ursprünglich gehegten Erwartungen erfüllt zu diversifizieren. Dabei geht es nicht nur um die Reduktion
haben“, sagt Jürgen Singer, Geschäftsführer der Vertriebs- von Umweltrisiken wie Feuer, Wind oder Schädlingsbefall.
plattform eFonds24. Der NCREIF Timberland Property In- „Ein Fonds sollte in verschiedene Klimazonen, Regionen,
dex, der seit 1987 die Wertentwicklung von Forstflächen in Holzarten und Altersklassen investieren, um nicht von ein-
den USA abbildet und häufig als Gradmesser für die Attrak- zelnen Märkten abhängig zu sein und stetige wirtschaft-
tivität von Waldinvestments herangezogen wird, weist für liche Ergebnisse generieren zu können“, sagt Stefan Ziegler,
die vergangenen zwei Jahre eine negative Entwicklung auf. Mitglied der Geschäftsführung beim Fondsinitiator KGAL,
Gerade vor dem Hintergrund steigender Inflationserwar- der noch in diesem Jahr einen geschlossenen Waldfonds
tungen bleibt die Anlageklasse aber attraktiv. „In verschie- für institutionelle Investoren auf den Markt brin- »

Übersichtliches Angebot: Nur zwei geschlossene Waldfonds sammeln zurzeit Gelder ein
Fonds Initiator Mindest- Agio Geöffnet Laufzeit Kapital- Effektiver Investitions- Status
anlage (%) bis bis rückfluss 1 Steuersatz (%) standort
Waldfonds 2 Nordcapital 15 000 Euro 5 Dez. 2011 Ende 2021 160 - 250 29,44 2 Rumänien 58 % platziert
Fotos: Pakhnyushchyy/fotolia

3
Jamestown Timber 2 Jamestown 15 000 Dollar 5 Juni 2012 Mitte 2024 180 - 230 10 - 25 Süden der USA neu aufgelegt
1
in Prozent des Kommanditkapitals; 2 gem. Doppelbesteuerungsabkommen; 3 gem. Doppelbesteuerungsabkommen, abhängig von Art der Einkünfte und Standort der Forste
Quelle: Emittenten, Zertifikateweb

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GESCHLOSSENE FONDS

Interview mit Matthias Rathgen

„Initiator sollte mit


ins Risiko gehen“
Herr Rathgen, ist es für Privatanleger eigentlich interessant, in
geschlossene Waldfonds zu investieren?
Der Wald ist auch als Anlagethema emotional positiv besetzt,
und die Anlageklasse verfügt über attraktive Eigenschaften.
Allerdings ist es für Privatanle-
ger schwierig, bei Investitionen
in Wald eine zufriedenstellende
Diversifikation zu erreichen. Ge-
schlossene Fonds, die in einem
Land Wälder kaufen, lösen dieses gen will. Für die Wertentwicklung eines Waldinvestments
Problem nicht. ist natürlich auch die Bewirtschaftung des Forstes relevant.
Anleger sollten möglichst versuchen zu überprüfen, ob der
Ein Waldinvestment gilt als inte- Fondsinitiator das nötige forstwirtschaftliche Know-how
ressante Beimischung zur Diver- mitbringt oder mit geeigneten Partnern kooperiert.
sifikation des Portofolios. Warum
sollte auch innerhalb der Anlage- Doch auch ein erfolgversprechendes Waldinvestment ist
Matthias Rathgen ist klasse diversifiziert werden? nicht für jeden Anleger geeignet. „Das Alleinstellungs-
Vorstand bei der Jeder Wald ist Gefahren wie Feuer, merkmal von Wald ist, dass er keine Lagerkosten verur-
Vermögensverwaltung Wind oder Schädlingsbefall aus- sacht. Wenn sie bei niedrigen Marktpreisen nicht verkaufen
Döttinger/Straubinger gesetzt. Aber nicht nur regional, wollen, wachsen die Bäume im Gegenteil einfach weiter“,
auch mit Blick auf verschiedene sagt Christoph Kahl, Geschäftsführer der US-Immobilien-
Bewirtschaftungsregime und Holzarten sollte diversifiziert gesellschaft Jamestown, die gerade ihren zweiten geschlos-
werden. Ein bestehender Mischwald hat mit Blick auf Risiko senen Waldfonds in Deutschland aufgelegt hat. Wer von
und Rendite ganz andere Eigenschaften als eine neu angelegte dieser Eigenschaft profitieren will, darf allerdings nicht auf
Plantage oder ein Regenwald. regelmäßige Ausschüttungen angewiesen sein. Und er
sollte nur in Fonds investieren, die kein Fremdkapital be-
Warum ist es für Fondsinitiatoren schwierig, eine angemesse- dienen müssen.
ne Diversifikation zu erreichen?
Wenn ein Fonds in verschiedenen Ländern und besser noch auf Im Angebot: Zwei reine Eigenkapitalfonds
verschiedenen Kontinenten in Wald investiert, erreicht er vor Die aktuell für Privatanleger zugänglichen geschlossenen
allem steuerrechtlich sehr schnell eine hohe Komplexität. Das Waldfonds sind beide reine Eigenkapitalfonds: Der „Wald-
ist mit hohem Aufwand und letztlich Kosten verbunden, die ei- fonds 2“ von Nordcapital wird seit Dezember 2009 vertrie-
gentlich nur von institutionell geprägten Strukturen gestemmt ben und soll mindestens bis zum Jahresende geöffnet blei-
werden können, ohne die Rendite merklich zu belasten. ben. Von den angepeilten 30 Mill. Euro hat das Hamburger
Emissionshaus bisher rund 17 Mill. Euro eingesammelt.
Worauf müssen private Anleger achten, die dennoch in ge- Wie sein vollständig investierter Vorgänger will der „Wald-
schlossene Waldfonds investieren wollen? fonds 2“ in rumänische Mischwälder investieren. Im Fokus
Persönlich würde ich nur in Wald investieren, wenn auch der sind Waldflächen, die im Zuge der sogenannten Restitution
Fondsinitiator selbst mit ins Risiko geht. Derjenige, der letzt- an ihre ursprünglichen Besitzer oder deren Erben zurück-
lich für die Bewirtschaftung des Waldes verantwortlich ist, gegeben wurden. „Wir haben für unseren ersten Waldfonds
muss am Erfolg oder Misserfolg des Investments beteiligt sein. knapp 12 000 Hektar Wald in Rumänien erworben und
Und achten Sie darauf, ob die im Prospekt angegebenen Ren- enge Verbindungen zu Händlern, Maklern und örtlichen
diteerwartungen die Inflation mit einrechnen. Das verbessert Behörden aufgebaut, die uns den Zugang zu weiteren inte-
zwar die Optik, ist aber wenig professionell. ressanten Flächen ermöglichen“, sagt Sebastian Wolf, der

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GESCHLOSSENE FONDS

den freien Vertrieb der Hanseaten leitet. Bis Ende des Jah- die Holzpreise nach oben treiben wird. Bis Mitte 2024 sollen
res 2021 soll durch den Einschlag von Holz und die Wert- zwischen 180 und 230 % der investierten Mittel an die Inves-
entwicklung der Waldflächen ein Gesamtmittelrückfluss toren zurückfließen. Die forstwirtschaftliche Expertise hält
an die Investoren von 160 bis 250 % erreicht werden. Dazu Jamestown nach eigenen Angaben im Unternehmen vor.
arbeitet Nordcapital bei der Bewirtschaftung der Flächen
mit der österreichischen Esterhazy-Gruppe und der Hofos Eine belastbare Historie von geschlossenen Waldfonds für
Forstverwaltung zusammen. Privatanleger gibt es noch nicht. Bis vor wenigen Jahren
war die Anlageklasse weitgehend institutionellen Investo-
Seit April 2011 ist auch der zweite geschlossene Wald- ren vorbehalten. Über die Funktion eines Waldinvestments
fonds von Jamestown für Privatanleger geöffnet. Bis Mitte für das private Anlageportfolio herrscht dagegen Klarheit.
nächsten Jahres wollen die Amerikaner in Deutschland 50 „Wald ist kein Basisinvestment, sondern ein Assetbaustein,
Mill. Dollar für den „Jamestown Timber 2“ einwerben. Wie der zur Stabilisierung beiträgt“, betont Frank Schuhmann,
der im Dezember 2010 geschlossene Vorläufer investiert der Chefanalyst des auf geschlossene Fonds spezialisierten Ver-
Fonds ausschließlich in Kiefernplantagen im Süden der USA. mögensberaters dima24. Waldfonds sollten gegebenenfalls
Jamestown rechnet damit, dass die Nachfrage nach Kiefern- also nur ein kleinerer Bestandteil eines Anlageportfolios
holz aus der regionalen Bauwirtschaft wegen des anhalten- sein, zumal die in geschlossenen Fonds investierten Gelder
den Bevölkerungszuwachses kontinuierlich steigen und auch in der Regel langfristig gebunden sind. „

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rendite 13 Juni 2011 25

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INVESTMENTFONDS

Mali

Im südlichen Afrika N

schlummert Potenzial Ghana

Rohstoffreichtum und starkes Bevölkerungswachstum


ungswachsttum
Korruption steht Milliarden-Investitionen
en noch im Weg

Politische Instabilität, Armut und ein extremes Ausmaß an Korrup- Afrika zudem
udem Profiteur des steigenden
stteigenden Rohstoffbedarfs der
tion schaffen ein Umfeld, das nicht unbedingt anziehend wirkt. schaft. Bereits jetzt zieht dies umfangreiche In-
Weltwirtschaft.
Doch in der Sub-Sahara-Region Afrikas schlummert langfristig en an, etwa aus Chin
vestitionen a, das damit seine Versorgung
China,
enormes Wachstumspotenzial. Über Investmentfonds können toffen sicherstellen will.
mit Rohstoffen w
daran auch Privatanleger partizipieren, sie benötigen allerdings
einen langen Atem. Der nach h Marktkapitalisieru ung größte Aktienmarkt der
Marktkapitalisierung
Region istst Nigeria. Kürzlich zeigten
z sich die Analysten der
Von Christopher Kalbhenn Citigroup p sehr zuversichtlich zu
z den Aussichten der dort no-
ktien. Nigeria habe d
tierten Aktien. ie achtgrößte Bevölkerung der
die
Der afrikanische Kontinent kommt derzeit nicht aus den Welt, die viertgrößte Anzahl vo on Menschen im Alter bis zu 20
von
Negativschlagzeilen heraus. Im arabischen Norden führten Jahren, die zehntgrößten Öl- und u Gasreserven, große Banken
Unruhen zunächst zum Sturz der ägyptischen und tunesischen mit guterr Kapitalausstattung und
u eine der größten Zementin-
Potentaten, später lösten sie den Bürgerkrieg in Libyen aus. dustrien der Frontier-Märkte. Vor allem das Wachstumspro-
Südlich der Sahara erlebte die Elfenbeinküste bürgerkriegs- ns Auge. Im Jahr 2010
fil falle ins 0 habe das Land mit 8,5 % das
ähnliche Zustände, als der abgewählte Präsident Laurent kste Wirtschaftswach
fünftstärkste hstum weltweit geschafft. Nach
Wirtschaftswachstum
Gbagbo an seinem Amt klebte, und in Nigeria, dem bevölke- zung der Bank hat Ni
Einschätzung igeria das Potenzial, diese Dy-
Nigeria
rungsreichsten Land Afrikas, kam es im Umfeld der Wahlen namik in den kommenden 40 Jahren J aufrechtzuerhalten und
zu schweren Unruhen. Die Fixierung auf diese Schattenseiten damit dass wachstumsstärkste LandL der Welt zu werden. Aller-
des Kontinents kann jedoch den Blick auf das hohe Potenzial rweist die Citigroup au
dings verweist uch auf die Probleme, darunter
auch
verstellen, das insbesondere in den Frontier-Märkten südlich aubedürftige Infrastruktur,
die ausbaubedürftige Infrastru
uktur, Armut und Korruption.
der Sahara (ohne Republik Südafrika) schlummert. Ähnlich
wie die Schwellenländer befindet sich ein Teil dieser Länder An der Finanzkraft mangel
mangeltt es noch
in einem rasanten Veränderungs- und Modernisierungspro- Anleger müssen auf jeden Falll risikobereit sein, wenn sie ein
zess und bewegt sich damit auf die nächste Entwicklungs- ment in Afrika in Betra
Engagement acht ziehen.
Betracht ziehen Sie sollten die Re-
stufe zu. Beispiel Infrastruktur: Der erhebliche Rückstand änzung einbeziehen. In jedem
gion auch nur zur Depotergänzung
bei Energie- und Wasserversorgung, Verkehrsnetzen und anden sein, eine längere Durst-
Fall muss die Möglichkeit vorhanden
Telekommunikation bedeutet letztlich nichts anderes als er- ich wie derzeit politische Tur-
strecke durchzuhalten, falls sich
hebliches künftiges Wachstumspotenzial durch notwendige bulenzen in der Region häufen en oder eine globale Krise die
Investitionen. esteht eine höhere Anfälligkeit
Märkte trifft. Für Letzteres besteht
als bei den Schwellenländern n Asiens, Lateinamerikas und
Für Afrika spricht vor allem der Demografiefaktor. Der Kon- Osteuropas, von denen immerr mehr von den Ratingagentu-
tinent wird in den kommenden Jahrzehnten das stärkste ren in den Investment-Grade-Bereich hochgestuft werden.
Bevölkerungswachstum aufweisen. Laut dem Datenreport In Afrika verfügen nur die Republik Südafrika und Bots-
2010 der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung wird sich die wana über ein solches Rating. In einem kürzlich erstellten
afrikanische Bevölkerung, die im Jahr 2010 rund 1 Milliarde Bonitätsbericht äußerte sich Standard & Poor’s (S & P) davon
Fotos: WoGi/fotolia

Menschen zählte, auf 2,08 Milliarden Menschen verdoppeln. überzeugt, dass die Länder der Region in diesem Jahr wie-
Der Anteil Afrikas an der Weltbevölkerung wird dadurch von der die Wachstumsraten von vor der Finanzkrise erreichen
15 % auf 22 % steigen. Mit seinen immensen Ressourcen ist werden. Dennoch sei die Haushaltslage infolge neu- »

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INVESTMENTFONDS
INVESTMEN

Interview mit Christian Preussner


Nigeria
„Die Region zeigt
starkes Wachstum“
Herr Preussner, mit welchen Risiken müssen sich Anleger be-
Kenia fassen, wenn sie in die Sub-Sahara-Region außer Südafrika
investieren?
Eine Investition in Schwellenlän-
der-Aktien stellt grundsätzlich ein
erhöhtes Risiko dar, weswegen der
Investitionszeitpunkt langfristig
angelegt sein sollte. Die Volatilität
im afrikanischen Aktienmarkt ist
hoch, die Sub-Sahara-Region ist
darüber hinaus im Vergleich zu den
großen Emerging Markets von einer
Sambia niedrigeren Liquidität und einer ge-
ringeren Anzahl an börsennotierten
Unternehmen geprägt. Die Märkte Christian Preussner
sind noch nicht so weit entwickelt ist Aktienexperte bei
und daher intransparent. Gerade J.P. Morgan Asset
hierbei ist es wichtig, Spezialisten Management
zu haben, die die Unternehmen vor
Ort besuchen und analysieren, damit eine Anlageentscheidung
auf soliden Fundamentalgründen zu treffen ist.

