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26.05.

2011

Einführung in das Medienrecht


Mag. David Röthler
politik.netzkompetenz.at
david@roethler.at
Tel 0664 2139427

Struktur Meinungsfreiheit
• Verfassungsrecht • Art. 10 EMRK, Art 13 StGG: Meinungsfreiheit
• Strafrecht • Freiheit der Meinung und die Freiheit zum
• Zivilrecht Empfang und zur Mitteilung von Nachrichten
• Mediengesetz oder Ideen ohne Eingriffe öffentlicher
Behörden
• Privatradiogesetz
• Urheberrecht

Artikel 10 EMRK: Recht der freien


Art 13 StGG vom 21. Dezember 1867
Meinungsäußerung
• (1) Jeder hat Anspruch auf freie Meinungsäußerung. Dieses Recht schließt
• Jedermann hat das Recht, durch Wort, Schrift, die Freiheit der Meinung und die Freiheit zum Empfang und zur Mitteilung
von Nachrichten oder Ideen ohne Eingriff öffentlicher Behörden und ohne
Druck oder durch bildliche Darstellung seine Rücksicht auf Landesgrenzen ein. Dieser Artikel schließt nicht aus, daß die
Staaten Rundfunk-, Lichtspiel- oder Fernsehunternehmen einem
Meinung innerhalb der gesetzlichen Genehmigungsverfahren unterwerfen.
• (2) Da die Ausübung dieser Freiheiten Pflichten und Verantwortung mit
Schranken frei zu äußern. Die Presse darf sich bringt, kann sie bestimmten, vom Gesetz vorgesehenen
Formvorschriften, Bedingungen, Einschränkungen oder Strafdrohungen
weder unter Zensur gestellt, noch durch das unterworfen werden, wie sie im Gesetz vorgeschrieben und in einer
demokratischen Gesellschaft im Interesse der nationalen Sicherheit, der
Konzessions-System beschränkt werden. Aufrechterhaltung der Ordnung und der Verbrechensverhütung, des
Schutzes der Gesundheit und der Moral, des Schutzes des guten Rufes
Administrative Postverbote finden auf oder der Rechte anderer, um die Verbreitung von vertraulichen
Nachrichten zu verhindern oder das Ansehen und die Unparteilichkeit
inländische Druckschriften keine Anwendung. der Rechtsprechung zu gewährleisten, unentbehrlich sind.

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Persönlichkeitsschutz
• Spannungsverhältnis zwischen den
Persönlichkeitsrechten des Individuums und
der
• Presse-/Meinungsfreiheit
• Ehre ist eine „aus der Personenwürde
entspringender, jedermann zukommender
Anspruch auf achtungsvolle Behandlung durch
andere.“
• Unternehmen können nicht an der Ehre
verletzt werden.

Ehre Ehre im Einzelfall


• Achtungsanspruch • Ständiger Wandel der sozialen und ethischen
• Respekt Vorstellungen
• Entscheidend ist das „Durchschnittsempfinden • Beurteilung: Gesamtheit der Umstände des
eines sozial integrierten, wertbewussten Einzelfalls
Menschen unseres Landes und unserer Zeit
unter besonderer Berücksichtigung des
Adressatenkreises“
(Lehrbuchdefinition Kienapfel)

Strafrechtlicher Ehrenschutz § 111 StGB: Üble Nachrede


• § 111 StGB: Üble Nachrede • Eine üble Nachrede begeht, wer einem
• § 113 StGB: Vorwurf einer schon abgetanen anderen in einer für einen Dritten
gerichtlich strafbaren Handlung wahrnehmbaren Weise eine verächtliche
• § 115 StGB: Beleidigung Eigenschaft oder ein unehrenhaftes oder
• § 152 StGB: Kreditschädigung gegen die guten Sitten verstoßendes
• § 297 StGB: Verleumdung Verhalten, das geeignet ist, ihn in der
öffentlichen Meinung verächtlich zu machen,
vorwirft.

