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Garrelt Duin

Ostfriesisch. Klar.

Newsletter
Berlin, 27. Mai 2011 www.garreltduin.de Ausgabe 5 / 2011 II

Ein Betrieb - ein Tarifvertrag


Vereint mit DGB und BDA zurück zur Tarifeinheit / Merkel hält ihre Zusage nicht ein
Splittergewerkschaften sind Gift Gewerkschaft GDL geht hier ge- wieder gelten: Ein Betrieb - ein Die Spritpreise sind zu hoch, sa-
für die meisten Arbeitnehmer, für genwärtig mit schlechtem Bei- Tarif. Sollte die Regierung ihre gen wir Autofahrer. Die Politik
Betriebsräte und Unternehmen. spiel voran. Zusage nicht bald einlösen, behält muss was dagegen tun, fordern
Sie unterhöhlen langfristig die sich die SPD eine Gesetzesinitiati- viele. Die FDP versteht diese For-
Leistungsfähigkeit der Wirtschaft, Deshalb muss die Regierung das ve vor. Nach einem Urteil des derung so, dass sie gleich über
weder Arbeitnehmer noch Arbeit- Tarifvertragsgesetz ändern. Kanz- Bundesarbeitsgerichts ist es Ziel hinaus schießt. Sie setzt sich
geber können sich nach einer lerin Merkel hat dies längst ver- möglich, dass es in einem Betrieb für ein so genanntes Entflech-
kontinuierlichen Linie richten. sprochen, hält es aber bisher mehrere Tarifverträge gibt, die tungsgesetz ein. Demnach dürfte
Für Garrelt Duin, wirtschaftspoli- nicht ein. Ursprünglich wollte sie jeweils nur für Mitglieder der das Bundeskartellamt marktbe-
tischer Sprecher der SPD- schon am Jahresanfang ein Ge- abschließenden Gewerkschaft herrschende Konzerne sogar dann
Bundestagsfraktion, ist klar: „Eine setz vorgelegen, dann verschob gelten. Das schadet den Betrie- entflechten, sprich: teilweise
Minderheit darf nicht länger in sie es in der ersten Aprilwoche ben, was in seltener Eintracht der enteignen, wenn diese gar keinen
der Lage sein, ganze Betriebe auf den Mai. Der Mai ist vorbei, DGB und der Arbeitgeberverband Missbrauch treiben. Das ist natür-
lahmzulegen oder zu schwä- still ruht der See. Es muss endlich BDA bestätigen. lich Unsinn. Den großen Benzin-
chen.“ Die Lokführer- konzernen kann das Bundeskar-
Allein jüngst haben sich vier neue tellamt nicht einmal nachweisen,
Einst Emden - heute Berlin Splittergewerkschaften gegrün-
det: Für Servicekräfte in Kranken-
dass sie gegen Gesetze verstoßen.
Die Kartellwächter haben nur das
häusern, Versicherungsfachkräf- Gefühl, dass die Spritpreise nied-
te, Flugzeugingenieure und Feu- riger sein könnten. Dem schließen
erwehrleute, eine fünfte für Pfle- wir uns an. Aber verkneifen uns
gekräfte steht vor der Tür. Und populistische Parolen, wie sie die
das werden nicht die letzten FDP ausstößt. Einiges helfen wür-
Neugründungen sein. de, wenn der Benzinmarkt über-
sichtlicher wäre. Sollten wir es
machen wie die Österreicher?
BDA-Chef Hundt hat Recht, wenn
Dort darf der Spritpreis nur zur
er die Gefahr sieht, dass sich
selben Minute einmal am Tag
Deutschland mit der englischen
erhöht werden. Der Autofahrer
Krankheit ansteckt. Sie grassierte
weiß, wo er am billigsten tanken
vor Jahren in Großbritannien, als
kann. Ein Preiswettbewerb könn-
dort hunderte von Gewerkschaf-
te so in Gang kommen.
Günther Lachmann (links) war vor etlichen Jahren Redakteur der ten die Wirtschaft dem Ruin nahe
„Emder Zeitung“. Heute ist er Chefreporter von „Welt“ und „Welt- brachten. Duin: „Wir stehen zur
online“ in Berlin. Gelegentlich trifft er sich mit Garrelt Duin zum Ge- Einheitsgewerkschaft und unter-
dankenaustausch, wie hier in dessen Abgeordnetenbüro im Jakob- stützen DGB und BDA, den alten
Kaiser-Haus an der Wilhelmstraße in Berlin. Zustand wieder herzustellen.“
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Merkels Stammtischparolen führen in die Sackgasse