Was macht die Region für langfristig orientierte Investoren


attraktiv?
Südafrika Die Sub-Sahara-Region zeigt ein starkes volkswirtschaftliches
Wachstum: Es gibt viele Unternehmen, die in der Folge der
positiven volkswirtschaftlichen Entwicklung an den Kapital-
Regionalreport markt gehen. Die Sektoren sind dabei sehr breit diversifiziert,
von Finanzwerten über Konsumunternehmen bis hin zu Infra-
IWF mahnt finanzielle Stabilität an strukturunternehmen. Telekommunikation als Basiskonsum
ist darüber hinaus auch stark im Wachstum.
Die ärmsten Länder Afrikas sind auf den Wachstumspfad zurückgekehrt.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für 2011 mit einer Wachs- Welche Rolle spielen Rohstoffe?
tumsrate von 5,5 % und im Folgejahr von 5,9 %, wie der am 9. Mai vorgelegte Rohstoffe spielen innerhalb der Region eine bedeutende Rolle.
Bericht zur Sub-Sahara-Region zeigt. Zwischen den einzelnen Ländern gibt Etwa ein Viertel des Benchmarkindex MSCI EFM Africa sind
es dabei allerdings zum Teil deutliche Abweichungen. Sorge bereitet dem Rohstoffunternehmen, dazu kommen etwa 10 % Energie.
IWF die finanzielle Stabilität in der Region, die von steigenden Treibstoff- und Allerdings liegen die Chancen Afrikas viel stärker im Binnen-
Nahrungsmittelpreisen bedroht werde. Weiter anziehende Preise könnten im konsum. Diese Sektoren zeigen Potenzial für die Zukunft.
Umfeld eines kräftigen konjunkturellen Wachstums zu zunehmender Inflation
führen und die Zahlungsbilanz vor allem in den Ländern verschlechtern, die Welche Branchen bieten besonders interessante Chancen?
auf Ölimporte angewiesen sind. Weiterhin unterhalb des Vorkrisenniveaus Als besonders chancenreich erachten wir derzeit den Konsum-
sind die Auslandsinvestitionen, zeigt der Bericht des IWF. Ghana wurde zwar güterbereich – sowohl zyklische als auch nichtzyklische Kon-
für seine Fiskalpolitik belohnt und zog Mittel an, heißt es. Nigeria hingegen sumgüter. Insbesondere in Telekommunikation, Energie und
gelang es immer noch nicht, den hohen Mittelabfluss in Höhe von 3,6 Mrd. Finanzwerten sind wir derzeit untergewichtet.
Dollar aus den Jahren 2008/09 auszugleichen. Um starke Schwankungen der
Wechselkurse zu unterbinden, rät der Währungsfonds vor allem den kleine-
ren Staaten dazu, zumindest vorübergehend Kapitalflüsse zu kontrollieren. rendite 13 Juni 2011 27

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INVESTMENTFONDS

er Investitionsprogramme und zusätzlicher Sozialausgaben und machte damit die Einbußen nach dem Zusammenbruch
schlechter als vor der Finanzkrise. Laut S & P besteht daher der US-Investmentbank Lehman Brothers wieder wett.
derzeit kaum Spielraum für eine Verbesserung der Bonitäts-
noten. Ein weiterer für Investoren zu beachtender Faktor ist Beim DWS Invest Africa ist der Anteil der Frontier-Märkte
das Währungsrisiko. Der Höhenflug des Euro gegenüber dem südlich der Sahara höher. Am stärksten vertreten sind Sam-
Dollar sorgt derzeit dafür, dass auch auf afrikanische Wäh- bia (11,3 %), Nigeria (11 %), Mali (6,9 %) und Ghana (6,2 %).
rungen lautende Investments aus Sicht hiesiger Anleger un- Darüber hinaus entfallen 22,8 % auf Südafrika und 14,1 % auf
ter wechselkursbedingten Werteinbußen leiden. Ägypten. Bei den in Industrieländern angelegten Geldern des
Fonds stehen Großbritannien (7,5 %) und Kanada (5,4 %) im
Die Anzahl der Afrika-Publikumsfonds hat in letzter Zeit Vordergrund. Der Fonds zeichnet sich ferner durch eine sehr
stark zugenommen. Derzeit gibt es aber noch keinen Fonds, hohe Gewichtung des Grundstoffsektors mit 42 % aus, hinter
der ausschließlich in der Sub-Sahara-Region investiert. Alle dem die Finanzbranche mit 18,3 % deutlich zurückbleibt. Da-
Produkte beziehen Südafrika mit ein, eines der am weitesten mit ist dieser Fonds für eine Korrektur bei den Rohstoffprei-
entwickelten Länder des Kontinents. Darüber hinaus wird sen anfällig. Er wurde im Juli 2008 aufgelegt. Ähnlich wie
bei einem großen Teil der Afrika-Produkte der arabische Nor- bei dem J.P.-Morgan-Produkt ist es dem Management gelun-
den einbezogen. Aufgrund der spezifischen Risiken der Sub- gen, 2009 und 2010 mit Erträgen von 76,5 % bzw. 37,7 % die
Sahara-Länder muss das aber kein Nachteil sein: Durch das Benchmark deutlich zu schlagen. In diesem Jahr steht bislang
breitere Spektrum können Risiken besser gestreut werden. allerdings ein Minus von 11,7 % zu Buche.
Ein Kriterium für die Auswahl ist daher die Höhe des Anteils
des Fondsvermögens, der in den Frontier-Märkten südlich Beim Nordea 1 African Equity Fund ist Südafrika mit 41,3 %
der Sahara angelegt wird. sehr hoch gewichtet. Die Frontier-Märkte südlich der Sahara
haben einen relativ niedrigen Anteil. Im Vordergrund stehen
Im Fokus: Nigeria, Kenia und Sambia Nigeria (13,2 %), Kenia (6,6 %), Mauritius (3,3 %) und Sam-
So hat Südafrika im Africa Equity Fund von J.P. Morgan ein bia (0,9 %). Ägypten ist mit 12,8 % repräsentiert, Großbritan-
Gewicht von 39,2 %. Auf die Frontier-Märkte südlich der nien mit 12,2 %. Der Fonds ist finanzlastig (39 %). Weitere
Sahara entfallen 25,6 %, aufgeteilt auf Nigeria (18,4 %), Schwerpunkte sind Grundstoffe (19,7 %) und Telekommuni-
Kenia (5,8 %) und Sambia (1,2 %). Hinzu kommen Engage- kation (9,4 %). 2009 und 2010 warf das Produkt 24,5 % bzw.
ments in Ägypten (8,5 %). Der Rest entfällt auf Aktien von 25,2 % ab; im ersten Quartal büßte der Fonds 12,3 % ein.
Unternehmen aus Industrieländern, die den überwiegenden
Anteil ihrer Erträge in Afrika erwirtschaften. Entsprechend Erst seit Februar auf dem Markt ist der VCH Africa, ein Fonds,
ihrer hohen Gewichtung an den afrikanischen Aktienmärk- der zwar panafrikanisch investiert, dessen Management aber
ten haben Finanztitel mit 24,4 % die höchste Gewichtung eigenen Angaben zufolge einen besonderen Fokus auf die
in dem Fonds, gefolgt von den Sektoren Rohstoffe (22,1 %), Frontier-Märkte der Sub-Sahara-Region legt. Südafrika ist
nicht-zyklischer Konsum (mit 20,7 % deutlich übergewich- mit 24,4 % gewichtet, gefolgt von Nigeria (22,4 %), Ägyp-
tet) und zyklischer Konsum (13,1 %). Der im Mai 2008 zu- ten (14,5 %), Großbritannien (9,8 %), Kanada (8,9 %) und
nächst nur auf Dollar denominierte Fonds übertraf 2009 und Kenia (3,7 %). Bei diesem Produkt sind die Branchen gleich-
2010 mit Erträgen von 68 % bzw. 38 % die gewählte Bench- mäßiger berücksichtigt als bei den anderen Fonds. Banken
mark (48 % bzw. 32 %) deutlich, im ersten Quartal 2011 gab sind mit 18,1 % vertreten, gefolgt von Bergbau (15,9 %),
er nun aber um 8 % nach – stärker als die Benchmark (3 %). Telekommunikation/Medien/Unterhaltung/Freizeit
Seit Auflegung vor fast drei Jahren zog der Fonds um 9 % an (12,1 %) und sonstigen Dienstleistungen (8,1 %). „

Ausgewählte Investmentfonds mit Fokus Afrika


Fonds ISIN Fondsvolumen Ausgabe- Performance Gesamtkosten-
(Mill. Euro) aufschlag (%) laufendes Jahr (%) quote (%)
DWS Invest Africa LU0329759764 254,06 5 - 11,2 k.A.
JPMorgan Funds – Africa Equity Fund LU0355584979 60,88* 5 - 13,0 1,90
Nordea 1 – African Equity Fund LU0390856663 40,10 5 - 13,7 2,41
VCH Afrika LU0563445195 2,00 5 k.A. k.A.
* Anteilsklasse Euro
Quelle: Angaben der Fondsgesellschaften, Morningstar

28 rendite 13 Juni 2011

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ZERTIFIKATE

Mit Themen-Zertifikaten
durch die Schwächeperiode
Jetzt beginnen die Börsenmonate mit geringer Rendite
Banken bieten passende Papiere für den Schutz des Depots

Wichtige Konjunkturindikatoren wie das Geschäftsklima in


Deutschland und der Einkaufsmanagerindex in den USA haben ihr
zyklisches Hoch überschritten, zudem drücken weiterhin Themen
wie die extreme Verschuldung in der Peripherie der Eurozone auf
die Stimmung. Wen wundert es also, dass an den Aktienmärkten
die Sorge über eine Konsolidierung wächst, zumal nun die schwä-
cheren Börsenmonate bevorstehen. Mit passenden Zertifikaten
können Anleger auf die Saisonalität setzen.

Von Armin Schmitz

Der deutsche Aktienmarkt hat ungeachtet vielfältiger Be-


lastungsfaktoren wie der Staatsschuldenkrise in Europa, der
Furcht vor einem beschleunigten Anstieg der Teuerungs-
raten und der Konflikte in Nordafrika und Nahost den
höchsten Stand seit mehr als drei Jahren erreicht. Der Leit-
index Dax legte im laufenden Jahr zeitweise bereits um
mehr als 8 % zu. Dabei war das Maß der Sorglosigkeit der
Anleger sehr groß. Gemessen am VDax, dem Volatilitäts-
indikator, der aus den Optionen auf den Index errechnet
wird, schätzten Anleger die Marktrisiken so niedrig ein wie
zuletzt im Mai 2008 – also vier Monate, bevor die US-Invest-
mentbank Lehman Brothers bankrott war.

Dieser Optimismus ist nicht ganz ungefährlich. Geht es


nach Einschätzungen von Experten, dann hat das globale
Wirtschaftswachstum seinen zyklischen Höhepunkt bereits
erreicht. Damit wächst das Risiko, dass die Unternehmen
künftig seltener mit Gewinnsteigerungen überraschen kön-
nen als bisher, was zu einer Schwächung des Aktienmarktes
führen würde. Außerdem scheint die Zeit des billigen Gel-
des vorbei zu sein. Die Europäische Zentralbank erhöhte den
Leitzins bereits. Zudem erscheint Experten die Ausweitung
der quantitativen Lockerung in den USA, des sogenannten
Fotos: Martin Konz/fotolia

Quantitative Easing, über Juni hinaus unwahrscheinlich.


Darüber hinaus scheint eine Lösung der Staatsschulden-
krise in der Peripherie Europas immer noch nicht in Sicht.
Vor allem Griechenland bereitet den Anlegern Sorgen.

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ZERTIFIKATE

So gesehen ist es also nicht ausgeschlossen, dass die Aktien- Oktober. Dabei sind die unterschiedlichen Entwicklungen
märkte ein Zwischenhoch markiert haben. Nun stehen zu- signifikant. Seit Mai 1945 gewannen beispielsweise die
dem mit den Sommermonaten die statistisch schwächsten Aktien im US-Benchmarkindex S & P 500 von November bis
Börsenmonate des Jahres bevor. Alte Börsenweisheiten April durchschnittlich mehr als 7 %. Die Periode von Mai
wie „Sell in May and go away, stay away till St. Leger Day“ bis Oktober brachte in den vergangenen 66 Jahren ledig-
(St. Leger Day = berühmtes englisches Pferderennen im lich 1,5 % Gewinn im Schnitt. Vergleichbare Entwicklungen
September) sind nicht bloß Plattitüden von Börsengu- gab es auch am deutschen Aktienmarkt. Seit 1965 stiegen
rus wie dem vielfach bewunderten André Kostolany: Ob- deutsche Aktien von November bis April um durchschnitt-
wohl der Effekt erst im 19. Jahrhundert unter Börsianern lich 6,4 %. Im Sommer gab es hingegen im Schnitt einen
bekannter wurde, lässt er sich statistisch noch viel länger Verlust von 0,2 %.
belegen. Bereits im 17. Jahrhundert konnte dieser Effekt
am Aktienmarkt in London während der Anfangszeit der Der Effekt schwächte sich auch nicht in den vergangenen
ersten Aktiengesellschaften nachgewiesen werden. In Jahren mit der Zunahme des Computerhandels ab. So er-
Deutschland wurde er im Juni 1870 in „Der Aktionär. Das mittelte Standard & Poor’s Equity Research für den deut-
Zentral-Organ für Fonds- und Aktienbesitzer“, einer der schen Aktienmarkt mit Sicht auf die Jahre 2000 bis 2009
frühesten deutschen Finanzzeitungen, als wiederkehrende für den Zeitraum von Januar bis Mai einen durchschnitt-
sommerliche Flaute auf dem Parkett der Börse Berlin er- lichen Ertrag von 3,3 %. Dem gegenüber steht ein durch-
wähnt. Später wiesen etwa die Niederländer Ben Jacobsen schnittlicher Verlust von 1,4 % für Juni bis August.
und Sven Bouman den Sommereffekt in 36 von 37 über-
prüften Ländern nach. Anleger haben verschiedene Möglichkeiten, von dem
Kalenderphänomen zu profitieren. So gibt es Themen-
Die Börsengewinne liegen nachweislich in den Monaten Zertifikate, die eine Saison-Strategie verbriefen, indem sie
von November bis April höher als im Zeitraum von Mai bis während der statistisch kritischen Börsenmonate »

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ZERTIFIKATE

den vergangenen zwölf Monaten auf eine Wertsteigerung


von 16,6 %, die Dreijahresperformance lag bei 23,6 %. Es
schlug den Dax damit deutlich.

