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M1 Mitschrift, Montag 03.06.

2019, 16-18 Uhr


9. Sitzung

Datenauswertung

quantitativ:
- statistische Auswertung der gespeicherten Daten aus Datenbanken (Mit EDV-
Anwendungen wie SPSS)
- Induktionsschluss: auf Basis von Stichprobendaten Wahrscheinlichkeiten über
Merkmale der Grundgesamtheit treffen

qualitativ:
- Aufzeichnung + Transkription Inteviews
- dann Codierung der qualitativen Daten (Text)
- Codierung = Zusammenfassen von Texteinheiten/Begriffen zu Konzepten und
Kategorien, Ausdifferenzierung zu Subkategorien
- nicht Codierung durch Zahlen mit reiner Auszählen, sondern: fallbezogene
Entwicklung eines Kategoriesystems, Anwendung des Kategoriesystems auf andere
Fälle (Fallkontrastierung: Suche nach Gemeinsamkeiten/Unterschieden),
Generalisierung der Befunde, Typenbildung
- Einbezug von EDV-Programmen zur Textanalyse, z.B. MaxQDa

Transkription

- Sprachelemente objektiv konservieren, auch parasprachliche Elemente (z.B.


Lachen)
- Interaktionsverlauf möglichst genau erfassen
- Regeln: genauer Wortlaut der Äußerungen, auch Sprechüberlappungen durch
Partiturschreibweise, Prosodische Elemente (Pausen, Akzente, Verschlucken,...) mit
Sonderzeichen kennzeichnen

Qualitative Inhaltsanalyse

- keine einheitliche Methode, sondern nur ein Bündel von Verfahrensweisen zur
systematischen Textanalyse
- geht mit jeder Art fixierter Kommunikation (Gesprächsprotokolle, Videobänder,...)
- für systematische, regelgeleitete, intersubjektiv nachvollziehbare Analyse

3 Arten von Einheiten:


1. Auswahleinheit: = Grundeinheit der Inhaltsanalyse, wird nach bestimmten
Verfahren aus Grundgesamtheit ausgewählt (z.B. Quoten-Stichprobe etc): z.B. Eine
bestimmte Zeitungsausgabe
2. Analyseeinheit: die EInheiten, die beschrieben, transkripiert, aufgenommen,
codiert werden: z.B. Ein Zeitungsartikel
3. Codiereinheit: bestimmte Textstelle, die mit bestimmter Kategorie (Thema) in
Verbindung gebracht wird
- Codierer ordnen Kategorien zu Textstellen (bzw. Teilen des
Untersuchungsmaterials) zu
Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring

a) Zusammenfassung: zur Abstraktion/Reduktion des Datenmaterials, durch


deduktive Zusammenfassung oder induktive Kategorienbildung
b) Explikation: zum Vergleich anderer Textstellen: durch engere oder weitere
Kontextanalyse
c) Strukturierung: zur Systematisierung des Materials anhand Kategorien: durch
formale, inhaltliche, typisierende, skalierende Strukturierung

a) Zusammenfassung:
initiierte Textarbeit: reduziert, abstrahiert Material durch initiierte Textarbeit
(interpretatives Lesen und Sinnverstehen), Verfassen von Memos, Erstellen von
Fallzusammenfassungen
1. initiierte Textarbeit: intensiv lesen, wesentliches markieren, Argumente
analysieren, formale und inhaltliche Struktur beachten
2. Memos: alle Auffälligkeiten am Text und Ideen durch Memos kennzeichnen,
handschriftliche Kommentare
3. Fallzusammenfassung: systematische, ordnende, zusammenfassende Darstellung
des Einzelfalls aus Perpektive der Forschungsfragen, faktenorientiert, nah am Text
(nicht eigene Ideen), so kann man Fälle (ähnliche oder unähnliche) miteinander
vergleichen, hilft Hypothesen und theoretische Kategorien zu generieren, schafft
Überblick