Griechenland-Krise ist keine Krise des Euro / SPD: Auch private Gläubiger müssen herangezogen werden
Das Schicksal der Europäischen Fass ohne Boden in Griechenland
Union, der Schuldenländer und wieder einen Boden einzuziehen,
des Euro bewegen viele Men- sind zwei Dinge nötig: Eine Betei-
schen. Auch Politiker, Wissen- ligung auch der privaten Gläubi-
schaftler und Wirtschaftsvertre- ger an einer sanften Umschul-
ter erörtern pausenlos diese dung und eine europäische Fi-
Probleme in Berlin. Die meisten nanz-Transaktionssteuer. Mit
Fachleute sind sich einig: Wir Hilfe der Gläubigerbeteiligung
haben keine Krise des Euros, son- muss das Land finanziell wieder
dern eine europapolitische Krise. ins Trockene kommen, mit Erlö-
sen der Transaktionssteuer muss
Fatal ist, dass die Bundesregie- den Griechen beim Aufbau ihrer
rung kein Lösungskonzept hat. Wirtschaft geholfen werden. Eine
Kanzlerin Merkel verspielt mehr fortdauernde Ausweitung des
und mehr das internationale An- Rettungsschirms hilft keinem,
sehen Deutschlands und setzt in weder den Griechen, dem Euro,
der EU und anderen internationa- dem deutschen Steuerzahler
len Gremien wie dem Internatio- noch der deutschen Wirtschaft.
nalen Währungs-Fonds IWF kaum Die Griechenland-Krise - Analyse und mögliche Auswege - war Thema einer
Sitzung von SPD-Wirtschaftspolitikern in Berlin, wie hier mit den haushalts-
etwas durch, was der Stärke un- Die SPD-Bundestagsfraktion for-
und wirtschaftspolitischen Sprechern Carsten Schneider und Garrelt Duin.
seres Landes entspricht. SPD- dert eine glaubwürdige Wachs-
Fraktionschef Steinmeier hält ihr tums-Perspektive für Griechen- Projekte gegenfinanzieren, Anle- nien. Duin: „Die EU muss die grie-
vor, das gute Ansehen Deutsch- land und eine Senkung der erdrü- ger bringen ihr Geld ins Ausland chische Volkswirtschaft stärken
lands zu verspielen. Dazu trägt ckenden Zinslasten durch die und griechische Sparer plündern und modernisieren - mit realen
auch bei, dass Merkel die Grie- Gläubigerbeteiligung. Wie von ihre Konten. Spekulanten neh- Investitionen statt eines nicht
chen pauschal als faul bezeichnet. vielen befürchtet, steckt Grie- men nach Griechenland längst mehr tragbaren Mittelabflusses
Garrelt Duin: „Diese Stammtisch- chenland in einer abwärts gerich- andere verschuldete Euro- vor allem an ausländische Gläubi-
parolen von Frau Merkel sind teten Rezessions-Spirale. Tatsäch- Staaten ins Visier und - außerhalb ger. Hier muss die Krisenbekämp-
sehr kontraproduktiv.“ Um dem lich kann das Land keine EU- der Euro-Zone - sogar Großbritan- fung ansetzen.“