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Beispiele „Üble Nachrede“ Keine Strafe, wenn


• Peter Pilz: „Jörg Haider ist ein Drahtzieher des • Wahrheitsbeweis
• Freiheit der Kunst (Art. 17a StGG)
Rechtsextremismus“ – „Ernsthaftigkeit des künstlerischen Anliegens“.
• „Vitamin B“ – Auch Kabarett
– Aber „wahrer Aussagekern“ nötig.
• Ein Journalist hat "Ökobrauner" geschrieben • Zitat: Distanzierte Wiedergabe, Äußerung von einer öffentlich
und wurde auch nach § 111 verurteilt. relevanten Person
• allgemein verständlicher Gegenschlag
• „Mafiamethode“ • „milieubedingte Unmutsäußerung“
• „Nazi“ • Freiheit der Meinungsäußerung: Werturteile, solange sie nicht
„exzessiv“ sind

§ 112 StGB: Wahrheitsbeweis und § 113 StGB: Vorwurf einer schon


Beweis des guten Glaubens abgetanen gerichtlich strafbaren Handlung
• Bei Tatsachenbehauptungen, die einem • Dient der Absicherung der
Wahrheitsbeweis theoretisch zugänglich sind Resozialisierungschance
• Keine Strafe, wenn Behauptung als wahr erwiesen
• Nur strafbar wenn Darstellung einen
werden kann.
„Vorwurf“ (Tadel) enthält.
• Wird der Wahrheitsbeweis angeboten, so ist vom
Gericht zu überprüfen, ob die inkriminierte Äußerung • Biographische Darstellung erlaubt
in ihrem wesentlichen Aussagekern zutreffend ist -> • Freiheit der Wissenschaft (zeitgeschichtliche
Tatsachensubstrat -> gut argumentierte Kritik Darstellung)
• Achtung: Beweisthemenverbot bei Privatsphäre
• Größere Toleranz bei Politikern, soweit
Zusammenhang mit öffentlicher Funktion

Karl Schnell und der


§ 115 StGB: Beleidigung
Bundespräsident
• Karl Schnell über Bundespräsident Klestil im Jahr 2000
• Beschimpfung: derbe Missfallens-
• "Lump ist da eigentlich ein harmloser Ausdruck. Wir alle
kundgebungen, die sich auf inhaltslose kennen diesen Ausdruck. Lumpi nenn i mein Hund - des is a
netta, liaba Falott."
Vermittlung der Ablehnung beschränken. • In diesem Fall gab Klestil die Zustimmung zur Strafverfolgung.
• Verspottung: geistige oder körperliche • Schnells parlamentarische Immunität als
Landtagsabgeordneter wurde aufgehoben.
Gebrechen werden in einer lächerlich • Im Juli 2001 wurde er vom Landesgericht Wien zu einer
machenden Art hervorgehoben; dieser wird Geldstrafe von 100.000 österreichischen Schilling (rund 7200
Euro) verurteilt, das Oberlandesgericht Wien bestätigte das
also für etwas verspottet, wofür er „nichts Urteil im Dezember 2001.
kann”.
• http://de.wikipedia.org/wiki/Hump_%28Politik%29

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§ 116 Öffentliche Beleidigung eines


Beispiele verfassungsmäßigen Vertretungskörpers, des
Bundesheeres oder einer Behörde
• „Sau“ • Ehrendelikte können auch gegen Nationalrat,
Bundesrat, Landtag, Bundesheer oder sonstiger
• „dämlich“
Behörde begangen werden
• „bescheuert“

§ 152 StGB: Kreditschädigung § 297 StGB: Verleumdung


• Strafrechtlich verantwortlich wird, wer • Wissentlich falsche Verdächtigung hinsichtlich
unrichtige Tatsachen behauptet und dadurch einer gerichtlich strafbaren Handlung
den Kredit, den Erwerb oder das berufliche (Offizialdelikt) - konkrete Gefahr einer
Fortkommen eines anderen schädigt oder behördlichen Verfolgung
gefährdet.

Weitere strafrechtliche
Zivilrechtlicher Ehrenschutz
Bestimmungen
• Schadenersatz (selbst bei fahrlässiger • § 188 Herabwürdigung religiöser Lehren
Ehrenbeleidigung) • § 248 Herabwürdigung des Staates und seiner
Symbole
• Entgangener Gewinn (erst bei grober • § 276 Verbreitung falscher, beunruhigender
Fahrlässigkeit) Gerüchte
• Unterlassungsanspruch • § 281 Aufforderung zum Ungehorsam gegen Gesetze
• Widerruf • § 282 Aufforderung zu mit Strafe bedrohten
Handlungen und Gutheißung mit Strafe bedrohter
• Veröffentlichung Handlungen
• § 283 Verhetzung
• § 317 Herabwürdigung fremder Symbole
§ 1330 ABGB, § 6 MedG

