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Dr. med. Wolf Bergmann

Freiburg, den 17.03.2011

Anmerkungen zum Entwurf der Bundesärztekammer (20.1.2011): Stellungnahme des Ausschusses „Gesundheit und Umwelt“ der BÄK zur gesundheitlichen Bewertung von elektromagnetischen Feldern (Mobilfunk) und zum Deutschen Mobilfunk-Forschungsprogramm. (DMF).
Ausgesprochen begrüßenswert ist in meinen Augen der deutlich humane Ansatz in der Beschreibung der Problematik von elektrosensiblen Menschen. Und die klare Aussage, dass ihre Psychologisierung oder gar Psychiatrisierung unärztlich ist. Besonders wichtig erscheinen mir die Forderungen nach der Ausweisung von strahlungsarmen Schutzräumen, nach Verbot von Mobilfunknutzung in öffentlichen Verkehrsmitteln, nach Kennzeichnung von hot spots und nach Verbot von Mobilfunkgeräten, die nicht abschalten bei Nichtgebrauch. Erfreulich auch die Forderung, dass Kommunen Planungs- und Gestaltungsrecht haben müssen bei der Aufstellung von Sendeanlagen. Und dass die verschiedenen Betreiber verpflichtet werden müssen, gleiche Frequenzen und gleiche Antennen zu nutzen. Bedauerlicherweise wird keine Stellung bezogen zu der wissenschaftlich falschen und den Tatbestand des Betruges erfüllenden Aussage von Politikern und einigen Wissenschaftlern, die geltenden Grenzwerte würden vor Gesundheitsschäden durch Mobilfunk schützen. Für äußerst dringend notwendig halte ich eine unmißverständliche Stellungnahme der Ärztekammer für einen Stop des Ausbaus von BOS und LTE. Es ist ein unglaublicher Skandal, dass die Bundesregierung der Einführung der LTE Technologie ohne jede Prüfung ihrer gesundheitlichen Wirkungen zugestimmt hat und öffentlich verkündet, dass sie diese Prüfung der Mobilfunkindustrie überläßt! Die Ärztekammer macht sich an diesem Skandal mitschuldig, wenn sie jetzt nicht eindeutig ärztlich Stellung bezieht. Das eigentlich Entscheidende für mich und Kernsatz der Stellungnahme aber ist die Aussage:

„...dass...bisher keine schädlichen Wirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Strahlung wissenschaftlich belegt sind.“ Mit dieser Aussage stellt sich die Ärztekammer außerhalb des Standes internationaler wisenschaftlicher Erkenntnis und Forschung von unabhängigen Wissenschaftlern. Dem Ausschuß liegen z.B.die Arbeiten von Prof. Hecht vor, die den Stand früherer jahrzehntelanger Forschungen zusammenfassen und den Nachweis der Schädigung biologischer Systeme durch EMFauf den unterschiedlichsten Ebenen erbringen. Ferner ist die Stellungnahme der Strahlenschutzkommission von 1991 bekannt, die als wissenschaftlich gesichert nichtthermische Effekte an „Makromolekülen, Zellmembranen oder Zellorganellen“ (Bundesanzeiger Nr. 43, 3.3.1992.) konstatiert. Diese Effekte sind unzweifelhaft gesundheitsschädlich. Außeracht läßt die Stellungnahme z.B. 15 aktuelle Studien, die den reproduzierbaren Nachweis der Spermienschädigung bei Männern erbracht haben. Die ganz leicht zu reproduzierende Untersuchung der roten Blutkörperchen vor und nach kurzer Mobilfunkbelastung (bei vorherigem Aufenthalt in einem funkarmen Raum) zeigt über die Geldrollenbildung, dass die Kapazität der Erythrozyten zur Sauerstoffbindung und zur Durchgängigkeit durch Kapillaren vermindert wird. Es handelt sich um einen ganz unaufwendigen Nachweis einer schädigenden Wirkung. Es fehlt die Berücksichtigung von experimentellen Studien, die Schäden bei Tieren und Pflanzen belegen (Z.B.Öffnung der Blut-Hirn-Schranke bei Ratten. Verschwinden und Tod von Bienenvölkern durch Mobilfunkstrahlung, embryotoxische Wirkungen u.a. bei Vögeln, Kaulquappen usw.) Unberücksichtigt bleiben die Ergebnisse der inzwischen mehrfach reproduzierten Reflexstudie, die DNA-Schäden und Brüche in der Erbsubstanz in vitro gezeigt hat. Es fehlt z.B. die Berücksichtigung des Nachweises der Auslösung von Hitzeschockproteinen, nachweisbar in der menschlichen Haut. Das Gleiche gilt für den Nachweis von Hormonstörungen, Verlust der Herzratenvariabilität, Störungen der Hirnströme. Besonders auffallend das völlige Ausklammern der Zunahme von Hirntumoren, die nicht einmal die Interphonestudie ganz wegleugnen konnte. Schließlich bleiben gänzlich die seit vielen Jahrzehnten erforschten biophysikalischen Grundlagen all dieser nachgewiesenen Schädigungen ausgeklammert: Zellen sind Sender und Empfänger elektromagnetischer Schwingungen. Leben und Gesundheit beruhen auf ungestörter Kommunikation der Zellen untereinander. (Informationsaustausch.) Elektromagnetische Wellen im Frequenzbereich der biologischen Frequenzen greifen in die biologischen Regelkreise über Resonanz ein (qualitativ!). Durch Ankoppelung kommt es zu Fehlinformation in den Regelkreisen. Die technischen Frequenzen des Mobilfunks liegen genau im Bereich der biologischen