Nur mit den Kommunen Milliarden weniger


Energiewende: Regierung braucht den Konsens Regierung stutzt Mittel für den Arbeitsmarkt
Die Energiewende kann nur ge- das Energiekonzept der SPD, das Gerade wirtschaftlich gute Zeiten ganz anderen Urteil: „Faktisch
meinsam mit Landkreisen, Städ- die dezentrale Energieversorgung müssen genutzt werden, Lang- droht eine Kürzung der Arbeits-
ten und Gemeinden gelingen. über Stadtwerke vorsieht. Für zeitarbeitslose fit zu machen für marktprogramme in bunter Ver-
Deshalb wird es mit der SPD ei- eine Energiewende werden die eine Arbeit. Doch die Bundesre- packung. Es ist ein Etiketten-
nen Energiekonsens nur geben, vielen kommunalen Unterneh- gierung und Arbeitsministerin von schwindel.“
wenn die Bundesregierung die men als Investoren in neue Kraft- der Leyen, CDU, machen genau
Kommunen mit ins Boot nimmt. werke und in die Netze ge- das Gegenteil: Sie streichen zahl- Von der Leyen geht Arbeitsbe-
Das bekräftigte SPD-Chef Sigmar braucht. Stadtwerke investieren reiche Arbeitsmarktinstrumente schaffungsmaßnahmen, Ein-Euro-
Gabriel in einem Gespräch mit in erneuerbare Energien und und wollen bis 2015 fast acht Jobs und dem Existenzgründungs-
den Präsidenten des Verbandes energiesparende Kraft-Wärme- Milliarden Euro sparen. Das Geld zuschuss an den Kragen. Bei an-
kommunaler Unternehmen, Han- Kopplungsanlagen. wird den Jobcentern, die Lang- deren Instrumenten wird laut
novers Oberbürgermeister Ste- zeitarbeitslose betreuen, trainie- Buntenbach „die Hülle verändert
phan Weil, des Deutschen Städte- Sigmar Gabriel: „Damit Deutsch- ren und vermitteln, sehr fehlen. und der Inhalt mangels Finanzie-
tages, Münchens Oberbürger- land die Chancen der Energie- rung geschrumpft“.
meister Christian Ude, und des wende nutzen kann, muss die Während die Regierung ihren
Bundesregierung gemeinsam mit Gesetzentwurf als wirksame Re- Acht Milliarden weniger für den
Deutschen Städte- und Gemein- Arbeitsmarkt ausgeben, aber
debundes, Bergkamens Bürger- der Opposition und allen gesell- form mit Eigenlob bedenkt,
schaftlichen Gruppen den Weg in kommt DGB-Vorstandsmitglied damit bessere Ergebnisse als
meister Roland Schäfer. bisher erzielen. Garrelt Duin: „Ein
eine neue Versorgungsstruktur Annelie Buntenbach, die dem
Die drei maßgeblichen kommuna- anlegen. Den Lippenbekenntnis- Verwaltungsrat der Bundesagen- Ding der Unmöglichkeit, unter
len Spitzenvertreter unterstützen sen müssen Taten folgen.“ tur für Arbeit vorsitzt, zu einem dem Langzeitarbeitslose leiden
werden.“
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Kita der Arbeiterwohlfahrt nutzt „Frühe Chancen“


Kinder aus ausländischen und bildungsfernen Familien werden speziell sprachlich gefördert
Sprache und Integration ist ein
Schwerpunkt der Arbeit der Kin-
dertagesstätte der Arbeiterwohl-
fahrt (Awo) in Norden. 50 Kinder
werden dort betreut und sprach-
lich gefördert. Sie stammen aus
ausländischen und bildungsfernen
Familien. Die Awo-Kita in Norden
ist eine von mehreren Kinderta-
gesstätten in Ostfriesland, die mit
dem Projekt „Frühe Chancen“ des
Bundesministeriums für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend
unterstützt werden. Vor allem
Kitas, die von Kindern unter drei
Jahren besucht werden, erhalten
Geld aus Berlin, mit dem sie eine
Halbtagsstelle für eine Fachkraft
bezahlen können, die sich mit
Sprachförderung auskennt. Gar-
relt Duin war beeindruckt von der
Arbeit in dieser vorbildlichen Kin- Garrelt Duin besuchte die Kita der Arbeiterwohlfahrt in Norden, die als „Schwerpunkt-Kita Sprache & Integration“ vom
dertagesstätte: „Hier ist das Geld Bundesfamilienministerium mit dem Projekt „Frühe Chance“ gefördert wird. Links Kita-Leiterin Hannelore Blüdel,
stehend Awo-Kreisvorsitzende Marianne Schoolmann, rechts Awo-Geschäftsführer Florian Eiben.
uneingeschränkt gut angelegt.“

