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«Das Internet ist nicht böse.

Böse wird es
erst durch schlechten Gebrauch.»

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© ‹schau genau!›, eine Präventionskampagne der Stadt Zürich gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen im Internet  
Zahlen und Fakten rund
um das Internet (I)
Aktuell gibt es ungefähr:

– 1.5 Mrd. Internet-User.

– 4.2 Mio. Webseiten mit pornografischen Inhalten.

– 420 Mio. Einzelseiten mit pornografischen Inhalten.

– 68 Mio. Internetabfragen nach pornografischem Material pro Tag.

– 2.5 Mrd. pornografische E-Mails pro Tag.

– 1.5 Mrd. pornografische Downloads pro Monat.

– Und 28 258 User sehen sich jede Sekunde pornografisches Material im Internet an.

© ‹schau genau!›, eine Präventionskampagne der Stadt Zürich gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen im Internet  
Zahlen und Fakten rund
um das Internet (II)
Aktuell sind ungefähr:

– 84 % der 12- bis 19-Jährigen sind mehrmals pro Woche online. Davon sind 62 %
sogar täglich online.

Ausserdem:

– Verwenden die Jugendlichen 50 % der Zeit für die Kommunikation über


Instant Messaging, Online-Communities, E-Mail und Chat.

– Generieren 2 von 3 Jugendliche täglich oder mehrmals pro Woche


eigene Inhalte im Internet.

– Hat mehr als 50 % der Internetnutzer eigene Fotos oder Filme im Netz.
Mädchen stellen vermehrt Fotos, Knaben Videos ins Netz.

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chatten abbrechen

Internet Explorer
http://www.bluewin.ch

Was ist ein Chat? hallo, sexy_boy. alles klar bi dir?


Internet Explorer
http://www.bluewin.ch
teentalk

<beauty> Ja. wie hesches?


<biene_maja> das nennsch du ehrlich?
wie mers nimmt. lol
<tanja> ja, boarder_15, jetzt tue ned so
Pamela14
pirat_zh
punky_funky_12
Guest 1125
<Ladybug> bisch no da Roland
teentalk <hellboy> Isch es girl ume, wo gärn duet sali_du!
ringe? sexy_boy
<womanizer> beauty bisch mega süess smiley
<boxershorts_m> ladys, wer het luscht Pamela14
<beauty> merci :-D single_italo
zum chatte? pirat_zh
<Natter_zh> hey voll das geschleime skater_15_zh
<biene_maja> hey dragon_13 du bisch punky_funky_12
gruusig! Guest 1125
hallo, sexy_boy. alles klar bi dir?
<Romeo_19> hello? Roland
<Prinz_15> beauty bisch wieder zrugg? sali_du!
<dragon_13> bi ja nur ehrlich sexy_boy
<Sexy_girl> tschüss zäme. smiley
<Guest 1125> hallo zämä, wie gahts single_italo

Das Wort Chat ist englisch (to chat) und bedeutet so viel wie plaudern oder sich unterhal-
eu? skater_15_zh

hallo zämä, wie gahts eu?

ten. Im Internet werden damit Websites oder Programme bezeichnet, die die Möglichkeit
bieten, Botschaften (Text, Ton, Bild oder Video) zwischen zwei oder mehreren Personen in
Echtzeit auszutauschen. Es wird generell zwischen moderierten Chats und solchen, die
nicht von einem Moderator beaufsichtig sind, unterschieden.

Moderierte Chats: z. B. «teentalk» von Swisscom oder habbo.ch

Nichtmoderierte Chats: z. B. MSN oder ICQ

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Was ist ein
l.hkvadk
/.vjk .sksgf.ahf//abfljbad
www.avflagflahgn///
Logout
Anja Meier Settings
Friends Box
Home Profile

Social Network?
Anja Meier
Wall Info Photos +
Post, Bday... Add Videos
Share Link Add Photos
Update Status

www.avflagflahgn////.vjk.sksgf.ahf//abfljbadl.hkvadk

Social Network bedeutet «soziales Netzwerk». Dabei handelt es sich um Internetplatt-


formen, auf denen die Nutzer selber Inhalte verfassen und gestalten. Sie erstellen ihr
eigenes Profil mit Fotos und persönlichen Angaben und kreieren auf diese Weise eine
Art elektronische Identität. Das eigene Profil wird mit anderen Mitgliedern der Plattform
vernetzt.

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Weshalb chatten Kinder und Jugendliche?
Weshalb sind sie auf Social Networks aktiv?
Die häufigsten Gründe dafür sind:

– Als Zeitvertreib oder aus Langeweile.

– Weil es leicht fällt, fremde Menschen anzusprechen.

– Weil Kinder und Jugendliche im Internet die eigene Schüchternheit überwinden können.

– Weil Kinder und Jugendliche im Internet in eine andere Identität oder ein anderes
Geschlecht schlüpfen können.