Die HypoVereinsbank bietet das European Price Index Zer-


tifikat auf den Euro Stoxx 50 (DE000HV1A2N3) an, das nur
in den Monaten von Oktober bis Juli in den Index investiert
ist. In den Sommermonaten wird das eingesetzte Kapital im
Geldmarkt angelegt und mit dem Eonia-Satz verzinst. Das
Produkt konnte die Leistungsdaten seiner Konkurrenz nicht
ganz erreichen, weil der Euro Stoxx 50 unter der Überge-
wichtung der Banktitel litt. Es kam über zwölf Monate auf
eine Rendite von 13,1 %. Allerdings erlitt der Anleger mit
dem Zertifikat einen Verlust von 13,8 % über den Anlage-
zeitraum von drei Jahren. Es konnte während dieser Zeit
den Euro Stoxx 50 um fast 9 Prozentpunkte schlagen.

Reverse-Bonus-Zertifikate drehen den Spieß um


eine Investmentpause einlegen. Das Daxplus-Seasonal- Befürchten Anleger allerdings eine größere Korrektur, gibt
Strategy-Index-Zertifikat der Royal Bank of Scotland (RBS) es die Möglichkeit, mit sogenannten Teilschutzprodukten
(NL0000196301) bildet den von der Deutschen Börse be- wie Capped-Bonus-Zertifikaten diese Phase zu überstehen.
rechneten Index ab. Von Ende Juli bis zum ersten Handels- Da die Konditionen bei Produkten auf den Euro Stoxx 50
tag im Oktober wird die Dax-Notierung angehalten. Es wegen der um immer noch um 4 Prozentpunkte höheren
wird also eine Investmentpause von August bis September Volatilität besser sind als die des Dax, bietet ein Capped-
eingelegt. Diese Strategie brachte dem Anleger innerhalb Bonus-Zertifikat von BNP Paribas auf den Euro Stoxx 50
der Zwölfmonatsfrist ein Plus von 23,9 %. Der Dax kam Preisindex (DE000BN742E2) mit einer Laufzeit von sieben
im selben Zeitraum auf einen Gewinn von 22,1 %. Wäh- Monaten, einem Sicherheitspuffer von knapp 32 % und
rend der vergangenen drei Jahre kam der Strategie-Index einem Cap bei 3 300 Zählern eine Bonusrendite von rund
auf einen Anstieg von 10,5 %, der Leitindex erreichte ein 8 % jährlich. Das Aufgeld liegt bei lediglich 5,5 %. Eine
Plus von 6,9 %. Das Zertifikat konnte sich also etwas bes- Alternative für fallende oder auch seitwärts tendieren-
ser als der Leitindex entwickeln, aber dem Abschwung des de Aktienmärkte sind Reverse-Bonus-Zertifikate. Diese
Aktienmarkts von September 2008 bis März 2009 konnte Papiere entwickeln sich spiegelverkehrt zu den klassischen
es auch nicht entgehen. Bonusprodukten. Die Barriere befindet sich oberhalb des
aktuellen Kursniveaus. Die BNP Paribas bietet ein Reverse-
Eine ähnliche Strategie verfolgt das Dax Best Season Zer- Bonus-Papier auf den Euro Stoxx 50 (DE000BN4DXU7) an,
tifikat der RBS (DE0005592828). Es startet die Messung das bei einem Bonus-Level von 1 400 Zählern und einer
der Dax-Performance am letzten Handelstag im Oktober. Barriere von 3 400 Punkten innerhalb der Laufzeit von sie-
Nach dem letzten Handelstag im Juli macht der Index eine ben Monaten eine Bonusrendite von 21,3 % jährlich bringt.
Investmentpause von drei Monaten. Das Produkt kam in Die Seitwärtsrendite liegt bei 13,5 %. „

Kennzahlen ausgewählter Saison-Strategie-Produkte


Zertifikat Emittent ISIN Laufzeit Performance (%) Management-
12 Monate 3 Jahre Fee (%) p.a.
Dax Best Season Zertifikat RBS DE0005592828 Open End 16,6 23,6 k. A.
Daxplus Seasonal Strategy-Index-Zertifikat RBS NL0000196301 Open End 23,9 10,5 k. A.
European Price Index Zertifikat HVB DE000HV1A2N3 Open End 13,1 - 13,8 0,5
Euro Stoxx 50 Reverse-Bonus-Papier BNP Paribas DE000BN4DXU7 16.12.11 - - k. A.
Euro Stoxx 50 Capped-Bonus-Zertifikat BNP Paribas DE000BN742E2 18.11.11 - - k. A.
Quelle: Emittenten, Baadermarkets

32 rendite 13 Juni 2011

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ALTERNATIVES INVESTMENT

Goldinvestments
stabilisieren das Portfolio
Sorge über hohe Verschuldung und steigende Inflationsraten
Anleger sollten auf Liquidität achten und Risiken nicht vergessen

Mit börsengehandelten Finanzprodukten können Anleger an der angesichts eines rapide wachsenden Haushaltsdefizits erste
Goldpreis-Hausse partizipieren. Die Verwaltungsgebühren dieser Zweifel an der Kreditwürdigkeit der USA laut. In Europa
Papiere sind vergleichsweise niedrig, die physische Hinterlegung sieht es nicht besser aus: Die Schuldenkrise in der Peripherie
begrenzt das Risiko. Allerdings sollten die Investoren nicht außer ist nicht gelöst, und Diskussionen über die Restrukturierung
Acht lassen, dass der Goldpreis zuletzt vor allem von Spekulation der Schuldenlast, vor allem in Griechenland, werden als be-
getrieben worden ist. drohlich für die Gemeinschaftswährung wahrgenommen.
Hinzu kommt, dass es in einigen Schwellenländern eine
Von Georg Blaha rapide kletternde Inflation gibt, die den Geldwert bedroht.
Als fundamentaler Preistreiber kommt die steigende Nach-
Seit Jahresbeginn hat der Goldpreis um mehr als 9 % zuge- frage nach Goldschmuck durch die aufstrebende Mittel-
legt und Mitte April erstmals die Marke von 1 500 Dollar je schicht in den Schwellenländern hinzu.
Feinunze (31,1 g) überschritten. In der Folge zog die Notie-
rung schnell weiter an. In den Höchstständen der Goldno- Der Goldmarkt ist leicht zugänglich und hoch liquide.
tierung spiegeln sich spekulative Absichten der Anleger und Durch börsengehandelte Finanzprodukte können Anleger
die Suche nach Sicherheit. Krisenhafte Ereignisse, vor denen an diesem Markt partizipieren, ohne sich selbst Barren oder
Anleger flüchten wollen, gibt es in der Tat mehr als genug. In Münzen zulegen und die Kosten für die Lagerung tragen zu
den USA bleibt die Notenbank Federal Reserve auf absehbare müssen. Anders als bei Indexfonds auf Aktien oder Bonds
Zeit bei ihrer Nullzinspolitik, was den Dollar abwerten lässt (Exchange Traded Funds, ETF) gibt es bei Rohstoffproduk-
und für manche sogar Wert und Sinn des von Zentralban- ten (Exchange Traded Commodities, ETC) die Besonderheit,
ken gedeckten Papiergeldes in Frage stellt. Zudem werden dass diese rechtlich kein sogenanntes Sondervermögen dar-
stellen, das beim Ausfall eines Emittenten geschützt wäre.
Durch die Konstruktion der Produkte versuchen die Anbieter
oft, ETC zumindest ökonomisch auf eine Stufe mit den ETF zu
heben. Die ETC auf Gold bieten darüber hinaus noch weitere
Sicherheit, indem das Edelmetall physisch zur Besicherung
bei einer Bank hinterlegt wird. Beim Physical Gold-ETC der
Deutschen Bank (GB00B584040F36) beispielsweise ist das
Gold in London hinterlegt. Das Edelmetall dieses Produkts ist
zusätzlich an einen Treuhänder verpfändet, der bei einer In-
solvenz des Anbieters die Sicherheiten verwerten würde. Die
Hinterlegung bedeutet jedoch nicht, dass der Investor sein
Goldvermögen in den Händen halten kann. Eine physische
Auslieferung des Goldes an den Anleger ist bei Gold-ETC in
Deutschland nicht vorgesehen. Die einzige Ausnahme stellt
Fotos: braverabbit/fotolia

Xetra-Gold der Deutschen Börse dar. Hier kann der Anleger


sich gegen Gebühr Kleinbarren (1 g bis 1 kg) oder Standard-
Barren (10,9 kg bis 13,4 kg) anliefern lassen. Xetra-Gold eig-
net sich nur für Privatanleger. Institutionelle Anleger dürfen

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ALTERNATIVES INVESTMENT

Ausgewählte Gold-ETC
Performance (%)
Produktname ISIN 3 Monate seit Jahresbeginn 1 Jahr Verwaltungsgebühr (%)
DB Physical Gold ETC GB00B5840F36 15,6 8,7 n.a. 0,29
DB Physical Gold Euro Hedged ETC DE000A1EK0G3 16,9 10,0 n.a. 0,29
Source Physical Gold P-ETC IE00B579F325 15,6 8,8 29,8 0,29
ETFS Physical Swiss Gold JE00B588CD74 15,5 9,3 29,6 0,39
GBS Bullion Securities GB00B00FHZ82 15,5 8,7 29,7 0,40
Quelle: Bloomberg

nach Richtlinien der Aufsichtsbehörde BaFin keine Produkte notierung auf ein 20-Jahres-Tief. Sollte sich das Wachstum in
mit Auslieferungsrecht im Portfolio halten. den Schwellenländern verlangsamen, würde die Schmuck-
nachfrage sinken, was ebenfalls auf den Goldpreis drücken
Die Vorteile der Gold-ETC liegen darin, dass sie kosten- würde.
günstig, transparent und leicht handelbar sind. Es fällt keine
Managementgebühr an, und die Verwaltungsgebühren der Schwacher Dollar drückt auf die Performance
Produkte liegen mit 0,29 % bis 0,4 % recht niedrig. Die Nach- Ein weiterer Faktor, der zwar den Goldpreis treibt, aber zu-
bildung der Goldpreisentwicklung gelingt bei den Produkten mindest Anleger der Eurozone nicht erfreut, ist der billige
der großen Anbieter recht genau, die Performance variiert Dollar. Seit Jahresbeginn verlor die US-Devise etwa 10 % zum
allerdings bei der längeren Betrachtungsweise und liegt Euro. Der Goldpreis wird in Dollar festgestellt, Euro-Angaben
z.B. auf Sicht von einem Jahr unter der Spotpreisentwick- sind nur eine Umrechnung. Mit der Abwertung des Green-
lung von mehr als 33 % (siehe Tabelle). Gold-ETC sind aber back sinkt natürlich auch der Wertzuwachs für den Anleger.
nicht risikolos. Da ist zunächst das Marktrisiko. Zwar sieht es „Wenn Kunden fragen, warum ihre Goldprodukte nicht so
momentan danach aus, als würden die Angstfaktoren Staats- gut gelaufen sind, dann liegt es oft an den Wechselkurseffek-
verschuldung und Inflation noch einige Zeit die Gemüter ten“, sagt Felix Trobisch, Wealth Manager bei Capitell, einem
belasten und Gold als attraktive Alternative erscheinen las- unabhängigen Vermögensverwalter. Er rät zu währungsge-
sen, was den Preis stützt. Jedoch können Faktoren wie För- sicherten Produkten oder dazu, einen Währungshedge selbst
dermenge oder Goldvorräte von Zentralbanken auch in der zu gestalten. Philip Knüppel, Produktmanager bei DB ETC,
Abwärtsrichtung wirksam werden. Als die Bank of England einer Tochter der Deutschen Bank, bestätigt den Trend zu
Anfang des Jahrtausends zur Sanierung des Staatshaushalts währungsgeschützten Produkten. In den ersten drei Mona-
einige hundert Tonnen auf den Markt brachte, fiel die Gold- ten des Jahres hätten diese Gold-ETC Nettozuflüsse erhal-
ten. Dagegen seien europaweit im ersten Quartal insgesamt
Abflüsse aus Gold-ETC und Gold-ETF festzustellen gewesen.
Dies kann auch als Hinweis darauf gelten, dass der Goldpreis
nicht nur von der Investmentnachfrage allein getrieben ist.
Die meisten Anlageberater raten dazu, höchstens 10 % Gold
als Beimischung im Portfolio zu halten, um die Prinzipien
der Risikostreuung nicht zu verletzen. Bei den börsennotier-
ten Produkten sollten Investoren auf die Handelbarkeit bzw.
Liquidität des Produktes achten sowie auf die dahinterliegen-
de Konstruktion, empfiehlt Vermögensverwalter Trobisch.
Zudem seien etablierte Anbieter zu bevorzugen.

