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Französische Revolution
(2,951 words)

1. Vorbemerkung
Article Table of Contents
Die F. R. (1789–1799) erwuchs aus dem Zusammentre fen
1. Vorbemerkung
einer schleichenden Delegitimierung der alten
Ständegesellschaft und der Monarchie durch die Kritik 2. Phasen des
der Au lärung, aus subversiver »Politpornographie« [18] Revolutionsprozesses
und Reformfeindschaft der Privilegierten [23], aus der 3. Faktoren der
Krise des Textilgewerbes und einer Überteuerung des Radikalisierung
Brotes ( Lebensmittelunruhen). Sie gilt aufgrund ihres 4. Politische Kultur
neuartigen Prozesscharakters und ihres 5. Außenwirkungen
Facettenreichtums als Schlüsselvorgang an der Schwelle
zur Moderne, als Leitrevolution des revolutionären
Zeitalters, als Modell für das Konzept der politischen
Revolution überhaupt. Der schier uferlosen Flut von Flugschriften und Reden, Protokollen und
Gesetzen, Plakaten und Medaillen, Bildern und Liedern, Theaterstücken und Opern, die sie
hinterlassen hat, entspricht eine kaum übersehbare, zunehmend regionalhistor.
Sekundärliteratur [26], v. a. seit den 200-Jahrfeiern von 1989 [40]. Während die ältere
Forschung in der F. R. primär einen Umbruch der Wirtschafts- und Sozialstruktur sah, wird
heute ihr politisch-kultureller Charakter [60] immer deutlicher [30]: etwa im Sinne des
hegelschen Diktums, dass sich mit der F. R. eine Nation in der Nz. erstmals »auf den Gedanken
gestellt« [33. 864] und Ideen zur Grundlage ihrer Politik gemacht habe.

Rolf Reichardt

2. Phasen des Revolutionsprozesses

Die F. R. frappierte schon die Zeitgenossen durch ihren konsequenten, scheinbar
unau altbaren, sich steigernden Verlauf, in dem ein Jahrzehnt so grundsätzliche
Veränderungen bewirkte wie sonst ein ganzes Jahrhundert. Man sah in ihr einen Neubeginn
der Geschichte (Ancien Régime). Genau besehen bestand sie aus drei komplementären,
einander wechselseitig beein ussenden und radikalisierenden Revolutionen [29].
/
1789 begann der Umbruch auf den Generalständen in Versailles mit der staatsrechtlich-
parlamentarischen Revolution des 17.6., als die zur untertänigen Beratung des Königs
einberufenen Deputierten des Dritten Standes (franz. tiers état) sich zur Assemblée nationale (
Nationalversammlung) erklärten, die liberalen Vertreter von Klerus und Adel auf ihre Seite
zogen und damit die königliche Souveränität okkupierten [52]. Am 14.7. folgte mit der
Eroberung der Bastille in Paris und den ersten aufgespießten Köpfen von »Verrätern« die
Revolution der städtischen Volksmenge; ausgelöst durch Anzeichen eines reaktionären
Staatsstreichs, verlieh sie der Nationalversammlung politischen Rückhalt und den
aufständischen Kleinbürgern ein neues Bewusstsein ihrer Stärke. Vage Nachrichten dieser
Versailler und Pariser Ereignisse, verbunden mit aufgestautem Hass auf die Grundherrschaft
und mit großen Reformho fnungen, die sich bei den Wahlen zu den Generalständen geäußert
hatten [54], führten unmittelbar anschließend auf dem Lande zur Bauernrevolution, zunächst
in Form der Grande Peur. Diese trieb wiederum das revolutionäre Parlament an: Um die
Brandschatzung adeliger Schlösser und die Vernichtung grundherrlicher Urkunden durch
bäuerliche Haufen einzudämmen, dekretierte es in der Nachtsitzung vom 4. zum 5.8. die
Abscha fung der Feudalität ( Feudalgesellschaft) – allerdings mit der Au age an die Bauern,
sich von ihrer Abgabenp icht freizukaufen (Leistungen, bäuerliche) [28].