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§ 120 StGB: Missbrauch von


Überblick zum Mediengesetz
Tonaufnahme- oder Abhörgeräten
• Wer ein Tonaufnahmegerät oder ein Abhörgerät • § 6 MedG: Verwirklichung des objektiven Tatbestandes der
benützt, um sich oder einen anderen von einer nicht üblen Nachrede, Beschimpfung, Verspottung und
öffentlichen und nicht zu seiner Kenntnisnahme Verleumdung.
bestimmten Äußerung eines anderen Kenntnis zu
verschaffen, ist zu bestrafen. • Anspruch auf Entschädigung
• Ebenso ist zu bestrafen, wer ohne Einverständnis des
Sprechenden die Tonaufnahme einer nicht • Ausschlussgründe; Einhaltung der journalistischen Sorgfalt
öffentlichen Äußerung eines anderen einem Dritten, und überwiegendes Interesse der Öffentlichkeit (§ 6 Abs 2 Z 2
für den sie nicht bestimmt ist, zugänglich macht oder lit b); wahrheitsgetreue Wiedergabe der Äußerung eines
eine solche Aufnahme veröffentlicht. Dritten und überwiegendes Interesse der Öffentlichkeit an der
Kenntnis der zitierten Äußerung

§ 7 MedG: Verletzung des höchstpersönlichen § 7a MedG: Schutz vor Bekanntgabe der


Lebensbereiches Identität in besonderen Fällen
• Bloßstellen eines Menschen durch Erörterung • Veröffentlichung von Name, Bild oder anderen
Angaben, die geeignet sind, in einem nicht
und Darstellung seines höchstpersönlichen unmittelbar informierten größeren Personenkreis
Lebensbereiches (Umstände des Privat- und zum Bekanntwerden der Identität einer Person zu
Familienlebens). führen, die Opfer einer gerichtlich strafbaren
Handlung geworden ist oder einer gerichtlich
strafbaren Handlung verdächtigt oder wegen einer
• Ausschlussgründe; Wahrheit und solchen verurteilt worden ist.
unmittelbarer Zusammenhang mit dem • Ausnahme: überwiegendes Interesse der
öffentlichen Leben Öffentlichkeit

§ 7b MedG: Schutz der


§§ 9 ff MedG: Gegendarstellung
Unschuldsvermutung
• Wenn eine Person als überführt oder schuldig • Jede durch eine unrichtige
hingestellt oder als Täter einer gerichtlich Tatsachenmitteilung, die in einem
strafbaren Handlung und nicht bloß als periodischen Medium verbreitet worden ist,
Tatverdächtiger bezeichnet wird und wenn der nicht bloß allgemein betroffene natürliche
Betroffene nur für Leser mit speziellen oder juristische Person (Behörde) hat
Kenntnissen erkennbar ist . Anspruch auf unentgeltliche Veröffentlichung
einer Gegendarstellung in diesem Medium

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§ 22 MedG: Verbot von Fernseh-,


Hörfunk-, Film- und Fotoaufnahmen
• Fernseh- und Hörfunkaufnahmen und -
übertragungen sowie Film- und Fotoaufnahmen von
Verhandlungen der Gerichte und unabhängigen
Verwaltungssenate sind unzulässig.

• Tonbandaufnahmen, die nicht Sendezwecken,


sondern der eigenen Gedächtnisstütze dienen, fallen
an sich nicht unter § 22 MedG. Achtung: In
Ausübung des Hausrechts kann aber der Richter oder
die Richterin eine Aufnahme- und
Übertragungsverbot (in etwa auch in den übrigen
Räumlichkeiten des Gerichts) verfügen.

§ 23 MedG: Verbotene Einflussnahme auf


§ 29 MedG - journalistische Sorgfalt
ein Strafverfahren
• Wer in einem Medium während eines • „Journalistischen Sorgfalt“ ist ein
gerichtlichen Strafverfahrens den entscheidendes Kriterium der Strafbarkeit der
vermutlichen Ausgang des Strafverfahrens Medieninhaltsdelikte und des Ausschlusses
oder den Wert eines Beweismittels in einer von Entschädigungsansprüchen.
Weise erörtert, die geeignet ist, den Ausgang
des Strafverfahrens zu beeinflussen, ist vom
Gericht mit Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen
zu bestrafen.

