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UNTERSUCHUNGEN

Nach der Anamnese können zur Abklärung der weiteren Behandlung verschiedene Untersuchungen nötig werden,
von denen wir hier die häufigsten nennen.

Die körperliche Untersuchung nach IPPAF Schema:


I = Inspektion: Betrachtung des Patienten
P = Palpation: Abtasten des Patienten
P = Perkussion: Abklopfen bestimmter Körperregionen
A = Auskultation: Abhören verschiedener Körperregionen, in der Regel mit einem Stethoskop
F = Funktionsuntersuchung: Test einzelner Körperfunktionen, zum Beispiel der Reflexe

Eine Blutabnahme ist fast bei jedem Patienten notwendig, denn viele Körperfunktionen und Krankheitszeichen
können durch Blutuntersuchungen kontrolliert werden. Wenn das Ergebnis Ihrer Blutuntersuchung in einzelnen
Bereichen Abweichungen von den Normwerten aufweist, werden Sie umgehend darüber informiert und eine
eventuell nötige Behandlung mit Ihnen besprochen. Die Blutabnahme wird in der Regel im Zimmer durchgeführt.

Die Urinuntersuchung, auch Urintest, Harnuntersuchung oder Urin- bzw. Harnanalyse genannt, ist eine
der grundlegenden Diagnosemethoden in der Medizin und dient dazu, die Zusammensetzung und
Beschaffenheit des Urins zu prüfen sowie das Vorhandensein verschiedenster Substanzen im Urin
nachzuweisen.
Stoffe, die beim Gesunden nicht im Urin vorkommen, sowie Urinwerte, die von der Norm abweichen,
können Hinweise auf eine Erkrankung geben. Auch eine Schwangerschaft lässt sich über den Urin
nachweisen.
Konkret wird ein Urintest in folgenden Fällen durchgeführt:
bei Verdacht auf einen Harnwegsinfekt (z.B. Blasenentzündung) oder andere Harnwegs- oder
Nierenerkrankungen
zur Verlaufskontrolle solcher Erkrankungen
zum Nachweis von Blut im Urin
zum Nachweis von Eiweiß (Protein) im Urin sowie Zucker (Glukose) im Urin, zum Beispiel zur Erkennung
eines Diabetes mellitus
als Schwangerschaftstest

83/3b / Patientenanleitung / für eine Mittelstrahlurinuntersuchung

Ihr Arzt….angeordnet, weil Sie beim Wasserlassen Schmerzen haben, das auf
eine Harnweginfektion hinweisen kann .
Beschriften Sie den Urinbecher mit Ihrem Namen , dann entleeren Sie Ihre
Harnblase ( in den Becher)!
Verwerfen Sie das erste und letzte Drittel Urin!
Fangen Sie nur das zweite Drittel Urin mit dem Urinbecher auf!
Stellen Sie den Becher mit Mittelstrahlurin auf das Regal!
Arten von
Gewinnungszeitpunkt
Urinproben

Spontanurin Die Gewinnung erfolgt zu einem beliebigen Zeitpunkt. 

Erster
Die Gewinnung erfolgt aus dem ersten gelassenen Urin am Morgen.
Morgenurin

Zweiter Der zweite Morgenurin wird mindestens zwei Stunden nach dem ersten
Morgenurin Morgenurin gewonnen.

Mittelstrahlurin sollte nach Möglichkeit aus dem ersten Morgenurin


Mittelstrahlurin gewonnen werden, ansonsten sollte die letzte Blasenentleerung möglichst
lange zurückliegen.