In der Folgezeit prägten diese drei Teilrevolutionen den Gesamtprozess der F. R. mit
unterschiedlicher Intensität. Während die »autonomen« Agrarunruhen regional und zeitlich
verstreut in den unterschiedlichsten Formen auftraten und erst im August 1793 die
entschädigungslose Abscha fung aller Feudalabgaben erkämpfen konnten [4], intensivierte
sich das Wechselspiel zwischen Nationalversammlung und städtischer Volksrevolution infolge
des 5. und 6. 10. 1789. Von Nahrungsangst getrieben, zogen damals Tausende von Marktweibern
(später »Poissarden«, i. e. »Fischweiber« genannt) nach Versailles und holten den König nach
Paris. Die Nationalversammlung folgte alsbald in die Hauptstadt.

Im dem Maße, wie sich die Volksbewegung nun organisierte und wie die Debatten im
Parlament – auf den Tribünen vom Publikum verfolgt – die Kluft zwischen Revolutionären und
Gemäßigten vertieften, betrieben Aktivisten der Straße in »revolutionären Kampftagen«
(journées révolutionnaires) die politisch-soziale Radikalisierung. Wurden republikanische
Demonstranten auf dem Pariser Marsfeld am 17. 7. 1791 noch von der Nationalgarde
niedergeschossen [5], so zwangen die Sansculotten die Nationalversammlung mit dem
Tuileriensturm (10. 8. 1792) zur Erklärung der Republik und mit bewa fneten Aufmärschen
(31.5./2. 6. 1793) zur Ausmerzung der »gemäßigten« Girondisten (nach den Abgeordneten des
Departements Gironde) [55] sowie im September 1793 zur Verfolgung der »Verdächtigen« und
zur Festsetzung von Höchstpreisen (maximum) für Lebensmittel.

Nun übernahm die radikalrevolutionäre »Bergpartei« (montagnards) im Parlament die


Initiative, indem sie mit dem Comité de salut public (Wohlfahrtsausschuss) unter Robespierre
eine Notstandsdiktatur ausübte (Terreur) sowie im April und Mai 1794 die letzten journées der
Sansculotten und damit die radikale Volksbewegung unterdrückte [57].

/
Auch nach dem Sturz Robespierres am 27. 7. 1794 [16] sowie unter dem Directoire amtierte das
Parlament in abgeschwächter Form weiter und liquidierte mit der »Verschwörung der
Gleichen« unter Babeuf (8. 5. 1795) die protokommunistischen Ausläufer der sozialen
Revolution, bis Napoleon Bonaparte mit seinem Staatsstreich die Revolution für beendet
erklärte (9./10. 11. 1799).

Rolf Reichardt

3. Faktoren der Radikalisierung

Unter den Kräften und Problemen, welche die aufsteigende Kurve der F. R. zeitweise bes.
mitbestimmten, war König Ludwig XVI. eine der wichtigsten. Anfänglich als »Erneuerer«
Frankreichs bejubelt, verlor er durch sein Veto (Vetorecht) gegen die Abscha fung des alten
Klerus und noch mehr durch seinen in Varennes gestoppten Fluchtversuch (20. 6. 1791) rapide
an Ansehen. Sein am 14. 9. 1791 geleisteter Verfassungseid wurde fragwürdig, als
demonstrierende Sansculotten ihn vergeblich zur Unterzeichnung neuer Gesetze drängten
(20. 6. 1792) und man seine landesverräterische Geheimkorrespondenz entdeckte. So scha fte
das im September 1792 gewählte Parlament (Convention) das Königtum ab (21.9.), verurteilte
den Bürger »Louis Capet« in einem Strafprozess zum Tode und ließ die Hinrichtung am 21. 1. 
1793 durch die Guillotine ö fentlich vollziehen [24].

Ludwigs Haltung hing mit der revolutionären Finanz- und Kirchenpolitik zusammen. Denn um
den Haushalt zu sanieren, verstaatlichte die Nationalversammlung die Kirchengüter (2. 11. 1789)
und ließ sie zum Vorteil von Bürgern und Bauern versteigern [11], entzog aber damit und mit
der Abscha fung des Zehnten der kath. Kirche die ökonomische Basis. Die Zivilverfassung des
Klerus (12. 7. 1790) erwies sich als zweischneidiger Ersatz, weil sie die staatliche Besoldung der
Pfarrer an den Eid auf die umstrittene Verfassung band [56] und so nicht nur Verfolgungen der
»Eidverweigerer«, sondern mittelbar auch eine breite Dechristianisierungs-Welle provozierte
[58].