Grundsätze journalistischer
Journalistische Sorgfalt - Beispiele
Sorgfaltspflicht
• Meldungen der Nachrichtendienste (Vorsicht • Wahrung der Würde des Menschen
bei APA OTS) • Keine heimlichen Tonaufnahmen von Gesprächen
Dritter
• Amtliche Berichte • Keine Verfälschung von Aussagen durch Schnitt
• Bisher verlässliche Informanten, Quellen • Objektivität, Vermeidung von Parteinahme
• Berichterstattung und Sachanalyse als Ergebnis einer
Prüfpflicht abhängig von Verlässlichkeit der gründlichen Recherche
Quelle. • Keine Behauptungen über Personen, Institutionen
ohne vorhergehende Rückfrage beim Betroffenen

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§ 31 MedG: Redaktionsgeheimnis MedienG-Novelle 1.7.2005


• „Aussageverweigerungsrecht“; Recht des • Anpassung an das Internet
Medieninhabers (Verlegers), Herausgebers,
• Web-Site ist ein periodisches Medium
Medienmitarbeiters in Verfahren als Zeuge die
Aussage zu allen Fragen nach Informanten und deren • Web-Site-Betreiber/Newsletter-Versender =
Mitteilungen zu verweigern. Falls doch ausgesagt Medieninhaber
wird, muss die Aussage richtig sein! • Unterschied, ob eine Website
„meinungsbeeinflussend“ ist oder nicht
• Dient dem Schutz der journalistischen
Informationsquellen und damit der Pressefreiheit.

Bestimmungen aus dem


Internet
Privatradiogesetz (PrR-G)
• Access- und Serviceprovider sind keine • § 16, Programmgrundsätze
Medieninhaber – Objektivität und Meinungsvielfalt
• Verantwortung des Content-Providers – gesellschaftlichen Gruppen und Organisationen ist nach
Maßgabe redaktioneller Möglichkeiten Gelegenheit zur
• Freistellung von Entschädigungsansprüchen bei Darstellung ihrer Meinungen zu geben
Äußerungen Dritter auf einer Website bei Einhaltung
– Sendungen dürfen keinen pornographischen oder
der gebotenen Sorgfalt durch den Medieninhaber gewaltverherrlichenden Inhalt haben
• Impressumspflicht nach § 24 MedienG für große, die – Achtung der Menschenwürde und der Grundrechte
Meinungsbildung beeinflussende Web-Sites anderer. Kein Hass aufgrund von Rasse, Geschlecht,
Religion und Nationalität.
– Achtung der gebotenen journalistischen Sorgfalt

Urheberrecht
• Nicht nur materielle Sachen werden geschützt
sondern auch das geistige Eigentum
(Immaterialgüterrechte)

• Auch die gewerblichen Schutzrechte, das sind


das Marken-, das Patent-, das
Gebrauchsmuster zählen zum Bereich der
Immaterialgüterrechte.

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Urheberrecht Das Werk im Urheberrecht


• Das dem/der UrheberIn eines Werkes • Ausformung des Werkes von Bedeutung
zustehende Recht an seinem/ihrem geistigen – bloße Idee nicht schutzfähig
Eigentum
• Werke der Literatur, der Tonkunst, der
bildenden Künste und der Filmkunst
• Auch Formen moderner Kunst, wie etwa
Installationen oder elektronische Kunst
Computerprogramme werden zu den Werken
der Literatur gezählt.

Umfang des Urheberrechts Freie Werknutzungen


• Verwertungsrechte (=Nutzungsrechte) • Ausnahmen von den ausschließlichen
– das Recht auf Bearbeitung und Übersetzung (§ 14 Abs 2);
– das Recht auf Vervielfältigung (§ 15);
Verwertungsrechten des Urhebers
– das Recht auf Verbreitung (§ 16); – Vervielfältigung zum eigenen Gebrauch
– das Recht auf Vermieten und Verleihen (§ 16a): ist ein – das Zitatrecht
Unterfall des Verbreitungsrechts;
– das Recht auf Sendung (§§ 17, 17a, 17b); – die ‚Freiheit des Straßenbildes’
– das Recht auf öffentliche Wiedergabe (§ 18);
– das Zurverfügungsstellungsrecht (§18a): umfasst das
• Urheberrecht endet 70 Jahre nach dem Tod
Gebiet der Online-Nutzung; des Urhebers