Sammelurin wird über 24 Stunden gesammelt, beginnend mit dem zweiten


Morgenurin. Danach sammeln Sie für 24 Stunden sämtlichen Urin – auch
Sammelurin
nachts – in dem Urin-Sammelbehälter, einschließlich der Blasenentleerung
am Morgen (erster Morgenurin).
Eine Stuhluntersuchung wird bei Abweichungen von normaler Stuhlkonsistenz, Stuhlform, Stuhlfarbe,
Stuhlgeruch, unklaren Schleimbildungen, Blutauflagerungen und Durchfällen durchgeführt: Zum Nachweis
von verstecktem (okkultem) Blut im Stuhl bei Darmpolypen, Darmdivertikel, oder Darmkrebs.
Wenn über längere Zeit unklare Beschwerden im Bereich des Verdauungstraktes bestehen wie zum
Beispiel Bauchschmerzen, Krämpfe, Durchfall oder Verstopfung, dann ist immer eine Stuhluntersuchung
notwendig.
Anhand einer Stuhlprobe kann der Spezialist zum Beispiel erkennen, ob Krankheitserreger wie Würmer
oder Bakterien im Stuhl enthalten sind. Verstecktes Blut im Stuhl kann auf Entzündungen,
Schleimhautvorwölbungen (Polypen) oder Krebs hinweisen.
Bei folgenden Beschwerden ist ein Stuhltest sinnvoll:
Akute Durchfälle (Test auf Bakterien, Viren, Parasiten)
Verdauungsstörungen wie Maldigestion (Test auf Fettausscheidungen)
Störungen der Bauchspeicheldrüse (Test auf Fettausscheidung und das Verdauungsenzym Pankreas-
Elastase-1)
Blutungen im Darm (Test auf nicht sichtbares Blut im Stuhl)
Verdacht auf bzw. Vorsorge von Darmkrebs (Test auf nicht sichtbares Blut im Stuhl)
Mit dem EKG werden die Aktionsströme Ihres Herzens in Form mehrerer Linien mit charakteristischen
Ausschlägen aufgezeichnet. Um ein EKG zu erstellen, wird man Sie bitten, sich hinzulegen. Elektroden
werden an der Brust und den Gliedmaßen befestigt. Die Untersuchung ist schmerzlos und in keiner Weise
gefährlich. Aus dem Kurvenverlauf lassen sich mögliche Herzrhythmusstörungen und andere Erkrankungen des
Herzens erkennen. Manche Störungen können allerdings erst durch ein "Belastungs-EKG" überprüft werden. Dazu
fahren Sie mit unterschiedlicher Belastung auf einem Fahrrad (Hometrainer), während am Körper angebrachte
Elektronen wiederum Ihre Herzaktivitäten messen und aufgezeichnet werden (beachten Sie bei der Kleiderwahl,
dass Sie dabei etwas schwitzen werden), Andere Herzerkrankungen lassen sich am besten durch ein "Langzeit-EKG"
erkennen, bei dem Sie 24 Stunden ein kleines Gerät tragen, mit dem die Herzströme über den gesamten Zeitraum
erfasst werden.

Eine Ultraschalluntersuchung, auch Sonografie genannt, wird meist im Liegen durchgeführt. Über den Schallkopf des
Gerätes werden Ultraschallwellen in Ihren Körper ausgesandt, die von Organen, Blutgefäßen und Knochen auf
verschiedene Weise reflektiert werden und über den Schallkopf wieder aufgenommen und in spezifischer Form auf
einem Bildschirm dargestellt werden.

Mittels Ultraschall können Herz, Bauchorgane, Bauchgefäße, Nieren und vieles mehr untersucht werden. Da
Ultraschalluntersuchungen ohne jegliche Form der Stahlung auskommen, werden sie regelmäßig auch während
einer Schwangerschaft angewandt. Was zeigt, wie ungefährlich die Untersuchung ist.

Sie sollten möglichst nüchtern zur Untersuchung gehen, mit leerem Darm, aber voller Blase. Ein voller Darm würde
den Blick auf manche Organe erschweren, eine gefüllte Blase leitet dagegen die Schallwellen besser.

Bei der Röntgenuntersuchung werden die zu untersuchenden Körperteile für den Bruchteil einer Sekunde mit
Röntgenstrahlung bestrahlt.

Machen Sie uns darauf aufmerksam, wenn bereits früher die gleichen Untersuchungen gemacht wurden. Wann
immer möglich, sollten Voraufnahmen mit in die Klinik gebracht werden, damit wir vergleichen können und unnötige
Röntgenaufnahmen vermieden werden. Unser Ziel ist es, die Strahlenbelastung für Sie so gering wie möglich zu
halten.

Denken Sie bitte daran, im Anschluss der Untersuchung von einem Mitarbeiter der Röntgenabteilung Ihren
Röntgenpass ausfüllen zu lassen.

Bei der Untersuchung im Computertomografen (CT) werden Sie liegend in eine Untersuchungsröhre geschoben. Die
Untersuchungsöffnung ist recht groß. Außerdem besteht während der gesamten Untersuchungsdauer Sprachkontakt
zur Röntgenassistentin, so dass Sie sich jederzeit melden können, wenn es Ihnen nicht gut gehen sollte. Die
Untersuchungsdauer beträgt 15 bis 30 Minuten.