Bei all diesen Auseinandersetzungen ging es darum, mit dem Adel (19. 6. 1790) und den alten
Obergerichten (6. 9. 1790), den Binnenzöllen (31. 10. 1790), Zünften und Korporationen (2. 3. 
1791) die Privilegien- und Ständegesellschaft des Ancien Régime zu beseitigen (vgl. Abb. 1) und
an ihrer Stelle eine Ordnung demokratischer Freiheit und Rechts- Gleichheit zu errichten: von
der Menschen- und Bürgerrechtserklärung Ende August 1789 und der Neugliederung
Frankreichs in Departements (26. 2. 1790) über die Einführung einer allgemeinen Grundsteuer
(23. 11. 1790) bis hin zu einem neuen Zivil- und Strafrecht mit entsprechender Justiz [46]; [2];
[59]. Wie sehr dieser Wandel dem Auf- und Abschwung der Revolution unterlag, zeigt der
Wechsel der Konstitutionen von der liberalen Verfassung der konstitutionellen Monarchie [27]
zur egalitären Verfassung der Jakobiner (Jakobinismus) [7] und von der republikanischen
Verfassung des Directoire [8] zur elitären Konsulatsverfassung von 1799. Doch ein
demokratisches Prinzip der F. R. überstand die Regimewechsel trotz mancher
Einschränkungen: die Bestellung aller neuen Amtsinhaber durch das Männer-Wahlrecht, das
sowohl für die Abgeordneten als auch für die Richter, Departementalräte und Pfarrer galt [21].
/
Direkter als der Umbruch des Rechts bestimmte jedoch
der Krieg den Verlauf der F. R. Hatte Ludwig XVI. am 20. 4. 
1792 Österreich den Krieg in der Ho fnung erklärt, dass
eine Invasionsarmee ihn befreien und die Revolution
zerschlagen werde, so löste er damit im Gegenteil eine
ungeahnte Mobilisierung der republikanischen Kräfte aus
( Levée en masse). Vaterlandsbegeisterte
Freiwilligenverbände und Linientruppen fügten Preußen
und Österreich bei Valmy eine symbolträchtige
Niederlage zu (21./22. 9. 1792), während in Paris Abb. 1: Joseph-Si fred Duplessis,
verängstigte Revolutionsaktivisten die »Verdächtigen« in Die Französische Revolution
den Gefängnissen lynchten. Denn während die Armeen unter der Regierung Ludwigs
der F. R. von der Befreiung zur Eroberung übergingen und XVI., geschehen am 14. Juli 1789
den Söldnertruppen der alten Mächte überlegen blieben und am 10. August 1792, Paris
[10], nährte der Krieg unter den Revolutionären in 1792 (Aquatintaradierung). Die
Frankreich den permanenten Verdacht gegen Saboteure großformatige, sorgfältig
und Verräter. Als daher die Bauern der Vendée im März ausgearbeitete, in der Legende
1793 gegen Zwangsaushebungen rebellierten ausführlich erklärte Allegorie
(Gegenrevolution) und anschließend Städte wie inszeniert den
Bordeaux und Lyon sich von der Radikalisierung in Paris Revolutionsprozess als satirische
distanzierten [3], sahen sich die Revolutionäre von einem Leichenprozession der
»Zweifrontenkrieg« bedroht, mit dem Robespierre und Missstände des Ancien Régime.
seine Anhänger die gewaltsame Verfolgung und Diese symbolisiert in der Mitte
Terrorisierung aller wirklichen oder vermeintlichen des Bildes ein mit den Insignien
Gegner im Inneren Frankreichs rechtfertigten. der alten Mächte (Mitra, Kreuz,
Bischofs- und Richterhüte,
Rolf Reichardt Kronen, grundherrliche
Urkunden) beladener Katafalk;
4. Politische Kultur er wird von Abgeordneten der
Nationalversammlung getragen
Von diesen wechselnden Faktoren vorangetrieben,
und von den »Lastern« sowie
beruhte die F. R. durchgängig auf einer neuen politischen
einem Narren umtanzt. Die
Kultur [6], einer demokratisierten Ö fentlichkeit und
Hauptabteilungen des Zuges im
Soziabilität [49]. Sie erst verbreiteten die revolutionäre
Mittelgrund bilden rechts die
Meinungsbildung und mobilisierten die zahlreiche
Opfer der alten Justiz von Jean
Anhängerschaft. Eine Flut von Flugschriften [35], mehr
Calas bis Henri Masers de
als 300 neue Zeitungen mit Au agen bis zu 20 000
Latude, hinter dem Sarg die
Exemplaren [47], tausende politischer Bild ugblätter [34]
»Tugenden« und führende
und Lieder (Revolutionsmusik) [15] propagierten die
Abgeordnete der
Ideologie der Revolution auf Straßen und Plätzen in
Nationalversammlung sowie
volksnaher Sprache, unerhört schnell, massenhaft und
weiter links – mit
preiswert. Ansätze zu einer Demokratisierung auch der
Leichenbittermienen – die
Grundschulen nutzten und unterstützten solche
aristokratischen Verlierer der
politische Didaktik [32].