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Kinder und Jugendliche
im Umgang mit dem Internet
– 29 % der 7- bis 17-Jährigen geben persönliche Daten im Internet bekannt.

– 89 % der Jugendlichen wurden schon einmal beim Chatten sexuell belästigt.

– Im Durchschnitt wird in einem Chat bereits nach der 3. Frage jemand sexuell belästigt.

– Das Durchschnittsalter beim ersten Kontakt mit Pornografie im Internet beträgt


11 Jahre – Tendenz fallend.

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Wer sind die Opfer von
sexueller Ausbeutung?
Generell: Sexuelle Ausbeutung geschieht meistens im familiären Umfeld oder im
sozialen Nahraum.

– Rund ²/³ der Opfer sind präpubertär und rund ¹/³ sind Jugendliche im pubertären Alter.

– Vorwiegend gefährdet sind Jugendliche mit schlechter Schulbildung und mangelnder


sozialer Integration.

– Häufig handelt es sich um Jugendliche aus Familien mit Migrations-Hintergrund.

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Wer sind die Täter?

– Vorwiegend Männer.

– Aus allen sozialen Schichten.

– Diverse Berufsgattungen.

– Rund 30 % bis 45 % sind unter 18 Jahre alt.

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Sexuelle Ausbeutung
in einem Chat
Die häufigsten Arten von sexueller Ausbeutung in Chatrooms sind:

1. Verbale, sexuelle Belästigung.

2. Übertragen von exhibitionistischen Handlungen.

3. Konfrontation mit Pornografie.

4. Produktion von Pornografie.

5. Vorbereitung eines Missbrauchs in der realen Welt.

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Häufige Täterstrategien

Oft kontaktieren die Täter ihre Opfer mit scheinbar harmlosen Fragen wie:

– Bist du alleine vor dem Bildschirm?

– Was hast du an?

– Wie heisst du denn richtig?

– An welche Schule gehst du?

– Hast du Fotos? Kann dir auch eines von mir schicken.

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Hier ist Vorsicht geboten!

Problematisch und heikel sind folgende Situationen im Internet:

– Die Bekanntgabe von persönlichen Daten (Adresse, Telefonnummer, Geburtsdatum,


Passwörter, E-Mail-Adresse).

– Der unaufgeforderte Erhalt von pornografischen Bildern oder Fotos mit gewalttätigem
Inhalt. Solche Bilder können bei Kindern und Jugendlichen unterschiedliche Reaktionen
hervorrufen, sie belasten oder negative Auswirkungen haben.

– Von Personen, die man nur über das Internet kennt, zu einem Treffen überredet
werden.

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Vorgehen der Polizei gegen
Pädokriminelle im Internet
– Im Jahr 2006 hat die KOBIK (Schweizerische Koordinationsstelle zur Bekämpfung
der Internetkriminalität) rund 150 Chatprotokolle von verschiedenen Providern erhalten.
Daraus resultierten:

– 66 verdachtsrelevante Meldungen an die Polizei.

– 18 Verhaftungen in Kanton und Stadt Zürich.

– 4 Verhaftungen anlässlich realer Treffen in der Stadt Zürich.

Polizistinnen und Polizisten der Fachgruppe Kinderschutz von der Stadtpolizei Zürich
haben sich in Kinder-Chatrooms als Kinder ausgegeben und sich nach längeren Chats
von hartnäckigen Usern zu Treffen überreden lassen. Ziel dieser Treffen war immer die
sexuelle Ausbeutung des Kindes. Die Pädokriminellen konnten anlässlich dieser Treffen
verhaftet und der zuständigen Untersuchungsbehörde zugeführt werden.

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Was sagt das Gesetz?

Sexuelle Ausbeutung ist strafbar.

Das Schweizerische Strafgesetzbuch verbietet sexuelle Handlungen mit Kindern sowie


die Veröffentlichung oder das Abspielen von kinderpornografischen Bildern oder Ähn-
lichem. Auch verbale sexuelle Belästigung kann auf Antrag bestraft werden. Strafbar
macht man sich auch, wenn man einer Person unter 16 Jahren pornografische Erzeug-
nisse anbietet, zeigt, überlässt, zugänglich macht oder verbreitet. Somit gilt: Niemand
ist sexueller Ausbeutung machtlos ausgeliefert. Entscheidend ist, dass man die Tat
möglichst frühzeitig erkennt und richtig handelt.

Der vollständige Artikel 197 des Strafgesetzbuches (StGB) folgt auf Seite 15.

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Art. 197 StGB

1. Wer pornografische Schriften, Ton- oder Bildaufnahmen, Abbildungen, andere Gegenstände solcher Art
oder pornografische Vorführungen einer Person unter 16 Jahren anbietet, zeigt, überlässt, zugänglich macht
oder durch Radio oder Fernsehen verbreitet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft.