Auf Seiten der Bürger Balance sichern


SPD gegen Wildwuchs von Mastställen Bundesregierung findet keine neuen Investoren
Die Landkreise Vechta und Clop- der Zukunft der Intensivtierhal- EADS ist ein Eckpfeiler der deut- wahren. Angela Merkel lässt je-
penburg stehen voll mit riesigen tung. Die SPD-Wirtschaftspolitiker schen Luft- und Raumfahrtindust- doch die Zügel schleifen. Garrelt
Tiermastanlagen. Stück für Stück haben dazu eine klare Haltung: rie, auch zahlreiche Ostfriesen Duin: „Sie hätte längst neue In-
pirschen sich jetzt Investoren an Mastställe bringen kaum Jobs, arbeiten in Werken in Varel und vestoren finden müssen.“
Ostfriesland heran. Auch Bauern sind schlecht für die Umwelt, nur der Wesermarsch. Insgesamt
entdecken die Intensivtierhaltung die Investoren verdienen. Garrelt beschäftigt EADS 121.600 Mitar- Zu EADS gehören Airbus (zivile
als wirtschaftliches Standbein. Duin: „Wir stehen auf der Seite beiter, davon 43.000 in Deutsch- Luftfahrt), Eurocopter
der Bürger.“ Die SPD pocht auf land. Mit 15 Prozent gehört der (Hubschrauber), Cassidian
Es droht ein Wildwuchs, der zu rechtliche Möglichkeiten für die Daimler-Konzern zu den größeren (Verteidigung) und Astrium
Lasten vieler Bürger geht, die Kommunen, Maststätte zu ver- Aktionären. Er will aber die Hälfte (Weltraumfahrt). Deutsche Un-
unter den Immissionen dieser hindern, wo sie nicht hingehören. seiner Anteile verkaufen. ternehmen, sowie eine französi-
Hähnchen- und Schweineställe Denkbar sind Ausschluss- und sche und spanische Staatsholding
leiden. Landauf, landab entwi- Vorranggebiete. Eine Änderung Das müsste längst die Bundesre- halten mehr als die Hälfte der
ckeln sich Bürgerinitiativen gegen des Baugesetzbuches reicht nicht, gierung auf den Plan gerufen Anteile und haben einen Aktio-
die intensive Tierhaltung in der wie es die Grünen fordern. Das haben, denn es geht darum, die närspakt geschlossen, der durch
Nähe von Wohngebieten. Der Bundes-Immissionsschutzgesetz deutsch-französische Balance in den partiellen Daimler-Rückzug
Bundestag beschäftigt sich mit muss herangezogen werde. diesem Schlüsselunternehmen zu eine Unwucht bekommen könnte.

„Zukunftsgespräche“ diesmal übers Ehrenamt


Dagmar Freitag, Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses, diskutiert mit Menschen der Praxis
Garrelt Duin und die SPD-Fraktion Zukunft?“ zu informieren und Regina Meinen, Vorsitzende des likum kann Fragen stellen und
im Kreistag Aurich setzen die auch zu diskutieren. Dagmar Frei- Kinderschutzbundes in Emden, Meinungen äußern. Mit kurzen
Reihe der „Zukunftsgespräche“ tag, Vorsitzende des Sportaus- Anke Knöner, Vorsitzende der Statements von Erwin Wenzel,
am Dienstag, den 31. Mai, um 18 schusses des Deutschen Bundes- Gemeinschaft für Sport und Ge- Vorsitzender der SPD-
Uhr im Bürgerhaus Ihlow fort. tags, beleuchtet in einem Vortrag sundheit Emden, und Mettin Kreistagsfraktion, und Garrelt
Jedermann ist eingeladen, sich das Ehrenamt. Anschließend dis- Köllmann, Vorsitzender des KBV Duin enden die Zukunftsgesprä-
über das Thema „Ehrenamt mit kutiert sie auf dem Podium mit Germania Lübbertsfehn. Das Pub- che.
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Besucher aus dem Wahlkreis Unterems in Berlin

Eine Besuchergruppe aus dem Wahlkreis Unterems (Kreis Leer/nördliches Emsland) war zu Gast in der Berlin. Garrelt Duin betreut den Wahl-
kreis, der keinen eigenen sozialdemokratischen Abgeordneten stellt. Unter den Gästen waren auch Mitarbeiter des Arbeitskreises Schule
Rhauderfehn. Auf dem Programm standen Besuche des deutsch-russischen Museums „Stätte der Kapitulation der Wehrmacht 1945“, der
Mauergedenkstätte Bernauer Straße, des Reichstags und des Verteidigungsministeriums sowie eine Stadtrundfahrt.

Schirmherr bei Preisverleihung


Werner-Bonhoff-Stiftung tritt an gegen Paragraphen-Dschungel
Garrelt Duin war Schirmherr der Dschungel verleiht. Festredner digte den Preisträger Kai Boed-
Verleihung des Werner-Bonhoff- war Kurt Biedenkopf, Ex- dinghaus, Geschäftsführer des
Preises, den die Bonhoff-Stiftung Ministerpräsident des Freistaats Bundesverbandes für freie Kam-
jährlich für Verdienste im Kampf Sachsen. Professor Schuppert, mern, der gegen Zwangsmitglied- Spruch der Woche
gegen den Paragraphen- Humboldt-Universität Berlin, wür- schaften bei Kammern eintritt.

„Die Deutschen
werden noch über
Scherben robben,
um billig fliegen
zu können.“

Michael O‘Leary, Chef von


Ryan Air, in Bremen bei der
Begrüßung des 60-
millionsten Passagiers in
Deutschland

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Büro Garrelt Duin, MdB │ Platz der Republik 1 │ 11011 Berlin │ Tel./Fax (030) 227-70145/-76445
garrelt.duin@bundestag.de │ www.garreltduin.de
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