Fazit: Gold-ETC sind aufgrund der physischen Hinterlegung


eine sichere Anlageform, bei der Anleger jedoch das Markt-
und oft auch das Währungsrisiko tragen müssen. Wer mit
einem Worst Case Szenario rechnet, in dem das Zahlungs-
system zusammenbricht, kommt nicht umhin, sich Münzen
oder Barren physisch zuzulegen. „

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EXCHANGE TRADED FUNDS

Zunehmende Teuerung
gefährdet das Vermögen
Inflationsgeschützte Anleihen als Alternative zu Gold und Silber
Indexfonds erzielen teils beachtliche Renditen

In Deutschland sind Privatinvestoren besonders sensibel für eine China trugen in den vergangenen Monaten dazu bei, dass
zunehmende Teuerung. Die negativen Erfahrungen aus Zeiten der die Rohstoffpreise kräftig stiegen, bis zuletzt eine leichte
Hyperinflation wirken bis heute nach. Seit Februar liegt die Infla- Korrektur einsetzte. Die Preise für Agrarrohstoffe wie Wei-
tionsrate über 2 %, und es gibt nicht wenige Fachleute, die dar- zen, Kakao und Kaffee notieren aber weiterhin deutlich
in nur den Anfang einer Entwicklung sehen, die sogar zu Raten über dem Niveau von vor einem Jahr. Auf diesem Weg be-
zwischen 3 und 5 % führen kann. Schutz für das Vermögen bieten kommen Verbraucher die Inflation recht schnell und direkt
inflationsgebundene Anleihen, auf die man auch mithilfe von zu spüren. Und das nicht nur bei den Lebensmitteln. Auch
Exchange Traded Funds setzen kann. die Energiekosten sind durch die steigenden Ölpreise kräf-
tig geklettert. Hinzu kommt, dass Produzenten ihre höhe-
Von Armin Schmitz ren Energiekosten über die Produktpreise an die Kunden
weiterreichen. Dieser preistreibende Effekt gilt auch nach
Die Angst vor der Inflation hält die Deutschen fest im dem Anstieg der Notierungen von Metallen wie Aluminium
Griff. Kein Wunder, die Teuerungsraten steigen seit dem oder Blei.
Herbst 2010 kontinuierlich an. Nachdem im Februar und
März dieses Jahres die Inflationsrate bereits bei 2,1 % lag, Viele Anleger haben längst entschieden, dass sie der Be-
wird sie nun wahrscheinlich auf 2,4 % klettern, teilte das schleunigung der Inflationsrate nicht tatenlos zusehen
Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Das drückt in- wollen. Sie kauften physisches Edelmetall wie Gold oder
zwischen auf die Laune der Verbraucher, wie die aktuelle Silber in Form von Münzen oder kleinen Barren – und zwar
Konsumklima-Studie des Marktforschungsinstituts GfK zum Teil im großen Stil, sodass Marktbeobachter schon
zeigt. Vor allem die Preiserhöhungen von leichtem Heizöl von Panikkäufen sprachen. Der Kapitalmarkt bietet den
und Kraftstoffen beschleunigten die Teuerungsraten und Investoren Alternativen. Beliebt sind inflationsgeschützte
zehrten den Anstieg der Löhne und Gehälter zu großen Anleihen, die von Spezialisten auch als Inflation Linked
Teilen auf. Hinzu kommt, dass die gefühlte Inflation der Bonds oder kurz und prägnant als Linker bezeichnet wer-
Verbraucher häufig sehr viel höher liegt als die statistisch den. Anders als bei den klassischen Anleihen werden bei
berechnete Rate: So trug der starke Anstieg der diesen Papieren Kupon und Rückzahlungskurs
Nahrungsmittelpreise dazu bei, dass viele an die Inflationsrate gekoppelt. Dadurch
von einer noch stärkeren Teuerung aus- ist der Anleger gegen Inflationsrisiken
gehen. Schließlich kletterten alleine geschützt, weil er die tatsächlich ein-
die Preise für Gemüse beim Dis- getretene Inflationsrate im Nach-
counter an der Ecke im Jahres- hinein vollständig ausgeglichen
vergleich um 21 %. bekommt. Es ist allerdings
nicht notwendig, direkt in
Schlechte Ernten infolge von Linker zu investieren. Zusätz-
Dürre oder heftigen Regen- lich gibt es börsennotierte
güssen und weiteren Natur- Finanzprodukte, Exchange
Fotos: Fineas/fotolia

katastrophen, aber auch Ex- Traded Funds (ETF), die die


portstopps einzelner Länder Entwicklung dieser Linker
oder der Wirtschaftsboom in abbilden. »

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EXCHANGE TRADED FUNDS

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EXCHANGE TRADED FUNDS

TIPS (DE000A0LGQF7), der auf der Wertentwicklung des


Barclays Capital US Government Inflation-Linked Bond
Index (TIPS) Index basiert. Der von Kursschwankungen des
Dollar und der Linker beeinflusste ETF erreichte auf Sicht
der vergangenen zwölf Monate immerhin eine Rendite von
2,6 %. Seit März 2009 beläuft sich die Wertsteigerung die-
ses Titels auf beachtliche 9,4 %.

Eine attraktive Variante ist der Euro Inflation Swap 5-Jah-


res-Index von DB X-Trackers (LU0426245436). Der Index
bezieht sich auf eine Long-Position in einer Reihe von
Inflations-Swaps und eine Long-Position in den Deutsche
Bank Eonia Total Return Index. Der ETF profitiert also von
steigenden Inflationsraten und von steigenden Geldmarkt-
zinsen. Der Anleger verzeichnete damit in den vergange-
nen zwölf Monaten eine Rendite von 2,7 % und über sechs
Monate sogar eine Wertsteigerung von 4,3 %.

Der ETF EuroMTS Inflation Linked von Lyxor Geldmarkt-ETF als Alternative
(FR0010174292) basiert auf der Entwicklung von infla- Eine weitere indirekte Möglichkeit, von den inflations-
tionsgebundenen Staatsanleihen der Mitgliedstaaten der bedingt steigenden Zinsen zu profitieren, bieten Geld-
Eurozone, die ein Volumen von mehr als 2 Mrd. Euro und markt-ETF. Dabei handelt es sich um börsengehandelte
eine Laufzeit von mindestens einem Jahr haben. Im Kurs- Indexfonds, die den Eonia (Euro Overnight Index Average)
verlauf der Linker hat sich die Inflation allerdings kaum widerspiegeln, der den von Banken ermittelten, effek-
bemerkbar gemacht. Der ETF ist deshalb lediglich um 1 % tiven umsatzgewichteten Tagesgeldzinssatz für den Euro
gestiegen, denn der starke Zinsanstieg in den vergangenen abbildet. Eines der größten Produkte dieser Art ist der
Monaten überschattete den Effekt der steigenden Infla- Eonia-ETF von DB X-Trackers (LU0290358497) mit einem
tionsraten. Volumen von 1,4 Mrd. Euro. Dieser bildet eine täglich rol-
lierende Einlage zum Eonia-Satz ab. Zinserträge werden so
Bei dem Indexfonds auf den iBoxx Global Inflation Linked im Kursverlauf aufaddiert. Das Produkt verzeichnete in den
TR Index Hedged der Deutsche-Bank-Tochter DB X-Trackers vergangenen zwölf Monaten wegen des niedrigen Eonia-
(LU0290357929) ist das Zwölfmonatsergebnis deutlich Satzes eine Wertsteigerung von lediglich 0,2 %. Über sechs
besser. Das Produkt kam auf einen beachtlichen Gewinn Monate liegt der Ertrag bei gerade mal 0,3 %.
von 5,3 %. Sowohl DB X-Trackers als auch Lyxor bilden die
Indizes über sogenannte Swap-Konstruktionen ab. Dies be- Das Fazit: Anleger haben eine Reihe von Möglichkeiten, ihr
deutet, dass die Inhaber dieser beiden Produkte die Wert- Vermögen indirekt gegen einen weiteren Anstieg der Infla-
entwicklung eines Index im Depot halten, nicht aber die tionsrate zu schützen. Ein direkter Weg über einen ETF auf
tatsächlichen Wertpapiere im Index. Anders ist das bei einen Inflationsindex wie den Harmonisierten Verbraucher-
dem physisch abbildenden iShares Barclays Capital Dollar preisindex (HVPI) ist bisher noch nicht möglich. „

Kennzahlen ausgewählter Inflations-ETF


Produkt Emittent ISIN Performance (%)
12 Monate 2 Jahre
iBoxx Global Inflation Linked TR Index Hedged DB X-Trackers LU0290357929 5,3 15,6
Eonia ETF DB X-Trackers LU0290358497 0,2 0,7
iShares Barclays Capital Dollar TIPS iShares DE000A0LGQF7 2,6 9,4
Euro Inflation Swap 5 Jahres Index DB X-Trackers LU0426245436 2,7 -
EuroMTS Inflation Linked ETF Lyxor FR0010174292 1,0 10,0
Quelle: Deutsche Börse, Emittenten

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INDIZES UND DAX-WERTE

Indizes im Überblick – 20.5.2011


Schluss 52.-W.- 52.-W- KGV
Höchst Tiefst 10 11 12
Indizes, Kurse und Preise
DE0008469008 Dax 7266,82 7600,41 5607,68 12,13 11,22 9,89
DE0007203275 TecDax 916,72 952,28 687,60 21,36 16,20 13,88
DE0008467416 MDax 10778,06 10910,54 7384,27 17,76 14,46 11,76 In diesem Abschnitt finden
DE0009653386 SDax 5460,86 5481,63 3605,91 Sie eine Auswahl wichtiger
DE000A0AER17 Gex 1995,82 2074,35 1505,47
DE000A0C33D1 DivDax 178,66 187,46 142,16 Indizes sowie die Dax-,
DE000A0C4B34 LevDax 5682,00 6227,15 4549,24 Euro Stoxx 50- und Global
DE000A0C4CT0 ShortDax 5366,35 7058,47 5133,11
DE000A0G83N6 Entry Standard 541,17 624,42 492,85 Titans 50-Werte. Die sich
anschließenden Preise für
DE0008469016 HDax 3706,90 3859,83 2824,11 12,79 11,65 10,18
DE0007203291 Midcap Market 964,31 976,38 679,96 18,37 14,83 12,19 Investmentfonds sind nach
DE0008468943 Techn. All Share 1082,26 1116,89 833,14 22,70 16,22 13,89 Anlageschwerpunkten
DE0007203341 Classic All Share 3606,85 3643,18 2496,04 17,11 13,92 11,47
DE0007203325 Prime All Share 2716,41 2823,63 2063,72 12,94 11,70 10,21 gegliedert, wobei in jedem
DE0008469602 CDax 641,81 667,98 487,05 Abschnitt die Fonds mit
DE0009660084 Automobile 876,68 932,93 548,16 11,54 9,79 8,42 der besten Performance
DE0009660100 Banks 229,58 292,28 210,87 11,38 7,32 6,07 innerhalb eines Jahres
DE0009660167 Basic Resources 2134,85 2426,05 1803,63 18,24 14,06 9,60
DE0009660126 Chemicals 1557,00 1642,22 1043,57 13,07 12,42 11,25 dargestellt werden.
DE0009660449 Consumer 795,08 799,27 591,19 19,62 17,07 14,83
DE0009660308 Constrution 557,20 593,56 386,17 17,91 13,35 10,57
DE0009660423 Financial Services 767,04 827,42 616,35 19,07 13,19 11,75
Aktuelle Kurse und Preise
DE0009660183 Food & Beverages 497,72 489,45 301,44 17,62 16,16 14,90
DE0009660282 Industrial 3557,78 3704,09 2465,97 18,48 14,22 11,67 finden Sie im Internet unter
DE0009660225 Insurance 364,12 395,58 291,16 8,78 8,45 7,72 www.boersen-zeitung.de
DE0009660142 Media 156,71 163,32 90,50 14,59 12,25 11,07
DE0009660324 Pharma & Healthc. 2089,35 2120,46 1656,64 20,07 16,71 14,79
DE0009660340 Retail 343,32 384,53 281,43 15,81 13,24 11,33
DE0009660365 Software 11135,03 11689,60 8274,79 19,19 16,34 14,33 Börsenkurse von Thomson Reuters
DE0009660209 Technology 550,07 583,63 311,19 24,33 14,63 13,11
DE0009660381 Telecommunication 116,44 118,41 89,05 14,36 14,79 13,79
DE0009660241 Transp. & Logistics 400,89 410,90 294,47 8,86 12,03 10,15
DE0009660407 Utilities 995,76 1225,48 943,37 7,61 9,90 9,34

Dax-Werte im Überblick – 20.5.2011


Xetra
ISIN Schluss 52. W- 52. W- KGV Div. local ex/HV DivR. % Branchen
Höchst Tiefst 10 11 12
Dax: 7266,82 7600,41 6483,39
DE000A1EWWW0 adidas 51,91 53,77 38,42 19,28 16,41 13,87 0,80 13.05.11 1,54 Consumer
DE0008404005 Allianz 96,14 108,85 77,37 8,63 7,99 7,37 4,50 05.05.11 4,67 Insurance
DE000BASF111 BASF 62,66 70,22 39,94 12,07 10,81 10,00 2,20 09.05.11 3,50 Chemicals
DE000BAY0017 Bayer 56,96 59,44 43,27 14,43 12,84 11,35 1,50 02.05.11 2,63 Chemicals
DE0005200000 Beiersdorf 45,35 49,36 39,67 24,49 26,19 22,54 0,70 26.04.11 1,55 Consumer
DE0005190003 BMW 60,98 65,49 34,64 13,65 10,65 9,25 1,30 13.05.11 2,13 Automobile
DE0008032004 Commerzbank 3,95 7,37 3,76 4,23 8,93 3,64 0,00 0,00 Banks
DE0007100000 Daimler 48,85 59,09 36,67 11,14 9,18 7,90 1,85 14.04.11 3,78 Automobile
DE0005140008 Deutsche Bank 41,49 51,61 35,93 10,19 7,20 6,38 0,75 27.05.11 1,80 Banks
DE0005810055 Deutsche Börse 55,06 62,48 46,33 16,91 12,38 10,89 2,10 13.05.11 3,82 Financial .S