Frequenzen. Mobilfunkfrequenzen (sowohl die Trägerfrequenzen wie die aufmodulierten Frequenzen) stören die Zellkommunikation und damit die Homöostase. Ein grundlegend wichtiger wissenschaftlich nachgewiesener Wirkmechanismus der schädigenden Wirkung des Mobilfunks ist die Auslösung oxydativen und nitrosativen Stresses in der Zelle. Dadurch wird die Energiefreisetzung im Zellkern vermindert. Der Zellenergiemangel führt u.a. zu Freisetzung freier Radikale, Verlust der Fähigkeit zur Zellreparatur, Ansammlung von Stoffwechselgiften und Verminderung der Entgiftungsfähigkeit. Das ist die Voraussetzung für die Entstehung aller Krankheiten. Der Zellkernenergiemangel zwingt die Zelle u.a. in die Glykolyse, Voraussetzung zur Bildung von Krebszellen. Durch die Außerachtlassung z.B. solcher Ergebnisse unabhängiger Forschungen und mit dem oben zitierten Kernsatz befindet sich die Bundesärztekammer bedauerlicherweise argumentativ auf einer Ebene mit dem Bundesamt für Strahlenschutz und mit der Mobilfunkindustrie, die unisono die Falschaussage verbreiten, eine Schädigung durch Mobilfunk sei wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Die Ärztekammer steht damit außerhalb des Standes unabhängiger wissenschaftlicher Erkenntnis. Das schwächt die gesamte Stellungnahme und nimmt den oben erwähnten nützlichen Forderungen Gewicht. Und sie kann so nicht einmal der Vorsorge, die ein Anliegen in der Stellungnahme ist, Kraft verleihen. Für den ganz konkreten Gesundheitsschutz der Bevölkerung, der jetzt dringender denn je notwendig ist, ist die Stellungnahme gänzlich ungeeignet. Dies wiegt in der aktuellen dramatischen Situation ganz besonders schwer. Denn jetzt trifft auf die durch Mobilfunkstrahlung geschwächten biologischen Systeme noch die ionisierende Strahlung. Ich möchte Sie an eine Aussage von Prof. Eckel von 2006 erinnern: "Die Schädigungen, die von radioaktiver Strahlung ausgehen, sind identisch mit den Auswirkungen von elektromagnetischen Wellen. Die Schädigungen sind so ähnlich, dass man sie nur schwer unterscheiden kann." Prof. Dr. Heyo Eckel, Radiologe, Univ. Göttingen, stellv. Vorsitzender des Ausschusses Gesundheit und Umwelt der Bundesärztekammer, Vorsitzender der niedersächsischen Landesstiftung für "Tschernobyl-Kinder", im Interview mit der Schwäbischen Post (7. Dez. 2006). (Quelle: http://www.diagnose-funk.ch/aktuell/zitate/zitate-zugesundheit/index.php) Angesichts dermassiven Bedrohung allen Lebens durch ionisierende und nicht ionisierende künstliche Strahlung möchte ich Sie dringend bitten, die öffentliche Politik des Verdrängens und Beschwichtigens nicht weiter mit zu machen. Begeben Sie sich als verantwortungsvolle Ärztinnen und Ärzte auf den Stand unabhängiger weltweiter Wissenschaft und Forschung. Machen Sie sich an vorderster Stelle zum Anwalt der bedrängten Natur. Delegieren Sie die ärztlichen Aufgaben nicht an das Bundesamt für Strahlenschutz oder gar an das industrieeigene Informationszentrum Mobilfunk, deren sog. Ärztefortbildung immer noch von der Ärztekammer mit Fortbildungspunkten abgesegnet werden. Holen Sie den ärztlichen

Auftrag in dieser überlebenswichtigen Frage wieder vollständig zurück in die Kompetenz und Verantwortung einer unabhängigen Ärzteschaft. Die Gefahren und Schädigungen sind da. Das Wissen ist da. Die Forschungen liegen vor. Wir brauchen eine couragierte Ärztekammer mit einer fundierten, dem Stand der unabhängigen Forschung und Wissenschaft entsprechenden und dem ärztlichen Auftrag verpflichteten Stellungnahme. Um ein solche bitte ich Sie herzlich. Jetzt!