FAQ zum Urheberrecht FAQ zum Urheberrecht


• Fällt eine ganze Website unter das • Sind Zeitungsfaksimiles ohne Zustimmung der
Urheberrecht? Rechteinhaber (Zeitungsverlage, Autoren, etc.)
– Aufzählung im UrhG taxativ (abschließend) möglich? Ist auch eine "Internetausstellung"
– Websites sind nicht angeführt erlaubt?
– Bestandteile Fotos, Grafiken, Texte oder – Vervielfältigung zum eigenen Gebrauch erlaubt
Programme, Musik- oder Videostücke sehr wohl – Zurverfügungstellungsrecht im Internet in der
geschützt Regel nicht erlaubt
– Der Verband Österreichischer Zeitungen bietet mit dem PDN-System die
Möglichkeit, Pressespiegel dem Urheberrecht entsprechend zu erstellen und
zu verbreiten und schafft damit für Unternehmen eine rechtssichere Basis.
– http://www.voez.at/b218m112

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FAQ zum Urheberrecht FAQ zum Urheberrecht


• Darf man Fotos oder Audio/Videoclips, die • Welche urheberrechtlich geschützten Werke
man auf Homepages findet (und lokal darf man ohne weiteres in der Schule und im
abspeichert), in der eigenen Homepage Unterricht verwenden?
einbauen? – freie Werknutzung zum eigenen Schul- und
– Lokales Abspeichern von Fotos noch durch die Unterrichtsgebrauch auch Kopien auf digitalen
freie Werknutzung der Vervielfältigung zum Trägern (CD, USB-Stick…)
eigenen Gebrauch gedeckt – Privatwirtschaftliche Weiterbildungsangebot nur
– Veröffentlichung im Internet – auch unter analoge Weitergabe
Nennung der Quelle – verletzt die Rechte des
jeweiligen Urhebers

FAQ zum Urheberrecht Bildnisschutz - Bildrechte


• Ist es unproblematisch, wenn man auf der • Bildnisse von Personen dürfen gem § 78 UrhG der
eigenen Homepage Hyperlinks zu anderen Öffentlichkeit nicht zugänglich gemacht werden,
Homepages setzt? wenn dadurch berechtigte Interessen (z.B.
– Hyperlinks sind generell unproblematisch, solange nicht der Eindruck erweckt
Privatleben) der Abgebildeten verletzt werden.
wird, der Inhalt der gelinkten Seite gehört zu der eigenen Seite. Ebenso
zulässig sind so genannte deep-links, das sind Hyperlinks, die nicht nur auf die
• Berechtigte Interessen werden zB verletzt wenn ein
Startseite einer Homepage gerichtet sind, sondern direkt auf Unterseiten. Bild unbefugt zu Werbezwecken verwendet wird.
– Dem Setzer von Links kommt auch die Haftungsbefreiung nach § 17 ECG zu
gute. Danach haftet dieser nicht, wenn sich auf der gelinkten Seite
– Erkennbarkeit
rechtswidrig verwendete Dateien etc. befinden, sofern er von dieser – Entwürdigung (Möglichkeit der Missdeutung genügt)
Rechtswidrigkeit nichts weiß. Sobald der Setzer hingegen auf eine
Rechtswidrigkeit hingewiesen wird, muss der Link sofort entfernt werden.

Eva Glawischnigs Baby Urheberrechte in der Radiofabrik


• Mit Baby bei Wahlveranstaltung (APA) 19.09.2006 Die Veröffentlichung eines Bildes von Glawischnigs Sohn wird jedoch


von den Grünen weiterhin vehement abgelehnt.
Die stellvertretende Bundessprecherin der Grünen, Eva Glawischnig, hat sich Montagnachmittag bei einer • AKM: Vertretung der Urheberrechte der
Wahlveranstaltung in der Wiener Innenstadt gemeinsam mit ihrem Ehemann Volker Piesczek und ihrem vier Monate alten


