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Landtagsklub.

Tirol, den 5. Oktober 2020.

Abänderung zum Beschlussantrag:

Zweite Corona-Welle:
Eigenständige Maßnahmen und vermehrte Zusammenarbeit in
der Europaregion Tirol, um neuerliche Grenzschließung zu
verhindern.

Die Zahl der Corona-Infektionen steigt in ganz Europa wieder stark an. Damit
verbunden geht auch die Sorge einher, dass es bei einer zweiten Welle im Herbst
und Winter erneut zu restriktiven Maßnahmen ― bis hin zu Grenzschließungen ―
kommen kann.

Die Grenzschließungen im Frühjahr dieses Jahres haben leider eindrucksvoll


gezeigt, dass die Staatsgrenzen im vereinten Europa nicht verschwunden sind. Von
einem Tag auf den anderen wurden nicht nur die Tiroler Landesteile, sondern auch
Familien und Freunde voneinander getrennt. Dabei wäre gerade in der Corona-
Krise eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit wesentlich sinnvoller, da das
Virus keine Grenzen kennt und sich weder von Grenzbalken, noch von
bewaffneten Soldaten aufhalten läßt.

Die Versorgung von Patienten in den Krankenhäusern, die schnelle und


flächendeckende Testung, der Ankauf und die Verteilung von Schutzausrüstung,
Gesundheitskontrollen sowie aufeinander abgestimmte Verordnungen zur
Bekämpfung der Infektion, all das ließe sich gemeinsam wesentlich effizienter und
zielgerichteter organisieren und umsetzen.

Die Europaregion Tirol sollte sich daher gemeinsam auf eine mögliche zweite Welle
vorbereiten und Konzepte ausarbeiten, damit eine neuerliche Grenzschließung
bzw. gegenseitige Reisewarnungen verhindert werden können.

Die Europaregion Tirol würde damit zu einem echten europäischen


Vorzeigeprojekt, welches aufzeigt, wie Krisen nicht durch Abschottung und
Grenzschließungen bekämpft werden, sondern mit vereinten Kräften.

Bei der letzen Versammlung der Europaregion Tirol in Stams wurde von den

Süd-Tiroler Freiheit | Freies Bündnis für Tirol


landtag@suedtiroler-freiheit.com

Prot. Datum | data prot. 07.10.2020 Prot. Nr. | n. prot. LTG_0004539 Prot. Typ | tipo prot. Eingang - entrata
Landeshauptleuten angekündigt, eine solche Zusammenarbeit nicht nur im
Gesundheitsbereich, sondern auch in Bezug auf ein einheitliches Konzept für den
Wintertourismus anstreben zu wollen.

Viele Bestimmungen liegen aber nicht in der direkten Zuständigkeit der einzelnen
Landesteile, weshalb es wichtig ist, dass auch von Seiten der Landtage eine
deutliche Ablehnung neuerlicher Grenzschließungen und gegenseitiger
Reisewarnungen zum Ausdruck gebracht wird.

Ländliche Gebiete mit dünner Besiedlung können zudem nicht mit Ballungszentren
gleichgesetzt werden, in denen die Herausforderung zur Bekämpfung der
Ausbreitung des Virus völlig andere sind. Die differenzierte und regionale
Bewertung der Corona-Pandemie muss sich daher auch in der Gesetzgebung zu
den Corona-Bestimmungen widerspiegeln.

Süd-Tirol hat im Frühjahr mit dem eigenen Corona-Landesgesetz erste Schritte in


diese Richtung gesetzt. Nachdem die italienische Regierung angekündigt hat, ab
7. Oktober auch im Freien ─ „immer und überall“ ─ eine Masken-Pflicht
vorschreiben zu wollen, dessen Einhaltung vom Militär streng kontrolliert werden soll
und bei dessen Nichtbeachtung Strafen von bis zu 3.000 Euro vorgesehen sind,
bedarf es dringend einer eigenen Landesregelung, da eine generelle Masken-
Pflicht in Süd-Tirol absolut keinen Sinn macht.

U m e s k l a r u n d d e u t l i c h z u f o r m u l i e r e n , e s g e h t NICHT u m e i n e
Maskenverweigerung! Die Corona-Maßnahmen können von der Bevölkerung aber
nur dann akzeptiert und eingehalten werden, wenn sie nachvollziehbar und
sinnvoll sind.

Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Freien macht nur dort Sinn, wo es zu


Menschenansammlungen kommt bzw. der Mindestabstand zu anderen Personen
nicht eingehalten werden kann. Bei einem Spaziergang alleine bzw. überall dort,
wo ein ausreichender Mindestabstand eingehalten werden kann, ist eine Masken-
Pflicht aber weder notwendig, noch sinnvoll. Süd-Tirol braucht daher auch keine
Militärtruppen, die ─ wie im Frühjahr bereits geschehen ─ mit Hubschraubern
Wanderer und Spaziergänger aufspüren oder schwerbewaffnet an der Grenze
stehen.

Aus diesem Grunde stellen die Gefertigten den

Antrag:

Der Süd-Tiroler Landtag wolle beschließen:

1. Der Süd-Tiroler Landtag spricht gegen eine neuerliche Grenzschließung bzw.


gegen verschärfte Grenzkontrollen und gegenseitige Reisewarnungen

Süd-Tiroler Freiheit | Freies Bündnis für Tirol


landtag@suedtiroler-freiheit.com

Prot. Datum | data prot. 07.10.2020 Prot. Nr. | n. prot. LTG_0004539 Prot. Typ | tipo prot. Eingang - entrata
innerhalb der Europaregion Tirol aus.

2. Der Süd-Tiroler Landtag verpflichtet die Süd-Tiroler Landesregierung ─ in


Zusammenarbeit mit den anderen Landesregierungen der Europaregion Tirol
─ ein gemeinsames Konzept zur Vorbeugung und Bekämpfung einer zweiten
Corona-Welle auszuarbeiten, damit es zu keiner neuen Grenzschließung
bzw. zu keinen verschärften Grenzkontrollen und gegenseitige
Reisewarnungen innerhalb der Europaregion Tirol kommt.

3. Der Süd-Tiroler Landtag spricht sich dafür aus, dass dieses gemeinsame
Konzept zur Vorbeugung und Bekämpfung einer zweiten Corona-Welle in
der Folge auch mit den Vertretern der EU sowie mit den
Regierungsvertretern in Wien und Rom abgestimmt wird, damit etwaige
staatliche Maßnahmen auf das gemeinsame Vorgehen der Europaregion
Tirol Rücksicht nehmen.

4. Der Süd-Tiroler Landtag spricht sich gegen eine generelle Maskenpflicht im


Freien aus und fordert die Landesregierung auf, mittels eigener
Landesverordnung festzulegen, dass Masken in Süd-Tirol nur dort
vorgeschrieben werden, wo sie aus medizinischer Sicht sinnvoll und
notwendig sind.

L.-Abg. Sven Knoll. L.-Abg. Myriam Atz-Tammerle.

Süd-Tiroler Freiheit | Freies Bündnis für Tirol


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Prot. Datum | data prot. 07.10.2020 Prot. Nr. | n. prot. LTG_0004539 Prot. Typ | tipo prot. Eingang - entrata

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