DE0005552004 Deutsche Post 13,61 14,18 11,16 12,63 11,09 10,10 0,65 26.05.11 4,77 Transp.&Log.
DE0005557508 Deutsche Telekom 10,51 11,38 8,60 13,69 14,05 13,01 0,70 13.05.11 6,64 Telecomm.
DE000ENAG999 E.ON 20,01 25,54 20,17 7,48 10,07 9,15 1,50 06.05.11 7,49 Utilities
DE0005785802 FMC 50,37 53,26 38,01 15,57 19,96 17,71 0,65 13.05.11 1,29 Pharma&H.
DE0005785604 Fresenius 71,96 73,70 49,15 18,26 16,36 14,57 0,86 16.05.11 1,19 Pharma&H.
DE0006047004 HeidelbergCement 48,57 54,00 30,86 19,49 12,87 9,50 0,25 06.05.11 0,52 Construction
DE0006048432 Henkel Vz. 49,26 49,90 35,69 17,41 15,49 13,68 0,72 12.04.11 1,47 Consumer
DE0006231004 Infineon 8,03 8,32 4,13 22,96 15,45 14,10 0,10 18.02.11 1,24 Technology
DE0007162000 K+S 52,20 58,85 35,55 23,61 14,62 12,39 1,00 12.05.11 1,92 Chemicals
DE0006483001 Linde 117,30 123,25 80,27 19,10 16,78 14,74 2,20 13.05.11 1,87 Chemicals

DE0008232125 Lufthansa 15,58 17,93 10,19 15,41 10,96 8,60 0,60 04.05.11 3,86 Transp.&Log.
DE0005937007 MAN 97,56 100,80 63,10 23,04 16,22 13,17 2,00 2,05 Industrial
DE0006599905 Merck 75,06 78,54 57,10 11,74 10,56 10,03 1,25 11.04.11 1,67 Pharma&H.
DE0007257503 Metro 46,15 58,71 39,09 14,93 12,21 10,30 1,35 09.05.11 2,93 Retail
DE0008430026 Münchener Rück 108,25 126,00 98,38 8,54 8,64 7,61 6,25 21.04.11 5,77 Insurance
DE0007037129 RWE 41,42 59,85 41,67 6,09 7,85 7,86 3,50 21.04.11 8,45 Utilities
DE0007164600 SAP 43,60 46,15 33,60 19,97 16,43 14,42 0,60 26.05.11 1,38 Software
DE0007236101 Siemens 91,75 99,39 67,25 15,52 13,06 11,61 2,70 26.01.11 2,94 Industrial
DE0007500001 ThyssenKrupp 32,67 33,98 19,68 22,70 15,35 9,48 0,45 24.01.11 1,38 Industrial
DE0007664039 Volkswagen Vz. 124,90 139,45 64,02 11,25 9,25 8,03 2,26 04.05.11 1,80 Automobile

rendite 13 Juni 2011 39

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EURO STOXX 50

Euro Stoxx 50-Werte im Überblick – 20.5.2011


Heimatbörse
ISIN Schluss 52-W.- 52-W.- KGV Div. local ex/HV DivR. % Branchen
Höchst Tiefst 10 11 12

Euro Stoxx 50 2853,98 3077,24 2448,10


FR0000120073 Air Liquide 94,75 100,65 73,27 19,51 17,45 15,71 2,35 11.05.11 2,44 Chemicals
DE0008404005 Allianz 96,14 108,85 77,37 8,63 7,99 7,37 4,50 05.05.11 4,66 Insurance
FR0010220475 Alstom 42,17 45,32 30,78 10,25 14,74 13,00 1,24 24.06.10 Industrial
BE0003793107 Anheuser-Busch 42,57 46,33 36,21 13,55 15,76 13,68 0,80 27.04.11 1,89 Food&Bev.
LU0323134006 Arcelor Mittal 22,95 28,55 20,26 9,84 11,69 8,05 0,19 20.05.11 Basic Res.
IT0000062072 Ass. Generali 15,13 17,05 13,31 12,81 10,71 9,77 0,45 23.05.11 2,88 Insurance
FR0000120628 Axa 14,69 16,16 10,88 9,26 7,36 6,88 0,69 29.04.11 4,69 Insurance
ES0113211835 Bco Bilbao Viz. 7,94 10,46 6,87 6,89 7,33 6,14 0,09 10.01.11 Banks
ES0113900J37 Bco Santander 7,91 10,53 7,11 8,15 7,32 6,28 0,23 02.05.11 Banks
DE000BASF111 BASF 62,66 70,22 39,94 12,07 10,81 10,00 2,20 09.05.11 3,50 Chemicals

DE000BAY0017 Bayer 56,96 59,44 43,27 14,43 12,84 11,35 1,50 02.05.11 2,63 Chemicals
DE0005190003 BMW 60,98 65,49 34,64 13,65 10,65 9,25 1,30 13.05.11 2,13 Automobiles
FR0000131104 BNP Paribas 52,32 59,93 40,81 7,91 7,22 6,33 2,10 20.05.11 4,03 Banks
FR0000120172 Carrefour 30,48 41,28 29,83 13,87 12,25 10,24 1,08 07.05.10 3,54 Retail
FR0000045072 Credit Agricole 10,85 12,92 7,87 11,59 6,29 5,22 0,45 26.05.11 4,09 Banks
IE0001827041 CRH 15,46 19,92 11,51 22,71 17,22 12,84 0,44 09.03.11 Construction
DE0007100000 Daimler 48,85 59,09 36,67 11,14 9,18 7,90 1,85 14.04.11 3,78 Automobiles
FR0000120644 Danone 50,62 50,94 39,35 18,52 16,80 15,14 1,30 10.05.11 2,57 Food&Bev.
DE0005140008 Deutsche Bank 41,49 51,61 35,93 10,19 7,20 6,38 0,75 27.05.11 1,80 Banks
DE0005810055 Deutsche Börse 55,06 62,48 46,33 16,91 12,38 10,89 2,10 13.05.11 3,82 Financial

DE0005557508 Deutsche Telekom 10,51 11,38 8,60 13,69 14,05 13,01 0,70 13.05.11 6,64 Telecomm.
IT0003128367 Enel 4,68 4,86 3,42 10,39 10,16 9,54 0,18 20.06.11 Utilities
IT0003132476 Eni 16,55 18,66 14,30 9,28 7,65 7,00 0,50 23.05.11 2,93 Oil & Gas
DE000ENAG999 E.ON 20,01 25,54 20,17 7,48 10,07 9,15 1,50 06.05.11 7,49 Utilities
FR0000133308 France Telec. 15,76 17,45 14,01 8,32 9,14 9,08 0,60 30.08.10 3,80 Telecomm.
FR0010208488 GdF Suez 26,10 30,05 22,64 13,07 12,10 10,89 0,67 04.05.11 2,56 Utilities
ES0144580Y14 Iberdrola 6,02 6,50 4,50 11,83 11,60 10,97 0,14 30.12.09 Utilities
NL0000303600 ING Groep 8,31 9,50 5,79 8,92 5,97 5,42 0,00 Insurance
IT0000072618 Intesa Sanpaolo 1,74 2,70 1,88 10,33 7,85 6,13 0,08 23.05.11 4,08 Banks
FR0000120321 L 'Oreal 86,11 90,00 71,46 21,29 19,59 17,81 1,80 29.04.11 2,09 Pers.&House

FR0000121014 LVMH 119,05 129,05 80,04 22,48 19,40 17,08 1,40 20.05.11 Pers.&House
DE0008430026 Münchner Rück 108,25 126,00 98,38 8,54 8,64 7,61 6,25 21.04.11 5,77 Insurance
FI0009000681 Nokia 5,90 8,49 5,42 10,50 12,00 10,50 0,40 04.05.11 6,80 Technology
NL0000009538 Philips Electr. 19,51 26,87 19,26 10,78 10,49 9,30 0,75 04.04.11 3,82 Pers.&House
ES0173516115 Repsol 22,37 24,90 15,51 12,88 10,52 8,96 0,53 07.07.11 Oil & Gas
DE0007037129 RWE 41,42 59,85 41,67 6,09 7,85 7,86 3,50 21.04.11 8,45 Utilities
FR0000125007 Saint-Gobain 45,03 47,64 27,81 17,46 13,14 10,78 1,15 13.06.11 2,55 Construction
FR0000120578 Sanofi-Aventis 54,04 56,50 44,01 7,89 8,18 8,71 2,50 16.05.11 4,63 Healthcare
DE0007164600 SAP 43,60 46,15 33,60 19,97 16,43 14,42 0,60 26.05.11 1,38 Technology
FR0000121972 Schneider Electric 113,00 123,65 74,60 16,55 13,65 12,01 3,20 29.04.11 2,79 Industrial

DE0007236101 Siemens 91,75 99,39 67,25 15,52 13,06 11,61 2,70 26.01.11 2,94 Industrial
FR0000130809 Soc. Generale 41,99 52,70 29,71 8,28 6,98 5,72 1,75 31.05.11 4,16 Banks
IT0003497168 Telecom Italia 0,99 1,16 0,88 8,29 7,65 7,65 0,06 18.04.11 Telecomm.
ES0178430E18 Telefónica 16,72 19,69 14,83 9,35 8,95 8,58 0,77 07.11.11 Telecomm.
FR0000120271 Total 41,07 44,55 35,66 8,84 7,85 7,33 0,57 19.09.11 1,39 Oil & Gas
FR0000124711 Unibail-Rodamco 152,65 159,30 105,19 16,64 17,86 16,41 5,41 05.05.11 3,53 Real Estate
IT0000064854 Unicredito Ital. 1,54 2,24 1,46 17,90 9,48 6,71 0,03 23.05.11 1,86 Banks
NL0000009355 Unilever 22,68 24,11 20,68 15,26 14,11 12,90 0,23 11.05.11 Food&Bev.
FR0000125486 Vinci 43,69 45,48 33,01 13,92 12,84 11,97 1,15 06.06.11 Construction
FR0000127771 Vivendi Univ. 19,26 22,07 16,18 8,61 8,76 8,49 1,40 05.05.11 7,26 Media

40 rendite 13 Juni 2011

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Veranstaltung EXCHANGE TRADED FUNDS

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GLOBAL TITANS 50

Global Titans 50-Werte im Überblick – 20.5.2011


Heimatbörse
ISIN Schluss 52-W.- 52-W.- KGV Div. local ex/HV DivR. % Branchen
Höchst Tiefst 10 11 12

Global Titans 50 185,45 193,10 134,35


US0028241000 Abbott Lab. 53,87 54,23 45,07 12,70 11,50 10,72 0,48 13.04.11 Healthcare
DE0008404005 Allianz 96,14 108,85 77,37 8,63 7,99 7,37 4,50 05.05.11 4,67 Insurance
US0378331005 Apple 338,59 364,90 231,35 22,98 14,55 12,71 Technology
US00206R1023 AT&T 31,51 31,93 23,78 13,58 13,02 12,10 0,43 06.04.11 Telecomm.
ES0113900J37 Bco Santander 7,91 10,53 7,11 8,15 7,32 6,28 0,23 02.05.11 Banks
US0605051046 Bank of America 11,67 16,20 10,91 11,80 8,69 6,21 0,01 01.06.11 Banks
AU000000BHP4 BHP Billiton 44,05 49,81 35,58 20,11 11,37 9,59 0,46 07.03.11 Basic Res.
FR0000131104 BNP Paribas 52,32 59,93 40,81 7,91 7,22 6,33 2,10 20.05.11 4,01 Banks
GB0007980591 BP 458,65 524,30 296,00 6,72 6,55 6,24 0,07 11.05.11 Oil & Gas
US1667641005 Chevron 103,51 109,94 66,83 10,76 9,00 8,48 0,78 17.05.11 Oil & Gas

US17275R1023 Cisco Systems 16,68 24,86 16,34 10,43 10,34 9,43 0,06 29.03.11 Technology
US1912161007 Coca-Cola 68,46 68,77 49,48 19,34 17,44 15,79 0,47 13.06.11 Food&Bev.
US20825C1045 ConocoPhillips 72,95 81,80 48,07 12,01 9,70 8,87 0,66 19.05.11 Oil & Gas
IT0003132476 Eni 16,55 18,66 14,30 9,28 7,65 7,00 0,50 23.05.11 Oil & Gas
DE000ENAG999 E.ON 20,01 25,54 20,17 7,48 10,07 9,15 1,50 06.05.11 Utilities
US30231G1022 Exxon Mobil 82,10 88,23 55,95 13,69 10,73 9,68 0,47 11.05.11 Oil & Gas
US3696041033 General Electric 19,72 21,65 13,75 17,44 14,69 12,03 0,15 16.06.11 Industrial
GB0009252882 GlaxoSK 1333,65 1361,00 1088,00 13,83 11,42 10,61 0,16 04.05.11 Healthcare
US38141G1040 Goldman Sachs 137,60 175,29 129,50 9,93 8,08 7,22 0,35 27.05.11 Financial
US38259P5089 Google 528,82 642,67 433,63 18,11 15,08 12,98 Technology

US4282361033 Hewlett-Packard 36,30 49,38 35,99 7,95 6,85 6,31 0,08 14.03.11 Technology
GB0005405286 HSBC 640,04 739,63 595,20 12,94 10,35 8,52 0,09 18.05.11 Banks
US4581401001 Intel 23,31 23,96 17,60 11,52 11,21 10,49 0,18 04.05.11 Technology
US4592001014 IBM 170,96 173,51 120,61 14,67 12,83 11,62 0,75 06.05.11 Technology
US46625H1005 JPMorgan Chase 43,62 48,35 35,16 11,22 8,99 7,71 0,25 01.07.11 Banks
US4781601046 Johnson&Johnson 65,85 67,37 56,86 13,67 13,43 12,73 0,57 26.05.11 Healthcare
US58933Y1055 Merck & Co. 37,22 37,68 31,06 10,90 9,94 9,47 0,38 11.03.11 Healthcare
US5949181045 Microsoft 24,70 29,46 22,74 11,92 9,56 8,83 0,16 17.05.11 Technology
JP3902900004 Mitsubishi UFJ 375,00 476,00 321,00 18,06 9,29 9,85 6,00 29.03.11 Banks
CH0038863350 Nestlé 54,65 56,90 48,92 17,32 16,42 14,86 1,85 18.04.11 3,39 Food&Bev.