Die Computertomografie ist ein computergesteuertes Röntgenverfahren. Dabei wird der Körper bildlich gesprochen
„in Scheiben geschnitten". Der Arzt erhält damit einen sehr genauen Überblick über gesunde und erkrankte
Strukturen der Organe, Muskulatur, Wirbelsäule oder des Kopfes. Das herkömmliche Röntgen kann der CT dennoch
nicht ersetzen. Auch ist die Strahlenbelastung im CT etwas höher als bei einer Röntgenuntersuchung. Ihr Arzt wird
die für Ihre Erkrankung geeignete Untersuchung auswählen.

Die Kernspintomographie, im medizinischen Fachjargon zunehmend auch Magnetresonanztomographie (MRT)


genannt, zeichnet sich dadurch aus, dass Sie bei der Untersuchung keiner Strahlenbelastung ausgesetzt sind. Die
Aufnahme selbst findet wie beim Computertomografen (CT) in einer Röhre statt. Auch hier sorgen die große Öffnung
der Röhre und der ständige Sprachkontakt dafür, dass Sie keine Platzangst befürchten müssen. Die Untersuchung
dauert zwischen 15 und 30 Minuten.

Die MRT macht das Verhalten der körpereigenen Atome in einem starken magnetischen Feld sichtbar und nutzt zur
Bilddarstellung den Computer. Die Arbeit des MRT nehmen Sie als unterschiedlich laute, mal langsame, mal in
rascher Folge hörbare Klopfgeräusche wahr, die aber harmlos sind. Besonders häufig wird die MRT zu
Untersuchungen der Wirbelsäule und des Gehirns herangezogen.

Endoskopie allgemein
Mit der Endoskopie lassen sich Körperhöhlen und Hohlorgane betrachten. Dazu schiebt der Internist einen
biegsamen Gummischlauch oder ein dünnes Metallrohr, das so genannte Endoskop, in eine künstlich geschaffene
oder natürlich vorhandene Körperöffnung.

Die für herkömmliche Endoskope unzugänglichen Bereiche des Dünndarms kann der Arzt mit einer
Weiterentwicklung der Endoskopie, der so genannten Kapselendoskopie, untersuchen. Dabei verschluckt der Patient
eine Kapsel mit einer Kamera. Durch die Darmtätigkeit wandert die Kapsel durch den gesamten Darm und nimmt
dabei in regelmäßigen Abständen Bilder auf.

Eine weitere neue endoskopische Untersuchungsmethode des Dünndarmes stellt die Doppelballon-Endoskopie dar,
die vor allem zur Klärung unklarer Blutungen oder zur Erkennung seltener Dünndarmtumoren eingesetzt werden
kann.

Endoskopisch einsehbar sind Brustraum (Thorakoskopie, Mediastinoskopie), die großen Atemwege bis zu den
Bronchien (Bronchoskopie), der Magendarmtrakt (Gastro-, Kolo-, Rekto-, Proktoskopie) und der Bauchraum
(Laparoskopie). Außerdem können manche Gelenke auf diese Weise untersucht werden (Arthroskopie). Die
Endoskopie wird zum Teil auch mit anderen medizinischen Methoden kombiniert, wie z. B. mit operativen Eingriffen
zur Gewebsentnahme (Biopsie) oder mit einer Röntgenuntersuchung.

Eine über natürliche Körperöffnungen wie Mund oder After durchgeführte endoskopische Untersuchung ist meist
schmerzlos, wird jedoch manchmal als unangenehm empfunden. Die Patienten werden deshalb lokal betäubt und
erhalten zusätzlich ein Beruhigungsmittel.
Sodbrennen, Bauchschmerzen oder Bluterbrechen - zur Abklärung dieser Symptome kann der Arzt eine
Magenspiegelung, auch Gastroskopie, veranlassen. Mithilfe eines Endoskops betrachtet ein Gastroenterologe den
oberen Verdauungstrakt. So kann er viele Magen-Darm-Erkrankungen diagnostizieren. Heutzutage ist die
Magenspiegelung eine sehr schonende und effektive Diagnose- und Therapiemethode.
In der Regel wird eine Gastroskopie ambulant durchgeführt. Bei dieser schonenden Untersuchung wird ein dünnes,
flexibles, schlauchartiges Untersuchungsinstrument, ein sogenanntes Endoskop, durch den Mund eingeführt. Dieses
Endoskop ist mit einer kleinen Kamera versehen. So kann der Gastroenterologe die Schleimhaut der Speiseröhre, des
Magens und des Zwölffingerdarms - den ersten Abschnitt des Dünndarms - betrachten. Mithilfe dieser Untersuchung
kann der Arzt in der Regel eine präzise Diagnose stellen. Die Methode bietet sogar die Möglichkeit, kleine Eingriffe
sofort durchzuführen.