Sohn Benjamin in der Öffentlichkeit gezeigt. Die Veröffentlichung eines Bildes von Glawischnigs Sohn wird jedoch von den
Grünen weiterhin vehement abgelehnt.
Ihr Argument: Das Kind sei Teil des Privatlebens von Glawischnig, und es gebe kein öffentliches Interesse an einem Foto -
Musiker
• LSG: Urheberrechte der Plattenlabels
außer Neugier. Medienrechtsexperten beurteilen die rechtliche Situation unterschiedlich.
• Juristisch ist die Sache eine Frage des "Bildnisschutzes". Im Urheberrechtsgesetz (Paragraf 78) heißt es, "Bildnisse von
Personen" dürfen nicht veröffentlicht werden, "wenn dadurch berechtigte Interessen des Abgebildeten ... verletzt würden".
• Der Wiener Medien-Anwalt Michael Pilz meint, dass im konkreten Fall aus rechtlicher Sicht mehr für als gegen eine
Bildveröffentlichung spreche. "Wenn Frau Glawischnig nicht möchte, dass ihr Kind fotografiert wird, dann sollte sie ihr Kind
zu so einer Veranstaltung nicht mitnehmen." Wenn sich die Familie in die Öffentlichkeit begebe, sei es nicht ehrenrührig,
wenn ein Fotograf ein Bild mache.
• Austro Mechana: Kopieren von geschützten
• Ähnlich argumentiert der ebenfalls auf Medienrecht spezialisierte Anwalt und Kurzzeit-Justizminister Michael Krüger: "Wenn
das Kind öffentlich in den Wahlkampf einbezogen und zu einer politischen Kundgebung mitgenommen wird, dann ist das
Kind den Blicken eines großen Personenkreises ausgesetzt." Ein "Bildnisschutz" sei damit "garantiert nicht mehr gegeben".
Werken
• Anders die Rechtsmeinung der Wiener Anwältin und Medienrechts-Expertin Maria Windhager. Der Anlassfall sei ein "echter


Grenzfall", meint sie. Eine Bild-Veröffentlichung ist ihrer Meinung nach trotzdem nicht rechtens, "weil Kinder besonders
schutzwürdig sind". Auch für Politikerfamilien gebe es ein Recht auf Privatleben.
Ein Foto von Glawischnigs Baby hätte keinerlei Informationswert, es würde nur um die Befriedigung der Neugier gehen. Dass
• Litera Mechana: Literatur
das Kind bei Wahlkampfauftritten dabei ist, sei verständlich. Schließlich müsse eine junge Mutter ihr Kind in der Nähe haben.
• Ähnlich die Argumente der Grünen: Glawischnig sei stets bemüht, ihr Politikerleben und ihr Familienleben "ganz streng zu
trennen". Als junge Mutter wolle sie ihr Kind jedoch in ihrer Nähe haben. Es sei jedoch nicht immer möglich, das Baby mit
der Betreuungsperson - abwechselnd der Vater und die Schwiegermutter - hundertprozentig abzuschirmen. Die Grünen
appellieren an die Fairness und bitten die Medien um Verständnis.
• Ganz anders gehandhabt wurde und wird die Frage von einer anderen jungen Mutter in der Innenpolitik: Justizministerin
Karin Gastinger (B), die Mitte Juli ihren Sohn Max zur Welt gebracht hatte, ließ Ende August ein Foto von ihr mit ihrem Baby
veröffentlichen.

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26.05.2011

CBA Urheberrechte CBA


• Personen, die Sendungen mit urheberrechtlich
geschützter Musik uploaden, können dafür
haftbar gemacht werden
• Entfernen der Sendungen, Schadenersatz,
Strafe
• AKM weiß davon, tut aber nichts
• Risiko vorhanden, aber gering
• Sicherheit: Creative Commons

Creative Commons Internetlinks zum Thema


• Weltweite Bewegung von Kreativschaffenden • Web-Site eines Salzburger Richters
www.internet4jurists.at
• Möglichst viele Urheber sollen motiviert • Verlag Medien & Recht
werden, ihre Werke unter bestimmten www.medien-recht.com
Bedingungen der Öffentlichkeit • Unabhängige, kostenlos zugängliche Informationsplattform
www.rechtsprobleme.at/urheberrecht.html
bereitzustellen.
• Rechtsinformationssystem des Bundes
• http://www.creativecommons.at/ www.ris.bka.gv.at
• Knowledge Base Law (KB:Law)
http://kb-law.info/
• Piratenpartei Österreichs
http://www.ppoe.or.at/

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