abgescha ften Privilegien. Ihnen /
Mit dieser Medienrevolution korrespondierte eine folgen links in der dritten Reihe
Clubbewegung, die auf dem Höhepunkt der Revolution auf erbeuteten Adelskarossen
an die 6 000 Sozietäten zählte, nach Robespierres Sturz die triumphierenden Sieger der
unterdrückt wurde, aber unter dem Directoire wieder Bastille, aus deren Steinen
au ebte. Zu ihr gehörten nicht nur die Jakobinerclubs patriotische Frauen nebenan
(Jakobinismus), sondern auch die o feneren einen Freiheitsaltar errichtet
Volksgesellschaften (sociétés populaires), die permanent haben. Im Vordergrund haben
tagenden Versammlungen städtischer Wahlbezirke sich die publizistischen
(sections) und mehrere Frauenclubs. Durch A liationen Wegbereiter und Akteure der
und Korrespondenzen landesweit untereinander Revolution versammelt.
vernetzt, abonnierten, rezipierten und diskutierten die Flankiert links vom populären
Clubs einerseits die Publizistik aus Paris, um andererseits Bierbrauer Santerre und rechts
ein ständiges Trommelfeuer von Anträgen, Beschwerden vom Zeitgott Chronos, der vor
und Solidaritätsadressen an die Nationalversammlung zu dem eingekerbten Eichbaum der
richten [14]. Feudalität deren Insignien
zerschlägt, weisen in der rechten
Darüber hinaus erfasste die Kulturrevolution [37], Mitte J.-J. Rousseau und andere
ausgehend von Personen- und Straßennamen über Au lärer ihre Schriften vor,
Sprache [31] und Literatur [39] bis hin zu Kleidung [61] während in der linken Mitte
und Bildkünsten [50], sämtliche Bereiche des revolutionäre Journalisten
gesellschaftlichen Lebens. Beginnend mit den auftreten: u. a. Camille
landesweiten Föderationsfeiern zum ersten Jahrestag des Desmoulins mit seiner Zeitung
Bastillesturms, bürgerten sich neuartige patriotische Révolutions de France et de
Feste ein [45]. Während die Nationalversammlung 1791 Brabant, Louis-Marie
mit dem Pantheon einen o ziellen Ruhmestempel der Prudhomme mit den Révolutions
nationalen Helden schuf ( Heldenverehrung) [1], de Paris und Jean-Paul Marat mit
entwickelte sich aus der Ermordung des populären dem Ami du Peuple. Die Szenerie
Journalisten Marat durch Charlotte Corday im Juli 1793 am Himmel verdeutlicht,
ein plebejischer Kult der revolutionären welchen Umbruch das politische
Freiheitsmärtyrer (vgl. Freiheitshelden) [13]. Nicht nur Leichenbegängnis bedeutet:
eine Fülle visueller Symbole wie dreifarbige Kokarden Links stößt eine ge ügelte
und Freiheitsbäume, Phrygenmütze und Faszienbündel, »Französische Freiheit« den
die Gleichheitswaage und das Auge des Gesetzes, auch kindischen Monarchen
eine architektonische Umgestaltung des ö fentlichen leichtfüßig vom Lotterbett, auf
Raumes [41] sollte die revolutionäre Umwertung der der Gegenseite verzeichnet eine
Werte für jedermann sinnfällig machen ( bronzene Gedenksäule die
Freiheitssymbole). Die Einführung einer neuen – Namen der gewählten
»rationalen« – Zeitrechnung mit dem o ziellen Beginn Verfassungsväter. In der Mitte
der Republik im September 1792 setzte sogar mit einigem verleiht die entschleierte
Erfolg dazu an, den Alltag dem neuen Dekaden- »Wahrheit« – gleich der
Rhythmus (der Zehntagewoche) zu unterwerfen Schutzheiligen auf einem
(Kalenderreform) [44]. Votivbild – dem irdischen
Geschehen fast religiöse Weihe,
Rolf Reichardt
indem sie mit ihrem
/
5. Außenwirkungen au lärerischen Licht die
Missstände verdammt, aber den
Als größtes Medienereignis seit der Reformation zog die Parlamentspräsidenten und die
F. R. Europa sogleich in ihren Bann, zumal die an Verfassung erleuchtet.
Frankreich grenzenden Länder: nicht nur die Schweiz
[19], die Territorien des Alten Reichs [53] und Italiens [17], sondern auch Spanien [51] und die
brit. Inseln [22]. Die Presse [12] und eine Flut von Übersetzungen [43] vermittelten die
politischen Nachrichten und Texte ins Ausland und lösten dort leidenschaftliche Debatten aus
[20], bei denen die anfängliche Begeisterung über den Bastillesturm angesichts des
Königsprozesses meist in Ablehnung umschlug. Dt. »Freiheitspilger« in Paris oder nach
Frankreich ge üchtete ital. Patrioten [48] fungierten als Botschafter der Revolution, umgekehrt
trugen franz. Emigranten [36] ansatzweise zu einer internationalen Gegenrevolution bei.