CH0012005267 Novartis 54,10 58,35 47,61 11,73 11,13 10,72 2,20 24.02.11 4,07 Healthcare
US3682872078 OAO GAZPROM 14,26 18,72 9,03 0,31 10.05.10 Oil & Gas
US68389X1054 Oracle 34,55 36,50 21,24 21,04 16,35 14,67 0,06 11.04.11 Technology
US7134481081 PepsiCo 71,69 71,88 60,32 17,15 15,75 14,44 0,52 01.06.11 Food&Bev.
BRPETRACNPR6 Petroleo Brasileiro 0 29,20 23,14 7,98 8,30 8,37 0,20 12.05.11 Oil & Gas
US7170811035 Pfizer 20,98 21,28 14,00 9,31 9,25 9,02 0,20 11.05.11 Healthcare
US7181721090 Philip Morris Int. 70,44 70,77 42,97 199,26 174,04 157,13 0,64 22.03.11 Pers&House.
US7427181091 Procter & Gamble 67,55 67,71 58,92 16,12 16,75 15,24 0,53 27.04.11 Pers&House.
CH0012032048 Roche 148,80 166,70 124,40 11,69 11,20 10,15 6,60 03.03.11 4,44 Healthcare
GB00B03MLX29 Royal Dutch Shell 2156,49 2345,50 1621,00 11,09 8,45 7,38 0,42 11.05.11 Oil & Gas

KR7005930003 Samsung Electronics 882000 1014000 735000 3,24 3,29 2,89 5000 29.12.10 Technology
FR0000120578 Sanofi-Aventis 54,04 56,50 44,01 7,89 8,18 8,71 2,50 16.05.11 4,63 Healthcare
AN8068571086 Schlumberger 83,97 95,51 51,67 29,80 21,38 16,48 0,25 27.05.11 Oil & Gas
DE0007236101 Siemens 91,75 99,39 67,25 15,52 13,06 11,61 2,70 26.01.11 2,94 Industrial
ES0178430E18 Telefónica 16,72 19,69 14,83 9,35 8,95 8,58 0,77 07.11.11 Telecomm.
FR0000120271 Total 41,07 44,55 35,66 8,84 7,85 7,33 0,57 19.09.11 1,39 Oil & Gas
JP3633400001 Toyota Motor 3280,00 3955,00 2800,00 88,41 19,51 13,54 25,00 29.03.11 Automobiles
US92343V1044 Verizon Comm. 37,27 38,95 25,05 16,36 16,46 13,99 0,49 06.04.11 Telecomm.
GB00B16GWD56 Vodafone 174,00 185,00 126,50 11,04 10,46 10,46 0,06 01.06.11 Telecomm.
US9311421039 Wal-Mart Stores 55,63 57,89 47,77 15,21 13,52 12,37 0,37 07.12.11 Retail

42 rendite 13 Juni 2011

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INVESTMENT-ANTEILE

Investment-Anteile – 20.5.2011
ISIN Fondsbezeichnung Erst- Rating WM* Wäh- Rücknahmepreis Performance** Ausgabe-
anlage Feri rung 20.05. 19.05. 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre YTD preis

Aktien
Aktien Deutschland
DE0009771964 LBBW Exportstrategie Deutschland - (B) AD EUR 53,56 53,46 37,09 7,16 31,87 8,38 55,79
DE0008471434 Allianz RCM Aktien Deutschland - A - EUR - (C) AD EUR 126,47 126,38 31,09 14,46 39,30 8,56 132,79
DE0008475005 Concentra - A - EUR - (B) AD EUR 66,37 66,32 28,47 11,60 33,93 7,36 69,69
DE0008475062 Allianz RCM Vermoegensbildung Deutschland -A- EUR - (C) AD EUR 114,87 114,83 27,66 1,72 28,12 5,57 120,61
DE0008479288 Deutschland-INVEST - (D) AD EUR 69,10 69,63 27,01 5,29 21,17 5,14 72,56
LU0129458179 JPM Germany Equity C Acc EUR M4 (B) AD EUR 19.05. 10,28 26,13 4,47 - 5,44 10,28
LU0129457957 JPM Germany Equity B Acc EUR M4 (B) AD EUR 19.05. 9,38 25,91 3,88 - 5,27 9,38
DE0009754119 MEAG ProInvest - (C) AD EUR 104,24 103,39 25,74 9,98 29,72 5,19 109,45
DE0008471012 Fondak - P - EUR - (D) AD EUR 115,31 115,31 25,51 -0,08 18,63 5,14 121,08
LU0117905850 JF Germany Equity A Dist EUR M1 (B) AD EUR 19.05. 21,99 25,00 1,60 27,88 5,06 23,09

Aktien Euroland
LU0117904457 JF Euroland Equity A Dis USD M1 (D,ur) AE USD 19.05. 9,09 38,49 -25,98 -5,60 12,22 9,54
IE00B0V40S86 TT Eurozone Equity A EUR M4 (B) AE EUR 19.05. 10,33 24,17 -8,41 12,36 1,66 10,33
DE0008471228 NUERNBERGER Euroland A - (B) AD EUR 84,36 84,10 24,03 -10,52 -1,47 4,78 88,58
DE0009789842 Allianz RCM Wachstum Euroland - A - EUR - (B) AE EUR 62,72 62,39 23,46 17,82 21,96 4,64 65,86
IE00B0DD2329 MSMM Eurozone Aggressive Equity B - (C) AE EUR 19.05. 1125,21 21,76 -5,19 -3,46 4,31 1125,21
IE00B0M62V02 iShares EURO STOXX Total Market Growth Large EUR M3 (B) AE EUR 19.05. 23,3995 20,82 -10,70 0,37 2,92 23,3995
LU0129440391 JPM Euroland Equity C Acc EUR M4 (D,ur) AE EUR 19.05. 13,71 20,58 -17,06 -10,45 5,14 13,71
LU0073680463 AXA WF Framlington Euro Relative Value AC - (D) AE EUR 38,39 38,06 20,38 -15,72 -10,26 6,52 40,50
LU0213070336 Standard Life IG SICAV Eurozone Equities D M4 (C) AE EUR 12,07 12,10 18,92 -13,60 - 5,69 12,07
FR0010168765 Lyxor ETF MSCI EMU Growth - (B) AE EUR 18.05. 78,4994 18,55 -10,59 4,55 4,32 78,4994

Aktien Europa
LU0119078227 JPM Europe Equity A Acc USD M1 (D) AE USD 19.05. 14,75 40,08 -20,61 -5,14 10,24 15,49
LU0117904960 JF Europe Equity A (dist) USD M1 (D) AE USD 19.05. 39,74 40,06 -20,59 -5,12 10,21 41,73
LU0259069697 JPM Europe Equity D Acc USD - (D) AE USD 19.05. 11,98 39,14 -22,36 - 9,91 12,58
LU0336375273 JPM Europe Focus A Acc USD M1 (B) AE USD 19.05. 12,46 37,22 -12,01 - 9,39 13,08
LU0336375356 JPM Europe Focus D Acc USD - (B) AE USD 19.05. 12,06 36,12 - - 8,94 12,66
LU0190961812 JPM Europe Dynamic D Acc USD - (C) AE USD 19.05. 19,71 35,74 -21,51 0,41 6,02 20,70
LU0337330384 JPM Europe Select Equity A Acc USD M1 (B) AE USD 19.05. 123,37 34,45 - - 9,85 129,54
IE0005618420 GAM Star European Equity USD Inc M1 (B) AE USD 19.05. 16,01 32,17 -14,10 10,02 8,89 16,8526
IE0032904009 JOHCM European Select Values Retail GBP - (A) AE GBP 3,023 3,018 32,07 46,97 64,02 8,00 3,023
LU0119091675 JPM Europe Strategic Growth A Dist GBP M1 (C) AE GBP 19.05. 13,38 31,91 5,33 28,87 3,88 14,05

Aktien Europa Mid/Small Caps


LI0018448063 Scherrer Small Caps Europe - (C) AE EUR 16.05. 181,03 48,08 34,15 9,54 8,73 190,55
IE0000022883 Pinebridge Global Funds - Europe Small Cap Eq Y M4 (E) AE USD 19.05. 737,594 47,74 -21,98 -3,41 4,58 737,594
LU0241337616 SQUAD CAPITAL - SQUAD GROWTH - (B) GI EUR 161,56 161,24 35,75 38,33 56,19 11,51 169,64
LU0212992860 AXA WF Framlington Europe Microcap AC - (E) AEB EUR 115,00 114,38 35,18 -16,68 -17,85 4,20 121,32
LU0317263795 Allianz RCM Small Cap Europa - WT - EUR M4 (A) AEB EUR 1048,36 1039,65 34,52 16,13 - 3,39 1048,36
GB0002771383 Threadneedle European Smaller Cos Ret Acc EUR - (A) AEB EUR 4,1997 4,1854 34,30 20,84 37,82 5,12 4,4207
LU0210073408 JPM Europe Dynamic Small Cap A Dist EUR M1 (B) AE EUR 19.05. 11,69 33,71 -0,66 8,02 2,19 12,27
LU0138526776 AKROBAT FUND - EUROPA - (C) AE EUR 153,50 153,64 33,39 7,19 17,46 7,62 161,18
GB00B0PHJS66 Threadneedle Pan European Smaller Companies C1 EUR - (A) AEB EUR 1,32 1,3143 33,20 17,40 39,05 2,10 1,3895
LU0119093531 JPM Europe Small Cap A Dist GBP M1 (D) AEB GBP 19.05. 16,71 32,26 6,49 20,93 3,28 17,55

rendite 13 Juni 2011 43

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INVESTMENT-ANTEILE

ISIN Fondsbezeichnung Erst- Rating WM* Wäh- Rücknahmepreis Performance** Ausgabe-


anlage Feri rung 20.05. 19.05. 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre YTD preis

Aktien Welt
DE000A0M6DQ7 WM AKTIEN GLOBAL UI-FONDS B2 - (D) AI EUR 19.05. 7215,42 41,71 -16,10 - 9,19 7576,19
GB00B1RXYV77 M&G Global Basics C USD Acc M3 (B) AI USD 19.05. 13,0981 36,00 -6,22 - 4,28 13,0981
GB00B1RXYT55 M&G Global Basics A USD Acc - (B) AI USD 19.05. 12,5902 34,68 -8,96 - 3,88 12,5902
LU0219441143 MFS Meridian Funds Research International A1 USD - (C) AIB USD 19.05. 21,21 32,40 -13,18 10,35 5,94 21,21
LU0152742713 Standard Life IG SICAV Global Equities D M4 (B) AI USD 22,51 22,46 31,10 -6,71 - 5,83 22,51
US8801991048 Templeton Growth Fund A - (D,ur) AI USD 19.05. 19,55 30,35 -5,93 2,22 9,89 20,74
LU0219441069 MFS Meridian Funds Global Equity A1 USD - (B) AI USD 19.05. 32,89 30,05 3,07 24,73 7,94 32,89
LU0112525166 Threadneedle (Lux)-Global Innovation W M1 (A) AIB USD 19.05. 13,37 29,81 4,13 34,51 7,05 13,37
IE0034343834 RIC II World Equity B USD - (A) AI USD 19.05. 16,86 29,79 0,72 22,62 5,97 16,86
LU0094547139 Aberdeen Global - World Equity A2 Acc - (A) AI USD 15,09 15,06 29,31 -2,33 28,64 5,75 15,09

Renten
Renten EURO
LU0202995337 Allianz Rendite Extra - P - EUR M3 (B) RE EUR 58,48 58,39 1,84 25,36 29,20 1,28 58,48
DE000A0NJ2M0 Adirenta - I - EUR M3 (B) RD EUR 51,48 51,48 1,74 - - 1,94 52,51
DE0008471079 Adirenta - P - EUR - (B) RD EUR 13,07 13,07 1,73 21,02 23,33 1,87 13,46
LU0227128450 AXA WF Euro 5-7 I C M3 (A) RE EUR 123,09 123,13 1,29 22,51 25,78 0,98 123,09
LU0039499404 Allianz PIMCO Pfandbrieffonds - (D,ur) RD EUR 112,02 111,99 1,23 14,88 16,23 2,22 115,38
DE000A0NJ2L2 RENTAK - I - EUR M3 (B) RD EUR 05.05. 51,95 1,01 - - 0,83 51,95
LU0042998178 Threadneedle (Lux)-Euro Active Bonds W - (C) RE EUR 19.05. 48,23 0,84 19,23 22,29 0,25 48,23
DE0008488016 RENTAK - P - EUR - (B) RD EUR 248,08 248,01 0,80 16,43 20,74 0,77 eing.
AT0000799861 KEPLER Vorsorge Rentenfonds A - (B) - EUR 82,20 82,31 0,43 21,84 20,11 0,45 84,26
LU0006406671 Performa Fund - Internatl Fixed Income (Euro) - (B) RI EUR 19.05. 13,32 0,38 19,03 19,57 0,76 13,32

Renten EURO Corp. High Yield


LU0133807163 Pictet-EUR High Yield-P - (C) RE EUR 182,04 181,96 19,51 29,65 28,71 6,57 187,501
LU0344579213 JPM Global High Yield Bond C Acc USD M4 (D) RI USD 19.05. 122,37 18,39 - - 5,29 122,37
AT0000737085 KEPLER High Yield Corporate Rentenfonds A - (B) RI EUR 58,52 58,51 17,07 19,52 13,66 5,73 60,28
LU0125750504 AXA WF Global High Yield Bonds A C (EUR) - (C) RI EUR 63,82 63,53 16,84 30,22 34,02 5,94 65,74
LU0119176310 Aberdeen Global - Euro High Yield Bond A2 Acc EUR - (C) RE EUR 16,25 16,25 16,82 28,05 22,46 8,05 16,25
IE0005315449 Muzinich EuropeYield EUR Acc M3 (B) RE EUR 19.05. 155,88 16,63 43,36 45,22 4,67 155,88
IE00B07JY418 Federated High Income Advantage EUR Inst Srs M1 (B) RI EUR 19.05. 191,93 16,39 40,26 84,37 5,15 191,93
LU0159054922 JPM Europe High Yield Bond C Acc EUR M4 (D,ur) RE EUR 19.05. 12,41 16,20 23,98 - 5,62 12,41
LU0227757233 Robeco High Yield Bonds I EUR M4 (B) RI EUR 146,22 146,10 15,94 32,17 43,66 5,89 150,61
LU0188098932 Allianz PIMCO Corp Bond Europa HiYield - I - EUR M4 (B) RE EUR 54,42 54,40 15,80 34,50 39,41 5,62 54,42