Eine Darmspiegelung (Koloskopie) wird zur Darmkrebsvorsorge empfohlen. Außerdem bei:


 Anhaltenden Durchfällen
 Blutabgängen oder unklarer Blutarmut (Anämie)
 Röntgenologisch vermuteten Darmpolypen oder bösartigen Tumoren (Kolonkarzinom)
 Polypen
 Verdacht auf entzündliche Darmerkrankungen
Eine Magenspiegelung (Gastroskopie) wird empfohlen bei:
 Anhaltender Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen
 Unklaren Schluckstörungen
 Wiederholtem Sodbrennen
 Blutungen im Magen-Darm-Trakt
 Oberbauchschmerzen
Die endoskopische Untersuchung von Gallenwegen und Bauspeicheldrüse (Endoskopische retrograde Cholangio-
Pankreatikographie, ERCP) wird empfohlen bei:
 Verdacht auf Behinderung des Galleabflusses durch Gallensteine
 Verdacht auf Bauspeicheldrüsenentzündung durch Gallensteine
 Verdacht auf gutartige oder bösartige Geschwülste im Bereich des Gallengangs, des
Bauchspeicheldrüsenkopfs oder auch der Gangmündung in den Zwölffingerdarm
 Chronischen Entzündungsprozessen in den Gallengängen
Mögliche operative Maßnahmen bei allen Verfahren:
 Entfernung von Fremdkörpern, Gallensteinen
 Dehnung (Bougierung) von Verengungen bzw. Schienung (Stenting) mit Drahtgitterröhren oder
Plasrikröhrchen
 Entfernung von Polypen
 Stillen von Blutungen
Die Mammografie ist eine Röntgenuntersuchung der Brust zur Früherkennung von Brustkrebs (Mammakarzinom)
oder dessen Vorstufen. Dazu gehören kleine Kalkablagerungen (Mikrokalk), Knoten, Verdickungen, Asymmetrien
oder andere Störungen in der Gewebearchitektur der Brust.

Ultraschall :
Die Ultraschalldiagnostik findet in sehr vielen Bereichen der Medizin Anwendung. Ihre Haupteinsatzgebiete sind:
 Untersuchung von Organen des Bauchraumes und des Beckens (Leber, Gallenblase, Milz, Magen, Darm,
Bauchspeicheldrüse, Nieren, Harnblase, Prostata, weibliche Geschlechtsorgane etc.),
 Untersuchung des Herzens (Echokardiographie),
 Untersuchung von Weichteilgeweben (Muskel-, Fettgewebe, Haut etc.),
 Untersuchungen von Gefäßen,
 Untersuchungen in der Schwangerschaft.

Biopsie

Unter Biopsie versteht man die Entnahme von „Proben“ (z.B. Gewebe, Flüssigkeiten) aus dem menschlichen Körper.
Dies geschieht einerseits durch die Einführung einer Hohlnadel über die Hautoberfläche und Punktion von Organen,
Geweben oder Hohlräumen, andererseits durch einen endoskopischen oder chirurgischen Eingriff. Häufig werden
zur Planung und Durchführung der Punktion je nach Lokalisation und Tiefe, bildgebende Verfahren wie Ultraschall,
CT und MRT eingesetzt.

Eine Biopsie dient zur Unterscheidung zwischen gutartigem, bösartigem oder entzündlich verändertem Gewebe.
Mithilfe der Biopsie können durch die Pathologin/den Pathologen Veränderungen auf zellulärer Ebene in Organen
festgestellt und genau klassifiziert werden. Biopsien sind erforderlich zur Abklärung tumorverdächtiger Befunde z.B.
in der Brustdrüse, Schilddrüse, Lunge, Leber, Niere, in Magen, Darm, Lymphknoten, Weichgeweben und Knochen.
Das Ergebnis der Biopsie ist ein entscheidendes Kriterium für die weitere Behandlung und die Prognose der
Patientin/des Patienten.

Bei bestimmten entzündlichen Erkrankungen oder bei Krebs kann es zu symptomatischen Flüssigkeitsansammlungen
(z.B. Serom, Erguss, Abszess, maligner Erguss) in den Hohlräumen des menschlichen Körpers (Bauchhöhle,
Brusthöhle) kommen. Mithilfe einer gezielten Punktion kann Gewebsflüssigkeit abgesaugt und zur weiteren
Untersuchung gewonnen werden, bzw. über eine Drainage therapiert werden.

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