Ausgehend von diesen kommunikativen Grundlagen initiierte und inspirierte die F. R. im
Ausland sowohl eine Reihe sozialer und politischer Freiheitsbewegungen (wie den sächsischen
Bauernaufstand im Sommer 1790 [9] oder Kosciuszkos Warschauer »Revolutionsregierung« im
Frühjahr 1794 [38]) als auch die Bildung republikanischer Clubs, darunter die Mainzer
»Freunde der Freiheit und Gleichheit« (1792/93; Mainzer Republik), die ländlich-
radikalrevolutionäre Untergrundorganisation der United Irishmen (1791–1798) [25], die London
Corresponding Society (1792–1798) und der Circolo costituzionale (1796) in Bologna. Trugen diese
Experimente »demokratischer« Soziabilität wesentlich zur Politisierung aktiver Gruppen der
europ. Gesellschaft bei, so kamen unter dem Directoire mit dem Anschluss linksrheinischer
Gebiete an Frankreich (1798) und mit den Schwesterrepubliken in Brabant (1795), der Schweiz
(1798) und auf der Apenninenhalbinsel (1796–1799) institutionelle Ein üsse hinzu:
Verfassungen nach franz. Muster, die Säkularisation von Kirchengütern sowie das neue Zivil-
und Strafrecht hinterließen hier tiefe Spuren.

Verwandte Artikel: Barrikade | Bastille | Directoire | Freiheit | Fronde | Gleichheit |


Jakobinismus | Kokarde | Marseillaise | Republikanismus | Revolution | Sansculotten | Trikolore

Rolf Reichardt

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Reichardt, Rolf, “Französische Revolution”, in: Enzyklopädie der Neuzeit Online, Im Auftrag des Kulturwissenschaftlichen Instituts (Essen) und in
Verbindung mit den Fachherausgebern herausgegeben von Friedrich Jaeger. Copyright © J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung und Carl Ernst
Poeschel Verlag GmbH 2005–2012. Consulted online on 14 May 2020 <http://dx-doi-org.uaccess.univie.ac.at/10.1163/2352-0248_edn_COM_265777>
First published online: 2019

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