Kategorienbildung:
- Kategorie = "Klasse", der sich ein Objekt zuordnen lässt
(- Konzept = strukturierender Begriff, häufig unklare Vorstufe theoretischer Konzepte
(z.B. Macht, Identität,...)
- Code (quantitativ): Zuordnung einer Zahl zu einer Merkmalsausprägung
- Codierung (qualitativ): Zuordnung Kategorie zu Textstelle
- Variablen (quantitativ): bezogen auf potenziell messbare Größe)
- Kategorie = Ergebnis einer Klassifizierung von Textstellen (Codiereinheiten)
hinsichtlich theoretischer Merkmale: zusammenfassender Oberbegriff zur
Komplexitätsreduktion
- Kategoriesystem = mehrere möglichst erschöpfende und sich gegenseitige
ausschließende Kategorien (mit ggf Subkategorien): wie so ne Mind-Map
- Arten:
1. Fakten-Kategorien: Objektive Begebenheiten (z.B. Ortsangabe)
2. inhaltliche Kat.: Themenbezeichnungen (z.B. politisches Engagement)
3. analytische K.: Resultat der intensiven Auseinandersetzung des Forschers mit
Datenmaterial, nicht beschreibend, sondern abstrakt (z.B. Umweltverhalten)
4. natürliche K.: Begriffe, die der Handelnde selbst verwendet (z.B. Multi-Kulti-
Gesellschaft)
5. evaluative K.: haben bestimmte Anzahl an Ausprägungen (z.B. Hilfsbereitschaft:
ausgeprägt - wenig ausgeprägt - nicht erkennbar)
6. formale K.: Daten/Informationen über die Einheit (z.B. Name des Interviewers)

- induktive Kategorien: eng am Text bleiben, Text Zeile für Zeile durchgehen,
Kategorien anhand der Textstellen bilden, danach Systematisierung und
Harmonisierung der Kategorien
- deduktive theoretische Kategorien: wenn mehr Vorwissen vorhanden, Kategorien
bereits vor Datenauswertung bilden: wichtig präzise Definition, wichtig Reliabilität
(unterschiedliche Codierer sollen hohe Übereinstimmung erzielen)
- Problem deduktiv: vordefinierte Kategorien nicht immer Trennscharf (z.B. Kategorie
von Zeitschriftenartikeln: Politik, Kultur, Vermischtes: Vermischtes kann alles sein,
was in sich aber sehr unterschiedlich ist) ; oft erst Hauptkategorien aus Leitfaden des
Interviews gebildet und Subkategorien erst erst induktiv im Material, also oft
Mischformen zwischen induktiv vs deduktiv

Zusammenfassende Inhaltsanalyse: paraphrasierende Zusammenfassung


- Tabelle mit 3 Spalten: Originaltext - Paraphrasen - Kategorien
- für Forschungsfrage wichtige Passagen auswählen
- paraphrasieren: Text zusammenfassen, verkürzend wiedergeben, nah am
Originaltext bleiben, keine Neuinterpretationen
- wiederholende Aussagen zu abstrakten Aussagen/theoretischen Kategorien
zusammenfassen

b) Explikation

- nach zusätzlichem Material suchen, dass die vorliegende Textstelle erklärt,


verständlich macht
- enger Kontext: andere Textstellen, die genauer erklären, detaillieren,
ausschmücken, korrigieren, Beispiele zeigen oder antithetisch sind (das Gegenteil
beschreiben)
- weiter Kontext: nicht textimmanente Informationsquellen: weitere Informationen
über Verfassen, Entstehungsbedingungen des Textes, Fallvergleiche

c) Strukturierung

- Komprimierung des Materials, Komplexitätsreduktion


- Auswertung basiert auf Kategorien (induktiv/deduktiv)
- sprachbezogene Methoden zur Analyse verbaler Daten
- regelgeleitetes Verfahren
- Anwendbarkeit hängt von Fragestellung ab
- Basismethode = Profilmatrix (siehe Folie 441)

- Typen strukturierende Inhaltsanalyse:


1. Sequentiel-formal: genaue Reihenfolge des Gesagten beachten, jede Äußerung in
Kontext des vorher Gesagten eingebettet, Vorannahmen ausblenden, was & wie
sagen es die Befragten?
2. inhaltlich-strukturierend: geläufigste Form, Identifizierung von Themen/Subthemen
im Vordergrund,
3. skalierend (evaluativ): Klassifizierung/Codierung von Ausprägungen im
Vordergrund
4. typisierend: Identifikation "typischer" Merkmalsausprägungen, Auswahl besonders
anschaulicher Beispiele (Prototypen)

Kritik Inhaltsanalyse nach Mayring:


- am häufigsten angewandtes Verfahren
- Stehenbleiben an an oberflächlicher Ebene "Was wird gesagt?", keine echte
Rekonstruktion der dahinterstehenden Aussagen
- inhaltlich-reduktionistisches Verfahren: eher für Dokumente, Interviewtexte geeignet

Zusammenfassung:
qualitative Datenauswertung, Codierung
Transkription
Qualitative Inhaltsanalyse
Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring:
Zusammenfassung: initiierte Textarbeit, Kategorienbildung, induktive vs deduktive
Kategorien, zusammenfassende Inhaltsanalyse
Explikation: enger vs weiter Kontext
Strukturieung: strukturierende Inhaltsanalyse, Profilmatrix, Typen
Kritik Mayring

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