Renten EURO Corp. Inv. Grade


LU0188098189 Allianz PIMCO Corporate Bond Europa - I - EUR M4 (C) RE EUR 1095,18 1094,52 5,38 - - 2,42 1095,18
LU0177497814 Standard Life IG SICAV European Corp Bond D M4 (C) RE EUR 13,88 13,85 4,20 23,49 - 2,59 13,88
LU0213453771 Robeco Euro Credit Bonds D EUR - (E) RI EUR 107,73 107,81 4,15 11,99 7,72 2,82 110,96
LU0045581039 UniEuroRenta Corporates T - (D) RE EUR 19.05. 83,89 4,09 12,27 10,27 3,30 eing.
LU0225310266 BlueBay Investment Grade Bond Base I EUR M3 (A) RI EUR 19.05. 132,10 3,87 28,33 - 1,83 132,10
LU0164100801 AXA WF Euro Credit Plus A D - (B) RI EUR 11,02 11,01 3,58 22,33 20,67 2,04 11,35
LU0199537852 LIGA-Pax-Corporates-Union - (D) RI EUR 19.05. 38,52 3,54 12,42 11,10 2,45 39,68
LU0133008952 SEB Fd 5 - SEB Corporate Bond Fund EUR C EUR - (C) RI EUR 1,3469 1,3427 3,16 14,48 - 1,97 1,4142
LU0128471819 Pictet-EUR Corporate Bonds-P dy - (C) RI EUR 101,78 101,82 2,85 20,13 19,25 1,99 104,833
LU0137338488 FT EuroCorporates - (C) RE EUR 52,11 52,11 2,82 15,23 16,47 1,95 53,67

44 rendite 13 Juni 2011

rendite_13.indd 44 23.05.11 15:28:12


INVESTMENT-ANTEILE

ISIN Fondsbezeichnung Erst- Rating WM* Wäh- Rücknahmepreis Performance** Ausgabe-


anlage Feri rung 20.05. 19.05. 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre YTD preis

Renten EURO mittel


LU0227127999 AXA WF Euro 3-5 I C M3 (C) RE EUR 117,57 117,60 0,69 15,66 19,26 0,36 117,57
LU0187439145 Luxbond Medium Term Euro Cap - (C) RI EUR 118,95 118,99 -0,14 9,90 14,36 -0,48 118,95
AT0000664792 S3 T - (B) RE EUR 121,68 121,70 -1,09 12,09 17,94 -0,12 124,11
AT0000664784 S3 A - (B) RE EUR 94,09 94,11 -1,10 12,09 17,94 -0,12 95,97
DE0006289481 iShares eb.rexx* Government Germany 2.5-5.5 (DE) - (A) RD EUR 19.05. 105,90 -1,24 16,95 23,30 -1,30 109,11
LU0161532816 Swisscanto (LU) Bond Invest Medium Term EUR B - (C) - EUR 19.05. 128,34 -1,27 11,96 16,31 -0,73 134,76
DE0009771873 Deka Bund + S Finanz: 3-7 TF - (D) RD EUR 51,18 51,08 -2,03 14,08 17,26 -1,54 51,18
LU0112657076 Edmond de Rothschild Euro Govt Bonds Mid Term A - (D) RE EUR 19.05. 204,14 -2,18 10,14 13,72 -1,20 213,33
FR0010037234 Lyxor ETF EuroMTS 3-5Y - (C) RE EUR 19.05. 126,321 -2,65 13,05 18,48 -1,26 126,321
LI0008232030 LGT Strategy 2 Years (EUR) B - (D) RIK EUR 19.05. 1508,49 - - - - 1508,49

Renten Europäische Währungen


LU0097169550 UniEuroAspirant A - (B) RE EUR 19.05. 51,02 3,97 10,83 17,47 2,88 52,55
DE0008485699 OP Extra Portfolio - (B) RE EUR 50,13 50,04 3,77 6,28 16,98 3,01 51,63
AT0000726070 EUROPPORTUNITY Bond A - (C) RE EUR 92,70 92,70 1,76 9,45 13,62 0,32 95,60
DE000DK091G0 Deka-EuropaBond CF - (B) RE EUR 104,08 103,99 1,75 15,75 - 0,97 107,20
DE0005314272 MVB Union Renten Plus - (B) RE EUR 19.05. 55,28 0,86 13,61 14,83 0,45 56,39
DE0008476037 Allianz PIMCO Europazins - A - EUR - (B) RI EUR 44,90 44,88 0,79 21,36 21,60 1,14 46,25
AT0000722673 KEPLER Europa Rentenfonds T - (B) RE EUR 103,43 103,60 0,65 19,26 20,11 2,75 106,02
DE000A0HF467 MEAG EuroRent I M4 (C) RD EUR 31,43 31,42 -0,48 12,74 14,87 0,10 31,43
DE0009797704 Deutsche Postbank Europafonds Renten - (C) RD EUR 50,64 50,65 -1,01 15,56 16,19 0,10 52,16
LU0003562807 UniEuropaRenta A - (D) RE EUR 19.05. 41,82 -1,01 13,71 12,66 0,43 43,07

* WM = Fondsklassifizierung durch die Wertpapier-Mitteilungen.


** Die Performanceberechnung erfolgt auf der Basis der zuletzt vorliegenden Rücknahmepreise im Vergleich mit den Ultimorücknahmepreisen der Vergleichsperio-
den.
Der Mindestbetrag bei der Erstanlage beträgt in Fondswährung: M1 - zwischen 10.000 - 49.999
M2 - zwischen 50.000 - 99.999
M3 - zwischen 100.000 - 999.999
M4 - über 1.000.000
Es werden nur von Feri Trust geratete Investmentfonds veröffentlicht. Anlagekategorien und Fondsbezeichnungen entsprechen den Informationen von Feri Trust.

rendite
Das Anlagemagazin der Börsen-Zeitung www.boersen-zeitung.de/rendite
ISSN 1866-9492

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Chefredaktion: Claus Döring, Bernd Wittkowski (Stv.) Geschäftsführung: Ernst Padberg Vertrieb -142,
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Chef vom Dienst: Alexandra Baude Verantwortlich für den Anzeigenteil: Dr. Jens Zinke Leserservice 069/27 32-500, Vertrieb 069/23 41 73.
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Redaktion: Thorsten Kramer (Ltg.) Kurs- und Tabellenteil: Werner Backes anzeigen@boersen-zeitung.de, vertrieb@boersen-zeitung.de

Mitarbeiter dieser Ausgabe: Georg Blaha, Dr. Detlef Technik: Tom Maier Gültige Anzeigenpreisliste Nr. 3 ab 1.1.2011
Fechtner, Ulli Gericke, Andreas Heitker, Christopher
Kalbhenn, Kai Johannsen, Stefan Paravicini, Dr. Armin Gestaltung und typografische Umsetzung: Thomas Schumann Im Abonnement der Börsen-Zeitung ist der Bezug von rendite
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Alle tatsächlichen Angaben, insbesondere die Kursnotierungen, ber hinaus erfolgt eine Verbreitung an ausgewählte Bezieher.
Infografik: Stefan Wolff, iGrafik werden mit größtmöglicher Sorgfalt vorgenommen, jedoch
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triebsform urheberrechtlich geschützt. Eine Verwertung des Magazins oder der in ihm enthal- Kommentare, Einschätzungen, Meinungen, Darstellungen, Artikel, Prognosen, Einstufungen
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chen Rechte vorab beim Verlag unter Tel.: 069/27 32-193 erworben werden. lich Papier aus chlorfrei gebleichtem Zellstoff verwendet.

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RECHT & PRAXIS

Der „Beipackzettel“
ist nur der Anfang
EU-Kommission zielt auf verständliche Informationen
Vorgaben für verpackte Finanzprodukte noch vor dem Sommer

Die EU-Kommission hat sich zum Ziel gesetzt, den Verbrauchern solle das Papier einen Mindestzeitraum enthalten, den das
die Auswahl von Finanzprodukten zu erleichtern. Für Publikums- Fondsmanagement für das Halten der Anlage empfiehlt,
fonds gilt bereits ab Juli die Regel, dass die Fondsgesellschaften damit sich Kunden später nicht grämen, die ihre Fonds-
den Investoren verständliche Informationen liefern müssen. Wei- anteile zu schnell wieder versilbert haben. Und natürlich:
tere Vorschriften sind in Brüssel bereits in Planung. „Das Dokument mit den wesentlichen Informationen für
den Anleger darf ausgedruckt nicht länger als zwei Seiten
Von Detlef Fechtner im DIN-A-4-Format sein.“ Die strenge Begrenzung der Text-
länge kommt nicht von ungefähr. Die EU-Beamten wollen
„Wenn nach Einschätzung des Fondsmanagers erhebliche verhindern, dass Anbieter die Kunden durch buchdicke
Unsicherheit darüber besteht, dass ein Schuldtitel zum Erläuterungen ermüden und vom Wesentlichen ablenken.
Nennwert getilgt wird, soll das amortisierte Kapital im Zudem wissen die Behörden, dass es gar nicht so einfach
Fonds gehalten und nicht ausgeschüttet werden, was wie- ist, sich auf das Entscheidende zu beschränken. Nicht zu-
derum Auswirkungen auf die Ausschüttungen und deren fällig startet die Europäische Wertpapieraufsichtsbehörde
Quote hat.“ Alles klar? Nichts ist klar. Selbst Finanzprofis ESMA ihren Ratgeber für Fondsgesellschaften mit einem
tun sich schwer, beim ersten Lesen zu verstehen, was dieser selbstironischen Zitat des Mathematikers Blaise Pascal:
Fondsanbieter seinen Kunden genau sagen möchte – und „Ich hatte nicht die Zeit, einen kurzen Brief zu schreiben,
erst recht Verbraucher, die allenfalls Grundkenntnisse über deshalb schrieb ich stattdessen einen langen.“
Anlageprodukte haben. „Es ist leider noch üblich, dass in
Banken und Fonds die Rechtsabteilung die Texte formuliert, Praxistest: Verbraucher brauchen es simpel
mit denen die Kunden über Renditechancen, Risiken und Seit Jahren bereits gibt sich die EU-Behörde Mühe, zu ergrün-
Kosten informiert werden sollen“, beklagen EU-Beamte. den, wie man Kleinanleger am wirkungsvollsten über Rendite-
Ihnen wäre es lieber, dass sich damit die Vertriebsmann- chancen, Risikoprofile, Anlagestrategien und Fondskosten
schaft beschäftigt, denn die muss ja eigentlich wissen, wie informieren kann. Sie hat sich dabei das Prinzip großer Com-
man Interessenten anspricht – und nicht abschreckt. puterunternehmen zum Vorbild genommen, auf deren Ge-
haltslisten einerseits Tausende von Profis und Experten stan-
Im vergangenen Sommer legte die EU-Kommission in ei- den, andererseits aber auch eine Handvoll informatischer
nem Gesetzestext mit dem Namen „Verordnung im Hinblick Analphabeten – Menschen, die rein gar nichts von Compu-
auf die wesentlichen Informationen für den Anleger“ ge- tern wissen, aber gerade deshalb Befehle oder Optionen in
naue Regeln dafür fest, wie das Produktinformationsblatt – den Software-Programmen missverstehen, die daraufhin von
vulgo: der Beipackzettel – bei Fondsangeboten auszusehen den Firmen rechtzeitig korrigiert werden können.
hat. Am 1. Juli tritt die Verordnung in Kraft, wobei einige
EU-Länder allerdings von einer einjährigen Übergangsfrist Im Sommer 2009 führte die EU-Kommission einen Praxis-
Gebrauch machen wollen. test mit fast 3 700 Menschen aus sieben Ländern durch, da-
runter Deutschland. Sowohl der Bildungsgrad als auch die
Fotos: xmasarox/fotolia

Die EU-Verordnung geht ins Detail: Die Größe der Buch- Erfahrung mit Finanzprodukten war absichtlich sehr unter-
staben müsse „gut leserlich“ sein. Spezifische „Vermögens- schiedlich. Die Ergebnisse der Studie helfen zu verstehen,
verwaltungstechniken“ wie etwa Hedging oder Arbitrage warum die EU-Kommission so viel Wert auf eine einfache
müssen „mit einfachen Worten erklärt“ werden. Zudem Ansprache des Kunden legt – und warum sie in fast schon