2. Wer Gegenstände oder Vorführungen im Sinne von Ziffer 1 öffentlich ausstellt oder zeigt oder sie sonst jeman-
dem unaufgefordert anbietet, wird mit Busse bestraft. Wer die Besucher von Ausstellungen oder Vorführungen
in geschlossenen Räumen im Voraus auf deren pornografischen Charakter hinweist, bleibt straflos.

3. Wer Gegenstände oder Vorführungen im Sinne von Ziffer 1, die sexuelle Handlungen mit Kindern oder mit
Tieren, menschlichen Ausscheidungen oder Gewalttätigkeiten zum Inhalt haben, herstellt, einführt, lagert, in Ver-
kehr bringt, anpreist, ausstellt, anbietet, zeigt, überlässt oder zugänglich macht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu
drei Jahren oder Geldstrafe bestraft. Die Gegenstände werden eingezogen.

3bis. Mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer Gegenstände oder Vorführungen
im Sinne von Ziffer 1, die sexuelle Handlungen mit Kindern oder Tieren oder sexuelle Handlungen mit Gewalttä-
tigkeiten zum Inhalt haben, erwirbt, sich über elektronische Mittel oder sonst wie beschafft oder besitzt. Die Ge-
genstände werden eingezogen.

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Vorfälle immer melden!

– Bei anstössigen Inhalten in einem Chat oder Social Network:


Den Internet-Anbieter oder Webmaster informieren.

– Bei Websites mit verbotenem pornografischem Inhalt:


Der nationalen Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (KOBIK)
melden. www.kobik.ch

– Bei sexueller Belästigung oder anderen strafrechtlich relevanten Inhalten:


Der lokalen Polizeistelle melden. z. B. für Einwohner der Stadt Zürich
www.stadtpolizei.ch

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Verhaltensregeln für Kinder
und Jugendliche
– Ich weiss, dass Internet-Bekannt- – Personen, die ich im Internet kennen
schaften nicht immer die sind, für die gelernt habe, treffe ich nicht.
sie sich ausgeben.
– Im Netz bin ich fair und verhalte mich
– Namen, Adressen, Telefonnummern gegenüber anderen so, wie ich selber
und E-Mail-Adressen verrate ich behandelt werden möchte.
niemandem im Netz.
– Wenn etwas Unangenehmes im Netz
– Ich überlege mir gut, ob ich Fotos von passiert oder wenn ich belästigt werde,
mir ins Internet stelle. Ich weiss: spreche ich mit meinen Eltern oder
Sind Fotos einmal im Netz, habe ich einer Vertrauensperson darüber.
keine Kontrolle mehr darüber.

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Wissenswertes für Eltern
und Vertrauenspersonen
Eltern und Vertrauenspersonen sind leider oft ahnungslos. Sie kennen weder die Möglich-
keiten noch die Gefahren, die die neuen Kommunikationsmittel bergen. Im Grunde lassen
sie ihre Kinder auf einem Spielplatz spielen – ohne zu wissen, was dort abgeht.

Betroffenen Kindern und Jugendlichen gilt es zu versichern, dass sie nie schuld sind,
wenn etwas Unangenehmes im Internet passiert – auch wenn sie zu Beginn vielleicht mit-
gemacht haben. Oft trauen sich Teenager nicht, über solche negativen Erfahrungen zu
sprechen, aus Angst, das Internet nicht mehr nutzen zu dürfen. Ermutigen Sie Ihr Kind,
sich mit Ihnen auszutauschen.

Darum:
– Zeigen Sie Interesse. – Schaffen Sie Vertrauen.
– Legen Sie gemeinsam Chaträume fest. – Beschränken Sie den Medienkonsum.
– Legen Sie Verhaltensregeln fest. – Melden Sie Verstösse.
– Sprechen Sie über negative Erfahrungen.

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Q W E R T Z U I O
Nützliche A S D F G H J K
Internetseiten
Caps
Caps
Lock
Lock

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www.schaugenau.ch Kampagne der Stadt Zürich


Ctrl
gegen sexuelle
Alt
Ausbeutung von Kindern
und Jugendlichen im Internet.

www.stadtpolizei.ch Stadtpolizei Zürich und Kinderschutz der Stadtpolizei Zürich.

www.security4kids.ch Informationen und Materialien für den sicheren Umgang von Kindern
und Jugendlichen mit dem Internet.

www.stopp-kinderpornografie.ch «click it!», Kampagne gegen Pädokriminalität im Internet.

www.safersurfing.ch Tipps rund um sicheres Chatten im Internet.

www.kinderschutz.ch Stiftung Kinderschutz Schweiz.

www.kobik.ch Koordinationsstelle zur Bekämpfung von Internetkriminalität.

www.salfeld.de Kinderschutz-Software.

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