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RECHT & PRAXIS

Papier zu offiziell daher, erachte es der Anlegerschutz in Deutschland


Kunde von vornherein als langweilig.
Werde das Fachchinesisch im Text
nicht anschließend in einfachen Wor-
ten erläutert, verliere der Interessent Neues Infoblatt
den roten Faden. Folgten hingegen zu
viele Erklärungen, verliere er die Lust
an der Lektüre.
als Standard
Die EU-Kommission weiß seither, dass Mit dem seit April gültigen Anlegerschutz-
sie dicke Bretter zu bohren hat. Das tut verbesserungsgesetz (AnSVG) zielt die Bun-
sie, indem sie wesentlich detailliertere desregierung darauf ab, Anleger und Sparer
Vorgaben macht als etwa das Bundes- wirksamer vor falscher Beratung zu schützen.
verbraucherministerium, das ebenfalls Es darf unter anderem als Reaktion darauf
gängelnder Weise darauf pocht, dass von Juli an auf einem Produktinforma- eingeordnet werden, dass nach der Pleite der
die Produktinformationen einfach tionsblatt besteht. Allerdings gelten US-Investmentbank Lehman Brothers viele
und übersichtlich gehalten werden. die Regeln in Deutschland nicht allein Anleger mit Zertifikaten einen immensen
Denn nur schlichte Botschaften ha- für Publikumsfonds (beziehungsweise Verlust erlitten, die sie zuvor als sehr sicheres
ben überhaupt eine Chance, von der den Produkten nach der Definition der Investment verstanden hatten. Einige klagten
Mehrheit der Kunden verstanden zu EU), sondern für alle möglichen Pro- deshalb wegen Falschberatung vor Gericht,
werden. Allerdings dürfe dem Kun- dukte. Ein Bundesgesetz, das den An- im Fokus standen dabei etwa die Hamburger
den, so warnen EU-Beamte, nicht das wendungsbereich sogar noch erwei- Sparkasse, die Frankfurter Sparkasse und die
Gefühl vermittelt werden, man neh- tert und auf den Grauen Kapitalmarkt Commerzbank. Viele Klagen wurden allerdings
me den Anleger nicht ernst oder be- ausdehnt, ist bereits unterwegs. von den Richtern abgewiesen. Bundestag
handele ihn wie einen Grundschüler. und Bundesrat beschlossen im Februar und
Auch die EU-Kommission will nicht nur März dieses Jahres, dass künftig ein „Beipack-
Der typische Interessent für Finanzpro- bei Fonds auf klare Kundeninformatio- zettel“ für Finanzprodukte einzuführen ist.
dukte, so lautet das Ergebnis der Pra- nen bestehen. Sie hat eine Initiative für Er wird den Verbrauchern ab 1. Juli kurze und
xisstudie, orientiere sich stark an Über- alle „verpackten“ Finanzprodukte ge- verständliche Informationen zu folgenden
schriften, übersehe jedoch gewöhnlich startet, die Packaged Retail Investment Fragen an die Hand: Um welches Produkt
Querverweise. Es sei schwierig für ihn, Products (PRIPs). Was genau darunter handelt es sich? Welche Risiken sind damit
Zahlenangaben bestimmten Jahren fällt, wird in Konsultationen mit der verbunden? Mit welchen Erträgen darf man
zuzuordnen. Er werte Aussagen, in Branche gerade aussortiert. Absehbar rechnen? Und wie hoch sind die Kosten?
denen es um den Erhalt von Kapital ist das Interesse Brüssels, eine mög-
geht, viel zu rasch als Garantien – und lichst umfangreiche Palette von Pro- Der Zentrale Kreditausschuss (ZKA), in dem seit
verstehe fälschlicherweise Empfehlun- dukten einzubeziehen, die komplex 1932 die fünf Spitzenverbände der deutschen
gen häufig als Verpflichtungen, etwa und schwer verständlich für den Anle- Kreditwirtschaft zusammengeschlossen
bei der Mindesthaltedauer. Gleich- ger sind – und im Wesentlichen nur die sind, stellte daher bereits Mitte März einen
zeitig nehme er den Begriff „Risiko“ „Rohprodukte“ wie Aktien oder Anlei- einheitlichen Standard für ein Produktinfor-
oft übertrieben wahr, sozusagen als hen auszuklammern. mationsblatt für Wertpapiere vor, an dem sich
„extremes Risiko“. Bemerkenswerter- Banken, Volksbanken und Sparkassen künftig
weise – und durchaus aus gutem Grund Anders als bei den Fonds ist es für die orientieren können. Der abgestimmte Standard
– richte sich seine Aufmerksamkeit be- Beamten allerdings nicht möglich, erfüllt die gesetzlichen Anforderungen, die
sonders auf das Risiko- und Ertrags- quasi einheitliche Angaben zu verlan- etwa eine Darstellung der Funktionsweise, der
profil. Unglücklicherweise sei aber gen. Schließlich ergibt sich aus der Risiken und der Besteuerung verlangen. Er geht
genau diese Rubrik nach eigener Ein- unterschiedlichen Natur von Spar- in einzelnen Punkten sogar darüber hinaus,
schätzung der Befragten nur für ganz und Anlageprodukten, dass ein One- indem laut ZKA beispielsweise der für Anleger
wenige Kunden der verständlichste size-fits-all-Ansatz nicht funktioniert. besonders wichtige Aspekt der Verfügbarkeit
Teil des Dokuments. Das richtige Maß Gleichwohl empfiehlt die EU-Behörde der investierten Gelder zusätzlich aufgeführt
sei entscheidend: Dokumente auf far- ein möglichst hohes Maß an Standardi- wird. Die Produktinformationsblätter dürf-
bigem Hochglanzpapier erweckten sierung. Nach den Planungen der EU- ten in jedem Fall dazu beitragen, einzelne
den Argwohn des Verbrauchers, weil Kommission soll der PRIPs-Vorschlag Produkte besser miteinander vergleichen
er sie für Werbung halte. Komme das noch vor dem Sommer vorliegen. „ zu können. THORSTEN KRAMER

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TERMINE

Frankfurt CFS Colloquium Series: „Staat Frankfurt Basisseminar Bilanzanalyse


31. Mai und Finanzwirtschaft: Auf der 22. Juli und Kennzahlen
Suche nach neuen Strukturen“ – Inhalt: Überblick über die
Finanzkrisen im historischen Grundlagen der Bilanzanalyse
Rückblick und Lehren für die mit Hilfe von Kennzahlen
Zukunft. Michael Heise, Chief >> www.dvfa.de
Economist and Head of Corporate
Development, Allianz
Frankfurt Basisseminar Analyse von
>> www.ifk-cfs.de
28. Juli Zinsinstrumenten
Inhalt: Konsistente Darstellung
finanzmathematischer Überlegun-
Frankfurt 8. Frankfurter Investmenttag
gen zur Bewertung und Selektion
1. Juni >> www.scoach.de/investmenttag
von festverzinslichen Wertpapieren
>> www.dvfa.de
Frankfurt CFS Presidential Lecture: Europas
1. Juni Banken – Ein Blick in die Zukunft. Frankfurt Basisseminar Aktienanalyse
Josef Ackermann, Vorsitzender des 29. Juli Inhalt: Überblick über die wesent-
Vorstands und des Group Executive lichen Kennzahlen bei der Beurtei-
Committee, Deutsche Bank lung von Aktien, grundlegenden
>> www.ifk-cfs.de Modellen zur Bewertung von
Aktien absolut und auch relativ in
Branchen und Sektoren, Konzepte
Eschborn WM-Seminar: Anlegerschutz – Die der Technischen Analyse
6. Juni aktuelle Gesetzgebung in der Praxis >> www.dvfa.de
>> www.wm-seminare.de
Frankfurt Basisseminar Derivative und
5. August strukturierte Finanzprodukte
Frankfurt Eurobörsentag der Börsen-Zeitung Inhalt: Einblick in die verschiedenen
16. Juni „Kapital fürs Alter“: Vortrag von Arten von marktüblichen Derivaten,
Ursula von der Leyen, Bundes- Einsatzmöglichkeiten von
ministerin für Arbeit und Soziales. derivativen Instrumenten in der
Panels mit Bert Rürup, Dierk Praxis sowie die Konstruktion von
Hirschel, Alexander Ludwig und strukturierten Produkten
Rüdiger von Rosen sowie Hans >> www.dvfa.de
Joachim Reinke, Thomas Wiesemann
und Heribert Karch Frankfurt CFS Colloquium Series: „Staat und
>> www.euroboersentag.de 31. August Finanzwirtschaft: Auf der Suche
nach neuen Strukturen“ – Die
Köln Kölner Versicherungs- und Wettbewerbsfähigkeit des deut-
16. Juni Finanz-Kongress (KVK) schen Finanzsystems (vorläufiger
>> www.kvk-kongress.de Titel). Wolfgang Kirsch, Vorstands-
vorsitzender, DZ Bank
München Grünes Geld München – Messe für >> www.ifk-cfs.de
9. Juli nachhaltige Kapitalanlagen
Stuttgart Lehrgang zur Qualifizierung im
>> www.gruenes-geld.de
12. – 17. September Wertpapier- und Börsengeschäft.
Programm: Grundlagen des Börsen-
Frankfurt Basisseminar Analyse von handels, Wertpapierhandels-
20. Juli Finanzmarktdaten aufsicht, Insider- und Compliance-
Inhalt: Überblick über die Regeln, Konsortialgeschäft und
wesentlichen Eigenschaften Zulassung von Wertpapieren,
von Finanzmarktzeitreihen und Präsenzhandel, elektronischer
Hypothesentests sowie Analyse und Handel, Derivate, Indizes, steuerliche
Prognose verschiedener Zeitreihen Aspekte, Wertpapierleihe und Repos,
mit Regressionsverfahren Abwicklung
>> www.dvfa.de >> www.wm-seminare.de

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Erfolgreiche Unternehmer handeln vorausschauend und verantwortungsbewusst. Dies ist uns sehr vertraut. Schließlich
stehen wir als Privatbankiers selbst in der Haftung für unsere Entscheidungen. So schätzen unsere Kunden nicht nur die
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SCHLUSSNOTE

Ich schau Dir


in die Augen, Vorstand
Von Claus Döring

A nleger konnten in den zurückliegenden


zwei Jahren wenig falsch machen, wenn
sie in den deutschen Aktienmarkt investiert
oft kursrelevante Informationen zu erhalten.
Übrigens lag dieser Anteil in den USA und
Kanada niedriger als in Asien, Südamerika
haben. Jedenfalls dann, wenn sie den Markt und Europa. Das zeigt einerseits, dass strik-
insgesamt gekauft haben in Form von Aktien- tere Regulierung wie in den USA eine Wir-
fonds oder Exchange Traded Funds (ETF) und kung hat, andererseits, dass sie die Informa-
die Finger von Einzeltiteln gelassen haben. tionsasymmetrie nur abschwächen, aber nicht
Andererseits verzichteten sie damit meist auf
„Analysten räu- verhindern kann. Deshalb fordern manche
die Chance, über dem Markt liegende Rendi- men ein, dass sie Behörden bereits, dass die Unternehmen die
ten zu erwirtschaften. Namen ihrer Gesprächspartner und die Ge-
in Vier-Augen- sprächszeitpunkte offenlegen sollten, zum
Die richtige Auswahl von Einzeltiteln und Beispiel auf ihrer Webseite. Doch was soll
Investitionszeitpunkten trennt folglich die Gesprächen kurs- das bringen? Selbst in Kombination mit an-
Spreu vom Weizen unter Analysten und vor al- schließendem Kauf oder Verkauf von Aktien
lem unter den Fondsmanagern. Entsprechend relevante Informa- durch den Investor oder der anschließenden
wichtig sind für Analysten und Investoren Kauf- oder Verkaufsempfehlung durch den
tionen erhalten.
Informationsvorsprünge. Solche Vorsprünge Analysten lassen sich keine Rückschlüsse dar-
bieten neben der professionellen Auswertung Deshalb fordern auf ziehen, ob in dem Gespräch kursrelevan-
aller öffentlich zugänglichen Informationen te Informationen gegeben wurden oder die
einschließlich der Finanzmedien insbeson- Behörden bereits Reaktion einfach der intensiveren Beschäfti-
dere die sogenannten One-on-one-Meetings, gung mit dem Unternehmen geschuldet ist.
also die Vier-Augen-Gespräche der profes- mehr Transparenz.
sionellen Investoren mit Unternehmens- Die Forscher von der Rotterdamer Erasmus
managern. Wie die zahlreichen Roadshows
Doch was soll das University räumen denn auch ein, dass der
und Investorentage mit One-on-one-Treffen bringen?“ Begriff der kursrelevanten Information in
zeigen, hat diese Kommunikationsmöglich- einer solchen Befragung schwer zu definie-
keit nicht an Beliebtheit eingebüßt, obwohl ren ist und die Kursrelevanz oft erst aus der
sich die Rahmenbedingungen für den Um- Kombination von Marktdaten und Analysen
gang mit preissensitiven Unternehmensin- entsteht, die für sich genommen nicht kurs-
formationen weltweit verschärft haben, hier- relevant sind. Wertvoll ist in solchen Treffen,
zulande vor allem seit der Einführung der bei denen sich Investor und Manager in die
Ad-hoc-Publizität. Augen schauen, nicht zuletzt die nonverbale
Kommunikation, also vor allem Körperspra-
Ungeachtet dessen räumen Analysten und che und Mimik. Und da nicht jeder Investor
Investoren ein, in solchen Vier-Augen-Gesprä- oder Analyst einen Blick hat wie Humphrey
chen oftmals kursrelevante Informationen zu Bogart in „Casablanca“, lassen sich manche
erhalten. Die Rotterdam School of Manage- sogar schulen, um besser erkennen zu kön-
ment hat gerade eine Studie zu diesem Thema nen, ob ein Manager sie im Vier-Augen-Ge-
veröffentlicht, für die sie 400 Investoren und spräch gerade belügt oder die Wahrheit sagt.
Analysten aus der ganzen Welt befragt hat. Ob dies in manchen Fällen der Beginn einer
Das Ergebnis: Fast die Hälfte, nämlich 47 % wundervollen Freundschaft wurde, wird in
der Befragten, gaben an, in den One-on-ones der Studie jedoch nicht thematisiert.

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EXCHANGE TRADED FUNDS

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EXCHANGE TRADED FUNDS

„Konstant ist in der Wirtschaft zurzeit nur die


Veränderung. Was bedeutet das für meine Geldanlage?“
DWS MULTI-ASSET-FONDS – profitieren Sie von aktiv gemanagten Mischfonds,
die je nach Marktsituation in die vielversprechendsten Anlageklassen investieren.
Niedrige Zinsen, schwankende Aktienmärkte und das aktuelle Tagesgeschehen verunsichern zurzeit
viele Anleger. In dieser Situation können DWS Multi-Asset-Fonds wertvolle Dienste leisten. Denn sie
schichten je nach Marktlage zwischen verschiedenen Vermögensklassen um und erreichen dadurch
weitgehende Unabhängigkeit von der Entwicklung einer einzelnen Anlageklasse. Das professionelle
Management ist darauf ausgerichtet, Ertragschancen wahrzunehmen – und bei Turbulenzen die Verlust-
gefahr wirkungsvoll zu begrenzen. Wenn Sie also in unruhigen Zeiten Wert auf ein ausgewogenes
Chancen-Risiko-Profil legen, sind Sie mit den vielfältigen Multi-Asset-Fonds der DWS bestens aufgestellt.

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*Die DWS/DB Gruppe ist nach verwaltetem Fondsvermögen der größte deutsche Anbieter von Publikumsfonds. Quelle: BVI, Stand: Ende Februar 2011. Die Verkaufsprospekte mit
Risikohinweisen und weitere Informationen erhalten Sie in elektronischer oder gedruckter Form kostenlos bei der DWS Investment GmbH, 60612 Frankfurt am Main. Die Sondervermögen
weisen aufgrund ihrer Zusammensetzungen der vom Fondsmanagement verwendeten Techniken eine erhöhte Volatilität auf, d. h., die Anteilspreise können auch innerhalb kurzer Zeiträume
52Schwankungen
stärkeren rendite 13 nach
Juni unten
2011 oder nach oben unterworfen sein. Die Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.

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